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Donnerstag, 29. Juni 2017

Aufräumaktion Part X

Heute teilte meine bessere Hälfte auf ihrer FB - Seite dieses Bild:


Ich kommentierte das eingestellte Bild mit " Slavedriver ".

Dann bekam ich ein schlechtes Gewissen und erinnerte mich an einige Heimwerkerarbeiten, die ich lange - vielleicht viel zu lange - irgendwie von mir weg geschoben hatte.

Da war zum Beispiel die Außenverkleidung an unserer, auf kreativem Wege, umgebauten " IKEA " - Spüle mit Villeroy & Boch " - Einsatz. Eigentlich passen " Schraub - Möbel " des gelb - blauen Giganten aus dem Norden Europas und Designer - Spülbeckeneinsätze in High Quality nicht so recht zusammen. Doch, wer die eigene Graue Masse ein wenig bemüht, keine zwei rechten Pfoten hat und die Vorzüge elektrischer Werkzeuge zu schätzen weiß, bekommt auch aus einer Nicht - Kompatibilität diverser Küchenmöbel irgendetwas Nutzbares hin.

Leider hatten unsere Katzen die Zeiten der Fremdversorgung durch den Nachbarn aus dem Oberdorf genutzt und nutzten den Spülen - Anbau als Sitzgelegenheit, der dann in sich zusammen sackte. Zuvor aber - das muss ich zur Verteidigung der Schnurrer und bei der Wahrheitsfindung einräumen - hatte ich die Spüle von der Wand abgerückt, wobei die Konstruktion ihre Stabilität verlor.

Nun habe ich es spät, aber nie so spät, als dass die polemische Aussage auf dem obigen Bild auch auf mich zutreffen könnte, den Mangel behoben und einen verzinkten Eisenwinkel zwischen dem Küchenunterschrank und der Spüle angebracht. Eine Kleinigkeit, eigentlich. Uneigentlich, hatte ich nie so richtig Bock zu der Reparaturaktion, die - Asche über mein Haupt - mir mindestens ein halbes Dutzend Mal missglückte. Warum, nur?

Nach erledigter Schraubarbeit, erinnerte ich mich, dass ich bereits seit Dienstag Bier für den Doppel - GB am Samstag bei dem in der Nähe liegenden Getränkemarkt kaufen sollte. Dazu musste aber auch das Leergut aus dem Keller herauf geschafft werden. Obwohl es nur einige leere Flaschen waren, die im unteren Raum ihr Dasein frusteten, die Fahrt zu der " Drinky " - Verkaufsstelle allenfalls fünf Minuten dauern würde und ich mir längst einen Schlachtplan zurecht gelegt hatte, aus welchen, der vielen Kästen aus dem großen, oft verwirrenden Angebot, ich welches Bier in die " Jever " - Kiste mit einstellen wollte, zurecht gelegt hatte, schob ich diese Aufgabe auf die berühmt, berüchtigte lange Bank.

Heute Nachmittag, das auch noch bei strömenden Regen und mickrigen 16 Grad Plus, holte ich das Leergut aus dem Keller, startete den Mazda und fuhr zum Getränkeverlag. Nach 10 Minuten war die Grundversorgung mit Bölkstoff ( ja, der war auch dabei ) zu meiner " vollsten " Zufriedenheit erledigt. So wartete die letzte, also die finale Arbeit, auf mich. Die hatte es allerdings in sich.

Nachdem sich bereits am gestrigen Mittwoch ein Altwaren - oder Schrotthändler per Wurfzettel bei uns angekündigt hatte, wir die bereits vorbereiteten 5 Säcke mit ausrangierter Bekleidung, zunächst in freudiger Erwartung, bereits vor Wochen in den Keller verstauten, kamen auch weitere Altmetallteile und mein " Dell " - Drucker sowie ein " ebay " - Fehleinkauf in Gestalt einer " Einhell " - Heckenschere, elektrisch, hinzu. Der dankbare Sammler aus Rumänien stopfte alle Gegenstände in sein bereits hoch betagten Kastenwagen und brauste davon. Für die " Ärmsten der Armen ", so stand es irgendwann auf einem Wurfzettel. Ja, stimmt; und bevor wir einer undurchsichtigen " Altkleider - Mafia ", die ihre Blechcontainer in der gesamten Stadt verteilt, von vielen Nichtsahnenden füllen lassen, in den Schlund schieben, wählen wir dann doch lieber den direkten Weg der Wohltätigkeit. Und, die Kirche lassen wir dabei auch schön außen vor.

Nun hatte sich also sein polnischer Kollege für Freitag angemeldet. Er beschrieb auf seinem Zettelchen, die nahezu identischen Objekte der Begierde. Längst war der Dachboden, als ein wüsten Schlachtfeld unserer Umräum - und Umbauaktionen, verkommen, ehe wir in einer Aufräum - Orgie dort ein wenig " klar Schiff " machten. Doch die Leichtmetallelemente, die ich beim Rückbau der vormals gezogenen Trockenwand im Treppenhaus, auf dem Boden geschafft hatte, sie sollten nun auch den langen Weg außer Haus vollziehen. Die zunächst unbeantwortete Frage lautete jedoch hierbei: " Wie? "

Ich überlegte deshalb, ob ich bei den mindestens zwei Dutzend Alu - Elementen den Weg über das Treppenhaus nehmen sollte oder die sperrigen und mit vielen Schrauben behafteten Bauteile aus dem Dachbodenfenster werfe. Der beschwerliche Weg über gut 30 Treppenstufen und drei Stockwerke, bei den immer noch zu warmen Temperaturen im Haus, würde mir bereits beim ersten Gang nach Canossa, den Schweiß den Rücken und sonstwo herunter laufen lassen. Also trieb ich die Alu - Teile aus dem geöffneten Dachbodenfenster. Sie segelten, gut gezielt, krachend auf den Kiesweg des Vorgartens. Die vielen Einschläge indes verursachten nur kleiner Krater. Die Kollateralschäden waren also überschaubar.

Es regnete - wie der " Wettergott " Kachelmann es auf seiner Seite angegeben hatte - in Strömen. Meine Regenjacke wurde aber nicht nur auf der Außenhaut richtig nass, sondern auch das Innenfutter triefte - vor Schweiß, nämlich. Ich fühlte mich dabei, so wie in einer finnischen Sauna nördlich von Rovaniemi. Doch die Schrott - und Aufräumaktion duldete keinen Aufschub mehr und ein harter Mann im gesetzteren Alter, kennt - wie der Indianer von einst - überhaupt keinen Schmerz. Ich sammelte die zuvor fliegenden Teile unten wieder auf und platzierte sie auf unseren Vorgarten - Platz und schleppte dann den Alu - Schrott zu dem Gehsteigrand.

Nun konnte der polnische Sammler diese in seinen, ebenso sehr alten, Kleintransporter in Richtung Heimat abfahren. Dort finden sie garantiert einen neuen Abnehmer oder werden vielleicht eingeschmolzen.

Jeden Tag eine Gute Tat, so heißt es bei den Pfadfindern. Jedes Mal eine Aufräumaktion, bei der wir feststellen, das sich der Mensch doch von den Gegenständen, für die er keine Verwendung mehr hat, trennen sollte.

" Ten Years After " mit dem unvergessenen " Gitarren - Gott " Alvin Lee und " Once There Was A Time " - Album " A Space In Time ", 1971:


und

" Yu Grupa " - " Noc je Moja ":



Lavendel, nicht in der Provence

 Wenn die Sommermonate heran nahen, die Zeit der großen Völkerwanderungen beginnt, die Flughäfen brechend voll werden, die Staus auf den Autobahnen beängstigende Ausmaße annehmen und der, noch nicht abgestumpfte Mensch, sich nach Ruhe, Erholung und - allem voran - Natur sehnt, dann könnte die Provence im Süden Frankreichs, der richtige Ort sein, um hier auszuspannen.

Sicherlich, auch diese Region im Südosten unseres Nachbarlands, zwischen Mittelmeer, dem Rhonetal und der italienischen Grenze ( https://de.wikipedia.org/wiki/Provence ) , sie ist längst kein Geheimtipp mehr. Dennoch könnte eine Fahrt, ein Urlaub, in der Zeit von Juni bis Anfang / Mitte August, sich alle Male lohnen. Denn in diesem Zeitraum zeigt sich die ansonsten eher karge, teils schroffe Natur, von ihrer Schokoladenseite.

Weil ab der dritten Juniwoche die riesigen Lavendelfelder die Landschaft dort in ein - bis zum Horizont verlaufendes - blaues Blütenmeer verwandeln, zieht es eine Vielzahl von Touristen dorthin. Das sehenswerte Naturschauspiel wird jedoch spätestens bis in die zweite Augustwoche durch die Menschen beendet. Die dortigen Landwirte ernten bis dahin die unzähligen Felder ab, indem die Lavendelblüten mitsamt der Stengel abrasiert werden. Hieraus werden Öle hergestellt. Zuvor aber bevölkern Hunderttausende von Bienen die gigantischen Anbau - Areale, um den Nektar der Blüten zu saugen. Die Imker bieten später den wohl schmeckenden Honig an.

Da der Lavendel als Nutzpflanze in unseren Breiten nicht mehr abgebaut wird, konzentrieren sich die - eher - industriell angelegten Flächen auf die Gebiete der Provence sowie der Toskana (  https://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Lavendel#Vorkommen ).
Auch in Italien werden aus Lavendelpflanzen Extrakte und Beigaben zu diversen Duft - Kreationen, wie Seifen und Parfüms kommerziell hergestellt.

Nun mag der Naturfreund diese Massenanbau - Politik ächten, doch Fakt ist auch: Ohne diese Einkommensgrundlagen, wären die dortigen Regionen nahezu menschenleer und extrem verarmt.

 Als ich vor vielen Jahren, während meiner studentischen Abenteuer - und Schaffensphase, einen Reisebericht von Kommilitonen, die sich als eingefleischte Südfrankreich-Fans  ausgaben, mir reinziehen durfte, erinnerte ich mich auch an jene Schilderungen, die ich hierzu im Netz fand:

 http://www.provence.de/provence-entdecken/lavendel.html


https://www.frankreich-webazine.de/die-prachtvollsten-lavendelfelder-in-suedfrankreich/#comment-1048



http://www.provence-tourismus.de/entdecken/lavendel-27-1.html


Nun, die Zeiten haben sich dramatisch geändert. Aus so manchen Reiseabenteuer mit Pannen, Übernachtungs - und Versorgungsimprovisationen, ist heutzutage ein Wochenendtrip, dank der Billigheimer unter den vielen Fluggesellschaften geworden.
Wer allerdings mit dem eigenen PKW / Bus, die nicht gerade kurze Route von unserer Landeshauptstadt Dresden ( oder sonstwo in Deutschland ) auf sich nehmen möchte, um nach etwa 1.400 Kilometer Strecke sowie mindestens 13 bis 14 Stunden reiner Fahrtzeit in der Hauptstadt der Provence Aix - en - Provence anzukommen, wird diesen Besuch mit Sicherheit nicht bereuen.

Und während ich unsere Lavendelsträucher mit Regenwasser aus der Gießkanne erfrischte, fielen mir jene Schilderungen von einer Provence -Reise einer Bekannten ein, die zusammen mit ihrer damaligen Freundin in den frühen 1980er Jahren mit einem " Opel Corsa " die beschwerliche Fahrt zu den Lavendelfelder angetreten war und dabei in Schlafsäcken im Auto übernachteten.
Solche Einschränkungen nimmt die Mehrzahl der heutigen Südfrankreich - Touristen schon gar nicht mehr in Kauf. Auch dort gilt längst das Gesetz der Bequemlichkeit - für die allerdings dann auch ordentlich bezahlt werden muss.

Da sind unsere Lavendel - Blüten im Garten doch wesentlich billiger!

" Kungens Män " aus dem kalten Schweden mit " Ohälsoresan " oder auch " Raketens wandring över himlen "  aus " Stockholm Maraton "  - 2016:
 






http://kungensman.tumblr.com/music

Mittwoch, 28. Juni 2017

Schneckentod im Sonnenblumenbeet


Wenn in dem Frühjahr die große Zeit der Aussaat für manche Blumenart beginnt, zählt die Königin des Sommers, die Sonnenblume, auch dazu. Die einjährige Feld - und Gartenblume benötigt ein wenig Anlauf und dabei viel Pflege, soll sie in eine stattliche Höhe von bis zu 4 - 5 Metern heran wachsen. Es gibt in unserem Lande sogar wahre Meister der Sonnenblumenaufzucht, die ihre Lieblinge noch über jene Metermarken heran ziehen können. Denn diese Hobby - Gärtner operieren dabei mit einer Reihe von Tricks und Kniffen, so u.a. das Gießen mit einem Brennsesselsud. Damit wachsen die Pflanzen nicht nur schneller und werden im Idealfall zu wahren Giganten des Gartens, auch die Schädlinge in Gestalt einer Vielzahl von Schnecken sollen damit vertrieben werden.

Da wir diese Ansprüche auf einen Riesenwuchs nicht haben, verursachten wir es zunächst mit einer Aussaat in einigen Blumenkübeln ab April. Schon nach einigen Tagen zeigten sich in den Gefäßen winzige Spitzen, die aus dem mit Blumenerde gefüllten Töpfen hervor lugten. Einige Tage später entwickelten die Pflanzen bereits zarte Blätter und schossen mit jedem neuen Tag und nach einem ordentlich Wasserguss aus der Kanne in die Höhe.

Bereits Mitte Mai setzten wir die Trieblinge auf ein eigens dafür hergerichtetes Stück in dem Garten aus und spannten rundherum ein Kupferband, damit die gefräßigen Schnecken sich nicht über die jungen Blätter und Spitzen hermachen konnten. Doch irgendwie fanden die Biester ein Lücke in meinem Anti - Fressorgien - Schutzwall. Sie bedienten sich deshalb an den Emporkömmlingen und griffen diese nur nachts an. Die Aggressoren fraßen riesige Löcher in die Blättern und schienen sich von dem Kupfergeflecht nicht beeindrucken zu lassen.







Ich holte die Chemiekeule aus dem Keller und verteilte "Schneckenkorn ", um den Fressern den Garaus zu machen.
Einen Tag später fand ich sodann einige Schleimspuren auf dem eingestreuten Boden des Sonnenblumenbeets.
Die Eindringlinge waren bei einem erneuten Fressangriff allesamt verendet. Nur einen Kadaver konnte ich auf dem Kiesweg entdecken. Die meisten Schnecken waren wohl irgendwo im grünen Dickicht zurück gekrochen, um dort ihr nur kurzes Leben auszuhauchen.

Nun dürfen unsere Sonnenblumen in aller Ruhe weiter wachsen. Ich bin gespannt, ob sie mich dabei überragen. Es wäre schön, denn in den letzten Jahren sind alle Versuche, einige Prachtexemplare, so, wie in dem Zeitraum zuvor, zu züchten, kläglich gescheitert. Eine Wissenschaft allerdings, werde ich aus der Pflege der gelben Blumen nicht machen. Ob sie in einigen Wochen dann so aussehen, wie auf jenen unzähligen Bildern?


Die Hoffnung stirbt allerdings nicht so, wie die schleimigen, ungebetenen Gäste im Garten.

" Ashra ( Temple )  und " Midnight On Mars " - 1977:

  


Dienstag, 27. Juni 2017

Tim - Fred oder Tim - Gustav?



Mit unseren rötlichen Stubentigern hatten wir bislang kein Glück, Tobias, der friedliche Vierbeiner aus der Dresdner Katzenstube, den Verbrecher nebst Muttertier vor vielen Jahren am Sockel der Dresdner Frauenkirche in einem Karton abgelegt hatten, brachte es lediglich auf 7 Katzenjahre. An einem Frühjahrstag erwischte ihn ein Raser - Schwachkopf auf der Formel Eens - Strecke, Wiesbadener Straße.

Der zweite rot - weiße Kater hörte auf den Namen Gismo und fand den Weg von Thüringen zu uns. Er blieb nur wenige Wochen in unserem Domizil, dann fand er ein neues Zuhause in der Nachbarschaft. Immerhin blieb ihm - leider - die schon längst geplante Kastration erspart. Woraufhin er einer Nachbarskatze zum Nachwuchsglück verhalf und wir zwei der Katzenkinder aus dem Wurf bei unserem Rückweg vom Plauener Bahnhof in Dresden selbst auf dem Arm tragend von der gefährlichen Straße entfernen konnten.
Gismo und auch sein Nachkommen waren danach nie wieder gesehen.

Ein Jahr darauf folgte Finn. Ein sehr junger Kater aus der Lausitz. Ich holte ihn eines Tages von einem Bauernhof, der auch einen so genannten Streichelzoo vorwies. Die junge Frau, die das Objekt mit betrieb, war schwanger und konnte das Jungtier nicht mehr behalten. Finn war ein wilder Feger. Ein Wühler, ein Galgenstrick, ein Halunke im Katzengestalt, eben. So, wie der kleine Kater Schnur in einer Ausgabe des " Pixi " - Kinderbuchs.
Finn wühlte in sämtlichen Blumenkübeln herum. Er sprang auf den Küchentisch und schleckte die Milch aus der Porzellankanne. Er ärgerte zudem unsere beiden Oldies und holte sich deshalb regelmäßig ein paar Tatzenhiebe ein. Leider hatte der Wilde es einst von der Mutter nicht gelernt, sich vorsichtiger zu verhalten.

Eines Tages, wir hatten Finn just für viel Geld kastriert, wurde er ebenfalls auf dem Raserabschnitt der Wiesbadener Straße tot gefahren. Er lebte nur knapp ein Jahr bei uns.

Monate später fuhren wir nach Cottbus, um Fred abzuholen, der bei uns jetzt Tim heißt. Tim war schon größer und auch kastriert, als wir ihn übernahmen, weil er bei den Vorbesitzern nicht ständig in der Wohnung bleiben wollte und über das offene Fenster ausbüxte.

Nun, Tim oder auch Tim - Fred war zunächst sehr scheu. Er hatte einen völlig anderen Tagesrhytmus als unser weiteres Trio. Er war abends lange wach, schlief dafür in den Morgenstunden und traute sich nicht aus dem Zimmer heraus, dass wir für ihn vorüber gehend eingerichtet hatten. Meine bessere Hälfte verzweifelte schon, denn es dauerte Wochen, ehe sich das neue Familienmitglied langsam eingewöhnte. Er bewegte sich erst sehr vorsichtig in dem Treppenhaus, inspizierte nach und nach sämtliche Zimmer und zum Schluss den Garten.

Aus diesem ist er nicht mehr zu vertreiben. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, springt, liegt, sitzt, läuft, lauert und jagt unser letztes, das jüngste Mitglied der Familie, in dem jetzt grünen Refugium herum. Aus einem halben Hauskater ist ein Freigänger geworden. Aber: Tim verhält sich dabei sehr vorsichtig. Er bleibt eher misstrauisch und gegenüber der Nachbarschaft distanziert.
In der Nähe der Wiesbadener Straße haben wir ihn zum Glück noch nicht entdecken können. Das muss auch so bleiben.

Als ich heute mit fast bleiernden Gliedern die Wäsche von der Spinne abnahm, beobachtete ich, wie Tim eine gefangene Maus bespielte. Es war eine junge Spitzmaus, die ihr kurzen Leben zu beenden schien. Er trieb das winzige Mäuslein vor sich her und wollte damit stolz seine Beute präsentieren. Ich lobte Tim über den Grünen Klee und streichelte seinen Kopf. Er schien zufrieden zu sein und beließ es bei dem Kurzeinsatz im ewig fort währenden Kampf gegen die Plagegeister. Die Maus interessierte ihn nicht mehr, denn er ließ von ihr ab und lief mit mir in das Haus zurück.

Tim der Jäger? Tim - Fred, der Lausitzer aus Cottbus, dort, wo einst die harten Hunde bei Energie gegen den übermächtigen Gegner mit seinen Millionarios aus den so genannten Traditionsvereinen des Westens, antraten und sie manchmal richtig ärgern konnten. Tim war zu dieser, sehr erfolgreichen Zeit natürlich noch nicht auf der Welt. Aber ich erinnere mich noch genau an jene Zeit, als der FC Energie Cottbus gegen Hannover 96 in zwei Kampf betonten Begegnungen den Aufstieg von der Regionalliga Nordost in die Zweite Bundesliga schaffte. Das ist mittlerweile 20 Jahre her.

Vielleicht erlebt unser Tim oder Tim - Fred dieses Wunder noch einmal? Dann nenne ich ihn Tim - Gustav, in Anlehnung an den schwedischen König Karl - Gustav, weil er dann ein Adeliger geworden ist.

Dazu der unvergessene Hans Dieter Hüsch mit " Liedermacher " - 1975:









Die IKK, das SGB und der Fluch der Unwissenheit


Vor knapp 3 Wochen erhielten wir - spät, aber immerhin noch nicht zu spät - ein verspätetes Geburtstagsgeschenk von unserer einstigen Krankenkasse. Nein, keine geforderte Beitragsrückerstattung für die rechtswidrig zu viel kassierten Zusatzbeiträge in 2016, nein, es war ein Widerspruchsbescheid. Immerhin gaben sich darin die drei Granden aus dem bestellten Umfeld der selbst verwalteten Krankenkasse mit dem Namen " Innungskrankenkasse Sachsen und Thüringen ", sichtlich Mühe, um um den heißen Brei herum zu schreiben.

Es geht - wie schon geschrieben -, um die zu Unrecht eingesammelten Zusatzbeiträge in Höhe von 1,4 % des Bruttoentgelts, die die GKV ab Januar 2016 von jedem Versicherten verlangt hat, obwohl wir die Mitgliedschaft zu dem Krankenversicherer - sowohl ordentlich, als auch außerordentlich - gekündigt hatten. Die erste Beendigungsmöglichkeit steht einem Versicherten zu Seite, wenn er mehr als 18 Monate in irgendeinem dieser, viel zu vielen Vereine, die nahezu identische Leistungen lobpreisen ( und diese dann im Auslegungsfall einfach nicht erbringen ), Mitglied war. Die zweite Variante ist dafür vorgesehen, dass der Versicherer - wie hier die IKK Sachsen und Thüringen - Zusatzbeiträge erhebt oder auch Beiträge erhöht.  

Nun, gut, um dieses Recht geht es hier aber nicht. Der Streit wird auf einer anderen Ebene ausgetragen, die da heißt: Informationspolitik der Krankenkassen. Und hier liegt der Hase eigentlich im Pfeffer. Der Haufen bei der IKK hatte ja bekanntlich die monatlichen Zusatzbeiträge auf 1,4 % heraufgeschraubt; darüber aber erst Ende Dezember 2015 die Mitglieder informiert. Ein Bauerntrick, mit dem die alsbald erbosten und in Scharen austretenden Versicherten, für die Dauer von drei Monate noch mittels des erhöhten Zusatzbeitrags abgemolken wurden.

Soweit, so schlecht.

Inzwischen liegt dem Sozialgericht Dresden zu Az.: S 18 KR 215 / 17 eine Klage vor, die ich zunächst als verklausulierte Untätigkeitsklage eingereicht hatte. Da die IKK sich in der Zwischenzeit bemüßigt sah, den Widerspruchsausschuss tagen zu lassen, war für mich klar, dass dieser selbstverständlich nicht zu unseren Gunsten entscheiden werden würde.
So kam es denn auch. Der Widerspruch gegen die schriftliche Ablehnung der IKK, die zu viel eingezogenen Beiträge zu erstatten, wurde abgebügelt.

Aus den Weiten meines BWL - und Jurastudiums zog ich eine erhellende Erkenntnis der vormals belegten Wahl - Pflichtvorlesungen im Sozialrecht heran, Aus jener Kombination von abgelaufener Zeit und einst sehr beengten Raum, in dem ich meine vielen Skripten fein säuberlich archiviert hatte, war mir ein Schema noch präsent, dass sich mit der Struktur der Selbstverwaltungsorgae der gesetzlichen Renten - und Krankenkassen beschäftigt hatte. Dieses Skript hatte einst ein Vorsitzender Richter am Landessozialgericht Bremen, dass zu jener Zeit in einer schönen, alt bremischen Villa, an der Contrescarpe 
(   https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnhaus-Ensemble_Contrescarpe ) residierte, erstellt und uns Studenten während seines Seminars vorgelegt. Da dieser Vorlesungsstoff garantiert Klausur relevant sein musste, schaute ich mir die Übersicht genauer an. Ich hatte damals den richtigen Riecher. Es wurde in der Klausur des VRLSG Schrader nach den Organen der Selbstverwaltung, die einst durch die Reichsversicherungsordnung ( RVO ) bestimmt waren, gefragt.

Und daraus sog ich nun meinen Honig in dem jetzigen Klageverfahren vor dem Sozialgericht Dresden. 

Aus dem Rubrum des Widerspruchsbescheids der IKK konnte ich entnehmen, dass an der Ausschusssitzung drei männliche Mitglieder teilgenommen haben wollen. Hmmmh, drei? Eine krumme oder - mathematisch bezeichnet - eine ungerade Zahl , keine so genannte Primzahl also, die eine Parität (  https://de.m.wikipedia.org/wiki/Parität_(Mathematik) herstellen könnte.

Warum aber ausgerechnet drei Männeken über unseren Widerspruch zu befinden haben, wenn im Gesetz von einer paritätischen Besetzung der Ausschüsse die Rede ist, vermochte ich nicht zu klären. Vielleicht war ja ein Ausschussmitglied auf der Autobahn 4 irgendwo im Stau stecken geblieben? Oder er hatte verschlafen? Möglicherweise war das Mitglied bereits im Urlaub, um die günstigeren Vorsaisonpreise in Anspruch zu nehmen?

Egal, auf der ersten Seite des Widerspruchsbescheids sind drei Personen benannt. Und zwar zwei Arbeitgebervertreter und ein Ernannter aus der Arbeitnehmerschaft. 2:1, demnach zugunsten des Kapitals! Das liest sich nach schreiender Ungerechtigkeit. Erst einmal in Wallung gekommen, entfachte mein klassenkämpferisches Restmoment in mir, einen Impuls zur Grauen Masse unterhalb meiner Schädeldecke. Nein, so etwas darf nicht sein!

Ich klickte mich durch einige, einschlägige Seiten des allwissenden Internets und wurde mehrfach fündig. Deshalb beantwortete ich die schriftlich gestellte Frage des SG Dresden, ob die Klage nach der Vorlage des Widerspruchsbescheids durch die IKK weiter geführt werden soll, so:

" ............. 
hat die Beklagte nunmehr den, dem Gericht  bereits vorgelegten Widerspruchsbescheid vom 06.06.2017 erlassen. Dieser ist bereits aus formalen Gründen anfechtbar.
Gemäß § 36 a SGB IV kann die Beklagte qua Satzung den Erlass von Widerspruchsbescheiden besonderen Ausschüssen übertragen.  Aus § 36 a II SGB IV geht hervor, dass diese Satzung die Zusammensetzung dieser Ausschüsse sowie die Bestellung deren Mitglieder zu regeln.
Aus § 194 I Ziff 10 ergibt sich, dass die Beklagte durch eine Satzung die Zusammensetzung sowie den Sitz der Widerspruchsstelle  sowie die Art der Bekanntmachung festlegen kann.



Anhand der hierzu veröffentlichten Information der Beklagten, ergibt sich, dass die Widerspruchausschüsse nach Maßgabe der der Vorschriften des SGB gebildet werden und deren Besetzung aus jeweils zwei Vertretern der Versicherten und der Arbeitgeber bestehen.

Aus der vorlegten Widerspruchsentscheidung ergibt sich, dass lediglich drei Ausschussmitglieder an der angefochtenen Entscheidung mitgewirkt haben und zudem das Gremium nicht paritätisch besetzt war, da lediglich ein Vertreter der Arbeitnehmerseite dem Spruchkörper angehört hat.

............. "


Parität heißt auch bei der IKK Sachsen Gleichheit vor dem Feind, auch wenn dieser in der vermeintlich unterlegenen Position sich zu befinden scheint. Doch: Nicht überall, wo Wissen auf dem Papier zu stehen hat, ist Wissen in dem Schädel des entsprechenden Verfassers enthalten.

Mal so ganz am Rande: Der wohl längst verstorbene Richter am Landessozialgericht Bremen Schrader war Wissender, denn sein Papier gab den Gesetzeswortlaut wieder. 
In Anlehnung an einen zutreffenden Sponti - Spruch, der da lautet: " Wissen ist Macht. Nichts wissen, macht nichts! ", könnte es hier heißen:
" Unwissen macht Macht, wenn Wissen nichts macht! "

In diesem Sinne:

" The Movements " mit " In The Footsteeps Of Gagarin " :



Montag, 26. Juni 2017

Grünzeug sucht Blaumann mit braunem Hemd.





Als ich vor mehr als 45 Jahren meinen Wehrdienst, besser wäre der Ausdruck Kriegsdienst gewesen,in dem Kaff Munster / Örtze antrat, wurde mir in der Folgezeit mein Handeln und Denken nahezu mundgerecht von den vielen Vorgesetzten serviert. Das Leben innerhalb der Kaserne war deshalb einfach strukturiert: Wecken, Waschen, Anziehen, Frühstück, Antreten, Dienst.

Inzwischen soll sich seit damals, als versucht wurde, den Soldaten als Staatsbürger in Uniform zu verkaufen, so Einiges verändert haben.  Da die Gesellschaft zwar älter und vielfältiger, aber dadurch auch blöder geworden ist, färbt diese Entwicklung natürlich auf die Bundeswehr ab. Aus dem gewollten Staatsbürger in Uniform, der - so sollte mit dieser Kampagne dem Außenstehenden suggeriert werden - ist nie ein solcher geworden. Im Gegenteil: Die jüngsten Vorfälle in der von Verteidigungsministerin van der Leyen geführten Truppe, zeigen deutlich, dass der Barras ein Demokratiedefizit zu haben scheint.

Der Imageschaden hält sich indes in Grenzen, weil die Bundeswehr bereits vor dem Aufdecken der braunen Brut innerhalb der Kasernen, ein erhebliches Darstellungsproblem hatte. Da machen solche Vorfälle, wie der des Rechtsradikalen Franco A. den berühmten Kohl auch nicht fett.

Was gegen den miesen Ruf hilft, sind nach Auffassung der Ursula van der Leyen, eine Werbekampagne, die dabei helfen soll, vernünftiges Personal zu verpflichten. Doch, dieses ist leichter gesagt als getan. Van der Leyen machte zunächst einige Millionen aus dem Etat des Ministeriums locker und ließ kreative Sprücheklopfer statt ihrer normierten Befehlsempfänger an der Umsetzung ihres Plans wirken.

Die Chaoten aus der der Welt des Lügens, Betrügens und Dauer - Verarschens fanden dann genügend Worthülsen, die sie tausendfach auf Hochglanz - Werbeplakate drucken und verteilen ließen. Die Aktion der Uschi aus Berlin kam indes nicht gerade gut an. Von Geldverschwendung bis hin zu Spott und Hohn war das mediale Echo zu der Kampagne.

Da las ich doch heute, so ganz nebenbei auf einem Bundeswehr - Plakat, dass an einer dieser standardisierten Glashäuschen der DVB, angebracht war, den Slogan: " Grünzeug sucht Blaumann ( m/w ) ... "
Mal ganz ehrlich, was für eine hanebüchener Schwachsinn. Wer soll sich daraufhin beim Bund melden. Wer interessiert sich dafür. Wen soll dieses Plakat denn eigentlich ansprechen?

So verhohnepipeln denn die Barras - Kritiker, die sinnfreie Werbeaktion unserer, aller Uschi aus Berlin, so:


Seit dem 1. April 1972, dem Tag meines Dienstantritts beim Bund, hat sich die Welt völlig verändert. Sie ist damit aber kein Deut besser geworden. Dennoch fragt sich der Alt - Gediente aus der Zeit des Kalten Krieges: Wofür braucht das Land diesen Chaoten - Haufen mit braunem Anstrich?

Gut´s Nächtle mit:

" Space Invaders " und "  Two Skulls " - Album: Dreadnought " 2015:

  



Sonntag, 25. Juni 2017

Der Essigbaum






Es dürfte schon einige Jahre her sein, als wir in dem Garten ein kleines Pflänzchen einsetzen, dass gemein hin unter dem Namen Essigbaum oder auch Hirschkolbensumach lateinische Bezeichnung (Rhus typhina L.; Syn.: Rhus hirta (L.) Sudw. bekannt ist. Dieses eher unscheinbare Gewächs zeigte im Folgejahr noch keine besonderen Auffälligkeiten. Es wuchs zwar relativ schnell, aber war ansonsten eher unscheinbar.

Einige Zeit später entpuppte sich der Essigbaum als wahrer Okkupant. Aus einer Pflanze wurden plötzlich mehrere, die wiederum unzählige Triebe aus dem Boden hervor sprießen ließen. Eine Invasion von Essigbäumen schien den Garten befallen zu wollen. Dabei rasierte ich dem Aggressoren ständig zirka 2 bis 3 Meter ihrer Äste ab. Oft sahen sie so aus, wie ein glatt rasierter Schädel eines Machos aus der Fraktion der vorzeitig Haarlosen.

Auch in diesem Jahr überrollen die drei verbliebenen Hauptbäume mit einer Unzahl an Trieben, die bis zu 12 Metern von dem Hauptstamm aus dem Boden schießen.

Eigentlich stammt das Gewächs aus Nordamerika und Kanada. Uneigentlich scheint es ihm in Preußen, dem Freistaat Sachsen oder auch im unserem Garten wohl offensichtlich sehr gut zu gehen. Er verursacht durch seinen Wildwuchs natürlich ein wenig Arbeit. Die bereits in einigen Wochen mannshohen Ableger kappe ich regelmäßig mit einer Astschere. Trotzdem verbreitet er sich wie Unkraut. Nur: Er entwickelt im Sommer ein, vor zu viel Sonneneneinwirkung schützendes Dach, später, nämlich im Herbst, blutrote Dolden und verfärbt sich am Oktober bis November, wie der Ahorn im Indian Sommer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Essigbaum

Da überlegten wir doch kürzlich, ob der intensive Wuchs unseres Bambus mittels Rhizomsperre unterbunden werden soll. Dabei kommt der wahre Feind aus dem angeblichen Freundesland den USA und nicht aus Japan oder China.

Wie es häufiger im Leben sein kann: Der Mensch irrt sich, dann und wann.

Gut´s Nächtle mit " 35007 " und " Tsunami " :



und " Amon Düül II " mit " Lucifer´s Gilham " , 1969 - Album -"  Phallus Dei "


Die Spinne in der Dusche - The Spider In The Shower





Der Fluch, der auf einem alten Haus lasten könnte, ist nicht darin zu sehen, dass es darin spukt, wodurch sich einstige Bewohnern in Gestalt von Geistern bemerkbar machen, sondern, wohl eher darin, dass es ungebetenen, sechsbeinigen Gästen ständig Unterschlupf bietet.

Als ich vorgestern der Dusche im Badezimmer mit dem üblichen Waffenarsenal, bestehend aus " biologischer ? " Scheuermilch, einem Schwamm, einen ausrangierten Haushaltstuch und lauwarmen Wasser zu Leibe rücken wollte, krabbelte eine Spinne auf dem Duschwannenboden umher. Vergeblich und verzweifelt versuchte sie, die ca.10 Zentimeter hohe Stahl - Email - Umrandung zu erklimmen, um sodann das Weite zu suchen. Obwohl sie Dutzende Versuche startete, glitt sie ständig wieder ab und rutschte auf den Boden der Tatsachen zurück.
Es sah so aus, als habe Luis Trenker, wie einst mit ungeeigneter Ausrüstung, die Eiger - Nordwand zu bezwingen versucht.

Ich brach mein Reinigungsvorhaben ab und widmetet mich an häuslichen Pflichten, in der Hoffnung, der ungeliebte und ungebetene Sechsbeiner würde es irgendwie doch noch schaffen.
Nach einiger Zeit sah ich wieder in die Dusche und entdeckte die Spinne. wohl völlig erschöpft, zusammen gekauert in der linken Ecke der Duschwanne. Sie hatte ihre Rettungsversuch aufgegeben. Sie resignierte vermutlich, weil sie wahrscheinlich auch keine Kraft für erneute Besteigungsversuche besaß. Es sah wie eine Art Todeskampf aus, den das - immer noch sehr nützliche Tier - zu führen schien. Einen Kampf, den es nicht würde gewinnen können, weil der Duschwannenrand so glatt, wie eine Eisfläche war. Die in etwa nur 2 bis 3 Zentimeter große Spinne bewegte sich zuvor in dem 25 Mal so großen Areal, wie ein gefangener Tiger im Käfig. Es gab eben keine Fluchtmöglichkeit. Nur einige Meter weiter wartete die Freiheit. Bei einem offenen Badezimmerfenster, hätte das Tier sehr schnell und ohne Schwierigkeiten, die Wand hoch klettern können, wäre über den Fensterrahmen, dann innerhalb von ein bis zwei Minuten nach draußen gelangt. In der Duschwanne indes gab es keinen Weg in die Freiheit.

Deshalb drohte der Spinne in der Dusche der sichere Tod. Wenn nicht durch Verhungern, dann zu mindestens, von meinem wild geführten Putzlappen zerquetscht, vom Wasser in den Siphon gespült oder von dort aus den Ertrinkungstod erleidend, in das Abflusssystem weg gespült zu werden, hatte sie sich ihrem Schicksal ergeben.  Rene Never Plü?

Ich betrachtete die arme, dem Tode geweihte Kreatur und erinnerte mich an eine Episode aus dem gemeinsamen Urlaub in St. Georgen ob Murau, der wunderschönen Steiermark, an einem Junitag. Meine bessere Hälfte entdeckte bei dem Duschgang in dem unteren Badezimmer einen schwarzen Sechsbeiner. Nun, die erste Reaktion war die, dass sie - nur leicht bekleidet - meine männlich - heroische Unterstützung bei der Vernichtung des entdeckten Getiers einforderte - und zwar so lautstark, dass es auch unsere älteste Enkeltochter mitbekam.

Nachdem ich die Duschwand von dem Eindringling mittels Massagestrahl aus der Handbrause gesäubert hatte, konnte meine bessere Hälfte ihre Körperreinigung fort setzen.

Doch schon am nächsten Tag zeigte sich der renitente Eindringling wieder. Ich berichtete sogleich von meiner Entdeckung, was unter den vier weiblichen Miturlaubern, blankes Entsetzen verursachte. Eine Spinne im Bad? Nein, dass ist ekelig. Pfui, Spinne, eben!

Ich knetet ein Handtuch, öffnete die Duschwandtür und zielte, wie einst Uli Hoeneß im EM - Finale von 1976 gegen die Tschechoslowakei beim Elfmeterschießen. Der Schlag gegend as Untier ging daneben. Also, es folgte ein zweiter Versuch, den Hoeneß einst nicht bekam. " Krawumm ", der Hieb mit dem zur Wurst zusammen gedrückten Handtuch saß. Volltreffer! Das 5 bis 6 Zentimeter große Dusch - Monster flog auf den Duschwannenboden. Von dort aus entsorgte ich den Kadaver mittel eines Stück Toilettenpapiers in das Klo. Das war´s!

Einen Tag später, die " Riesenspinne " war eigentlich kein Thema mehr, fragte mich unsere höchst besorgte Enkeltochter, groß, in einem lupenreinen Englisch mit irischer Akzentuierung, als sie das Bad betreten wollte:
" Is there the spider in the shower? "

Ich konnte sie vor ihren Gang beruhigen und antwortet: " No! "

Nun hockte mein aktuelles Problem immer noch in der emaillierten Duschwanne. Ich überlegte nur kurz, ob ich mich dieses Problems durch Aussitzen - so, wie einst der Über - Knazler Kohl es zu handhaben pflegte - entledige; ob ich die Rambo - Brutalo - Methode mit dem Wischtusch anwende oder, ob ich den Lebensretter mime und der Spinne mittels Krabbelhilfe, die Freiheit schenkte? Der " Gutmensch " in mir entschied sich für die letzte Variante.

Ich nahm ein Blatt des drei-lagigen Toilettenpapiers, hielt es der Spinne vor die winzigen Beine und ließ sie auf den rauhen Untergrund krabbeln. Dann zog ich das Blatt Papier hoch, schritt zu dem offenen Fenster und wollte das Untier, die Bestie, das sechsbeinige Grauen, nach außen bugsieren. Das Tier hatte sich jedoch inzwischen erholt und schoss in Windeseile über das weiße Papier, kurvte erneut unten herum, nachdem ich ihre Absicht erkannt hatte und das Blatt drehte, krabbelte an meinem Handrücken bis zu meinem Oberarm und wollte sich in Richtung Schulterbewegen, ehe ich mit Hilfe des Papiers, den Flüchtling wieder einholen konnte.
Ich wedelte mit dem Blatt herum und ließ den ungebetenen Gast so nach draußen auf die Terrasse, in die Freiheit fallen.

Jetzt konnte ich meinem Putzfimmel wieder in aller Seelenruhe, ohne störende Spinnenanwesenheit fort setzen.
Es war keine Spinne mehr in der Dusche - " Free Spider ", eben!


" Lucifer´s Freind " und " Mary´s Breakdown " - 1974:







Samstag, 24. Juni 2017

Das Nordkapp und die Sommersonnenwende, ein Genuss bei 7 Grad Plus.



Nun ist der längste Tag 2017 bereits wieder Geschichte. Aber, der Sommer dürfte noch lang werden, denn die wirklichen Ferientage sollten ja noch auf uns Mitteleuropäer zukommen. Die Sommerferien sind zudem erst in einigen Bundesländern angelaufen. Auch wenn wir bereits in dieser vorletzten Juniwoche einige heiße Tage und tropische Nächte auf die ermatteten Glieder gedrückt bekamen, sollten wir uns über das Wetter im mittleren Monat des Jahres nicht beschweren. Schließlich hätte es auch durch Regen, Wind und kühlen Temperaturen unangenehmer ausfallen können. Und wer jetzt in die Ferien absaust, dürfte auch in den heimischen Gefilden weitestgehend richtiges Urlaubswetter bekommen. Da freut sich jeder Tourist, Urlauber und Besucher anderer Länder und Regionen.

Doch es gibt eine Spezies, die sind hiervon weitestgehend unabhängig. Es sind die Massen an Caravanisten, die mit ihren rollenden Eigenheimen oder zumindest Wohnzimmern sich längst auf den Weg in den Süden, den Westen oder vielfach auf den Hohen Norden gemacht haben. Da natürlich auch, um am 21. Juni des Jahres den längsten Tag live und in blutroten - sonnengelben Farben am nördlichsten, erreichbaren Punkt Europas, am Nordkapp zu erleben.

Längst ist diese mit 3.500 bis 2.700 Kilometern zu absolvierende Route zum beliebten Reiseunternehmen jener Mitglieder der so genannten weißen Flotte geworden. Ab Mai / Juni eines jeden Jahres starten Massen mit ihren komfortablen Gefährten auf vier Rädern in Richtung Norddeutschland, Dänemark, Schweden oder Finnland, wo sie mit einer den vielen Fähren übersetzen können. Den Umweg von Kopenhagen nach Malmö über die interessante Öresundbrücke werden sich wohl viele Urlauber eher nicht antun wollen.

Deshalb sind die Fährverbindungen immer noch nahezu alternativlos. Billig ist eine solche Anreise, der weitere Aufenthalt in den skandinavischen Ländern danach und schließlich der Besuch des Nordkapp natürlich nicht. Wer aber solche Strecken in Kauf nimmt, um relativ autark das Plateau dort besuchen zu können, der scheut sich wohl auch nicht, die 270 NKr pro Person, einschließlich Parkmöglichkeiten, zu berappen.

Doch neben dem kommerziell ausgerichteten Aufenthalt auf diesem, ansonsten beinahe kargen Felsen, gibt es eine weitere, dann aber nicht beeinflussbare Komponente, die einem das Abenteuer Norwegen bis zum Kapp vermiesen könnte. Sie nennt sich Wetter, ist auch im Hochsommer nahezu unberechenbar und zwingt den Besucher auf jeden Fall, auch bei Sommerwetter daheim, hier warme und regenfeste Kleidung mit zu nehmen. Wer sie vergisst, der wird sein zugiges Wunder erleben.

Weil ein norddeutscher Nordland - Fan sich auch im Sommer über das Wetter am nördlichen Zipfel des Kontinents informieren kann, klickte ich einfach auf die entsprechenden Seiten des Web - Cam - Betreibers an und bekam dort die Wetternachrichten eingeblendet. Nun, ja, 7 Grad Plus bei Nieselregen sind nicht gerade der Quell aller touristischen Freuden. Da darf denn schon die Regenjacke, eine lange Hose mit Baumwollstrümpfen und ein zünftiger Pullover die empfohlene Bekleidung für die vielen grauhaarigen Besucher des Nordkapp - Plateaus sein. Sonst holt sich der schon betagte Traveller noch einen Schnupfen. Und von einem farbenfrohen Lichtspiel der Sonne war weit und breit nichts zu sehen. Graue Wände waren rundherum zu sehen. Und dafür einige Tausend Kilometer auf sich zu nehmen? Na, ob sich das gelohnt hat, nur um den Daheimgebliebenen erzählen zu können, dass man da war. Oben, am Nordkapp.




In diesem, nordischen kühlem Sinne: Gut´s Nächtle mit:

" Secret Saucer " und " Lift Off Live ":




und 

" Long Distance Calling " - " Aurora Playthrough ":



Freitag, 23. Juni 2017

Helmut, Boris, Gunter - Neue Helden braucht das Land!


Die Sache mit dem Tod des einstigen Bundeskanzlers aller Deutschen, Dr. Helmut Kohl, füllt nun seit einigen Tagen die Gazetten und Nachrichtenblöcke. Nu, gib endlich a´ruah, Maike. und lasse die beiden Söhne in das Haus ihres Vaters. Eine unwürdige Soap auf provinziellen Niveau schien sich nach dem Ableben des selbst ernannten Einheitskanzlers abzuspielen. Seine letzte Frau, Maike Richter - Kohl, erteilte dem ältesten Sohn des Bimbes - Kanzlers Hausverbot. Das ist starker Tobak. Aber der Kanzler aller Deutschen hat es schon zu Lebzeiten, weder mit der Wahrheit, noch mit dem gepflegten Umgang seiner politischen Kontrahenten genau genommen.
Erst soll er sich darüber beklagt haben, dass ihn seine spätere Nachfolgerin Merkel, in der Partei ausgebootet haben soll, dann wollte er auch noch mit dem SPDler Frank - Walter Steinmeier ein Hühnchen rupfen. Der soll nämlich nicht ans einem Grab reden, weil, der " is a Soz " und die sind alle male schlecht und zudem Vaterlandsverräter ( das haben auch die Nazis und andere Vasallen feststellen wollen ).

Nun flogen also nochmal die Fetzen vor dem Hause Kohl, denn da zog präventiv die Polizei auf, um den Zugang von Walter Kohl, dem ältesten Sohn von Helmut dem Einheitskanzler, zu verhindern.
Jo, mei, is denn scho wida Weihnachten?

Peinlich ist diese Provinzposse alle Male und, dass die Maike nicht ganz rund läuft, dürfte wohl unbestritten sein.

Dann erhellte eine Nachricht die sonst dunkle Nacht der schlechten Nachrichten aus dieser, unserer Welt: Boris Becker ist pleite. Er hat vor einem Londoner Gericht einen Privatinsolvenzantrag gestellt. Schon vor geraumer Zeit pfiffen die Spatzen diese Vermutung von den vielen Dächern. Der arme Boris, der vormals - angeblich - mehr als 25 Millionen Dollar an Preisgelder eingespielt haben soll, ist jetzt ein armer Schlucker?

Damit steht aber auch fest, dass der einstige Tennis - Star weder mit Geld umgehen kann, noch mit dem weiblichen Geschlecht und schon gar nicht mit seinem eigenen Leben. Junge, Boris, wie tief bist du gefallen?

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/boris-becker-und-die-pleite-kann-man-mit-800-000-euro-im-jahr-leben/19967690.html

Okay, das ganze Leben ist ein Spiel, oder, wie es Goethe sagte:

Geh! gehorche meinen Winken,
Nutze deine jungen Tage,
Lerne zeitig klüger sein:
Auf des Glückes großer Wage
Steht die Zunge selten ein;
Du mußt steigen oder sinken,
Du mußt herrschen und gewinnen,
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboß oder Hammer sein.

Doch, dem " Bobele " hat keiner den richtigen Wink gegeben. Deshalb trieb er unaufhaltsam in sein Elend, die Pleite, den Bankrott.
Sollte es nach unserem Tod ein weiteres, ein zweites Leben geben, Becker würde bestimmt wieder Tennis - Star werden wollen. dann aber bei seiner Barbara bleiben, denn die ist intelligenter als er.

Dieses Attribut kann sich ein Sänger und Pausen - Clown mit dem Namen Gunter Gabriel nun wahrlich nicht an sein Revers heften. Der Gunter, er verstarb am Donnerstag, nicht etwa auf der großen Bühne, nicht auf einem Wohltätigkeits - Ball, auf dem Schwachköpfe versuchen ihr schlechtes Gewissen, dass sie durch systematischen Steuerbetrug erhalten haben, durch kleinere Geldbeträge zu erleichtern, und auch nicht in den Armen einer schönen Frau, nein, er verstarb am 22. 06. 2017 an den Folgen eines Treppensturzes, bei dem er sich drei Nackenwirbel brach, ( https://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Gabriel ) in Hannover.

Es ist kein Großer von uns gegangen, aber einer aus dem großen Bevölkerungsteil der Mühsam und Beladenen. Gabriel war vier Mal verheiratet, zeugte vier Kinder und kann auf drei Enkelkinder verweisen.

Immerhin, damit ist ein kleiner Beitrag zum Fortbestand der gesamtdeutschen Leitkultur erfüllt worden.

Die drei Helden von damals, sie waren zu ihrer Zeit eine feste Größe der Klatsch - und Tratsch - Spalten in den ungezählten Latrinen - Printmedien. Nun, dürfen sie sich im Olymp der Namenlosen einstellen. Bald wird keiner Mensch mehr über sie berichten.
Deshalb braucht dieses Land eben auch neue Helden, solche, wie Becker, Spassvögel, wie Gabriel und Lügner, wie Kohl, denn die Menschheit muss weiter existieren.

Gut´s Nächtle mit " Secret Saucers " und " Light Years Away " - 2007:



Koi Amma - Heisle im Grünen


Das Bundesland Baden - Württemberg ist ja bekanntlich aus verschiedenen Ländern, nämlich Württemberg - Baden, Baden sowie Württemberg - Hohenzollern.
Die kreisfreie Stadt Freiburg im Breisgau zählte deshalb vor 1952 zu der Landeshauptstadt Badens. Dieses Freiburg, im badischen gelegen, ist wirklich schnuckelig. Ein wunderbarer Altstadtkern ziert die 227.000 Einwohner zählende Metropole an der Dreisam. Zudem gibt es eine sehr beliebte Universität dort. Es wird seit einigen Jahren auch wieder Erstliga - Fußball mit dem Freiburger SC gespielt und auch sonst könnte Vieles in Butter sein, wären dort nicht die pseudo - ökologisch angehauchten Dogmatiker, nicht nur in der Politik und in einigen einflussreichen Gremien sowie Organisationen am Werke, sondern Landwirte, die bei einem möglichen Kauf von jetzigen " Grünflächen " zu einem Preis von 15 Euro je Quadratmeter durch die Stadt Freiburg nicht mitspielen möchten.

Es geht aktuell um eine Planung von 5.000 Neubauwohnungen für etwa 12.000 Personen, die auf der so genannten " Grünen Wiese " im Freiburger Ortsteil Dietenbach entstehen könnten.

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/offensive-fuer-einen-neuen-stadtteil--58841285.html

So wehren sich denn einige Freiburger Landeigentümer gegen das Vorhaben, noch ehe dieses selbst überhaupt in die Planungsphase eingestellt wird.


http://www.badische-zeitung.de/leserbriefe-freiburg/liebe-stadtraete-bitte-aufwachen-und-nochmals-genau-und-ehrlich-die-berechnungen-durchgehen--128394922.html

Tja, da stellt sich natürlich die Frage, ob es andere Lösungsmöglichkeiten für das tatsächlich vorhandene Problem der Wohnungsknappheit in der Stadt gibt? Die Stadt verzeichnet an ihrer Peripherie eine große Zahl an Freiflächen, denn sie liegt ja nun wahrlich nicht in einem Ballungszentrum. Da dürfte doch eine andere Lösung, als die bisher Diskutierte, umsetzbar sein?
Doch, vielleicht ist dieses ja gar nicht gewollt, denn eine Vermischung von Armen mit Gutsituierten ist eher nicht gewollt. Auch in Freiburg wohnen " Arme Schlucker " und nicht gerade wenige. Doch die entstandene Gentrifizierung nimmt wohl offensichtlich kaum ein Politiker zur Kenntnis. Und das gilt auch für die Partei " Bündnis 90 / Die Grünen ", deren Wähler sich hier eher aus der gut verdienenden Mittelschicht rekrutieren. Die haben mit Sozialwohnungen eher nichts am Hut. Warum auch? Wohnen sie selbst doch in bürgerlichen Wohngegenden, mit ökologischen Konzepten, Bioläden en masse und Elektroauto - Tankstellen um die Ecke, die eigenen Schulen, Kindergärten, Horte und sozialen Einrichtungen einen Steinwurf entfernt liegend. Da sind Sozialwohnungen denn eher ein Übel, zumal deren Bewohnern nicht die gleichen Lebensauffassungen vertreten und von Mülltrennung, ökologischem Gedankengut und biologischer, belastungsfreier Ernährung nicht viel im Sinn haben. Deshalb gilt auch hier:

Koi Amma - Heisle im Grünen und schon gar nicht vor der eigenen Haustüre -

Haschd du verschdanda?



oder, wie wir Lateiner es gerne sagen: 

Felix qui potuit rerum cognoscere causas


Quantum - Fantay - Autumn Landscape :




"
Q




Horror pur



Das Genre des " Horror - Films " kann mir - auch mit zwei zugedrückten Augen, hoch geklappten Fußnägeln und auf toupierten, weiß - grauen Haaren - nicht sehr viel abgewinnen. Nicht, dass ich mir nicht - insbesondere die alten Schinken, die Klassiker aus dieser Sparte - oft oder öfters angesehen hätte, nein, ganz im Gegenteil. Auch bei der alten Tante ARD, respektive deren Lokalkanal N3, liefen knapp nach 22.30 Uhr, für einige, wenige Jahre, interessante Werke, die schon ein wenig gruselig daher kamen. Aber: Ich habe sie eher zur Kenntnis genommen, denn die SciFi - Klamotten, wie " Kampfstern Galactica ", " Raumschiff Enterprise " oder - noch betagter - " Raumpatrouille " waren da schon eher mein Ding.

Gut, ja, gut, ich sach´ma´, ich glaube, jedes Ding hat seine Zeit und jeder Film damit auch.

Da las ich - eher zufällig - auf der Internetpräsenz - des TV - Programm - Vorfühl - und Selektionsorgans, der " tv Spielfilm ", in einer Rubrik, die reißerisch, " Die besten Horror - Filme aller Zeiten " betitelt ist, dass es doch tatsgewiss 100 und mehr jener Schinken aus dem Ketchup - Genre geben soll, die den Anspruch von guter Unterhaltung erfüllen würden.
Hmmmmmmh, realy?

Aus dem Stegreif würden mir vielleicht eine Hand voll einfallen. " Die Vögel ", Psycho ", " Das Omen ", Dracula ", " Nosferatu "....
Aber diese Klassiker sind hier nur zum Teil aufgelistet. Es geht um andere Machwerke, die ich nicht gesehen habe.

So habe ich mir dann doch, gestern, an dem vermeintlich - bislang - heißesten Tag des Jahres, ein ärmelloses Shirt, kurze Jeanshose und keine Socken tragend, bei einem Pott heißen " Ostfriesen - Tee ", die Mühe gemacht, die " tv Spielfilm " - Seite und jene offerierte Rubrik, ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen.

Tja, interessant, sind sie schon, diese vielen Trailer zu den, in aller Kürze, beschriebenen Filmen - die ich - wie gesagt - zumeist nie gesehen habe.

Da schaute ich mir den Mini - Zusammenschnitt des Werks " Hostel " aus dem Jahr 2006 an.
Hier ist vermerkt:

Drei Rucksacktouristen landen in der Folterhölle. Horrorschocker von Eli Roth.
Für drei ewig geile Backpacker (u. a. Jay Hernandez) wird eine Jugendherberge in der Slowakei zur Endstation vor der Hölle. Von hier aus werden sie in eine Folterfabrik verschleppt, in der reiche Geschäftsleute ihre sadistischen Fantasien mit Bohrmaschinen, Schweißgeräten und anderen Heimwerkzeugen ausleben… Eli Roth schuf einen abgründigen Schocker, der nichts für Sensible ist.  

Aha, der Handlungsort soll irgendwo in der - ansonsten sehr schönen - Slowakei liegen. Es muss ja nicht immer Transsylvanien, die Ödnis eines der namenlosen US - amerikanischen Flächenstaaten oder der Mars sein, in dem eine menschliche Bestie ihr Unwesen treibt. Auch das Leiden der illegal in Guantanamo von den Yankees fest gesetzten, angeblichen IS - oder sowieso Islamisten, die Behandlung beim Zahnarzt in den 1960er Jahren oder andere Perverse, Massenmörder, Kriegsverbrecher aus der Neuzeit, ist gar nichts gegen die Folterpraktiken in diesem Streifen.
Dass der, wohl an einer Geisteskrankheit zwischen Schizophrenie, pathologischer Transsexualität und posttraumatischer Belastungsstörungen, leidende Folterknecht sich ordentlich an den Körpern anderer Menschen austoben darf, ist so neu nicht. Dennoch in dieser Intensität, eher ungewöhnlich. Im Übrigen lässt dabei auch der westdeutsche Triebtäter Jürgen Bartsch herzlichst aus dem Jenseits  grüßen. Und: Schleichwerbung für die " Metabo " - Schlagbohrmaschine, stufenlos regulierbar, das chirurgische Qualitätswerkzeug aus dem Hause " Dräger " sowie rollbare, mechanische Krankenhausbetten aus den Häusern Arnold, Völker oder Wissner pp wird dabei auch gemacht. Nun, gut, wer´s braucht?


Der weitere Beitrag, den ich mir etwas näher angesehen hatte, nennt sich " I Spit On Your Grave ". Hierzu wird ausgeführt:

https://de.wikipedia.org/wiki/I_Spit_on_Your_Grave


Wörtlich übersetzt heißt der Streifen " Ich spucke ( vulgär auch rotze ) auf dein Grab. Der fortwährende Kampf der Geschlechter, vermischt mit sexueller Gewalt und späteren Rachegelüsten, ist als Handlung eines Films, so alt, wie die ältesten Häuser von Beverly Hills. Dass aus dem Stoff der Sex - Fantasien prä - pubertierender Kleinstadt - Machos und Westentaschen - Rambos mit einem - möglicherweise - viel zu kurz geratenen Besten Stück, nun gleich eine Trilogie abgekupfert und auf den sehr schnelllebigen Markt geworfen wird, macht den alten Wein in neuen Schläuchen nicht besser. Immerhin sind die ab 2010 produzierten Filme von bester technischer Qualität. Aber, der Grundsatz bleibt - rein menschlich betrachtet - ein uralter " Rache ist Blutwurst " und im " Horror " - Genre dann eben " Heinz " - Ketchup.

Der dritte im Bunde des cineastischen Auswurfs niederer Beweggründe, die der menschlichen Rasse immanent sind, nennt sich schlicht " The Others " und stammt aus dem Jahr 2001. Da die USA auch auf dem Gebiet der pervertierten Fleischbeschau zielführend sind, wurde das Werk auch dort produziert.
Der zum " Hollywood " - Star hoch stilisierte Frauenkörper mit dem Namen Nicole Kidman schlurft hier durch die Handlungen, als gebe es kein Gestern und auch niemals ein Morgen. Mal ehrlich, wie tief muss ein Mensch gesunken sein, um sich den mehrfach durch gekauten und x-mal ausgekotzten Handlungsbrei immer und immer wieder anzusehen?  
Spuk - Häuser gab es bereits in England, Schottland und anderen Ländern mit begrenztem Zugang zur aufgeklärten Zivilisation seit dem Mittelalter. Geister betrieben ihre Arbeiten deshalb in allen Behausungen von unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. So, auch hier. Das Untote auch in den Hirnen dieser Filmemacher herum trollen, ständig auf der Suche nach neuem, noch nicht oder weniger bekannten Zündstoff, mit dem sich Zaster machen lässt, ist bekannt.  Und der dreidimensionale Klang von Kinder, Geistern und Schlössern, ließen deshalb die Gebrüder Grimm auf Wanderschaft gehen, um ihre Märchen nieder zu schreiben.
Der gute Geist in Gestalt einer Fee, Zauberin oder einer sonstigen, höheren Macht, kann sich auch in den bösartigen eine Hexe, Stiefmutter oder einer missratenen Schwester umwandeln lassen und auf Erden austoben. Knarrende Eichendielen, zerberstende Einfach - Verglasung in knarzenden Fenstern, Geräusch aus dem Kamin, heulende Wölfe in einem Waldstück oder tanzende Fledermäuse zu Mitternacht, sind allesamt Standardbeiwerk für einen Horror - Streifen im Aldi - Format mit Einschlafgarantie. So auch hier:  


Wo viel Schatten, da aber auch Licht:

http://www.theothers-derfilm.de


" Zone Six " - " Something´s Missing " - 2007:






http://www.tvspielfilm.de/news-und-specials/interviewsundstories/die-besten-horrorfilme-aller-zeiten,8924190,ApplicationArticle.html

Donnerstag, 22. Juni 2017

Der große Europäer und seine Rachegelüste.



Wenn ein Mensch in den christlich geprägten Ländern dieser Erde das Zeitliche segnet, wird ihm - in aller Regel - ein Begräbnis zu teil werden, dessen Zeremonie, er - bestenfalls bereits zu Lebzeiten qua letztwilliger Verfügung  - geregelt hat. Ist diese nicht vorhanden, nicht eindeutig oder steht in ihr hierzu gar nichts, werden die Nachkommen auf den Plan gerufen. Diese dürfen sich dann mit der Frage des Begräbnisses auseinander setzen. Nicht immer läuft das Prozedere harmonisch ab.

Neben den Verteilungskämpfen rund um den Nachlass und sonstigen Kalamitäten, könnte der Sinn des Abschiedes von dem Verblichenen zu einem heftigen Hauen und Stechen, zu einem Grand Prix der Rechthaberei verkommen, wenn die Begräbnismodalitäten nicht rechtzeitig festgelegt worden sind.

Dieser Problemkreis trifft - wenn überhaupt - auf staatstragende Frauen und Männer, dieses, unseres, Landes nur bedingt zu. Sie erhalten als Bonus sogar ein Begräbnis mit einer üppigen Trauerfeier. Dort wird dann von den aktuellen Funktionsträgern eine Lobhudelei veranstaltet, die schnell vergessen lassen könnte, das der Verstorbene einst nie unumstritten war; die Politik oft auf Ablehnung stieß und auch sonstige kleinere und größere Halunkenstücke mit der Person des Dahingeschiedenen verbunden sind.


Da las ich vor einigen Tagen, dass sich die führenden Politiker unserer schönen Landeshauptstadt, ernsthaft Gedanken machen würden, den kürzlich verstorbenen Ex - Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl zum Ehrenbürger ernennen zu wollen ( Vgl. hierzu u.a.:  https://www.sz-online.de/nachrichten/wird-helmut-kohl-ehrenbuerger-3708080.html ).

Sagt mal, geht´s noch?

 Kohl wird zudem kein übliches Staatsbegräbnis in Berlin bekommen. Nein, ihn werden wahrscheinlich höhere Weihen zuteil. Er wird als herausragender Europäer, demnach auch einen EU - Trauerakt erhalten. Schließlich hat er sich vormals nicht nur für die Deutsche Einheit eingesetzt, sondern auch darüber an dem Haus Europa herum gewerkelt.

Deshalb unkten denn einige, hiesige Tageszeitungen schon so:


"  Das Blatt ( gemeint ist die " BILD " - Zeitung - sic. ) zitiert einen Kohl-Vertrauten, der nicht nur begründet, warum es ein europäischer Trauerakt werden soll. Er liefert auch Gründe, warum es den für jeden Kanzler üblichen deutschen Staatsakt ausgerechnet für den Kanzler der Einheit nicht geben soll.
Von Verärgerung ist da die Rede, von Kohls Zorn über Berichte direkt nach Ende seiner Kanzlerschaft, Mitarbeiter von ihm hätten im Kanzleramt massenweise Akten zerstört. Tatsächlich hatte es von Rot-Grün harsche Kritik an den sogenannten "Bundeslöschtagen" gegeben. Rechtlich relevant belegt wurden die Vorwürfe aber nie. Und schließlich heißt es in der Zeitung auch noch, Kohls Witwe Meike Kohl-Richter habe Bedingungen für den Ablauf und die Gästeliste gestellt, die für die Organisation eines offiziellen deutschen Staatsaktes schwer umsetzbar gewesen wären.
Nun mag es sein, dass die Vorstellungen zwischen Familie und Staat auseinandergehen. Es mag sogar sein, dass es auch zwischen der Witwe und den Söhnen unterschiedliche Wünsche gibt. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass viele von Jean-Claude Junckers Idee überrascht wurden, alles in einem europäischen Trauerakt zu bündeln. Doch was jetzt geschieht - transportiert über eine in Kohl-Fragen besonders familiennahe Zeitung - ist merkwürdig, bedauerlich und unangemessen. Egal, von welcher Seite diese leisen Vergiftungen kommen, sie verhindern selbst jetzt eine Versöhnung. "

In der Online - Ausgabe der " Sächsische Zeitung " war heute zu lesen, dass die Leser hier über die Frage, ob Kohl Ehrenbürger dieser Stadt werden solle, abstimmen konnten. Mehrheitlich votierte zwar - ein kleines Häuflein von gerade mal 115 Beteiligten - dagegen, aber damit ist nichts über das mögliche Scheitern dieses Vorstoßes, der von den Schwarzen in dieser Stadt initiiert worden ist, ausgesagt. Fakt ist jedoch, dass Kohl nach seinem Ableben eine Person bleibt, die polarisiert, so, wie er es zu Lebzeiten durch sein eigenes Verhalten und politisches Handeln vorexerziert hat. Ein widersprüchlicher, machtbesessener, eigensüchtiger, oft mimosenhaft reagierender Mensch bleibt er somit auch nach und durch den Beisetzungsklamauk. 

Ein europäischer Deutscher oder deutscher Europäer verabschiedet sich nicht so, Herr Kohl!

" Poseidon " "White Room " - 1975 ( I ):


Hoi, ja, waren das noch Zeiten!