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Mittwoch, 31. Mai 2017

Herbstlied




Vor einigen Tagen hörte ich - eher zufällig - bei dem Nachrichtensender " MDR aktuell " in den Frühstunden, dass der Liedermacher und mehr Hans - Eckhardt Wenzel mit seinem 2016 erscheinen Album " Wenn wir warten " auf Reise gegangen ist.

In einem der dort veröffentlichten Stücke ( https://www.amazon.de/Wenn-wir-warten-Wenzel/dp/B01LYBQSGB/ref=as_li_ss_tl?s=music&ie=UTF8&qid=1480253668&sr=1-31&linkCode=ll1&tag=dezember2016-21&linkId=22d60916857c87ba165a9065256c9d2f ) stellt er fest:



„Überall die gleiche Scheiße/ Überall, an jedem Fleck/ Überall nur noch das Gleiche/ Überall, überall, überall derselbe Dreck“

Das trifft  für den Gesamtzustand der Welt und der Gesellschaft in diesem, unserem Lande, voll zu. Solche Lieder indes kommen kaum noch an. Schade.

Dafür hat er aber aber längst eine Vielzahl von wunderbaren Liedern eingespielt, die zum Teil so klingen, wie dieses " Herbstlied ":




Morgen ist bereits der 1. Juni, noch 20 Tage, dann dürfen wir den Sommer begrüßen, aber weitere 3 Monate darauf, auch den Herbst. Die Zeit rast an uns vorbei. Vielleicht sollte der Mensch dann, ab und an, einen Halt einlegen und sich darauf besinnen, dass es auch gute, deutschsprachige Musik gibt:





Wenn der schönste Tag im Leben zum Albtraum wird.


Es gibt nur zwei Zeitpunkte im Leben eines Menschen, die er selbst nicht beeinflussen kann. Das sind: seine Geburt und sein Tod. Alle anderen Ereignisse sind variabel, weil regelbar, manipulierbar und damit abänderbar.

So auch die Hochzeit, die vielleicht nach einer längeren oder auch - wohl aber eher selten - sehr kurzen Phase sich Sichkennenlernens, als Tüpfelchen auf dem I; als Schlusspunkt zu einem Findungsprozess, aufgesattelt wird.

Haben sich - mehrheitlich - Männlein und Weiblein dazu durchgerungen, den Bund der Ehe zu schließen, wird aus dieser Entscheidung eine kostspielige Zeremonie geformt. Häufig müssen dann Konsumentenkredite aufgenommen werden, um die exorbitant hohen Kosten der Hochzeit in Weiß, Tüll und mit viel Tränen, zu finanzieren.

Nach dem Gusto: Nicht kleckern, klotzen, wird bei der Auserwählten auch nicht am Outfit gespart. Hierzu zählt natürlich das traditionelle Brautkleid. Und was es da nicht so alles gibt? In jeder Konfektionsgröße von 34 bis 46 und mehr, bieten unzählige Verkäufer ihre Kleider für den ganz besonderen Tag, x - fach an. Da ist oft guter Rat teuer und schlechter sowieso.
Um die Übersicht nicht vollkommen zu verlieren, kann sich die Orientierungslose einer professionellen Hilfestellung bedienen. So, wie in den anderen Bereichen des Lebens auch, darf die Braut ihr Kleid in einem Fachgeschäft auswählen.
Ist das Kleid für diesen besonderen Anlass erst einmal ausgewählt und zudem anschließend bezahlt, schreibt es bereits eine eignen Geschichte, die von dem Paar, das es für das Ereignis bestimmt hat.

Doch es gibt auch eine andere Seite der Medaille, die andere Art von Geschichten rund um jenes besondere Bekleidungsstück. Es sind jene Abläufe, die dazu führen, dass das Brautkleid ungetragen von der Auserwählten in dem Schrank hängen bleibt, weil die Hochzeit nicht statt findet oder, weil die kirchliche Trauung abgesagt werden muss. Solche Fälle sind nicht selten, jedoch kommen sie in geringerer Anzahl vor, als vergleichsweise eine Ehescheidung / Trennung.

Wer quasi aufgrund eines solchen Umstandes aus der Lebenskurve heraus katapultiert wird, kann sehr schnell den Halt verlieren. In einigen Fällen aber dürfte eine abgesagte Hochzeit dann doch eher die logische Konsequenz aus einem ablaufenden Prozess, innerhalb dessen die Partner oder einer der Partner zu der Erkenntnis kommen: Es passt nicht.

Hiervon erzählt die kürzlich von " SPIEGEL TV " gezeigte Reportage mit dem Titel " Ein  ( Alb ) traum in Weiß ":
Das erworbene Brautkleid, das gekaufte Hochzeitskleid, wird dann - oft vielleicht wesentlich später - über einschlägige Internetportale angeboten.


http://www.spiegel.de/sptv/spiegeltv/gescheiterte-hochzeiten-ein-alb-traum-in-weiss-a-1149197.html



http://www.ebay.de/itm/Lilly-Hochzeitskleid-Gr-36-NEU-Ungetragen-/282483227237?hash=item41c54ffa65:g:voUAAOSwBOtY83cb

Das Leben ist doch kein Wunschkonzert, deshalb kann sich der Mensch einige schräge Töne leider nicht ersparen.

Bob Dylan mit seinem " Wedding Song ":



Dienstag, 30. Mai 2017

T.T.´s Abschuss - v.T. u. T.´s Abgesang und T.L.´s Aufstieg


Es pfiffen die Spatzen bereits vor Wochen eine Melodie von den Dächern, die da hieß: " Thomas Tuchel ist kein Borusse mehr!" Und, tatsächlich wurde der jute Thomas heute von seinem Trainerstuhl komplementiert und geht nun in die Arbeitslosigkeit. Statt seiner soll nun Lucian Favre das Zepter bei den Gelb - Schwarzen schwingen und zwar mit sofortiger Wirkung. Mal ganz ehrlich: Noch nie war in einem, sich im Vereinsumfeld kursierenden Gerücht, soviel Wahrheit enthalten.
Tuchel soll sich mit Watzke nicht mehr so gut verstanden haben. Das dürfte keine große Kunst sein. Denn der CDU - Fürst regiert beim BVB absolut. Als autokratischer Herrscher vertritt er die einst von Otto Rehhagel propagierte " demokratische Diktatur ".

Jetzt soll es also ein neuer Trainer richten. Was aber kann er so vollkommen anders machen? Den Fußball wird er auch in Dortmund nicht neu erfinden können. Und auch die Regeln für die kommenden Spiel auch nicht. Allenfalls den gepflegten Umgang mit den hoch bezahlen Angestellten wird Favre vielleicht verbessern. Ob das reicht, um wieder Meisterjäger Nummer Eins zu werden?

Einen Abschied der ganz besonderen Art durfte der Sportreporter Fritz von Thurn und Taxis bei dem Bezahlsender " sky " begangen haben. Er kommentierte dort nun sein letztes Spiel. Die bajuwarische Quasselstrippe, der Dampfplauderer mit FCB - Mitgliedausweis, das Urgestein der nichtssagenden Fußballreportage,
geht nun in Rente. Der Normal - Fan wird nicht nur drei Kreuze machen, sondern sich auch bei dem Fußballgott bedanken, dass er diese hohle Nuss nicht mehr ertragen muss.Thurn und Taxis hat schon vor vielen, vielen Jahren die " Sportschau " - Glotzer mit seiner unnachahmlichen Art, selbst dann noch Nonsens zu erzählen, wenn die Live - Bilder eine andere Sprache gesprochen haben.

Dann wäre da noch der Trainer des niedersächsischen Fußballverein Eintracht Braunschweig mit dem Namen Torsten Lieberknecht zu erwähnen. Seine Mannschaft war dem Erstligisten aus der Nachbarstadt, dem VFL Wolfsburg, in den beiden Relegationsspielen über den Verbleib oder den Aufstieg in die Fußball - Bundesliga mit jeweils 0:1 nur denkbar knapp unterlegen. Eigentlich hätte der misslungene Versuch, in die Beletage  des bundesdeutschen Fußballsports, Anlass genug seien können, um sich von seinem Trainer zu verabschieden. Doch die Vereinsführung sieht es eher positiv und lässt Lieberknecht weiter arbeiten.
Alle Achtung, das zeigt durchaus Größe.

Die hatten die heutigen Fans des TSV 1860 München in dem in die Hose gegangenen Relegationsrückspiel in der Münchner Arena eben nicht. Einige Hundert rasteten aus und randalierten im Stadion. Der Jahn aus Regensburg indes freute sich diebisch und feierte dann den Aufstieg in die 2. Liga.

Abgestiegen sind indes nicht nur diese kriminellen Teile der " Löwen " - Anhänger, sondern auch die Vereinsoberen des VFL Wolfsburg, die den erfolgreichen Fußball - Damen in dem Pokalendspiel gegen den SC Sand, eine Feier untersagten, da die Herrenmannschaft ja noch gegen den BL - Abstieg kämpfte. Eine schwache Leistung, eines schwachen Vereins.

Der wahre Absteiger im Profifußball heißt jedoch SC Paderborn. Die Ostwestfalen haben es fertig gebracht, innerhalb von drei Spielzeiten 3 Mal abzusteigen. Da ist das gellende Pfeifkonzert bei der Pausen - Clowneske der Fischer am vergangenen Samstag in Berlin gar nichts.


Little Cherry Virus - Kirschbaum ohne Kirschen



Seit einigen Wochen geht es unserem alten Kirschbaum an den Kragen. Mit der Akku - Handsäge von " Makita " wird er Stück für Stück, Zweig für Zeig, Ast für Ast, auf ein Maß gekürzt, dass ihn als Baum - Skelett erkennen lässt. Der treue Weggefährte vom Bau über den Einzug bis zur Übernahme des Grundstücks, er hat seine Dienste erledigt. Er hat regelmäßig viele, Zucker  süße Kirschen abgeliefert. Nun ist seit drei Jahren damit Schluss.

Der gute Freund hat sich die viröse Krankheit mit dem wohl klingenden Namen " Little Cherry Virus " eingefangen. Diese ist nicht nur ansteckend, sondern zudem auch irreversibel. Es gibt keine Heilung, der durch unsachgemäßes Okkupieren hervor gerufenen Infektion.

Zunächst erkranken eine Blätter, dann das gesamte Blattwerk und außerdem bleiben die Früchte sehr klein. Sie entwickeln sich allenfalls auf einen Bruchteil der Normalgröße. Damit steht fest, dass der gesamte Obstbaum erkrankt ist.

Da stand ich nun auf der 10,40 Meter langen Metallleiter und sägte bei Temperaturen so um die 30 C - Marke die restlichen Zweige und Äste des guten Freundes ab. Der Hauptstamm wird alsbald folgen. Dann sagt der über 75 Jahre alte Kirschbaum " Auf Wiedersehen! "

Während die Sonne mir auf den Pelz brannte, der Schweiß in Strömen am Körper herunter lief, besah ich mir von unten meine Freveltat. Dabei erinnerte ich mich an ein Album der Gruppe des vor einigen Jahren - viel zu früh - verstorbenen Musikers Edgar Froese, nämlich " Tangerine Dream ", mit dem Titel " Ricochet".

Das Wort kommt ja aus der französischen Sprache und bedeutet - sinngemäß - soviel, wie abprallen, zurückprallen; als Substantiv auch: der Rückprall etc.

Auf das menschliche Leben bezogen, wird eine solche Bewegung oft fatale Folgen haben. Einst erfuhr ich in einem Strafrechtsseminar bei dem damaligen Dozenten Otto Backes, dass die Lehre von dem " aberratio ictus ". Jeder, sich im juristischen Dickicht der Fachtermini, verstrickende Jurastudent, weiß hierüber ein Lied zu singen. Trifft der Faustschlag des Täters A, nicht dem gegenüber stehenden B, weil der sich plötzlich wegduckt, sondern C, so handelt es sich um den klassischen Fall im Sinne der Strafrechtslehre. Ist es jedoch beim Ausführen jener Tat draußen sehr dunkel und nimmt der Täter A irrtümlich an, dass B vor ihm stehe, dem er nun Eine verpletten will, trifft aber statt seiner C, so heißt dat Ding jetzt " error in persona ".

Na,ja, im wahren Leben geht auch so mancher Schuss nach hinten los und trifft schlussendlich den, für den dieser nicht bestimmt wahr - oft sogar den Schützen selbst.

Meine Bilder von dem Erfolg der Sägeaktion sollen allerdings nur einen Hinweis darauf geben, dass alles im Leben seine Zeit hat. Selbst gute Musik kommt eher selten wieder, so, wie Froese´s TD eben eine einmalige Gruppe von Musikern war.  
Aber: Auch Bilder, Fotos oder Musik, können manchmal gewisse Ähnlichkeiten aufweisen.





Hmmmmmh, könnte beinahe passen. Oder?

" Tangerine Dream " und eine sehr abgespeckte Version des 1975er " Ricochet ", vormals live gespielt in Budapest 2012:






Montag, 29. Mai 2017

Vatertags - Paprika







 Hach, was waren das für herzzerreißende Meldungen, die die Medien am vergangenen Freitag, also einen Tag nach Christi Himmelfahrt, in diesem, unserem Lande, besser bekannt als " Vatertag " dem Rezipienten um die Augen und Ohren schlugen. Da kippte ein Traktor nebst landwirtschaftlichen Anhänger bei einem Suff - Fahrt zusammen mit sechs Männern im dunklen Erzgebirge um. Es entstand nicht nur Sachschaden.
Im gesamten Bundesland Thüringen wurden mehr als 600 Notrufe verzeichnet. Dabei gab es die üblichen Vorfälle, wie Trunkeheitsfahrten, Ruhestörungen und Sachbeschädigungen sowie Körperverletzungen.
Im Norden, nämlich in Bremerhaven blieb indes alles ruhig. Die Polizei musste nicht zu einem einzigen Einsatz gerufen werden. Vielleicht feierten die Männer dort keine Sauf - Partys, weil das Geld dafür fehlt?

Während Hunderttausende in Horden durch die Lande zogen, obwohl das Wetter nicht gerade einladend war, verbrachten wir den Herrentag im trauten Heim allein und aßen zu Mittag Paprikaschoten mit Hackfleischfüllung, einer selbst hergestellten Tomatensauce und Wildreis.


Mal ganz am Rande bemerkt: Es muss nicht immer flüssig sein. Oder?

" Temple Of The Dog " mit " Hunger Strike ":




Sonntag, 28. Mai 2017

Bibiana Steinhaus´Aufstieg, Ananstacias´ Ausstieg, Helene Fischer´s Abstieg.



Da sage doch noch einer: Frauen und Fußball seien so, wie Feuer und Wasser, Himmel oder Hölle, Tag oder Nacht! Als letzte Woche der letzte Spieltag in den drei Profi - Ligen beendet war, stand fest, dass die Polizeibeamtin Bibiana Steinhaus mit Beginn der kommenden Spielzeit 2017 / 2018 zum ersten Mal Pflichtspiele der höchsten deutschen Spielklasse leiten darf. Sie ist nämlich Schiedsrichterin und dieses bereits seit 1999 ( https://de.wikipedia.org/wiki/Bibiana_Steinhaus ).

Die Männerwelt, soweit auf einem Macho - Trip, empörte sich in den einschlägigen Foren. Ob nun bei dem selbst ernannten Fachmagazin " kicker " oder der FB - Seite der " Sportschau ". es hagelte teils unflätige Kommentare und rüpelhafte Äußerungen. Es wurde von diesen Flachpfeifen u.a. behauptet, dass die DFB - Schiedsrichterin für Profspiele im Männerbereich nicht ausgebildet und auch als Frau körperlich nicht geeignet sei. Aha! Da frage ich mich doch ernsthaft, wie Frau Steinhaus die vielen Einsätze als Referee in der nicht minder intensiven 2. Liga überstanden hat.

Ein Aufstieg in die Beletage des Berufsfußball bedeutet die Ernennung der 38jährigen Polizeihauptkommissarin aus Niedersachsen allerdings und deshalb: Glückwunsch und viel Erfolg, Frau Steinhaus; zumal sie auch damit in die Fußstapfen ihres Herrn Vater tritt.

Dann war da am vorletzten Samstag noch die offizielle Meisterschaftsfeier in der Münchner Arena. Die Bayern durften sich und ihren 27 Meistertitel bejubeln. Nach einer gähnend langweiligen Saison 2017 / 2018 trat im ausverkauften Münchner Theater der zerplatzten Triple - Träume die US - amerikanische Pop - Ikone " Anastacia " live auf. Aber nur in der Halbzeitpause. Die 48jährige, die ja in ihrem Heimat - und Geburtsland, eher unter " ferner liefen " zu finden sein dürfte, zog im roten FC Bayern - Trikot eine richtige Show ab. Mit den Gepflogenheiten im Weltfußball dürfte sie indes auf Kriegsfuß stehen. Ihre Gesangs - und Tanzakrobatik dauerte mehr als nur 15 Minuten und deshalb wurde die zweite Halbzeit des letzten Pflichtspiels des neuen und ewig alten Fußball - Bundesligameisters um satte 6 Minuten verlängert. Natürlich ungeplant, unfreiwillig und unbestraft. Wer widerspricht schon gerne dem Übergott des FCB Uli Hoeneß?

So schüttelte der Schiedsrichter der Partie, Dr. Jochen Drees, völlig verständnislos den Kopf, weil die zweite Halbzeit nicht regelkonform nach 15 Minuten angepfiffen werden konnte. Der Freiburger Trainer Streich formulierte es sehr, sehr höflich, in dem er anmahnte, nicht zu überdrehen. Und bei allem Brimborium rund um die Verabschiedung von Lahm und Alonso: Regel ist Regel, so, wie Schnaps zwar Schnaps und Weißbier auch Weißbier sein dürfte. Die Bazis spinnen, mit ihrer Selbstinszenierung. Was kommt da noch? Der Mann aus dem Mond?

Vielleicht hätte einer der dicken und voll gefressenen FCB - Oberen der US - Sängerin sagen sollen, dass ihr Auftritt für eine bestimmt sechsstellige Summe nach 15 Minuten vorbei sein muss? Deutsche Sprach´schwäre Sprach? Oder kann Uli kein Denglisch? So kam der Ausstieg der Anastacia aus der aufgebauten Bühne im Arroganz - Tempel der Alpträume viel zu spät - Peinlich, peinlich, oberpeinlich!

Das war denn auch der Auftritt der, von den rechtslastigen Billig - und Gerechtdenkenden Deutschtümlern, die gleichzeitig Anhänger der eingebürgerten Ukrainerin Helene Fischer sind am gestrigen Samstag anlässlich des DFB - Pokalendspiels zwischen Eintracht Frankfurt und dem BVB 09 Borussia Dortmund im Berliner Olympiastadion. Fischer trällerte in der Halbzeitpause emsig aus ihrer neusten CD. Die - neben den Obengenannten - keiner kennt. Mal ehrlich: Was haben sich die ARD - Fürsten und die Programmverantwortlichen eigentlich dabei gedacht, diese Sauerstoff - Blondierte zum Pausenfüller in dem Pokalfinale auszusuchen? Dann drückte diese Trottel - Truppe dem neutralen Glotzer auch noch eine Träller - Einlage der Fischer aufs Auge, weil sie die " Tagesschau " um einige Minuten verkürzt sendeten. Herr, lass´Hirn regnen und ihnen die irrige Vorstellung eines kommenden ESC - Auftritts der aufoktroyierten Schlager - " Queen " aus dem selbigen ausbrennen.

Der Fan im Berliner Stadion quittierte das Gegurgel und Gehampel der Blonden mit Migrationshintergrund durch ein gellendes Pfeifkonzert. Nix war´s mit " Birne Helene " und der angebiederten Verbrüderung als BVB - Anhängerin mit jenen wahrhaftigen Fans. " Buuuuuuuuuuh!" Das war eine abstiegsreife Leistung des " Ersten " und Fischer muss sich wie im anderen Film singend vorgekommen sein. Schwarz - Gelb - Schwarz - Rot - Weiß gegen blond und blöd. Am Ende stand es 2:1 für den BVB - von Fischer´s Abstieg aus der Liga der Lieblinge sprach danach niemand mehr - selbst CDU - Mann Watzke nicht.

Frauen und Fußball - eine unendlich facettenreiche Geschichte. Das ist auch gut so!

" Audioslave " mit " Shadow On The Sun " :


  


http://www.lyricsreg.com/lyrics/headshotsforyou/Anti-TV-Song/

Freitag, 26. Mai 2017

Blauregen im Mai














Wenn der Mai seine letzten Tage aushaucht, hat sich in unserem Garten eine Pflanze verändert, die noch Wochen zuvor eher unscheinbar an einer selbst konstruierten Rankhilfe eingebettet war: der Blauregen ( lateinisch: wisteria ).
Sobald die Temperaturen dauerhaft im zweistelligen Bereich bleiben, grünt er langsam und vergrößert sich binnen kurzer Zeit um ein Vielfaches.

Davor entwickelt der Wisteria jedoch seine typischen Blüten, die Dolden artig und prachtvoll herunter hängen.

Eine Sorten können bis zu 30 Meter hoch wachsen und sich in Wandgröße ausbreiten.

Die Blütenschau ist allerdings schon bald beendet. Doch bereits im Juli bis August blüht der Blauregen erneut; wenngleich wesentlich schwächer als im Frühjahr.

Das die Pflanzenteile des Blauregens sexistische Inhaltsstoffe enthalten, sei hier nur am Rande erwähnt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Blauregen

Allein der Anblick jeder Trauben förmig herunter hängenden Blüten fasziniert. Da vergißt der Hobby - Gärtner schon gerne einmal, dass die Pflanze regelmäßig kräftig herunter geschnitten werden muss, damit sie nicht andere Garten - Gewächse überwuchert.

Gut´s Nächtle mit " Aethernaeum " und " Sonnentor ":


Etwas düster, aber ein Lichtblick für die nächsten Maitage.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Polizeiruf 110 am Muttertag



Zu den Fleisch gewordenen Relikten der untergegangenen DDR zählen, u.a.: der Trabi, das " Grüne Ampelmännchen " und das " Sandmännchen ", aber auch die Fernsehserie " Polizeiruf 110 ". Sie wurde bekanntlich 1971 durch das staatliche Fernsehen der DDR ( DFF, ab 1972 Fernsehen der DDR ) produziert und nach dessen Auflösung am 31. Dezember 1991, von der ARD ( Das Erste ) weiter geführt.
Bislang gelangte 364 Folgen zur Ausstrahlung. Wovon die letzte, den Titel " Muttertag " trägt.

Die Geschichte des gut 1 1/2 stündigen Krimis ist schnell erzählt.

Der polnischer Unternehmer Janusz Kubiak wird im Krummen Wald bei Stettin ermordet. Zeugen wollen am Tatort einen PKW mit einem " UM " - Kennzeichen des Landekreises Uckermark gesehen haben. Deshalb ermittelt die polnisch - deutsche Polizeigruppe. Zu ihnen zählen die beiden Kommissare Olga Lenski ( Marai Simon ) und Adam Raczek ( Lucas Gregorowicz ), die von dem leitenden Inspektor des Kommissariats in Swiecko, Karol Pawlak ( Robert Gonera ) auf den Fall angesetzt werden.

Die Polizisten finden bald heraus, dass der Tote ein Verhältnis zu der deutschen Sabrina Uhl hatte, die am Tatort mit Kubiak zusammen war und seitdem nicht mehr auffindbar ist. Die Ermittlungen verdichten sich bald in Richtung des deutschen Enrico Schoppe, der vormals in Kubiaks Handwerksbetrieb beschädigt war und zudem die Vermisste Uhl sehr gut kennt. Schoppe wurde von Kubiak verdächtigt, Werkzeug entwendet zu haben, weshalb er dann dem Enrico Schoppe kündigte. Enricos Mutter nimmt ihren Sohn während der Ermittlungen in Schutz; findet jedoch - eher zufällig - in dessen Holzschuppen Sabrina Uhl. Enrico und seine Mutter schleppten den Leichnam aus dem Schuppen und vergraben ihn.

Nach einigen Tagen wird Enrico Schoppe als Täter überführt. Er hatte zunächst Janusz Kubiak aus Eifersucht mit einem Holzknüppel umgebracht und anschließend Sabrina Uhl, weil diese danach hysterisch herum schrie, erwürgt.

Der Film zeigt die Tristesse in den uckermärkischen Orten entlang der deutsch - polnischen Grenze. In denen die dort lebenden Menschen ein einfaches Leben führen. Dennoch hat die Region mit ihrer einzig artigen Landschaft viele Reize. Und hier werden diese Besonderheiten auch gezeigt. Der " Krumme Wald ", polnisch " Krzywy Las " zählt sicherlich dazu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Krzywy_Las

Ein solider Kriminalfilm aus einer Kult - Serie, die sich wohltuend von dem sonstigen Einheitsbrei abhebt und zumeist auf die üblichen Klischees und Handlungsstränge verzichtet.

" Muttertag " am Muttertag 2017 war eine gute Wahl.


https://de.wikipedia.org/wiki/Polizeiruf_110:_Muttertag


Mittwoch, 24. Mai 2017

Kölner Katzenfutter


Als am vergangenen Samstag der letzte BL - Spieltag der Saison 2016 / 2017 beendet war: als damit feststand, dass der 1. FC Köln nach vielen Jahren sich wieder im europäischen Wettbewerb, nämlich der UEFA Euro League, versuchen wird, rasteten in der ausverkauften Arena, der Millionenstadt am Rhein, eine Vielzahl von Anhängern, völlig aus. Allerdings in friedlicher Weise. Sie schrien ihre Freunde, ihr Glück, ihre Emotionen ungehemmt heraus. Wer nicht gewusst hätte, dass der FC " nur " den 5. Platz von 18 Vereinen belegt hat, hätte bei den gezeigten Bildern, dem Irrglauben unterliegen können, dass der Klub die Deutsche Meisterschaft feiert.

War es  deshalb nur Freude oder auch Frust? Möglicherweise jenes Gefühl, es mit dem heiß geliebten Verein, es den übrigen Ärschen in dieser ungerechten Welt, so richtig gezeigt zu haben? Wie auch immer, in gewisser Weise kamen mir Assoziationen, die in Verbindung mit jener Zeit aus den späten 70er bis Mitte der 80er Jahre, als ich mit meinem R 4 von Bremen nach Köln fuhr, um dort in dem größten Plattengeschäft Europas, bei " Saturn " eine Vielzahl von Vinylscheiben zu kaufen. " Saturn " am Hansaring in Köln legte hierzu immer einen dicken Katalog bereit, den ich - gratis - nach dem Kauf erhielt und natürlich mitnahm.

Das Auto parkte ich zuvor irgendwo in der Kölner Altstadt - Nord; genauer gesagt: In der Bereich von der Weidengasse, der Ritterstraße, der Vogteistraße, der Eintrachtstraße, der Weidengasse oder der Ursulastraße - in einem ungüstigen Fall, sogar bis zum Gereonswall.

Die Altstadt - Nord sah einst völlig anders aus. Es waren viele kleine Häuser; zum Teil mit Fachwerk, ungeputzt mit verwitterten Türen und Fenstern, bröckeligen Fassaden, die seit Jahrzehnten nicht mehr gestrichen waren. An einigen Straßenecken gab es die berühmten Kölner Kneipen, in denen das " Gaffel " - Kölsch ausgeschenkt wurde. Andere zeigten kleine " Tante Emma " - Läden, die neben Alkohol, Zigaretten, Tabak,Brot, Brötchen, ein wenig Obst, jede Menge Konserven anboten. Zumeist auch Fertiggerichte, die einst in der Dose heiß gemacht, dennoch ekelig, weil überwiegend billig zubereitet, schmeckten.

In diesem Mikrokosmos also, stellte ich so ein Mal im halben Jahr meinen französischen " Gartenstuhl " mit 34 PS, knapp unter 1.000 cm³ Hubraum und in marine - blau, ab. Obwohl die Straßen eher herunter gekommen aussahen, wurde das französische Raumwunder dort nicht ein einziges Mal aufgebrochen ( ganz im Gegensatz zu dem Parkplatz am Mensa - Wohnhein der Universität Bremen ). Es waren einfache Menschen, die mir in all den Jahren in jenen Kölner Straßen begegneten. Zumeist ältere Personen, die mit Einkaufsbeuteln vom " Tante - Emma " - Laden an der nächsten Ecke kamen, die ihren kleinen Hund ( Spitz, Dackel, Senf - Hund ) ausführten oder, die die bereits geöffnete Eckkneipe aufsuchten.

Hinter vergilbten Gardinen eines renovierungsbedürftigen Altstadt - Hauses erkannte ich dann und wann einen rauchenden Mann im weißen Unterhemd über dessen Träger sich wiederum Hosenträger legten. Er schaute mir hinterher, als ich aus dem PKW mit dem " SHG " - Kennzeichen, einen grünen Parka und eine blaue Jeans tragend in Richtung des " Saturnrings " schlenderte. Vielleicht zahlte er oder auch andere Bewohner jener alten Häusern in diesen Straßen Kölns genauso viel Miete, wie ich später für die LPs zu berappen hatte, die ich aus dem riesigen Kaufhaus heraus schleppte? Vielleicht musste er weniger für ein Ein - Zimmer - Loch abdrücken, dass er seit vielen, vielen Jahren hier behauste?

Die Bilder kamen jedenfalls aus der Erinnerung zurück, als ich die jubelnden Massen im Kölner Stadion sah. Warum eigentlich? Es hätte eher jener Bericht über die strukturelle Armut in der NRW - Metropole am Rhein sein müssen, den ich einige Jahre danach im WDR - Fernsehen sah. Er behandelte just diesen Stadtteil in Köln. Er berichtete von alten, armen, verarmten Menschen, die mit einer mickrigen Rente auskommen mussten. Auch deshalb, weil sie sich wohl schämten, zum " Amt " zu gehen. Weil sie noch einen Rest von Stolz in sich trugen, der ihnen den Weg in die " Stütze ", die vermeintliche Stigmatisierung durch die Industrie - Leistungsgesellschaft, versagte?

Jene Reportage aus den späten 80er Jahren zeigte, dass es - wie in anderen Städten auch - nicht nur eitel Sonnenschein in Köln gibt. Und ganz besonders in diesem Bericht des Westdeutschen Rundfunk ( WDR ), der zu jener Zeit noch von den schwarzen CDUlern und anderen Reaktionären im bevölkerungsreichsten Bundesland, nicht, wie drei Dekaden danach als " Lügenpresse " verunglimpft wird, sondern einst mit " Rotfunk " beschimpft wurde, blieb mir ein Gespräch des Journalisten mit einem Betreiber eines dieser vormals typischen Kleinläden in Erinnerung. Er berichtete, dass in seinem Geschäft hauptsächlich Konserven mit Katzenfutter gekauft werden. Auch von solchen Kunden, die - nach seinen Erkenntnissen - überhaupt keine Katze halten würden. Erstaunt fragte der WDR - Mitarbeiter nach. Der Geschäftsinhaber erklärte ihm dann, dass die Kunden das Dosenfutter selbst essen würden, weil es zum einen billig, zum anderen auch wohl schmeckend sei. Dann erzählte er, dass er vor einiger Zeit Gulasch aus der Konservendose im Angebot gehabt habe. Dieses sei zwar günstig, jedoch mehr als 50 Pfennig teurer als das Katzenfutter gewesen. Die Stammkunden hätten bei ihm deshalb nur Katzenfutter gekauft.

Danach besuchte das WDR - Team einen jener " Armen " aus Köln - Altstadt / Nord in dessen Unterkunft. Ein winziges Zimmer mit spärlichem Mobiliar und ohne sanitäre Einrichtungen war zu sehen. Das Klo befand sich auf dem Flur und wurde gemeinschaftlich genutzt. In jenem Raum war nur ein Waschbecken mit kaltem und warmen Wasser, dass über einen Durchlauferhitzer, der unterhalb des Waschbeckens montiert war, gewonnen wurde, vorhanden. Ein kleiner elektrischer Plattenherd diente als Kochstelle. Hierauf erwärmte der Mieter gerade eine Dose Katzenfutter. Dem eher fassungslos blickenden Journalisten gegenüber behauptete der ältere Herr, dass das Katzenfutter besser als so manches Stück Fleisch schmecken würde; und im Vergleich zu den Konserven - Fraß alle Male gesünder sei.

Recht hatte er, der Kölner, denn die Zubereitung der Nahrung für die geliebten Vierbeiner wird unter sehr strengen Hygiene - Bedingungen vorgenommen. Was von so manchem Lebensmittel, das für Menschen hergestellt wird, nicht zu behaupten ist. So aß der Kölner dann sein erwärmtes Katzenfutter und ließ sich das Mahl schmecken. Er klagte nicht über seine eigene soziale Situation. Von Hilfe zum Lebensunterhalt wollte er nichts wissen. Er habe zwar lange gearbeitet, ehe er dann erkrankte und berufsunfähig wurde, doch seine daraufhin gezahlte Rente reiche nicht aus.

Armut in diesem, unserem so wohlhabenden Land, hat viele Facetten. Kürzlich berichtete das ZDF in seiner Serie " 37° " über den verarmten Stadtteil Bremerhaven - Lehe, dann über überschuldete Haushalte in Deutschland. Es soll insgesamt um die 2 Millionen davon geben. Wer in die Suchmaschine " Google ", die Begriffe Köln und Armut eingibt, erhält eine Vielzahl von Treffer. Aus der jüngsten Vergangenheit wird verstärkt über den Stadtteil Köln - Chorweiler berichtet. Hier sollen -ähnlich wie in Bremerhaven - Lehe - mehr als 1/3 der Bewohner Bezieher von Sozialtransfers sein. Eine beschämende Feststellung für dieses hoch - industrialisierte Land. Doch - im Vergleich von vor mehr als 3 Jahrzehnten - muss heutzutage kein Armer Katzenfutter essen. Das soziale Netz mit fast doppeltem Boden lässt einen Abgehängten nicht auf den Steinfußboden knallen.

Aber: Armut schmerzt immer noch und muss ein Thema bleiben, solange illegale Steuervermeidungsmodelle, wie just auf der Insel Malta aufgedeckt, den vielen Wohlhabenden und Reichen die Möglichkeit bieten, sich ihrer sozialen Verpflichtung durch feige Flucht in das Ausland, ständig zu entziehen.

Gut´s Nächtle mit dem Kölsche Rocker schlechthin: Wolfgang Niedecken und seine Band " BAP ", 1986 im " Rockpalast ":  " Bahnhofskino ":
















https://de.wikipedia.org/wiki/Köln

Dienstag, 23. Mai 2017

" Ich hätte da mal eine Frage! "



Mein Mitbringsel aus dem feindlichen Freistaat, dem Land des ungeliebten, aber dafür sehr reichen Fußball - Bundesligameisters 2017, die Erkältung ( oder ist es gar ein grippaler Infekt? ) lässt mich nicht los. Nach gut sechs Tagen quälte ich mich mit ihren Auswirkungen, nämlich Husten, Schnupfen, leichtes Fieber, Müdigkeit und bleierne Glieder, immer noch herum. Mein eher mäßiger Allgemeinzustand führt eher zur Unkonzentration und Unlust. Dennoch erfüllte ich die täglichen Routinearbeiten im Garten. Zu unserer Freude hat das von mir vor einigen Wochen ausgebuddelte Zierbäumchen doch nicht " die Hufe hoch gemacht ", sondern beginnt zarte Blätter zu entwickeln. Dennoch wird es in diesem Jahr keine Blüten treiben.

Dafür ist aber unser Rhododendron wieder mal in Bestform. Die Büsche haben erneut kräftige Blüten entwickelt, weil wir sie vor einigen Jahren im Herbst radikal herunter gekürzt und ausgeschnitten hatten.

Und just diese Arbeiten erledigten wir vor drei Jahren auch an den Pflanzen im Garten der Kinder in Unterschleißheim. Meine bessere Hälfte wütete damals, wie ein Berserker und rasierte die Büsche mit viel " Toten Holz " und davor zu kleinen Blättern und Blüten, gnadenlos ab. Die einstige Eigentümerin, die jetzt in einer Einliegewohnung des benachbarten Trakts lebt, machte sich dabei ernsthafte Sorgen. Und so sprach sie uns hiernach mit ernster Mine an, um zu erfragen, ob diese Rosskur nicht den alten und vormals wohl auch kostbaren Pflanzen schade.
Selbst als sie von uns erfuhr, dass wir in dem Garten die eigenen Büsche gekappt hatten, war sie von der Aktion meiner besseren Hälfte nicht überzeugt.

Nun, der einstige Garten des dadurch wunderbar eingewachsenen Grundstücks hat längst ein völlig anderes Aussehen erhalten. Unsere drei Enkel nebst Labrador haben viele Flächen in Anspruch genommen. Ein starke Sturm knickte zudem zwei große Nadelbäume ab. Auch die über Dekaden hoch gewachsene Eibenhecke ist entfernt worden. Die Gartenplanung selbst, sieht andere Bepflanzungen vor.

Als wir wieder - das Wetter zeigte sich doch tatsächlich stark verbessert - an einigen Flächen Hand anlegten, wurde meine bessere Hälfte wieder von der Ex - Eigentümerin angesprochen. Sie hatte - wie immer - die kalten Monate in ihrer Heimat, in Serbien bei Verwandten verbracht und war nun im Mai zurückgekehrt. Interessiert sah sie bei der Gartenarbeit zu und führte einen Small Talk mit meiner besseren Hälfte. Nach einigen Minuten sprudelte es dann plötzlich aus ihr heraus:
" Ich habe da mal eine Frage. Den Rhododendron hatten Sie doch so herunter geschnitten? "
" Ja! ", bekam Frau S. zur Antwort.
" Ich hatte die Büsche immer, also jedes Jahr, mit Rhododendron - Dünger belegt. " , fuhr sie fort.
Dann kräuselte sich ihre Stirn ein wenig und sie stellte mit einem leicht resignierenden Unterton fest: " Obwohl ich die so gedüngt habe - die sahen nie so aus! "

Meine bessere Hälfte schaute sie mit einem leichten Lächeln an. " Nein, Frau S., der Dünger ist nicht das Entscheidende. Die brauchen Licht und auch das alte Holz muss heraus geschnitten werden, damit sie wieder Kraft bekommen und für die Düngung reichen ein paar Sack Rindenmulch aus. "
Zufrieden ging sie danach in ihre Wohnung.
 Wir unterhielten uns später noch über die Frau S. und kamen dabei zu dem Ergebnis, dass manchmal die einfachen Mittel, die alt bekannten Rezepte oder die überlieferten Erfahrungen, mehr wert sind, als all jenes Zeugs, was uns täglich von der Werbung und den Medien um die Ohren gehauen und auf die Augen gepappt werden soll.

Klaus Doldinger´s Passport und " Louisiana Sunset "  - Live: Beim " Jazz - Gipfel ´91 " in Stuuaatgart:




Montag, 22. Mai 2017

Das Erdbeer - Mädchen aus Odda


An einem warmen Junitag des Jahres 1988, auf der großen Reise von Bad Eilsen zum Nordkap, gelangten wir in das südwest - norwegische Städtchen Odda. Der Ort liegt an der Eingangspforte zum Hochplateau Hardangervidda, das sich über 8.000 Km² rund um die Fylke Buskerud, Hordaland und Telemark erstreckt.

Bevor uns der Weg in Richtung Nordern weiter führte, machten wir an jenem warmen Junitag in Odda Station. In der inzwischen auf 7.000 Einwohner angewachsenen Städtchen war gerade Wochenmarkt. Einige Bauern und Händler hatten ihre Holzstände aufgebaut und boten diverses Obst und Gemüse an.

Ich parkte unseren italienischen Lastenesel irgendwo auf einer Freifläche und so konnten wir uns das interessante Treiben ein wenig genauer ansehen. Beim Flanieren durch die Marktstände entdeckten wir einen winzigen Stand, an dem eine Schülerin Erdbeeren anbot. Ein Korb sollte 5 Norwegische Kronen = 1,25 DM kosten. Ein Spottpreis und deshalb langten wir gleich zu. Ich kramte aus meinem Brustbeutel einige Münzen hervor und zählte sie bis 5 NKR ab. Dann ging ich zu der Erdbeer - Anbieterin. Sagte ihr auf Englisch, dass ich einen Korb kaufen möchte und übergab ihr die 5 Kronen. Ihr Gesicht, dass von einer Vielzahl von lustigen Sommersprossen gekennzeichnet war,erstrahlte.

Auf einem Pappschild, dass neben dem Holztischchen stand, hatte das Mädchen einige Erdbeeren und ein lustiges Gesicht mit vielen Sommerprossen gemalt. Unterhalb des gezeichneten Gesichts stand " jordbær " Ich schaute sie nochmals an. Sie sah ein wenig wie Astrid Lindgrens " Pippi Langstrumpf " aus. Dann zeigte ich auf das Pappbild und danach auf sie selbst. Sie lachte und nickte heftig. Ein älterer Mann hatte uns beobachtet und kam jetzt auf uns zu. Er sprach uns zwar auf Norwegisch an, aber in seiner Frage kam eben das Wort " jordbaer " vor. Ich schaltete sofort und antworte ihm in Englisch und sagte nur " Five ". Dabei hielt ich die rechte Hand mit 5 gespreizten Fingern hoch. Er schüttelte nur den Kopf , drehte sich um und ging.

Wir begaben uns wieder zu dem Wohnmobil, stellte innen den Klapp - Küchentisch hoch, holten drei Teller heraus und begannen die leckeren Früchte zu entstielen. Dann wurden die 2, 5 Kilogramm Erdbeeren gründlich in einer Schüssel abgewaschen, etwas gezuckert und auf die drei Teller verteilt.

Lecker, lecker, lecker!

Sie waren jede Krone wert.

Kein Wunder, denn das Hordaland (https://de.wikipedia.org/wiki/Ask_(Hordaland)#Neuere_Geschichte ) ist als Anbaugebiet für jene roten Feldfrüchte nicht nur regional ein Begriff. Nach dem köstlichen Zwischenmahl starteten wir in Richtung Kinsarvik und Fagerness zum Bergmassiv Jotunheimen.
Über die ungewöhnliche Begegnung in Odda sprachen wir abends beim Essen noch.
Warum hatte sich der Alte so aufgeregt?

Jahre später wurde mir der Grund klar. Die Norweger verdienten damals wesentlich weniger als Deutsche oder Engländer. Das hat sich durch den enormen Ölboom und die globalen Handelsbeziehungen des Landes längst geändert. Ein Assistenzarzt verdient in Norwegen 6.350 Euro brutto je Monat; eine ausgebildete Pflegekraft 4.630 Euro monatlich. Die Löhne und Gehälter in Norwegen liegen mittlerweile durchschnittlich bei 75.000 Euro p.a. In Deutschland kommen wir lediglich auf 30.000 Euro.

Tja, dann dürften Erdbeeren wohl jetzt 5 Euro ???  oder nur ( 10 NRK ??? )  je 2,5 Kilogramm - Korb kosten?

Vielleicht!   Wenn dem so wäre, immer noch billiger als aktuell bei uns!

Gut´s Nächtle mit den " Cranberries " und " Zombie " - Live 1999


Sonntag, 21. Mai 2017

Die Erdbeerplantage in Luhden



Beim Schreiben meines Posts über die Erdbeerfelder am Unterschleißheimer Berglwald, erinnerte ich mich an jene Zeit zurück, als ich selbst zum freiwilligen Erdbeer - Erntehelfer wurde. Vor 50 Jahren, als die Welt vielleicht noch überschaubarer war, unser Globus nicht so quietschte und eierte; wohl aber die Feindbilder klare Konturen hatten, blätterte ich - hoch interessiert und oft voller Wünsche - die immer dicker werdenden, bunten Kataloge von Versandhäuser durch. Ob nun Quelle, Neckermann oder Schwab, sie lagen ab März und September unter dem Radiotisch in der elterlichen Küche. Diese Wälzer überbrachte immer der Postbote und dieses sogar persönlich.

In diesen Wunderwerken des westdeutschen Konsumbegehrens, gab es beinahe all jene Dinge, die das Herz begehrte, aber der Verstand ausblendete, weil das Geld dafür nicht vorhanden war. Mich reizten besonders die Angebote in den Rubriken für Unterhaltungstechnik. Ob nun Plattenspieler, Verstärker, Boxen, Tonbandgeräte, Mikrophone oder Kassettenrekorder, ich sah mir die Abbildungen hierfür stundenlang an, las die technischen Daten und erstarrte bei den Preisen. So etwas konnte ich mir nicht kaufen. Wovon auch? Taschengeld gab es keines, erspartes Geld hatte ich kaum ( zudem war das Sparbuch bis zur Volljährigkeit mit 21 Jahren gesperrt ) und wohlhabende Eltern oder reiche Verwandte schon gar nicht.

Es war bald wieder Sommer geworden. Die Schule drohte mit den langen, über 6 Wochen andauernden Schulferien und der damit verbundenen Langeweile, als ein Schulkollege aus der Nachbarschaft mir eher zufällig erzählte, dass einige hundert Meter hinter dem Elternhaus, dort, wo heute eine Golfplatz - Anlage ihr Dasein fristet, eine Obstplantage eröffnet worden sei. Diese würden angeblich Erntehelfer suchen. Genauer gesagt: Es wurden Erdbeerpflücker gesucht.

Ich schlug meinem Schulkollegen vor, dort einmal vorzusprechen. Weil wir Schüler waren, nahm die Ehefrau des Obstbauern und mit Kusshand. Es mussten dafür keine Sozialabgaben gezahlt werden. Die Tätigkeit wurde lediglich pauschal besteuert. Somit waren nur Hausfrauen, Rentnerinnen und Schüler dort tätig.

Die Arbeit begann Samstags - und Sonntagsmorgen ab 5.00 Uhr und ging bis Mittag 12.00 Uhr. Dann wurde es zu heiß und es war auf den Feldern nicht mehr auszuhalten.

So begannen wir den ersten Samstagmorgen um kurz vor 5.00 Uhr uns auf den Weg zu dem vielleicht einen Kilometer entfernt liegenden Feldern zu machen. Draußen wurde es bereits hell und wir dachten, wir seien die ersten Helfer auf den Feldern. Das war ein Irrglaube. Gut ein Dutzend ältere Frauen waren bereits fleißig am Pflücken. Mit Kittelschürzen, Kopftüchern und alten Schuhen bewehrt, durch stöberten sie in gebückter Haltung die ungezählten Reihen mit den Erdbeerpflanzen. Links und rechts standen zwei Anhänger. Einer, der mit Holzkisten voll gestopft war, in denen die Holzkörbe mit den Früchten eingestellt wurden. Ein zweiter Hänger enthielt diese Holzkörbe. Zuvor aber mussten sie natürlich gefüllt werden.

Die Frau des Bauern begrüßte uns kurz, erklärte uns dann, wie wir die Körbe mit welchen Früchten zu bestücken hätten und gab dafür auch den Lohn an. Es waren 50 Pfennig für einen 2,5 Kilo - Korb. Das hieß: Für 10 Pfennig mussten 500 Gramm Erdbeeren in den normierten Holzkorb wandern. Wir sahen uns die rasant arbeitenden alten Frauen bei der Arbeit an und kamen zu der festen Überzeugung, dass wir dieses in der Geschwindigkeit auch schaffen müssten.

Die Bauersfrau gab uns zunächst einen Holzkorb in die Hand, erklärte uns aber sofort, dass wir den nächsten Behälter selbst holen müssten, begleitete uns zu einem Feldabschnitt und gab uns dort die Anweisung, in welcher Richtung und wie und vor allem, welche von den reifenden Früchten wir abzuerneten hatten. Dann zeigte sie uns einen Holztisch auf dem zwei große, mechanische Waagen standen und informierte uns, dass wir hier in ihrem Beisein die Körbe abwiegen müssten. Sie werde den Inhalt dann kontrollieren, dann in einer Kladde, in dem die Namen aller Helfer verzeichnet wurde, hinter diesem einen Strich machen und am Ende der Arbeitszeit dann abrechnen.

Es ging also los. Schritt für Schritt, Minute für Minute, Stunde für Stunde schlichen wir durch die langen Beete und sammelten Frucht für Frucht mit der Hand ein. Während wir uns abplagten, hatten die Alten aus den Dörfern Luhden, Heeßen Buchholz oder Ahnsen und sogar Bad Eilsen Korb für Korb eingesammelt. Einige der Frauen kamen auf sagenhafte 100 Körbe in den 7 Stunden Arbeitszeit; wir schafften gerade einmal die Hälfte. Doch auch 25 Deutsche Mark pro Tag waren für mich sehr viel Geld.  So holte ich mir den ersten Verdienst am Mittag von der Frau des Obstbauern ab und war danach stolz wie Oskar. Mein erstes, eigen verdientes Geld.
Ich sparte es für einen Kassettenrekorder von Neckermann, der damals 198 Deutsche Mark kosten sollte. Dazu wollte ich mir zwei C 60 Kassetten kaufen, die einzeln mit 5,95 DM angegeben waren, im Doppelpack jedoch nur 9,90 DM ausmachten. Also musste ich mindestens 207, 90 DM verdienen, um meinen Herzenswunsch in Erfüllung zu bringen.

Am nächsten Sonntag standen wir wieder ab kurz vor 5 Uhr auf der Erdbeerplantage in Luhden und pflückten erneut. Ich kam wieder nur auf knapp 50 Körbe. Die alten Frauen schroteten mehr als das Doppelte durch. Ich versuchte mir klar zu machen, wie sie das hinbekamen. Wir waren doch jung und die Frauen alt - älter als meine Mutter. Die Antwort hierauf war simpel: Es kam auf die Pflücktechnik an Die Frauen kamen vom Lande, kannten die Gartenarbeit und hatten eben gelernt, wie die Erdbeeren schnell und präzise abgeerntet werden.

Dann waren Sommerferien. Wir standen ab der ersten Juliwoche jeden Tag auf dem Erdbeerfeldern von Luhden. Doch die Ernteausbeute wurde nicht mehr. Dann sollten wir zum so genannten Nachpflücken kommen. Da konnte allenfalls die Hälfte der Körbe gepflückt werden. Da die Frauen eben schneller waren als wir, mussten wir quasi hinterher laufen. Immerhin hatte ich in der zweiten Juliwoche meinen Kassettenrekorder nebst zwei Bänder verdient.

Dann war die Erntezeit zu Ende.

Ich hatte mir meinen Traum selbst erfüllt. Wenige Tage später bestellte ich bei dem Neckermann Versand in Frankfurt am Main den Kassettenrekorder und zwei Bänder. Stolz nahm ich damit sogar einige Radiosendungen auf.

Immerhin musste ich dafür mindestens 416 Körbe füllen und 1040 Kilogramm, also mehr als 1 Tonne der köstlichen Früchte per Hand ernten. Tja, früher war eben nichts besser, nur vieles anders.

Gut´s Nächtle mit:


Der zutreffende Titel schlechthin!


Samstag, 20. Mai 2017

Die Erdbeerfelder am Berglwald




 Mühsam versuche ich meine, im feindlichen Freistaat eingehandelte, Erkältung auszukurieren. Ich bin kein großer Freund von Medikamenten, aber die triefende Nase, das schmerzhafte Husten, das Rasseln beim Atmen und die bleiernden Glieder, ließen mich dann doch zu dem Entschluss kommen, dass ab und zu, viel auch viel hilft. So würgte ich seit vorgestern einige Paracetamol mit Mineralwasser herunter und pfiff mir Ibuprofen 400 rein. Meine Gesundheitslage verbesserte sich nun leicht. Trotzdem: Ein grippaler Infekt, bei den jetzt doch angestiegenen Temperaturen, ist nicht das, was man sich unbedingt wünschen möchte.

Tja, der Frühling hat es seit drei Tagen wirklich gut mit uns gemeint. Die Sonne scheint, der blaue, zumeist wolkenlose Himmel lacht und die Natur blüht. Es grünt überall, es sprießen die Gräser und Pflanzen, der Mensch bekommt zunehmend bessere Laune.
Und: Er wird bereits mit allerlei Früchten der Saison beglückt. Dass die Kulturheidelbeeren, irgendwo im warmen, südamerikanischen Gefilden geerntet und dann per Luftfracht tonnenweise in den bundesdeutschen Supermärkten für einen Spottpreis verramscht, die eigentlich noch Obst lose  Zeit überbrücken helfen, gilt als längst lieb gewordene Gewohnheit.
Auch andere, in diesen Tagen, Wochen und Monaten, bei uns eher nicht auf der Ernte - Agenda der vielen Obst - und Gemüsebauern stehenden Köstlichkeiten, werden ständig in den vielen Supermärkten angeboten.

Doch nun kommen auch Erdbeeren aus - angeblich - deutschen Landen, von vermeintlich heimischen Feldern stammend und durch polnische Erntehelfer gepflückt, hinzu.
Sie sind zwar - im Vergleich zu jenen Früchten aus Spanien oder anderswo - sündhaft teuer, schmecken aber dafür besser.

Als ich dann vor einigen Tagen an den Feldern, auf denen just die Erdbeerpflanzen stehen, vorbei ging, lagen dort lange Plasteplanen zum Schutz vor den immer noch kühlen, teils sogar frostigen, Nachttemperaturen herum. Ein mürrisch drein blickender Landwirt zog diese Schutzfolien von den Beeten herunter. So sehen waren nur Blüten und Erbsen große, nur grüne Früchte. Von den roten, leckeren Erdbeeren war noch nichts zu sehen.

Das Felderareal grenzt an einige Mietsblöcke des so genannten Sozialen Wohnungsbaus. Im Herbst vor drei Jahren, als die Enkelkinder zum Halloween in ihre zweite Heimat nach Irland abgedüst waren und wir den Hundehüter mimen durften, lief ich an einem noch angenehmen Abend mit dem Labrador an den Feldern entlang, die alsbald zum Berglwald führen. Ein Schwadron lärmender Hundebesitzer kam mir dabei über das längst abgeerntete Areal entgegen. Einige hatten ihren Lieblingen die teuren Leuchthalsbändern, die lustig in der Dunkelheit blinkten, umgelegt. Der Pflegehund hatte auch so ein Wunderding. Inzwischen liegt es wohl irgendwo im dortigen Feld - und Waldbereich, weil die Hündin es abgeworfen hatte.

Teuer sind die Rassehunde nicht nur in der Anschaffung. Auch der Unterhalt kostet wesentlich mehr als bei Katzen. Hinzu kommt auch noch die Hundesteuer pro Jahr. Dazu kommen eventuell noch happige Tierarztkosten. Das läppert sich zusammen.

Vor vielen Jahren, in der frühen Nachwendezeit, als so viele Dinge hüben wie drüben und umgedreht, aus dem berühmten Ruder liefen, hatte unsere Tochter sich bei einer Züchterin in Westdeutschland einen herzkranken Beagle für enorm viel Geld aufschwatzen lassen. " Boss ", so hieß der Rüde war zwar ein lebhafter Hund und auch sehr variantenreich, wenn es um das Wohl des eigenen Magens ging, doch an eine Geschichte in diesem Zusammenhang, kann ich mich heute noch genau erinnern. Wir hatten Schweinemedaillons für das Wochenende zubereitet. Dieses standen in einer großen Bratpfanne auf dem Boden der Terrasse. Eigentlich war dieser Aufbewahrungsplatz nur als Notlösung gedacht, denn im Kühlschrank war für das Pfannen - Monstrum nicht genügend Platz. Über Nacht gab es an jenem April - Wochenende nur einstellige Temperaturen. Also konnte es nicht passieren, dass das Fleisch ungenießbar geworden wäre.

Der Beagle " Boss " kam uns an jenem Sonntagmorgen wieder einmal aus der Wohnung der Schwiegereltern besuchen und stöberte in der Küche herum. In einem unbeobachteten Augenblick, seine feine Nase hatte den Geruch jener, auf dem Holzboden der Terrasse stehenden Köstlichkeit wahr genommen, schleppte sich " Boss " über die Stufe der Zugangstür, nahm den schweren Glasdeckel der Bratpfanne an dem dortigen Metallknauf mit seinem Maul nach  oben und vertilgte sämtliche - wohl mehr als ein Dutzend - in der Pfanne einliegenden Fleischstückchen. Radikal, ratzeputz, rasant schnelle, verschwanden die Leckerbissen in seinem gefräßigen Magen. Nachdem er sich das Fleisch einverleibt hatte, leckte er den Sud in der Bratpfanne so sauber aus, dass selbst meine Abwaschkünste, die ich mir im Wege der vormals zwangsweise verordneten, elterlichen Küchendienste, sehr gut angeeignet hatte, ein Nichts dagegen waren.

Als wir die Freveltat gegen Mittag erst bemerkten, weil der Vielfraß den Glasdeckel der Pfanne akkurat auf den Korpus aufgelegt hatte, war Schmalhans Küchenmeister. Wir aßen Kartoffeln und eine Gemüsemischung mit ein paar Stückchen Fleischwurst. Nun, ja, immerhin hatten wir mit der unfreiwilligen, milden Futtergabe den Beagle glücklich gemacht.

So, wie eben der zu betreuende Lambrador bei dem regelmäßigen Auslauf an den Unterschleißheimer Erdbeerfelder vor Freude auf und nieder tanze, laut bellte und mit seiner Rute wedelte. Hundes sind eben doch sehr dankbar, auch wenn sie in der Unterhaltung teurer kommen als unser Katzen - Quartett. Deshalb stellte ich mir an jenem Abend, als die lärmende Meute von Hunden verschiedener Rassen nebst Besitzer über die Erdbeerfelder tobte, die einfache Frage, wie die Hundehalter ein oder sogar mehrere Tiere finanziell unterhalten können?
Die Antwort darauf gab mir meine bessere Hälfte nach der Rückkehr vom Berglwald in das Haus der Kinder: Die Kosten für jene Vierbeiner aus den Sozialwohnung zahlte bestimmt Papa Staat, denn es gab schon vor Jahrzehnten, unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung, gab es eine Bestimmung im Bundessozialhilfegesetz, dass heute - nach den HARTZ - Reformen - SGB II oder " HARTZ IV " heißt, die vorsieht, dass das Halten von Hunden der Integration in die Gesellschaft fördert, weshalb eben " HARTZer " dafür einen gesonderten Geldbetrag zu dem Regelsatz beantragen und erhalten können?

Hmmmh, interessant!

Aber es stimmt so nicht. Hundehaltung ist reinweg Privatvergnügen und wird deshalb staatlich nicht alimentiert. Irgendwie müssen diese Menschen das Geld für den Unterhalt der Hunde herbekommen. Na, egal. Wir halten keinen Hund.

Aber einen Pflegehund führte ich nach wie vor, während unseres Kurzaufenthalts in Bayer aus. Zur großen Freude des Labrador. Auch wenn es noch keine Erdbeeren auf den Feldern am Unterschleißheimer Berglwald gab, schaute mich der Bauer dort eben grimmig an. Jetzt weiß ich auch warum? Betreten der Erdbeerfelder mit Hunden während der Blüte - Reife - und Erntezeit streng verboten. Zu Recht, denn wer erntet schon gerne matschige Früchte für einen Preis von 3,60 € zum Selbstpflücken auf den Tisch stellen?

Na, denn: " Strawberry Alarm Clock " und der Smash Hit " Incence and Peppermints " aus dem anlaufenden Flower Power Jahr 1967 ( Manno, is dat schon 50 Jahre her? ):








Freitag, 19. Mai 2017

Ich liebe das Ende der Saison 2017!



Wenn morgen Nachmittag ab 15.30 Uhr das letzte Mal in der Saison 2016 / 2017 der Fußball in 9 Stadien der Ersten Liga rollt, dann sind doch tatsächlich noch einige Entscheidungen offen. Wer hätte das gedacht?

Vier Fakten wurden indes bereits geschaffen: Die beiden Absteiger stehen fest und - ach, wie sensationell - auch die Meisterschaft ist - jedoch längst - entschieden. Und sogar der Vizemeister steht fest. Doch von Platz 3 bis 8 und Platz 12 bis 16 könnte es doch noch, die eine oder andere Überraschung geben.
Spätestens um 17.25 Uhr ist wohl die 54. Spielzeit Geschichte. Doch die hatte es dann und wann in sich.

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/2016-17/spieltag.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Fußball-Bundesliga_2016/17


Deshalb jetzt ein kleines Fazit zu der fast abgelaufenen Spielzeit:

- SV Darmstadt 98: Was vor zwei Jahren mit dem Aufstieg der Lilien unter der Regide des Trainers Dirk Schuster begann, endete eher abrupt ab der Mitte der Rückserie. Torsten Frings wird die Hessen in die 2. begleiten. Wiederaufstieg? Eher unwahrscheinlich!

- FC Ingolstadt: Die Schanzer aus der oberbayerischen Auto - Stadt verabschiedeten sich ebenfalls nach " nur " zwei Spielzeiten. Was dem Klub in der 2. bevor steht, haben einige Akteure noch in Erinnerung und in ihren Knochen.

- Hamburger SV: Drei Mal Relegation ist Hamburger Recht? Mal ehrlich: Was ist nur aus dem so genannten " Dino " der Bundesliga in all den Jahren geworden? Nur blankes Chaos und pure Geldverschwendung? Mäzen Kühne hat´s ja! Sollten es die Hanseaten im letzten Heimspiel gegen die Wolfsburger nicht umbiegen können, droht eventuell der Abstieg.

- VFL Wolfsburg: Die Trauben bei dem Werksverein aus Niedersachsen wurden zu Beginn der Saison sehr hoch gehängt. Dann gab es einen rapiden Sturz in die Mittelmäßigkeit und jetzt könnte es sogar zu einem Kampf auf Biegen und Brechen gegen den Feind Braunschweig kommen. Welch frustrierende Entwicklung.

- FC Augsburg: Ein Wechselbad der Gefühle, das die bayrischen Schwaben ihren Anhängern zumuteten. Am Ende droht eventuell doch die Relegation und der Abstieg aus der Ersten?

- 1. FSV Mainz 05: Auch hier gilt: Von Oben nach Unten. Und trotzdem könnte es am Ende doch nicht reichen. Es wäre wirklich schade, wenn die Mainzer die Segel streichen müssten.

- Bayer 04 Leverkusen: Noch nie stand der Klub so nahe vor dem Abgrund. Aber, nach all der Unruhe innerhalb des Klubs, müsste es am Ende reichen.

- Eintracht Frankfurt: Die Hessen flogen zu Beginn der ersten Halbserie hoch, verloren dann die Orientierung und stürzten zeitweise in den tiefen Keller. Aber dennoch: Das Abstiegsgespenst klopfte nicht an die Frankfurter Tür.

- FC Schalke 04: Die Königsblauen zählten noch letzte Saison zu den Top - Klubs. Aus unerklärlichen Gründen kam zu viel Hektik in das Vereinsumfeld und Schalke 04 schmierte in die graue Bedeutungslosigkeit ab. Glück auf, für die nächste Spielzeit!

- VFL Borussia Mönchengladbach: Nach einem guten Start, ging den Gladbachern ein wenig die Luft heraus. Schließlich spielte der Verein sogar in der CL - Gruppenphase. Nach eher mäßigen Leistungen erreichten die Gladbacher nur einen Platz im sicheren Mittelefeld.

- SV Werder Bremen: Es sah beim Start in die Saison 2016 / 2017 sehr düster aus. Die Grün - Weißen spielten Angsthasen - Fußball, holten sich deftige Klatschen und wechselten den Trainer. Der konnte nicht sofort das Ruder herum reißen. In der Rückserie folgten dann ordentliche Spiele und damit gelang der Erhalt der Klasse. Mehr war auch nicht geplant. " Lebenslang Grün - Weiß "!

- 1. FC Köln: Hatte eine solide Hinrunde, dann einige Aussetzer in der zweiten Halbserie. Jetzt könnte sogar die Euro League winken.

- SC Freiburg: Das Überraschungsteam schlechthin. Es könnten zusätzliche Einnahmen aus den Auftritten auf internationalen Parkett winken. Eine prima Saison für die Breisgauer.

- Herthas BSC Berlin: Die Herthaner mischten einen kurzen Augenblick unter den Spitzenklubs mit. Dann schwächelte der Hauptstadt - Verein. Die Euro - League ist jedenfalls geschafft. Alle Achtung!

- TSG Hoffenheim: Ein junger Trainer könnte Flügel verleihen. Die Kraichgauer können sogar für die CL  planen. Wer hätte das gedacht?

- BVB 09 Borussia Dortmund: So richtig rund lief es bei den Schwarz - Gelben in dieser Saison nicht. Dann kam noch der perfide Mordanschlag eines Verbrechers vor dem CL - Spiel gegen Monaco. Ein Pendant zu dem Überverein aus München war der BVB dieses Mal nicht.

- RB Leipzig: Das war eine erfolgreiche Spielzeit. Nun ruft die Königsklasse Europas. Ob der Klub dort bestehen kann wird sich indes erst zeigen müssen. Trotzdem: Vizemeister, das ist schon etwas.

- FC Bayern München: Das CR 7 - Trauma wird die Bazis auch in der nächsten Saison begleiten. Von mindestens 3 Titeln, kam " nur " die Meisterschaft heraus.

Nun sind die Würfel beinahe gefallen. Und dennoch wird der Profi - Fußball auch in den Sommermonaten die Medien beschäftigen. Der Ball ist doch rund. Oder habe ich bereits vom TV - Glotzen achteckige Spielgeräte gesehen?

6.000.000.000.!



Auch gestern Morgen saß ich - völlig verschnupft, vergrippt, verträumt - vor meinem Pott Kaffee aus der " Severin " - Maschine und lauschte den Nachrichten von MDR aktuell. Trump - hat schon wieder neuen Ärger ins Weiße Haus bekommen. Die Kriminalitätsrate unter den Minderjährigen soll letztes Jahr enorm gestiegen sein. Dann wurde eine neue Studie zu dem bekannten Problem des Rechtsextremismus in Sachsen und den ostdeutschen Bundesländern vorgestellt.

Doch erst als ein Bericht über die Schulden von Selbständigen bei den Krankenkassen gesendet wurde, horchte ich auf. Nach vorliegenden Berechnungen sollen so genannte Ein - Mann - Selbständige den - viel zu vielen - Krankenkassen, einen Betrag auf die jeweils monatlich bis zum drittletzten Werktag eines solchen, fällig werdenden Mitgliedsbeiträge von insgesamt 6 Mrd. ( in Wort sechs Milliarden ) Euro schulden.

Wie das?

Nun, ganz einfach: Die von den Krankenkassen fest gelegten Mindestbeiträge können von einigen Hunderttausend Solo - Selbständigen nicht gestemmt werden, weil sie hierfür eben nicht ein ausreichendes Einkommen erzielen.

Dazu wird in dem MDR aktuell - Beitrag von Karl - Ursus Marhenke sinngemäß wie folgt berichtet:

Ob Paketzusteller, Kosmetikerin, Kioskbesitzer oder Hausmeister; es sind Solo - Selbständige, die de facto " ihr eigener Chef " sind. Ihnen wird von dem Gesetzgeber und den diese Vorschriften umsetzenden Krankenkassen monatlich eine fiktive Beitragsmessung bei ihren Beiträgen unterstellt, die eine Vielzahl jener, nie und nimmer erreichen. In einigen Fällen macht dieser dann beinahe die Hälfte des monatlichen Einkommens aus. Im Gegensatz zu den nichtselbständigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sind diese Selbständigen verpflichtet, den gesamten Beitrag an die Krankenkasse zu entrichten.

Dieser beläuft sich - je nach Kasse - auf bis zu 16 % zuzüglich des 2,55 oder für kinderlose Beitragszahler ab dem 01.01.2017, 2,80 % des Bruttoentgelts, dass für den Beitragsbemesungssatzes heran gezogen wird. Verzichtet der als freiwillig Versicherte geführte Selbständige auf einen Krankengeldanspruch gegenüber der Kasse reduziert sich der Monatsbeitrag auf 0,6 Prozentpunkte. Das wären bei einem Bruttoentgelt gemäß des Mindestbeitrags von 2.231. 25 je Monat, immerhin 13,38 Euro; bezogen auf das Jahr, also: 160,56 Euro.

Nun soll die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft die Beiträge nicht nur wirtschaftlich verwenden, sondern diese auf kontinuierlich einziehen. Dieses geschieht bei Arbeitnehmern durch den Arbeitgeber, der bis spätestens zum fünftletzten Werktag eines Monats den Beitragsnachweis bei der Krankenkasse übermitteln muss.



https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/freiwillig-versichert-gkv/


https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/selbststaendige/

Nun gibt es also - neben ein geschätzten Zahl von 80.000 Menschen ohne jedweden Krankenversicherungsschutz - auch solche, die ihre Beiträge nicht  oder nicht vollständig zahlen können. Es sind jene Selbständige, deren Einkommen noch unter 2.231,25 monatlich liegt. Diese Mitglieder schulden demnach den - viel zu vielen - Krankenkassen 60.000.000 Euro. Ein gigantischer Betrag, der - nolens volens - mit jedem abgelaufenen Monat ansteigt.

Dagegen möchte die GroKo in Berlin einige gesetzliche Maßnahmen ergreifen.
Diese zu erfragen bemühte sich der glänzend vorbereitete MDR aktuell - Radioredakteur Tim Deisinger im Gespräch mit der, als gesundheitspolitische Sprecherin der CDU / CSU - Bundestagsfraktion ausgewiesen Abgeordneten Maria Michalk ( https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Michalk ), die als gewähltes CDU - Mitglied den Wahlkreis Bautzen I im 18. Deutschen Bundestag vertritt. Sie wurde in dieser Funktion als Vorsitzende einer

Da lautete denn die Frage, was aus dem Vorhaben, die betroffenen Selbständigen in einer verfahrensmäßigen Form von den Beitragslasten bei den Kassen zu befreien, geworden sei. Nun, Michalk beantwortete die Frage dahingehend, dass die Beiträge zunächst bis zum Jahresende, wie gehabt berechnet werden, und danach der Selbständige als freiwillig Versicherter eine Einnahme - Überschußrechnung oder ggfs. eine Bilanz der Krankenkassen vorlegen muss. Auf Grundlage der dort angegebenen Einkünfte wird dann eventuell eine Beitragsrückerstattung vorgenommen. Hiernach werde auf Grundlage des vorlegten Einommensnachweises eine Einstufung des Kassenmitglieds erfolgen.

Aha! Wenn also die Umsätze, denn darum geht es bei der Bemessung des GKV - Beitrags bei Selbständigen, im nächsten Jahr höher sind, muss das Mitglied dann auch höhere Beiträge zahlen. Das erscheint nur gerecht, denn bei den Arbeitnehmern schlägt sich auch jede Lohnerhöhung auf die Krankenkassenbeiträge nieder.
Doch Michalk eierte herum, als Tim Deisinger weitere präzise Fragen stellte. Wie zum Beispiel die, was mit den Mitgliedern geschieht, die vielleicht nur 1.000 Euro monatlich einnehmen?
Sie müssten trotzdem allein an die Krankenkasse mehr als 18,5 % als Beitrag entrichten.

Zudem zeigte sie sich als Ahnungslose, wie sich die Bemessungsgrundlage bei Selbständigen errechnet. Es sind nämlich die Bruttoentgelte, die das Mitglied nachzuweisen hat, die hier herangezogen werden und nicht der nach Massgabe der durchaus - kreativen Gewinnermittlung - die daraus resultierende Endsumme, die lediglich zur Steuerfestsetzung heran gezogen werden muss. Michalk, die CDU - Tante aus Bautzen hatte keinen blassen Schimmer.

Deshalb wurde ihr wohl auch nicht die ebenso interessante Frage, nach der Einziehung der immensen Beitragsschulden jener " Schein " - Selbständigen gestellt. Die müssen nämlich von den Krankenkassen sehr wohl eingezogen werden. Und notfalls über Pfändungen sowie Abgabe der eidesstattlichen Versicherung zur Vermögensoffenbarung. Und - jene per Festsetzungsverfahren - einzuziehenden Beitragsrückstände sind auch später durch die Krankenkasse eintreibbar, nämlich bei einer Pfändung der Rente oder sonstiger Einkommens - und Vermögenswerte.

Michalk, die Dampfplauderin aus der Oberlausitz mit der Lizenz, ihre Inkompetenz in einem Radiointerview preis gegen zu dürfen.

Brrrrrrh, da schmeckte mir der Kaffee auch ohne die aus dem Bazi - Land eingeholte Erkältung überhaupt nicht mehr.

" Talking Heads " mit " This Must Be The Place ":



Donnerstag, 18. Mai 2017

Ein bisschen Liebe; ein wenig Punkte!


Die Wunden, die die erneute Pleite bei dem diesjährigen ESC in Kiew, den gesamtdeutschen Fans geschlagen hatte, sind nun beinahe verheilt. Fünf Tage nach dem Desaster vom 13. Mai 2017, hat sich die Volksseele langsam wieder beruhigt. Die patriotische Fraktion der Musikfreunde in diesem, unserem Lande, pöbelt nicht mehr gegen die übrigen Teilnehmer und deren unverhohlenen Drang, den jeweiligen Nachbarn, die volle Punktzahl übertragen zu lassen. Motto: " And ( the ) twelve points goes to our neighbour ... ! "

Auch die Rufe nach einer bundesdeutschen Sing - Sang - Vertreterin vom Kaliber der frisch vermählten Helene Fischer ( sie ehelichte just einen anderer Plärrer mit dem Namen Florian Silbereisen ) sind verstummt. Es ist Ruhe nach dem Sturm der Entrüstung eingekehrt. Ein solcher entlud sich gegen die Verantwortlichen des ESC - Fiaskos, vornehmlich den Norddeutschen Rundfunk.

Nun, ja, die nieder schmetternden Ergebnisse seit dem Sieg von Lena mit dem eher nichts sagenden Stück " Satellite " im Jahr 2010, können vielleicht den NDR - Apparatschiks angelastet werden, weil sie das Auswahlverfahren unter ihre Fittiche genommen haben. Doch: Die miesen Songs seit 2010 und natürlich auch davor, sind nicht durch den NDR zustande gekommen.

 https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_beim_Eurovision_Song_Contest

Die eher biedere Interpretin Isabella Levina Lueen (  https://de.wikipedia.org/wiki/Levina ) mit ihren flachen Titel " Perfect Life " konnte in Kiew nicht überzeugen. Und deshalb schmierte sie mit nur 6 Punkten auf den vorletzten, den 25. Platz, ab und ließ ihren Tränen der Enttäuschung freien Lauf. Was hat sie erwartet?
Ein Kritiker verriß  in einem bissigen Kommentar ihre Haartracht als " Brigitte - Nielsen - Gedächtnis - Frisur " ( https://www.tz.de/tv/kommentar-zum-esc-2017-pleite-von-levina-war-absehbar-8305469.html ) und - jetzt einmal Hand auf das immer noch schmerzende Herz -, wer barfuß, so wie die britische Popsängerin Sandy Shaw vor einem halben Jahrhundert, auf der Bühne in der geschichtsträchtigen Wiener Hofburg damit damals für einen Skandal sorgte, meint in Form dieser Reminiszenz bei dem Publikum einen Blumentopf gewinnen zu können, der irrte sich gewaltig. Die Masse der Teilnehmer war nicht einmal Quark im Schaufenster, als Shaw diese Skandal - Swing - Show in Wien abzog. Viele der Eltern jener Interpreten waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht geboren. Egal, gelobt sei das, was es schon einmal gab. Und deshalb musste sich die Levina - Truppe auch mit Plagiatsvorwürfen auseinandersetzen.

Auch diese Medien - Ente schwamm an der eingeblondeten jungen Frau ohne Schuhe auf dem beheizten Bühnenboden der Kiewer - High Tech - Halle quakend vorüber.
Ein weiterer Kritiker erkannte in der Kraut - und Rüben - Frisur, die mindestens mit " Goldwell " - Styling angepappt wurde, sogar den trendigen Haarschopf von " Old Duck, Donald Duck " Trump.
Nee, näh, so weit ist die Nielsen - Adaption aus Germany denn doch nicht gesunken. Quasseln kann sie, dumm ist sie keineswegs. Nur mit dem Singen hapert es doch. Deshalb sollte sie es nie wieder versuchen.

Vielleicht kommt ja im nächsten Jahr ein innovativer, kreativer Parasit aus der großen Gemeinde der ESC - Profiteure und holt die Gewinnerin von 1982 mit dem Namen Nicole und ihr nach ein wenig Frieden lechzendes Geheule aus dem Grab, textet den Wunsch der klampfenden Westdeutschen einfach um und lässt singen:

Hier sitz´ich nun und singe,
ein Lied für euch und klinge.
wie der der Wunschtraum aller Dinge,
die da heißen: Ich gewinne.
An Erfahrung,
denn die Nahrung
jedes Sängers nennt sich Ruhm und Geld,
denn nur Geld regiert unsere Welt.
Frieden hin, Punkte her,
und von denen bitte mehr!


https://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2017

 Gut´s Nächtle mit " Cactus " und " Song For Aries " - 1971 : " One Way, Or Another... "