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Freitag, 31. März 2017

Frauke Petry´s Alternativlosigkeit



Bald beginnt die oft zitierte " heiße Phase des Wahlkampfes ". Immerhin haben wir morgen bereits den 1. April. Am 24. September 2017 ist es dann soweit. Da darf das bundesdeutsche Stimmenvieh darüber entscheiden, ob Mutti Merkel es noch mal mach darf oder ob vielleicht EU - Fighter Schulz für die SPD den Wechsel vollbringt.

Dazwischen sind noch Landtagswahlen in 07. Mai in Schleswig - Holstein ( meerumschlungen ) und eine Woche später in Nordrhein - Westfalen ( NRW ist top! ).
Hierbei könnte sich auch schon ein Bundestrend aufzeigen. Ob es nun Merkel oder Schulz wird.
Daneben gibt es aber noch weitere Fragen, die zu beantworten wären. Schafft es die gelb - blaue Lindner - FDP - Truppe als dritte oder vierte Kraft? Werden die GRÜNEN weit unter 10 % bleiben? Und kann die AfD zweistellige Ergebnisse einfahren? " Die LINKE " spielt im alten Deutschland nicht so eine tragende Rolle.

Weil noch viele Dinge unklar sind, hat sich die AfD - Vorsitzende Frauke Petry in dieser Woche die Mühe gemacht, eine weitere Baustelle auf der Politik - Autobahn zu eröffnen. Sie sinnierte öffentlich über den Stress, den ein solches Amt mit sich bringen kann, wenn der Inhaber ( also sie ) es ringsherum nur mit Feinden in der Horrorclown - Maske zu tun hat.
Ob nun " bad bay " Björn Höcke, " old bastard " Alexander Gauland oder auch der Döspaddel " blind boy " Andre Poggenburg, sie alle führen nichts Gutes im Schilde, wenn es um die grundsätzliche Ausrichtung des Haufens geht. Dann wäre auch noch der ständig über ihrem Scheinheiligen - Schein schwebende Jörg Meuthen aus dem Spätzle - Fresser - Ländle, der professorale Rechtsaußen. Zudem gibt es eine Vielzahl von rechtsnationalen Bedenkenträgern, die der Frauke Petry das Lebens schwer machen.

Warum sich also weiterhin mit diesem rechten Geschmeiß abplagen? AfD - Frauke überlegte also laut, ob es zu ihrer Tätigkeit als AfD - Vorsitzende noch eine Alternative gäbe. Ja, sie erkannte sogar, dass eben jene Funktion nicht immer mit dem Privatleben einher geht. Dabei ließ sie die Katze aus dem Sack und bewertete das Amt, die Politik insgesamt, als nicht alternativlos.

Oho, da könnte so mancher Lügenpressen - Journalist bereits die Flöhe husten hören. Petry haut in den Sack, weil die Säcke um sie herum sich ständig auf den selbigen klopfen. Weil Petry wohl das ständige rechte Geklopfe dieser Säcke auf die Nerven geht, versuchte sie sich als Philosophin und erklärte just ihre politische Tätigkeit als nicht alternativlos.

Immerhin hat es Petry bald geschafft und sie erhält nach ihrer Firmenpleite und dem eingeleiteten Privatinsolvenzverfahren im Jahr 2014, eine üppige Zahlung als Abgeordnete und Fraktionsvorsitzende des Sächsischen Landtags. Deshalb hat sie ja auch kürzlich der in der Quasselbude vorlegten Diätenerhöhung ohne zu zögern zugestimmt.

Petry ist wohl demnächst zum fünften Mal Mutter und da gibt es vielleicht doch noch andere Lebensinhalte. Wer will, ja, wer kann es ihr verdenken? Bei solchen diesen Pfeifen um sie herum? Und so wird Mutti Petry vielleicht in absehbarer Zeit in der Versenkung verschwinden, so, wie ihre Partei, die Alternative für Deutschland, die eben nicht alternativlos ist, nolens volens hoffentlich dann auch.

Petry dank!

Gut´s Nächtle mit: " Jefferson Airplane " und " Feel So Good " - Live 1972



Junge, wat war´mer jung und Petry noch Quark im Schaufenster ( da hätte sie auch lieber bleiben sollen )!



Schmetterlingsparade


Endlich ist es warm geworden. Kaum zu glauben, dass die Thermometer auch über 20 Grad Celsius klettern können. Was liegt dann bei einem wunderbaren Frühlingstag mit Sonne pur und diesen Temperaturen näher, als Gartenarbeit? So legte ich mir die Utensilien für das Tagwerk zurecht und wuchtete die letzten Säcke Rindenmulch aus unseren japanischen Lastenesel, Dann begann ich das frevlerische Tun und kappte die Haselnusssträucher sowie de oberen Bereich der Esche, die uns vor vielen Jahren als Frucht wohl zugeflogen war.

Danach stieg meine bessere Hälfte in die Gartenarbeit mit ein. Sie verteilte einen Teil des Mulchs und schob auf der Terrasse die Pflanzkübel zur Seite, in denen später der weitere Versuch, in diesem Jahr Sonnenblumen aufzuziehen, gestartet werden sollte. Die Stunden verflogen, die Pause nahte und ich setzte mich kurz auf den Holzstuhl im Garten. Kurz darauf zeigten sich doch tatsächlich einige Schmetterlinge. Aus dem einstigen Naturkundeunterricht erkannte ich die Mehrzahl wieder. Es waren Kohlweißlinge, zwei Tagpfauenaugen und unser bereits vor einigen Tagen herum flatternder Zitronenfalter. Dann umkreiste ein kleiner, bläulicher Schmetterling die Sträucher und den Bambus. Ich grübelte und dachte nach. Wie heißt denn dieses winzige Exemplar? Bläuling? Blaufalter? Oder gar Blauer Schmetterling?

Zum Glück weiß das Internet beinahe alles. Und deshalb konnte ich meine selbst gestellte Fragen auch lösen. Es war ein Hauhechel - Bläuling, der unseren Garten besuchte. Was das Männchen in unserem Refugium trieb, war mir nach dem Lesen dessen eigentlichem Lebensraumes, nicht so ganz klar ( https://de.wikipedia.org/wiki/Hauhechel-Bläuling ). Vielleicht hatte den Falter der frisch aufgetragene Rindenmulch angelockt. Oder der immergrüne Bambus. Es hätte aber auch eines der langsam grünenden und blühenden Ziersträucher sein können.

Immerhin schien es ihm bei uns zu gefallen, denn ich beobachtete seinen Rundflug einige Minuten lang, ehe der Winzling aus meinem Blickfeld entschwand.

" Yanni " mit " Butterfly Dance ":



Donnerstag, 30. März 2017

Die Müll - Sheriffs von Delmenhorst



Die deutsche Nation soll ja nicht nur Weltmeister im Männer - Fußball sein, Reise - Weltmeister dazu auch noch, sondern auch weltmeisterlich im Bereich der Mülltrennung agieren. Dieses Privileg verdankt die Nation unter anderem dem Dualen System, dass 1990 gegründet wurde und aufgrund der Verpackungsverordnung ab 1991 im Bereich der Recycling - Wirtschaft existiert.

Neben dem öffentlich - rechtlichen Entsorgungsbereich ist das Duale System Deutschland ( DSD ) seit dem das zweite Standbein der Abfallentsorgung in Deutschland. Doch durch die erste Finanzkrise 1993 stand der Betrieb beinahe vor dem Bankrott und wurde durch die Entsorgungswirtschaft und deren massiven Geldzuflüssen gerettet.

Als im Jahr 1995 eine umfangreiche Werbekampagne zu diesem Entsorgungssystem gestartet und hierfür eigens die Werbefiguren Hugo + Egon kreiert wurden, begannen die Städte und Kommunen gleichzeitig mit einer massiven Kontrolle der von den Haushalten zu nutzenden Gelben Säcken. Selbst wenn der " dumme " Bundesbürger durch die Aufklärungsaktion des DSD davon informiert werden sollte, welche Verpackungen er in den Gelben Sack zu entsorgen hatte und er zudem dann auch noch diese mittels Wasser zu reinigen hatte, gab es besonders schlaue Zeitgenossen, die den gelben Sack als Sparmassnahme zum Restmüll sahen und dort so ziemliche alle Gegenstände hinein warfen, die im Haushalt anfielen.

Um jenen Umweltfrevlern das Handwerk zu legen, sandten die Kommunen motorisierte Mitarbeiter durch die Straßen, die die dort abgestellten Gelben Säcke überprüften und bei Verstößen einen roten Klebezettel anpappten. Der ausgestellte Gelbe Sack blieb dann stehen. Er musste von dem Verursacher zurück genommen werden, neu sortiert und bis zu dem nächsten Abfuhrtermin erneut hinaus gestellt werden. Dieses Prozedere war oft ein Ärgernis, weil es natürlich auch Verpackungen gab die damals nicht als in den gelben Sack gehörend galten. Zudem standen einige Säcke noch Tage lang auf den Gehsteigen, weil der dazu gehörende Bewohner sie einfach nicht abholte.

Auch in diesem Fall gab es Ärger, denn es konnte durchaus nachvollzogen werden, wer zu den Sack oder den Säcken gehörte. Dann nämlich, wenn andere Mieter oder auch Nachbarn die Säcke identifizieren konnten. Hiernach gab es ein Schreiben des Ordnungsamtes, dass sogar ein Bußgeld verhängen konnte.

In diesem Refugium waren einst auch die Mitarbeiter der Stadt Delmenhorst tätig. Sie wurden Müll - Sheriffs genannt. Diese nahmen ihre Aufgaben gewissenhaft wahr und führen mit dem Dienstwagen Straße für Straße ab, wo sie anschließen die herausgestellten Säcke zu Fuß kontrollierten.

Die Müll - Sheriffs klebten einige Male an meine heraus gestellten Gelben Säcke den rote Hinweis, dass sich in diesen nicht erlaubte Verpackung befunden hätte. Und, wehe, ich nahm die Säcke nicht umgehend mit. Spätestens am zweiten Morgen nach dem Abfuhrtag erinnerte mich ein spießiger Nachbar daran. Die Müllkontrolle funktionierte und die Erziehung zu einem eigenen Umweltbewusstsein damit auch. Der Grüne Punkt, eben.

Einige Jahre später verabschiedete sich die Stadt Delmenhorst von dem Kontrollverfahren, weil die Bürger es nun endlich kapiert hatte, dass der Gelbe Sack keine Restmüll - Entsorger sein konnte. Mittlerweile ist das Entsorgungssytem in diesem, unserem, Lande soweit verfeinert worden, dass jeder Patriot es kapiert hat.
Müll ist nicht gleich Müll und Müll bedeutet Müll entsorgen. So, wie der Film es hier zeigt:




  https://de.wikipedia.org/wiki/Duales_System_Deutschland

Des deutschen liebstes Kind ist das Auto, doch auch die Ordnung, denn die muss sein.
Gut´s Nächtle mit Alexis Korner´s " CCS " und 1970er - Klassiker " Tape Turns On The Water ":





May´s " Brexit " - Füller




Nun ist es also soweit: " Brexit means Brexit! " wurde vorgestern in den Nachmittagsstunden von der britischen Premierministerin Theresa May offiziell  in die erforderliche Form umgesetzt. Sie unterschrieb in ihrem Amtssitz Downing Street No. 10 das Austrittsgesuch zur Europäischen Union. Das von May mit einem edlen Füller unterzeichnete Gesuch wurde einen Tag später dem Europäischen Parlament in Straßburg vorgelegt. Nun darf frisch, fromm, fröhlich ( oder auch weniger gut gelaunt ) aber vielleicht ein wenig frei, bis zum 29. März 2019 über die Austrittsmodalitäten geplaudert werden.
Wobei es wohl auch um ein bisschen Geld gehen wird. Die Nachrichten haben zirka 60 Milliarden Euro angegeben. Nicht gerade ein Taschengeld. Aber: Großbritannien hat das schon.

Und auch die Milliarden für die Altlasten, wie Pensionsansprüche der hoch bezahlten EU - Politiker aus Großbritannien, sind nicht von Pappe. Eine 44 Jahre alte Ehe ist eben nicht billig, wenn sie geschieden werden soll. Doch: Großbritannien ist eben groß. Das werden die schon stemmen.

Und wenn nicht: Kann ja der teure Füllfederhalter aus Goldbestandteilen und der Original - Austrittsantrag bei ebay meist bietend versteigert werden, um einen Obolus zur Schuldentilgung zu erzielen. Immerhin waren die Umstände bei der May´schen Amtshandlung der Krawall - Presse in England auch einen Bericht wert. May´s Füller: selten, teuer, historisch!
Die Folgen jener bindenden Unterschrift, mit der das Verfahren gemäß Artikel 50 des Lissabon - Vertrags ausgelöst wurde, sind indes unabsehbar.

Und deshalb brat´mir doch einer einen Storch, wenn jetzt nicht eine Armada an Rechtskundigen an dem Austrittsprozedere für enorm viel Moneten herum werkeln wird. Dat nennt sich auch Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Schließlich muss diese Vorschrift mit dem prallen - insbesondere ökonomischen - Leben erfüllt werden:


Art. 50

(1) Jeder Mitgliedstaat kann im Einklang mit seinen verfassungsrechtlichen Vorschriften beschließen, aus der Union auszutreten.
(2) Ein Mitgliedstaat, der auszutreten beschließt, teilt dem Europäischen Rat seine Absicht mit. Auf der Grundlage der Leitlinien des Europäischen Rates handelt die Union mit diesem Staat ein Abkommen über die Einzelheiten des Austritts aus und schließt das Abkommen, wobei der Rahmen für die künftigen Beziehungen dieses Staates zur Union berücksichtigt wird. Das Abkommen wird nach Artikel 218 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union ausgehandelt. Es wird vom Rat im Namen der Union geschlossen; der Rat beschließt mit qualifizierter Mehrheit nach Zustimmung des Europäischen Parlaments.
(3) Die Verträge finden auf den betroffenen Staat ab dem Tag des Inkrafttretens des Austrittsabkommens oder andernfalls zwei Jahre nach der in Absatz 2 genannten Mitteilung keine Anwendung mehr, es sei denn, der Europäische Rat beschließt im Einvernehmen mit dem betroffenen Mitgliedstaat einstimmig, diese Frist zu verlängern.
(4) Für die Zwecke der Absätze 2 und 3 nimmt das Mitglied des Europäischen Rates und des Rates, das den austretenden Mitgliedstaat vertritt, weder an den diesen Mitgliedstaat betreffenden Beratungen noch an der entsprechenden Beschlussfassung des Europäischen Rates oder des Rates teil.
Die qualifizierte Mehrheit bestimmt sich nach Artikel 238 Absatz 3 Buchstabe b des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union.
(5) Ein Staat, der aus der Union ausgetreten ist und erneut Mitglied werden möchte, muss dies nach dem Verfahren des Artikels 49 beantragen.

Na, denn: Viel Erfolg!

Pelayaran und " May "




Frühling wird es!

Wenn am Samstag der 1. April auf dem Kalender steht, so mancher schräge Aprilscherz abgelassen wird, ändert dieses nichts daran, dass die Natur diesen Brauch eher ignoriert. Die bewegt sich auch weiterhin und grünt. Was ich bei einem Rundgang in unseren Garten wohlwollend zur Kenntnis nehmen durfte:




Dazu: Jeffrey Lewis, der Anti - Folk - Singersong- Writer mit " Springtime ". Aus dem Album:

The Last Time I Did Acid I Went Insane












Gut, ja, gut, ich sach´ma´, ich denke, ich glaube, zu wissen: Singen kann er net. Gitarre spielen eher mäßig. Aber dafür hat er ´ne große Klappe, selbst wenn er in der Post - Hippie - Ära geboren wurde. Doch: Moneten kann auch ein dürftig Begabter gebrauchen und auch dann damit verdienen, wenn er gegen Irgendetwas ist. Passt scho in die heutige Zeit.

Mittwoch, 29. März 2017

Osterzeit

 In fast 14 Tagen beginnt das Oster - Wochende. Ab Donnerstag,den Gründonnerstag, können sich die meisten Bundesbürger auf einige freie Tage freuen. Dann wird dem Brauchtum vom Osterfeuer, über das Ostereier suchen bis hin Osterurlaub gefrönt. Je nach Wetterlage nehmen dann auch die Staus auf den Autobahnen zu. Eigentlich wird nicht alles, aber zumindest vieles so ablaufen, wie im letzten Jahr.

Und deshalb gibt es auch ab Anfang Februar bereits Ostereier in den Supermärkten zu kaufen. Nicht in jener Vielfalt, wie sie jetzt, also wenige Wochen vor den Festtagen zu finden sind, aber doch in so reichlicher Auswahl, dass der Kunde aus einigen Anbietern und Artikeln unterscheiden kann. Die Industrie und der Handel kennen hier kein Pardon. Die Regale werden voll gestopft. Koste es, was es wolle. Schließlich soll in Erinnerung gerufen werden, dass auch im Jahr 2017 das Osterfest gefeiert wird.

Genauso früh, wie die Süßigkeitenindustrie, stehen aber auch einige Sträucher, wenn sie auch oft noch blattlos, demnach völlig kahl sind, mit bunten Ostereiern behangen in den Gärten und Vorgärten.
Im Wege des vorauseilenden Gehorsams, öffnen einige Feierwütige bereits Anfang März ihre Behälter, um dort die Ostereier oder anderes Gedöns herauszunehmen und in das Gestrüpp einzuhängen. Dort bildet die Osterdekoration einen farbliche Kontrast zu den grauen Garten des Hauses.

Tja, und bei dem Fußweg entlang der Raserstrecke Wiesbadener Straße, staunte ich vor einigen Wochen nicht schlecht, als im Busch des Vorgartens zu einem Frisörgeschäft, dieser bereits voller bunter Ostereier hing. " Junge, die muss es aber eilig haben, um andere Bewohner daran zu erinnern, dass das Osterfest in einigen Wochen ansteht.", dachte ich so und zückte die Handy - Kamera.

Mal unter uns gesagt: Es soll sogar Menschen geben, die feiern Weihnachten das ganze Jahr. Warum nicht dann auch Ostern? Oder hat es mit der frühzeitigen Osterschmuck - Aktion noch eine andere Bewandtnis? Den übrigen Menschen zu zeigen, dass nur der frühe Osterhase die Eier legt?




Dienstag, 28. März 2017

Zeitverschiebung



Als die US - Amerikaner ab den 1950er Jahren damit begannen, ihre technische Überlegenheit auf dem Spielfilmsektor exzessiv in der Produktion von Science Fiction - Produktionen zu nutzen, verfolgten sie damit dem sehnlichen Wunsch, die Zeit vor - und auch zurückstellen zu können.
Im Verlaufe der vielen Jahre kamen dabei echte Klassiker zustande, wie beispielsweise die Verfilmung des H.G. Wells - Romans " Die Zeitmaschine " mit dem einstigen Hollywood - Mann Rod Taylor.
Alsbald wurden auch ganze Serie auf den inzwischen riesigen TV - Markt geworfen. Neben dem kultigen Dauerbrenner " Star Trek " ( Raumschiff Enterprise ), zählten auch " Time Tunnel " sowie später " Stargate " dazu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zeitmaschine_(1960)


https://de.wikipedia.org/wiki/Time_Tunnel


https://de.wikipedia.org/wiki/Stargate_–_Kommando_SG-1

Mittlerweile kann sich jeder Erdenbürger, der über einen Internet - Zugang verfügt, alle nur erdenklichen Monstren und Mutationen auf seinen Bildschirm bannen.
Was allerdings nicht bedeutet, dass er damit selbst in einer zukünftigen Welt oder in irgendeiner Vergangenheit lebt. Dazu wird es nie kommen. So muss der auf unsrem Planeten Lebende damit vorlieb nehmen, dass er die Zeit allenfalls um 12/14 Stunden bzw 12 Stunden  vorwärts oder zurück verschieben kann.

Für den Normalo bereits eine große körperliche Herausforderung, denn er benötigt einige Tage, um sich auf eine neue Ortszeit einstellen zu können.
Der berühmt - berüchtigte Jet - leg wird ihm hierbei nämlich zu schaffen machen.

Genauso ist es mit der ab Sonntagmorgen, den 26. März 2017, um 02.00 Uhr, nunmehr geltenden Sommerzeit. Für eine Vielzahl von Bundesbürgern bedeutet sie eine Stunde früher als früh, also sehr früh, aufstehen und den morgendlichen Trott abspulen. Damit haben nicht wenige Menschen so ihre liebe Mühe.

Zudem kommt eine weitere Notwendigkeit hinzu: Die Uhren in der Wohnung oder im Haus müssen - sofern dieses nicht per Funk automatisch erfolgt - entsprechend umgestellt werden. Das klappt zwar oft, aber nicht immer.

Schlaftrunken stolperte ich nach der Geburtsgasfeier um 7.30 Uhr an jenem Sonntagmorgen in die Küche, denn unsere Katzen wollten versorgt werden. Nachdem üblichen Ablauf, Kaffeemaschine anstellen, Radio einschalten, " SPIEGEL " - Hefte auf den Tisch, wurde mir erklärt, dass es eben nicht 7.30 Uhr sondern bereits 8.30 Uhr sei. Also: Pflichtgemäß stellte ich die Uhren neu ein. Doch: Die mechanischen Zeitanzeiger machten dabei nicht so richtig mit und auch bei den elektronischen Ausführungen würgte ich herum. Entweder zeigten sie auf dem Display die Stunden nicht korrekt an oder ich hatte die Minutenanzahl nicht getroffen. Es verging eine Menge Zeit, bis ich es dann doch geschafft hatte.

Wahrhaftig: Diese Zeitumstellung nervt. Die Sommerzeit ist eher ein Ärgernis, denn ein Segen. Und, mal ehrlich: Spart die Zeitverschiebung wirklich so viel Energie? Oder ist es nur noch ein Märchen, das wir hier erzählen?
Angeblich soll die Rückgängigmachung jener Regelung viel Millionen Euro kosten. Ist das so?

The Chambers Brothers und " Time Has Come Today " - Hach, das waren noch Zeiten!






Montag, 27. März 2017

Und willst du nicht mein Bruder sein.....



Der Niedergang der großdeutschen Kultur ereignete sich vor knapp 84 Jahren als in Berlin die Bücherbrennung - der eigentliche Höhepunkt der staatlich gesteuerten Propagandaaktion " 12 Thesen wider den undeutschen Geist " - zelebriert wurde. Es war damit auch der Höhepunkt des Niedergangs der deutschen Kultur, denn: Die gab es ab jenem ominösen 10. Mai 1933 nicht mehr. Zumindest bis zum 7. Mai 1945 existierten Kunst, Kultur und ihre erforderlichen Freiheiten dazu, wie andere menschenwürdige Lebensgrundlagen nicht mehr. Quälende 12 Jahre waren sie ausradiert.

Aber auch nach 1945 hatten die beiden autonomen, deutschen Staaten es mit der Kunstfreiheit so ihre erheblichen Probleme. Der eine deutsche Staat, die DDR, verbannte jene Kunst und Künstler, die sich systemkritisch betätigen wollten; der andere Staat auf deutschem Boden, die BRD, dann jene, die sich systemkritisch äußerten und zudem den miefig - piefigen Doppelmoral - Vorstellungen nicht entsprachen. Die eine Obrigkeit, die Auserwählten und Inthronisierten der SED, die aufoktroyiere Speerspitze des diktatorischen Proletariats, nannte diese Künstler und ihre Kunst, die des Klassenfeindes, die anderen Gewählten, die christlichen Demokraten, aber auch viele Wendehälse aus der Zeit des Nationalsozialismus, bezeichneten sie als abartig.

Erst Jahrzehnte später, mit den damals und auch heute wieder verhassten 68ern, bekam Kunst in der BRD einen anderen Stellenwert. Sie reduzierte sich nicht mehr auf eine gelobhudelte Elite, auf jene Klassiker und auf die Systemkonformen. Während sich viele BRDler von dem elitären Kunstbegriff sukzessive emanzipierten, blieben ihre Schwestern und Brüder bis 1989 unter der Knute des Staatskonformen.

Mehr als 27 Jahre nach der so genannten Wende, als sich die Mauer öffnete, der Stacheldraht alsbald verschwand und die wiedervereinigten Deutschen samt und sonders nicht nur frei Reisen, frei Konsumieren und frei Denken durften, scheiden sich die Geister jedoch ab und zu bei dem Kunstbegriff.

So erhitzten sich unsere Gemüter am Samstag an der Frage, ob die drei " Schrottbusse " auf dem Dresdner Neumarkt nun Kunst zu nennen sind oder ob es einfach nur das ist, was es ja auch in Realität wäre: Autoschrott?

Dass dabei natürlich auch die Frage nach deren Existenz insgesamt diskutiert wurde, versteht sich eigentlich von selbst. Gehören diese Busse dort auf den Neumarkt oder sind sie störend, gar keine Provokation? Das montäglich demonstrierende Pegida - Häuflein erkennt in den drei senkrecht aufstehenden, ausrangierten Transportmittel, jene provozierende Geste, mit der die politischen Verantwortlichen rund um Oberbürgermeister Hilpert ( FDP ), die angebliche Volksmehrheit der Dresdner brüskieren wollte. Wenn nicht, ja, warum stellen die Initiatoren den Bus - Schrott nicht woanders hin. Schließlich steht sie ja in Sichtweite zu der Frauenkirche jenem zu DDR - Zeiten nicht wieder aufgebauten und durch alliierte Bomber nieder gemachten Symbol des Christentums. Aber auch nur in der Nähe der Kirche.

Doch für das verblendete, reaktionäre Pegida - Volk, dass sich selbst das Recht heraus nimmt, im Namen des selbigen zu sprechen und als dessen Abordnung zu sein, reichte es schon, dass ein Erbauer des Bus - Denkmals auf Zeit, syrische Wurzeln vorweisen kann und zudem auf den Krieg in dem Land seines Vaters hinweisen möchte. Nein, das ist ein unerhörter Vorgang. Krieg mit Krieg zu vergleichen. Wo doch Dresden nur Opfer und die Alliierten die Täter waren?  Mal ganz ehrlich: Die Deutschen waren auch Täter, weil sie den Krieg angezettelt hatten; die Briten waren Täter, weil sie Dresden bombardiert hatten. Also waren alle Täter und gleichzeitig auch Opfer.

Und in Syrien? Sind auch wir Täter, weil unsere Rüstungsindustrie - über Umwege - in das Land Waffen liefert, damit es weiter zerstört wird.

Deshalb gibt es keinen Alleinanspruch, den die Pegidisten für sich beanspruchen, die Trauer - und Erinnerungskultur begehen zu können. Doch wehe, wenn hierzu eine andere Meinung vertreten wird. Wehe, den Kritiker jener instrumentalisierten Erinnerungskultur für den 13. Februar 1945.
Ja, es war damals ein Kriegsverbrechen. Ja, die Bombardierung war verbrecherisch. Aber, auch der Kriegsbeginn 1939 war es. Und alles, was davor und danach geschah auch.
Doch: Ein klares Nein, bei der Frage, ob es sich bei den drei aufstellten Bussen um Kunst handelt.

Ein Zeichen als Mahnung an die Unmenschlichkeit von Kriegen muss nicht unbedingt Kunst sein. Und wenn dennoch darüber gesprochen wird, hat der Initiator viel erreicht. Er hat zumindest bewirkt, dass Meinungen ausgetauscht werden. Gleichwohl das eben nicht bedeutet, dass alle Beteiligten einer Meinung sein müssen. Allerdings ist das unflätige Beschimpfen von gewählten Politikern keine Meinungsäußerung. Es ist eigentlich nur peinlich, denn dahinter steckt die Hetze von Bachmann und anderen Pegidioten und damit nie ein kluger Kopf. Denn, solche verkrachten Existenzen dulden keine eigene Meinung außer ihrer eigenen. Getreu dem Sinnspruch:
" Willst du nicht mein Bruder sein, schlag´ich dir den Schädel ein!"

Dieses Grundverständnis hatten wir schon mal, nämlich vor 84 Jahren.

Gut´s Nächtle mit " Testament " und Brotherhood Of Snake ":


Das ist auch Kunst!



Sonntag, 26. März 2017

Geburtstagstafel


Große Ereignisse können ihre Schatten weit voraus werfen. Können, müssen aber nicht. Wenn ein Geburtstag ansteht, kann es deshalb zu einem wahren Konsumrausch kommen, sofern dieser - angemessen - gefeiert wird. Als Ökonom halte ich den auch hier anzulegenden, gestrengen Maßstab von Nutzen zu Kosten oder auch umgedreht, alle Male als zu beachten. Kostet eine solche Feier sehr viel Geld, ist der Nutzen ( die Geschenkanzahl und ihr Wert ) eher gering, wäre zu überlegen, ob jene Feier erforderlich ist. So würde der homo oeconomicus denken.

Doch es gibt eben eine andere Herangehensweise. Wer das zwischenmenschliche favorisiert, sollte nicht auf die Kosten für eine Geburtstagsfeier sehen. Wichtig ist hier das gemeinsame, das gesellige Zusammensein, die Ausgeburt der viel berüchtigten deutschen Gemütlichkeit. " So jung sehen wir uns nicht wieder. ", lautet da ein Sprichwort.

Wie wahr, denn der nächste Geburtstag folgt unweigerlich dazu, dass der ihn Begehende tatsächlich ein Jahr älter geworden ist.

Da wagten wir die Odyssee auf einen Freitagnachmittag, den Konsumtempel " Kaufland " aufzusuchen. Freitag, der 24. März 2017 war nun eigentlich kein besonderer Tag. Außer, dass das Wochenende vor der Tür stand. So wenige Tage vor Ultimo, wenn die Masse ihren Lohn oder das Gehalt und die Rentner die demnächst wieder steigende Rente sowie die HARTZER ihre Alg II - Leistungen bekommen, ist in der Regel hier die berühmte " Tote Hose ".
Doch: Nicht so an diesem Freitag.

Es wimmelten Hunderte in den langen Regal - Gängen herum Kreuz und quer, hin und zurück, seitwärts, ganzen Pirouetten wurden mit dem eisernen Einkaufswagen dabei gedreht. Das oft entspannte Durchfahren der endlosen, mehr als mannshohen, mit Artikeln voll geprobten Regalmeter, es wurde zu einer Tortur. Und: Überall nur Eisgraue - so, wie wir auch.

Während sich unser Gefährt langsam, aber sicher füllte, mein Gemütszustand sich allerdings von Sekunde auf Sekunde im Sinkflug begab, grauste es mir schon vor dem Schlangestehen an der Kasse. Nach mehr als einer Stunde des Einkaufsmartyriums, befanden wir uns vor dem Kassenband. Als ich die Masse an Waren - Roboter artig - auf das dortige Band legte, verfluchte ich innerlich die US - Amerikaner mit ihrer einst großartigen Idee des " Cash and Carry " oder dem heutigen " self - service ". Doch: Wer günstige Lebensmittel kaufen möchte, der muss diese Nachteile hinnehmen.

Endlich, hatte die Kassiererin ihren Einscanne - Marathon beendet. Der gesamte Sermon kostete einen dreistelligen Betrag. Nun, gut: Geburtstag, halt.

Damit war meine Arbeitstätigkeit nicht beendet. Nach dem Auflegen auf das Kassenband, das Einlegen in den Wagen, erfolgte das Einpacken in die Plastekörbe, das Heraufwuchten in Küche und das Auspacken in die Schränke. Wenn diese fünf Arbeitsgänge nach zirka 2 Stunden erledigt waren, kam jedoch keine Ruhe in den weiteren Tagesablauf. Nun wurden Kuchen gebacken, Salate gefertigt und Buletten gebraten. Diese Vorbereitungen dauerten bis in die Abendstunden. Endlich konnte ich mein müdes Gebein auf das Sofa legen. Morgen ist auch noch ein - sehr langer - Tag: Die Geburtstagsfeier steht an.

Wie die vorbereitete Geburtstagstafel aussehen darf, ist auf dem obigen Bild erkennbar.

Ein Mal im Jahr, viele Male im Leben. So wie dieses selbst verläuft: Rauf und runter!

" The Secret Machines " mit einem Cover - Stück von " Harmonia " aus dem Kult - Album " De Luxe " : " Immer wieder:




Freitag, 24. März 2017

" Auseinander, hier! Ihr Kampfhähne!"



Die Freie Hansestadt Bremen ist ja eigentlich eine Großstadt. Immerhin leben dort mehr als 557.000 Einwohner. Allerdings verteilt auf verschiedene Stadtteile. Diese unterscheiden sich wiederum voneinander. Deshalb gibt es dicht bewohnte und weniger dicht bewohnte von diesen 5 Stadtbezirken, die wiederum in 19 Stadtteilen sowie 88 Ortsteilen untergliedert sind.
Die Bremer Neustadt zählt zu den eher dicht bewohnten Stadtteilen. Doch, wer dort über viele Jahre wohnt und berufstätig ist, kennt alsbald viele ebenfalls dort lebende Menschen.

Als ein Bekannter zu Beginn der 90er Jahre nach einer erfolgreichen Umschulung zum Floristen sich selbständig machte und in der Neustadt einen Blumenladen eröffnete, liefen die Geschäfte zunächst schlecht. Blumen oder genauer: Floristikartikel zählten nicht nur zu den Risikobereichen, den die Banken deshalb kaum unterstützen, weil es hier zu viele Pleiten gab, sondern vor allem weil dort eher das Bargeschäft in dem Vordergrund stand. So war es zumindest einst, in den frühen 1990er Jahren.

Mein Bekannter quälte sich also mit seinem Floristikgeschäft herum. Obwohl die Lage in der Osterstraße, in der Nähe des Rot - Kreuz - Krankenhauses und des Neustädter Friedhofs nicht unbedingt die schlechteste war. Dennoch kamen wenige Laufkunden und so hatte er viel Zeit, über sich, sein bisheriges Leben und das andere Geschlecht nachzudenken.
Dieses erschien ihm eines Tages in Form einer großen, durchaus attraktiven Mitvierzigerin, die bei ihm einen Geburtsgasstrauß kaufte.

Wie es das Schicksal wollte, fand nicht nur mein Bekannter die Dame interessant, sondern sie auch ihn. Weil diese nur einen Steinwurf weit, in einem der Mietblöcke wohnte, schaute sie einige Zeit später erneut in das Geschäft des Bekannten herein. Es kam, wie es nicht selten bei solchen Fallkonstellation kommen muss, die beiden Nachbarn begannen ein Techtelmechtel. Da sie verheiratet war, rief das einige Zeit später den jähzornigen, aber dem Alkohol sehr zugänglichen, den gehörnten Ehemann, auf den Plan.

Der observierte zunächst seine Frau und stellte sei dann zur Rede. Das Liebesabenteuer wurde daraufhin von ihr sofort eingestellt, denn schließlich hatte ihr Mann, wenn auch nicht gerade attraktiv, ein wenig Geld anzubieten, dass er als Mit - Erbe irgendwann einsammeln durfte und das es ihn ermöglichte, nicht nur in dem Block eine kleinere Eigentumswohnung zu erwerben, sondern gleich im Anschluss daran, mit seinem Beruf  aufzuhören. Der wesentliche ältere Ehemann war danach nur noch Privatier, wartete auf seine durchaus hohe Rente, soff den ganzen Tag und glotzte bis in den Morgengrauen Video - Filme, die er sich in einer der vielen, vormals existieren Videotheken in der Neustadt auslieh.

Das eher triste, das freudlose, das formatierte Leben, schien seiner Frau jedoch nicht zu gefallen. Sie fühlte sich zurück versetzt, allein gelassen und zumeist unverstanden. So trieb der Suff, die Sucht, der Video - Konsum, des Ehemannes, sie in die Arme des interessanteren Floristen, meines Bekannten, also.

Nun, die Geschichte hätte so ausgehen können, wie sie in Tausenden ähnlich gelagerter Fälle, auch endet: Der Mann verzeiht der Frau, gelobt sich zu bessern und der Seitensprung wird in Vergessenheit geraten. Doch, da gibt es auch bei einem Säufer und eher langweiligen Ehemann, so etwas, wie die gekränkte Ehre, vielleicht gepaart mit Eifersucht und Rachegelüsten gegenüber dem Rivalen; selbst dann noch, wenn dieser längst aus dem Rennen ist.

Als mein Bekannter viele Monate nach dem beendeten Abenteuer eines Tages an der Ampelkreuzung Friedrich - Ebert - Straße / Buntentorsteinweg mit seinem PKW stand, links und rechts Fußgänger hin und her strömten, knallte es plötzlich auf seiner Windschutzscheibe. Die zerplatzte, wie eine Seifenblase, womit dem Bekannten sofort die Sicht genommen war. Aus dem rechten Seitenfenster konnte er noch gerade einen Mann erkennen, der ihm mit der Faust drohte und einen zerrissenen Plastebeutel in der anderen Hand hielt.

Mein Bekannter fuhr mit seinem uralten Audi auf eine Verkehrsinsel, stellte den Wagen dort ab und rannte dem Mann hinterher. Er hatte längst erkannt, dass es der Ehemann seiner einstigen Gespielin war. Dieser gab seinerseits nun Hasenspanier und versuchte zu entkommen. In der Nähe des Weserufers konnte mein Bekannter den Missetäter einholen, riss ihn zu Boden und versetzte ihn einen Faustschlag. Der wehrte sich nach Kräften und wollte weitere Hiebe vermeiden, indem er seine Plastiktüte, die mit Videokassetten voll gestopft war, vor sein Gesicht hielt. Dabei brüllte er laut um Hilfe.

Es verging kaum eine Minute, als aus der Neustädter Polizeiwache ein Streifenwagen heran brauste. Die beiden Beamten sprangen aus dem Auto und zogen den Gummiknüppel. " Auseinander hier! Ihr Kampfhähne!", rief einer er Polizisten und zeigte drohenden den Gummiknüppel. Mein Bekannter stieg von seinem Kontrahenten und stellte sich neben den Polizisten. " Was ist hier eigentlich los? ", wollte der gleich wissen. Der Gegner antwortete ihm mit den Worten: " Der hat meine Ehe kaputt gemacht. "
" Das interessiert uns nicht!", fuhr der zweite Beamte ihn an.
" Wollen Sie eine Anzeige machen?", blaffte dann der Kollege den gehörnten Ehemann an.
" Der hat mit meiner Frau ein Verhältnis gehabt. ", antwortete der Mann dem Beamten.
" Ich habe doch gesagt, dass das uns egal ist. Klärt das anders ab, aber nicht so!", fuhr der Beamte ihn erneut an.
" Und jetzt weg hier. Sonst setzt es noch was!", gab der zweite Polizist den Beiden zu verstehen.

Mein Bekannter ging zurück zu seinem PKW, schlug ein Loch in die Windschutzscheibe und fuhr das Auto zu einer Werkstatt. Dort setzten die Mitarbeiter ihm eine neu Scheibe ein. Kosten: 380 Deutsche Mark.

Mein Bekannter erzählte mir Tage später von dem Vorfall. Er unterschrieb mir eine Vollmacht und ich forderte den Kontrahenten auf, den Schaden zu ersetzen. Es geschah nichts. Der Kerl blieb stur. Ich beantragte bei dem Amtsgericht Bremen einen Mahnbescheid, Wieder keine Reaktion. Ich erwirkte einen Vollstreckungsbescheid und drohte mit dem Gerichtsvollzieher.
Einige Tage nach dem Brief erschien eine große dunkelblonde Frau in meiner Kanzlei. Sie hielt heulend meinen Brief in der Hand und begann dann aus ihrem Portemonnaie das Geld auf den Empfangstresen zu legen. Meine Azubine gab ihr eine Quittung. Ich konnte sie durch die verdeckte Fensterscheibe meines Arbeitszimmer beobachten. Es schien ihr sehr peinlich zu sein.

Als meine Azubine mir den Geldbetrag auf den Tisch legte, stellte sie die Frage: " Was war da bei Herrn K. denn los? "
Ich gab den Ahnungslosen. " Och, so! Hmmmh, ääähmh! Nix, eigentlich nix. Der hatte einen Unfall!"
Meine Azubine lächelte etwas verlegen. " Einen Unfall? "
" Ja, ich glaube, so kann man das auch nennen."
Sie lachte und schloss die Tür.

Was soll ich nach mehr als 25 Jahren danach noch schreiben?
Unfälle kann jeder Mensch auf jedwede, nur erdenkliche Art, erleiden.
Es ist eigentlich nur eine Frage der Auslegung und der Sichtweise, ob Fremdgehen auch darunter fällt - unfallträchtig kann das menschliche Verlangen jedoch alle Male sein.

In diesem Sinne: Ein unfallfreies Wochenende, ohne BuLi mit:

" Nine Belo Zero " und den Blues - Klassiker : " Ridin´On The L & A ":









Wallenstein´s " Blitzkrieg " liegt nach 45 Jahren nicht mehr schwer im Magen.



Wenn in den nächsten Jahren viele Alben, die so mancher Rockfreund auf seinen Plattenteller gelegt hatte, ihre Goldene Hochzeit feiern, dann sind darunter auch jene, die vormals unter dem Sammelbegriff " Krautrock " eingeordnet worden sind, weil deren dazu gehörende Musiker aus dem Westen des geteilten Deutschlands kamen.
So auch die Truppe, die sich im Jahre 1971 im niederrheinischen Viersen, einem Städtchen in der Nähe des, zu diesem Zeitpunkt fußballerischen Mittelpunkts der BRD, Mönchengladbach, unter dem Namen " Blitzkrieg " formierte.

Die Mannen rund um den Keyboarder und damaligen Musikstudenten Jürgen Dollase versuchten sich in einem Musikstil, der Klassik, Rock und experimentelle Musik unter einen Hut bringen sollte. Da es jedoch bereits eine englische Band mit dem Namen " Blitzkrieg " gab,  benannten sich:

-  Jerry Berkers ( Bass, Lead Vocals )

- Harald Grosskopf ( Drums, Percussion )

- Bill Barone ( Electric Guitar, Acoustic Guitar, Vocals )

- Jürgen Dollase ( Keyboars, Lead Vocals, Mellotrone, Lytics )

sodann in " Wallenstein " um, in Anlehnung an den Feldherrn.

Ein Jahr nach der Bandgründung veröffentlichten " Wallenstein " das erste Album, welches - sinnigerweise - " Blitzkrieg " genannt wurde.


 https://de.wikipedia.org/wiki/Wallenstein_(Band)

https://www.discogs.com/Wallenstein-Blitzkrieg/master/3931

Auf der LP sind vier Stücke zu hören:


A1Lunetic
Effects [Phasing] – Dieter DierksWords By – Dollase*
11:55
A2The Theme
Words By – Dollase*
9:37
B1Manhatten Project
Words By – Dollase*
13:47
B2Audiences
Words By – Dollase*
7:38

https://www.discogs.com/Wallenstein-Blitzkrieg/release/887977

Als ich die Vinylscheibe - eher zufällig - bei einem Bekannten in dessen Sammlung sah, konnte ich mir damals weder unter dem Namen der Gruppe, noch unter der Musikrichtung, die dann als " Artrock " oder auch ProgRock geführt wird, etwas vorstellen. Nein, dieser Stil kam bei mir, während ich die Scheibe dort auflegte, eher nicht an. Die Einflüsse der anglo - amerikanischen Band, die auch bald die 70er Jahre entscheidend prägen sollten, konnte ich dort nicht heraus hören. Vielleicht war der Sprung von eher tanzbarer Beat - Pop - zur Rockmusik und daraus resultierend, dem Progrock mitsamt seinen non - konformen Elementen und Instrumenten, dann doch zu gewaltig.

Damit war klar: " Wallenstein " sollte bei mir eher unter ferner liefen, abgehakt und als zur Kenntnis genommen bleiben.

Die Band entwickelte sich derweilen weiter. Sie veröffentlichte bis zur Auflösung 1982 weitere 11 Alben und 6 Single.
Im Verlaufe des Bestehens von " Wallenstein " wechslete nicht nur das Personal, sondern auch die musikalische Richtung.
Dollase ersetzte 1978 das komplette Personal und erhielt mit der eingespielten Single " Charline " in der ZDF - " Disco " bei Ilja Richter einen Auftritt, der dazu führte, dass sich die Single in den Charts platzieren konnte.

Weil solche kommerziellen Zugeständnisse aber nicht darüber hinweg täuschen können, dass nur die ersten Alben, insbesondere die Debüt - LP " Blitzkrieg " das tatsächliche Potenzial der Band und Dollase, Großkopf  und Berkers wiedergeben, können die letzten vier Jahre vor der Auflösung getrost als völlig uninteressant angesehen werden.

" Wallenstein " und " Manhattan Projekt " aus dem Album " Blitzkrieg ":






Donnerstag, 23. März 2017

Rent a Campell



Ein eherner Grundsatz aus dem Bereich der Rechtswissenschaften lautet; " pacta sunt servanda ". Aber: Der Lebenswirklichkeit geschuldet, hat die Jurisprudenz zu dieser Regel - wie üblich - viele Ausnahmen zugelassen. Und schon bei dem Begriff Vertrag streiten sich die hier tätigen Gelehrten  über dessen Form und auch Inhalt.
Ein beliebter Zankapfel im Vertragsrecht ist zudem die Klärung der Frage, ob überhaupt ein Kontrakt existiert.

Um solche grundsätzlichen Fragen streiten sich seit März 2017 eine Veranstaltungsagentur mit dem Namen " Admirar Inc. ", der Zweigniederlassung einer nach US - amerikanischen Recht eingetragenen Aktiengesellschaft,  und der " Dresdner SemperOpernball e.V. " vor der 10. Zivilkammer des hiesigen Landgerichts. Hierzu lässt sich nachlesen:

Für 55.000 Euro wollte die Dresdner Niederlassung der Künstler- und Eventagentur "Admirar Inc." einen Auftritt von Naomi Campbell und dem US-Schauspieler Steven Seagal beim SemperOpernball 2015 organisieren. Tatsache ist: Supermodel Naomi kam zum Ball - und zwar durch die Hintertür, nahm einen Preis für ihr soziales Engagement in Empfang und verschwand wieder. Die Länge ihres Auftritts wird von verschiedenen Seiten mit elf bis 19 Minuten angegeben. "

- Zitatende - aus:

http://www.mdr.de/sachsen/dresden/prozess-streit-auftritt-naomi-campbell-semperopernball-dresden-100.html

Tja, das liebe Geld. Es regiert nicht nur die Welt, sondern verdirbt vor allem den Charakter und macht zudem auch nicht glücklich.

So muss jetzt - nachdem ein Vergleichsvorschlag des Vorsitzenden Richters der 10. Kammer über satte 20.000 Euro für eine Stippvisite widerrufen wurde - das Landgericht nolens volens die hiesige Zivilprozessordnung ( ZPO ) zur Klärung des strittigen Sachverhalts bemühen. Und hier gibt es wunderbar ausformulierte Gesetze, nach denen sich der richtende Volljurist selbst zu richten hat. Immerhin gilt auch dort: Was die ZPO zu den Fragen der anspruchsbegründenden, der diese vernichtenden und der beweiserheblichen Tatsachen regelt, ist für jedes Gericht bindend ( oder sollte es zumindest sein ).

So müssen sich nun die Kollegen in den schwarzen Kitteln damit befassen und dazu den ebenso stählernden Handlungsgrundsatz: " Wer will was von wem? " beachten.

Fakt ist aber: Das hoch stilisierte " Super - Model " Noami Campell hat mit dem Dresdner Semperopernball Verein selbst keinen Kontrakt geschlossen, sondern die oben benannte Agentur. Und deshalb möchte nicht das Vollweib die Kohle kassieren, sondern die " Admirar Inc. " in Dresden und zwar für ihre Agententätigkeit. Es ist ein Honorar dafür, dass die Agentur es - wie auch immer - zustande gebracht hat, dass die Zippe dort beim Ball aufgetaucht ist, den Preis höchstpersönlich entgegen nahm, sich dann kurz bedankte und über den Wolken via Privat - Jet entfleuchte. Ob nun der Spuk - gefühlte - 11 oder 19 Minuten dauerte, ist dabei unerheblich. Erheblich indes dürfte sein, was zwischen der Agentur und den Opernball - Organisatoren vereinbart wurde. Da driften die Darstellungen der Parteien weit auseinander.

http://www.sz-online.de/nachrichten/semperopernball-vor-gericht-3627411.html


Unabhängig von diesem juristischen Nachbrenner, stellt sich doch auch hier die existenzielle Frage: " Wer will was von wem und warum ? " Die kann auch mit einer Gegenfrage beantwortet: " Wer braucht diesen Scheiß? "

Mittwoch, 22. März 2017

Nachbarschaftsstreit oder: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben....



Da informierte der hiesige MDR in einer heutigen Fernsehsendung über einen erbitterten Nachbarschaftsstreit im sachsen - anhaltischen Aschersleben. Es geht um zwei ältere Herren, die sich zunächst wegen eines 1, 5 Meter breiten Flurstücks, das irgendwann einmal als Zuwegung diente, vor Gericht stritten. Der eine Nachbar obsiegte dort, der andere Nachbar trat - zunächst - wutentbrannt den Rücktritt an. Seitdem herrscht zwar zwischen den beiden Streithähnen Funkstille, doch der Schein trügt. Es entstand ein erbitterter Grabenkrieg, innerhalb dessen mit allen möglichen und erdenklichen, technischen Mitteln gekämpft wird. Es kommen Kamera, Video - Überwachung und Werkzeuge aller Art zum Einsatz.
Zudem wird Mutti Justitia regelmäßig, nämlich bereits 10 Mal, bemüht. Das nervt, kostete Geld, viel Kraft und vermindert die Lebensfreude.

Als ich den Bericht sah, erinnerte dieser mich an den berühmt gewordenen Streit zwischen der ehemaligen Auerbacherin Regina Zindler und ihrem Nachbar Gerd Trommer, deren Streit bei der TV - Gerichtsshow " Richterin Barbara Salesch " 1999 verhandelt und von dem Master of Klamauk Raab in einen Song mit dem schönen Titel " Maschendroahtzaun " eingebettet wurde.
Aber, es muss nicht immer ein so medial aufgeplusterter Streit unter Nachbarn sein, der die Gemüter erhitzt. Oft sind es eher Kleinigkeiten, Nebensächlichkeiten und profane Dinge, die einen Zwist verursachen können, dann nämlich, wenn das nachbarschaftliche Verhältnis unisono keines ist.

Statistisch betrachtet gerät jeder 3. Bundesbürger mindestens ein Mal in seinem befristeten Erdenleben mit seinen Nachbarn in einen mehr oder weniger heftigen Streit. Obwohl in solchen Fällen - von Bundesland zu regelnde - eine Pflicht zur Einschaltung eines Ombudsmannes oder Mediator oder Schlichter vorgeschrieben ist, ehe der Streit zu den Gerichten weiter geleitet wird, nimmt die Zahl der Zwistigkeiten pro Jahr signifikant kaum ab.


http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/nachbarschaftsstreit-8100-konflikte-mit-dem-nachbarn-pro-jahr-aid-1.5305912

Nichtsdestotrotz gibt es eine unbekannte, weil so genannte Dunkelziffer, an Streitereien, die dann eben nicht vor dem Ombudsmann oder der Zivilgerichtsbarkeit landen. Es sind jene Scharmützel, die im tagtäglichen Grabenkrieg Jeder gegen Jeden auszuhalten hat, will er nicht gleich den Colt ziehen, sprich: neben dem verbalen Zwist, den Krieg durch die Instanzen beschreiten. Es sind oft die Kleinigkeiten, die den Nachbarn stören, die dann Anlass zu einem verbalen Schlagabtausch sind und - je nach Gemütslage - zum Teil in einer ungewollten Heftigkeit ausufern können. Wer dabei nicht standfest bleibt, wer nicht Gleiches mit Gleichem heimzahlen kann und sich rhetorisch nicht zu wehren weiß, der hat schon verloren.

Der zivilisierte Krieger indes lässt sich diese Art von Kräftemessen erst gar nicht ein. Er ignoriert die versuchten Provokationen und schlägt nur einmal zurück. Dann aber zielgenau und kräftig. Er zahlt nicht mit gleicher Münze heim, sondern er gibt dem Nachbarn klar zu verstehen, dass er seine Grenze der friedlichen Koexistenz überschritten hat. Wie heißt es da so schön im Volksmund?


Ein Herz, das seine Worte nicht sorgfältig abwägt, lässt dich etwas aussprechen, was dein Nachbar niemals vergessen wird." 

https://de.wikiquote.org/wiki/Nachbar


Und so lässt sich letztendlich nicht darüber streiten, ob ein elektrischer Bandschleifer in den Nachmittagsstunden in Betrieb gesetzt in Kombination mit lauter Musik hinzunehmen ist, ob sich an schreiende Katzen am Samstagmorgen gegen 9.00 Uhr ein Ärgernis sind, ob ein Bodenschleifgerät an jenem Vormittag bei offen gelassenen Fenster eine Lärmbelästigung darstellt, ob eine etwas laut geratene Verabschiedung vor dem Gartenzaun an einem Werktagmorgen eine unzumutbare Geräuschkulisse abgibt, ob eine ab 5.30 Uhr, nur werktags, angeknipste Badezimmer - Deckenlampe eine Störung der Nachtruhe darstellt, ob ein durch heftige Windböen verursachtes Klappern eines Abschlussbleches zu einer Regenrinne, eine nächtliche Ruhestörung bedeutet und - vor allem -, ob ein etwas laut geführtes Gespräch mit einer Verwandten an einem frühen Sonntagnachmittag in der Nähe einer eingewachsenen Grundstücksgrenze als ruhestörender Lärm einzuordnen ist.

" Ruhe!", schallte es aus dem zum Sitzplatz umfunktionierten Strandkorb des Nachbarn vor unserem Grundstück herüber, als der Kaffeebesuch sich - zugegebenermaßen - etwas lauter in einer Diskussion mit meiner besseren Hälfte befand. " Was willst Du? ", war deren Antwort. " Ihr seid gestern noch lauter gewesen. Und dann der ewig kläffende Köter von eurem Besuch! "
Wutentbrannt tobte der Nachbar, sichtlich übermüdet und explosiv geladen, hinter der Hecke weiter. Er verjagte unsere kleine Katze, die sich durch die natürliche Grundstücksbegrenzung gewagt hatte und fauchte in einem Zug weiter herum. Da verschwand er laut zeternd in seine Wohnung.

Was sagt unser Dichter Friedrich Karl Schiller dazu?
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." 

Aja!
Jimi Hendrix " Machine Gun " - 1969 - Fillmore East

Dienstag, 21. März 2017

" Tatort " aus Kiel: Borowski und das dunkle Netz im Hohen Norden.



Als mit der Gnade der frühen Geburt nach 1945 und weit vor 1970 Bedachter, bin ich in den - seit vielen Jahren eher zweifelhaften - Genuss gekommen, die inzwischen zu einem Berg von 1.115 angehäuften " Tatort " - Folgen zu nahezu 95 % sehen zu können. Und zwar live und später dann nur noch in Farbe, inzwischen sogar in HD. Tja, von den Kämpen der ersten Krimis aus dieser Serie lebt die Mehrzahl nicht mehr. Auch von den Protagonisten aus den 1980er Jahren, haben einige das Zeitliche gesegnet. Und demnächst verabschieden sich - zumindest aus dem erlauchten Kreis der ungezählten KKHs -, die jute Bremerin Inga Lürsen und ihr Partner Stedefreund. Aber auch Klaus Borowski und sein türkisch - stämmige Kollegin Sarah Brandt wollen sich verabschieden.

Zuvor aber, ermittelten sie in dem " Tatort " aus Kiel, der da heißt: " Borowski und das dunkel Netz ". Kern der Handlung ist ein Auftragsmord, der über das " Darknet " erfolgte und dessen Abwicklung für den bestellten Killer zu einem Fiasko wird.    
Ermordet wird ein Beamter des Landeskriminalamtes in einem Fitness - Studio. Der Täter wird schon bald, nachdem sich dieser mit einem Muskel - Mutanten eine wilde Verfolgungsjagd durch die " Mucki - Bude " liefert, dabei eine Stahlhantel ins Kreuz bekommt, eher er den Berber erschießen kann, von Borowski und Brandt dingfest gemacht. Dieser zog sich mit erheblichen Blessuren in ein Hotelzimmer zurück. Hier versucht er seine Wunde am Rücken selbst zu versorgen. Nachdem er eine Packung Pralinen mit einem Gift präpariert, die er dann zu der LKA - Abteilung 23, bei der auch der ermordete LKA - Beamte tätig war, versendet wird. 

Der Killer hat seine Aufträge offensichtlich erfüllt und will das Hotelzimmer verlassen. Als er seine Wunde am Rücken erneut behandelt, reißt er den Badezimmerspiegel aus der Wand, der schlägt bei dem Versuch, diesen wieder einzudrücken, auf das Waschbecken und trennt ihm dabei den kleinen Finger ab. Als die Hotelmitarbeiterin, die das Gewicht einer Sumo - Ringerin hat und auf den Killer voll abfährt, ihn im Zimmer aufsucht, wird der Mörder ohnmächtig. Sie versorgt ihn notdürftig und spült - durchaus makaber - den abgetrennten Finger im Toilettenbecken weg. Danach wird sie, durch eine Giftpraline. die sie nascht, bevor sie zu dem Mörder ins Bett steigt, aus dem Leben abberufen. 

Das Kieler Ermittlerpaar Borowski und Brandt sind derweilen eifrig bemüht den Killer und seinen Auftraggeber namhaft zu machen. Beides gelingt natürlich - wenn auch mit einiger Verspätung, 

https://de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Borowski_und_das_dunkle_Netz

http://tatort-fans.de/tatort-folge-1015-borowski-und-das-dunkle-netz/

Nun, ja, so einige Handlungsstränge sind in sich nicht ganz schlüssig. Dass ein Staatsanwalt, der im Bereich der Internet - Kriminalität zu Werke geht, dabei ausgerechnet auch noch ein absoluter Programmierkünstler ist, sollte als aus dem Bereich der Fabeln und Sagen eingeordnet werden. Einige Klischees werden dazu im vollen Umfang bedient. So sind die IT - Spezialisten des LK zwei grüne Jungs, die sich - ach, wer hätte das jetzt nicht gedacht - von dem kulinarischen Rotz eines Pizza - Bringdienstes ernähren, die viele plumpe Sprüche kloppen und sich über noch mehr Arbeit beschweren. Auch die Figur des Leitenden LKA - IT - Kriminalisten ist von der Stange gezogen worden. Ein oberlehrerhaft dozierender Endfünfziger, der den noch betagter Glotzern u.a. von der Existenz eines Internets neben dem World Wide Web erzählen möchte.

Wer das legale Netz schon kaum versteht, wird sich wohl kaum mit dem illegalen, den dunklen Seiten jenes Mediums beschäftigen wollen.

Mal Hand aufs Herz: Der olle Trimmel, der Kressin und der Konrad von damals waren doch noch echte Gemütsmenschen. Die erledigten ihre Aufgaben ohne Klamauk, vielen Toten und hatten dabei kein smartphone, kein Internet und ein Navi brauchten sie auch nicht.

Montag, 20. März 2017

At Your Birthday´s Party


Es gibt einen Tag im Jahr, an den mögen so einige Erinnerungen hängen. Es sind häufig gute, manchmal weniger gute und vielleicht, eher kaum schlechte. Es ist der Geburtstag. Ein Tag, der in unserer heutzutage hoch technisierten, enorm komplexen und sich ständig verändernden Welt, viel zu oft abgefragt wird. Leider kann sich der Erdenbürger, welcher in einer durch strukturierten Gesellschaft lebt, dieser Frage wohl nicht entziehen. Geburtstage sind ja nun einmal dazu da, um einen Menschen irgendwie, irgendwo und irgendwann einordnen zu können.

Dieser Tag kann aber auch gefiert werden. Eine Reihe von Geburtstagen sind gerade zu prädestiniert, um in angemessener Weise begangen zu werden. Der Tag der Geburt als solcher, wird, ja darf, von den Eltern des Neugeborenen gefeiert werden. Dann vielleicht noch der Eintritt in das darauf folgende Jahrzehnt, in das so genannte Teenageralter. Die magische Zahl 18, also der Zeitpunkt der vorgeschrieben Volljährigkeit wohl auch noch. Da noch die runden Geburtstage. Hiervon wären - warum auch immer - der 40. und 50. herauszuheben. Wer diese - beinahe magischen Zahlen - erleben darf und sich hierzu huldigen lässt, der hat bereits - immer statistisch betrachtet - die Hälfte bis 2/ 3 seines Lebens hinter sich gebracht.

Dann gab es - vor geraumer Zeit - die Zahl 60 und 65, die als ein besonderer Geburtstag gesehen  werden durfte. Es war der Eintritt in das Rentenalter. Dieser wurde sukzessive nach hinten verschoben. Zurzeit liegt es bei maximal 67 Jahren - Tendenz steigend!





Tja, da brütete ich gestern Abend - während des elendig langweiligen " Tatorts " ( dazu danach noch ein Post ) über die erforderliche, morgige Wertschätzung meiner besseren Hälfte und wie ich diese angemessenen zum Ausdruck bringen könnte. Dabei erinnerte ich mich an meinen 18. Okay, dat is´jetzt schon etwas länger her, aber es gibt da eine Langspielplatte, die wird mich ewig - eigentlich  bis zum Schluss meines irdischen Daseins - an diesen Geburtstag erinnern. Die Band " Steppenwolf " brachte 1969 ein Album mit dem Titel " At Your Birthdays Party " heraus.

Auf der dritten LP, die die Truppe ab Oktober 1968 bis Februar 1969 einspielte und die im März 1969 in den Verkauf gelangte, befinden sich 13 Titel. Gerade das 13. Stück der Mannen um John Kay, hat etwas mit Geburtstag zu tun.

https://en.wikipedia.org/wiki/At_Your_Birthday_Party

Vielleicht war es das, was mich an dem Album einst so reizte, als ich es im Sommer des - für mich - richtungsweisenden Jahres 1969 zwar in den Händen hielt, mich dann aber doch für die ausgekoppelte Single " It´s never too late " entschied, auf deren Rückseite sich eben das Geburtstagslied " Happy birthday " befand.  Ich war zwar zu diesem Zeitpunkt weder 18, noch volljährig, denn diese konnten BRD - Bürger zu jenem Zeitpunkt erst mit 21. erreichen. Das änderte sich zwar - nach heftigen Auseinandersetzungen im westdeutschen Bundestag und gegen die CDU/CSU - erst im Dezember 1974, als die Altersgrenze per Gesetzesänderung mit Wirkung zum 1. Januar 1975 auf 18 Jahre herab gesetzt wurde, aber kaufen durfte ich 1971 auch die LP von meiner eigenen Ausbildungsvergütung in Höhe von zunächst sagenhaften 90 , dann 150 Deutsche Mark, wovon mir immerhin - nach Abzug von Kost und Logis - 40, später 90 DM verbleiben, selbst. Spätestens seit dem ersten Semester des BWL - Studiums wusste ich auch warum, das so war: Dem so genannten Taschengeldparagraphen sei dank!

So konnte ich mich ab Sommer 1969 davon überzeugen, dass " Steppenwolf " nicht nur auf " Born to be wild ", " Magic carpet ride " oder " The pusher " musikalisch reduziert werden durfte.

  1. "Don't Cry" (Gabriel Mekler) – 3:11
  2. "Chicken Wolf" (John KayMichael Monarch) – 2:58
  3. "Lovely Meter" (Gabriel Mekler) – 3:10
  4. "Round and Down" (Michael Monarch) – 3:19
  5. "It's Never Too Late" (John Kay, Nick St. Nicholas) – 4:07
  6. "Sleeping Dreaming" (Nick St. Nicholas) – 1:07
  7. "Jupiter's Child" (Jerry Edmonton, John Kay, Michael Monarch) – 3:28
  8. "She'll Be Better" (Jerry Edmonton, Gabriel Mekler) – 5:32
  9. "Cat Killer" (John Goadsby) – 1:37
  10. "Rock Me" (John Kay) – 3:45
  11. "God Fearing Man" (Michael Monarch) – 3:55
  12. "Mango Juice" (Jerry Edmonton, John Goadsby, Michael Monarch) – 3:01
  13. "Happy Birthday" (Gabriel Mekler) – 2:16


Schließlich hatte auch die weiteren, der LP entnommen Lieder, wie " Rock me " und " Move over " sowie " Hey lawdy mama " und " Snow blind friend " auf dem Plattentellern meiner Anlage gelegt.

https://www.discogs.com/de/artist/98528-Steppenwolf

Vor 5 Jahren sollen - laut " wikipedia " John Kay und seine Mannen das 45jährige Bestehen der Band gefeiert haben. Nun, gut, stimmt nicht so ganz, denn die Truppe formierte sich erst 1968. Demnach müssten Kay´s " Steppenwölfe " in diesem Jahr nullen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steppenwolf_(Band)

Egal, mit den Geburtstagen sollte Mann / Frau es ab einem bestimmten Alter nicht mehr so genau nehmen.

Dennoch: " Happy birthday " - today:




Sonntag, 19. März 2017

Das Neun - Meter - Monstrum



Hach, was für ein wunderbarer Sonntagmorgen. Die Sonne scheint durch die schmutzigen Fensterscheiben. Draußen z(t)wischern die Vögel, unserer Spatzenschar geht es wieder gut, weil ich aus dem " Aktionshaus Wreesmann " an der Weißeritz, noch Futternachschub in Form von preisreduzierten Meisenknödeln ergattern konnte, die ich - trotz des gestrigen Dauerregens - in den Lingusterstrauch hinein gehängt hatte und das Vierbeiner - Quartett kommt sich langsam näher.
Zudem ganzen, postiven Entwicklungen im eigenen Lebensumfeld zählt natürlich auch das samstägliche 3:0 meiner Grün - Weißen aus der armen, aber Freien Hansestadt Bremen, gegen den - völlig zu Unrecht - geschmähten Klub RB Leipzig. Ein rundherum harmonisches Wochenende, eben.
Wäre, ja, wäre da nicht die heutige Meldung bei MDR aktuell über die sich konkretisierenden Baupläne des Heinis aus dem fernen, Weißen Haus in Washington, die mir beim Aufarbeiten meiner " SPIEGEL " - Ausgaben zu Ohren kamen.

Da las ich doch just zuvor noch, den Pott Kaffee neben meiner Lektüre stehend, einen Beitrag des von mir - trotz leichter Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Existenzberechtigung des gestrigen SVW - Gegners - hoch geschätzten " SPIEGEL " - Mitarbeiters Markus Feldenkirchen. Er beschreibt, wie das einst große Land der unendlichen Möglichkeiten, die Vereinigten Staaten von Amerika, sich langsam aber sicher jenes Nimbus selbst berauben. Das ein Einreisender - auch wenn es nur ein prolliger Tourist ist - den gestrengen Arm der Fremdenpolizei auf den vielen Flughäfen zu spüren bekommt, war mir nicht erst seit der Zeit nach 9/11 klar. Zu gut sind mir noch die unangenehmen Begegnungen der dritten Art, nämlich des immigration officer an den unzähligen Schaltern des JFK in New York in Erinnerung, der dickbäuchig und bräsig in einem Riesenschinken herum blätterte, um ihm suspekte, einreisewillige Personen zu überprüfen. Ähnliches erlebte ich an der kanadisch - amerikanischen Grenze, als mein Rucksack von einer US - Dame in Uniform durchwühlt wurde und auch die Einwanderungsbeamten auf dem airport von Miami / FLA, waren an Freundlichkeit kaum zu überbieten.

Während ich also den Artikel von Markus Feldenkirchen las (  ( " Vom Ende einer Geschichte ", Ausgabe 9 / 2017, S. 12 ), in dem er wunderbar von dem zerplatzten Traum des freien Bürgers in einem freien Land schreibt, hörte ich aus dem Radio, dass hinter meinem Rücken stehend, die Nachricht über die weiteren, immer konkreter werdenden Pläne des US - Präsidenten zu dem Mauerbau an der amerikanisch - mexikanischen Grenze.

Donald " Duck " Trump möchte die Grenze durch eine, bis zu 9 Meter hohe Mauer undurchlässig machen. Sie soll so fertig gestellt werden, dass auch kein Tunnelbau, wie er von den Mexikanern zur Überwindung des Draht - und Stacheldrahtzauns vorgenommen wird, dort mehr möglich ist ( Nähers dazu u.a. hier:  https://www.welt.de/politik/ausland/article162967317/So-hoch-soll-Trumps-Mexiko-Mauer-werden.htm ).

Die Amerikaner und eine Mauer. Ich fasse es nicht!  

Da sehe und höre ich - als besondere historische Gnade der früheren Geburt mir zugetan - den US - Cowboy - Präsidenten Ronald Reagan noch auf dem eigens dafür aufgebauten Plateau an der Berliner Mauer stehen, neben ihm der Ewige " Bimbes " Kanzler Kohl und auch der damalige Erste Regierende Bürgermeister von Berlin , den Nachfolger von Richard " Richtchie " von Weizäcker, Eberhard Diepgen, waren anwesend, eine dieser vielen Reden schwingen. Doch als er dann plötzlich Klartext redete ( " Come here to this gate! Mr. Gorbachev, open this gate!! Mir. Gorbachev, tear down this wall! " wurde er mir von einer Sekunde auf die andere sympathisch.
Der Kriegstreiber par excellence, der geistige Konstrukteur des " Peace Shield ", was Amerika vor sowjetischen Atombomben und Aliens aus der Unendlichkeit des Weltraumes schützen sollte, der Verfechter der verhassten neo - liberalen Wirtschaftspolitik ( dieses, obwohl von Ökonomie keine Ahnung hatte ), er war mir jetzt menschlich geworden. Seit jenem 12. Juni 1987 an der Berliner Mauer ordnete die Weltgeschichte einen der schlechtesten US - Präsidenten als Mit - Vorbereiter der Beendigung des Kalten Krieges ein, obwohl " Ronnie " Reagan doch selbst ein Kalter krieger war.

30 Jahre später - welch Ironie der Geschichte - möchte sein aktueller Nachfolger, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der zu jenem historischen Zeitpunkt zarte 40 Jahre alt war, selbst eine Mauer bauen lassen. Sie soll nahezu 3.200 Kilometer lang sein. 3 Mal länger als die DDR - Grenze und teilweise auch 2, 5 Mal so hoch. Ein High Tech - Monstrum könnte es alle Male werden. Gespickt mit Elektronik und Überwachungstechnik. Zudem soll das Monster
21 Mrd. US - Dollar ( 19,5 Mrd. Euro ) kosten.

Da wirkte die innerdeutsche Grenze beinahe wie ein Spielzeug - Zaun von " Lego ", " Playmobil " oder " Faller ". Den Yankees steht ohnehin der Ruf des Größenwahns zur Seite. So wohl auch hier.  Mal ganz ehrlich: Wer soll dat bezahlen?

" The Duck " hat auch dazu auch klare Vorstellungen. Die Mexikaner müssen diese Selbstschutz - Anlage aus ihrer Tasche bezahlen. Egal, ob sie dazu in der Lage sind oder nicht. Notfalls möchte der US - Imperator ihnen Strafzölle und ähnliche Zwangsabgaben abknöpfen. Vielleicht diskutiert er in seiner Altherren - Riege die Variante, dass jeder jetzt aufgegriffene, illegale Grenzverletzter, jeder geschnappte illegale Einwanderer oder jeder ( auch nicht rechtskräftig ) verurteilte mexikanische Drogendealer, Schleuser und Kriminelle, statt zu Knast, dann zu Zwangsarbeit herangezogen wird, die er - natürlich unbezahlt - abzuleisten hat, bis er hierdurch eine bestimmte Summe erarbeitet hat, die ihm dann wieder abgeluchst und in einen, eigens für den Mauerbau, eingerichtetes US - Konto abführen muss.

Der GröFaZ aus Braunau am Inn ist damit nach 1939 doch auch sehr gut gefahren. Warum nicht auch " The Duck ", Donald Trump?

Ich hatte meinen Bunzlauer - Kaffeepott bereits geleert, den Beitrag des " SPIEGEL " - Journalisten Markus Feldenkirchen gelesen, als der MDR Nachrichtensender einen Bericht über den Hype rund um den künftigen Kanzlerkandidaten und heute, nämlich Sonntag, den 19. März 2017, gewählten SPD - Vorsitzenden Martin Schulz, gesendet wurde. Kann er Kanzler? " Yes, he can! "
Aber, wird er dem blonden Rambo im Weißen Haus auch mit erforderlicher Härte entgegentreten können, wenn dieser einmal mehr austickt?

Da stelle ich mir jetzt den möglichen Bundeskanzler Martin Schulz vor, wie er im Juni 2018 anlässlich eines Staatsbesuchs in Mexiko zusammen mit dem dortigen Präsidenten Enrque Pena Nieto, dem Gouvernor des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua, Cesar Duarte Jaquez auf einer, eigens dazu erbauten Holz - Plattform steht, auf die Schandmauer der Amerikaner schauend, zu Tausenden Mexikanern sprechend, die Worte wählt:  " Mr. Trump, come here to this gate! Mr. Trump, then open this gate! Mr. Trump, tear down this wall! "

Wie sich Geschichte dann doch wiederholt. Oder, um es mit dem Worten aus " SPIEGEL " - Beitrag von Markus Feldenkirchen zutreffend zu zitieren:
" Als Antwort auf den Terror hatte der amerikanische Staat seine Polizisten mit schweren Kriegsgerät nachgerüstet...Regeln und Vorschriften ( wurden sic. ) immer engstirniger ausgelegt. Selbst Biertrinken auf dem Bürgersteig wurde irgendwann zum verdächtigen Akt. Die Wahl Donald Trumps ist wohl die logische Folge dieses Abdriftens ins Paranoide ".

Vor viele Jahren, zu meiner gemäßigt wilden Studentenzeit, hatte ein Graffiti - Sprayer einen dieser bekannten, aber vollkommen zutreffenden, weil immer aktuellen Lebensweisheiten an eine Häuserwand im Bremer Viertel angebracht, der da lautet: " Es gibt nichts Gutes, außer man tut es ". Diese moralisierende Erkenntnis stammt von Erich Kästner. Sie besagt, dass der Mensch zum Handeln bestimmt ist, wenn um ihn herum viele Dinge in eine falsche, nämlich nicht die von ihm gewollte Richtung, laufen.

Bezogen auf Trump´s irrwitzige Pläne, eine Mauer errichten zu wollen, um sich von dem Armenhaus Mexiko - und nicht nur von diesem - abschotten zu wollen, bedeutet dieses: Stoppt Trump!







Samstag, 18. März 2017

My wonderful husband - Alles wunderbar?



Im Leben eines Erdenbewohners kann es neben unendlich vieler Feiertage auch diverse Ehrentage geben. Der Geburtstag zählt vornehmlich dazu. Es folgt der Namenstag. Und für Mitbürger aus der Ländern des Okzident, als der besseren Weltanschauung, ab 18 Jahren ( in Ausnahmefällen auch kurz davor ) der Hochzeitstag. Eigentlich sollte es - so die hier in die Wolken gehobene Glaubensinterpretation - diesen - wie auch den Geburtstag - nur einmal pro Jahr geben.
Doch immer mehr Leidende dürfen jenen Erinnerungstag auch mehrfach begehen. Es gibt in den Listen verschiedener Prominenter nicht wenige Namen, die auf 3 und mehr Ehen verweisen können. Die Garde derer, die eine Ehe nur als einen Lebensabschnitt betrachten, wird deshalb ständig größer.

Deshalb werden auch nicht wenige Ehe wieder geschieden. Konsequenterweise verdrängen jene geschiedenen Ex - Eheleute dann auch ihren Ex - Hochzeitstag. Dann gibt es jedoch eine Vielzahl von Eheleuten, die sich den Schritt ersparen und - vielleicht aus Bequemlichkeit, Gewohnheit oder wegen der ökonomischen Zwänge - zwar die Ehe auf dem Papier weiter führen, sich aber ansonsten reinweg gar nichts mehr zu sagen haben. Oder sie versuchen krampfhaft nach außen hin, eine intakte Ehe vorzuspielen.

Nun,gut, es kann in diesem, unserem Lande, niemand zu seinem trauten Glück gezwungen werden. Das unterscheidet diese Gesellschaft von einigen anderen in der Welt. Und weil es einige Ehen gibt, die eher nicht glücklich verlaufen, in denen aber die Ehegatten zusammenbleiben, muss zumindest auch der Hochzeitstag dafür herhalten, eine intakte Ehe aufzuzeigen, weil Mann an jenem besonderen Tag, Frau mit Blumen beschenkt.

Liebe aber geht zudem auch durch den Magen. Also wird - je nach Kontostand und Nettoverdienst - zudem noch " chic " Essen gegangen. Als eine besondere Art, sich der übrigen Welt als glückliches Ehepaar zu präsentieren, dient derweilen ein Facebook - Eintrag, worin dann der Partner als eine Besonderheit dem registrierten Freundeskreis kredenzt wird.
Nur, die virtuelle Welt des Zuckerberg - Imperiums erinnert dann den Eintragenden auch noch nach der Scheidung der einst auf Lebenszeit eingegangenen Ehe daran, dass er / sie an jenem Tag den Hochzeitstag begehen können. Das wäre vielleicht peinlich, weil - sollte die Ehe keinen Bestand mehr haben -, der Freundeskreis dennoch daran erinnert werden kann, dass es diese einmal gab - es sei denn, der abgewickelte Ex - Gatte, die abgeschobenen Ex - Frau, hat die Möglichkeit der Profillöschung als Option gezogen, um nicht in unangenehmer Weise Jahr für Jahr daran erinnert zu werden, dass es da mal einen Hochzeitstag gab.

Oberpeinlich wäre es zudem, wenn aus dem einen Hochzeitstag dann im Verlaufe der vielen Jahren der Facebook - Zugehörigkeit, plötzlich einige Hochzeitstage werden, an die Zuckerberg´s Maschinerie den Nutzer erinnert.
Aber das könnte auch nur rein spekulativ sein. Schließlich wird das Bündnis der Ehe auf Lebenszeit eingegangen. Und das Ehebündnis ist - nach unserem Rechtsverständnis - ein Vertrag. Hierzu besagt das römische Recht eindeutig: pacta sunt servanda.
Das gilt längst nicht mehr und dieses nicht nur im Familien - und Eherecht.

Im Volksmund heißt es deshalb richtungsweisend:
" Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet. "
Nur: Zu lange sollte Frau / Mann nicht prüfen, sonst findet sich bald niemand mehr.

Gut´s Nächtle mit:
Joni Mitchell und " Paprika Plains " - Album: " Juan´s  Reckless Daughter " ( 1977 )




Paprika Plains

by Joni Mitchell
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It fell from midnight skies
It drummed on the galvanized
In the washroom women tracked the rain
Up to the make-up mirror
Liquid soap and grass
And Jungle Gardenia crash
On Pine-Sol and beer
It's stifling in here 
I've got to get some air 
I'm going outside to get some air

Back in my hometown
They would have cleared the floor
Just to watch the rain come down
They're such sky oriented people
Geared to changing weather
I'm floating off in time
I'm floating off
I'm floating off in time

When I was three feet tall
And wide eyed open to it all
With their tasseled teams they came
To McGee's General Store
All in their beaded leathers
I would tie on colored feathers
And I'd beat the drum like war 
I would beat the drum like war
I'd beat the drum
I'd beat the drum like war

But when the church got through
They traded their beads for bottles
Smashed on Railway Avenue
And they cut off their braids
And lost some link with nature
I'm floating into dreams
I'm floating off
I'm floating into my dreams

I dream paprika plains
Vast and bleak and God forsaken
Paprika plains
And a turquoise river snaking

(Where crows gaze vigilant on wires
Where cattle graze the grasses
Far from the digits of business hours
The moon clock wanes and waxes
But here all time is stripped away
Nowhere on these plains
Is a sprout or an egg in evidence
To measure loss or gain 
Only a little Indian band
Come down from some windy mesa
No women to make them food and child
No expressions on their faces
I'm low in a helicopter
And the wind from whirling blades
Flaps their woven blankets
And flags their raven braids
How came they to this emptiness?
How came they to this dream?
How came I to this view
From a flying machine
Of earth and air and water
And a band of Indian men
Without herds or flocks or crops
Or families or fires to tend?
Like a phoenix up from ashes now
A blanket figure springs
With a fist raised up to turquoise skies
Like liberty
And at the point of vanishing
Where the sky and the earth meet
A bomb blooms
Deadly mushroom
White
Gold
Heat
Like a phoenix up from ashes
Up from violent mysteries
And growing 'till the giant blast
Is to it like a golfer's tee
there comes a child's beach ball
And memory takes me back
to the beach to toss it up
to the garage to get it patched
A pink and yellow beach ball
Rolling
Grand
Detached
Turning the blues and greens of earth
From space probe photographs
I float out of the hovercraft
Naked as infancy
And weightless
And drifting
Horizontally
Like a filing to a magnet
Like the long descent of rain
I am drawn
I fall against the ball
And lose paprika plains
I suckle at my mother's breast
I embrace my mother earth
I remember perforated blinds
Over the crib of my birth
And just as Eve succumbed
To reckless curiosity
I take my sharpest fingernail
And slash the globe to see
Below me
Vast Paprika plains
And the snake the river traces
And a little band of Indian men
With no expressions on their faces)

The rain retreats
Like troops to fall on other fields and streets
Meanwhile they're sweet talking and name calling
And brawling on the fringes of the floor
I spot you through the smoke
With your eyes on fire
From J&B and coke
As I'm coming through the door
I'm coming back
I'm coming back for more!
The band plugs in again
You see that mirrored ball begin to sputter lights
And spin
Dizzy on the dancers
Geared to changing rhythms
No matter what you do
I'm floating back
I'm floating back to you!