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Dienstag, 28. Februar 2017

Das Krankengeld, die AOK, der Ärger.



Was steht in § 44 des Fünften Sozialgesetzbuches ( SGB V )?
Das steht unter anderem in § 44 SGB V:

 Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn die Krankheit sie arbeitsunfähig macht oder sie auf Kosten der Krankenkasse stationär in einem Krankenhaus, einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung (§ 23 Abs. 4, §§ 24, 40 Abs. 2 und § 41) behandelt werden.

Aha!

Und dieser gesetzliche Anspruch - in der Fachterminologie Entgeltersatzleistung - wird am dem ersten Tag nach dem Ablauf der höchsten sechswöchigen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gewährt. Eine wunderbare Einrichtung, könnte der ahnungslose Arbeitnehmer und Anspruchsteller meinen. Ein starkes Stück Sozialstaat, würden es die Parteipropagandisten sämtlicher Couleur hinaus posaunen.

Doch die Realität sieht völlig anders aus.

Zunächst ein Mal muss der Versicherte der Krankenversicherung durch eine ärztliche Bescheinigung ( Attest ) den Nachweis erbringen, dass er sich in der Heilbehandlung befindet ( § 46 Satz 1 Ziffer 1 SGB V ) oder als arbeitsunfähig krank geschrieben ist ( a.a.O. Ziff. 2 )

Das Krankengeld beträgt nur 70 v.H. des als Durchschnittswert der letzten drei Monate zugrunde gelegten  Brutttoentgelts, höchsten jedoch 90 % des Nettoentgelts ,das vor dem Eintritt des Krankengeldbezugs gezahlt wurde. Hierdurch entsteht - nachdem das Krankengeld auch nachträglich noch zu versteuern ist, ein realer Einkommensverlust von zirka 30 % netto durch den Bezug von Krankengeld. Wie sich dieses berechnet steht in § 47 SGB V, einem Regelungsmonstrum mit 6 Absätzen.

Dann ergibt sich noch aus § 48 SGB V, dass die Bezugsdauer von Krankengeld wegen der bestehenden Erkrankung innerhalb von 3 Jahren auf 78 Wochen begrenzt wird ( 1, 5 Jahre ).

Und schließlich, dass das Krankengeld nur nachschüssig gezahlt wird. Das bedeutet, wenn der letzte Tag der ärztlicherseits festgestellten Arbeitsunfähigkeit abgelaufen ist, wird eine Berechnung durch die Krankenkasse vorgenommen und eine Zahlung anhand dieser erfolgen. Damit muss das Krankenkassenmitglied zunächst in Vorleistung treten oder sich eine Zwischenbescheinung durch den behandelnden Arzt ausstellen lassen.

Vom letzten Tag der Arbeitsunfähigkeit bis zur Auszahlung liegen dann noch mindestens 5 Werktage oder sogar 7 Tage, wenn ein Wochenende dazwischen liegt.

So wartet dann der Kranke bei einer festgestellten Arbeitsunfähigkeit von zunächst 3 Wochen mindestens 4 Wochen bis zur Zahlung des Krankengeldes. Da kann es dann schon mal finanziell betrachtet richtig eng werden. Vor allem dann, wenn zum Monatsersten die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen, wie Miete, Nebenkosten oder Kreditraten abgebucht werden.

Wenn dann auch noch fadenscheinige Gründe, wie beispielsweise das Fehlen eines Kreuzes auf der formatierten ärztlichen Bescheinigung zum Anlass genommen wird, um die vorliegende Zahlung zu verzögern, kann es zu ernsthaften Problemen kommen.

Da ist eine Krankenkasse, wie die andere. Vor Zahlung oder Leistungen wird sich möglichst gedrückt. Bei eigenen Forderungen die Vollstreckungskeule angedroht.

Und wie die " AOK Plus für Sachsen und Thüringen - Die Gesundheitskasse " aus der Eigenwerbung " Wir lassen Sie nicht im Regen stehen, ebendeshalb zahlen wir Ihnen Krankengeld ab dem .... " eine Farce werden lässt, kann ich in einer Geschichte aus 1001 Nacht schön erzählen.

Da wurde zunächst unter dem Vorwand, dass der behandelnde Arzt eine Arbeitsunfähigkeit nicht durch Kreuzchen - Setzung festgestellt habe, die Zahlung auf satte 12 Tage hinaus gezögert. Dann wurde von der so genannten " Gesundheitskasse " moniert, dass der behandelnde Arzt die Krankschreibungsdauer nicht so lange hätte vornehmen dürfen. Ein lächerliches Argument, denn die Erkrankung und die Heilungsdauer wird von eben jenem Arzt und nicht der AOK - Sachbearbeiterin festgestellt. Und schließlich kennen sich die dortigen Mitarbeiterinnen nicht einmal in den eigenen Vorschriften aus, denn bei einer mehrwöchigen Krankschreibung muss die Krankenkasse das zu erwartende Krankengeld auf Antrag oder nach Ermessen in Form einer dann angemessenen Abschlagzahlung entrichten.

Wer sich aber bewusst oder unbewusst über die geltenden Vorschriften hinweg setzt, ist kein Dienstleister, kein Vertragspartner und auch nicht glaubwürdig; der ist einfach nur peinlich und unfähig und dagegen helfen nur juristische Mittel.

Besser aber noch, man (n)/frau wird erst gar nicht krank, denn sonst wird es nicht nur teuer sondern es gibt einen Haufen Ärger - vor allem mit der AOK.

In diesem Sinne: " Gut´s Nächtle mit de, Schlummer - Heile Welt - Liedchen vom James, dem Last, dem guten Alten: " Morning at Seven " oder besser: " Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung " ( 1969 ) :


Der ultimative Kick für alle Frühaufsteher ohne Krankengeldanspruch!


 

Ein Student aus Heidelberg



Das Auto ist ja bekanntlich des Deutschen liebstes Kind. Der pflegt, hegt und putzt es, wie kein zweiter Europäer. Und - das kommt bei der damit verbundenen Spießigkeit noch hinzu - er liebt es oft mehr als seine Ehefrau, LAG oder Freundin. Bei so viel gezeigter, inniger Zuneigung, muss es aber auch einige Exemplare aus der Masse der Auto - Fetischisten geben, die den fahrbaren Untersatz nicht unbedingt heiß und innig lieben. Ihn sogar zum Zwecke der Begehung von Straftaten missbrauchen.

In solchen Fällen kennt die große Mama Justitia häufig keine Gnade. Dann wird die Fahrerlaubnis eingezogen, das benutzte Fahrzeug beschlagnahmt und später meist bietend verwertet und der Fahrer zusätzlich bestraft. Damit ist der verurteilte Delinquent auf Monate oder gar Jahre von dem Balzritual auf Asphalt ausgeschlossen worden. Eine verhängte Führerscheinsperre schmerzt damit oft mehr, als eine saftige Geld - oder eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. Ein eingezogenes Fahrzeug indes lässt sich nolens volens bei dem bestehenden riesigen Automarkt wieder erwerben.

Drei spektakuläre Ermittlungs - und Strafverfahren ließen in dieser Woche die bundesdeutsche Medienlandschaft nicht zur Ruhe kommen.

Da fuhr am  Sonntag, den 26. Februar 2017 ein mutmaßlich psychisch kranker 35 jähriger Student aus Heidelberg in die dortige Fußgängerzone und tötete bei seiner als " Amokfahrt " bezeichneten Tat, einen Menschen und verletzte zwei weitere Passanten.
Der rechtsradikale und rassistische  Mob ließ dazu einen Shit - Storm bei twitter wüten, indem dem Fahrer ein Migrationshintergrund angedichtet wurde. Die Heidelberger Polizei hatte alle Finger voll zu tun, um diesem elenden Lügendreck zu beseitigen.
Der mutmaßliche Straftäter ist - so die späteren Mitteilungen der Polizeibehörde - ein Deutscher und zwar ohne ausländische Elternteile.

Dann verkündete das Berliner Kammergericht am Montag gegen zwei Angeklagte, die ein illegales Autorennen auf dem Berliner Kuhdamm veranstaltet hatten. in dessen Verlauf eines der aufgemotzten PKW mit einem unbeteiligten PKW kollidierte und infolgedessen der Fahrer dieses Kraftfahrzeugs getötet wurde, sein Urteil. Es lautete, lebenslange Haft wegen Mordes. Das lässt natürlich die Juristenwelt aufhorchen. Bis dato sind solche Täter eigentlich wegen fahrlässiger Tötung etc. zur Rechenschaft gezogen worden. Nun also Mord? Immerhin betritt die Strafkammer in Berlin damit juristisches Neuland. Ob das Urteil vor dem BGH Bestand haben wird, bleibt indes dahin gestellt, denn aus einem mit 160 und mehr Kilometer / Stunde durch eine Ortschaft / Stadt jagendes Fahrzeug, dessen Lenker dabei  mehrere rote Ampeln wissentlich missachtet, stellt zwar eine akute Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dar, aber hieraus eine Tötungsabsicht herzuleiten, ist schon sehr gewagt. Immerhin: Das Urteil wurde in der Öffentlichkeit begrüßt.

Und schließlich überfuhr am heutigen Vormittag ein 24jähriger Deutscher zwei Polizeibeamte mit seinem PKW und tötete diese dabei. Der Deutsche stand im Verdacht, zuvor seinen 79 Jahre alt Großmutter getötet zu haben. Bei der eingeleiteten Fahndung der Polizei geriet der Verdächtige in eine Verkehrskontrolle, die er umfuhr und dabei den Radweg nutzte, auf dem beide Beamten standen.

Die Polizei geht bei einem solchen Verhalten regelmäßig von einem Tötungsdelikt oder dem Versuch eines Mordes aus. Oft werden dabei die strafrechtlichen Trauben sehr hoch gehangen; vor allem dann, wenn ein Verdächtiger und ein in die Kontrolle geratener Fahrer, versucht der Kontrolle zu entgehen und auf Polizeibeamte mit hoher Geschwindigkeit zufährt.


http://www.tagesspiegel.de/berlin/muellrose-in-brandenburg-verdaechtiger-nach-tod-von-zwei-polizisten-gefasst/19452596.html

Nein, der bundesdeutsche Autofahrer ist kein guter Autoliebhaber. Er begeht mit seinem rollenden Wohnzimmer nämlich auch Straftaten. Und dort hört das Verständnis für Auto - Narren und Auto - Schickimickis endgültig auf.

Der Student aus Heidelberg mag vielleicht psychisch labil gewesen sein, dennoch hatte er wohl eine Fahrerlaubnis, denn sonst könnte er keinen PKW mieten. Wer aber eine Fahrerlaubnis besitzt muss zuvor eine entsprechende Führerscheinprüfung bestanden haben. Ob die ein psychisch Kranker wohl besteht?

Wie dem auch sei, der Student aus Heidelberg ohne Migrationshintergrund und Kontakten zu islamischen Terror - Gruppen, wird wohl nicht länger Student sein. Er wird auch keinen Führerschein mehr besitzen und demnach auch kein Fahrzeug mehr führen dürfen, der Student aus dem spießigen Heidelberg mit den rechtsradikalen Burschenschaften, die auch tweets schrieben, die voller Lügen und Hass waren. Schöne Studenten aus Heidelberg, gelle?

Hei,ja, " The Sweet " und ihr ´73er " Hell Raiser ".




Himmel und Hölle, war dat schlechte Mugge!


Montag, 27. Februar 2017

Win - win für Tussis?



Die Natur auf unserer nicht ganz runden Erdkugel wird ja von dem hier lebenden, größten Raubtier, dem Menschen, in vielfältiger Weise gequält, zerstört und manipuliert. Auch an sich selbst lässt der Humanoid jede Menge Veränderungen vornehmen, um - immer gegen einen riesigen Batzen Geld, versteht sich - dem Idealtyp jenes - angeblich - göttlichen Ablegers nahezukommen, dass längst von der Werbung, der Industrie und natürlich auch - den so bösen - Medien in die Dumpfschädel der, nach diesen Vorgaben dahin vegetierenden Mitmenschen eingehämmert wird. Als Triebfeder jedweden Handelns gilt deshalb auf der einen Seite, die Sucht nach Moneten, Luxus und einem hohen Grad an Aufmerksamkeit, auf der anderen Seite, eben die gleichen Fakoren, nur in umgeddrehter Reihenfolge.

Gut, ja, gut, ich sach´ma´, ich glaube, zu wissen, dat da die grauen Zellen bereits abgestorben sein müssen, wenn sich ein Abbild des da Oben hausenden, so viel Mühe macht, um seine - von dem da Oben? - angelegten Genome später so zu manipulieren, dass ein Arnold "Arnie " S. aus Thal, jetzt in Kalifornien lebend, ein Ralph M. aus Recklinghausen oder ein Dolph L. aus Stockholm heraus kommen soll.
Die Heilige Schrift formuliert es deshalb so:

 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

Eigentlich steht hier nix davon, dat Eva aus Adams Rippe entstand. Aber, egal. Hier könnte auch die existenzielle Frage nach dem Entstehen von Henne und Ei oder umgekehrt gestellt werden.

Jedenfalls das Ebenbild des Schöpfers war ja zunächst nackt im Garten Eden und erhielt wohl später als Bekleidungsersatz das berühmte Feigenblatt. Und weil das angebliche Urpaar aller Menschen sich unbotmäßig verhielt, nämlich der Schlange auf den Leim ging, den wohl schmeckenden Apfel vom verbotenen Baum aß, wurde es aus dem Garten Eden verbannt. Für immer. So musste das Urpaar seinen künftigen Lebensunterhalt ab sofort selbst bestreiten. Deshalb wurde aus deren Nachfolgeschaft ein Volk von Jägern und Sammlern. Das setzt sich bis heute fort.

Nur das Aussehen des Menschen hat sich seit der Genesis erheblich verändert. Er wird - zumindest in einigen Erdteilen - ständig größer, wird aber auch - wie zu Beginn - immer fauler, dafür jedoch permanent älter. Achtzigjährige sind in vielen Industrieländern längst keine Seltenheit mehr, sondern wohl eher die Regel. Neunzigjährige aber kaum noch die Ausnahme. Hundertjährige dafür nicht eben selten. Nur bei der Reproduktion der eigenen Rasse, werden dem homo oeconomicus weiterhin - dann wohl vom Schöpfer bestimmt - enge Grenzen gesetzt. Bei einem - Adam und Eva gleich gestellten - Paar ist der Zeitraum der Reproduktion, der Zeugung von Nachkommen endlich, weil begrenzt auf vielleicht 18 bis 45 Jahren, obwohl dieser von der Menache ( ab 11,5 - 14,5 Jahren ) bis zur Menopause ( ab 45 - 55 Jahren ) dann bei der Frau - zumindest theoretisch - beinahe 5 Dekaden umspannen kann. Der Kerl - sofern überhaupt zeugungsfähig - kann eigentlich bis zu seinem Tod, demnach auch noch als Greis mit 90 Jahren, ein Kind zeugen.

Nun, ja, jenseits der reinen Theorie gibt es die Alltagsrealität und die sieht bekanntlich eben eher grau aus. Wenn ein Paar - warum auch immer - häufig aber doch aus biologischen Gründen kinderlos bleibt, dann gibt es - mit den Worten des " Kaisers " Franzl Beckenbauer gesprochen - drei Alternativen: 

1. Alles bleibt so, wie es ist

2. Es bleibt nicht so, wie es ist und die Medizin hilft nach

3. Es bleibt so, wie es ist, aber man/frau nimmt ein fremdes Kind an.

Immerhin haben viele Prominente sogar zwei Alternativen gewählt, nämlich 2. und 3.  
Das kostet Geld, verlangt die Inanspruchnahme von Beziehungen, sofern die Bedingungen zur Annahme an Kindes Statt nicht erfüllt werden können und ein Kinderwunsch im Ausland in Erwägung gezogen wird.
Doch: Die globalisierte Welt kann auch da Lösungen bereit stellen, wenn der Drang nach einem erfüllten Leben durch Kinder besonders ausgeprägt ist und eignen Kinder verwehrt bleiben.

Da las ich doch am Wochenende in der " Sächsische Zeitung ", dass eine gewisse Caroline Beil ( hmmh, wer ist das? Nie gehört! ) im zarten Alter von 50 Lenzen erneut Mutterfreuden entgegen sieht. Ach, ja? Ich dachte immer, dass 50 Jahre ein bisschen weise machen sollten. Doch, wenn das junge Glück ( er ist erst 34 ) tatsächlich an der Erfüllung des Kinderwunsches abhängt und nicht am Kontostand, dann ist es nur verständlich, dass jede nur erdenkliche Möglichkeit in Betracht zu ziehen ist, um die Beziehung nicht auf eine ständige Belastungsprobe zu bringen.

Beil wird also Mama. Aha! Aber, wer in drei Teufel´s Namen ist diese Caroline Beil?
Mutti Google hilft auch hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Caroline_Beil

Aja, irgendwo schon mal gesehen. Und, wenn ich mir so ihre Vita durch lese, immerhin schwingt da so ein wenig Multitalent mit. Vielleicht war ihr Papa, der verstorbener Musiker Peter Beil ( https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Beil ) genetisch beteiligt. Wie dem auch sei, Caroline hat sich einen erheblich jüngeren Partner ausgesucht. das ist nichts verwerfliches, in dieser, medial durch gestylten Gesellschaft, in der jeder halbswegs aussehende Teutone, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, sich im Show - Biz versuchen darf. Doch es gibt auch Berufe, in denen ein - dann auch gut ausgebildeter - Bundesbürger oft nicht das Schwarze unter dem Fingernagel verdient. Dazu gehören in schöner Regelmäßigkeit viele der Freiberufler, wie Anwälte, Ärzte und auch Zahnärzte. 

Beils Lebensgefährte ist Letzterer. Er betreibt eine Gemeinschaftspraxis in Marl ( http://www.zahnarzt-sattler.de ). Räusper, wo? In Marl. Das ist eine Stadt mit zirka 87.000 Einwohnern in der Nähe von Gelsenkirchen, Bottrop und Recklinghausen. Eingezwängt zwischen drei Autobahnen, der A 43 im Osten, der A 52 im Westen und der A 2 ( vulgo: Warschauer Allee ) im Süden liegt diese Stadt, in der einst die Kohle und heute die Chemie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen diktieren, irgendwo im Nirgendwo des einstigen Pütts. Gut, Dortmund ist nicht sehr weit von Marl und damit kann auf Erstliga - Fußball gesehen werden, da ja der ehemalige Verein der einst erstklassigen Oberliga West, der TSV Marl - Hüls in den 1960ern in der Versenkung verschwand und ab den Nullerjahren zwischen VIII. und V. Liga herum dümpelt.

Tja, also die Provinz versprüht demnach nicht den Glamour einer Großstadt, wie Düsseldorf, Köln oder auch Hamburg, München sowie Berlin. Deshalb hilft es, sich aus der elend langen Liste der B bis D Promis sich ein Opfer auszusuchen, mit dem Mann dann in die Schlagzeilen kommt. Publizität ist gut für das laue Geschäft, dient dazu, auf anderen Feldern, jenseits des ausgeübten Berufs, Kasse zu machen, um den Schuldenabbau voran zu treiben. Wenn dann auch noch Frau dabei unterstützend tätig ist, um so besser.

Wer war noch gleich Caroline Beil? Ach, ja, die die mit 50 noch schwanger ist. Die Genesis der Bibel besagt denn auch dazu:

Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

So aber lieber nicht, denn es gibt schon genug davon. Sonst behalten am Ende die Irren aus der Sekte der Kreatonisten noch Recht und dürfen auch weiterhin davon fabulieren, dass jede Eingriff in den menschlichen Körper, ein solcher in den der Schöpfung ist. Weshalb dann die Beil´sche Hormonbehandlung wider der Schöpfung sein muss. Das wird sich dieser allerdings nicht gefallen lassen. Wehe, wenn in den nächsten Jahren der Säugling zum Kleinkind und Jugendlichen heran wächst. Das strapazierte Nervenkostüm der armen Caroline. Na, vielleicht verdient er dann mit der Zahnarztpraxis auch Geld, dann können sie sich dafür ein Kindermädchen leisten, dass die Grobarbeit erledigt. Diese ganze Chose aus dem Hause Beil / Sattler kann zudem Honorar bringend erneut an die Dumpfbacken - Blätter, wie " Bunte " verkloppt werden.

So wird aus dem medizinischen Risiko einer Spätgebärenden dann doch noch eine Win - win - Geschichte. Sie geht in Rente, er verdient, weil endlich bekannt auch mal Geld und das Kind wird gleich in die mediale Scheinwelt der Prominenten eingeführt.

Auch wenn Donald " The Duck " Trump behauptet zwar immer noch, dass " Win - win " etwas für " Pussies " sei, was im internationalen Politik - Zirkus dann eher mit heftigen Kopfschütteln zur Kenntnis genommen wird, gilt jedoch für diesen und auch andere Fälle aus der aufgeblasenen Medienwelt von Promis und solchen Gestalten, die meinen, dazuzugehören, dass er damit den Nagel auf den Kopf trifft. " Win - win " für Tussis, eben!  

Samstag, 25. Februar 2017

Blauer Seehecht ( Hoki )





 Es war im tiefsten Winter 2017, nämlich in der zweiten Januarwoche, als das Display unseres Telefons eine unbekannte Festnetznummer anzeigte. Es war der Anruf - Service der Firma " Eismann ". Einst, nämlich vor vielen Jahren, waren wir dort Kunde. Dann ging mir die ewige Anruferei des Automaten des Vetriebshändlers gehörig auf die Nerven und ich sagte dem Auslieferungsfahrer endgültig ab. Die Anrufe wurden eingestellt und der auf Franchise - Basis tätige Mann aus einem Örtchen in der Nähe des Tharandter Waldes ließ sich nicht mehr sehen.

Nun erschien kurz nach Beginn des neuen Jahres ein Werber der Firma an der Haustür und bot mir den aktuellen Katalog an. Meine bessere Hälfte stöberte bald danach darin herum, schrieb sich einige Artikel auf und so warteten wir auf den Anruf der Firma " Eismann ". Ich bestellte bei der Mitarbeiterin die aufgeschriebenen Artikel , die dann in der ersten Februarwoche geliefert wurden.
Drunter war auch " Hoki ". Eine 500 Gramm - Packung, die damals für 10,95 je Packung angeboten wurde.



" Der Hoki, „Neuseeland-Hoki“, „Neuseeländischer Hoki“, „Blauer Seehecht“ oder „Neuseeländischer Langschwanz-Seehecht“ (wissenschaftlich: Macruronus novaezelandiae, engl.: „blue grenadier“ oder „blue hake“) "

- Zitatende - aus: wikipedia - Hoki



Gut, der Fisch aus dem Umfeld unserer beinahe Antipoden ist nicht ganz billig. Aber: Welcher Fisch ist das heutzutage nicht.

Meine bessere Hälfte suchte sich aus dem Netz ein passendes Rezept aus und wir versuchten es am vergangenen Donnerstag mit dem Neuseeländer.



Hoki mit Salzkartoffeln und Senfsauce:

400 Gramm Kartoffeln schälen, Salz in den Topf mit Wasser gegeben
        und kochen
        ( üblich dürften 200 bis 250 Gramm pro Person sein )
        

500 Gramm Hoki
        Die vorgefertigten Filets tiefgefroren aus der Verpackung nehmen,
        eine Prise Salz und Pfeffer sowie Zitronensaft auftragen und etwa
        20 Minuten im Backofen mit Unter - und Oberhitze bei 180 Grad
        im eigenen Saft in einem Behältnis dünsten

        Die Filetstücken können auch bei niedriger Stufe ( 4 bis 5 ) auf einem           Induktionskochherd gebraten werden. Dabei mehrere Male und 
        regelmäßig wenden.       


 Senfsauce: 

   30 Gramm Butter
   30 Gramm Mehl
   500 Milliliter Brühe  oder Milch
   2 Esslöffel scharfer Senf 
   1 Teelöffel Zitronensaft ( möglichst frisch ) oder Essig
   1 Teelöffel Zucker

Die Butter erhitzen und zerlaufen lassen. Dazu das Mehl eingeben und eine Mehlschwitze fertigen. Unter Umrühren die Flüssigkeiten dazu geben und danach den Senf einrühren. Unter leichten Aufkochen den Zitronensaft / den Essig und den Zucker einrühren.

Nachdem der Küchentisch gedeckt, die Kartoffel gar und abgegossen waren, schritten wir zur Tat. Wir füllten uns jeweils ein Stück des Fischfilets auf den Teller und übergossen dieses und zwei bis drei Salzkartoffeln mit der selbst gefertigten Senfsauce.

Lecker, weil sehr zart und es kam beim Essen eben jener typisch fischige Geschmack durch.

1 Glas trockener Weißwein schadet dazu auch nichts; wenngleich wir Mineralwasser bevorzugten.

Andere, auch sehr interessante " Hoki " - Rezepte können im Netz angesehen werden.  



Freitag, 24. Februar 2017

Thomas windet, die Borussia wundert und Dresden wirft.



Eigentlich stellt der Freitag den Beginn des nahenden Wochenendes dar. Das gilt zwar für viele Bundesbürger, doch längst nicht für alle. Seit dem das Ladenschlussgesetz dem Einzelhandel die Möglichkeit eingeräumt hat, die Geschäfte an 16 Stunden von Montag bis Samstag zu öffnen, bekommen die Millionen Beschäftigten dort, nur den Heiligen Sonntag als Ruhetag zugesprochen. Und selbst dieser ist die Teilen der Wirtschaft nicht heilig, denn wenn sehr teure Anlagen im Mehrschichtbetrieb laufen, müssen Mitarbeiter hier auch an Sonntagen ran. Aber auch viele Dienstleister oder Behörden, wie Call - Center, Feuerwehren, Rettungskräfte Krankenhäuser und natürlich auch die Polizei, sind von Montag bis Sonntag, somit die gesamte Woche über und dieses oft sogar rund um die Uhr, erreichbar. Eine moderne Industrienation mit einer hoch technisierten Wirtschaft und einer sehr anspruchsvollen Gesellschaft duldet keine Ruhetage.

Da saß ich denn heute Morgen in aler Frühe am Küchentisch und schlürfte meinen Kaffee aus dem Bunzlauer - Becher, las die " Sächsische Zeitung ", die noch einige Tage als Gratisbezug uns erfreuen darf sowie die älteren " SPIEGEL " - Ausgaben und hörte im Hintergrund die Nachrichten des Rundfunksenders MDR aktuell.
Zuvor aber wurde der Main - Kater Felix ordnungsgemäß mit Futter versorgt, unsere kleine Katze Nele, auf dem " IKEA " - Stuhl liegend, dann in räkelnder Positur, durch zarte Streichel - und Kraulaktivitäten ordentlich verwöhnt und die Fenster - Rollade hinunter gelassen, damit die noch schlafende Nachbarschaft nicht von dem hellen Lichtschein der Küchenlampe gestört wird.

Draußen tobte das Sturmtief mit dem Allerweltsnamen Thomas. Es klapperte Irgendetwas irgendwo irgendwann am Haus. Gut, ja, gut, ich sach´ma´, mein norddeutsches Blut, dass in den Ader fließt, ist durchaus Sturm erprobt. So leicht reißt es mich nicht vom Hocker, wenn ich von umgekippten LKW - Anhängern auf den Autobahnen, abgeknickten und umgefallenen Bäumen, die dann Bundestraßen versperren oder gerissenen Oberleitung, die unweigerlich zu Zugverspätungen führen, im Radio höre. Nö, da bin ich schon größere Schäden gewöhnt. Ganze Dächer, die vom Orkan abgedeckt wurden, große Schneisen, in der Tausende von Fichten oder anderem Nadelgehölz, vom Sturm abgeknickt, liegend oder vom Wind platt gewalzte Äcker. Doch der Thomas hat zwar in Sachsen ordentlich gewindet, aber ganz so dramatisch war es dann wohl doch nicht. Er zählt zu den typischen Frühjahrsstürmen, die in schöner Regelmäßigkeit in unsere Hemisphäre auftreten, so, wie auch die Herbststürme, die dann das sich ändernde Wetter ankündigen. Also: " So, what? "

Da dieses alles schon einmal vorgekommen ist; zumindest im Leben eines mittlerweile Eisgrauen, wundert es mich nicht sonderlich, dass sich die Medien wegen dem windenden Thomas ordentlich ins Zeug legen und hierüber ständig berichten.

Ein Wunder jedoch, wenn auch ganz anderer Art, ereignete sich einige Stunden, bevor Thomas windete, einige Hundert Kilometer, genauer gesagt, 831 Km Luftlinie und 1.120 Km Fahrtstrecke in Florenz, wo ab 21.05 Uhr die beiden Profi - Fußballmannschaften des AC Florenz und Borussia Mönchengladbach aufeinander trafen, um im Rückspiel der ersten KO - Runde den Sieger zu ermitteln. Das Spiel in Gladbach ging für die Borussia bekanntlich mit 0:1 in die Büxe. Und ab 21.40 Uhr sah es auch danach aus, dass der VFL aus Mönchengladbach, der bis dahin zwar ganz passabel spielte, jedoch mit 0:2 zurück lag, weil zwei eklatante Abwehrfehler die Florentiner in Front brachten, auch die zweite Partie vergeigen würde. Ausgerechnet Vestergaard, der ja von meinem SV Werder nach Gladbach wechselte, schoss einen kapitalen Bock, rutschte aus und ermöglichte so das 0:2.  Dann gab es doch tatsächlich kurz vor der Halbzeit einen - na,ja, ich meine, zweifelhaften - Elfmeter, den Lars Stindel im italienischen Tor versenkte. Nur noch 1:2; summa sumarum bis dato 1:3. Ich watete die " Sky " - Übertragung bis zur Pause ab, dann verabschiedete ich mich - zugegebenermaßen - leicht frustriert bei meiner besseren Hälfte und überließ ihr die absolute Hoheit über die Fernbedienung. Nicht´s wird´s mit dem Einzug unter die letzten 16!

Im letzten Winkel meines Fußball - Herzens schlägt dieses noch immer für die Borussia. Es sind die Reminiszenzen an die 1970er Jahre, als die Gladbacher den Bazis über viele Jahre Paroli bieten konnten und auch international im Geschäft waren. Was waren das nicht alles für Fußball - Schlachten? Vor allem gegen Italiener. Da war das 7:1 gegen den AC Mailand. Vormals unbestritten ein Verein, der längst in den Fußball - Olymp aufgestiegen war. Netzer´s direkt verwandelte Ecke! Ein Traum für jeden Fußballfan. Egal, ob als Aktiver oder nur Anhänger eines Vereins. Dazu die unfaire Schauspieleinlage des Milanisti Roberto Boninsegna, der nach einem Büchsenwurf ( es war eine leere Cola - Dose ) auf sterbenden Schwan machte. Es gab ein Wiederholungsspiel im alt ehrwürdigen Olympia - Stadion in Berlin, dass Gladbach nur  0:0 gestalten konnte und somit nach einem 2:4 im Mailänder San Siro Stadion ausschied.

https://www.borussia.de/de/team-saison/europapokal/alle-europapokalspiele.html

Okay, das ist sehr lange her. Doch nichtsdestotrotz, die deutschen Mannschaften haben seit dem nie einen leichten Stand gehabt, wenn es gegen italienische Fußballteams zur Sache ging. Diese Gedanken kamen mir, als ich mich dazu entschloss, die 2. Halbzeit zu boykottieren. Was sollte da noch großartig passieren? Eher werden die Florentiner ein drittes Tor markieren, als die Borussen den Ausgleich erzielen. So las ich noch einige Nachrichten im Netz und bloggte auf meiner Seite und guckte bei Facebook hinein. Dann übermannte mich doch die Neugier und ich rief die Online - Präsens des " kicker " auf. Kaum hatte sich die Seite aufgebaut, fiel mir beinahe die Kinnlade herunter. Wie, jetzt? FC Florenz - Borussia Mönchengladbach 2:4 - dreimal Stindl, einmal Christensen. Nee, näh? Das glaube ich jetzt nicht!

Ich beendete meine PC - Aktivitäten und ging hinunter ins Wohnzimmer. Dann sah ich mir doch die letzten 20 Minuten des halben Wunders von Florenz an. Borussia wunderte am Donnerstag in Italien. Doch dafür waren bislang eigentlich meine Grünweißen zuständig. Die jedoch, spielten - so wie es der MDR - Sportjournalist alsbald behauptete - heute Abend in einem der noch vielen Kellerduelle gegen die anderen Grünweißen aus Wolfsburg und nicht in der Euro League um den Einzug in das Viertelfinale.

Wie sich die Zeiten ändern.

Ich ärgerte mich ein wenig, weil der MDR - Radiosprecher diese Meldung in einem Satz in den Sportnachrichten verwurstete. Das ist bestimmt ein FCB - Anhänger. Während ich mir einen weiteren Pott Kaffee brühen ließ, kam dann doch eine eher erfreulich Meldung in den Frühnachrichten. Unsere schöne Landeshauptstadt verzeichnet bundesweit die höchste Geburtenrate. Jau, das ist doch mal was. Und - rein subjektiv besehen - kann ich die Meldung sogar als wahr unterstreichen, denn, wenn ich zum Einkaufen per pedes in Richtung Kesselsdorfer Straße gehe, treffe ich - je nach Tageszeit - jede Menge Kinderwagen schiebende Mütter ( nur selten Väter ), die ihre Sprösslinge herum fahren. Manche sabbeln - zumeist nur unwichtiges - in ihre High Tech - Telefone. Andere wiederum rauchen und telefonieren und schieben den Volksporsche. So lässt sich auch die kostbare zeit vertreiben.

Eigentlich ist eine hohe Geburtenrate durchaus ein Indikator für relativen Wohlstand. Dafür, dass es den Menschen in unserer Stadt doch gut geht. Eigentlich? Gäbe es nicht die ständigen Versammlung der Bachmann´schen Volksdeutschen, die jeden Montag zur Belustigung der übrigen Bevölkerung fort während die gleichen Parolen rufen, der neutrale Betrachter könnte meinen, die Landeshauptstadt stellt eine Idylle inmitten der feindlich gesonnen Restwelt dar. Doch die Fertilitätsrate ist kein Garant für eine intakte Gesellschaft. Dann nämlich nicht, wenn eigentlich die Falschen Kinder auf die Welt bringen. Noch nie sind die finanziellen Anreize durch Sozialtransfers zu groß gewesen, wie in den letzten Jahren unter der oft geschmähten GroKo. Da könnten vielleicht doch jene Frauen im gebärfähigen Alter auf die Idee kommen, sich eher Kinder anzuschaffen als einen Beruf auszuüben. Denn beide Dinge lassen sich eher nicht in unserem Land miteinander vereinbaren. In Dresden scheint dieses dann wohl nicht der Fall zu sein. Die Versorgung mit Krippen - und Hortplätzen ist hier überdurchschnittlich gut.

Während mir nach unserem gemeinsamen Frühstück, dem üblichen freitäglichen Hausputz und anderen zu erledigenden Dingen, diese Überlegungen durch den Kopf gingen, verabschiedete sich Thomas aus Dresden. Der Sturm wird garantiert diverse Schäden hinterlassen haben.  Das Borussen - Wunder wird es im Achtelfinale so nicht mehr geben, denn hier trifft Mönchengladbach auf den FC Schalke 04. In den reinen Bundesligaduell benötigen die Gladbacher keine wunderbare Leistung, um die schwächelnden Schalker aus Gelsenkirchen zu besiegen. So, wie mein SV Werder im heutigen Freitagsspiel eher schlecht spielte und dennoch gewann, kann Mönchengladbach es auch. Der MDR - Nachrichtensender wird darüber morgen früh wieder berichten und dann auch, dass der Wolfsburg - Trainer Ismael in die Wüste geschickt wird, dorthin, wo die Frauen jede Menge Kinder bekommen, dennoch für immer arm bleiben und früh versterben. Das droht den Dresdnerinnen, die auch viele Kinder auf die Welt bringen dann doch nicht. Dafür sorgt eben Papa Staat, sofern der richtige Erzeuger dazu nicht in der Lage ist.

Wie heißt es aber in einem Sprichwort aus der Bibel? Ach, ja: " Wer Wind sät, wird Sturm ernten. " ( Altes Testament, Hosea, Kapitel 8, Vers 7 ).

Gut´s Nächtle mit " The Allman Brothers Band " und dem " Stormy Monday Blues " - Live at the Fillmore East 1971 :



Das Stück hatte ich vor einiger Zeit bei Lutz Hanker im " Beat Club " von Radio Bremen Eins gehört. Nun, ja, wir haben zwar erst Freitag, aber, passt scho.



Donnerstag, 23. Februar 2017

Christliche Nächstenliebe nur für Arbeitgeber



Als der " Genosse der Bosse ", unser aller, Gerhard Schröder, noch als Bundeskanzler seine medialen Irrläufe veranstalten durfte, als dieses, unser, blühenden Land, mit mehr als 4 Millionen gemeldeten Erwerbslosen einen traurigen Bestand - jedoch noch nicht Höchststand - zu vermelden hatte und, als genau vor 15 Jahren, die " Harzt " - Kommission  Tag und Nacht tagte, der Hammer kreiste und ein Bündel von Gesetzen daraufhin verabschiedet wurden, die den Sozialstaat und damit den sozialen Besitzstand von Millionen Malochern einschneidend veränderte ( natürlich im Sinne von Verschlechterung ), da besannen sich die Arbeitgeber darauf, dass sie eben auch Arbeit zu vergeben hatten. Jedoch solche, die unter dem Aspekt der Lohndrückerei, Ausbeutung und Versklavung zu subsumieren war.

Daran hat sich in den Jahren nach Verabschiedung der umstrittenen " Hartz " - Gesetze nicht so sehr viel geändert. Irgendwann fand dann die GroKo es beschämend, dass Friseusen in Thüringen mit knapp über 4 Euro Stundenlohn abgeferkelt werden. Dass die Leiharbeiter wie moderne Sklaven an Großfirmen vermittelt werden und dort wie Paria schuften müssen. Sowie, dass der Erwerbstätige trotz der avisierten Lebensleistungsrente, letztendlich immer noch auf staatliche Almosen bei Eintritt in das Rentenalter angewiesen sein könnte.

Nahles und Konsorten ersannen deshalb den Mindestlohn, schwurbelten dazu ein Gesetz zusammen und ließen es auf den Arbeitsmarkt los. Das Geschreie und Gezetere bei den Arbeitgebern war groß. Doch die Flucherei half nichts, denn bald musste auch die aller letzte Klitsche in Vorderpusepuckel den Mitarbeiter den Mindestlohn zahlen. Zudem drohten ständige Kontrollen durch die repressiven Staatsorgane und gehöriger Ärger mit der Mama Justitia.

Und den hat jetzt eine Branche am Allerwertesten, die just ab jener Schröder - Hartz - Ära zu einem wahren Höhenflug angesetzt hat. Die Zeitarbeitsvermittlung. Jene - dann wohl doch - moderne Sklavenhalter - Sekte, die zwischen Arbeitsuchenden und Personalsuchenden vermitteln möchte. Der Deal dabei ist, dass die Zeitarbeitsfirma den Arbeitsuchenden einstellt, für diesen Sozialversicherungsbeiträge abführt und ihn dann ein eine Firma, die Personalbedarf bekundet, weiter vergibt. Da diese Firma der Zeitarbeitsfirma allerdings mehr zahlt als der Arbeitnehmer bei Letzterer erhält, streicht sie die Differenz von beiden Beträgen als Profit ein. Hiervon lässt sich nun glänzend leben.

Doch für den Arbeitnehmer hat dieses Konstrukt gravierende Nachteile. Wird der Arbeitsvertrag bei der Vermittlungsfirma nicht verlängert oder gekündigt, weil der Arbeitnehmer zum Beispiel krank wird, dann ist dieser auf SGB - Leistungen angewiesen. Zudem hat dieses Arbeitsverhältnis auch Auswirkungen auf den späteren Rentenanspruch, denn es werden nur Pflichtbeiträge auf den wesentlich niedrigeren Lohn berücksichtigt und in den Rentenkasse eingezahlt.

Und gerade darum geht es in einer Reihe von Klageverfahren vor verschiedenen Sozialgerichten. Natürlich auch in Sachsen.
 Eine von den Zeitarbeitsfirmen angewandte Vereinbarung, die diese als durch ihren Verband mit der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen ( CGZP ) abgeschlossen hatte, ist seit 2002 unwirksam, da dieser " Gewerkschaft " durch ein letztinstanzliches Urteil des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt aus dem Jahr 2010, die Tariffähigkeit abgesprochen wurde; wonach sämtliche Arbeitsverträge von Arbeitnehmer, in denen ein erheblich geringes Entgelt vereinbart war, unwirksam waren und damit rückabgewickelt werden müssen. Dieses hat die Konsequenz, dass den betroffenen Arbeitnehmern der übliche Tariflohn zu zahlen ist und, dass die darauf fußenden Rentenversicherungsbeiträge ab 2006 nachzuzahlen sind.
Peinlich und teuer für die Sklavenhalter - Branche, deren Geschäftsgebaren immer darauf ausgerichtet ist, selbst dem maximalen Profit aus einem Zeitarbeitsverhältnis zu schlagen.

Oberpeinlich allerdings und vor allem moralisch hoch verwerflich, dürfte das Treiben der angeblich " christlichen " Gewerkschaften sein, denen sogar der Abschluss von Arbeitsverträgen - vor allem im so genannten Osten - keinerlei Skrupel bereitete, in denen Brutto - Stundenlöhne von 4,83 € vorgesehen sind.



http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nachzahlungen-von-zeitarbeitsfirmen-viel-weniger-als-erwartet-1.2182680


http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gerichtsurteil-zeitarbeitsfirmen-muessen-loehne-nachzahlen-11766008.html

http://m.sz-online.de/sachsen/am-sozialgericht-droht-mammutprozess-3615332.html

Merke: Nicht überall, wo christlich drauf steht, ist christliche Nächstenliebe und christliches Handeln drin.
Diese Banausen sollten an und an die Bibel lesen und die 10 Gebote beherzigen. Doch, wo Geld winkt, wird der praktizierende Christ des Abendlandes flugs zum Anti - Christen umfunktioniert.
Hallelujah!


Die Wiesbadener Straße in Dresden: Ein Freifahrtschein für freie Fahrer?



Es gibt Nachrichten, die möchte der Normal - Bürger, der eher friedfertige, der nach Harmonie in seinem Leben strebende Mensch, dann eher nicht hören. Wenn ein Brief mit einem Schreiben des Ordnungsamtes im Briefkasten liegt, bedeutet dieses in der Regel nichts Gutes. Zumeist wird in dem Behördenschreiben behauptet, dass der Adressat sich eines Verstoßes gegen irgendeine Vorschrift in irgendeinem Gesetz schuldig gemacht haben soll. Ihm wird darin etwas zur Last gelegt. Dass könnte dann in der Tat zu einer erheblichen Belastung - des eigenen Kontos nämlich - werden.

Da las ich am Donnerstagmorgen in der " Sächsische Zeitung ", dass im abgelaufenen Jahr allein in Dresden zirka 8, 3 Mio. Euro Buß - und Verwarnungsgelder wegen Verkehrsverstößen und anderen Ordungswidrigkeiten verhängt wurden. Dabei kassierte die Landeshauptstadt von so genannten Falschparkern ungefähr 3,2 Mio. Euro. Gefolgt von Geschwindigkeitsverstößen, die rund 525.000 Euro einbrachten. In jenem Artikel ( " SZ " v. 16. Februar 2017, S. 14 ) wird dann anhand einer graphischen Darstellung erläutert, wo in unserer schönen Landeshauptstadt stationäre " Blitzer " installiert worden sind. Auf der " Würzburger Straße ", auf der " Radeberger Straße " oder auch auf der " Bautzner Landstraße ". Sie alle könnten, ja sollten dafür sorgen, dass die Fahrzeuge sich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten halten.

Vornehmlich dort, wo die Verkehrsdichte sehr hoch ist, hat die Stadtverwaltung jene Starenkästen anbringen lassen. Nun könnte der somit kontrollierte Autofahrer behaupten, das sei einzig und allein eine Maßnahme, um zu versuchen, ihm zusätzlich Geld aus der Tasche zu ziehen. Ja, dieses Argument ist nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen. Das Aufstellen von " Radarfallen " hat auch etwas mit Einnehmen von Geld zu tun. Aber, nicht ausschließlich. Diese " Blitzer " sollen wohl auch präventiv wirken. Sie tragen dazu bei, dass die viel zitierte " Freie Fahrt für freie Bürger " innerhalb der geschlossenen Ortschaften nicht allzu wörtlich genommen wird.

Die Wiesbadener Straße in unserer schönen Landeshauptstadt zeigt eigentlich nichts Außergewöhnliches. Sie könnte eine von vielen begeh - und befahrbaren Flächen sein, die es in Dresden gibt. Sie wird an ihrem Verlauf von dem Kreuzungsbereich Kölner - Naußlitzer Straße bis zur Einmündung in die Altfrankner Straße von vielen Grünflächen eingebettet. Da wären die Kleingartenvereine " Hohe Luft e.V. " sowie " Neuweidental  " sowie auch einige Gärten und Vorgärten, die an diesem Straßenzug liegen. Dann wäre da das Grundstück des Kindergartens " Sonnenkäferland  " an der Dölzschner Straße 40, dass einen Behelfsausgang zu der Wiesbadener Straße vorweist, der auch regelmäßig benutzt wird. Und da wären zwei DVB - Linien, nämlich die Busse Nummer 62 und 90 mit drei Halstestellen.

Auch von der Infrastruktur ist diese Straße denn eher durchschnittlich angelegt. Es befinden sich einige untergeordnete Quer - und Zugangsstraßen, die Bebauung ist gemischt, weil neben Einfamilienhäuser, auch eine Reihe von Mehrfamilienhäusern zu sehen sind. Von daher stellen auch die dortigen Bewohner eher den üblichen Schnitt dar.

Doch auf den der 1600 Meter langen Strecke, die ein Fußgänger in zirka 19 Minuten zurück legen kann, wird werktags in den Zeiten von 06.00 Uhr bis 09.00 Uhr und von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr von den motorisierten Verkehrsteilnehmern ohne Rücksicht auf Verluste gerast. Als, diese Szenerie beobachtender Fußgänger, muss einem dabei angst und bange werden. Hier wird, völlig unabhängig von jedweder PKW - Marke, losgelöst von dem Model sowie den spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen des Fahrers, ein Tempo gebolzt, dass den Außenstehenden die Fußnägel hoch klappen.

Seit vielen Jahren habe ich hier diverse Situationen erlebt, von denen ich - immer subjektiv beobachtet - behaupten kann, dass die Raser auf der Wiesbadener, weder 50 Km/h, noch 60 Km/h, sonder mindestens 70 Km/h und darüber hinaus auf dem Tacho haben, wenn sie diese Straße entlang fahren ( rasen ).

Weil wir ab dem Zeitpunkt, ab dem ich Vollzeit - Dresdner geworden bin, sage und schreibe, drei Kater auf der Hobby - Rennstrecke verloren haben und zuletzt, nämlich am 16. Februar 2017, unser jüngstes Familienmitglied, der knapp ein Jahr alt gewesene Kater Finn, dort unter die Räder kam, nehme ich jetzt kein Blatt mehr vor dem Mund, schreibe so, was mir zu solchen Anlässen ab und zu durch den Kopf geht und berücksichtige dabei sehr wohl, dass ich selbst seit 44 Jahren eine Fahrerlaubnis besitze, dabei so manchen Bock im Straßenverkehr geschossen habe und mich nicht frei von der Unfehlbarkeit bekenne:

Da gehe ich die Wiesbadener Straße an einem x-beliebigen Werktag ab 16.30 Uhr in Richtung Tharandter Straße auf dem Fußweg herunter und beobachte den vorbei jagenden Autoverkehr. Ein Schwachkopf mit DD ( Doppel - Doofer ) in seiner VW Jauche - Schüssel zischt an mir vorbei, bremst kurz vor der Straßenmündung zur Dölzschner Straße scharf ab, nimmt einem entgegenkommenden silberfarbenen Skoda Octavia die Vorfahrt und prescht wie ein Bekloppter in Richtung Clara - Zetkin - Straße. Ihm folgt ein dunkelblonde Tusse in einem VW Polo, die mit mindestens 60 Km/h in Richtung Altfrankener Straße herunter brettert. Wenige Meter vor der nahenden Kreuzung steigt die blöde Kuh in die Eisen und biegt, ohne anzuhalten, links ab. Ein von oben kommender Ochse im BMW muss stark bremsen, hupt wie ein Wilder und betätigt zudem die Lichthupe. Ein anderer Ochse in einem aufgemotzten BMW kloppt mit 60 und mehr die Wiesbadener Straße herauf und schaltet dann noch hinter der Kreuzung zur Dölzschner Straße in den vierten Gang, um mindestens 80 Klamotte auf den Tacho zu bekommen, Ein weiteres Rindvieh prügelt seinen Ford bereits wenige hundert Meter nach der Kreuzung zur Altfrankener Straße im dritten Gang die Steigung hoch und schaltet noch vor der bereits benannten Kreuzung in den nächst höheren Gang. Das waren mindestens 80 Klamotten.

Diese Abläufe könnte ich so ad infinitum fort schreiben. Doch, es gibt noch steigerungsfähige Erlebnisse. Ich biege aus der untergeordneten Straße auf die Wiesbadener, nachdem ich mich vorher durch mehrfaches Blicken nach links und auch rechts davon überzeugt habe, dass sich kein Fahrzeug nähert oder ein PKW einen anderen hier überholt ( alles schon erlebt! ) und fahre im ersten Gang, schalte in den zweiten Gang und habe bereits dann mindestens 30 Km/h auf dem Tacho. Bei einem erforderlichen, routinemäßigen Blick in den Innenspiegel, bemerke ich, dass mir ein Hobby - Rennfahrer bereits hinten drauf sitzt. Ich lasse den PKW mit etwa 30 Km/h die Wiesbadener bis zur dortigen Bushaltestelle herunter rollen, ohne noch zusätzlich Gas zu geben, Hier ist die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Km/h begrenzt. Der Arsch hinter mir fährt noch dichter auf und spielt plötzlich Rumpelstilzchen. Ich bremse vor der Haltestelle noch leicht ab. Der Schweinekopp explodiert hinter dem Steuer und fuchtelt mit den Armen wild herum. Ich betätige wieder leicht das Bremspedal. Die wild gewordene Sau hinter mir will überholen. Doch es jagt laufend Gegenverkehr die Straße hoch. Ich gelange zum er viel zu groß dimensionierten Einmündung in die Altfrankener Straße und setze den Blinker links. Der Pisspott hinter mir stellt sich mit seinem VW - Scheißhaufen rechts daneben. Ich muss Blickkontakt aufnehmen, weil die Bagage von oben zumeist genauso schnell herunter geprügelt kommt, wie auf der Wiesbadener. Der Arsch glotzt. Ich grinse hämisch. Der Blödmann kocht. Ich fahre an und lasse kurz die 185 PS aufblitzen. Der Vollpfosten ist frustriert und kommt nicht mit. Er bleibt hinter mir. Ich biege - bewusst - langsam in die folgende Querstraße rechts ein. Die Pfeife hinter mir ist inzwischen ganz ruhig. " Auf Wiedersehen, du Blödflansch! ", denke ich bei mir.

Und, zum Schluss, nach dem Motto: " Rache ist Blutwurst! ", eine ähnliche Begegnung der dritten Art. Dieses Mal bergauf fahrend. Ich komme vom Pflanzen - Einkauf bei " Wreesmann " in der Hofmühlenstraße 29. Der Kofferraum ist mit Grünzeug voll belegt. Ich fahre deshalb eher bedächtig und versuche die Plastetöpfe mit der Pflanzerde nicht umkippen zu lassen. Bei den Schlaglöchern, die sich oft zu Beginn der Wiesbadener Straße in Richtung stadtauswärts befinden, kein leichtes Unterfangen. Nachdem ich die Kopfsteinpflasterung überwunden habe, lasse ich den Mazda 6 langsam, aber eher bedächtig, auf die erlaubten 50 Km/h steigen. Ich habe die Kreuzung zur Dölzschner Straße bereits in Sichtweite, als ich im Innenspiegel einen jener aufgemotzten VW Golf - Mutaten sehe, dessen Fahrer so gerade über das Lenkrad aus seinem Sportsitz sehen kann. Oft gibt dieser Lenker gleich sämtliche Klischees ab, die sich ein derartiger  VW - Fahrer gefallen lassen muss. Klein gewachsen, Pickelgesicht und abstehende Ohren. Der Hangarsch klemmt sofort hinten drauf und macht einen auf dicke Hose. Kurz hinter der Kreuzung will die VW - Wildsau überholen. Ich gebe Gas und lasse den Kacker nicht vorbei. Bremse dann, als er hinter mir bleiben muss leicht an und setzte den Blinker links. Die Wildsau ist jetzt eingeschüchtert. Ich habe ihn nämlich sofort geoutet. Es ist einer jeder VW - Fahrer mit permanenten Minderwertigkeitskomplexen gegenüber ausländischen, besonders japanischen Automarken, denn die sind nicht nur rund 10.000 Euro billiger als seine Dreckskarre, sondern zudem technisch zuverlässiger und ausgereifter. Da staut sich natürlich der Frust auf. Der Schwachkopf muss hinter mir bleiben. Ich setzte zum Abbiegevorgang an, hebe den rechten Arm und balle eine Faust zur Abschreckung. " Auf Wiedersehen, Du Vollidiot! "

So bleibt letztendlich festzuhalten: Die Blitzer sind nur dann gut, wenn sie an der richtigen Stelle stehen. Und hierzu zählt alle Male die Wiesbadener Straße in Dresden.

Dazu gibt es nach was hinter die Löffel mit dem rassistischen Sprücheklopfer, aber guten Gitarristen, Ted Nugent und dem ´78 er - Titel " Stranglehold "


Hach, was hatten wir für wilde Mähnen, die beim Abrocken so manches Mal der Schmachtenden ins Gesicht flog!


Mittwoch, 22. Februar 2017

Gaffer




Der Voyeurismus ist in seiner klassischen Definition ein sexualisierter Begriff. Er bezieht sich nämlich auf das Betrachten von sich entkleidenden und / oder nackten Menschen. Der erweiterte Begriff des Voyeuristischen beinhaltet jedoch auch das Sehen, Beobachten und Festhalten von Ereignissen, wie Unfällen und Naturkatastrophen. In diesem Fall wird von Schaulustigen oder - in abwertender Form - von Gaffern gesprochen, die dabei soweit vorgehen, dass sie die Tätigkeit von Einsatz - und Rettungskräften bei ihrer Anwesenheit behindern.

Die Gaffer - Gruppe hat sich seit der flächendeckenden Nutzung von modernen Kommunikationstechniken und entsprechenden Geräten zu einer wahren Plage ausgebreitet. Kommt es zu einem Unglücksfall finden sich manchmal mehr Gaffer als Hilfs - und Rettungskräfte am Ort ein. Dann werden massenhaft smartphones aus den Taschen und Jacken gezogen, um Bilder sowie Filmaufnahmen von der Unglücksstelle anzufertigen.

Gegen diese Gaffer möchte nun das Bundesland Sachsen - Anhalt gesetzlich vorgehen und hat bereits im November des letzten Jahres eine Initiative in Form eines bundeseinheitlichen Gesetzentwurfes in den Bundesrat eingebracht, der dort nach entsprechender Beratung verabschiedet und dem Bundestag vorlegt worden ist. Federführend dabei zeigt sich der sachsen - anhaltische Innenminister Holger Stahlknecht, ein CDUler, der seit Jahren durch markige Sprüche und ein eher kompromissloses Auftreten in der Öffentlichkeit bekannt wurde.

Stahlknecht möchte neben dem " Anti - Gaffer - Gesetz " auf Bundesebene, gleich auch noch das Landesbrandschutzgesetz novellieren und hier einen Straftatbestand einfügen lassen, der vorsieht, dass eine Behinderung von Einsatzkräften eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen kann.

Demnach könnte es jenen dumm - dreisten Voyeuren finanziell an den Kragen gehen, die durch ihre Anwesenheit mit der Absicht, von einem Unglücksfall möglichst authentische Fotos oder Filme aufzunehmen, die Rettungskräfte behindern.

Dieses Phänomen ist nicht so neu. Es hat Gaffer schon vor vielen Dekaden gegeben. Neu ist wohl eher, dass von den Unglücken Aufnahmen angefertigt werden, die binnen kurzer Zeit im World Wide Web für ewige Zeiten kursieren und den Zweck haben, nicht nur andere Voyeure zu befriedigen, sondern dabei eine Art Selbstbestätigung zu erhalten, sofern das Bildmaterial massenhaft aufgerufen wird.

Gegen diese - dann sehr oft einhergehenden - Persönlichkeitsrechtsverletzungen ist das neue Gesetz indes eher nicht vorgesehen. Es soll nur eine Ordnungsfunktion erhalten, die das Anfertigen von Bildern und Filmen von Beteiligten und dem Unglücksort selbst sanktioniert, sofern dabei der Rettungseinsatz behindert oder gefährdet wird.

Dem Verunglückten oder Beteiligten an einem solchen Ereignis indes, stehen andere Abwehrrechte zu. So ist es möglich, die Urheber eines eingestellten Videos von einem Unfallort oder den möglichen Verunglückten auf zivilrechtlichen Wege zu belangen. Da es auch hierbei um Geld geht, kann eine solche Dummheit ab und an sehr teuer werden. Vor allem dann, wenn auch noch in einem Gerichtsverfahren ein Schmerzensgeld durchgesetzt wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Voyeurismus

Somit gilt: Voyeurismus ist menschlich, Dummheit auch, aber dämlicher Voyeurismus ist demnächst strafbar.


Olivier Parent " Voyeur " - 2013 -



Dienstag, 21. Februar 2017

Fiona Ehlers in Dunkeldeutschland







Kann es sein, dass es nach fünf bis sechs Stunden Autofahrt und einer dabei zurück gelegten Strecke von zirka 580 Kilometern in Richtung Norden, dieses, unser Land, ein völlig anderes Gesicht annimmt? Kann es sein, dass die Menschen, knappe 700 Kilometer auf und an dem zwölftlängsten Fluss Europas, nämlich der Elbe in Richtung Mündung, also elbaufwärts, völlig andere Deutsche sind? Und ist es möglich, dass mehr als 27 Jahre nach der angeblichen Wende und mehr als ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Wiedervereinigung, bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Bundesbürgern immer noch eine Mauer im Gedächtnis, ein Eiserner Vorhang im Herzen und Bretter vorm Kopf existieren?

Diese Gedanken kamen mir - unter anderen -, als ich heute Morgen einen Artikel in meiner Leib - und Magenlektüre, dem " SPIEGEL " las. Nö, ich hatte nicht schlecht geschlafen. Nö, ich war auch nicht miss launig, weil mein SV Werder zwar 2:0 beim Mainzer Karnevalsverein auswärts gewonnen hatte, aber dennoch in der aktuellen Tabelle immer noch hinter dem HSV und anderen Abstiegsaspiranten steht. Und, nö, ich habe mich nicht darüber geärgert, dass die Diskussion rund um die so genannten " Schrottbusse " auf unserem Neumarkt weiterhin in unsachlicher Form ( siehe einige Leserbriefe in der " Sächsische Zeitung ) geführt wird und sich jetzt auch noch " Fremdlinge ", " Auswärtige ", ja, sogar " Wessis " frech einmischen.
All dieses focht mich nicht an, weil ich immer noch an das Gute im Menschen glaube. Und Glaube, bekanntlich nun doch Berge versetzen kann?

Doch als ich den " SPIEGEL " - Artikel der Journalistin mit dem wunderbar südländisch klingenden Vornamen Fiona, aber dem eher bieder, norddeutsch daher kommenden Familiennamen Ehlers, zu Ende gelesen hatte, musste ich einen kräftigen Schluck heißen Kaffee aus dem Bunzlauer Kermaik - Becher nehmen.
Da steht doch unter dem Titel, der Überschrift " Auf die Fakten! " ( s. " SPIEGEL " - Nr.: 6 / 2017, S. 53 ) etwas über " Dunkeldeutschland " und darüber, dass dieses " Dunkeldeutschland " in bestimmten Ortsteilen oder Straßen und den dortigen Häusern, noch etwas dunkler sein soll.

Aha, dunkler als dunkel? Geht dat eigentlich?

Na, schau´n mer mal!

Ja, definiert der Mensch seine - wohl auch - individuelle, visuelle Fähigkeit, Lichtreize wahrzunehmen in einer Abstufung zwischen Helligkeit und Dunkelheit, so könnte es die Feststellung, dass es  " dunkler " als dunkel ist, demnach geben.
(  https://de.wikipedia.org/wiki/Helligkeit )

Nun, gut, sei´s drum. Ich hätte wohl eher von braun geschrieben, wenn  von einer Dresdner " Szene - Kneipe " mit rechten Flair in einer dort beschriebenen Plattenbausiedlung die Rede ist. Da könnte bei dem weder schwarz wählenden, noch braun angehauchten " SPIEGEL " - Leser die Assoziation aufkommen, in Dresden sei es überall dunkel und an manchen Orten - eventuell dort, wo die Resthirnmasse mittels Bier, Schnaps und rechtsradikalem Gewäsch - dauerhaft außer Betrieb gestellt wird, vollkommen finster. So dunkel eben, wie es dunkler nicht sein kann: dunkelbraun, nämlich.

Frau Ehlers berichtet hier von einer Studentin mit dem prägnanten Namen Janina D. ( ich werde hier keinen Nachnamen nennen, obwohl dieser in dem Artikel ausgeschrieben steht, denn ich gehe davon aus, dass Frau Ehlers von Frau D. zuvor dazu die erforderliche Erlaubnis erhalten hat, und ich nicht unerlaubt handeln möchte, weil ich diese nicht vorlegen kann ). Frau Janina D. studiert an der TU Dresden Raumentwicklung und Naturressourcen - Management. Huch, wieder so ein Exotenfach, mit dem ich mich zwar durchaus anfreunden könnte, dass ich aber - angesichts der vorherrschenden Gegebenheiten des Arbeitsmarktes im Jahre 2017 n. Chr., für einen Freifahrtschein zur Taxifahrer - Lizenz einstufe. Janina D. stammt auch, wie Fiona Ehlers aus dem ehemaligen Westdeutschland. Aus der West - BZ. Sie ist - wie ich - in Niedersachsen geboren. Und zwar im Wendejahr 1989. Sie weist deshalb - so sei Adam Ries angerufen - 27 Lenze auf.
Nicht alt, womit sie - theoretisch gedacht - auch meine Tochter sein könnte, die bald 26 Jahre auf ihrem, von der Hobby - Reiterei gerade geformten Rücken vorweist.

Bei der " SPIEGEL " - Redakteurin wird es schon ein wenig kritischer, um ein Vater - Tochter - Verhältnis zu konstruieren. Doch - nichts ist unmöglich - es könnte gleichfalls möglich sein. Frau Ehlers ist nämlich in den - für mich - richtungsweisenden 1970ern, vermutlich 1978, geboren. Gut, ja, gut, ich sach´ma´, ich glaube, dass die Eltern von Fiona Ehlers so in meinem Jahrgang sein könnten. Sie ist in der schönen schleswig - holsteinischen Stadt Pinneberg aufgewachsen. In einem Bundesland also, das sich flach, wie ein Bügelbrett zeigt, das über zwei Küsten ( vormalige Eigenwerbung: Meer umschlungen ) verfügt, über viele kleine, schnuckelige Orte und Städtchen sowie saftig grüne Weiden, unzählige Äcker und eine enorm große Anzahl von Kühen, die - so meine Bewertung - schöner sind als die dortigen Frauen.

Fiona hielt es dort nicht lange aus, denn im Netz steht zu lesen:

Fiona Ehlers, 39, wuchs in Pinneberg auf und floh mit 19 nach Italien. Literatur- und Kunstgeschichtsstudium in Perugia, Bamberg, Berkeley und Hamburg. Henri-Nannen-Schule unter Ingrid Kolb. Seit 2000 Redakteurin beim SPIEGEL, seit vier Jahren in Berlin für das Ressort Gesellschaft. Ihre Reportagen wurden mehrfach ausgezeichnet, unterm anderem mit dem EMMA-Preis 2006 und dem Liberty Award 2008 für ihre Krisen- und Kriegsberichterstattung. "



Zitatende - aus: 

http://www.reporter-forum.de/index.php?id=22&tx_rfartikel_pi1%5BshowUid%5D=253&cHash=606cd1f20e7015e47542258e1e00c2fd



Jo, mei,floh?

Nun, immerhin hat die Geflohene eine ordentliche Vita vorzuweisen. Studium in Perugia ( na,ja, nicht gerade die erste Adresse ), Bamberg ( dito ), Berkeley ( holla, die Waldfee, dat is´wat ) und Hamburch ( ja, liegt irgendwo dazwischen ) und dann auf der privaten " Henri - Nannen - Schule " (  https://de.wikipedia.org/wiki/Henri-Nannen-Schule )
in der Hansestadt eine Journalistik - Ausbildung erfolgreich absolviert ( dat is unbestritten Champions League, dat is net 2. Liga ). Und damit waren die Weichen für eine Berufsausübung bei dem Hamburger Nachrichtenmagazin gestellt. Hier schreibt sie seit 2000.

Tja, als " SPIEGEL " - Leser seit 1974 habe ich nicht nur beim " stern " - Begründer Nannen ab und an hinein geschnüffelt und dessen Artikel lesen dürfen ( da war die jute Fiona noch Quark im Schaufenster ), sondern - ganz modisch links gepolt - auch bei dessen Busenfreund und Kollegen Rudolf " Rudi " Augstein die links - liberalen " Daniel Doppel " bis " Jens Daniel " - Kolumnen noch in guter Erinnerung. Es waren oft bissige Kommentare, die der " SPIEGEL " - Gründer dort abdrucken ließ. Augstein war glühender Verfechter der deutschen Wiedervereinigung; sein langjähriger Chefredakteur Erich Böhme hingegen nicht. Und so ging auch nach 1989 ein Riss durch die " SPIEGEL " - Redaktion als die Mauer ( zunächst nur in Berlin ) fiel.

Böhme hatte mit seiner geäußerten Skepsis letztendlich recht. Der " SPIEGEL " ist nicht unbedingt beliebt in " Dunkeldeutschland ", wie die als einstige DDR bezeichneten Gebiete, die von Alt - und Neofaschisten als SBZ benannten Neuen Bundesländer, das Beitrittsgebiet oder auch Ost - oder Mitteldeutschland auch genannt werden darf. " Dunkeldeutschland " ist eine Schmähung, die nach der Maueröffnung unter den nicht informierten Mühsam und Beladenen, die entweder qua Profitdenken sowie Markteroberung von den Firmen und Konzernen der ehemaligen BRD oder wegen größtenteils wegen erwiesener Unfähigkeit aus den West - Behörden dorthin geschickt wurden, gebräuchlich war. Die Behörden - Fuzzis, einschließlich der Justiz, erhielten dafür jahrelang doppelte Bezüge ( vulgo: Buschzulage ). Und auch sonst ging es ihnen nicht gerade schlecht.

Unsere Schwestern und Brüder aus der abgewickelten DDR indes hatten ganz andere Sorgen. Einige Millionen wurden nach der Wende, der dann erfolgte Treuhand - Abwicklung sowie wegen erwiesener Aktivitäten für die Staatssicherheit arbeitslos. Wer zu alt war, blieb es bis zur Rente oder musste sich mit einem Pampel - Job begnügen, der ein Hungerlohn und später eine micktige Rente nach sich zog oder noch ziehen wird. Wer über eine gebrochene Erwerbsbiographie verfügt erhält keine " Lebensleistungsrente ", der bekommt " HARTZ IV " oder ergänzende Grundsicherung. Für mich ist dieses auch ein Grund, warum sich viele eisgraue Männern bei Bachmann´s Kloppertruppe oder auch selbst radikalisieren.

Frau Ehlers weiß von alledem nichts. Muss sie auch nicht, denn sie ist auf der Sonnenseite des Lebens angekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie wohnt nach eigenen Angaben in Rom und diese Stadt liegt bekanntlich in Italien.


https://www.facebook.com/fiona.ehlers

Tja, nun war sie aber in Dresden. Diese Stadt liegt bekanntlich nicht im Süden. Sie ist nicht so groß, wie Mailand oder Madrid oder Rom ( Hauptsache Süden? ) und hat ganz andere Probleme. Der ewige Verkehrsinfarkt in der Ewigen Stadt, dat wäre doch mal ein Thema. Die Korruption dort, könnte auch eine wunderbare sozail - kritische Story abgeben oder auch die Umweltverschmutzung, die Milliarden Euro Schulden, die auf der italienischen Hauptstadt lasten eventuell auch. Doch Fiona begibt sich nach Dresden. In die profane Provinz der dunkeldeutschen Gebiete, um hier über den Versuch zu schreiben, den eine junge Frau aus Niedersachsen in Dresdens Kneipen unternommen hat, in dem sie Vorurteile gegenüber Ausländern durch Fakten, die auf Bierdeckeln formuliert sind, entkräften möchte.

Siehe da, sie weckt das Interesse der rudelbildenden, Schnaps konsumierenden Schunkel - Süchtigen während des Dauer - Delirium - Aufbaus in den Kneipen des Freistaats. Aja, eine Pinte gleicht der anderen, weil Sachsen üblicherweise hier unter sich sind. Aber, weiter im Text von Frau Ehlers.

Die Sudentin Janina D. kämpfte nach eigenen Angaben bis zum Sommer 2016 gegen die Pegidioten von Bachmann und Konsorten, die bekanntermaßen ihre braune Messe immer Montagsabends abhalten. Janina war auf der Gegenseite, im " Schwarzen Block " und musste sich Beleidigungen, wie " faules Pack " gefallen lassen. Immerhin kann ich diese Gemütslage nachvollziehen, denn während meiner Studienzeit kam das Adjektiv " langhaariges " noch hinzu. Oder es wurde die Schimpfkanonade mit " Dreckspack " " Schweinepack " und " Kommunistenpack " variiert. Da hat sich unser aller Ex - Wirtschaftsminister und amtierende Bundesaußenminister Sigmar " Siggi " Gabriel in Heidenau doch nun wirklich zivilisiert ausgedrückt?

Aber, weiter im Artikel.
Janina sah irgendwann ein, dass die ewigen Anti Pegida - Demos eigentlich - außer verlorener Zeit, die ja eigentlich dem Studium zu widmen ist - nichts einbringen. Sie ersann eine Abart der politischen Weiterbildung Ost, als sie zusammen mit Kommilitonen Bierdeckel mit sechs verschiedenen Motiven kreierte und hiervon 120.000 Stück drucken ließ. Die Kohle kam vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und vom Gaststättenverband ( wohl dem Dehoga - Landesverband Sachsen ). Insgesamt kostete die Aktion 13.000 Euro.

Junge, das riecht nach Steuerverschwendung und brachte atürlich die AfD - Brüllaffen in Sachsen auf den Plan, die gleich eine " Umerziehugskampagne " a´la DDR - Muster witterten. Doch, es gab auch viel Lob ob der kreativen Aktion mit der Stammtischparolen in Dresdner Kneipen widerlegt werden sollten.

Durchaus positive Resonanz bekam Janina in den vermeintlich rechten Kneipen, wo HARTZer ihr ALG II verbrauchen und angeblich braune SGD - Klopper sich einst geprügelt haben. Dagegen biss die Studentin in der links orientierten Kneipen - Szene jenseits der Elbe, nämlich in der Dresdner Neustadt auf Granit. Ein Mitarneiter hinter dem Tresen leist die Texte auf den Bierdeckeln und stellt eindeutig fest: " Kapitalistische Scheißquellen ". Nichts ist´s mit diesen Bierdeckeln hier. Auch bei einer anderen Lokalität hat Janina kein Glück. Die Mitarbeiterin dort hat Bedenken, dass ihr Chef die Bierdeckel nicht auslegen möchte, weil er ( wohl auf Umsatz und ) Neutralität fixiert sei.

Somit merken wir uns: Die linke Seite der Elbe, die böse, " linke " Neustadt ist für politische Aufklärung nicht empfänglich; wohl aber das Spießbürgertum in den Kaschemmen, in denen das Proletariat die Stammtischparolen drischt und den Pegidioten - AfDlern wohl gesonnen zu sein scheint.

Und so begibt sich Janina in die Kneipe mit dem Namen " Leo´s Bierstuben ", wo sie auf einen Querschnitt des gesellschaftlichen Bodensatzes zu treffen scheint. Jene Menschen, die vom Leben gezeichnet und gebrochen scheinen und hiervon erzählen. Bei " Feldschlösschen " Bier ( nicht vergleichbar mit der Kopfschmerzen verursachenden " Jauche " von " Gilde " ( Hannover ), " Herforder ( Herford ) oder " Lübzer " ) dudelt Roland Kaiser seine Endlosschleifen - Lieder. Dennoch hören die Anwesenden ihr zu. Und später, nachdem die Studentin einen " Pfeffi " getrunken hat, der - so die Bewertung der " SPIEGEL " - Mitarbeiterin - nicht nur wie Geschirrspülmittel aussehe, wird über die vorgelegten Bierdeckel und ihre Aufdrucke gesprochen. Immerhin etwas, wie Frau Ehlers dann doch feststellen darf.

Merke also: Nicht überall, wo Fremdenhasser drauf steht, ist ein Rassist drin!

Und dann wird geplaudert. Janina berichtet von ihrem Besuch bei afghanischen Nomaden am Hindukusch und erfährt, dass die Tochter des Kneipiers in Paris studiere, obwohl dieser sich als fremdenfeindlich sieht.
Und damit steht auch für die " SPIEGEL " - Journalistin fest, dass es in Dunkeldeutschland vielleicht doch nicht so dunkel ist, wie es in den vielen - viel zu vielen - Vorurteilen beschrieben wird. Deshalb wäre es angebracht, wenn die immer noch vorhandenen Ressentiments der Deutschen auf beiden Teilen der einstigen Grenze mehr im Gespräch miteinander als in Artikeln übereinander beseitigt werden würden.

Der angeblich so dunkle Teil Deutschlands ist in Wahrheit nicht anders als ein Kaff  in der bayrischen Pampa, in dem Einheimische über Zugezogene die Nase rümpfen, in der niedersächsischen Einöde des Weserberglands, in der Einheimische trotz hoher Arbeitslosigkeit keinen LKW - Ratsplatz mit Gastronomie und mehr angesiedelt haben wollen, weil angeblich "  Gesocks " aus Osteuropa die Gegend unsicher mache oder in den Niederungen des " SPIEGEL " - Journalismus, der auch davon lebt, dass Meinungen über und zu bestimmten gesellschaftlich - politischen Themen nicht von allen Lesern und auch Betroffenen geteilt werden:

http://meyview.com/tag/dynamo-dresden/

" Tull " und ´ne kastrierte Version von " Thick As A Brick ":



Hmmmh, immer noch aktuell?

Montag, 20. Februar 2017

Winterlinge

Als ich vor einigen Tagen in einer Ausgabe der " Sächsische  Zeitung " ein Foto von einer Blume mit einen kleinen gelben Kelch sah, kamen mir sofort die Erinnerungen an einige Bilder, die ich von dieser Blume aus dem eigenen Garten gemacht hatte. Und, siehe da, ich wurde irgendwann in meinen Foto - Archiv fündig.

Es waren jene Frühblüher, die ich regelmäßig in unserem Vorgarten entdecken konnte, wenn der Winter vorbei war. Sie erschienen immer an der gleichen Stelle. Ihre Blüten leuchteten in einem kräftigen Gelb zwischen den großen Nussbaum und der Korkenzieherweide. Es waren auch nur zwei, drei oder vier Blüten, die ich entdeckte.

Die Winterlinge zählen zu den Hahnenfußgewächsen und kommen in Eurasien vor. Es sind sieben Arten bekannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Winterlinge

Bekannt ist aber auch, dass sie neben den Schneeglöckchen und den Krokussen zu den Frühblühern zählen. Und deshalb fand ich auch gestern an der selben Stelle zwei blühende Pflanzen. so, wie in den Jahren zuvor auch.

Ein sicheres Zeichen also, dass es bald Frühling wird. Immerhin haben wir den Februar auch bald hinter uns gebracht.








Aber, die kleinen Pflanzen wachsen nicht, Sie vermehren sich auch nicht. Es scheint so, als haben sie beschlossen, so, wie es einst Oskar Matzerath in Günter Grass´" Blechtrommel " für sich entschied, nicht weiter wachsen zu wollen:


" Supersister " mit " No Tree Will Grow " ( 1971 ):


Sonntag, 19. Februar 2017

Hollands Rock - und Blues Power II.



Eine weitere Band aus dem großen Umfeld des niederländischen Rock - und Bluesgenres der 1970er Jahre war " Vitesse ". Sicherlich gab es vormals bekanntere Namen, wie " Ekseption " " Focus " oder " Golden Earring ", doch  auf die Band um Herman van Boyen, Herman Brood und Rob ten Bokum sowie Peter Smid, konnte sich in der Dekade einen Platz unter jenen Gruppen ergattern, die außerhalb der anglo - amerikanischen Dominanz, ihr Schattendasein fristeten. Dennoch verfügten auch " Vitesse " über eine erstaunlich hohe musikalische Qualität. Das mag zu einem gewissen Teil daran gelegen haben, dass alle vier Gründungsmitglieder bereits in den 1960ern Musikerfahrungen sammeln durften. Herman van Boyen und auch Herman Brood spielten zuvor bei " Cuby and the Blizzards, einer niederländischen Blues - Rockgruppe.
( https://de.wikipedia.org/wiki/Cuby_%2B_Blizzards).
Die Formation legte auf ihrem ersten, dem gleichnamigen Album, eine Kollektion von Stücken vor, in denen sich auch - deutlich vernehmbar - Funk - Passagen befinden. Dieses wird nicht nur bei dem ersten Titel des Albums mehr als deutlich.


Funky But Clean
Speedo
Stay A Little Stranger
You Can't Beat Me
Pamela
Back On The Corner
Do You Wanna Dance
Push It Out
Goin' To The City
Showbiz - Blues
Smashed
Confusion

https://www.discogs.com/Vitesse-Vitesse/master/760822

https://www.discogs.com/Herman-Brood-In-Vitesse-Herman-Brood-In-Vitesse-1975/release/2044807


Gut, ja, gut, ich sach´ma, ich glaube: Dat muss ein eingefleischter Rock - Fan mögen. Der extrovertierte Herman Brood, war bereits zu diesem Zeitpunkt - nicht nur aufgrund seiner Sangeskunst - der uneingeschränkte Leader der Band. Deshalb stieg er nach knapp einem Jahr aus und gründete eine eigene Band, die er " Herman Brood & His Wild Romance " benannte ( https://de.wikipedia.org/wiki/Herman_Brood ).

Während das sich entwickelnde Multi - Talent Brood eigene Wege beschrieb, legte - nach einer Umbesetzung - die Formation " Vitesse " 1977 ihr zweites Album vor. Es trägt den Titel " Rendez Vous " und wurde einst bei dem " Negram " - Label veröffentlicht. Kommerziell besehen, war das zweite Album der Niederländer ein glatter Reinfall. Von der musikalischen Entwicklung aus betrachtet, eher nicht, denn es finden sich auch hier eine bunte Mischung aus poppigen - rockigen - funkigen Elementen wieder.

Midnight Oil3:15
Rendez Vous1:17
Split4:05
Curtain Raiser3:19
Work It Loose2:23
Give It All You've Got2:29
We'll Do The Music Tonight2:32
You Can't Beat Me3:05
Dirty Flirty Train2:02
Come On Camaro4:24

https://www.discogs.com/de/artist/375629-Vitesse-2

Ein weiteres Jahr darauf, stellte die Band die dritte LP mit dem Titel " Out In The Country " vor:

Out In The Country2:45
Running And Hiding1:58
Rollin' Through The Midnight Rain3:19
Do You Love Me2:07
Last Boat (From Ambon)2:20
Goin' Down2:21
Only Rebels2:36
Love Is The Answer2:22
In Favour Of The Lord2:31
I'll Be Fine2:09
Fine Works3:14
Fly On2:07
Leaners Song2:18
Take Off2:35

Die Stücke wurden zunehmend rockiger, weil Herman van Boyen versuchte, die langen Schatten des Über - Stars Brood abzuwerfen. Die Gruppe formierte sich deshalb erneut um.

Als 1979 das vierte " Vitesse " - Album erschien, war die große Zeit des relativ erfolgreichen niederländischen Rocks längst vorbei. Die Punk - Musik, die New - Wave - Welle schwappten aus England herüber. Damit gründeten sich weiter Gruppen im Nachbarland, die dieses Genre durchaus erfolgreich kopierten und eigenständig vertraten. Dennoch nannten " Vitesse " ihr viertes Album " Rock Invader ". Auf dem 1979er - " Vitesse " - Album finden sich diese Songs wieder:

Springtime Confusion2:53
Kickin'On Love4:10
On The Run2:23
Still Diggin2:58
Sweet Dreams1:50
Dirty Business2:20
Heaven On The Line2:40
Rock'n'Roll Band3:21
Heartbreaker1:57
Comin' Home3:23
Whole Lot Of Travelin4:30
Surinam Airways2:11
Down And Around4:21

https://en.wikipedia.org/wiki/Vitesse_(band)

Dieses Album kam bei den Kritiker nicht besonders gut an. Es muss wohl damals am vorherrschenden Zeitgeist gelegen haben, der eben die oben genannten Richtungen sowie den aufkommenden Disko - Wahn präferierte.

1980 veröffentlichte " Vitesse " das markt - übliche Live - Album.

https://www.discogs.com/de/Vitesse-Live/master/237352

Es folgten in schöner Regelmäßigkeit weitere LPs, später dann CDs. Die Discographie sieht so aus:

https://en.wikipedia.org/wiki/Vitesse_(band)#Albums

Hierin enthalten ist auch ein in Westdeutschland aufgenommenes Live - Album, das 1982 auf dem Markt erschien. In der 80er - Dekade wechselte die Besetzung ständig, womit die musikalische Qualität von " Vitesse " nicht gerade gesteigert werden konnte. Die Band existierte noch bis in die frühen 1990er Jahre und löste sich, nachdem der Frontmann Herman van Boyen die Gruppe verließ, 1994 auf.

Der einstige Vordenker, Herman Brood, indes avancierte in den 1980ern zu einem über die Grenzen hinaus bekannten Musiker und Künstler. Herman Brood verstarb im Juli 2001 im Alter von nur 44 Jahren an den Folgen seines langen Drogenkonsums ( https://en.wikipedia.org/wiki/Herman_Brood )

Zuvor jedoch tourte er einige Male durch Westdeutschland, wo er u.a. auch in den frühen 80ern in Bremen auftrat. Zumindest konnte ich über 90 Minuten seine musikalischen Qualitäten dort bestaunen.

" Vitesse " und " Rock & Roll Band " ( 1979 ):


Na,ja, schön durch gestyleter Song, wie so viele nach Brood´s Ausstieg; aber, dennoch hörbar.
Deshaln noch ein Nachschalg: " Whole Lot Of Travellin´" - Live 1980:



https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Niederländische_Band