Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Dienstag, 31. Januar 2017

Es flockt




Wir schreiben den 31. Januar 2017. Es ist Winter. Es schneit. Seit 2 Tagen öffnet der graue Winterhimmel seine Pforten und lässt es flocken. Es flockt und flockt und flockt. Gestern mussten wir drei Mal den Gehsteig, die Krater - Landschaft, auf dem die zusammen geflickte Bitumen - Split und Sonstwas - Decke sich wie ein Bogen wölbt, fegen. Mit einem Schneeschieber ist das Beräumen gar nicht möglich, weil der Flickenteppich nach vielleicht 20 bis 30 Zentimetern, den Alu - Schieber stoppen ließe. Also nehmen wir einen Besen. Damit ist das Schneebeseitigen zwar mühsamer, aber eben sicherer, weil der Kunststoffborstenbesen nicht überall gegen stößt.

Heute war ich wieder drei Mal draußen und habe gefegt. Es flockt noch immer. Inzwischen sind so zirka 10 Zentimeter Neuschnee gefallen. Es ist wohl eher Pulver - denn Backschnee. Und, es kommt davon stündlich mehr dazu. Denn es flockt unaufhörlich.

Da sage doch noch Einer, es gäbe keinen richtigen Winter mehr. Kürzlich las ich im " SPIEGEL " unter der Rubrik " Früher war alles besser ", dass es innerhalb der letzten 50 Jahre nur wenige weiße Weihnachten gegeben hat. Das ist wohl realistisch, auch wenn es von der angeblichen " Lügenpresse " veröffentlicht wurde. Oft bilden wir uns ein eigenes, ein sehr subjektives Bild von der Vergangenheit, die dann auch noch in rosaroten Farben gemalt wird. Wir wollen sie uns einfach schön erzählen, unsere abgelaufene Zeit.

Ja, gut, ich kann mich auch an die Winter meiner Kindheit erinnern, die so Ende der 1950er, zu Beginn der 1960er sich als Großereignis abspielten. Nach einem malerischen Herbst, einem Güldenen Oktober und einem nebligen November, dessen Tage dann zum Ende hin, sich mit Frostnächten abwechselten. legte der Winter manchmal schon sein weißes Kleid über die vielen Felder, auf denen wir bis zum späten Oktober gespielt hatten. Wir bauten uns aus Bohnenstangen, die drei bis vier Mal so lang waren, wie wir selbst, ein Fußballtor und bolzten auf den Stoppelfeldern herum. Dabei wurden die Beine bis zu den Knien mit Striemen von den scharfkantigen Stoppeln, die die Bauern stehen ließen und später unterpflügten, weil der Boden dadurch lockerer wurde, übersät.

Ende Oktober, wenn die starken Herbstwinde wehten, die Blätter durch die Luft gewirbelt wurden und wir unsere selbst gebastelten Drachen steigen ließen, wenn es ab 19.00 Uhr dann stockdunkel wurde, war es mit den Spielereien auf den Äckern vorbei. Oft regnete es so stark, dass auf den Böden sich sogar Wasserlachen bildeten. Wenn die Bauern dann die Stoppelfelder, auf denen im Sommer noch Gerste, Hafer, Weizen oder Roggen angebaut war, umgepflügten hatten, war auch diese Zeit vorbei. Wir konnten uns nicht mehr gegenseitig mit heraus gerissenen Getreidestoppeln bewerfen oder testen, wer ein solches Stoppelbündel am weitesten werfen konnte.

Bald kam - mit der nebligen Jahreszeit - auch die Erkältungswelle. Wer nasse Füße hatte, die Strümpfe und Schuhe nicht rechtzeitig auszog, holte sich garantiert einen Schnupfen oder der Husten kam von Sitznachbarn in der Schule.

Eine prima Erkältungszeit war natürlich auch der Ende November beginnende Frost, der Schnee und dazu noch ein eisiger Wind. Dann wurden die bekannten Hausmittel unserer Großeltern angewandt. Es gab Honig mit heißer Milch, Runkelsaft mit braunen Kandis oder - besonders ekelig - Zwiebelsaft. Es wurden heiße Umschläge gemacht, Fußbäder genommen und heißer Wasserdampf mit einer Kräutermischung über ein Handtuch, dass zur Abdeckung der Schale mit dieser dampfenden Mischung diente, inhaliert.
Die Erkältungen waren aber häufig langwierig und quälten uns über Wochen. Viel schlimmer war dann noch ein Keuchhusten, der uns wie einen Hund bellen ließ.

In dieser Zeit kam der " richtige " Winter. Es fiel Schnee, es war eisig kalt und wir konnten draußen auf einer Wiese rodeln. Bis zum Februar. Dann taute es langsam. Die ersten Frühlingsblüher zeigten sich: Schneeglöckchen, Krokusse, waren es die aus den jetzt aufgetauten Böden hervor lugten. Nur wenige Wochen später waren die Zugvögel da. Amsel, Drossel, Fink und Star. Es wurde Frühling, der Winter war vorbei.

Bis zum nächsten November oder ab Dezember, dann schneite es wieder. So, wie heute, am 31. Januar 2017 - beinahe 50 Jahre später - auch.




Die Musicals, Musikfilme und sonst viel Kitsch liebenden Amerikaner haben in den damaligen Jahren meiner Kindheit, viele, solcher Filme produziert. Nun, ja, es war eben eine andere Zeit. Ohne Internet und all diesen Gedöns. Da saß die ganze Familie vor der Glotze im großen Wohnzimmer und freute sich über die Sangeskünste ihrer Stars.

Ich halte es da lieber mit einheimischer Kunst von einst. " Randie Pie " aus Hamburch und der " Winter Song " ( 1976 ):


Und sage aber gut´s Nächtle mit Hannes Wader und seinem " Winterlied ":





Was machen Sie mit den 12 Millionen, Frau Christine Hohmann - Dennhardt?



Vor mehr als 3 1/2 Jahrzehnten bekam ich über eine Veranstaltung innerhalb des Integrierten Sozialwissenschaftlichen Eingangsstudium ( kurz: ISES ) mit, dass die Jurisprudenz mit der sozialen, gesellschaftlichen Realität mehr zu tun haben sollte. Eine wunderbare, eine " linke " Forderung eines " linken " Hochschullehrers an der einst " ach, so linken " Universität Bremen.
Doch, was ist den nun eigentlich die gesellschaftliche Realität? Schon damals durften wir Studenten - ganz im Sinne der im Westen verpönten marxistisch - leninistischen Lehre - heraus arbeiteten, dass der systemimmanente Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital, diese Wirklichkeit präge und damit zu jenen - von der Jurisprudenz - verursachten Ungerechtigkeiten führe, die da lauten: " Die Kleinen hängt man(n), die Großen lässt man(n) gehen/ziehen! "

So zog es mich damals - im Gepäck jene kritische Grundhaltung zu diesem, meinem " Vaterland " und jener, von mir eher ungeliebten " Mutter " Gesellschaft, in die hungernde und darbende, westdeutsche Anwaltschaft, um den Versuch zu starten, diese Ungerechtigkeiten ein wenig zu verändern.

Gut, ja, gut, ich sach´ma´, ich meine zu glauben: Es hat sich auch ohne mein aktives Dazutun nicht sehr viel verändert; zumindest, in der äußeren Form. Der Grundwiderspruch zwischen Arbeit und Kapital ist immer noch vorhanden, die Reichen sind sogar dabei noch reicher geworden und der Rest der mehr als 82 Millionen wieder vereinigter Deutscher, lebt oft mehr schlecht als recht. Wobei jetzt die Komponente hinzugetreten ist, dass Mann / Frau auch ohne ein großes Vermögen vorweisen zu müssen, ein solches zu Lebzeiten - oft nahezu anstrengungslos - einheimsen darf. Die alte Weisheit hierzu könnte sein:

 „Wer nichts ergaunert ( erheiratet ) oder geerbt ,der bleibt arm bis das er sterbt“!

So darf deshalb konstatiert werden, dass noch heute - meistens - eben Geld auch Geld sucht und / oder heiratet. Diese - stringent - einzuhaltende Lebensmaxime klappt nicht immer, aber immer öfter. Wenn dann auch noch die Dummheit anderen Menschen hinzu tritt, ist der wundersamen Geldvermehrung nahezu Tür und Tor geöffnet. Eigentlich sollten die vielen Gesetze in diesem Land und der als sozialen Marktwirtschaft hoch bejubelten ökonomischen Ordnung, solchen Auswüchsen Einhalt gebieten. Doch: Was nützen jene Vorschriften, wenn sie umgangen werden können? Wenn sie - beinahe - straflos nicht eingehalten werden? Oder - noch verwerflicher -, wenn sie von denjenigen mit gestaltet werden, die sie später selbst betreffen? Nischt!

Die bald 67jährige, in Leipzig geborene, Juristin - ähmmh, Kollegin? - Christine Hohmann - Dennhardt hat nach ihren beiden abgelegten juristischen Staatsexamina, eine parteipolitisch motivierte " Bilderbuch - Karriere " hingelegt. Die Dame trat in die SPD - als diese noch nicht in Gefahr lief, auf die Bedeutung einer Zwergpygmäen - Partei zu schrumpfen - und machte hiermit einen richtigen Schnitt. Sie war u.a. Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrbeauftragten für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der Universität Hamburg, promovierte danach an der Universität Frankfurt am Main, war an Sozialgerichten in Hessen tätig, dort auch Mitglied des Landesverfassungsgerichts und später dann Ministerin im Kabinett von Hans Eichel. Für 2 Jahre (!) war sie Richterin des 1. Senats am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Von Februar 2011 bis Februar 2014 fungierte sie als erstes weibliches Vorstandsmitglied bei der Daimler AG, wo sie im neu geschaffenen Dezernat " Integrität und Recht " tätig war. Ab Oktober 2015 wechselte sie in das identische Ressort bei der Volkswagen AG.

Ab heute, also den 31. Januar 2017, hat die werte Frau Hohmann - Dehnhardt dort ihren letzten Arbeitstag. Sie scheidet - nach mutmaßlichen Zerwürfnissen - mit dem VW - Vorstand aus. Doch sie geht nicht mit leeren Händen, so, wie Millionen Arbeitnehmer vor und nach ihr, wenn die Berufstätigkeit ein - nur zu oft - abruptes Ende nimmt. Es droht ihr auch weder die ARGE, noch wird sie ihr künftiges Leben von Sozialtransfers bestreiten müssen. Auch lebt sie nicht von den üppigen Pensionsbezügen ihre Ehemannes, der als vormaliger Präsident des Statistischen Landesamtes in Hessen, durchaus einen erklecklichen Betrag erhält, um im Alter sorgenfrei zu bleiben ( lt. Besoldungstabelle für das Land Hessen, so ca. 80.000 Euro brutto = ungefähr 53.000 Euro netto )

https://de.wikipedia.org/wiki/Besoldungsordnung_B#Besoldungsgruppe_B_4_8

http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/beamte/he?id=beamte-hessen&g=B_4&s=0&f=0&z=100&zulage=&stj=2017&stkl=1&r=0&zkf=

Und, um die ganze Sache rund zu machen: Sowohl ihr Gatte, als auch sie, müssen darauf keine Krankenversicherungsbeiträge entrichten, sondern erhalten zudem auch noch eine 100%igen Kostenerstattung auf die - wenn auch zu verauslagenden - Behandlungskosten.

Da auch Madame Hohmann - Dennhardt eigen Pensions - und Versorgungsansprüche erworben hat, dürfte das Paar mit so zirka 10.000 Euronen pro Monat eigentlich gut wirtschaften können. Wer hat das schon?

Doch Frau Christine Hohmann - Dennhardt strebte zu höheren Weihen und ließ sich mit Volkswagen ein. Ein klare Win - Loose - Situation, denn die Wolfsburger Pfeifen müssen jetzt ordentlich zahlen. Ein wohl ausgeklügelten Vertrag macht es möglich. Wer sich mit dem gewieften Juristen einlässt, hat zumeist keine guten Karten. So darf sich die jute Christine mit ihren bald 67 Lebensjahren, dann doch noch zur Millionärin ernennen lassen. Sogar Mehrfach - Millionärin, denn laut den Veröffentlichungen zu ihrem Fall von einmaliger Dämlichkeit des VW - Skandal - Konzerns, wird sie 12 (!) bis mutmaßlich 15 (!!) Millionen Euro an Abfindung kassieren.

Hoi, Kollegin Hohmann - Dennhadt, dat hat sich gelohnt. Und im Zuge er Vergreisung, dieser, unserer Gesellschaft, darf auch damit gerechnet werden, dat die Kohle von ihr und ihrem Ehemann sinnvoll verbraten wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Christine_Hohmann-Dennhardt

Da stellt sich dem - nicht unbedingt - fassungslosen, kritischen Betrachter, dier Auswüchse in diesem, unserem Lande, die existenzielle Frage, ob die Bauernregel ( s.o. ), denn doch nicht erweitert werden muss? Vielleicht dahingehend:

"  "  „Wer nichts ergaunert ( erheiratet ) geschenkt oder geerbt ,der bleibt arm bis das er sterbt“!

Was machen Sie mit den 12 Millionen, Frau Christine Hohmann - Dennhardt? 

Spenden Sie sie? Kaufen Sie sich ein Bankschließfach auf den Kaiman - Inseln? Auf jeden Fall versteuern Sie sie? Oder???

Udo´s Coverversion vom Millionärsklub: 



Montag, 30. Januar 2017

Martin macht´s?



Seit dem vergangenen Wochenende ist es nun gewiss: Der künftige SPD - Parteivorsitzende und designierte Kanzler - Kandidat dieser Parteien ist Martin Schulz. Seine Vita ist bereits von den Medien durch gekaut worden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Schulz

Nachdem Sigmar Gabriel die Brocken hin geschmissen hat, soll nun ein neues, wohl aber auch bekanntes, Gesicht, den Karren aus dem Morast ziehen helfen. Dazu ist es noch nicht zu spät. Obwohl sich die SPD seit vielen Jahren in einem Abwärtstrend befindet, könnte ein charismatischer Vorsitzender und wirklich ernst zu nehmender Kanzlerkandidat, diese Entwicklung stoppen und vielleicht umkehren. Könnte? Ob Martin Schulz dieses gelingt, werden die künftigen Wochen und Monate bis zur Wahl zeigen.

Wenn es ihm gelingt, die Sozialdemokraten aus der Ecke der Vergleichbarkeiten mit der CDU heraus zu bringen, wäre eine Ablösung Merkels als Kanzlerin im Bereich des Machbaren. Um es klar zu sagen: Das Land benötigt dringend eine Neuorientierung. Und zwar in Richtung einer umzusetzenden sozialen Gerechtigkeit. Hierbei wäre eine rot - rot - grüne Koalition vielleicht die passende Lösung. Ob eine solche unter Martin Schulz als möglichen Kanzler zustande kommt, steht jedoch in den Sternen.

Es gibt dabei nämlich viele Unbekannte in dieser Koalitionsgleichung. Da wäre die Frage, auf welchen Wähleranteil die rechtspopulistische AfD kommt. Wird es die FDP wieder in den Bundestag schaffen. Wie werden die Bündnis - Grünen abschneiden? Wie hoch wird der Stimmenanteil der " Linke " sein und wie sieht der eigene Anteil aus.

Martin Schulz muss zudem mit dem Manko leben, dass seit Ende der Schröder - Regierung, keiner der SPD - Kanzlerkandidaten eine Chance gegen die ewige Kanzlerin Merkel hatte. Frank - Walter Steinmeier scheiterte so, wie Peer Steinbrück kläglich. Dieses sollte Schulz Warnung genug sein.
Wird es ihm nicht gelingen, sich vor allem aber programmatisch gegenüber der Merkel CDU und ihrer polternden Schwesterpartei, der CSU aus Bayern, abzugrenzen, wird auch er sang - und klanglos bei der kommenden Wahl unter gehen.

Macht´s Martin? Martin macht´s auf jeden Fall im Wahlkampf. Immerhin schon einmal etwas Licht am Horizont für die gebeutelten Sozialdemokraten.



Rückrundenstart: Im Norden nichts Neues?



Die Rückrunde der ersten Fußball - Bundesligasaison 2016 / 2017 wurde offizielle am Freitag, den 27. Januar 2017 eröffnet. Der immer noch hoch ambitionierte und von den Medien hoch eingeschätzte FC Schalke 04 unterlag im Heimspiel in Gelsenkirchen der Frankfurter Eintracht mit 0:1. Damit dürften die Träume von einer Teilnahme an der lukrative UEFA Champions League wohl endgültig ad acta gelegt werden. Es droht den Königsblauen die Tristesse der fußballerischen Mittelmäßigkeit. Schlimm, aber eben nicht so schlimm, wie das Herumkriechen im Tabellenkeller. Dort, wo sich inzwischen alle drei Nordvereine dauerhaft eingerichtet haben.
Auch nach Abschluss des ersten Spieltags der Rückrunde gab es für das Nord - Trio nichts zu ernten.
Der HSV verlor gegen den FC Ingolstadt seine Auswärtspartie mit 1:3, der VFL Wolfsburg und der SV Werder Bremen konnte die Heimspiele gegen die bayrischen Gäste aus Augsburg und München nicht gewinnen. Am Ende hieß es jeweils 1:2.

Die Abstiegsangst grassiert also weiterhin in Hamburg, Bremen und Wolfsburg. Wer nach 18 Pflichtspielen nur 13, 16 und 19 Punkte eingefahren hat, der muss sich ernsthaft Gedanken über den Klassenerhalt machen. Selbst dann noch, wenn immerhin weitere 16 Begegnungen zu absolvieren sind und dabei 48 Punkte vergeben werden. Mal ganz ehrlich: Dass der HSV seine Spiele gegen Bayern München, RB Leipzig oder Borussia Dortmund, gegen die TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt, den 1. FC Köln oder auch Hertha BSC gewinnt, darf nicht unbedingt erwartet werden. Ähnlich sieht es bei meinen Werderanern aus, die noch in Dortmund, Frankfurt, in Mainz, den beinahe Angstgegner, gegen RB Leipzig, den FC Schalke 04 und auch gegen die Hertha anzutreten haben. Auch Wolfsburg hat gegen den FC Bayern München, gegen RB Leipzig, die Borussen aus Dortmund, die Hertha und gegen den 1. FC Köln zu spielen. Dazu kommen die sehr unangenehmen Aufgaben gegen die Abstiegsaspiranten, deshalb auch Konkurrenten, aus Darmstadt, den SC Freiburg oder auch Borussia Mönchengladbach. Von den Partien gegeneinander, mal ganz abgesehen.

Nun, um die Phrase zu dreschen: Im Fußball ist alles möglich, weil der Ball rund bleibt, das Spiel regelmäßig mehr als 90 Minuten dauert und der nächste Gegner, immer der schwerste bleibt, dürfte natürlich noch reinweg gar nichts entschieden sein. Doch: Es wird am Ende wieder ein Wimperschlag sein, der die Klubs von Platz 8 bis 18 von dem GAU 2. Liga, trennt. Fest steht jedoch auch, dass die drei Nordvereine dabei kräftig mitmischen. Deshalb stellt sich die Frage, nach dem Warum.

Der Hamburger SV hat nach den letzten Seuchen - Spielzeiten von 2013 / 2014 sowie 2014 / 2015 und einer eher mäßigen letzten Saison, wieder auf einem Abstiegsplatz. Nach den diversen Trainerwechseln ( Thorsten Fink, Rudolfo Esteban Cardoso, Bert van Marwijk, Mirko Slomka, Josef Zinnbauer, Peter Knäbel, Bruno Labbadia ) übernahm der ehemalige Trainer des TSG Hoffenheim Markus Gisdol das Zepter. Der langjährige Sportdirektor Peter Knäbel wurde ersetzt; zuletzt musste der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer seinen Schreibtisch bei der HSV Fußball AG räumen.
Aber auch nach diesem angeblichen Umbau in der Vereinsstruktur, läuft es bei den Hamburgern nicht rund.
Von dem riesigen Verschleiß an Fußballspielern, die oft für viel Geld verpflichtet wurden, einmal ganz abgesehen, hat es in den letzten Jahren viel zu oft zu viel Unruhe bei den hanseatischen Traditionsklub gegeben. Die wird natürlich auch in die Mannschaft getragen.

Besserung scheint vorerst nicht in Sicht zu sein. Deshalb droht die Gefahr, dass der Hamburger Veermastern demnächst auf Grund läuft.


https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_SV#Seit_2010:_Vom_Spitzenklub_zum_Abstiegskandidaten_und_Strukturreform

Bei den Wolfsburgern steht und fällt die viel beschworene Qualität der Mannschaft mit den Riesensummen, die der VW - Konzern dort jährlich hinein pumpt. Hat der Hauptsponsor eine Erkältung und ist verschnupft, hustet, fiebert noch dazu, wie nach dem unsäglichen Dieselabgaswerte - Skandal, bekommt der Verein mehr als nur eine schwere Lungenentzündung. Seit dem Gewinn der Deutschen Bundesliga - Fußballmeisterschaft 2009, dem anschließenden Weggang des Erfolgstrainers Magath und dem Verlust einiger Leistungsträger, steckte der Klub in der Tristesse des unbedeutenden Mittelfelds, aber auch im Abstiegskampf. Es folgten diverse Trainerwechsel ( Armin Veh, Lorenz - Günther Köstner, Steve McLaren, Pierre " Litti " Littbarski, erneut Felix Magath, wiederum Lorenz - Günther Köstner ).
Eine neue Ära sollte mit der Verpflichtung von Manager Klaus Allofs eingeleitet, der die Traineraufgabe dem damals beim 1. FC Nürnberg tätigen Dieter Hecking übertrug. Was mit einer hohen Erwartungshaltung von Seiten der Vereinsoffiziellen, einschließlich des großen Zampanos Winterkorn, dabei einher ging, entpuppte sich bereits nach und nach als ein großes Missverständnis.
Zwar konnten die Wolfsburger die Saison 2013 / 2014 immerhin als Vizemeister abschließen und spielten durchaus attraktiven Fußball, auch der Sieg im DFB - Pokal im Mai 2015 sowie der anschließende Gewinn des DFB - Supercups gegen den Überverein aus München, sind durchaus positive Positionen in der Ära Hecking / Allofs. Dennoch waren Anspruch und Realität häufig zu weit auseinander gelegen. So stellten sich Spieler - Verpflichtung, wie die von Andre´Schürrle,als Flop heraus. Dafür ließ der Klub den genialen Kevin de Bruyne für 75 Millionen Euro zu Manchester City ziehen.    Danach erfolgte ein nahezu kompletter Ausverkauf der Mannschaft, die zwei Jahre zuvor noch die letzten beiden Titel gewinnen konnte. Es verließen den Verein oder wurden abgeschoben: Diego Benaglio, Patrick Drewes, Tim Klose, Naldo, Maximilian Arnold, Andre´Schürrle, Daniel Caligiuri, Christian Träsch, Junior Malanda ( verstarb 2015 bei einem PKW - Unfall in der Nähe von Porta Westfalica ) Ivan Perisic, Bas Dost, Aaron Hunt, Slobodan Medojevic, Niklas Bendtner, Ivica Olic und Sebastian Stolze. In der Folgezeit weitere, namhafte Spieler, wie auch Max Kruse.

Mit der Trennung von Dieter Hecking als Trainer und der späteren Vertragsauflösung von Klaus Allofs, war die kurze Gastspielrolle des dynamischen Duos unter gnädiger Güte des Großfinanziers VW zu Ende. Valerien´Ismael, der nun ganz kleine Brötchen backen muss, weil die Knete fehlt, wird sich im frostigen Bundesliga - Alltag sehr warm anziehen müssen, und viel heiße Zitrone mit Zucker trinken, um den sich jetzt schon abzeichnenden grippalen Infekt auszukurieren.
Der VFL Wolfsburg muss wohl noch viele Wochen mit dem sich in das große VW - Gebäude hinein geholten Abstiegsgespenst kämpfen.

https://de.wikipedia.org/wiki/VfL_Wolfsburg#Weg_zur_Meisterschaft_.282007.E2.80.932009.29


Das gilt auch für meinen SV Werder. Die Bremer sind seit der Demission des Vize - Königs Thomas Schaaf 2013. nie wieder richtig in die Erfolgsspur gekommen. Die Wahl des Schaaf - Nachfolgers Robin Dutt erwies sich als ein großer Fehlgriff in die riesige Kiste der Personal - Beliebigkeiten. Dutt hatte kein Konzept, keine Visionen und vor allem keinen Mut, es mit den großen Gelddruckmaschinen in der Beletage der Liga aufnehmen zu wollen. Gegen mittelmäßige Vereine gab es zudem ebenfalls Niederlagen, so dass die Werderaner in den Abstiegssog gerieten. Zudem gab es mehr als peinliche Niederlagen gegen die Großen der Spielklasse ( 0:7 und 1:5 in den Heimspielen gegen den FCB und den BVB, 0:3 gegen Wolfsburg; insgesamt kassierte Werder 66 Gegentore. Die Abstiegsnot konnte so gerade verhindert werden, weil aber auch andere Mitkonkurrenten hier wesentlich schlechter spielten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fußball-Bundesliga_2013/14

In der Folgesaison 2014 / 2015 gab es gegen die Bazi zwei deftige Klatschen ( 0:6, 0:4 ), gegen die Wolfsburger zuhause ein 3:5 und gegen Schalke 04 ein 0:3; insgesamt kassierten die Bremer 65 Treffer. Der erforderliche Trainerwechsel von Dutt zu dem Ex - SVW - Profi Viktor Skripnik, brachte zunächst keine Verbesserung innerhalb des Abwehrverbundes, doch der SVW konnte immerhin von Oktober bis zum Saisonende 2015 43 Punkte einfahren, so dass ein ernsthafte Abstiegsgefahre - auch, weil mit Paderborn, Freiburg, Hamburger SV, Stuttgart und auch Herthas BSC sowie Köln, Hannover 96 und dem FSV Mainz 05 die Konkurrenz weniger Punkte erzielen konnte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fußball-Bundesliga_2014/15


Die Saison 2015 / 2016 verlief dann noch grausiger. Neben den obligatorischen zu Null - Pleiten gegen die Bazis ( dieses Mal nur 0:5 und 0:1 ), kassierten die Grün - Weißen gegen den VFL Wolfsburg auswärts ein sattes 0:6, gegen Schalke und Leverkusen ein 0:3 und der Erzrivale aus Hamburg gewann sogar 3:1 im Weserstadion. Nach einem blamablen 1:5  auswärts gegen den VFL Borussia Mönchengladbach wurden Fragen nach einem Trainerwechsel laut. Zuvor durfte auch  den Vizemeister Borussia Dortmund gegen Werder zwei Mal gewinnen.
Die Tordifferenz war erneut miserabel ( 50:65 ). Zudem spielten die übrigen Abstiegsaspiranten, wie Frankfurt, Hoffenheim, Darmstadt, Ingolstadt, Augsburg stark. Nur Hannover 96 stand bereits lange vor dem Saisonende als erster Absteiger fest. Und wäre nicht Stuttgart in den letzten Spielen erfolglos geblieben und hätte mein SV Werder nicht die letzte Begegnung der Saison zuhause gegen die Frankfurter Eintracht drei Minuten vor dem regulären Spielende knapp mit 1:0 gewonnen, der zweite Abstieg aus der Ersten wäre - nicht überraschend - perfekt gewesen.


https://de.wikipedia.org/wiki/Fußball-Bundesliga_2015/16

Mit Beginn der laufenden Spielzeit trennte sich Werder von seinem Manager Thomas Eichin und dann auch von Viktor Skripnik, der nach einem desaströsen Auftritt auswärts in Gladbach ( 1:4 ) die Koffer packen durfte. Zuvor gab es wieder - dieses auf noch vor einem Hundert Millionen - Publikum an dem Glotzen ) ein üblich zu Null ( 0:6 ) zu Beginn der Spielzeit gegen die Bazis.

Mit einer neuen Trainer - Crew rund um Alexander Nouri erfolgte eine relative Stabilisierung der Abwehr, obwohl der große Aufschwung noch nicht erkennbar ist. Nach dem unterirdischen Spiel am 17. September 2016 auswärts in Mönchengladbach ( 1:4 ), lauten die Ergebnisse unter der Ägide von Nouri so:

- Heimspiel ( H ) gegen den FSV Mainz 05 = 1:2

- ( H ) gegen VFL Wolfsburg = 2:1

-  Auswärtspartie ( A ) gegen SV Darmstadt 98 = 2:2

- ( H ) gegen Bayer 04 Leverkusen = 2:1

- ( A ) gegen RB Leipzig = 1:3

- ( H ) gegen SC Freiburg = 1:3

- ( A ) gegen den FC Schalke 04 = 1:3

-  ( H ) gegen Eintracht Frankfurt = 1:2

- ( A ) gegen den Famburger SV = 2:2

- ( H ) gegen den FC Ingolstadt = 2:1

- ( A ) gegen Herthas BSC Berlin = 1:0

- ( H ) gegen den 1. FC Köln = 1:1

- ( A ) gegen die TSG Hoffenheim = 1:1

- ( H ) gegen BVB Borussia Dortmund 1:2

- ( H ) gegen FC Bayern München 1:2

Damit holte die Mannschaft nach dem Trainerwechsel 16 von möglichen 45 Punkten; bei einem Torverhältnis von 20:26. Alles andere, als furchterregend!


https://de.wikipedia.org/wiki/Werder_Bremen#Seit_2013:_Neuanfang_unter_neuen_Trainern


Nach 2 verloren Heimpartien - wenn auch gegen zwei Top - Teams - geht es am Sonntag, den 05. Februar ab 15.30 Uhr gegen den FC Augsburg um 3 Auswärtspunkte. Die beiden weiteren Nord - Klubs spielen gegen Leverkusen ( H ) = HSV ) und gegen den FC Köln. Fraglos, keine leichteren Aufgaben. Die Luft wird unten im Keller immer dünner. Und, mal abgesehen von den Darmstädter, sind die anderen Klubs vielleicht gar nicht chancenlos. Der Super - GAU wäre, wenn im Mai der HSV, der SVW absteigen und der VFL in die knüppelharte Reli müsste. Oder es träfe Werder oder wieder den HSV?

Der Fußball - Norden ist zurzeit eher schwach und dieses ist - zumindest, was die beide Traditionsvereine aus den Hansestädten betrifft - leider, leider nichts Neues.

" Hopeless " von " Breaking Benjamin " 2009:







Samstag, 28. Januar 2017

La La-Land: And the winner is.....???



Die Vereinigten Staaten von Amerika waren - in der Zeitrechnung vor dem 8. November 2016 - das Land der großen Musicals. Allein in der - vielleicht sogar unvollständigen, aber auf jeden Fall nicht abschließenden Auflistung ( https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Musicals ) finden sich mehrere Hundert US - Produktionen. Ein ähnliches Genre mit vergleichbaren Festsllungen stellt der Musikfilm dar.

Und hierzu zählt auch die 2016er -  Produktion " La La Land ".
Die aus der ewig währenden Liebesbeziehung zwischen einem Mann ( hier zunächst erfolglos ) und einer Frau ( hier später äußerst erfolgreich ) konstruierte Geschichte, ist kurz erzählt:

In Los Angeles, der Stadt der oft zerplatzenden Träume, leben der unbekannte Pianist Sebastian und die angehende Schauspielerin Mia in sehr bescheidenen Verhältnissen. Er träumt von einem eigenen Jazzklub. Sie hangelt sich von einem Vorsprechtermin zum nächsten und jobbt hauptberuflich als Kellnerin in einem Cafe´. Eher zufällig begegnen sie sich in der Stadt und verlieben sich ineinander. Die Beziehung leidet unter der Erfolglosigkeit beider und dem chronischen Geldmangel. Sebastian tourt mit einer Band und wird dadurch häufiger von Mia getrennt. Ihre Liebe zueinander kühl dadurch ab. Mia fällt mit einer eigenen Show auf die Nase, trennt sich von ihm und zieht zu ihren Eltern nach Boulder City in Nevada. Später erhält Mia ein Engagement und wird zu einer Hauptdarstellerin eines Films, der in Paris gedreht, sie später berühmt macht.
Fünf jahre später treffen sie sich wieder. Mia ist verheiratet, lebt mit Mann und einem Kind inzwischen in New York, Sebastian hat seinen eigenen Jazzklub eröffnet. Die Begegnung endet schließlich ohne das berühmte Happy End.

Der Film soll eine Art Beweis dafür sein, dass zwischen vielen eigenen Träumen und Wünschen, die oft unerfüllt bleiben, das menschliche Leben überwiegend aus dem Rationalen besteht. Amerika als - immer noch - das Land der vielen Möglichkeiten hat deshalb die  gewisse Anziehungskraft nie verloren, weil auch ab und zu Träume und Wünsche wahr werden können, wenngleich es das perfekte Leben innerhalb jener Welt der Träume und Fiktonen ohne eigenen Verzicht auf Glück nicht zu geben scheint. Viel abgelutschtes Klischee aus zu vielen großen Filmen in der Hollywood - Historie waren auch hier die Grundlage für eine Geschichte ohne ein gutes Ende.

Wer´s mag?

Der Film und die Darsteller Ryan Goling sowie Emma Stones erhielten 7 Auszeichnungen des Golden Globe Awards 2017 und dazu 14 Oscar - Nominierungen.
Amerika hat wieder zu sich selbst gefunden. Trump wird es mit Wohlwollen registrieren.



 https://de.wikipedia.org/wiki/La_La_Land_(Film)

Freitag, 27. Januar 2017

Nach Hamburg in der Version vom Januar 2017



Wieder so ein Tag, an dem die richtige Lebensfreunde so gar nicht auftreten wollte. Ich bin seit 05.50 Uhr wach, trinke Kaffee, höre MDR aktuell im Radio, empöre mich dabei über den Hessen - Import und Wahlthüringer Höcke und seine schwachsinnigen Auswüchse über die so genannte " Schuldkultur " und lese " SPIEGEL " ( den intelligenteren Teil der vermeintlichen " Lügenpresse " ). Die Welt wird nicht besser!
Donald " Duck " Trump will jetzt tatsächlich ´ne Mauer entlang der amerikanisch - mexikanischen Grenze ziehen lassen. Ob er wohl selber einen Spaten in die Hand nimmt? Vielleicht fährt er aber zum feierlichen Auftakt dieser Schandmauer selbst ´nen Riesen - Radlader von " Caterpillar "? Oder er zieht sich ´nen Blauman an und verlegt in luftiger Höhe von 15 Metern " Nato " - Draht?
Dann gab es noch die Meldung, dass in dem italienische Abruzzenort Farindola weitere Tote geborgen wurden. Ich erinnere mich an das Unglück von Galtür 1999 und an die Lawinenabgänge von vor 2 Jahren in der Schweiz. Die Natur und der Mensch, werden sie je zusammen finden?
Dann hieß es in den Börsenmeldungen, dass der DOW Jones die 20.000 Punkte - Marke " geknackt " habe. Wen interessiert dat? Mich nicht! Schiet Börsianer!

Interessanter waren das schon der Wetterbericht und die Verkehrsmeldungen. Meine Tageslosung heißt nämlich: Dresden über Berlin nach Hamburg und zurück. Mal eben so satte 1.000 Kilometer ( inklusive Umweg in Berlin zum Hauptbahnhof und nach Kröppelshagen bei Reinbek ).

Genug Zeit verplempert! Die Pflicht ruft!

Inzwischen hatte ich auch unsere vier Stubentiger versorgt. Dann war das eigene Frühstück an der Reihe. Und dazu benötigte ich etwas mehr an Utensilien, als " nur " 4 Näpfe und 2 Päckchen Kitekat im Beutel sowie Trockenfutter aus dem Pappkarton.

Meine bessere Hälfte war mittlerweile auch aufgestanden und leistete mir in der Küche Gesellschaft. Während ich den Kaffee aufbrühen ließ, die Brötchen aufwärmte und die Frühstückeier kochte, besprachen wir noch den weiteren Tagesablauf.

Klar war, dass ich um 7.30 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof sein musste, denn ein Mitfahrer, den ich über den Internet - Vermittler " blablacar " benannt bekommen hatte, würde dort auf mich warten. Deshalb fuhr ich pünktlich los und lud meinen Mitfahrer ein. Auf geht´s nach Hamburg.

In Berlin steigt dann noch ein weiterer Mitfahrer zu. Wir  holen ihn vom Bahnhof ab. Während mein erster Mitfahrer aus Dresden, der hier seine Freundin besucht hatte, sichtlich müde ist, kann ich mit dem zweiten Insassen eine rege Diskussion führen. Er studiert in Hamburg Medientechnik und stammt aus Mainz und besuchte ebenfalls eine Freundin in Berlin. Respekt! Solche jungen Menschen imponieren mir. Kein Mama - Hätschel, der sich noch die Wäsche waschen lässt und bei Mutti die volle Dröhnung alltägliche Betüdelung erfährt. Ich finde heraus, dass seine Eltern Kollegen sind. Aha! Ein Akademikerkind also. Wir sprechen über " Pegida ", Bachmann, rechte Hetze und Nationalismus; später über den wieder aufkommenden braunen Dreck, der sich in unserer Gesellschaft wieder die Konsensfähigkeit erarbeiten könnte.

Die Zeit vergeht. Wir sind längst am Autobahnkreuz Wittstock / Dosse vorbei gefahren; haben Berlin hinter uns gelassen und Teile Brandenburgs auch. Nun fahren wir also auf der A 24 in Richtung Hamburg, an Schwerin vorbei und machen einen kurzen Halt an der Raststätte Schaalsee. Bis Hamburg sind es noch knapp 54 Kilometer.

Ich bin diese Route schon einige Male gefahren; erstmalig in den 1990er Jahren. Die " Wende " war zwar längst Geschichte, doch so mancher Westdeutsche kannte jenes Gebiet, östlich der Landesgrenzen von Mecklenburg - Vorpommern und Schleswig - Holstein immer noch nicht. Ich fuhr mit meinem damaligen Mazda 626 deshalb bewusst langsam, um die Landschaften zu betrachten. Dieses Mal fahre ich langsam, um Dieselkraftstoff zu sparen, den Verbrauch zu senken und damit auch den Schadstoffausstoß, der - die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten machen es möglich - mir mit 102 Kilogramm pro Fahrt berechnet worden ist.

Wir fahren in die Peripherie der Hansestadt hinein. Das Navi spinnt ein wenig und ich biege irgendwo falsch ab. Mein Mitfahrer bemerkt dieses und korrigiert mich. Zu spät. Ich lasse mich mit der Blech - Meute treiben. Verfahre mich kurz danach wieder und muss durch einen Baustellenbereich mit einer so engen Fahrspur, dass das Mazda - Einpark - und Warnsystem von beiden Seiten herum meckert. Geschafft. Über die Sievekingsalle, dort, wo an dem gleichnamigen Platz, einige Hamburger Gerichte sind, kurve ich in Richtung Hauptbahnhof. Irgendwann lotsen mich meine beiden jungen Mitfahrer zu einem Parkplatz visavis des Bahnhofsgebäudes. Zuvor stelle ich die Behauptung auf, dass die Freie und Hansestadt Hamburg zwei Verkehrsbahnhöfe habe. Meine Herren Studenten verneinen dieses vehement. Sie hat! Denn Hamburg - Harburg, zählt zu Hansestadt und dort ist ein weiterer - auch Fernbahnhof - vorhanden. Nun, gut, ich sach´ma´, ich glaube, ich will nicht streiten, denn die beiden Männer sind sehr höflich. Sie bedanken sich zwei Mal artig, geben mir den erforderlichen " blablacar " - Code zwecks Abrechnung und verabschieden sich. Ich wünsche beiden viel Erfolg für das Studium und die Zukunft.

Nun heißt es zurück auf die Piste. Im Getümmel des Hamburger Werktagsverkehrs mit einer grün - weißen Raute und dem geschwungenen " W ", dem SV Werder Aufkleber also, in der Höhle des HSV - Löwen. Mir fällt dabei auf, was mir schon auf der A 24 aufgefallen ist, einige Autokennzeichen lauten " HH - SV... " Na, aber hallo, wenn dat kein Wink mit dem Zaunpfahl ist?
Und mal ehrlich, mein Dresdner Zusteiger ist Bayern - Fan, stammt aus Buxtehude und studiert in Hamburg. Tja, da sage jetzt noch Einer, dass alles, was rund um den Hamburger Speckgürtel wohnt, den Rothosen zugeneigt ist. Er begründet dieses damit, dass er in Bayern einige Verwandte hat. Gut, ja, gut, ich sach´ma´: Diese Entschuldigung gilt.

Ich fahre weiter in umgedrehter, jetzt richtiger Richtung, aus der Hansestadt heraus, nehme die Autobahnausfahrt auf der A 24 in Richtung Reinbek und biege danach rechts ab. Die Straße soll mich nach Kröppelshagen - Fahrendorf führen. Das liegt im benachbarten Bundesland Schleswig - Holstein. Das Navigationsgerät führt mich durch Orte, von denen ich allenfalls deren geographische Lage auf einer Landkarte kenne. So durchquere ich das Örtchen Glinde über die K80, den Ort Reinbek ( hier lege ich einen fünfminütigen Zwischenstopp ein, esse meine zuvor belegten Brote und telefoniere mit dem Verkäufer, wo dessen Schwester an das Telefon geht )  über die K26 und Aumühle via L 314. Dann gelange ich auf die L 208, die den Sachsenwald durchquert. Hier sagen sich - nur wenige Kilometer vor der Millionenstadt Hamburg - bei verschneiten Feldern, rechts und links verlaufender Wirtschaftswege und absoluter Stille, der Fuchs und der Hase gute Nacht. Nach gut 2 Kilometern durch den Sachsenwald ( https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenwald ) komme ich in Kröppelshagen an und biege rechts in den Buchenweg. " Sie haben ihren Zielort erreicht: ", gibt mir das Navigationsgerät zu verstehen.

Ich klingele an der Haustür des durchaus schmucken Einfamilienhauses, dass so aussieht, wie fast alle anderen hier, in der Siedlung in Kröppelshagen auch. Ein Neubau aus den Nullerjahren, als der Bauboom begann, dann in einer riesigen Immobilienblase endete und dann die Finanzkrise nach sich zog. Eine jüngere, etwas rundliche Frau öffnet die Tür. Ich merke sofort, dass die Schwester des Verkäufers geistig behindert ist. Wahrscheinlich lebt sie in dem Haus und wird dort versorgt. Sie zeigt mir die beiden Designer - Sessel. Dann möchte ich den Betrag zahlen. So um die 95 Euro. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Dann kommt eine farbige Frau die Treppe hinunter und erklärt mir, dass es genau 93, 98 sind. " So einen krummen Betrag machen wir nicht. ", sage ich zu ihr. Ich lege das Geld, nämlich 100 Euro auf den Tisch und bitte sie, mir 5 Euro herauszugeben. Sie steigt die Treppe in das Obergeschoss wieder hoch und kommt nach kurzer Zeit mit einem Fünf - Euroschein zurück. Ich hebe den ersten Sessel hoch, nachdem die Schwester des Verkäufers mir erklärt hat, dass diese schwer seien. " Nein, das ist keine Arbeit für Sie. ", erkläre ich den beiden Damen.

Ich wuchte den ersten der gut 20 Kilogramm schweren Ledersessel hoch und gehe langsam zur Tür. Die junge Afrikanerin steht vor dem Treppenaufgang. " Woher kommen Sie? ", möchte ich von ihr wissen. " Aus Lesotho!" Ich schaue sie etwas fragend an. " Lesotho, Lesotho? Sagt mir etwas. ", antwortet ich ihr. " Südafrika! ", kommt es kurz und bündig aus ihrem Mund. " Ja, Südafrika. Jetzt weiß ich´s. "
Beim Schleppen des ersten Kolosses durch die Haustür, erkläre ich ihr noch: " Naja, ich habe Liberianer, Kenianer und Gambianer auch vertreten. In Asylverfahren. " Sie lächelt mich an. Sie wusste wohl, dass südafrikanische Farbige hierbei nie eine Chance gehabt hätten, einen Asylantrag erfolgreich zu stellen. Keine politische Verfolgung von ANC - Mitgliedern, keine Rassendiskriminierung, weil Buren ja die farbige Mehrheit in dem Staat, einst mitverwalten ließen und aus religiösen Gründen gab es unisono keinen Verfolgungsgrund, denn es gibt 7 große und größere Kirchen sowie 5 Religionen, die dort praktiziert werden und zudem eine Millionenzahl von atheistischen Bewohnern.

Ich schleppe den zweiten Sessel hinaus und stelle sie neben dem anderen. Ich beeile mich, weil ich während des Heraustragens in der oberen Etage Kinderstimmen vernehme. Ich verabschiede und bedanke mich und ziehe die Tür zu. Dann verstaue ich die beiden Riesen mit einiger Mühe in den Kombi. Ein anderes Fahrzeug wäre zu klein gewesen. Dabei versuche ich mir die familiäre Konstellation in den Haus näher zu bringen.
Dann komme ich zu folgendem Ergebnis:

Der Verkäufer, der die beiden Schmuckstücke über ebay offeriert hat, wird wohl in Hamburg berufstätig sein. Seine sprachlichen Möglichkeiten lasen sich, innerhalb der Transaktion, eher bescheiden. Er könnte einen gut bezahlten Job im Hamburger Hafen ausüben. Weil Hamburg schweineteure Mieten und Immobilienpreise vorweist, wird er wohl ab den Nullerjahren in der Pampa von Schleswig - Holstein, jedoch nicht zu weit von der Elbmetropole entfernt, ein Grundstück erworben haben, auf das er dann das schmucke Einfamilienhaus hat bauen lassen. Zur Finanzierung wurde auch der Pflegeplatz für die leicht behinderte Schwester heran gezogen, die wiederum von der südafrikanischen, farbigen Ehefrau mit versorgt wird. So könnte die Sache rund werden. Ein Pflegeplatz wird immerhin nicht nur bezahlt, sondern die Einrichtung zur häuslichen Pflege wird steuerlich gefördert und zuvor bezuschusst.

Ich habe die beiden teuren Sessel eingeladen, stelle das Navi neu ein und starte den Motor. Draußen sind es inzwischen - 2 ° C - es ist eben immer noch Winter. Aber der ist in Südafrika nicht so kalt. Ich fahre ein Mal um den Siedlungsblock und gelange wieder auf die Landstraße. Diese muss ich jedoch nicht mehr in Richtung Hamburg verlassen, sondern fahre auf die B 207 in Richtung Schwarzenbek. Dort tanke ich an einer Freien Tankstelle den Mazda voll und fahre durch Lanken und Elmenhorst auf die A 24.  Die weitere Strecke, immerhin noch satte 440 Kilometer sind Autobahnen. Die A 24, die A 10, die A 13, die A 4. Eher öde Fahrerei. Ich drehe am Radio herum. Neben der unbekannten Zahl von Privatsendern, deren Qualität nahezu unterirdisch ist ( die Ausnahme stellt Star FM dar, der knackigen Rock kredenzt ), rauscht überwiegend RBB - Radio hinein. Nun, gut, ich möchte nicht ständig, schon nach wenigen Kilometern, wieder das Rädchen drehen. Ich belasse es bei diesem Sender.

Der Moderator - einer, dieser typischen formatierten Sabbeltaschen - erzählt irgendetwas von einem Hit aus den 1970ern und gibt dazu die schlaue Bemerkung, dass dieser in einer Zeit aufgenommen wurde, in der in der DDR Banane noch mit " X " geschrieben wurde. Hahaha! Stimmt zwar, ist aber 28 Jahre nach der Wende wohl ein Kalter. Nun, jut, ich ertrage den Laberkopp und der spielt dann doch tatsächlich " Toto " und " Africa "!

Junge, so schnell ist der Lautstärkeregler hoch gedreht!

Ich denke an die junge Frau aus Kröppelshagen bei Reinbek in der Nähe von Hamburch, aus Lesotho in Südafrika. Africa, also. Vielleicht ist das die wahre, die richtige Integration? Auf jeden Fall eine " win - win - " Situation. Welche deutsche Frau in ihrem Alter pflegt schon zu Hause eine behinderte Schwägerin? Keine oder auf 1.000 Damen, vielleicht eine?
Für sie ist es vielleicht das Paradies? Für ihren deutschen Mann auch.Und für die behinderte Schwester des Verkäufers alle Male. Kein Heim, keine Vernachlässigung, keine fremde Umgebung usw. usf.

Vor einigen tagen las ich im Hamburger Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL ", dass immer häufiger deutsche Senioren in polnisch und tschechische Einrichtungen vermittelt werden, weil diese eben billiger sind. Auf Deutschland wird in den nächsten 10 bis 20 Jahren eine Lawine namens Pflegenotstand zur rollen. Globalisierung und offene, freie Grenzen muss auch bedeuten, dass ähnliche Probleme gemeinsam gelöst werden.

Ich fahre auf die A4 in Richtung Dresden - Neustadt. Mir fällt wieder der Schwachkopf Bachmann ein. " Pegida " und all jene Scheißkerle, jene Mitläufer und verblendete Männer und Frauen, die auf alles, was fremd ist, einen unbegründeten Hass entwickelt haben.
" Volksverräterin ", wurde Merkel entgegen geschrien. Solche Parolen sind der letzte Dreck, heraus gebrüllt von Parasiten unserer Gesellschaft, die ihr eigenes, ihr verpfuschtes Leben, nicht mehr in den Griff bekommen. Wie wäre es mit Altenpflege? Mit Pflege von behinderten?
Ich ärgere mich, dass dieser " Pegida " - Blödsinn auch dazu geführt hat, dass eine ganze Stadt in Verruf geraten konnte.

Heute ist der Holocaust - Gedenktag. Blöde Sprücheklopfer, wie Höcke durften an den Veranstaltungen nicht teilnehmen. Das könnte vielleicht eine kritikwürdige Entscheidung gewesen sein. Konsequent ist sie jedoch auch. Mit der Verfolgung von Minderheiten hat es einst begonnen. Damals, vor 84 Jahren in Deutschland, das wieder nur den Deutschen gehören soll.
Wehret den Anfängen!

Gut´s Nächtle mit " Toto " und " Africa ":













Verlassen Sie Hamburg
Weiterfahren auf: Steintordamm / Steintorplatz
<0.1 km00h00 Links abbiegen
<0.1 km00h00 Ab sofort , nach links abbiegen : Steintordamm / Steintorplatz
0.1 km00h00Weiterfahren auf: Adenauerallee
0.5 km00h02Weiterfahren auf: Nagelsweg
0.6 km00h02 Nach links abbiegen : Kurt-Schumacher-Allee
0.9 km00h03Weiterfahren auf: Beim Strohhause
1.2 km00h04Weiterfahren auf: Berliner Tordamm
1.3 km00h04Weiterfahren auf: Borgfelder Straße
2.5 km00h08Weiterfahren auf: Hammer Landstraße
2.5 km00h08 Links abbiegen
2.5 km00h08 Ab sofort , nach links abbiegen : Sievekingdamm
3 km00h10Weiterfahren auf: Sievekingdamm
3.5 km00h12Weiterfahren auf: Sievekingsallee
Ausfahrt Hamburg
4.5 km00h15

A24
Am Kreisel, Horner Kreisel, die 2 Ausfahrt nehmen: A24 Richtung:
A24 - BERLIN
LÜBECK
WANDSBEK
10 km00h20Durchfahrt von AK Kreuz Hamburg-Ost
15 km00h24 Nehmen Sie die Ausfahrt in Richtung:
  4
  REINBEK
REINBEK
GLINDE
BARSBÜTTEL
16 km00h24
Nach rechts abbiegen : K80 Richtung:
REINBEK
GLINDE
19 km00h27
Durch Glinde
19 km00h27 Die Ausfahrt
19 km00h28 Nach rechts abbiegen : K26
19 km00h28 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 60 km/h
19 km00h28Durchfahrt von Reinbek
20 km00h30 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 60 km/h
20 km00h30 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h
Ausfahrt Glinde
21 km00h32
L314
Weiterfahren auf: L314
24 km00h34 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h in 0.6 km
24 km00h35 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h
25 km00h36Durchfahrt von Aumühle
26 km00h38 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h
26 km00h39
L208
Nach rechts abbiegen : L208
26 km00h39 Mehrere gefährliche Kurven 0.7 km
26 km00h39 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 30 km/h in 0.8 km
27 km00h41 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h in 2.5 km
30 km00h44
Ankommen in Kröppelshagen
30 km00h44 Nach rechts abbiegen : Buchenweg