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Dienstag, 25. Juli 2017

Spasiba = Спасиьа #thank#you#



Heute Abend spielt die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frau gegen die russische Vertretung. Sie bestreitet das Länderspiel im Rahmen der Fußball - Europameisterschaft in den Niederlanden. Diese Begegnung läuft in Utrecht, einer Stadt mit mehr als 339.000 Einwohnern; der viertgrößten Stadt der Niederlande. Die Zuschauerresonanz ist - wie bei den anderen Spielen ohne niederländische Beteiligung - eher mäßig. Das Spiel in der 1. Halbzeit völlig einseitig, denn die von der Trainer Steffie Jones betreute deutschen Auswahl zeigt sich turmhoch überlegen. Die Russinnen stehen mit zwei Viererketten zirka 20 bis 25 Meter vor ihren Strafraum und versuchten - mit lauteren und vor allem unlauteren Mitteln - die deutsche Angriffsmaschinerie zu stoppen.
Es steht zur Halbzeit deshalb nur 1:o für die Jones Frauen.

Während Angriff auf Angriff im Minutentakt auf das russische Tor vorgetragen wird, schweifen meine Gedanken ab. Russland, Russinnen, Flüchtlinge, dass war einst, also vor knapp einen Vierteljahrhundert ein großes Thema in Deutschland, dass ja seit dem Juli 1990 wieder vereinigt ist.

Die einstige Sowjetunion, der Warschauer Pakt, die DDR als zweiter deutscher Staat, waren implodiert. Die Strukturen lösten sich auf. Es herrschte Chaos allenthalben und überall, wo sonst der Staatsapparat mit brutaler Härte mit Sanktionen und Repressionen gegen die eigene Bevölkerung vorging, gab es eher ein laissez fair. Die gewählten Regierung der betroffenen Staaten hatten mehr mit sich selbst und der Aufrechterhaltung von Grundstrukturen des Staatswesens zu tun, denn mit der Kontrolle ihrer eigenen Bürger.

So kam es auch, dass aus dem jetzigen Russland eine Vielzahl von Menschen flohen und versuchten, über Schlepper, einen Weg zur illegalen Einreise nach Westeuropa zu finden. Dafür zahlen diese Menschen - wie heute auch - einige Tausend US - Dollar. Die Kriminellen schleusten dann die russischen Frauen und Männer über die einstigen sozialistischen Bruderstaaten Rumänien, Bulgarien,Ungarn oder die Slowakei und Tschechien nach Österreich oder direkt nach Deutschland ein.

Ich hatte seit zirka 10 Jahren einen Faible für Ausländer - und Asylrecht entwickelt und kannte mich als Jurastudent und später Rechtsanwalt in dieser Materie relativ gut aus. Das sprach sich in Bremen unter den vielen ausländischen Mitbürgern irgendwann herum. So erhielt ich deshalb davon eine Vielzahl von Mandaten und diesen daraus folgend, auch Strafsachen.
Irgendwann im Frühjahr 1994 erhielt ich einen Anruf eines Dolmetschers für russische Sprache, der mir erzählte, dass er einen Übersetzungsauftrag in einigen Strafsachen, derentwegen russische Staatsangehörige als Beschuldigte geführt waren, erhalten hatte. Er stellte mir die Frage, ob ich zwei Fälle von Russinnen übernehmen würde, die wegen Vergehens gegen das Asylverfahrensgesetz sowie das Asylbewerberleistungsgesetz in Untersuchungshaft in Bremen -Oslebshausen einsaßen.

Wir verabredeten uns zu einem Besuchstermin an einem späten Nachmittag im März oder April 1994 in der U - Haftanstalt. Die  beiden Russinnen wurden uns dann durch die Schließer in die Besprechungszimmer gebracht. Der Dolmetscher erklärte ihnen, dass ich eine Vollmacht benötigen würde. Die beide Frauen dann unterschrieben. Ich beantragte danach Akteneinsicht und erhielt zwei dieser roten Leitz - Ordner, in den der gesamte Schmus abgeheftet war. Ich ließ beide Akten von meinen Azubinen kopieren.

Es vergingen zwei weitere Wochen, ehe ich einen weiteren Termin mit dem Dolmetscher vereinbaren konnte. Wieder trafen wir uns in der U - Haft und bekamen die beiden Damen dann zugeführt. Zuvor aber fragte mich der Dolmetscher, ob ich den Russinnen nicht eine Schachtel Zigaretten aus dem Automaten, der neben dem Besprechungszimmer an der Wand hing, ziehen könne. Sie seien mittellos und hätten ihn nach Zigaretten gefragt. Ich öffnete mein Portemonnaie und holte Ein - und Zweimarkstücke heraus, die ich in den Automaten warf. Dann zog ich zwei Packungen " Marlboro " und steckte sie in die Hosentasche.

Kaum waren die beiden Frauen im Zimmer legte ich die Packungen auf den schäbigen, alten Tisch, der in der Mitte des siffigen, verhunzten Raumes stand.
Beide jungen Frau lächelten mich an und bedankten sich artig mit dem russischen Wort:
" Spasiba ".
Danach besprachen wir die beiden Strafsachen. Beiden wurde vorgeworfen, unter falscher Identität mehrfach Asylverfahren betrieben zu haben, dabei jeweils Geldleistungen erhalten zu haben und die Behörden damit getäuscht zu haben. Es gibt ein spezielles Strafgesetz hierfür, dass Freiheitsstrafe ab 6 Monate bis zu zwei Jahren vorsieht.

Nun, die bremischen Gerichte sanktionierten dieses Vergehen mit der Verhängung von Kurzfreiheitsstrafen von 6 bis 9 Monaten.

So kam es denn auch. Beide Russinnen wurden zu 8 Monaten Haft verurteilt, Da sie bereits 5 Monate in U - Haft geschmort hatten, ehe die Hauptverhandlung anberaumt wurde, konnte diese Zeit angerechnet und die Reststrafe auf Bewährung ausgesetzt werden. Die beiden Russinnen wurden nach dem Termin sofort nach Omsk in Sibirien wieder abgeschoben. Er habe nie wieder etwas von ihnen gehört. Sie hießen Emiljanova und Semsova. Sie waren russischen Zuhältern auf den Leim gegangen, die sie nach Deutschland zur Prostitution vermittelt hatten und ihnen zusätzlich noch Geld und ihren Pass abgeknöpft hatten.

Bei einer der Beiden erhielt ich eine Pflichtverteidigung. Bei der zweiten Angeklagten nicht. Dort fuhrwerkte ein alter Richter und Ausländerhasser herum, der dieses der Russin auch spüren ließ und mich nicht als Pflichtverteidiger beiordnete. Das Ar... war dafür in der Bremer Justiz bekannt. Nun, ja, auch ein Anwalt kann mit einer so genannten Mischkalkulation leben. In dem einen Fall gab es knapp 500 DM; in dem anderen Fall nüscht.

C´est la vie, so ist und war das Leben.

Dafür hatte ich den beiden Russinnen geholfen, ihre Freiheit in einem für unerwünschte Ausländer unfreien Land wiederzubekommen. Und sei es nur in der Gestalt, dass sie auf Kosten des Steuerzahler in die nächst beste Maschine nach St. Petersburg oder Moskau gesteckt wurden.
Freiheit ist ein hohes Gut. Das weiß jeder Eingeknastete zu schätzen, auch wenn er, wie in diesem Fall in die Armut und Perspektivlosigkeiten abgeschoben wird.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen hat ihr letztes Gruppenspiel durch zwei Foulelfmeter mit 2:0 gegen Russland gewonnen. Es waren nur 6.000 Zuschauer in Utrecht anwesend. Traurig, aber wahr. So, wie die beiden Strafsachen von vor mehr als 23 Jahren.

Gut´s Nächtle mit:

Jimmy Page & Robert Plant und " Thank You " - Album " No Quarter " - 1994:



Al(l)(t)es Geld - Kapitel I.

Beim Ausräumen der Schreibtischschublade entdeckte ich dieses Konvolut von Münzen:





Nachdem ich es sortiert hatte, stand fest, dass es aus verschiedenen europäischen Ländern und aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammte. Es handelt sich um:  I. Unsere immer noch geliebte Deutsche Mark:


Schön eingeteilt nach:

1 Pfennig -

2 Pfennig -

5 Pfennig -

10 Pfennig -

50 Pfennig -

sowie 1 und 5 Deutsche Mark - Münzen.

Bis zur Einführung des Euro ( € ) am 01.01.2002 war die Deutsche Mark in diesen Münz - Papiergeld - Einheiten, das offizielle Zahlungsmittel in Deutschland: 1- , 2 -, 5 -. 10 -. 50 - Pfenningstücke, 1 -, 2 -, 5 -, ( 10 ) DM - Münzen sowie 5 -, 10 -, 20 -, 50 -. 100 -, 200 -, 500 -, und 1.000 - Markscheine. Dann kam der Euro als Ersatz - und später als einziges Zahlungsmittel.

Das ist bereits mehr als 15 Jahre her. Doch, in den bundesdeutschen haushalten werden weiterhin DM - Bestände in Höhe von ca. 13 Milliarden Euro, was einem Wert von mehr als 25, 9 Milliarden Deutsche Mark entspricht, aufbewahrt. Auf jeden Bundesbürger entfallen demnach durchschnittlich 310 DM.

Da sage mal Einer, die Bundesdeutschen sparen nur in schlechten Zeiten!
Dazu gibt es viele Flachdenker, die sich lieber heute, denn morgen die heiß geliebte Deutsche Mark zurück wünschen, weil sie eben deutsch und nicht europäisch denken. Geld ist nun einmal Geld, auch wenn die eine Währung ausgedient hat. Und, wer keine DM hatte, besitzt nach 2002 dann auch keine Euro. So einfach ist es in diesem, unserem Lande dann doch geblieben.

" Karhago " mit " I Don´t Care " aus dem Album " Second Step " - 1973 und - dazu passend:

" Don´t Send Me Your Money, Send Me Your Heart ":







Montag, 24. Juli 2017

FB - Müll!

Seit einigen Jahren bin ich Facebook - Mitglied. Und seit dieser Zeit doch um einige Erfahrungen reicher. Habe ich zu Beginn der endlichen Freundschaft zu dem Zuckerberg´schen Abmelk - Medium noch ein wohlwollendes Verhältnis gehabt, änderte sich dieses alsbald. Was sich dort so alles an Schwachköpfen und geistig Verwirrten oder einfach Analphabeten herum treibt, ist kaum zu erfassen.
Hunderttausende, nein, was sag´ich: Millionen sind es, die ihren geistigen Sondermüll dort minütlich, stündlich und täglich ablassen.

Ob da eine inhaltliche Kontrolle durch die FB - Gestapo weiter hilft, ist dann doch stark zu bezweifeln. Dem Zuckerberg und seinen Managern dürfte es egal sein, woher die Kohle eingenommen wird. Ob von den Rechtsaußen, den Christen, den Faschisten, bis hin zu den Anhängern der Anarcho - Vertretern. Zuckerberg verdient bei sämtlichen Mitleidenden der politischen und gesellschaftlichen Strömungen kräftig mit.

Viele Maulhelden, die unter Pseudonymen oder Fakes ihren geistigen Dreck dort ablassen, merken dieses gar nicht.

Doch sie werden nicht müde, ständig neuen Schund einzustellen, der auf das Niveau eines Klippschülers und unter dem eines Primaten anzusiedeln ist.

Da teilten kürzlich einige FB - Mitglieder dieses:


Aus welcher Ecke dieser Schwachsinn kommt, dürfte klar sein.

Die Dummheit stirbt nie aus. Ganz im Gegenteil, sie wird mit jedem Tag, an dem sich die Erdbevölkerung ungehemmt vermehrt noch größer. Da können wir Germanen von Glück reden, dass unsere Bevölkerung langfristig schrumpft!

" Secret saucer " und " A Sublime Metapher ":







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Sonntag, 23. Juli 2017

Spät - teutonische Dekadenz?



Es regnete heute Morgen schon wieder. Nach der heißen Julitagen, eine Abkühlung. In Berlin und Brandenburg fiel diese allerdings etwas zu heftig aus. Durch sintflutartige Regenfälle liefen Hunderte von Kellern und Wohnungen voll Wasser. Bei uns indes gab es nur normale Niederschläge. Weil es aber dadurch kühler wurde, war an ein Sonntagsfrühstück auf der Terrasse nicht zu denken. Somit fand es wieder in der Küche statt. Während meine bessere Hälfte ihren Kaffee trank, das Frühstücksei aufklopfte und ein aufgebackenes Brötchen schmierte, erzählte sie mir von dem Telefonat mit ihrer Tante am gestrigen Abend.

Darin schilderte diese, dass ihre älteste Enkeltochter das vor zirka einem Jahr in einer bayrischen Stadt begonnene Studium hat unterbrechen müssen. Sie sei erkrankt. Nun, ja, das kann durchaus passieren. Krankheit ist eine unangenehme Sache. Als ich dann aber hörte, dass die Nichte wegen eines Burnout - Syndroms pausieren muss. Bournaout im Studium, im 2. Semester? Wir diskutierten alsbald über mögliche Ursachen dieser Erkrankung. Es soll ja hauptsächlich mit einer persönlichen Lebenskrise oder auch mit anhaltenden Stress in Verbindung stehen.

Lebenskrise bei einer 21jährigen? Gut, das kommt heutzutage alle Male vor. Doch die Umstände in denen sich die Nichte R. befindet, könnten idealer wohl nicht sein. Okay, die Eltern sind seit Jahren geschieden. Aber der Vater steht beruflich und auch finanziell glänzend da. Er unterstützt die Studentin, also seine Tochter, ständig.
Dieses sieht so aus, dass ein Segelschein auf dem Starnberger See bezahlt wurde, ein mehr als einjähriger Neuseeland - Aufenthalt ermöglicht werden konnte, der sich dem eher holprig abgelegten Abitur folgte und hiernach ein Appartement in der Ausbildungsstadt zur Verfügung gestellt wird, dass der Herr Papa zuvor gekauft hatte.
Da kann Frau doch nicht meckern. Oder?
Also an dem Vorliegen einer persönlichen Lebens - oder Identitätskrise mag es wohl nicht liegen.

Bliebe noch der Hauptfaktor jedweder schulischen Ausbildung und von Prüfungen, der Stress. Nun, auch hier ist dieses eher relativ zu sehen, denn es lässt sich auch heute noch wesentlich leichter studieren, wenn man/frau nicht noch jobben muss. Dennoch scheint es wohl hier so zu sein, dass Studentin R. mit den Anforderungen des Studiums nicht klar kommt. Der Körper und der Geist reagieren auf Drucksituationen sehr unterschiedlich. So gibt es Menschen, die erst in diesen Lagen zur Höchstform auflaufen und die Anforderungen, die an sie gestellt werden glänzend meistern. Dann sind jene zu nennen, die unter Leistungs - und Anforderungsdruck eher gehemmt arbeiten und darauf vielleicht panisch reagieren. Und es gibt viele Menschen, die schlichtweg versagen. Die in den berühmten Sack hauen oder sich einigeln, das Problem, den Druck versuchen auszusitzen und in extremen Fällen erkranken.

Letzteres dürfte bei der Nichte R. gegeben sein.

Jetzt nimmt sich Frau Studentin R. somit eine Auszeit. Sie wird sich eventuell überlegen, ob das gewählte Studium für sie überhaupt der richtige Weg in eine berufliche Zukunft ist. Oft kommen dann diese Erkenntnisse spät, manchmal zu spät. Eine Berufsausbildung, eine Lehre, wird hier wohl eher die bessere Lösung, der gangbarere Weg zu einem Ziel sein?
Wie dem auch sei, R, nimmt sich eine Auszeit. Sie wird möglicherweise vorübergehend zu ihrem Vater zurück kehren, nachdem die Mutter, die in der Nähe von München wohnt, das seit letztem Jahr frei gewordene Zimmer untervermietet hat. Die Mutter benötigt nämlich die Mieteinnahme hieraus um selbst über die Runden zu kommen.

Die 15.000 Euro als Gebühr für das sechssemestrige Studium sind zwar noch nicht verloren, aber auch eine privat geführte Fachhochschule wartet nicht ewig auf ihre Studenten und Studentinnen; bis diese sich in solchen Fällen irgendwann vielleicht - mal sehen, keine Ahnung, weiß nicht  - entschieden haben, ob sie die Ausbildung fort setzen.

Manchmal ist es besser, ein junger Mensch greift nicht zu den zu hoch hängenden Trauben, weil er nämlich dabei abstürzen kann. Doch in der heutigen Zeit, in der der Schein, das Blendwerk, was um sich selbst aufgebaut wird, eher etwas darstellen soll als ein solider Berufsabschluss, wird von Seiten der Eltern mehr in die Fähigkeiten der eigenen Brut hinein interpretiert, als tatsächlich vorhanden ist. Der Leistungswille kann dadurch gehemmt werden. Es kann dabei zu einer Blockade kommen.
Dann helfen auch keine elterlichen Ratschläge mehr und schon gar nicht materielle Wohltaten, wie es hier der Fall ist.

Wenn die Eltern zudem einem Konsum - Fetisch erlegen sind, der im eigenen Dasein dazu führt, dass mangelnde Intelligenz und die Fähigkeit zum Erziehen damit kompensiert wird, und dieses dann noch auf den eigenen Nachwuchs projizieren, können die Folgen fatal sein. Oder, um es in den abgewandelten Worten des inzwischen verstorbenen Ex - Bundesaußenministers und FDP - Parteivorsitzenden Guido Westerwelle zu formulieren:
" Wer den Kindern ein leistungsfreies Leben vorgaukelt, lädt zur spät - teutonischen Dekadenz ein! "

" Zone Six " mit " Babapaptantramanta " - Album " Split Thing " - 2012:

Vor allem aber: Papa - Tanta!



Der Bandwurm ( Cestoda )



Das jüngste Mitglied in unserem Katzenquartett, Tim ( Timmy ) W. ist ein lebhafter Vertreter seiner Zunft. Ein Koater, der nicht nur draußen herum stürzt und dabei auf so ziemlich Alles los geht, was sich bewegt und wesentlich kleiner ist als er selbst. Die Versuche, den Kohlweißling oder das Tagpfauenauge im Hechtsprung zu erlegen, hat er zwar immer noch nicht aufgegeben, aber doch sichtbar eingeschränkt. Auch Hummeln, Bienen oder große Fliegen sind nicht mehr so interessant.

Vor einigen Tagen aber, war es vorbei mit den Hochsprungeinlagen. Unser Tim lag ein wenig apathisch auf seinem Stuhl und schlummerte. Er fraß kaum noch und wirkte irgendwie krank. Als er sich dennoch in den Garten bemühte, erkannte ich an seinen Bewegungen, dass hier irgendetwas nicht stimmte. Seine Flanken wirkten wie eingefallen, sein Fell war stumpf und er hatte einen kleinen Hängebauch. Aus meiner Erfahrung als Katzenhalter wusste ich, dass er entwurmt werden muss. Seine Mäusejagd, die häufig mit abgelegten Beutetieren ( mit oder ohne Kopf ) endeten, forderten ihren Tribut. Tim hatte sich einen Bandwurm eingefangen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Bandwürmer

Hiergegen gibt es Mittelchen. So kaufte ich am Freitag eine Leberwurst, lockte mit einigen Messerspitzen dieser Köstlichkeit den Kater an den Napf und verabreichte ihm anschließend ein Gramm des Anti - Wurmpulvers, das ich in kleinen Portionen in Leberwurstkügelchen eindrückte. Dann hießt es abwarten.

Tim quälte sich am gestrigen Tag mit seinem Wurm und dem verabreichten Pulver herum. Es wird in seinem Magen ordentlich rumort haben, denn er sah richtig krank aus.
Seit heute geht es dem Youngster wieder besser. Am Frühstückstisch verlangte er nach seiner Extra - Portion Milch, die er ruckzuck weg schlabberte. Tim auf dem Wege der Besserung?
Offensichtlich. Obwohl ich keine abgestorbenen Bandwurmglieder finden konnte, weiß ich, dass der Parasit seinen Abgang aus dem Katzendarm gemacht haben muss. Unserem Freund war nämlich die Erleichterung förmlich anzumerken.

Oft sind Katzen als Freigänger von diesen Parasiten befallen. Deshalb sollte eine Entwurmung mindestens zwei Mal im Jahr erfolgen. Sollte! Natürlich werden solche Empfehlungen von der Tierarzt - Meute ausgegeben, die daran verdienen wollen. Aber auch die Pharmaindustrie nervt so manchen Katzenhalter - und nicht nur den - mit diesen Ratschlägen. Ich verlasse mich da eher auf meinen eigenen Erfahrungsschatz und beobachte unsere vier Mitbewohner regelmäßig.

Dass auch Menschen von diesen Würmern befallen werden können, ist mir aus der eigenen Kindheit noch bekannt. Einst wühlten wir im elterlichen Garten mit Schaufel, Hacke und Harke herum und spielten auf Feldern oder an der Bad Eilser Au. Natürlich wurden dabei nicht ständig die Hände gewaschen. So gelangten beim Nasepopeln und Finger in den Mund stecken auch Wurmeier in den Kindermagen. Eines Tages fanden sich dann Spulwürmer oder andere Mitesser in der Toilette wieder. Dann war  es höchste Eisenbahn. Bei einem Hausarzt gab es einen ekelig schmeckenden Saft, der wie Lebertran ( eine weitere Folter - Flüssigkeit ) aussah. Nach ein paar Tagen waren dann die ungebetenen Gäste aus dem Körper verschwunden.

 So, wie bei unserem Koater Tim - Timmy - W. Der Arme!

" Northwinds " mit " Last Chance " von dem Album " Winter " - 2012:






Samstag, 22. Juli 2017

Dresdner ( wilder ) Wein


Der Sommer schreitet voran. Übermorgen brechen die letzten 2 Wochen der Sommerferien 2017 in Sachsen herein. In der übernächsten Woche dürfen wir schon ( wieder ) den 8. Monat des Jahren, den August schreiben. Die Tage werden spürbar kürzer, die Nächte dafür länger und bald sind auch die allerletzten Bundesländer, nämlich Baden - Württemberg und Bayern mit den Ferien durch.

Mit dem andauernden Sommer verändert sich auch die Vegetation. Viele Pflanzen, Sträucher und Bäume geben jetzt ihre vorgesehenen Früchte preis. So auch der seit Jahren an unserer Hauswand sich entlang rankende Wilde Wein. Er kletterte irgendwann an der dort hoch. Wir ließen ihn gewähren.

Im Juni begann er, ein kräftiges Blattkleid aufzubauen. Gleichzeitig wuchsen dort eingeschlechtliche Blütenrispen. Diese lockten Hunderte Bienen an. Die jetzt ein Summ - Konzert veranstalten. Doch seit gestern knistert und raschelt es ständig im Blattkleid. Kleine, helle Kügelchen fallen, ja, rieseln ohne Unterlass zu Boden. Es sind abgestorbene Stempel der Weinblüten, die rispig angelegt, nun von dort auf den Boden fallen.



Das Geräusch beunruhigte uns doch ein wenig. Ich begann gestern Abend, den Wein mit dem Wasserschlauch zu tränken. Das Knistern und Rascheln verstummte schlagartig. Doch es war nicht etwa das heiße Juliwetter, dass den Wein vielleicht arg zusetzten könnte, nein, der natürliche Ablauf des geduldeten Gastes, sieht es so vor. Irgendwann sterben Teile, die nicht mehr für die Vermehrung benötigt werden, dann einfach ab.

Um unsere vielen Bienen nicht zu verärgern unterließ ich heute das Benetzen des Weines mit Wasser. Zudem gab es ja auch noch ein kräftiges Gewitter, dass sein Übriges zur Versorgung der Pflanzen tat.
Die Bienen summten dennoch unaufhörlich weiter. Bald werden die Blüten vertrocknet sein und bis dahin müssen die fleißigen Insekten viel Nektar sammeln und diesen in den Bienenstock des in der Nähe wohnenden Hobby - Imkers verbracht haben. Der freut sich wiederum, wenn er seinen Honig verkaufen kann und damit ein kleines Zubrot verdient.

Irgendwann habe ich irgendwo gehört oder gelesen, dass die Bienenvölker weltweit in ihren Beständen bedroht seien. Das dürfte wohl zutreffend sein. Doch bei uns hier, am Rande unserer schönen Landeshauptstadt wird dieses eher nicht zutreffen. Den Wilden Wein werden wir nicht mehr von der Wand entfernen. Schon allein unserer summenden Freunde wegen, die jedes Jahr bei uns herzlich willkommen sind, Schließlich finden sie neben dem Wilden Wein, auch noch Kleeblüten und andere Blüher, so, wie den duftenden Lavendel.
Natur, pur - Wilder Wein, dazu.

Gut´s Nächtle mit: " Beiruth " mit " Penumbra Oifusa Part I & II " - 2009








https://de.wikipedia.org/wiki/Wilde_Weinrebe

Meisner, der angebliche Vorbeter der deutschen Wiedervereinigung?



Vor einigen Tagen verblich der 1933 in Breslau, dem jetzigen Wroclaw, geborene Joachim Meisner. Die Medien berichteten in lobhudelnder Form ausgiebig über diese Person, denn Meisner war Pfaffe; genauer gesagt: Er war Kardinal.
Das wird nicht jeder Katholik in dieser Sekte, denn er muss dazu von dem selbst ernannten Heiligen Vater ernannt werden. Kardinal ist ein hohes Amt, in der katholischen Amtskirche. Es unterhält viele Pflichten und genau so viele Privilegien.

Die beiden Amtskirchen, die ihre Existenz nur dem bereits seit Jahrhunderten angehäuften, dabei oft widerrechtlich angeeigneten Vermögen und der Tatsache, dass der Staat für sie die Kirchensteuer - ggfs. zwangsweise - eintreibt, zu verdanken hat, lassen sich den Aufbau ihres Machtapparats etwas kosten. Die kirchlichen Würdenträger leben deshalb durchaus opulent und geben für ihr eigenes Wohlergehen viel Geld aus. Das jüngste Beispiel kirchlicher Prunk - und Verschwendungssucht, der einstige Bischof von Limburg an der Lahn, Franz - Peter " Gollum " Tebartz - van Elst versenkte für die luxuriöse Runderneuerung seines vormaligen Anwesens viele Millionen Euro, ehe der jetzige Papst dem Treiben ein Ende bereitete.

" Gollum " Tebartz - van Elst war auch anwesend, als der ehemalige Kardinal Meisner vor einigen Tagen zu Grabe getragen wurde. Die gesamte Männerriege der Katholischen Kirche war im Kölner Dom anwesend und auch die Bundes - und Landespolitik ließ sich nicht lumpen, um dem umstrittenen Kardinal Joachim Meisner, der im Alter von 83 Jahren verstarb, die letzte Ehre zu erweisen.
Meisner war noch zu Amtszeiten ein aggressiver Verfechter der konservativen katholischen Glaubenslehre. Er hetzte gegen Abtreibung, die er mit dem Holocaust im III. Reich verglich, setzte sich gegen gleichgeschlechtliche Ehen ein und verglich den Biologen und Atheisten Richard Dawkings als Vertreter der nationalsozialistischen Rassenlehre.

https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Meisner

Meisner entpuppte sich als reaktionärer Kanzleiprediger, der den Zeitgeist nach den 1960er Jahre negierte und die Veränderungen in der westdeutschen Gesellschaft aktiv bekämpfte. Zudem wetterte er gegen den staatlich verordneten Atheismus in den Ländern des Warschauer Pakts; vornehmlich der DDR. Dass auch dort die Kirchen nicht in einem religiöse geprägten Vakuum neben den staatlichen Repressionsorganen existierten, negierte Meisner in seiner propagierten Meinung. Auch kirchliche Würdenträger und Gläubige in der einstigen DDR waren IMs und Stasi - Angehörige. Dieses wird heutzutage leider immer noch verkannt.

Nun ist er tot, der Meisner und wird nicht mehr Gift und Galle in die Öffentlichkeiten bringen können.
Und während die Medien - Meute Meisner lobhudelte, gab es auch einige, wenige kritische Stimmen zu seiner Auslegung der katholischen Theologie.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=39084

Leider, leider, viel zu wenige, denn die Erinnerung des Menschen an einen Menschen verblasst häufig derartig, das später nur die vermeintlich guten Seiten des Letztgenannten in ihr verbleiben.

" The Darkside " mit " Guitar Vodoo " aus dem gleichlautenden Album von 1990:

Freitag, 21. Juli 2017

Krawummen!


Eher zufällig schaute ich mir heute auf der Web - Präsens des Norddeutschen Rundfunks einen eingestellten Bericht über das " Deichbrand " - Festival in Cuxhaven an, dass vom 21. Juli bis zum 23. Juli 2017 stattfindet.
Eigentlich interessiert mich diese Veranstaltung nicht, denn mit Musikgruppen, wie " Placebo ", " Kraftklub " oder " Marteria " sowie mit Interpreten vom Schlage des " Cro " kann ich nüscht anfangen. Aber, gut, ich sach´ma: Musik ist vielfältig und die Geschmäcker sind es auch. Doch, was mich an jenen NDR - Bericht amüsierte, was ich zum Brüllen fand, ja, als Ausgeburt des modernen Fast - Food - Fressers der Generationen 1990 Plus erkannte, war jenes oben gezeigte Bild. Ein Synonym des Festival - Publikums? Oder eher ein Abbild der voll gefressenen Generationen nach uns?

http://www.deichbrand.de/wall

Sicherlich gibt es dazu viele Gegenbilder. Schlanke, dünne, magere junge Frauen, die mit einer 36 oder 38 wohl eher meinem Idealbild eines weiblichen Wesens entsprechen. Aber, auch hier gilt: Über das gesunde Kampfgewicht lässt sich trefflich streiten. Und: Es müssen ja nicht alle jungen Menschen gleich aussehen. Doch, wenn ich mir meine Jugendzeit, die vergangene Sturm - und Drangjahre, so Revue passieren lasse, erkenne ich sehr bald, dass die Leibesfülle um mehrere Kilogramm je Lebensjahr geringer war.

Deshalb nenne ich die Frauen, deren BMI locker über 30 und darüber hinaus einzustufen ist, gerne " Krawummen ". Ich hatte diesen Ausdruck irgendwann einmal aufgeschnappt und in mein Vokabular völlig unkritisch aufgenommen. Aber, was heißt denn eigentlich, eine " Krawumme " zu sein?

Das immer schlaue Internet bot hierzu keine klare Definition des Begriffs. Es kann also durchaus sein, dass es dieses Wort, dass ich mit dicke Frauen assoziiere, gar nicht gibt. Was mir die alte Tante " Google " bei der Worteingabe an Hinweise ( Treffern ) kredenzte, empfand ich eher als unbefriedigend.

Da wurde auf das lokal bekannte Restaurant " Krawummel ", dass der Szene - Fresstempel aller Veganer zu sein scheint, hingewiesen.

http://www.krawummel.de

Nein, nach " Krawumel " hatte ich nicht gesucht, sondern nach " Krawumme ". Folglich den Begriff ohne ein " L " am Schluss. Eine weiterer, angezeigter Treffer lotste mich auf das Profil einer 29 - jährigen, blonden Frau, die auf Partnersuche zu sein scheint und sich das Pseudonym " Krawumme " zugelegt hat. Nö, die sieht nun wahrlich nicht nach einer Frau aus, die als lebender Fleischberg in Betracht kommen könnte. Sie scheint eher jene Idealmaße zu haben, die mir so in ihrem Alter als Kerl vorschwebten, wenn ich auf Beutefang in irgendwelchen Musikkneipen oder auf eben Musikfestivals ging.


https://www.sunflirter.com/community/profile/show/username/Krawumme

Folglich ist " Krawumme " in der Tat keine " Krawumme " im weiteren Sinne und nach meiner Begriffserklärung von oben. Also: Weitersuchen und hoffen, dass ein anderer Treffer von Frau " Google " mir Erleuchtendes präsentiert. Das könnte ein Profil einer Ebayianerin sein, dass ich anklickte. In der Hoffnung diese " Krawumme " kann eine solche sein. Doch auch hier wurde ich nicht fündig. " Krawumme " outet sich nicht als eine Solche, sondern als profanes Mitglied der ebay - Gemeinde. Zudem stammt " Krawumme " aus Österreich, was natürlich nicht bedeutet, dass eine österreichische " Krawumme " eben keine " Krawumme " sein kann, weil es nur deutsche " Krawummen " gibt. Ganz im Gegenteil: In unserem schönen Nachbarland jenseits des Weißwurst - Äquators gibt es genauso viele Übergewichtige wie in Germania.

http://www.ebay.at/usr/krawumme

Wenn " Krawumme " demnach keine bundesdeutsche Partnersuchende mit langen blonden Haaren, von eher leichtgewichtigem Körperbau und mit aparten Aussehen ist und auch keine österreichische Ebayianerin, ohne großartige Aktivitäten dort, ist. Was vermag sich dann wohl hinter dem Begriff " Krawumme " verstecken? Ich fand in einem holprigen, abgedrehten, spinnerten gedicht nun doch einen Hinweis auf die " Krawumme ":

http://gugugedichte.blogspot.de/2013/07/neue-gugu-gedichte-teil-1.html

Aha! Von daher lässt sich das Wort her - oder auch ableiten. Es stammt aus dem militärischen Umfeld, aus dem schon so manches Wort herkommt, dass mich zum Schmunzeln brachte. Solche Begriffe, wie " Kardätsche " gedient " und " Kommis " gehören dazu.
Also ist " Krawumme " ein Wort aus dem Militärbereich? Vielleicht!

So komme ich nach dem Recherchieren zu dem Begriff " Krawumme " zu dem Ergebnis, dass eine " Krawumme " wohl dieses sein könnte:

sie bauten eine grosse krawumme auf.
und platzierten sie von dem dulpenpalast.
als der hukadonderball morgens aus dem dulpenpalast kam.
um krummwummenblumen zu pflücken.
schoss die krawumme los. "

- Zitatende - aus: a.a.O.

 Also die " Krawumme " ist ein großes Geschütz, eine Riesenkanone, ein Monster - Kriegsgerät.  Wenn es demnach eine dicke Kanone sein kann, dann hat diese also einen dicken Bauch , um ein Geschoss, eine Kanonenkugel einzubringen, die dann abgeschossen wird, um zu Zerstören und den Feind zu vernichten. Eine " Krawumme " hat damit eine zerstörerische Kraft, wenn sie genutzt wird.
Ich behaupte deshalb, dass eine Frau in Form einer " Krawumme " auch eine derartige Wirkung entfalten kann. Dann nämlich, wenn jene Fast - Food - Monster, wie sie auf dem Bild zu sehen sind, dem Musik - Ästheten für immer die Illusion rauben, dass die 1990er bis 2010er Jahre auch ohne diese " Krawummen " auf den Festivals ausgekommen, hätte es nur Veganer gegeben und nicht nur Fleisch, Fett und Zucker fressende Fleischberge.

" Krawumm "!!!!

In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit " Weltraumstaunen " und " Kraut " - 1998:



Donnerstag, 20. Juli 2017

We kome van Blanes - Espagne!



Das jetzige Sommerwetter ist alles andere als gesundheitsfreundlich. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit fühlen sich die Glieder wie Blei an. Ohne sich großartig zu bewegen, kommt der normale Michel bereits ins Schwitzen. Was sollen aber da erst die Griechen sagen, bei denen Temperaturen von 45° C gemessenen wurden. In Kroatien war es ähnlich, denn in der Region um Split, also in Dalmatien, wütete aufgrund der enormen Hitze tagelang eine Feuersbrunst. Auch in Ungarn, Italien und großen Teile der Türkei wurde die 40 Grad - Marke überschritten.

Da steht Spanien somit nicht alleine da. Hier konnten die Juli - Temperaturen zumeist 30 ° C bis 35 ° C und in vielen Regionen eben auch 40 ° C bis sogar 45 ° C erreichen.
Wer jetzt an den spanischen Küstenbadeorten in der Sonne brät und das Meer nicht nur aus der Bar oder vom Balkon aus betrachtet, der wird binnen einige Tage knackig braun.

Das war auch während meines bisher einzigen Spanien - Urlaubs mit dem PKW vom 12. - 26. Juli 1975 so. In diesen 2 Wochen war es an der Costa Brava  und in L´ Éstartit heiß. Das Thermometer kletterte ständig über 30 ° C , womit wir unsere Aktivitäten in die Abendstunden und die Nacht verlegten.

http://lobster53.blogspot.de/2014/05/wo-liegt-eigentlich-lestartit.html

Bei unserer Abfahrt war dieses indes nicht möglich. Als wir gegen Mittag unsere Schlüssel bei der Appartementverwaltung abgaben, waren erneut mehr als 30 Grad im Schatten. Nein, das Autofahren machte dabei keinen großen Spaß. Dennoch fuhren wir in Richtung des Grenzübergangs La Jonquuera / Figueres nach Frankreich. Der einstige Kontrollpunkt bestand aus einigen Holzbretterbuden, denn das arme Spanien, dass zudem durch den faschistoiden Diktator Franco geknechtet wurde, konnte sich keine großartigen Bauten dort leisten. Die Polizisten kontrollierten nicht einmal die Ausweise, sondern wir wurden sofort durchgewunken. Auch auf der französischen Seite war es so. Allerdings kostete die Autobahnnutzung sofort Maut. Es mussten vielleicht um 100 Franc gewesen sein, die der Mann in seinem Kassenhäuschen von uns abknöpfte.

Danach ging es weiter über Perpignan, Montpellier und Nimes auf der E 15 in Richtung Lyon. Auf den Autobahnen A 7 und A6 fuhren wir an Lyon vorbei in Richtung Dijon  und Besancon. Auf einem Rastplatz hielten wir und tranken eine kalte Cola. Während wir uns ein wenig erholten, konnten wir beobachten, wie eine Mann an seinem schon betagten roten Fiat 500 herum schraubte. Die Konservendose sprang nicht mehr an. Wir boten ihm an, ihn an zuschieben. Trotz mehrfacher Versuche funktionierte es jedoch nicht. Das italienische Marzipanei, schon erheblich verrostet, wollte nicht mehr. Der Fiat 500 streikte. Wütend knallte der Italiener die Autotür zu, verpasste seinem Schrotthaufen noch einen Fußtritt und verschwand in der Dunkelheit.

Später traf auch ein holländisches Pärchen mit ihrem Citroen Dyane, der ebenfalls reichlich verstaubt, uns vor vielen Kilometern überholt hatte. Und auf dessen Heckscheibe dieses zu lesen stand:
" We kome van Blanes - Espagne! "

Mein Schulkollege aus Wilhelmshaven echauffierte sich über diesen Gag. Er fand ihn beschissen, ja sogar oberspießig und blöd. Und - obwohl es jüngeren Holländer waren - mussten sie auf der Rallye der fahrenden Schrotthaufen noch ein I - Tüpfelchen hinauf setzen, als sie sogar angaben, wo sie ihren Urlaub verbracht hatten.
Nun,ja, die Spießigkeit war bereits in den 1970er Jahren weit verbreitet. Vor allem auch bei Autofahrern und Besitzern verschiedener Blechhaufen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ganz im Gegenteil, die Verblödung ist größer geworden, was beispielsweise an den personifizierten Kennzeichen zu erkennen ist.
Sprüche oder Aufkleber sind aber nicht mehr en vogue. Dafür individualisierte Nummernschilder.

In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit:

" Faust " " It´s A Rany Day ( Sunshine Girl ) - 1972:








Mittwoch, 19. Juli 2017

Was ist denn " Nutella " - Rassismus?



Der italienische Lebensmittelhersteller " Ferrero " aus der Stadt Alba ist nicht nur ein global agierender Konzern, sondern zudem nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht die Profitmaximierung voran zu treiben. Eine Reihe von Skandalen, so auch die CDU - Parteispendenaffäre in Hessen, wo der Multi sein Stammwerk unterhält, ramponierten den Ruf des Giganten, der mehr als 90 Milliarden Euro jährlich Umsatz, doch arg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ferrero_(Unternehmen)

Zudem kam vor beinahe 4 Jahren die heftige Kritik zu einem " Ferrero " - Werbespot, der als rassistische eingestuft wurde.


http://www.stern.de/wirtschaft/news/rassismus-vorwurf-gegen-werbe-spot-ferrero-bekommt-eins-auf-die-nuss-3909666.html

Insgesamt keine Ruhmesblätter, die sich die Italiener aus der Piemont - Region ans Revers heften könnten.

Doch dem Konsum der kalorienhaltigen Produkte aus dem Hause " Ferrero " tat dieses alles bislang keinen großen Abbruch. Bei Kindern, Jugendlichen, aber auch vielen Erwachsenen werden die italienischen Kreation, allen voran " Nutella " gekauft, als gäbe es in ihnen keinen großen Zuckeranteil. " Nutella ", der ultimative Brotaufstrich, seit dem es keine selbst gemachte Marmelade mehr auf den Frühstückstisch gibt, boomt nach wie vor.

So auch in den östlichen EU - Mitgliedsländern, die sich, dem dortigen Konsumverhalten zur Folge, nun auch noch u.a. durch diesen Konzern benachteiligt sehen.
In den Ländern der östlichen Hemisphäre, den als Visegrad - Staaten geltenden EU - Mitgliedern. Ungarn, Polen. Slowakei und Tschechien sollen Proben verschiedener Hersteller krasse Unterschiede im Hinblick auf  die Zusammensetzung, die Qualität der Produkte, die Menge und den Preis, im Vergleich zu anderen Ländern ergeben haben.

http://www.jumpradio.de/thema/nutella-qualitaet-100.html

Dieser Vorwurf ist nicht allzu neu. Bereits zu Beginn des Jahres wurden ähnliche Behauptungen einiger osteuropäischer EU - Staaten veröffentlicht. Dann verschwand diese " Medien - Sau " wieder in ihren Stall.
Nun, zur Nachrichten flauen Zeit, kommt sie aus ihrer Unterkunft wieder heraus und wird erneut durch die Pampa getrieben.

Doch das Untier, dass dann auch noch " Lebensmittel - Rassismus " oder konterkariert " Nutella - Rassismus " tituliert wurde, ist eher ein abgemagerter alter Zosse, denn ein wohl genährtes Industrieschwein.
Was der reine, markt - orientiert handelnde Konzern aus Italien oder auch andere Lebensmittelhersteller mit Rassismus zu tun haben sollen, ist völlig schleierhaft. Hier wird ein Popanz aufgebaut. Es sind die Staaten der EU selbst, die dieses Verkaufsverhalten fördern. Gäbe es eine klare Regelung in Bezug auf die Standardmengen einer jeden Verkaufseinheit, wären solche Mauscheleien nicht möglich. Doch die EU und ihre Wirtschaftspolitik praktiziert seit Jahren einen Neoliberalismus, der solchen offenkundigen Schmus fördert und ermöglicht.

Was aber Rassismus in der Lebensmittelindustrie zu suchen haben soll, vermag selbst der Verfechter eines staatlich kontrollierten Lebensmittelmarktes wahrlich nicht erkennen. Da wird aus der Mücke ein Elefant gemacht und mit dem Diskriminierungsbegriff herum handiert, obwohl dieser wohl eher in Bezug auf die Flüchtlingspolitik dieser, angeblich so geprellten Länder, angebracht wäre.

" Nutella - Rassismus "? Wohl eher braunes Gewäsch vieler Nationalisten in diesen Ländern. Oder, anders ausgedrückt: Den Teufel in Gestalt der freinen Marktwirtschaft werde ich nun nicht mehr los!

Gut´s Nächtle mit:

" Ad Infinitum " und " Waterline " 1998:






Bad Eilsen - Neßmersiel - Baltrum und zurück


Als ich am 2. Januar 1974 die mausgraue Arbeitskleidung, den kleinen Dienstanzug und die oliv - grüne Kampfkleidung nebst Stahlhelm und G 3 mit einem mausgrauen Kittel eingetauscht hatte, war für mich sonnenklar, dass ich den erstgenannten Plunder  nie wieder, noch den Verkäuferkittel für längere Zeit anziehen wieder werde.

Am 16. April 1974 begab ich mich deshalb in das Abenteuer Abitur über den 2. Bildungsweg. Dieses begann mit dem Besuch der Klasse 10 als Berufsaufbauschule in Stadthagen. Die Abschlussprüfungen sollten später im März zum Erlangen der Fachschulreife erfolgen. Daran schloss sich die Klasse 12 als Fachoberschule an. Wer - so wie ich - eine dreijährige Berufsausbildung vorweisen konnte - bekam die 11. Klasse anerkannt. Eine Ochsentour, denn binnen zwei Jahren sollte der Abschluss zum Besuch eines Fachhochstudiums befähigen sollte. Zu den großen Reformen der Sozialliberalen Koalition bei Brandt / Scheel und später Schmidt / Genscher zählten auch jene, mit denen versucht wurde, das völlig verkrustete, dreigliedrige Schulsystem der BRD aufzuweichen. Ein mühseliges Unterfangen, denn in den Bildungsministerien der Länder, die nach dem westdeutschen Grundgesetz hier die Regelungshoheit haben, gab es eine Unzahl von schwarzen, reaktionären Dogmatikern, die das alte System immer noch als Segen bürgerlich ausgeprägter Bildung bewerteten und den Reformplänen mehr als skeptisch gegenüber traten; diese häufig sogar unterliefen.

Deshalb richtete die niedersächsische Landesregierung, obwohl mit einem sozialdemokratischen Kultusminister, der eher zu den so genannten Reformern zählte, lediglich einige, wenige Schulen für die 2. Bildungsweg ein. Peter von Oertzen ( SPD ) wollte wohl damit den Druck, den die CDU und ihre konservativen Betonköpfe auch auf sein Ressort ausübten, um weitergehende Reformen zu verhindern, nehmen.

Finanziell wurden die Einrichtungen des 2. Bildungswegs über das Bundesausbildungsförderungsgesetz ( BaföG ) abgefedert. Damit sollte es möglich sein, auch weniger betuchten Familien ,das waren überwiegend Arbeiter und gering qualifizierte Angestellte ( die es einst noch massenhaft gab ), einen Zuschuss für den Versuch, den Kindern ( die es ebenfalls in rauen Mengen gab ) zu einer höheren Ausbildung zu verhelfen.
Gut, ja, gut, ich sach´ma´: Wer - so wie ich - aus einem Geld orientierten Elternhaus stammt, dem nützte das BaföG nur bedingt, um sich die eigenen Wünsche neben der Schulausbildung zu erfüllen oder besser: Um diese wenigstens teilweise zu verwirklichen.
So erhielt ich von den 310 Deutsche Mark als BaföG - Zahlungen, die monatlich auf das Konto meiner Eltern / Mutter flossen, immerhin noch 150 DM in die Hand gedrückt, die ich mir zurücklegte und davon meinen roten R 4 unterhielt. Da ich jedoch in der überaus glücklichen Lage war, während meiner Dienstzeit beim Bund einen durchaus nennenswerten Betrag auf mein Volksbank - Sparbuch zurücklegen zu können, hob ich nach Bedarf, den einen oder anderen Betrag für Autoreparaturen, Autosteuern, Versicherungen und natürlich für Plattenkäufe in Hannover´s LP - Läden ab.

So auch im Herbst 1974 für die Fahrt nach Neßmersiel, um von dort aus eine Bekannte auf der Insel Baltrum zu besuchen. Wir hatten uns zuvor auf einem der vielen Musikveranstaltungen, die es in der Tat auch schon auf dem platten Lande gab, kennengelernt. Sie hatte die Realschule besucht und anschließend eine Banklehre absolviert. Das hielt B. nicht davon ab, die Brocken dort irgendwann hinzuwerfen und in den Jahren danach diverse Jobs anzutreten, die sie nach höchstens einem Jahr wieder schmiss. Jetzt arbeitete sie bei der Sparkasse auf der ostfriesischen Insel Baltrum. Nach den Sommerferien, wenn die Urlaubermeute wieder abgezogen war, wollte ich sie besuchen. Eigentlich an einem Wochenende. Wegen der Entfernung und der nur zwei Mal pro Tag pendelnden Fähre, verschob ich den Besuch dann auf die Herbstferien.

Die begannen am 30. September und endeten am 12 Oktober 1974. Ich suchte mir aus einem Straßenatlas eine Karte heraus und schrieb mir die Dörfer, Orte und Städte, die ich auf meiner mehr als 6 Stunden - Odyssee quer durch den nordwestdeutschen Raum Niedersachsens durchfahren würde. Am 2. Oktober packte ich meine blaue Reisetasche, schmierte mir zwei, drei Stullen, legte einen Apfel in den Beutel, kontrollierte meinen " Drum " Tabakvorrat, schaute in mein Portemonnaie und fuhr auf der B 65 in Richtung Bückeburg. Dort durch die Stadt nach Minden. Hier tanke ich an einer damals hinter der Klus liegenden Freien Tankstelle den R4 voll und überquerte die Weserbrücke in Minden, um nach Diepenau, Rahden bis zum längsten Dorf in Westdeutschland, nämlich Wagenfeld zu gelangen. Dort ging es über Wetschen, Drebber, Barnstorf, Drentwede nach Twistringen.

In Twistringen bog ich in Fahrtrichtung Bekeln, Harpstedt, Prinzhöfte ab und gelangte von dort bis nach Ganderkesee, wo ich auf die zweispurig ausgebaute Bundesstraße B 75 bis Oldenburg fuhr. Dort ging es weiter in Richtung Wiefelstede. durch Spohle, Neuenburg nach Ostfriesland. Ich durchfuhr die Orte Marx, Strudden, Friedeburg, Reepsholt, Leerhafe und kam in die Stadt Wittmund.
Dort bog ich nach Esens, Dornum und Holtgest ab. Es folgte mein Zielort Neßmersiel.

Nach etwa 240 Kilometern und beinahe 5 Stunden Fahrtzeit stellte ich den R4 auf eine, als Parkplatz umfunktionierte, eingezäunte Wiese ab. Der bewachte Abstellplatz besaß ein Holzhäuschen in dem ein Parkwächter mir eine Parkkarte verpasste. Er gab mir gleich den Hinweis, diese ja nicht zu verlieren, sonst würde es pauschal 100 DM kosten. Auf der Tafel standen zudem gleich die Gebühren. Bis 7 Tage kassierte der Bauer einen Tagespreis von 5 DM. Darüber hinaus - wie Autofahrer freundlich - nur 4 DM pro Tag. Ich schloss den französischen Gartenstuhl ab und ging über den Deich in Richtung Fährhafen. Die einstige Fähre tuckerte bereits in den Anlieger hinein. Einige Menschen verließen das Boot. Dann wurden Waren, Fahrräder und sonstige Gerätschaften eingeladen, ehe die Passagiere einchecken durften. Natürlich nicht ohne den Fahrpreis von fast 10 DM pro Fahrt zu begleichen. Hierzu kassierte ein Mann von jedem Fahrgast den Betrag in bar ab.

Dann tuckerte die Nußschale irgendwann los. Die See war zum Glück relativ ruhig. Damit benötigte das Boot zirka eine Dreiviertelstunde.
Nach dem Einlaufen am Inselhafen erwartete mich meine Bekannt B. dort und führte mich zu ihrem Quartier, dass in einem Gebäude der dortigen Sparkasse lag.

Die Insel ist eher überschaubar. Mit ihren 6,2 Km² wird sie als die kleinste der bewohnbaren Ostfriesischen Inseln geführt. Auf ihr leben derzeit 610 Einwohner.
Auf der Insel existiert ein absolutes Verbot für PKW und andere motorisierte Fahrzeuge; womit Baltrum als weitestgehend autofrei gilt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Baltrum

Die Besuchstage vergingen schnell. Obwohl das Kulturleben auf der Insel einst zur Herbstzeit gen Null tendierte, verbrachte ich die Tage mit langen Strandspaziergängen; Lesen und Fernsehglotzen sowie Fotografieren und netten Gesprächen über Rockmusik. Aufgrund der eher seltenen und auch seltsamen Vor - und auch Nachnamen vieler Insulaner, die Onno, Enno oder Tasso oder Tammen, Onnen, Lüppen und auch Bengen hießen, amüsierte ich mich köstlich, als B. von jenen Menschen erzählte, die nahezu täglich in die Sparkassen - Filiale kamen.

Acht Tage später fuhr ich mit der Fähre zurück. Am Parkplatz angekommen musste ich erst die 32 DM an den dortigen Wächter bezahlen, ehe dieser die Schranke zur Ein - und Ausfahrt hoch drehte. Zuvor aber erlebte ich eine schöne Überraschung. Aufgrund der tagelangen, intensiven Regenfälle hatte sich knöchelhoch Wasser auf dem Bodenblech des Renault gesammelt. So nahm ich eine Decke, die auf der Rückbank lag, saugte das Wasser damit zum Größenteil  auf  und fuhr in Richtung Bad Eilsen zurück. Trotzdem bekam ich nicht nur nasse Turnschuhe, sondern zudem beschlugen bei der Fahrt sämtliche Scheiben, weil das Gebläse die Feuchtigkeit nicht aus dem Innenraum der französischen Konservendose austrocknen konnte. Der Parkwächter grinste sich Einen, als er mich am Auto herum werkeln sah. Er kannte aus Einheimischer nicht nur das Schietwetter im Herbst, sondern wohl auch das damit verbundene Problem einiger Autos.

Während der fast fünfstündig Rückfahrt von Neßmersiel nach Bad Eilsen wurde mir natürlich auch klar, dass ich die Insel Baltrum allenfalls im Fernsehen  wieder sehen würde, weil B. sich für nächsten Job bei einer Bank in Zürich beworben hatte. Immerhin konnte ich mehr als eine Woche Seeluft einatmen. Und Regen gab es zudem nur in Neßmersiel und auch danach.

https://de.wikipedia.org/wiki/Neßmersiel

" Last Day Of May " mit " Sand, Sea & Space " - 1997:




Dienstag, 18. Juli 2017

Der Feigenkaktus blüht



Wenn es jetzt ab 21.30 Uhr dämmerig wird, hat der Sommer bereits ein Drittel seiner Zeit abgegeben und damit auch knapp eine halbe Stunde Tageslicht. Die Ferien sind in ganz Europa in vollem Gange. Und während die Massen zu den südlichen Gebieten strömen, verabschiedet sich so mancher Nordlandreisende von seiner Vorstellung, die nicht untergehende Sonne am Horizont vom Nordkapp aus sehen zu können. Dazu müsste er in 11 Monaten die mehr als 3.000 Kilometer anreisen, um dieses Schauspiel erleben zu dürfen.

Aber im Süden steppt nach wie vor der Bär. Und in Kroatien und Bosnien - Herzegowina  wütet das Feuer. In Spanien werden Temperaturen von über 40 Grad Celsius verzeichnet. Allesamt sind es Ereignisse, die der Natur liebende Urlauber nicht wünscht.

Da erinnere ich mich gerne an die Woche auf der italienischen Inseln Sardinien, die zwar auch sehr warm war, aber von überfüllten Stränden und Feuersbrünsten war weit und breit nichts zu sehen. Dafür blühten überall die riesigen Feigenblattkakteen.

Einige Miniaturausgaben dieser über 2 Meter und höher wuchernden Stachelgewächse stehen auch in unserem Garten. Zwerge, wenn ich die Monstren in der Nähe von Olbia dagegen betrachte.


Doch unsere Garten - Kakteen haben auch einen gewissen Reiz. Schließlich kämpfen sie im Winter gegen Frost, Eis und Schnee. Weshalb ich die schweren Kolosse immer in den Keller wuchten muss.
Dafür danken sie uns jetzt mit - heute gezählten - 21 (! ) Blüten. wovon zwei bereits aufgegangen sind.

Da sage doch noch ein Urlauber, dass es im eigenen Garten zur Sommerszeit nicht auch schön sein kann. Und ein mediterranes Flair stellt sich bei über 30 Grad im Schatten ganz von selbst ein.

Es lebe der Sommer 2018, so ein Sommer, wie schon öfters war.

Gut´s Nächtle mit:

" Jane " und " Daytime " , Album: " Together " - 1971:










Ist Themar ein Thema?



Am vergangenen Wochenende trafen sich geschätzte 6.000 - überwiegend junge - Menschen in dem Ort Themar, um ihre reichlich vorhandene Freizeit zu gestalten. Das die Mehrheit der sich auf einer Wiese außerhalb des - ansonsten stillen - Örtchens in Südthüringen ( https://de.wikipedia.org/wiki/Themar ) in schwarzer Einheitskleidung, mit tätowierten Körperteilen und haarlosen Kopf, sich zu einem " Rechtsrockkonzert " versammelten, wäre nahezu ohne große Aufmerksamkeit geblieben. Hätte, ja, hätten sich die Medien nicht dieses Themas angenommen.

http://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/ermittlungen-nach-neonazi-konzert-themar-100.html

Wen interessiert es eigentlich, dass überwiegend junge glanzköpfige Männer, die sich - soweit in Deutschland lebend - den Besuch des Fitness - Studios zum Zwecke der Muskelaturvergrößerung bei gleichzeitiger Hirnwasserabsenkung auch noch über HARTZ IV von diesem, ach, so schlimmen, weil undeutschen, Staat finanzieren lassen, lasse ich hier einmal dahingestellt.
Und auch der hundertfach gezeigte - immer noch verbotenen - Deutsche Gruß ist eher eine unangenehme Begleiterscheinung und dem übermäßigen Alkoholgenuss zuzuschreiben.

Warum also, wurde das organisierte Treffen der geistigen Amöben und selbst ernannten Braunen, doch ein Thema in Themar? Wohl, weil das mediale, das Nachrichten - Sommerloch, keine interessanteren Themen hergab?

Am Montag nach dem Krach - Sauf - und Grölfest berichteten die Medien nicht mehr über die Veranstaltung. Warum auch? Schließlich verlief das Treffen der vermeintlich wahren Deutschen und rechten Ausländern ohne große Zwischenfälle. Schön friedlich und nicht so, wie eine Woche zuvor in Hamburg. Deshalb gab es in den Kommentarspalten des MDR durchaus die großen Versteher zum Anliegen der schwarzen Männer in Themar. Was soll daran so schlecht gewesen sein? Die angeblichen Linken in Hamburg waren nur Kriminelle, doch diese Männer sind rechts und Deutsche.

Themar wird deshalb kein Thema mehr sein, wenn im September  " Mutti " Merkel für vier weitere Jahre die Richtlinie der Politik bestimmt und sich mit der Rauten - Geste sagt: " Der olle Fritz hatte es ja auch richtig gemacht, weil er behauptete, dass jeder Untertan in seinem preußischen Staat, nach seiner Fasson selig werden soll. "

 

Montag, 17. Juli 2017

Für Daheimgebliebene


Als ich am Samstagmorgen meinen Lieblingssender aus alten Tagen, Radio Bremen Eins, wieder einmal über das Internetradio einstellte, kredenzte dieser, neben den wohl bekannten, softigeren Oldies aus den 50er bis 90er Jahren, jede Menge Verkehrsnachrichten. Auf der A1, der A 7 und der A 29, der A 28 oder der A 31, dem so genannten ( Ost )friesenspieß, staute sich der Verkehrs auf 8 bis 20 Kilometern Länge. Was war da denn los?



Ganz einfach: Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein - Westfalen hatte am Freitag , den 14. Juli 2017, den letzten Schultag und ab heute eben Ferienbeginn. Da rollte eine Blechlawine von Münster über Osnabrück in Richtung Norden, zur Nordsee und von Dortmund über Bielefeld und Hannover über die BAB 7 in Richtung Hamburg zur Ostsee. Hunderttausende waren jenem Samstag wohl  zu ihren gebuchten Quartieren unterwegs und produzierten  ein Gesamtstau von beinahe 200 Kilometern. Jedes Jahr die gleiche Sch...?

Auch in Sachsen sind noch Ferien. Die Straßen zeigen sich sichtbar leerer. Da gibt es jetzt sogar Parkplätze, die in einigen Tagen und spätestens zum Schulanfang wieder dauerbesetzt sein werden. Dennoch absolvierte ich meinen heutigen Gang zum Bargeldautomaten per pedes. Das Wetter zeigte sich nämlich mit knapp 17 Grad dazu sehr freundlich. Zudem war es ein Beitrag gegen die vermeintliche Feinstaubbelastung durch Dieses - Fahrzeuge aller Art.

So bewegte ich mich gemütlichen Schrittes in Richtung Kesselsdorfer Straße. Bereits an der Dölzschner Straße vernahm ich Kinderstimmen. Auf dem Außengeländer der dortigen Kindertagesstätte sprangen und liefen eine Vielzahl der - vielleicht - künftigen Rentenbeitragszahler herum. Auch einige Betreuer konnte ich sehen. Da die Kita ausgebaut wird, schlenderte ich entspannt an der Baustelle vorbei. Es wurde doch tatsächlich dort wieder gearbeitet. Vor knapp einem Vierteljahr stand die Baustelle still. Möglicherweise gab es Ärger wegen der vormals ausgeführten Bauarbeiten?

Über die Clara - Zetkin - Straße bog ich danach in die Bünaustraße ein. An dem verfallenen Hausgrundstück Nummer 42 tut sich seit Jahren nichts mehr. Keinerlei Bauarbeiten, Entrümpelungsarbeiten oder Abbrucharbeiten - einfach nichts. Es kann sein, dass den neuen Eigentümern das Geld fehlt.

So setzte ich den Weg auf der gegenüberliegenden Straßenseite fort. Die Gehsteige sehen hier auch seit vielen Jahren gleich aus. Eine einzige Flickschusterei. Auch da scheint nicht genügend Geld vorhanden zu sein, weil die Damen und Herren Politiker die Moneten in die lukrativeren Innenstadtteile verpulvern, damit sich die " Touris " wohl fühlen.
Doch gebaut wird schon. Und zwar an zwei Stellen. Dort, wo die Stadt eine Grundschule hingepflanzt hat, ein weiterer Kinderhort besteht, kreisen seit Monaten die Kräne und es lärmen ab und an die Baumaschinen. Auf dem jetzt sichtbaren Gebäudekomplexen erkannte ich Bauarbeiter.

Na, also, geht doch!

Da Dresden von sämtlichen bundesdeutschen Großstädten die höchste Geburtenrate aufweist, muss die Politik handeln. Es werden mehr Hort - und Schulplätze geschaffen, damit unser lieber Nachwuchs nicht unversorgt und unbeschult bleibt. Schließlich soll sich daraus ja die weitere Generation Steuerzahler, Rentenbeitragszahler und auch Wähler rekrutieren.

Und, mal ganz ehrlich: Was wäre ein Land ohne Kinder, eine Gesellschaft ohne Nachwuchs und ein Staat ohne abzumelkende Steuerpflichtige? Nichts!

Auch auf dem Gelände des Horts vernahm ich Kinderstimmen, erkannte spielenden Nachwuchs und sah, wie einige Erzieherinnen sich auf den Bänken breit gemacht hatten. Es sind zwar immer noch Sommerferien im Freistaat, aber nicht jede Familie, jede/r Alleinerziehende kann sich einen Urlaub außerhalb und innerhalb des attraktiven Freistaats Sachsen leisten. Da müssen die Kleinen dennoch betreut werden. Weshalb die Kitas und Horte nicht einfach ihre Türen schließen dürfen. So ist das eben auch: Wer kein Geld hat, bleibt dann lieber zuhause, so, wie ich, der zu Fuß geht, um an dem Geldautomaten ein paar Scheinchen zu ziehen.
Aber: Was jetzt noch nicht ist, kann noch werden. Da walte Hugo...! Und den angeblich auf den Darß gesehenen, wilden Wolf werde ich bestimmt auch im September beobachten können. Dann, wenn die lärmende Meute längst wieder in ihre Umgebung zurückgekehrt ist, die Blechlawinen nicht die Autobahnen verstopfen und die Preise für die Übernachtungen und kulinarischen Köstlichkeiten an dem schönsten Meeresabschnitt in Deutschland in erschwinglichen Bereichen liegen.

Für Daheimgeblieben bleibt also jetzt die Zeit, innerhalb derer auch nicht so voll gepferchte Straßen und auch Geschäfte, den einen oder anderen Blick für viele Nebensachen im Leben zulassen.

Daheimgeblieben, eben!

Daliah Lavi und die wunderbar adaptierte Neil Diamond - Schmonzette " Sung Son Blue " - 1972:








Hach, schöööööööööööönes Lied einer noch schöneren Musikerin!





Sonntag, 16. Juli 2017

Griller



Bevor es erneut richtig heiß werden soll ( angeblich ab Mittwoch ), entschlossen wir uns, davor , um uns eben jetzt schon so richtig warm zu machen, den Holzkohlegrill auf der Terrasse anzuzünden. Wer den vielen Diät - Scharlatanen und sonstigen Miesmachern glaubt, ist Grillfleisch, sind Würstchen und andere gegrillte Köstlichkeiten, ein absoluter Dickmacher. Jenseits dieser - von Berufs wegen - geäußerten Bedenken der angeblichen Experten, steht allerdings fest, wer in Maßen isst und genießt, muss sich nicht sorgen, irgendwann einmal von vier Krankenpflegern und Schwestern von einem Bett auf die Bahre und umgekehrt, von der Krankenbahre in das Bett gehievt werden zu müssen, weil das Kampfgewicht bereits die 150 Kilo - Marke überschritten hat.


Deshalb legte ich auf den Holzkohlegrill eben nur fünf Würstchen, von denen wir zweieinhalb Stück verzehrten und zwei Steaks, von denen ein Stück Fleisch übrig blieb. Keine Gefahr also, dass damit die Hüfte und der Bauch anschwellen könnten.

Dazu gab es ein Bierchen aus dem Kühlschrank.

Sieht doch lecker aus? Und, es macht garantiert nicht dick!

Dazu: " Mr. Quimby´s Beard " mit: " The Perplexity Of Infinity " - 2000 - Album: " The Definitive Unsolved Mysteries Of... ":




Samstag, 15. Juli 2017

Holzhacker Blues



Es regnete - schon wieder! Dieses Sommerwetter nervt! Es nervt deshalb, weil noch vor einigen Tagen die tropischen Nächte bei über 20 Grad Celsius den Schlaf zu einem Saunabesuch verkommen ließen. Jetzt aber kommt das Thermometer kaum an die 13 Grad - Marke heran. So langsam wird es auch in den aufgeheizten Räumen dafür wieder angenehm. Die offen gelassenen Türen führen zudem die frische Regenluft in die Zimmer.

Wäre der ständige Regen nicht vorhanden, dieses Wetter könnte die idealen Voraussetzungen für meine noch nicht beendete Baumfällaktion sein. Doch auch die bestellte Ersatzkette für die elektrische Kettensäge ist entgegen meiner Hoffnung heute nicht eingetroffen; geschweige denn, das gleichzeitig georderte Set mit dem Werkzeug zum Nachschärfen der verschlissenen Kette.

Also wurde es an diesem Samstag, den 15. Juli 2017, nichts mit den Holzarbeiten. Dennoch blieben wir von jenen lärmenden Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Holzverarbeitung nicht verschont.

Als die Sonne sich für vielleicht 2 Stündchen zeigte und der Himmel aufklarte, zog es uns in den Garten. Kaum hatten wir die Liegestühle aufgesucht, röhrte der Rasenmäher des Nachbarn visavis los. Der war am späten Freitagabend aus seinem einwöchigen Urlaub zurückgekehrt. So, wie einige andere, denen ich im Supermarkt zuvor zufällig begegnete, auch. Die hatten eine sichtbare Bräune, liefen deshalb demonstrativ in kurzen Hosen und Hemden ohne Socken in Sandalen herum und zeigten sich gut gelaunt.
Der Nachbar nebst Familie war eher blass. Er hatte wohl die volle Dröhnung des derzeitigen deutschen Sommerwetters erleiden müssen, denn er ist - wie bereits seit Jahren -  in den heimischen Gefilden geblieben.

Nun wollte er die heutigen Sonnenstrahlen genießen und sich, wie wir auch, in den Garten setzten. Doch daran hinderte ihn zunächst das kniehohe Gras, dass ein Sitzen auf dem Rasen nicht ermöglichte. Also musste er den Krawallmacher anstellen, um eine Fläche von vielleicht 50 m² zu mähen. Die Krawallschachtel dröhnte also los. Nach einer halben Minute wurde es wieder ruhig. Der Grasauffangkorb war voll. Er leerte diesen auf dem Kompost aus. Eine weitere Minute später warf er das Ding wieder an. Dieser Ablauf wiederholte sich gut ein Dutzend Mal, dann war endlich und kurzzeitig Ruhe.
Dafür jaulte aus dem Schrebergarten - Areal jetzt eine Kreissäge los. Über eine halbe Stunde malträtierte der Laubenpieper das Gerät. Dann war auch dort endlich Ruhe.

Aber nur bis 19.00 Uhr, denn dann begann der erste Nachbar Holz zu hacken. Das Gekloppe zog sich bis zu einer halben Stunde hin. Jetzt war es endlich wieder überall still.

Wir stellten uns die Frage, warum im Sommer nun unbedingt Holz gehackt werden müsse. Die Antwort lag eigentlich schon in dem gesamten Wohn - und Lebenskonzept der Familie mit vier Kindern selbst. Sie hat keine Struktur. Der Garten sieht aus, als habe dort ein LKW Sperrmüll abgelegt. Der kreative Teil der Restgrünanlage wird von Unkraut überwuchert und die ollen DDR - Asbest - Dachelemente mit dem Holzschuppenvorbau, sind auch nicht mehr das Gelbe  vom Ei.
Weil es jetzt während der Abwesenheit der Hausbewohner nicht gerade warm blieb, empfanden diese es gegen Abend in dem großen Wohnzimmer zu frisch und wollten wohl den Kamin anfeuern. Doch ohne Brennholz geht das schlecht. Deshalb musste welches besorgt werden. Jedoch zuvor klein gehackt. So war denn auch diese Frage letztendlich zu beantworten, warum ein Nachbar im Sommer in den frühen Abendstunden den Holzhacker - Blues verspürte und so richtig krachend los legte.

Man(n) lernt eben nie aus. Dazu gehört auch, dass Brennholz nicht vom Himmel fällt und sich selbst durch ein Stoss - oder Abendgebet zum Selbigen aus diesem fällt. So, wie der Heilige Geist auf die Menschheit herab. Oder, doch nicht?

Gut´s Nächtle mit:

" The Spacelords " und " Liquid Sun " - 2016:







Wo liegt eigentlich Koudekerke?


Die Affinität der Germanen in Gestalt des Bundesmichels zu dem benachbarten Volk der Niederländer, umgangssprachlich: " Holländer ", dabei weiter differenzierter feststellend: " Grachten - Kacker ", weniger beleidigend: " Kaskoppe ", ist unübersehbar.
Nicht nur viele sprachliche Abwandelungen des Niederländischen zu dem Norddeutschen Platt, mit seinen kehligen Vokalen, wie: " a, o, oder i " zu " aan,  ooch, ij " lassen Rückschlüsse einer gewissen Schwestern - oder Brüderschaft zu. Auch die Lebensweise, der kulturelle Hintergrund und das längst wieder eingekehrte provinzielle Denken, sind Indiz dafür, dass es ursprünglich einen bestimmten Zusammenhalt beider Nationen gegeben haben kann.

Nun, die Erzrivalität in der schönsten Nebensache der Welt, dem Fußball, lasse ich hierbei nur sehr eingeschränkt als Gegenargument mit einfließen. Ebenso die latent vorhandenen Minderwertigkeitskomplexe vieler niederländischer Touristen, wenn sie im Ausland auf bundesdeutsche Leidensgenossen treffen, die in einem Besucherland genauso wenig die dortige Sprache verstehen und mit Niederländisch eben keinen Deut weiterkommen, wie der der Nachbar mit seinem Deutsch. In dieser Einigkeit wird dann auch schnell die angeborene Rivalität beiseite gelegt.

Der profane Tourist aus dem jeweiligen Nachbarland besinnt sich, dass er ja eigentlich zur Erholung gekommen ist und nicht, um sich über den anderen Gleichgesinnten zu ärgern. Das ist allerdings im heimischen Terrain nicht immer der Fall. So mancher Niederländer, der in Deutschland die vielen Autobahnen nutzt, um möglichst schnell an sein Urlaubszielort zu gelangen, muss sich regelmäßig davon überzeugen lassen, dass die Freie Fahrt für Frie Bürger ständig seine Grenzen erreicht, wenn ein Blitzer oder eine mobile Polizeikontrolle durch Hinterherfahren und Messen, ihm die hart verdienten Euros wieder aus dem Portemonnaie zieht. Umgedreht ist es aber auch der Fall. Wobei in den Niederlanden die Bußgelder erheblich höher sind als hierzulande.

In Kenntnis dessen bewegte ich meine rollenden Untersätze auf den Straßen des flacher geratenen Nachbarlandes immer vorsichtig. Bereits bei den Fahrten in die niederländische Metropole Amsterdam, die ich erstmals ab den frühen 1970er Jahren vornahm, blieb mein Hauptaugenmerk darauf gerichtet, nur ja keinen Fehler während der Fahrten und beim Parken zu begehen; das hätte unweigerlich viel Geld gekostet.

So fuhr ich deshalb am vorletzten Wochenende im April 1984 gut auf die nächste Fahrt in die Niederlande vorbereitet, mit meinem blauen R4 von Bremen auf die A 1 in Richtung Osnabrück und von dort auf der A 30  bis Rheine zu gelangen. Dort nutzte ich den Grenzübergang nach Holland und fuhr in den Niederlanden auf der E 30 an Deventer, Apeldoorn vorbei auf die A 14 in Richtung Zwolle / Utrecht.

Es ging dann weiter auf der A 27 / E 311 in Richtung Breda / Rotterdam / Den Haag bis zur Abfahrt Waalwijk. Dort gelangte ich auf die A 59 in Richtung Roosendaal, um von dort über die Abfahrt Bergen op Zoom auf die N 288 nach Vlissingen zu gelangen. Dort führte mich die Nationalstraße weitere 2  Kilometer fahrend nach Koudekerke, dem Zielort. Nach mehr als 500 Kilometern und über 6 Stunden Fahrt, parkte ich den kleinen Franzosen vor dem Ferienhaus, das mein Bruder gemietet hatte. Es war eines dieser typischen Holzhäuser, deren Raumaufteilung nahezu identisch aussah. Dennoch konnte die niederländischen Eigentümer diese eher spartanischen Unterkünfte sehr gut an Touristen vermieten. Vor allem waren dieses Deutsche aus Nordrhein - Westfalen, die sich an der niederländischen See zuhauf aufhielten, um dort frische Luft zu atmen, die es in den einst verrusten, verqualmten und mit hohen Schadstoffbelastungen der Luft kämpfenden Großstädten des Ruhrgebiets nicht gab.



So hielt ich mich einige Tage in Koudekerke, dass damals zu der Gemeinde Valkenisse in der Provinz Zeeland. In dem Dorf leben zurzeit etwa 3.500 Einwohner. Wer außerhalb des Dorfes die Region erkundet, wird feststellen, dass die Haupterwerbsquellen der dort lebenden Menschen im Tourismus und der Landwirtschaft liegen.

Auffällig waren einst die riesigen Gewächshaus - Anlagen und bis zum Horizont verlaufende, schnurgerade Felder auf denen große Traktoren mit Tanks arbeiteten und Hektoliter weise Dünge - sowie Pflanzenschutzmittel ausbrachten. Die Niederlande waren zu jener Zeit noch ein Hauptlieferant westdeutscher Supermarktketten und Lebensmittelgeschäfte für Obst und Gemüse.

Da das Wetter im April zwar bereits angenehm, aber häufig regnerisch war, fuhren wir einige Male nach Middelburg, wo ich mit meinem Neffen in diverse Eisdielen ging. Koudekerke selbst ist her überschaubar. Und dennoch verzeichnet die Region rund um dieses Dorf jährlich beinahe 4 Millionen Übernachtungen. Deshalb ist es längst ratsam, seinen Urlaub - wenn möglich - außerhalb der Hauptsaison von Mitte Juni bis Mitte September zu legen. Dann sind lange Spaziergänge an den feinen Sandstränden ohne große Menschenansammlungen und Lärm eine wahre Erholung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Koudekerke

Ich besuchte den Ort ein Jahr später ein zweites Mal. Da mein Neffe zu dieser Zeit an dem " Pseudokrupp - Husten " litt, hatte mein Bruder erneut ein Wochenendhaus gemietet. Diese Erkrankung endete ein Jahr danach. Zudem zog mein Bruder nach Baden - Württemberg, wo er eine neue Arbeitsstelle annahm.

Sieben Jahre später, nämlich 1992, mietete ich selbst mit meiner Familie ein Ferienhaus in Koudekerke, Danach war meine Zeit in den Niederlanden vorbei. Eigentlich schade, denn die niederländische Küstenregion ist alle Male ein Aufenthalt wert. Aber, bitte nicht in der Hauptreise - und Ferienzeit des Sommers.






" Seedog " Expresso Brazil Part I " - 1974: