Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Freitag, 24. November 2017

Er fährt 6,3 Millionen Liter Diesel


Wenn ich in den frühen Morgenstunden bei einem leicht dampfenden Pott frisch gebrühten Kaffee, das Radio im Hintergrund vor sich her brummelnd und einen Stapel noch nicht gelesener " SPIEGEL " - Hefte vor mir liegend, die zweite Küchenlampe anknipse, bedeutet dieses, es ist Kreuzworträtsel - Zeit. Zwecks leichtem Gehirn - Jogging, habe ich mir ab und an ein veraltetes Rätselheft in einem Ramschladen an der Kesseldorfer Straße für - zumeist - unter einem bis maximal 1, 5 Euro gekauft, um zu überprüfen, ob ich auch noch immer weiß, was ich nicht wissen muss. Nun, so exotische Namen von Urtieren, Landstrichen außerhalb Europas oder historisch wichtige Personen, die sind mir dann doch zu viel. Da schaue ich alsbald in die hinteren Seiten der bald abgegriffenen Mini - Schwarte und schreibe die dort stehende Lösung ab.

Doch, bestimmte - immer wieder kehrende Begriffe -, wie " Fluss in Ägypten mit 3 -, eine dortige Pyramidenstadt mit 5 - sowie die Frage nach dem Kontinent, auf dem sich das Nilland befindet, mit 6 Buchstaben, gehen mir locker aus der Kugelschreibermine. Das Gleiche gilt für gestellte Aufgaben aus dem Bereich der Chemie, wenn nach Antworten, wie Gas, Ozon oder Luft gefragt wird.
Ganz zu schweigen von jenen Begriffen aus meiner Paradedisziplin, der schönsten Nebensache der Welt, dem Fußballsport. Wenn hier nach einem ehemaligen Nationalspieler mit 6 Buchstaben und dem Vornamen Uwe gefragt wird, kann die Antwort nur Seeler lauten. Wenn das Rätsel eine Abkürzung für Fußballklub verlangt, ist es der FC ( die denglische Variante ). Oder, wenn eine Abkürzung für einen italienischen Verein genannt werden möchte, muss es eben Inter heißen.
Bei einem bayrischen Fußballverein mit  6 Buchstaben weigerte ich mich zunächst, diesen in die Kästchen einzutragen,

Just in diesem Umfeld indes spielte sich ein obskures Stück aus dem Filz der bayrischen Provinz ab. Es ging - wie es auch dort immer der Fall ist - um Geld. Nicht um Milliarden, wie bei den Pleiten der Hypo Real Estate - Bank, der Alpen Adria - Bank oder der Kirch - Medien Gruppe, um Milliarden Euro, aber, immerhin um einige Millionen.

Die Kreuzworträtselfrage nach einer Kleinstadt bei München mit 9 Buchstaben könnte ich - guten Gewissens - ad hoc und ohne in den hinteren Seiten des Heftes nachzulesen, nicht beantworten.
Nun, Krailling muss keiner kennen, denn es liegt im Speckgürtel der bayrischen Landeshauptstadt. Dort, wo die Mieten noch gerade so erschwinglich sind, die Immobilienpreise aber bereits aus der Decke schießen und der Zuzug von Dauerfrustrierten, die zwar in der Millionenmetropole einen Arbeitsplatz bekommen haben, jedoch keine bezahlbare Wohnung, anhält. Dieses lässt sich an den steigenden Einwohnerzahlen erkennen.
 https://de.wikipedia.org/wiki/Krailling#Einwohnerentwicklung

Krailling ist mit seinen 7.666 Einwohnern zwar völlig unbedeutend, dazu tief schwarz bis unter die Fußnägel und gehört verwaltungstechnisch zum Landkreis Starnberg. Dorthin, wo an dem malerischen Starnberger See sich die Millionärs - Brut aus München und sonst wo her, ein oft opulentes Domizil drum herum errichten haben lassen, dass sie, soweit erlaubt, als Sommerresidenz nutzen oder sofern sie ihren steuerlichen Lebensmittelpunkt hier inne haben, durch unsinnige Rechtsmittelverfahren gegen den Fiskus, jene Zwangsabgaben versuchen zu umgehen.

In Krailling indes gab es noch vor kurzer Zeit ein Öltanklager. Dieses wurde von einer Firma, die der 2015 in die Insolvenz gegangenen " Victoria AG " gehört hat. Aus der Insolvenzmasse übernahm die " Krailling Oils Development " das Lager nebst einem 230 Ha großen Betriebsgelände. Dabei gab es - wie üblich, wenn es um Geld geht - einen zum Teil bizarren Rechtsstreit, in dem das Land Tschechien auch involviert war. Das verlangte nämlich die Herausgabe von 75 Millionen Liter Dieselkraftstoff aus jener Anlage in Krailling.
https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article140464359/Bizarrer-Oel-Streit-zwischen-Bayern-und-Tschechien.html

Nachdem sich der Insolvenzverwalter mit dem tschechischen, staatlichen Stellen über den Rücktransport des Kraftstoffs geeinigt hatten, begann eine Rücktransportaktion. Hierzu mussten zunächst die Gleise der Bahnstrecke nach Pilsen saniert werden. Zudem wurde die Rückführung des 75 Millionen - Liter - Vorrats sehr aufwendig, denn mit einem Zug von maximal zugelassenen 20 Kesselwagen der Bahn können lediglich 1, 3 Millionen Liter Diesel transportiert werden. Dieses bedeutet, dass 58 Güterzüge fahren müssen, um die Menge abzutransportieren.


http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.tanklager-in-krailling-wird-geleert-tschechien-holt-75-millionen-liter-diesel-zurueck.e0ed303a-5f1a-48f0-9e86-c0790de85b94.html

Das wird nun nur noch bedingt erforderlich sein, denn:

Aus einem Tanklager im bayerischen Krailling sind 6,3 Millionen Liter Diesel verschwunden, die zu den strategischen Reserven des tschechischen Staates gehören. Dies hat am Donnerstag der Chef der Staatlichen Materialverwaltung, Pavel Švagr, gegenüber dem Nachrichtenportal Lidovky.cz bestätigt. Den Gesamtwert bezifferte er auf 80 Millionen Kronen (3,1 Millionen Euro).
Am Donnerstag wurde der letzte Teil der Diesel-Reserven in einen Zug gepumpt und auf den Weg nach Tschechien geschickt. Insgesamt waren über 80 Millionen Liter Diesel in Deutschland eingelagert. Nach der Insolvenz des Tanklagerbetreibers und rechtlichen Streitigkeiten, beschloss Prag, den Kraftstoff zurückzuholen. "

 - Zitatende - aus: 




Da muss sich dem außenstehenden Betrachter doch glatt die Frage aufdrängen: " Wo sind die 6.300.000 Liter Dieselkraftstoff geblieben? "
Sie können sich wohl kaum auf wundersame Weise verflüchtigt haben. Sie können auch nicht in das Erdreich abgesickert sein, denn die Anlagen müssen  garantiert über elektronische Überwachungstechniken in Form von Leckmelder verfügen. Sie können auch kaum per Hand abgepumpt worden sein, ohne dass dieses aufgefallen wäre.

Also kann es nur möglich sein, dass ein Fehler bei der Befüllung der unterirdischen Tanks vorliegt. Oder, es ist während der sechs Jahre, in denen der Kraftstoff in Krailling lagerte, an dem Bestand manipuliert worden und die 6, 3 Millionen Liter Diesel sind sukzessive veräußert worden.

Dafür wird sich eventuell demnächst die zuständige Staatsanwaltschaft interessieren.
Aber: Wer benötigt 6,3 Millionen Liter Diesel.? Wer fährt 6,3 Millionen Liter Diesel aus dem bayrischen Krailling irgendwo hin?

Und so werde ich die Kreuzworträtselfragen:

- Land der Gauner, Ganoven, Betrüger mit 6 Buchstaben?

- Ort in diesem Land bei München mit 9 Buchstaben?

- Kraftstoff mit 6 Buchstaben?

glatt beantworten können. Aber: Ein Rätsel bleibt das Verschwinden von 6.300.000 Liter Diesel immer noch.




" Midnight Oil " - " Sometimes - Album: " Diesel & Dust " - 1987:





Donnerstag, 23. November 2017

BillSAFE oder: Billy ist nicht safe!



Wer regelmäßig über das Internet einige Einkäufe erledigt, weil die dort angebotenen Waren letztendlich günstiger sind als sie von den Händlern in den innerstädtischen Konsumtempeln angeboten werden können, kann dabei durch aus sein " Blaues Wunder " erleben. Nicht, dass die Artikel qualitativ schlechter sind, auch eine Abweichung von zugesicherten Eigenschaften, wie Größe, Gewicht, Farbgebung, dürfte eher nicht nur Grund für so manche Beschwerde sein. Nein, auch bei der Bezahlung und der Abwicklung dieses Vorganges kann es schon mal bei der Übersichtlichkeit und Seriosität hapern.

Wer zum Beispiel über das Online - Marktangebot bei " ebay " sich für eine Ware entschieden hat, sollte bei der weiteren Vorgehensweise im Dialogmodus mit dem Verkäufer darauf achten, dass er möglichst nicht mit dem Finanzdienstleister " BillSAFE " zu tun bekommt. Denn dann könnte ein  unangenehmes, weil nerviges Tete - a - Tete die Folge sein.

" BillSAFE " fungiert hier nämlich als Garant für den Verkäufer und mahnt sodann nach Ablauf von 14 Tagen den Käufer an, sollte dieser nicht den Kaufpreis binnen dieses Zeitrahmens an den Verkäufer entrichtet haben. Bleibt die aufgesetzte, kostenpflichtige, schriftliche Mahnung ohne Erfolg, schaltet " BillSAFE " als 100 % iges Tochterunternehmen von " PayPal " eines der vielen Inkassounternehmen ein. Dass sodann eine weitere, mit saftigen Gebühren behaftete, schriftlich Mahnung zusendet und eine Zahlungsfrist setzt. Bleibt diese Mahnung ebenfalls erfolglos, droht der Inkassodienst mit der Einleitung gerichtlicher Schritte.
Dieses wäre zunächst der gerichtliche Mahnbescheid. Wird diesem nicht binnen 2 Wochen schriftlich, nämlich mindestens durch Ausfüllen und Unterzeichnen des dem Mahnbescheids angebrachten " Widerspruchs ", entgegen getreten, kann der Auftraggeber einen Vollstreckungsbescheid bei dem insistierten Mahngericht beantragen und einen Gerichtsvollzieher auf den Weg schicken.

Spätestens dann in " Holland in Not " und der Gang zu einem Rechtsanwalt angeraten, sofern der Schuldner selbst nicht rechtskundig sein sollte. Wer dann innerhalb von 2 Wochen nach Zustellung des Vollstreckungsbescheids keinen schriftlichen " Einspruch " gegen diesen einreicht, muss sich in der Regel mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen auseinandersetzen.
Dieses können Sachpfändung, Gehaltspfändung oder Kontopfändung sein ( letztere ist besonders unappetitlich, weil die Bank nicht nur sämtliche Geschäftsverbindungen aus Eis legt, sondern möglicherweise das Konto kündigt ). Es folgen Negativeinträge bei der Kreditauskunfteien, wie der " SCHUFA " und ein Eintrag in das Öffentliche Schuldnerverzeichnis.

Deshalb gilt bei Online - Käufen mehr denn je: " Holzauge sei wachsam ".

Wer die beinahe den Tatbestand der Nötigung erfüllende Korrespondenz mit Inkasso - Haien vermeiden möchte, sollte sich vor dem Kauf von Artikel aus dem riesigen Sortiment von Online - Märkten darüber im Klaren sein, dass bestimmte Zahlungsmodi nicht unbedingt zu empfehlen sind. Dazu zählt leider auch das als Käufer freundliche, weil vermeintlich sichere, " PayPal " - Verfahren. Und hier auch der Rechnungskauf über die Finanzierungsvariante mit der Tochterfirma " BillSAFE ".

Das Netz ist deshalb sehr auskunftsfreudig, wenn ein Nutzer in eine Suchmaschine " PayPal ", " BillSAFE " und " Inkasso " eingibt.

Der Bundesgerichtshof ( BGH ) hat vor einigen Tagen zudem entschieden, dass ein Kaufpreisanspruch des Verkäufers gegenüber dem Käufer generell nicht erlischt, wenn der Käufer den Kaufpreis zuvor über den Bezahldienst " PayPal " entrichtet hat, jedoch behauptet, die Ware nicht erhalten zu haben oder diese zurücksendet, weil sie mit vermeintlichen ;Mängeln behaftet ist.


https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?cmsuri=/juris/de/nachrichten/zeigenachricht.jsp&feed=juna&wt_mc=rss.juna&nid=jnachr-JUNA171105787

Der BGH ordnet den Bezahldienst " PayPal " lediglich als Mittler zwischen Verkäufer und Käufer ein, der zwar nach seinen, von beiden Vertragsparteien konkludent vereinbarten Allgemeinen Geschäftsbedingungen, bei entsprechend, begründetem Auftrag, den von dem Käufer und " PayPal " - Kunden entrichteten Kaufpreis mittels Rücklastbuchung  belastete Konto wieder zurückzubuchen, doch mit dieser Rücklastbuchung erlischt keineswegs der Anspruch des Verkäufers auf Kaufpreiszahlung, denn er gegebenenfalls über den Gerichtsweg beanspruchen kann. 

https://www.billsafe.de/resources/docs/pdf/2012-07-23_TCs_Nutzer-AGB.pdf

Wer also als Verkäufer einen dieser Bezahldienste in Anspruch nimmt, muss nicht auf - seiner Auffassung nach - auf den Kaufpreis verzichten, sofern der Bezahldienst den Kaufpreis zurück bucht oder, wie es sich aus den obigen AGBs ergibt, der Kunde nicht ausdrücklich auf die mit dem eingegangenen Kaufvertrag konkludent eingewilligten Zahlungsmodalitäten durch den Käufer hingewiesen wird. Zahlt der Käufer nicht fristgerecht an " BillSAFE ", sondern direkt an den Verkäufer, wirkt diese Zahlung schuldbefreiend. Entrichtet der Kunde seinen Kaufpreis nicht innerhalb von 14 Tagen, ohne dass er in der Rechnung darauf hingewiesen wird, gilt die gesetzliche Frist von 4 Wochen nach dem Erhalt der Rechnung. Wird der Kunde darin nicht auf die Folgen einer verspäteten Zahlung hingewiesen, kann der Käufer keinen so genannten Verzugsschaden in Form von Inkasso - oder Rechtsverfolgungskosten sowie Verzugszinsen beanspruchen. Er muss den Käufer dazu mahnen und eine Zahlungsfrist setzen.

Weiterhin kann " BillSAFE " nicht im eigenen Namen eine Kaufpreisforderung gegenüber dem Käufer geltend machen, sofern keine wirksame schriftliche Abtretung des Betrages durch den Verkäufer erfolgt ist oder der Kunde zuvor sich ausdrücklich mit einer Zahlung an den Finanzdienstleister einverstanden erklärt hat.

" Electric Orange " - " Netto " - 2011:




Mittwoch, 22. November 2017

Rauscher, rausche ab!


Wenn ein Hochschullehrer öffentlich seine Meinung kund tut, dann muss dass nicht immer jene sein, die sich mit des Volkes herrschender deckt. So kann es deshalb vorkommen, dass ihm eine abwegige, publizierte Stellungnahme zu den Ereignissen auf diesem Globus, in dem entzweiten Europa und diesem, unserem Lande, alsbald um seine Lauscher geschlagen wird. Dann nämlich, wenn es sich um Meinungsäußerungen handelt, die an der Grenze der vom Grundgesetz geformten Meinungsfreiheit aus Artikel 5 Absatz 1 GG entlang schrammt.

Der Hochschullehrer Thomas Rauscher, einst FDP - Mitglied, schlug mit einigen " Tweets ", die er zu den völkisch - orientierten Bewegungen in Polen sowie der Frage, ob nationalistische Strömungen in Europa auch ihre vorteilhaften Seiten haben können, in der letzten Woche, dazu medial aufgeplustert, über den Zapfen.

Er behauptete hier folgendes:



"  Ich sehe die Gründe hingegen intern in Afrika und Arabien: Überbevölkerung, Korruption, Diktaturen, Nachlässigkeit, Stammes und Religionskriege. "

Rauscher ist seit 2013 kein FDPler mehr, sonst hätte die Partei die Einleitung eines Ausschlussverfahrens geprüft. Doch Rauscher ist seit 1993 Inhaber einer ordentlichen Professur für Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichungen und Bürgerliches Recht an der Juristischen Fakultät der Universität Leipzig.

https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Rauscher_(Jurist)

Inzwischen haben sich sein Arbeitgeber, seine oberste Dienstvorgesetzte, die Sächsische Ministerin Stange und auch die Universitätsleitung Leipzig von seinen öffentlichen Äußerungen distanziert. Ob dienstrechtliche Schritte gegen den C4 - Professor, der zudem noch Mitglied des Kreistags des Wahlkreises Rosenheim ist und eine Gastprofessur an der Universität Budapest erhalten hat, eingeleitet werden, steht noch nicht fest.


Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut; in der Systematik der Verfassung als Grundrecht, weit oben angesiedelt. Die einstigen Verantwortlichen, der Parlamentarische Rat, haben dieses aufgrund der Erfahrungen aus der nationalsozialistischen Diktatur so bestimmt. Die Grenzen der freien Meinungsäußerung werden aber gleichzeitig von anderen Gesetzen definiert.

Wenn Rauscher nun jene grenzwertigen " Tweets ", die er im übrigen zügig wieder gelöscht hat, über ein Soziales Medium in die Öffentlichkeit bringt, muss er sich zunächst fragen lassen, ob dabei die Gäule mit ihm durch gegangen sind.
Sollte er jedoch seine wahre Gesinnung unter dem Deckmantel einer Professur für Internationales Recht versteckt gehalten haben, so dürfte Rauscher an diesem Lehrauftrag nichts mehr zu suchen haben.

Die Gedanken sind frei! Ja, aber deshalb muss nicht jeder Müll den ein gut bezahltes Hirn unter Zuhilfenahme berauschender Getränke absondert, in die Öffentlichkeit gelangen.

Das sehen einige Stundenten in Leipzig auch so und fordern:
" Rauscher, rausch (e) ab! "

http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/studenten-demonstrieren-gegen-rassismus-und-professor-rauscher-100.html

Recht so, gegen rechte - rassistische Sprücheklopfer!


" Lift " von " Poets of the Fall " - Album: " Signs of Life " -    2005:



Dienstag, 21. November 2017

Baltrum ohne Geld?



Auf der kleinsten, der sieben Ostfriesischen Inseln, auf Baltrum, proben die 610 Einwohner den Aufstand. Mit Pappplakaten, einem beschriebenen, ausgemusterten Bettlaken und genügend Manpower, standen die Insulaner bei regnerischem Novemberwetter vor der Filiale der Sparkasse. Diese ist - noch - dem Sparkassenverband Aurich - Norden angegliedert.

Hier wurde vor nicht allzu langer Zeit entschieden, dass die Filiale zum 1. Dezember ihre Türen für immer schließen soll.

  https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Baltrum-Sparkasse-schliesst-am-1-Dezember,hallonds41478.html

Die Insulaner könnten zwar zu der örtlichen Filiale der Raiffeisen - Volksbank - Fresenea e.G., die im Haus Nr. 311 im Westdorf ansässig ist, doch die Baltrumer sind Ostfriesen und Ostfriesen können sehr stur sein. Die Sparkassen - Filiale im Haus 151 im Westdorf befindet sich in einem typischen Backsteinhaus. Die roten Klinker, aus denen die meisten der Gebäude auf der, nur 6, 5 Km² großen Insel, errichtete worden sind, leuchten in einem satten Farbton. Selbst dann noch, wenn ab Ende Oktober bis in den März hinein, das übliche Schietwetter die Tage trüb und grau macht.

Genauso ist die Stimmung der von der Bankschließung betroffenen Insulaner. Doch, wehe, wenn die Obrigkeit auf dem Festland gegen die Baltrumer regiert. Wenn die Inselbewohner sich schlecht behandelt fühlen. Oder, wenn es, wie hier um das liebe Geld geht. Dann werden die gemütlich - friedlichen Ostfriesen zu wilden Berserkern. Dann halten keine Deiche, keine Dämme mehr.

Nun muss aber dennoch die Sparkassen - Filiale endgültig schließen. Sie sei nicht kostendeckend. Sie würde somit defizitär geführt werden. Sie sei auch - vielleicht - nicht mehr zeitgemäß.

Wer bringt schon in der Ära der elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten sein Geld noch abends zur Bank? Wer führt noch ein Sparbuch, für das es seit vielen Jahren keine oder kaum noch Zinsen gibt? Wer holt sich von einer Bankfiliale noch Wechselgeld?
Nein, diese antiquierten Kundenwünsche und alten Verhaltensweisen im tagtäglichen Zahlungsverkehr, sie sind nicht mehr gefragt. Der Sparkassenverband im fernen Aurich, er setzt nur noch auf Modernität. Bargeld ist dabei mega out. Da können die Baltrumer machen, was sie wollen. Ihre Argumente sind so, als würde eine seichte Brise über das 610 Einwohner zählende Dorf wehen und ihre Argumente sanft über das große Meer entfleuchen.

Tja, bald ist auch auf Baltrum Weihnachten.
Vielleicht sollte sich der Inselmarkt und andere Gewerbetreibende eine Cashpool - Anbindung wünschen, damit es mit dem bargeldlosen Zahlungsverkehr irgendwie weiter geht. Oder einen Leasingvertrag über eine hoch moderte elektronische Kasse, in der dann Prepaid - Karten nutzbar sind, die zuvor - natürlich vorher bargeldlos erworben - von den Kunden zu erwerben sind.

Doch der Ostfriese ist ein stringent denkender Mensch. Er vertraut diesem elektronischen Schnickschnack nicht. Nur Bares ist Wahres. Und Bares ist stofflich. Es fühlt sich in den Fingern wie ein Schlüssel an, der die Tür zu einem eher bescheidenen Leben im überschaubaren Wohlstand der übersichtlichen Insel garantiert.

Warum ein Wechsel zu der örtlichen Volksbank nicht in Frage kommt? Nun, da müsste jeder Sparkassenkunde nun einen Genossenschaftsanteil von einen sehr geringen Betrag erwerben. Aber, Genosse wollen die jetzigen Sparkassenkunden wohl nicht sein. Das hört sich nach Sozialisierung an. Das riecht nach Kommunismus. Für solche Experimente ist der Baltrumer nun überhaupt nicht zu haben.

Mein und Dein muss er immer noch unterscheiden können. Und unser, als Gemeinschaftsgut, gibt es nur, wenn er davon einen effektiven Nutzen zieht. So, wie beim Inselmarkt, den alle Baltrumer gemeinsam führen. Sonst wäre der auch längst dicht. Und dann müssten die Insulaner außerhalb der Ferienzeiten auf dem fremden Festland, vielleicht im Neßmersiel oder noch fremdländischer, in Aurich und in Norden, einkaufen fahren. So ist der Inselmarkt auch das gesamte Jahr über geöffnet.

Das war auch vor 43 Jahren der Fall, als ich im Oktober 1974 eine Bekannte auf der Insel besuchte, die eben just bei jener Sparkasse arbeitete. Die Zeit war eine völlig andere. Damals war ein Konto bei der Bank etwas besonders; so auch ein Sparbuch. Bargeldzahlungen waren noch die Regel; Überweisungen und Daueraufträge eher die Ausnahmen. Die Filiale war nicht besonders eingerichtet. Neben dem Schalter befand sich ein mit Glas umbauter Arbeitsplatz eines Kassierers, der oder die manchmal allein den Schalter bedienen mussten. Der schlichte Innenausbau war mit hellem Mobiliar ausgestattet. Einen Bankautomaten gab es noch nicht.
Da auf Diskretion geachtet wurde, gab es eine Trennlinie vor dem Schalter.

Wer Bargeld benötigte, musste einen so genannten Auszahlungsschein ausfüllen. Wer Geld auf sein Sparbuch einzahlen wollte, füllte einen Einzahlungsschein aus. Diese Aufträge wurden dann von dem Sparkassenbeamten oder später Mitarbeiter per Hand bearbeitet.
Es war eben alles ein wenig beschaulich, persönlich und nicht so kompliziert.

Die Welt hat sich seitdem jedoch viele Tausend Mal um sich selbst gedreht. Die Sparkasse ist mit anderen Aufgabenfeldern beschäftigt, die mehr Profit versprechen. Bargeldzahlungen sind da eher lästig und deshalb unerwünscht. Deshalb wir für jeden Handschlag eine Gebühr berechnet.

Und, mal ganz ehrlich: Wer zahlt heute schon Geld ein? Bei der EZB - Politik muss das sofort ausgegeben werden, ehe darauf noch Negativzinsen fällig werden.
Nur auf Baltrum war das noch anders. Schade, dass jene Zeit endgültig vorbei zu sein scheint.
 

https://de.wikipedia.org/wiki/Baltrum

Früher war alles besser? Nö, aber dafür anders!


" Peanuts Gang " mit der " Chicago " - Adaption " I Don´t Want Your Money " - 1970:



Montag, 20. November 2017

Songs Of Jamaika



Seit gestern Abend steht es fest. Es wird keine Vier - Parteien - Koalition auf Bundesebene geben. Nach fünf Wochen Verhandlungen sind die so genannten Sondierungsgespräche beendet worden. Die Lindner - Partei, die FDP, ließ die Vorverhandlungen platzen und verabschiedete sich damit auch aus einem möglichen Zweckbündnis mit den Schwarzen und den Grünen.

So konnte nicht zusammen gefügt werden, was nicht zusammen gehört. Die Schwarzen und Bundeskanzlerin Merkel schauten ein wenig sparsam als sie gegen Mitternacht vor die Pressemeute gingen.

Merkel muss sich jetzt eine neue Lösung einfallen lassen. Denn sie möchte ja gerne als Bundeskanzlerin weiter regieren. Nur, wie soll eine Alternative zu " Jamaika " aussehen? Wenn die beiden Parteien der " Schmuddelkinder ", die " Linke " und die AfD als Partner nicht in Betracht kommen, verbliebe nur noch die SPD. Die aber möchte nicht mehr. Die Sozialdemokraten haben bereits kurz nach dem Wahldesaster signalisiert, dass sie sich nicht mehr als Ideengeber für die Merkel - Politik ausnutzen lassen wollen.

In der Zwischenzeit bleibt das Land zwar weiterhin handlungsfähig, denn Merkel und ihre Minister fungieren immerhin noch als geschäftsführend. Doch, wenn alsbald kein neues Kabinett vorgestellt werden kann, dürfte es düster für die CDU aussehen.

Kanzlerdämmerung?

Eigentlich sind drei Legislaturperioden genug!
Doch, Merkel ist bei Kohl in die Lehre gegangen und der " Bimbes " - Kanzler hat die Probleme nur ausgesessen. Da kann der bundesdeutsche Spießer sich ja noch auf einen längeren Zeitraum bis zur Vereidigung eines neue Kabinetts gefasst machen.


Don Williams " Jamaica Farewell ":




Bambi - Verleihung 2017: Balla, Balla, Ball?



Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Da heißt es für so manchen Teilbereich der Zivilgesellschaft: Zeit um Bilanz zu ziehen. Die Wirtschaftsvertreter erledigen dieses in der Regel mit der Publikation von Umsatz -, Gewinn - und Renditedaten, Dazu kommen unzählige Zahlen  nebst schlauen Kommentierungen aus den Untiefen der Kunst, Statistiken so zu manipulieren, dass sie eben passen. Und - dann auch noch - viele Ehrungen, Titel, Trophäen. Jedes Jahr die gleiche Sch...!

Als am Donnerstag, den 16. November 2017, die 69. ( nicht, wie Stefan Niggemeier schreiben lässt, die 66. ) Verleihung des Burda - gesponserten Fernsehpreises " BAMBI " am 20.15 Uhr bei der Tante ARD mittels ihres Hauptprogrammes über die hergerichtet Bühne geschoben wurde, sahen nur knapp 4 Millionen Interessierte zu.
Das all jährlich wiederkehrende Ritual mit den Fratzen, die der Glotzer bereits 320 Tage vorher auf die Glüsen gepappt bekommen hat, war auch dieses Mal kein Quotenbringer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bambi_(Auszeichnung)

So plätscherten die knapp 3 1/2 Stunden zwischen Helene Fischer, Fußball und Formel Eins wie ein kleiner Bach im bayrischen Oberammergau vor sich hin. Moderiert von der Wuchtbrumme und TV - Allzweckwaffe Schöneberger, deren beste Jahre auch schon längst vorbei sind.
Die  zum Sextett der blonden, weiblichen Bastionen ( Schöneberger, Katzenberger, Klum, Müller, Fischer, Moschner ) wider der multikulturellen TV - Überfremdung Zählende Schöneberger versuchte sich ja auch als Sängerin ( Dädalus hätte da garantiert einen Schwächeanfall bekommen und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Erfindung der Tonträger rückgängig zu machen), so wie Müller´s Ina, die allerdings mit über 50 Lenzen zu einer anderen Generation gehört.
Dieses Mal war Ina Müller nicht von der Partie.

Sie hat damit nichts verpasst, denn der Ödnis der " BAMBI " - Verleihung aus dem fremden Berlin, ist sie genauso geschickt entgangen,wie all jene Zuschauer, die einen anderen Sender gewählt hatten.

Wie beschreibt es Stefan Niggemeier in seiner Nachbetrachtung zutreffend?

Den gemeinsamen Auftritt des Pianisten Lang Lang mit dem Tenor Jonas Kaufmann, der das wegzudösen drohende Publikum kurz vor Schluss mitriss, wurde von Barbara Schöneberger mit den Worten abmoderiert: „Für mich die spektakulärste musikalische Kombination seit Marianne und Michael.“
Und dann war einer der längsten und rätselhaftesten Abende im deutschen Fernsehen wieder für ein Jahr vorbei. 
- Zitatende - aus:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-bambi-verleihung-jetzt-dauert-s-ein-bisschen-13265310.html


" Lilac Angels " - " True Love, Baby " - Album:  " Im Not Afraid To Say Yes " - 1973:


Samstag, 18. November 2017

Gibt´s doch gar nicht! Doch: Bei Roller!



Gestern Nacht gab es doch tatsächlich den ersten gesehenen, gefühlten und gemessenen Frost. Für die letzte Hälfte des Monat November, so 36 Tage vor Heiligabend, dreiunddreißig Tage vor Winteranfang und 44 Tage vor dem Jahresanfang 2018, keine außergewöhnliche Feststellung; kein sensationelles Ereignis oder wegen des fort laufenden, nur von den US - Milliardär Trump penetrant geleugneten, Klimawandels , kein betrachtenswertes Wetterphänomen.

Doch: Für die Mitteleuropäer sollte es jetzt so langsam heißen, dass die Kübelpflanzen in den wärmeren Keller wandern sollten, die Heizung in schöner Regelmäßigkeit auf einen mittleren Wert laufen sollte und die Bettwäsche für kühlere Temperaturen geeignet, umgewechselt sein soll.

Da bestellte meine bessere Hälfte - in weiser Voraussicht zu dem, was all jährlich an Kälte in das Haus hinein kommen wird, einen Satz " Biber - Bettwäsche " über den Online - Markt " ebay " zu einem günstigen Preis von 29,99 € zuzüglich Versandkostenpauschale von 4,90 €. " Biber - Bettwäsche " ist deshalb als Bettwäsche beliebt, weil sie ja die Eigenschaft besitzen soll, eben in den kalten Tagen ordentlich zu wärmen.
Warme Füße sind in unseren Breitengraden im Winter die Grundvoraussetzung für einen höheren Wohlfühlfaktor, der wiederum die tagtägliche Produktivität erhöhen - zumindest konstant halten - könnte.

So wartete sie auf die Lieferung, der über die Verkaufsplattform des Möbeldiscounters gelobpriesenen "  Biber - Bettwäsche ". Nun, die Firma " Roller " dürfte dafür bekannt sein, dass sie massenhaft Möbel, Kleinmöbel sowie Wohnzubehör verkaufen möchte, deren Qualität und Aussehen eher einen leicht jugendlichen Geschmack verspricht, Anders als der Möbelgigant aus Schweden, hat der Discounter mit seinem Sitz in Gelsenkirchen nicht gerade ein pseudo - intellektuellen Anspruch, dessen Gründe aus den fernen 1970er Jahre herzuleiten sind, in denen es solche Massenangebote nur in Großstädten gab.
" Roller " hat eher das Käuferpublikum aus den unteren gesellschaftlichen Bereichen. Eher keine Lehrer, Studenten oder besser verdienende " GRÜNEN " - Wähler.

Während wir also auf die " Roller " - Bettwäsche warteten, warteten und warteten, wurde meine bessere Hälfte den Verdacht nicht los, dass diese in dem Online - Shop gar nicht mehr vorhanden sein könnte und deshalb erst - entsprechend der Bestellanzahl - aus dem fernen China geordert oder gar produziert werden musste.

Sie schrieb also eine Mail an den Verkäufer des Artikels und bat um Lieferung binnen Wochenfrist. Gleichzeitig eröffnete sie bei " ebay " einen Beschwerdefall, nachdem sie gelesen hatte, dass sich Dutzende anderer Kunden wegen der zu langen Lieferzeiten bereits beschwert hatten.

Die Beschwerde half. Der Verkäufer antwortete prompt und räumte ein, dass er den gekauften Artikel zurzeit nicht mehr vorrätig habe. Aha, also doch ein Haken an dem Kauf der Bettwäsche. Von wegen, dass eine Lieferzeit von maximal 2 bis 3 Werktage einzuplanen sei. Wir mussten mit Wochen statt Tagen rechnen.

Doch dann geschah ein kleines Wunder. Plötzlich wurde ein Paket zugestellt. Der Absender war die " Roller GmbH & Co KG " in Gelsenkirchen. Ja, mei is denn heut scho wieder Weihnachten?

Nein, aber gibt´s doch gar nicht. Doch bei Roller mit Verzögerung werden eben Kaufwünsche wahr.







Freitag, 17. November 2017

REWE - Spendenaktion " Gemeinsam Teller füllen " - Ein schlechter Witz?



Bald bricht die Adventszeit an. Am 3. Dezember können wir den ersten der vier Adventssonntage mehr oder weniger besinnlich begehen. Wenn es draußen dann ab 16.00 Uhr schon dunkel wird, in den Wohnungen und Häusern die nicht immer kitschige Weihnachtsbeleuchtung angestellt ist, kommen dann und wann besinnliche Momente, die uns vielleicht auch klamm heimlich daran erinnern, dass es von den mehr als 81 Millionen Bundesdeutschen und einer Dunkelziffer von vielleicht 4 Millionen Illegalen in diesem, unserem, geliebten Lande, mindestens 5 Millionen Bürger gibt, denen es finanziell nicht gerade gut geht.

Diese dürfen durchaus als Arme bezeichnet werden. Um ihnen eine kleine Spende in Form von Lebensmitteln zukommen zu lassen, startet der Einzelhandelskonzern REWE vom 6. bis zum 18. November eine hauseigene Spendenaktion. Diese wird unter dem Slogan " Gemeinsam Teller füllen " initiiert und von den lokalen " Tafeln " begleitet.


http://www.tafel-bayern.de/tafel-bayern/aktuelle-meldungen/rewe-aktion-2017-gemeinsam-teller-fuellen-vom-6-18-november/

Auf den ersten Blick eine honorige, weil soziale Aktion, bei der der Kunde für einen Abgabepreise eine REWE - Tüte für 5 Euro erwerben kann, in der sich Lebensmittel befinden, die dann an die örtliche " Tafel " weiter geleitet werden. Die dortigen Ehrenamtlichen bedanken sich artig und geben die Inhalte der Tüten weiter. Eine so genannte win - win - situation?
Tja, das scheint aber nur auf den ersten Blick so zu sein. Sieht der kritische Beobachter etwas genauer hin, so erkennt er schnell, dass die REWE - Aktion eigentlich nur dem Konzern nutzt, denn der versucht zunächst sein nicht immer gutes Image dadurch aufzupolieren.

Einst prangerte ein SWR - Team die Lohndrücker - Methoden an, die in einigen der REWE - Märkte vorherrschen.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/rewe-edeka-lohndumping-101.html

Dagegen versucht der über 54 Milliarden Umsatz p.a.bilanzierende Konzern u.a. auch mit einer konzertierten Spendenaktion das angekratzte Bild in der Öffentlichkeit ein wenig aufzubessern.

Doch dass diese vorweihnachtliche Tüten - Gala nicht das beinhaltet, was von der propagandistischen Außenwirkung her erwartet werden könnte, zeigt dieser Bericht:


https://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/altenkirchen-betzdorf_artikel,-rewespendenaktion-sind-die-tafeltueten-sinnvoll-gefuellt-_arid,1574388.html

Immerhin konnte REWE im vergangenen Jahr mehr als 246.000 Wundertüten für 5 Euro pro Stück unter die Kunden bringen. Dieses macht einen Umsatz von zirka 1,2 Millionen Euro aus.

Tja, so könnte sich in der Tat der Verdacht erhärten, dass die ganze " Tränen - drück - Show " nur der Steigerung des eigenen Umsatzes dient, so, wie in dem obigen Artikel gemutmaßt wird. Wenn der Einkauf der unter dem Eigen - Logo " Ja " vertriebenen Produkte, eine darauf liegende Gewinnspanne und der Verkaufspreis jener Billig - Lebensmittel als Grundlage des tatsächlichen Wertes dieser fröhlichen Sachspende zugrunde gelegt werden sollte, kann der wahre Gewinner nur REWE heißen.

Aber, schau´n mer mal!


" Monomyth " - " Vile Vortices :





 

Maus im Haus



Nicht erst seit dem Comic - Klamauk mit " Tom & Jerry ", der ab den frühen 80er Jahren in den späten Nachmittagsstunden des ZDF lief, ist mir bekannt, dass Mäuse durchaus intelligente Tiere sind und keineswegs nur deshalb in der noch artenreichen Tierwelt ihre Existenzberechtigung besitzen, weil sie Allesfresser sind, sich rasant vermehren können und dann anderen Tieren als Nahrung dienen. Nein, die gemeine Maus ist mehr als nur ein Segment in der Nahrungskette. Sie hat sich als Artistin in einem Mäusezirkus einen Namen gemacht, sie kann Gardinen hoch klettern und damit Steigungen bewältigen, die dem Hundertfachen ihrer Körpergröße entsprechen. Zudem ist sie sehr wendig und anpassungsfähig.

Dennoch zählen Mäuse nicht gerade zu meinen Lieblingstieren. Das mag daran liegen, dass ich ein bekennender Katzenfreund bin und diese in der Regel Mäuse jagen.

Just diese angeborene Eigenschaft zeigte unser jüngster Hausmitbewohner am gestrigen Tag in exzessiver Weise. Er erbeutete gleich mehrere der grauen Tierchen und schleppte sie in verschiedene Zimmer, wo er sie mit teilweise deutlich vernehmbaren Geräuschen bespielte. Der finale Herzstillstand oder der obligatorische Genickbiss für das Beutetier fand jedoch nicht statt. " Tim Gustav ", der elende Mäusefänger, ließ doch tatsächlich seine Beute ziehen. Die entschwand jeweils unter einem Möbel und ward für ihn nicht mehr zu erreichen.

Das elende Spielchen kenne ich seit dem ich Katzen halte und mich dabei zum Dienstleister degradieren durfte. Die zuvor gefangene Maus wird in die Zimmer geschleppt, dort bespielt und - nachdem das große Interesse daran verloren gegangen war -  wieder ihrem Schicksal überlassen. Dass dann und wann auch abgetrennte Mäuseköpfe irgendwo in irgendwelchen Ecken liegen, dass ein Kadaver sich in meinen besohlten Elbkähnen befindet oder, dass auf den Kieswegen, dem Rasen und den Kellertreppenstufen Leichname gekillter Grautierchen abgelegt waren, gehört zu den handelsüblichen Beseitungsarbeiten eines Katzenhalters.

Doch dann und wann kommt es vor, dass eben der Stubentiger die heim gebrachte Beute nicht zerlegt. Dann ist guter Rat teuer. Denn der graue, ungebetene Gast wird, nachdem er den Schock der vorübergehenden Gefangenschaft überwunden hat, schon bald wieder aktiv. Und wie.

Da lagen in einigen dieser Fälle angefressene Knäckebrotscheiben in der Verpackung, es fand sich Mauskot in einer Pfanne oder auf dem Tablett lagen zerfressene Nudeln. All diese Hinterlassenschaften zeugten von den Aktivitäten der heimlichen Besucher. Dem Katzen - Quartett indes war´s egal. Sie gingen allesamt zur Tagesordnung über, Das bedeutete: Eine früh morgendliche bis abendliche Vollversorgung.

Ich habe dabei von Fällen gehört, bei denen Mäuse sogar Senftöpfe leer gefressen hatten, die Sitzauflagen von Campingstühlen anfraßen oder an Elektrokabeln nagten. Der graue Gast ist dabei nie sehr wählerisch.

Als einer meiner gehaltenen Kater eines Tages eine gefangene Maus im elterlichen Haus abgelegt hatte, verendete diese im dortigen Esszimmer unbemerkt hinter einem Schrank. Der Kadaver verweste daraufhin und begann bestialisch zu stinken. Trotz intensiver Suche, konnte das tote Tier zunächst nicht gefunden werden. Erst als der Gestank nicht mehr auszuhalten war, konnte die Maus lokalisiert werden. Der gesamte Schrank musste vor der Beseitigung des Aases ausgeräumt und dann zur Seite gerückt werden. Die Stelle, auf der die tote Maus gefunden wurde, musste gründlich gereinigt werden. Ein riesiger Aufwand also, den mein Kater " Cara " verursacht hatte.

Doch die gestrige Geschichte war noch kurioser. Die zuvor in den Raum geschleppte Maus bediente sich zunächst ungeniert an den herunter gefallenen Brotkrümeln auf dem Teppich, flitzte dann unter die chinesische Anrichte und kam erst beim Verlassen des Raumes wieder hervor. Ein zweites Tier hatte es sich im Schlafzimmer bequem gemacht. Die Maus lag unter dem Bett. Nachdem das Licht ausgeknipst war, wurde sie aktiv. Sie rannte zunächst in sämtliche Ecken, kletterte an dem Metall - Bettgestell hoch und wollte sich in meinem Kopfkissen einnisten. Dabei rannte sie über mein Gesicht. Als ich wie von der Tarantel gestochen hoch schnellte, musste ich den Eindringling aus dem warmen Bett katapultiert haben, denn nach dem Anknipsen der Nachttischlampe, sah ich den kleinen Vierbeiner noch unter den Schrank laufen. Ein Versuch, die Maus dort heraus zu stochern, schlug natürlich fehl.

In den frühen Morgenstunden gab es dafür wieder ordentlich Radau. Einer der Kater hatte den Eindringling wieder aufgespürt und gefangen. Er bespielte den Ruhestörer so intensiv, dass die Geräusche aus dem Flur deutlich zu vernehmen waren. Meine Tiefschlafphase war augenblicklich beendet.

Als ich dann aufstand, fühlte ich mich, als hätte ich keine Nachtruhe bekommen. Das stimmte in gewisser Weise auch. Sie wurde durch die Maus im Haus ständig unterbrochen. Zudem konnte ich mich vage an einen Albtraum erinnern. In dem Haus befanden sich plötzlich Hunderte Mäuse und genauso viele Katzen. Bei aller Tierliebe, aber von einem solchen Gedanken bekomme ich immer noch Schweißausbrüche und Herzrasen.

Merke also: Hast du eine Maus im Haus, jage sie lieber selber raus!


Wie war das noch gleich? In 37 Tagen ist Weihnachten. Da könnte so mancher deutschnationale AfD - Freund sich an diesen " Tom & Jerry " - Spot orientieren:


" Bakerloo " - " Driving Bachwards " - 1969:









Donnerstag, 16. November 2017

Gotthard Schettler, der NS - Mitläufer im weißen Gewande, der keiner war.



Hätte mein ab 1965 erteilter Geschichtsunterricht, den ich dann einige Jahre in Form einer Doppelstunde in der Volksschule erteilt bekam. der Wahrheit entsprochen, die Zeit des Nationalsozialismus und des II. Weltkriegs von 1939 bis 1945 wäre innerhalb von einer halben Stunde abgehandelt worden, denn nach dem Experiment der so genannten Weimarer Republik, das nach den Lügengeschichten der national - konservativen im westdeutschen  Adenauer - CDU - Staatsgebilde aufgrund der zu vielen Parteien scheiterte, gab es lediglich die Machtergreifung des Gefreiten aus Braunau am Inn, der alleine den Krieg gegen die halbe Welt bestritt und sodann durch das Unterzeichnen der Kapitulationsurkunde im Mai 1945 genau so schnell in der unbedeutenden, historischen Versenkung entschwand, wie er mit seiner menschenverachtenden Ideologie, zuvor aufgestiegen war.

Weil es eben nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Deutschlands keine Nationalsozialisten mehr geben durfte, verschwand dieser historische Zeitabschnitt in den Geschichtsbüchern der westdeutschen Schulen. Doch die Träger des Unrechtsstaats blieben nicht in der Vergangenheit. Sie wurden  weder entnazifiziert, noch für ihre Taten juristisch zur Verantwortung gezogen. So gelang es vielen der vormaligen Mitläufer des braunen Terror - Staates nach 1945 erneut in leitenden Funktionen ihr menschenverachtendes Gedankengut weiterhin in die Gesellschaft zu transportieren.

Zu diesen Personenkreis zählte auch der 1917 in dem Ort Falkenstein in Sachsen geborene spätere Mediziner Gotthard Schettler. Er war ein überzeugter Nationalsozialist, der 1941 in die NSDAP eintrat, dort als Gaustudentenführer fungierte und in Jena / Thüringen 1942 zum Dr. med. promovierte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gotthard_Schettler

Schettler konnte in der BRD Karriere machen und wurde von einigen Universitäten ausgezeichnet. Selbst das Hamburger Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL " lobhudelte den inzwischen mit einer Professur bedachten Mediziner.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46175883.html


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8917296.html

Doch der Professor, später als anerkannter Medizinsachverständiger tätig, war weder Humanist, noch ein geläuterter Nationalsozialist. Er beharrte Zeitlebens auf seinem ideologischen Standpunkt, den er mit dem Eintritt in die NSDAP konsequenter Weise umgesetzt sah.

Als der Medizinhistoriker Christian Pross die zwielichtige Rolle Schettlers in dem westdeutschen Nachkriegsdeutschland aufdeckte und dabei darauf hinwies, dass Schettler ein überzeugter Faschist war, wollte dieses in seinem Geburtsort Falkenstein zunächst niemand zur Kenntnis nehmen.
Und so stellt die Redakteurin der " Freie Presse " in Chemnitz in einem Artikel fest:

Schettler war nicht nur Mitläufer, Schettler war strammer Nazi. 1942 promoviert, gehörte er schon während des Dritten Reiches der gesellschaftlichen Elite an. Er war Mitglied der NSDAP und als Gaustudentenführer in Thüringen in einer Führungsposition. Nach 1945 konnte er sich zu einem der einflussreichsten Männer der deutschen Medizin aufschwingen. Doch offensichtlich nicht zum Wohle aller, wie die Forschungen des Medizinhistorikers Christian Pross zeigen. In "Wiedergutmachung - der Kleinkrieg gegen die Opfer" schrieb Christian Pross bereits 1988: "Obschon Schettler eine Anerkennung der Arteriosklerose als Versorgungsleiden bei Heimkehrern aus der Kriegsgefangenschaft befürwortete, lehnte er gleichlautende Ansprüche von NS-Verfolgten in seinen Gutachten in der Regel ab". .... "


- Zitatende - aus:

https://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/AUERBACH/Die-Schattenseite-von-Professor-Schettler-artikel10016665.php

Wie viele Verfolgten er mit seinem Falschgutachten eine ihnen zustehende Entschädigung verweigert hat, ist nicht bekannt. Fakt dürfte aber sein, dass Schettler zu jenen Faschisten gehörte, die ihren Beruf auch nach dem Krieg dazu missbrauchten, um jene verbrecherische Ideologie weiter zu führen.

Warum Falkenstein den Verstorbenen indes in den Himmel der Gutmenschen hievt, dürfte klar sein: Es putzt sich mit seinem Namen heraus. Und dieses Verhalten ist in dieser heutigen, eher oberflächlichen Zeit, nicht gerade selten.

" Census Of Hallucinations " - " Dear Prudence " - Album: " COH 1 " - 1999:



Mittwoch, 15. November 2017

" viagogo " - Finger weg von diesem Online - Kartenbestelldienst?

Da las ich vor einigen Tagen auf der Internetseite des NDR einen Bericht über eine Dame, die bei dem Online - Kartenbestelldienst " Viagogo " für zwei Eintrittskarten zu dem " Rolling Stones " - Auftritt in Hamburg sage und schreibe fast 850 € bezahlt haben soll.

Was das Perfide an der Geschichte ausmacht, ist die Tatsache, dass die Dame für ihre schon etwas betagten Eltern zwei Sitzplatzkarten erwerben wollte und statt ihrer, eben nur " billigere " Stehplatzkarten erhielt, die zudem 4 Mal so teuer waren wie die regulären Tickets.

Da stellt sich jeder Außenstehende die Frage, ob die Dame zudem eine persönliche Beziehung zu Mick Jagger und Co. aufbauen wollte, so eine Art " VIP " - Louge für Edelfans?

Doch nichts dergleichen war der Fall. Sie hatte über den Internet - Kartenverkäufer " viagogo ", der seinen Hauptsitz in der Schweiz genommen unterhält, zwei Karten bestellt und dann per Kreditkarte bezahlt.
Das war ein Fehler, denn dieser Dienstleister soll mittlerweile zu einem bekannten Namen für zwielichtiges Geschäftsgebaren aufgestiegen sein?


https://en.wikipedia.org/wiki/Viagogo

Auf der Bewertungsplattform " trustpilot " hagelt es deshalb seitenweise negative Bewertungen und Warnungen vor diesem Anbieter. Nun, ja, im Netz wird viel erzählt, gemeckert und gehetzt, wenn der Tag lang ist. Doch: Derartig viele negative Bewertungen für einen Dienstleister. Da könnte doch etwas wahres dran sein?

So machte ich heute die Probe aufs Exempel und startete eine fiktive Anfrage bei dem Kartenvermittler " viagogo ". Der bietet auf seiner Internetseite, die in deutscher Sprache gehalten ist, so allerhand " Events ", quasi quer durch den Garten an.
Da sind neben diversen Fussballbegegnungen, natürlich auch musikalische Veranstaltungen, aber auch andere Bespaßungen an.




So befanden sich auf der " viagogo " - Seite einige Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen und den damit verbundenen Kartenangeboten. Tja, siehe da, auch der Deutschrock - Rentner Peter, der " Kleine " Maffay tourt wieder. Er beabsichtigt ab März 2018 in einen Großstädten der auf die Bühne zu gehen. Da wollte ich mal sehen, wie teuer eine Karte für seinen Zirkus in unserer benachbarten Metropole Leipzig ist.



Zwischen 69 bis zu 159 Euro pro Eintrittskarte sagte die die seitliche Legende der daraufhin angeklickten Seite es aus. Das dürfte im Bereich der handelsüblichen Entgelte liegen.

Beim Durchlesen der Verkaufsbedingungen erkannte ich jedoch, wo der Hase im Pfeffer liegt. Nicht der Vermittler der Tickets selbst bestimmt den tatsächlichen Verkaufspreis, sondern der dahinter liegende Anbieter, der natürlich anonym bleibt.



Was " viagogo " allerdings klar und deutlich in einem Textfeld dem potenziellen Kunden zur Kenntnis gibt. Zudem erfolgt ein Hinweis, dass die erwünschten Eintrittskarten jedoch von dem tatsächlich Veranstalterpreisen abweichen können. Wer als möglicher Kunde dieses liest, dem müsste jetzt ein Licht aufgehen. Zwischen den, durch den jeweiligen Veranstalter ausgepreisten Tickets und denen, die hier offeriert werden, kann es - teilweise erhebliche - Abweichungen geben.


Nun muss ein Interessent keinen Grundkurs im BGB - Vertragsrecht belegen, um sofort erkennen zu können, dass " viagogo " nicht selbst als Kartenverkäufer fungiert, sondern nur die Tickets vermittelt. Und diese Dienstleistung lässt sich der Schuppen fürstlich bezahlen.

Ob nun die Seite dabei " sofort einen gewissen Handlungs - und Zeitdruck bei dem potenziellen Kunden aufbaut - mag dabei dahin gestellt bleiben, denn wer viel Geld für Eintrittskarten ausgeben möchte, sollte lieber zwei Mal hinsehen, bevor er den Button " kaufen " anklickt.

Nachdem ich die Seite aufgerufen hatte, das Feld für die billigste " Maffay - Karte " angeklickt hatte und das System arbeiten ließ, erschien dann nach einer gewissen Zeitspanne ein Feld, das mir wiederum eine vorgegeben Entscheidungszeit von 8 Minuten vorgab, innerhalb derer ich den Bestellvorgang abzuschließen habe.

Dann erkannte ich eine neue Seite mit einigen Dialogfelder, in denen ich meine persönlichen Angaben einpflegen konnte. Darunter natürlich auch die Art der Bezahlung. 


Die Bundesrepublik ist ja ein Land, in dem jeder Bürger so etwas wie ein Selbstbestimmungsrecht reklamieren darf. Wer also den " Deutschrock - Opa " Peter Maffay auf der Bühne erleben möchte und dabei den Vermittlungsdienst " viagogo " in Anspruch nimmt, sollte sich über die dortigen Konditionen im Klaren sein. Ich unterbrach den vermeintlichen Kauf einer Eintrittskarte für das Leipziger - Genöle des auf jung getrimmten Asthmatikers und las mir erneut die unzähligen negativen Bewertungen bei " trustpilot " durch. Hatten diese Nörgler da etwas falsch verstanden?

" Finger weg von den Abzockern! ", so hieß es dort häufig. Ja, aber nur dann, wenn ich die Systematik des Vermittlungsportals nicht richtig auf dem Schirm habe.

" Blackfield " mit " Glow " - 2004:






Dein Pogrom, mein Pogrom, unser Progrom!


Das Volks - vormals völkische - Organ der Mühsam und Beladenen aus der tiefsten Mitte der Gesellschaft, die sich allerdings da nur virtuell fest legen lässt, die Zeitung mit den vier schwarzen Buchstaben auf ansonsten ( welch´frevlerische Tat ) rotem Hintergrund, versucht immer mit dem Zeitgeist Schritt zu halten. Dabei bemüht sie sich, auch jenseits des gesellschaftlich anerkannten, guten Geschmacks und der moralischen Hindernisse zu agieren, um damit einen Hauch von Pseudo - Illegalität zu versprühen.

Waren es zu Beginn der Tätigkeit unter der NS - Knute des Hausherrn " Adolf " Springer Hetzparolen, die mittels reißerischem Aufmacher, in den Texten mit sehr überschaubarer journalistischer Qualität und einem nur geringfügigen Wahrheitsgehalt, unter das lesende Westvolk gestreut wurden, um dieses in den Baubuden, Fabrik - Kantinen sowie Amtsstuben bei rechter Laune zu halten, musste sich die " Blöd " - Zeitung nach dem Zusammenbruch der östlichen Hemisphäre unter Führung der einstigen " Sovjets ", nun einen neuen Gegner, einen Sündenbock und Verantwortlichen für alle schief laufenden Entwicklungen in diesem jetzt wieder vereinten, deutschen Vaterland, suchen.

Doch: Die scharfen Konturen, die es einst gab, um verhasste Linke, Kommunisten und Studenten von den Rechtschaffenden, den CDU/ CSU - Anhängern und Malochern unterscheiden zu können, sind seit vielen Jahren verschwommen. Da fällt es schwer, den Feind des eigenen, auf Profit orientierten, publizierten Denkens, auszumachen. Ist nun " Mutti " mit ihrer Herz - Jesu - Flüchtlingspolitik eine Ossi - CDUlerin neuer Prägung oder einfach nur machtgeil?
Diese existenziellen Fragen lassen sich nicht mit einen rot - braun - schwarz - Denken beantworten.

Don Döppner, der Herr der tanzenden Buchstaben, der von Friede Springers Gnaden zum veritablen Nachfolger ihres verstorbenen Mannes eingesetzt wurde, brachte es auf dem Siedepunkt des " Christian Wulff - Bashings "  auf einen Satz:
" Wer mit der " BILD " - Zeitung den Fahrstuhl hoch fährt, fährt mit ihr auch wieder herunter. "
( Sinngemäß zitiert )

Aha, dass wissen aber all diejenigen " BILD " - Geschädigten, die nicht erst seit dem Buch des Heinrich Böll mit dem Titel " Die verlorene Ehre der Katharina Blum " jene miesen Machenschaften des Latrinen - Blatts am eigenen Leibe erfahren durften. Auch sonst verstand sich die Postille als Gedankengeber  und Meinungsmacher der breiten westdeutschen Bevölkerung. Wenn es mit dem Aushängeschild des professionellen Fußballs, der Nationalmannschaft " auf den Platz nicht wie gewünscht funktionierte, kanzelte das Springer - Produkt im Namen sämtlicher Millionen Hobby - Bundestrainer diesen mit dem Titel " So nicht, Herr Schön! " ab ( Einen Abend zuvor hatten die Westdeutschen in Hamburg gegen die DDR - Auswahl im WM - Gruppenspiel 1974 mit 0;1 verloren ). Spielten die Bundes - Jungs indes " Traum - Fußball " brüllte das Blatt " Ramba - Zamba - Bomba! Tooooar!" ( Gemeint waren die Protagonisten der 1972er EM - Mannschaft, Beckenbauer,Netzer,Müller ).

Auch jenseits der schönsten Nebensache der Welt, spielte sich das Printmedium zum Gefühlskatalysator auf. So berichtete es in jener Zeit als der bundesdeutsche Autowahn noch in seinen Kinderschuhen steckte, es dafür aber so viele Verkehrstote gab, dass jährlich eine Kleinstadt ausradiert wurde, über einen tragischen PKW - Unfall, bei dem 3 Kinder und 2 Erwachsene starben und behauptete: " Als die Retter eintrafen, spielte das Autoradio noch Schlagermusik. ", obwohl sich in dem Auto gar kein Radio befand. Das heuchlerische Mitgefühl des Blattes führte deshalb bei so genannten Prominenten - die es sich finanziell leisten konnten, gegen die unwahren Artikel gerichtlich vorzugehen - dazu, dass so manche erfundene Story nach den presserechtlichen Vorschriften mindestens korrigiert werden musste.

Die ungezählten Märchen, Lügengeschichten und hetzerischen Artikel, die das einstige Ein - Groschen - Organ verkaufen konnte, waren indes nicht geeignet, den sich wandelnden Zeitgeist zu stoppen. So schwankt das ehemals verkaufsträchtige Dickschiff aus dem Hause Springer nach der Wiedervereinigung und durch die Globalisierung sowie von den neuen Kommunikationstechnologien ständig getrieben, zwischen einem ziellosen Dahindümpeln auf einem Ozean und einem Aufgrundlaufen. Von wenigen Highlights außerhalb der journalistischen Sorgfaltspflichten, wie dem reißerischen Aufschrei " Wir sind Papst! " einmal abgesehen, erklärt sich das einst nach stinkenden Baubuden, umgeschütteten Muckefuck aus der Thermoskanne und kaltem Zigarettenrauch müffelnde Organ des billig und gerecht denkenden kleinen Mannes, heutzutage als Allerweltsmedium in einem von immer noch nicht abgeschlossenen Konzentrationsprozessen dahin siechenden Markt.

Vor einigen Jahren zog es den damaligen Chefredakteur Diekmann , der in guter Gesellschaft mit seinen - auch verstorbenen - Vorgängern, wie Hagen, Boenisch, Prinz, Tiedje - die mit der Muttermilch eingesogene rechte Gesinnung im Hause des Noch - Brötchengebers nicht mehr so recht unter das platte Volk streuen konnte, in die Gefilde des Freundes aus längst vergangenen Zeiten, den USA. Dort ließ er sich zum Nachdenken über den Sinn des irdischen Daseins unter gütiger Zuhilfenahme des Weltbildes aus dem Springer - Imperium irgendwo in Florida nieder.
Aus dem bezahlten Langzeiturlaub heraus, sinnierte der rechte Kai Diekmann über Gott, die Welt und die bösen 68er, denen er zuvor eine Generalabrechnung in Form seines Buches mit dem feststellenden Titel " Der große Selbst - Betrug " , das indes kaum Leser fand, um das längst ergraute Haupt schlagen wollte, und suchte nach Patentlösungen, wie er dem Latrinenblatt neues, frisches Leben einhauchen könnte. Seinen Kollegen vom " SPIEGEL " war diese selbst inszenierte Aktion sogar einen Artikel wert. Diekmann, der im piefigen Ravensburg als Sohn eines dort praktizierenden Rechtsanwalts und einer medizinisch - technischen Assistentin  1964 geboren wurde, später im schwarz - braunen Münster seine rechte Gesinnung ( Eintritt in eine Schlagende Verbindung / Burschenschaft ) fand, war innerhalb seiner 14jährigen Verantwortlichkeit bei dem Blatt, selbst nie ein Kind von Traurigkeit ( Vgl. dazu u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Kai_Diekmann#Klagen ).

Der vergebliche Student Diekmann suchte auf die oben benannte Weise nun nach einem gangbaren Weg, wie die ständig sinkenden Verkaufszahlen ( seit 1998 bis 03. / 2017 ein Minus von mutmaßlich satten 61, 7 % ) seines Blattes wieder gesteigert werden kann, ohne dass es zu tiefgreifenden strukturellen Veränderungen kommen muss. Aus dem aalglatten Burschenschaftler wurde unterdessen ein Nerd. Das Chamäleon Diekmann fand keine geeignete Lösung, wie es aus dem Billigheimer - Journalismus mit ständig wechselndem Personal, dass entweder auf der Praktikantenebene oder als Freiberufler und Freier Mitarbeiter fungierend, jenen Schund zusammenklauben muss, um es dann für den Hanswurst an den vielen Kiosken, Supermärkten oder Tankstellen verkloppen zu können.

Nun, Diekmannn´s Kai schied zum 01. Jänner 2016 als " BILD " - Chefredakteuer aus dem Dunstkreis der Brüder und Schwestern der Springer - Familie aus und ist seit dem endgültigen Ausscheiden dort, bei dem US - Konzern " Uber " tätig. Dieser ist bekanntlich dafür prädestiniert, ,mittels aggressiver Marktpolitik, eben jene Arbeitsplätze zu gefährden, die als " BILD " -  Stammkäufer zu erkennen sind: die Taxifahrer.
Nun, auch hier gilt der eherne, kapitalistische Grundsatz im Sinne des Brecht´schen Zitats mit dem Fressen und der Moral.

Seit 2016 indes bemüht sich - welch´Sensation - eine Frau als Chefredakteurin das Latrinenblatt wieder in die Verkaufsspur zu bringen. Die jute Tanit Koch (   https://de.wikipedia.org/wiki/Tanit_Koch ), auch eine rechte Sumpfblüte mit Studentenverbindung, wird es wohl kaum bewerkstelligen können, die unter ihrem Vorgänger hinzunehmenden, massiven Verkaufseinbrüche zu kompensieren. Wahrscheinlich ist dieses auch nicht die wahre Intention des Hauses Springer, denn Diekmann ist zwar " Uber " - Berater, aber Springer auch dort wirtschaftlich Beteiligte.

Weil aber der Markt der Printmedien schrumpft, war es ein nur konsequenter Schritt, sich auf alternative, Profit einbringende Wirtschaftsfelder zu stürzen. Es mag sein, dass Diekmann dieses in Florida erkannt hat. Seine Nachfolgerin indes hat - trotz einer juristischen Magisterarbeit, als Halbgare, einen schweren Stand, sich der Marktveränderungen zu erwehren. Weil auch hier - wie oben beschrieben - " Geiz geil ist ", muss sie sich mit einer Truppe abplagen, die der deutschen Sprache nicht so richtig mächtig ist.

So schrieb ihr Schmierenblatt einige Male von einem " Progrom ", kritiserte aber den FDP - Zampano Christian Lindner, der eben jenen Begriff jüngst " twitterte " und empfahl, er möge dafür nachsitzen. Nun gestand - was für eine rührige Geschichte - die Redaktion unter der Burschenschaftlerin Koch ein, die " BILD " habe selbst von einem " Progrom " geschrieben, obwohl es nun einmal " Pogrom " heißen muss und empfahl geheuchelt selbstkritisch: " Wer im Glashaus sitzt... ".

http://meedia.de/2017/11/13/nachdem-sie-sich-ueber-christian-lindner-lustig-gemacht-hat-bild-ernennt-sich-selbst-zum-verlierer-des-tages/

Mal so ganz am Rande gesagt: Das ganze " BILD " - Weltbild war, ist und bleibt eine einzige Selbstzerstörung. " Progrom " hin, " Pogrom " her.


" Redbone " - " The Witch Queen Of New Orleans " - 1971:









Dienstag, 14. November 2017

Leiche am Gleis



Der durchschnittliche Bahnfahrende darf seinem Vertragspartner, der zumeist Deutsche Bahn AG heißt, ja so allerhand schlechtes in Bezug auf Krisenmanagement, Preise, Pünktlichkeit und Service  nachsagen, doch eines mit Sicherheit nicht: Das dieser Massentransporteur für Suizide und andere Dummheiten verantwortlich sein muss.

Als ich gestern Abend so gegen 18.40 Uhr den vergammelten Bahnhof in Dresden - Plauen aufsuchte, dort die knapp 40 Treppenstufen hoch stieg, um in den überdachten Wartebereich zu gelangen, erkannte ich aus einiger Entfernung unterhalb der elektronischen Anzeigentafel den sich bewegenden Fließtext.

Aha, die RB 30 nach Dresden hat Verspätung. Aus der Ferne sah die  Minutenangabe so aus, als seien es dieses Mal " nur  " 8 Minuten. Doch, halt! Acht Minuten? So eine seltsame Zeitangabe hatte ich bislang noch nicht gesehen. 5, 10 oder auch 20 Minuten, das waren geläufige Zahlen. Ab und zu stand da auch " wenige Minuten ", aber 8 Minuten hatte ich eigentlich noch nicht auf dem Wunderding gesehen. Nach einigen Schritten in Richtung des beleuchteten Feldes sah ich dann die wahre Angabe: 80 Minuten!

80 Minuten verspätet sich die Regionalbahn. Warum? Ich stellte mich, ein wenig perplex, vor der Anzeigentafel und wartete dort. Dann ertönte aus der übersteuerten Lautsprecheranlage ein Gong. " Achtung! Die RB 30 von Zwickau nach Dresden. Planmäßige Ankunft 18.45 Uhr, heute zirka 85 Minuten später! Grund ist eine Streckensperrung! "
Streckensperrung, dass hört sich dramatisch an.

Ich fingerte nach dem Handy in meiner Regenjacke. Dann wählte ich die Rufnummer meiner besseren Hälfte. Nach kurzer Zeit meldete sich die Mailbox. Kurz danach erneut. Und auch ein drittes Mal hatte ich keinen Erfolg. Scheibenkleister! Ich entschloss mich, den nass - kalten Bahnsteig wieder zu verlassen. Das tue ich mir jetzt nicht an.

Zuhause angekommen, versuchte ich erneut das Handy meiner besseren Hälfte zu erreichen. Erneut sprang die Mailbox an.
Ich befeuerte den Kaminofen im Wohnzimmer und bereitete das Abendbrot vor und wartete.

Als sie dann so gegen kurz vor halb Acht an der Tür auftauchte erhielt ich gleich die Erklärung für die Verspätung. Auf der Strecke von Zwickau nach Dresden war bei Wüstenbrand / Hohenstein - Ernsthal eine Leiche am Gleis gefunden worden. Deshalb musste die Strecke voll gesperrt werden. In solchen Fällen wird zügig das ganz große Besteck aufgetischt. Kripo, SpuSi und Gerichtsmedizin, Leichenwagen, und jede Menge Polizei.

In der Regel dauert es einige Stunden, ehe der Schienenverkehr wieder frei gegeben wird. Das Chaos ist dann bereits im vollen Gange.

Der November ist nun dafür bekannt, dass sich so mancher depressiv Gestimmte dazu entschließt, aus dem Leben zu scheiden. Das geschieht durchschnittlich 2 bis 3 Mal pro Tag ( https://de.wikipedia.org/wiki/Schienensuizid ).

Der vorgefundene, männliche Leichnam soll - laut Pressbericht - erhebliche Kopfverletzungen vorgewiesen haben, was mit für eine Kollision mit einem vorbei fahrenden Zug sprechen könnte. Ob es nun ein Unfall oder ein Suizid war? Die heutigen Untersuchungsmethoden werden auch diese Frage beantworten. Was nicht zu erklären ist, wie es in jedem Einzelfall zu einer Selbsttötungsabsicht kommen kann.

Da sollte der Fahrgast doch die Überlegung anstellen dass die Deutsche Bahn nicht bei jeder Betriebsstörung in die Verantwortung genommen werden kann. Denn, was kann der Konzern für die Suizide, die Vandalen, die sich jedes Wochenende in den Waggons austoben oder jene hirnamputierten Halbschranken - Umfahrer und Warnlicht - Ignoranten, die ihre Schüsseln dann noch über die Gleise lenken müssen, obwohl schon ein Zug heran jagt? Nichts!


" My Sleeping Karma " - " A Staya " -  " Moksha " - 2015:







Aus dem Jahr 2017: Drei mal Orkan und Milliardenschäden, doch " Quimburga " konnte es besser.



Nur noch 46 Tage, dann darf die Erdbevölkerung das Jahr 2017 nach Christigeburt auch ad acta legen. Neben allerlei üblichen Unwägbarkeiten, wie Kriege, Hungerkatastrophen und so genannten Selbstmordattentaten, hab es für viele Länder auch reichlich Sturm zu ernten.

In unseren Gefilden wüteten 2017:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmtief_Sebastian

https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmtief_Xavier

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-10/sturmtief-herwart-deutsche-bahn-zugverkehr-orkanboeen


Dabei entstanden jeweils materielle Schäden in Milliardenhöhe. Viel tragischer indes sind die Toten, die durch diese drei Orkane registriert werden mussten. Der damit verbundene, reflexartige Hinweis auf die klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten, ist zwar erforderlich, sollte allerdings nicht dazu verwandt werden, dabei die Vergangenheit zu verklären. Denn Orkane in diesem Ausmaß hat es nicht nur jenseits des Großen Teichs gegeben.

Als vor genau 45 Jahren ein Sturmtief mit dem Namen " Quimburga " über halb Europa jagte, hinterließ es mindestens 75 Tote und mehre Hundert, zum Teil Schwerverletzte. Was aufgrund der damals noch überschaubaren Wetter - Techniken als eher harmloser Herbststurm deklariert wurde, entpuppte sich schon bald als Bäume fressendes Monster.

" Quimburga " wütete auch in Niedersachsen. Wo ich als Soldat in der KTS II / III in Munster / Lager meinen Kriegsdienst versah. Munster liegt bekanntlich in der Lüneburger Heide. Auch dort hatte die extensive Nutzung des einst durchgängigen Mischwald - Gebietes dazu gehört, dass Monokulturen entstanden. Die aufgeforsteten Kiefernwälder waren ein leichtes Spiel für " Quimburga ". Der Orkan knickte sie ab oder entwurzelte sie über Kilometer. Was sich später dort zeigte, war eine Schneise der Verwüstung. Die Kiefern lagen wie Streichhölzer über einander.

In den frühen Vormittagsstunden wurde auch in Munster / Lager Katastrophenalarm ausgelöst. Dass bedeutete, dass jener Soldat von seiner Dienststelle zu seiner Kompanie zurückzukehren hatte. Die Einheiten wurden in Bereitschaft gehalten, sofern es erforderlich gewesen wäre, hätten sie aus den vielen Kasernen ausrücken müssen.

" Quimburga " verzog sich genauso rasend schnell, wie sie gekommen war. Gegen Mittag war der Spuk vorbei. Ich zog meinen so genannten Arbeitsanzug wieder aus und tauschte diesen in den kleinen Dienstanzug und meldete mich wieder bei meinem Hauptfeldwebel auf der Dienststelle des S 3 Org.

Der Orkan war längst kein Thema mehr. Allenfalls die Medien berichteten noch darüber. Doch einige Monate später, der Frühling 1973 war längst angebrochen, verkündete der Kompaniefeldwebel, den wir wegen seiner schmächtigen Statur und seines watschelnden Ganges nur " Enten - Dieter " oder " Enten - Schmeichel " nannten, in dem morgendlichen Appell eine gute Neuigkeit. Es wurden Freiwillige für einen " Arbeitseinsatz " in den Wäldern rund um die Stadt Munster gesucht, die beim Aufräumen der Waldschäden mit anfassen sollten. Als Dank dafür gab es jeweils einen Tag Sonderurlaub.

Sonderurlaub? Das zog natürlich bei mir. Schließlich verstand ich meinen Auftrag und den darauf geleisteten Eid - damals noch mit konfessioneller Formel - als sinnloses Absitzen innerhalb eines Staates im Staat, der überwiegend aus reaktionären oder mindestens konservativen Männern geführt wurde. Nein, Kriegsdienst war nicht so mein Ding. Was mich dabei lockte, waren die Moneten, die ich als popeliger Einzelhandelskaufmann so nie hätte verdienen können. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Zulagen und dann noch Sonderurlaub? Wo gab es das schon in der kapitalistischen Freiwirtschaft? Nur in den großen Konzernen. Und Bandarbeiter bei VW. Conti oder H. Heye Glasfabrik Obernkirchen, dat war auch nüscht für mich.

Also meldete ich mich - von " Enten - Schmeichel " sehr wohl wollend zur Kenntnis genommen. Sein Kommentar bei meiner Freiwilligenmeldung: " W. Sie wollen sich doch nicht etwa die Hände schmutzig machen? " Meine Antwort: " Doch, Herr Hauptfeld, doch! "

An einem Freitagmorgen standen mehrere Dutzend so genannte Freiwillige im Arbeitsanzug mit grünem Schiffchen als Kopfbedeckung bekleidet in der Kompanie. " Enten - Dieter " ließ sie nach dem Morgenappell rechts raus treten und zählte durch. Mit leichtem Schmunzeln registrierte er, dass nahezu die Hälfte " seiner " Kompanie ausrücken wollte, um die Hinterlassenschaften von Tante " Quimburga " zu beseitigen.

Die hatte, wie später fest gestellt werden konnte, allein in Niedersachsen mehr als 10 % des damaligen Waldbestandes gekillt, was einer Fläche von ca. 100.000 ha des gesamten Waldbestands von einst 954.244 ha, auf der 50 Millionen ( ! ) Bäume umgeworfen waren, die zwischen 16 bis 17 Millionen Festmeter Holz entsprachen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Orkan_Quimburga

So setzte sich also eine Kilometer lange Kolonne von Bundeswehr - Fahrzeugen aus Munster / Lager in Gang, um die Schäden beseitigen zu wollen. Beteiligt daran waren einige Tausend Soldaten. Als wir in dem Waldabschnitt in der Nähe von Munster ankamen, sah es dort aus, wie auf einem Schlachtfeld. Nach dem Absitzen ging es innerhalb eines von einem aufsichtsführenden Hauptfeldwebel abgesteckten Areal an die Arbeit. Es konnten allerdings nur die abgebrochenen Äste auf die Bundeswehr - LKW geladen werden. Die Stämme der Fichten mussten zersägt werden und dafür hatten wir weder Werkzeug noch die Qualifikation.

Dennoch kamen Hunderte LKW - Fuhren an jenem und den drei anderen Tagen zusammen. Dann wurde der Arbeitseinsatz in den Wälder rund um Munster beendet.

Ich durfte mich auf vier Tage Sonderurlaub freuen, die mir auf meiner Urlaubskarte eingetragen wurden. Immerhin konnte ich damit die 26 Werktage auf satte 30 Tage, also insgesamt 6 Wochen Jahresurlaub ausdehnen.

Die meisten Waldgebiete blieben indes unaufgeräumt. Viele Bereiche konnten nicht einmal wieder aufgeforstet werden, weil dazu das Geld fehlte. So überließen die unfähigen CDU - Verantwortlichen jene " Quimburga " - Hinterlassenschaften dem natürlichen Selbstlauf. Die umgeknickten und entwurzelten Fichten begannen zu verfallen, sich zu zersetzen, als Totholz in den Wäldern zu verbleiben. Und sie wären nach vielen Jahren auch zu eine Art Mulch kompostiert worden, hätte es 1975, also drei Jahre nach " Quimburga " ein verheerendes Großfeuer gegeben, dass den zerstörten Wäldern dort dann den Rest gegeben hat.


http://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/1975-Feuerkatastrophe-in-der-Heide,heidebrand2.html

Der damals als Oberkreisdirektor fungierende Dr. Axel Bruns ( natürlich ein Schwarzer ) musste nach der - auch parlamentarischen - Aufarbeitung des größten Flächenbrandes in der Geschichte der Bundesrepublik seinen Hut nehmen. Doch die Kritik an diesem unfähigen Kaspar verstummte schon bald. Heute ziert sein Name die Berufsbildende Schule " BBS II " in Celle. Die damals schwarz - braune Seilschaft, zu der auch der Versager Bruns gehörte, bestehend aus selbst ernannten Honoratioren aus dem Lüneburg - Celler - Dunstkreis brachte es auch fertig, einen Adjutanten des Gröfazes aus Braunau am Inn, denn SSler Darges nebst Angetrauter wieder in Amt, Ehren und Ansehen zu hieven ( http://antifa.sfa.over-blog.com/article-celler-seilschaften-deckten-jahrzehnte-einen-nazi-41878628.html ).

Aha, nun weiß ich auch, warum mir der Waldarbeitereinsatz wegen " Quimburga " eigentlich schnuppe war, so wie das Einstehen für das ehemalige " Vaterland " - es gehörte wieder den Braunen im schwarzen Gewande, die hätte Tante " Quimburga " lieber gleich mit entsorgen sollen.

" The Hollies " mit der Bobby Dylan - Adaption " Blowin´In The Wind " - 1968:



Hach, wat war´n mer jung, schön und dumm ( Geht dat eigentlich )?


Und zum Abgewöhnen, einst aus dem Saustall der Ballermann - Proleten:



P(B)asst scho!


Flüchtlingshabseligkeiten



Ein ständiger Programmpunkt von " MDR aktuell " lautet bekanntlich: " Hörer machen Programm " und gibt Interessierten die Gelegenheit, sich mittels Fragen an die dortige Redaktion zu wenden. Die dortigen Mitarbeiter recherchieren danach zu dem Thema und veröffentlichen dann die Fakten.

Nach diesem Muster wurde auch heute Morgen eine Frage beantwortet, die da lautete: " Was geschieht mit den Habseligkeiten, die abgeschobene Asylbewerber zurück lassen?


http://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/besitztuemer-abgeschobener-asylbewerber-100.html

So lautete die Frage der Hörerin von " mdr aktuell auch:

Was passiert mit dem Besitz abgelehnter Asylbewerber?

Viele Asylbewerber müssen das Land wieder verlassen, weil sie als nicht schutzbedürftig gelten. Dann haben sie die Wahl: Entweder freiwillig ausreisen oder abgeschoben werden. In beiden Fällen heißt es: Koffer packen. Dabei bleiben manchmal Sachen zurück – Kleidung, Geschirr, Fahrräder. Unsere Hörerin Ilka S. ( Sperrung durch mich , < sic >) aus Dresden wollte wissen: "Was passiert mit dem persönlichen Eigentum von abgeschobenen Asylbewerbern, das sie nicht mitnehmen können?" Wir haben uns erkundigt. "

- Zitatende - aus: a.a.O.

Nun, es konnte die " mdr " - Mitarbeiterin diese Frage in ihrem Beitrag nahezu vollständig beantworten. Die Quintessenz aus der Recherche besagt, dass wo nicht viel Hab und Gut vorhanden war, es auch nicht viel mitzunehmen gibt. So verbleibt oft nur Wertloses zurück, das dann von den zuständigen Ämtern - soweit es nicht der Aufbewahrungspflicht unterliegt - alsbald vernichtet wird. Ein übliches Prozedere, das - sofern sich dümmliche Kommentatoren dieses " mdr " - Beitrags je mit der Thematik befasst haben - allgemein bekannt sein sollte.

Wer dabei dem Irrglauben unterlegen war, dass der Geflohene, die Asylberechtigten, während ihres hiesigen Aufenthalts in den Gemeinschaftsunterkünften immense Reichtümer angehäuft haben müssen, weil sie - so die hetzerischen Lügengeschichten in den Sozialen Medien - die neusten Handys geschenkt bekommen, sich eine Grundausstattung an Designer - Klamotten kostenlos zulegen können und, um die Zeit bei der Einhaltung der Termine richtig bestimmen zu können, eine Uhr von " Cartier ", Rolex, Glashütte " überreicht erhalten, der dürfte in diesem gut recherchierten Bericht eines Besseren belehrt werden.

Und so gilt hier regelmäßig der Grundsatz:

" Mit nichts bin ich gekommen, mit nichts werde ich gehen, denn ich bin ein Nichts! "



" Nazareth " und die 1974er  Joni - Mitchell - Adaption " This Flight Tonight ":





 

Sonntag, 12. November 2017

In Frankreich wird die " gute " Butter knapp.


Die französische Küche soll ja eine der besten weltweit sein. Das mag schon sein. Doch: Was ist sie noch wert, wenn es plötzlich keine Butter mehr zu kaufen gibt? Wenn vielleicht nur noch Margarine oder andere Surrogate auf dem Markt existieren? Wenn das typische, das knusprig - frische Croissant nicht mehr so schmeckt, wie es mit der " guten " Butter schmecken sollte?

Irgendetwas scheint auf dem Markt für Molkereierzeugnisse nicht zu stimmen. Seit Jahresbeginn sind die Preise für Milch, Margarine oder Butter in schöner Regelmäßigkeit in die Höhe geschnellt. Kostete die irische Butter von " Kerry Gold " einst standardmäßig € 1,79 je 250 Gramm - Packung, so bieten die Supermarktketten sie einheitlich nur noch mit € 2,29 an. Die so genannte " Deutsche Butter ", die allerdings nicht immer arisch ist, weil der Kaskopp aus den Niederlanden oder der Österreicher in der Nähe der bayrischen Grenze sowie der Belgier in der Region bei Aachen, seine Exporte in bundesdeutsche Molkereien und Fabriken einbringt, ist von oft € 1,09 bis € 1,29 je 250 Gramm - Einheit auf satte € 1,99 je Beton - Stein gestiegen. Das bedeutet eine Preissteigerung bei den Iren um 28 % und bei den Pseudo - Deutschen um 83 % / 54 %.

Was ist da also los?

Ganz einfach: Durch eine exorbitant gestiegene Nachfrage von Butter in den riesigen Ländern China und USA, verkaufen die europäischen Erzeuger lieber ihre Produkte nach dort hin und verknappen damit den hiesigen Markt, was zu Preissteigerungen in Deutschland führt sowie zur Knappheit in Frankreich, denn dort wird der Preis für Molkereierzeugnisse, also auch für Butter, für ein Jahr festgezurrt. Was nützt aber dort eine Verbraucher freundliche Preisbremse, wenn es nichts zu bremsen? Die französischen Bauern zeigen sich dieses Mal nicht als aggressive Erzeuger, die ihre Produkte auf die Straßen, in die Gullis oder Gräben entsorgen, sondern sie verkloppen sie nach China und in die USA. Genauso unpatriotisch verhalten sich CDU - Stammwähler in Deutschland. Sie exportieren ebenso in die Länder, die viele Geld dafür bezahlen und erhöhen damit auf den einheimischen Märkten die Erzeugerpreise.

Das ist eben Kapitalismus oder, besser ausgedrückt, Weltkapitalismus.

Was also bleibt dem Verbraucher dabei als Reaktionen übrig? Boykottieren sie die Erzeuger? Dieses funktioniert nur sehr eingeschränkt, denn es existiert auf dem hiesigen Markt längst ein Erzeuger - Oligopol, dass die Preise gegenüber dem Handel diktiert. Verbraucht der Konsument weniger Butter, in dem er sie nicht Daumen dick auf jede Stulle schmiert, sie bei der Anreicherung von Soßen eingibt oder sie noch zusätzlich auf das ohnehin fettige Croissant pappt?

Die Franzosen indes haben ganz andere Sorgen, denn es gibt bei ihnen, insbesondere in den Geschäften der Landeshauptstadt kaum noch Butter zu kaufen. Versucht der Kunde oder Konsument diese vielleicht im grenznahen Deutschland, in Belgien oder in der Schweiz zu kaufen, muss er dafür ordentlich viel Geld berappen.

Dem Bäcker in Paris allerdings muss der Preis egal sein. Denn wenn er keine Croissants, die aus einem eigelbhaltigen, mit weniger Zuckeranteilen hergestellten Grundteich gebacken werden, mehr im Angebot gibt, wird er alsbald dicht machen können. Und einen Grundteig importieren, der eventuell billiger sein könnte, geht auch nicht, denn dass verstieße gegen die berühmte französische Esskultur, innerhalb der das Mondsichel artige Gebäck nur selbst und frisch hergestellt als echt und verkaufsfähig angeboten werden darf. Und bei der Herstellung von so einem leckeren Gebäckstück gehört nun einmal " gute " französische Butter, von der jeder Franzose pro Jahr im Durchschnitt 8 Kilogramm = 32 Stücken vertilgt.

Geht die Verknappung der französischen Butter in dem eigenen Land so weiter, werden Käuferströme über die Grenze nach Deutschland einfallen, dort die Regale leer räumen, die " gute " Butter horten und die Preise in Deutschland in die Höhe schnellen lassen. Gut, ja, gut, ich sach´ma´, der Teutone frisst nur knapp 6 Kilogramm dieses Molkereierzeugnisses pro Jahr und könnte sich notfalls mit einfacher Margarine als Brotaufstrich zufrieden geben. Oder, er importiert eben mehr aus Irland. Das würde jedoch den Patrioten der AfD nicht gefallen. Die müssten dann sofort eine Anfrage in den Deutschen Bundestag einbringen, die da lauten könnte:

" Was beabsichtigt die Bundesregierung gegen die Butter - Verknappung und deren Verteuerung zu unternehmen, damit der deutsche Volkskörper nicht weiter ausgezehrt wird und systematisch im Kampf gegen einfallende " Scheinasylanten - Horden " geschwächt wird? "

Also: " Mutti ", dann ma´Butter bei die Fische!

" Bröselmaschine " - " Na, so was " - 1976: