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Mittwoch, 30. November 2016

Metallisches Halligalli in Berlin




Noch 24 Tage, dann ist Heilig Abend und Weihnachten. Für viele Menschen, die jetzt noch keine Geschenke für ihre Liebsten und nicht so Geliebten besorgt oder bestellt haben, läuft der Countdown gnadenlos herunter. Wohl denen, die sich über derartige Nebensächlichkeiten keine Gedanken machen müssen, weil sie keine Weihnachtsgeschenke zu vergeben haben. Aus welchen Gründen auch immer.

Während draußen die Innenstädte mit Weihnachtsschmuck, sehr oft hell leuchtend, ausgestattet worden sind, wälzen sich Massen in den Einkaufspassagen, um - trotz des elenden Gewühls - dann doch die richtige Geschenke zum Fest zu ergattern.

Vor vielen Jahren, als die Hochzeit der CDs anlief und zur Erfüllung der damit verbundenen Abspieltechnik, auch ein CD - Player eingefordert werden musste, hatten es viele Eltern von entsprechend alten Kindern, einfach. Sie kauften einen Player als Weihnachtsgeschenk. Die Silberlinge gab es dann zu anderen Anlässen oder zum nächsten Frohen Fest.

Aus den CD - Playern wurden alsbald Discmans, die es in ungezählten Ausfertigung und diversen Preisklassen gab. Einige Jahre später wurden dann CDs selbst gebrannt. Der Kollege Computer ermöglichte dieses. Ob nun legal erworben oder illegal herunter geladen, das war völlig egal. Hauptsache es war Musik.

Dann kam ab den frühen 1990ern die Handy - Welle. Inzwischen sind die flachen Mini - Computer in der Lage, dort unzählige Musiktitel aufzurufen. Die CD hat - zumeist - wieder ausgedient.

Doch die vielen Musiker werden nicht müde, auch das Weihnachtsfest zum Anlass zu nehmen, ihre künstlerischen Ergüsse als Alben heraus zu geben.
Obwohl die Protagonisten zumeist mit Bühnenauftritten inzwischen wesentlich mehr Kohle verdienen. Die Tradition, einige Wochen vor der Kauforgie zum Heiligen fest, sich mit einem werbewirksamen Feldzug für ein Album, bei den Fans in Erinnerung zu rufen, bleibt immerhin noch unangetastet.

Da las ich vor einigen Tagen in einem Post des Kollegen Octapolis, dass die Heavy Metal - Truppe " Metallica " am 18. November ein neues Album auf den Markt gebracht hatte. Obwohl ich nun kein Hard Core - Fan der Band um James Hetfield, Lars Ulrich und Co. bin, hätte ich es auch mitbekommen können. So aber erstaunte mich ein vom Blogger - Kollegen dazu " eingefrutteltes " Video, in dem Hetfield nebst Mitstreiter es ordentlich krachen lassen. Ehrlich gesagt, ich musste bei dem dort gespielten Titel mindestens zwei Mal hinsehen, um den juten James, der hier lange Matte ( Perücke ) trägt, auch als solchen zu erkennen.

Egal, dat Stück gefiel mir und so informierte ich ich mich ein wenig zu dieser Neuerscheinung auf dem Musikmarkt - quasi gewollt, kurz vor Weihnachten.

Und, bei jener Internetrecherche, wurde mir - so ganz nebenbei - von dem Auftritt der Metaller im Circus Halligalli in Berlin Kenntnis gegeben. Hetfield, Ulrich und die beiden weiteren Metalllisten, traten am 14. November vor einer kleinen Zuschauerzahl von 350 Köpfen auf und gaben hier ein Mini - Konzert, innerhalb dessen, auch Stücke der neuen CD " Hardwired...To Self - Destruct " eingebettet waren. Eigentlich haben es die vier Musiker nicht nötig, sich in einem so winzigen Umfeld auf die Bühne zu stellen, um die überschaubare Zahl von Fans zu beglücken. Doch " Metallica " gaben sich in Berlin die Ehre.

Das Gastspiel wurde eine Woche später bei KabelEins als Aufzeichnung gesendet.


http://www.bz-berlin.de/kultur/musik/metallica-ueberraschten-mit-kleinem-club-konzert-in-berlin



Eine schöne Überraschung. Leider habe ich die Sendung verpasst. Doch: Es gibt ja das all wissende Internet, dass auch so etwas nicht vergisst.

http://www.kabeleins.de/musik/metallica-live-in-concert/metallica-live-in-concert-ganze-folge

Das Album " Hardwirde .... To Self - Destruct " ist natürlich der absolute Renner. Ein prima Gag der Band, die nicht nur auf ihren Tourneen und bei ihren Auftritten vor einem Millionenpublikum
spielt, über mehr als 35 Millionen FB - Freunde verweisen kann und zudem genauso viele Tonträger verkauft haben dürfte, sondern natürlich auch längst über einen siebenstelligen Konto - und Vermögensstand verfügt.
Dafür gibt es exzellente, metallische Klänge und nicht nur Halligalli!

Donald Trump, überall?


Die Wahl zur Ernennung des 45. Präsidenten der Verneigten Staaten von Amerika warf bereits vor dem eigentlichen Ereignis lange Schatten voraus. Nicht nur, dass die beiden Kandidaten sich wechselseitig mit Schmutz bewarfen und deshalb dem US - Bürger eigentlich kein wirkliches Programm vorlegen mussten, nein, auch die Polarisierung der Anhänger war für den Betrachter ein Hollywood reifes Schauspiel. Zudem mischten die Medien kräftig mit. Auch jene, die jenseits des Großen Teichs berichteten. Nun ist das Spektakel vorbei und Trump als künftiger Präsident der USA gewählt worden.

Doch, die hiesigen Medien waschen immer noch nach. Aber, nicht nur die, sondern auch die Comedisten haben sich auf den Mann eingeschossen. Trump und seine hohlen Sprüche, die er während des Wahlkampfes absonderte, sind immer noch Thema für jene Gruppe von Künstlern, deren Aufgabe es ist, mehr oder auch weniger unterhaltsame Kleinkunst zu präsentieren. Das gelingt nicht immer, aber das Bemühen, zu versuchen, das Publikum wenigstens zum Schmunzeln zu bringen, dürfte der Rezipient den Protagonisten nicht absprechen.

Trump ist just in diesem Genre der Unterhaltungskunst ein aktuelles Thema. Nahezu überall finden sich Beiträge zu jener Witzfigur, die er im Wahlkampf gemimt hat. Der ist aber vorbei und Donald " Duck " Trump muss sich jetzt ernsthaft bemühen, eine einigermaßen seriöse Regierungsmannschaft aufzustellen. Was liegt dabei nicht näher, als sich im eigenen Hühnerstall umzusehen. So gab der US - Präsident in Wartestellung bekannt, dass er seine drei Kinder sowie den Schwiegersohn seiner Tochter Ivanka in das Berater - Team aufnehmen wird.

Aha! Es bleibt damit eigentlich alles in der Familie?

Ansonsten gibt es die befürchteten Personalien, die da sind: Alte, weiße Männer für einen alten, weißen Mann.

Diesen Fakt nahm nun der hoch stilisierte Comedy - Hengst Mario Barth auf die Schippe und kalauerte dazu in einer seiner Sendungen, sinngemäß:
Donald Trump habe eine weitere Entscheidung zu der Ämterbesetzung in der Regierung getroffen und für den Posten des Innenressorts Kim Kardashian ernannt. Damit habe er den größten Arsch im Weißen Haus.

Barth selbst ist aber auch so einer, denn er ließ über den Bunt - Blöd - Brüll - Müll - Reklame - Sender RTL sich in einer Sendung vor dem Trump Tower zeigen, wo er vormaittags vergeblich auf Demonstranten gegen den Gewählten wartete. Tatsächlich gab es die Kundgebung erst am Abend. Peinlich für Barth und peinlich für RTL. Hauptsache die Quote stimmt und die Werbeeinnahmen sprudeln kräftig, um die Gewinne zu steigern.

Ganz im Sinne des dicken Arsches Trump!





Dienstag, 29. November 2016

Es wird geblitzt: Auf der A 13 zwischen Dreieck Spreewald bis Ortrand



Wer kennt sie nicht, die Verkehrsfunknachrichten in denen täglich über Baustellen, Staus und Gefahren durch Gegenstände hingewiesen wird. Zu dieser Art von Meldungen gesellen sich in schöner Regelmäßigkeit auch Radarfallen. So genannte Blitzer, die an den Straßenränder platziert, auf unterschiedliche Weise, das einzuhaltende Tempo der Fahrzeuge kontrollieren und bei dessen Überschreitung, dann Fotos für das Familienalbum fertigen.

Eine besonders begehrte Strecke für jene Geschwindigkeitsmessungen ist der Teilabschnitt der Bundesautobahn 13 zwischen dem Dreieck Spreewald und der BAB - Abfahrt Ortrand. Sämtliche dazwischen liegenden Aus - oder Auffahrten zu verschiedenen Städten und Orten befinden sich im Bundesland Brandenburg.

Brandenburg ist ein eher armes Bundesland, dass über eine geringe Wirtschaftskraft verfügt und jeden Euro an Einnahmen dringend benötigt, um die beschlossenen und aufgetragenen Aufgaben zu erfüllen. Da gelten Geldquellen, wie jene Verwarnungs - und Bußgelder aus Verkehrsdelikten alle Male als willkommen.

Es war der Tag, an dem in Berlin der Große Regen kam, der 27. Juli 2016. Gegen 15.00 Uhr zog auf der süd - östlichen Richtung eine riesige schwarze Wand in Richtung Bundeshauptstadt auf. Nur etwa eine halbe Stunde später ergoss sich ein Unwetter über große Teile der Millionenstadt, das Starkregen mit sich brachte, welcher binnen weniger Minuten ein Verkehrschaos verursachte.

Der Unwetterhölle nach etwas mehr als 1 Stunde entronnen, fuhr der Berlin - Besucher wieder in Richtung Heimat. Doch außerhalb der Bundeshauptstadt war von einem Unwetter nichts zu merken. Insbesondere nicht in den Weiten der brandenburgischen Einöde. Und so ließen sich die Blitzer auf der A 13 auch nicht von jenem Ereignis in Berlin beeindrucken, sondern blitzen dort, wo es eine Geschwindigkeitsbeschränkung gibt. Obwohl jene 80 Km/h auf der beinahe tadellosen Strecke in Richtung der sächsischen Landesgrenze völlig Unsinn ist.

Wo aber 80 drauf steht, da muss auch 80 eingehalten werden. Basta!


http://www.autobahnatlas-online.de/A13.htm

Es blitzte dann gegen 19.35 Uhr an jenem denkwürdigen Tag, als in Berlin der Große Regen kam und das Chaos.

Mehr als 3 Wochen später flatterte ein Anhörungsbogen in das Haus. In diesem war zu lesen, dass der Halter eines PKW eben an jenem Tag zu dieser Uhrzeit die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 12 Kilometer ( nach Toleranzabzug ) überschritten haben soll. Es wurden dazu - wie üblich - die Vorschriften zitiert und ein Verwarnungsgeld von 20 Euro benannt.

Nun, dieser Betrag ist nicht sehr hoch. In Italien wären dafür wohl das Vierfache, in Österreich das 1 1/2 Fache und in Norwegen mehr als das 17 Fache, nämlich satte 2.600 NRK fällig. Also: Weshalb darüber klagen? Aber die Sache hinterfragen, das ist das gute Recht eines jeden Ertappten. Insbesondere dann, wenn er es gar nicht war, der gerast sein soll.


http://www.kanzleinowack.de/geblitzt-auf-der-a-13-bei-km-6059-in-fahrtrichtung-dresden-as-luebbenau-dreieck-spreewald-brandenburg/

Also, versuchte ich mich mittels benannten Code in die Seite der zuständigen Polizeidienststelle einzuloggen, um mir die geschossen Fotos in Ruhe anzusehen. Trotz x-facher Versuche - es gelang mir nicht. Die Datei konnte von mir nicht aufgerufen werden. Ich hatte deshlab keine Möglichkeit, die Bilder aus dem Blitzgerät zu überprüfen.

Ich schrieb der Dienststelle eine Mail und monierte dieses technische Problem und bat, die so genannte Beweisfotos auf dem Postweg zuzusenden.

Dann wartete ich. Eine Woche, zwei Wochen, vier Wochen bis heute. Es geschah nichts.

Die zuständige Sachbearbeiterin war wohl überlastet. Sie konnte vielleicht die Vielzahl der Verkehrsvergehen, die tagtäglich dort festgestellt werden nicht allein bearbeiten. Das ist oft so. Die Kommunen sparen, weil sie für zusätzliches Personal aber auch kein Geld haben, wird eben versucht, nur die " dummen Schafe " abzumelken, die bezahlen oder sich nicht wehren, weil sie sich nicht auskennen.

Ich hingegen kenne mich aus. Schließlich habe ich diesen Beruf ja erlernt, in dem ein armer Sündern auch dann arm bleibt, wenn er im Recht ist; ihm aber Unrecht widerfährt, weil er eben arm ist. Das ist so, in der Endlosschleife, wenn Gerechtigkeit vom Geld abhängt.

Das Großmaul Kahn, der angebliche Fußballexperte, der jetzt bei " sky 90 " auch öfters seinen Senf zum " kriselnden " FC Bayern abgibt, wurde vor einiger Zeit mit seinem Mercedes geblitzt und bezahlte nichts, weil ein von ihm gekaufter Privatgutachter dem zuständigen Amtsgericht eine Expertise vorlegte, in der absoluter Schwachsinn verzapft wurde.

Ich brauchte dafür keinen Gutachter, denn es reichten profane Kenntnisse über die Funktionsweise der Bußgeldstelle, in der eine gehetzte, halbtags tätige Sachbearbeiterin Tausende von Verkehrsdelikten zu verwalten und zu prüfen hat und dafür nur ein lumpiges Gehalt erhält. Weil die Kommunen sparen müssen und kein Geld für Personal ausgeben können, wohl aber rasende Autofahrer zur Kasse bitten wollen, um die eigenen aufzufüllen. Das hört sich an, als würde hier die Quadratur des Kreises probiert.

Nun, nämlich nach mehr als 3 Monaten nach dem Zugang des Anhörungsbogens und der Versendung meiner Email, ist die ganze Sache verjährt.


http://www.bussgeldbescheid-einspruch.com/verjaehrung-bussgeldbescheid/

Vielleicht hat die Sachbearbeiterin ja die Anweisung, nur solche Verfahren weiterzuverfolgen, bei denen keine Gegenwehr droht oder die von der Höhe des Bußgeldes lukrativer sind? Einst stellte der BGH klar, dass es keine Gleichbehandlung im Unrecht gibt. Das heißt: Nur die Dummen hängt man, auch wenn ein Reicher und ein Armer gleichzeitig beim rasen erwischt wird.

So ist es, in diesem, unserem Lande und dem dazu gehörigen Rechtssystem. Aber: Deshalb muss niemand die AfD oder sonstige Phrasiologen aus der völkischen Szene wählen.

Gut´s Nächtle! Mit: " ZZ Top " und " Arrested for driving while blind " ( 1980 ):



" Frau Mustermann, bitte! Frau Dr. Mustermann! "



Es gibt Lebenseinschnitte, vor denen sollte sich der Durchschnittsmichel - aber, nicht nur der - wirklich fürchten. Dagegen ist Armut, Not und soziales Elend, eher eine Klacks; ein Massenproblem, jedoch durchaus abänderbar. Doch, wenn es um die Gesundheit eines Menschen geht, dann muss dieser eigentlich dafür dankbar sein, dass er nicht krank ist oder es wird. Kranke Menschen haben es häufig nicht leicht. Sie benötigen nicht nur fremde Hilfe, sondern vor allem auch Zuwendung und insbesondere ärztlichen Beistand.

Da saß ich zum wiederholten Male - nur als Gast, nicht als Patient - im Warteraum des Strahlentherapiezentrums der Klinik Dresden - Friedrichstadt und las im " SPIEGEL " einen längeren Artikel über die Familie des künftigen US - Präsidenten Donald " Duck " Trump. Nebenbei konnte ich die mir gegenüber sitzenden Patienten beobachten. Es wären zum Teil ältere Damen und Herren - also, noch älter als ich -, die dort auf den Einheitsstühlen Platz genommen hatten.

Schon beim Hereingehen kam mir - obwohl ich höflich die Tageszeit sagte - eine frostige Atmosphäre entgegen. Eisiges Schweigen,eben. Vielleicht könnte es daran gelegen haben, dass mein norddeutsch - bremischer Akzent, den ich auch nach 12 Jahren Aufenthalt in der sächsischen Landeshauptstadt nicht ablegen konnte, mich als " Wessi " verriet, obwphl es ja eigentlich nur ein deutlich gesprochenes " Guten Tag ! " war, dass ich von mir gab.

Also, die alten Zossen, die wie ein Block " Pegida " - Anhänger mir gegenüber saßen, antworteten nicht. Muffig oder - wie es bei uns im Schaumburger Land heißt - grämlich, saßen sie da, die älteren Herren und einige Damen. Argwöhnisch betrachteten sie, wie ich im " SPIEGEL " las. Dem Exponenten der " Lügenpresse ", so, wie es bei den Pegidioten, der AfD und anderen nationalistisch - rassistischen Völkischen heißt. Ihre verächtlichen Blicke ließen mich kalt, selbst dann noch, als ich nach zirka einer Dreiviertelstunde wieder aufstand und beim Herausgehen " Auf Wiedersehen " sagte,

Die alten Zossen waren bestimmt solche, die nach der Wende einen sozialen Abstieg verzeichnen mussten, weil sie vielleicht beruflich nicht mehr Fuß fassen konnten oder eventuell auch krankheitsbedingt. An ihrer grauen Kleidung hätte ich als " Wossi " festmachen können, dass sie der DDR hinterher trauern. Oder sie waren aufgrund ihrer, möglicherweise nur kleinen Rente, nicht in der Lage, sich etwas zeitgemäßere Kleidung, als jenes DDR - Grau, zu kaufen. Im Online - Shops, über das Internet, gibt es spottbillige Herren - Klamotten, die sich auch ein abgehängter Ost - Rentner leisten könnte. Dazu muss er aber in der Lage sein, mit dem Medium umgehen zu können. Das gestaltet sich dann wohl doch, wegen des schon gesetzteren Alters schwierig. Unmöglich ist es dennoch nicht.

Wie dem auch sei, die alten DDR - Zossen saßen eben da und muffelten vor sich hin. Griesgrämig, miesepetrige und wehleidig, weil sie sich zur Bestrahlung für viele Wochen jeden Tag, von Montag bis Freitag dort pünktlich einfinden mussten. Einige von ihnen hatten leicht rote Köpfe - Säufer. Andere husteten herum - Raucher. Ein weiterer, eher in sich gesunkener Herr, sprang plötzlich, wie von der Tarantel gestochen auf, hechtete zu der einzigen Gemeinschaftstoilette und wummerte mit der rechten Faust gegen die Plaste bezogenen Tür. Als diese wenig später geöffnet wurde und eine kränklich aussehende, ebenfalls ältere Frau heraus trat, ranzte er diese laut an.  " Nicht so lange Blockieren, hier!" Ich war etwas peinlich berührt und sah zu der Schar DDR - Zossen herüber. Diese zeigte keinerlei Reaktion oder eher die: " Na, und? "
Die peinliche Situation war alsbald beendet. Ich hatte den " SPIEGEL " - Artikel nicht zu Ende lesen können. Aber: In diesem Fall konnte ich getrost darauf verzichten - bei einem derartigen Umfeld, so gar gerne.

Der heutige Dienstag drohte sich ähnlich abzuspielen. Doch: Im bereits vorweihnachtlichen Ambiente fanden sich völlig andere Patienten ein. Es waren nicht die grauen DDR - Stoffhosenträger mit ihren eisgrauen Kurzhaarschnitten und altem Schuhwerk. An dem heutigen Morgen fanden sich zudem mehr Frauen ein. Einige hatten auch ihren Partner mitgenommen. Dieser Weg, wird nicht nur, sondern ein schwerer Weg sein, sondern er ist es. Da benötigt jeder Betroffene Unterstützung. Die DDR - Zossen hatte keine Partnerin an ihrer Seite. Das mag wohl auch ein Grund dafür sein, warum sie so verbiestert waren.

Eigentlich hatte ich mir bereits während der Fahrt vorgenommen, nicht erneut in den unteren Warteraum der Klinik zu gehen, Ich setzte mich deshalb zunächst auf eine Coach im Foyer, rechts neben der Eingangstür, die um diese Zeit ständig auf - und zu geschoben wurde. Trotzt der doppelt angebrachten Glastüren, die elektrisch betätigt werden, zog es bald an meinen Beinen. Bei Minus 5 Grad Außentemperatur, dürfte es kein Wundern sein. Ich las die " SPIEGEL " - Geschichte weiter. In der Eingangshalle herrschte ein reges Treiben. Auch in der von zwei Mitarbeiterinnen besetzten Auskunft und Anmeldung klingelte minütlich das Telefon. Der von einem verglasten Aufbau abgrenzte Bürobereich der beiden Damen war ebenso weihnachtlich geschmückt, wie ich es unten gesehen hatte.

Als ich beim Lesen kurz aufblickte, erkannte ich zufällig eine November - Ausgabe der Klatsch - und Tratsch - Postille " Bunte ". Das selbst ernannte Organ der Prominenten - Berichterstattung hatte die noch Eheleute Schröder / Schrüder - Köpf auf dem Titelblatt abgedruckt. Es ging in der Überschrift zu jenen zusammen gesetzten Fotos um die Trennung und mehr. Doris Schröder - Köpf soll inzwischen einen " Neuen " haben, was Gerhard Schröder angeblich tief getroffen habe. So ein Schmarren aus München. Dennoch nahm ich mir das kunter - bunte Latrinenblatt kurz vor, um die Geschichte zu lesen. Doris´" Neuer " ist ein Genosse. Huch! Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport Boris Pistorios. Ach! Und beide Protagonisten seien in einander verliebt. Och!

Bei soviel Schund auf drei Seiten, schenkte ich mir das Ende der sozialdemokratischen " Love Story ", klappte die " Bunte " - Ausgabe zu, warf sie mit einem sehr verächtlichen Blick auf den runden Tisch, stand auf, den " SPIEGEL " in der rechten Hand und begab mich in diee untere Etage. Es wurde mir oben zu zugig.

Unten angekommen schaute ich mich kurz um. Nein, es waren dieses Mal, an jenem frühen Dienstagmorgen, keine in Einheitsgrau gekleideten 70jährige zu sehen. Nach und nach erscheinen völlig andere Patienten. Eine jüngere Frau, ein älteres Paar, eine weitere, ältere Frau. Wenige Minuten, nachdem einige von ihnen Platz genommen hatten, wurden sie bereits von einer Schwester im weißen Arbeitskittel aufgerufen. In einem sehr höflichen Ton. " Frau X, bitte! " Es ging jetzt zügig bei der Bestrahlung. Eine erforderliche Zeittaktung, denn die High Tech - Geräte sind sündhaft teuer.

Nach zirka einer Viertelstunde betrat eine jüngere Frau - ich vermutetet, dass sie so um die Mitte Dreißig war - den Warteraum. Ein leises, sogar schüchternes " Guten Morgen " kam über ihre Lippen. Sie sah - trotz großzügig aufgetragenem Make Up - mitgenommen aus. Irgendwie müde, fertig, kaputt. Sie setzte sich auf einen Platz vor mir, den ich aufgrund einer angebrachten Holztrennwand nicht einsehen konnte. Kurz darauf erschien ein Mann, vielleicht im gleichen Alter, er trug modische, jedoch leicht abgewetzte Kleidung. Er hatte einen Dreitagebart und dunkle Haare. Ein grummelndes, unklares " Morgen " kam über seine Lippen, ehe er sich neben die junge Frau setzte.

Einige Minuten später erschien eine Schwester und rief einen Namen auf. Ich nenne ihn hier " Mustermann ". Dann korrigierte sie sich deutlich " Frau Dr. Mustermann, bitte! " Ich schaute auf, sah meine bessere Hälfte leicht irritiert an. Sie dachte das Gleiche, wie ich auch. Eine promovierte Krebspatientin?

Später, so nach den üblichen 7 Minuten, kam die junge Frau wieder. Ich beobachtete sie nur kurz. Dabei fiel mir ihre sehr modische Frisur auf. Nein, der Frisör war nicht teuer, zu dem sie gegangen sein musste; wohl aber die Perücke, die sie trug. Brustkrebs?

Es kann von dieser Volkskrankheit jeder Mensch in jedem Lebensstadium betroffen sein. Diese Krankheit macht vor keinem Alter halt, weil die Menschen in den Industrieländern statistisch immer älter werden, steigt aber die Zahl der Erkrankten drastisch an. Die der Geheilten aber auch. Hiervon lebt eine ganze Sparte der Medizin und der Pharmakologie. Es werden Milliarden zur Heilung und Bekämpfung der - in bestimmten Fällen - tödlich verlaufenden Krankheit ausgegeben. Die Forschung hat - laut einem Bericht, den ich in einer älteren " SPIEGEL " - Ausgabe gelesen habe - bereits Wege zur Herstellung von Arzneien gegen jene tückische Krankheit beschritten.

Die jüngere, promovierte Frau beschäftigte mich den ganzen Tag. Was könnten wohl die Ursachen für ihre Erkrankung gewesen sein? Es gibt einige davon. Rauchen, Alkohol, Chemie, Atom, Uran, Ernährung; vor allem aber seelische Einflüsse. Nun, die Medizin wird irgendwann auch dafür Lösungen anbieten. Doch durch das Martyrium jenes Heilungsprozesses muss jeder Erkrankte selbst gehen. Dazu zählen auch, die erheblichen physischen Belastungen, die latent vorhandene, soziale Stigmatisierung.

Aber auch hierbei gilt: " Wer kämpft, kann verlieren, Wer nicht kämpft, hat schon verloren. "  Ich hoffe, die promovierte Krebspatientin ist eine Kämpferin.


Montag, 28. November 2016

De Iesige Gesell




Am vergangenen Wochenende wurde wieder aufgemännelt. Die Kartons, Kisten und Tüten, die sich über 10 Monate lang in einer großen Holztruhe auf dem Boden befanden und dort friedlich vor sich her schlummerten, sie mussten geweckt werden. Das war ein Befehl!
Weil solche Anordnungen sofort umzusetzen sind, denn meine bessere Hälfte kennt zum kalendarischen Anbruch der Adventszeit kein Pardon, jagte ich bereits einige Tage vorher auf den Boden, um das dort liegenden Weihnachtsinventar nach und nach nach unten zu bringen.

Wie in jedem Jahr, galt es, zu prüfen, ob die Utensilien noch funktionsfähig waren, denn aufgrund ihrer Vielzahl, ist es ab und an zu Kollateralschäden bei dem An - und Abbauen jener Teile gekommen. Und so stand alsbald fest, dass einige Lichterketten nicht mehr brannten, an den Schwippbögen ein paar Lämpchen auszutauschen waren und auch der Herrnhuter - Stern seine Leuchtkraft wegen einer defekten Fassung eingebüßt hatte.

So nach und nach galt es, die defekten Weihnachtsaccessoires wieder in Schwung zu bringen. Seit Sonntag heißt es nun,: " Wenn die Lichtlein brennen "; allerdings nur elektrisch betriebene Lämpchen.

Während wir uns heute bei einem Pott Kaffee und einem exzellent schmeckenden Stückchen Quark - und Apfelstückchen, über meine Installationsfähigkeiten bei der Weihnachtsbeleuchtung gemeinsam erfreuten und dabei eine aufgezeichnete Ausgabe von " Bares für Rares " mit dem Moderationskünstler Horst Lichter sahen, erfuhren wir dabei, dass es einen russischen Maler mit dem Namen Andrei Jegerov gab, der einst wunderbare Winterlandschaften anfertigte. Und eines dieser Bilder wurde nun in dieser Sendung zum Verkauf angeboten. Auf diesem gezeigten Gemälde wird eine Schlittenfahrt im Winter zu einem einsam gelegenen Gehöft gezeigt.
Der Maler fertigte eine Vielzahl von Bildern mit ähnlichen Motiven an.

http://s362930573.online.de/kunden/fungi/gw/andrei-jegorov/
http://www.arcadja.com/auctions/de/egorov_andrei_afanas_evich/kunstler/2808/

Und während ich mir das nur kurz eingeblendet Bild des in der Nähe von Tallinn ( dem einstigen Reval ) geborenen Künstlers so anschaute, erinnerte ich mich an einige Winter meiner Kindheit und Jugend, als dort hoher Schnee lag, die frostigen Temperaturen uns zu schaffen machten, weil die Holz - und Kohleöfen die Räume kaum aufheizen konnten. Oder auch die später im elterlichen Haus installierten Ölöfen, die Räume nicht vollständig aufheizten.
Dann bildeten sich an den kleinen Scheiben der Sprossenfenster Eiskristalle. Draußen schneite es manchmal schon im November und wir wünschten uns später weiße Weihnachten. Nicht immer ging dieser Wunsch in Erfüllung.

Nicht in jedem Jahr durften wir die typische Winterlandschaft vor dem elterlichen Haus bestaunen. Wenn die gepflügten oder mit Wintersaat bestellten Äcker hart gefroren waren. Wenn ein eisiger Wind darüber wehte und den Schneegriesel vor sich her trieb. Wenn auf den Pfützen neben der Straße oder des Wirtschaftsweges sich eine dicke Eisschicht gebildet hatte, dann war Weihnachten nicht mehr weit.

Noch weiter nördlich, in Schleswig Holstein, wo das Land flach ist, wo in der kalten Jahreszeit auf keiner der vielen Wiesen, auf keinem der zahlreichen Äcker und den vielen Deichen, Tiere oder Grünpflanzen zu sehen sind, wird der kalte, oft eisige Wind,  " De Iesige Gesell´" genannt.
Diesen besingt der Liedermacher und mehr Knut Kiesewetter, der vor kurzem seinen 75. Geburtstag feiern durfte.
Der zur Garde jener Künstler aus der wilden Zeit der 1960er Jahre zählende, jetzt in Nordfriesland lebende Kiesewetter, besann sich schon früh auf die Interpretation plattdeutscher Lieder und Texte.


Vor mehr als einer Dekade legte er ein CD - Box - Set mit 4 Silberlingen vor, auf denen sich eine Vielzahl zeitloser Weihnachtslieder befinden, Jene Stücke befassen sich auch mit der besonderen Stimmung der nordfriesischen Landschaft im Winter.

http://knutkiesewetter.de/4cd_wiehnachtstied.pdf

http://tidido.com/a35184373675759/al55d6743c13b521ef2262aadf/t55d6743d13b521ef2262ab49

Das es nicht immer die abgenudelten Klassiker rund um " Stille Nacht ", " O´Tannenbaum " oder " Süßer die Glocken nie klingen " sein muss, beweist aber nicht nur der plattdeutsche Liedermacher:



In diesem Sinne: " Gut´s Nächtle ".  Heute Nacht wird´s wieder mal kalt. Zwar nicht so kalt, wie einst in den 1960ern, den " Schneekatastrophen - Jahren " oder in Russland / Estland oder Skandinavien, aber immerhin - zum Durchschütteln!




Sonntag, 27. November 2016

Der 1. FC Bayern bläst zum Angriff!


Das Jahr nähert sich langsam, aber dafür sicher, dem Ende zu. Noch 32 Tage, dann ist auch 2016 nur noch Geschichte, Eigentlich dürfte jetzt nicht mehr so viel passieren, Nachdem feststeht, dass Donald " Duck " Trump der kommende US - Präsident wird, " Angela " Angie " Merkel erneut zur Wahl als Bundeskanzlerin im nächsten Jahr antreten möchte. Der auch Joachim Gauck folgende Bundespräsident Frank - Walter Steinmeier heißen dürfte, die AfD in der folgenden Bundestagswahl wohl so um die 20 bis 25 % Prozent der abgegebenen Wählerstimmen erhalten könnte und jetzt auch noch der Revolutionsführer aller Revolten gegen die Verblödungsmacht Nummer Eins, die USA, mit dem Namen Fidel Castro im hohen Alter von 90 Jahren verstorben ist.

Doch da dräute seit März 2013 ein Ungemach, dass all die oben genannten Ereignisse in den Schatten stellt. Seine Majestät, der Wurstkönig von Bayern, Ulrich " Uli " Hoeneß, bekannte sich bei seinem tränen - getränkten Abgang zum Verein und gab - unter tosenden, nicht enden wollenden Applaus der Bier trinkenden Hard Core - Fans -  klar vor, dass er wieder kommen werde.

Nun, Bayern -  Uli hat seine Drohung am Freitag in die Tat umgesetzt. Er ist erneut der Präsidnet des Fc Bayern München. Und dieses mit einem traumhaften Wahlergebnis, dass an die Glanzzeiten der Alibi - Wahlen in den Ländern des vormals real existierenden Sozialismus erinnert. Uli hat nunmehr den Thron bestiegen und gleich los geledert, nach er über seine dunkle Zeit - von Jahren darf hier beinahe kaum gesprochen werden, weil die bayrische Justiz im sämtliche Privilegien einräumte, die im Strafvollzug und der Strafverbüßung überhaupt zugebilligt werden können - in Pilcher - Courths - Mahler - Danella - Manier über jene, so schweren Stunden in der Einsamkeit der Einzelzelle in der JVA Landsberg, seiner Hilfe durch die Ehefrau und den Beistand von guten Freunden schwadronierte.

" Uns Uli " kandidierte deshalb, weil der FC Bayern wieder eine starke Führung benötigt - in diesen, ach so schweren Zeiten. Als Tabellenzweiter. Und dieses, wenn auch nur für eine Nacht, mit sage und schreibe 6 ( in Worten: sechs ) Punkten Abstand zu dem primus inter pares RB Leipzig. Dem Retorten - Klub aus Sachsen, der - ohne Tradition, so wie der FC Bayern - es wagt, sich gegen den Herr Gott des Fußballs in Deutschland, aufzumucken.  Zudem ging das hoch stilisierte Treffen der Giganten der letzten 20 Jahre, zwischen dem BVB aus Dortmund und dem FC Bayern aus München, auch noch 1:0 in die Lederhose. Nein, jetzt wird Tacheles geredet.

Zu Tausenden strömten sie herbei. Die FC Bayern - Mitglieder, um dem " Uli " zuzujubeln. In diesen schweren Zeiten, wo " Pep " gegangen ist, kein " Jupp " in Sicht sein dürfte und " Klinsi " zu Ancelotti, wegen der einstigen Vorkommnisse beim FC Bayern, nun wahrlich keine Alternative sein kann.

Deshalb wurde " Uli " wieder FC Bayern - Präsident. Ihm lobhudelten, ihn huldigten die Mitglieder bereits weit vor der Eröffnung der Jahreshauptverhandlungen. In diesen, so schweren Zeiten, in der die " Lichtgestalt " des FC Bayern, seine Majestät der " Kaiser " Franz Beckenbauer nicht mehr Licht verströmt, sondern nur die dunklen Seiten des Halbmondes zeigt, nämlich Geldgeilheit und Lügengeschichten von und über ihn, als solche entlarvt wurden. Ausgerechnet auch von dem intelligenteren Teil der " Lügenpresse ", dem " SPIEGEL " aus Hamburg, der das " Sommermärchen " 2006 zum Millionen - Spiel des Franzl werden ließ.

Nach all diesen unangenehmen Ereignissen in München und umzu, soll, nein,es muss, wieder Ruhe einkehren. Es müssen die Koordinaten wieder gerade gerückt werden. Es muss deutlich gemacht werden, wer hier Herr im Fußball - Oberhaus ist: der FC Bayern!
So hielt der Uli denn auch eine flammende Antrittsrede. Er palaverte über den Sinn des Lebens und dessen schönste Hauptsache der Welt, den Fußball und den FC Bayern. Er benannte dessen Feinde eindeutig beim Namen. Es sind - wie nicht anders zu erwarten - der RB Leipzig und der BVB 09 Borussia Dortmund. Diese werden " wir " wieder angreifen. " Wir " darum, weil " wir " der FC Bayern oder besser: der FC Bayern " Uli " München sind.

Im Wege des vorauseilenden Gehorsams plärrte der Nachrichtenkanal des Mitteldeutschen Rundfunks, MDR aktuell, an jenem Freitag, den 25. November 2016, bereits ab den frühen Morgenstunden über das Großereignis in München, die Wahl des Ulrich Hoeneß zum neuen Vereinspräsidenten, im Stundentakt, die Berichte in den Äther.

Jo, mei, da saß ich doch gerade im PKW, auf der Fahrt zu dem " Ramschladen " Wreesmann, um dort die Weihnachtsdekoration zu vervollständigen, als so gegen 13.30 Uhr eine Moderator doch glatt von dem Mega - Ereignis in der bayrischen Landeshauptstadt berichtete. Doch: Was war das? Hatte ich mich verhört? Hatte ich bereits Halluzinationen? Oder behauptete der MDR aktuell - Mitarbeiter nicht gerade, es handele sich um die Jahreshauptversammlung des ! 1. FC Bayern München "?
" 1. FC "? Holla, die Waldfee! Dat is so schlimm, wie Carmen Thomas´" Schalke 05 " vor mehr als 43 jahren im ZDF ( dem heutigen Rentnerkanal und FC Bayern Hausberichterstatter nebst General - Lobhudel - Kommentator Bela´Rethy´". Oder, so unverzeihlich, wie " Wattenschied 09 " durch den Radio - Moderator des NDR 2 , Günter Maletzko.

Nein, das ist jetzt nicht wahr! Der 1. FC Bayern. Das klang in meinen Ohren, als sei der FC Bayern München, die Nummer Eins der Bundesliga. Wahr er aber doch gar nicht. Sollten sich das Fiktion, Illusion und Realität bei dem Radio - Moderator vermischt haben? Wollte er vielleicht dem " Uli " damit seine verfrühte Aufwartung machen, damit dieser sich - außer über den Hofberichterstattungssendern BR, Sport 1 und " sky 90 ", dann doch bereit erklärt, ein Interview zu geben?

So grölte ich hinter dem Lenkrad des Jaapners mit der grün - weißen Raute und dem " W " auf der
Heckklappe, laut los. " Hah,ha,ha! Der 1. FC Bayern ". Ich konnte es immer noch nicht fassen. War es nun doch nur ein Lapsus in der Hitze des journalistischen Gefechts zu jenem Event, dass unmittelbar bevor stand?

Nachdem ich mich beruhigt hatte, mein Lachkrampf vorüber ging, erinnerte ich mich an die graue Realität des Bundesliga - Alltags. Heute Abend spielt RB in Freiburg. Hmh, wenn sie dort verlieren und Bayern gewinnt, dann würde es doch tatsächlich mit dem Ersten zutreffen.

Am Sonnabend ab 20.25 wusste ich mehr. Die Leipziger vom RB nahmen Freiburg mit 4:1 auseinander. Ich sah mit meiner besseren Hälfte die Demontage bei " sky " live. Es war mindestens ein Klassenunterschied. Dann gewann der FCB am Samstag im " Top - Spiel der Woche " bei " sky " gegen Bayer 04 Leverkusen, den Pillen - Verein am Rhein, knapp mit 2:1. Der alte Abstand von 3 Punkten zu dem RBlern war wieder hergestellt.

Zwischendurch allerdings - und dieses interessierte mich nur - kam es im nicht ausverkauften Hamburger Volksparkstadion zum ersten Nordduell in dieser Saison zwischen dem HSV und meinen Werderaner aus Bremen. Man trennte sich nach einer guten ersten Halbzeit und einem elenden Gewürge in der Zweiten, schiedlich, friedlich, mit 2:2. Der HSV war leicht besser, erzielte jedoch eben nicht jenes Tor mehr, dass zum Sieg erforderlich war. Elend gegen Not im Norden; Luxusprobleme im Süden, der der " 1. FC Bayern " konnte neben der Hoeneß - Wahl über ein glänzenden Jahresergebnis und einer drastischen Steigerung des Gewinns berichten. Doch, das interessierte den anwesenden Jodler im Trachtenjanker - wenn überhaupt - nur am Rande. Im Freistaat, wo Milch und Honig fließen, gibt es - dank " Uli´s " Zauberkünste und Steuertricks keine wirtschaftliche Not. Geld spielt hier keine Rolle. Geld hat man. Und deshalb spielt Geld beim systematischen Schwächen der Konkurrenz eben keine Rolle. Wir sind wir und das ist die Nummer Eins - der " 1. FC Bayern München ",






Freitag, 25. November 2016

Wir wollen: Singen, singen, singen! Wollen: Wippen, wippen, wippen! Wollen: Springen,springen,springen!



Ein ergrauter Fußballfan kann im Verlaufe seines eigenen Lebens doch einige kuriose, skurrile oder auch absurde Geschichten rund um das runde Leder zum Besten geben. Er könnte dabei über Tausende von Elfmetern berichten, die nie und nimmer welche waren. Er könnte über Tore erzählen, die ebenfalls keine oder - nicht so häufig - doch solche waren. Und er könnte über Torpfostenbrüche, Büchsenwürfe und andere Unannehmlichkeiten auf sowie um den Platz herum mitteilen.

Ab gestern bekommt die Palette der Skandale, der Absonderlichkeiten und der Schrullen im Fußball einen neuen Farbtupfer hinzu.

Da hörte ich den Frühnachrichten des Radiosenders MDR aktuell, dass die Landeshauptstadt Magdeburg, die sich als Eigentümerin des dortigen Fußballstadions rühmen darf, für die sie eine Menge Euros in den Hand genommen hatte, um die einstige, baufällige Bruchbude zu sanieren, in Erwägung zöge, ein " Hüpf - Verbot " für das Stadion - insbesondere den Tribünenbereich - zu erteilen. Der Grund dafür läge an aufgetretenen, statistischen Problemen, wenn Tausende Zuschauer dort im Takt auf und ab springen würden.

Häh?  Was soll das denn? Ich dachte, das 22.350 Zuschauer fassende Fußballstadion sei erst 2006 eröffnet worden?  Sicherlich sind 10 Jahre für ein solches Bauwerk nicht gerade viel, doch wenn Pfusch gemacht wurde, sehr wohl.

Es kam, wie es kommen musste: Die Verwaltung der Stadt Magdeburg erließ heute, also am Freitag, den 25. November 2016 eine " Nutzunguntersagungsverfügung " gegenüber dem Verein 1. FC Magdeburg. Damit trifft sie eine Entscheidung, noch bevor sie selbst der berühmte Blitz beim Sch... trifft. Denn wenn die Statik der Stadiontribüne Baumängel aufweist, könnte es zu einem Unglück kommen, der die Qualität jener, vormals in den englischen Fußball - Arenen nahe käme. Die Stadt haftet in solchen Fällen, weil sie nämlich Verpächterin ist und für den Zustand - wohl auch nach dem abgeschlossenen Vertrag - einstehen muss.

Da ein " Hüpf - Verbot " rechtlich, aber auch organisatorisch, wohl kaum durchsetzbar wäre, greift die Stadtverwaltung nach diesem, dann drastischen Mittel. Nun wird sich ein schlauer Kollege, den der Fußballverein 1. FC Magdeburg umgehend zwecks Prüfung der Sach - und Rechtslage beauftragen dürfte, bei dem Verwaltungsgericht den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung in Erwägung ziehen, um die Verfügung vorläufig außer Kraft zu setzen. Doch: Am jetzigen Spieltag steht das brisante Nachbar - Duelle gegen den Halle´schen FC auf dem Spielplan. Der Geist der vielen Fans hierfür ist willig, doch das Fleisch wird wohl eher schwach sein. Oder, um es anders auszudrücken: Welches Rechtsgut ist höherwertig? Das des - zunehmend gefährdeten - Zuschauers auf körperliche Unversehrtheit oder jedes - des Vereins und anderer Beteiligter  - auf Profit?

Die so berüchtigte Fan - Kultur ist - trotzt drastisch erhöhter Sicherheitsmaßnahmen - immer noch auf Krawall ausgelegt. Da bilden die FCM - Anhänger, wie auch jene rechtsradikalen Chaoten aus Rostock keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil. Deshalb geht der Schutz der Randalebrüder vor sich selbst in diesem Fall vor. Spielausfall hin, Geisterspiel her!




Mittwoch, 23. November 2016

Gebäude - Management in Löbtau.



Auf dem Weg zu einem Kurz - Einkauf bei der " Netto " - Filiale an der Tharandter Straße, sah ich wieder, den " Seat "? - Kastenwagen der Firma " GM Gebäudemanagement Dresden GmbH ".  Ab und zu ist mir ein zweites Fahrzeug dieses Betriebs tagsüber begegnet. Tja, eigentlich nichts Außergewöhnliches, denn diese Dienstleister gibt es massenhaft in der Stadt. Und nicht nur hier.
Doch der Firmenname lockte bei mir ein kleines Schmunzeln hervor. " Gebäude - Management "!
Dieses hört sich irgendwie wichtig a. Hochtrabend oder so. Nach einer hochwertigen Dienstleistung. Manager sind ja eigentlich der Inbegriff für verantwortungsvolle Tätigkeiten; gekoppelt mit der Vorstellung, dass diese dafür exorbitant hohe Gehälter kassieren und sich einem luxuriösen Lebenstil hingeben.

Doch da ist längst nicht alles Gold, was glänzt, denn der Begriff stammt bekanntlich aus dem Englischen und lässt sich von dem Verb " to manage " ( bewältigen, organisieren, betreuen usw. ) ableiten. Gebräuchlich ist  hier auch " managen ", womit demnach ein " Manager ", ein Betreuer, ein Organisator oder ein Abwickler sein kann.

Der Manager könnte demnach ein Allrounder sein - ein Mann für alle Fälle. Überall und nirgends einsetzbar. Doch der Schein trügt. Manager ist nicht nur nicht gleich Manager, sondern keineswegs ein Multitalent, dass flexibel verwendbar sein kann, darf, muss. Diese Erkenntnis erhielt ich denn auch während meines USA - Aufenthalts 1984. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nennt sich der Beschäftigte für den hauseigenen Swimmingpool denn nicht einfach Pool - Betreuer, sondern gleich Poolmanager. Der Verantwortliche für einen Supermarkt heißt demgemäß Storemanager und nicht profan Fillialleiter. Oder der verantwortliche Mitarbeiter eines Bahnhofs oder einer Tankstelle, nennt sich Station Manager.

Wir lernen daraus, dass in den Vereinigten Staaten von Amerika somit viele Aufgaben gemanagt werden. Dieses hört sich doch verantwortlicher an, als etwa nur Mitarbeit.

Und so kommt es, wie es in der Arbeitswelt oft kommen muss, über dem Manager steht ein Höheres Tier: Vielleicht ein Generalmanager, der die Manager managt.

Dieser Gebäudemanager also, der bei der Firma " GM " beschäftigt ist, der managte nach meinen Beobachtungen den Vorgarten oder die Wiese einer Wohnalge an der Wiesbadener Straße. Seine Tätigkeit bestand darin, vor dem zu managenden Objekt, das welke, bunte Laub, das der Novemberwind in viele Ecken verteilt hatte, einzusammeln und in blaue Plastesäcke zu stecken, die er in den Kofferraum des Kastenwagens warf. Es waren einige Säcke. Deshalb hatte der Gebäudemanager viel zu managen. Sein Werkzeug, seine Arbeitsmittel oder sein Management war zudem sehr überschaubar. Ein kleiner Rechen, eine winzige Kehrschaufel und ein Handbesen. Dazu eine Rolle blauer Plaste - oder auch Müllsäcke. Das war´s!

Ich hatte meinen Rückweg vom Kleineinkauf bereits angetreten, da sah ich den " GM " - Gebäudemanager immer noch auf der Wiese das Laub managen. " Hmmmmh, ", dachte ich so bei mir, " der benötigt aber viel Zeit für sein Management. "
Immerhin hatte er nicht einmal ein Drittel der überschaubaren Rasenfläche von den Hinterlassenschaften dieses Herbstes gereinigt. Ein schlechter Manager, also?

Wenn ich da meine Anzahl an Weidekörben dagegen halte, die ich bereits innerhalb der letzten Woche auf die Bambuspflanzen gewuchtet hatte? Nun, der Manager macht dieses ja auch hauptberuflich. Ich hingegen bin nur im Nebenerwerb Garden Manager. Und zudem Facility Manager und auch noch Cat Manager. Allesamt anspruchsvolle Tätigkeiten. Und diese helfen mir dabei, mein Ego zu stärken und dienen der self fulfilling prophecy enorm. So, wie das Bloggen - da bin ich hier Blog Manager.

Dabei fällt mir wieder der wunderbare Spruch eines Postbeamten am Schalter der Filiale in Bremen - Horn ein. Es war genau einen Tag nach dem 6. Mai 1980, der im Zusammenhang mit einem öffentlichen Rekrutengelöbnis im Weserstadion in die Annalen der Stadt eingegangen ist, weil dabei randaliert wurde. Ich stand in einer üblichen Warteschlange vor dem Schalter, weil es daneben einfach nicht voran ging. Ein rundlicher Mittfünfziger hatte wohl eine Unzahl von Einschreiben in sein einst noch zu führendes Postausgangsbuch abzustempeln. Dessen Kollege feixte deshalb herum und fragte scherzhaft, ob er dort nicht bald fertig sei. Der dickliche Postkunde gab diesem zur Antwort, es sei eben so, dass diese Tätigkeit eben gewissenhaft ausgeführt werden müsse. Er sei schließlich Wirtschaftsprüfer und müsse auch korrekt arbeiten. Zuvor hatte sich der Herr Wirtschaftsprüfer lautstark über die Vorkommnisse vor dem Weserstadion echauffiert. Er war wohl ein CDU - Mann und diese Zwerg - Pygmäen -Partei war in Bremen äußerst konservativ, weil sie bislang nichts zu bestellen hatte.

Als der vermeintliche Wirtschaftsprüfer sein Postbuch zurück bekam und die Filiale verlassen hatte, scherzte der andere Kollege wieder und sagte: " Du, Klaus ( oder so ähnlich ), wenn ich heute Abend in die Kneipe gehe, dann bin ich auch Wirtschaftsprüfer!"
Ich musste laut lachen. So, wie bei dem Firmenname " Gebäudemanagement ". Hochtrabend oder ein Ballon mit viel heißer Luft, wie die Netzeinträge hierzu verraten:


https://www.google.de/search?client=opera&q=GM+Gebäude&sourceid=opera&ie=UTF-8&oe=UTF-8#lrd=0x4709c66d50e51e7f:0x6c2ca7152726c73a,1,







Montag, 21. November 2016

Mutti Merkel macht ´s wieder?



Jetzt ist die Katze also aus dem schwarzen Sack! Die ewige Kanzlerin, Dr. Angela Merkel, stellt sich für die kommende Wahl zur Legislaturperiode 2017 bis 2021. Sie habe mit sich sehr gerungen, gab sie gegenüber der Top - Talkerin des Ersten, Anne Will, zum Besten. Gerungen? Es wird wohl eher so gewesen sein, dass die US - Wahl, der Clown Trump mit seinen martialischen Sprüchen, die AfD - Deppen und auch die fehlende Personaldecke in der CDU / CSU, sie mehr oder weniger dazu gezwungen haben.

Ihr wird für den Fall, dass sie erneut die Richtlinien der Politik in Berlin bestimmen darf, eine unangenehme Zeit vorausgesagt. Der Rechtspopulismus nimmt nicht nur in diesem, unserem Lande, zu, sondern auch in den Staaten der EU. Keine schönen Bedingungen also, um als überzeugte Europäerin aufzutreten. Die Luft wird dünner, denn bei der nächsten Bundestagswahl wird die AfD mit einem zweistelligen Ergebnis in das Berliner Plenum einziehen und eine andere Opposition darstellen, als es zurzeit der Fall ist.

Sie möchte sich mehr um die " Modernisierungs - Abgehängten " kümmern. Häh? Was oder wer ist das denn? Sie versuchte diesen Fantasiebegriff denn auch gleich zu erklären. Es sollen jene Bürgerinnen und Bürger sein, die aufgrund der regionalen Lage, noch über keinen DSL - Anschluss verfügen, weil die technischen Erfordernisse hierfür noch nicht vorliegen. Aja, das ist also der Grund, warum in Meck - Pomm ganze Landstriche ausbluten und die dort verbliebenen AfD - NPD wählen?

Die Situation der Kaffs in Brandenburg ist aber auch nicht viel besser. Gleiches gilt für die beiden Freistaaten Sachsen und Thüringen. Und auch in Duisburg - Marxloh, Essen - Kray oder Hamburg - Mümmelmannsberg müsste Strukturhilfe gewährt werden. Und zwar in Form von Bildung und ausreichend bezahlten Jobs.

Die gespaltete Gesellschaft ist nicht wegen fehlender Internet - Anschlüsse, zu einer solchen geworden, sondern deswegen, weil Arm und Reich immer weiter auseinander driften. Davon hat Mutti allerdings kein Sterbenswörtchen gesagt. Die soziale Gerechtigkeit als Soziale Frage wird deshalb so nicht umsetzbar sein. 2013 nannte sich das CDU - Parteiprogramm " Angela Merkel ". Und 2017?

" Angie " wird mit diesem Programm im kommenden Jahr für die Union als Kanzlerkandidatin erneut antreten. Ihr scheidender Freund Barack Obama präsentierte einst das " Yes, we can. ". Angela Merkel demnach " Yes, I will "?







Sonntag, 20. November 2016

Der Osten rockt die Erste Liga oder: " Leipzig überall? "


Der hinter uns liegende Freitag, der 18. November 2016, war für Fußballfans ein historischer Tag. Zumindest dann, wenn sie Anhänger des Klubs RB Leipzig sind. Für einige andere Freunde der schönsten Nebensache der Welt, erfüllte sich indes ein Albtraum, denn der dort  gehasste Plastikverein, zudem aus Sachsen, somit aus dem Osten, erklomm - zunächst nur für einige Stunden - die Tabellenspitze der Fußball - Bundesliga in der Saison 2016 / 2017.

Die Leipziger lagen bei dem anderen Retortenverein, Bayer 04 Leverkusen, zwei Mal im Rückstand und gewannen dennoch mit 3:2 Toren. Eine exzellente Leistung, zumal die Mannen um den verpflichteten Trainer Ralf Hasenhüttl bislang keine der 11 Partien verloren haben. Nach etwa einem Drittel aller Pflichtspiele kann sich RB Leipzig rühmen, der derzeitigen Tabellen - Primus zu sein. Das hat vor 25 Jahre, nämlich 1991, der letzte DDR - Oberligameister Hansa Rostock geschafft. Die standen zwar bis zum 7. Spieltag der Saison 1991 / 1992 auf Rang Eins der BuLi - Tabelle; stiegen aber in der Spielzeit in die 2. Liga ab.

Dieses Schicksal wird den Rasen Ballsportclub wohl nicht ereilen. Dafür ist das Vereinsumfeld und dessen aufgebaute Strukturen zu gefestigt. Weil die Vision des Herrn Mateschitz, auch bei dem großen Bruder aus der Nachbarschaft einen erfolgreichen Fußballklub aufzubauen, bislang aufgegangen ist, denn RB ist ja bekanntlich seit seiner Gründung 2009, von der Oberliga aus, ab 2013 mit jener Spielzeit in die nächst höhere Klasse aufgestiegen.

https://de.wikipedia.org/wiki/RB_Leipzig

Dass dieses Phänomen nicht nur mit den Millionen, die der Österreicher in den Klub hinein buttert, zu tun hat, zeigen inzwischen andere Klubs. Hier sind Jahr für Jahr zweistellige Millionentransfers abgeschlossen worden, ohne das sich der gewünschte Erfolg für den Verein dadurch eingestellt hätte. Zwar schießt Geld auch Tore, aber Geld kann auch verbrannt werden, nämlich durch die Verpflichtung von Spielern, die nicht in die Mannschaft passen.

Und da wäre noch der spiritus rector der ganzen Erfolgsgeschichte: Der Fußball - Professor Ralf Rangnick. Er hat bereits vor vielen Jahren als Trainer bei Hannover 96 oder später bei der TSG Hoffenheim gezeigt, dass er seine Vorstellungen vom erfolgreichen Fußball umsetzen kann, wenn die Vereinsoberen ihn nur lassen. Bei Hannover 96 erarbeitete er den Aufstieg von der 2. in die 1. Liga; bei Hoffenheim ließ er nach dem Aufstieg in der Erste Bundesliga erfrischenden Offensiv - Fußball zelebrieren, ehe ihn der ahnungslose König aus dem Kraichgau, Dietmar Hopp, jäh stoppte, indem er dem Gauner - Trio Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer Spieler für den FC Bayern verramschte.

Nun also ein dritter Anlauf. Und dieses Mal redet Rangnick kein Laie hinein. So wuchs über einige Jahre zusammen, was der Fußball - Professor aus Schwaben mit ausgetüftelt hat: Eine Mannschaft, innerhalb derer nicht ständig das Personal wechselt, sondern die sich eher gut kennt.
Deutscher Fußballmeister 2016 / 2017, der RB Leipzig? Die Hasser des Klubs würden schäumen. Und nicht nur die.

Dabei gibt es genug andere Vereine, die von einem Hauptsponsor am Leben erhalten werden.
VFL Wolfsburg ist dafür eine gutes Beispiel.
Und singen können die dort auch nicht.



Deshalb hier das gecoverte Original:



Wesentlich besser als: " Bayjaaaaaaan, Bayjaaaaaaan! " oder " Robbääääähn, Riiiiiiiiiiiiiiiberiiiiiiiiiiih!" und das dauernde Gelaber von der Krise bei dem deutschen Rekordmeister.

Samstag, 19. November 2016

Die Überlebenden nach Jimi Hendrix.



Heute sendete das Spartenprogramm One - ARD, dass nach einer Strukturreform ab dem 1. Oktober 2016 eine Melange aus Beiträgen für die jüngeren Zuschauer anbieten soll, eine Film - und Musikdokumentation über den am 1. Oktober 1970 verstorbenen US - Gitarristen und drogenabhängigen Rockmusiker Jimi Hendrix ausgestrahlt.

Seit dessen Tod sind viele der einstigen Pop - und Rockikonen ihm früher oder später gefolgt. Die Liste der Namen ist lang. Auch in dem bald abgelaufenen Jahr schieden eine Reihe von Musiker von uns.  Die bekanntesten hiervon sind: David Bowie, Glenn Frey, Jimi Bain, Paul Kantner, Keith Emerson, Prince, Leon Russell und zuletzt Leonard Cohen.

http://www.musikworld.de/sonstiges/html/galerie/2010-2019/2016.html

Cohen zählte neben dem Nobelpreisträger Bob Dylan zu den profilierten Singer - Songwriter der Folk - und Popmusik. Er wurde 82 Jahre alt.

Aber nicht nur die Hendrix - Generation musste nach dessen Ableben, den Tod weiterer Weggefährten aus jener Ära beklagen, die mit dem Woodstock - Festival eines der größten Ereignisse in der Musikgeschichte überhaupt, miterleben durfte.
Nun, der gute Jimi, ist mehr als 46 Jahre tot. Er würde am 27. November dieses Jahres immerhin 74 Jahre alt sein. Ich vermute, er hätte ein solch hohes Alter überhaupt nicht gewollt und wenn er diesen Geburtstag hätte begehen können, müsste er sich mit einer verächtlichen Geste von dem gesamten Zinnober der dabei um ihn herum veranstaltet werden könnte, abwenden.
Das in und mit seinem Namen immer noch Kasse gemacht werden soll, ergibt sich bereits daraus, dass jene Musik - Doku auch auf 2 DVDs mit einer Spielzeit von mehr als 4 Stunden für zirka 21 Euro im Handel zu erwerben ist.

Die Qualität der Aufnahmen aus den späten 1960er und dem Todesjahr 1970 muss als miserabel bezeichnet werden. Zudem werden ungezählte Musiker, die ihn auf der Bühne erleben konnten, in Nerv tötender Weise ausgefragt. Wer Musik aus seiner Schaffenszeit hören möchte, wird bitter enttäuscht. Es gibt nur kurze Sequenzen seiner Lieder und kastrierte Live - Auftritte.

Nun ja, bald ist Weihnachten. Für einen Hendrix - Hard Core - Fan, könnte dieses Film - Musik - Puzzle vielleicht ein absolutes " Must have " sein. So, wie das kurz vor dem großen Fest des Schenkens und Konsumierens angedrohte nächste Album der Rentner Rockband " Rolling Stones ". Die wollen mit ihren insgesamt 289 Lebensjahren auch weiterhin touren. Möglicherweise bis zum 300ten?

Und wenn sie nicht gestorben sind.....

In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit:

" Silberbart ", einer Band aus der Krautrock - Szene, der 1971 auch der kürzlich verstorbene Peter Behrens angehörte, und: " Head Tear Of The Drunken Sun ":



und

" Elster Silberflug ", einer Formation um den Ex - " Guru Guru " - Gitarristen und ebenfalls kürzlich verstorbenen Hans Reiffert, mit: " Hoher Norden ":






1 Stück Stopfen, 1/2 ", verzinkt.



Heute Vormittag erschien der Schornsteinfeger. Er hatte sich bereits einige Tage vorher über einen üblichen Terminzettel angekündigt. Weil er zum Schornstein fegen kam, dieses immer mit viel schwarzen Ruß, der sich im Keller verteilt, verbunden ist, arbeitete ich für ihn ein wenig vor. Ich reinigte mit dem Staubsauger das Abgasrohr des Pelettkessels. Zudem leerte ich die Aschelade, saugte den Brennrückstand im Kesselraum aus und säuberte anschließend den gesamten Betonfußboden des Kellers.

Wie ich da so in Hockstellung meiner Tätigkeit nachging, besah ich mir - eigentlich nur ganz nebenbei - den Pufferspeicher der Heizungsanlage. Ein 800 Liter Gefäß, mit dickem Schaumstoff und einer Schutzhülle ummantelt, damit die Wärme nicht zu schnell verloren geht. Die Anschlüsse und Zuleitungen hatte der Monteur aus Leipzig mit Messing - Fittings versehen. Die nicht benötigten Anschlüsse, allerdings mit nicht verzinkten Eisenstopfen abgedichtet. Die rosten jedoch. Weil sie diese Eigenschaft haben, wird es eines Tages vielleicht Probleme mit der Dichtigkeit geben. Zudem sieht es richtig unansehnlich aus. Hier, die noch glänzenden Messing - Normteile, dort die braunen, mit einer Rostschicht versehenen Blindstopfen.

Irgendwie ärgerte ich mich wieder, dass die Pfeife aus Leipzig keine Messingstopfen genommen hat, die zwar erheblich teurer sind, jedoch weder rosten, noch undicht werden und auch viel besser aussehen. Kurz darauf, noch beim Hantieren an der Pelettofentür, kam mir die Erinnerung an eine Geschichte, die sich während meiner dreijährigen Lehrzeit bei der Herm. Altenburg KG in Bückeburg zu trug. Ich war seit 1. April 1969 bis 31. März 1972  dort in die Lehre zum Einzelhandelskaufmannsgehilfen gegangen.

Der Ausbildungsplan sah vor, dass ich zunächst ein Jahr in dem Eisenwarenlager oder der dortigen Abteilung verbringen sollte. Ab dem 1. April 1970 durfte ich dann für 2 Jahre in den Verkaufsräumen der anderen Abteilungen mich versuchen. Der Eisen - Sanitär - sowie Haushaltswaren Groß - und Einzelhandel in Bückeburg, bot so ziemlich alles an Waren an, was für die Handwerke erforderlich ist. Deshalb existierten dort auch, über mehrere Gebäudeteile verteilte Lager. Der Verkauf erfolgte in einem gesonderten Raum, später dann in einem modernen Anbau.

Weil aber einige Lager davon weit auseinanderlagen, kam es sehr oft vor, dass die angestellten Verkäufer, die nur zum Teil eine entsprechende Ausbildung hatten, Waren, die sie irrtümlich aus den Lagern geholt hatten, einfach auf dem riesigen Tresen liegen ließen. Diese mussten wir als so genannte Stifte, also als Auszubildende, die in der Betriebshierarchie neben den Hilfsarbeitern oder Angelernten ganz weit unten standen, dann wieder zu den vorgesehenen Lagerplätzen zurück bringen. Manchmal kam es aber auf vor, dass in den beiden Taschen des grauen Arbeitskittels, der als Berufskleidung zu tragen war, selbst irgendwelche Waren - oder Verkaufsteile vergessen wurden. Die Kitteltaschen beulten sich dann ordentlich aus und zudem wurde dieser ständig schmutzig.

Es muss ein Samstag im Mai 1971 gewesen sein, als ich kurz vor Ladenschluss um 13.00 Uhr, die beiden Schlüsselbunde aus dem Zimmer des einstigen Chefs und Mitinhabers mit dem Namen August K. holte. Der war zu diesem Zeitpunkt nicht im Raum, so langte ich einfach zum Schlüsselbrett und zog die beiden Bunde ab. Das so genannte Zuschließen zählte - wie das Aufschließen und das Fegen des Verkaufsraumes zu den Pflichtaufgaben der Stifte / Azubis. Da mein Bus gegen 13. 20 Uhr von der Stadtkirche aus los fuhr, mussten diese Arbeiten im Eiltempo erledigt werden.

Ich jagte also mit den Schlüsseln in der Tasche los und schloss Türen und Luken ab. Hierbei gab es eine gewisse Systematik, denn in der knapp bemessenen Zeit, sollten keine Extrawege gemacht werden. In der üblichen Hektik hatte ich vergessen, dass sich in meinem Arbeitskittel noch einige Eisen - Fittings befanden, die eigentlich in das Sanitärlager gehörten, dass ich allerdings schon abgeschlossen hatte. Zudem wollte ich den Kittel zum Waschen mit nach Hause nehmen. Was also tun? Ich sprintete also noch einmal in die obere Etage zum Sanitärlager, schloss dort die Holztür auf, nahm die Fittings aus der Kitteltasche und warf sie in eine Plastik - Lagerschale, die sich gleich neben der Tür befand. Dann schloss ich die Tür wieder zu. Ich jagte zu den anderen Türen und Luken, die ebenfalls abgeschlossen werden mussten. Als ich dabei in die andere Kitteltasche griff, um den dazu gehörigen Schlüsselbund herauszuholen, bemerkte ich, dass dort neben Papierresten, Taschentüchern und Bonbons, zwei verzinkte Eisenstopfen lagen. Genervt nahm ich beide in die rechte Hand, holte aus und warf sie hintereinander in Richtung eines Fensters. Durch die Wucht durchschlugen beide Eisenstücke die Fensterscheiben. Dann schloss ich den Raum sofort zu und lief nach unten, wo ich weitere Türen verschloss.

Ich sprintete zum Raum des Chefs K., der immer noch nicht wieder zurück war, hängte die beiden Schlüsselbunde an die Leiste, zog meinen Kittel aus, presste ihn in die Tasche und verließ das Gebäude über einen Nebenausgang. Dann raste ich die zirka 500 Meter bis zur Bushaltestelle gegenüber dem Kaufhaus Schild und erreichte den Bus nach Bad Eilsen gerade noch.

Das Wocheneide lag hinter mir, als ich gegen 7.45 Uhr aus dem Bus von Bad Eilsen ausstieg. Ich latschte die Lange Straße hinunter. Mein führte an jenen Einzelhandels - und Fachgeschäften vorbei, die es längst nicht mehr gibt. Dann überquerte ich die Lange Straße in Höhe des Eingangsbereichs zum Bückeburger Schloss und nahm den Zugang über das Tor zum Eisenlager, dass längst geöffnet war, weil die Arbeiter dort bereits um 7. 00 Uhr begannen. Ich stieg einige Treppenstufen hoch und gelangte über eine Schwingtür in den Verkaufstaum. Hier brannte schon Licht. Neben einigen Angestellten, war der Chef. August K. bereits in seinem Büro. Er schien mich nicht gesehen zu haben, weil er in irgendwelchen Unterlagen herum kritzelte.

Ich ging die Treppe in den Kellerraum, der sowohl als Lage, wie auch als Pausenraum diente, und stellte meine schwarze Aktentasche, in der sich ein frisch gewaschener Kittel, eine Thermoskanne und eine so genannte Butterbrotsdose befand, stellte diese auf einen ramponierten Holztisch, an dem dann ab 10.00 Uhr die anderen Verkäufer ihr Frühstück einnahmen, zog den Kittel heraus, den Reißverschluss der Tasche wieder zu und den Kittel an. Dann stellte ich meine Tasche seitwärts an ein Holzregal, dass sich vor dem Tisch befand und stieg die Treppen wieder nach oben, um die beiden Schlüsselbunde zu holen. Ich klopfte, bevor ich das - eher einem mit Glas ummantelten Kabuff entsprechende - Büro des Chefs betrat, leicht an den Holzrahmen. August K. sah nicht zu mir auf, sondern immer noch in seine Unterlagen hinein, die er mit einem teuren Füllfederhalter, dass er als Werbegeschenk eingeheimst hatte und auf dem sich ein Firmenschriftzug befand, malträtierte. Ab und zu bewegte sich sein, eigentlich für seine sonstige Statur etwas zu groß geratener Kopf, leicht hin und her, als wollte er damit zum Ausdruck bringen, dass das Quatsch war, was er da las. August K. war ein erfahrener Kaufmann. Er hatte vor vielen Jahren eine der Töchter des Voreigentümers Hermann Altenburg geheiratet und übernahm danach den Geschäftsbereich Eisenwarenein - und Verkauf; während der andere Chef B.. der die zweite Altenburg - Tochter geehelicht hatte, für das Personal zuständig war.

August K. hatte viele Jahre nach seiner Eheschließung eine Affäre mit seiner Sekretärin. Dieses Techtelmechtel ging nicht gut. Hätte er die Ehescheidung gewollt, wäre er mit Nichts gegangen. So aber wohnte und lebte Chef August K. weiterhin bei seiner Familie im Wohntrakt oberhalb des Geschäfts. Aus der Ehe ging der Sohn Martin K. hervor, der irgendwo studierte und damals bereits einen chicen Sportwagen vor. August K. selbst für einen Mercedes Benz; eine der ehemaligen,standesgemäßen Limousinen, wohl einen 220er. August K. muss wohl zu meiner Lehrzeit bereits so um die Ende 50 gewesen sein. Angeblich sollte er in diesem Zeitraum einen Herzinfarkt erlitten haben. August K. war jedenfalls ein sehr ruhiger, ein eher onkelhafter Typ, mit schütteren, ergrauten Haar. Er bereitete uns später dann einige Wochen abends für die Prüfungen vor.

Jedenfalls Chef August K, saß dort in seinem Bürostuhl und las auch dann noch, als ich kurz für einige Schritte in das Büro machte, nachdem er - ohne aufzublicken - ein kurzes " Ja! " gemurmelt hatte. " Ich möchte gerne die Schlüssel holen. ", äußerte ich in einem höflichen, ja vielleicht untertänigen, aber bestimmten Ton, mein Anliegen. August K. hatte mich Monate zuvor mal gefragt, ob ich Angst vor ihm hätte, weil ich eher schüchtern auftrat. Angst wäre wohl der falsche Begriff gewesen; eher einen großen Respekt, der dem geschuldet war, was meine vorherige elterliche sowie schulische Erziehung hinein geprügelt hatte.

Also August K. hörte meine Stimme und nahm langsam den Kopf hoch. Er sah mich wie strafend an, eher er los schnarrte: " Kennst Du das da? " Dabei zeigte er auf einen Eisenstopfen, 1/2 ", verzinkt, der nahezu Mitten auf seinem voll gestellten und mit Papieren belegten Schreibtisch lag. Ich ahnte sofort, was er von mir wollte und musste mich zusammen reißen, um nicht verlegen oder gar rot zu werden. Dann antwortete ich ihm: " Ja, ein Blindstopfen, 1/2 ", verzinkt!" Er sah mich immer noch mit einem strafenden Blick an und hakte nach: " Ein Herr A,B,C,, von der Wäscherei Eggers war vorhin da und erzählte, dass zwei dieser Dinger durch die Scheiben des Gebäudes geflogen seien und einer eine Arbeiterin an der Schulter getroffen haben soll. " Dann kam die existenzielle Frage: " Waren Sie das? " August K. verfiel jetzt in das " Sie ", weil es wirklich Ernst um mich stand.
" Nein, davon weiß ich nichts. ", log ich ihm vor. " Na, gut, der hat ja auch keinen dabei gesehen.", stellte er hierzu abschließend fest. Er widmete sich wieder seiner Arbeit. Ich verließ den Raum und schloss, wie jeden Tag, die Türen und Luken auf.

Kurze Zeit später traf ich meinen Leidensgenossen Jörg W. Er befand sich bereits im dritten Lehrjahr und brauchte deshalb keine Hiwi - Tätigkeiten mehr zu machen. Aber auch W. musste beim Boss wegen des Stopfens antanzen. Denn W. hatte schon einige Schoten gerissen. So baute er zusammen mit einem anderen Lehrling vor meiner Zeit im so genannten Laden, in der Mittagspause eine Zwille. Diese bestand aus einem starken Gummiband, dass die Firma " Rehau Plastik " aus der gleichnamigen Stadt in Oberfranken um die gelieferten PVC - Rohre band, damit diese zusammen hielten und einer mit der Hand zu einem V gebogenen Stange Moniereisen, einem Rest, das nicht mehr verkäuflich war. Dann holte er sich eine Kitteltasche voller verzinkter Eisenkrampen und ging mit dem anderen Stift auf dem oberen Lagerboden. Hier setzte er die Zwille, Marke Eigenbau, in einen mit gebrachten Holzklotz ein. Dann begannen beide mit dem Schießen auf eine auf Pappe aufgemalte Zielscheibe, die sie in den Rahmen eines alten Fensters steckten.

Nach einiger Zeit hörte der Einkäufer G., der sich eher zufällig in dem darunter liegenden Lager aufhielt, das laute Aufprallgeräusch der einschlagen Krampen und zudem das Klirren der kleinen Butzenglasscheiben. Er ging der Sache nach und ertappte die beiden Azubis in flagranti. Beide mussten zur Strafe während ihrer Mittagspause die Fensterscheiben im Glaslager zuschneiden, wieder einsetzen und kitten. G. kontrollierte danach deren Kunstwerk.

Bei einer anderen Gelegenheit erwischte G. diese beiden Azubis und den Verkäufer H. dabei, als sie einen dritten Auszubildenden, der im 1. Lehrjahr war, in eine der vielen Bodenluken gedrückt hatten. Zuvor lockte das Trio den Lehrling dorthin, knebelte diesen mit Hanfstricken und Packband und beschwerte seinen, wie ein U in der Luke hängenden Körper mit enorm schweren Schweißelektroden - Paketen, bis dieser laut um Hilfe schrie. G. hörte dessen Jammern und stellte das Trio zur Rede. Es musste das Martyrium des Lehrlings sofort beenden, sämtliche Utensilien wieder zurückbringen und sich bei dem Gefolterten entschuldigen.

Da W. kein Kind von Traurigkeit war, trank dieser während der Mittagspause von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr regelmäßig in der " Quickteria ", einem Schnellimbiss, der sich an der Straßenkreuzung Lage Straße, Scheier Straße, Hannoversche Straße, an der Ulmenallee 10, befindet, regelmäßig Bier. Er aß er seine Currywurst mit Pommes Frites, rot - weiß, und spielte an den dort installierten Automaten. Eines Tages saß Einkäufer G. auf der uralten Personaltoilette in einem Gebäudenebentrakt, als krachend zunächst die Eingangstür aufflog, die zweite Toilettentür neben G. aufgerissen wurde und brüllend in die Klosettschüssel gekotzt wurde. G. konnte zwar nicht sehen, wer sich dort übergab, er hörte aber an anhand der Bewegungsgeräusche, dass es W. war. Wenig später bekam ich mit, dass G. den Auszubildenden W. daraufhin ansprach und ihm unmissverständlich klar machte, dass Alkohol während der Arbeitszeit verboten sei,

Jedenfalls war W. wegen seiner bekannten Eskapaden bei dem Chef August K. schwer in Verdacht gekommen. Doch W. konnte diesem wohl nachweisen, dass er an jenem Samstagmittag nicht mehr im Betrieb war, als die beiden Stopfen durch die Scheiben der einstigen Großwäscherei Eggers, die von dem Gelände der Firma Altenburg nur durch den Schlossgraben, einem kleinen Rinnsal von aller höchsten 1 Meter Breite, dass die Firma Eggers einst wohl als Abflussmöglichkeit nutzte, getrennt wurden, flogen.

Nachdem der Chef K. später auch die andren Stifte wegen der halbzölligen, verzinkten Blindstopfen und deren seltsamen Standortwechsel befragt hatte, stand fest, dass der Täter nicht ermittelt werden konnte. Das Verfahren wurde somit endgültig eingestellt. Die Firma Eggers, der Nachbar also, bekam die Fensterscheiben umgehend ersetzt und Chef K. entschuldigte sich bei dem Betriebsinhaber, der zudem auch noch Kunde bei Altenburg war.

So verlief einer, jener vielen Dummheiten, die wir während unser Lehrzeit verzapften, noch einigermaßen glimpflich zu Ende. Nicht auszudenken, wenn das Geschoss die nichts ahnende Hilfsarbeiterin an dem Bügel - und / oder Mangelautomaten am Kopf oder in das Auge getroffen hätte. Da aber Dummheiten oft bestraft werden, erwischte uns eines Tages Chef B. bei einem dieser Eseleien. Wir hatten als Stifte die Aufgabe, die riesigen Pappkartons auseinander zu reißen und auf einem Bollerwagen zu legen, mit dem wir anschließend zum hinteren Bereich des Betriebsgeländes fuhren. Dort stand einer uralter, großer Kanonenofen, in dem die Pappe verbrannt werden musste. Oft warfen wir dazu noch kleinere Kartons hinein, die nicht mehr gebraucht wurden. Mein Mitstreiter Heinz D. kam eines Tages auf die Idee in einen dieser Kartons eine Gaskartusche zu legen und solange zu warten, bis die für Lötlampen genutzte Kartusche explodiert.

Wir setzen diese Idee sofort um. Nachdem wir die Pappe angezündet und den Karton mit der blauen Gaskartusche in den Ofen geworfen hatten, warteten wir ein Weilchen. Plötzlich knallte es fürchterlich und der schweren Eisendeckel des Ofens hob sich einige Zentimeter an, ehe er krachend wieder auf den Ofenmantel aus Stahlblech fiel. Diesen Spaß wiederholten wir einige Wochen lang in schöner Regelmäßigkeit. Ehe uns der älteste Sohn des Chefs B. dabei beobachtete. Er erzählte dieses seinem Vater und der bat uns alsbald zum Rapport. Wir logen uns damit heraus, dass die Kartusche wohl versehentlich in den Karton gefallen sein musste. Nun, er konnte diese Behauptung von uns nicht widerlegen. So, wie der zum Wurfgeschoss umfunktionierte halbzöllige, verzinkte Eisenstopfen nicht sagen konnte, aus welcher Menschenhand er in das Fenster der Firma Eggers gelangte.

Dumme Jugendstreiche eben. Über die ich heute noch laut lachen muss.

" The Doors " mit " No me moleste mosquito ", Album " Full Circle ", 1972 ( Lang lebe Jim Morrison ):










Donnerstag, 17. November 2016

Wie geht es eigentlich Anton Schlecker?






Meine bessere Hälfte ist seit vielen Jahren eingefleischte Ebayianerin, Deshalb klingelt bei uns der Paketzusteller, die Briefzustellerin, schlichtweg: der Postmann, mindestens ein Mal pro Woche. Und gerade dieses, nicht mehr wegzudenkende Wesen war es, der kürzlich ein Paket mit 10 Büchern übergab. Bei der Lektüre handelt es sich ausschließlich um Kriminalromane. Nicht gerade mein favorisierter Lesestoff.
Tja, und als ich das Paket öffnete lag - quasi als Innenverpackung - ein blau - weiß gefärbter Karton drinnen.

Es war ein Relikt aus dem ehemaligen Bestand eines 2012 unter gegangenen Imperiums, das da hieß: " Schlecker ".

Anton Schlecker, inzwischen 72jährig, war der Herrscher, der Imperator, dieses Reichs. Es umfasste bis zum Jahr 2008 europaweit 14.000 Filialen mit mehr als 50.000 Mitarbeiten. Diese Größer erreichte Schlecker durch systematische Expansion und Übernahme anderer Verkaufsketten.

Danach begann der Konzern zu kriseln. Die veränderten Marktbedingungen mit ihren Verkaufsstrukturen und das Kaufverhalten sowie diverse Skandale aus den Jahren seit der Firmengründung 1975, brachten den Koloss ins Wanken. Die Umsätze blieben rückläufig. Als Schlecker seine Lieferanten nicht mehr bedienen konnte, stellten viele ihre Warenlieferungen ein.

Am 23. Januar 2012 meldete der Konzern Insolvenz an. Etwa 5 Monate später gab der Insolvenzverwalter das Ende sämtlicher Betriebszweige der Schlecker - Gruppe bekannt.

Nun, beinahe 5 Jahre nach dem Insolvenzantrag, müssen sich Anton Schlecker, seine Ehefrau sowie die beiden Kinder sich wohl wegen des Verdachts der Untreue, Insolvenzverschleppung und des Bankrotts verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die gesamte Familie erhoben. Ein Strafprozess, der vielleicht im Februar 2017 mit einer Hauptverhandlung weitergeführt werden könnte.

Zwischen dem Zusammenbruch des Schlecker - Reichs und einem möglichen Gerichtsverfahren leben die Eheleute Schlecker jedoch weiterhin sehr opulent. Der vormalige Imperator Anton hat zwar aufgrund der von ihm gewählten Handelsform als eingetragener Kaufmann, auch Privatinsolvenz anmelden müssen, doch zuvor und auch danach sollen größere Vermögenswerte - so ein Teil der Anklagetenorierung - den beiden Kindern Maike und Lars Schlecker übertragen worden sein. Die haben ihrerseits nun Gelder ausgekehrt, mit denen sich der luxuriöse Lebensstil der Eltern finanzieren lässt. Zudem existiert eine Leiharbeitsfirma der beiden Sprößlinge, die einst einen stattlichen Gewinn abwarf, weil die Schlecker - Kinder hier etwa 4.300 in Deutschland tätige Mitarbeiter an die Filialen des Papa zu dann erheblich schlechteren Entgelten und Arbeitsbedingungen vermitteln durften.

Und während der Großteil der einst mehr als 14.000 - überwiegend weiblichen - Schlecker - Mitarbeiter fünf Jahre nach der Insolvenz immer noch keine " Anschlussverwendung " vorweisen können, sondern von Hartz IV leben, erfreut sich der Schlecker - Clan des Luxuslebens in Ehingen oder sonstwo.

Es darf dabei jedoch durchaus die Frage gestellt werden: " Wie lange noch? "
Kommt es zu einer Verurteilung der Schleckers, könnten ihnen schlimmstenfalls mehrjährige Haftstrafen drohen.Doch bis damit fließt noch sehr viel Wasser die schöne blaue Donau herunter.


https://www.welt.de/wirtschaft/article154839661/Keiner-weiss-was-Anton-Schlecker-noch-da-oben-treibt.html

Für den kritischen Außenstehenden bleibt aber dennoch festzuhalten:

" Und ist der Handel noch so klein, so bringt er mehr als Arbeit ein. "

Aber auch die Wilhelm Busch´- Variante des sich überschätzenden Menschen ist hier zutreffend:
 





"  Wenn einer, der mit Mühe kaum 
    Gekrochen ist auf einen Baum,

     Schon meint, daß er ein Vogel wär´,

      so irrt sich der.









In diesem Sinne und immer schön bodenständig bleiben: Gut´s Nächtle mit:
" The Savin Rock Gavioli from the Ken Harck Collection " und " The Blue Danube ":



Pamela Ramsey Taylor und der " Affe auf Stöckelschuhen " im Weißen Haus



Über die Nutzung - häufig exzessiv -  der sozialen Medien inkliniert jeder, dass sein Inneres nach Außen gekehrt wird.Manchmal ist dieses Verhalten erforderlich, um das angekratzte Ego ein wenig aufzupolieren. Wer  im Leben eher eine kleine Nebenrolle zu spielen hat, weil er die falschen Voraussetzungen mit brachte, der könnte sich dort eine wenig gröber machen als er tatsächlich ist.

 Da las ich vorgestern, dass eine US - Bürgerin mit dem Namen Pamela Ramsey Taylor, wohnhaft in einem winzigen Nest mit dem Namen Clay, das zirka 40 Kilometer nordöstlich von Charleston, der Hauptstadt des Bundesstaates West Virginia liegt, über ihrem Facebook Account folgendes eingetragen hatte:
" It will be so refreshing to have a classy, beautiful, dignified First Lady back in the White House. I´m tired of seeing a Ape in heels. "

Nun, die freie Meinungsäußerung innerhalb des Zuckerberg Imperiums wird angeblich als Maßstab jedweden Handels genommen. Warum also, soll eine weiße Frau aus einem US - Kaff, die Ehefrau des noch amtierenden Präsidenten Obama, nicht als " Affe auf Stöckelschuhen " titulieren dürfen? Es gibt schlimmere, rassistische Ausraster auf den vielen Millionen Seiten der Facebook - Gemeinde. Weil Zuckerbergs - Truppen nicht das geringste Interesse daran zeigen, auch nationalsozialistischen Schund, Beleidigungen jedweder Art und rassistische Hetze zu unterbinden, denn auch solche kranken FB - Nutzer bringen Dollar in die Kassen, hätte es mich nicht gewundert, dass jene Entgleisung dort einfach verblieben wäre.

Doch, es kam völlig anders. Die zu diesem Zeitpunkt amtierenden Bürgermeisterin des Ortes Clay, mit dem Namen Beverly Whaling, fand den Kommentar ihrer weißen Landsfrau Taylor gar nicht so abwegig und kommentierte dazu:

"  Made my day, Pam. "

Tja, den Tag der hoch wichtigen Bürgermeisterin aus Clay, dem Örtchen mit 500 Einwohner in West Virginia, hatte die gute Pamela vielleicht noch gerettet. Was jedoch danach folgte war nicht mehr zu retten.
Es braute sich ein Sturm der Entrüstung zusammen, der mit voller Wucht die naive Bürgermeisterin traf. Obwohl der Taylor´sche FB - Eintrag längst wieder gelöscht wurde, verbreitete sich die dümmliche Meinungsäußerung in windeseile im Netz. Via Screenshots, die von dem FB - Seiten - Ausschnitt Taylors gefertigt wurden, stellten andere Nutzer diesen auf ihre Seiten.

Dat Ding bekam danach eine Eigendynamik. Innerhalb kurze Zeit bekundeten mehr als 150.000 Menschen nicht nur ihren Unmut über das Verhalten der Bürgermeisterin aus Clay, sondern sie forderten auch ihren Rücktritt.  Die adrette Beverly aus Clay bekam dann doch kalte Füße und gab - so die Meldungen - das Amt einen Tag später auf.

Die Verursacherin der Kampagne gegen die Ex - Bürgermeisterin, Taylor, schien wohl geahnt zu haben, was da auf sie zukommt und ist seit dem über ihre Facebook - Seite nicht mehr erreichbar.
Dieses könnte den Vorteil haben, dass sich die empörte Netzgemeinde nun wichtigeren Dingen widmen darf, anstatt sich über eine weiße, dicke, mondgesichtige US - Amerikanerin und den in ihr latent vorhandenen Rassismus zu echauffieren.


http://web.de/magazine/politik/rassistischer-post-michelle-obama-us-buergermeisterin-kritik-zurueckgetreten-32013430

" Jimmy Witherspoon und " Blues in the morning ":



Mittwoch, 16. November 2016

Der VFB Stuttgart und die Feinstaublunge.




Die hoch technisierten Naturwissenschaften haben ja so einige - für manchen Wissbegierigen - offene Fragen inzwischen geklärt. So unter anderem auch jene, ob es den Mann im Mond gibt; auf dem Mars Wasser existiert und wie viele Monde der Saturn hat. Geklärt werden konnte bislang nicht, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, ob ein Gott existiert und was zu erst da war: Die Henne oder das Ei, Den Weihnachtsmann gibt es danach zwar nicht in den US - amerikanischen Konsumdreck - und Kinofilm - Abarten als Santa Claus, wohl aber in den menschlichen Variationen vom Polarkreis über Sizilien bis hin zum Südpol. Der Osterhase indes ist in der verkaufsfähigen Form aus Schokolade und mehr bekannt, jedoch nicht als lebender Rammler auf Feld, Wald und Wiese je gesehen worden. Zudem können Geburtstage zu Lebzeiten nur so lange begannen werden, bis der Mensch stirbt; es sei denn: Dieser hat etwas angeblich besonderes für sich und die Menschheit geleistet. Dann jubeln ihn die Medien auch nach seinem Ableben noch zu ( Stichwort: Luther, Martin ).

In diesem Gesamtgefüge von wissenschaftlichen Erkenntnissen bewegt sich längst die schönste Nebensache der zivilisierten Welt: der Fußball. Wer ein profanes Bundesliga - Spiel bei dem Bezahlsender " sky " sich zu Gemüte führen möchte, der wird mit statistischen Werten nahezu zu gepflastert. da gibt es die angezeigten Laufleistungen der Spieler, die dank eines Mikrochips in den Fußballschuhen als Exklusivmodell der über bezahlten Protagonisten eingearbeitet sind und jeden Schritt der Aktiven überwachen ( eine Art high tech - Variante mit Gestapo - KGB - Stasi - NSA - Allüren ). Daraus addiert sich dann später - für den sabbelnden Kommentator und den bezahlenden Glotzer sichtbar, eine Gesamtlaufleistung, die häufig 10.000 Meter und mehr in über 90 Minuten ausmacht.

Zudem gibt es auch noch eine Statistik zu der Anzahl der Torschüsse ( bei dem blamablen Eröffnungsspiel der Bazis gegen meinen SVW, waren es bei den Grün - Weißen deren Null ), zu den Pässen eines jeden Akteurs, der Passquote ( besser wäre die Bezeichnung Passeffizienz ), die sich aus der Anzahl gespielter oder abgegebener Pässe, der zu dem eigenen Mitspieler dabei angekommenen Bälle und der Fehlabspiele errechnen lässt. Dann kommen solche profanen Erkenntnisse, wie Tore, Ecken, Freistöße, Fouls, Gelbe und/oder Rote Karten hinzu. Nur bei der Anzahl der Einwürfe scheint noch keine Verwissenschaftlichung des Spiels vorzuliegen. Das muss ja auch nicht sein, denn hier gibt es auch die Möglichkeit, dieses in statistische Erhebungen von regelkonformen, falschen und zum eigenen Mitspieler gebrachten Einwurf zu unterscheiden.

Jenseits jedweder Statistik, die am Saisonende, also nach 34 Pflichtspielen, gnadenlos fest hält, welcher der 18 Vereine auf welchem Tabellenplatz liegt. Neben wir dabei einmal den Meisterschaftsabonnenten aus dem Bazi - Land heraus, dann wäre es theoretisch möglich, dass jeder der übrigen 17 Klubs absteigen könnte. Das bedeutet, jedes Pflichtspiel dürfte eine Begegnung gegen den Bundesligaabstieg sein. Wer also jene zwei oder im schlimmsten Fall drei Ligavereine sind, die dann in die 2. Klasse hinunter müssen, bestimmt auch die Statistik. Diese ist - entgegen der Churchill´schen Behauptung - nicht gefälscht, sondern zeigt sich am Saisonschluss unbeirrt.

Dazwischen indes kommt es zumeist darauf an, welcher Verein welche Spieler unter Vertrag nehmen konnte und inwieweit diese überhaupt zum Einsatz kommen können. Dabei bedeutet Qualität auch, wer hat die meisten Moneten. Und dieses ist nicht erst seit Beginn der Ära Hoeneß mit seinen illegalen Finanzkunstwerken, alle Male klar. Wer also mithalten möchte und nicht von Saisonbeginn an gegen den Makel der Roten Laterne ankämpfen möchte, der muss Zaster für teure Akteure auf das Silbertablett legen.

Einige Klubs, so auch der VFB Stuttgart, wollten dieses seit vielen Jahren nur noch bedingt umsetzen. Sie versuchten sich in anderen Geschäftsmodellen, so auch jenes, eben junge Spieler heranzuziehen und diese später zur Erstligareife zu verhelfen. Oder, sie versuchten sich in der Verpflichtung unbekannter, vermeintlich talentierter Männer, die im Verein ausgebildet werden, um in der Ersten zu bestehen. Welcher Weg auch immer eingeschlagen wird, er endet dort, wo der Latrinenverein aus München seine schmierigen Griffel ausstreckt, um überdurchschnittliche Profis dem Gegner abzuluchsen. Fallen Leistungsträger aber erst einmal weg, kann der betroffene Verein dieses eher selten kompensieren. Er gleitet danach - im günstigsten Fall - in das Mittelmaß ab.

Da las ich in der Ausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazins " DER SPIEGEL " ( Nr. 42 / 2016, S. 102 ), dass laut einer wissenschaftliche Untersuchung, die schadstoffbelastete Luft innerhalb der baden - württembergischen Landeshauptstadt, der Grund für den Abstieg des VFB Stuttgart in der abgelaufenen Spielzeit gewesen sein soll. Hiernach haben Messungen ergeben, dass Stuttgarts Luft einen sehr hohen Feinstaubanteil verzeichnet. Dieses hat - nachvollziehbar - mit dem enormen Individualverkehr zu tun, der sich täglich in die Stadt ergießt. Stuttgart liegt bekanntlich in einem geografischen Kessel und ist dadurch besonders gefährdet. Weil die Feinstaubbelastung an zu vielen Tagen zu hoch und damit gesundheitsbeeinträchtigend ist, müssen auch die Berufsfußballer jene unsaubere Luft während des Heimspiels einatmen, was wiederum zu einer Leistungsbeeinträchtigung führe. Dieses sei demnach der Grund gewesen, warum der VFB am Ende die Klasse nicht mehr hat halten können.

Ehrlich gesagt: Die Wissenschaft kann so manches Märchen auftischen, ob es am Ende geglaubt wird, hängt überwiegend davon ab, inwieweit die Medien es in die Öffentlichkeit bringen. Feinstaubbelastung und Bundesligaabstieg, eine neue Variante eines Ammenmärchens, um die Unfähigkeit eines Vereinsvorstandes, des Trainers oder sonstiger, sich in leitender Position befindlichen Männer, zu kaschieren. Der VFB ist 2015 / 2016 nicht deshalb auf Platz 17 gelandet, weil im Stadion bei Heimspielen " dicke Luft " gemessen wurde, sondern weil mehr Spiel verloren als gewonnen, weniger Tore geschossen als kassiert und und zu viele mittelmäßige, aber hoch bezahlte Berufsfußballer für den Klub auf dem Rasen standen.

Hierzu die Statistik:

17.VfB Stuttgart 34 9 6 1950:75−2533


Die lügt eben nicht. Eine Notlüge indes dürfte wohl die Hypothese von der " schlechten Luft " im " Gottlieb Daimler - Stadion " sein, in dem der VFB seine Heimspiele absolviert. Wäre dieses der wahre Grund für den Abstieg des Klubs in diesem Jahr, müssten auch andere Vereine aus den Großstädten, in denen die Luft stark belastet ist, abgestiegen sein. Und, so der Umkehrschluss, in den Metropolen mit sauberer Luft, weil dort eine ständige frische Brise herrscht, wären die Vereine im Kampf gegen die Bazis, um die Meisterschaft dabei ( so in Hamburg oder Bremen und da beispielsweise im Kraichgau keine " dicke Luft " im Stadion gemessen wird, hätte die TSG Hoffenheim zumindest an den CL - Plätzen geschnuppert.

Die Realität sieht jedoch völlig anders aus, weil der Klub mit den meisten Euronen auch den erfolgreichsten Fußball spielt. Bei allen Erklärungsversuchen zum VFB - Abgang in der letzten Saison, lassen sich doch wohl einige Fußballweisheiten des verstorbenen Trainers Sepp Herberger nicht leugnen: " Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Der nächste Gegner ist immer der schwerste und nach dem Spiel ist vor dem Spiel. "
Aber auch der Fußballer Adi Preißler stellte weissagend fest: " Entscheidend ist auf dem Platz. "
Und der Großverdiener Franz " der Kaiser " Beckenbauer erkannte: " Ja, gut, ist gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage. "

Oder, um es mit den abgewandelten Worten des großen Gary Lineker auszudrücken:
" Fußball ist ganz einfach. Es laufen 22 Mann 90 Minuten dem Ball hinter her und am Ende gewinnen immer die Bayern. " Die sind nämlich - so die Quintessenz des " SPIEGEL " - Artikels: Feinstaubluft resistent.

Na, gut, gut, ich sach´ma´, ich glaube, egal ob Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien und nicht England!

" Hermes House Band " : " Football´s coming home.. ":