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Sonntag, 30. Oktober 2016

Blöde Namen an Bord.


Während des Ausführens unseres Pflege - Hundes passierte ich diese, in einer Parktasche abgestellte Familien - Kutsche. Ob sich ein Kindersitz im Inneren des Karrens befand, konnte ich wegen der verschmutzten und beschlagenen Scheiben nicht erkennen.


Weil sowohl der Vornamen des Kindes - offensichtlich ein Mädchen - genauso dämlich, wie die Karosse mit der es wohl transportiert wird, sein muss, erinnerte ich mich an einen Post, den ich vor längerer Zeit zu diesem Thema eingestellt hatte.




Dumme, " blöde ", " scheiß " oder " bescheuerte " Vornamen gibt es zuhauf. Um seine Brut aus der Masse heraus zu stellen, bedarf es immer weiterer bekloppter Namenskonstruktionen, die mit Fantasie nicht mehr viel gemein haben; sie sind einfach nur dämlich.##

Und so hat sich zu dem einstigen Trend, den vermeintlich ausgefallenen Namen des Kindes mittels aufgepappten Aufkleber an dem Heck des Schlorren in der Öffentlichkeit anzuzeigen, eine direkte Gegenbewegung gegründet. Diese reagiert auf jenen Mumpitz, dann so:








Die Entrüstung, die Empörung, der sich angepisst gefühlten Muttis war alsbald groß. Viele echauffierten sich, weil die Gossensprache jener Anti - Aufkleber natürlich nicht die feine Art sein dürfte. Doch: Wenn Mütter in ihrem Sprössling bereits einen Hochbegabten erkennen möchten, nur weil dieser mit zwei Jahren statt " Dadada " oder " Eia, eia, popeia ", vielleicht einen Halbsatz sprechen kann, weil er oder sie zum Chinesisch - Unterricht gekarrt werden, obwohl die Eltern diese Sprache selbst nicht beherrschen und, wenn ein Knirps aus einem Kinderbuch auf Kommando die abgebildeten Tiere korrekt zeigt, dann macht es zumindest Sinn, den Stolz der Eltern durch eine dümmliche Namensgebung nach Außen zu bringen.

Während die Anti - Bewegung jene Prahler veralberte, verschwanden diese schleichend von dem gewienerten und frisch gewaschenen Karossen. Ehrlich gesagt: Kein Verlust!
Nicht jeder Schwachsinn aus den Hirnen von Geschäftemachern zählt automatisch zur deutschen Leitkultur.##

Gut´s Nächtle, mit:

" Ten Yeras After " und dem Bluesklassiker " Help me " - Alben " Live at the Fillmore East " 1970 und  " Recorded Live " 1973:







Sommerzeitende! Und....?



Nun ist sie vorbei, die - ach, so heiß geliebte - Sommerzeit. Und, sie kommt erst am 27. März 2017 wieder. Für die meisten Mitteleuropäer ist sie weder Fluch, noch Segen, sondern eher ein lästiges Übel.

Vor 36 Jahren ist sie eingeführt worden, um die Energiekosten zu senken. Ein eigentlich lobenswertes Anliegen, denn die fossilen Rohstoffe auf diesem, unseren Planeten, sind nun einmal endlich. Und diese Feststellung trafen bereits vor Jahrzehnten viele gebildete Wissenschaftler, die unter dem Namen " Club of Rome " sehr schlaue Publikationen heraus gaben.

Nach vielen Jahren, auch nach der Einführung der MEZS, wissen wir aber, dass kein signifikanter Effekt in Form der Senkung der Energiekosten, feststellbar ist. So muss sich der durchschnittlich belesene und informierte Bundesbürger fragen lassen, warum es sie denn immer noch gibt, die mitteleuropäische Sommerzeit?

Wohl deshalb, weil eine Rücknahme dieses Gesetzes mit so erheblichen Kosten verbunden sein dürfte, dass deren Beibehaltung schlicht und ergreifend billiger ist.

Also, lassen wir uns in der Nacht vom 26. auf den 27. März 2017 ab 02.00 Uhr wieder eine ganze Stunde unserer kostbaren Schlafzeit weg nehmen und stellen die Uhren - soweit nicht bereits per Funk geschehen - eine Stunde vor.

Somit läuft genau das selbe Prozedere ab, wie in diesem Jahr: Zum letzten Sonntagmorgen des Monats März beginnt ab 02.00 / 03.00 Uhr die Sommerzeit. Das ist nahezu so sicher, wie der Heilig Abend auf einen 24. Dezember, Silvester auf einen 31. Dezember fällt und das Neue Jahr mit dem 1. Januar beginnt. Auch in 2017 wird es Ostern, Pfingsten und Weihnachten geben.

Bis Heilig Abend 2016 sind es nur noch 55 Tage - wie die Zeit vergeht!

" Time Machine " von " Randy Pie " aus dem Jahr 1974, Album " Highway Driver ":



Freitag, 28. Oktober 2016

Was ist ein Betrug?







Mittwoch, 26. Oktober 2016

Was ist ein Betrug?

Was ist ein Betrug? Damit beschäftigte sich am Mittwoch dieser Woche der Moderator Rudi Cerne in dem ZDF - Dauerlutscher " Aktenzeichen...XY.. ungelöst ". Im Strafgesetzbuch wird Betrug so definiert:



(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.


Ein Betrug ist auch eine erschlichene Leistung. Und just diese hat eine 35jährige Frau aus Beverungen von der Lufthansa erhalten, als sie sich als Cousine einer bei dem Flugzeugabsturz einer Germanwings - Maschine umgekommene Lehrerin aus Haltern in Nordrhein - Westfalen ausgab. Sie flog zwei Mal nach Frankreich und ließ sich, ihren Lebensgefährten und ihre beiden Kinder auf Kosten der Lufthansa transportieren, übernachtete in einem guten Hotel und verursachte dadurch einen Schaden von 16.000 Euro.

Für dieses überaus verwerfliche Verhalten, kassierte die Frau aus Beverungen bei Höxter nun von dem Amtsgericht Köln eine Bewährungsstrafe von einem Jahr.

Betrug ist eben auch, wenn eine Identität vorgegeben wird, obwohl es diese Person nicht gibt.

Reger Flugverkehr.

Das Kabinenpersonal der Lufthansa Tochtergesellschaft Eurowings wird ab Donnerstag streiken. Die Tarifgespräche sind gestern, am Dienstag den 25. 10. 2016 gescheitert. Es geht natürlich um eine bessere Bezahlung.
Wollen wir doch einmal nachsehen, was so eine Flugbegleiterin im Einstiegsjahr verdienen könnte:


Eurowings:
  • Einstiegsvergütung: 1.664,26 € brutto / Monat, davon z. Zt. 603,87 € steuerfrei
  • 13. Gehalt
  • Abwesenheitsgeld während des fliegerischen Einsatzes
  • Mehrflugstundenvergütung
  • Urlaub: 42 Kalendertage pro Jahr
  • Freizeit: 9 Tage/Monat bzw. 120 Tage/Jahr
  • Vermögenswirksame Leistungen

http://www.streikradar.de/category/streik/

Aha, also demnach könnte eine Eurowings - Flugbegleiterin ( früher hieß diese Stewardess ) ungefähr 2.000 bis 2.2000 Euro netto verdienen. Nun,ja, besser als nichts. Zumal die Tendenz mit Zunahme des Alters nach oben zeigt. Aber, dieses ist den Damen und Herren an Bord zu wenig. Deshalb wird - nach dem Scheitern der Tarifgespräche - der Streik - Knüppel aus den Rollkoffer geholt. Schließlich muss sich das Billigheimer - Flugpersonal von muffigen Passagieren, die oft keine Manieren zeigen, nach undefinierbaren Ausdünstungen riechen und dadurch die Beförderungs - Crew nicht gerade motivieren, sich freundlicher zu zeigen. Der Bord - Fraß wird deshalb mit spitzen Fingern dem Gast entgegen gehalten, die Antworten auf Fragen des Gastes sind schnippisch und das gesamte Auftreten ähnelt eher dem einer Aldi - Kassiererin. Billig, ist eben so!

Hach, da haben es unsere gefiederten Freunde in und um unseren Garten doch wesentlich einfacher. Ein großer Teil von ihnen war ja eh nur für einige Monate zu Besuch hier und überwintert längst in Portugal, Spanien oder Nordafrika ( manche von ihnen sogar noch weiter südlicher ), ein anderer Teil bliebt einfach heimisch und ernährt sich jetzt von den Früchten des Herbstes. Da ist so eine Zwischenmahlzeit in Form der Beeren des Wilden Weins doch eine hoch willkommene Abwechselung.

Dafür muss kein gefiederter Vogel streiken. Aber das Gezanke um die schmackhaften Trauben könnte eventuell anstrengender sein, als das Herumstehen mit Plakaten und das Betätigen von Nerv tötender Trillerpfeifen. Und so sagt sich manch Spatz, Star oder mache Amsel: " Was soll´s es ist genug für uns alle da! " Weshalb der rege Flugverkehr an den Häuserwänden erst in den Abendstunden beendet wird.

" Silver Convention " und der 75er - Hit " Fly, Robin Fly " - Ach, war dat doch schööööön!




Dienstag, 25. Oktober 2016

Arvid Immo Samtleben: Mama Frauke hat mich nicht mehr lieb!

Die Alternative für Deutschland war ja vor einiger Zeit noch eine Partei, innerhalb derer zumindest ansatzweise ein Hauch von Bildung erkennbar war. Schließlich durfte sich deren einstiger Bundesvorsitzender Bernd Lucke doch glatt Professor nennen. Doch Lucke ist längst nicht mehr und aus der Truppe von Europa - Skeptikern ist inzwischen eine braune Horde Dummschwätzer geworden. Vornehmlich Frauke Petry hat mit ihrem oft hirnrissigen Äußerungen zur aktuellen Politik dafür gesorgt, dass die AfD zu einer Lachnummer verkommt.

Petry ist aber auch als Mutter der Alternativen und psychisches Korrelat der Mutter für Deutschland, unser aller Mutti Merkel, oft zu streng mit ihren Brüdern und Schwestern, die sie mittlerweile zu Partei - Untertanen degradiert hat. Das musste schon bald der AfDler Arvid Immo Samtleben aus Bautzen erfahren.

Der 44jährige, gebürtige Braunschweiger, lebt seit 2002 im Freistaat Sachsen und wäre eigentlich Landtagsabgeordneter der sächsischen AfD. Doch:


" Weil der 44-Jährige im April 2014 zwar vom AfD-Landesparteitag in Weinböhla auf Listenplatz 14 gewählt wurde, sein Name aber wenig später gegen seinen Willen wieder von der Liste gestrichen wurde. Von den eigenen Leuten, und zwar ziemlich wenigen: Erst gab es einen Beschluss des Landesvorstands, dann sorgten die AfD-Vertrauensleute für die entsprechende "Teilrücknahme" der Liste.
Nach der Landtagswahl am 31. August - die AfD errang 9,7 Prozent und 14 Mandate, Samtleben wäre also drin gewesen - legte er Einspruch gegen deren Gültigkeit ein und drängt auf Wiederholung oder Neuwahl. Am Montag hielt der Wahlprüfungsausschuss unter Leitung von Marko Schiemann (CDU) dazu eine öffentliche Anhörung ab - was manche Beobachter verwundert hat. Nach Auffassung von Landeswahlleitung, Innenministerium und der durch ihren Generalsekretär Wurlitzer vertretenen AfD gab es im Fall Samtleben keinen Verstoß - weil die Vertrauensleute nun einmal so weitgehende Rechte hätten.
Vize-Landeswahlleiter Robert Kluger nennt die Streichung einzelner Bewerber oder ganzer Listen eine bundesweit "nicht ungewöhnliche Vorgehensweise". Wenn es an formalen Voraussetzungen fehlt - also Kandidaten sterben, nicht mehr der Partei angehören oder etwa durch Umzug ihre Wählbarkeit verlieren - können sie auch noch nach Ablauf der Einreichefrist gestrichen werden. Da Samtlebens Name noch davor von den AfD-Vertrauensleuten zurückgenommen wurde, bedurfte es aus Behördensicht auch keiner Extra-Begründung."


Und so echauffiert sich Samtleben über seinen Facebook - Account zu der eher unüblichen Vorgehensweise seiner Partei, ihn von der Kandidatenliste zu streichen. 
So wütet der jute Arvid dort:

".......

Wie konntet Ihr Mitglieder in Sachsen so einen Scheiß zulassen und Euch wie Schlachtvieh der Obrigkeit hingeben, die Ihr 5 Min. zuvor noch kritisiert habt?
Ihr wollt doch Demokraten und Patrioten sein? Dann wird es langsam Zeit, dass man das auch da draußen sieht.
Der Wähler ist nicht blöd, er ist nur zumeist langsam.

....... "

- Zitatende aus:
https://www.facebook.com/people/Arvid-Immo-Samtleben/100004268056012

Aha, der " Wähler ist also nicht blöd, sondern nur zu langsam ", behauptet der Meister Arvid. Nein, ungedreht wird ein Schuh daraus: Der AfD - Wähler ist blöd, aber die Partei nicht langsam. Denn sie hat den gebürtigen  Brauschweiger einfach ausgebootet. Petry und Konsorten wollen keine Fremdlinge in der Landespartei, basta!

Weil Arvid gegen die Königin der AfD zu Felde ziehen wollte, ließ diese ihn von der Landesliste streichen. Einfach, so.  Oder besser: Mama hat Arvid wegen seiner großen Klappe nicht mehr lieb.
So ist das in der Demokratie: Wer nicht hören will, muss fühlen!

Gut´s Nächtle mit:  Robin Trower und " Long misty days ":



Sachsen und sein Schulgesetz: Setzen, 6 !

Der Föderalismus gibt den einzelnen Bundesländer ein großen Aufgabenfeld, innerhalb dessen sie die regionalen Gegebenheiten anpassen könnten. Diese Möglichkeiten werden indes nicht immer konsequent genutzt. Vor alle bei der Schulpolitik wird eher Pfusch, denn gute politische Arbeit abgeliefert. Je mehr an der Schulpolitik herum gewerkelt wird, desto weiter zerfasert das Konstrukt, dass sich so nennt.

Der Freistaat Sachsen hat auf dem Gebiet der Schulausbildung - bundesweit besehen - eher einen guten Ruf. So schnitten die bei diversen Studien herangezogenen Schulen eher im oberen Bereich ab. Doch hier ist längst nicht alles im Lot.

Das sächsische Schulgesetz beispielsweise ist in Wahrheit keine Ruhmestat.

Im Sächsischen Schulgesetz (SächsSchulG) findet sich zur Bildungsempfehlung in § 34 eine Regelung. Nach Abs. 1 entscheiden nach Ende der Grundschule die Eltern auf Empfehlung der Schule über alle weiteren Bildungswege.
In § 34 Abs. 2 SchulG ist nämlich festgelegt:

"(1).... "
"(2) Über die Aufnahme in die Mittelschule, das Gymnasium, (….) wird nach der Eignung der Schüler für die jeweilige Schulart und den jeweiligen Bildungsgang entsprechend ihrer Begabung und Leistung entschieden".

Doch die Praxis sieht etwas anderes vor. Hier ist vorgesehen, dass das Kind zu Beginn des 2. Halbjahres der 4. Klassenstufe die sogenannte Bildungsempfehlung erhält, die  durch die Schule i.d.R. auf Vorschlag des Klassenlehrers erteilt. wird. Dabei sieht § 21 der Schulordnung Grundschule ( SOGS ) vor, dass nur derjenige Schüler eine Gymnasialempfehlung erhält, dessen Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht bei 2,0 liegt. Maßgeblich ist in der Praxis somit einzig und allein die Note. Welcher Notendurchschnitt erforderlich ist, bestimmt dann das Sächsische Ministerium für Kultus (SMK) durch eine entsprechende Rechtsverordnung. In der Vergangenheit wurde dieser zeitweise mit 2,5 festgelegt, gegenwärtig liegt er aber wieder bei 2,0.

Wer diesen Notendurchschnitt nicht erreicht, hat zwar die Möglichkeit, ein Gymnasium in Sachsen zu besuchen, doch das ist damit auch schon alles, was er darf. Ob er danach die schulischen Ansprüche erfüllen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Dieses soll ja angeblich geduldig sein, doch nicht jeder Gedanke, der sich darauf wieder findet, hat in der Realität, im wahren Leben da draußen, auch Bestand.

Und deshalb steht fest, dass die sächsische Praxis, den sehnlichen Wunsch der lieben Eltern, dass ihre Brut nach den vier öden Grundschuljahren, sofort das Gymnasium besuchen muss, um das Abitur abzulegen, zu studieren und später mit diesem Abschluss ordentlich Geld verdienen zu können, nicht unbedingt unterstützt. Wer also keinen Notendurchschnitt von mindestens 2,0 auf Trapez bringt, muss von dieser Fata Morgana sofort Abschied nehmen. Nicht der Eltern Wille sei der Oberschule heilig, sondern der des Gesetzgebers. Dieser wiederum hat schlampig gearbeitet und eine Verordnung in die sächsische Schulwelt gesetzt, die in sich bereits rechtswidrig ist.

Jeder Dödel im 3. bis 4. Semester des Jurastudium bekommt in den drögen Vorlesungen um die Ohren geschlagen, dass es in der Jurisprudenz klare Abstufungen bei der Wertigkeit von Normen gibt. Eine Verordnung steht hiernach unter einem Gesetz und dieses wiederum unterhalb der Verfassung. Die sächsische Landesverfassung besagt, dass es nach Art. 101 Abs. 2 SächsVerf  es das natürliche Recht der Eltern ist, Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu bestimmen. Es ist insbesondere bei dem Zugang zu den verschiedenen Schularten zu achten.

Derart weit greifende Mitsprache - und Eingriffsrechte in die schulischen Belange hat nur noch die thüringische Verfassung vorgesehen.

So fragt sich der Laie damit, wie ist es mit dieser, unserer sächsischen Verfassung in Einklang zu bringen, dass die Schule nach 4. Jahren dennoch vorgeben darf, auf welchen Weiteren Weg sich das Kind zu begeben hat? Nun, sie darf de jure explizit nur eine Empfehlung aussprechen; die Entscheidung indes treffen die Eltern.

Da hat des Freistaats Sachsen dümmliche Schuladministration einen dicken Bock geschossen. Doch die CDU ficht das nicht weiter an, deren bildungspolitischer Sprecher Bienst phrasierte vor bei MDR aktuell von einer zeitnahen Lösung zur Bildungsempfehlungsregelung im Freistaat. Aha, doch, was sagt Brunhild Kurth, die zuständige CDU - Kultusministerin? Nichts!

https://de.wikipedia.org/wiki/Brunhild_Kurth

Nichts, ist eine glatte Null. Da es die aber bei der Benotung in Sachsens Schulen nicht gibt, gebe ich der Brunhild eine glatte 6. Dass ist zwar mehr als Null, aber wiederum auch nichts. CDU - Pfusch, wie immer im schwarzen Freistaat.


http://www.mdr.de/nachrichten/politik/regional/index.html

Sonntag, 23. Oktober 2016

Der Kreationist - ganz in Weiß!



Es gab einmal Zeiten, da spielte neben dem schnöden Mammon, dem Zaster, den Penunsen, auch der Habitus, der zum Beruf gehörte und die von Geburt an vorgegeben soziale Stellung eine tragende Rolle im Leben eines deutschen Erdenbürger. Und somit war klar, dass angesehene Berufe, wie Apotheker, Rechtsanwalt, Richter oder Pastor / Pfarrer in der Anrede vor dem Namen zu schreiben waren. Dazu zählte selbstverständlich auch der Arzt, der Mediziner. Die Gattin dieses Berufsausübenden wurde demnach Frau Doktor genannt bzw. angeredet, auch wenn die werte Dame weder einen Titel, noch einen so lautenden akademischen Abschluss besaß.

Nun sind diese goldenen Zeiten für jene Berufsstände längst vorbei. Woraus sich ergibt, dass ein Richter von Hirn gewaschenen Reichsbürgern bedroht werden darf; ein Polizist sich von betrunkenen Party - Gänger mit Fäkalausdrücken beleidigt werden kann und ein Bürgermeister von einer Horde Neo - Faschisten gemobbt wird.

Anders verhält es sich allerdings, wenn der Spinner selbst einen einst bürgerlichen Beruf ausübt und diesen dazu mißbraucht, um seinen eigenen Glauben, die angenommene Ideologie oder krude Theorien unter die Menschen zu bringen.

Ein Krankenhaus ist - neben der Arztpraxis, dem Gerichtssaal und dem Trauerraum in einem Bestattungsunternehmen  - nicht gerade der Hort mit einem absoluten Wohlfühlambiente.
Auch eine Operation zählt gerade nicht zu jenen Ereignissen, die sich jeder Erdenbürger unbedingt wünschen sollte.

Zu einem Super - GAU entwickelt sich jedoch eine Begegnung mit einem Vertreter der heilenden Zunft, der sich einem religiösen Wahngebilde hingegeben hat und dieses dann in Form sinnfreie Vorträge bei Patienten zum Tragen kommen lässt.

Zu jeden Verblendeten einer Sekte - gleich welcher Art - gehört eine Theoriegebilde. Und dieses lautet bei den so genannten Kreationisten: " Alle Ereignisse im Leben haben mit der Schöpfung zu tun. " Aha, aja!
Kreationisten sind Anhänger des Kreationismus. Einer Abart des religiösen Wahns, der besagt, dass alles Leben von einem so genannten Schöpfer abstammt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreationismus

So bedeutete die Kombination Arzt und Kreationismus, dass der Berufsausübende seinen Beruf eigentlich nicht mehr ausüben dürfte, weil er sich wider des abgelegten Eides, alles in seiner Kraft stehende zu tun, um Leben zu erhalten, verhält, wenn er behauptete, dass der Arzt, also er selbst, in den vom Schöpfer vermeintlich vorgegebenen Lauf durch seine Tätigkeit eingreift.

So ein Exemplar auf zwei Beinen, mit zwei Armen und einem Kopf, ist in einer Dresdner Klinik tätig.
Mit schwachsinnigen Monologen über die Schöpfungslehre, wie sie von den verblendeten Kreationisten interpretiert wird, nervt er dort zum Beispiel frisch Operierte. Herr Dr. F. ist deshalb eigentlich untragbar. Er wird dort aber wohl noch weiter hin von der Klinikleitung geduldet. Für alle Patienten bleibt zu hoffen, dass er nie eine Operation durchführt oder sonstige entscheidende ärztliche Tätigkeiten ausübt. Möge ihm der Schöpfer die Hand geben und ihn alsbald in Rente schicken, dort kann er keinen weiteren Schaden anrichten.

Früher hießen solche geistig Zurückgebliebenen Dorftrottel. Zumeist waren sie Produkt eines inzestuösen Verhältnisses. Der Dorftrottel wurde alsbald zur Lachnummer, weil er im realen Leben nicht zurecht kam. Und - dieses war zumeist der Fall - er wurde aus der Dorfgemeinschaft de facto ausgeschlossen. Heutzutage sieht dieses, unsere Rechtsordnung  und die Gesellschaft nicht mehr vor. So kann auch ein Kreationist als Arzt praktizieren. Ein Neo - Faschist darf seinen Senf ins Internet stellen und die AfD, Pegida und andere Sekten ihren Hirnschiß publizieren.

Eine freie Gesellschaft benötigt Freidenker, jedoch keine freien Denker von der Sort der Kreationisten.

Gut´s Nächtle mit: " Die grauen Nebel " im Oktober 2016:


 



Samstag, 22. Oktober 2016

1:0, 2:0, 3 :0 - Messi; 4:0, 5:0, 6.0 - Özil; 7:0, 8:0, 9:0 - Euro, Pfund, Dollar?


Es ist Halbzeit - in der UEFA Champions League. Was am 13. September 2016 ab 20.45 Uhr begann, nämlich die Gruppenphase innerhalb der Saison 2016 / 2017 ( zuvor gab es noch ab noch für die Hard Core - Anhänger die vielen Qualifikationsspiele ), geht demnächst in die Rückspielrunden.

Es sind zum Entzücken der Fußballfreunde dabei viele Tore gefallen. Und davon wirklich sehenswerte Treffer. Und, es waren größtenteils rappelvolle Arenen zu sehen. Die so genannte " Königsklasse " zieht immer noch, weil hier große Namen zu beglotzten sind. Nicht nur wohl klingende Vereinsnamen, sondern auch die besten Fußballer der Welt, geben sich auf dem europäischen Geläufen ihr Stelldichein.

Dagegen sieht die Parallel - Veranstaltung mit dem auf gehübschten Namen UEFA Euro League, wie ein Kick auf dem Dorfanger aus. Gähnend leere Stadien, ob in Mailand oder sonstwo. Nur in den hiesigen Kampfstätten ist ein größeres Interesse zu vermelden. Wer spielt schon gerne in der " Looser Liga ", wie sie von den arroganten Bazi - Anhängern genannt wird? Niemand? Zumindest nicht allzu gerne, wenn die Möglichkeit besteht, sich mit Über - Vereinen, wie Real Madrid, FC Barcelona oder Manchester City messen zu dürfen.

Es macht eben mehr Spaß, gegen Messi, Ronaldo oder Neymar anzutreten, sich dabei ordentlich die Hocke voll hauen zu lassen, als hinter eher zweitklassigen Brasilianern aus einer zusammen gewürfelten Truppe von Red Bull Salzburg, giftigen Tschechen, Aserbaidschanern oder Slowenen aus Prag, Quäbälä und Pilsen oder in einem nur mäßig besuchten Spiel gegen Sassuolo, Giorglu oder Astana antreten zu müssen.

Aber, die UEFA CL ist allerdings kein Wunschkonzert, sondern es geht hier - wie im übrigen Leben auch - um kommerzielle Interessen. Weil alle Fußballvereine auch Unternehmen sind, innerhalb derer es um die wirtschaftlichen Komponenten geht, bleibt es letztendlich völlig egal, woher das Geld zum Bestreiten des Budgets kommt. Da sind sämtliche Einnahme - und Geldquellen höchst willkommen.
Ob es nun Sponsoren, Mäzene, Anleger oder Fernseh - Übertragungsrechte, Bandenwerbung und Eintrittsgelder sind, gelobt ist das, was Umsatz und Einnahmen verspricht.

Schließlich müssen die Spieler, muss die Mannschaft und das übrige Personal bezahlt werden. Je teurer dieses Personal ist, desto höher müssen die Einnahmen sein. Und so gibt es auch in der CL eine Zwei - Klassengesellschaft. Weshalb dann auch Ergebnisse, wie das 7:0 des FC Barcelona gegen Celtic Glasgow, das 6:0 der Borussen aus Dortmund gegen Legia Warschau und des FC Arsenal London gegen Ludogorez Rasgrad aus Bulgarien zustande kommen.

Aber es gibt auch Begegnungen, bei denen Millionäre gegen Ihresgleichen spielen, so, wie bei dem 4:0 des FC Barcelona gegen Manchester City; und wo es dann auf einige Spieler, wie eben Lionel Messi ankommt, der dann die Partie quasi im Alleingang entscheidet. Dieses dürfte jedoch eher eine Ausnahme sein. Bei der Mehrzahl der Begegnungen entscheidet dann doch, welcher Verein mehr Geld investieren kann. Dabei droht die große lange Weile aufzukommen. Leider!




Donnerstag, 20. Oktober 2016

" Reason for waiting " ? - Jethro Tull, Marantz und das Theaterstück.


Es ist wieder einer dieser trüben Herbsttage. Draußen regnet es Bindfäden. Der Himmel zeigt sich grau in grau. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die III. Jahreszeit in vollem Gange ist.

Während ich bei einem Pott dampfenden Kaffee - noch etwas müde - aus dem Fenster schaue, kommen mir Erinnerungen an jene Zeit, die ich im Mensa - Wohnheim, in der Leobenerstraße 4 in Bremen verbracht habe. An irgendeinem jener ebenso grauen, schmuddeligen Herbsttage, sah ich sie zum ersten Mal im aufgeblätterten " SPIEGEL ": eine ganzseitige Werbeanzeige der Firma Marantz.

Hierin stand - sinngemäß - geschrieben: Dieses Bild könnte Ihnen erscheinen, wenn sie Jethro Tull´s " Reason for waiting " auf einer Marantz - HiFi - Anlage hören. Zu sehen waren ein im Herbstnebel leicht verhüllter, längst blätterloser Baum, vor einem gepflügten Feld und weiteren kahlen Flächen. Eine typische Herbstimpression, eben.

Marantz, dass ist ein amerikanisch - japanischer  Hersteller von Unterhaltungselektronik ( https://de.wikipedia.org/wiki/Marantz ). Die angebotenen Artikel zählten einst zu den hochwertigen Geräten. Marantz spielte damals in der Champions League. So, wie viele andere Anbieter von Unterhaltungselektronik aus Japan und den USA auch ( https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Audiotechnikhersteller ).

Zu Beginn der 1980er Jahre überschwemmte die japanische Unterhaltungselektronik - Industrie den westdeutschen Markt mit ihren Produkten. Es gab zu dieser Zeit nahezu für jeden Geldbeutel, jeden Anspruch und jeden HiFi - Enthusiasten die entsprechenden Geräte.
Dennoch waren die Komplett - Anlagen für den Normal - Verdiener sündhaft teuer. Und weil dieses so war, gab es nur bestimmte, vorgezeichnete Vertriebswege. Es waren zumeist Fachgeschäfte, die sich so genannte HiFi - Studios leisten konnten, in denen dem lechzenden Interessierten, jene technischen Daten von arroganten, aufgeblasenen und mit Halbwissen bestückten Verkäufern, um die Ohren und auch Augen geschlagen wurden.

Der Markt boomte dennoch; oder gerade, weil zunehmend der Kauf einer hoch preisgen Stereo - Anlagen in der Tat zum guten Ton zählte. Die Geschäfte schossen bald wie Pilze aus dem Boden. Mit diesem Hype bildeten sich bald Filialketten, später dann Verbrauchermärkte und dazu entsprechende Verkaufsketten.
In dieser Zeit legte ich mir einen Kenwood - Verstärker, einen Dual - Plattenspieler und ein Toshiba Kassetten - Deck für fast 2.000 DM zu. Von jedem Hund, ein Bein. Nur die uralten Neckermann Duo - Reflex - Boxen behielt ich. Nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern eher deshalb, weil adäquate Stereo - Boxen noch weitere 1.000 DM gekostet hätten.

Und just in dieser Zeit, bewarb Marantz eben seine Geräte. Ich wusste natürlich, dass ich damals in der Liga nicht mitspielen konnte. Doch auch meine schon lädierte LP von Jethro Tull mit dem Titel " Stand up ", hörte sich auf einer Champions League - Anlage von Marantz wohl genauso grausig an, wie auf meiner zusammen geklaubten Stereo - Anlage im Wohnheim - trotz des gut klassigen Dual - Turn Tables - einfach grausig. Dieses hat sich seit vielen Jahren geändert. Zwar ist es keine Marantz - Anlage, aber " Tull "´s " Reason for waiting " hört sich auch in der Kombination " Sony - Okyo - JBL " ordentlich an - und mit den Ohren kann kein Mensch Klirrfaktoren und ähnliche Laborwerte hören.


http://marantz.pytalhost.eu/Werbung/

In diesem Sinne: Gut Hör´mit " Jethro Tull " und ebenda:



Übrigens: Der gute Ian Anderson spielt mittlerweile auch in den Theaterbauten und tourt aktuell auch bei uns in Sachsen.




Mittwoch, 19. Oktober 2016

Ein Reich ohne Bürger



Es gibt Ereignisse, da darf sich der Außenstehende durchaus die berechtigte Frage stellen, ob so mancher Bürger, in diesem, unserem, Lande, nicht alle Tassen im Schrank hat.

Als heute in den Morgenstunden im beschaulichen Georgensmünd, das liegt  in Bayern, genauer gesagt in Mittelfranken und zählt zu dem Landkreis Roth. In der 6.661 Einwohner umfassenden Gemeinde, wird auch so gewählt, denn den Bürgermeister stellte seit 1946 - wenige Ausnahmen einmal ausgeklammert - die SPD.
Zudem gibt es in der Gemeinde Georgensmünd eine jüdischen Friedhof.
https://de.wikipedia.org/wiki/Georgensgm%C3%BCnd

Und es gibt dort mindestens einen Reichsbürger. Ein Reichsbürger behauptet, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 nicht ausgelöst und zerschlagen worden sei, sondern fort bestehe und lehnt deshalb die jetzige Staatsform ab. Weil ein solcher Reichsbürger diesen Staat ignoriert, zahlt er auch keine Steuern, keine Abgaben und er lehnt die staatliche Ordnung schlankweg ab.
Weil ein Reichsbürger sie ablehnt, ist er auch bewaffnet, denn er ist ja Bürger des angeblich nicht untergegangen Deutschen Reichs in den 1937er Grenzen.

Da schoss also ein solcher Reichsbürger in den Morgenstunden auf Polizisten, die im Rahmen der Amtshilfe einen so genannten Verwaltungsakt der Gemeinde zu vollstrecken hatten. Der Reichsbürger sollte nämlich wegen attestierte Unzuverlässigkeit sämtliche Schusswaffen heraus geben. Das tat er nicht. Er wehrte sich vielmehr dagegen; und zwar mit Waffen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsb%C3%BCrgerbewegung


" Bei einer Razzia im bayerischen Georgensgmünd hat ein 49-Jähriger vier Polizisten verletzt, zwei von ihnen schwer. Wie das Innenministerium mitteilte, sollten Mitarbeiter des Landratsamts Roth die legalen Waffen des sogenannten Reichsbürgers wegen dessen Unzuverlässigkeit sicherstellen. Zur Unterstützung waren Spezialeinheiten der Polizei gerufen worden... "

- Zitatende - aus: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/georgensgmuend-reichsbuerger-schiesst-mehrere-polizisten-nieder-a-1117289.html

Vor einigen Wochen gab es einen ähnlichen Fall in Sachsen - Anhalt:

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/schiesserei-reuden-100.html

Und während die so genannten Reichsbürger ihren neo - faschistischen Schwachsinn weiterhin in die deutschen Lande hinaus posaunen dürfen, stellt sich für den Bundesrepublikaner die unbeantwortete Frage, was gewesen wäre, wenn die Mörder - Bande, die Berufsverbrecher in Uniform, nicht 1945 liquidiert worden wären? Würde es diese angeblichen Reichsbürger, hier und heute, auch noch geben?

Die Dummheit stirbt eben nie aus.

In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit " Daddy´s Group " und " Lass´die Morgensonne ( endlich untergeh´n ):


Ferdinand von Schirach´s " Terror " bei der alten Tante ARD: Ein Lehrstück für alle Anti - Demokraten?




Um einen Fernsehfilm abzudrehen, benötigt der Regisseur in der Regel ein Drehbuch. Dabei kann dieses ab und an auch ein bereits veröffentlichter Roman sein, der als Vorlage dient. Eher selten wird aber ein Theaterstück heran gezogen, um dieses dann zu verfilmen.

Bei dem von dem Strafverteidiger und Buchautor Ferdinand von Schirach geschrieben Theaterstück " Terror " ist es so. Dieses wurde verfilmt. Der Inhalt des Stücks, also die Handlung, ist nicht nur aktuelle, sondern auch überschaubar. Es spielt in einem Gerichtssaal. Genauer gesagt, in einem Schwurgerichtssaal. Hier hat sich ein Major der Bundeswehr zu verantworten, der ein Passagierflugzeug mit 164 Insassen nebst Crew mit seinem Jäger abgeschlossen hat. Hintergrund hierfür war:

" Ein Terrorist kapert eine Passagiermaschine und zwingt die Piloten, Kurs auf ein voll besetztes Fußballstadion zu nehmen. Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt ein Kampfpilot der Luftwaffe das Flugzeug in letzter Minute ab, alle Passagiere sterben."

Zitatende - aus:

http://www.schirach.de/

Nach den vielen Morden durch feige Anschläge innerhalb Europas, produzierten die Medien eine wahre " Terror " - Hysterie. Ob die Form der Berichterstattung in jedem Fall angemessen war, sei hier dahin gestellt. Fakt ist: Die betroffenen Staaten und nicht nur die, haben sich seither verändert. Bürgerrechte wurden weiter eingeschränkt; die Bespitzelung und Überwachung der Bevölkerung schreitet ständig voran. Auch wenn die Politik etwas anderes predigt, die Grundrechte sind auch in Deutschland in Gefahr. Sie werden immer weiter ausgehöhlt. Und zwar durch neue Gesetze, mit denen den repressiven Staatsorganen weiterer Handlungsspielraum verschafft wird, auch bei einer nicht konkreten Gefahrenlage, sofort einzugreifen.

In dem Schirach´schen Theaterstück, das jetzt als Verfilmung veröffentlicht wurde, werden auch Grundrechte behandelt. Zwar sehr abstrakt, aber dennoch erkennbar. Es geht nur um die Frage, ob der Bundeswehr - Pilot die gekaperte Passagiermaschine hätte abschießen dürfen, obwohl ihm hierzu kein Befehl gegeben wurde. In dem Plädoyer der Staatsanwältin wird dieses ausdrücklich verneint. Die Vertreterin der Anklage negiert das von dem Piloten reklamierte Recht, wegen eines übergeordneten Notstands, eine eigene Entscheidung vollziehen zu dürfen. Der Angeklagte habe sich deshalb als Herr über Leben und Tod  aufgeschwungen. Er habe das Recht auf körperliche Unversehrtheit, dass der Staat und seine Organe bei jeder Maßnahme einzuhalten hat,  jedes Einzelnen in der Maschine missachtet und sei damit des Mordes schuldig.

Die Verteidigung und auch nahezu 87 % aller abstimmenden Zuschauer dieses interaktiven Filmbeitrags des Senders, sahen es anders. Sie erkannten auch nicht schuldig.

Nun ist es müßig, über den Sinn solcher Sendungen und auch den der hieran anschließenden Gesprächsrunde bei " Hart aber fair " zu diskutieren. Der Film ist eine reine Fiktion und wird es auch wohl bleiben. Unbesehen davon, dass die vielen Ungereimtheiten innerhalb des gezeigten Beitrags, bei einem Volljuristen, besonders einem Strafrechtler, den Draht aus der Mütze kommen lassen. Aber dieses steht auf einem ganz anderen Blatt. Es geht hier bei der Abstimmung um das " gesunde Volksempfinden " und dieses besagt: Es ist rechtlich zulässig, einen " kleineren " Schaden zu verursachen, um eine Katastrophe abzuwenden.

Das mag in dem überschaubaren Vorstellungsvermögen der Zuschauer mit wenig bis keinen Rechtskenntnissen so einzuordnen sein. Strafrechtlich ergibt sich jedoch eine anderes Bild. Der Pilot hat mit der Überschreitung seiner Befehlsgewalt in jedem Einzelfall einen Mord begangen.
Befehl und Gehorsam ist ein fundamentales Prinzip in jeder Militäreinheit auf diesem Erdball. Ohne die Einhaltung dieses ehernen Grundsatzes würde keine einzige - noch so winzige - militärische Gruppe funktionieren.

Auf die Verletzung jenes fundamentalen Wertes - auf welche Weise auch immer - folgt eine Sanktion - in unterschiedlicher Art. Die Bestrafung in der hiesigen Bundeswehr kann dabei vielfältig sein. Dieses sehen diverse Normen vor. Es gibt dafür das Wehrstrafgesetz ( WStG ), welches in einem derartigen Fall regelt:

§ 5 Handeln auf Befehl

(1) Begeht ein Untergebener eine rechtswidrige Tat, die den Tatbestand eines Strafgesetzes verwirklicht, auf Befehl, so trifft ihn eine Schuld nur, wenn er erkennt, daß es sich um eine rechtswidrige Tat handelt oder dies nach den ihm bekannten Umständen offensichtlich ist.
(2) Ist die Schuld des Untergebenen mit Rücksicht auf die besondere Lage, in der er sich bei der Ausführung des Befehls befand, gering, so kann das Gericht die Strafe nach § 49 Abs. 1 des Strafgesetzbuches mildern, bei Vergehen auch von Strafe absehen.

Das WStG knüpft aber an das allgemeine Strafrecht, also das Strafgesetzbuch ( StGB ) an, da es in § 3 WStG heißt:

§ 3 Anwendung des allgemeinen Strafrechts

(1) Das allgemeine Strafrecht ist anzuwenden, soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt.
(2) Für Straftaten von Soldaten, die Jugendliche oder Heranwachsende sind, gelten besondere Vorschriften des Jugendgerichtsgesetzes


So bleibt Diebstahl, auch hier Diebstahl; Raub ebenfalls ein solcher und Mord eben Mord. Mit dem feinen Unterschied, dass der rechtskräftig Verurteilte wegen dieser oder anderer Taten - je nach Strafmaß - zusätzlich disziplinarisch über die Dienstgerichte sanktioniert werden kann. In jenem, fiktiven Fall, würde der Luftwaffen - Major ab Rechtskraft des Strafurteils mit seiner Entlassung aus der Bundeswehr unter Aberkennung seiner Stellung als Soldat rechnen müssen. Dieses sieht das Soldatengesetz ( SG ) in § 48 zwingend vor.

Darum ging es aber in dem Fernsehfilm nicht. Die Frage, die der Zuschauer sich selbst beantworten sollte und / oder über eine interaktive Teilnahme an einer entsprechenden Meinungsumfrage mehrheitlich hätte klären können, sie lautete: " Ist der Angeklagte schuldig oder unschuldig? "

Diese Frage darf der unbedarft urteilende Zuschauer ruhig über den Bauch und das gesundes Volksempfinden beantworten. Ein Jurist oder ein Volljurist muss andere Beurteilungskriterien heran ziehen. Das Grundgesetz, unsere Verfassung, als höchstes Regelwerk, gibt dazu allenfalls zarte Hinweise. Diese können aus den Grundrechten abgeleitet werden. Natürlich darf hierbei auch ein rechtsphilosophischer Exkurs von Hegel über Kant ( bei mir käme selbstverständlich auch Karl Marx vor ) eingeflochten werden. Nur: Ein Plädoyer der Anklagevertreterin und daran anschließend der Verteidigung, muss in einem solchen Fall anders aufgebaut sein.

Es waren Rechtsfragen, wie das Vorliegen einer Notwehrhandlung oder war es gar eine gegebene Notstandssituation, zu beantworten.
So oder so, es hätten Ausführungen zu den Rechtsbegriffen Notwehr, Putativnotwehr oder vielleicht Putativnotwehrexzess sowie rechtfertigender Notstand, entschuldigender Notstand oder Nötigungsnotstand erfolgen müssen. So wäre in der Realität der Untiefen, Klippen und Sandbänken, auf die ein fahrendes Schiff in der rauen See des Strafrechts treffen kann, ein Plädoyer aufgebaut worden.





Da der Zuschauer mit dieser schweren Kosten am Abend dann doch nicht behelligt werden sollte, hat sich Kollege von Schirach einfach dem milderen Verfassungsrecht hingegeben. Recht so, denn auch hier kann der Zuschauer selbst entscheiden, ob er sich zwischen Pest und Cholera, Skylla und Charybdis, Tod in der Luft oder Tod in der Münchner " Allianz " Arena  entscheidet. Zur Abwehr der allgegenwärtigen Gefahr des Terrorismus, bleibt letztendlich jedes Mittel recht. Und, was Recht ist, bestimmt im Zweifelsfall das Volk. Selbst dann, wenn dessen oktroyierte Verfassung das Aussehen einer durchlöcherte Nationalfahne hat,

Kürzlich las ich, dass über eine Änderung der Landespolizeigesetze, den Beamten das Recht zuerkannten werden soll, an besonders " gefährdeten Plätzen " und bestimmten " neuralgischen Punkten "  so genannte " verdachtsunabhängige Kontrollen und Identitätsfeststellungen " durchführen zu dürfen. Eine flächendeckende Überwachung solcher Orte ist längst die Regel.
Der " gläserne Mensch ", wie ihn einst George Orwell in seinem Roman " 1984 " beschrieben hat, ist bereits keine Fiktion mehr. 

Das Theaterstück heißt " Terror ". Unter diesem Oberbegriff lässt sich vieles, was in den Medien und innerhalb des gesellschaftlichen Ungeistes kursiert, subsumieren. Dieses führt zu weiteren Einschränkungen der Individualrechte, die in der Verfassung verankert sind. Nicht diese muss vor dem " terror " - wo immer der auch her kommen mag - geschützt werden, sondern der Bürger vor den negativen Auswirkungen in seiner Lebenssphäre durch Überwachung, Kontrolle und sukzessiver Entmündigung im Verhältnis zu dem Staat und seinen Organen.    



 

Dienstag, 18. Oktober 2016

Es war einmal: Kaiser´s Tengelmann?


Mensch, was waren das doch schöne Zeiten! So in den späten 1950ern, als die Welt noch in Ordnung war. Als es Ost gegen West oder die westdeutsche Freiheit gegen den bösen Kommunismus zu kämpfen hatte. Bezogen auf das ewige währende Verteilungsproblem der kapitalistischen und sozialistischen Wirtschaftsordnung, bedeutete dieses: Jede Ware hat ihren Preis oder auch: Wer kein Geld hat, bekommt nichts; wer keine Beziehungen ( Stichwort " Der Sozialistische Gang " ) vorweisen konnte, auch nichts.

Den Brüdern und Schwestern in der einstigen SBZ ging es schlecht ( versorgungstechnisch besehen ), den im Goldenen West besser ( lohntechnisch betrachtet ). Doch auch in beiden deutschen Staaten galt zu jener Zeit: " Ohne Moos, nix los!"

Um die breite Bevölkerung mit den erforderlichen Nahrungsmittel, die ja zum Erhalt der Arbeitskraft notwendig sind, zu versorgen, gab es Lebensmittelgeschäfte. Viele Jahre danach, die " Tante Emma " - Läden verschwanden schleichend vom Markt, schwappte - im Westen nach US - amerikanischen Vorbildern; im Osten nach Vorbild des Klassenfeindes im Westen / in Westdeutschland - die Supertmarkt - Welle hinüber. Es folgten die SB - Geschäfte, im Einklang mit der Marktkonzentration durch riesige Anbieter - Ketten.

Was in der BRD namentlich Co op, Plaza, Depot, Comet und Bolle sowie Brema (  https://de.wikipedia.org/wiki/Co_op_AG ) hieß, nannte sich in der DDR Konsum, Delikat oder HO.

In diese Zeitschiene passt die Fusion der Unternehmensgruppe " Kaiser´s Kaffeegeschäfte " im Jahr 1971 durch den Tengelmann - Konzern. Beides waren vor der Fusion so genannte Traditionsunternehmen.

Nach der Wiedervereinigung übernahm der " Kaiser´s " - Geschäfte - Bereich einen Teil der einstigen HO - Filialen. 1996 erfolgte dann eine Umstrukturierung des Konzerns. Zum Ende der 1990er erfolgte dann der Verkauf  der Filialen und gleichzeitig eine Umfirmierung.
Die " Kaiser´s Tengelmann " - Gruppe dümpelte auch danach auf dem großen Markt der Lebensmittelindustrie - Anbieter herum. Trotz der durchaus attraktiven " Plus " - Filialen.
Bereits 1999 fühlten die Eigentümer (https://de.wikipedia.org/wiki/Tengelmann_(Unternehmen) , die Familie Haub ( https://de.wikipedia.org/wiki/Erivan_Haub ) bei dem Konkurrenten, dem EDEKA - Imperium, vor, um einen Verkauf zu initiieren. Diese Verhandlungen scheiterten, weil EDEKA nur an einer Übernahme der lukrativen Standorte interessiert war.

Auch eine weitere Sanierungsphase ab dem Millenniumsjahr, innerhalb derer zirka 1/3 der Filialen geschlossen bzw. in die " Plus " - Filialkette eingebettet wurden, brachte nicht den gewünschten wirtschaftlichen Effekt. 2008 erwarb die GmbH die MEMA - Filialen in der Berlin - Region. Zwei Jahre danach reduzierte der Konzern die Verkaufsstellen im Rhein - Main - Neckar - Gebiet um 85 Filialen, die zum größten Teil an den Mitbewerber REWE veräußert wurden.

Ab 7. Oktober 2014 begann ein unsägliches Gerangel um den geplanten Verkauf des Restbestandes an Verkaufsstellen an den Konkurrenten EDEKA. Der vorbereitete Deal wurde durch das Bundeskartellamt in Berlin untersagt; die daraufhin positive Ministererlaubnis nach § 42 GWB führte zu einer Klage bei dem Kartellsenat des OLG Düsseldorf, der die von Bundeswirtschaftsminister Gabriel ( SPD ) erteilte Entscheidung vorläufig außer Kraft setzte.

Gabriel blamierte sich zwar und wurde in der Medien - Öffentlichkeit kritisiert; der Multi - Milliadär Haub indes begann am 16. Oktober mit dem Verkauf der Fialen, die - meistbietend - verramscht werden sollen.

Damit wird wohl ein weiteres Relikt deutscher Wirtschaftsgeschichte zu Grabe getragen. Ähnlich dem Zusammenbruch des " Schlecker " - Imperiums, kann die Politik auch hier nur begleitend zusehen. Die Leidtragenden sind jene Mitarbeiterinnen, die - nicht selten - ihr bisheriges Berufsleben in irgendeiner der Verkaufsstellen verbracht haben und aufgrund des Alters wohl kaum eine " Anschlussverwendung " erhalten. Jetzt wächst weiter zusammen, was als Kehrseite der bereits vor Dekaden befürchteten Marktkonzentraion, nicht zusammengeführt: Ein einziger Lebensmittelkonzern?

https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser’s_Tengelmann

Mensch, was waren das einst für ruhige, schöne Zeiten, als wir mit 50 Pfennig in der Tasche zum Einkaufen in den " Tante Emma " - Laden gegenüber der Schule; mit 5 Mark im Portemonnaie in den Lebensmittel - Geschäften im Ort oder in die benachbarte Stadt gehen konnten. Da kostete eine Weingummi - Figur aus dem großen Verkaufsglas 2 Pfennig; eine Lakritzschnecke aus der Plaste - Rundverpackung 5 Pfennig und ein " Duplo " au der Schale 10 Pfennig; Äpfel gab es bei Wienecke, Schramke oder Viebranz nur ab September bis Oktober; frisches Gemüse nur während der Saison und Erntezeit; Osterhasen nur eine Woche vor Ostern und Weihnachtsmänner erstmit Beginn der Adventszeit.

Wir wollen unsere " Tante Emma " - Läden wieder haben - ihr Weihnachtsmänner in Berlin!

Dazu; " Slash ", der Altmeister der Krawalligen Gitarre und " Blues Jam " incl. " Godfather Theme " - Scheppernd grausam, aber gut für die Seele:

Sonntag, 16. Oktober 2016

Die Bunge



Es gibt Gebäude, die können einem Menschen eher Angst als Vertrautheit einflößen. Hierzu zählen vielleicht auch Krankenhäuser. Davon gibt es in diesem Land sehr viele. Es können auch zu viele sein, weil eine erkleckliche Anzahl von ihnen, chronisch defizitär betrieben werden. Dieses sind nicht nur die kleineren Häuser in der Provinz, sondern auch Einrichtungen in Städten oder sogar Großstädten.
Auch hier kämpfen sie um ihre Existenz. Und weil sie es tun müssen, gibt es viele Ungereimtheiten bei der Bewirtschaftung eines solchen Krankenhauses. Da könnte es vielleicht vorkommen, dass ein Patient auch dann noch auf einer teuren, weil personalintensiven Station liegt, obwohl er dem Gesundheitszustand nach, dort gar nicht hin gehört.

Da erfuhr ich vom Hörensagen, dass eine solche Patientin sich über einige Tage auf einer Intensivstation in einem größeren Dresdner Krankenhaus befand. Sie hatte sich dort einer Operation unterzogen. Doch, obwohl ihr Allgemeinzustand sich bereits erheblich verbesserte, behielten die verantwortlichen Ärzte sie in der Intensivstation. Frau M. aus einer kleineren Stadt bei Chemnitz brachte es nämlich fertig, sich über ihre ausgesprochen wehleidige Art, die gesamte Mannschaft an Pflegepersonal ständig auf Trab zu halten.

So betätigte sie die an ihrem Bett montierte Klingel ungezählte Male während der Tages - und Nachtzeit, markierte einen ständig sterbenden Schwan und rief permanent nach Hilfe. Sie könne nicht mehr liegen, habe Durst und verspüre Schmerzen. Eine Art Hypochonder mit schloh -weißem Haar, das sie zu zwei " Pippi Langstrumpf  " - Zöpfen zusammen geflochten hatte. Sie hatte zudem Mitte der letzten Oktoberwoche  Geburtstag. Mit 53. ist sie keine mehr ganz junge Frau, die Bunge. Aber, die Bunge gab sich, als sie sie eine sehr alte Frau; eine Greisin.. Steinalt, eben.

Die Bunge war zwar nicht so alt, wie sie sich gegenüber dem Pflegepersonal ausgab, aber sie sah mit ihrem faltigen Gesicht beinahe so aus, wie der weise, der gute Zauberer Gandalf in der Tolkin´schen Trilogie " Herr der Ringe ".  Die Bunge ist aber leider nicht so weise, denn sonst würde sie sich stärker zeigen. Gegen ihre Krankheit kämpfen, so, wie es Gandalf, der Graue, der Zauberer ständig zeigt. Er kämpft bei Tolkin gegen das Böse und vertritt das Gute.
Die Bunge aber vertritt nichts mehr. Sie bemitleidete sich ständig selbst. Sie tat so, als sein sie allein auf der Welt vom Schicksal schwer getroffen und deshalb vom Leben ebenso gezeichnet.

Die Bunge, die Mühsame und Beladene?

" Schwester, Hilfe. Ich kann nicht mehr....!" Für die lumpigen Gehälter, die das Pflegepersonal in diesem und auch vielen anderen Krankenhäuser in Deutschland erhält, muss es sich wirklich viel anhören. Wehleidige Patienten, nörgelnde Kranke und ewig Unzufriedene. So kam mir dabei der Gedanke, dass es Hunderte Millionen auf diesem Erdball gibt, die ein Krankenhaus nie betreten können, obwohl sie todkrank sind, denn es gibt dort erst gar keines. Die Bunge indes nörgelte, tat auf Sterbenskranke, obwohl sie die OP längst gut überstanden hatte. Eine Zumutung für andere Patienten und das Personal.

Die Bunge sah vor zwei, drei Jahrzehnten bestimmt mal attraktiv aus. Blonde Haare, schlanke Figur, relativ groß. Ein Männerschwarm! Doch die Natur sieht vor, dass mit jedem weiteren Lebensjahr, auch der Körper älter wird. Auch wenn der Geist möglicherweise noch frisch bleibt, können dabei so einige Zipperlein auftreten. Dagegen gibt es Medizin und bei größeren Beschwerden helfen Ärzte. Das ist der Bunge auch bekannt. Doch gegen Einsamkeit, Unebenheiten in unserem Leben, sogar Schicksalsschläge, können diese Mediziner nur bedingt helfen.
Jeder Mensch ist seines eigenen Glückes Schmied - so heißt das Sprichwort. Und wie viel Glück er im Leben hat, bestimmt er zum größten Teil selbst. Als Glück muss auch eine rechtzeitig erkannte und gut behandelte Krankheit angesehen werden.

Glück gehabt, Frau M. Doch die Bunge ist immer noch unglücklich, weshalb sie jetzt in die Reha - Klinik verlegt wurde. Wohl nach Kreischa - Unglückliche Bunge, das Glück hat sie verlassen!

Gut´s Nächtle mit " Cluster " ( feat. Brian Eno ) und " Die Bunge " aus dem 1977er Album " Cluster & Eno ):






Und, weil unser Leben eine einzige Wanderschaft bleibt, noch etwas jazzig - melancholisches:

Michael Wollny und " Der Wanderer " : 



Samstag, 15. Oktober 2016

Blöde Onkels!



Der Freund der populären, der modernen Musik, mag den deutschsprachigen Ablegern von Beat, Pop und Rock vielleicht viele schlechte Dinge nachsagen können. Doch eines mit Sicherheit nicht: Dass dieses Genre nicht kreativ sein kann.
Was hat es in den letzten 5 Jahrzehnten nicht so alles an Interpreten und Richtungen auf dem riesigen Markt der musikalischen Beliebigkeiten gegeben?  Da kam nach der Beat - Musik, der Rock und Pop, der Reggae, die Folkmusic,; irgendwann ab den späten 1970ern und den frühen 1980ern der Punk, die NDW, der Austro - Pop und hiernach weitere Abarten des Zusammenklaubens von Tönen und Texten ( die allerdings immer schwachsinniger wurden ).

Irgendwo dazwischen hatten findige Geschäftemacher die glorreiche Idee, dem " aktueller Jargon der Deutschnationalen: " linksversifften ) deutschsprachigen Rock - Musik, einen nationales Gedankengut heraus brüllenden, eigenen Stil ( hier: ohne " e " ) entgegen zu setzen. Aus dieser braunen Brühe entsprangen Bands ( deutscher: Musikgruppen ), wie " Störkraft ", " Kraftschlag " oder " Landser ". Die Truppen sind allesamt eindeutig der neo - nationalistischen Szene zuzuordnen. Deren Texte und / oder ihr martialischen Auftreten nicht nur Gewalt verherrlichen, sondern zudem oder auch gerade deshalb, permanent strafbare Handlungen darstellen.

Es gibt innerhalb des Dunstfeldes der braunen Musik, auch Bands, die sich nicht so eindeutig erklären und deshalb keine unumstößliche Zuordnung zulassen. Ob dazu die über die bundesdeutschen Lande bekannte Gruppe " Rammstein " des Rambower Till Lindemann (  https://de.wikipedia.org/wiki/Till_Lindemann ) zählt, stelle ich hier mal streitig. Der Kollege Octapolis sieht es - durchaus nachvollziehbar - etwas anders als ich. Wobei sich Lindemann´s einstige Kamikaze - Einheit auf der Bühne wohl eher einen völkisch - germnischen Anstrich gab, als es die Lieder / Texte der späteren Jahre erkennen lassen.

Nun, gut, Musik war, ist und bleibt eine reine Geschmacksfrage.

Die von der Spießer - Mehrheit in diesem, unserem Lande, gezogenen Grenzen des " guten " Geschmacks, überschritt allerdings die Brüll - Einheit mit dem Namen " Böhse Onkelz ". Sie entfleuchte in den frühen 1980er Jahren, als die Jugend gegen das vermeintlich hippieske Establisement über die " Punk " - Musik revoltierte. Die Gegenbewegung zu den Blechtrommlern rund um Johnny Rotten und Konsorten, nannte sich " Skins "; deren Schlachtruf " Oi,Oi! " war.

Aber auch für deren musikalischen Ausfluss galt, was der kapitalistischen Wirtschafts - und Gesellschaftsform immanent ist: " Geld stinkt nicht ! " Auch dann nicht, wenn die Clowns der subkulturellen Szenen, nach durch zechten Nächten, etwas streng riechen, bevor sie ihre Ausdünstungen von den Vortagen, in den späteren Nachmittagsstunden probeweise in einen verschmutzten Übungskeller eingeben.

Die Berufs - Krawallos der Formation um den Frontmann Kevin Russell machte aus der stringent, positiven Haltung zu dem schnöden Mammon nie ein Hehl und war sich deshalb auch nicht zu schade, auf einem so genannten Sampler, der zu dem Film " Untergang " mit dem Titel " Soundtrack zum Untergang 2 " im Jahr 1982 auf den Markt geworfen wurde, beizusteuern.
( https://de.wikipedia.org/wiki/Soundtracks_zum_Untergang#Soundtracks_zum_Untergang_2 )

Dass Geld - im krassen zu den berufsmäßigen " Punks "  und " Skins " nicht stinken kann, erkannten Russell und seine Mannen zwar sehr schnell; weshalb sie sich dazu entschlossen, das braune, rassistische Gegröle, alsbald auf weitere Tonträger einzubrennen. Auch der aufkommende Hype rund um die CD, begünstigte den Aufstieg der Truppe, da es natürlich auch Silberlinge mit dem Schund der " Böhse Onkelz " in Hülle und Fülle zu kaufen gab.

Ab Mitte der 1980er Jahre distanzierte sich das Quartett von der " Skinhead " - Szene; wohl auch, weil das Album " Der nette Mann " in Westdeutschland indiziert und dessen Verkauf damit untersagt wurde, Zudem gab es - wie sollte es anders sein - Zoff wegen der Finanzen mit dem " Label - Chef " Egoldt und es gab den " Deutschen Gruß " bei den Auftritten im " Skin " - Milieu.

Die Gruppe vollzog danach einen musikalischen Wandel, hin zum Metall - Rock und konnte damit in der dortigen Szene landen. Mit der Veröffentlichung weiterer Alben, die trotz der Heroinabhängigkeit des Sängers Russell, eingespielt wurden. erhielt die Gruppe einen steig steigenden Bekanntheitsgrad.
Dieser Erfolg vervielfachte sich mit der " Wende " ab den 1990er Jahren. Die Band erhielt innerhalb der national - ausgeprägten bis neo - nazistischen Szene einen breiten Zuspruch.

Nun könnte in der Folgezeit die existenzielle Frage: " Was war zuerst da? Das Ei oder die Henne? " auch auf das - wohl auch gepflegte - Image und die musikalischen Darbietungen der Band sowie deren Anhänger einerseits und die öffentliche Kritik für dieses Umfeld, eine gewisse Rolle spielen.
Grundsätzlich gilt auch hier - wenn auch eingeschränkt - die These, dass Gesellschaftskritik nicht von allein entsteht sowie, dass Jugend ein verbrieftes Recht auf Andersein und Kritik hat.

Ob sich dieses in provozierenden Texten, Schrammelmusik oder jaulenden Gitarren nebst Brüll - Gesang äußern darf, ist unstrittig mit " Ja bis Jawoll " zu beantworten. Wenn es jedoch in eine Richtung läuft, dass rassistisches und volksverhetzendes Gedankengut in dieser Art von Kunst verbreitet wird, dürfte die flexible Grenze des " guten " in den schlechten Geschmack überschritten worden sein. Und just so verhielt es sich mit der Rammel - Rumpel - Truppe rund um Russell in den frühen 1980er Jahren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Böhse_Onkelz#1981_bis_1986:_Die_Jahre_in_der_Skinhead-Szene_und_Indizierung

Dass bereits ein Jahrzehnt danach die Formation aus Westdeutschland in den Olymp der Großverdiener aufstieg, ist vor allem ihren Live - Auftritten vor Zuschauermassen von bis zu 120.000 Besuchern zu verdanken. Russell und seine Mitstreiter durften sogar in jenem Jahrzehnt als Vorgruppe der " Rolling Stones " auf die Bühne.

Nun dürfte der kommerzielle Erfolg und der schlechte Ruf der Band sehr wohl miteinander korreliert haben, als anlässlich einer Fernsehsendung mit dem reißerischen Titel " Unsere Besten des ZDF ", die Truppe zwar  in der dortigen Umfrage " nur " Platz 25 erreichte, die Gesamtzahl der abgegeben Stimmen wegen einer nachträglichen Veränderung der Stimmenbewertung die Gruppe auf den ersten Platz gehievt hätte. Das CDU - ZDF wollte dieses wohl nicht und mit Absegnung des damaligen Programmdirektors Bellut, änderte die Mainzer - Anstalt flugs den Modus.

Obwohl die Formation sich bereits 2004 aufgelöst hatte, besuchten bei späteren Live - Auftritten der Band Zehntausende die diversen Veranstaltungen.

Das Märchen der faschistoiden Gruppe kursierte nach wie vor in der braunen Szene und auch darüber hinaus. Deshalb ist die Band in jenen einschlägigen Kreisen immer noch beliebt und dieses, obwohl aus den ehemaligen Krawallmachern längst etablierte Musiker mit sechstelligen Gagen geworden sind. Dieses passt nicht so ganz mit dem ihnen angehängten Image zusammen; womit sich die Frage stellt, ob die Krachmacher überhaupt für oder gegen eine bestimmte Richtung einstehen und nicht doch eher dem Geld gut sind ( so, wie es viele andere Künstler auch vorexerzieren )?

Sei´s drum, denn auch die rechte Gossen - Lyrik und ihre lärmende Umsetzung hat die Triebfeder in sich eingebaut, dass mit ihr Moneten verdient werden soll. Nichts anderes ist das Bestreben der " Onkelz ", auch wenn deren Texte abstoßend sind.
Immerhin ist es den Kultur - Banausen gelungen, ihre schwachsinnigen Texte mit braunem Anstrich zu vergolden.

Ce la vie und Gut´s Nächtle mit den goldenen " Stranglers " und ihrem Klassiker aus den frühen 1980ern:






Donnerstag, 13. Oktober 2016

I DID´NT ASKED BOBBY DYLAN


Nun hat es der große Meister der Folk - Poesie, der lyrischen Pop - Musik und der sozial - kritischen Balladen endlich geschafft. Im zarten Alter von 75 Lenzen darf er sich ab heute " Nobel - Preisträger " nennen. Er erhielt die Auszeichnung aus Stockholm für seine Tätigkeit als Liedermacher ( englisch Singer - Songwriter ) in der Kategorie Literatur. Robert Allen Zimmermann aus Duluth, US - Bundesstaat Minnesota " hat seit den frühen 1960ern viele Lieder geschrieben, gesungen und verkauft. Ebenso viele seiner Stücke wurden gecovert ( deutsch. nach gespielt und gesungen ). 

Das Lied " Mr. Tambourine Man " zierte sogar einen LP - Titel der US - Band " The Byrds ". Hierauf befanden sich neben Dylan - Songs auch Eigenkompositionen. 


Eine Single - Auskopplung aus dem Jahr 1965 hat denn auch zur A - Seite den Dylan - Song " All I Want To Do " gemacht. Viel interessanter indes, war für mich einst die B - Seite " I´ll Feel a Whole Lot Better ".  Diese stammte nicht aus der Feder von Bob Dylan, sonder wurde von dem " Byrds " - Musiker Gene Clark geschrieben. Er spielt bei einigen Stücken des Albums " Mr. Tambourine Man " gerade das dort benannte Instrument.
Einst war auch nur dort  der Dylan´sche Titelsong mein Favorit. Die näselnde Variante des Urhebers und heutigen Altmeisters, ging mir, gelinde gesagt, am Allerwertesten vorbei. Ich konnte den " Knaller " damals nicht ab, weil mir seine Stücke zu seicht, zu poppig waren und mir das Wandergitarren - Geschrammel auf den Nerv ging.

Nun, viele Jahre, ja Jahrzehnte, später, sehe ich dieses ein wenig anders. Der " Tambourine Man " zählt für mich zu den besten Liedern, die der Meister je veröffentlicht hat. Dieses wohl, weil ich seine Texte längst verstanden habe und diese mir - trotz des nasalen Gesangs - nicht wie spanische Dörfer vorkommen.
Trotzdem halte ich die " Byrds " - Songs, soweit von Dylan komponiert, für sehr gelungen. Der wahre Renner ist jedoch für mich nach wie vor " I´ll Feel a Whole Lot Better " aus dem " Tambourine " - Album. 
Hier in einer Cover - Version der britischen Truppe " The Coral ": 



Im Original hört sich dat Teil dann so an:


http://www.clipfish.de/musikvideos/video/3974491/the-byrds-ill-feel-a-whole-lot-better-audio/

Mehr als fünf Jahre später, der jute Bobby Dylan hatte bei den Musik - Freunden in Ost und West, Süd und Nord, Nah und Fern, längst einen Gott ähnlichen Status erlangt, seine Lieder waren Kult und jeder Hobby - Klampfer kannte sie ( mehr schlecht als recht ), veröffentlichte die britische Rock - Band " The Who " eine Single mit dem Titel " The Seeker ". Hierin texteten die Gruppe um Roger Daltrey:

I've looked under chairs
I've looked under tables
I've tried to find the key
To fifty million fables
They call me The Seeker
I've been searchin' low and high
I won't get to get what I'm after
Till the day I die
I asked Bobby Dylan
I asked the Beatles
I asked Timothy Leary
But he couldn't help me either
They call me The Seeker
I've been searchin' low and high
I won't get to get what I'm after
Till the day I die.... "

Allein Pete Townshed´s Gitarren - Intro ließ die wabbeligen Tanz - Knochen von uns Teenager in Wallung kommen und " The Seeker " wurde zum Feten - Kracher:


Der suchende Daltrey fand in Bobby Dylan dann doch keinen Lebens - Ratgeber. Hätte er das Stück heute geschrieben, er wäre garantiert bei einer Unzahl von flachsinnigen Veröffentlichungen fündig geworden. Na, also, selbst der kultige Bobby Dylan weiß auch keinen Rat. So dürfte denn jeder Mensch selbst seines Glückes Schmied sein und irgendwelche Idole sind dann auch nur dass, was sie außerhalb des Hype um sie zu sein scheinen: einfache Menschen; so, wie Du und Ich!

Bobby Dylan der Nobel - Preisträger: Ein wenig Freude kam denn bei mir doch auf; aber auch ein wenig Wehmut. Einst waren die Zeiten andere, da durften Songs auch noch einen Sinn haben, kritische Aussagen herüber geben und provozieren, statt sich ständig mit sich selbst und um sich selbst zu beweihräuchern und standardisierte Texte aus dem Computer nachzuäffen. 

Aber Cover - Versionen gab es bereits damals - in Hülle und Fülle -, so wie diese hier:




Den inzwischen dicklichen und auch in die Jahre gekommenen Axl Rose tue ich mir live nicht mehr an; dennoch. Dat Ding is schon jut.

Gut´s Nächtle - Morgen gibt es endlich wieder Fußball - Bundesliga!"!!

Kellog kaputt?



Von dem  Wirtschaftsstandort Bremen ist der Ex - Buten - Bremer seit Jahren nicht besonders verwöhnt worden. Nach und nach schließen ehemalige Traditionsbetriebe dort ihre Pforten. Neben Könecke Wurst - und Fleischwaren in Sebaldsbrück und der Coca Cola - Niederlassung in Hemelingen wird ab 2017 wohl auch der Betrieb von Kellogs im Bremer Hafengebiet seine Tore schließen.

Das Werk in der Hansestadt zeigte - historisch betrachtet - folgende Entwicklung:


" Auch nach dem Zweiten Weltkrieg lief der Verkauf in Deutschland bis 1961 über verschiedene Importeure und Vertriebspartner. 1962 übernahm die Reis- und Handels-AG in Bremen den Vertrieb der Kellogg-Produkte. Noch im selben Jahr erwarb Kellogg Anteile an dieser Firma. Nur ein Jahr später, 1963, wurde die Kellogg Deutschland GmbH in Bremen – der heutige Stammsitz – gegründet und in Deutschland eine eigene Produktionsstätte für Cerealien aufgebaut.
Der Standort Bremen wurde in den folgenden Jahren beständig weiter ausgebaut. 1989 wurde ein Distributionszentrum mit einer Gesamtkapazität von etwa 33.000 Palettenstellplätzen errichtet. Das vollautomatische, computergesteuerte Hochregallager war zur Zeit seiner Fertigstellung das größte und modernste in Europa. Heute verlassen täglich rund eine Million Packungen das Bremer Werk und es werden von hier mehr als 50 Länder in Europa, Afrika und dem Nahen Osten mit Kellogg’s-Produkten beliefert. "


Diese Entwicklung war abhängig von den weltweit getätigten Umsätzen des Konzerns. Diese waren seit Jahren rückläufig. In einer Ausgabe der Radio Bremen Fernsehsendung " buten & binnen " vom Dienstag, den 11. Oktober 2016, sank dieser von einst 90 Millionen Tonnen Ceralien auf zuletzt 50 Millionen Tonnen pro Jahr.
Die Anzahl der Beschäftigten im Bremer Werk wurde von einst 500 auf nunmehr 250 Mitarbeiter sukzessive reduziert. Was - neben der permanenten Modernisierung des Werks - auch mit dem sinkenden Umsätzen und damit auch Gewinnen einher ging.
Die strukturellen Veränderungen der bremischen Wirtschaft seit den 1960er Jahren setzen sich mit dem Wegfall dieses Anbieters aus der Nahrungsmittelindustrie leider fort. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Bremische_Wirtschaft#In_Bremen

Die Gründe für die Werkschließung der größten Niederlassung des Kellog - Konzerns  in Europa ( es existiert noch ein weiteres Werk in Spanien, das allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielt.


http://www.kelloggs.de/de_DE/who-we-are-landing/our-locations.html

Die Gründe für diese Maßnahme können - betriebswirtschaftlich betrachtet - nachvollziehbar sein, denn ein globaler Anbieter wird unrentable Produktionsstandorte schließen. So funktioniert eben Kapitalismus.

Da heulte die bremische Opposition gleich wieder auf, als dieses Nachricht in den Medien die Runde machte. Es war von verfehlter Wirtschaftspolitik die Rede ( Castendiek, CDU und die Obertulpe der FDP Steiner ). Die ahnungslose FDP - Fraktionsvorsitzende Lencke Steiner wollte gar ein " Ausbluten Bremens als Industriestandort " erkennen ( https://www.facebook.com/lencke.steiner/ ).

Dumm Tüch, denn derartige Entscheidungen haben eben gerade keinen direkten Bezug zu der umgesetzten Wirtschaftspolitik eines Landes oder einer Region. Hierfür gibt es ungezählte Beispiele, innerhalb derer, die Auswirkungen wesentlich frappierender sind ( " Nokia " - " Opel " - Werke in Bochum ). Zudem wurden hier Fördergelder im zweistelligen Millionenbereich verplempert, ohne dass die Arbeitsplatz - bzw. Standortgarantie nach dem Auslaufen des Rahmenvertrags fortgeschrieben wurde.

Da stand ich vor 36 Jahren im einstigen Personalbüro der Kellog - Dependance Bremen, Auf der Muggenburg 30, unter beantwortete, vollständig und wahrheitsgemäß den " Personal - Fragebogen ". Und was die dort nicht alles wissen wollten. Alter, Geschlecht, Trinker, Haschisch - Konsument, verheiratet, Kinder, Student? Usw. usf. Richtig amerikanisch, schon damals.

Ich brauchte den Job, denn ich war nach einem vierwöchigen USA - Aufenthalt im September 1980, gelinde gesagt, blank. Das offerierte Entgelt war verlockend: Mehr als 12 Deutsche Mark pro Stunde! Junge, dat hätte ich selbst als studierter Betriebswirt in irgendeiner Mittelstandsklitsche zwischen Münster, Osnabrück und Bremen nicht verdient. Somit war klar: Der Rubel konnte wieder rollen. Nur die Immatrikualtionsbescheinigung sollte ich doch bitte schön noch nachreichen. Die Lohnsteuerkarte und eine Kopie des Personalausweises kassierte der US - Arbeitgeber gleich ein.

Einige Tage später ging es dann los. Zunächst zweischichtig, Im Frühtau des Oktober - Schmuddelwetters kurvte ich meinen blauen Renault 4 durch das Straßengewirr am Bremer Hafengebiet. Die Frühschicht begann um 6.00 Uhr. Für einen Studenten ein eigentlich unchristliche Zeit. Aber schon damals galt: " Money talks "!
Nach der Frühschicht folgte die Spätschicht, die von Montag bis Freitagabend angesetzt war,

Nach einigen Wochen - das Semester hatte längst begonnen - erkundigte sich der Schichtführer, der mit meinem Arbeitseinsatz, der Zuverlässig - und Pünktlichkeit wohl zufrieden war, ob ich bereit wäre, eine Woche Nachschicht zu kloppen. Da gab es ordentlich Zulagen. Aber, klaro.
Stichwort: " Money makes... "!

So fuhr ich dann ab der Folgewoche erst um 19.30 Uhr vom Uni - Gelände zum Kellog - Werk Auf der Muggenburg. Die Nachtschicht war zwar ruhiger, jedoch nur im Werksumfeld. Ich wurde dazu abkommandiert, die - einst noch per Hand  - verpackten Kartons, in denen sich jene Ceralien - Verkaufskartons befanden, die als Belohnung für deren späteren Kauf, ein Plaste - Spielzeug eingelegt bekamen, von einem Band zu nehmen und auf eine Euro - Palette so zu stapeln, dass immer die gleiche Anzahl heraus kam. Also: Eine Kartonreihe längst, die andere quer und umgekehrt. Eine durchaus sinnvolle Beschäftigung, die zudem von dem Staplerfahrer, einen gnom - haften Spanier, der sehr gutes Deutsch sprach ( jedoch nicht schreiben konnte ), beim Anfahren an die gestapelte Palette, immer kontrolliert wurde.

" Menolito ", so nannte ich ihn, war ein Belegschaftsoldie. Er keulte bei Kellog bereits 10 Jahre lang, sah deshalb bereits verbraucht aus und erzählte mir dann und wann etwas über seine Heimat in Sevilla. Der andalusischen Metropole, die damals schon, auf die Bevölkerung bezogen,  leicht größer als das Bundesland Bremen war und - wie die Stadtgemeinde Bremen und Bremerhaven auch - am Wasser liegt. Eine Hafenstadt eben. Rau, aber durchaus mit herzlichen Einwohnern, die so wie Bremen, auch vom Meereszugang profitierten. Andalusien indes, war wesentlich ärmer als Bremen. Deshalb empfand " Menolito " seinen Verdienst als großartig und war dem Arbeitergeber gegenüber mehr als nur loyal.

Dass er mich " Pinocchio " nannte, sei hier am Rande erwähnt. " Menolito " also kurvte in den Hallen bei Kellog in Bremen wild umher, stapelte ab und zu mit mir gemeinsam die hell - braunen Pappkartons auf die Paletten und scherzte dabei. Danach war mir nicht zu Mute, denn dass Transportband wurde - obwohl ich wie ein Wahnsinniger malochte - immer voller. Irgendwann packte mich die Wut und ich trat gegen einen herunter fallen Karton, der samt Inhalt gegen die Wand flog und dort aufplatzte. " Ausbeuterei! Ihr Schweine! ", rief ich laut. " Menolito " hatte es jedoch nicht gehört, denn er kam nach wenigen Minuten wieder in die Halle geflitzt.

" Pinnocchio, was ist das hier? ", fragte er mich halb lachend. " Das ist nicht zu schaffen! ", sagte ich ihm. " Gut! Pause! Wir gehen nach oben!", lautete seine Antwort. Er stellte das Förderband ab. Das eintönige, rotierende, knackende, quietschende Geräusch der Transportanlage mit Rondell verstummte.
Müde schlich ich in den Personal - Aufenthaltsraum. Dort saßen einige Arbeiter und aßen mit gebrachte, belegte Brote, tranken Tee oder Kaffee und glotzten mich stumm an. An einem Tisch hockten drei Aushilfen. Wohl auch Studenten. " Den kannst´e vergessen!" rief einer der Jungen Männer, als ich mich kaputt auf den Stuhl plumpsen ließ. " Ja, den kannst´e wirklich vergessen!", äffte ein Zweiter von ihnen nach. " Und? ", retournierte ich ein wenig wütend. " Wir sitzen über Dir und verpacken die Kartons mit dem Spielzeugen per Hand. ", erklärte mir der Dritte.
" Ihr Arschlöcher, macht langsamer! Ich bin nur alleine unten! ", forderte ich das Trio auf.

Alle drei schauten mich ein wenig erschrocken an. Sie schwiegen danach betreten, als ich ihnen erklärte, dass es eigentlich Ausbeutung sei, was hier abliefe.

Nach der viertelstündigen Pause stellte " Menolito ", der Staplerfahrer, das Band wieder an. Leicht erholt klotzte ich wieder ran. Und - o, Wunder - die Braun - Kartons wurden nicht mehr, sondern es gelang mir nach einiger Zeit das Transportband zu leeren. Es kamen nun viel weniger Kartons nach unten, weil das Trio oben doch tatsgewiss langsamer arbeitete.

Später stellte " Menolito " das Band ganz ab. " Genug, Pinocchio! Wir gehen jetzt nach draußen! " Er fuhr die letzte Palette mit den Ceralien - Kartons aus der Halle und stellte diese seitwärts zu einem Güterwagen der Bundesbahn. Es war ein Kasten förmiger Waggon, wie ich ihn von damals zu meiner " Märklin " - Zeit kannte. Ein Riesen - Teil mit zwei Achsen. " Den müssen wir voll machen! ", sagte " Menolito " grinsend zu mir. Wir, damit war ich gemeint, denn der Spanier fuhr mit seinem Hubwagen zu einer überdachten Fläche und holte Palette für Palette heran. Ich ochste wie ein Roboter, doch " Menolito " war das nicht schnell genug. Er sprang von seinem mit Kunstleder bespannten Sitz und maulte mich an " Pinnocchio, du bist zu langsam! ". Dann stieg er in den Waggon und legte mit dem Beladen los.

" Da müssen mehr Kartons rein passen, Pinocchio, Du hast falsch gepackt! ", stellte er in einem höhnischen Ton fest. Dann sprang er aus dem Waggon und setzte sich auf den Stapler. Palette an Palette karrte " Menolito " heran. Nach mehr als einer Stunde war Feierabend. " Schönes Wochenende " sagte er dann am Samstagmorgen, der letzten Nachtschicht,  beim Verlassen des Platzes. " Ja, danke, gleichfalls! ", antwortete ich ihm.

Es war Mitte November 1980. Die Vorlesungen hatten seit mehr als 5 Wochen begonnen. Es wurde Zeit, dass ich mich um mein Studium kümmerte. Als der Vorarbeiter mich wieder für die nächste Nachtschicht eintragen wollte, sagte ich ihm ab. Er war ein wenig sauer. Nach 7 Wochen hatte ich mehr als 3.500 DM verdient, Die Lohnsteuer erhielt ich über die im folgenden Jahr eingereichte Steuererklärung zurück. Viel Geld, für einen armen Studenten. So konnte ich mich bis zu den Semesterferien des Jahres 1981 über Wasser halten. Kellog, der Konzern aus den fernen USA hatte meinen Lebensunterhalt zwar nicht finanziert, sondern ich mich durch die Maloche dort selbst, aber es waren einige interessante Wochen, die ich dort erleben durfte.

Vor allem wusste ich jetzt auch, warum die Produkte immer gut schmecken. Es wird ihnen Tonnen weise Zucker dazu gemischt. Ganze Eisenbahnwaggons standen auf dem hauseigenen Gleis, in denen sich reiner Industriezucker befand. Und selbst im Müsli, dass er Konzern aufgrund der grassierenden Öko - Welle, deren Anhänger und Vertreter  " Ökopaxe " tituliert wurden ( vulgo: " Körnerfresser ), ist ein großer Zuckeranteil enthalten. Nichts da, mit gesunder Kost oder biologischer Nahrung.

Als ich die Nachricht von der Werksschließung am Dienstag hörte, kamen mir just diese Gedanken und so gibt es denn vielleicht auch einen ganz plausiblen Grund für den enormen Umsatzrückgang bei den Kellog´s - Ceralien: Der demographische Faktor spielt dabei eine Rolle, denn die Bewohner der Industrieländer werden immer älter. Diese ernähren sich oftmals anders. Es werden zudem dort weniger Kinder geboren, die als potentielle Kunden in Betracht kommen. Da außerdem die Kinder sowie auch Erwachsene immer dicker werden, erfolgt eine stärkere Aufklärung darüber, dass Zucker eben dick macht. Und Kellog´s Produkte enthalten sehr viel Zucker.

Kellog kaputt? Nein, aber Kellog in Bremen vor dem Aus. Und dieses hat nichts mit der kritikwürdigen Wirtschaftspolitik des Bremer Senats zu tun, sondern mit dem Umsatzrückgängen seit vielen Jahren. Hierauf hat der Bremer Senat aus SPD und " GRÜNEN " garantiert keinen Einfluss, wie die FDP - Mamsel Lencke Steiner, geborene Wischhusen, es den Bremern weiß machen möchte. Wer eine Schmalspurausbildung, wie sie, durchlaufen hat, kann die globalen und betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge eben nicht erkennen ( https://de.wikipedia.org/wiki/Lencke_Steiner ).