Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Samstag, 30. Juli 2016

Kaisermania - Ausgabe 2016




Ganz Dresden, ja, was sage ich: Ganz Sachsen und sogar halb Brandenburg ( soweit es dort noch Menschen im gehfähigen Alter gibt ) befindet sich im Ausnahmezustand. So, wie es temporär in den Monaten zwischen Juni bis August seit Jahren der Fall ist.
Der Kaiser kommt, er kam gewaltig und er siegte. Er siegte über den guten Geschmack, über den letzten Verstand und er triumphierte über den schmalen Geldbeutel vieler Mühsamen und Beladenen. Er ließ die Elbwiesen erbeben, die Fische davon schwimmen und die Grillen wie versteinert, verstummen.

Der Kaiser ist da, hura, hurra, der Kaiser ist da!

Da bleibt und blieb keine Schlüppi der Oma, der Mutter und des Töchterchens, die mit Mitte 30 noch im Drei - Generationen - Haus wohnt, weil sie zurzeit keine Wohnung und noch viel entsetzlicher, keinen passenden oder überhaupt einen Mann findet.

Roland " Rolli " Kaiser trat weder in den Lebenslauf der Dresdnerinnen,der Sächsinnen und Brandenburgerinnen für eine kurze, ach, leider viel zu kurze Zeit ein und verzückte die frisch frisierten, getönten, geschnittenen, modischen Frisuren der weiblichen Geschlechtsgenossinnen ein weiteres Mal.

Wie macht der alte Zosse, der Stimmlose, der Mann ohne Colt, ohne Geschmack und ohne Skrupel, diese nur? Seit Jahren nur der gleiche Schund, der identische Schlager - Schrott, der abgedudelt - abgenudelte Dreck aus seinen längst vergangenen Zeiten, als er zumindest noch so etwas wie Singen konnte.

Es ist wohl der Name, die eigenen Vergangenheit, die schmachtende Rückbesinnung an die eigene, verblasste Jugend, die viele Kaiser - Maniacs, ihr Toupet, die Dritten und die Friseurgeschäfte auf den Plan rufen lassen. Da werden kurzzeitig Träume wieder wahr, Albträume aber auch. Denn in der Nachwendezeit, als Roland hier zum wiederholten Male aufschlug, waren die Extreme greifbar. Heute sind sie es wieder, denn " Rolli " ist seit jahrzehnten ein angeblich " Roter ", ein " Soze " ( der Köter von Kohl, dem selbst ernannten Einheitskanzler, hätte bei dem Wort laut gekläfft ), eine Anti - Pegidiot dazu. Dafür wurde er kritisiert. Von dem Oberdruiden und vorbestraften Bachmann, von der blond - blöden Oertel und der grenz - debilen Festerling.

Pegida ist inzwischen mega - out, " Rolli " jedoch immer noch in. Und weil " Rolli " in beliebt, ist " Rolli " Wahldredner. Auch wenn er hier gar nicht wohnt, die exorbitant hohe Grundsteuer bezahlen muss, die maroden Straßen dazu und die Eierköpfe aus der CDU bis AfD obendrauf. " Rolli " ist Dresdner - basta!
Er sollte zum Ehrenbürger der Stadt erklärt werden, zum Doktor Ehren halber ( Dr. h.c. ) an der Universitär einen Lehrauftrag für schlechte Musik und Dauerverblödung im Zeitalter der Daddel - POKe´MON - Manie und der Hatz auf Ausländer, Muslime und jetzt türkische Landsleute, erhalten, damit er jenen Vollpfosten vermitteln kann, das guter Geschmack nichts mit Politik und Politik nichts mit gutem Geschmack zu tun hat.

" Rolli " is back. " Rolli " ist Dresden und weil " Rolli " Dresden ist, bleibt " Rolli " nichts anderes übrig, als jedes Jahr wieder zu kommen. Feuchte Schlüppis mit nbegriffen, die kann er ja dann im Rollstuhl, mit Rollator oder Gehstock auch auffangen.

" Rolli " is back und weil " Rolli " back is, überträgt der biedere Muff - Sender MDR seine Stimmband - Akrobatik jenseits der Neunton - Bandbreite über Stunden auch noch live. Schade um die teuren Zwangsgebühren. Doch den piefigen Zuschauern macht es immer noch Spass. " Rolli " forever jung? Klar, doch, denn er wird es so wie einst Udo Jürgens halten, der sich mit 80 noch mitten im Leben befand - bis der Herzschlag in traf.

Wann hören solche alte Schlager - Affen endlich auf, die Umwelt mit Sondermüll zuzupflastern?

In diesem Sinne: Gut´s Nächte und lasset die Maniaten zu mir kommen:


" Infected Mushroom " - " Can´t stop ":



Es wird wohl so sein!

Pilz - Mania


 Auch in diesem Jahr hat sich - beinahe pünktlich zum Ende des Juli - unser dauerhafter Gartenbewohner für den Hochsommer ein schattiges Plätzchen gesucht und ist aus dem Boden gesprossen.

Und, wie!


Ein Riesenbovist ( lat. Calvatia gigantea )  hat sich klamm heimlich an unseren Zwerg - Kiefern - Ensemble breit gemacht und wuchs und wuchs und wuchs.

Der Ömmes soll - in Scheiben geschnitten und dann angebraten sogar essbar sein.

Ich bin mir nicht so sicher, aber ich stehe da eher auf leckere Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge.

Doch: Imposant sieht der Riesenpilz schon aus,

https://de.wikipedia.org/wiki/Riesenbovist







Dazu: " Can " aus Köln und " Mushrooms ":





Im Stadion




Der heutige Samstag ist nicht nur der vorletzte Tag im Juli 2016, sondern auch der zweite Spieltag des Dresdner Bundeswehr - Karriere - Cup an. Hierzu traten die Mannschaften des FC Everton aus England, der spanische Vertreter Real Betis Sevilla, der SV Werder Bremen und die SG Dynamo Dresden als Gastgeber an.

Nun, Vorbereitungsspiele sind in keinem Fall ein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft; zumal die Punktspielsaison erst in den Augustwochen beginnt.




Trotzdem: Es war zum größten Teil Sommerfußball, der dort geboten wurde,
Aber, Spaß gemacht hat es alle Male:


Und: Was gibt es schöneres für einen Fußballfan als Live - Fußball im Stadion?
Da können alle TV - Sender mit ihren High Tech - Übertragungsbrimborium einpacken.


Freitag, 29. Juli 2016

Von herrenlosen Damenfahrrädern, damenlosen Koffern und vergessenen Regenschirmen.




Der Mensch ist oft vergesslich. Und diese Feststellung lässt sich altersübergreifend treffen. Verstärkt indes tritt jenes Phänomen in Form der Demenz oder dann Altersdemenz auf. Irgendwo dazwischen liegt aber die jene Art von Vergesslichkeit, die situativ bedingt ist.

So manches Vergessen, könnte dabei recht kostspielig werden. Dann nämlich, wenn Gegenstände liegen gelassen oder nicht wieder abgeholt werden. Der Finder jener vergessenen oder auch verlorenen Dinge, hat zwar rechtlich die Pflicht, die bei einem Fundbüro abzugeben, aber jene Verpflichtung gehen oft nur die ehrlichen unter den Findern ein. Die Mehrzahl kassiert gefundene Gegenstände einfach ein und behält sie für sich.

Trotzdem quellen die vielen örtlichen Fund - Annahmestellen oder Fundbüros förmlich über. Hier findet sich beinahe alles, was verloren gehen kann.



http://de.bringmeback.com/Wissenswertes-ueber-Fundbueros-und-Co


http://de.bringmeback.com/Fundrecht-in-Deutschland


http://www.fr-online.de/recht/-fundstueck-belohnung-finderlohn-recht-finder-fundsachen,21157310,21975472.html




http://www.mz-web.de/erfurt/update-zum-bombenalarm-buergeramt-wegen-rucksack-voller-sexspielzeug-evakuiert-24461728


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/erfurt-sexspielzeug-loest-alarm-aus-buergeramt-evakuiert-a-1104966.html

Donnerstag, 28. Juli 2016

Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin,



Zu unserer geliebten Bundeshauptstadt verbindet auch mich eine besondere Affinität. Nicht nur deshalb, weil in meinem Geburtsort ab den 1960er Jahre eine Vielzahl von Berliner/innen wohnten, die zumeist nach einer Kur in dem, sodann als wunderschön empfundenen Weserbergland, ihren Lebensabend - überwiegend als Witwe oder ähnliches - verbrachten und die ich als Kind und Jugendlicher immer als sehr aufgeschlossen, kinder - und spendierfreudig in Erinnerung habe. Auch nicht nur, weil uns Westdeutsche die - nachvollziehbaren - Leiden der geteilten - einst Reichshauptstädter - in allen Varianten unter die Augen, Ohren und Nasen gerieben wurden. Und auch nicht ausschließlich, wegen der Kindheitserinnerungen, als wir gegen die Mannschaft des Schullandheims aus Berlin Fußball spielten, meistens gewannen, denn unser damals bester Spieler war ein Berliner, der zu seiner Tante gezogen war, weil sich die Eltern getrennt hatten und danach ein Elternteil verstarb. Und nicht nur, weil mir aus den Fußballalben, deren Einklebebilder wir für 10 bis 20 Pfennig je Packung sammelten, die Mannschaft von Hertha BSC mit solchen Namen, wie Frank Fahrian, Hans Eder, Lothar Groß, Hans Sundermann, Uwe Klimaschefski, Karl - Heinz Rühl, Willibert kremer, Lutz Steinert, aber vor allem Otto Rehhagel, neben den 6oern aus München, dem BVB aus Dortmund, besonder ( wohl auch wegen der markanten blau - weißen Trikots ) gefiel.
http://www.fupa.net/teams/hertha-bsc-berlin-5403.html

Nein, Berlin hatte auch weit vor dem Mauerfall etwas. Die Kultur war eine völlig andere. Für ein Provinzei, wie ich es noch damals war, mit unvorstellbaren Möglichkeiten. Und auch später, als ich einige Studienkollegen dort an der FU besuchte, wir zu der dortigen Semesteranfangsfete gingen und Live - Musik pur um die Ohren bekamen, versprühte Berlin alle Male den Charme einer Welt - und weltoffenen Stadt. Daran hat sich - trotz solcher schwachköpfigen Hetzer, wie Sarrazin, Tilo und Konsorten - nicht sehr viel geändert.

Berlin bleibt Berlin und Berlin ist nach wie vor - wenn auch arm - in der Tat sexy.

Wohlan, so fuhr ich am gestrigen Tag - auftragsgemäß - gegen 14.00 Uhr und nach einem Tankstellenstopp sowie einem Kleineinkauf bei der " Netto " - Filiale auf der Tharandter Straße, immer Navi - gemäß, in Richtung Autobahn 4. Von dort auf die A 13 in die Ödnis des Bundeslandes Brandenburg. Zuvor gelangte ich allerdings in den ersten, wenn auch kleineren, Stau. Bei Radeburg hatte sich ein Sattelzug von seiner Fahrt verabschiedet und war umgekippt. Jede Menge Blaulicht und natürlich Gaffer.

Es ging weiter bis zum Spreewald - Dreieck, dort, wo bei Lübbenau die A 13 und die A 15 in Richtung Cottbus zusammen finden. Die Strecke ist mir längst bekannt und deshalb wunderte ich mich nicht über die vielen Baustellen bis zum Schönefelder Kreuz.

Doch an diesem Tag war alles ein wenig anders. Ich hatte das Navi auf  Große Seestraße in Berlin - Weißensee eingestellt. Und das elektronische Wunderding sollte mir schon recht bald seine unermesslich wichtigen Information geben, die ich benötigte, um aus dem sich anbahnenden Chaos heraus zu kommen.

Bereits der Heimatsender MDR aktuell hatte seit meiner Abfahrt vor schweren Gewittern mit Unwetter - Potenzial gewarnt. Und tatsächlich: Mit der Fahrt auf der A 13 begleitete mich, immer zur linken Hand, der Fahrerseite aufkommend, eine schwarze Wolkenwand.  Diese verdichtete sich alsbald mit der Einfahrt auf die A 113. Was sich danach entlud, war selbst für einen Gewitter erfahrenen Autofahrer als unbeschreiblich zu bewerten. Im Sekundentakt schlugen Blitze auf Berlin ein. Es krachte und donnerte und es schüttete aus Bassins. Wassermassen flossen auf der Betondecke entlang. Damit war nur an eine mäßige Geschwindigkeit zur Weiterfahrt zu denken.

Die Berliner Autofahrer - Kampf erprobt im täglich Verkehrsstress - verhielten sich vorbildlich. Ich sah keinen einzigen Unfall. Olga - Lisa - Helga, meine Navi - Stimme, gab mir dann vor, die Stadtring - Ausfahrt Johannisthaler Chaussee zu nehmen. Doch, die war gesperrt. Also weiter auf der A 113 zur nächsten Ausfahrt. Jedoch nur nach Anweisung der Dame und nicht nach den Verkehrsschilder, die eine Umleitung empfahlen.

Also fuhr ich zirka 2 weitere Kilometer auf der A 113 und nahm die Ausfahrt am Dreieck Neuköln.  Dort hielt ich mich rechts und kam direkt auf die Grenzallee. Die war nach einigen hundert Metern bereits wieder gesperrt. Berlin baut und wenn Berlin an seinen unzähligen Straßen herum baut, dann geschieht dieses zumeist während der Großen Ferien, weil der Berliner dann im Urlaub, also verreist ( Ostsee und mehr ) ist.

Nun kam aber zudem Baustellen - Tohuwabohu der Starkregen, das Unwetter, hinzu. Ich versuchte mich nach der Karl - Marx - Straße ( da schlug mein Herz - nicht nur des Namens wegen ) gleich höher, denn es schossen Fontänen artig Wassermassen aus den Gullis, die gleich mit hoch gehoben wurden. Also, Rückwärtsgang eingelegt und kehrt, marsch. Irgendwie kam ich dann auf den Kottbuser Damm.
Hier waren die Ampeln ausgefallen. Doch, keine Panik in Berlin, die anderen PKW - Fahrer reagierten rücksichtsvoll. Ich konnte hier abbiegen. Über die Skalitzerstraße gelangte ich in den Berliner Bezirk Treptow,



Auch hier herrschte - nach norddeutscher Redensart " Land unter ". Wassermassen schossen auf den arg ramponierten Straßen entlang und signalisierten mir, allenfalls im 2. Gang 20 bis 30 Km / h zu fahren. Nach weiteren Baustellen an der Oberbaum Straße, fuhr ich nach einer Umleitung in Richtung Prenzlauer Berg ( vulgo: Prenzl Berg ), wo das Unwetter noch heftiger wütete. Doch das Navi zeigte mir alsdann die Richtung auf der eingeschlagenen Rennbahnstraße in Weissensee zur Große Seestraße.

Hier herrschte Parkplatznot und die schmale, einstreifige Straße konnte eigentlich nur in einer Richtung befahren werden. So entschloss ich mich, nur 200 Meter vor dem Zielobjekt, unseren Dr. Mazda links einzuparken und den Rest der Strecke im Starkregen mittel Schirm ( jedoch mit Charme, aber ohne Melone ) zu Fuß zurückzulegen.

Es plästerte immer noch fürchterlich, als ich endlich die Wohnanlage an der Große Seestraße erreichte. Es war ein Neubau - Block mit Eigentumswohnungen ( wohl für bessere Betuchte ), den ich betrat. Nachdem klar war, wo der Adressat für die Sitzbank wohnt, klingelte ich. Doch, in dem ersten Gebäude ging keine Tür auf. So lief ich die Treppen aus dem 4. Stock wieder herunter und wurde dann bereits winkend darauf aufmerksam gemacht, dass ich mich geirrt hatte,

Die Dame, eine junge Afrikanerin aus dem fernen Äthiopien. trug mit mir die Bank in ihr Domizil. Es war eine Eigentumswohnung, die von ihr, ihrem Sohn mit dem Namen William und dem Mann, einem Kollegen aus dem Bereich Medien - und Wirtschaftsrecht, bewohnt wird, Es sah nach einer gut situierten Wohnung aus. Ein Blick aus dem Fenster verriet, dass die Wohnanlage nur für gehobene Mieter geeignet ist. Eine Grünfläche, ein See, ein sehr gut bestückter Kinderspielplatz - alles vorhanden, was der besserverdienende  Eigentümer begehrt.

Frau T. - S. machte mir einen Kaffee aus der Maschine von Jura ( was sonst? ). Wir unterhielten uns einige Minuten. Sie hatte noch Familie in ihrem Heimatland. Ihre Mutter war zu Beginn des Jahres an Krebs verstorben. Wir leckten uns wechselseitig die Wunden. Sie war nur 62 Jahre alt geworden. Traurig - so jung!

Dann verabschiedete ich mich höflich von ihr und William, der mich mochte, denn er bot mir Nüsse aus einer Schale, die er in der Hand hielt an. Meine Duplos, die ich mir als Wegzehrung in Dresden beim " Netto " gekauft hatte, durfte ich ihn nicht geben. Zu recht - der gesunden Zähne wegen.

Wir hatten Frau T.-S. zuvor als männlich und aus dem arabischen Raum stammend, eingestuft, weil das über ein smartphone eingegebene Deutsch katastrophal war. Frau T.-S. hatte einige Wochen zuvor einen blauen Teppich über ebay bei uns erworben. Die Abwicklung gestaltete sich ein wenig schwierig. Es klappte dann doch noch.

Ich hatte Frau T.-S. erzählt, dass ich als Anwalt in den 1980ern und 1990ern viele Hundert Asylverfahren betreuen konnte. Auch von Afrikanern. Wobei es sich dort eher um Kenianer, Somaliern, Liberianer, Ghanaen oder Gambianer handelte. Einmal war ein Sohn eines Häuptlings aus Bukina Faso, eines der bitter ärmsten Länder der Erde dabei. Er hatte viel Geld, bezahlte meine Dienste gut und schenkte mir, nachdem sein Asylantrag erfolgreich beschieden wurde, ein Bronze - Paar, das kopulierend in der Missionarsstellung zu sehen war.

Nun, ja, das ist lange her. Jetzt war ich in Berlin. Und Teile Berlins standen unter Wasser,  In Prenzl Berg wurde der Notstand ausgerufen, der Katastrophen - Alarm ausgelöst. In einigen Straßen stand das Wasser höher als Autodächer. Blechkarossen wurden, wie Spielzeug von den Fluten einfach weggeschwemmt.

Ich verabschiedete mich höflich von der deutschen Äthiopierin und William, der mich mochte. Dann startete ich Dr. Mazda. Kein Problem. Über viele Umwege, durch das Bau - Chaos und das Unwetter, dass sich - laut RBB - mit über 950 Blitzen in jenen Sunden über Bärlin entlud, gelangte ich irgendwann auf den Autobahnzubringer zur A 113, dann zur A 13 und später zur A 4.

Nach mehr als 4 Stunden war ich gegen 20,30 Uhr wohl behalten zurück.

Berlin, Berlin, ich fuhr nach Berlin. Aber beim nächsten Mal bitte ohne Unwetter und alledem.
        

Gut´s Nächtle mit " Fischer Z " und " Berlin ":




und einer Live - Version des von Jimmy Cliff gecoverten Johnny Nash - Stücks " I can see clearly no, ( the rain is gone ):






I can see clearly now, the rain is gone
I can see all obstacles in my way
Gone are the dark clouds that had me blind
It's gonna be a bright (bright), bright (bright)
Sun shiny day
I think I can make it now, the pain is gone
All of the bad feelings have disappeared
Here is the rainbow I've been prayin' for
It's gonna be a bright (bright), bright (bright)
Sun shiny day
Look all around, there's nothin' but blue skies
Look straight ahead, nothin' but blue skies
I can see clearly now, the rain is gone
I can see all obstacles in my way
Gone are the dark clouds that had me blind
It's gonna be a bright (bright), bright (bright)
Sun shiny day


Teletubbies - Tamagotchi - POKeMON: Kommen die 90er Jahre wieder zurück?



Wer einen Rücksturz in die 1990er Jahre wagt, der dürfte um einige skurrile, ja, sogar das einst reale Leben bedrohende Dinge und Ereignisse nicht herum kommen. Da die - jetzt - gesamtdeutsche Medienwelt sich im Umbruch befand, das Internet den Aufbruch wagte und die, als vormals feindlich angesehene, östliche Hemisphäre den Zusammenbruch zelebrierte, suchte der " neureiche ", der dem schnöden Mammon nachjagende, der wohlstandsorientierte Europäer, nach Abwechselung. Der homo europäus versuchte sich von dem Alltag abzulenken. Er spielte mit elektronischem Gedöns oder glotzte TV ( West ) sowie Video - Filme ( Ost ). Um einige Jahre zeitverzögert sprossen deshalb jenseits der einstigen Staatsgrenze, jene Verkaufsstellen, wie Pilze aus dem Boden, die bereits weit vor der so genannten Wende, dem BRDler so manche schlaflose Nacht raubten: Videotheken.

Hier wurden in Hülle und Fülle jene B bis D - Movies auf VHS - Kassette angeboten, die entweder aus den Kinos verbannt, im TV nicht sendefähig waren oder unaufgeregt formuliert: einfach nur letzter Schund waren.

Diesen gab es nämlich zum Teil auch in den öffentlich rechtlichen Anstalten, vornehmlich aber bei den Privaten - immer fein säuberlich von der Müll - Brüll - Reklame unterbrochen.

Einen prima Überblick gibt es unter anderem  hier:


https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Fernsehserie_der_1990er_Jahre


Zu den Serien von damals, als Ost und West sich noch vorsichtig beschnüffelten. ehe sie sich vereinten und jene Dinge zusammen wuchsen, die zusammen gehören, nämlich Konsum, Protzerei und dämliche Freizeitunterhaltung, zählen zweifelsohne die " Teletubbies ". Diese im Auftrag der BBC produzierte, zunächst nur in der englischen Sprache ausgestrahlte Kindersendung, beinhaltet im wesentlich nichts. Es geht nur um die vier rundlichen Figuren mit den Fantasienamen:


- Tinky - Winky

- Dipsy

- Laa - Laa

- Po.

Deren Aufgabe war es, sich in surrealer Umgebung einfach nur zu bewegen und dabei jene Dinge zu machen, zu denen sie gerade aufgelegt sind. Will heißen: Singen, Lachen, Backen, Schlafen und - welch Fortschritt - Staubsaugen!  Das Aussehen der vier putzigen Gestalten ist wohl als eine Mischung zwischen dem sattsam bekannten Teddy - Bären und einem friedlichen Außerirdischen mit einer Antenne auf dem Schädeldach anzusehen.
Nun, gut, die ersten, dann natürlich synchronisierten Folgen der BBC - " Teletubbies " strahlte der inzwischen in die TV - Landschaft eingegliederte Kinderkanals ( KiKa ) aus Erfurt im März 1999 aus.

Mit einem durchschlagenden Erfolg. Binnen weniger Wochen wurden die " Tubbies " in den Reihen der Spaß - Generation und bei den Mühsamen und Beladenen hoch im Kurs gehandelt. Das übliche, kindliche Vokabular von " niedlich " über " süß " und  " drollig " ließ sich dabei abspulen. Und selbst die Mütter ( die jüngeren Papas eher weniger, die glotzen Michael Schuhmacher bei " premiere " ) waren hoch entzückt. So gab es dann auch - im Rahmen der Profit steigernden Merchandising - Masche - jene vier Strategen - für viel DM natürlich - zu kaufen. Die Kinderzimmer quollen alsbald von der " Tubbie " - Invasion heimgesucht über.

Irgendwann war der " Teletubbie "  - Scoop ausgelutscht, der Hype vorüber und der Durchschnittshaushalt mit dem obligatorischen 1, 25 Kleinkind, durfte sich den nächsten, von der Bespielungsindustrie vorgefertigten und über die Medien eingeleiteten Dingen widmen.

Angeblich sollte das " Teletubbie " - Quartett durch ihre gezeigten Handlungen und die darauf folgende Floskel mit dem " Normal! Normal! "  ( " Nochmal! Nochmal! " ) die kognitiven Fähigkeiten des Kleinkindes fördern helfen. Nun, ich habe dieses nicht erkennen können, weil jene Kleinkindern, mit deren Eltern ich berufsbedingt zu tun hatte, die Brut eh den ganzen lieben langen Tag vor der Glotze ablegten, um ihre Ruhe zu haben.

Da der " Teletubbie " - Wahn an meiner - damals bereits aus dem Alter heraus gewachsenen - Tochter vorüber zog, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen, vermag ich im Nachgang keine weitere Bewertung zu der pädagogischen Sinnhaftigkeit jener vier friedlichen Aliens abzugeben.



https://de.wikipedia.org/wiki/Teletubbies


Wohl aber bei einem anderen Unsinn, den die Spielzeug - Reklame - Mafia ab 1997 den nach Surrogaten lechzenden Pseudo - Eltern und überforderten Alleinerziehenden sowie den sie begleitenden, in der Regel gut kapitaliserten Großeltern, überstülpte. Dat Ding nennt sich " Tamagotchi " und stammt aus dem noch ferneren Japan. Aus dem Land der aufgehenden Sonne also, wo seit den 1980ern die Elektronik vorherrscht und wo nicht nur qualitativ bessere und zuverlässigere PKW, sondern auch ebenso preisgünstigere Unterhaltungselektronik produziert wurde.

Das Wunderei " Tamagotchi " kam dort 1996 auf dem Markt und eroberte diesen binnen weniger Wochen im " Blitzkrieg " gegenüber anderen Spielzeugen. Es entstanden alsbald Lieferengpässe, aber auch Plagiate aus den USA sowie Teilen Europas, die die Märkte überspülten.

Die Funktionsweise des Elektronik - Ei ist simpel. Es ist beinahe mit dem Lebenszyklus eines Neugeborenen, eines Küken, vergleichbar. Das " Tamagotchi " zeigt - nach dem Schlüpfen, dem Aktivieren - jene menschlichen Grundbedürfnisse, wie Schlafen, Essen und Liebe. Bekommt es diese eingeforderten Dinge nicht, verendet es. Durch den Druck auf die eingelassene " Reset " - Taste, erhält das japanische, eiförmige Spielzeug ein neues Leben ( eine wunderbare Einrichtung, die ich mir aber für viele Menschen nicht wünsche ).

Retrospektivisch betrachtet, konnte ich mich dem " Tama " - Wahn nicht so ganz entziehen. Dat Ding kostete mich 29,90 DM und landete irgendwann in den Händchen meiner Tochter, um dort regelmäßig zu verenden. Die hatte ihre Pferde im Köpfchen und da war für eine tamagotschiale Grundversorgung keine Zeit.

Nachdem die Batterien zum xten Male ausgepowert waren, dat Elektro - Ei eine nahezu sagenumwobene Vielzahl von Leben eingehaucht bekam, jedoch immer wieder leidensfrei verblich, verschenkte meine Tochter dieses an eine Freundin aus der Nachbarschaft; wohl in der berechtigten Hoffnung, dass " Tama " hier bessere Lebensbedingungen vorfindet und - so, wie viele, viele Japanese och - ein biblischen Alter erreicht.


https://de.wikipedia.org/wiki/Tamagotchi


Noch extremer als der " Tamagotschi " - Mumpitz gestaltete sich der von der japanischen Spielzeugindustrie initiierte Marketing - und Verkaufsfeldzug durch das ein Jahr zuvor kreierte " POKe´MON " - Spiel. Die - wörtlich übersetzt - Taschenmonster eroberten ab 1996 den Weltmarkt und sorgten über einige Zeit auch in Deutschland für eine wahre Hysterie unter den Kindern und Jugendlichen.

Das Konzept ist ebenso überschaubar, wie durchschaubar, aber sehr erfolgreich. Es können Spielkarten mit diversen " POKe´MON " - Arten, darunter der heiß geliebte Pikachu, aber auch Drachen und sonstige, zerstörerische Untiere, gesammelt werden, um diese dann anschließend in einem Spiel - dazu zählen mindestens zwei Personen - gegeneinander antreten zu lassen. Jede Karte hat einen vorgegeben Wert, mit dem der " Gegner " und dessen Karte(n) bekämpft werden kann. Ziel ist es, durch Kauf, Tausch oder vielleicht sogar Übergabe, den besten Spieler zu finden.

Das kostete natürlich Geld. Nun kannte ich aus meiner Zeit, in der ich u.a. Fußball - Bilder in Alben einklebte, das Auto - oder Flugzeug - Quartett spielte, oder " Sigurd " - " Tarzan " - und " Ivenhoe / Falk " - Comics sammelte, dass die Preise hier eher überschaubar waren.
So nicht, aber dem japanischen Monster - Spiel.

Die Verkaufspreise waren mindestens um das 20 - bis 30 fache höher als bei meinen, vormals heiß begehrten Fußball - Klebebilder. Mit 6 DM aufwärts für eine eingeschweißtes Päckchen, in dem sich unbekannte Monsterarten, in bekannter, weil streng abgezählter Anzahl befanden, war ich einst dabei.

Töchterchen sammelte die Fantasie - Produkte, um mit den Freundinnen zu tauschen und / oder zu spielen. Das ging irgendwann richtig ins Portemonnaie und ließ die 10 bis 20 DM - Scheinchen regelmäßig, von den jungen Verkäufern natürlich gern gesehen, über den Tresen schieben.

Nach einiger Zeit und vielen, sich mir nie so recht erschließenden Karten - Monster, verlor der Nachwuchs das Interesse an dem eher öden, aber Millionen Yen, Dollar, DM und sonst etwas, einbringenden Spielchen.
Dann kam auch noch ein Spielfilm mit diesen Figuren aus einer anderen Welt in die Kinos. Wieder wurden 8 bis 10 DM fällig. Da auch eine Nachmittagsveranstaltung nicht ohne Begleitung eines Elternteils besucht werden durfte, latzte ich locker dat Doppelte an Märkern ab.

Neben uns - so meine Erinnerung - saßen eine Reihe von aufgebrezelten Endzwanziger bis Mittdreißiger Muttis, die wegen der vehementen Verweigerungshaltung des Herrn Papa, der augenscheinlich keinen Bock auf " POKe´MON " hatte, sich fluchend und, mit ständigen Kommentaren während der eher sinnfreien Vorstellung auf der Kinoleinwand, sich hingebend, die Einkindzelle davon abbringen wollten, den " Mist ", " Müll " und " Schrott " weiter zu konsumieren. Den Junioren gefiel´s dennoch. Und weil mir das ewige Dazwischengelaber der platin - blonden Stinkziegen auf den Zwirn ging, bat ich diese doch bitte etwas leiser zu sein und diese Sache eben nicht " so eng zu sehen ". Das half.
Genüsslich mümmelten Töchterchen und ich aus unsere Popcorn - Tüte ( groß, selbstverständlich ) und so entspannte ich kauend, in der üblichen Fußballsitz - Haltung, zu dem Animationsquark, der auf der Riesen - Bildfläche abgenudelt wurde.

Gut, ja, gut, ich sach´ma´, ich meine, ich glaube, ein Film reichte mir davon.



Anscheinend kommt nach beinahe 20 Jahren, in denen weder die Menschheit, noch die vielen Eltern und Elternteile in diesem, unserem Konsum - Lande, erhebliche Veränderung im geistigen Fassungsvermögen erfahren konnten, jener " POKe`MON " - Müll in komprimierter und die Verblödung verschärfender Form wieder. Dat Ding nennt sich nunmehr " POKe´MON GO " ( Mir kommen da assoziative Gedanken durch " tom tom go " oder auch " Kaffee to go ", aber auch " Ami go home " hoch ).

Die Monster sind jetzt virtuell ausgeartet und befinden sich irgendwo im Nirgendwo auf der Welt, aber auch in diesem, unserem Vaterlande, dass sich nicht wesentlich - wohl aber vom Wohlstandsaspekt aus besehen - verändert hat. Es jagen Bekloppte mit PKW, Fahrrad oder per pedes nun die " POKe´MON " und weil sie dabei - ohne Rücksicht auf Verluste an Resthirnmasse - komprimiert, ja, so zu sagen, im Schwarm, auftreten, gibt es ständig Ärger. Mit den Blauen von der Polizei, mit den anderen Autofahrern und natürlich mit Mitmenschen. Die Duldungs - und Leidensfähigkeit des Durchschnittsmichels ist auch hier nicht unbegrenzt.

Sobald eine Meute mit Handy, Smartphone oder sonstigen Taschen - Computer auftaucht, wird blank gezogen. Von " Verschwinden ", " Verpissen " " Verprügeln " und anderem Stuss, eben jener Scheiße, die sich unsereins bereits vor 50 Jahren anhören muss(te), ist da die Rede. Droht Deutschland eine neue Wiederbewaffnungsart in Form der Anit - " POKe´MON GO " - Bürgerwehr?

Völlig zu recht, denn " to poke´mon " kann Leben gefährden. Vor allem im Straßenverkehr, wenn es dann - wie beim Daddeln und Telefonieren am Steuer " richtig kracht.

Weil die " POKe´MON " - Armada wieder aus der Gruft der unendlichen Verarschung der Menschen mit schwachsinnigen Spielzeug, hervor gekrochen kam, bleibt dem inzwischen Eisgrauen vielleicht nur die bittere Quintessenz, zu sagen: " Früher war alles besser! "

https://de.wikipedia.org/wiki/Pok%C3%A9mon


Diese Feststellung teilen auch " Saltatio Mortis ":





Nö, besser nicht, wohl aber anders!

Mittwoch, 27. Juli 2016

Heidelbeerernte




Da meint der Sommer es aber doch gut mit uns. Nach den Unwetter - Chaos - Tagen im Mai und Juni, war der Juli doch  - von einigen, lokalen Ausnahmen einmal abgesehen - richtig lieb zu dem Mitteleuropäer. Weil es im Mai aber keine Frosttage gab, es richtig plästerte und dann auch noch ordentlich warm wurde, konnten die Bäume, Sträucher und Büsche ungezügelt wuchern. Wer als Gartenbesitzer oder begrünter Grundstückseigentümer nicht seiner Passion nach einem Ziergarten mit Englischen Rasen, praktisch - quadratischen Beeten und adrett geschnittenen und wohl geformten Zier - oder eventuell Nutzgehölz, nachjagt, dem ist es wurscht, ob nun ein Baum eine nicht symmetrische Krone entwickelt hat, ein Strauch über die Wegumrandung wächst und ein Busch eher in die Breite als in die Höhe wächst.

Vor dem Hintergrund eines Naturgartens lassen sich dann prima die verschiedenen Wachstums - Blüte - und Fruchtentwicklungsphasen beobachten.

So auch bei unseren beiden Heidelbeersträuchern. Ihre Blütezeit begann in den ersten beiden  Maiwochen, nachdem sich zuvor viele, eher noch zarte Blätter entwickelt hatten.
Nach dem Ende der Blüteperiode sahen die beiden Gewächse eher unscheinbar aus. Das änderte sich dann jedoch schlagartig in den letzten Junitagen. Die so genannten Nutzgehölze entwickelten unterhalb der elliptischen Blätter, kleine Fruchtkugeln.

Im Vergleich zu dem Vorjahr waren es beinahe Unmengen. Diese grünen Kügelchen wuchsen nicht nur ständig, sondern sie färbten sich ab Mitte Juli in ein helles, dann dunkles Blau. jetzt wurde es Zeit, sie zu kosten. Nun, der Geschmack entspricht nicht jenem, den die längst in den Obstauslagen der Supermärkte kredenzten Kulturheidelbeeren, die ja bekanntlich als Kreuzung zwischen der mitteleuropäischen und eurasischen Bickbeere mit der nordamerikanischen Blaubeere, nicht nur wesentlich größer ist, sondern dann wohl ertragreicher. Schließlich muss die Plantage jene Anpflanzungen bezahlen und später unterhalten, ehe die Ernte beginnt.
Und diese ist lohnintensiv. Weshalb ein 125 bis 200 Gramm - Schälchen zwischen 1,50 € bis zu 2,50 € kosten kann.

Unsere Blaubeeren sind indes beinahe umsonst. Sie bedürfen allenfalls der leichten botanischen Pflege, indem diverse Unkräuter an ihnen entfernt und einige Kannen Regenwasser an den mit Bodendecker bewachsenen Stamm gegossen werden.

Nun, ja, Hobby ist nicht Beruf und Beruf bedeutet als Landwirt, dass Geld verdient werden muss. Und weil den Bickbeeren - so ganz nebenbei - nicht nur heilende Wirkung nachgesagt werden ( laut NABU wussten die alten Römer bereits, dass diese Beerenart gesund ist und Krankheiten lindert ), sondern es in der Tat " Diät " - Rezepte hierzu gibt, habe ich in den letzten Tagen fleißig geerntet. Deshalb gilt vermehrt das Motto:

Aus Grün mach Dunkelgrün; aus Dunkelgrün mach Blau = Blaubeere. Lecker!


Dazu der olle Fats, der " Fette " Domino und sein Klassiker " Blueberry hill " - Auch wat für den Gaumen und dat Musikherz:

   




https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelbeere

Dienstag, 26. Juli 2016

Wo sind eigentlich Alan Bangs, Albrecht Metzger und Peter Rüchel abgeblieben?



Am vergangenen Wochenende jährte sich ein Ereignis das 39. Mal, das bei einer Reihe von (West)deutschen einen bleibenden Eindruck, jedoch keinen Schaden verursacht haben könnte; sofern diese zu diesem Zeitpunkt ab 14 Jahre aufwärts waren: Die erste " Rockpalast " - Nacht in der Essener Gruga - Halle.

Die Zeiten waren einst andere. Es gab nur zwei TV - Programme, dazu - eingeschränkt empfangbar - fünf Regionalprogramme, die so genannten Dritten,  die dann meisten   vor Mitternacht ihr Licht ausknipsten und den Sendebetrieb auf ein Testbild umstellten. Zappenduster in den Wohnzimmern der BRD. Bei unseren Schwestern und Brüder im sozialistischen Nachbarstaat DDR sah es auch nicht viel anders aus:
http://www.tvprogramme.net/70/1977/19770522.htm ). Der Werk - oder Berufstätige sollte dieses auch bleiben und sich nicht mit " in die Röhre glotzen " davon ablenken lassen. Die staatlich verordnete Nachtruhe wurde auch nicht von den Radiosendern durchbrochen, denn deren Programm gestaltete sich ab 0.00 Uhr genauso langweilig, wie das berühmte Testbild bei der Alten Tante ARD, dem Mainzer Zweiten oder den abgeschalteten Dritten - gähnend langweilig!

Nachdem der Bremer " Beat Club " am 29. Dezember 1972 seine Pforten schloss, die danach beim Ersten ausgestrahlte Ersatzsendung mit dem Namen " Musikladen ", dem Vorgänger nie das Wasser reichen konnte und die öden Pedanten beim ZDF ( Ilja Richter´s " Disco " und die Schlager - Affen - Sendung des CDU - Edelfans Dieter Thomas Heck " ZDF Hitparade " dem Musikfreund eher ein müdes Arschrunzeln abringen konnte, entwarfen die Redakteure Peter Rüchel und Christian Wagner das Konzept des WDR - Sendung " Rockpalast ". dass dann erstmals 1974 umgesetzt werden konnte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rockpalast

Peter Rüchel und Christian Wagner zeichneten dann auch für die " Rockpalast Nacht " verantwortlich, innerhalb derer eine sechsstündige Live - Übertragung von eingeladenen Musikgruppen auf der Bühne der Essener Gruga Halle übertragen wurde.

Die erste Sendung, als Eurovisionsprogramm ausgestrahlt, lief in der Nacht vom 23. zum 24. Juli 1977.
Hierzu waren der Ire Rory Galagher mit Begleitband, dei US - amerikanische Gruppe " Little Feat "sowie die, um den Ex  - " Byrds " - Gitarristen Roger McGuinn sich formierte Band " Thunderbyrd ", die in den frühen Morgenstunden des Sonntags, den  Abschluss bildete.


http://www.rockpalastarchiv.de/rn1.html


Die kredenzte Musik war erstklassig, die Moderation hingegen ließ zu wünschen übrig. Der joviale Albrecht Metzger, ein von Stuttgart nach Berlin immigrierter Schwabe mit viel Herz und Engagement, versuchte sich - leider etwas vergeblich - zusammen mit einem Ko - Moderator ( ich bin mir nicht sicher, ob es Christian Wagner war ), seinen Job auch in englischer Sprache auszufüllen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Metzger


Weil dieses Vorhaben grandios in die Büxen ging, holte sich der WDR - Verantwortliche Peter Rüchel den englischstämmigen Musik - Moderator Alan Bangs hinzu.
Alan Bangs war bereits seit Jahren Radiomoderator bei dem englisch - sprachigen Soldatensneder BFBS. Ein Vollprofi durch und durch.


https://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Bangs


Die Qualität der Interviews mit den eingeladenen, zumeist englischsprachigen, Musikern war damit gesichert,
Leider galt dieses nicht für die in den 1980ern bis zum Ende der letzten " Rockpalast Nacht " am 15. / 16. 03. 1986, weil solche musikalischen Lückenfüller, wie die " Rodgau Monotones ", dort eigentlich nichts verloren hatten ( " SPIEGEL " - Feststellung in der Programmvorschau im März 1986 ). Das sahen auch die " Rockpalast " - und Musikfans so und zeigten kaum Interesse für die 16. Ausgabe der " Rockpalast " - Nacht. Es fanden sich nur 3.000 zahlende Zuschauer in der Gruga Halle wieder. Damit war de facto daer Abgesang für diese Veranstaltung eingeläutet.

Die letzte " Rockpalast " - Nacht fand dann am 15. / 16. März 1986 statt. Hier traten auf:

- " Big Country "

- Jackson Brown

- " BAP "


http://www.rockpalastarchiv.de/welcome1.html


Peter Rüchel´s Ziehkind schlummerte dann 9 Jahre vor sich hin, ehe 1995 die " Rockpalast " - Sendungen mittels billigerer Konservenware in Form von Mitschnitten und Aufzeichnung von Auftritten verschiedener Gruppen aus dem Rock - Biz wieder ausgestrahlt wurden. Dem Publikum gefiel es jedenfalls. Peter Rüchel nahm dieses zum Anlass, um weitere Großveranstaltungen, so das " Loreley Festival " zu gestalten.

Der Sohn eines Berliner Geigers und einer Lehrerin, der damit bereits in der Jugend der Musik verschrieben, weil vorbelastet war, verabschiedete sich dann 2003 endgültig aus dem Genre der Musik - und Großveranstaltungen. Es fungiert hier jedoch auch weiterhin als Berater.

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_R%C3%BCchel

Albrecht Metzger war nach dem vorläufigen " Rockpalast " Aus, weiterhin bei der ARD als Regisseur und Produzent von mehreren Dutzend Dokumentarfilmen im Geschäft. Er tourte über viele Jahren mit einem Solo - Programm auf Kleinkunstbühnen und gestaltete im Internetradio " silverdisc " jeden 1. eines Monats eine Musiksendung.


Alan Bangs, der ja bekanntlich 1984 nach einem heftigen Streit mit Peter Rüchel die Brocken hinwarf,  bekam danach weitere Sendungen im WDR - Programm, wie auch " Nightflight ", danach moderierte er wieder mit Peter Rüchel und war dort bis 1995 tätig. Wegen eines Zensur artigen Eingriffs in diese Sendung, überwarf sich Bangs mit dem WDR. Er erheilt daraufhin von dort keine Aufträge mehr. Blieb dem Rundfunk jedoch bis 2013 treu. Im Dezember 2013 moderierte er in dem Programm D Radiowissen die Sendung " Nightflight ", ehe diese wegen einer angeblichen, programmatischen Neuausrichtung abgesetzt wurde.

http://nightflights.de/Letzter%20Nightflight%20mit%20PL+Kommentaren.pdf


Der inzwischen 65jährige, non - konforme Musikmoderator und mehr, eckte - ähnlich, wie einst sein Kollege Winfried Trenkler auch - mit der Nomenklatura des deutschen, öffentlich - rechtlichen Radios an, die sich in ihrem Schubladendenken und Quoten - Gegiere den Blick für musikalische Experimente und nicht alltägliche Sendungsinhalte längst verkleistert hat.

Alan Bangs hatte es deshalb nie leicht, mit seinen eigenen Stil bei der Musikmoderation und den Sendungen selbst durchzudringen.

Der Durchschnittsmichel liebt es eben anders, so, wie es hier unser aller Onkel " Herbert " Gröhlemeyer vor vielen, vielen Jahren vormachte. Falsch, laut und simpel dazu.




Montag, 25. Juli 2016

" Wir bitten Sie, den Betrag bis zum.... zurückzuführen. " oder: Von den Abzockmethoden der Banken.

Die Banken, die Geldinstitute, die Finanzhäuser, sie haben schon ein sehr eigenwilliges Innnenleben. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass der Kunde dort als König beworben, jedoch als Bettelmann behandelt wird. Dieses Verhalten betrifft jedoch nur für die durchschnittlichen Bankkunden mit einem Girokonto, mindestens einen Ratenkreditvertrag für das rollende Wohnzimmer oder eventuell ein Baudarlehens zu. Der ehernen Grundsatz: " Wer viel hat, der viel darf " ist hier beiden vielen Filialen der nur noch wenigen, unabhängigen Banken nach wie vor aktuell.

Weil sich jedoch in den Zeiten der Computerisierung der Welt, der Massenkommunikation mittels moderner Technologien und der Globalisierung der Finanzmärkte, mit den klassischen Aufgaben der Bank, nämlich Geld einsammeln ( von den Sparern ), Geld vergeben ( an Kunden, die dieses nicht haben ) und Geld verdien ( mit den horrenden Zinsen für das verliehene Geld ) nicht sehr viel Umsatz machen lässt, sind die Bankinstitute dazu übergegangen, die Kunden, die von ihnen eine vermeintliche Leistung erwarten, dafür ordentlich abzumelken.

Das geschieht in mannigfaltiger Weise. Der tattrigen Oma, dem nicht mehr taufrischen Opa oder auch den Dummen, die sich auf dem Markt nicht auskennen wollen, werden Gelder aus der Tasche gezogen, die auf Gegenleistungen beruhen, die gar nicht erbracht worden sind.

Wir Juristen nennen dieses Betrug; die Banker, die zumeist höllischen Respekt vor uns haben, weil unser BGH oder auch untergeordnete Gerichte den Bankern regelmäßig wegen unlauterer Geschäftsmethoden den Allerwertesten versohlen, versuchen sich in einem fachbezogenen Kauderwelsch. Das sich in Termini, wie " Kompaktkosten ", " Individual - Kontoführungsgebühren " oder " Kosten der Basiskreditkarte Silber oder Gold " Fach - Chinesisch versteht ein Außenstehender nur dann, wenn er auf die quartalsmäßige oder die jährliche Kontoabrechnung sieht.

Dort können dann schon mal zwischen 24 € bis 178,20 € je Jahr anfallen. Hinzu kommen saftige Zusatzgebühren für Einzelüberweisung von 0,70 € bis 1,90 € je Buchungsfall. Weiterhin werden von 10 € bis zu 84 € Girokartengebühr fällig. Das läppert sich.

Nun hatten die meistens Sparkassen in diesem unserem Lande ab dem 1. Juli 2016 - einige sogar bereits zu Jahresbeginn - eine sogenannte  " Preisanpassung " vorgenommen. Im Klartext heißt das, die Gebühren für alle denkbaren und auch undenkbaren Dienstleistungen werden zum Teil um 30 % erhöht.


http://www.faz.net/aktuell/finanzen/geldanlage-trotz-niedrigzinsen/banken-erhoehen-gebuehren-fuer-girokonto-vergleich-lohnt-sich-14050536.html

http://www.sz-online.de/sachsen/sparkasse-macht-das-konto-teurer-3384432.html


Da lohnt sich ein Preisvergleich im Dickicht der unterschiedlichen Konto - und Kartenarten. Und, siehe da, die Bank mit dem Basketball -  Lulatsch aus dem fernen Amerika als Werbeikone, ist die beste und billigste. Hier gilt allemal: " Geiz ist geil!"
Wir sich also nicht mehr von den Sparkassen, den Konsumentenbanken abzocken lassen möchte, sollte schleunigst das dortige Konto kündigen und zu einer Online - Bank wechseln. Da kennt die unverschämte Abmelkerei gewisse Grenzen.

http://www.girokonto-vergleich.net/vergleich.html

Hach, was waren das für wunderbare Werbeslogan, die uns die damals noch auf das Kerngeschäft fixierten Banken um die Augen und Ohren schlugen:

- " Wir bieten mehr als Geld und Zinsen " ( Volksbanken und Raiffeisenbanken )

- " Wenn´s um Geld geht " ( Sparkassen )

- " Du Papa, wenn ich groß bin, werde ich auf mal Spießer " ( LBS )

- " Für alle, die noch etwas vorhaben " ( Bank24 )

- " Ihr Ziel ist unser Weg ( Citibank )

- " Leistung aus Leidenschaft "  ( Deutsche Bank )

- " Manche Dinge ändern sich " ( Citibank )

- " Mit dem grünen Band der Sympathie " ( Dresdner Bank )

- " Raifeisenbank, meine Bnk " ( Raiffeisen Banken )

- " Targobank, so geht Bank heute " ( Targobank )

- " Steigern Sie jetzt Ihren Ertragswinkel " ( Deutsche Bank )

- " Vertrauen ist der Anfang von allem " ( Deutsche Bank )

- " Commerzbank, die Bank an Deiner seite " ( Commerzbank )

- " Wir machen den Weg frei " ( Volksbanken - Raifeisenbanken


https://de.wikiquote.org/wiki/Werbespr%C3%BCche


Und so verschwurbelt, wie die Werbebotschaften von damals und heute, ist allerdings auch das Vokabular der Banken und deren Mitarbeiter. Wer weiß denn schon, was unter:

- Abgeltungssteuer

- Ablösekredit

- Ausfallquote

- Cashpool

- Cashgroup

- Effektivzins

- Einlagensicherung

- Nominalzins

- Referenzkonto

oder ähnlichen zu verstehen ist?



http://www.finanzclix.de/glossar


Und so kann sich dennoch jeder Bankkunde immer gerne daran erinnern, dass die ach so guten und liebenswerten Banken eine besondere Eigenart aufweisen, wenn es darum geht, den Kunden zunächst nur dezent daraufhin zu weisen, dass er sein Konto überzogen oder den so genannten Dispositionsrahmen überschritten hat.

Ein netter Brief mit diesem oder ähnlichen Inhalt kam dann regelmäßig Montagsmorgens auf meinen Schreibtisch:





Die Formulierungen waren inhaltlich identisch, die Zielrichtung natürlich auch, nur das Vokabular variierte dabei leicht.

" Wir bitten Sie, die nicht geduldete Überziehung, den Überziehungsbetrag oder den Sollsaldo bis zum.... zurückzuführen ( auszugleichen ).

Oder, um es weniger dramatisch auszudrücken:

Saldo1. italienischer männlicher Vorname, Koseform: Saldino
2. schwierige Turnübung; wird beim saldieren ein Fehler gemacht, spricht man vom Saldo Mortale

http://www.familie-ahlers.de/witze/bank_lexikon.html

Tja, und wenn die Rückführung nicht möglich ist, kündigte die Bank den Vertrag über das Girokonto. Das hieß dann so:

KontolöschungFeuerbekämpfungsvorgang, wenn ein sog. Kontentrog Feuer gefangen hat

In disem Sinne: " Ein don´t want your money " von " Chicago " aus dem Album " Chicago II " ( 1971 ):



Sonntag, 24. Juli 2016

" San Quentin " . Ein Lied, ein Leiden, ein Leben.



Das US - amerikanische Rechtssystem galt ja vor vielen, vielen Jahren als das fortschrittlichste der Welt. Lang´ist´s her. Inzwischen muss klar und deutlich gesagt werden: In einem so großen Land, wie es die Vereinigten Staaten von Amerika nun einmal sind, gilt in diversen Bundesstaaten immer noch die Todesstrafe, deren Exekution in martialischer Form mittel Giftspritze oder Elektrischen Stuhl vorgenommen wird. Das dieses jenseits westlicher, so hoch gehaltener und gelobhudelter Werte, geschieht, ist absolut beschämend.

Viele andere, nicht so bedeutende Länder, haben diese Bestrafung längst aus ihren Gesetzen gestrichen. Die USA eben nicht und es wird wohl noch Jahrzehnte dauern, bis dieses geschieht.

Auch sonst lässt die Transparenz der Jurisprudenz der angeblich ältesten Demokratie der ( Neuen? ) Welt sehr zu wünschen übrig. Durch das so genannte Case - Law - Prinzip bleiben oft zu entscheidende Fälle dem Zufall, dem Geschick der teuren und nach einem irrsinnigen Honorarsystem zu bezahlenden Anwälten überlassen. Wer nur lange genug in den Wälzern der Dritten Gewalt herum wühlt, wird irgendwann einmal fündig und kann den dann vergleichbaren Fall als Entscheidungsrichtschnur heran ziehen.

Und dann wären da noch jene exorbitant hohen Schmerzensgeld - und/oder Entschädigungszahlungen bei Rechtsverstössen; vor allem aber im Rahmen von Ehescheidungen. Wobei hier der Grundsatz angewandt wird: " Wer viel ( Dollar ) hat, der viel ( Dollar ) gibt. "

Vor diesem Hintergrund lässt sich vielleicht dann auch der Bundesstaaten uneinheitlicher Strafvollzug erklären. Für jeden zivilisierten Westeuropäer ein wahres Horrorszenario. Nicht nur, dass der Gefangene in überfüllten Knästen " brummen " muss, nein, auch der Vollzugsalltag ist ein Albtraum. Korrupte Wärter, prügelnde und vergewaltigende Häftlingen oder auch beides in persona, lassem den Häftling schon bald zerbrechen. Von Resozialisierung nicht der Hauch einer Spur. Dieses alles zusammen manifestiert sich in dem berühmt, berüchtigten Knast von " San Quentin ", der sich im Marine County im Bundesstaat Kalifornien befindet.



https://de.wikipedia.org/wiki/San_Quentin_State_Prison


Am 24. Februar 1969 trat vor den Inhaftierten und Wärtern der am 26. Februar 1932 in Kingsland, Arkansas, geboren Johnny Cash zum insgesamt vierten Mal auf. Cash war bereits ein sogar außerhalb der USA bekannter Folklore - Country - Interpret, dessen Karriere in den 1950ern stetig bergauf ging. Johnny Cash war zu diesem Zeitpunkt bereits ein wohlhabender Künstler, der allerdings große Probleme mit seiner Amphetaminsucht hatte.


https://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_Cash


An jenem denkwürdigen Auftritt in Staatsgefängnis von San Quentin wurde Cash von der Familie sowie seiner neuen Lebensgefährtin June Carter und diesen Musikern:



Auf dem Vinyl - Album befinden sich diese Stücke:


A1Wanted Man
Written-By – B. Dylan*
A2Wreck Of The Old 97
Arranged By – B. Johnson*, J. Cash*, N. Blake*
A3I Walk The Line
A4Darling Companion
Written-By – J. Sebastian*
A5Starkville City Jail
B1San Quentin
B2San Quentin
B3A Boy Named Sue
Written-By – S. Silverstein*
B4(There'll Be) Peace In The Valley
Written-By – T. Dorsey*
B5Folsom Prison Blues




Die später veröffentlichte CD und die Collection mit der DVD zu jenem Auftritt, beinhalten hingegen 18 Songs.

https://de.wikipedia.org/wiki/At_San_Quentin


Aus dem Live - Album von Johnny Cash wurde 1969 auch die Single " A boy namend Sue " ausgekoppelt. Die in Westdeutschland unter dem " CBS " - Label erschienene 45er - Vinyl - Scheibe war mit der B - Seite " San Quentin " versehen.

" A boy named Sue " konnte sich im ersten Halbjahr 1969 auch in den europäischen Hitparaden platzieren.



https://de.wikipedia.org/wiki/A_Boy_Named_Sue




AA Boy Named Sue
Written-By – S. Silverstein*
3:40
B





San Quentin
Written-By – J. Cash*





http://www.swr.de/swr1/bw/musik/a-boy-named-sue/-/id=446320/did=16801158/nid=446320/1h91c98/index.html


Und während der gute Johnny sein Image als Outlaw weiterhin pflegte, was er zumindest vom Textlichen her auch durchaus war, denn das, was er sang, hatte mit dem sauberen Friede - Freude - Eierkuchen - Umfeld der Country and Western - Musik nun wahrlich nicht viel gemeinsam und auch die schmalzigen Lobhudel - Terminologien über die einzigartigen Landschaften des Riesenlandes, die Heimat der Interpreten und die ach so wunderbaren Menschen dort, waren nicht Johnny Cash´Ding.  

Er sang eher von dem Sozialmüll, dem Dreck in den Städten, dem Suff, dem Tod und der Einsamkeit der Menschen, die nichts auf der Naht hatten und schon gar nichts auf die reihe bekamen.

Und so nahmen wir, als Provinz - und Westentaschen - Desperados ihm den Schwarzen Mann, der sich nicht an die Regeln hielt und - so das Ammenmärchen über Johnny Cash - sogar einen Anderen umgebracht habe, absolut ab. Auch wenn er mit seiner Rockabilly - Pomaden - Frisur nicht so ganz unseren geschmack von Mode und lässigem Outfit wiedergab.

Die 45er - Single von CBS drehte sich dennoch hunderte Male auf meinem Plattenhobeln ab Mitte des bedeutungsschwangeren Jahres 1969. Johnny sang also:


Well, my daddy left home when I was three,
And he didn't leave much to ma and me,
Just this old guitar and an empty bottle of booze.
Now, I don't blame him cause he run and hid,
But the meanest thing that he ever did,
Was before he left, he went and named me Sue.
Well, he musta thought that is quite a joke,
And it got a lot of laughs from a lots of folks.
Seems I had to fight my whole life through.
Some gal would giggle and I'd get red,
And some guy'd laugh and I'd bust his head,
I tell ya, life ain't easy for a boy named Sue.
Well, I grew up quick and I grew up mean,
My fists got hard and my wits got keen,
Roamed from town to town to hide my shame.
But I made me a vow to the moon and stars,
I'd search the honky-tonks and bars,
And kill that man that gimme that awful name.
Well, it was Gatlinburg in mid-July,
And I'd just hit town and my throat was dry,
I thought I'd stop and have myself a brew.
At an old saloon on a street of mud,
There at a table, dealing stud,
Sat the dirty, mangy dog that named me "Sue."
Well, I knew that snake was my own sweet dad,
From a worn-out picture that my mother'd had,
And I knew that scar on his cheek and his evil eye.
He was big and bent and gray and old,
And I looked at him and my blood ran cold,
And I said: "My name is Sue!
How do you do!
Now you gonna die!!"
Yeah, that's what I told him!
Well, I hit him hard right between the eyes,
And he went down, but to my surprise,
He come up with a knife and cut off a piece of my ear.
But I busted a chair right across his teeth,
And we crashed through the wall and into the street,
Kicking and a' gouging in the mud and the blood and the beer.
I tell you, I've fought tougher men,
But I really can't remember when.
He kicked like a mule and he bit like a crocodile.
I heard him laugh and then I heard him curse,
An' he went for his gun and I pulled mine first,
He stood there lookin' at me and I saw him smile.
And he said: "Son, this world is rough,
And if a man's gonna make it, he's gotta be tough,
And I knew I wouldn't be there to help you along.
So I give ya that name and I said goodbye,
I knew you'd have to get tough or die,
And it's the name that helped to make you strong."
He said: "Now you just fought one hell of a fight,
And I know you hate me, and you got the right,
To kill me now, and I wouldn't blame you if you do.
But ya ought to thank me, before I die,
For the gravel in your guts and the spit in ya eye,
Cos I'm the son-of-a-bitch that named you Sue."
Yeah, what could I do,? What could I do?
I got all choked up and I threw down my gun,
And I called him my pa, and he called me his son,
And I came away with a different point of view.
And I think about him, now and then,
Every time I try and every time I win.
And if I ever have a son,
I think I'm gonna name him
Bill or George!
Anything but Sue!
I still hate that name!


Doch den großartigen Vereinigten Staaten von Amerika wären eben nicht so großartig gewesen, hätten wir den Originaltext von damals selbst vorliegen gehabt, denn die Passage:
" Cos´I´m the son - of - a - bitch that namend you Sue " wurde auf den Vinyl - Scheiben durch eine kurzen, vielleicht eine Sekunde andauernden Pfeifton überspielt. Der von Cash besungene , sich dann selbst als " Hurensohn " bezichtigende Vater, durfte im ober - prüden Amerika der Endsechsziger nicht so besungen werden. Wohl aber dort im Knast - Loch " At San Quentin ".
Weil unser Englisch nicht nur miserabel war, sondern wir auch keine große Allgemeinbildung, noch eine ausreichende Lebenserfahrung besaßen, haben wir von dieser, durch die US - Administration verordneten Zensur erst gar nichts mitbekommen. Trotzdem war Johnny´s Song " in " und wurde später ebenfalls " Kult ", so, wie seine berühmte LP " Live At San Quentin " mit dem dunkelblauen Cover, auf dem Cash nur als Fragment, als Silhouette mit Gitarre zu sehen ist.
Die Single verschwand irgendwann aus meiner Sammlung; die LP habe ich mir nie angeschafft. So großartig fand ich denn den von Johnny Cash geprägten Musikstil auch nicht, als dass ich hierfür satte 22 DM hätte hingeblättert:

  
  


2:30