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Sonntag, 31. Januar 2016

Die unendlichen Leiden der Frauke Petry.



Im Leben der überwiegenden Zahl der Erdenbürger spielt der schnöde Mammon eine inhaltliche Hauptrolle. Er bestimmt zumeist das Sein oder das Nichtsein. " Bist´e was, hast´e was! Bist´e nichts, hasté nichts! ", so lautete hier die Grundformel, um die sich das kurze, aber zumeist knüppelharte Dasein vieler Menschen dreht.

Aber nicht nur das einzelne Individuum giert nach Geld, nein, auch Wirtschaftsunternehmen jagen diesem hinter her. Die großen christlichen Religionsgemeinschaften sind dem Zaster nicht abgeneigt. Die politischen Parteien selbst verständlich auch nicht.


Als in den 1980ern die Kohl´sche " Bimbes " - Affäre durch das Hamburger Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL " aufgedeckt wurde, war die - gespielte - Empörung bei allen Parteien sehr groß. Auch der Oberdruide der hessischen CDU, Roland Koch, forderte - medienwirksam - eine  " brutalst möglich Aufklärung " jener Schiebereien in dem Landesverband der Christlich Demokratischen Union. Der Berg kreiste daraufhin und gebar eine Zwergmaus.

Seitdem ist viel Wasser den Rhein, die Lahn und die Elbe herunter geflossen. Kohl wurde selbst ernannter Einheitskanzler, inthronisiert seine willfährigen Anhänger und Gefolgsleute in den Neuen Bundesländern und blieb bis 1998 im Amt. Dann folgte ihm - für nur kurze Zeit - der Medienkanzler Gerhard Schröder aus Niedersachsen und diesem dann " Mutti " Merkel.


Auch sonst hat sich die politische Parteienlandschaft sehr verändert. Den Döspaddeln von der FDP gelang zwar noch ein temporärer Befreiungsschlag, bevor sie landesweit abserviert wurden und dann - mit der zunächst letzten - " Merkel - Wahl " ihre Zimmer im Bundestagsgebäude von Berlin räumen mussten, doch statt ihrer, neigt sich die außerparlamentarische Opposition - vorerst in den Bundesländern - nach rechts. Dorthin, wo jeder gute Deutsche sein Herz für das Vaterland und seine patriotischen Vertreter, in den kommenden Wahlen schlagen lässt.

Der Sozialismus ist seit 26 Jahren mausetot, es lebe der Nationalismus. Jawoll!


In diese Grundströmung, die nicht erst mit dem erkauften " Sommermärchen " von 2006 in diesem, unserem Lande zu verspüren ist, klinkt sich seit einiger Zeit die Partei mit dem wohl klingenden Namen " Alternative für Deutschland " ein. Sie möchte, dass das Deutschtum wieder in den Vordergrund gebracht wird. So, durch Abspielen der Nationalhymne, durch eine fest gelegte Quote von deutschsprachiger Musik in den Öffentlich Rechtlichen ( die Privaten können hierzu wohl kaum gezwungen werden ) und auch durch eine aktivere Verhinderung von drohender Überfremdung durch zu viele Ausländer ( " Schein - Asylanten, Sozial - Schmarotzer, Asyl - Betrüger etc. ).


Dafür bekam sie - zunächst unter dem Vorsitzenden und Privathochschulprofessor Bernd Lucke durchaus regen Zulauf und brachte ihre Mannen und Frauensleute in die parlamentarischen Gremien. Lucke erhielt jedoch dafür nicht den Dank der Partei. Ganz im Gegenteil: Er wurde abgewählt. Er gründete - nach seinem Austritt aus der AfD - eine eigene Partei und verschwand völlig in der Bedeutungslosigkeit.

Dieses Schicksal könnte auch der jetzigen Parteivorsitzenden Frauke Petry drohen. Dann nämlich, wenn die Staatsanwaltschaft wegen eines Anfangsverdachts auf " Eidliche Falschaussage " ermitteln sollte. Das könnte durchaus eng werden für die Sprücheklopperin Petry.


https://de.wikipedia.org/wiki/Frauke_Petry

Aber, warum soll gegen die Dame denn nun eigentlich strafrechtlich vorgegangenen werden?

Hintergrund wird wohl - so die Medienberichte - ein parteiinterner Streit zwischen der AfD und ihrem ehemaligen Vorstandmitglied Arvid Samtleben sein. Es geht um die seltsame Streichung von Samtleben aus der Wahlliste der AfD, um damit zusammen hängende Wahlkredite und um hierzu divergierende Aussagen der Bundesvorsitzenden Petry und ihrem Stellvertreter Carsten Hütter vor dem Wahlprüfungsausschuß des Sächsischen Landtags. 


Und dieses soll der Tatbestand sein:


Alle Kandidaten sollten der AfD einen Kredit in Höhe von 3.000 Euro gewähren, Samtleben weigerte sich und soll deshalb von der Liste entfernt worden sein. Am Donnerstag wurden nun Petry und ihr Stellvertreter Carsten Hütter vor den Ausschuss geladen. Pikant ist nun, dass sich die Aussagen der beiden widersprechen.
Hütter sagte unter Eid, dass er auf Verlangen von Petry den Vorstand und sie über den Stand der Kredite informiert hat. Petry will erst Monate später nachgefragt und damit nichts zu tun gehabt haben. Auch behauptet Hütter, dass Petry alle Kreditverträge für die Partei unterschrieben habe. Petry will nur einige wenige selbst unterzeichnet haben.
Aufgrund der Vereidigung droht Petry nun möglicherweise ein Verfahren wegen Meineids. Denn durch die Vereidigung wäre eine Lüge strafrechtlich relevanter Meineid. Dann würde ihr eine Haftstrafe von einem Jahr drohen.
In den nächsten Tagen wird das Protokoll der Vernehmung von Petry ausgewertet werden. Möglicherweise wird die Staatsanwaltschaft dann Ermittlungen gegen die AfD-Vorsitzende einleiten. Offenbar ist vor der Landtagswahl in Sachsen bei der sächsischen AfD nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. "

Zitatende - aus:


Hoi, da brodelt es doch gewaltig unter dem Kessel der AfD Sachsen. 

Auf einer " Facebook " - Seite, die von dem abgekanzelten Arvid Immo Samtleben gepflegt  wird, steht  dazu folgendes:

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=564180090400921&id=100004268056012

Es geht also - wie sollte es auch anders sein? - um Kohle. Samtleben fühlt sich zu Unrecht behandelt. Er möchte deshalb, dass die gesamte Landtagswahl im Freistaat Sachsen wiederholt wird, weil die AfD - Kandidatenliste aufgrund einer gegen das bestehende Wahlrecht verstoßene Handlung, nicht ordnungsgemäß aufgestellt war. Das ist starker Tobak. Aber, so unwahrscheinlich ist das Begehren des Rechtspopulisten Samtleben nicht. 

Wie solche formal - juristischen Abweichungen sich tatsächlich entwickeln können, zeigt die Oberbürgermeisterwahl in der Stadt Greifswald. Die liegt bekanntlich in Mecklenburg - Vorpommern. Dort gewann zum ersten Mal seit 1990 ein anderer Kandidat als einer aus den Reihen der Schwarzen die Wahl. Ein Grüner. Ein Affront gegenüber den Bauer und Biedermicheln in der Stadt. Flugs fochten drei Übereifrige die OB - Wahl, mit der Begründung an, dass ein Zugang zu einem der Wahllokale wegen einer, die Tür kurzfristig versperrende Fußmatte, während der Wahlöffnungszeit, nicht gewahrt worden wäre und dadurch mögliche CDU - Wähler oder Wähler des CDU - Kandidaten der ungehinderten Zugang nicht gewährleistet war. Das Verwaltungsgericht Greifswald indes erkannte auf die dort eingereichte Klage des unterlegenen CDUlers, keinen gravierenden Verstoß gegen die einschlägigen Vorschriften. Aber, immerhin, er hat es doch versucht.


http://www.shz.de/deutschland-welt/politik/fussmatte-soll-ob-wahl-in-greifswald-ungueltig-gemacht-haben-id12497536.html


Das wird sich auch der AfDler Samtleben denken und zieht seit einiger Zeit im großen Stil auf seiner Facebook - Seite gegen die AfD - Vorsitzende Petry vom Leder. Kräftige Unterstützung erhält er dabei von seinen Getreuen aus dem Freistaat. Und so ganz nebenbei muss auch noch die Flüchtlingspolitik der Großen Koalition mit einbezogen werden. Dass auch angebliche " Linksfaschisten " ( das ist eine Wortschöpfung der, ach so wachsamen Bürger aus der rechten Mitte des Volkes, die in Anlehnung an die " Sozialfaschisten " - Propaganda der KPD gegen die SPD während der Weimarer Republik, kreiert wurde ) ihr Fett dabei abbekommen, bleibt denn eher eine Randnotiz.



https://www.facebook.com/people/Arvid-Immo-Samtleben/100004268056012



Der gute Arvid Immo Samtleben, der wachsame Sachse aus der Landeshauptstadt, er möchte auch in den Landtag, in die " Quasselbude ", damit er für viel Geld dort seine verquasteten Ansichten über die Freiheitlich Demokratische Grundordnung - vor allem die Ordnung - einbringen kann. Das wollte aber seine Ziehmama Frauke Petry nicht, weil er ihr kein Darlehn für die ständig klammen Parteikassen gewähren wollte. Hatte er das Geld nicht?

So focht er die Wahl an. Das darf er. Ob er damit Erfolg hat, steht indes in den Sternen. Und die scheinen für seine Mami Frauke zurzeit nicht so gut zu stehen. Petry wurde unter Eid durch den Wahlprüfungsausschuß zu den seltsamen Umständen bei der Kandidatennominierung der AfD befragt und verbog dabei  die Wahrheit. Meineid ist ein Straftatbestand, auf den eine Mindestfreiheitsstrafe von 1 Jahr steht, Meineid ist ein Verbrechen. 

§ 154
Meineid


(1) Wer vor Gericht oder vor einer anderen zur Abnahme von Eiden zuständigen Stelle falsch schwört, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.
(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Weil bei einer rechtskräftigen Verurteilung durch ein Gericht auch noch der Verlust der Amtsfähigkeit, der Wählbarkeit und des Stimmrechts droht, könnte es für Petry eng werden. Und Kohle gibt es innerhalb dieser fünf Jahre auch nicht. Ach, wie schlimm! 

§ 45 Verlust der Amtsfähigkeit, der Wählbarkeit und des Stimmrechts

(1) Wer wegen eines Verbrechens zu Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt wird, verliert für die Dauer von fünf Jahren die Fähigkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden und Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen.
(2) Das Gericht kann dem Verurteilten für die Dauer von zwei bis zu fünf Jahren die in Absatz 1 bezeichneten Fähigkeiten aberkennen, soweit das Gesetz es besonders vorsieht.
(3) Mit dem Verlust der Fähigkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden, verliert der Verurteilte zugleich die entsprechenden Rechtsstellungen und Rechte, die er innehat.
(4) Mit dem Verlust der Fähigkeit, Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen, verliert der Verurteilte zugleich die entsprechenden Rechtsstellungen und Rechte, die er innehat, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.
(5) Das Gericht kann dem Verurteilten für die Dauer von zwei bis zu fünf Jahren das Recht, in öffentlichen Angelegenheiten zu wählen oder zu stimmen, aberkennen, soweit das Gesetz es besonders vorsieht.

So ist das eben, wenn Frau Frauke P. sich die eignen Partei so hin legen möchte, wie sie es für richtig hält. Demokratie ist ein ewiger Lernprozess, Madame Petry. Dazu gehört auch, dass eigene Parteimitglieder oft schlimmer als der politische Gegner reagieren, wenn es um Beute, Bananen und Bimbes geht.
Ach,ja, da hat sie doch in ihrer Verzweifelung und wohl um auch die drohenden Ermittlungen herunter zu spielen, einen Flavus in die Öffentlichkeit abgelassen. Der stinkt gewaltig. Wer fordert, dass an den Grenzen auch notfalls Waffen gegen den Flüchtlingsstrom eingesetzt werden könnten, der hat die olle DDR - noch nicht ganz aus dem Gedächtnis gestrichen. Petry musste zwar nicht die volle Dröhnung der sozialistischen Sozialisation über sich ergehen lassen, erhielt aber dennoch den entsprechenden Schliff in ihrer Kindheit. Da fällt es schwer Demokratie und Demokratie voneinander zu trennen. In dem einen Gebilde sitzt der Colt im Halfter, bei dem anderen Staat saß er zu locker.

Doch es könnte Heilung bei jedem AfDler möglich sein, der diese geäußerten Gedanken für richtig hält.
Ein mongolisches Sprichwort lautet, dass auch ein Mensch mit einem gesunden Körper, aber einem kranken / erkrankten Geist, weiter leben kann. Aja, wie wir Lateiner sagen: 

Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano

Na, ich habe da bei Petry so meine erheblich Zweifel!

Samstag, 30. Januar 2016

Die Bienert - Mühle in Dresden - Plauen, und es geht voran!



Seit vielen Wochen steht er dort, auf dem Gelände der einstigen Bienert - Fabrik, schräg gegenüber der vormals opulenten Villa des damaligen Fabrikbesitzers Gotthilf Traugott Bienert, ein riesiger Baukran. Sein Ausleger misst mindestens 20 Meter. Immer, wenn ich auf dem Bahnhof der Station Dresden - Plauen stand, bewegte sich der Kran. Erst von rechts nach links, dann wieder zurück. Das Ungetüm hob Baumaterial in die Höhe und ließ dieses irgendwo über der Villa schwebend, dann wieder hinab.
Ein sicheres Zeichen, dass sich dort etwas tat.

Nachdem ein ehemaliges Betriebsgebäude, dass sich direkt an der Weißeritz befindet und in dem inzwischen ein Museum eingerichtet wurde, komplett saniert, nun neue Eigentümer gefunden hat, beginnt der Umbau der auch unter Gebäudedenkmalschutz stehenden Bienert Villa,

 http://www.wbfelix.de/referenzen/fertiggestellte-denkmal-und-sanierungsobjekte/dresden-ehem-bienertmuehle-bauabschnitt-2/

Trotz der Wintermonate steht dort bereits ein zweiter, riesiger Kran, der gleichfalls Baustoffe und Material in die Höhe hievt. Es geht somit voran. In Dresden steigen die Grundstückspreise Jahr für Jahr, der Immobilienmarkt boomt, unsere Stadt ist seit Jahr en vogue.
Während in den ländlichen Regionen die Bevölkerung weiter altert, die Jugend weg zieht, weil es dort keine Arbeit gibt, viele Gebäude und Grundstücke leer stehen bleiben, sieht es in Elbflorenz völlig anders aus. Wohnraum ist knapp geworden. Hinzu kommen die Flüchtlingskontingente, die hier unterzubringen sind.

Die Entwicklung in Dresden ist ähnlich, der der anderen Großstädte in der Bundesrepublik Deutschland, ja, aber auch in Europa und anderswo. So verwundert es nicht, dass auch die einst große Bienert Villa nun in Eigentumswohnungen umgebaut werden soll und bereits der Großteil davon verkauft werden konnte.

So wird sich ein Teil der Geschichte des Stadtteils verändern. Es bleiben jene dokumentierten Aufnahmen von dem einstigen Aussehend es Gebäudes, dem des Verfalls zu DDR - Zeiten, als solche Häuser als Ausdruck der bourgeoisen Dekadenz galten und systematisch dem Verfall anheim gegen waren.


http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fbienertmuehle.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2013%2F11%2F1894.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fbienertmuehle.com%2Fhier-sind-taetig%2Fmuseum-und-bienerts-laden%2F&h=2481&w=3508&tbnid=zYzqt2KqduUydM%3A&docid=WX8Rw0OoHNgWzM&ei=Z5qsVoK5G8TJsQHv97W4BA&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=493&page=4&start=135&ndsp=47&ved=0ahUKEwjCiJS4s9HKAhXEZCwKHe97DUc4ZBCtAwhwMCQ






Alvin Lee und Maylon LeFevre: " The World Is Changing " - 1973 :






Freitag, 29. Januar 2016

Der Steiger kommt, der olle Fritz geht und die Liga bleibt - langweilig.



Als Edel - Fan des SV Werder Bremen ( zu dieser Gruppe zähle ich mich aufgrund meiner offen bekundeten Sympathie seit 1978 / 1979 ) komme ich ab und zu nicht drumherum, dem " Fußball - Gott " ( ja, an den glaube ich und vermute deshalb, dass es ihn auch gibt ) zu danken.
Es sind mittlerweile die kleineren Ereignisse, die meine Wochenend - Laune drastisch steigen lassen. Es sind Punktgewinne oder knappe Siege meiner Grün - Weißen, die hierzu beitragen.

Vor vielen Jahren war dieses noch etwas anders. Da galt für mich nur ein Sieg gegen die Bazis als euphorisierend; alle anderen Spiele - wenige Ausnahmen davon waren positive Ergebnisse gegen den HSV oder allenfalls den BVB ) durfte ich getrost als Beiwerk abhaken. Die wenigen Pleiten in Pflichtspielen mit übriger Konkurrenz - Beteiligung, erkannte ich als Kollateralschaden an.

Da die Werderaner sich nun seit 3 Spielzeiten - mehr oder weniger - gegen den drohenden Abstieg aus der höchsten deutschen Spielklasse stemmen, liegt es auf der Hand, dass Erfolgserlebnisse, wie das 4:3 im DFB - Pokal - Achtelfinale am 15. 12. 2015 gegen den VFL Borussia Mönchengladbach beinahe schon wie ein Sieg gegen die Bazis gefeiert werden dürfen.

Der aktuelle Tabellenstand sagt dennoch aus: Es geht im Schneckentempo in Richtung unteres Tabellen - Mittelfeld. Nicht mehr und nicht weniger.

Und so hatte ich denn auch eher kein gutes Gefühl, als zum Bundesliga - Rückrundenstart am Sonntag, den 24. Januar 2016, um 17.30 Uhr, meine Grün - Weißen in der Gelsenkirchner Arena anzutreten hatten. Im Hinspiel, dem 1. Spieltag der neuen Saison 2015 / 2016 gab es eine 0:3 - Klatsche gegen die Königsblauen. Werder spielte grottenschlecht und tat dieses auch in weiteren Heimspielen, aus denen nur ein mickriger Sie, ein Remis, aber sechs Niederlagen zustande kamen.

Wie formulierte es der SVW - Fan und ARD - Reporter Stephan Schiffner einst richtig: " Werder hat zuhause bislang nur Murks abgeliefert!"

Mit dieser Erkenntnis und dem Relegationsplatz 16 zu der Winterpause im Blickfeld, freute ich mich auf den Beginn der Rückrunde am 22. Januar 2016.  Nun, das Ergebnis des Spiels zwischen dem HSV und dem FC Bayern München ist bekannt. Im Vergleich zu der 0:5 - Klatsche zum Saisonauftakt, war das sogar achtbar, was die Hamburger im heimischen Volksparkstadion anboten; auch wenn der Überverein aus München beinahe 78 % Ballbesitz verzeichnen konnte,

Dann kamen die Samstagsspiele. Auch hier gab es doch einige Überraschungen, Der gleichfalls im Keller der Tabelle stehende VFB Stuttgart gewann in Köln mit 3:1; die ebenso abgesackte TSG Hoffenheim ergatterte beim 1:1 zu Hause gegen den Klub aus Leverkusen einen Punkt und der Fc Ingolstadt besiegte im Heimspiel Mainz 05 mit 1:0. Als dann noch der norddeutsche Verein von Hannover 96 durch ein Tor des Ex - Bremers Hugo Almeida mit 1:0 in Führung ging, rutschten die Mannen um Victor Skripnik auf Platz 18 ab.
Ein Horror für alle Werder - Anhänger.
Nun, es kam anders: Der kleine HSV aus Hannover vergeigte das erste Spiel unter dem Ex - Werder Trainer Thomas Schaaf mit 1:2 und hatte die Rote Laterne erhalten.

Dann kamen die beiden Sonntagspiele. Frankfurt besiegte - sehr überraschend - den selsbt ernannten " Bayern " - Jäger aus Wolfsburg mit 3:2 und erhielt drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Ein Zeichen für die Grün - Weißen, es den Frankfurter nachzumachen.

Als dann um 17.25 Uhr eine völlig dunkle Arena Auf Schalke in der Übertragung bei dem Bezahlsender " Sky " zu sehen war, als der Reporter Kai Dittmann - na, ja, eher einer der Besseren seiner Zunft und nicht unbedingt der Bazi - Lobhudler - kurz vor dem Einlaufen der beiden Teams noch den folkloristischen Auftakt mit dem stark veränderten Lied " Glück auf, der Steiger kommt! " anmoderierte, hatte ich kein gutes Gefühl. Ein dunkles Stadion, ein Lichtermeer aus dem Handys der über 62.000 Zuschauer und dann das Anknüpfen an alte Traditionen mittels des " Steiger " - Liedes, ob das wohl gut geht?

Bereits 4 Minuten nach dem Anpfiff sollte sich meine große Skepsis dann bewahrheiten. 1: 0 für den FC Schalke 04 durch ein Kopfballtor von Matip. Es folgten Lattentreffer, Großchancen der Königsblauen in Minutentakt und bange mehr als 30 Minuten, wann immer die Schlaker den Ball hatten. Doch auch der Oldie Claudio Pizarro hatte zwei dicke Torchancen, ehe dann in der 43 Minuten der andere Oldie, Clemens, der " Olle " Fritz die Kugel zu 1:1 - Ausgleich in das Schalker Tor knallte. Hätte ich die Partie an jenem Sonntagabend live gesehen und nicht später als Aufzeichnung, ich wäre bis unter die Decke gesprungen.

Ausgerechnet, der Oldie Clemens Fritz, der nach der Saison seine Laufbahn beendet, er spielte eines seiner besten Begegnungen im Dress der Grün - Weißen. Er servierte den Ball in der zweiten Halbzeit maßgerecht auf den Schuh des anderen Veteran, Claudio Pizarro, der das 2:1 für Werder markierte und kurz vor Schluss traf dann auch noch Anthony Ujah zum 3:1 nach Vorlage vom " Ollen Fritz ". Junge, was für eine Leistung des gebürtigen Chemnitzers! Da sage noch einer, alte Liebe rostet ( nicht )!

So heimsten meine Grün - Weißen nach dem " Steiger " - Lied drei Punkte mit drei geschossenen Toren ein und konnten zunächst den Abstand auf die direkten Abstiegsplätze vergrößern. Dort stehen aktuell die TSG Hoffenheim und Hannover 96.
Das " Steiger " - Lied, aus den traditionsreichen Zeiten der Königsblauen, als Fußball - auch ohne die mordmäßigen Geldsummen für den Kauf von Spielern auf die Konten bringen zu müssen - noch Religion war. Als der " Pütt " - Verein zwar mehrfach abstieg, die reinen Chaostage Auf Schalke statt fanden, aber den Fans des Klubs als Ersatzleben am Herzen lag. Was ist davon geblieben? Na, nur die Erinnerung an die Klub - Tradition mit dem " Steiger " - Lied. Mehr nicht!

Das " Steiger " - Lied statt des " Where Ever You Want " von der englischen Rockband " Status Quo ", das zu den Zeiten, als der schwer kranke Rudi Assauer ( auch ein ehemaliger Bremer - Spieler ) noch das Zepter Auf Schalke schwang. Ein " Gänsehaut " - Einlage, so, wie einst der Sprech - Grunz - Nicht - Sänger Herbert Grönemeyer sein " Bochum " - Lied vor dem Heimspiel des VFL gegen meiner Werderaner sang und hierfür eigens aus London eingeflogen war. Edelfan Herbert Gröhlemeyer sah eine Grün - Weiße Gala - Vorstellung, die der beste Mann auf den Platz Diego, zelebrierte. Am Ende hieß es 0:6; Onkel Herbert war bedient und formulierte enttäuscht: " da kommsté hier extra her und dann lassen die sich so abschlachten. "

  http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/2006-07/7/763376/spielanalyse_vfl-bochum-8_werder-bremen-4.html

Hach, das waren noch Zeiten. Ob die je wieder kommen werden?
Tja, der Anfang ist gemacht. Es muss ja nicht immer Kaviar sein! Ein clever erspielter Auswärtssieg tut´s auch und das " Steiger " - Lied nehmen wir jetzt immer ins Weserstadion mit. Ist doch schön! Oder?



Aus den Augen, aus dem Sinn: Ehemalige Fußball - Bundesligisten, Teil III: Borussia Neunkirchen.



Als am 9. Mai 1964 gegen 18.45 Uhr die ersten beiden Absteiger der neu gegründeten Fußball - Bundesliga mit dem 1. FC Saarbrücken und Preußen Münster fest standen, gab es in der zweiten Spielzeit 1964 / 1965 auch statt ihrer, zwei Aufsteiger. Es waren Hannover 96, der Fußballklub aus der niedersächsischen Landeshauptstadt und Borussia Nunkirchen, ein Verein, der am 24. Juli 1905 in der jetzt zweitgrößten Stadt des Saarlandes gegründet wurde.

Neunkirchen weist aktuell knapp 46.000 Einwohner aus. Bedingt durch die geographische Nähe zu dem französischen Departement Moselle, Bas - Rhin, Haut - Rhine, dem einstigen, dann abgetretenen  Elsaß - Lothringen und der dortigen Hauptstadt Straßbourg, hat Neunkrichen vormals von der Schwerindustrie, also dem Erz - Kohle - Stahl, partizipiert. Die Montankrise in den späten 1960er Jahren erbrachte jedoch erhebliche wirtschaftliche - und strukturelle Problem, die danach nie kompensiert werden konnten.

Mit dem Niedergang der Schwerindustrie ist auf der des Fußballvereines  Borussia VFB e.V Neuenkirchen / Saar von 1905 zu sehen. Doch während der zweiten Bundesligasaison 1964 / 1965 war davon noch nichts zu erkennen. Der Verein stieg aus der Regionalliga Südwest 1965 durch die Aufstiegsrunde in die höchste westdeutsche Spielklasse auf.
Gegner in der Aufstiegsrunde waren Tasmania 1900 Berlin, der FC St. Pauli und ( man höre und staune ) der FC Bayern München, die der saarländische Verein hinter sich lassen konnten. Das heimische Ellenfeldstadion stand natürlich Kopf.

Die Mannen um den Trainer Horst Buhtz hielten sich in der ersten Liga recht wacker, gewannen 9 Spiele, erzielten ebenso viele Remis und gaben nur 12 Spiele verloren.

Am letzten Spieltag, den 15. Mai 1965 beendeten die Borussen aus Neunkirchen mit einem 3:1 Heimsieg gegen den VFB Stuttgart die Spielzeit.

Damals traten die Fußballer an:

Ertz (1) - 
Schröder (3) , 
Schreier (2) - 
Melcher (3) , 
Leist (2) , 
Schock (4) - 
Simmet (2)         , 
Glod (4) - 
May (3) , 
Heiden (3) , 
Kuntz (3)    
Trainer: Buhtz

Die Meisterschale nahm bekanntlich der SV Werder Bremen durch ein 3:2 bei dem 1.FC Nürnberg von der Noris mit an die Weser. Vizemeister wurde der starke 1.FC Köln, Der Karlsruher SC und - ach, gucke ma´ - der FC Schalke 04 stiegen ab. Der DFB - Pokal ging nach München, aber nicht zu den Bayern, sondern zu dem Stadtrivalen - meinem damaligen Lieblingsverein - dem TSV 1860 München.




Pl.VereinSp.g.u.v.ToreDiff.Pkte.
1 301511454:292541:19
2 301410666:452138:22
3 30156967:481936:24
4 30147970:502035:25
5 301371048:42633:27
6 301110944:38632:28
7 301281046:48-232:28
8 301171250:58-829:31
9 301081242:47-528:32
10 30991244:48-427:33
11 301151446:56-1027:33
12 30981346:50-426:34
13 301131641:53-1225:35
14 307111240:62-2225:35
15 30961547:62-1524:36
16 30781545:60-1522:38


In der Spielzeit 1965 / 1966 stiegen die Saarländer ab. Als Tabellenvorletzter, von jetzt 18 statt 16 Teams,  konnte sie zwar das Spiel gegen den Karlsruher SC zu Hause mit 1:0 gewinnen, doch das reichte nicht, um die Klasse zu halten.

Pl.VereinSp.g.u.v.ToreDiff.Pkte.
1 342010480:404050:18
2 34199670:363447:21
3 34207771:383347:21
4 342131076:403645:23
5 34196974:413344:24
6 341411954:431139:29
7 341661264:461838:30
8 341481270:482236:32
9 341381364:521234:34
10 3411121149:49034:34
11 341361542:48-632:36
12 341181559:57230:38
13 349111457:68-1129:39
14 341071733:55-2227:41
15 348101642:65-2326:42
16 34961935:71-3624:44
17 34942132:82-5022:46
18 34242815:108-938:60


Die Meisterschaft ging an die Isar zum TSV 1860 München. Pokalsieger wurde eine andere Borussia, nämlich die aus Dortmund und die schlechteste Mannschaft der Bundesligageschichte, der SC Tasmania 1900 Berlin, der für die zwangsweise abgestiegene Hertha aus der geteilten Stadt, in die Spielklasse gelangte, verabschiedete sich mit den Neunkirchenern.


1966 / 1967 wurde Neunkirchen abermals Meister der Regionalliga Südwest und kam über die Aufstiegsrunde - als erster Verein -  erneut in die Bundesliga. Dort verblieb der Klub für nur eine Spielzeit und musste - nach einer grausamen Saison, innerhalb derer, die Borussia lediglich einen Auswärtspunkt gewann; dafür aber sage und schreibe 93 Gegentore kassierte -  in die Regionalliga Südwest zurück. 



Pl.VereinSp.g.u.v.ToreDiff.Pkte.
1 34199671:373447:21
2 34188868:511744:24
3 341512777:453242:26
4 341741368:521638:30
5 341661268:581038:30
6 341581158:51738:30
7 3413101169:581136:32
8 341471365:541135:33
9 341551437:39-235:33
10 3412101248:52-434:34
11 341381352:66-1434:34
12 3411111255:391633:35
13 3411111251:54-333:35
14 341271560:59131:37
15 341181542:48-630:38
16 348121439:67-2828:40
17 34752233:93-6019:49
18 34652332:70-3817:51


Der 1, FC Nürnberg errang  dank des genialen österreichischen Trainers Max " Wiener Schmäh " Merkel die Meisterschaft. Der Vizemeister hieß SV Werder Bremen; der Deutsche Pokalsieger, FC Bayern München. Das die " Clubberer " in der Folgesaison abstiegen war auch ein Novum.
Als weiterer Absteiger musste der Karlsruher SC zurück in die Regionalliga Süd.

Das bislang  letzte Fußball - Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte bestritten die Neuenkirchener am 25. Mai 1968 vor nur 6.000 Zuschauern im Bremer Weserstadion, wo sie mit 1:2 den Kürzeren zogen.



Ab 1968 / 1969 verblieb der VFB Borussia Neuenkirchen weitere 6 Spielzeiten in der Regionalliga Südwest, wo zwei Mal ( 1970 / 1971 und 1971 /  1972 ) die Meisterschaft perfekt gemacht werden konnte. Den Aufstieg verpasste der Klub jedoch. 1974 / 1975 konnte sich der VFB Borussia Neunkirchen dann für die neu geschaffene Zweite Bundesliga Süd qualifizieren.
Nach einer Spielsaison stiegen die Neunkirchner von dort in die Amateurliga Saar ab.
Von dort gelang 1977 / 1978 der Aufstieg in die Zweite Bundesliga Gruppe Süd.

Es folgte der wiederholte Abstieg in die Drittklassigkeit. 
Später gehörte der Klub der viertklassigen Oberliga Südwest an.
Aktuell findet sich der Verein in der fünftklassigen Oberliga Südwest wieder und war hier im letzten Jahr wegen eigens fest gestellter Zahlungsunfähigkeit von der Insolvenz bedroht. Diese konnte über eine großzügige Spende eines Gönners gerade noch abgewehrt werden.






Aus dem einstigen Fußball - Bundesligisten ist inzwischen nur ein mit mäßigem Erfolg spielender Oberligist geworden. Die extrem schwierigen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Saarland und der Stadt Neunkirchen, lassen es nicht zu, dass dort Talente reifen und gehalten werden können. Potente Großvereine kaufen diese sofort ab und schwächen damit den Verein.

Für mich geht der VFB Borussia Neunkirchen nicht nur als Fußballverein der kleinsten Stadt in der höchsten Spielklasse Westdeutschlands in die BL - Analen ein, sondern auch wegen der damals gesammelten Fußball - Klebebilder. Die wir einst in 10 - Pfennig - Tüten an den Kiosken kauften und mit großem Enthusiasmus tauschen und vervollständigen konnten. 
Da waren dann in den Alben für die jeweils aktuelle Saison, diese Namen des Vereins mit Bildern enthalten:


Ertz (1) - 
Schröder (3) , 
Schreier (2) - 
Melcher (3) , 
Leist (2) , 
Schock (4) - 
Simmet (2)         , 
Glod (4) - 
May (3) , 
Heiden (3) , 
Kuntz (3)    






Kirsch (3) - 
Schröder (2) , 
Schreier (3) - 
Peter (4) , 
Leist (3) , 
Schock (3) - 
Pidancet (5) , 
Heiden (3) - 
May (4) , 
Simmet (3)     , 
Kuntz (4)

Trainer: Buhtz