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Mittwoch, 30. September 2015

Hellmuth Karasek und sein Anflug von Ostalgie.

Wenn ein Mensch sich im 9 Lebensjahrzehnt befindet, kann er schon mal darüber nachdenken, ob er das Feld, was nach seinem Ableben von möglichen Angehörigen inspiziert wird, gut bestellt hat. Die Jurisprudenz nennt diese Regelungen nach dem Dahinscheiden schlichtweg Erbrecht. Eine zwar komplizierte, aber für viele hungrige Advokaten und Notare, durchaus lukrative Angelegenheit. Solche Mandate sind begehrt, wenn es denn um hohe Vermögenswerte in der so genannten Erbmasse geht.

Ob Dr. Hellmuth Karasek, geboren am 4. Januar 1934 in der Stadt Brünn ( Brno ), der südmährischen Region Tschechiens ( einst Tschechoslowakei ), dieses getan hat, bevor er am gestrigen Tag, den 29. September 2015 in Hamburg verstarb, ist und bleibt wohl zunächst seine Privatsache. Kompetenten Rat hätte er zuvor bei seiner Tochter Laura einholen können, denn sie ist ebenfalls Volljuristin. Dass sie auch als Schriftstellerin agiert, dürfte nach dem Apfel - Stamm - Prinzip auf der Hand liegen.

Nun, Dr. Hellmuth Karasek ist verstorben. Die Kollegen aus den unzähligen Medien werden sich seiner im Wege der post mortalen Lobhudelei annehmen. Dieses Prozedere ist als Ritual seit Jahrzehnten üblich und gehört zum Beruf. Er wurde ja nun schon zum " Literatur - Papst " hoch stilisiert. So, wie Marcel Reich - Ranicki der " Literaturkritik - Papst " war.

Das Leben des Hellmuth Karasek war eben bewegt. Nicht nur, dass er aus seinem Geburtsort nach 1945 vertrieben wurde, dann eine Zeit lang in der einstigen DDR gelebt hat, nein, auch die vielen Jahre in Westdeutschland sowie später im wieder vereinigten Deutschland gestaltete Dr. Karasek äußerst kreativ.

Um es ehrlich zu sagen: Mir war der Dr. Karasek als " SPIEGEL " - Mitarbeiter der Liebste. Nie um eine Spitze verlegen, sich für eine witzige Pointe zu schade und wenn es darum ging, lokale bis globale Zusammenhänge in der Literatur verständlich zu erklären, stand er für mich immer oben an.
" Das Literarische Quartett ", aus den ZDF - Zeiten, als TV glotzen noch so einen Hauch von intellektuellen Anspruch versprühte, obwohl die Privaten mit ihren Gossen - Themen und Formaten bereits an dem Quotenbaum sägten, war zum Teil schwere Kost. Wenn jene vier Auserwählten ( Reich - Ranicki, Löffler, Busche oder einem wechselnden Gast ) richtig fachsimpelten, dann zählte dieses wohl mit zu den Sternstunden des Zweiten aus Mainz. Auch wenn ich seit 1988 nicht alle Sendungen verfolgen konnte, bedeutete diese, eine willkommene Abwechselung in der Ödnis der Fernseh - Landschaft.

Natürlich hat der Hamburger Literatur - Experte selbst Bücher geschrieben. Diese wurden auch rezensiert. Doch für mich war Karasek immer " SPIEGEL " - Mann. Selbst dann noch, als er 1996 dort ausschied.

Als er in diesen Jahren von Fernseh - Kollegen in seinem Arbeitszimmer im damaligen " SPIEGEL " - Verlagshaus zu einem Interview aufgesucht wurde, zeigte er diesen bereitwillig das Chaos dort. Überall lagen angelesene Bücher, Manuskripte und sonstiges, schriftliches Gerödel herum. Das Zimmer - eine Abfallhaufen? Nein, weil das Genie Dr. Karasek, dann auch noch das selbst verursachte Chaos zu beherrschen schien. Sonst hätten seine vielen " SPIEGEL " - Artikel nicht jenen typischen Karasek´schen Stil, jene besondere, oft pikante Note, erhalten können, wie ich sie über die Jahre seit 1973 ( 1974 ) als Leser nur von dem exzellenten Gerichtsberichterstatter Gerhard Mauz und später von Gisela Friedrichsen sowie den Chefredakteur Erich Böhme und dem Gründer Rudolf Augstein selbst kannte.

Dass Hellmuth Karasek nach seiner Verabschiedung beim " SPIEGEL ", irgendwann auch noch für die Springer - Presse schrieb, sei ihm verziehen. Zu dieser Zeit gab es nicht mehr jene - oft wohl tuende - Unterscheidung zwischen " links ", " liberal " und " rechts ". Geschrieben, veröffentlicht und produziert, wurde in der Literatur, längst das, was selbst Spass machte, bekannt werden sollte und damit Knete einbrachte.Die Kommerzialisierung der Vierten Gewalt, der Literatur und Kunst, sie hielt überall Einzug. Schlechte Literaten gibt es deshalb, wie Sand am Meer. Hellmuth Karasek zählte nie dazu.


https://de.wikipedia.org/wiki/Hellmuth_Karasek


http://www.was-war-wann.de/personen/hellmuth-karasek.html


http://www.lovelybooks.de/autor/Hellmuth-Karasek/


Es war im August 1995, genauer gesagt am 14. August vor 20 Jahren, als ich mir - wie damals üblich - auf meiner Fahrt vom Bremer Hauptbahnhof zu dem Büro in der Hastedter Heerstraße,  in der Bahnhofsbuchhandlung die Ausgabe 33 des " SPIEGEL " kaufte. Das Heft kostete wohl 5 Deutsche Mark, die ich einer muffligen Verkäuferin an der Kasse übergab. Bereits beim Einsteigen in die Bahn der Linie 10 bis zur Domsheide begann ich in dem Heft zu lesen. Während der etwas mehr als viertelstündigen Fahrtzeit bis zur Malerstraße, der nächst belegenen Haltestelle, hatte ich meistens die abgedruckten Leserbriefe und die ersten Artikel abgearbeitet. Montag war " SPIEGEL " - Tag - dieses Ritual befolgte ich seit mehr als 20 Jahren.

Und so kam es auch an jenem Montag, den 14. August dazu, dass ich den Artikel von Hellmuth Karasek mit dem Titel " Honeckers Nische " auf Seite 18 jener Ausgabe Nummer 33 aus dem Jahr 1995 noch vor dem Aussteigen aus der Straßenbahn 10 las.

Was der " SPIEGEL " Journalist dort berichtete, versetzte mich in ein Perma - Grinsen. Laut los lachen hätte ich nicht wollen, denn dann wären jene wenigen Fahrgäste, die an diesem Montagmorgen mit mir die Linie 10 bis Sebaldsbrück nutzten, zum Schluss gekommen; ich hätte sie nicht mehr alle.

Erich Honecker, der einst mächtige Mann in der DDR, war ja seit dem 29. Mai 1994 tot. Er starb - bekanntlich - in Santiago de Chile. Seine Träume von einer besseren Gesellschaft im Sozialismus zerstoben, wie eine Wolke aus einem Flacon mit 4711 Kölnisch Wasser, dass mittels Zerstäuber auf die Visage irgendeiner 1960er Wohlstandsdame in der BRD verteilt wurde.
Die DDR war knapp vier Jahre zuvor formell Vergangenheit, der andere deutsche Staat mit seiner anderen Gesellschaftsordnung, die sch auch real existierender Sozialismus nennen durfte, wurde bereits abgewickelt. Mit dieser, von der Treuhand geleiteten Mammutaufgabe, verschwanden auch die von den vormaligen SED - Funktionären und anderen Verantwortlichen aus verschiedenen Staatsorganen, eingeräumten Privilegien. Dazu zählten auch die Datschen, der DDR - Politiker.

 Als jene Aktionen auf der Agenda der Treuhand standen, lud diese eine Reihe von Journalisten ein, die dann in dem als " Bonzen " - Ressort benannten Fleckchen Berlin - Wandlitz, unter anderem jene - eher schlicht zu nennenden - Wochenend - und Ferienhäuser der Parteigrößen um Erich Honecker besichtigen durften.
Fälschlicherweise wurde die Waldsiedlung als Teil der Stadt Bernau so genannt, weil sie in unmittelbarer Nähe zu der Gemeinde Wandlitz liegt.

Hier  lebte die Nomenklatura der DDR. Zwar streng bewacht, eingezäunt und unter sich, so, wie sie es - wenn auch unter völlig anderen Vorzeichen - ihren Bürgerinnen und Bürgern es seit dem 13. August 1961 oktroyierte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Waldsiedlung_(Bernau_bei_Berlin)


Dort erholte sich auch Erich Honecker in seiner Datsche von der schweren Arbeit des Führers der Diktatur des Proletariats. Und, wie!

Old Erich hatte sich - klamm heimlich - über die eigens gegründete Institution KoKo ( Kommerzielle Koordination ), deren Häuptling der rührige Schalck - Golodkowski war, für den sagenhaften Preis von insgesamt 1,3 Millionen Deutsche Mark, ein Video - Arsenal, eine Privat - Videothek, ein Archiv an Porno - Filmen zugelegt. 4.864 Kassetten sammelte der Staatsratsvorsitzende im Laufe seiner 18jährigen Herrschaft. Nun, ja, jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Erich stand auf Soft - Pornos. Und diese Passion veranlasste wiederum den " SPIEGEL " - Ressortchef Kulur, Dr. Hellmuth Karasek, in einem Beitrag, über die Frage, ob es nun auch so etwas, wie Privatssphäre in der permanent überwachten DDR - Gesellschaft gab, zu sinnieren. Unter dem Begriff " Nischendasein oder Nischenleben " , subsumierte er hierbei die Gier des grauen Erich nach Abwechselung im grauen Alltag.

Porno glotzen ist derweil heute zum Freizeitvertreib eines Jeden geworden. Rühren sich erst die Hormone, wird der Trieb entsprechend gesteuert, kann der Porno - Konsum diesen befriedigen. So auch damals bei Erich Honecker. Mit seinem Pantoffelkino in einem Raum der Wandlitz - Datsche koppelte er sich von der tristen Realität ab, ließ den Video - Rekorder irgendeines japanischen oder westdeutschen Herstellers eine entsprechende Kassette abspielen und erfreute sich der dort gezeigten Verrenkungen beim Liebesspiel.

Der für mich unvergessene Artikel des Genius Hellmuth Karasek ist längst im all Zeit bereiten Netz über die " SPIEGEL " - Präsenz wieder nachzulesen. Ich brüllte beinahe wieder so los, wie ich es einst, vor 20 Jahren in der Straßenbahn der Linie 10, irgendwo zwischen St. Jürgen Straße und Malerstraße,beinahe getan hätte, als ich dieses las:


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9206218.html


Jau, das war Hellmuth Karasek, wie er schrieb und lebte, immer eine angemessene Portion Ironie einstreuend. Schön, dass ich ihn noch erleben durfte.

Dienstag, 29. September 2015

Geschichten aus dem alten Deutschland - Teil III: Wandel durch Annäherung und das sozialisierte Karamel - Bonbon.



Die 1960er Jahre, das Jahrzehnt des Aufbruchs, die bewegte Zeit, sie waren beendte, als 1970 der einstige Bundeskanzler Willy Brandt zusammen mit dem Bundesaußenminister Walter Scheel ( FDP ) und dem Minister für besondere Aufgaben Egon Bahr eine neue Zielrichtung in der Ostpolitik vorgaben. Unter dem Begriff " Wandel durch Annäherung " sollte das Gespräch mit dem zweiten deutschen Staat und deren Verantwortliche gesucht werden. Diese  andere Ostpolitik der sozial - liberalen Koalition sollte durch vorsichtige, zumeist bi-laterale Gesprächsrunden eine Verbesserung in den deutsch - deutschen Beziehungen erreichen.

Die Adenauer´sche Ostpolitik war gescheitert. Nun versuchte das wirtschaftlich stärkere Westdeutschland einen entgegen gesetzten Weg zu gehen, um vermeintliche Erleichterungen im Nebeneinander beider deutscher Staaten herbeizuführen. Der erste Schritt dazu war indes getan, als ein Besuch Brandt´s in der DDR vereinbart wurde.



https://de.wikipedia.org/wiki/Ostpolitik


. Der weitete Schritt dazu wurde mit den Erfurter Gesprächen im März 1970 vollzogen Der Bundeskanzler und der Ministerpräsident der DDR Willi Stoph trafen sich in der Blumenstadt zu einem Meinungsaustausch. Konkrete Ergebnisse konnten dabei noch nicht erzielt werden.
Was von vielen DDR - Bürgern sehr begrüsst wurde und bei in Erfurt anwesenden Menschen zu dem Ausruf " Willy Brandt ans Fenster " führte, wurde in Westdeutschland nicht überall mit heller Freude aufgenommen. Durch die so genannten Studentenunruhen 1968 bedingt, hatte sich eine reaktionäre Gegenbewegung gebildet. Diese ließ die neu erstarkte Rechte und die Neo - Faschisten der NPD zum Teil in die verantwortliche Politik einziehen. Das NPD - Pack skandierte auf den Demonstration: " Volksverräter Hand in Hand - Willi Stoph und Willy Brandt! "


https://de.wikipedia.org/wiki/Erfurter_Gipfeltreffen


Doch die Entspannungpolitik ließ sich nicht mehr aufhalten. Auch nach dem Rücktritt von Willy Brandr setzte Helmut Schmidt die so genannte Entspannungspolitik fort. Es wurden eine Vielzahl von Vereinbarungen und Verträge zwischen der DDR und der BRD geschlossen. Dennoch blieb es bei einer Abgrenzung in dem Verhältnis beider deutscher Staaten. Dazu zählte auch die Propaganda - Maschinerie, die auch von den Medien fort gesetzt und weiter in die Öffentlichkeit transportiert wurde.

Da waren im öffentlich rechtlichen Fernsehen der BRD, beispielsweise die Sendungen " ZDF Magazin " des Hetzters Gerhard Löwenthal oder auf DDR - Seiten " Der Schwarze Kanal " des Karl - Eduard von Schnitzler ( vulgo " Sudel - Ede " oder Karl - Eduard von Schni... Umschalten! ), die mit grobschlächtiger Berichterstattung den jeweils anderen Staat diskreditieren wollten. Dann gab es den Deutschlandfunk aus Köln, der, nicht nur bundesweit ausgestrahlt, auch von Greifswald bis nach Görlitz ungestört zu empfangen war. Der von reaktionären CDUlern besetzte Programmrat und die von Schwarzen belegte Intendanz sowie jene willfährigen Redakteure sowie Journalisten machten gegen die DDR ordentlich Stimmung und ließen billige Polemik über die dortigen Machthaber ab. Das staatliche Rundfunkprogramm der DDR war indes nicht viel besser. Hinzu kamen reine Propagandasender, wie " Der Deutsche Soldatensender " oder  " Der Deutsche Freiheitssender 904 " dienten als Instrument des vormals herrschenden Kalten Kriegs. Sie wurden 1972 aufgelöst.

Doch große Teile der angeblich unabhängigen Medienlandschaft im Westen sowie die staatlich zensierten Medien des Ostens änderten ihr Freund - Feinbild nur langsam. Dafür kam es hier und da zu deutsch - deutschen Begegnungen im Sport und in den kulturellen Bereichen.Auf internationalem Parkett standen das Kräftemessen zwischen den verschiedenen Blöcken auf der Tagesordnung. Ob zu Welt - oder Europameisterschaften oder den Olympiaden. Ständig gab es Ost - West - Vergleiche. Dazu entsprechend eingefärbte Kommentare. Anders gestaltete sich das künstlerische Leben. Hier waren Treffen zwischen den Protagonisten auf den Bühnen der beiden deutschen Staaten sogar erwünscht.

Weil die DDR bereits in der Mitte der 1970er Jahre ständig am wirtschaftlichen Kollaps vorbei schrammte, suchten die dortigen Verantwortlichen nach Wegen, um drigend benötigte Devisen einzusammeln. So ließen die DDR - Oberen - ganz gegen ihre sonstige Linie - Rockbands bei westdeutschen Veranstaltungen auftreten. So, wie es Polen, Ungarn oder die Tschechoslowakei vorexerzierte, traten in Hamburg, Bremen, hannover, Essen, Frankfurt oder Nürnberg, die sozialistischen Vorzeige - Gruppen, wie " Puhdys ", " Karat " und " City " auf. Die Gagen gab es dafür in Westmark.

Im Verhältnis zu den enormen Pauschalzahlungen auf der Grundlage des 1971 abgeschlossenen Transitabkommens, die sich auf satte 234,9 Millionen DM jährlich beliefen, waren diese Honorare eher Peanuts. Aber die DDR kassierte auch sie ohne Murren und Zucken. Der Pleite - Staat brauchte weiterhin jene Devisen, um überleben zu können.

Immerhin waren es aber auch enorme Reiseerleichterungen, die die Millionen West - Berlin - Besucher erhielten. Kaum noch nervige Kontrollen durch die DDR - Grenzorgane. Und wer dann noch vorschriftsmäßig über jene betonierten Huckelpisten heile in den Westen Berlins gelangte, ohne an einer der vielen Radarkontrollen aufgefallen zu sein, konnte sich glücklich schätzen.

Als die 1970er zu Ende gingen, die Ära der sozial - liberalen Koalition den den letzten Zügen lag, geschah etwas, wofür viele Deutsche sich auf beiden Seiten der Grenze eingesetzt hätten: Die beiden Politiker aus den beiden deutschen Staaten trafen sich zu formellen Gesprächen am 11. bis 13. Dezember in Berlin und Güstrow. Bundeskanzler Helmut Schmidt und der  Generalsekretär der SED Erich Honecker führten hier offizielle Sondierungsgespräche. Bei der Verabschiedung von Helmut Schmidt auf dem Bahnhof des kleinen Städtchens im heutigen Bundesland Mecklenburg - Vorpommern zog dann der einst mächtigste Mann der DDR ein Karamel - Bonbon aus der Tasche und gab es Helmut Schmidt durch das geöffnete Fenster seines Zugabteils. " Sozialisiert ? ", wollte Schmidt in seiner typischen Art von Honecker wissen. Der konterte: " Darüber sprechen wir lieber heute nicht. "

8 Jahre später waren Helmut Schmidt und auch Erich Honecker weg vom Fenster. Der Westdeutsche aus Hamburg, weil der Kohl ihn durch ein konstruktives Misstrauensvotum abgelöst hatte, der Ostdeutsche aus Saarbrücken, weil das Volk ihm mit dem heute wieder zu hörenden " Wir sind das Volk " zum Teufel gejagt hatte.

Die 1970er vergingen in Ost und West, wie im Flug. Viele Politiker von einst leben längst nicht mehr. Ihre Parteien indes haben sich gewandelt und treten seit beinahe 25 Jahren wieder einheitlich für Ost - und Westdeutschland auf. Die Musik von damals ist indes geblieben; unvergämglich, eben:

" Omega " und " Help To Find Me " aus den bewegten Jahren des Klassenkampfes 1974. Let´s Space Together, Erich:



Entsteint.








Der Herbst schreitet mit großen Schritten voran. Nicht nur, dass die abendlichen Temperaturen merklich kühler geworden sind, nein, auch nachts kann es schon mal leichten Frost geben. Langsam färben sich die Blätter. Statt des satten Grün, herrscht demnächst eine Farbenvielfalt. Es ist an der Zeit, die Früchte des Sommers zu ernten. Dazu zählen natürlich auch die Pflaumen. Prall gefüllt zeigt sich der alte Baum im Garten.

Ich holte den Korb, einen Metallbügel und die Teleskopleiter aus dem Keller und legte los. Nach ein paar Minuten wurde mein Ernteeifer unterbrochen. Die knapp 3,50 m hohe Leiter entpuppte sich als zu kurz. Deshalb wuchtete ich jenes Monstrum von 10,40 m in den Baum und stieg erneut in luftige Höhen auf. Die Arbeit hatte sich gelohnt. Der Korb war bis oben hin voll.


Nun hieß es, die schmackhaften Früchte mit ihrer, teils dunkelblauen Haut, zu entsteinen. Oder nennt es sich entkernen? Egal! Auf jeden Fall saß ich knapp 2 Stunden danach immer noch am Küchentisch und drückte aus der Pflaume das Innenleben heraus.

Insgesamt kamen so 8 Beutel, fein säuberlich zu 1 Kilogramm Frucht abgewogen, zustande.
Die Mehrzahl von ihnen wird auf einem sehr leckeren Kuchenteig wandern. Auch der Pflaumen - Kompott mit Zimt und Zucker schmeck sehr gut. Dann gibt es diesen als Nachtisch noch mit Griesbrei. Da werden jene Zeiten wieder wach, als in der Nachbarschaft Unmengen an Obstbäumen standen. Darunter waren auch viele Pflaumen - oder Zwetschgenbäume. Im Herbst kletterten wir dort hinein und aßen uns satt.

Auch wenn die alten Knochen nicht mehr so gelenkig sind, wie in den früheren Jahren, so waren des denn auch leicht und locker 8 Kilogramm, die in die Tiefen des Amerikanischen Gefrierschranks wanderten.

Blutmond am 27. September 2015 - Nur, wo war er denn?



Der 28. September 2015 wäre eigentlich unspektakulär verlaufen.Im Inland beherrschten die VW - Affäre, die Flüchtlingskrise und die Plagiatsvorwürfe bei der Doktorarbeit der ( Noch ) - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Medienlandschaft. Im Ausland waren es der Syrien - Krieg, die bewaffneten Auseinandersetzungen in Afghanistan und der FIFA - Korruptionsskandal.

Doch, es gab auch etwas erfreuliches zu berichten. Die frohe Botschaft hieß: Totale Mondfinsternis ( Mofi ). Die Nachrichtenindustrie überschlug sich förmlich an jenem, volksbelustigenden Ereignis. Dabei wurde in der üblichen Bandbreite der Superlativen berichtet. Von einem Blutmond war die Rede. In jauchzenden Lettern gab sich die angebliche " Lügenpresse " diesem angeblichen Event hin.


" Spektakuläre Fotos der Blutmond - Nacht " ( BILD - Zeitung )

" Totale Mondfinsternis 2015: Die besten Bilder. " ( news.de )

" Blutmond über Deutschland: Die totale Mondfinsternis 2015 " ( stern.de )

" Blutmond: Die besten Bilder der Mondfinsternis. " ( t-online.de )

" Blutmond 2015: Mondfinsternis begeistert Menschen in Deutschland. " ( erneut, t-online.de )

" Mondfinsternis: Die schönsten Bilder zum Blutmond am 28. September 2015. " ( welt.de )

" So schön war die Superblutmondfinsternis 2015 "     ( welt.de als Aufmacher )

Was Sie nicht über den Blutmond wussten. " ( N-tv.de )

" Mondfinsternis 2015: Dann sehen Sie den Blutmond. " ( focus.de )

" Mondfinsternis 2015: Bilder vom Blutmond über Deutschland " ( tz.de )


Den Boden aus dem Fass des schlechten Journalismus schlug jedoch - erstaunlicher Weise - die " Zeit " aus Hamburg mit folgendem Artikel heraus:

"  Diese Mofi wird blutig und total super " ( http://www.zeit.de/wissen/2015-09/mondfinsternis-supermond-blutmond-september-2015 ).

Der Jungspunt mit Namen Sven Stockrahm durfte in dem einstigen Bildungsbürger - Blatt frech behaupten: "

" Schlafen können Sie, wenn Sie tot sind: Montagfrüh hängt der Mond kupferrot am Himmel. ....... " 
- Zitatende - aus: http://www.zeit.de/wissen/2015-09/mondfinsternis-supermond-blutmond-september-2015 ).


Der Rabulistiker führt dann weiter aus:

Montagfrüh 4 Uhr – das ist für viele sicher die schlimmste Uhrzeit, um aufzustehen. Aber diesmal sollten es sich Morgenmuffel überlegen: Es gibt ein Spektakel umsonst. Eine totale Supermondfinsternis. Die nächste Chance kommt erst 2033 wieder. Klingt abgefahren? Ist es auch. Wie, wo und wann geht es los? Wischen Sie sich hier mal durch (oder halt klicken, wenn Sie am PC sitzen):... "

- Zitatende - aus: a.a.O.

Dafür gab es eine Vielzahl schallender Ohrfeigen von den Lesern. Nun, ja, die Zeiten haben sich geändert und " Die Zeit " ist auch nicht mehr das Qualitätsmedium von damals.

Selbst das Flaggschiff des kritischen Journalismus,  " DER SPIEGEL " verhaspelte sich in seiner Online - Präsenz und behauptete zunächst doch glatt, der Mond sei in jenen frühen Morgenstunden des 28. September 7 Mal so groß zu sehen, wie üblich. Eine glatte " Ente ", die dann kleinlaut zurück genommen werden musste.


http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/mondfinsternis-das-wetter-zum-super-blutmond-a-1054725.html

Bullshit, wohin das Auge des Lesers schweift. " Supi " - " Mofi "und ähnliche sprachliche Verunstaltungen gehören leider zum Alltagsgeschäft. Daran muss sich der Leser mit einem etwas höheren Anspruch an die journalistische Tätigkeit und den daraus geformten Produkten inzwischen gewöhnt haben. Auch daran, dass die Medien - Meute aus einer Mücke einen Elefanten macht und jeden Dünnpfiff, den ein Politiker, Prominenter oder ein sonstiger Wichtigtuer ablässt, alsbald in den Medien zu einer lebensbeeinflussenden Information umgestaltet wird. Klappern gehört zum Handwerk. Und weil dieses so ist, habe ich zwar während der " Supi " - " Mofi " und wegen des " Vomo ", der die " Erdi " auch rund um " Dresdi " beleuchtete, eher unruhig geschlafen. Allerdings bin ich nicht zum Schlafwandler und Extrem - Frühaufsteher mutiert. Halb sechs reichte mir vollkommen aus. Da war die " Supi " - " Mofi " im blutroten Gewande längst wieder Vergangenheit.
Sie wird erst 2033 in dieser Form die Erdenbürger wieder beglücken können.
Vorausgesetzt diese erhält überhaupt einen klaren Blick zum Himmel und dieser wird nicht durch die Abgase auswerfenden Autos beeinträchtigt.

Ob nun Sofi oder Mofi?
Genius oder Doofi?
Donald Duck oder Goofi?
Ob nun Supi oder Groupi?
Dummi oder Schumi?
Hansi oder Franzi?
Über alle wird dumm Tüch erzählt.
Womit einer dann den anderen quält.
Dinge, die keinen interessieren brauchen,
Doch sie lassen sich gut verkaufen.
Deshalb wird palavert und geschrieben.
In der Talkshow um halb sieben.
Auch die Nachtausgabe des Kurier.
Titelt dann nicht zum letzten Mal.:
Ob nun SoFi, Mofi ist egal.
Kräht der Hahn danach auf dem Mist,
ändert sich das Wetter bald
oder bleibt, wie es ist.

Ist das nicht trist?


Montag, 28. September 2015

Pilzrausch - Nachlese




Joh, nun sind sie unter Dach und Kühlfach, unsere am Samstag geernteten Pilze. Und was für schöne Exemplare darunter waren. Wenn 2015 kein Steinpilzjahr ist, dann trete ich wieder in die Kirche ein.

So wanderten sie während unseres ausgiebigen Pilz -Spaziergangs im sächsischen Zellwald in die Körbe und den - nur rein vorsorglich - mit genommen Plaste - Beutel. Da blieben sie aber nicht lange. Denn: Nur der frühe Pilzverarbeiter erhält ein schmackhaftes Mahl.
Während ich mich - aber nur zum Teil und weil ich es geahnt hatte - mit der zweiten Halbzeit des dritten Pleite - Spiels meiner Grün - Weißen verlustierte, machte sich meine bessere Hälfte an die Mammutaufgabe des Säuberns und Zerschneidens der Beute heran.

Das Ergebnis war ein sehr leckeres Steinpilzmahl mit Spaghetti am Sonntag - Mittag. Hhhhhhmmmmmmmmmmmh!

Dafür zahlt der Italien - Urlauber im Spätsommer in einem Restaurant locker 25 Euro und mehr. Inzwischen sind die Preise für das Kilogramm Steinpilze dort in astronomische Höhe aufgestiegen. Zu Spitzenzeiten werden da 200 Euro gezahlt. Weil die Südeuropäer im Norden des Landes ihre belegenen Wälder systematisch, industriell verseucht haben, gibt es dort kaum noch Steinpilze. So pilgerten denn vor einigen Jahren ganze Heerscharen über die österreichische Grenze und plünderten dort die näheren Wälder. Bis die Exekutive ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung machte und die illegal geernteten " Steinis " konfiszierte, Sanktionen verhängte sowie die Beute an lokale Gastronomie weiter gab ( verschenkte ).

Tja, dieses Problem haben wir im Pilzland Sachsen nicht. Es ist genug für alle Sammler und Feinschmecker da.

Im Nachbarstaat Österreich gibt es indes - völlig richtig - eine Obergrenze für Pilzsammler. 2 Kilogramm je Kopf und Tag dürfen es sein. Na, daran haben wir uns am Samstag nicht gehalten. Aber, wir wollen die Steinpilze, Maronen ( Braunkappen ), Birkenpilze, Sandpilze, Hexenpilze und Butterpilze aucch nicht verkaufen. Hinein, in den Magen damit!

Samstag, 26. September 2015

Pilzrausch!





































Im berauschenden Sinne des Sammlers edler Eßkulturen und Mykolie - Fans :

Jefferson Airplane - Woodstock 1969 - Live mit " White Rabbit ":







One pill makes you larger, and one pill makes you small
And the ones that mother gives you, don't do anything at all
Go ask Alice, when she's ten feet tall
And if you go chasing rabbits, and you know you're going to fall
Tell 'em a hookah-smoking caterpillar has given you the call
And call Alice, when she was just small
When the men on the chessboard get up and tell you where to go
And you've just had some kind of mushroom, and your mind is moving low
Go ask Alice, I think she'll know
When logic and proportion have fallen sloppy dead
And the white knight is talking backwards
And the red queen's off with her head
Remember what the dormouse said
Feed your head, feed your head

Mensch, was war´n wir jung und sind es geblieben?

Gut´s Nächtle und nicht von wilden Pilzorgien träumen!






Ursula - Plag?



Nun haben die Plagiatsjäger wieder eine prominente Politikerin am Haken. Aus der selbst ernannten Elite, der einst von CDU/CSU - Partei - Gnaden hoch gespülten Truppe der Menschen mit den zwei Buchstaben vor dem eigenen Vornamen, soll es nun unsere Ministerin für Bundesverteidigung, Frau Dr. Ursula von der Leyen, geborene Albrecht, geboren am 8. Oktober 1958 in Ixelles / Elsene bei Brüssel / Belgien; verheiratet, Muttern von 7 Kindern ( 1987 bis 1999 ), erwischt haben.

Die Internet - Plattform " Vroniplag " hat anscheinend die Doktorarbeit von unserer aller Ursula überprüft und dabei einige Passagen gefunden, in denen die Gute geistiges Eigentum eines Anderen übernommen, aber nicht entsprechend kenntlich gemacht haben soll.

Junge, junge, das kommt dem aufmerksamen Nachrichtenrezipienten doch bekannt vor. Wie war das noch gleich? Mit zu Guttenberg? Mit Schavan? Mit Koch - Mehrin?
Und mit all den anderen Plagiateuren zwischen der großen Bühne der Eitelkeiten und den armseligen Studierstübchen?  Wer hat, der hat! Wer keine erforderlichen Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten besitzt, sollte die Patschepfötchen von einer Promotion lassen.
Dabei kann sich auch ein Promi, wie ein No - Name - Aspirant gehörig die Fingerchen verbrennen.

Sollte an den Vorwürfen auch nur ansatzweise etwas dran sein, wird Dr. Ursula von der Leyen ein Problem haben. Dagegen sind jene, dass ein MG nicht auf ein gepanzertes Fahrzeug montierbar ist, das G3 um die Ecke schießt, statt ins Ziel und die sofortige Unterbringung von einigen Hunderttausend Flüchtlingen in ausrangierten Kasernen, nur ein Pubs im Weltall

Manno,oh Mann - besser: Oh, Frau Ulla, wat ist dat für´n Klopper, den dir die Plagiatsjäger auf den Tisch gelegt haben?
Von der Leyen will ihre Dissertation nun einem unabhängigen Gutachter vorgelegt haben.
Wartet wir´s ab. Noch gilt auch hier die Unschuldsvermutung. Doch: Wehe, wenn!


  https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_von_der_Leyen




UFO mit " Doctor, Doctor ( Please ) ":


Geschichten aus dem alten Deutschland: Teil II - „Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren müssen?“



Die 1960er oder kürzer, die 60er Jahre werden gemeinhin als das " bewegte Jahrzehnt " eingeordnet. Ob dieses generell so war, wage ich zu bezweifeln, denn jeder einzelne Bundesbürger in dem heutigen Deutschland hat diese Zeit individuell unterschiedlich durch laufen. Vorausgesetzt, sie/er war bereits zu Beginn der Dekade so alt, dass er konkrete Erinnerungen daran hat.

Über die 60er Jahre, wie sie eher bieder, beschaulich, banal in der westdeutschen Provinz abgelaufen sein könnten, habe ich hier bereits einige Posts eingestellt. Darin finden sich einige Umschreibungen, wie, warum und wodurch jene, diese Ära prägenden Faktoren, wie Mode, Musik sowie Marotten, nur zum Teil in die Bereiche des platten Landes  vor drangen. Die aus dem fernen England herüber schwappenden Trends, setzte die Jugend in den Städten dann viel eher um, als es in einem kleinen Nest mit dem Namen Bad Eilsen der Fall war. Pilzkopf - Frisuren waren bei den Jungen der Umgebung eine absolute Ausnahme, weil diese bei deren  Eltern absolut verpönt, ja, sogar verhasst waren. Allenfalls die so genannte Beat - Mode mit Shake - Slop - oder bunten - Hose, mit Rüschenhemden, bedruckten T - Shirts und grell - farbigen Halstüchern, wurde dort teilweise toleriert.

Ähnlich verhielt es sich mit der Beatmusik, die bei den Erwachsenen und Eltern als " Neger " - " Hotten - Totten " - oder " Affen " - Musik verunglimpft wurde. In milderen Bewertungen qualifizierte die einstige " Hitler - Genration ", diese als Krach, Gejaule oder Lärm ab. Dabei kredenzten die Protagonisten aus der Beat - Ära ihre Liedchen sehr oft in einem kreuz - braven Outfit, mit gut gestylten, weil gewaschenen und akkurat gefönten, leicht über die Ohren und bis zu den Augenbrauen gewachsenen Haaren. Als die erste Beat - Club - Sendung 1965 vom Ersten ausgestrahlt wurde, nölte ein Fernsehansager dazu noch ein, aus einer Vielzahl von entschuldigenden und um Verständnis bittenden Sätzen bestehendes Vorwort ab.

Dann durften wir im zarten Teenaager - Alter befindlich, über den Schwarz - Weiß - Kasten unserer Großeltern, die Radio Bremen - Sendung sehen. Ich hatte schweißnasse Hände, weil ich aufgeregt war, als Uschi Nerke die Musikgruppen ansagte. Es waren ausnahmslos regional bekannte Bands ( https://de.wikipedia.org/wiki/Beat-Club ). Doch sie spielten eben andere Musik, als wir sie über die staatlichen Rundfunksender - mit Ausnahme von Radio Luxemburg - täglich anhören mussten. Beat - Musik, eben - unsere Musik, also!

Und während unter den westdeutschen Spießbürgern, den Alt - Faschisten und den Reaktionären, nach der ersten, einer nur halbstündigen Sendung, übelste Verwünschungen, In jenem Jargon, der die NS - Zeit mit beeinflusst hat und der sich von dem heutigen Dreck, wie er in den Kommentaren bei Facebook, den Hetz - Seiten im Netz und auf NPD - Veranstaltungen immer noch zu lesen ist.Der einzige Unterschied hierbei war jedoch, dass die intoleranten Flachdenker überwiegend der deutschen Sprache mächtig waren, während dieses bei den heutigen Banausen eher nicht der Fall ist.

Nun, das Team um Uschi schüttelte sich ein Mal kräftig und sendete weiter - und, wie!

Nach und nach konnte danach die westdeutsche Jugend auch in einigen Formaten der öffentlich rechtlichen Radiosender jene Musik hören, die von den Beatles, den Rolling Stones, den Small Faces, den Animals oder den Who auf Platten veröffentlicht, zunehemnd in den Zimmern der Jugendlichen standen.

Während der eine Teil Deutschlands sich zähneknirschend der anderen Musik hin gab, spielte sich in der DDR zunächst in ähnlicher Weise viel ab. 1965 war damit zunächst einmal Schluss.  Der Grund dafür war die ablehnende Haltung des Vorsitzenden des ZK der SED Walter Ulbricht, der diese Musikrichtung nach englisch - sprachigen Vorbild als unerwünscht einstufte, jedoch die Gründung von Musikgruppen in der DDR, die einer staatlichen Kontrolle und Lenkung unterliegen sollten, dann nicht verhindern ließ.

Aus jenen Jahren ist eine Äußerung des einst mächtigsten Mannes der DDR überliefert, die er im September 1965, nach den Krawallen rund um den Auftritt der Rolling Stones auf der West - Berliner Waldbühne formulierte.

http://www.zeitklicks.de/ddr/zeitklicks/zeit/kultur/musik-1/beatmusik-nein-danke/

Weder von dem einen, noch von dem anderen Ereignis, bekamen wir in der Provinz etwas mit. Dass es bei dem Rolling Stones - Konzert in West - Berlin Randale gegeben hatte, wohl schon, weil dieses die " Blöd " - Zeitung in ihrem Aufmacher zum Anlass nahm, um gegen die Beat - Anhänger zu hetzen. Wie es jedoch um die Musikkultur im anderen Teil Deutschlands bestellt war, erfuhr der BRD - Bürger nicht; zumindest nicht offiziell.

Die DDR war für uns Jugendliche vom Lande noch weiter weg als West - Berlin, Hamburg oder München. Selsbt eine Fahrt in das etwa 50 Kilometer entfernt gelegene Hannover, der niedersächsischen Landeshauptstadt, geriet eher zu einer Abenteuerreise, denn zu einem Routinebesuch.

Ein solcher war auch jener nicht, den meine DDR - Verwandtschaft in den 6oern zum ersten Mal vornahm. Mein damaliger Onkel nebst Tante kamen aus dem Vogtland und reisten damals über den Grenzübergang Bebra ( Bad ) Gerstungen mit dem Interzonenzug in Richtung Frankfurt am Main, dann Kassel, Hannover, nach Bückeburg.

Als sie zum ersten Besuch bei meinen Großeltern waren, wussten wir aus deren Erzählungen, wie sich das Leben in der DDR abspielte. Weder Tante Martha, noch Onkel Georg erzählten dabei Romane. Vielleicht wollten oder durften sie es auch nicht. Doch einst berichteten sie sehr wohl, dass es in der DDR keine englisch - sprachige Beatmusik gab, wie wir sie kannten. Und mit den Langhaarigen, war es auch so eine Sache. Beide lehnten diese neue Mode ab. Und so gab es während ihres Besuchs Mitte der 60er Jahre bei unseren Großeltern zwar Fernsehen, aber keinen Beat Club aus Bremen.

Wie war das noch gleich mit der Monotonie des kapitalistischen Klassenfeinds in dessen Musik? " Je, Je, je " - oder, wie das auch immer heißt. Yeah, Walter, Yeah - That´s It!





Freitag, 25. September 2015

Nullen!



Der heutige Tag, der 25. September, wäre von der Nachrichtenindustrie aus betrachtet, als eher flau einzuordnen. Kein terroristisches Attentat, kein neuer Skandal, kein spektakulärer Rücktritt. Da frönt die Medienmeute doch der Gratulationskur des Herrn Karl _ Heinz Rummenigge, geboren am 25. September 1955 in Lippstadt, einem kleinen Städtchen bei Bielefeld. Rummenigge ist heute gerade mal 60 Lenze alt geworden. Viel Ehr schütteten die Fußball - Experten und auch solche, die keine sind, über sein Haupt aus. Immerhin hat es Karl - Heinz auch nach seiner beendigten Fußballer - Laufbahn, beim FC Bayern München zu etwas gebracht. Er ist - da sein Mitstreiter Ulrich Hoeneß immer noch außer Gefecht gesetzt wurde - die Nummer Eins des bayrischen Spitzenklubs.

Karl - Heinz hat es also zu einem Namen gebracht, obwohl er seit mehr als 25 Jahren nicht mehr aktiv ist. Einst war er neben Breitner ( vulgo: Breitnigge ), die treibende Figur beim FCB. Dann ging er zu Inter Mailand und im Anschluss zu Servette Genf, wo 1989 seine Karriere beendete.

Breitnigge, dass waren das Vorläufer - Duo von Mic und Mac ( Mihaijovic und Mcanelly ) sowie Robbery ( Robben und Ribery ).
Nun, diese spinnerten Wortspielereien gehören zum Understatement des FCB.

Rummenigge indes hat davon nicht so sehr viel gehalten. Er bliebt eher auf dem Teppich, verdiente seine Millionen beim Münchner Renommier - Klub und ging anschließend zum Kohle machen nach Italien. Mehr Geld verdiente er jedoch in der Zeit als Vereinsverantwortliche in München. Dass er dabei wegen eines Steuerdelikts auch noch eine Strafe kassierte, wird der gemeine FCB - Anhänger ihm alle Male verzeihen können. Schließlich nimmt dieser es bei der Bewertung krimineller Machenschaften seiner Lieblinge nie genau.

Dafür dankt es ihm auch Karl - Heinz, denn er hat dem Bazi - Fan einst erspart: Karl - Heinz Rummenigge hat nie einen Versuch gestartet, neben dem aktiven Tätigkeiten auf dem grünen Rasen, auch noch der Sangeskunst frönen zu wollen. Er ließ indes singen. Dat Ding wurde ein Ohrwurm. Da ich jenen Gassenhauer bereits eingestellt habe, biete ich dem Ohrenschmerz - Gemarterten, dann lieber die  Variante eines Anti - Hits an:

Beckenbauer singt: Brrrrrrrrrrrrh, da klappen die Fußnägel hoch. Und der Franzl hat ja in diesem Jahr auch genullt - immer diese Bayern - Nullen:



Gut´s Nächtle mit guter Musik: " You Never Walk Alone " - Gerry and the Pacemakers aus einer Zeit, in dem die Bolzer ihre Treter noch selbst putzen, schnüren und bezahlen mussten:



Die Grabkultur auf den Farör Inseln.

Das Langweilige an einem Fußballspiel, wie es ein privilegierter Fan mit " sky " - Bezahlfernsehen jeden Tag um die Augen und Ohren gehauen bekommen kann, sind die Zeiten vor dem Anpfiff und die Halbzeit. Da bolzten gestern Abend ab 20.15 Uhr auf " sky " - BL - Kanal 1 und dem Bazi - Hofberichtersttungssender " Sport1 " die Spieler des RB Leipzig und die des FC Freiburg gegeneinande rum die Wette. Am Ende hieß es 1:1. Und - welch ein Ärgernis - beide Tore erzielten Ex - Werderaner. Aber, dieses nur am Rande.
Während der 15 - minütigen Pause zappte ich kurz die weiteren, nahezu 200 Programme wahllos durch und landete kurz nach 21.00 Uhr auf dem Sendeplatz von NDR 3, der feiert ja in diesem Jahr bekanntlich seinen 50. Geburtstag. So alt wird doch keine Sau?

In der nostalgisch geprägten Feiertagslaune strahlen die Norddeutschen, vornehmlich die Hauptverantwortlichen aus Hamburg, hier und da eine interessante Wiederholung ein. So, an jenem Donnerstagabend, die des ARD - Formats mit dem wunderbaren Namen " Weltreisen ". Dieses Mal brachte der Weltenbummler mit dem norddeutschen Namen Clas Oliver Richter seine potenziellen Zuschauer auf die Farör Inseln, die bekanntlich im Atlantik liegen, zum Königreich Dänemark gehören, aber autonom verwaltete werden und eine eigene Kultur sowie bewegte Geschichte vorweisen können.

Der NDR - Mitarbeiter kredenzte dem Gebührenzahler über 45 Minuten einen kleinen Einblick in das Inselleben und präsentierte dabei - mit einem etwas übertriebenen, selbstdarstellerischen Touch - auch deren Bewohner, die von diesen ausgeübten Berufe und das Lebensumfeld jener rauhen Inselgruppe am westlichen Teil Europas,zwischen Schottland, den Shetlands, Island und Norwegen.

https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4r%C3%B6er

Während sich der Berichterstatter - immer schön in Szene setzend - auf den Weg von Torshavn, der Hauptstadt der 18 Inseln, zum dortigen Fährhaven begibt, gelangt er zu einem an einer Straße liegenden Friedhof. Für nur 1 bis 2 Minuten zeigen Bilder, welche Toten - oder Grabkultur dort gepflegt wird. Interessant sind die unterschiedlichen Grabsteine, die Grabflächen und die Friedhofsanlagen selbst. Alle Male eine Reise wert, weil hier auch keltische Einflüsse sichtbar werden und dem Betrachter zeigen, dass die Nordvölker eben auch Heiden waren.

http://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Einsam-im-Atlantik-die-Faeroeer-Inseln,sendung340296.html











Dazu: " Grave Digger " mit " Liberty Or Death ". Was für eine Frage: Fußball, natürlich!