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Freitag, 31. Juli 2015

" Warsaw " - " Joy Division " - " New Order " oder: Wie die Thatcher - Ära musikalisch aufgearbeitet wurde.



Um die Punk - Musik besser zu verstehen, hätte es eigentlich ab Ende der 1970er und bis weit in die 1980er Jahre hin, einer längeren Rundreise in die Tristesse der englischen Großstädte bedurft. Zu ihnen zählte einst auch Manchester. Jene Industriestadt, die durch die von der konservativen Ministerpräsidentin Margret Thatcher initiierten, neo - liberalen Blut - und Boden - Politik besonders hart getroffen wurde. In der " Punk " - Zeit, der Thatcher - Ära gingen hier einige Hunderttausend Arbeitsplätze flöten. Sie wurden nicht einmal ansatzweise durch Stellen in den Bereichen der Dienstleistungen ersetzt. Mit dem Umbau des alten Englands in ein moderneres Land, verschwanden auch die baufälligen Gebäude in der Stadt Manchester. Dort, wo noch zu Beginn der 1980er Jahre die " Punk " - Bands ihre Schrammel - und Brüll - Auftritte hatten. Dort, wo in den Kellern, den Hinterhöfen und Garagen, schräge Typen ihre Perspektivlosigkeit und den Hass auf das Establishment in die billigen, übersteuerten Mikrophon - Anlagen kreischten, stehen heute Neubauten  mit Glasfassaden und High - Tech - Eingangsbereichen.

 Als Ende der 1970er eine Truppe mit dem Namen " Warsaw " ( in Anlehnung an den Titel " Warsawa " von David Bowie ) sich formierte, war das alte England durch industrielle Krisen zerrüttet. Es grassierte eine hohe Arbeitslosigkeit, die Macht der Gewerkschaften schien größer zu sein als der Einfluss des Staates auf sie.

Thatcher änderte dieses und hinter ließ mit ihrer Politik verbrannte Erde. Diese Ära wurde von der Truppe um den Sänger und Texter Ian Curtis besungen und angeprangert. Curtis hatte dazu jedoch nur einige Jahre Gelegenheit. Er nahm sich - 23jährig - das Leben. Geplagt von einer depressiven Grundstimmung und einer immer wieder kehrenden Epilepsie machte er Schluss mit dem Wahnsinn des eigenen Lebens.

35 Jahre nach dem Tod des " Joy Divison " - Frontmanns Curtis, beschreibt der " SPIEGEL " - Redakteur Christoph Dallach in einem Artikel für den " Kultur SPIEGEL " die Zeit vor und nach dem Tod des Sängers Curtis. Die Stadt Manchester ist heute längst eine andere. Die baufälligen Gebäude, in denen die Malocher einst hausten, sind längst abgerissen worden. Der Armut folgte eine Aufschwung für einige Bewohner. Das Große Geld hat längst Einzug gehalten. Manchester ist heute nicht wieder zu erkennen. Dieses behaupten zumindest die verbliebenen Bandmitglieder, die unter dem Namen " New Order " weiter Alben veröffentlichten. Im Sinne von Ian Curtis? Zumindest als Versuch, an den Frontmann der Post - Punk - Truppe " Joy Division " zu erinnern.

Punk, New Wave und ihre Ableger sind in andere Musikrichtungen eingeflossen und existieren in der einstigen Form nicht mehr als eigenständiger Stil, der Popularität genießt. Manchester ist nicht mehr Manchester. Auch Thatcher, die " Eiserne Lady " ist inzwischen tot. Mit ihr allerdings verschwand nicht der Turbo - Kapitalismus und die globale Konsum - Hysterie, die irgendwann in der Post - Punk - Zeit aufkeimte und sich wie Unkraut vermehrt hat.

Ian Curtis würde sich zwar über das Aussehen seiner Stadt, der musikalischen Wirkungsstätte wundern. Er müsste sich aber auch angewidert abwenden, wenn er jene dekadenten Spießer dort sieht.

" Joy Division " veränderte zwar nicht die Welt, auch nicht die Musikbranche, dafür konnte Curtis nicht genug Songs singen und schreiben, aber die Band stellte einst den Lebensfrust einer perspektivlosen Generation dar, der ich in dem normierten Westdeutschland, längst nicht mehr angehörte.  Vielleicht ist dieses der Grund, warum ich musikalisch mit diesem Zeug nichts anfangen konnte.

Jede Zeit hat und braucht ihre Musik. Das ist gut so, sonst müssten wir nur Schlager hören.
In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit " Joy Division " und " Transmission ":


Donnerstag, 30. Juli 2015

Beate Z. und das vierblättrige Kleeblatt.



Der bundesdeutsche Rechtsstaat ist ein sehr komplexes und äußerst kompliziertes Gemeinwesen. Es schützt den Bürger vor sich selbst; sich selbst vor dem Bürger und vor allem vor seinen in ihm wohnenden Feinden. Deshalb muss der Rechtsstaat das Recht, das er selbst in eine Unzahl von Gesetzen gekleidet hat, durch die Dritte Gewalt aussprechen lassen. Dieses Verfahren nennt sich dann " rechtsstaatlich ". Für jeden Feld - Wald - und Wiesen - Juristen ist spätestens ab dem 1. Semester seiner langen - oft nicht erfolgreich zu Ende gebrachten - Ausbildung klar, dass er selbst - allerdings nur nach Abschluss der beiden Staatsexamina - ein Teil diesen Staatswesens ist. Deshalb muss er darauf auch einen Eid schwören.

Der zugelassene Rechtsanwalt ist auch ein Teil des Staatswesens. Er ist jedoch unabhängig. Ein unabhängiges Organ der Rechtspflege, also. Und weil er unabhängig sein soll, darf er im Rahmen der rechtsstaatlichen Ordnung - unter Einhaltung der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung - das Recht, was ihm zuvor von der Legislative oder auch der Exekutive oktroyiert wurde, versuchen zu pflegen. Das gelingt indes nicht immer. Jedoch - in der heutigen, eher apolitischen Zeit - immer öfter.

Time is Money. Money ist Beautiful. I´m Beautiful. So könnte der Dreiklang der anwaltlichen Tätigkeit heutzutage lauten.

Der Anwaltschaft ging es nach dem verloren II. Weltkrieg zunächst nicht schlecht. Denn es gab weniger praktizierende Vertreter von ihr. Die Masse war für Volk, Führer und Vaterland im Krieg geblieben. Einige von ihnen dann ex tunc rehabilitiert und als Rechtsanwalt, Staatsanwalt oder Richter alsbald - nicht entnazifiziert - in die Rechtspflege eingegliedert worden. Auch die furchtbaren Juristen durften wieder dem Recht dienen. Und wie!

Was einst - ideologisch braun gefärbt - sich in der Dritten Gewalt  und drumherum, tummelte, bestimmte über viele Dekaden die westdeutsche Justiz. Jetzt regiert der Euro sie.

Der Münchner " NSU " - Prozess, der zu Beginn medial für viel Furore sorgte, ist inzwischen als völlig uninteressant von der Vierten Gewalt abgetan worden. Nur, wenn ab und an zwischen den drei Verteidigern und dem Strafsenat am Oberlandesgericht in München verbal die Fetzen flogen, weil das Trio Infernale ordentlich auf die berühmte Pauke hauen wollte, gab es einige Meldungen. Ansonsten herrschte Ruhe. Seit den letzten, der mehr als 200 Verhandlungstagen, rauchte es indes wieder im Karton. Nicht zwischen dem Gericht und der Verteidigung und / oder der Staatsanwaltschaft, sondern zwischen der Verteidigung und der Angeklagten Zschäpe.

Z. wollte ihre drei Verteidiger los werden. Das Vertrauensverhältnis sei nicht mehr vorhanden. Auch sonst hat sie keine Lust mehr auf die Dame und die beiden Herren. Der Flotte Dreier habe ihr nicht mehr zugesagt. Aha, aja. Die Z., sie muckt nun auf. Nicht gegen den Rechtsstaat, den lehnte sie ja vor einigen Jahre zusammen mit den beiden NSU - Mitglieder und Suizidenten Böhnhardt  und Mundlos ab, weil er niederrassige Elemente mit den gleichen Rechten und Pflichten versah, wie sie sie selbst reklamierten. So wird von der Staatsanwaltschaft gemutmaßt, dass B, M. und Z. als kriminelle Vereinigung mordend  durch die Lande zogen und als wahre Deutsche versuchten, die Rechte der unterdrückten Deutschen im eigenen Land wieder so zu stärken, dass dieses, unser Land, auch wieder den Deutschen gehört.

Eine edles Ansinnen. Immerhin war sich Z. nicht zu schade, dafür ihr eigenes Leben, ihre Zukunft, auf das Spiel zu setzen. Dafür gebührt ihr eigentlich - nach Lesart der braunen Anhängerschaft - der Friedensnobelpreis. Doch nix war´s damit. Stattdessen klagt der Staat, den sie ja vorgibt, schützen zu müssen, sie -  welch´frevlerischen Tun - nun an. Beihilfe / Mittäterschaft zum 10-fachen Mord usw. usf. Pfui, Staat, wie kannst du es wagen, mich als wahre Patrioten für die deutsche Sache, auf die Anklagebank zu bringen?

Da sitzt sie nun seit mehr als 2 Jahren. Noch länger dauert die Untersuchungshaft an. Da kommt auch eine zuvor Hartgesottene, sehr schnell ins Grübeln. Wie komme ich hier wieder heraus? Soll ich hier ewig drin bleiben? Nein, ich möchte mein Leben leben. Freiheit für Beate Z.!

Doch der verhasste Rechtsstaat gewährt ihr zuvor einen fairen Prozess. Er gibt ihr jetzt sogar 4 Verteidiger. Die werden allesamt von der Staatskasse bezahlt. So, wie der Staat - also wir alle - jene brauen Hetzer, Straftäter und Geschichtsklitterer mit HARTZ IV alimentier, mit dem Recht der freien Meinungsäußerung beglückt, damit sie ihren Dreck, ihre Menschen verachtende Ideologie, ihren Hass auf die Anderen, die nicht so verblödet und verblendet sind, wie sie selbst, in den so genannten Sozialen Netzwerken oder anderswo verbreiten dürfen und damit sie eben so lange als unschuldig gelten bis ihre Schuld rechtskräftig fest gestellt worden ist. Eine schöner Staat ist das. Ein Staat, der die braune Brut so behandelt, als sei sie nicht braun, sondern eben nur auf einem falschen Weg geraten.

Einst las ich einen Kommentar eines Nachbar, der bei Facebook die polnischen Nachbarn als " Drecksvolk " bezeichnete, weil irgendwo ein Diebstahl eines Motorrads von angeblich polnischen Tätern begangen worden sein soll. Unschuldsvermutung, Herr Nachbar. Die gilt auch hier. So, wie sie bei Z. und anderen Verirrten auch ihre Anwendung finden muss. Doch davon wollen solche Flachdenker nichts wissen. Die Rechte im Rechtsstaat sollen nur für wahre Deutsche gelten. Immerhin Z. versucht ihre Verteidiger los zu werden. Vielleicht, weil sie selbst meint, dass sie unschuldig sei. Vielleicht, weil sie irgendwo her den Rat bekommen haben könnte, dadurch das Verfahren in dei Länge ziehen zu können. Vor dem Gesetz sind allerdings alle Menschen gleich. Oder sind sie nur deshalb anders zu behandeln, weil ihnen vorgeworfen wird, sie seien an Morden aus niederen Beweggründen, nämlich Rassenhass oder Hass gegen den Staat, völlig anders einzuordnen?

Als in den 1970er Jahren die Baader - Meinhof - Bande ihr Unwesen trieb, war die Stimmung in Westdeutschland aufgeheizt. Alle so genannten " Linken " wurden an den Pranger gestellt.
40 Jahre später kräht kein Hahn nach Z. und Konsorten. Dabei soll die Presse, sollen die Medien, doch allesamt " linksversifft " sein. Doch da rührt sich nichts. Keine Hetze gegen Rechte, gegen jene Mitläufer und geistigen Brandstifter, die Mundlos, Böhnhardt und Z. ihre Verbrechen erst ermöglichten. Dafür gibt es vom Staat, der ja nur von Linken, von Kommunisten, von Gutmenschen beherrscht sein soll, nun sogar vier Verteidiger. Auch Staatskosten, versteht sich!

Das Pack, was sich jetzt gegen Asylbewerber erhebt, was  gegen Menschen hetzt, die sich für Flüchtlinge einsetzen, sollte sich fragen, warum dieser " linksversiffte " Staat und seine angeblich " linken " Repräsentanten, einer vermeintlichen Mörderin soviel Gnade zuteil werden lässt. Warum stellt dieser Staat die angeklagte Z. nicht gleich an die Wand? So, wie es die braunen Schwachköpfe fordern? Todesstrafe für Rechte? Davon habe ich bislang nichts gelesen. Auf diesen Seiten im Netz, die voller Hass, Menschenverachtung und geistigen Dünnschiss sind, der zudem in den aller letzten Etagen der Grammatik abgelassen wird.

Danke, Herr Nachbar, für den geistigen Beistand bei der Beantwortung der Frage, ob ich als Halbpole auch zu dem " Drecksvolk " gehöre, das angeblich nur klaut und nicht arbeitet. Wenn es darauf an kommt, bin ich eher Pole als Deutscher. Darauf bin ich stolz. So, wie du Flachpfeife es bist, als Deutscher deutsch zu sein und deine blöden Sprüche bei Facebook ablässt.

Z. ist überall. Auch in den Spatzenhirnen der Spießer, die für sich sämtliche Rechte einfordern, aber andere Menschen rechtlos stellen wollen. Der Rechtsstaat hat auch für diese Verwirrten die gleichen Rechte vorgesehen, auch dann, wenn sie ihm mit Todesverachtung entgegentreten. Z. und ihre vier Verteidiger werden in die Geschichte dieses Landes eingehen als Beispiel dafür, das Recht nichts mehr mit brauner Ideologie zu tun hat.

Mittwoch, 22. Juli 2015

5. Blues Festival in Split



SPLIT BLUES FESTIVAL 2015

Baner_SBF2015


Wenn der Sommer naht, kommt die Musik in die vielen Städte. Zumeist wird sie dann auf freien Flächen gespielt. So auch seit 2011 in der kroatischen Stadt Split.
Hier findet ein Stelldichein bekannter und weniger bekannter Bluesmusiker statt.
Die Veranstalter hatten auch für 2015 einige Bluesbands geladen.

Am vergangenen Wochenende traten dort auf:

Zamba

Go Lilly

Trio Brodarici

Borna Sercar´s Jazziana Croatica

In Roots

Rolin Humes


Es handelt sind samt und sonders um kroatische Gruppen. Für einen Blues - Fan ist dieses kein Manko, denn es geht hauptsächlich nicht um den Namen und den Bekanntheitsgrad der Formation oder des Interpreten, sondern um die Musik.

Bei tropischen Temperaturen um über 35 ° Celsius konnte der Besucher nicht nur ordentlich schwitzen, sondern zudem Bluesmusik von hoher Qualität hören.

http://splitbluesfestival.com/

Das Festival in der zweitgrößten Stadt Kroatiens ist inzwischen zu einer festen Größe geworden. In dem Zeitraum von Mitte Juni bis Mitte Juli treffen sich all jährlich die Blues - Fans.
Damit zeigt auch das eher kleine Land im Südosten Europas, dass diese Musikrichtung nicht nur in den USA, England oder den Niederlanden beliebt ist.

" Waveform " und " Remember The Rain " aus ihrem Auftritt in Split 2012:





Von  dem 2011er Konzert der Brodarici _ Blues - Familie, eine Cover - Version des Jimi Hendrix - Titels " Red House ". Da sage noch einer, der gute Jimi lebt nicht mehr!



Dienstag, 21. Juli 2015

" Liliental ein Projekt von Dieter Moebius.



Als gestern Abend bei gefühlten 25 ° Celsius mich  von der Enkelbetreuung geschafft auf der Terrasse in den Musikkanälen von youtube ein wenig umsah, kamen mir einige Kraurock - Bands der frühen 1970er Jahre wieder in den Sinn. " Guru Guru ",  Ash Ra Tempel " " Popul Vuh ", " Neu ", Embryo " oder auch " Tangerine Dream " geisterten mir durch den Kopf, als ich die Seiten herunter scrollte.
Es ist ja erst einige Monate her, da starb der Kopf der Elektronik - Gruppe " Tangerine Dream ", Edgar Froese im Alter von 70 Jahren in Wien.

Knapp ein halbes Jahr später ist Dieter Moebius, der sich ebenfalls der Elektronischen Musik hin gezogen fühlte, im Alter von 71 Jahren verstorben.  Dieter Moebius zählte zu den Mitglieder der westdeutschen Bands Kluster ( später Cluster ) und Harmonia. Zusätzlich war der Musiker aber in einer Reihe weiterer Projekte mit Musikern, wie Brian Eno, Conny Plank, Michael Rother und Mani Neumeier involviert.

Ein weiteres, musikalisches Experiment war die Formation " Liliental ".
In dieser Band spielten 1976 mit folgende Musiker:



Dieter MoebiusARP, Gitarre, Percussion
Asmus TietchensMoog, Piano
Okko BeckerARP, Keyboards, Percussion, Vocals, Singende Säge, Gitarre
Conny PlankARP, Gitarre, Vocals
Johannes PappertSax, Schlagzeug, Bass, Flöte
Helmut HattlerBass


 http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?albumId=7779&content=review


Wer glaubt, es handelte sich dabei um eine zusammen gewürfelten Haufen, experimentierfreudiger Elektronik - Musiker, der irrt. Die beiden Mitspieler Johannes Pappert und Helmut Hattler waren seinerzeit fest bei der Jazz - Rock - Band " Kraan " eingebunden. Okko Becker und Asmus Tietchens zählten zu der einstigen Hamburger Jazz - Szene und verlegten sich dort auf Psychedelic Jazz. Conny Plank fungierte längst als Produzent von Krautrock Gruppen, die ihre Alben in seinem technisch hoch gerüsteten Studio aufnahmen.
Die LP wurde dann zwei jahre später, nämlich 1978 unter dem " Brian " Label veröffentlicht und enthält diese Stücke:

 01. Stresemannstrasse 6:09
 02. Adel 4:49
 03. Wattwurm 4:15
 04. Vielharmonie 7:39
 05. Gebremster Schaum 8:38
 06. Nachsaison 3:00


Das Moebius´sche Experiment " Liliental " blieb ein solches. Es gab keine Neuauflage, weshalb die einstige Vinyl - Scheibe unter Insidern für viele Jahre als Rarität gehandelt wurde.
Nun, auch die bundesdeutsche Rockszene hatte ihre Eigenarten.
Als Nachruf zum Tod von Dieter Moebius:
" Liliental " mit " Nachsaison ":






Mittwoch, 15. Juli 2015

Udo Lindenberg in Berlin: Von " Mordsee " über " Highway To Hell " bis " Das Leben " ihn in den " Udo " - Kosmos bringt.



Eigentlich sehe ich Musik - Großveranstaltungen eher mit einer gehörigen Portion Skepsis entgegen. Im gesetztderen Alter lässt sich ein Rock - Fan vielleicht doch nicht so ohne weiteres aus den trauten Vier Wänden locken. Doch gerade hier könnte ein fataler Denkfehler begründet sein. Was hat das Alter mit Musik zu tun? Oft wenig, zumeist viel.

Das gilt nicht für den Deutsch - Rocker Udo Lindenberg. Er ist mit seinen 69 Jahren eigentlich nicht richtig alt geworden. Das kann ein seinem eigenen Lebensanspruch liegen, der ihn dazu gebracht hat, es nach 46 Bühnen - und Künstlerjahren erneut mit dem Hyper - Stress einer Stadion - Tournee aufzunehmen. Alle Achtung! Da hätten bereits wesentlich jüngere Kollegen schlapp gemacht.

Nicht so " Uns Udo ".  Er stellt sich dieser Herausforderung und startete seine Auftrittsreihe am 14. Juli 2015 im riesigen Berliner Olympiastadion. Eine Mammutaufgabe? Ja, schon.

Wir hatten zwei - nicht ganz billige - Eintrittskarten geschenkt bekommen. Dem Umstand geschuldet, dass die älteren Semester doch nicht mehr so ganz standfest sein könnten, legte unsere Tochter eben jene zwei Tickets für die Haupttribüne in den Umschlag und - als wären wir damit nicht schon genug beglückt, es gab eine Übernachtung im oberpreisigen Hotel " Louisa´s Place " in Berlin Charlottenburg nebst einer Flasche Champus dazu.

" Udo " - Herz, was willsté mehr?

Nach einem kurzen Hotel - Aufenthalt fuhren wir per U - und S  - Bahn zum imposanten Betonkessel, das das Olympiastadion heißt. Hier spielt eigentlich die Hertha, da findet das DFB - Pokalenspiel regelmäßig statt, heute aber spielt dort der gebürtige Gronauer und Wahl - Hamburg - Berliner Udo Lindenberg auf.

Die Massen strömen aus den Sonderzügen auf das Olympiagelände. Es ist noch ein wenig Zeit, um eine obligatorische Bratwurst zu sich zu nehmen. 4 Euro pro Stück. Ein Berliner frozzelt in der typischen, auf den Punkt bringenden Mundart: " Ditte sind wohl heute allet Einheitspreise, wa? Allet 4 Euro. Die Wurscht, de Bulette, dar Bier. Na, jut, nehm´ick eben ´ne Wurscht. "

Meine bessere Hälfte grinst mich breit an. Sie kennt ja noch aus den DDR - Zeiten die Berliner. Immer für einen witzigen Kommentar gut, die meisten nie abgehoben oder arrogant und dazu auskunftsfreudig.

Das war nämlich erforderlich, um zu unserem Sitzplatz zu gelangen. Rund um den Stadionkessel wimmelte es, wie in einem Ameisenhaufen. Von überall wuselten die " Udo " - Fans umher. Ich fragte mich bei dem sehr, sehr freundlichen Security - Personal durch. Dann hatten wir unsere heiß ersehnten Plätze gefunden. Die Arena in Berlin ist nun mal groß. Größer, als das Dresdner Stadion und mein geliebtes Weser Stadion in Bremen. Während wir die Treppen aufstiegen, sah ich  nach unten, auf die gewaltige Bühne. Bülent Ceylan sang und rockte dort. Ein klasse Typ, der auch eine Mannheimer  " Kodderschnauze " hat, aber dabei nie beleidigend herüber kommt. Ich denke noch an eine seiner RTL - Shows, als er eine giftige Parodie auf das christliche Weihnachtsfest abließ. " Komm´Türk´, hol´de Baum!" Mir kamen damals die Tränen vor Lachen.

Bülent zeigt derweil klaren Kurs gegen ausländerfeindliche Hetze, gegen Diskriminierung und rassistisch motivierte Gewalt in unserem Lande. Ich werde ein wenig kleinlaut, weil wir ja aus Dresden angereist sind. Dort herkommend, wo Flachdenker und geistige Amöben gegen Flüchtlinge pöbeln und deren Notunterkünfte zerstören, weil diese Gipsköpfe meinen, die zugeteilten Asylbewerber seien nur " Schein - Asylanten ", nur " Wirtschaftsfluechtlinge " ( so wie die Millionärsbagage in der Schweiz oder auch in Österreich ). Dann vernehme aus den Gesprächen ringsherum, dass auch sächsische " Udo "ianer im Stadion sind. Erleichtert diskutieren meine bessere Hälfte und ich, was er wohl heute Abend singen wird?

Derweilen verabschiedet sich Bülent auf der Bühne. " Udo kommt erst um Acht. Wir haben nur Viertel vor auf die Karten geschrieben, damit Ihr alle pünktlich seid. " Schallendes Gelächter und ein kräftiger Applaus wird ihm dafür entgegen gebracht. Es ertönt klassische Musik. Vielleicht 10 Minuten lang, dann wird der großer Bühnenvorhang aufgezogen. Auf der Leinwand erscheint blaues Wasser, er dröhnt, zischt und donnert gewaltig. Dann knallt ein knackiger Bass los. Es folgt ein Schlagzeugeinsatz, dessen Intensität sicherlich noch in Berlin - Charlottenburg zu hören war. Weitere Instrumente kredenzen ein fetzigen, markanten Grundrhythmus. Udo kommt mittels Drahtseillift auf die Bühne. Die 50.000 bis 60.000 Tausend johlen, pfeifen und klatschen. Nachdem er festen Boden unter den Füssen hat röhrt Udo los: " Nordsee ist Mordsee ". Aus dem gleichnamigen Film des Hamburgers Hark Bohm, der 1976 zum Teil wegen angeblicher Verstösse gegen das Jugendschutzgesetz nicht gezeigt wurde. Das Udo´sche Panikorchester, seine seit vielen Jahren fest stehende Band, rockt weiter. Und dieses, in einem glasklaren, brillanten Sound, der mir mein schon nicht mehr ganz so junges Pumporgan schneller schlagen lässt.

Das ist knackiger Deutschrock vom Allerfeinsten und mit einer Technik in das gigantische Rund transportiert, der das für mich bisher Erlebte in den Schatten stellt. Ich habe einst viele von ihnen live gesehen. Manche Auftritte waren eher mau, mäßig oder müde. Andere wiederum laut, verzerrt, völlig übersteuert. Nichts von dem, bei " Uns Udo ".

Nach einer Weile wird Udo politisch. Er geißelt den Ausländerhass, der wieder neue Nahrung zu bekommen scheint, Nicht so in Berlin, der weltoffenen Bundeshauptstadt. So aber - und das erwähnt er ausdrücklich - im sächsischen Freital. Ich ducke mich leicht weg. Nein, damit habe ich nichts zu tun. Ich bekämpfe diese rassistischen Strömungen in Sachsen, dem schwarzen CDU - Bundesland.

Udo fährt in seinem Programm fort. Seine Balladen werden eingesprenkelt. Dann treten einige Gastmusiker auf. John Delay, Eric Burdon, der ergreiste Blueser aus den 1960er und 1970er Jahren. Otto Waalkes, mit dem er " Highway To Hell " singt. Otto, der  einst WG - Mitbewohnern in Hamburg war. Ein Weggefährte von damals, als Udo die ersten Alben einspielte.

Es folgen weiter Acts. Die Show ist präzise abgestimmt. Eine mehr als dreistündiges Konzert mit eine Vielzahl von Höhepunkten und diversen Künstlern, die dem Publikum im Olympia Stadion gezeigt wird. Der Wettergott meinte es mit Udo gut. Kein Gewitter, kein Platzregen, keine klitschnassen Füße der Akteure und Fans.

Nachdem Udo eine Menge aus seinen mehr als 4 Dutzend Alben und der 44jährigen Schaffenszeit dem begeisterten Publikum angeboten hatte, entschwebte er in einer Weltraumkapsel in den dunklen Berliner Nachthimmel über dem Olympiastadion. Udo Lindenberg, das Stehaufmännchen, Udo, der Künstler, Udo, der Wahl - Hamburger, der in seinem Leben bislang immer klare Kante zeigte. Gegen Intoleranz, gegen Hass, gegen Neo - Faschisten.
Deshalb mögen sie ihn - nicht nur, aber vor allem auch - in Berlin.

Udo, der Poet, der sein eigenes - häufig mit Umwegen - versehenes Leben längst in seiner auch schon 7 Jahre alten Scheibe " Stark, wie zwei " zum Nachdenken und genauen Hinhören einspielte, er fetzte auf der Berliner Bühne als Deutsch - Rock - Veteran mit seiner exzellenten Band, den vielen anderen Künstlern und Helfern richtig los.

Mensch - Udo, so, wie ich ihn - spät in den frühen 1990ern -, aber niemals zu spät auf vielen Alben kennen gelernt habe. Der altersweise Udo Lindenberg, der von dem Leben und seinem Leben singt.


Wir waren zwei hammerkrasse Typen 
zwei wie's die nur einmal gab 
früher waren wir doch unsterblich 
heut' stehst du mit einem Bein im Grab 
die Welt da draußen macht dich fertig 
und du sagst, du hast genug 
Ey Amigo, guck nach vorn 
denk an unsern alten Spruch: 

Nimm dir das Leben 
und lass es nicht mehr los 
denn alles was du hast 
ist dieses eine blos 
Nimm dir das Leben 
und gib's nie wieder her 
denn wenn man es mal braucht 
dann findet man's so schwer 

Wir sind doch keine Automaten 
wir sind ein Wunder - du und ich 
lass die andern weiterhetzen, weiterhetzen - wir nich' 
wir streunen locker durch die Gegend 
mal sehn wohin es uns so bringt 
und mit whiskeyrauer Stimme 
Ey hör' mal, was dein Freund dir singt: 

Nimm dir das Leben 
und lass es nicht mehr los 
denn alles was du hast 
ist dieses eine blos 
Nimm dir das Leben 
und gib's nie wieder her 
denn wenn man es mal braucht 
dann findet man's so schwer 

Wo is' deine Power hin 
wo ist sie geblieben 
wo is' deine Power hin 
bis zum letzten Atemzug 

Nimm dir das Leben 
und lass es nicht mehr los 
greif's dir mit beiden Händen 
mach's wieder stark und groß 
Nimm dir das Leben 
und gib's nie wieder her 
denn wenn man es mal braucht 
dann findet man's so schwer

Ein junger Redakteur des " SPIEGEL " behauptete einst, als Udo in seiner schwierigeren Zeit mal wieder neben sich stand: " Udo Lindenberg verkörpert das alte Deutschland. So spricht kein Mensch mehr. "

Ach, ja. Dann bin ich auch das Alte Deutschland? Ab und zu spreche ich nämlich auch so. Ich ziehe eine Second Hand - Lederjacke an, Jeans und Turnschuhe. Nö, ich bin nicht gestorben, wenn auch alt und dieses Beides schließt sich dann doch nicht aus. Siehe Udo, den " Panik - Rocker " aus Gronau, der Zehntausende junge und alte Berliner zum Mitsingen brachte.

Wer schafft das schon? Nicht mal die " Rolling Stones " und Helene Fischer auch nicht.



https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Lindenberg

http://www.udo-lindenberg.de/endlich_wieder_panik_udo_lindenberg_rockt_berlin.146297.htm


Udo Lindenberg in Berlin: Von " Mordsee " über " Highway To Hell " bis " Das Leben " ihn in den " Udo " - Kosmos bringt.



Eigentlich sehe ich Musik - Großveranstaltungen eher mit einer gehörigen Portion Skepsis entgegen. Im gesetzteren Alter lässt sich ein Rock - Fan vielleicht doch nicht so ohne weiteres aus den trauten Vier Wänden locken. Doch gerade hier könnte ein fataler Denkfehler begründet sein. Was hat das Alter mit Musik zu tun? Oft wenig, zumeist viel.

Das gilt nicht für den Deutsch - Rocker Udo Lindenberg. Er ist mit seinen 69 Jahren eigentlich nicht richtig alt geworden. Das kann ein seinem eigenen Lebensanspruch liegen, der ihn dazu gebracht hat, es nach 46 Bühnen - und Künstlerjahren erneut mit dem Hyper - Stress einer Stadion - Tournee aufzunehmen. Alle Achtung! Da hätten bereits wesentlich jüngere Kollegen schlapp gemacht.

Nicht so " Uns Udo ".  Er stellt sich dieser Herausforderung und startete seine Auftrittsreihe am 14. Juli 2015 im riesigen Berliner Olympiastadion. Eine Mammutaufgabe? Ja, schon.

Wir hatten zwei - nicht ganz billige - Eintrittskarten geschenkt bekommen. Dem Umstand geschuldet, dass die älteren Semester doch nicht mehr so ganz standfest sein könnten, legte unsere Tochter eben jene zwei Tickets für die Haupttribüne in den Umschlag und - als wären wir damit nicht schon genug beglückt, es gab eine Übernachtung im oberpreisgen Hotel " Louisa´s Place " in Berlin Charlottenburg nebst einer Flasche Champus dazu.

" Udo " - Herz, was willsté mehr?

Nach einem kurzen Hotel - Aufenthalt fuhren wir per U - und S  - Bahn zum imposanten Betonkessel, das das Olympiastadion heißt. Hier spielt eigentlich die Hertha, da findet das DFB - Pokalenspiel regelmäßig statt, heute aber spielt dort der gebürtige Gronauer und Wahl - Hamburg - Berliner Udo Lindenberg auf.

Die Massen strömen aus den Sonderzügen auf das Olympiagelände. Es ist noch ein wenig Zeit, um eine obligatorische Bratwurst zu sich zu nehmen. 4 Euro pro Stück. Ein Berliner frozzelt in der typischen, auf den Punkt bringenden Mundart: " Ditte sind wohl heute allet Einheitspreise, wa? Allet 4 Euro. Die Wurscht, de Bulette, dar Bier. Na, jut, nehm´ick eben ´ne Wurscht. "

Meine bessere Hälfte grinst mich breit an. Sie kennt ja noch aus den DDR - Zeiten die Berliner. Immer für einen witzigen Kommentar gut, die meisten nie abgehoben oder arrogant und dazu auskunftsfreudig.

Das war nämlich erforderlich, um zu unserem Sitzplatz zu gelangen. Rund um den Stadionkessel wimmelte es, wie in einem Ameisenhaufen. Von überall wuselten die " Udo " - Fans umher. Ich fragte mich bei dem sehr, sehr freundlichen Security - Personal durch. Dann hatten wir unsere heiß ersehnten Plätze gefunden. Die Arena in Berlin ist nun mal groß. Größer, als das Dresdner Stadion und mein geliebtes Weser Stadion in Bremen. Während wir die Treppen aufstiegen, sah ich nacht unten, auf die gewaltige Bühne. Bülent Ceylan sang und rockte dort. Ein klasse Typ, der auch eine Mannheimer " Kodderschnauze " hat, aber dabei nie beleidigend herüber kommt. Ich denke noch an eine seiner RTL - Shows, als er eine giftige Parodie auf das christliche Weihnachtsfest abließ. " Komm´Türk´, hol´de Baum!" Mir kamen damals die Tränen vor Lachen.

Bülent zeigt derweil klaren Kurs gegen ausländerfeindliche Hetze, gegen Diskriminierung und rassistisch motivierte Gewalt in unserem Lande. Ich werde ein wenig kleinlaut, weil wir ja aus Dresden angereist sind. Dort herkommend, wo Flachdenker und geistige Amöben gegen Flüchtlinge pöbeln und deren Notunterkünfte zerstören, weil diese Gipsköpfe meinen, die zugeteilten Asylbewerber seien nur " Schein - Asylanten ", nur " Wirtschfatsflüchtlinge " ( so wie die Millionärsbagage in der Schweiz oder auch in Österreich ). Dann vernehme aus den Gesprächen ringsherum, dass auch sächsische " Udo "ianer im Stadion sind. Erleichter diskutieren meine bessere Hälfte und ich, was er wohl heute Abend singen wird?

Derweilen verabschiedet sich Bülent auf der Bühne. " Udo kommt erst um Acht. Wir haben nur Viertel vor auf die Karten geschrieben, damit Ihr alle pünktlich seid. " Schallendes Gelächter und ein kräftiger Applaus wird ihm dafür entgegen gebracht. Es ertönt klassische Musik. Vielleicht 10 Minuten lang, dann wird der großer Bühnenvorhang aufgezogen. Auf der Leinwand erscheint blaues Wasser, er dröhnt, zischt und donnert gewaltig. Dann knallt ein knackiger Basse los. Es folgt ein Schlagzeugeinsatz, dessen Intensität sicherlich noch in Berlin - Charlottenburg zu hören war. Weitere Instrumente kredenzen ein fetzigen, markanten Grundrhythmus. Udo kommt mittels Drahtseillift auf die Bühne. Die 50.000 bis 60.000 Tausend johlen, pfeifen und klatschen. Nachdem er festen Boden unter den Füssen hat röhrt Udo los: " Nordsee ist Mordsee ". Aus dem gleichnamigen Film des Hamburgers Hark Bohm, der 1976 zum Teil wegen angeblicher Verstösse gegen das Jugendschutzgesetz nicht gezeigt wurde. Das Udo´sche Panilorchster, seine seit vielen Jahren fest stehende Band, rockt weiter. Und dieses, in einem glasklaren, brillanten Sound, der mir mein schon nicht mehr ganz so junges Pumporgan schneller schlagen lässt.

Das ist knackiger Deutschrock vom Allerfeinsten und mit einer Technik in das gigantische Rund transportiert, der das für mich bisher Erlebte in den Schatten stellt. Ich habe einst viele von ihnen live gesehen. Manche Auftritte waren eher mau, mäßig oder müde. Andere wiederum laut, verzerrt, völlig übersteuert. Nichts von dem, bei " Uns Udo ".

Nach einer Weile wird Udo politisch. Er geißelt den Ausländerhass, der wieder neue Nahrung zu bekommen scheint, Nicht so in Berlin, der weltoffenen Bundeshauptstadt. So aber - und das erwähnt er ausdrücklich - im sächsischen Freital. Ich ducke mich leicht weg. Nein, damit habe ich nichts zu tun. Ich bekämpfe diese rassistischen Strömungen in Sachsen, dem schwarzen CDU - Bundesland.

Udo fährt in seinem Programm fort. Seine Balladen werden eingesprenkelt. Dann treten einige Gastmusiker auf. John Delay, Eric Burdon, der ergreiste Blueser aus den 1960er und 1970er Jahren. Otto Waalkes, mit dem er " Highway To Hell " singt. Otto, der  einst WG - Mitbewohnern in Hamburg war. Ein Weggefährte von damals, als Udo die ersten Alben einspielte.

Es folgen weiter Acts. Die Show ist präzise abgestimmt. Eine mehr als dreistündiges Konzert mit eine Vielzahl von Höhepunkten und diversen Künstlern, die dem Publikum im Olympia Stadion gezeigt wird. Der Wettergott meinte es mit Udo gut. Kein Gewitter, kein Platzregen, keine klitschnassen Füsse der Akteure und Fans.

Nachdem Udo eine Menge aus seinen mehr als 4 Dutzend Alben und der 44jährigen Schaffenszeit dem begeisterten Publikum angeboten hatte, entschwebte er in einer Weltraumkapsel in den dunklen Berliner Nachthimmel über dem Olympiastadion. Udo Lindenberg, das Stehaufmännchen, Udo, der Künstler, Udo, der Wahl - Hamburger, der in seinem Leben bislang immer klare Kante zeigte. Gegen Intoleranz, gegen Hass, gegen Neo - Faschisten.
Deshalb mögen sie ihn - nicht nur, aber vor allem auch - in Berlin.

Udo, der Poet, der sein eigenes - häufig mit Umwegen - versehenes Leben längst in seiner auch schon 7 Jahre alten Scheibe " Stark, wie zwei " zum Nachdenken und genauen Hinhören einspielte, er fetzte auf der Berliner Bühne als Deutsch - Rock - Veteran mit seiner exzellenten Band, den vielen anderen Künstlern und Helfern richtig los.

Mensch - Udo, so, wie ich ihn - spät in den frühen 1990ern -, aber niemals zu spät auf vielen Alben kennen gelernt habe. Der altersweise Udo Lindenberg, der von dem Leben und seinem Leben singt.


Wir waren zwei hammerkrasse Typen 
zwei wie's die nur einmal gab 
früher waren wir doch unsterblich 
heut' stehst du mit einem Bein im Grab 
die Welt da draußen macht dich fertig 
und du sagst, du hast genug 
Ey Amigo, guck nach vorn 
denk an unsern alten Spruch: 

Nimm dir das Leben 
und lass es nicht mehr los 
denn alles was du hast 
ist dieses eine blos 
Nimm dir das Leben 
und gib's nie wieder her 
denn wenn man es mal braucht 
dann findet man's so schwer 

Wir sind doch keine Automaten 
wir sind ein Wunder - du und ich 
lass die andern weiterhetzen, weiterhetzen - wir nich' 
wir streunen locker durch die Gegend 
mal sehn wohin es uns so bringt 
und mit whiskeyrauer Stimme 
Ey hör' mal, was dein Freund dir singt: 

Nimm dir das Leben 
und lass es nicht mehr los 
denn alles was du hast 
ist dieses eine blos 
Nimm dir das Leben 
und gib's nie wieder her 
denn wenn man es mal braucht 
dann findet man's so schwer 

Wo is' deine Power hin 
wo ist sie geblieben 
wo is' deine Power hin 
bis zum letzten Atemzug 

Nimm dir das Leben 
und lass es nicht mehr los 
greif's dir mit beiden Händen 
mach's wieder stark und groß 
Nimm dir das Leben 
und gib's nie wieder her 
denn wenn man es mal braucht 
dann findet man's so schwer

Ein junger Redakteur des " SPIEGEL " behauptete einst, als Udo in seiner schwierigeren Zeit mal wieder neben sich stand: " Udo Lindenberg verkörpert das alte Deutschland. So spricht kein Mensch mehr. "

Ach, ja. Dann bin ich auch das Alte Deutschland? Ab und zu spreche ich nämlich auch so. Ich ziehe eine Second Hand - Lederjacke an, Jeans und Turnschuhe. Nö, ich bin nicht gestorben, wenn auch alt und dieses Beides schließt sich dann doch nicht aus. Siehe Udo, den " Panik - Rocker " aus Gronau, der Zehntausende junge und alte Berliner zum Mitsingen brachte.

Wer schafft das schon? Nicht mal die " Rolling Stones " und Helene Fischer auch nicht.



https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Lindenberg

http://www.udo-lindenberg.de/endlich_wieder_panik_udo_lindenberg_rockt_berlin.146297.htm


Montag, 13. Juli 2015

Stille Tage in Dresden



Die Sommerferien haben begonnen. Die drei mitteldeutschen Bundesländer haben nun mit den Nordrhein - Westfalen gleich gezogen und dürfen sich sechs Wochen lang in den wohl verdienten Urlaub begeben. Endlich! Wie auf Kommando scheinen viele Dresdner den Ferienbeginn zum Anlass genommen zu haben, um der Stadt den Rücken zu kehren. Die Straßen sind leerer geworden. Es sind sogar Parkplätze zu finden. Und auch die lieben Nachbarn, die sonst ab 06.00 Uhr morgens in der 30er - Zone mit mindestens der doppelt so hohen Geschwindigkeit die enge, einstreifige Straße herunter rasen, sind nicht mehr zu sehen und zu hören. Welch Ruhe!

So könnte es immer sein. Keine Raser, keine Drängler, keine belegten Parkplätze. Doch spätestens in drei Wochen wird es langsam wieder voller. Ab der vorletzten Augustwoche ist es dann wieder vorbei mit der Ruhe. Dann sind sie alle wieder da, die Dresdner, die vielen Pendler und die Urlauber. Auch jene, die sich jetzt in den eigenen Vier Wänden verstecken, damit sie draußen nicht gesehen werden, weil sie ja eigentlich im Urlaub sein sollten. Irgendwo in Spanien, in Kroatien oder an der beliebten Ostsee ( auch wenn das Wetter dort nicht so toll ist ).

Dann wird wieder demonstriert. Gegen die Islamisierung der Stadt, gegen die Asylbewerber, die ja eigentlich allesamt " Asylbetrüger " sind, gegen die " linksversiffte " Presse, gegen alle Dinge und Menschen, die nicht der Meinung sind, dass wir eigentlich längst wieder einen " Führer " brauchen. So einen, wie Bachmann, der uns zeigt, wo es lang geht. Seit dem aber die " linksversiffte " Presse, die gekauften Journalisten aus allen Medien in diesem, unserem Lande, nicht mehr exzessiv über " Pegida " ( " PEGIDA " ) berichten, ist es doch seltsam ruhig in dieser, unserer Stadt geworden. Gibt es die Patrioten - Idioten um Bachmann eigentlich noch? Oder sind sie jetzt in die Arme der Petry - AfD gelaufen? Vielleicht haben die Islamisten um die sächsische Landeshauptstadt ja - vor lauter Angst - einen großen Bogen gemacht? Weshalb uns keine " Hassprediger " in der Frauenkirche mehr drohen, kein Muezzin von der Yenidze ruft und keine Mutawwi in den Dresdner Straßen die strikte Einhaltung der Scharia kontrolliert.

Also ist dieser Kelch an Dresden noch einmal vorüber gegangen. Doch es dräut weiteres Ungemach. Rund um die Peripherie der Metropole brodelt es gewaltig. In Freital beispielsweise sind die Wutbürger los gelassen. Innenminister Ulbig von den Schwarzen wurde von dem eigenen Wahlvolk nieder gebrüllt. Einer Landrätin riss der Mob das Mikro aus der Hand und verbot dieser in einer angeblichen " Bürgerversammlung " ihre Argumente für die eingerichtete Asyl - Gemeinschaftsunterkunft in einem zuvor Pleite gegangenen Hotel vortragen zu dürfen. Das ist wahre Demokratie. Da zeigt sich die tatsächliche Gesinnung dieser Freitaler Bürger.

Auch in Meißen. Einer Hochburg rechtsradikalen und nationalistischen Gedankenguts, legten Schwachköpfe einen Brand in einer bezugsfertigen Gemeinschaftsunterkunft für nach dort zugeteilte Flüchtlinge. Der rechte Pöbel applaudierte und hieß die Tat im Netz noch für gut.

Nun sind Ferien in Sachsen. Ruhige Tage in Dresden, Meißen und Freital. Die braune Mob, der wahre sächsisch - alemannische Staatsbürger fährt, fliegt oder frönt in den Urlaub. das ist gut so. Dann könnte er ja auf andere Gedanken kommen und seine regenerierten Körperkräfte danach für sinnvollere Tätigkeiten nutzen. So, wie zum Beispiel Lesen lernen, Zuhören können und Ausreden lassen. Daran hapert es nämlich. Aber nicht nur bei den Krakeelern und Schmierfinken in Sachsen.

Ich genieße die Sommerferien, weil es dann immer so schön ruhig ist - in Dresden. Stille Tage eben.

Sonntag, 12. Juli 2015

B.B. King - Live At The Regal: Ein einmaliges Stück Blues - Geschichte als Geburtstagsgeschenk.




Als der farbige Blues - Musiker B.B. King vor knapp 2 Monaten im Alter von 89 Jahren verstarb, war die genormten Trauer in den internationalen Medien eher gedämpft. Auch hier zu Lande hielt sich das sonsts aufgeblasene Getue um den Tod eines prominenten Menschen eher in Grenzen. Allenfalls in den Spartensender der ÖRs gab es da und dort einen Beitrag zu dem, am 16. September 1925 in Berclair / Mississippi geborenen Riley B. King und sein Wirken als Musiker.

Blues ist eben nur etwas für eine Minorität in der Musikgemeinde. Und Bluesmusik von einem Farbigen, also jener Menschengruppe, die diesen Stil kreiert hat, kommt denn eher bei noch weniger Leuten an.

Doch die urwüchsige Musik aus den Tiefen des US - amerikanischen Südens, aus Alabama, Tennessee oder Mississippi, aus South Carolina, Louisiana, Alabam oder Teilen Texas, Floridas oder North Carolinas, sie ist verwurzelt mit den einstigen und größtenteils noch heutigen Lebensbedingungen der farbigen Bürger dort.

B.B. King gab in seinen Interpretationen dieses Lebensgefühl wieder. Er klagte dabei nicht selten, aber nicht ständig an, sondern sah seine Musik als Medium zur Völkerverständigung.
Später, als er längst in das musikalische Walhalla der Musik - Größen aufgestiegen war, als er eine Art Musik - Institution war, spielten unzählige andere Interpreten jenes Genre mit ihm. B.B. King kannte dabei keinerlei Berührungsängste. Ob es nun junge, ältere oder gleich alte Künstler waren, er fand zu ihnen, um mit ihnen zu spielen.

Aus den frühen Jahren seiner Karriere stammt ein Live - Mitschnitt eines Auftritts im Regal Theater des Chicagoer Stadtteils Southside. Am 21. November 1964 spielte B.B. King dort mit:


  

eine LP ein, die dann 1965 veröffentlicht und 1997 als CD angeboten wurde. Auf dem Tonträger finden sich diese Titel:


  1. Everyday I Have the Blues (Peter Chatman, Memphis Slim) – 2:38
  2. Sweet Little Angel (Riley [„B. B.“] King, Jules Taub) – 4:12
  3. It’s My Own Fault (John Lee Hooker, King, Taub) – 3:29
  4. How Blue Can You Get? (Leonard Feather) – 3:44
  5. Please Love Me (King, Taub) – 3:01
  6. You Upset Me Baby (King, Taub) – 2:22
  7. Worry, Worry (Pluma Davis, Davis Plumber, Denyse Plummer, Taub) – 6:24
  8. Woke up This Morning (My Baby’s Gone) (King, Taub) – 1:45
  9. You Done Lost Your Good Thing Now (Joe Josea, King) – 4:16
  10. Help the Poor (Charlie Singleton) – 2:58


B.B. King, der das später von den Kritikern und Fans als besten Auftritt gefeierte Konzert, eher sachlich, nüchtern, einstufte und der Auffassung war, dass er bessere Veranstaltung gehabt habe, blieb denn - wie immer - sehr bescheidend und zurückhaltend.
Sicherlich lässt sich Blues in vielfältiger Form interpretier, doch mit den Instrumenten, wie Tenorsaxophon und Trompete geht jener Musikstil unter die Haut.

5 Dekaden später habe ich mir eine Neupressung jener CD in Ruhe wieder angehört und kam zu dem Ergebnis, dass es vielleicht einprägsamere Stücke des Meisters gibt, doch stilistisch betrachtet, sind jen veröffentlicht Titel ein Stück Zeitgeschichte des Bluesers. Damit bleibt er nicht nur unverkennbar, sondern für immer der Nachwelt erhalten.
Da für das " Regal " - Album von Sammlern und Blues - Fans bereits astronomische Preise entrichtet werden, war eine CD - Wiederveröffentlichung nur über den gigantischen US - Markt zu erhalten. Dem King of Blues zu Ehren, war auch dieser Umweg nicht so sehr mühevoll.


https://de.wikipedia.org/wiki/Live_at_the_Regal


Von dem " Regal " - Live - Album:

" How Blue Can You Get ":


Freitag, 10. Juli 2015

Katzen - Keile

Das Leben auf unserem Planeten folgt - in der Regel - in bestimmten Rhythmen. Es gibt den Tag, die Nacht, die Vier Jahreszeiten. Es gibt bestimmte Abläufe im menschlichen Leben. Es gibt diese aber auch bei anderen Lebewesen.

So gilt hier, wie dort: Fressen oder gefressen werden.

Irgendwo in diesen Abläufen existiert eine menschliche Eigenschaft, die sich Gefühlswelt nennt. Ein Mikrokosmos, der in jedem Menschen vorhanden sein sollte. Dazu wiederum zählt die Möglichkeit, einem anderen Menschen gegenüber Sympathie oder eine Antipathie entgegen bringen zu können.

Wer glaubt, jene Eigenschaft wäre nur uns Menschen gegeben, der irrt. Auch Tier können eine solche Fähigkeit entwickeln und zum Ausdruck bringen.

Natürlich auch Katzen.

Wenn zwei Katzen sich nicht mögen, fauchen, knurren oder kreischen sie sich an. Hilft dieses nicht, den Konkurrenten vom Hof zu jagen, können auch die Stubentiger die rohe Gewalt sprechen lassen.





Auch manche verbale Auseinandersetzung endet - wie bei uns Menschen auch - in einer handfetsen Prügelei.







Doch es gibt bei unseren geliebten Samtpfoten auch wahre Ästheten, die sich in einem Boxkampf üben und hier klären möchten, auf wessen Seite nun das Recht des Stärkeren steht.



In Wahrheit aber, lieben sie sich doch alle - Hauptsache es gibt Futter, Streicheleinheiten und ein warmes Zuhause. Dafür wird denn auch schon mal eine richtige Wrestling - Einlage gezeigt.



Und weil unsere geliebten Mitbewohner von Natur aus neugierig sind, gibt es " Dumm Tüch " gratis dazu.





Donnerstag, 9. Juli 2015

Der Hater im Netz, das unbekannte Wesen?



Der Spartensender Eins Festival hat als ÖR - Mitglied sich selbst den Anstrich eines Kanals für jüngere Menschen verpasst. So als intellektuelles Korrelat zu den ganzen Schweine - Programmen bei RTL, Sat1 oder Vox. Ab und zu kommt dieser Außenseiter auch dem Anspruch, einige kritische und gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen zu wollen, vollends nach. Ein solcher Bericht wurdee - auch zum wiederholten Male - im Eins Festival - Sommerprogramm ausgestrahlt. Unter dem Titel " Warum haten wir so viel im Netz ? ", machte sich unter der Federführung des Bayrischen Rundfunks ( BR  ) der Redakteur Michael Bartlewsiki auf, über eine Unart im World Wide Web zu recherchieren, die da Cyber - Mobbing heißt.  Bartlewski  vom BR  hat in seinem Beitrag anhand einiger beispielhafter Fälle versucht, den Auswüchsen des kriminellen Cyber - Mobbings ein wenig auf die Spur zu kommen.

Es werden in der Reportage einige Betroffene aus der vielköpfigen Gruppe der Gemobbten von Michael Bartlewski befragt. Darunter auch die einstige Aktivistin der Piratenpartei und heutige Autorin Julia Schramm, die sich selbst als Feministin sieht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Julia_Schramm


Ihr nur sehr kurzer Auftritt in der inzwischen in die Bedeutungslosigkeit abgeglittenen Piratenpartei hat u.a. ausgereicht, ein Opfer jener virtuellen Unart zu werden, die darauf hinaus läuft, einen anderen Menschen nieder zu machen. Schramm hat dieses auf vielfältige Weise erlebt. Pöbelnde Internet - Horden versuchten ihr via Twitter verbal zuzusetzen. Die Idee des BR - Mitarbeiters Bartlewski einen dieser vielen Maulhelden und Schmierfinken persönlich mit seinem kriminelle Tun zu konfrontieren,wird durch eine Fahrt in die österreichische Bundeshauptstadt Wien umgesetzt. Dort lebt einer dieser Cyber - Kriminellen. Als er über seinen Vater per Handy über den Besuch des Fernsehmitarbeiters informiert wird, gibt der Maulheld sich kleinlaut. Er wiegelt ab und behauptet schließlich, es gäbe ja auch andere anonym agierende Hasser, die ihren verbalen Dünnpfiff über Julia Schramm abließen. Das ist auch ein Argument, wenn auch kein griffiges.
Zum Schluss outet sich sein, eher einfach gestrickter Vater im herunter gekommenen Treppenhaus des alten Wiener Gebäudes, als Mitglied der FPO und Bezirksrat. Aha, daher weht der Wind also. Das Unfassbare ist jedoch, das der alte Knochen von dem rechtswidrigen Treiben seines Sprösslings weiß.

Der Apfel fällt tatsächlich nicht weit vom Stamm.

Ein anderer Hasser der Julia Schramm gibt vor, sie auf ihrer Lesung besuchen zu wollen und dieses mit einer Gasmaske. Schramm erkennt in diesem ebenfalls einen Maulhelden, der einfach nur Frust ablassen will. Doch unwohl ist es der Autorin schon dabei. Sie gibt offen und ehrlich zu, dass sie in anderen Fällen schon ein mulmiges Gefühl gehabt zu haben. Drohungen, übelste Beschimpfungen und blanker Hass ist für Personen, die ihre Meinung im Netz dartun, nicht nur an der Tagesordnung. Nicht selten kommt es auch zu Übergriffen. 

Vielleicht ist Julia Schramm da keine Ausnahme, doch die Art und Weise, wie sie mit diesen Großmäulern und aufgeblasenen Hanswürsten umgeht, imponiert schon. Sie stellt die wüsten Beschimpfungen und beleidigenden Posts auf eine eigens dafür eingerichtete Seite ins Netz. Dafür gebührt ihr durchaus Respekt. Eine couragierte Frau, die ihre politische Einstellung offensiv vertritt und vor keine Konfrontation dabei scheut.
Ihre einstige Irrfahrt über die FDP - Julis und die Piratenpartei kann als Jugendsünde bewertete werden. Auch ihr über den Bertelsmann - Verlag vertriebenes Buch mit dem Titel " Klick mich " ist dem durchaus legitimen Streben nach einem gesicherten Einkommen in einer Konsum orientierten Gesellschaft geschuldet.

Viele der Hater von Schramm mögen es ihr neiden, dass sie es bislang geschafft hat. Andererseits sollten jene Berufspöbler sich an ihren eigenen Zinken fassen und sich dabei fragen, warum sie bislang nur ein armseliger, anonym agierender Internet - Nutzer sind statt so eine, wie Schramm?      
Da droht der aktiven Feministin wieder Unbill, den sie könnte sich zusätzlich den Zorn der Habenichtse zuziehen. Der Hater, das unbekannte Wesen lauert überall und nirgends. 




" Was bleibt? ". Die wiederholte Wiederholung einer aufgedunsenen Familientragödie im Ersten.


Die Ferien in diversen Bundesländern beginnen und damit die über mindestens 8 Wochen sattsam bekannte Wiederholungsorgie in den beiden Hauptprogrammen der Öffentlich Rechtlichen. Der daheim geblieben Zwangsgebührenzahler fragt sich - wiederholt - warum er für Programme, die nur aus Archiv - Konserven bestehen, so viel Geld zu zahlen hat?

Da mutete ihm heute das Erste, also das ARD - Hauptprogramm, eine Familiengeschichte aus dem Jahr ( 2011? ) 2012  zu. Der Titel " Was bleibt " ( eigentlich gehört eine Fragezeichen dahinter, das sich der ÖR - Kanal aus Kostengründen spart, weil die Gebühren um einige Eurocent gesunken sind ).

Die lausige Storie spielt sich - wie nicht anders erwartet - auf höchstem, spieß - bürgerlichen Niveau ab. Ein in Berlin lebender junger Mann mit dem Namen Marko ( Lars Eidinger ) besucht auf Wunsch seiner Mutter Gitte ( brrrrh, Corinna Harfouch ) seine Familie, die irgendwo im Rhein - Sieg - Kreis ( Kfz - Kennzeichen " SU " ) lebt. Gitte, die zweifache Mutter und zweifache Großmutter, leidet seit Jahren unter Depressionen. Ihr Mann ( Ernst Stölzner ) war Verleger und hat seine bisherige, berufliche Existenz aufgegeben und den Verlag verkauft. Mit dem Geld richtet er seinem ältesten Sohn Jakob  ( Sebastian Zimmler )   eine Zahnarztpraxis ein, die allerdings schon bald vor der Pleite steht, weil ( nicht untypisch ) es dort keine Patienten hintreibt.

Papa Günter indes möchte sich nun endlich selbst verwirklichen, nachdem er seine beiden Söhne und die Enkel als versorgt sieht. Er will eine Buch über den Nahen Osten schreiben. Doch im Designer - Wohlfühl - Familienumfeld knirscht es im Gebälk. Die über Jahrzehnte anhaltende Ehe ist eher ein Scheinehe, so eine, wie sie die Ausländerbehörde regelmäßig aufspüren möchte, wenn sie die Wohnungen von gemischtnationalen Ehen durch stöbert. Günter betrachtet die Buchhändlerin Birge Schade seit vielen Jahren als wahre Lebenspartnerin. Auch dann noch, als Gitte ihm offenbart, dass sie ihre Depressionen ohne die Einnahme von Psychopharmaka in den Griff hat.

Das Ende dieser Geschichte naht schon bald. Das gesamte, auf heile Welt aufgebaute Wohlstandskonstrukt bricht auseinander. Nicht, weil Sohn 1 als Zahnklempner an den real existierenden Gegebenheiten unseres chaotischen Krankenkassensystems kläglich scheitert, wohl auch nicht, weil Sohn 2 mit seinem erwünschten Besuch aus der Welthauptstadt Berlin, das verlogene, verspießte Familienleben nach Schema F, wie eine Weihnachtsgans zerrupft, sondern eher, weil die schwer depressive Mutter, - sich  gutgläubiger Weise - einer homöopathischen Quacksalberin hin gibt, die ihr einredet, es ginge auch ohne die teuren Anti - Depressiva. Ein Irrglaube.

Der Abgang der degressiven Mutter ist bekannt. Er vollzieht sich im Wald. Dort, wo es oft dunkel ist, haucht Mutti Gitte ihr Leben aus. Eine längst abgedroschene, cineastische Überlieferung von Selbsttötung also. Nichts da mit Brücke, Zug oder beidem. Mit abgerissenen Gliedmaßen, abgetrennten Kopf und zermalmtem Rumpf. Wenn schon der Tod in der besseren, der vermeintlich erfolgreichen Gesellschaft eintritt, dann bitte schön in einer klinisch sauberen Form.

Der jüngste Sohn Marko sucht seine Mutti im Wald. Doch sie ist für immer gegangen. Wie traurig.

Mit Sicherheit fühlte sie sich zusammen gekleisterten Spießbürgerwelt überflüssig. Ihr Gatte, der sie einst gefreit hatte, hat inzwischen eine Andere. Die passt besser zu ihm, weil sie ihre Kohle im gleichen Metier verdient. Der älteste Sohn, ein Feigling, mimt Einen auf erfolgreichen Dentisten statt ihr die Wahrheit zu sagen, dass in seiner von Papa´s Geld eingerichteten Praxis, sich mehr Fliegen an der Wand befinden als Patienten auf den sterilen, verchromten Stühlen. Die Sechsbeiner können jedoch nicht über die Krankenkasse abgerechnet und beschissen werden. Also steht die Pleite vor der Tür.
Auch der sich als klischeehafter Alternativling im fernen Berlin aufführende Sohn 2 gibt ihr nicht das Gefühl, dass er sie noch als Ratgeber braucht, obwohl auch dieser Sprössling - wenn auch nur privat - längst gescheitert, weil geschieden ist und sich als non - konformer Chaot gibt.

Wozu also noch weiter leben, wenn man/frau nicht mehr gebraucht wird?

Das einzig Authentische an diesem Machwerk des Regisseurs Hans - Christian Schmid und des Drehbuchautors Bernd Lange ist der weiße Renault 4 ( kurz: R4 ), der in der Tat - sofern schon betagt - den Halter vor arge technische Probleme stellte. Nun, statt des gezeigten, kraftvollen Anschiebens, bei durch gedrückter Kupplung und dem anschließenden, ruckartigen Einlegen des 2. Gangs an der Revolverschaltung, hätte es - allerdings Baujahr abhängig - noch die Möglichkeit gegeben, die sich im Motorinnenraum, rechtsseitig neben dem Kühlwasser - Ausgleichsbehälter angebrachte Metall - Kurbel zu nutzen, um mittels Einschieben in eine über die Stoßstange befindliche Einsparung, den Motor durch schnelles Herumdrehen der Vorrichtung unterhalb des Motorblocks, wieder anzuwerfen.

Sei´s drum. Die gesamte Geschichte war ohnehin schon abgekupftert. Da sollte der Glotzer es mit der den Details nicht übertreiben. " Der letzte schöne Tag " von  Dorothee Schön mit Wotan Wilke Mohring lässt grüssen.


http://www.zeit.de/2012/37/Film-Hans-Christian-Schmid-Was-bleibt


Nö, Madame von Thadden. Der Film ist aus dem oben genannten Gründen mies und zeigt eher, dass sich die gesamte Bagage aus den westdeutschen  Baby - Boomer - Jahren und den anschließenden auf anti - autoritär erzogenen 1970ern nicht zu schade ist, gnadenlos von anderen ÖR - subventionierten Hungerleidern abzupinseln. Was letztendlich dazu führt, dass diese Kack - Streifen in immer dem gleichen sozialen Umfeld abgedreht werden.  

Aufgedunsene Pseudo - Tragödien in recycelbare Leichtverpackung sind zwar als Perma - Wiederholung für die Saure Gurkenzeit prädestiniert, jedoch tue ich mir diesen Müll nicht an. Ich blogge lieber.



Mittwoch, 8. Juli 2015

Chaos bei Kaufland, weil die Kühlanlage schlapp machte und die Revolution in Berlin ihre Kinder fraß.

Ein Hobby - Blogger kann auch in der Abgeschiedenheit der eigenen Vier Wände viel erleben. Jenseits des lebensfeindlichen, dunklen Umfelds gibt es ab und an einen Lichtblick. Dann nämlich, wenn jenes Hirnschmalz, dass dabei verbraten wurde, um der restlichen Welt virtuell mitzuteilen, dass diese sich eben falsch dreht - nicht von links nach rechts ,auch nicht von unten nach oben und schon gar nicht von schwarz ( noch schlimmer braun ) nach rot - auf eine gewisse Resonanz in der unendlichen Weite des Netzes stößt.      

Ein Blogger sollte dabei beachten, dass er mit seinen geistigen Ergüssen sich nicht zu wichtig nimmt. Schließlich ist er nicht allein im WWW.  Ein gerütteltes Maß an Selbstironie kann dabei nicht schaden. Wenn er sich dann noch Themen annimmt, die nicht bereits von der Medien - Mafia verhackstückt wurden, hat er durchaus gute Chancen von anderen Bloggern wahr genommen zu werden.

Da setzte ich kürzlich einen Post über ein ungewöhnliches Erlebnis während des Besuchs der in der Nähe stehenden Kaufland - Filiale in meinen Blog ein. Die eher profane Geschichte mit der nicht mehr funktionierenden Kühlanlage jenes, sich in Dresden - Naußlitz befindlichen Konsumtempels, zielte u.a. auch darauf ab, die Auswüchse unseres eigenen Konsumdenkens und der industriellen Lebensmittelproduktion ein wenig zu bespötteln. Ausgerechnet diese kleine Geschichte ist bislang der Renner bei den Zugriffen im Juli 2015. Wie das? Eine solche Frage lässt sich nur schlüssig beantworten, wenn ich mir - unter Zuhilfenahme der US - amerikanischen Statistikinstrumente bei Google - jene Zugreifenden genauer unter die Lupe nehme. Und, siehe da, es findet sich ein Hinweis. Eine Vielzahl der Aufrufe erfolgte über diede Seite :


http://kiezneurotiker.blogspot.de/

und jenen, dort zu findenden Eintrag / Kommentar:


" Jahrgang 1953Chaos bei Kaufland, aber woher bekomme ich jetzt mein Milchprodukte?
Der Deutsche ist einfach an den falschen Stellen renitent. Beim Fressen zum Beispiel. Oder beim Einkaufen. Und wenn beides zusammenfällt, ist er sogar in der Lage, Revolutionen anzuzetteln. "


Zunächst bedankt sich der hiesige Blogger bei seinem Kollegen aus der nicht so weit entfernten Bundeshauptstadt für die ihm zuteil kommende Aufmerksamkeit. Hätte ich meinen Blog jetzt, wie von unserer gemeinsamen Gastgeberin mit Zensurcharakter, der Tante Google, kommerzialisiert, wäre der Zugriffsansturm gleich in klingende Münze umsetzbar gewesen. So aber, nahm ich nur schmunzelnd zur Kenntnis, dass der Blog auch bei einigen Berlinern gelesen wird. Wohl wissend, dass es nicht regelmäßig ist. Und er bedankt sich für die damit einher gehende Notwendigkeit, die geistigen Ergüsse in dem Post auf die Standhaftigkeit gegenüber der deutschen Sprach´( schwäreh Sprach´) und den bösen Blicken des über uns thronenden Konrad Duden, überprüfen zu müssen ( es hatten sich mal wieder einige Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen ).

Nun, ich liebe Berlin. Nicht als Stadt, sondern als Biotop zwischen Parallelwelten, die ja von den guten Deutschen abgelehnt werden, weil unserer Kultur nicht aus Döner - Imbissen, asiatischen Gemüseläden und griechischen Restaurants bestehen darf, wohl aber auf McDoof, Burger King und Auslieferungsklitschen von pappig - fettigen Pizzen. Also, Berlin ist für mich seit Dekaden immer eine Reise wert gewesen. Ob mit der Mauer und der damit verbunden Berliner Variante des britischen Lebensgefühls von " splendid isolation ", dass einst durch das Rumpf - Westdeutschland kräftig subventioniert wurde. Nein, Berlin ist für mich die Reinkarnation des Fußballgeistes meines heiß geliebten SV Werder Bremen, weil jene - damals von König Otto Rehhagel trainierte Zweitligamannschaft - in 1981 durch ein 2:1 gegen eben die Berliner Hertha, den sofortigen Wiederaufstieg schaffte.  

Und deshalb bin ich hoch erfreut, dass beide Vereine in der Beletage der Fußballligen in diesem, unserem Lande, wieder gemeinsam aktiv sind, sich wechselseitig die Punkte im Kampf um den Klassenerhalt abluchsen möchten und vom FC Bazi München seit Jahren regelmäßig die Hucke voll gehauen bekommen. Mein SVW mehr, weil der Schweine - Verein aus der bayrischen Landeshauptstadt sich dafür rächen möchte, dass die kleinen Bremer ihnen ab dem Wiederaufstieg bis weit in der Mitte der Millenniumsjahre Paroli bieten konnte, die alte Dame Hertha weniger, wenn der zusammengekaufte Millionärshaufen einen gnädigen Tag angeordnet bekam und die Berliner nicht verdreschen wollte.

Tja, weil Kaufland in Berlin nicht Bolle in Berlin sein durfte, gab es bis 2011 eben nur Bolle. Und weil das KaDeWe nicht Karstadt heißt, gibt es das KaDeWE auch nur in Berlin. Weil auch das Olympiastadion nur Olympiastadion heißt, gibt es dieses nur noch in Berlin. Und nicht in der Bazi - Metropole München. Da nennt es sich Arroganz - Stadion.

Just in diesem Olympiastadion gastiert am 14. Juli 2015 " Uns Udo " Lindenberg. Da fahren wir dann nicht zu Kaufland nach Dresden - Naußlitz, sondern nach Berlin. Mit den üppigen Eintrittspreisen und ´ner gut bürgerlichen Hotel - Übernachtung auf´m Ku´damm helfen wir dann, dass BIP ( Berliner Inlandsprodukt ) zu steigern, damit unsere geliebte Bundeshauptstadt nicht länger arm, aber dafür sexy bleibt. Auch auf´m Kiez, der ja eigentlich zu Hamburch gehört. Aber dafür gibt es dort noch die Rote Flora, die ab und an ordentlich Bambule macht, so wie ihre Vorgängerin mit dem Namen Rote Zora.

Hach, was waren wir damals revolutionär. Wir glaubten an die guten Seiten des Sozialismus, an die Kraft der geschriebenen Worte in den MEW - Pflichtbänden und an die dozierte Kapitalismuskritik unserer C4 - Professoren/innen. Das ist jetzt sehr lange her.
Die Welt ist inzwischen nicht besser, eher noch schlechter geworden, sie lässt sich nicht mehr in gut ( West ) und böse ( Ost ) einteilen, dafür ohne weiteres in Arm ( 90 % der Bevölkerung ), Reich ( 9,9 % der Bevölkerung ) sowie Superreich ( 0,1 % der Bevölkerung ) mühelos einteilen.

Weil aber der real existierende Sozialismus nicht an seiner ständig währenden Mangelwirtschaft zugrunde gegangen ist ( die lt. DKP - Lesart von damals, nur ein reines Verteilungsproblem war ), sondern an dem Personenkult, der fehlenden Reisefreiheit und dem eingeschränkten Konsum, suchten die Knechte von damals sich einen neuen Herren, der da heißt Marktwirtschaft.
Zu dieser zählt natürlich auch der Konsum. Diesem wiederum wird mehr denn je gefrönt. In Peking, in Moskau, in Berlin. Deshalb gibt es dort auch Konsumtempel. So einer ist Kaufland. Wie der Name schon sagt: Ein Land zum Kaufen. Ein Einkaufsland. Ein käufliches Land, eben.

So, liebe Berliner Blog - Leser, jetzt komme ich zum Schluss. Kaufland ist zum Einkaufen da. So, wie alle anderen Discounter - Filialen auch. Und weil Kaufland das Einkaufen ermöglicht, kann der Käufer dort einkaufen. Es sei denn, er wird durch herunter gelassene Wärmeschutzmatten daran gehindert. Dann geht er entweder nicht mehr einkaufen oder kauft woanders ein. Trocken Brot und Wasser, Kartoffelsuppe mit Sichselbst und Heiße Milch mit Weißbrot, Pellkartoffeln mit ausgelassenem Speck und Magerquark, Steckrübensuppe, Hirsesuppe oder Erbsensuppe habe ich genug gefressen. Ich will - auf jeden Fall zum GB - ´ne ordentliche Thüringer Rostbratwurst, mindestens eine Flasche Jever Pils und einen Friesengeist zum Erheitern. Basta!

Es lebe Kaufland! Es lebe, hoch,hoch,haushoch! Amen!

" Ultravox " - " Berlin Blues ":