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Samstag, 31. Januar 2015

Lilien - Pracht


Da hat ein Angebot im " Kaufland " zunächst nur verlockend ausgesehen. Für, in einem kleinen Plaste - Topf eingezwängte, verschiedene  Blumenzwiebeln sollten nur 3,99 Euro zu berappen sein. Na, gut, ein Versuch ist´s alle Male wert. Schließlich deutet die Massenware nicht immer gleich darauf hin, dass sie in den endlosen Gewächshäusern bei unseren Nachbarn in den Niederlanden, unter Zuhilfenahme sämtlicher - zumeist umweltschädlicher - Tricks und Kniffe, auch im Winter verkaufsfähig heran gezüchtet werden.

Die duftenden Hyazinthen sind bereits verblüht. Sie betörten uns mit ihrem eindringlichen Duft mindestens zwei Wochen lang. Die weißen Lilien benötigten auf dem Fensterbrett der Küche viel länger. Mühsam entwickelten sie sich, obwohl sie mittels Düngestäbchen eine Dröhnung Mineralien zugeschossen bekamen.

Jetzt haben sie ihre herrlichen Kelche nach und nach geöffnet. Einige Fotos ist dieses Ereignis jedenfalls schon wert. So, wie der Mensch ständig viel Mühe und noch mehr Kosten nicht scheut, um die Natur zu überlisten, so sehr dürfte er sich beim Gelingen des Vorhabens daran erfreuen:


















In diesem blumigen Sinne: Gut´s Nächtle mit dem 1967er " Hippie " - Klassiker von " The Move " und "  Flowers in the Rain ":

- Schöööööööööööööön! -


AfD - Parteitag in Bremen: " Und willst du nicht mein Bruder sein....! "


Wenn eine in der Bundesrepublik Deutschland zugelassene, politische  Partei einen Parteitag abhält, dann sieht es seit vielen Jahren immer wieder gleich aus: Friede, Freunde, Einigkeit. Von der Medienmeute mit Argusaugen beobachtet, gibt es bei den etablierten, den Volksparteien, kaum Dissonanzen. Die CDU feiert ihre " Angie " Merkel als Parteiprogramm und die CSU dafür Bayern,die SPD freut sich über ihre verloren gegangenen Inhalte, die " GRÜNEN " halten die ökologischen Eckwerte ihrer Politik hoch, die " LINKE " gibt sich  als die einzig wahre Opposition aus, die FDP suchen sich selbst und ihre Wähler.
Nur bei der  fünften politischen Kraft in diesem, unserem Lande, scheint das Wort Harmonie so fremd zu sein, wie die Einstellungen vieler Mitglieder, Wähler und Sympathisanten gegenüber Europa.

Als am Freitag, den 30. Januar 2015, der Parteitag der " Alternative für Deutschland " in Bremen eröffnet wurde, flogen alsbald die Fetzen. Die Veranstaltung sah zeitweise wie ein organisiertes Chaos aus. Nur die einstigen Gründungstage der " GRÜNEN " bzw der " GAL " oder " BGL ", hatten mehr Turbulenz zu bieten.

Schon die organisatorischen Gegebenheiten ließen zu wünschen übrig. Die Parteiverantwortlichen hatten eine Saal im Bremer Maritim - Hotel gebucht, der sich als schlichtweg zu klein für die dann 2.000 Mitglieder erwies. Es musste das Bremer Musical - Theater angemietet werden. Deshalb gab es Stress bei Einlass der Mitglieder im Hotel - Bereich. Chaos pur, eben.
Es folgten stundenlange Diskussionen um die Tagesordnung, dann das umfangreiche Parteiprogramm.
Parteivorsitzender Lucke versuchte zu glätten.
Er hatte nur wenig Erfolg.

Immerhin einigten sich dann die untereinander zerstrittenen Vorstandsmitglieder, dass künftig nur ein gewähltes Mitglied den Vorsitz inne hält. Die gesamte Garde der Wichtigtuer, wie Lucke, Gauland, Petry, ließ denn auch keinen Zweifel daran, dass es - wie bei anderen bürgerlichen Parteien auch - nun doch um das Führerprinzip geht.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-parteitag-bernd-lucke-rechnet-mit-altem-parteivorstand-ab-a-1016058.html

Während sich das gesamte AfD - Geschmeiß um hoch wichtige, parteiinterne Fragen kümmerte, zweigten außerhalb der Tagesräume die wahren demokratischen Bremer und Bürger ihr Gesicht, indem sie bei einem Demonstrationsumzug ihre zutreffende Meinung über die AfD kundtaten. Der rechte Spuk wird deshalb - zumindest hier - schnell dem Ende entgegen streben. Auch weil sich das AfD - Personal wechselseitig die Köpfe einschlägt. So zeigt sich denn die immer währende Feststellung, dass es nicht ausreicht, nur zu sagen, wogegen man ist, wenn kein Lösungsvorschlag vorliegt.

Freitag, 30. Januar 2015

" Isch haben keinä Führerschein mär!" oder: Einige kritische Gedanken zum Unfalltod des Junior Malanda.


In den Zeiten der totalen medialen Überwachung der ungezählten, dazu noch selbst ernannten oder von der Papageien - Presse als solche hoch gejazzten Stars, kann ein kleiner privater Fehltritt - gleich welcher Gestalt - zu fatalen Folgen führen. Dann nämlich, wenn aus jenem privaten oder beruflichen Ereignis eines dieser vermeintlichen Stars, das übliche Prinzip der Mücke - Elefanten - Metamorphose greift. Dann bricht alsbald ein medialer Shit - Storm über die / den Ertappten herein, von dem sich die Betroffenen kaum noch erholen.

Ähnliches gilt, wenn ein angeblicher Prominenter das Zeitliche segnet. Noch extremer sind die Auswirkungen für die Opfer von tragischen Unfällen. Sofort entsteht eine Trauer - Industrie, die sich beinahe verselbständigt und häufig in Kitsch sowie unreflektiertem Aktionismus ausartet.

Da verstarb bekanntlich am 10. Januar 2015 an der Autobahn A 2 in der Nähe der Abfahrt Porta Westfalica der bei dem Bundesligisten VFL Wolfsburg unter Vertrag gewesene, belgische Fußballspieler Junior Malanda, nachdem sich das Fahrzeug wegen überhöhter und unangepasster Geschwindigkeit mehrfach überschlug, wobei der Wolfsburger Spieler aus dem PKW geschleudert wurde.

Nun startete eine Medienhype und eine Trauer - Folklore, die es zuvor kaum gegeben hat. Die gesamte Nachrichten - Industrie hämmerte die Meldung von dem Unfalltod des Profis beinahe ununterbrochen in die Köpfe der Rezipienten ein. Dieser Unsinn ist ja sattsam bekannt. Das war bereits bei dem Ski - Unfall von Michael Schuhmacher der Fall. Das wurde davor bei einem gleichen Ereignis bei dem einstigen thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Alt haus zelebriert.

Die Medien geben den Ton an und mit einer Pseudo - Betroffenheit jault die namenlosen Masse nach. Es folgt regelmäßig eine illuminierte Show an einem bestimmten Trauerort und die üblichen, gleichförmigen Floskeln irgendwelcher Kollegen und Experten. Dieses Geseier wird flugs von den Medienvertretern aufgenommen und wiederum als Meldung, in Berichten und Kommentaren verwurstet.
Schrecklich!

Die mediale Verblödung hält auch nicht vor solchen, dann eher tragischen Ereignissen, wie den Tod eines Menschen. Das Medienzeitalter indes hat allerdings den Vorteil, dass Unwahrheiten bald als solche entlarvt werden, dass Fakten nicht unter den berühmten Teppich gekehrt werden können und dass ein kritischer Betrachter eines medial verunstalteten Ereignisses, dieses objektiv und selbst bewerten kann.

Um ehrlich zu sein: Mich hat der Unfalltod des belgischen Fußballers, dessen Namen ich eher beiläufig und wegen seiner kläglich vergebenen Torchance im Spiel des VFL Wolfsburg gegen die Bayern aus München, zur Kenntnis genommen habe, gar nicht tangiert.
Schon deshalb nicht, weil der Tod des jungen Mannes in grob fahrlässiger Weise verschuldet und selbst verschuldet war. Die Medien berichteten von den Umständen, die zu dem Unfall geführt haben. Sie berichteten aber auch, dass der auf Malanda zugelassene VW Touareg in den letzten halben Jahr vor dem Verkehrsunfall 21 Mal wegen Geschwindigkeitsübertretungen polizeilich registriert worden war; davon in 10 Fällen mit gemessenen mehr als 200 Km/h.Angeblich soll Malander in den meisten Fällen nicht selbst am Steuer gesessen haben.

Junge, junge, da muss sich doch der durchschnittlich und sogar erfahrende Führerscheininhaber wirklich fragen, ob hier die Verkehrsbehörden und die Strafverfolgungsinstitutionen nicht vollkommen geschlafen haben. Oder sollte dabei der häufig angewendete, jedoch nie zu beweisende " Promi " - Bonus eine gewichtige Rolle gespielt haben?


 http://de.wikipedia.org/wiki/Junior_Malanda

In den vielen Kommentarspalten der Online - Ausgaben einschlägiger Gazetten finden sich denn auch Hinweise, dass Malander und auch andere vermeintliche Fußball - Stars, es mit der Einhaltung der Verkehrsregeln nicht so genau nehmen. Spieler des FC Schalke 04 wurden vor jedem Heimspiel des Vereins auf den Wegen zur " Arena " als Verkehrs - Rambos geoutet, Der BVB - Nationalspieler Reus besaß erst gar keine Fahrerlaubnis und zahlte deshalb mehr als eine halbe Millionen Euro Geldstrafe, wobei er bereits davor als Verkehrsteilnehmer regelmäßig wegen diverser Verstöße Bußgelder zu zahlen hatte, ohne das den Behörden dabei die fehlende Fahrerlaubnis aufgefallen sein soll?

Aus eigener, beruflicher Erfahrung ist mir noch in Erinnerung, wie in der beschaulichen Großstadt Bremen damals mit Profis des SV Werder und Verkehrsordnungswidirgkeiten umgegangen wurde. Sie mussten sich allesamt dafür verantworten, sofern sie ertappt wurden.
Johan Micoud verlor zeitweise seine Lizenz, weil er durch die Innenstadt raste und geblitzt wurde.

" BREMEN (kni) Da war Johan Micoud zu schnell, nein, viel zu schnell unterwegs: Der Franzose wurde nach Informationen der "Bild"-Zeitung in seinem Ferrari auf der Kurfürstenallee in Bremen mit Tempo 135 km/h geblitzt, erlaubt sind aber nur 50 km/h. Vor dem Amtsgericht Bremen wurden dem 32-Jährigen deshalb zwei Monate Fahrverbot und 800 Euro Geldstrafe aufgebrummt. Wann der Werder-Profi seine Fahrpause einlegen muss, steht noch nicht fest. "

Nun, es wurden 2 statt 3 Monate Führerscheinsperre, denn  der gute Johan zahlte eine doppelt so hohe Geldbuße, was einige Schwachköpfe im so genannten " fanlager.de " (  http://www.fanlager.de/fussball-stammtisch/micoud-muss-laufen-14212.html ) so dämlichen Kommentaren veranlasste, weil sie weder vom Recht, noch vom Fußball ansatzweise Kenntnisse besitzen.

Tja, richtig ist aber auch, dass sich schon damals viele Fußball - Profis über ihren fahrbaren Untersatz als Statussymbol definierten. Ferrari, Maserati, Hummer, AMG Mercedes...

Großmaul King Kong Kahn wurde Jahre nach seinem Abgang bei den Bazis auch beim Rasen ertappt und kaufte sich durch ein lächerliches Sachverständigengutachten, das er aus seiner privaten Schatulle bezahlte, von einer Führerscheinsperre frei.

Uns Günther Netzer erwischte es mehrfach auf diversen Autobahnen, als er mit übersetzter Geschwindigkeit geblitzt wurde. Die findigen Journalisten kalauerten daraufhin: Günther Netzter kam mit seinem  Fahrzeug aus der Tiefe des Hamburger Raumes .

" Auch Fußballstar Günter Netzer, der - aus der Tiefe des Hamburger Raumes kommend - den Elzer Berg heruntergerast war, gab sich eher muffig und "nicht so zugänglich", wie sich die Polizisten erinnern. "

- Zitatende - aus: " Wie du und ich " in: " DER SPIEGEL ", Ausgabe 45 / 1985, S. 128 ff

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514207.html

Allerdings trifft es nicht nur jene bekannten Fußball - Profis. Die Zahl der eher Namenlosen dürfte weit aus höher sein.

Leider gibt es zudem lokale Unterschiede, was den Verfolgungseifer und die Verfolgungsintensität betrifft. Bei dem guten Marco Reus habe ich so, wie in dem Fall des tödlich verunglückten Malander meine Zweifel, dass hier nach rechtsstaatlichen Kriterien gehandelt worden ist.
Andererseits ist mir eine Rechtssache in Erinnerung, an der der Ex - Werder - Spieler Wynton Rufer beteiligt war. Ihm wurde sein gesponserter, nigelnagelneuer Mercedes in Sport - und Sonderausfertigung einfach gestohlen, um dann anschließend die vier teuren Sportfelgen nebst Reifen abzumontieren. Den aufgebockten PKW ließen die vier Strategen, allesamt Jugendliche, auf einem Feldweg kurz vor Bremen stehen.
Als ich die Akte einlas, traute ich meinen Augen nicht: Es wurde eine intensive Zeugenbefragung über mehr als 50 Seiten vorgenommen und akribisch ermittelt - nur, weil der PKW dem Werder - Promi gehörte.

Allerdings ist dieser Fall natürlich nicht mit dem Tod des Wolfsburger Spielers vergleichbar. Doch allein diese Beispiel werfen ein bezeichnendes Licht auf den Zustand unserer Gesellschaft. Und wenn heute Abend der VFL Wolfsburg gegen den Dauer - Bundesligameister aus München antritt, werde ich erst nach dem üblichen Brimborium, einschließlich der verordneten " Beifall " - Minute einschalten.
Was zu viel ist, ist eben zu viel des inszenierten Geheuchels.


Internationale Essener Songtage 1968 oder: " Was ist Freiheit? "



Die Spartenprogramme der alten Tante ARD lassen ab und an doch einen Hauch von qualitativer Information und Dokumention durch ihr Programm wehen, das ja dem Grundversorgungsgedanken, wie ihn das Bundesverfassungsgericht in ständiger Rechtsprechung einst ausformuliert hat, nahe kommen soll. Zur Erfüllung jenes Anspruchs, den jeder Zwangsgebührenzahler gegenüber den vielen öffentlich rechtlichen Anstalten einfordern darf, befleißigen sich jene Sender denn auch der allseits beliebten Filmkonserve.              

Da nahm ich heute - eher beiläufig - zur Kenntnis, dass der Nebenkanal Einsfestival einen Beitrag des WDR aus dem Jahr 2011 nun mehrfach wieder aufgelegt hat, der da heißt " Kopfüber in die 6oer Jahre " und aus zwei Teile besteht, nämlich " Babyboom und Hochfrisur " sowie " Kartoffeln und Karriere ". Die 1976 geborene WDR - Mitarbeiterin Cathrin Leopold tauchte in die piefig - miefigen 1960er Jahre ab, um jene Zeit mit erleben zu können, die natürlich auch die westdeutsche Wohlstandsgesellschaft von heute geprägt hat.

Cathrin Leopold trifft dabei Menschen, deren noch präsente Erlebnisse in dieser Ära, einen kleinen Einblick zu dem damaligen Zeitgeist  ergeben. Hierzu zählt, neben der Mode, der Freizeitgestaltung, natürlich auch die Musik. Genauer gesagt die aufkommende populäre Musik.

Ein Teil der Vertreter jener Musikrichtung traf sich vom 25. bis 29. September 1968 in Essen zu der Veranstaltung " Internationale Essener Songtage ( Kürzel: IEST ) " . Aber bei den IEST sollte es nicht nur um alternative Musik gehen. Die Veranstaltung bot an 4 Tagen Kultur. Exakter formuliert Gegenkultur. Damit war auch klar, dass es sich um eine politische Veranstaltung handelte.

Und so liest sich denn die Liste der 200 Interpreten, wie ein Who Is Who der einstigen politisch - orientieren Künstlergruppen. Neben Folklore, Jazz, Blues, Rock, wurden auch Lesungen angeboten.
Die IEST galten alsbald als die Geburtsstunde der eigenständigen deutschen Rockmusik, weil hier eine Vielzahl von entsprechenden Gruppen auftreten konnten, die eher einem lokalen Publikum bekannt waren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Essener_Songtage


So interessant der Rückblick, bei dem auch Detlev Mahnert, einer der Initiatoren dieser Veranstaltung, häufiger zu Wort kam, so bezeichnend waren die Interviews mit den bürgerlichen, verspießten und intoleranten westdeutschen Bürgern hierzu. Nun, es ist sehr lange her.
Die Alt - Faschistenn von damals sind beinahe ausgestorben, das reaktionäre Gesellschaftsbild von einst, hat sich inzwischen gewandelt und Deutschtümelei gibt es nur noch bei " PEGIDA " und anderen hinter dem Mond Lebenden. So staunte die attraktive WDR - Journalistin nicht schlecht, was damals so auf der breiten Musikszene angeboten wurde.

Die IEST 1968 gingen deshalb in die Analen dieser Republik, als eine einzigartige Großveranstaltung, denn die Organisatoren hatten es geschafft, nahezu die gesamte Bandbreite der Gegenkultur unter einem Dach zu vereinen. Die Musik - Journalisten Ulli Engelbrecht und Jürgen Boebers schrieben in ihrem Buch " Licht aus - Spot an! " dazu:

" Über Musik und Jugendkultur ....... sind viele schlaue Bücher geschrieben worden, die mit empirischer Akkuratesse ihr Thema beackern, aber nach deren Lektüre immer ein schaler Geschmack zurückbleibt. Denn das, worum es sich eigentlich dreht - das Lebensgefühl der Zeit - ist eben nicht mit dem formalistischen Instrumentarium zu knacken. "

- Zitatende - aus: Ulli Engelbrecht / Jürgen Boebers: " Licht aus - Spot an! ", Schlaglichter auf die Musik der 70er Jahre, Essen 1995, S. 7

Dennoch geben auch Bücher als Medium zum Transportieren zeitgeschichtlicher Ereignisse viel von dem wieder, was den dort vorherrschenden Geist einst ausmachte. Konsequenterweise hat einer der EIST - Mitorganisatoren, nämlich Detlev Mahnert von und über diese 4 Tage ein Buch verfasst.
Unter dem Titel " Zappa, Zoff und Zwischentöne " beschreiben die beiden Autoren Detelv Mahnert und Harry Stürmer unter welchen Umständen die Songtage 1968 abliefen.


 http://www.folker.de/200805/rezi-buc.htm

Nun galt die Großstadt an der Ruhr damals nicht gerade als der Nabel der kulturellen Großereignisse. Die dortige - inzwischen zum Baudenkmal erklärte - Gruga - Halle im dortigen Gruga - Park, galt zwar als Veranstaltungsort für international renommierte Künstler, summa summarum war Essen indes eher Niemandsland. Umso mehr verwundert es, dass die Stadtverwaltung selbst, jenes einmalige Ereignis, an dem immerhin 40.000 Besucher teil nahmen, über Jahre unerwähnt ließ. Die Gründe hierfür können nur darin gelegen haben, dass die links - intellektuelle Subkultur bei den rechtsorientierten " Stadtvätern " eher als abstoßend eingeordnet wurde.

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12729

Mehr als 4, 5 Dekaden danach hat sich diese Einstellung längst geändert. Wohl auch, weil die Musikrichtungen, die den Besuchern vormals kredenzt wurden, mittlerweile ihre Plätze in der großen Familie eingenommen haben und zum allgemeinen Kulturgut zählen.

Als ein Jahr später in der Essener Gruga - Halle das " Blues und Rockfestival " mit internationalen Top - Bands statt fand, war es der Nachrichteninstitution Nummer Eins in Westdeutschland, der " Tagesschau " in den Hauptnachrichten so gar einen Kurz - Filmbericht wert. Ich kann mich noch daran erinnern, als die Bilder über den großelterlichen Grundig - Fernseh - Klopper liefen. " Fleetwood Mac " mit " Albatross " war zu hören; zu sehen waren langhaarige Menschen, die in einem riesigem Nebel aus Rauch und unter eher fahlem Licht, friedlich sitzend, der Musik lauschten. Mister " Tagesschau ", der arrogante Chefsprecher, Karl - Heinz Köppke, quittierte den Bericht mit einem süffisant - herablassenden Lächeln, eher er zu der Wetterkarte überleitete, die in jenem Amtsdeutsch gesendet wurde, dass auch bei den Nachrichten zuvor gang und gebe war.

Der aufgeblasene Köppke, den natürlich beinahe alle West - und wohl auch viele Ostdeutsche kannten, ist längst unter der Erde, so, wie einige der Protagonisten der IEST auch. Frank Zappa zählt dazu, abr auch Tim Buckley, Rick Abao, Derroll Adany, Harry " Cuby " Muskee von " Cuby and the Blizzards ", Franz Josef Degenhardt, Ric Grech, Tony Ashton und Jim King von der Band " Family ", Gerd Wollschon von " Floh de Cologne ", Tuly Kupferberg von den " Fugs ", Uli Trepte von " Guru Guru ", Hanns Dieter Hüsch, Alexis Korner, Alexander Kulisiewicz, Franz " Schnuckenack " Reinhardt,Rolf Schwendter, Tim Bleibe, Ocki van Breven von " Xhol Caravan ", Edagr Froese von " TD ", Theo Herrmann, Hannsjost Lixfeld und Ulrich Roski.

Das Festival stand auch unter dem Begriff " Freiheit ". Freie Meinungsäußerung bis hin zur Agitation zählte dazu. Und so berichtete Detlev Mahnert, der auch als Übersetzer für die englische Sprache fungierte, dass er auf der Bühne stehend eine künstlerische Definition diese Begriffs, die ein Interpret zuvor formuliert hatte, mit rotem Kopf, wiedergeben musste: " Freiheit ist, wenn die Englische Königin von einem rosaroten Kaninchen in den Arsch gefickt bekommt. "
Unerhört, für die damalige Zeit. Eine Institution wurde beleidigt.

Heutzutage würde dieser Ausspruch allenfalls ein müdes, leicht gequältes Lächeln verursachen. Doch der royale und anderer Dreck ist der gleiche geblieben und über diesen wird mehr denn je berichtet, um von den wahren Problemen abzulenken und weil damit ordentlich Kohle gezogen werden kann.Die Zeiten und der Musikgeschmack haben sich geändert, ohne dass der Erdenbürger aus der Historie gelernt hat.


Frank Zappa und seine " Mothers of Invention " und " Valhalla " - live, 1968:




Tuly Kupferberg und " The Fugs ": " CIA Man ":




Franz Josef Degenhardt: " Spiel´nicht mit den Schmuddelkindern ":


 Ach, ja, in der WDR - Dokumentation über die 60er Jahre echauffierte sich denn auch eine " Nur - Hausfrau " und Verspießte über die IEST und formulierte im typisch, westdeutsch-  faschistoider Steinzeit - Pädagogik - Jargon: " Ich habe auch einen Junegn; der ist gerade mal 13. Also, wissen `Se, wenn der dahin gehen würde; ich würden den´ne tot schlagen! " Aha!

Donnerstag, 29. Januar 2015

Der Kult um das wilde Ding.

Zu der deutschen Leit(d)kultur soll nach CDU/CSU - Lesart auch das deutsche Liedgut zählen. Es zu hegen und zu pflegen, ist die Aufgabe der ungezählten Sangeskünstler, die sich dann dem industriellen Leitgedanken des Profits hingeben und von dem Dargebrachten vielleicht ein künftig sorgenfreies Leben, abseits der HARTZ IV - Regelsätze führen möchten. Diesem, ewig währenden Menschheitstraum, verfielen auch in den bewegten 1960er Jahren jene Kehlkopfakrobaten der westdeutschen Schlagerszene, die über eine Platzierung des von ihnen besungenen Herz - Schmerz - Scherz - Liedes in den einseitigen Hitparaden der wenigen Rundfunkstationen, dann über einen Auftritt in jenen sattsam bekannten Fernseh - Unterhaltungsformaten, an die großen Fleischtöpfe heran geführt werden sollten.

Einige Jahre danach trat dann eine Reihe von jenen talentfreien Schlagerhanseln und im züchtigen Outfit daher kommenden Möchte - gern - Sängerinnen im der Heck´schen Spießer - Sendung " ZDF Hitparade " auf und ließ sich von dem großen Zampano mit der dicken AOK - Hornbrille, den maßgeschneiderten, hellen Dandy - Anzügen nebst japanischen Seidentuch in der oberen Jacketttasche und CDU - Parteibuch im Schreibtisch vollmundig als Star ankündigen, damit das kreuz - brave Publikum nach Ende der Play - Back - Darbietung seinen wohl temperierten Applaus abgeben konnte.

Weil aber die bundesdeutschen Texte und insbesondere die hierzu passenden Melodien eher gleichförmig sind, kamen bereits vor vielen Jahren findige Schlagerproduzenten auf den Trichter, die englischsprachigen Lieder einfach mit einem deutschen Text zu versehen und dann wieder zu käuen. Das funktionierte immer dann besonders gut, wenn das englische Original sehr erfolgreich war.

In die Grauzone dieser kommerziellen Masche fielen die so genannten " Blödel " - Songs, deren Nonsens - Texte nach einer gängigen Melodie zusammen geschustert wurden und mit dem Ursprungstext nichts mehr gemein haben. Eine Unterkategorie hiervon waren die mundartlichen Interpretation jener internationalen Popsongs.

Die aus Hessen stammende Beatgruppe " The King Beats " landete 1966 unter dem Pseudonym " Marlepatus II " mit einer in hessischem Dialekt verfassten Interpretation des " Troggs " - Stücks " Wild Thing " einen beachtenswerten Erfolg im Inland.

 http://www.krautrockseite.de/kblnzbands-knb.htm

" The King Beats " waren einst:

Bernd Hoffstedt (lead)Hansi Schmidt (b)Bernd "Moses" (voc)Dieter Uersfeld (g) Ewald Ramroth (dr)

Weil das " Troggs " - Stück später noch von weiteren Musikern, wie Jimi Hendrix, den britischen Bands " Fancy " und " Goodies " sowie auch von der Kölner Band " BAP  " ( " Wahnsinn " ), der ostfriesischen Truppe " Torfrock " ( " Wildsau " ) oder auch von dem Blödel - Barden " Otto " ( " Wild Zink " ), Frank Zander ( " Erna " ) oder den " Insistern " ( " Helmut " ) sowie weiteren Künstlern gecovert wurde, verschwand die Version von " Manupartus II " alsbald in der Versenkung.


http://de.wikipedia.org/wiki/Wild_Thing_%28Lied%29



Auch die Beatband " The King Beats ", später dann " Kingbeats " löste sich bald darauf, nämlich im Frühjahr 1967, auf:



http://www.club-e-marburg.de/33_kingbeats.htm

Nun, um es aus meiner Erinnerung heraus zu bewerten: Ich fand die hessische Version des " Troggs " - Stücks " Wild Thing " einst zum Kotzen. Wer es wagte, die Musikstücke der Beat - Generation, zu der ich mich auch ein wenig zu gehörig fühlte, einzudeutschen und dann auch noch derart durch den Kakao zu ziehen, hatte in meiner einstigen Werteskala keinen Platz. Es reichte schon damals, dass die blöden Erwachsenen, die Alt-Faschisten und sonstige Spießer " unsere " Beatmusik in den Dreck zogen. Also: Es war für mich eine Art von Nestbeschmutzung.

Nicht ganz 5o Jahre später sehe ich das Ganze sehr locker. Längst sind sämtliche Grenzen der medialen Dauerverblödung durch die neuen Kommunikationstechnologien überwunden worden. Auch in der bundesdeutschen Gesellschaft gibt es kaum noch Tabu - Zonen, wie die schwachsinnige " PEGIDA " - Bewegung in unserer schönen Stadt es aktuell zeigt. Da las ich denn heute Morgen in der probeweise abonnierten " SZ ", dass Madame Oertel, die vorläufige " Chefin " der Bewegung nur aufgrund erheblicher Twistigkeiten innerhalb der Vereinsführung, die Brocken hingeschmiessen haben soll.

Während mein heißer Kaffee aus der Maschine in einem Becher aus Bunzlauer Porzellan vor sich hin dampfte, kam mir plötzlich die " Lisbeth ", wie ein heiterer Blitz bei Sch.., in den Sinn. Lisbeth und Bett oder auch Brett; vielleicht so gar Brett vor ´m Kopf?
Reimt sich doch? Oder?
Und dazu noch die B - Seite: Anti - Pegidist, wat will´ste mehr?






Mittwoch, 28. Januar 2015

Kathrin Oertel, Lutz Bachmann, Rene´Jahn, Achim Exner, Bernd - Volker Lincke, Thomas Tallacker sind nicht mehr die selbst ernannten Vertreter des demonstrierenden Volkes.


Einst hieß es: " Die Revolution frisst ihre Kinder ". Dieser verkürzte Satz stammt bekanntlich von dem französischen Girondisten - Führer und späteren Abgeordneten Pierre Vergniaud, der einst den Ausspruch tätigte


  Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder“ 

Nachdem der Mitbegründer und gewählte Vereinsvorsitzende der " PEGIDA " Bachmann vor einigen Tagen sein Amt aufgab, sollen heute also weitere Mitglieder des 12 - köpfigen Vereinsvorstandes, die Brocken hingeworfen haben. Dazu heißt es in den Meldungen beispielsweise, dass es interne Streitigkeiten wegen der Rolle Bachmanns gegeben haben soll. Anderen veröffentlichten Informationen zufolge, soll die als " PEGIDA " - Pressesprecherin fungierte Kathrin Oertel angeblich massiv bedroht worden sein. 



In einer eigens verfassten Presseerklärung heißt es dazu:

[...] Kathrin hat vorerst Ihr Amt als Pressesprecherin niedergelegt. Dies ist massiven Anfeindungen, Drohungen und beruflichen Nachteilen geschuldet. Sie hat sich aufgeopfert für unsere Sache, wenn aber nachts schon irgendwelche Fotografen und andere komische Gestalten um Ihr Haus schleichen, da kann man es der stärksten Frau nicht übelnehmen, wenn sie eine Auszeit braucht. Thomas Tallacker hat mit seiner Firma durch den Verlust etlicher öffentlicher Aufträge ebenfalls massive Probleme und zieht sich auch zurück. Ein neuer Vorstand wird in den nächsten Tagen in einer Sondersitzung gewählt, da auch Lutz Bachmann dafür nicht mehr zur Verfügung steht. Es geht hier aber nicht um Personalien, sondern um unsere Sache - und die ist gut und richtig. "

- Zitatende aus: 
http://www.n-tv.de/politik/Pegida-bestaetigt-Oertel-Ausstieg-article14408536.html


Nun, wie dem auch sei: Die Gründer des Vereins hatten seit geraumer Zeit ihren erhofften Auftritt in den " Staatsmedien " und sogar in der " Lügenpresse ". Das brachte ihnen vielleicht einen gewissen Bekanntheitsgrad. Der Spuk dürfte nun vorbei sein. Der als " Führer " verhöhnte Bachmann, die als " Tymoschenko - Klon " verlachte Oertel und andere - als eher verkrachte Existenzen zu bezeichnende - " PEGIDA " - Köpfe, wie Tallacker, haben zumindest temporär eines gewirkt, die Politik und die Bevölkerung insgesamt sind aus ihrer GroKo - Lethargie aufgewacht. Das satte " Volk " ging zum Teil auf die Straße und zeigte der übrigen Welt, wo es mehrheitlich steht: Für eine offene, tolerante und vielfältige Gesellschaft.

Da kann Oertel von sich und ihren Kaspern um Bachmann, nun gegenüber der Anhängerschaft - wie in der Sächsische Zeitung ( SZ ) zu lesen war - behaupten: 
" Wir sind alle rechts. Wir verfolgen rechte Politik, wir sind Patrioten, wir lieben unser Vaterland, wir lieben unsere Heimat, und wir wollen diese schützen. "   

- Zitatende - aus: SZ vom 28. Januar 2015, S.6 

Und ähnlich, wie die wirren Thesen der " PEGIDA " sowie deren Ableger " LEGIDA " oder andere Zusammenschlüsse in einigen Städten, kommt die offizielle Landespolitik daher. Ministerpräsident Tillich behauptet zunächst, dass der Islam nicht zu Deutschland und auch nicht zu Sachsen gehöre und fällt damit seiner " Angie " Merkel in den Rücken. Tillich´s Innenminister und Dresdner OB in Lauerstellung Markus Ulbig tituliert die Berufsdemonstranten in der Landeshauptstadt des Freistaates zunächst als " Rattenfänger ", um sich wenige Wochen danach mit deren Vertretern in Form des so genannten Organisationskomitees zu einem Meinungsaustausch zu treffen.Dafür wird er wiederum in seinem Polit - Verein, der CDU heftig kritisiert.

Nachdem die Bundes - und Landespolitiker zu Beginn des " PEGIDA " - Spuks noch um Antworten zu dem Zwergenaufstand in Dresden und anderswo suchten und dabei - eher reflexartig - die große Nazi - Keule hervor holten, wurden die Töne sodann moderater. Gabriel von der SPD ließ sich deshalb wohl auch auf einem Diskussionsforum der " PEGIDA " sehen. Obwohl er noch davor heraus posaunte, dass die Pegidisten kein Gesprächspartner für Sozialdemokraten seien.

Ein eher seltsamer Sinneswandel der bürgerlichen Parteien? Außer bei den " GRÜNEN " und der Partei " Die LINKE " fanden Oertel und ihre Montagsspaziergänger nunmehr Gehör. Immerhin die Menschen mit ihren unterschiedlichen Weltanschauungen sprachen miteinander, statt über den Anderen zu hetzen. Zumindest waren es einige " PEGIDA " - Vertreter, die ihren Frust nicht nur in blödsinnigen Facebook - Kommentaren und Hasstiraden in rechten Foren absonderten.

Damit ist nun Schluss. Der Dialog mit " PEGIDA " ist beendet, ehe er überhaupt begonnen hat. Die Führung, die Speerspitze der Bewegung, mit Namen Oertel, Bachmann, Tallacker, Jahn, Exner und Lincke hat sich selbst ausmanövriert. Ob es nun an dem Gesetzesbrecher Bachmann, der von vielen als ihr " An(führer ) zurück beordert werden sollte, ob es an Meinungsverschiedenheiten lag oder ob es dem Umstand geschuldet war, dass bei dem " Zwölferrat " mindestens die Hälfte als verkrachte und gescheiterte Existenzen zu gelten hat, mag dahin gestellt bleiben.

Fakt ist allerdings: Die rechten " Rattenfänger " und ihre rechten Ableger in anderen Städten haben etwas bewegt. Die Zivilgesellschaft hat sich wieder auf der Straße gezeigt. Nachdem bleiernde Zeiten der Selbstgefälligkeit und der Ignoranz zu vorhandenen gesellschaftlichen Problemen tatsächlich zu einer Einheitsmeinung geführt haben. Andererseits hat der Sturm im Wasserglas, den " PEGIDA " initiiert hat, dazu beigetragen, dass in vielen gesellschaftlichen Bereichen die latent vorhandene Fremdenfeindlichkeit wieder salonfähig wurde und - so, wie in Dresden - zu offen gezeigten Hass auf ausländische Mitbürger führte.

Da gab es seit Beginn der faschistischen Diktatur in Deutschland  schon mehrfach. Anscheinend haben die Pegidisten und sonstige nationalistische und rassistische Amöben aus der Historie nichts lernen können.
Warum wohl nicht?
Die Erklärung hierfür könnte, in Abwandelung der Oertel´schen Plattitüden vom 15. 12. 2014 so lauten:

" Wir sind alle dumm geblieben, weil wir in der Schule im Deutsch - und Geschichtsunterricht nie aufgepasst haben. Wir verfolgen deshalb auch keine gemeinsamen Ziele. Wir sind alles geldgeile Idioten, wir lieben den Konsum, den Luxus und das leistungsfreie Leben, dass andere für uns erarbeiten sollen. Wir sind spießig, ängstlich und provinziell, deshalb haben wir es im Leben zu nichts gebracht. Und weil das so ist, geben wir für alle diese Dinge den Ausländern die Schuld, vor deren Erscheinen wir uns schützen wollen. "

Ach ja, nur am Rande sei Vermerk, dass das Vorstandsmitglied Siegfried Däbritz Aktivist in einer Gruppe, die sich offiziell " German Rifle Association " nennt und für eine Lockerung des strengen Waffenrechts bis hin zur Selbstbewaffnung eintritt, ist und dort mit Geistesgrößen kommuniziert, die illegale Einwanderer bereits an den bundesdeutschen Grenzen mit einem lauten " Peng " entgegen treten möchten.


http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Das-wilde-Leben-des-Pegida-Haeuptlings-artikel9052857.php      

Herr hilf ihnen, denn sie wissen nicht, was sie vor lauter Verdummung noch tun.

Edgar Willmar Froese: " Es gibt keinen Tod. Es gibt nur einen Wechsel der kosmischen Adresse. "


Am 20. Januar 2015 verstarb in Wien, der in Sowjetsk ( Tilsit  ) geborene Musiker und Komponist Edgar Willmar Froese im Alter von 70 Jahren.
Die eher kleine Gemeinde von Anhängern der Elektronischen Musik, deren kommerzieller Wegbereiter u.a.  Edgar Froese mit der Gründung der Formation " Tangerine Dream " ( Insider - Kürzel " TD " ) nun einmal war, trauert.

Froese und " TD " galten ab den Endsechzigern lange Zeit als das Non Plus Ultra der Elektronischen Musik. Wer in jenen bewegten Jahren dem Rock zugänglich war, stellte sich in seine LP - Sammlungen auch Platten der Band, die zusammen mit " Ashra Tempel "  und " Agitation Free ", der so genannten Berliner Schule zugeordnet wurden, aus der dann wiederum namhafte Solisten, wie Klaus Schulze, Manuel Göttsching und später Bernd Kistenmacher entsprangen.

Ob diese Musikrichtung nun als " Progressive Rock ", " Krautrock " oder wesentlich später unter " New Age " und " Ambient " - Musik subsumierbar ist, dürfte denn wohl eher eine Definitionssache sein. Während die immer jenseits der " Mainstream " - Richtungen liegenden Interpreten, zudem untereinander nicht unbedingt freundlich gesonnen waren, sah sich ihre überschaubare Anhängerschaft eher als avantgardistische Musikkonsumenten.

Als in den 1980ern mit dem Punk, der " New Wave "  - und der NDW - Welle eine, dem Zeitgeist geschuldete, temporäre Musiklandschaft kreiert wurde, erhielt die Elektronische Musik insgesamt einen weiteren Aufschwung und dmit der von dem populären Rundfunkmoderator und Musikjournalisten Winfrid Trenkler konzipierten Sendung " Schwingungen " im WDR, eine geeignete Plattform, um zeitweise neue Popularität zu erhalten.
Was nun immer " New Age " als musikalischer Pendant zu " New Wave " zu bedeuten hatte, die Froese´nsche Truppe " TD ", mit ihren wechselnden Besetzungen, zählte alle Male dazu.

Die zunehmende Technisierung in diesem Genre bedingte allerdings zunächst einen exorbitant hohen Aufwand; womit ständig neue - häufig selbst konzipierte - elektronische Gerätschaften einher gingen. " TD " und weitere Interpreten trugen diesem Erneuerungszwang teilweise Rechnung und ließen gigantische Klangapparaturen auf riesigen Bühnen aufbauen.

Ein Vierteljahrhundert später lassen sich Musikstücke, Klangcollagen und ähnliche Töne aus Klein - Computern erzeugen, die inzwischen das Format eines Buchdeckels aufweisen. Die revolutionäre Entwicklung in der längst computerisierten Welt, lässt es zu.
Edgar Froese muss dieses auch vorausgesehen haben, denn er unterstrich durch seine weiteren Veröffentlichungen, den von ihm einst artikulierten Gedanken, dass seine Musik sich nicht katalogisieren ließe.


http://de.wikipedia.org/wiki/Edgar_Froese

http://de.wikipedia.org/wiki/Tangerine_Dream

http://www.lastfm.de/music/Tangerine+Dream

Edgar Willmar Froese wechselte am Dienstag, den 20. Januar 2015 in Wien seine kosmische Adresse, als er in einem Krankenhaus an den Folgen einer Lungenembolie verstarb.

" TD " und " Dolphin´s Dance " aus dem Album " Underwater Sunlight " ( 1986 )


Und aus dem legendären, Auftritt von " TD " am 10. Dezember des Jahres 1983 im kalten Warszawa, die elektronische Hommage an das Gastland mit Edgar Froese ´s "  Poland ":





Da sage mir noch einer, die Techno - Musik sei erst später erfunden worden? 

Dienstag, 27. Januar 2015

70 Jahre Lüge von der Auschwitz - Lüge.


Die als " Lügenpresse " titulierte Medienlandschaft in diesem, unserem Lande hat es seit einigen Wochen nicht einfach. Sie versucht - unter großer Kraftanstrengung - durch eine Reihe von Klimmzügen, dem verschwinden kleinen Teil von Kritikern zu beweisen, dass es sie noch gibt, die Medienvielfalt. Für viele Rezipienten des Privat - Fernsehens sind solche Ansätze indes vergeben Liebesmüh. Diesen Konsumenten interessiert es kaum, ob in Australien verheerende Brände wüten und dadurch Schäden in Millionenhöhe entstanden sind, ob in einigen afrikanischen Staaten der Ebola - Virus viele Tausend dahin rafft oder ob in Asien die Vogelgrippe zum x-ten Male ausgebrochen ist. Wehe dem aber, ein Michael Schuhmacher verunglückt, sein Bruder Ralph lässt sich scheiden oder ein so genannter Promi hat sich zum Besuch auf irgendeiner schwachsinnigen Gala angekündigt, dann werden die Ohren gespitzt und die Klüsen weit aufgerissen.

Da der durchschnittliche Vertreter dieser, unserer Zivilgesellschaft deshalb auf ständiger Suche nach der Nachrichtensensation ist, fällt es den Medien zunehmend schwerer, solche anzubieten. Deshalb befleißigen sie sich immer öfter eine völlig übertriebenen Sprache, in der unerträgliche, sprachliche Steigerungen zum üblichen Stil zählen Ab und an, gelingt es den angeblichen Mainstream - Medien doch tatsächlich, ein Thema durchzukauen, dass vielleicht längst keines mehr ist.

So  legte das Hamburger Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL " am Samstag mit einem Titel vor, der sich mit der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren befasst.
Einen Tag später wusch Günther Jauch in seiner Sonntagsabendsendung ab 21.45 Uhr nach und hatte zwei Damen als Überlebende des Lagers in Polen sowie einen pensionierten Staatsanwalt geladen, der vormals die Anklage gegen Aufseher des KZ mit führte.

Gestern und heute folgten weitere Print - Medien. Die öffentlich rechtlichen Rundfunk - und Fernsehanstalten brachten und bringen noch eine Vielzahl von Meldungen, Berichten und Dokumentationen. Auch der Deutsche Bundestag befasste sich in einer Gedenksitzung mit dem wiederkehrenden Ereignis. Die repräsentativen Vertreter des Landes hielten im Plenum entsprechende Reden.

Viel Aufwand also, um an einen Tag vor 70 Jahren zu erinnern, an dem das Mörder - Regimes in Berlin als solches entlarvt wurde. Zumindest erhielt die Weltöffentlichkeit davon offiziell Kenntnis. Auch wenn Anti - Semitismus in vielen anderen Staaten der Erde kein besonderes Phänomen war, so hatte es noch kein Land zuvor gewagt, die jüdischen Mitbürger systematisch ermorden zu lassen.
Ob der einst weit verbreitete " Judenhass " dazu geführt haben könnte, dass die uniformierten Mörder des Dritten Reichs schalten und walten konnten und somit zwischen 5,4 bis 6,3 Millionen jüdische Bürger umbringen konnten, mag dahin gestellt bleiben. Fakt ist, dass es den Holocaust gegeben hat

Zwar nicht in den Schul - Geschichtsbüchern der BRD ab 1949 bis Ende der 1960er Jahre, auch nicht in den Köpfen der Kriegsgenerationen in Westdeutschland und - wider besseres Wissens - auch nicht bei den schwachköpfigen " Holocaust - Leugner ", wie jene:


http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaustleugnung#Deutschland

Dennoch wird aktuell unter dem dümmlichen Begriff der " deutsche Schuldkultur " versucht, die generationsübergreifende Mitverantwortung, dass ein Genozid unter deutscher Verantwortlichkeit nie wieder passieren darf, von Geschichtsklitterern relativiert. Aus der eigenen Historie heraus, muss jeder Bundesdeutsche erkennen, dass die Täter - Opfer - Rolle nicht verdreht werden darf.  Dafür gibt es die freien Medien, die - entgegen dem Lügengebilde der grenz - debilen Schmierfinken aus der Neo - Faschistenszene - genau so berichten, wie sich der Ablauf der Ereignisse rund um die Juden .- Vernichtung im III. Reich abgespielt hat.


http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz_I_(Stammlager)


http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz-Birkenau

Weil aber die Gründerjahre der BRD eine Aufklärung hierzu nicht vorsahen, weil die Adenauer - Ära und die Jahre danach keine Aufarbeitung und uneingeschränkte Information vorsahen, wurde der Holocaust auch in meinen verordneten Geschichtsbüchern einfach weg gelassen. Es gab ihn nicht. Es gab auch keine Kriegsverbrecher, weil es nur in zwei Sätzen beschrieben, den 2. Weltkrieg gab.Und - wie von Zauberhand hervor gerufen - entstand aus den drei Westalliierten Besatzungszonen die Bundesrepublik. Es war eben nicht erwünscht, den eigenen Vater zu fragen, ob er ein Faschist war, nur ein Mitläufer, weil Karrierist, oder ein zum Morden abkommandierter Soldat? Diese Fragen nach der tatsächlichen Schuld am Massenmord, waren nicht erwünscht, nicht erlaubt und auch nicht vorgesehen. Danach hatte kein Kind, kein Jugendlicher, kein junger Mensch das Recht, seine eigene Herkunft, die Vergangenheit der Mütter und Väter zu reflektieren.

Erst ab den frühen 1970er  Jahren erfolgte die breite Auseinandersetzung dem dem Komplex Nationalsozialismus in der BRD. Hieraus erwächst auch die Verpflichtung aller, das Gewesene nicht unter den Teppich zu kehren. Wer je ein KZ besucht hat, sollte unterscheiden können, was Lüge und was Wahrheit ist.
Die in den faschistischen Kreisen gern aufgestellte " Auschwitz - Lüge " ist selbst eine solche. Der angeblich verordnete Sühnegedanke an die kommenden Generationen ist, sofern er als " Schuld - Kultur " von nationalistischen Dumpfbacken verunglimpft wird, ist es aber auch. Die Sühne einer Schuld kann nicht staatlich oder durch Institutionen oktroyiert werden, sondern muss aus der eigenen Überzeugung heraus erwachsen. Dieses hat wiederum ein klares Geschichtsbild zur Folge. Und daran fehlt es offenbar immer noch vielen Bundesdeutschen.



Montag, 26. Januar 2015

Play On - Mick Fleetwood´s Leben im Drogenrausch.


Wenn ein Musiker das 68te Lebensjahr beschreitet, darf dieser durchaus darüber nachdenken, aus dem - zumindest rechnerisch  - 2/3 seines abgelaufenen Lebens, eine vorläufige Bilanz zu ziehen. Viele raffen sich dabei auf und lassen ein Buch schreiben. Möglichst als Autobiografie.
So auch ein gewisser Michael John Kells Fleetwood, eher bekannt als Mick Fleetwood, geborem am
24. Juni 1947 in Redruth / England.

Mick Fleetwood ist der Mitbegründer der Rock - Blues - und Popgruppe " Fleetwood Mac ". Die Band feierte von 1967 bis Ende der 90er Jahre große kommerzielle Erfolge und verkaufte ca. 40 Millionen Tonträger.

Nun wollte der Namensgeber der Gruppe seine vielen Erlebnisse in den mehr als 30 Jahren Musik machen zu Papier bringen lassen. Heraus kam der Buchtitel " Play on ". Eine imaginäre Aufforderung mit der Musik weiter zu machen. Da werden wohl die Wünsche eher die Grundlage zu diesem Vorhaben größer sein als die Schaffenskraft des vormaligen Schlagzeugers Mick Fleetwood.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mick_Fleetwood

Dennoch muss das Buch so interessant sein, dass sich eine Hobby - Zensoren die Mühe gemacht haben, es nicht nur vollständig zu lesen, sondern hierzu ihren virtuellen Senf abzusondern.

http://www.amazon.de/Play-Fleetwood-Mac-ich-Autobiografie/dp/3453200659

Mit solchen Lebensaufgaben haben sich vor dem Musiker Fleetwood bereits andere Größen des Musik - Kartells versucht. Überwiegend solche, die längst ihren Erfolgszenit überschritten haben.
Trotzdem scheint es Mick Fleetwood nicht weiter zu interessieren, dass sich deren Biografie vielleicht ähnlich liest. Heruntergebrochen auf drei Komponenten lautete das Motto des Vollblutmusikers, denn eher simpel: " Drugs, Rock ´N ´Roll, Money ". Wovon dem guten Mick denn eher nur der Rock ´N ´Roll geblieben ist.
Wer 30 Jahre lang Koks konsumiert hat, muss einer höheren Macht eher dankbar sein, dass er noch unter den Lebenden verweilen darf. Mick Fleetwood macht sich herüber keine Gedanken und plauderte in einem " SPIEGEL " - Gespräch über die Band und ihre Metamorphose vom Blues - Rock zum Pop.

Der arme Peter Green kommt dabei nicht so gut weg. Schließlich verschwand er aus der Truppe eher sang - und klanglos, weil ihm das LSD das Hirn vernebelte und er jahrelang nichts mehr auf die Reihe bekam. Uschi Obermaier aus der Münchner Kommune I soll dabei kräftig mit geholfen haben, denn sie war auf Mick Jagger scharf. An den wäre sie aber ohne den gutmütig Peter Green nie heran gekommen. Also machte sie Peter so ihrem Werkzeug, ließ ihn Trips einwerfen und sich selbst zum " Stones " - Sänger hinführen. So einfach war das schon damals. Beziehungen sind eben alles.

Mick indes musste mit Ansehen, wie seine Band auseinander brach. Der Kopf der Song - Fabrik war im Farbenrausch, deshalb gab es keine neuen Stücke mehr.Auch Danny Kirwan gab sich zunehmend dem Drogenkonsum hin und landete - allerdings nach seinem Rauswurf aus der Gruppe - in der Psychiatriere.
Der dritte Gitarrist, Jeremy Spencer, fühlte sich mit der ihm anvertrauten Aufgabe, die Lücke, die Peter Green nach 1970 in Bandgefüge gerissen hatte, ausfüllen zu müssen, eher überfordert. Er quittierte alsbald auch seinen Dienst.

Die Band löste sich in Wohlgefallen auf. Zudem hatte ein findiger amerikanischer Manager die Idee, den nicht vorgenommen Schutz des Bandnamens " Fleetwood Mac " für seine kommerziellen Zwecke zu nutzen und ließ ein Formation mit namenlosen Musiker unter " Fleetwood Mac " eine Zeit lang durch die USA tingeln. Erst nachdem Mick Fleetwood einen angestrengten Prozess gegen den Namensmissbrauch gewann, konnte er die Gruppe neu formieren.

Zwischendurch indes gab es über Jahre reichlich Koks - Parties und sonstige exzessiven Phasen, weil der gute Mick viel Geld verdiente, mit dem er allerdings nicht umgehen konnte. Kurz vor dem finanziellen Ruin, gönnte er sich eine Schaffenspause.
Nun möchte er mit der letzten Band - Formation wieder touren.

Sein Buch hat er ja deshalb im letzten Jahr auf den Markt geworfen. Na, nur die eingefleischten Fans jubeln. Der Rest kennt den Inhalt bereits durch andere Exponenten des Rock - und Pop - Zirkusses.
Nichts neues, also. " Play on "? oder " Then play on "? -das dürfte die existenzielle Frage für die " Macs " in Zukunft sein.
Ich würde eher behaupten: " Don´t play it again ", denn die goldenen Zeiten sind längst vorbei.


Bremen ist ´ne schöne Stadt oder: Erinnerung aus den letzten Jahrhunderten.




Irgendwann hatte ich den Versuch schon mal gestartet, über ein Buch zu schreiben, dass ich vor über 30 Jahen zum Geburtstag geschenkt bekam. Dann machte mein alter PC schlapp, die Datei war futsch und die gesamte mühevolle Schreiberei nahezu umsonst. Das Buch, schon reichlich abgegriffen und vergilbt, liegt indes immer noch in meiner Vitrine.

Der Zufall wollte es, dass mir vor einiger Zeit ein Ex - Bremer, dessen Wohnort jetzt Berlin heißt, zu einem Post über einen einstigen Bremer Bürgermeister und dessen damaligen CDU - Kontrahenten schrieb, Langsam tauschten wir einige Erinnerungen aus. Ich besuche seit dem auch seine eingestellte facebook - Seite.

Jene Begebenheit hat mich nun veranlasst, den missglückten Versuch, über jenes geschenkte Buch mit dem Titel " Bremen ist ´ne schöne Stadt " erneut aufzunehmen und es jetzt besser zu machen.

Wohlan!

Das Buch beginnt mit einem Lied. Über dessen Urheber nichts mitgeteilt wird. Es regt vielleicht zum Schmunzeln an, denn dieses Liedchen liest sich so:

" Bremen ist ´ne schöne Stadt - hollahi hollaho -
   weil sie ienen Friedhof hat - hollahiaho !
   Der Friedhof hat ´n Loch im Zaun,
   da sind die Leichen abgehau´n.

    Bremen ist ´ne schöne Stadt..
    weil sie einen Glaser hat..
    Der Glaser haut die Scheiben ein
    und sagt: " Da müssen neue rein! "

    Bremen ist ´ne schöne Stadt..
    weil sie einen Schuster hat.
    Der Schuster ist ein doofer Mann,
    er klebt die Hacken vorne dran.

    Bremen ist ´ne schöne Stadt..
    weil sie einen Bäcker hat.
    Der Bäcker schlägt die Fliegen tot
    und macht daraus Rosinenbrot. "

Das eventuell selbst gedichtete Lied hat möglicher Weise keinen tieferen politischen oder gesellschaftskritischen Hintergrund. Die Hobby - Poeten indes veröffentlichen danach allerdings eine Reihe von Beiträgen, deren Inhalte sehr wohl einen gesellschaftspolitischen Anspruch vermitteln; einen systemkritischen nämlich.

Nach einem Vorwort der Verfasser, die zunächst auf die Unterschiedlichkeit der Stadt hinweisen, bietet das Buch 21 Geschichten auf 147 Seiten.Es sind Beiträge aus einem breiten Spektrum über, zu und mit der Stadtgemeinde Bremen.

Nach mehr als 3 Dekaden habe ich das Buch wieder aus meinem Schrank geholt. Es sieht inzwischn leicht vergilbt aus, hat wellige Seiten bekommen und Eselsohren. Es hat mittlerweile 8 Umzüge erlebt und ist dabei einige hundert Kilometer transportiert worden.
Es ist also weit gereist. Der Inhalt hat sich indes nicht verändert.

Die 29 Autoren und das 40 Köpfe umfassende Projektteam zeichnen ein Bild von Bremen, das nicht nur als Momentaufnahme zu sehen ist. Das Buch beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit der Hansestadt. Ein Streifzug über die vielen Segmente der Stadthistorie, der Stadtentwicklung und der Stadtbevölkerung.

Die Freie und Hansestadt Bremen zeigt sich in dem Buch aber nicht nur historisch beladen. Die diversen Autoren tragen daneben auch die kulturellen Aspekte der Stadtgemeinde vor. Nicht nur der altehrwürdige Bremer Freimarkt findet hier Platz, auch traditionsbeladene Baute, wie der Rembertistift, das Arbeitshaus auf der Herrlichkeit oder das Ballhaus, welches später zum Krankenhaus umgewidmet wurde, fließen in die kurzen Abhandlungen mit ein. Es geht desweiteren um Minderheiten in Bremen, wie die einst in Bremen lebenden Sinti; es wird von dem damaligen Armenhaus in der Großestraße berichtet, von dem Arbeitslager in Huckelriede. Es werden auch soziale Randgruppen einbezogen, wie Behinderte, Migranten, Arme, Flüchtlinge.

Bremen zeigt sich schon damals vielfältig. Durch den maritimen Anstreich ist die Stadt weltoffener geworden; wenngleich mit einem provinziellen Touch, der bis heute erhalten wurde. Bremen ist eine Großstadt mit zeitweise dörflichen Charakter. Durch den sich zum Zeitpunkt der Drucklegung und Herausgabe 1981, bereits vollziehenden wirtschaftlichen Strukturwandel, leben in Bremen aber auch viele Arme. Es gibt Stadtteile mit einer hohen Erwerbslosenquote. Es gibt immer noch so genannte Problemviertel. Es gab zu Beginn der 80er noch die Subkulturen im Viertel, die Punks, die Alternativen und die vielen Drogensüchtigen.

Die 1980er Jahre waren aber auch der Beginn der wundersamen Auferstehung des Sportverein SV Werder Bremen, der in der Rehhagel - Ära viele Erfolge verbuchen konnte. Während es mit der Wirtschaft in den Keller ging, glänzte der Vorzeigeverein von der Weser nicht nur in der BRD, sondern auch in Europa.

Und weil die Großstadt an der Weser längst bunt geworden ist, habe ich das Buch aus aktuellem Anlass wieder aus dem Schrank geholt und gelesen. Die vielen Mitautoren dort sind längst nicht mehr samt und sonders in der Hansestadt. Einige zog aus weg, in andere Länder, andere Städte. Andere wiederum blieben in HB und haben privat und beruflich ihre Erfüllung gefunden. Beim Lesen der Namen konnte ich dennoch so manch Einen mit einer persönlichen Erinnerung verknüpfen.
Immerhin durfte ich ein Vierteljahrhundert in der Hansestadt an der Weser verbringen.
An einer Häuserwand im Ostertor las ich einst:

" Lasst euch nicht vereinsamen ". Eine Sponti aus der Alternativszene hatte den Spruch dort aufgesprayt. Nein, einsam war ich in der Großstadt nie, dazu war und ist sie immer noch sehr vielfältig.

Zudem gilt für mich immer noch " Lebenslang grün - weiß !"



Donnerstag, 22. Januar 2015

Zur Psychologie des Pinkelns.



Die alte Tante Justitia muss sich bisweilen mit eigenartigen Verfahren beschäftigen, weil skurrile Menschen eine abstruse Rechtsauffassung besitzen. Zu den Prozessen im Bereich des Mietrechts, trifft diese Feststellung alle Male zu. Ob nun rauchende Nachbar auf dem Balkon, nachts badende Mitmieter oder laute Lustschreie in dem Schlafzimmer nebenan, dieses Sachverhalte können durchaus von Gerichten beurteilt werden.

Einn derartigen Fall hatte aktuell das Amtsgericht Düsseldorf zu entscheiden. Ein Mieter verlangte die Rückzahlung seiner Kaution; weil der Vermieter dieses mit der Begründung verweigerte, der Mieter habe durch Urinspritzer, die sich während des Stehendpinkelns auf dem Marmorboden abgesetzt hätten, diesen beschädigt, verweigert.
Zu Unrecht, wie das Amtsgericht nun in seinem Urteil zu Az.: 42 C 10583 / 14 entschied.

Der Vermieter wurde zumindest erstinstanzlich zur vollständigen Rückzahlung des Deponats verurteilt. Im konkreten Fall behielt der Vermieter aus der Mietsicherheitssumme von 3.000 EUR einen Betrag von 1.900 EUR ein.
Der zuständige Dezernent der Abteilung 42  des Amtsgerichts Düsseldorf Richter Stefan Hank begründete sein Urteil damit, dass es sich bei dem abgestumpften Marmor - Fußboden um einen, durch Urinspritzer verursachten Schaden, handele, der durch häufiges Urinieren im Stehen verursacht worden sei, doch dieses habe der Vermieter hinzunehmen, denn das Stehendpinkeln sei " trotz der zunehmenden Domestizierung des Mannes " immer noch weit verbreitet.

Auch wenn diese Art des Wasserlassens bei weiblichen Mitbewohnern nicht sehr beliebt sei und dabei zu erheblichen Auseinandersetzung ( wohl wegen der Hygiene ) führe, sei mit Verätzung durch Urinspritzer des im vorliegenden Fall in dem Badezimmer oder Gäste - WC, nicht automatisch zu rechnen. 

Nun, beim Lesen der Artikel zu diesem Urteil, fiel mir die " Psychologie des Pinkelns " wieder ein, die da lautet:


Die Psychologie des Pinkelns

Sag`mir , wie du pinkelst , und ich sage dir , wer du bist !


Schamhafter Typ : Kann nicht pinkeln , wenn jemand zusieht und tut so , als ob er schon fertig wäre .
Geselliger Typ : Geht ständig mit anderen zum Pinkeln , egal ob er muß oder nicht .
Praktischer Typ : Pinkelt freihändig und bindet dabei die Krawatte .
Gleichgültiger Typ : Pinkelt ins Waschbecken , wenn alle Pinkelbecken besetzt sind .
Protziger Typ : Öffnet 5 Knöpfe , wo 2 genügen würden .
Geistig umnachteter Typ : Öffnet die Weste , greift den Schlips und pinkelt in die Hose .
Verspielter Typ : Spielt mit dem Strahl und ziehlt damit auf Fliegen .
Wissenschaftlicher Typ : Zählt beim  Pinkeln die Luftblasen .
Nervöser Typ : Findet den Verschluß nicht , sucht verzweifelt zwischen Hemd und Hose und gibt dann auf .
Alpiner Typ : Klettert auf die Klotür und pinkelt von oben .
Verträumter Typ : Pinkelt ins Hosenbein und macht erst dann die Hose auf .
Eiliger Typ : Pinkelt und merkt beim Weggehen , daß er noch nicht fertig ist .
Freundlicher Typ : Hilft seinem Nachbarn beim Halten und Abschütteln .
Konfuser Typ : Irrt auf der Damentoilette herum und sucht nach dem Pinkelbecken .
Umweltbewußter Typ : Pinkelt ins Becken seines Nachbarn , um Spülwasser zu sparen .
Artistischer Typ : Pinkelt im Handstand .
Hinterhältiger Typ : Läßt beim Pinkeln einen fahren , schnüffelt und sieht den Nachbarn vorwurfsvoll an .
Aufgeregter Typ : Kann das Hosenloch nicht finden , zerreißt die Hose oder reißt die Knöpfe ab .
Schläfriger Typ : Pinkelt durch das Hosenbein in die Schuhe , geht mit offenem Stall weg und ordnet 10 Minuten später ein .


Mittwoch, 21. Januar 2015

Das Outfit des Sommers 2015?

Da  hat es doch tatsächlich eine gewisse Toyah Diebel es gewagt, das Outfit der " PEGIDA " - Sprecherin Oertel zu konterkarieren.
Die Kreation nennt die Dame " Pegida - Girl ".
Als wenn es nicht schon genug Mutantinnen in diesem Land gäbe.
Und weil es eine sehr gelungene Nachbildung der blonden Dame in schwarzer Kleidung wurde, fühlten sich die Dummschwätzer, Analphabeten und Verfechter der kreativen Rechtschreibung im Jahre 103 nach Konrad Duden bemüssigt, gegen das Video, die Urheberin und die vermeintlichen Gegner der Pegidisten, so ordentlich vom Leder zu ziehen.


https://www.facebook.com/leoparden.lilly

Nun ist " Lutz " Adolf " Bachmann mit dem heutigen Tage als Vorsitzender des Vereins " PEGIDA " e. V. zurück getreten. Der geistige Brandstifter für die geschürte Ausländerfeindlichkeit in unserer Stadt verabschiedet sich also aus der nationalistischen Folklore - Szene. Oertel indes bleibt. Sie ist ja schließlich Schatzmeisterin. Die von Bachmann und Konsorten gesäte Saat ist inzwischen aufgegangen. Viele der ausländischen Mitbürger fühlen sich nicht mehr heimisch; werden von Einheimischen angepöbelt und bedroht. Den Fans von " PEGIDA " ficht das indes nicht an.
Gegen diese Stimmungsmache hilft nur ein konsequentes Dagegenhalten. So schrieb ich in einem Forum folgendes:

" Leider sollen diese Fans unserer so genannten Mittelschicht angehören. Die TU DD hat vor einigen Tagen eine Feldstudie durchführen lassen, die diese Behauptung untermauern soll. Der viel zitierte Pferdefuß ist dabei nur, dass von 1.200 Befragten, in etwa 340 nur antworten wollten; der Rest blieb stumm. Warum wohl? Damit ist die TU - Untersuchung nicht repräsentativ. Wenn alle Pegidisten allerdings jene intellektuellen Fähigkeiten vorweisen, wie jene Orthografie - Banausen hier und in anderen Foren und dieses die Dresdner Mittelschicht sein soll, dann fragt sich jeder kritische Betrachter: " Was ist dann das Prekariat? " Konrad Duden lässt herzlichst grüßen! "

Danke an Toyah Diebel für dieses Video, dass die gesamte nationalistische Szene in helle Aufruhr versetzte.:

Das wahre Gesicht des Lutz Bachmann.

Wer seine Feinde heraus fordert, muss damit rechnen, dass er von ihnen Prügel bezieht. Jetzt hat das Imperium, die so genannte " Lügenpresse ", zurück geschlagen. In den unendlichen Weiten des World Wide Web wurden investigative Journalisten der Dresdner Morgenpost ( MoPo ) fündig und entdecken ein Bild des " PEGIDA " - Mitbegründers Lutz Bachmann, der sich, für neutrale Betrachter deutlich erkennbar, in einem Hitler - Outfit zeigt.
Lutz " Adolf " Bachmann also?

http://www.express.de/politik-wirtschaft/mit-hitler-bart-so-zeigte-sich--pegida-boss-lutz-bachmann-bei-facebook,2184,29622130.html

Zudem hat eine Hackergruppe seinen geschlossen Facebook - Account geknackt. Hierin soll Bachmann mit einer weiteren, einst befreundeten Nutzerin, in übler Weise über " Asylanten " her gezogen sein: Seine Ausfälle sind zwar inzwischen gelöscht, doch es war dort zu  lesen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-facebook-eintraege-von-lutz-bachmann-a-1013982.html

Mensch " Bachi ", dat passt so gar nicht in das mittlerweile sorgsam gepflegte Saubermann - Image der Pegidisten. Da wird doch immer die Mär verbreitet, dass diese per se nicht ausländerfeindlich sind.
Und jetzt so etwas? Wie konnte das nur passieren? Wir, die angeblich von " PEGIDA " vertretenen Ahnungslosen, die sich bisher nur mit der " Lügenpresse " abgeben mussten und die, die als Stimmvieh, dem " Politker - Pack " auch noch dabei helfen, über die Köpfe des Deutschen Volkes hinweg regieren zu können, wir haben so viel Hoffnung in die deutsch - national, ja, die europäisch - patriotisch agierenden Pegidisten gesetzt, die uns aus dem Joch der " links - versifften " Medien, der Exponenten des Gutmenschentums, aus den Fängen des Islam, des Koran, der Imame, befreien könnten.


Die Bewegung sei nicht ausländerfeindlich? Die Parolen und Spruchbänder auf den Montagsspaziergängen zeigen indes ein anderes Bild. Wer hier Asyl bekommt, bestimmen nicht wir und schon gar nicht Bachmann und Konsorten, sondern die zuständigen Behörden und Gerichte.
Doch das Demokratieverständnis dieser Berufsdemonstranten ist nicht sehr stark ausgeprägt. Da wundert es nicht, dass solche dämlichen Sprücheklopfer, wie Bachmann, Däbritz oder Tallacker reichlich Zulauf erhalten.

Die Tageszeitung " The Irish Times " titelte denn auch:


Pegida founder under fire over alleged posing as Adolf Hitler




" Under fire " ist der richtige Begriff dafür, was auch die hiesigen Medien diesem Selbstdarsteller gegenüber stellen sollen: " Feuer unter´m A... machen! "

Wohlan, da stellt sich in diesem Zusammenhang die immer wieder gern formulierte Frage, die auch - wegen ihrer  absurden Meinungsäußerungen - vormals  einer gewissen Eva Hermann gegenüber gern erhoben wurde:

" Ist Bachmann braun oder doof? " 



Dazu passend und als Overtüre zur nächsten " PEGIDA " - Veranstaltuung anempfohlen:

" Bachman -Turner Overdrive " mit dem Stotter - Hit " You Ain´t Seen Nothing Yet "






Wie wahr! Blinde Pegidisten sehen den Wald vor lauter muslimischer Bäumen nicht!

Dienstag, 20. Januar 2015

Herbert Grönemeyer: " Flugzeug im Bauch "


Die Berufung, ein Prominenter, ein so genannter Star, oder, noch übertriebener, ein " Superstar " zu sein, ist häufig mit erheblichen Problemen verbunden. Dazu kommt das biologisch eingestellte, nicht mittels Schönheitschirurgie, industriellem Make Up oder Designer - Bekleidung, drohende Verfalldatum, was über kurz oder lang wie ein Damoklesschwert über das eigene Haupt schwebt. Diese Faktoren lassen eine Person aus dem ständig größer werdenden Feld der so genannten Personen der Zeitgeschichte alsbald verzweifeln.

Wer intelligent genug ist, zieht sich deshalb schleichend zurück. Nur die völlig Uneinsichtigen glauben immer noch an die ewige Jugend, an einen Jungbrunnen, der ihnen jenes Aussehen zurück gibt, dass sie über viele Jahre im anstregenden Show - Biz verloren haben.
Weil aber nicht sein darf, was zu sein scheint, gerät so mancher alternde Künstler in helle Aufregung, wenn er sich so sieht, wie er inzwischen geworden ist: alt und grau.

Da las ich vor einigen Tagen, dass der Sprechgesang - Interpret Herbert Grönemeyer während eines Aufenthalts auf dem Flughafen Köln / Bonn, angeblich einem so genannten Paparazzi an den Kragen gegangen sein soll. Grönemeyer behauptet, er sei von zwei Fotografen in die Irre geführt worden, denn sie hätten plötzlich aus einem Gepäckstück Kameras heraus geholt, ihn und seine Familie verfolgt und dabei fotografiert.

Grönemeyer habe deshalb die Beherrschung verloren und einem der Fotografen angegriffen. Der zweite Mann habe dieses dann gefilmt. Grönemeyer hat über seinen Rechtsnawalt inzwischen eine Einstweilige Verfügung erlassen, die es der " BILD " untersagt, diesen Film weiter öffentlich zugänglich zu machen.

Sollte die Version des Fotografen tatsächlich zutreffen, wird Onkel Herbert ein ernsthaftes Problem bekommen. Ihm könnte ein Schadenersatzprozess drohen, wenn sich heraus stellt, dass die Aufnahmen im öffentlichen Bereich des Flughafens gefertigt wurden. Da ist nämlich Grönemeyer als absolute Person der Zeitgeschichte gegen Fotoaufnahmen nicht mehr geschützt.
Was den Sänger wohl so wütend gemacht haben soll, war das Fotografieren seiner Lebensgefährtin, mit der er sich bislang in der Öffentlichkeit nicht zeigte.

Mensch , Gröni, musste das sein? Lass´s gut sein, in diesem Alter spricht das Wort, nicht die Faust, sonst wird´s zu teuer.


http://www.schlagerplanet.com/news/aktuelle-nachrichten/herbert-groenemeyer-kassiert-anzeige-wegen-koerperverletzung_n5443.html

Kathrin Oertel, 36, aus Coswig bei Dresden trifft Günther Jauch, 58, aus Potsdam zum kuscheligen Talk.


Nun haben sie es geschafft, die Initiatoren des Vereins " Patriotische Europäer Gegen Die Islamisierung Des Abendlandes " und sind mit der " Lügenpresse " in ein Gespräch gekommen. Zunächst war die Schatzmeisterin des Vereines " PEGIDA " am Sonntag ab 21.45 Uhr bei der Gesprächsrunde mit Günther Jauch im noblen Gasometer zu Berlin zu sehen.
Unser aller " Günnex " hatte die bislang unbekannte Dame zusammen mit einem bislang unbekannten Herrn Alexander Gauland von der AfD und den sehr bekannten Herrn Wolfgang Thierse, dem CDU - Nachwuchspolitiker Jens Spahn und dem Dresdner Frank Richter, der als Direktor der Sächsischen Landeszentrale für Bildung tätig ist., zum Small Talk über den Sinn und Unsinn der selbst ernannten, völkischen Montagsspaziergänger gebeten.

Oertel wagte sich also in die vermeintliche Höhle der Löwen, den Staatsmedien. Denen wollten Pegidisten bisher keine Interviews geben. Nun, nachdem über die Bewegung in epischer Länge und aller Breite, überall - einschließlich des Auslands - berichtet worden ist, kam die Dame in schwarz mit den streng zurück gekämmten blonden Haaren von ihrem selbst gezimmerten Podest, das sie zuvor jeden Montag betrat, um von vorgefertigten Skripten wortgetreu abzulesen und den Inhalt der johlenden, skandierenden und pfeifenden Massen mittels Mikro zu verkünden.

Oertel verkündete aber nicht nur ihre Sichtweise zum Allgemeinzustandes der Republik im Jahr 2 der 3. GroKo. Aus den politischen Allgemeinplätzen hat sie jenes Zerrbild zusammen geschustert, dass neben der Unfähigkeit der Politik, auch die Überfremdungsgefahr durch " zügellosen " Zuzug von Ausländern wieder geben soll. Oertel als Sprachorgan der vereinten, der frustrierten Massen, 25 Jahre nach der Wiedervereinigung?
Bei Jauch´schen Talk indes kam von den Plattitüden, die sie sonst montäglich absondert, nicht viel herüber.

Dem vorsichtig fragenden, ja nahezu ehrfurchtsvoll agierenden Multi - Millionär, war die blonde Dame in Schwarz wohl nicht ganz geheuer. Oder hatte der Großverdiener noch genug von der Prügel, die er zuvor wegen seines unbotmäßigen Auftretens gegenüber dem AfD - Vorsitzenden Lucke, einstecken musste, genug?
Lucke hat er nach allen Regeln der Kunst vorgeführt; Oertel behandelte er hingehend sanftmütig.

Und so kam es, dass die blonde Dame nicht in die Bredouille geriet, als sie von dem CDUler Spahn wegen der ausländer - kritischen Einstellungen ihres Vereins angegangen wurde. Sie durfte auch in der Talk - Runde von ihrem mit gebrachten Skript ablesen. Ihre Aussagen waren eher moderat, denn hetzerisch, so, wie jene Parolen, die sonst ihre Freunde am Montag brüllen.

Ab und an sprenkelte Oertel die Standard - Vokabeln, wie " Gutmenschen ", " Islamisierung " hinein. Inhaltlich blieb sie eher vage, nahezu nichtssagend und sehr diffus. Da hätte Millionär " Günnex " nachhaken müssen. Hat er aber nicht. Einzig Jens Spahn war leicht auf Krawall gebürstet.
Deshalb blieb es bei dem üblichen Geseiere, das Politik ja für den Menschen dazusein hat. Dass die protestierenden Bürger, sich doch bitte schön an ihre Politiker vor Ort wenden könnten, um ihre Sorgen, Ängste, Fragen und mehr zu artikulieren.

Immerhin, Oertel bestand die Feuertaufe bei Jauch. In dessen Gesprächsrunde sonst eher politische Schwergewichte sitzen und geschliffene Sätze ohne Inhalt absondern dürfen.
Oertel spielte an diesem 18. Januar 2015 eine Stunde lang als Kreisligistin in der CL. Eine tolle Erfahrung muss das gewesen sein. Zumal sie auch ihre lieben Freunde mitgebracht hatte. Die üblichen Claqueure, die kräftig applaudierten, wenn Oertel sich bis zur nächsten Frage herüber gerettet hatte.

1. FC Coswig 2011 eV gegen Real Madrid; FC Vorwärts "PEGIDA " gegen Arsenal London oder Ausländerfrei Sachsen gegen FC Porto. So hätte das Aufeinandertreffen der Diskutanten in der Fußball - Sprache lauten können. Der international anerkannten englischen Sprache sind die Pegidisten nicht mächtig. Nicht einmal die deutsche Rechtschreibung ist ihnen hinreichend bekannt. Das Hamburger Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL " jagte vor kurzem eine Mitarbeitergruppe in die sächsische Landeshauptstadt und die umliegende Provinz, um zu erkunden, wer die Antreiber der nationalistisch - gefärbten Folklore - Veranstaltung sind. Die weltoffene Millionenstadt an der Elbmündung kennt zwar auch eine rechte, eine radikalisierte Szene, doch die bringt zu ihren Demonstrationen allenfalls ein paar Hundert Teilnehmer auf die Beine. Deshalb sind die " SPIEGEL " - Mitarbeiter auch der Frage nachgegangen, woher diese Menschenmassen kommen; vor allem aber, recherchierte das Kollektiv im persönlichen Umfeld von Geistesgrößen, wie Tallacker, Däbritz und Bachmann.

Süffisant sezierte die " SPIEGEL " - Crew deren hoch geistige Ergüsse auf der " PEGIDA " - Facebook - Seite und kam zu dem vernichtenden Urteil, dass dort " Rumpel - Deutsch " geschrieben wird.
Also doch nicht CL, sondern ein Rückfall in die schlimmsten Zeiten des einstigen Bundestrainers Erich Ribbeck, als zum Ende der 1990er Jahre eher " Rumpel " - Fußball von " Rumpel - Füsslern " gespielt wurde.

Diese intellektuellen " Rumpel - Füssler " vertreten also einen Verein, der sich gegen eine vermeintliche Islamisierung der Bundesrepublik und mehr wendet. Da ist natürlich die Frage gestattet, wo denn diese angebliche Islamisierung sichtbar wird? Gibt es Anzeichen dafür, dass in den Schulen Koran - Unterricht als Pflichtfach eingeführt wird? Beherrschen inzwischen Moscheen das Bild der Städte und Gemeinden? Ruft der Iman in aller Allah´s Frühe vom Minarett zum Gebet? Gibt es nur noch frisch geschächteten Hammel statt MRSA - verseuchtes Schweinefleisch?  Dürfen die hier lebenden Frauen nur noch n Begleitung ihres Mannes auf die Straße und müssen dabei den Tschador tragen?  Werden in den Fernsehprogrammen ausschließlich zensierte Filme  mit züchtig bekleideten und sich sittsam verhaltenen Akteuren statt Soft - Porno - Szenen, Mord und wilde Verfolgungsszenen gesendet? Gibt es zur Unterhaltung anstelle der Spiele der Bundesliga und anderer Pflichtspiele, in denen  22 über bezahlte Fußballprofis hinter einem Ball her jagen, dann nur noch Live - Übertragungen von Kamelrennen?

Wehret den Anfängen, hört auf " PEGIDA ", wählt AfD, schließt die Grenzen, baut einen statt 8 Meter hohen Drahtzaun, wie er zu der Grenze zwischen den USA und Mexiko gezogen wurde, eine 12 Meter hohe Stahlmauer mit zehnfach gesicherten Toren.

Aber zurück zu Kathrin Oertel und ihren Auftritt in der Beletage der Sabbelrunden, bei " Günnex " Jauch. Für ihre Verhältnisse hat sie sich achtbar geschlagen. Wohl deshalb, weil der Master Of Talk Günther aus Potsdam, der Landadelssitzeigentümer, ihr das Leben nicht zu schwer machte. Keine schnippischen Fragen, kein Aufdecken von Widersprüchen in den vorgefertigten, gleichförmigen Antworten. Nichts! Viele der Zuschauer, die Jauch sonst krawalliger miterleben konnten, waren eher enttäuscht.
Nun, er hat auch so etwas, wie eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen geladenen Gästen. Deshalb wurde die blonde Kathrin nicht zur Schlachtbank geführt.

So zimperlich gehen die Gesinnungsfreunde von Oertel auf den vielen Seiten im Internet, in Foren oder in den Leserbrief - Abdrucken der Tageszeitungen nicht mit ihren Gegnern, den Kritikern oder den Skeptiker um. Da wird vom Leder gezogen über jene " Linkspresse ", über die " Politiker - Kaste " und insbesondere über Ausländer. Die gesamte Palette der Verbalinjurien, die ganze Breite der Fäkalsprache und das umfassende Spektrum von  Vorurteilen ist dort regelmäßig zu lesen. Andere Meinungen gelten in den eigens hierfür zur Verfügung gestellten Internetseiten nicht. Sollte es jemand wagen, dort zu widersprechen, wird dieser gnadenlos nieder gemacht.

Meinungsfreiheit im Jahre 2015?

Oertel ließ von diesen Wildwest - Methoden indes nichts durch blicken. Möglicherweise ist ihr das Verhalten ihrer Anhänger auch nicht bekannt. Ein paar Nadelstiche konnte sie dennoch setzen. So behauptete sie - unwidersprochen -, dass ein Teil der Asylbewerber aus Tunesien seien und gab dazu den Zusatz " Da machen andere Urlaub ". Sie wies daraufhin, dass die Asylverfahren viel zu lange dauerten und ein abgelehnter Antrag nicht automatisch eine Abschiebung zur Folge habe.
Der AfD - Mann Gauland pflichtete ihr bei und gab die Schuld daran der CDU und dem anwesenden Abgeordneten Spahn.

Ansonsten verlief die Diskussion viel zu flach. Auf die rassistischen Äußerungen einiger Mitläufer in Dresden, die sich gegenüber dem Team des Nachrichtenmagazins " Panorama " dann doch nicht mehr zugeknöpft zeigten, ging Jauch nicht näher ein, sondern verwies lediglich auf die Möglichkeit, einen auf der Internetpräsenz aufrufbaren Beitrag sehne zu können.


http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/panorama5360.pdf

Günther Jauch hielt sich also sichtbar zurück. Auch Wolfgang Thierse war eher schaumgebremst. Statt Zoff ab 21.45 Uhr gab es Gesprächsbereitschaftszusagen. Langweilig.

Dafür haben es  Oertel und Mitstreiter geschafft: Sie sind medial aufgewertet worden und spielten in der Tat für 1 Stunde in der Königsklasse. Dann ging es zurück nach Coswig bei Dresden, während Jauch noch innerhalb des Abspanns, wie von der Tarantel gestochen aus seinem Sessel hoch schnellte und die Runde verließ. Jauch hält nichts von diesen ausländerfeindlichen Pegidisten. Schließlich hat er vor einigen Jahren mit seiner Ehefrau zwei sibirische Waisenhauskinder adoptiert. Nun fuhr er zurück nach Potsdam, der Landeshauptstadt Brandenburgs. Dort, wo seit einigen Jahren eine rot-rote Koalition das Sagen hat.

Oertel  kehrte nach Sachsen zurück, dort wo seit 25 Jahren schwarze CDU - Misswirtschaft betrieben wird; mit Hungerlöhnen, einem gesamten Pendlersaldo in den Städten von 140.000, einer überalterten, schrumpfenden Bevölkerung und einer Arbeitslosenquote von derzeit 8,5 %.
Hier leigen die wahren Ursachen für den Frust der Montagsspaziergänger. Prekäre Arbeitsverhältnisse, zu erwartende, schmale Renten und eine eher unsichere Zukunft, treiben die Pegidisten auf die Straße.
Von wegen, relativ gut ausgebildet, leicht überdurchschnittlich verdienend, wie eine Studie der TU Dresden es weis machen möchte.
Die wenigen Teilnehmer an der TU - Befragung sind weder repräsentativ, noch  geeignet, irgendwelche Rückschlüsse auf die Sozialisation des Mitläufers zu ziehen.

Oertel bei Jauch, dass war Kreisklasse in der Champions League der eitlen Selbstdarsteller mit dem Ergebnis, dass ein trostloses 0:0 entstand.