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Sonntag, 30. November 2014

Aufgemännelt 2014!


Nun ist es wieder so weit! " Kinners ", wie die Zeit verflog. In altersgemäßer Betriebsamkeit haben wir die Schatztruhe auf dem Dachboden geöffnet und geleert. Es kamen dabei - wie in all den Jahren zuvor - die sattsam bekannten Deko - und Illuminationsutensilien zum Vorschein. Die Lichterketten, die Weihnachtssterne, die Schwippbögen. Aus anderen Ecken des Hauses brachte ich dann die Leibgarde des Bürofensters ins Spiel. Die Nussknacker aus dem nahen Erzgebirge.
Auch sie bekamen ihren Platz an an der Sonne und stehen nun dort, in Reih´und ohne Glied, um den Dingen zu harren, die jetzt noch kommen mögen.

Das wäre zunächst der 1. Advent des Jahres 2014. Dieser fällt auf den letzten Novembertag des Jahres 2014. Und damit steht auch fest, dass das Jahr 2014 - nach christlicher Zeitrechnung - nur noch 31 Tage hat.

Die Adventszeit des Jahres 2014 liegt indes noch vor uns. Ab heute beginnt dann der Count Down bis zum 24. Dezember, dem Heilig Abend und der Geschenke - Austauschaktion. Über 400 € sollen die Bundesdeutschen, sofern sie der deutschen Leitkultur angehören, in diesem Jahr ausgeben. Durchschnittlich gerechnet. Mal hören, was in diesem Jahr die Geschenkrenner des Weihnachtsfest sind.
2010 waren es - hört, hört und lest - Bücher. 2011 dann ein Mix aus Büchern, Bekleidung und Spielwaren, 2012 sind es Smartphones und Tablets gewesen.
In letzten Jahr zählten wiederum Bücher zum häufigsten Geschenk.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Bundesdeutschen einen Nachholbedarf haben? Aber bei der gigantischen Zahl von mehr als 78.000 Titeln fällt es nicht schwer, einen literarischen Griff ins Klo zu machen, Der verstorbene Berufskritiker Marcel Reich - Ranicki würde sich im Grab herum drehen, wenn er all den Schund sehen könnte, der auch dieses Jahr veröffentlicht wurde.

Aber solche Geschenke können ja wieder weiter verschenkt werden.

Nun stehen sie wieder an ihrem angestammten Ort, die einstigen Werktätigen in traditioneller Berufstracht. 7 an der Zahl und sehen aus dem Fenster, warten auf den Zeitpunkt, an dem der Schwippbogen sich per Zeitschaltuhr anstellt und die Passanten wieder einen Blick zum Fenster wagen.
Ihre Zahl ist seit vielen Jahren konstant. So etwas schenkt man nicht mehr zu Weihnachten. Weshalb viele Manufakturen und kleine Werkstätten im Erzgebirge längst für den Export tätig sind.

Damit kann auch Tradition weiter gegeben werden.


Es ist aufgemännelt!

Na, denne: Ihr Männelein kommet:

" Jethros Tull " und " The Chrismas Song ":







   

Samstag, 29. November 2014

Die Banken, die Bearbeitungsgebühr, der BGH oder: Es gibt viel zu tun, lassen wir es sein!


Seit vielen Jahren schwelte ein Streit, der die unteren Gerichtsinstanzen nicht nur beschäftigte, sondern der dazu führte, dass auf die Oberlandesgerichte eingebunden waren. Es ging um Geld. Nicht sehr viel Euro, aber hier macht es die Masse. Diese Masse führt aber dazu, dass die Banken wegen ihr nun ein Problem haben. Oder, besser ausgedrückt, einen Tsunami an Problemen.

Weil bisher beinahe alle Banken dem einzelnen Kunden beim Abschluss eines Darlehns -und Kreditvertrags Bearbeitungsgebühren berechnet haben, kam es seit einigen Jahren zu einer Reihe von Klagen vor den diversen Zivilgerichten. Diese urteilten zunächst nicht einheitlich. Deshalb ließen sich die Banken - völlig unbeeindruckt von den aufmüpfigen Kunden - kassierten die Kreditinstitute auch weiterhin auf Verträge für gewährte Geldsummen eben jene Bearbeitungsgebühren.

Als im Mai 2014 der Bundesgerichtshof ( BGH ) dann entschied, dass diese Praxis nicht mit dem Verbraucherrecht in Einklang zu bringen ist, ging ein Jubelschrei durch das Land. Endlich wurden die Abzocker in den Kreditinstituten gedeckelt und der Verbraucher vor solchen Praktiken geschützt.

Doch die Banken ließen nicht locker. Sie behaupteten nun, dass auf die abgeschlossenen Verträge die Verjährung anzuwenden wäre. Und diese besagt, dass Rückforderungsansprüche innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des Jahres, in dem der Darlehns - und Kreditvertrag abgeschlossen wurde, verjährt seien.

Wieder wurde der BGH in zwei weiteren Musterverfahren zur Klärung der Rechtsfrage, ob nun die Verjährung auf die " alten " Vertrage ab 2010 und später, eingetreten sei oder nicht, befragt. Und wieder urteilten die Bundesrichter in Karlsruhe zugunsten der Kunden und Verbraucher, indem sie feststellten, dass in den Fällen, die Verjährung erst auf die alten Verträge ab 2003 Anwendung findet.

Diese vier Urteile haben nun eine wahren Sintflut von Rückforderungen der Bankenkunden geführt. Einige Kreditinstitute müssen nun seit den letzten beiden BGH - Urteilen vom 28. Oktober 2014 mit mehr als 60.000 Anträgen auf Rückerstattung kämpfen. Tendenz steigend. Und weil die Banken auf eine solche Situation nicht vorbereitet sind, stauen sich die zu bearbeitenden Anträge ins Unermessliche. Es könnten durchaus Zeitspannen von 6 und mehr Monaten dabei heraus kommen.

Im Internet toben auf diversen Foren  rund um das Thema wahre Frage - und Antwort - Orgien. Das führt dazu, dass nun auch Bankkunden aus der Deckung kommen, die zuvor sich ängstlich hinter einem Baum versteckt haben, weil sie den " Ärger " mit den Kreditinstituten fürchteten. Mutig werden dort die rechtswidrigen Vorgehensweisen der Banken geschildert und gleichzeitig angeprangert.

Die Verarbeitung der Niederlagen vor dem BGH fällt indes bei den Banken sehr unterschiedlich aus. Während einige aus der Zunft die berechtigten Rückforderungsansprüche ohne langes Federlesen umsetzten und sogar die Zinsen auf die zu Unrecht kassierten Gebühren zurückerstatten, versuchen anderen Vertragspartner die eindeutigen Entscheidungen des BGH zu relativieren. Dort heißt es dann in vorgefertigten und eilends von den Hausjuristen der Institute zusammen geschusterter Briefe, man wolle dem Antrag auf Rückzahlung " aus Kulanz " und ohne " Präjudiz " entsprechen. Zinsen werden erst gar nicht erwähnt und folglich auch nicht gezahlt. Eine dritte Verfahrensweise zeigte die Kreissparkasse aus Magdeburg, Sie kassierte für ein gewährtes Hausdarlehn Bearbeitungsgebühren in Höhe von mehr als 3.000 € und bügelte das Rückerstattungsgesuch mit den Argumenten ab, dass die BGH - Urteile nicht auf Hausfinanzierungen anzuwenden wären, die Kunden auch nicht in dem Gerichtsverfahren involviert seien und auch insgesamt die BGH - Rechtsprechung nicht auf jeden Fall Anwendung fände.

Da scheinen wohl einem Sachbearbeiter die Gäule durch gegangen zu sein, denn selbst zwei oder drei Mausklicks auf der Internetseite der Verbraucherzentrale in Berlin hätten genügt, um zu erkennen, dass diese Argumentation reinweg Stuss ist.
Andere Bankhäuser setzten wohl auch Zeit und auf den Eintritt der drohenden Verjährung am 31.12.2014 um 24.00 Uhr. Sie reagieren erst gar nicht auf die Schreiben und die gestzten Fristen der Kunden.

Die Volksbank im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen wählte einen noch absurderen Weg. Nachdem der Kunde seine widerrechtlich erhobene Bearbeitungsgebühr zurück gefordert hatte, kündigte die Filiale im Stuttgarter Nobelviertel dem Kunden das Konto und begründete dieses damit, dass durch die freche Rückforderung der gezahlten Gebührensumme, das Vertrauensverhältnis des Hauses mit dem Kunden zerstört worden wäre.

Häh? Wieso Vertrauensverhältnis? Bei diesen Betrugs - und Abzockermethoden war doch nie ein solches vorhanden. Wie sagte einst ein inzwischen ausgeschiedenes Vorstandsmitgleid einer Großbank richtig:

" Traue keiner Bank, die du nicht selbst gegründet hast! "  

Donnerstag, 27. November 2014

Das Lied mit dem Polen - Mädchen


Der 90. ist nun schon ein paar Tage lang her. Geblieben sind dennoch einige Erinnerungen daran. Wann trifft sich die gesamte Familie schon mal wieder?
Beim Aufarbeiten dieses Ereignisses diskutierten wir über ein Lied, dass der kleine Chor aus Rodenberg in seinem Repertoire hatte und hier zum Besten gab.

Es ist unter der Rubrik " Volkslied " zu finden und heißt auch dort:  " In einem Polenstädtchen ". Der Urtext liest sich so:


In einem Polenstädtchen,
da wohnte einst ein Mädchen,
das war so schön.
Sie war das allerschönste Kind,
das man in Polen find´t
aber nein, aber nein sprach sie,
ich küsse nie.
Wir spielten Schach und Mühle,
in jedem dieser Spiele
gewann nur ich.
Bezahle Deine, Deine Schuld
durch eines Kusses Huld.
Aber nein, aber nein sprach sie,
ich küsse nie.
Ich führte sie zum Tanze,
da fiel aus ihrem Kranze,
ein Röslein rot.
Ich hob es auf von ihrem Fuß,
bat sie um einen Kuß,
aber nein, aber nein sprach sie,
ich küsse nie.
Und als der Tanz zu Ende,
da nahm sie meine Hände,
zum erstenmal.
Sie lag in meinem Arm,
mir schlug das Herz so warm,
aber nein, aber nein spach sie,
ich küsse nie.
Und in der Trennungsstunde,
da kam aus ihrem Munde,
das schönste Wort.
So nimm Du stolzer Grenadier,
den ersten Kuß von mir,
vergiß Maruschka nicht,
das Polenkind.


Das Lied ist nicht gerade unbelastet, denn es gehörte zu der NS - Propaganda gesteuerten Sangesfibel für die " Deutschen Soldaten " im Zweiten Weltkrieg. Im Laufe der Jahre dichteten einige Hobby - Poeten noch diese Strophe dazu:


                                                              Und unter einer Eiche

da fand man ihre Leiche
sie war so schön, so wunderschön
Sie hielt ´nen Zettel in der Hand
worauf geschrieben stand:
Ich hab´s einmal probiert und bin krepiert.
Und eine Eiche weiter
da lag ein Stabsgefreiter
er war so tot, so mausetot
Er hielt ´nen Zettel in der Hand
worauf geschrieben stand:
Ich hab gesoffen wie ein Stier
nun lieg ich hier

Andere Liedvarianten sahen so aus:


Und in der Trennungsstunde, da kam aus Ihrem Munde,
das schöne Wort, das schöne Wort.
Komm her, Du alter Schuckelgaul, Du kriegst en Kuss aufs Maul,
vergiss' Maruschka nicht, das Polenkind.

In einem Polenteiche, da fand man ihre Leiche,
sie war so nass, sie war so nass
Sie hielt ein Zettel in der Hand, auf dem geschrieben stand,
ich hab's einmal probiert, und bin krepiert.




Weil das Verhältnis zwischen den Alt -Nazis in Westdeutschland und den Kommunisten in der vormaligen Volksrepublik Polen über sehr viele Jahre erheblich belastet war, galt dieses Lied als tabu in der, reglementierten, und offiziellen westdeutschen Leitkultur. In den bier  -, schnaps und weinseligen Hinterstübchen, auf privaten Feiern und bei Sauf - Gelagen in den Stuben der Bundeswehr, sangen die BRDler lauthals mit, wenn jenes Lied intoniert wurde.  Über die Jahrzehnte nach dem Ende des braunen " Tausendjährigen Reichs " hinweg, geriet es in Vergessenheit. Die " Beatles " - und " Stones " - Generation gab das stark belastete Sangesgut ihren Kindern nicht weiter, die es - logischer Weise - dann auch den " Rap " - und sonstwie Fans nicht vorsingen konnten. Nun, gut, da ich oberschlesische, also polnische Wurzeln habe, kam mir das, von dem Berufspropagandisten und mit Minderwertigkeitskomplexen behafteten, klumpfüßigen Schreihals aus dem " Führer " - Umfeld nicht gerade leicht über die Lippen. Als dann auch die anwesenden Gäste mit sangen, ließ ich mich auf jene Strophen, einschließlich der, mit der Leiche, ein. Wer hierzu googelt, kommt auf ein Video, in dem jenes " Polenmädchen " - Lied kredenzt wird. Die dazu fällig Kommentare lesen sich - wie nicht anders erwartet - nicht gerade freundlich. Und die Stuss der sich weltweit im Netz tummelnden Neo - Faschisten, muss ich nicht extra erwähnen. 
So makaber das Lied auch erscheinen mag, so traditionsbelastet geht es in die Historie der Bundesdeutschen ein. Und die hatte vor knapp 70 Jahren zumindest den Versuch eines Neubeginns zu verzeichnen, durfte vor einem Vierteljahrhundert die geduldete Wiedervereinigung schreiben und jene Bemühungen anführen, zwischen dem vollständig souveränen, europäischen Land Polen und Deutschland, jene Normalität aufzubauen, die erforderlich ist, um Geschichte verstehen zu können. Frei, von jedweden Revanchegelüsten. 

Mittwoch, 26. November 2014

Zeitlos!




" Stillstand ist Rückschritt! ", so oder so ähnlich versuchen es uns die Wachstumsfetischisten einzubläuen. Eine andere Binsenweisheit besagt: " Mit der Zeit gehen! ". Wer versucht das nicht? Und dann fiel mir noch das dämliche " Zeit ist Geld ! " ein, als ich heute in den frühen Morgenstunden einmal wieder eine Reparaturaufgabe gestellt bekam.

Die Armbanduhr meiner besseren Hälfte streikte. Nicht etwa, weil sie mehr Geld für ihre Dienste verlangen  und die Überstunden vergütet bekommen wollte, nein, sie hatte einfach keine Kraft mehr,
Alle Zeiger standen still!

Unsere Eigendiagnose lautete: Die Batterie ist leer!


Nun ist in einem solchen Fall, guter Rat oft teuer. So kostspielig eben, wie der Gang zu und der Besuch bei einem Uhrmacher, einem Juwelier ( wenn er denn diese profanen Dienstleistungen überhaupt für eine Allerweltsuhr anbietet ) oder einem Schmuckgeschäft.

Da können schon mal von 5 Euro bis zu 15 Euro fällig werden. Sicherlich gibt es auch hier Dumpingpreise, die jene Tätigkeit auch ab 2,50 Euro, 3,50 Euro und eben jenen 5 Euronen feil bieten. Doch, wer fährt zum Batteriewechsel mit seiner Armbanduhr schon nach Rosenheim, um 5 Euro oder etwas mehr zu sparen?

Und so hat sich der Kunde denn eher an die Tarife vor Ort einzustellen. Und die dürften dann eher zwischen 6 bis 8 Euro liegen.

Dieses Geld lässt sich aber auch sparen. Dann, wenn ein vorsorgender Haushalt jene genormten Kärtchen aus Pappe und Plaste, im Fachjargon, Blister genannt, bereit liegen hat, auf dem zwischen 12 bis 20 so genannte Zellen, nach Größe und vorgegebener Bezeichnung aneinander gereiht liegen. Luftdicht verpackt, weil maschinell eingeschweißt, werden sie ab 1 Euro bis zu 3, 50 Euro in Baumärkten, Discountern und auch in Ramschläden a la´" KiK " den Kunden kredenzt.

Der Uhrenbesitzer benötigt jedoch mehr als nur einen solches Batterien - Vorrat; nämlich geeignetes Werkzeug, mit dem der Metalldeckel für das Uhrengehäuse geöffnet werden kann.
Auch ein wenig handwerkliches Geschick ist gefragt.
Wer über diese Grundvoraussetzungen nicht verfügt, sollte die Finger von einem Eigenaustausch lassen.

So nahm ich denn den Uhrmacherschraubenzieher, einen Uhrmacherhammer und setzte zu einem kurzen, wohl dosierten Schlag auf eine Kerbung am Deckelkranz der Uhr an. So löste ich den Schraubdeckel und drehte diesen langsam entgegen dem Uhrzeigersinn auf. Dann hob ich die Batterie mit dem Uhrmacherschraubenzieher aus der vorhandenen Schale und schaute mir die leere Batterie mit einer Leselupe an. Aha, also eine des Typs LR 626,AG4 oder LR626/377.

Ich schaute auf meine Batterien - Sammlung im Blister und fand die richtige zur Uhr. Auch hier ist äußerste Vorsicht geboten, denn es gibt von den Dutzenden Herstellern genau so viele Typen.
Ich entfernte die Batterie aus dem Blister und drückte sie in die Halteschale der Uhr. Zur Kontrolle drehte ich die Armbanduhr herum. Und..., siehe da, der Sekundenzeiger bewegte sich, wie in früheren Tagen, als die Uhr noch in irgendeinem Fachgeschäft in Dublin auf der Grünen Insel in einer Auslage angeboten wurde. Als wäre nichts gewesen, so kam es mir vor.

Also denn: Deckel zu, Uhr funktioniert, Uhrzeit einstellen.
Das war´s vom Lars!

Nebenbei mindestens 5, 70 Euro bis 7, 55 Euro oder sogar mehr gespart.

Da gibt es im all wissenden Netz doch wahre Sabbelseiten, in denen jeder Gepeinigte eines Batterien - Wirrwarrs und auch die Träger von Luxus - Chronometern oder jene Berufsnörgler ordentlich Dampf ablassen können, was die Uhrenbatterien betrifft. Jeder darf sagen, was er denkt und hier seinen Senf hinzu gegeben. Und so etwas kommt dann beispielsweise dabei heraus:

http://bfriends.brigitte.de/foren/allgemeines-forum/425991-batterie-wechseln-bei-armbanduhr-kosten.html

Grins! Ohne Moos, nix los. Ohne Moneten, nur ´ne billige Uhr von der Stange, bei der der Träger auch noch beim Batteriewechsel sparen muss. Aber, ohne Uhr ist frau/man eben zeitlos.
Da lobe ich mir jene Ära, zu der mein Großvater seine goldene, silberne oder sonst wie hergestellte Taschenuhr aus dem Stresemann zog, mit wichtiger Miene den Deckel aufklappte, an dem Rädchen zog oder vorsichtig drehte, um die Zeit einzustellen oder das schöne Schmuckstück aufzuziehen.
Doch auch diese Art von Chronometer war nicht wartungsfrei. Ab und an musste er sie zum Uhrmacher bringen. Dann wurde das tolle Uhrwerk gereinigt und justiert. Die Kosten waren überschaubar, weil der Uhrmacher, der Fachmann eben, eigentlich nicht viel verdiente.
So, wie viele zu Großvaddern´s Zeit auch.

Doch zeitlos wollte damals schon niemand sein, weil es kaum Möglichkeiten gab, die Uhrzeit zu erfahren. Vielleicht eine Turmuhr, eine Bahnhofsuhr oder eine Radioansage.
Wie sich die Zeiten eben ändern.

" La Düsseldorf " und " Time " aus dem Jahr 1976. Zeitlos!



Dienstag, 25. November 2014

Wenn Mindestlohn droht, sind Tierheime bald tot?


Wenn in einigen Wochen das Jahr 2014 zu Ende geht und nach der Knaller - Orgie, den Alkohol - Exzessen und dem ausgetriebenen Kater danach, der 1. Januar 2015 seine Stunden schreibt, dann gibt es - eigentlich wie zu vielen Jahreswechseln - eine Unzahl von gesetzlichen Neuerungen.
Hierzu zählt auch der Mindestlohn, der im einigen Bereichen seine Anwendung findet.
So auch bei den tausenden Mitarbeitern von Tierheimen, Tierpensionen oder auch bei den Tierpflegeberufen.

Diese sind in dem gesetzlichen Katalog zu den Ausnahmeregelung, der sich so liest:

Ei­ne er­laub­te ta­rif­li­che Un­ter­schrei­tung des Min­dest­lohns von 8,50 wird es in der Über­g­angs­zeit nur ge­ben
  • in der Gebäuderei­ni­gung - In­nen- und Un­ter­halts­rei­ni­gung / Ost (hier beträgt der Min­dest­lohn ab dem 01.01.2015 nur 8,23 EUR),
  • in der Pfle­ge­bran­che / Ost (falls der hier seit An­fang 2013 gel­ten­de Min­dest­lohn von 8,00 EUR nicht zu An­fang 2015 auf 8,50 EUR an­ge­ho­ben wird),
  • bei den Wäsche­rei­dienst­leis­tun­gen im Ob­jekt­kun­den­geschäft / Ost (hier beträgt der Min­dest­lohn vom 01.01.2015 bis zum 30.06.2016 nur 8,00 EUR),
  • in der Zeit­ar­beit / Ost (hier beträgt der Min­dest­lohn vom 01.01. bis zum 31.03.2015 nur 7,86 EUR und vom 01.04.2015 bis zum 30.05.2016 nur 8,20 EUR),
  • im Fri­seur­hand­werk (hier beträgt der Min­dest­lohn / Ost bis zum 31.07.2015 nur 7,50 EUR und der Min­dest­lohn / West bis zum 31.07.2015 nur 8,00 EUR).

nicht enthalten.

Nun wird schon in diesen Bereichen gejammert. Vor allem bei den unzähligen Tierheimen, die zumeist auf staatliche Zuschüsse, auf Spenden oder andere finanzielle Zuwendungen angewiesen sind und deren Budgets damit eventuell überschritten wird. Was also tun?
Das Personal abspecken?
Dieses wird wohl kaum umsetzbar sein.
Die Kosten reduzieren?
Das dürfte ebenfalls äußerst schwierig werden.
Demgemäß bliebe nur noch die Einnahmeseite zu verändern.
Aber, wie?

Da fiel mir, an jenem frühen Morgen in der letzten Woche, nachdem der MDR über seinen Informationskanal diese, auf viele Tierheime im Sendegebiet zukommenden Probleme angerissen hatte, ein, dass es durchaus möglich ist, über die Amts - oder Landgerichte zu versuchen, Geld einzusammeln. Und zwar in Form jener Geldauflagen, die in Straf - und Ordnungswidrigkeitenverfahren regelmäßig zu erklecklichen Summen führen.
Und hier könnte die klammen Tierheime ein wenig von den Gesetzesbrechern partizipieren, indem ihnen die Geldauflagen zufließen. Ein Richter dafür wird sich immer finden. Vorausgesetzt: Er bekommt Kenntnis von der Bedürftigkeit eines solchen Bittstellers.

So kann der böse Mindestlohn doch noch als etwas Gutes umfunktioniert werden. 

Im Friseurhandwerk haben die  Betriebe diesen indes längst eingeführt. Obwohl er gar nicht im  vollen Umfang zu Buche schlägt. Gründe für Preiserhöhungen lassen sich eben immer finden.
Man gut, dass nur wenige Tiere einen Friseur brauchen. Sonst schaffen sich diese Tiere demnächst selbst ab, weil dieser zu teuer geworden ist.

" Satin Whale " und " Desert Places " aus dem Jahr 1974:





Montag, 24. November 2014

Der 90. Geburtstag oder " Dinner für Viele ".


 Eine Rückkehr an seinen Geburtsort, in die Region der Kindheit und Jugend oder  an eine alte Wirkungsstätte, bringt natürlich ein Auffrischen alter Erinnerungen mit sich. Da wird wieder jene Zeit wach, die längst in die eigene Biographie eingearbeitet worden ist.

Als wir am vergangenen Wochenende die Fahrt von über 400 Kilometern zu eben jenem, meinem Geburtsort antraten, um den 90. Geburtstag meines Vaters im angemessenen Ambiente zu begehen, wurden auch Ereignisse aus jenen, längst verflossenen Zeiten wieder wach.

90 Jahre? Wer wird so alt? Immerhin doch einige Menschen, in diesem, unserem Lande. Deshalb kamen sie, die Familienmitglieder, die Freunde auch gerne zur Gratulationskur angereist.

Ein kleiner Freizeit - Chor, geleitet von einem Nachbarn, hob einige Liedchen an. Es wurden auch ein paar Wortbeiträge zum Besten gegeben und danach gab es kulinarische Genüsse.
Rund um, ein Runder.

Wer wird 100 Jahre alt. Methusalem?


Lieber Vater,
lieber Jubilar,
liebe Gäste.

Schon Matthias Claudius stellte vor über 250 Jahren fest:

Wenn einer eine Reise tut, 
dann kann er was erzählen. 
Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen. 

Matthias Claudius (1740 - 1815)

Und auch der Dichter, Denker und Herr Kollege Johann Wolfgang von Goethe kam zu der Erkenntnis:

Die Reise gleicht einem Spiel; 
es ist immer Gewinn und Verlust dabei, 
und meist von der unerwarteten Seite; 
man empfängt mehr oder weniger, als man hofft. 
Für Naturen wie die meine ist eine Reise unschätzbar: 
sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet. 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Das gesamte Leben ist eine Reise, nämlich eine Zeitreise. Aus der wir alle – mehr oder weniger – interessante Erlebnisse mit nehmen.
Wer, so wie du, 90. Jahre geworden ist, kann aus seiner Reise durch die Zeiten, nicht nur viel erzählen, sondern er hat auch viel erlebt.
Von jenem Erlebten bleibt immer etwas für die Nachwelt zurück. Jene Erinnerungen, die an die folgenden Generationen weiter gegeben, vielleicht in ihnen, in einer bestimmten Form weiter leben.
Wenn in einigen Wochen das Jahr 2014 zu Ende geht, dann läuft auf vielen Fernesehkanälen das uns allen bekannte „ Dinner For One „. Ein Sketch, der längst Kultstatus erlangt hat und in dem eine noch rüstige Dame eben den 90. Geburtstag begeht. Ihre einstigen Weggefährten, ihre Reisebegleiter durch ihr Leben, sie hat sie zwar mit 90. Jahren alle überlebt, erinnert sich aber dennoch an ihre Eigenarten und lässt diese bekanntlich nochmal auffrischen.
Als ich vor vielen Jahren den Beitrag – damals noch in schwarz – weiß – zum ersten Mal sah, dachte ich: „Wer wird eigentlich so alt? „
Ich kannte niemanden, der ein Alter von 90 Jahren hatte. Vielleicht hätte ich mich eher fragen sollen, wie ein Mensch 90 Jahre alt werden kann.
Die Antwort darauf gab mir kürzlich in einem Bericht ein Mann, der zum Jahrgang 1925 zählt. Er stellte die Behauptung auf, dass sein täglicher Knoblauch – Konsum ihm das Alter von 89 Jahren beschert habe. Daran muss etwas Wahres dran sein, wie wir alle nun selbst sehen können.

Deshalb wollen wir jetzt unser Glas erheben, dem Knoblauch dafür danken, dass es ihn und vor allem dich, der du uns auf unserer Lebensreise begleitet hast, gibt und auf deine Gesundheit anstoßen.

Dazu Hannes Wader: " So was gibt es noch ":



Donnerstag, 20. November 2014

Krim - Sekt oder Ukraine - Blut?

Seit Sonntagabend 21.45 Uhr wissen wir es also genau: Unsere Nachbarn in Polen, Tschechien oder jene unmittelbaren in Litauen. Lettland und Estland müssen sich keine Sorgen machen, dass das geographische Riesenreich Russland sie wieder einkassiert.
Alle nur billige Polemik und USA - Propaganda?

Was der russische Präsident Wladimir Putin in einem Exklusiv - Interview mit dem bundesdeutschen Journalisten Hubert Seipel auf dessen Fragen hin ausführte, war zum Teil Kalter Kaffee, zum Teil aber sehr interessant, weil die Papgaein - Medien diese Aspekte der angeblichen Krim - und Ukrainekrise hier so nicht diskutieren.

Die Ukraine ist mit Russland vertragliche Verbindungen hinsichtlich eines möglichen Beitritts zu der dort bestehenden Zollunion eingegangen. Im Juni 2014 ratifiziert die ukrainische Führung ein Assoziierungsabkommen mit der EU, wonach die Einfuhrschranken bei dem Waren - und Güteraustausch nahezu komplett weggefallen sind.
Damit wird nicht klar, was die Ukraine eigentlich möchte. Entweder als mögliches EU - Mitglied angesehen werden oder dem Handels - und Wirtschaftsverbund mit Russland zugehören?
Beides geht nicht, weil dieses die Wirtschaftsinteressen Russlands tangieren und nachhaltig beeinträchtigen würde.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Assoziierungsabkommen_zwischen_der_Europ%C3%A4ischen_Union_und_der_Ukraine


Auf der Krim leben etwa 1,2 Millionen Russen, zirka 500.000 Ukrainer und etwa 250.000 Krimtataren sowie eine Vielzahl von anderen Ethnien, darunter Weißrussen. Die Mehrzahl der über 2, 2 Millionen Menschen hat sich für den Anschluss an Russland ausgesprochen. Die Krim besaß nach dem Zusammenbruch der UdSSR einen vertraglich zugesicherten Sonderstatus, der vorsah, dass auch russische Militäreinheiten dort stationiert bleiben dürfen. Dieses sollte aufgehoben werden, weil die Ukraine sich der NATO anschließen wollte. Beide Entwicklungen schließen sich indes völlig aus. Wenn das Land NATO - Mitglied werden möchte, kann es keine russischen Truppen auf seinem Territorium stationiert lassen.
Entweder Fisch oder Fleisch werden und bleiben. Beides geht nicht.


http://de.wikipedia.org/wiki/Krimkrise

Die Ostukraine und das Donezk - Becken ist ein Vilevölkersektor, in dem allerdings fast 75 % russisch stämmige Bewohner leben. Die Region ist zwar geprägt von der Großindustrie, jedoch infrastrukturell sehr zurück geblieben. Durch die hohen Auslandschulden der Ukraine selbst, ist es dem Land kaum möglich, erforderliche Verbesserung in den Verkehrsbereichen und auf anderen Sektoren vorzunehmen. Das Land ist nicht nur verarmt, sondern die politischen - sowie Verwaltungsstrukturen sind von Korruption geprägt.
Während sich Separatisten aus Russland und ukrainische Einheiten blutige Kämpfe liefern, werden in Kiew Bestrebungen intensiviert, die Ostukraine vom übrigen Land abzukoppeln.

Der russische Präsident hat in jenem, am Sonntag gesendeten Gespräch mit dem Journalisten Seipel auf diese Umstände und Entwicklungen hingewiesen.
Dennoch soll er - nach der Lesart von großen Teilen der Medien sowie der Berliner Politiker, allein an dem " Ukraine - Konflikt " Schuld haben.
Diese Schutzbehauptung ist völlig falsch. Aktuell kämpfen im östlichen Teil des Landes Ukrainer gegen Russen um den Weiterverbleib des Territoriums bei der Ukraine oder um die Abspaltung der dortigen Region.

Es wird deshalb noch mehr Tote, Verletzte und blutige Kämpfe geben, Vor allem junge russische Milizionäre werden in diesem Gebiet täglich erschossen. Doch dieser Umstand scheint hier und im Westen insgesamt niemanden zu tangieren. Die Ostukraine ist bettelarm, geographisch weit von Brüssel und Berlin entfernt und hat außer wenigen Rohstoffen kaum etwas anzubieten,
So, wie die vom sehr milden Klima verwöhnte Krim, wo es den berühmten Sekt immer noch gibt.


Verloren!


Bei Nieselregen, trüber Sicht und nur etwas mehr als 6 ° C, gibt unsere schöne Landeshauptstadt eigentlich einen traurigen November - Wetter - Eindruck ab. Alles grau - wenn ich jetzt gehässig wäre, würde ich den Vergleich zu vor dem 9. 11. 1989 und die vielen Jahre danach ziehen.
Bin ich aber nicht und deshalb begnüge ich mich mit der simplen Feststellung, dass ja bald der Winter, Weihnachten und eine Neues Jahr vor der Tür stehen.

Grau, so, wie es auch die Theorie oft ist, scheint der ständige Hinweis von Assekuranzen, der Kriminalpolizei und anderen, schlauen sowie Rat gebenden Institutionen, doch - bitte schön - keine Wertsachen in einem geparkten oder sonstwie, unbeaufsichtigten PKW liegen zu lassen. Natürlich zählen zu den " Wertsachen " auch solche Dinge, die für den Außenstehenden als zunächst wertlos erkannt werden könnten.
Taschen, Beutel und Rucksäcke damit auch.
Es muss ja nicht gleich ein sündhaft teures Teil von " Gucci " sein.

Während ich über die nassen Betonplatten der Gehsteige zwischen der " Tharandter Straße ", der " Kesselsdorfer Straße " und der " Bünaustraße " eierte, dabei den Laubhügelchen und Hunde - Hinterlassenschaften auswich, erkannte ich auf dem Stamm ein alten Kastanie, dann einer Eiche, einen in Folie eingelegten DIN A 5 - Zettel, auf dem ich sinngemäß lesen konnte, dass ein PKW - Fahrer seinen während eines Autoaufbruchs gestohlenen Rucksack wieder haben möchte.
Als ich dabei noch las, was so alles an Gegenständen dort eingepackt war, kamen mir doch erhebliche Zweifel, ob jener Geschädigte je von jenen dringenden Warnung gehört haben kann, die regelmäßig über die Medien auf uns alle hernieder prasseln?

Nein, das konnte er wohl nicht. Auch sonst schien mir der Meister, der dort den Verlust eines teuren Laptops, seiner Speichermedien, auf die er seine Abschlussarbeit verewigt hatte, und seiner Geldbörse nebst Personalausweis, Kreditkarte und Banknoten beklagte, völlig weltfremd zu sein.
Er dachte doch allen Ernstes, dass, wenn er nun seine Handynummer noch benennt, sich ein edler Finder melden würde und den Rucksack zurück gibt; dafür aber einen Finderlohn erhält?

Nein, wie naiv! Ehrlich wärt am längsten? Diebstahl zahlt sich nicht aus? Ihr Finderlein kommet? Und dieses Rührstück auch noch fünf Wochen vor Weihnachten?

Während ich über den Naivling innerlich lachen musste, kamen mir Erinnerungen an einen Sonntagspaziergang im Bremer Bürgerpark. Dort legte ich meine Brieftasche mitsamt meinem Reisepass, Personalausweis, Scheckheft ( jau, dat gab´s damals noch ), Konto - und Kreditkarten, Blutspenderausweis, Telefonverzeichnis und mehr, auf das Dach meines PKW und vergas diese dort wieder herunter zu nehmen. Beim Anfahren von dem öffentlichen Parkplatz rutschte die schwarze Brieftasche vom Dach und an den Rand eines Wassergrabens.

Glück im Unglück, also!

Ich war schon einige Stunden zu Hause, als das Telefon läutete. Am anderen Ende der Leitung war eine Frau, die sich mit X meldete. Sie war auch in Bremen wohnhaft und hatte während einer Radtour durch den Bürgerpark meine Brieftasche im Gras neben dem Wassergraben liegen gesehen. Sie nahm das gute Stück an sich und fuhr zu ihrer Wohnung. Dann suchte sie nach meiner Telefonnummer im Telefonbuch und rief mich an. " Vermissen Sie etwas? ", so oder so ähnlich lautete ihre Frage damals. Ich muss wohl etwas perplex gewesen sein und antwortete, aus einer Abwehrhaltung heraus, wohl mit " Nein!"
" Doch, Sie haben etwas verloren!", gab die Anruferin mir eine Hilfestellung. " Ja? ", so sagte ich ihr dann, hörbar verunsichert. " Ja, was denn? ", wollte sie nun von mir wissen. " Ja, meine Brieftasche. ", war meine Antwort darauf.
" Ja, wie sieht die aus? ", lautete die Frage der Frau.
" Ja, sie sieht schwarz aus und ist aus Leder mit einigen Taschen. ", gab ich ihr zurück.
" Ja, und was ist dort sonst noch drin? ", quälte sie mich weiter.
" Ja, da sind mein Führerschein, mein Personalausweis... drin ", antwortete ich brav.
" Ja, wann sind Sie denn geboren? ", ließ die Anruferin folgen.
" Ja, ich bin am .... in.... " geboren!", retournierte ich.
" Ja, dann kommen Sie mal bei mir in der .... Straße, das liegt im Viertel, in der Nähe der " St. Jürgen- Straße " vorbei!"
" Ja, mache ich gleich! ", sagte ich zu der Finderin.
" Ja, gut. Dann bitte bei... klingeln!", ließ sie uns das Gespräch enden.
" Ja,ja,ja!", stammelte ich noch in den Hörer.

Ich fuhr los, fand die Straße, in der die edle Finderin wohnte sofort, weil ich dort viele Male während meiner Studentenzeit und einem " Viertel " - Besuch geparkt hatte und schritt erleichtert zu dem typischen Bremer Haus, wo die gute Frau wohnte.
Ich klingelte. Ein elektrischer Summer ertönte. Ich drückte die große, alte Eingangstür zum Haus auf und begab mich in das Treppenhaus.
Dort erschien bereits meine Retterin.

Lächelnd bat sie mich herein. Dann griff sie in ein Regal, dass auf dem Flur stand und zog meine Brieftasche hervor. " Das ist dann wohl Ihre? Richtig? ", wollte sie noch sicherheitshalber von mir wissen. " Ja! ", gab ich ihr zur Antwort. Geld war aber keins drin? ", stellte sie leicht fragend fest.
" Nein, da war kein Geld drin. Nur meine Papiere und Karten. ", gab ich zurück.
" Nein, kein Geld. Aber Dinge, die mehrere hundert DM kosten würden, wenn ich sie neu erhalten würde. ", ließ ich darauf folgen.
" Ja, ich weiß! Mir ist das auch schon mal passiert: ", ließ sie mich wissen.
" Ja? Ihnen auch?", fragte ich erstaunt.
" Ja, mir auch. ", gab sie mir zurück.
" Und? ", Ich blickte sie dabei fragend an.
" Na, nichts. Die Geldbörse mit den Ausweisen, sie war weg.", erklärte mir die Bremerin.
" Mist!", urteilte ich sofort.

Ich zog mein Portemonnaie aus der Jeans, klappte es auch und zückte einen 50 DM - Schein heraus.
Sie blickte mich fragend an.
" Das ist Ihr Finderlohn! Und nochmals vielen Dank!", sagte ich zu ihr.
Ich drehte mich mit meiner Brieftasche in der rechten Hand um und verabschiedete mich mit dem obligatorischen " Tschüss! "

Finder finden oft verlorene oder längst vergessene Sachen. Es gibt ehrliche unter ihnen. Es gibt auch nicht so ehrlich Menschen, die dann ihren Fund behalten. Insbesondere, wenn es Bargeld ist. Pech gehabt.

Verloren!
Vergessen?
Verkauft!

" Lost and Found " - " The Kinks ":


Im Fall des gestohlenen Rucksacks : Lost! Und zwar für immer!

Mittwoch, 19. November 2014

November - Wetter.


Der Buß - und Bettag ist ja seit 1994 mit Wirkung für 1995 nur noch in Sachsen ein offizieller Feiertag. Deshalb heulen die evangelisch - lutherisch angehauchten Kirchenfürsten dem Wegfall dieses konfessionellen Gedenktages immer noch hinter her. Der erkaufte Feiertag im ansonst eher ungläubigen Sachsen hat für mich doch etwas Nostalgisches.

In den vielen Jahren vor 1994 wurde das Verbot öffentlicher Tanzveranstaltungen oft dadurch umgangen, dass die einschlägigen Diskotheken am Buß - und Bettag einfach zu einer privaten Veranstaltung einluden, auf der selbstverständlich auch Musik gespielt und getanzt werden durfte. Und dieses bereits vor 22.00 Uhr.

Das machte den zumeist trüben Novembermittwoch zwar nicht heller, aber dafür erträglicher.Da Nebel, Nieselregen und Naturgrau nahtlos ineinander über liefen, waren solche Buß - und Bettage nur mit vielen Stunden im Bett zu ertragen, Bei heißen Ostfriesentee, Kluntje, der obligatorischen Wolke in der Teetasse und einem bereits gekauften Pfefferkuchen.




Ach, ja, Musik gab´s dabei auch noch. Vielfach leise Töne, so wie diese hier. Schließlich sollten die Toten ruhen und nicht wieder aufwachen.

" Mean Mistreater " - Grand Funk Railroad 1970 - Album " Closer to Home ":


Dienstag, 18. November 2014

Karthago und " Rock ´N ´Roll Testament " . Ein testamentarisches Kraut - Rock - Album.



 Wer in den 1970er Jahren Rockmusik aus Westdeutschland favorisierte, der kam an einer Gruppe mit dem Namen " Karthago " - zumindest vorübergehend - nicht vorbei. " Karthago " gründete sich
1970  in Berlin durch folgende Musiker:

-  Joey Albrecht                  Gitarre

- Ingo Bischof                     Keyboards

- Thoma Goldschmidt         Schlagzeug, Percussion

- Gerald Hartwig                  Bass



Das erste, gleichnamige Album erschien im Jahr 1971. Es enthält diese Stücke:


String Rambler5:20
I Don't Live Tomorrow2:45
But I Know5:34
Morning Surprise2:29
I Give You Everything You Want3:19
I Know What You Can Do My Babe4:12
Why Don't You Stop Buggin' Me (Wave On)6:00
Black Fire4:45
Nos Vamos1:40

Zwei Jahre später ließ die Gruppe " Second Step " folgen. Auch diese Scheibe erschien auf dem BASF - Label mit den Titeln:


Pacemaker2:43
I Don't Care5:45
Crosswords & Intermissions6:43
Don't Send Me Your Money, Send Me Your Heart5:14
Wild River5:30
Lamento Juvenil (Start To Fight)3:48
California Gigging3:04
Oberbaum Bridge7:38

Das dritte Album mit dem Namen " Rock ´N ´Roll Testament wurde bei " Bacillus " Records verlegt, einem bundesdeutschen Plattenhersteller, der auch die Gruppe " Nectar " unter Vertrag hielt.


Hard-Loving Woman3:37
We Gonna Keep It Together5:15
Now The Irony Keeps Me Company3:20
Rock 'N' Roll Testament4:23
The Creeper4:04
Back Again4:04
Sound In The Air5:10
Highway Five
3:45
For Kathy3:02
See You Tomorrow In The Sky3:50

Inzwischen hatte die Band sich mehrfach umbesetzt. Als Bassist stieg der Engländer Glenn Cornick ein. Cornick hatte zuvor 5 Jahre bei " Jethro Tull " den Bass gezupft und bewirkte damit, dass " Karthago " das beste Studioalbum überhaupt einspielte.
Die Kritiker, sonst eher sehr zurück haltend, was die musikalischen Künst der " Krautrocker " von damals anging, überschlug sich förmlich in Lobeshymnen.


Zwei Jahre darauf, der exzellente Bassist Cornick, war wieder aus der Band ausgestiegen, ließ " Karthago " das obligatorische Live - Doppelalbum folgen. Vom 20. bis 22. Januar 1976 ztaz die Band um den umtriebigen Gitarristen Joey Albrecht im " Roxy Palast " in West - Berlin auf. Die drei Konzerte wurden dann im Tonstudio des Hamburger Technikers und Rock - Gurus Conny Planck zusammen geschnitten und als Vinyl - Scheiben mit diesen Songs veröffentlicht:

The World Is Like A Burning Fire
4:49
Sound In The Air4:45
Rock And Roll Testament4:44
We Gonna Keep It Together
7:12
Thema In C10:22
The Second String Rambler12:16
Wild River6:44
Highway Seeker (Did Nobody Tell You)15:50
We Give You Everything You Need13:24
Going Down5:02
See You Tomorrow In The Sky3:26

Auch diese Doppel - LP erfuhr überwiegend positive Kritiken, weil sie den wahren Charakter der Gruppe als authentische Live - Band vollends wieder gab. Danach war zunächst Ende mit " Karthago ". Die Band löste sich auf.

Zwei Jahre danach gab es dennoch die Gruppe " Karthago " wieder. Albrecht hatte zwar ihre Auflösung bekannt gegebn, holte sich jedoch die Musiker Ringo Funk ( Schlagzeug, Percussion ) und Chco de los Reyer ( Piano, Gesang ) als Verstärkung und stellte  noch das vierte Studioalbum mit dem Titel " Love Is a Cake " vor:


Rock'N Roll Man2:22
The Friend3:49
Rosie3:31
Remember4:20
I Will Live4:26
Love Is A Cake4:54
Woman4:09
Dreams Of Love4:01
Doing The Best I Can4:40
Crazy Woman3:35
Ira Lee


2:30


Die Kritiken waren eher gespalten. Von einem Total - Verriss bis hin zu wohl wollender Zurkenntnisnahme war alles zu lesen.
Albrecht versuchte eine erneute Tournee, die sich auch auf die USA erstrecken sollte, anzuhängen. Dieses Projekt endete in einem Fiasko.
Der Gitarrist zog sich daraufhin, völlig desillusioniert, in das Private zurück.

http://www.rocktimes.de/gesamt/k/karthago/love_is_a_cake.html

Als er viele Jahre später in einem Fernseh - Interview seine Herzerkrankung bekannt gab und dabei offen über den mörderischen Stress in jener Zeit von 1970 bis 1978 plauderte, war ich entsetzt. Es hörte sich nach einem noch relativ jungen, doch vom Show - Biz und alledem gezeichneten, ja, vielleicht schon gebrochenen Mann, an.

Schließlich hatte ich ihn mehrfach in den 1970er Jahren mit " Karthago " live auf der Bühne erlebt. Ein Derwisch auf den Brettern, ein exzellenter Gitarrist und Sänger, der sein Publikum hoch jazzen konnte.
Einst spielte er auch in den Niederungen der Provinz, in einem Örtchen bei Minden / Westfalen vor einigen Dutzend Männecken in dem Lokal " Die Grille ". Weiß der Teufel, wer und wie die Gruppe in den 1970ern dort hin fand. Am Geld kann es dabei nicht gelegen haben, denn der Eintritt kostete nur 10 DM.

Die Gruppe kredenzte knackigen Hardrock und Bassist Cornick zupfte seinen E - Bass, wie zu Zeiten von " Jethro Tull ", in der Bremer Stadthalle und in Hannover, wo ich Anderson´s Crew genießen durfte. Cornick´s mit einem bunten Stirnband fest gehaltene Matte, die bei den Bassfiguren vor und zurück schwang  und der kleine Albrecht tobt auf den uralten Bühnenbrettern herum: Herrlich!

" Karthago " tourt heute ab und an wieder. Allerdings sind ´s e grau und kurzhaarig geworden.

Na, denn " Rock ´N ´Testament " und " The Creeper ":


http://de.wikipedia.org/wiki/Karthago_(Band)