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Dienstag, 30. September 2014

Guantanamo in Burbach.



Das Städtchen Burbach wird den meisten Bundesmicheln so wenig sagen, wie die Gemeinden Erndtebrück, Neunkirchen und Wilnsdorf; auch die Kleinstadt Haiger ist der Mehrzahl nicht bekannt. Warum sollte sie auch? Schließlich liegen alle Orte am süd - westlichen Zipfel des bevölkerungsreichsten Bundeslandes, nämlich Nordrhein - Westfalen; unmittelbar vor der hessischen Landesgrenze. Wobei Haiger bereits dem Lahn - Dill - Kreis angehört und bereits in Hessen liegt.

Nun, Burbach oder Haiger hätten mir auch nichts gesagt, wäre ich vor mehr als 4 Dekaden danach gefragt worden. Doch als einstiger Stammhörer des Westdeutschen Rundfunks ( vornehmlich WDR II ), ist mir der Ort Burbach durchaus zum Begriff geworden; vornehmlich jedoch die Autobahnabfahrt Haiger / Burbach an der A 45, der so genannten " Sauerlandlinie ". Hier gab es zu jener Zeit im Winter Verkehrsprobleme und im Sommer Staus durch ständige LKW - Unfälle. Die monoten Verkehrsfunkmeldungen enthielten dann den Hinweis: " A 45 - Sauerlandlinie - zwischen. Abfahrt Wilnsdorf / Landesgrenze und Haiger / Burbach... Kilometer Stau nach LKW - Unfall oder .. aufgrund von Schneeglätte. "
Die Probleme mit den Wetterkapriolen haben die beiden Bundesländer inzwischen in den Griff bekommen. Dafür sind die vielen Talbrücken inzwischen baufällig.
Das gilt auch für die Talbrücken Rinsdorf, Landeskroner Weiher oder Kalteiche.

Doch nicht die A 45 und ihre maroden Brücken waren im beschaulichen Siegerland das Medienthema der letzten Tage, sondern ein Skandal, der - bei genauerem Hinsehen - seines Gleichen sucht.
In der zur Aufnahmeeinrichtung umfunktionierten ehemaligen " Siegerland - Kaserne " sollen Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes Flüchtlinge misshandelt haben. Aktuell wird dort gegen 6 Personen ermittelt.
Auch in der so genannten Gemeinschaftseinrichtung für Asylbewerber in Essen und Bad Berleburg ( ebenfalls Landkreis Siegen - Wittgenstein ) soll es ähnliche Vorfälle gegeben haben.

Nachdem sich die Medienmeute des Themas angenommen hat, schlagen die Wellen der Empörung zwar hoch, aber nur aus einer bestimmten Richtung. Die Mehrheit schweigt und vor allem die Rechtspopulisten sind stumm geblieben.

http://www1.wdr.de/themen/politik/fluechtlinge388.html

http://www1.wdr.de/studio/siegen/themadestages/fluechtlinge452.html

Das jetzt hoch kochende Thema " Probleme bei der  Asylbewerberunterbringung " ist so neu nicht. Als das wiedervereinigungstrunkene Volk sich auch der Aufgabe widmen musste, die vielen Bürgerkriegsflüchtlinge, unter anderen aus dem damaligen Jugoslawien, unter bringen zu müssen, gab es schnell klare Grenzen in punkto Hilfsbereitschaft. Die pogromartigen Ausfälle des besoffenen und von herbei gekarrten Rechtsradikalen aufgestachelten Pöbels in Rostock - Lichtenhagen oder Hoyerswerder zu Beginn der 1990er Jahre.
Die unterschiedliche Entwicklung in den beiden deutschen Staaten führten zu einer nicht gewollten Gemengelage. Hier die das bis 1989 einkasernierte Drittel der Bundesdeutschen, dort die seit den WiWu - Jahren an ausländische Mitbürger gewöhnten BRDler, die diese als bereitwillige Malocher in das Land geholt hatten, jedoch dabei deren Integration vergaßen. Das sollte also nun zusammen wachsen?

Was verschärften hinzu kam, waren die Asylbewerberzahlen, die bereits vor der Wende auf nahezu 400.000 je Jahr angestiegen waren. Die Flächenstaaten im Beitrittsgebiet mussten ein Teil - nach einem zuvor festgelegten Schlüssel - mit aufnehmen. Das war problematisch, weil weder die Unterkünfte, noch fachkundiges Personal zur Verfügung standen.

Kohl und Konsorten griffen zu einem Trick und änderten flugs das im Grundgesetz verankerte Asylrecht. Es wurde der Artikel 16a in das Grundgesetz aufgenommen, wonach Asylrecht nur jenen Flüchtlingen zugestanden werden sollte, die nicht aus einem sicheren Drittland kamen. Da die BRD jedoch inzwischen auf dem Landweg nur von sicheren Drittstaaten ( Dänemark, Polen, Tschechien, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien, die Niederlande ) umgeben ist, war das ursprünglich aus Artikel 16 Grundgesetz hergeleitete Asylrecht faktisch abgeschafft.

In der Folge sanken die Asylbewerberzahlen drastisch.
Bis vor 2 Jahren. Da schwemmte der Krieg im Nahen Osten, vornehmlich in Syrien, wieder mehr Flüchtlinge in das Gelobte Land.
Mit der Konsequenz, dass die Bundesländer bei der Aufnahme und örtlichen Verteilung der Schutzsuchenden völlig überfordert sind.

Hinzu kommt der seit der Kohl - Kanzlerschaft stringent durch geboxte Privatisierungswahn. Auch im Bereich der Flüchtlingsunterbringung wurde knall hart privatisiert. Mit der Konsequenz, dass nunmehr keine unmittelbare staatliche Kontrolle über die Unterbringung der Asylsuchenden existiert - auch wenn diese seit dem Wochenende von den politisch Verantwortlichen vehement bestritten wird.
Die Privatisierung der Gemeinschaftsunterkünfte, Asylbewerberheime oder Flüchtlingsheime hat dazu geführt, dass der als erforderlich gehaltene Wachdienst aus Kostengründen nicht von der Betreibergesellschaft selbst eingesetzt wird, sondern einem Subunternehmen übertragen wird.
Dieses wiederum stellt Billigheimer als Personal ein und zahlt zudem nie den Mindestlohn.
Weiterhin sind die Mitarbeiter des eingesetzten Sicherheitsdienstes zuvor nicht vollständig auf ihre Eignung hin überprüft worden.

Dieses sind zum Teil die Gründe für das strafbare Handeln der Mitarbeiter in Burbach. Dem kleinen Städtchen am Rande des Westerwalds. Dort, wo schwarz gewählt, schwarz gedacht und schwarz agiert wird. Hier sind Fremde unerwünscht.
Die in den Medien gezeigten Bilder geben nur einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt jener Menschen, die sich in einer Dienstkleidung, die ein  uniformähnliches Aussehen hat und dem sie Tragenden offensichtlich ein Gefühl der Machtausübung gegenüber anderen Menschen gibt.
So, wie es kürzlich bei dem Online - Händler " Amazon " der Fall war, als die Mitarbeiter dort wie KZ - Insassen behandelt wurden.

Guantanamo lässt grüßen - Guantanamo ist überall!


http://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_Deutschland


Montag, 29. September 2014

Ohne Loos nix los!



Will der der unaufgeklärte Michel den Stammtischparolen und der plakativen Wahlkampfpolemik der rechten AfD wirlich Glauben schenken, ist es um die Innere Sicherheit, in diesem, unserem Lande, nicht gut bestellt. Überall werden Stellen bei der Polizei gestrichen, Reviere geschlossen oder zusammen gelegt. Und das bei dieser Ausländerkriminalität, die sich vermutlich noch drastisch erhöhen wird, sollten wir tatsächlich weitere Kontingente an Bürgerkriegsflüchtligen, also im Jargon der AfD - Damen und - Herren " Schein -Asylanten ", Sinti und Roma sowie Armutsflüchtlinge aus Rumanien, Bulgarien und sonstwo aus dem letzten Zipfel dieser Erde kommend, aufnehmen. Die arme Polizei, ohne Personal, ohne Kompetenzen und mit teilweise veralteter Ausrüstung.Wie soll sie das nur bewerkstelligen?

Da haben es die geschauspielerten Kolleginnen und Kollegen aus dem Krimi - Genre in den Öffentlich - Rechtlichen doch wesentlich einfacher. Sie sind glänzend aufgestellt. Genügend Personal, modernste Ausrüstung und eine Übermotivation im Job. AfD - Herz, was willste mehr?

Das Rentnerfernsehen vom ZDF ließ sich deshalb am letzten Wochenende nicht lumpen, und kredenzte dem Zwangsgebührenzahler kriminalistische Hausmannskost im femininen Dreierpack.
Es begann am Freitagabend zur - neudeutschen - Primetime mit der eigentlich schon ausrangiert geglaubten Karharina Böhm als " Die Chefin ". Ab 20.15 Uhr Sie durfte im Brauerei - Gewerbe herum laufen, um dort Machenschaften eines Unternehmers, dessen Brauereibetrieb kurz vor der Pleite steht und dem Bundesnachrichtendienst ( BND ) aufzudecken. Böhm spielt hier die kühle, blonde Vera Lenz, die in einigen Sequenzen der blonden und gleichfalls talentlosen Ferres ähnelt.
Die vierte Episode mit dem Titel Zahltag wird indes zum Langweiler, auch wenn der Glotzer Böhm und Konsorten nur ganze 60 Minuten zu ertragen hat.

Im Anschluss daran gab sich die " SOKO Leipzig " die Ehre. Auch hier spielte die Kommissarin Melanie Maschke die Hauptrolle.  In der Episode " Was nicht sein darf " kämpft die blonde mit den Auswirkungen eines Burn Out und überzieht während eines Einsatzes, so dass ein Tatverdächtiger daraufhin stirbt.
Aber so wollen die Law and Ordner - Fans aus den Reihen der Mühsamen und Beladenen ihre Polizei doch sehen.

Ein Tag später dann durfte Helen Dorn, die weitere Kommissarin im verstärkten Team der TV - Ermittler, nach den Abgängen und / oder Verrentungen von Josef Matula und Mitstreiter in der Serie " Ein Fall für Zwei ", " Stubbe " und der Rentnergang aus dem Dauerbrenner " Der Alte " ran.
Nun, die gute Anna Loos, die Angetraute des Oberulk - Ossis Jan Josef Liefers kann singen, Keyboard spielen und ist auch sonst recht klug. Aber eine Kommissarin kann sie nicht.
Und deshalb muss sie über 1 1/2 (!) Stunden lang gute Mine zum kruden Drehbuch über eine Rundreise durch das Strafgesetzbuch machen.

Die zusammen geklaubte Geschichte spielt auf aller höchstem gesellschaftlichen, politischen und natürlich finanziellen Niveau. In diesem Umfeld wird eine vierjährige Tochter eines stink - reichen Finanzhais vermisst. Nichts Außergewöhnliches, also. Doch der Anlagebetrüger im feinen Designer - Zwirn verfügt über sehr gute Beziehungen in die landespolitischen Kreise. Deshalb mischt sich sofort der Justizminister in den Fall ein, sendet hierzu gleich eine Karriere geile Staatssekretärin, die mit platten Politsprüchen, Überheblichkeit und Arroganz, die Kommissarin Dorn und ihr Team abzukanzeln gedenkt. Dorn indes bleibt cool. Sie ermittelt in alle Himmelsrichtungen. Gegen den Unternehmer und Vater selbst. Gegen zwei Jugendliche, die in einem alten Transporter Marihuanapflanzen zum Eigenkonsum angelegt haben ( Wat für´n Oberquatsch! ). Gegen den Vater eines dieser Jungs, der ein HARTZ IV - Dasein in einer Absteige fristet, dabei säuft, raucht und sich selbst bemitleidet. Dieser wird deshalb verdächtigt, weil er vor vielen Jahren ein minderjähriges Mädchen in einer Schule als Hausmeister unsittlich angefasst hatte.
Getreu dem Motto der AFD - NPD - Fans: Einmal Kinderschänder, immer Kinderschänder - dafür die Todesstrafe.

Auch der Nachbar von Thomsen wird Opfer der polizeilichen Wüterich - Arbeit. Weil er private Fotografien angefertigt hat, nimmt Dorn´s Team dessen Haus auseinander. Tatsächlich wollte er nur Beweismittel erlangen, um einem Katzenvergifter, der vier seiner Stubentiger um die Ecke gebracht hat, auf die Schliche zu kommen.
Auch hier geht der Ermittlungsansatz ins Leere. Pech, Frau Dorn.

Dann geht Frau Dorn in die Vollen geht erneut gegen den Investment - Halunken vor. Die Bude des Unternehmers wird durchsucht, seine Firma wegen Beweismittelunterdrückung, also Verdunklungsgefahr, auf den Kopf gestellt. Nichts, außer Morddrohungen gegen den Betrüger von Betrogenen, findet sich indes dort.
Weiterhin führen Informationen das Dorn - Team zu einer Industriebrache am Rande der Landeshauptstadt, die Thomsen einst gekauft hatte. Obwohl sich zunächst der Sinn dieser Transaktion den Ermittlern nicht so recht erschließt, gibt es bald eine Erklärung für den Grundstückskauf. Ein niederländischer Investor möchte einen Einkaufstempel und mehr dort hoch ziehen. Dazu benötigt er jedoch das, unmittelbar an der Eisenbahn liegende Grundstück von Thomsen.
Als Dorn und ihr Kollege dort herum spazieren, erscheint die schwarze Staatssekretärin mit dem Hausanwalt im Gefolge und staucht die Beiden zusammen.

Danach fliegt die schwere Limousine des Rechtsverdrehers in die Luft. Dorn´s Kollege und der Anwalt werden dabei nur leicht verletzt.

Zwischenzeitlich wird die Leiche der vierjährigen Tochter im Wasser gefunden.

Madame Dorn schwant jedoch, dass der Mann und sein Hausanwalt, der zudem auch noch den besten, engsten Freund mimt, irgendetwas verschweigt. Da ist es schon zu spät. Der Düsseldorfer Unternehmer Hans Thomsen fährt in die Niederlande und knallt den Sohn eines Konkurrenten kaltblütig ab, weil er diesen hinter der vermeintlichen Entführung seiner Tochter vermutet. Doch der Meister Thomsen meuchelte den Sohn des Rivalen (gespielt von dem einstigen, niederländischen " Schimanski " - Kollegen Chiem van Houweninge ) umsosnt, denn der hat die Tochter nicht in seiner Gewalt.


Als Helen Dorn sich - natürlich eher zufällig - noch einmal einen Handy - Film des jungen Drogenfans ansieht, fällt ihr eine über einen Stuhl hängende Tasche auf. Nun darf Helen Dorn den Fall lösen. Die Ehefrau des Finanzhais ist die Täterin. Sie hatte ihre Tasche mit den Flugtickets zu Hause liegen gelassen und musste mit dem PKW dorthin zurück kehren. Dabei hat sie beim Rückwärtsfahren die aus dem Wohnhaus laufende Tochter überfahren.

Ende gut, alles schlecht!

Nö, Anna dat war nischt. Ostrock ist zwar nach 25 Jahren Untergang der DDR und der Nachwendezeit inzwischen nicht mehr gefragt. Weshalb die Bands von damals, wie " Karat ", die " Puhdys " oder andere Gruppen ihren finalen Abgesagt zelebrieren, aber dass damit auch die Band " Silly " in das Geschichtsmuseum hinein gestellt werden soll, kann der Außenstehende nicht so richtig nachvollziehen. Loos als Frontfrau von " Silly " hat was; nicht jedoch als ZDF - Rentnerkanal - Kommissarin Helen Dorn.
Dass ihr Ehemann nun den " Börne " im " Tatort " mimt, bedeutet noch lange nicht, dass die  Konkurrenz sich der anderen Hälfte des Ehepaars annehmen muss.
Für Anna Loos wäre es besser gewesen, sie hätte sich diese Kommissarin als Rolle im TV nicht angetan. So bleibt der muffige Stallgeruch des Paares Liefers/Loos immer noch an ihnen hängen.


Der " Tannenhof " in Uchtdorf, Marc Bolan´s " T - Rex " und " Hot Love ".



Junge, Juunge, wat war dat wieder für ein geschwurbelter " Tatort ". Dieses Mal aus Köln. Der schönen Stadt am Rhein. Mit den beiden " Oldies " Max Ballauf ( Klaus J. Behrendt ) und Freddy Schenk ( Dietmar Bär ). Reimt sich doch irgendwie, oder?
Es ging um das riesige Gewerbe " Partnervermittlungsbörse ". In dem virtuellen Sumpf, der während der 1 1/ 2 Stunden aufgezeigt wurde, gingen 2 Tote unter. Eine durch einen Mord, die andere durch Suizid. Das Strafgesetzbuch wurde ferner durch laufen und zeigte dem ahnungslosen Glotzer, mit welchen kriminellen Verquickungen er/sie im Zusammenhang mit einer Partnerbörse rechnen könnte ( Mordversuch, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Diebstahl, Betrug.versuchte gefährliche Brandstiftung ). Starker Tobak für ein Genre, dass sich im Zeitalter der 24-stündigen Erreichbarkeit des Einzelnen gegenüber der übrigen Masse Mensch, eher humanistische Absichten an ihr Revers heften möchte, um damit die eigene Existenzberechtigung zu unterstreichen. Es geht um Einsamkeit, Gefühle, Sehnsüchte, Spleene, Kränkungen oder Minderwertigkeitskomplexe, die bei der Fleischbeschauung mittels Computer auch eine gewichtige Rolle spielen.Vornehmlich aber geht es auch um den schnöden Mammon - zumindest auf Seiten der Betreiber solcher Dienstleistungsunternehmen.

Während sich die beiden Kölner Hauptkommissare durch dieses morastige Gelände quälten, ertönte in dem Newtimer des dicklichen Freddy Schenk ein Oldie aus der Stereoanlage, der " Hot Love " heißt und von " T - Rex " gespielt sowie damals von Marc Bolan gesungen wurde.
Da der gute Marc bereits von 37 Jahren bei einem tödlichen Autounfall das Zeitliche segnete, verkauften sich sein Tonträger danach noch besser.
Das war allerdings nicht immer so.

Die Truppe wurde 1967 von einem gewissen Mark Feld, geboren am 30. September 1947 in Hackney, East London, gegründet. Feld stieg zunächst in das Singer - Songwriter und Folk - Musikgeschäft ein, wo er allerdings ohne einen großen Durchbruch blieb.
Das galt auch ab jenem Zeitpunkt, an dem er zusammen mit Steve Peregren Took das Duo Tyrannosaurus Rex gründete. Das ab jenem Zeitpunkt dargebotene Liedgut, kredenzt mittels akustischer Gitarrenbegleitung
entsprach zwar dem hippietsken Zeitbild, brachte allerdings keinen kommerziellen Erfolg.
Feld nannte sich ab 1969 dann Bolan und schrieb seinen Vornamen künftig mit einem " c ".

Das Duo wurde zu einem Quartett oder Septett aufgestockt und spielte bis 1970 eher psychedelisch angehauchte Musik.
Bolan änderte den Stil, sein Outfit  und den Namen der Band, die nur noch " T - Rex " hieß. Mit " Ride a White Swan ", " Jeepster " und " Hot Love " und anderen Titeln gelang es der Gruppe jeweils ein Song in den aktuellen Hitparaden zu platzieren.
Bolan galt seitdem als Mitbegründer des so genannten " Glam - Rock ".

http://de.wikipedia.org/wiki/T._Rex

Diese neue Masche zog und die Kassen klingelten. Bolan´s Truppe war innerhalb kurzer Zeit weltbekannt; er zumindest Platten - Millionär und demnach auch voll im Business - Stress. Bolan begann zu saufen und nahm andere Drogen. Als der " Glam - Rock " genauso schnell von der Bühne verschwand, wie er einst gekommen war, wurde " T - Rex " zwar nicht aufgelöst, Marc Bolan konzentrierte sich jedoch in der Folgezeit mehr auf das Produzieren und Managen von Gruppen, wie den  " Boomtown Rats ".

Der von seiner Ehefrau June Bolan schon lange getrennt lebende Musiker verunglückte am 16. September 1977 bei einem Verkehrsunfall. Der von seiner Lebensgefährtin gesteuerte PKW raste gegen einen Betonpfahl, nachdem an den Mini Clubman Mini 1275 GT ein Reifen platzte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Bolan

Bolan´s Witwe June wiederum verstarb am 31. August 1994 während eines Türkei - Urlaubs an einem Herzinfarkt.
Auch die anderen Musiker der Band segneten sehr früh das Zeitliche:


" Der Mitbegründer von Tyrannosaurus Rex, Steve „Peregrin“ Took, starb am 27. Oktober 1980 im Alter von 31 Jahren, als er sich an einer Cocktailkirsche verschluckte.
Steve Currie verunglückte am 28. April 1981 bei einem Autounfall in Portugal.
Mickey Finn verstarb am 11. Januar 2003 im Mayday Hospital in Croydon im Alter von 55 Jahren an den Folgen jahrelangen Drogenmissbrauchs.
Peter „Dino“ Dines verstarb am 28. Januar 2004 an einem Herzinfarkt. "

- Zitataende - aus wikipedia - " T - Rex "

Es war ein lauer Samstagabend  im Mai 1971. 
Wir hatten uns zu einem Besuch im " Tannenhof " in Uchtdorf bei Rinteln, am Rande des beschaulichen Weserberglandes, entschieden. Ein Bekannter wollte uns fahren. Er war einige Jahre älter, besaß nicht nur einen Führerschein, sondern auch noch ein eigenes Auto.
Es war ein VW Käfer. So zwängten wir uns in die unbequeme Konservendose von Volkswagen und fuhren los.  
Über die B 83 in Richtung Steinbergen. Dort führte uns der Weg weiter über die Rintelner Straße. In Rinteln mussten wir dann links nach Barntrup und Exteral abbiegen. Dann auf die Extertaler Straße, von dort auf die Kasseler Landstraße nach Uchtdorf.
Irgendwann kamen wir auf einem einst unbeleuchteten Parkplatz an, auf dem bereits unzählige PKW standen.
Für die knapp 13 Kilometer benötigten wir etwa eine halbe Stunde, weil die Strecke überwiegend unbeleuchtet war. Dort, wo heute Zehntausende Fahrzeuge täglich die Straßen malträtieren, gab es damals nur unbefestigte Straßenränder, viele Schlaglöcher und zudem Bahnübergänge.

Nun, der " Tannenhof " war einst eine typische Dorf - Diskothek. Hier trafen sich Jugendliche um Musik zu hören, Bier oder Cola zu trinken und dem anderen Geschlecht näher zu kommen.
Dementsprechend war auch die Musik auf den Geschmack der breiten Masse von Vergnügung suchenden jungen Leuten zugeschnitten.
Der biedere, in einem hellen Rüschenhemd mit trerndiger Frisur, die Single auflegende DJ, konnte kaum Englisch und nur schlechtes Deutsch, soweit der Gast ihn überhaupt durch die völlig übersteuerte Mikrophonanlage verstehen konnte.

So spießig der Jungspunt aussah, so war auch dessen Musikgeschmack. Er orgelte genau jene Titel herunter, die jeder der Anwesenden bereits aus dem Kofferradio oder der eigenen Anlage her kannte:

- Danyel Gerard: Butterfly

- Lynn Anderson: Rose Garden

- Middle of the Road: Chirpy, Chirpy, Cheep

- Creedence Clearwater Revival: Hey Tonight

- Les Humphries Singers: We´ll Fly to the Promised Land 
  
- CCS: Walking

- Ringo Starr: It Don´t Come Easy

- Waldo de los Rios: Mozart: Symphony No. 40   

- Rolling Stones: Brown Sugar

- T - Rex: Hot Love

Und weil mich meine Bekannten dazu drängten, musste ich nolens volens auch das Tanzbein schwingen. Bei soviel :

" Ooh-We, Chirpy, Chirpy, Cheep, Cheep
Woke up this morning and my mama was gone
Ooh-We, Chirpy, Chirpy, Cheep, Cheep
Chirpy, Chirpy, Cheep, Cheep, Chirp "

und

" La la la la la la la la "



ließ ich mich von der wild wirbelnden Meute anstecken und legte ´ne flotte Sohle auf´s Parkett  ( jedoch folgenlos):


Jawoll, jaaaaaaaaahh, " lalalalalalalalalalalala.............." - schöööööööööööön:



Auch ein Hardrock - Fan muss eben im Leben dann und wann Kompromisse eingehen!

Samstag, 27. September 2014

" The Outlaws " - Southern Rock aus Florida.



Wer als Fan Gitarren lastiger Rockmusik ab den 1970er Jahren die Szene über blicken konnte, dem konnte eine Gruppe nicht entgehen, die sich " Outlaws " nennt.
Die Urformation gründete sich 1972 in Tampa, Florida und bestand aus:

Billy Jones (Gitarre), 
Henry Paul (Gitarre), 
Hughie Thomasson (Gitarre), 
Monte Yoho (Schlagzeug) 
Frank O´Keefe (Bass).

Die " Outlaws " zählen neben der " Allman Brothers Band ", " Lynyrd Skynyrd ", " Molly Hatched ", der " Marshal Tucker Band ", der " Charlie Daniels Band " oder " Black Oak Arkansas " zu den renommiertesten Vertretern des so genannten South Rock.
Einige Zeit nach ihrer Gründung erfuhr die Gruppe bereits personelle Veränderungen. Dennoch ist der von Beginn an gepflegte Musikstil, mittels mehrerer Gitarren, die sich permanent ergänzen, einen voluminösen Klangteppich zu produzieren, bis heute gleich geblieben.
" The Outlaws " sind immer noch live zu bestaunen und führen auch weiterhin Tourneen durch. 
Die einstigen Musiker Billy Jones, Frank O´Keefe und Hughie Thomasson indes verweilen längst nicht mehr unter uns.

http://de.wikipedia.org/wiki/Outlaws_(Band)

Auf dem 1978er Live - Album " Bring It Back Alive " findet sich der Knaller " Green Grass and High Tides ", den die Band immer noch regelmäßig zum Besten gibt:.
Na, denne und gut´s Nächtle mit diesem Ohrwurm:




Gute Gutmenschen auf Sylt.


Dem Gesamtdeutschen wird ja eine - beinahe grenzenlose - Liebe zum Wald nach gesagt. Dem Süddeutschen dazu eine gewisse Affinität zu den Bergen. Den Norddeutschen hingegen zieht das Meer magisch an. Das mag unter anderen daran liegen, dass noch vor einigen Jahrzehnten diese drei Bereiche vielen Deutschen die Erwerbs - und Lebensgrundlage sicher gestellt haben.
In der heutigen Zeit gilt dieses nur noch bedingt.
Vornehmlich im touristischen Sektor, könnten die Bewohner von den geographischen und natürlichen Besonderheiten ihres Lebensumfeldes ihr Einkommen bestreiten.

Und weil durch diese Veränderungen die Menschen erfinderisch gemacht haben, gibt es im Zeitalter des Massentourismus auch unerfreuliche Dinge. Da wäre zum Beispiel die Zersiedelung der Landschaften durch immer mehr Bauten. Die Verdrängung von Einwohnern durch wohlhabende oder reiche Zugezogene, die so genannte Gentrifizierung. Die verkehrstechnischen Probleme durch den Massentourismus.

Alle drei negativen Attribute kann die beliebteste Insel der Westdeutschen mit dem Namen Sylt auf sich vereinigen. Doch da der Tourismus auf Sylt Jahr ein, Jahr aus, einige Hunderttausend Gäste und über 6, 6 Millionen Übernachten mit sich bringt ( http://www.sylt-tv.com/gaestestatistik-sylt-2010.html ) werden diese Dinge gerne unter den Teppich gekehrt. Es könnte ja sein, dass der " gute " Ruf beschädigt wird. Damit könnte potenzielle Gäste abgeschreckt werden. Und das wiederum erbrächte weniger Euronen in die Kassen des Touristikgewerbes und der damit verbundenen Unternehmen und Selbständigen.
Denn von den zugezogenen Reichen allein kann die Insel nicht existieren.

Da las ich kürzlich in der " SPIEGEL " - Ausgabe Nummer 34 / 2014 auf Seite 17 einen Bericht über eine Familie aus der nordrhein - westfälischen Stadt Wesel, die auf der nordfriesischen Insel Sylt Urlaub machen wollten. Zum ersten Mal in ihrem Leben beabsichtigte die Familie aus Wesel einen einwöchigen Urlaub auf der Insel zu verbringen. Frau B. sah deshalb - weil es ja durchaus bequem und eventuell billiger ist - im Internet nach einer Ferienwohnung und wurde fündig. Kurzfristig bot ein Portal unter der Domain " www. traum - wohnung.org " eine relativ günstige Wohnung in Westerland an. Die Adresse lautete " Schwalbennest 2 ", der Anbieter hieß - sehr deutsch - " Meyer ".

Frau B. tauschte mit Herrn Meyer einige Mails aus und vereinbarte darin den 9. August 2014 als Ankunftstermin. Eine Fe - Wo mit drei Zimmer, Garten und Terrasse für 785 Euro in der Hauptreisezeit - Urlaubssuchender, was willst du mehr? Da zahlte Frau B. aus Wesel doch gerne die 75 % Anzahlung auf ein angegebenes Postbankkonto.
Doch das dicke Ende kam dann drei Tage vor dem Reiseantritt. Da war weder die Homepage erreichbar, noch funktionierte der Mail - Account.

Eine böse Ahnung überkam Frau B., so dass sie die Herkunft der Internetadresse überprüfte und dabei fest stellte, dass diese in Kuala Lumpur, der malayischen Hauptstadt, registriert war. Herr Meyer, der die Familie B. noch am Tag ihrer vereinbarten Anreise mit Mehrkornbrötchen und Nordseekrabben begrüssen wollte, ließ also über Malaysia eine Internetseite einstellen, die es nach der vorgenommenen Überweisung von Frau B. nicht mehr gab. Herr B. ließ über ein Hotel in der selben Straße bei der angegebenen Adresse " Schwalbenstraße 2 " in Westerland auf Sylt diese Anschrift überprüfen. Der von einem Mitarbeiter unter dieser Anschrift angetroffene Eigentümer bestätigte die Befürchtung der B.´s. Sie waren zuvor im Internet auf einen Betrüger herein gefallen.

Die Vorauszahlung war verloren, der Urlaub war im Eimer und der geplante Besuch im Schicki - Micki - Tempel " Sansibar " geriet in weite Ferne. Auch die Austern, die Herr B. sich in List zu Gemüte führen wollte, werden andere Gäste speisen. Pech gehabt!

Da hilft auch keine Strafanzeige, die Herr B. am Morgen nach der Ernüchterung bei der Polizei in Wesel stellt. Das Ermittlungsverfahren geht hier meist aus, wie das Hornberger Schießen. Und auch die bei Facebook eingerichtete Seite, auf der sich Betroffene und Geschädigte austauschen können, ist kein Ersatz für das Malheur ( https://www.facebook.com/groups/501522669981003/?fref=ts )
Dann hörte ein Ehepaar auf Sylt von diesem Betrugsfall und bot der Familie B. an, kostenlos eine Woche im kommenden Jahr in ihrer Fe - Wo wohnen zu dürfen.

Da sage doch noch einer, dass es auf der Insel der Reichen und Schönen keine guten Menschen gäbe. Gutmenschen eben.
Doch die schlechten Menschen werden nicht nach lassen, auf vielfältige Weise den vielen Gutgläubigen, den Naiven, den Ahnungslosen, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ob nun über das Internet oder bei einem Gespräch mit einem Banksachbearbeiter, einem Versicherungsvertreter oder sonst irgendwem.
Gut trifft Böse, so ist das überall im Leben.

Das diese Allerweltsgeschichte nun ausgerechnet im " SPIEGEL " zu lesen ist, mag dem Umstand geschuldet sein, dass Sylt die Insel der Hamburger darstellt, der verstorbene Herausgeber Rudolf Augstein einst ein durchaus opulentes Anwesen unterhielt und die Qualität der Berichterstattung in dem Hamburger Nachrichtenmagazin leider seit einigen Jahren rapide gesunken ist.
 
" Draksen "  aus dem wunderbaren Jahr 1993 und " I Want My Money Back "  ( Jawoll. Ja! ):



Freitag, 26. September 2014

" Mythos ", eine Gruppe aus der - wilden - Krautrock - Zeit.



Als der Prog - Rock sich Ende 1960er Jahre langsam etablierte, zogen auch in der BRD einige Gruppen nach, die in dem experimentellen Rock ein reiches Betätigungsfeld sahen. Dass hieraus eine besondere Richtung, nämlich der " Krautrock " entstand, dürfte indes nur der germanischen Herkunft der Bands geschuldet sein. De facto unterschieden sich westdeutsche Formationen kaum von ihren niederländischen, dänischen oder englischen Mitstreitern.
Deckungsgleich waren nämlich in jedem Fall die üblicher Weise zum Einsatz gebrachten Instrumente.

Und da gab es eine kürzere Phase, innerhalb derer es en vogue war, eine Querflöte in das Soundkonzept mit aufzunehmen. Wohl angestachelt von dem Erfolg der Bands, wie " Jethro Tull " oder Golden Earring ", adaptierten bundesdeutsche Prog - Rock - Bands den dortigen Musikstil und ließen - hier und da - ( so bei " Kraftwerk " ) die Querflöte erklingen.

Die im Jahre 1969 in Berlin gegründete Formation " Mythos " zählte einst zu jenen Bands, die das Querflötenspiel regelmäßig in ihre Stücke einfließen ließen.
" Mythos ", das waren damals:

- Stephan Kaske: Querflöte, Tasteninstrumente, Gesang, Gitarre;

- Harald Weisse: Bass

- Thomas Hildebrand: Schlagzeug

Der vormalige Musiker, Komponist und Produzent des Labels " Ohr ", Rolf - Ulrich Kaiser, entdeckte die Gruppe aus Berlin während ihrer Auftritte und bot " Mythos " bei dieser Plattenfirma einen Vertrag an, woraufhin 1972 die erste Vinylscheibe mit dem Namen der Band erschien.

" Mythos " sind auf der Platte mit drei Stücken zu hören:



A1Mythoett3:00
A2Oriental Journey / Hero's Death17:42
BEncyclopedia Terrae


17:31
  Der gute Rolf - Ulrich Kaiser (http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf-Ulrich_Kaiser ) hatte auch hier das richtige Händchen bewiesen und die Gruppe " Mythos " völlig zu Recht gefördert.  Drei Jahre nach dem Erstlingswerk der Band, erschien die LP " Dreamlap " und entpuppte sich alsbald zu einem Verkaufsschlager. " Mythos " indes blieben ihrem Musikstil treu und traten damit weiterhin bei Festivals und auf kleineren Veranstaltungen auf.

Das Album " Dreamlap " gehörte deshalb eine Zeit lang zum " Must Have " jedes Prog - und Rock - Fans:



1Dedicated To Werner Von Braun6:00
Message8:19
2aPart I
2bPart II
-
3Expeditions
Backing Vocals – Starmaiden*
6:11
4Mythalgia2:10
Dreamlab11:04
5aI Echophase
5bII Quite Amazed
5cIII Going To Meet My Lady
-
6Eternity7:10



" Dreamlap " ist indes längst als nur ein " Prog - Rock " - Album, weil sich die elektronische Szene rund um West - Berlin, aber auch München und insbesondere Düsseldorf rasant weiter entwickelte, lässt sich die LP danach eher als kosmische Musik, als elektronische Musik - Scheibe kategorisieren. Sie entsprach somit dem damaligen Zeitgeist, der auch Gruppen, wie " Tangerine Dream " oder experimentelle Musiker, wie Klaus Schulze, mit hoch spülte.

Drei Jahre später wiederum zeigten " Mythos " allerdings ein anderes musikalisches Gesicht. Die 1978er LP " Strange Guys " war rockig und enthält Gesangspassagen, da die Truppe einen radikalen, personellen Wechsel vollzog. " Mythos waren zu dieser Zeit:



Ein Jahr nach " Strange Guys " erschien " Concrete City " unter dem gleichen, dem " Venus " - Label. Es folgten noch " Quasar " im Jahr 1980 sowie " Grand Prix " ein Jahr danch, die bei " SKY " veröffentlicht wurden.
" Mythos " löste sich wenig später auf. Tatsächlich bestand die Band nach der dritten Umbesetzung eigentlich nur noch aus Stephan Kaske. Der in der Zeit zuvor auch diverse Solo - Alben veröffentlichte.

Unter dem Namen " Mythos " produzierte Kaske dann 1999 das Album " Wintermezzo ".


  • 1978 – Strange Guys LP (Venus) 
  • 1979 – Concrete City LP (Venus) 


     
  • 1980 – Quasar LP (Sky)
  • 1981 – Grand Prix LP (Sky)
  • 1999 – Wintermezzo CD (Art  and Music)










Vor drei Jahren überraschte " Mythos " dann mit einer Veröffentlichung eines Live - Mitschnitts zu einem Auftritt vom 5. März 1976 in " Stagge´s Hotel " in dem beschaulichen Örtchen Osterholz - Scharmbeck bei Bremen. Für die Nichteingeweihten sei hierzu gesagt, dass " Stagge´s Hotel " einst ein regionaler Treffpunkt für alle Freunde und Anhänger des Genusses von progressiver Rockmusik und den dazu gehörigen Konsum halluzinogener Mittelchen war. Die Diskothek war auch in den Bremer Kreisen sehr beliebt.
Fritz Stagge, der einstige Betreiber des später als Club geführten Lokals war der progressiven Musik durchaus gewogen und ließ in unregelmäßigen Abständen auch Bands dort live auftreten. 
( http://www.geschichtsatlas.de/~ga24/index.html )

So auch " Mythos " am 5. März 1976, die hier u.a. folgende Stücke zum Besten gaben:



1Dreamlab Part 1 Echophase Live9:26
2Dedicated To Wernher Von Braun Live5:27
3There's No God (Battlefield)9:12
4Eternity Live9:07
5Stagge Inferno3:40
6Backstage Fumble Live6:16
7Message Part 2 Live1:27
8There's No God (Final)7:17

Companies etc

Credits

Notes

Recorded live at Stagge's Hotel, Osterholz-Scharmbeck, March 5, 1976


Und weil der Mythos " Mythos " - wenn auch in völlig anderer Form - weiter lebt, hier einige Liedchen aus dem Netz:

A: 
Encyclopedia Terrae

B:
" Superkraut 1976 " - Live at Stagge´s Hotel OHZ:



 C: 



Und zurück zur Erde:
" Neutron Bomb " aus dem Album " Concrete City ".





Donnerstag, 25. September 2014

Oktoberfest 2014: Sauffa - Speibn - Brunzen!

Der Mensch ( lateinische Bezeichnung homo, capitulum oder in seiner Gesamtheit: Homo sapiens ) ist ja bekanntlich das größte Raubtier auf der Erde. Hätte die Entwicklung des homo sapiens  von der Urzeit an, spätestens jedoch in der Phase des semi homo, eine Stagnation erfahren, würde diese Welt sich nicht mit existenziellen Problemen, wie Klimaerwärmung, Rohstoffknappheit und Überbevölkerung herum schlagen müssen. Auch Kriege, Flucht, Vertreibung, Armut, Hunger und Seuchen wären in der uns bekannten Form so nie aufgetreten.


Da der homo jedoch zum heuretes mutierte und - obwohl er dabei unter anderem -auch das gesittete Essen mit Messer, Gabel, Löffel sowie das Trinken aus dem Glas, dem Becher, der Tasse sich aneignen konnte, muss er sich dennoch permanent mit den negativen Seiten seines Erfindungsreichtums befassen. Das ist gerade in der heutigen Zeit, in der eine ständige Wechselwirkung zwischen Macht - Moneten - Medien auf allen Lebensfeldern besteht, oft nicht sehr einfach.
Unbequemer Meldungen werden häufig unter den Tisch fallen gelassen, kritische Äußerungen als lästig abgetan und Gegenmeinungen schlichtweg ignoriert.

Und weil diese Tendenz zunimmt, gilt mehr den je, das bekannte Sprichwort: " Halbwahrheiten sind die raffiniertsten Lügen. "
Das trifft auch für die Nachrichten rund um Großveranstaltungen zu. Jene Zusammenkünfte von Tausenden, Zehntausenden oder Hunderttausenden, die dem Zweck dienen sollen, sich in der Masse, der Anonymität, eine Zeit lang zu vergnügen.

Der homo oder homo sapiens moderner Prägung hat auch dafür bestimmte Rituale entwickelt, nach denen er diese Massenvergnügen abhält. Ob es nun in einem der zu Konsumtempeln ausgebauten Fußballarenen, einer pompös ausgebauten Mehrzweckhalle oder auf einem Volksfest ist, meistens sind die standardisierten Abläufe des genormten Vergnügens identisch. Um dieses zu ertragen, benötigt der Mensch alkoholische Getränke. Der Deutsche meistens sein Bier. Der Gerstensaft ist der euphorisierende Treibstoff, mit dem sich der deutsche Mensch sein genormtes Vergnügen schön säuft. Beim Grillen wird Bier gesoffen; beim Fußball wird Bier gesoffen; im Urlaub wird Bier gesoffen.

Eigentlich wird immer und überall, bei jedweder Gelegenheit heutzutage gesoffen.

Auch beim Münchner Oktoberfest säuft der Besucher Bier. " Oktoberfest - Bier ",eben. Und weil das so ist, wird das Bier, das dort Maß heißt, von Jahr zu Jahr teurer.
Aber, keine Angst, die Qualität des dort ausgeschenkten, in nur dreiviertel vollen Maßkrügen kredenzten Bieres, ist immer noch die gleiche. Sollte der Mensch denken. Denkt er wohl auch. Deshalb treibt es den Menschen in Massen zur Wiesn. Nein, auf die Wiesn. Die Massen furchen als Masse diese Wiesn, die ja nur zum geringen Teil eine ist, regelrecht um.

Sie wälzen sich von links nach rechts ( in Bayern jedoch von rechts nach links ), von Norden zum Süden, von oben nach unten und zurück. Die Menschenmassen verwandeln das Oktoberfest, dass schon längst im September beginnt, in einen Ameisenhaufen. Überall wimmelt es von menschlichen Ameisen. Die jedoch hier nicht die Aufgabe erhalten haben, die Ameisenkönigin, die eigene Brut, das eigene Volk also, durch Ausüben einer bestimmten Funktion erhalten zu helfen, nein, hier geht es um Individualität, das Ausleben des eigenen Ego in der Masse.

Dazu trägt der Wiesn - Mensch bestimmte Kleidung. Die weiblichen Besucher des Oktoberfestes kommen im Dirndl. Das ist längst in unterschiedlichen Formen, Farben und Größen sowie Preisklassen zu erwerben. In den Geschäften der Landeshauptstadt, außerhalb der Metropole in der bayrischen Provinz oder über Online - Händler. Wer wenig Kohle hat, ersteigert so´n Fetzen bei ebay.
Der männliche Gast trägt Lederhose. Krachlederne, wie sie auch manchmal genannt werden. Lederhosen sind zum Fest der Münchner mega - in. Dazu passend gibt es ein Hemd, ein Hut mit Gamsbart, Kniestrümpfe und entsprechendes Schuhwerk. Es gilt hierfür das Obengesagte zum Dirndl.

Nun wälzen sich die mit Dirndl und Krachlederne bewehrten Menschen durch die Wiesn. Dort, wo das katalogisierte Vergnügen noch ein solches ist. Hier sind Fahrgeschäfte zu bestaunen, noch so zu sehen, wie nun einmal sind, nämlich jene, die für viel, viel Euronen einen Platz zugewiesen bekommen haben, an dem sie auf Kundschaft warten. Das ist auf anderen Rummelplätzen ähnlich. Nur reiht sich hier nicht Bude an Bude. Sondern, es geht etwas exklusiver zu:



Alpina Bahn

Autoscooter Distel

Break Dancer

Cyber Space

Freefall

Frisbee

Gaudi Schaukel

High Energy

Höllenblitz

Night Fly

Olympia Looping

Power Tower II

Psychodelic

Rocket

Skater

Star Flyer

Techno Power

Toboggan

Fahrgeschäfte für Kinder

Historische Wiesn 2010


Billiger als woanders ist es natürlich nicht. Den wahren Oktoberfestbesucher treibt es jedoch nicht hoch hinaus. Diese Spezies möchte nicht Riesenrad fahren, sondern in einem der riesigen Bierzelte sein wahren Vergnügen suchen.
Hier gibt es Bier und Brezln.
Doch vorsichtig, das dort ausgeschenkte Bier ist kein gewöhnliches Gebräu, sondern eine Art Starkbier.
Da Bier wird in den vielen Bierzelten ausgeschenkt. In Strömen fließt es aus den Zapfhähnen in die Glaskrüge. Maß für Maß wird nur zum Teil gefüllt. In dem unerträglichen Dunst von Schweiß, Bier und anderen menschlichen Ausdünstungen, in der Wärme des Bierzeltes, steigt das Gebräu - wie einst das Met bei den Wikingern - flugs in den Kopf und vernebelt dem Trinkenden das Resthirn.

Das führt zu einer Überreaktion. Der homo bavarius cerevisia obducere beginnt hierbei seine Grenzen zu verschieben. Nicht " oans - zwoa - suffa ", sondern " zwoa - drei - fiare - fünfe - sexe - suffa! ". Der Absturz ist dann vorprogrammiert.

Das Zeltbesäufnis indes wird nicht bei allen Anbietern von Flüssigen als Zielpunkt gesehen. Es geht auch gesitteter zu. So bei " Käfer´s - Wiesn - Zelt " Visavis zur " Weinschänke " und dem Taxistand. Dort trifft sich die VIP - Bagage, die " Bunte " - Prominenz und mehr noch, dort wird gezeigt, dass frau / man dazu gehört. Der Promi - Laufsteg endet eher im Champagner - Rausch, denn im originären Bier - Kater.

" München kotzt ", bloggte just der Kollege Günter Verdins aus Wien ( http://verdinguenter.blogspot.de/2014/09/munchen-kotzt-ein-prosit-auf-die.html )

Wie recht er doch hat.







Aber nicht nur das Kotzen ist eine Unart der Wiesn - Besucher. Nein, es wird auch gebrunzt. In die Büschen, auf den Wiesen auf den Plätzen. Dort wo der niedere Sinn des Bajuwaren, des Gastes aus Übersee oder sonstwo her, auf Erleichterung in Blase und Darm durch das Obergärige völlig zugekelistert ist, entlädt sich das dringende Bedürfnis direkt vor Ort. Auch der Rausch muss ausgeschlafen werden, egal, wo, wann und wie.
Weshalb denn von dem Wiesn - Besucher nur die nüchterne Seite gezeigt wird; gepaart mit Informationen zu der Anzahl der Besucher in 2014 und den Hektolitern an ausgeschenktem Bier sowie dessen Durchschnittspreis ( 10, 40 € ). Kotzen, Brunzen, Sauffa hat in diesen Meldungen nichts verloren. Wenn der Pöbel säuft, schweigt die kleine Intelligenz, in diesem, unserem Lande.

Da hilft keine Polizeipräsenz, kein privater Sicherheitsdienst, keine Sanitäter und kein Notarzt.
Was mutt, dat mutt!

Sodann:

A. Der jute Willy, der Millowitsch:




B: David Bell und die nicht ungefährliche Aussage: " Too Much Alcohol in My Blood Level ":




C: Binder und Krieglstein: " Drink All Day ": ( Brrrrrrrrrrrrh, lieber nicht! )