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Sonntag, 31. August 2014

Fitnesswahn!





Wer sich zu der riesigen Schar der Ebayianern zählen darf, ist möglicher Weise mit einer bestimmten, damit einher gehenden Lebensphilosophie verbunden, die da heißen könnte: Warum viel zahlen, wenn es auch günstiger geht? Es mag auch sein, dass eine gewisse " Geiz - ist - geil " - Mentalität dahinter stecken könnte. Auf jeden Fall kann ebay jenen Menschen ein Lösung zu jenem Problem anbieten, welches viele Durchschnittsbürger mit sich herum schleppen: Woher nehmen, wenn nicht gebraucht kaufen?

Weil ebay als vormalige Geschäftsidee längst zu einem gigantischen, virtuellen Marktplatz empor gehoben wurde, gibt es dort eben alles. Angefangen von Abba - CDs über Matratzen in sämtlichen Varianten bis zu Zylinderkopfdichtungen. Herz ohne großen Geldbeutel, was willst du mehr?

Nach diesen Konsum philophischen Grundsätzen ersteigerte denn auch meine bessere Hälfte einen " Cross Trainer " bei ebay, deren Voreigentümerin das Gerät wegen angeblicher Faulheit nicht mehr nutzen wollte. Das diese Faulheit eigentlich 2 Beine, 2 Arme besitzt und etwa 4500 Gramm wog, bekam ich erst später gesagt.

Also: Auf nach Döbeln, ein Städtchen in die sächsische Provinz, zwischen den beiden Großstädten Dresden und Leipzig gelegen. Das " Navi " errechnete hierfür eine Strecke von 49 Kilometern und eine Fahrtzeit von 54 Minuten aus.
Na, denn: Fahren wir es an.

Während ich mich auf der A4 und A14 im mäßigem Tempo und immer dem Strom der Rückreisewilligen folgend von den Grenzen der sächsischen Landeshauptstadt entfernte, kamen mir so einige Gedanken an die Zeit von vor mehr als einem Vierteljahrhundert. Als ich meine Staatsexamina in der Tasche habend, die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft beantragend, in einem winzigen Büro zusammen mit meinem Kollegen Christian R. unsere handwerklichen Geschicke im Bereich Renovierung ausprobierten.
Die kleinen Räume in einem Bremer Haus im so genannten Viertel hatten gerade einen neuen Farbanstrich erhalten, als im Januar 1987 die Zulassung zum Rechtsanwalt auf dem Schreibtisch lag.

Nun fehlten nur noch ein paar - möglichst zahlungskräftige - Mandaten. Die erschienen dann zwar später, waren aber eher Hungerleider, denn gut situiert. Und so quälten meine Kollege und ich alsbald Existenzsorgen. So richtig lief der Laden auch nach einem dreiviertel Jahr nicht. Dennoch hatte sich mein Mitstreiter Christian fest dazu entschlossen, im Sommer 1987 in Las Vegas zu heiraten.
Tja, schon damals galt: Schwiegervater und Schwiegermutter bezahle die Hochzeit und notfalls auch die Hochzeitsreise.

So jettete denn Kollega C. irgendwann über den Großen Teich nach Las Vegas und schloss die Ehe vor einem der unzähligen Friedensrichter. Ich hielt in der Zwischenzeit die Stellung im Büro und plagte mich mit PKH - Anträgen, Asylverfahren sowie Mietstreitigkeiten herum, als eines morgens die Tür auf ging und eine Mitarbeiterin des vor dem Büro gelegenen Fitness - Studios vor mir stand.
Sie hatte Probleme mit einigen Mahnverfahren, die sie gegen zahlungsunwillige und - wie sich aber erst später herausstellte - zahlungsunfähige Mitglieder, deren Beiträge mehr als 3 Monate ausblieben, anstrengen wollte.

Nach einem kurzen Gespräch, in dem ich ihr von dem Mahnverfahren auf eigene Faust abriet, zeigte sie mir dennoch die teilweise schon ausgefüllten Mahnbescheidsvordrucke. Nun, bis auf einige Fehler, konnte ich keine gravierenden Mängel auf den Formularen erkennen. So riet ich ihr, die Missstände zu beheben und die Anträge bei dem Amtsgericht Bremen abzugeben. Einige Tage später tauchte die Mitarbeiterin des Fitness - Studios erneut auf. Auch dieses Mal konnte ich bei den formalen Problemen weiter helfen.

Mein Kollege war - inzwischen frisch vermählt - wieder aus den USA heil zurück gekommen, als er mir eines Tages einen Packen mit sorgfältig zusammen gestellten Unterlagen von jenem besagten Fitness - Studio " A.. " aus Bremen auf den Schreibtisch legte.
" Hier, du sollst das weiter machen. ", erklärte er mir kurz und bündig.
" Wie? Warum weiter machen? Die können das doch selbst."
" Nee, da sind Widersprüche eingelegt worden. Auch von anderen Kollegen. Die haben davon keine Ahnung. ", ergänzte er noch.
" Vollmachten habe ich schon unterschreiben lassen. ", fügte er weiter hinzu.

So legte ich eigenhändig die Aktenordner an und prüfte die Dokumente. Es war Kleckerkram. Hier hatte ein Mitglied einen Vertrag gekündigt und deshalb gegen den Mahnbescheid Widerspruch eingelegt, dort war ein anderes Mitglied " unbekannt verzogen ", so dass der Mahnbescheid nicht zugestellt werden konnte und in anderen Fällen mussten Vollstreckungsbescheide beantragt werden.
Viel Arbeit, wenig Brot.

In den meisten Mandaten beliefen sich die Zahlungsrückstände auf Beträge zwischen 250 bis 450 DM. In einigen Fällen auf über 500 DM. So legte ich eher etwas lustlos die Akten von rechts nach links auf den Schreibtisch und hämmete auf meiner " Olympia " Kugelkopfschreibmaschine die erforderlichen Anspruchsbegründungsschriften auf das Kanzleipapier, füllte die Anträge auf Erlass eines Vollstreckungsbescheides aus oder fertige jene obligatorischen Einwohnermeldeamtsanfragen an, um die neuen Anschriften der Mitglieder zu ermitteln.

Es vergingen mindestens zwei volle Tage, ehe ich den Sermon erledigt hatte. Mein Kollege war inzwischen wieder im nachbarschaftlichen Fitness - Tempel, um dort an dem Tresen einen Kaffee zu schlürfen, zu palavern und Bilder von seiner Traumhochzeit in Las Vegas zu zeigen. Als ich ihn dort aufsuchte, stellten wir dem Inhaber des Geschäfts natürlich die Frage, wie es denn mit dem Honorar bestellt sei.
" Na, schlecht. ", entgegnete Harry U und schlug stattdessen vor, uns umsonst dort trainieren lassen zu wollen.
" Nee, nix da! Die Gerichtskosten müssen in jedem Fall bezahlt werden, die EMA - Gebühren für das Stadt - und Polizeiamt - Einwohnermeldeamt - natürlich auch und auch sonst einen Vorschuss von mindestens 500 Mark. ", entgegnete ich.
" Ja, gut, dann mach mir eine Rechnung. ", bat er mich und verschwand grußlos.

" Auch noch eine Rechnung zusammen kloppen. ", dachte ich bei mir, als ich den Fitness - Schuppen mit den japanischen Zeichen der aufgehenden Sonne wieder verließ.
" Wenn´s denn sein muss.Aber das mit dem kostenlosen Training in der Mucki - Bude, das kann er vergessen!", waren meine weiteren Gedanken.

Dabei entschied ich mich gegen einen längst erfolgreichen Trend, mit modernen Geräten, die tatsächlich Muskelatur aufbauen, Gewebe straffen und Gewicht reduzieren helfen, gleichlaufend etwas für die Fitness zu tun. Die Fitness - Welle war nämlich längst auf Westdeutschland übergeschwappt. Ähnlich, wie zu Beginn der 1980er Jahre, als der " Aerobic " - Wahn, von den USA aus kommend und durch personifizierte Schönheitsideale, wie Jane Fonda oder Sidney Rome, ordentlich Geld in die Kassen der Sportindustrie spülte, kamen auch die - überwiegend von Männern - besuchten Einrichtungen sukzessive auf den Markt.

Der biedere westdeutsche Michel hatte erkannt, dass er seinen Wanst, seine Wampe und monströsen Podex als Ausgeburt der Fress -, Edelfress - und Reisewelle nicht mehr ungestraft mit sich herum schleppen durfte. Gesundheitsbeeinträchtigungen, wie Gelenkserkrankungen, Herzinfarkte oder andere Wehwehchen grassierten unter den Wohlstandsbürgern. Da kamen die schlauen Fitness - Päpste, die Sport - Ratgeber und Ernährungspropagandisten im Verbund mit eben jenen Folter - Tempeln, als Korrelat gerade recht.

Und so schossen die Fitness - Studios, wie Pilze bei feucht - warmen Wetter aus den Boden. Für Jeden war etwas dabei. Für die reinen Amateure standen Laufband, Cross Trainer und Fahrrad zur Verfügung, für die Semi - Professionellen diverse Hantelbanken, Kabelzuggeräte oder Rudergeräte und für die selbst ernannten Profis gab es eine Chemiekeule obenfdrauf, nämlich in Form von Eiweißgetränken, Steroiden und Anabolika ( jeweils abzuholen gegen Barzahlung in den Dark Rooms und in der Profabteilung ).

Da wurden ab den frühen 1980er Jahren geschwitzt, geächzt, gestöhnte, was das Zeug hielt. Wer jeden Tag dem Körper eine volle Dröhnung von allen Angeboten zukommen ließ, sah bald so aus, wie " Arnie " Schwarzenegger, Silvester Stallone oder Dolph Rundgren, wie die Plaste - Mutanten " H - Man ", " Superman " und den aus dem Schlaf der Vergessenen wieder erweckten Sagenheld " Herkules ".
Muskelpakete unter dem viel zu engen T - Shirt waren keine Seltenheit. Impotenz dabei aber auch nicht.

Der Fitness - Wahn hatte den angeblichen freien Teil des Landes voll erfasst. Die Branche machte sensationelle Umsätze, jene Mitläufer klotzige Gewinne und die Justiz ein völlig neues Betätigungsfeld auf.
Denn nicht jeder, der keuchend an den Geräten seinen missratenen Körper auf Hollywood - Figur trimmen wollte, konnte sich die dafür fällig werdenden monatlichen Gebühren von 35 bis zu 85 DM auch leisten.So mancher BMW - Jungsput, der nicht mehr bei Mami und Papi wohnen konnte, geriet alsbald in Beitragsrückstand. Der längst überzogene Dispo führt sodann zur Nichteinlösung der Lastschrift und zur Rückbuchung gegen saftige Gebühren durch die diversen Banken.

Auch das höchste Zivilgericht, der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte sich vielfach mit den Fitness - Studioverträgen zu befassen, die meist Knebel artige Klauseln enthielten und oft kaum während der Laufzeit von bis zu 2 Jahren kündbar waren. Eine reichhaltiges Betätigungsfeld für die Dritte Gewalt als Zivilgerichtsbarkeit, um dort in ellenlangen Abhandlungen den Halunken auf der Anbieterseite und den Lügner auf der Seite der Kunden zu zeigen, wer die wahren Herren über die Muskelmassen sind.

Ab den 1990er Jahren ebbte die Fitness - Welle ab. Die Wiedervereinigung erbrachte zwar noch einen gewissen Aufschwung, weil in den Gebieten der einstigen DDR, diese Art des kollektiven Auslebens von körperlichen Anstrengungen noch nicht so bekannt war, dann aber verlief dieser Trend, wie zuvor auch Aerobic und ähnliche Zeiterscheinungen in normalen Bahnen.
Wer heute ein Fitness - Studio aufsucht, hat zwischen 35 bis 100 Euro monatlich zu berappen. Saunabesuch, Schwimmbadnutzung und Ruhebereich inklusive. Es sind wahre Wellness - Oasen entstanden, um den zahlenden Bürger zufrieden zu stellen.

Endlich war das Gerät auf der Terrasse aufgestellt, leicht eingeölt und mit zwei neuen Mignon - Batterien im Steuerungsteil versehen.
 Auf geht´s in den Kampf wider der überflüssigen,altersbedingten Pfunde, der Trägheit des Alltags und der teuren Fitness - Studio - Philosophie.
Ebay macht´s möglich.

Also, in diesem Sinne: Immer schön fit bleiben und dabei nicht vergessen, dass wir alle älter werden, so wie Madonna und jene haarigen Kolleginnen und Kollegen aus dem Jahr 1987 ( junge, was war´n die jung? ):




Gut´s Nächtle!


Freitag, 29. August 2014

IKEA im Doppelpack.


Unbestellt, ungewollt und unabänderlich lag er auch in diesem Jahr wieder im Briefkasten - der " IKEA " - Katalog 2014 / 2015. Erneut farblich stimmig zu der schwedischen Fahne, in blau und gelb abgefasst Der so genannte " Eyecatcher " ist indes eher banal. Es handelt sich um eine Abbildung einer im Programm eingestellten, zwei - teiligen Bettwäsche - Garnitur, die als Bettwäsche - Set für 24.99 € angeboten wird.
Alles " IKEA " oder was?

Der Hochglanz - Katalog aus recycle - barem Papier umfasst, sage und schreibe, 330 Seiten. Das hat Romanstärke.
Und gerade dieser lässt sich über den schwedischen Möbelkonzern, der ja längst zu einem Einrichtungsgiganten mutiert ist, auch schreiben.

" IKEA ", das war, ist und bleibt wohl auch, eine gewisse Lebensphilosophie, eine innere Einstellung zum sonstigen, in der Gesellschaft vorherrschenden Konsum.
" IKEA ", dass hat etwas mit alternativen Wohnformen in einer alternativlosen Konsumwelt zu tun.
" IKEA " ist " IKEA ", ist schwedisch, skandinavisch, nordisch, herb, schlicht, praktisch und gut.

Tja, und als wären der Neider, ob des sagenhaften Erfolgs, um den sagenumwobenen schwedischen Konzern, nicht genug auf diesem Planeten, schwang sich die alte Tante ARD in ihrer Verbraucherinformationssendung " Markt - Check " auf, um dem Giganten auf den kariösen Zahn zu fühlen.

Die Aufgabe lautete: Den Stressfaktor beim Möbelkauf zu ermitteln.Dazu mussten - natürlich nicht repräsentativ - 10 Test - Paare an den Start. Es wurden auch andere Anbieter unter die Lupe genommen.

Stress, Stressfaktor und Stresspegel wurde hierbei mit Moneten gleich gesetzt.
Weshalb die Untersuchung ergeben haben soll, dass im Vergleich zu einem allgemeinen Einkauf, der Stresspegel von 150 € auf 250 € in einem Möbelhaus hoch schnellen soll. Bei " IKEA " wäre er bei 300 € gewesen.

Was will uns diese Untersuchung damit sagen? Kaufe niemals in einem Möbelhaus ein, schon gar nicht bei " IKEA ", sonst wird der Dispo des Kontos schnell ausgereizt.

Und so soll denn auch das ermittelte " IKEA " - Prinzip dazu dienen, eine höhere Umsatzquote je Kunde zu erzielen, in dem der Anbieter auf einen hohen Identifikationsgrad beim " Do - It - Yourself " - Kauf setzt, die Kunden zu dem formal geduzt  und ein familiäres Flair beim Einkaufen suggeriert
werden würde.

Nun, ja, auf das selbst Zusammenbauen kann ein Kunde sich auch sonst schnell gewöhnen, wenn er Artikel im Internet bestellt und diese ins Haus gekarrt werden. Nichts Außergewöhnliches, also.
Das mit dem Duzen, ist in Schweden, im skandinavischen Raum üblich. Auch keine Besonderheit, die zu " IKEA " passt. Und das familiäre Umfeld bieten andere Abieter auch, nämlich durch besondere Aktionen, wie Familieneinkaufstag, Familienpreise, Familienrabatt.

Wo also soll bei " IKEA " der manipulative Faktor beim Einkaufen besonders groß sein.?

Kritik geübt werden muss allenfalls bei den Herstellmethoden  und den Produktionsländern. Zu Recht verwiesen die ARD - Mitarbeiter auf den " IKEA " - Drang, in Staaten herstellen zu lassen, die eine möglichst niedrige Lohnstruktur vorweisen. So, wie es in Weißrussland der Fall ist.
Dennoch wurde die Qualität der Möbel als ausreichend eingestuft, während getestete Regale bei " Höffner " - Möbelhäusern schlicht weg durch fielen. " " Billy ", der Regal - Renner war demnach besser als besser als ein vergleichbarer bei " Höffner ".

Und so blieb dann am Schluss des " Markt - Checks " der ARD nur der Vorwurf, dass " IKEA " Möbel in einem autokratischen Land, wie Weißrussland herstellen lässt, statt wie einst in Litauen, dass ja bekanntlich zur EU gehört.

Insgesamt nichts Neues vom Möbelhaus aus Schweden.

Und so wandert der zweite " IKEA " - Katalog dorthin, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann: in die blaue Altpapier - Tonne. Das andere Exemplar wird in die Schublade gelegt. Man kann ja nie wissen, ob nicht doch ein " Billy " - Regal irgendwann mal angeschafft werden muss.
Und auch sonst, haben wir uns bei " IKEA " nie manipuliert gefühlt und sind nur mit dem aus dem Hallen förmigen Gebäude heraus gekommen, was zuvor als Anschaffung geplant war.
Wie heißt es zutreffend in der Abhandlung zum Konsumstreben in der globalisierten Wirtschaft bei Pascal Bruckner?
" Ich kaufe, also bin ich ".

Dem hält der Konsum - Kritiker mit Rene´Descartes Grundsatz entgegen:
" Cogito ergo sum " ( Ich denke, also bin ich ).

Und wer es dem Schrott - Artikel - Anbieter " Media Markt " besorgen möchte, der behauptet als dann:

" Ich bin doch nicht blöd ".

Richtig. Blöd bleibt aber auch blöd, wenn er unkritisch jeden Konsumdreck übernimmt, der von jener Verblödungswerbung hoch gehalten wird.


In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit dem viel zu früh von uns gegangenen Musiker aus der Heimat der Elche, vielen Seen und " IKEA ", Bo Hansson und " Vals i gryningen ", 1973: " Magican´s Hat ":
Und aus dem Album " Man At The Moon " : " Pick Up ":






Koa Neuer!


Hach, war das wieder spannend gestern. Nee, ich meine nicht das EL - Spiel zwischen den " Gladbachern " und dem Sparringspartner aus Sarajewo, sondern die Auslosung für die CL, die Königsklasse, in der die Millionen bereits mit Beginn der so genannten Gruppenphase, wie Öl aus einer Quelle in Südamerika oder im Law and Order - Staat Texas sprudeln.
Da schaute die gesamte europäische Beletage der Profi - Fußballvereine nach in das Steuervermeidungs - Millionärs - und Schicki - Micki - Schmarotzer - Paradies Monte Carlo, um brühwarm jene 32 Vereine in ihren 8 Gruppen kredenzt zu bekommen, die sich eben um jene Millionen Euronen streiten werden, die die UEFA auslobt, damit der dafür bezahlende Plebs die erforderliche Zerstreuung bekommt, um seinem tristen Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen.

Dann - eher ganz nebenbei - wurde auch noch Europas Fußballer des Jahres 2014 gekürt. Hier hatte der bundesdeutsche Rekordmeister, der gesamtdeutsche Rekordpokalsieger und Überverein für alle Mühsamen und Beladen, der FC Bayern München, zwei heiße Eisen im Feuer.
Den Mondglatzenträger aus den Niederlanden Arjen Robben, der mit seinen Entengang ( der ein wenig an die Aufführung des " Gaucho " - Tanzes der DFB - Spieler in Berlin erinnert ) und den besten Torhüter des WM - Turniers in Brasilien, Manuel Neuer.

Gewählt wurde jedoch der Portugiese Christiano Ronaldo und zwar völlig zu Recht, denn kein anderer Fußballer prägte das Turnier der CL 2013 / 2014 so, wie der bei Real Madrid unter Vertrag stehende Portugiese.Der Fußballinteressierte mag über den besten Spieler Europas geteilter Meinung sein. Es mag ihn arrogant nennen, einen Schauspieler nennen oder einfach nur einen blasierten Pinsel., fakt ist aber nun einmal: An Ronaldo kommt keiner vorbei. Nicht der Fußballgott, nicht der Robben, nicht der Neuer.

Was war das deshalb wieder für eine Zwergenaufstand, als die Wahl für das Jahr 2014 zugunsten des Portugiesen entschieden war. Karl - Heinz ( All Night Long ) Rummenigge entschwand mit Neuer und Robben im Schlepptau durch den Seiteneingang. Wie geprügelte Hunde entschwanden die erfolgsverwöhnten Bayern - Familienangehörigen aus dem Kreis der anwesenden Großkopferten des europäischen Fußballs. Und mit dem Trio entging der vor dem Gebäude lauernden Medienmeute auch noch ein Headliner für die nächsten Sportnachrichten. " Koa Neuer ", oder so ähnlich hätte es eigentlich heißen müssen.

Doch, auch hier haben die Bazis alles im Griff: Der DFB - Präsident Wolfgang Niersbach sprach hoch offizielle tröstende Worte für Neuer aus. Ja, er hätte es verdient, ja, er - Miersbach - hätte ihn - Neuer - selbst gewählt. Der Deutschen - Feind Platini dachte da ganz anders. Er favorisierte von Beginn an Ronaldo.
Nun ist das Spektakel in Monaco beendet. Die Sieger ziehen von dannen und Neuer steht am Samstag wieder zwischen den Torpfosten - in Schalke. Das ist koa Heimspiel und ausgepfiffen werden wird er wohl auch.

Ach ja, das CL - Finale 2014 / 2015 wird im Mai des kommenden Jahres im Olympia - Stadion in Berlin ausgetragen. Das könnte wieder kein Heimspiel werden und gegen Real gibt´s dann auch wohl nix zu holen. Dank Ronaldo und alledem!


Donnerstag, 28. August 2014

Tod im Kibbuz.



Seit Monaten berichten die Medien über eine Reihe von militärischen Konflikten. Als da wären: der Bürgerkrieg in der Ukraine, die militärischen Auseinandersetzungen im Irak und natürlich die Kampfhandlungen im Gaza - Streifen zwischen Israel und den Palästinensern.
Wieder mal der Nahe Osten.
Eigentlich hat es dort nie so richtig Frieden gegeben. Immer wieder wurden Berichte laut, in denen von Scharmützeln, Anschlägen oder bewaffneten Übergriffen in der Grenzregion die Rede war.

Wer da mit wem kämpft scheint auf dem ersten Blick eigentlich klar zu sein. Israel gegen gut ausgerüstete Einheiten der Hamas und andere arabische Gruppierungen.
Nach dem so genannten 6 - Tage - Krieg und dem Jom - Kippur - Krieg schien es lange so, als hielten die Nachbarstaaten Ägypten, Jordanien, Syrien und der Libanon einen dauerhaften Frieden.Die vereinbarte Waffenruhe indes zeigte sich über den gesamten Zeitraum von 1973 an bis heute trügerisch. Oder - besser formuliert - es hat sie nie gegeben.


http://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_des_israelisch-pal%C3%A4stinensischen_Konflikts

Als ich vorgestern die Bilder von den zerbombten, den völlig zerstörten und mit ungezählten Einschusslöchern zersiebten Häusern sah, das Chaos auf den Straßen, die schreiende Menschen hier, das Sirenengeheule, die in Todesangst in die Luftschutzräume rennenden Bewohner und gleichfalls beschädigte Gebäude dort, sah, kamen Erinnerungen an einen längst verstorbenen Freund aus den 1970er Jahren.
Peter V. war eigentlich ein Träumer. Etwas älter als ich, aber mit einer größeren Fantasie ausgestattet, aus der Ideen entsprangen, das triste Leben in der Provinz zu jener Zeit, etwas interessanter , bunter, unruhiger zu gestalten.

Es muss wohl im Sommer 1971 gewesen sein, als ich Peter kennen lernte. Auf einer Fete in Bückeburg. Wir verstanden uns auf Anhieb. In gewisser Weise verkörperte Peter die gleiche non - konforme Lebensqualität. Peter rauchte selbst Gedrehte in Kette, spielte Gitarre und trug eine Wuschelkopf - Frisur.
Wir trafen uns irgendwann in Bückeburg zufällig wieder. Ich lud ihn zu uns in den " Beat " - Keller ein, wo wir gemeinsam Musik hörten. Bob Dylan, Frumpy und eben die handvoll LPs, die ich mir einst zugelegt hatte. Wir unterhielten uns über unsere Musik und das Verreisen. Peter schwärmte da schon von Israel, wo er in absehbarer Zeit hin fliegen wollte.
Da sei es immer warm, da gäbe es das Meer, laue Nächte, schönen Sandstrand und auch nette Mädchen.

Wer einst im der platten Pampa aufwuchs, der konnte verstehen, weshalb fremde Länder interessant waren. Sie stellten für uns ein gewissen Reiz des Abenteuers dar, den es in der Provinz nicht gab. Raus von Zuhause, aus dem beengten Umfeld, dem elterlichen Zugriff. Andere Menschen kennen lernen, etwas neues erleben; das war´s.
Dabei spielte natürlich auch eine - fast grenzenlose - Naivität eine Rolle. Was wussten wir schon von der Welt? Was von den Kriegen,den Konflikten, den politischen Intrigen und alledem? Nichts!

Einige Wochen später hörte ich, dass Peter V. weg geflogen sei, nach Israel. Seine Schwester, die einst in Braunschweig an der Pädagogischen Hochschule Lehramt studierte war zuvor bereits dort gewesen. Sie hatte einen israelischen Freund und kannte einige Menschen in Eilat, einer Stadt am Meer, am Roten Meer.
Dort ist es ab April bis in den Oktober hinein heiß. Es herrschen dann Temperaturen von weit über 30°  C.
Eilat hat einen wunderbaren Sandstrand. Damals gab es diese Betonburgen noch nicht, die für die Touristen erbaut wurden.

Nun, Peter war dann mal eben weg - in Eilat eben.
Und als er nach einigen Wochen wieder kam, schwärmte er von der Stadt, von den Menschen, von Israel insgesamt. Er hatte viele Wochen in einem Kibbuz verbracht.
Ein Kibbuz ist eine Ansammlung von Häusern als Kommune, als Dorf, innerhalb dessen sozialistische Grundgedanken umgesetzt werden sollen.Diese Lebensform war in den 70ern in. Sie war als Ausdruck eines gemeinsamen, friedlichen Lebens und Nebeneinanders in Israel umgesetzt worden.
Zu jener Zeit gab es relativ viele Kibbuzim.Es lebten etwa 8 % der Gesamtbevölkerung in solchen Kommunen.

Und so lobte Peter V. diese Lebensform in den höchsten Tönen. Mit großem Interesse hörte ich seinen Erzählungen zu. Auf jeden Fall wollte er bald wieder zurück nach Eilat in den Kibbuz.
Doch es kam zunächst anders. Auch Peter war - so wie ich für den Wehrdienst gemustert worden. Und eines Tages kam im März ein Einberufungsbescheid zur Ableistung eben dieses Wehrdienstes.Peter hatte jedoch einen Antrag auf Wehrdienstverweigerung gestellt. Im Jugend - Jargon hieß das " KdV ".
Und so musste Peter zu einer Anhörung zu diesem Antrag nach Nienburg an der Weser.
Peter wollte diesen Antrag damit begründen, dass er sich nicht im Stande gesehen hat, eine Waffe zu tragen, diese zu benutzen, um auf einen Menschen zu schießen.

Die Kommission indes hielt seine Ausführung zu diesem KdV - Antrag für nicht hieb - und stichhaltig. Und bügelte diesen ab. Ich las damals die schriftliche Begründung zu jener Ablehnung. Eigentlich war es in sich schon widersprüchlich, was der gute Peter da ausgeführt hatte. Gerade in Israel, dass er als friedvolles Land, als anti - militaristischen Staat so in den Himmel hob, wird Waffenausbildung und der Gebrauch von Militärausrüstungen zur Selbstverständlichkeit.
Und auch im sonst friedvollen Kibbuz trugen Männer Waffen. Ein schlechtes Beispiel also. Eine eigentlich lausige Argumentation für einen KdV - Antrag.

Peter zog mit mir am 1. April in den Krieg. Jedenfalls in die Zwangsausbildung für kriegerische Handlungen. Der Grundwehrdienst betrug 3 Monate. Drill, Schießübungen, Befehl und Gehorsam inklusive.
Unsere Freundschaft wurde dabei noch enger. Wir verbrachten viele Wochenenden außerhalb der Kaserne mit einander und fuhren mit dem Auto seiner Mutter zu Diskotheken, auch Musikfestivals und zu Feten.

Peter wurde dann nach der Grundausbildung zu einer anderen Einheit in Munster - Lager versetzt. Wir besuchten uns dennoch regelmäßig. Die Monate vergingen. Eines Tages wurde Peter vom Bund entlassen. Er hatte seine 15 Monate runter gerissen. Es war  im Sommer 1973. Peter wollte danach ein Kolleg in Minden besuchen und das Abitur nach machen. Dann träumte er immer noch von Israel. Denn inzwischen war seine Monate als Krankenschwester dort. Sie kam dann aber nach vielen Monaten wieder zurück.

Die Zeit verrann, die Jahre vergingen. Ich hatte das Fachabitur in der Tasche und wollte im Herbst 1976 in Wilhelmshaven BWL studieren. Ich hatte inzwischen einen anderen Freundeskreis. Meist waren es Menschen aus dem studentischen Umfeld in Bremen, wo ich das BWL - Studium im Mai 1980 mit dem Diplom abschloss.
Eines Tages tauchte ich  bei Peter V. auf, der zusammen mit seiner großen Liebe aus jenen bewegten Jahren, inzwischen eine eigene Wohnung besaß und tatsächlich ein Kolleg besucht hatte. Wir hatten uns verändert. Wir hatten uns nicht viel zu sagen. Außer über die große Gemeinsamkeit, die hieß immer noch Musik.
Peter legte eine LP von " Fleetwood Mac " auf. Das Live - Doppelalbum. Einige Stücke gefielen mir, andere wiederum nicht so.

Nach etwa zwei Stunden verließ ich das Paar. Wir haben uns danach nicht mehr wieder gesehen.

Viele Jahre später hörte ich von meinen Eltern, dass Peter nicht mehr mit seiner Freundin zusammen sei. Er hatte wohl auch ein Studium irgendwo in Niedersachsen begonnen.

Dann erhielt ich die Information, dass Peter erneut nach Eilat geflogen sei, um dort in dem Kibbuz zu leben und zu arbeiten. Angeblich soll er hier einige Jahre später verstorben sein.
Der unerfüllte Traum hatte sich für ihn dennoch - spät zwar, aber wohl nicht zu spät - erfüllt.



In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit " Fleetwood Mac " und " I´m  SoAfraid " - Live aus dem Jahr 1980:




Und Donovan mit "  Catch the Wind " aus dem Jahr 1965:

Mittwoch, 27. August 2014

Auf dem Kesseldorfer Boulevard.


Die Sächsische Zeitung, kurz " SZ ", gilt in Dresden und umzu gemeinhin als Organ der heimischen Informationspflege. Beim Lesen finden sich so allerhand Kurznachrichten aus der 5. schönsten Stadt Deutschlands ( für mich eigentlich hinter Hamburch, Brämen, die Drittplatzierte ). Ob nun Lokalnachrichten das Non Plus Ultra bei der Verarbeitung der täglichen Meldungsflut, die die Medienindustrie uns herüber kübeln, lasse ich mal unbewertet. Fakt ist, wer keine Artikel über die heimische Region liest, hat eine Bildungslücke; zumal ihm so manche Eigentümlichkeit verborgen bleibt.
Aber auch bei der Jagd nach Schnäppchen, dem Aufsuchen eines Billigheimers oder der Umsetzung des dem Germanen immanente Sparsamkeit, sind Regionalnachrichten unerlässlich.

So las ich in der letzten Freitagsausgabe der " SZ " auf der Seite 10,  dass am folgenden Samstag die Filiale der Drogeriekette " Rossmann " nun innerhalb der Kesseldorfer Straße umgezogen sei und mit einer Neueröffnung den potenziellen Kunden dazu einlädt, dieses gebührend zu feiern. Nun, ja, " Rossmann " ist nicht die allererste Adresse, was verschiedene - meist unnötige - Konsumgüter betrifft. Wer richtig Kohle für Schwachsinn, wie Marken - Parfüm ausgeben möchte, sollte da lieber zu Karstadt fahren oder Douglas oder einen anderen Stinkladen dieser Art aufsuchen.

Also: " Rossmann " feiert Neueröffnung. Eigentlich hätten wir schon am Wochenende neue Spülmaschinen - Tabs benötigt. Doch, meine kurze Überlegung, mich am Samstag zu " Rossmann " in die Kesselsdorfer Straße zu begeben, habe ich sofort wieder verworfen. Nein, das Getümmel - trotz Ferien in Sachsen - tue ich mir nicht an.

Dann las ich noch, dass eben der " Rossmann " - Filiale auch andere Geschäfte, wie ein " Asia " - Imbiss, ein Fleischer und ein Bäcker sowie der Ableger  einer Kette mit dem viel sagenden Namen " Clever Fit " der dort im November eröffnet werden soll. Und damit die ersten Umsetzungen eines " Kesseldorfer Boulevard " zwischen der " Gröbelstraße " und der " Tharandter Straße " eingeleitet worden seien. Häh? " Kesselsdorfer Boulevard "?
Da wurde ich dann doch neugierig. Ich verschob meinen Mini - Einkauf auf den heutigen Dienstag und stapfte in den frühen Nachmittagsstunden los.

Die Strecke ist mir ja seit vielen Jahren bekannt. Von der " Wiesbadener Straße ", über die " Dölzschner Straße ", die " Clara - Zetkin - Straße " zur " Bünaustraße " und am Ende dort rechts in die " Kesselsdorfer Straße " abbiegen.
Soweit, so gut.
Aber, wo in aller Herren Namen, soll denn der " Kesselsdorfer Boulevard " entstehen?

" Boulevard ", dieser Begriff ist zwar vielfältig, doch im Zusammenhang mit einer Straßenart, setze ich diesen mit dem Wort " Prachtstraße " gleich. Und - tatsächlich - so definiert die Sprachkunde " Boulevard " mit

 " Als Boulevard (von niederländisch bollwerc) bezeichnete man in Frankreich ursprünglich eine breite Ringstraße, die nach der Schleifung des Walles einer städtischen Befestigungsanlage auf demselben angelegt wurde. Sprachlich hat Boulevard seine Wurzeln im deutschen Wort Bollwerk, da im Mittelalter die Verteidigungsanlagen den Stadtkern ringförmig umgaben und auf Spuren oder Resten dieser Anlagen zum Beginn der Neuzeit Straßen angelegt wurden. "

- Zitatende - aus: http://www.fremdwort.de/suchen/bedeutung/boulevard

oder:

" Boulevard [bulvaʁ] sind breite, meist als Straßenring angelegte, von Bäumen flankierte und entlang einer ehemaligen Stadtmauer verlaufende Straßen in Großstädten. Sie umgeben folglich die ehemalige Kernstadt ringförmig."

- Zitatende - aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Boulevard

Also breit ist die " Kesslsdorfer Straße " schon, aber ringförmig, in Form einer von Bäumen flankierten, entlang der Stadtmauer verlaufenden Straße?
Dazu benötigt der Passant, der Autofahrer oder sonstige Mobilist dann doch recht viel Phantasie.So oder so ähnlich waren meine Gedanken, als ich von der " Bünaustraße " aus in die " Kesselsdorfer Straße " per pedes einbog. 

Sicherlich, die Geschätshäuser, die eher kleinere Filialen von irgendwelchen Ketten und diverse Fachgeschäfte beherbergen, sie sind durchaus ansehnlich heraus geputzt worden. Auch die teilweise darüber liegenden Mietwohnung und/oder Eigentumswohnungen haben ein gewisses, großstädtischen Flair. Doch, wer sich etwas genauer umsieht, bemerkt sehr schnell, dass ringsum die - manchmal - schon abblätternden Fassaden, vieles im Argen liegt.

Da wächst unkontrolliert das bekannte und berüchsigte Unkraut an den Rändern, zwischen den Gehwegplatten und an den Nahtstellen von Außenmauern zu dem Fußwegen. Schön ist was anderes.
Schmuddelig sieht auch so manche Leuchtreklame aus. Einige dieser Einrichtungen haben ihre besten Tagen schon längst hinter sich.

Als Boulevard soll also dieser, in einigen Abschnitten doch herunter gekommene Teil der " Kesselsdorfer Straße " umgewidmet, umfunktioniert, umgestaltet werden?

Nö, Leute, so nicht.

Auch die Auswahl der angesiedeten Geschäfte lässt sehr zu wünschen übrig. Billigheimer - Ketten, wie die in Verruf gekommene " KiK " - Discounterkette, Imbissbuden, egal, wie sie ausgestaltet werden oder Supermärkte, sind keine feinsten Adressen für einen " Boulevard Kesselsdorfer Straße ".

Da sollten sich die Investoren und politisch Verantwortlichen etwas kreativer zeigen.
Andererseits: Was kann der Passant, der Bewohner, der Bürger schon von der allmächtigen CDU hier erwarten?
Nichts!
Mit Zähneknirschen wurde für Sachsen der bundesweit eingeführte Mindestlohn hingenommen.
Wer mit Niedriglöhnen als Standortvorteil Betriebe, Konzerne oder Investoren bewirbt, muss sich nicht wundern, dass er Ramsch als Partner bekommt.

" Kesselsdorfer Boulevard "? Ich musste müde grinsen, als ich visa vis zur neu eröffneten " Rossmann " - Filiale, aus der Techno - und popeliger Soft - Pop heraus drönhte in das dortige " Einkaufszentrum " latschte. Also, " Rossmann " tue ich mir heute nicht an. Dieser Krach! Ich möchte auch keine weiß-roten Luftballons zur Einweihung als Willkommenspräsent, ich hasse rot -weiß, und auf den Eröffnungsrabatt von 10 % - auf alles, einschließlich Tiernahrung - kann ich bei diesen geplanten Einkauf auch verzichten.


So trieb es mich zunächst zu " MäcGeiz " und dann zum " Rossmann " - Konkurrenten " DM ". " Schlecker ", " Schlecker XXL " und " Ihr Platz " sind ja von der Bildfläche verschwunden, womit die reinen Drogeriemärkte in überschaubarer Anzahl konkurrieren dürfen.

Tja, und, was soll ich sagen: Auch bei " MäcGeiz" und " DM " gibt es jene Artikel, die ein Hausmann benötigt, um das Wohnumfeld in Schuss zu behalten. Und, sogar noch einige Eurocent günstiger.

Ich trolle mich aus dem der " Löbtau Passage ". Endlich wieder frische Luft und dazu der Verkehrslärm. In dem Geschäftshaus roch es irgendwie nach Gaststätte, nach Pinte, nach Imbiss - nach altem, verbrannten Speiseöl und Fett. Puuuh!

Mein Weg führt mich entlang des " Reno " - Schuhgeschäfts über die Fußgängerampel in Richtung " Bünaustraße ". Hier also soll innerhalb der " Kellei " ein Boulevard entstehen. Die " Grünen " fordern ihn als reine Fußgängerpassage. Geht das überhaupt?
Eine partielle Fußgängerzone in Mitten einer Hauptverkehrsader?
Na,ja, egal.
Das mit dem Boulevard wird eh noch dauern. 

Wieder führt mich der Weg an dem Sonnenstudio " Perfect Sun " vorbei. Aus den geöffneten Oberlichter kommt eine Dunstfahne aus billigem Parfüm und irgendwelchen anderen geruchsintensiven Drogerieartikeln entgegen. Furchtbar, diese Einrichtungen. Höhensonnenbräune ist Krebs erregend, Sonnenstudios sind dazu auch noch teuer und die miefenden Körperpflegemittel sind es auch. Wer sich mit " Aleppo " - Seife wäscht und duscht benötigt diesen Müll nicht.


Ich steige in das ordnungsgemäß geparkte Auto in der " Bünaustraße " und bewege mich mit etwas mehr als 30 Km/h gen " Clara - Zetkin - Straße ". Es holpert, ruckelt und schüttelt. Das sind also die tollen Dresdner Straßen, von denen die FDP - mangels anderer Themen - in  ihrem letzten Wahlkampf auf den Plakaten so schwärmt.

" Kesselsdorfer Boulevard " in diesem Umfeld? Dat wird nix. Und wenn sich noch weiterere Bazis aus München als Investoren zeigen.

Ein Boulevard ist ´ne Prachtstraße, so wie in Hollywood oder anderswo und kein Sammelsurium von Ramsch - Schuppen, Imbissen und Filialen.


Na, dann: Gut´s Nächtle mit den " Kinks " und " Celluloid Heroes " aus dem Jahr 1972 von der LP " Everybody Is´n Show - Biz ": 



   


Und weil es ein klasse Titel ist, noch die Live - Version aus ´79:




Dienstag, 26. August 2014

Da habe ich dann mal eben alle Fenster geputzt!




Zwischen dem verfassungsrechtlichen Gebot, wonach Eigentum verpflichten soll und der vorliegenden, gesellschaftlichen Realität liegen bekanntlich Welten. Das gilt auch für Haus - und Grundeigentum. Und so kommen jene Auswüchse des globalisierten Turbo - Kapitalismus voll zur Geltung, wenn eben jenes - oft knappe - Gut, Profit erbringen soll. Da werden, wie beispielsweise in der Stadt mit den höchsten Mieten, in München, Karnickelställe, Löcher oder Abstellkammern zu horrenden Preisen angeboten und verscherbelt.
Quadratmeterpreise von bis 20 € kalt, sind auch in Berlin, Hamburg oder Köln keine Seltenheit. Und dennoch stehen die Interessenten dort Schlange, die Makler haben Hochkonjunktur und dem profanen Beschiss werden dabei Tür und Tor geöffnet.








Wohl dem, der seine eigenen Vierwände hat und sich dabei " nur " mit den Nebensächlichkeiten, wie die periodisch anfallende Gartenpflege, den Ärger über unsanierte Gehsteige, die eher der Qualität eines Feldweges aus den 1960er Jahren entsprechen oder horrender Grundsteuer zu befassen hat.
Doch, aufgepasst!

In einigen Bereichen des üblichen Wohnens, überlappen sich die anstehenden Verpflichtungen eines Mieters, Pächter, mit denen des Eigentümers: In den mannigfaltigen Bereichen der Reinigung des eigenen Wohnumfelds. Ungeliebte Routinearbeiten eben, die den Generationen 1970 Plus zunehmend schwer fallen, weil diese nicht im Erziehungs - und Ausbildungsmuster vorgesehen waren.

Nun, wer sich dennoch mit den Haushaltsarbeiten zu beschäftigen hat, wird sehr schnell erkennen, dass jener Begriff aus zwei Substantiven zusammengesetzt ist, nämlich Haushalt und Arbeit(en). Und Letzterer hat qua Definition überwiegend etwas mit Bewegung zu tun. Diese wiederum soll ja der Gesundheit, dem allgemeinen Wohlbefinden sehr zuträglich sein. Jenseits der 25 Lenze reduzieren sich bekanntlich die Körperfunktionen bei der Nahrungsverwertung. Wer also beispielsweise viel Bier säuft, regelmäßig Berge von Fast Food oder selbst zubereitetes Grillfleisch in sich hinein schaufelt, kann Übergewicht bekommen, wenn er sich nicht bewegt.

Aber, Vorsicht ist auch bei dem Mass der Bewegung geboten, denn viel hilft meistens nicht viel. Auf die Dosierung kommt es auch dort an. Sport sollte dennoch derjenige treiben,der sich sonst wenig bewegt, damit er nicht zu füllig wird. Dennoch ist dieses auch kein Allheilmittel gegen die zunehmende und aus der den USA herüber schwappende Fettleibigkeit, die just aufgrund der mangelnden Bewegung des Wohlstandsmenschen in unserer Gesellschaft grassiert.

Auch dagegen hilft die regelmäßige Haushaltsarbeit. Ob nun Fußboden feudeln, Teppich und Läufer absaugen oder Geschirr abwaschen, Wäsche waschen, aufhängen, bügeln, Betten machen, Müll nach unten tragen, Staub wischen usw. usf., werden von schlauen Wissenschaftlern  in einer Bewertungsskala dargestellt.

http://gesuender-abnehmen.com/abnehmen/kalorienverbrauch-hausarbeit.html

Weil auch hier die Erkenntnisse und die Methodik andere sind, als vor einigen Dekaden, sind jene Experten dazu übergegangen, eine Bewertungseinheit zu kreieren, die sich MET nennt.
Wer demnach regelmäßige Haushaltsarbeiten im Schweiße seines Angesichts erledigt, der verbrennt demnach auch Energie, die er dem Körper zuvor in Form von Nahrung, die wiederum in Kilojoule und Joule zugeführt hat.
Der ewige Kreislauf des Durchschnittslebens also.

Diese Gedanken kamen mir, als ich von Freitagnachmittag an, bewaffnet mit:

- 10 Liter Plaste - Eimer, halb gefüllt mit leicht erwärmten Regenwasser,

- Haushaltstuch, benutzt als Abwasch und Putztuch in der Küche, gelb,

- Universalreinigungsmittel ( Pril, Fit, Ferry Ultra etc. gehen auch )

- Fenster - und Glasreinigungsgerät mit Saugfunktion, batteriebetrieben,

- Zeitungspapier ( ausgelesene " SZ " - Ausgabe, Exempalre der ungeliebten Einwurf - Werbeblätter tun´s        auch, jedoch keine " Bunte ", " Neue Blatt ", " Bild der Frau ", " Super Illu " usw, da diese nicht so saugfähig sind ),

- Aluminium - Trittleiter, zweistufig,

zur großen Fensterputzaktion antrat.

Groß deshalb, weil nach dem obligatorischen Frühjahrsputz vor etwa einem halben Jahr, sich bereits ein sichtbarer Schmutzfilm auf dem Glas gebildet hatte. Zudem waren Rest von Vogelschissen erkennbar und - in den Innenscheiben - Fliegendreck. " Alles muss weg! ", so lautete mein erklärtes Ziel, als ich einen zarten Spritzer des Reinigungsmittels in den Eimer drückte. Dann wrang ich den gebrauchten Haushaltslappen aus und zog - mit einer gewissen Systematik - Streifen für Streifen auf dem Glas. Zunächst innen, dann außen; von rechts nach links, von oben nach unten.

Die Minuten sie verronnen, die MET´s, sie verbrannten. Zunächst bearbeitete ich das Badezimmerfenster, dann die Terrassentür, die Außenseite des Treppenhausfensters und natürlich die Monster - Flächen des Küchenfensters. Gefolgt von den Wohnzimmerfenstern. Nach etwa einer Stunde war zunächst Schluss. Die Batterie des Fensterreinigungssaugers hörte sich so an, als wäre ein Jogger nach 10 Kilometern kurz vor seinem Ziel am Atmen. Dem Ding ging auch die Luft, oder besser: der Saft aus. Schluss für heute?
Nö, ich lud den Akku über ein eigens dazu geliefertes Netzladegerät wieder auf, in dem ich die nächst erreichbare Steckdose aufsuchte und das Netzteil anschloss.

Zwischenzeitlich machte ich mich an die weiteren Routinetätigkeiten, wie Staub saugen, Feudeln ( natürlich alle erreichbaren Räumen in beiden Etagen ), Müll auf den Kompost bringen, Waschbecken säubern, Wanne putzen, Dusche reinigen. Dann holte ich noch die ausziehbare Leichtmetallleiter aus dem Keller und stellte sie in das Treppenhaus, um somit dem Schmutz auf den Fensterscheiben dieses Elements den Garaus zu machen.

Mittlerweile hatte sich der Akku des Fensterreingers aufgeladen, so dass ich zum finalen Vorstoss gegen Fensterschmutz antreten konnte. Doch: Die eherne Absicht, die oberen Glasflächen des Treppenhausfensters über die Teleskopleiter erreichen zu können, erwies sich als gigantische Fehlinterpretation der Kampflage. Nichts da mit Aufstellen des Wunderwerks der Klettertechnik. Die Treppenstufen waren dazu ungeeignet und einen der Hunderttausend Haushaltsunfälle möchte ich nicht darstellen.Ergo: Leiter zur Seite stellen und auf das Fensterbrett steigen. Die Körpergröße erbrachte mir dabei entscheidende Vorteile, denn ich konnte auch den oberen Zipfel der Scheiben ordentlich säubern. Immerhin bei etwa 2,80 Meter mit ausgestrecktem Arm, gelang es mir, auch den Fensterreiniger als Hilfsmittel so einzusetzen, dass die Scheiben im Streifen freien Zustand zurück blieben. Geschafft!

Dem " Mother´s Little Helper " ging dann erneut der Saft aus. Schluss für heute!

Der Samstag brach an. BuLi - Zeit, Werder spielt, Freude im Haus! Dann gab´s auch noch selbst gebackenen Pflaumenkuchen mit Schlagsahne - hhhhhmmmmmmmhhh, lecker! Zusätzliche Freude!
Dazwischen aber - und so spielt sich das normale Leben ab - hat Der da oben ( die Kirche möchte es uns so weiß machen ) vor dem Vergnügen, die Arbeit gesetzt, vor dem Preis, der Belobigung, den Schweiß!
Und so munitionierte ich mich mit dem - wie oben bezeichneten - Kriegsmaterial auf, um die Fenstern im anderen Wohnzimmer und der Balkontür von Schmutz zu befreien.

Meine Grün - Weißen spielten Remis in Berlin, die Hälfte der Fenster war gereinigt, ich war´s zufrieden.

Am Sonntag sollst du ruhen! So, oder so ähnlich behauptet es ja die Bibel. Nicht der gemeine Hausfensterputzer, der einen weiteren Etappensieg im Kampf gegen Hausstaub, Vogeldreck und Fliegenschiss erringen möchte. Ich bewaffnete mich erneut mit den bekannten Utensilien und legte los.
Das Schlafzimmerfenster nebst Spiegel des dortigen Kleiderschranks waren an der Reihe. Etwa eine halbe Stunde später war auch diese Schlacht geschlagen und ich zog mich als Sieger zurück.

Nun folgte am Montag die untere Etage, als da wären:


- Zwei Bürofenster
- Zwei Seitenfenster zum Erker
- Ein Erkerfenster
- Eine Trennschiebetür
- Ein Buntglasfenster zum Flur
- Ein Milchglasfenster zum Gästebad
- Ein Einlassscheibe zur Zwischentür
- Eine Sichtscheibe in der Haustür.
- Eine Glasscheibe der Zwischentür
- Eine Glasscheibe der Außentür

Mit jenen besagten Utensilien bestens präpariert legte ich voller Kampfeseifer los. Glasscheibe für Glasscheibe wurden von mir innen und außen gereinigt.Die Sekunden, die verronnen, die Minuten, sie schwanden dahin - nach etwa einer Stunde gab Freund elektrischer Fensterreiniger seine Dienste auf. Er streikte einfach. Also lud ich ihn erneut zum letzten Gefecht auf. Doch mitten im Schlachtgetümmel begann es zu regnen. Nein, nicht schon wieder! Doch! Somit blieb das große Erkerfenster als Unvollendete zurück.

Bis zum Dienstag? Nein, es regnet. Scheiß Sommer 2014! Nicht einmal in Ruhe Fenster putzen kann man!

Und so warte ich ab, bis es trocken bleibt. Mein Freund, der elektrische Fensterreinigungssauger liegt wieder voll einsatzbereit auf der Anrichte, auf Das harrend, was im Regen nichts einbringt: Fenster zu putzen.
Ein Teil des Lebens ist - eher ungeliebte, aber dafür erforderlich - Hausarbeit.

Wer lebt schon gerne in einer Wohnung mit Staub blinden Fenstern, voller Vogelschisse und Fliegenkot? Niemand!
Des reinlichen Teutonen liebstes Gut ist zwar das Auto, das rollende Wohnzimmer, mit dem so schön Einer raus hängen gelassen werden kann. Der Frust abgebaut, der Testosteronstau eliminiert und der wahre Mann ein Raser - Held sein darf. Doch ich liebe meinen Fensterreiniger mit Akku - Betrieb. Der kostet keine Kfz - Steuern, keine Maut ( wie sie der bayrische Laffe Dobrindt einführen lassen möchte ), verursacht keine Bußgeldbescheide, keine Unfälle, verpestet nie die Luft, produziert direkt kein Ozonloch und benötigt keine Garage.

So hat jeder Bewohner, in diesem, unserem Lande, seine Vorlieben. Pluralismus bedeutet auch, dass jeder nach seiner Facon leben darf. Ja, aber, ja gut, aber, gut: Was ist, wenn ich keine Fenster putzen mag? Wenn ich aber dennoch viele Glasflächen in der Wohnung habe?
Nein, nein und nochmals nein, ich habe keine Schwiegermutter, keine Mutter, keine Haushaltshilfe auf zwei Beinen, die mir das Fensterputzen abnimmt.
No, ich möchte sie hier auch nicht haben. Denn: Ick kan mine Finster all süm mooken!" Basta!

In diesem Sinne: " The Allman Brother Band " aus dem Jahr 1976: " Wipe The Windows, Check the Oil, Dollar Gas " mit " Come and Go Blues " in der Live - Version aus dem " One Way Out " - Live - Album ( 2004 )




  


Sonntag, 24. August 2014

Schneckenjagd


 Eigentlich war es bereits zu kühl für einen Gartenrundgang. Doch unser Junior - Kater trieb uns noch mal nach draußen. Während des Durchschreitens der regennassen Rasenfläche, sah ich sie kriechen, die schleimigen Mitbewohner. Jetzt, wo es im Gras nass ist, finden sie ideale Bedingungen vor, um ihrer zerstörerischen Arbeit nachzugehen: die Schnecken.

Es soll ja eine eine Unterscheidung der Gastropda in 8 Tierklassen erfolgen. Das bedeutet: Es gibt eine Vielzahl von Arten.
Aus dem Stegreif könnte ich jedoch nur wenige nennen. Die Weinbergschnecke, die Nacktschnecke oder die Spanische Wegschnecke.
Diese Arten sind auch in den hiesigen Gefilden vorzufinden.

Und tatsächlich: Beim Aufsammeln der kriechenden Gartenbewohner konnte ich zwei Arten erkennen.
Die Spanische Wegschnecke und die Nacktschnecke.
Und weil mit Sicherheit am nächsten Tag genauso viele von ihnen wieder erscheinen werden, habe ich die aufgelesenen Exemplare kurzum entsorgt.

Die englische Bezeichnung für Schnecke lautet Snail, Slug oder ( eßbar ) Escargot. Darüber hinaus hat die englische Sprache einige technische Bezeichnung für Schnecke vorgesehen, nämlich: Screw, Srew Coveyor, Warm Conveyor.
Aber auch in der vulgären oder Umgangssprache gibt es für Schnecke diverse englische begriffe, nämlich Tart, Squeeze oder auch Chick.

Nun, der Mensch ist eben erfinderisch, wenn er für eine Vielzahl von Begriffen kreiiert, um dasselbe damit auszudrücken oder zu benennen.
In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit der Ztruppe des viel zu früh verstorbenen Lowell George , " Little Feet " und " Dixie Chicken " aus dem Vinyl -  Doppelalbum " Waiting For Columbus " ( 1978 ):




Der Taliban im eigenen Haus ersetzt den Frisör.


 Nie hätte ich es für möglich gehalten, mit einem - eigentlich schon veralteten - Handy seinige " Selfies " machen zu müssen, um zu belegen, dass ich seit vielen Jahren mit dem Frisörhandwerk auf Kriegsfuß stehe. Nicht deshalb, weil deren Leistungen rund um das unedle Haupt der Menschen nicht nur immer teurer geworden sind, sondern eher deshalb, weil es nahezu an jeder Straßenecke in unserer schönen Stadt einen solchen Handwerker gibt.

Aber: Entgegen der kapitalistischen Marktwirtschaftstheorie, wonach Konkurrenz das Geschäft und den Preis beeinflussen soll und der Mindestlohn Arbeitsplätze kosten würde, führen jene Erscheinung auf dem Sektor des Frisörgewerbes eher zum Gegenteil. Die Antithese muss deshalb lauten: Konkurrenz zerstört das Geschäft und führt zu höheren Tarifen sowie niedrigeren Löhnen.

Jenseits meiner generellen Abneigung zu allem, was an und auf meinem ergrauten Haupt herum grabbeln könnte und ganz besonders  den Coiffeuren, muss sich für mich Frage stellen, wer sonst - wenn die der Barbier - dort Hand anlegen könnte?

Hierzu haben wir seit Eheschließung eine Regelung getroffen: Nur wir selbst uns gegenseitig. Einst begaben wir uns in schöner Regelmäßigkeit zu einem so genannten Frisörfachgeschäft in das vormals fast verwaiste " Sachsenforum ", um für relativ viel Euronen, eine nur unbefriedigende Gegenleistung zu erhalten.
Waschen, Legen, Föhnen = 55 €!

Nun, als wir dann auch noch mit bekamen, dass in dem oberflächlich modern und auf peppig aufgemotzten Frisör - Salon, die Mitarbeiterinnen, wie die Unterhemden eines Extremsportlers ausgetauscht wurden und - was noch viel verwerflicher war - einige Frisösen am Schein - Selbständige dort geführt waren und auf eines Risiko in den Räumen des Betriebs tätig waren, das hieß: Sämtliche Kosten sind anteilig von ihnen zu tragen gewesen, war dann für uns alsbald Schluss mit den Terminen dort. Hinzu kam eine rotzig - freche Betriebsleiterin und die Tatsache, dass die uns bekannte Frisöse unisono dort aufhören würde.

Aus der nicht vorhandene Not entwickelten wir sodann eine Tugend und legten seit jenem Zeitpunkt selbst Hand an unseren Köpfen. Lediglich das Haar - Shampoo und die Haarseife aus dem syrischen Kriegsschauplatz Aleppo sowie die Haartönung von " Syos " und Konsorten, die wir günstig bei Rossmann, MäcGeiz oder anderswo einkaufen, sind als Kosten für die Pflege des Haarschopfs zu betrachten.

Während wir seit vielen Jahren eben, den Kopfschmuck selbst kreieren, stiegen die Preise im Frisörkandwerk kontinuierlich an. Ein Haarschnitt, Mann, trocken gibt es kaum unter 10 €, wobei der Durchschnittspreis bei 13,50 € liegen soll und auch schon zwischen 18 € bis 20 € liegen kann.
Weiter Zusatzleistungen, wie Waschen, Tönen, Fönen stehen mit mindestens weiteren 40 € bei Herren und 60 € bei Damen zu Buche.

Nö, das wären von 100 € aufwärts alle 6 bis 8 Wochen, zwei Supermarkteinkäufe.

Und so reduziert sich unsere Ausgabenseite in Bezug auf Haarpflege auf allenfalls, insgesamt 5 € monatlich. Arbeitsplatzvernichtungsdenken hin, Ausbeutung der Frisöre her, wat sin mutt, mutt sin.

So kolorierten wir uns am Wochenende die leicht ergrauten Haare selbst. Zunächst meine bessere Hälfte am Freitag, dann ich am Sonntagmorgen.
Da klingelte es plötzlich an der Haustür. Eiligst wusch ich die Reste der Tönung aus dem Haar und warf mir ein schwarzen Handtuch der älteren Sorte um das Haupt. Im Eilschritt begab ich mich in das Treppenhaus zur Tür und durfte dort - mit zeitlicher Verzögerung - unseren Nachbarn aus dem Oberdorf begrüssen.
Der grinste, als er meinen Aufzug sah. Schwarzes Unterhemd, schwarzes Kopftuch und dunkel - blaue Jeans.

Wie ein Turban saß das Handtuch auf dem Kopf. Turban, das klang phonetisch wie Taliban. Turban Taliban, also.
Aber, vorsichtig, die NSA, der BND und der Verfassungsschutz lesen mit!
Weshalb ich mich hiermit ausdrücklich von den Machenschaften der Talibane, ob mit oder ohne Turban, distanziere.
So, wie einst von dem blöden Spruch eines Werder - Fans vor dem Weserstadion, der sich in eine Unterhaltung mit meinen, zu einem SVW - Heimspiel anwesenden Eltern einmischte und auf unsere Übereinkunft, ich solle mit dem Fahrzeug am Osterdeich meine dort wartendene Eltern abholen, zum Besten gab: " Warten! Warten auf die Taliban!"
Worauf ich ihn angewidert ansah und entgegnete: " das wohl eben nicht!"

Taliban Turban im Selfie - Look im Augsut 2014 - hach, wie schön, dass es diese kleinen Wunderwaffen der Selbstdarstellung gibt. Und ich nun endlich in Konkurrenz zu den vielen eitlen Fatzken ab 15 Plus treten darf, die auf Facebook ihrem, mehrere Hundert oder Tausend Freunde umfassenden Harem und / oder Freundeskreis, immer wieder diese Latrinen - Bilder mit den hoch gekämmten, stark gegelten Haaren auf ihrer Seite zur Fleischbeschau anbieten.
Wie austauschbar!

Dann soll es ja auch noch ein anderes Vergnügen geben, das aus dem unerschöpflichen Reservoir der hirnrissigen Selbstzurschaustellung entspringt, das öffentliche Foto mit einem so genannten Promi. Die Dämlichkeit kennt auch hier keine Grenzen.
Grinsend, mit einer affigen Pose, wird der vermeintliche Star mit dem Star abgelichtet und ins Netz gestellt.
Wie öde!

Da lobe ich mir doch meine Selfies von dem Taliban - Adaptierten am Sonntag im August!

" Pictures of Matchstick Man ", " Status Quo ", 1968:


Ach, wie schön, dazu noch tanzbar und es gab zu jener Zeit nicht ein Handy, kein Selfie, nur die Glotze und den " Beat Club " mit der Uschi Nerke!


Samstag, 23. August 2014

Mia san Meister?

Hach, was war das doch für ein wunderbarer Freitagabend! Im öffentlich - rechtlichen Fernsehprogramm wurden - aber nur ausnahmsweise - die Wiederholungsorgien von blödsinnigen Sendungen oder der xte Aufguss einer aus den USA importierten Krimi - Serie, durch Fußball unterbrochen. Nein, keine 20. Wiederholung einer WM - Partie aus Brasilien, auch nicht einer solchen zwischen den Bayern und Borussia Dortmund oder einer zum fünfzigsten Mal ausgestrahlten Dokumentation über die Bayern im Meisterjahr 1969 ff.

Nein, das Erste, die alte Tante ARD, zeigte Live - Fußball. Zum Auftakt der 52. Bundesligasaison spielten: Der FC Bayern München gegen den VFL Wolfsburg. Im - natürlich - ausverkauften Stadion. Tja, wer sich diese Begenung nicht bei den Töffeln von " sky " antun konnte ( das ist ja nur noch über ein Abo und in einigen, wenigen Kneipen möglich, deren Betreiber die unverschämte Erhöhung der Abo - Tarife überhaupt noch stemmen können ), durfte mit der Übertragung im ersten Programm vorlieb nehmen.
Der Kommentator hieß Steffen Simon. Ein Bazi - Lobhudeler par excellence. Und so phrasierte der ÖR - Mann denn auch die gesamten mehr als 90 Minuten über die angeblich so weltmeisterlich spielenden Bayern, die - wie schon im Juli - ihre 6 Weltmeister nochmals ehren durften. Nach dem Brimborium und dem Abnudeln der Nationalhymne durfte auch so etwas, wie Fußball gespielt werden.
Gäääääähn!
Wenn das weltmeisterlicher Meister - Fußball gewesen sein soll?
Simon sah das anders und kommentierte in der Sicht eines Bazi - Fans. Bei Fehlpässen der Wolfsburger holte er die große Kritikkeule aus dem Sack - dieser selbige. Bei Bazi - Abspielfehlern schwieg er - aber nicht aus Scham, sondern weil ihm wohl der Geistesblitz heim gesucht hatte, dass er aufgrund der FCB - Vorgaben, keinerlei kritische Anmerkungen abgeben durfte. Uli, der ja nun endlich im Knast - Alltag angekommen zu scheint scheint und für einen obligatorischen Stundenlohn von 1, 18 € seine Wurtsfinger schmutzig machen muss, hatte vor seinem Abflug hinter die Schwedischen Gardinen, es den TV - Hanseln noch einmal richtig eingebläut. Keine Bayern - Kritik.

Der FCB soll das Auftaktspiel zur 52. BuLi - Saison ja knapp mit 2:1 gewonnen haben. Die 2. Halbzeit des Spiels habe ich mir geschenkt und ließ die Flachbild - Kiste schwarz bleiben.
So schwarz, wie die Bazis auch sind und sich ärgern, wenn sie ein Spiel verlieren. Das drohte ihnen gestern nicht. Dazu waren die " Radkappen " aus der VW - Stadt zu harmlos. Doch: Eine richtige Abreibung, wie in den Jahren zuvor, gab es dieses Mal dann doch nicht.
 Weshalb das " Schickeria - Pack " aus der bayrischen Landeshauptstadt am 1. Spieltag keinen Durchmarsch, keinen lupenreinen Start - Ziel - Titel einheimsen kann.

Allerdings stellt sich auch in dieser Spielzeit wieder die Frage: " Wer soll diese Bayern stoppen? "

Deshalb verlegen wir Anti - Bayern uns auf andere Kriegsschauplätze. Davon gibt es ja genügend. Da wären die ethischen Grundsätze, an die sich ein jeder Bürger in diesem, unserem Lande halten sollte, vor allem, wenn er als Katholik in Bayern lebt.

Tja, da scheint es bei dem FC " Arroganz " doch zu hapern.
Ulrich " Uli " ( ob mit einem oder zwei " l " geschrieben, ist schnuppe ) Hoeneß wurde bekanntlich rechtskräftig zu 3 Jahren und 6 Monate Freiheitsentzug wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Zudem hat er einen zweistelligen Millionenbetrag an den Fiskus zu entrichten. Auch sonst war der große " Papi " der großen FC Bayern - Familie kein Kind von Traurigkeit. Er soll früher mal fremd gegangen sein. Nun, dass ist in unseren Gefilden nicht so selten und zudem nicht sanktionswürdig.  Aber auch sonst hat der CSU - Fan und Talk - Show - Großkotz nichts anbrennen lassen, wenn es darum ging, unliebsame Konkurrenz klein zu halten, ihr mit viel Geld Spieler wegzukaufen und sie mit Verbalattacken unterhalb der Gürtellinie öffentlich lächerlich zu machen und zu demütigen.

Dann wäre da der Karl - Heinz " Kalle " Rummenigge ( " All Night Long " ), der leicht lispelnde Laffe, der sich wegen just Steuerhinterziehung in Form eines Zollvergehens, als er zwei hochwertige Armbanduhren der Marke " Rolex " bei der Einreise auf dem Münchner Flughafen nicht deklariert hat, auch einen Namen gemacht hat. Inzwischen ist er als Hetzer und Sprücheklopfer der Bazis in " Ulis " Fußstapfen getreten. Er war vor vielen, vielen Jahren mal sympathisch. Auch hier gilt allerdings: Geld verdirbt den Charakter und Gier vernebelt die Resthirnmasse. Armer " Kalle ", jetzt bist du auch noch vorbestraft!

" Franzl " Beckenbauer. Die angebliche " Lichtgestalt " des bundesdeutschen Fußballs. Na, ja, der intelligenteste Mann an der Isar und umzu ist er nun gerade nicht. Und so ließ er sich bei einer Weihnachtsfeier dazu herab, als " Lichtgestalt " einer irdischen Vertreterin des gemeinen FCB - Fußvolks - zwar nicht in einer Besenkammer - ein Kind zu machen. Nun, der Franzl hat sich darin ja schon früh geübt, denn er wurde bereits mit 17 das erste Mal Vater. Seitdem floss viel Wasser die Isar herunter. Sybille, seiner vorletzte Frau, wurde ausgetauscht und die blonde Mitarbeiterin der FCB - Geschäftsstelle nahm sodann ihren Platz ein. Doch geheiratet hat er die Sekretärin dann doch nicht gleich, sondern wählte eine andere Variante: er ließ sich von der zweiten Ehefrau Sybille scheiden und ehelichte 2006 die Sekretärin Heidrun Burmester. Was immer dieser Gesamtablauf darstellen mag: Er ist nicht justitiable, wohl aber moralisch fragwürdig, wenn die gesellschaftliche Stellung des Ex - Fußball - Profis berücksichtigt wird.     


Der nächste Abweichler vom rechten Kurs ist der beim FCB unter Vetrag genommene Spieler Breno. Er wurde wegen schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe, die er zurzeit als Freigänger noch absitzt, verurteilt. Bei seiner Vernehmung zu dem Vorfall gab der Spieler an, reglmäßig starke Schlaftabletten über seinen Arbeitgeber starke Schlaftabletten erhalten zu haben, woraufhin die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen gegen Verantwortliche des FC Bayern wegen des Verdachts des Verstosses gegen das Arzneimittelgesetz aufnahm.

Der bislang letzte im Bundes ist Franck Ribery´. Ihm wurde in Frankreich vorgeworfen in einem Münchner Hotel Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen ausgeübt zu haben. Das Verfahren endete mit einem Freispruch. Den sexuellen Kontakt gab Ribery´allerdings zu, behauptete aber, nicht gewusst zu haben, dass die Prostituierte noch nicht volljährig war. 

Die FCB - Gemeinde ficht dieses alles nichts an. Sie glaubt nach wie vor an die Unschuld des " Uli " und all der anderen. Es seien böse Mächte, die von Bayern - Gegner ins Leben gerufen wurden, jeweils im Spiel gewesen. Und auch sonst war es rund um jene Fehltritte in den gleich geschalteten Medien doch sehr ruhig. So, wie es im Freistaat üblich ist, wenn Schurkenstücke im eigenen Land bekannt werden.
Die Anti - bayern - Gemeinde hat im Netz jedoch viele Freunde und kreative Köpfe, denen die satirische Einlage gelungen ist. Wollen wir wetten, dass diese bei dem FC " Arroganz " nicht gut ankommt?
Vielleicht brüllt Rummenigge oder ein anderer Knaller aus der Mimosen - Gesellschaft etwas von einer fällig werdenden Entschuldigung in die geiernde Medienlandschaft?

Hoch lebe die Meinugsfreiheit und das Internet, sonst könnte ich jetzt nicht über meinen FCB soviel ablästern.

Gut´s Nächtle mit: " Birth Control " und " Gamma Eay " aus der LP " Hoodoo Man " aus dem Jahr 1972:




Kartoffelbovist - II. Teil

Seit einigen Tagen hat sich ein dritter Bovist neben unserem Holzstand im Garten breit gemacht. Und, das Schöne ist, er wächst und wächst und wächst.
Sollten etwa unbekannte Strahlen dieses Exemplar zu einer solch imposanten Größe verholfen haben?
Vielleicht haben sogar Außerirdische den Pilz in unseren Rasen gepflanzt.
Es soll ja riesige Pilzgeflechte geben, die über viele Hundert Meter verlaufen.
Oder hat gar die NSA eine neue Abhörtechnik mittels großer Pilze entwickelt.
Es könnte aber auch der BND, der Verfassungsschutz oder ein Nachbar seine Finger im Spiel haben.
Wie dem auch sei, der Pilz hat jetzt bereits die Größe seiner Vorgänger, die sich wieder in ein Nichts zurück bilden, erreicht.
Hilfe!