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Donnerstag, 31. Juli 2014

Ein schönes Fahrrad!




Als wir vor etwa 2 Jahren den letzten Ostsee - Urlaub antraten, sollte dieser auch etwas mit Sport, Bewegung und Gewichtsabnahme zu tun haben. Nun, die Bewegung konnten wir bereits durch die drei Enkel, die einige Tage später in dem gemieteten Ferienhaus auftauchten, jeden Tagen voll umfänglich umsetzten. Der Sport reduzierte sich zwar auf das regelmäßige Fahrrad fahren und längere Strandspaziergänge, um die gewünschte Gewichtsabnahme zu realisieren, doch das allein war durch jene beiden Betätigungsfelder nicht möglich.  Nun, ja, man/frau kann im Leben nicht alles bekommen.

Weil  aber das Fahrrad während des Aufenthalts zu dem Hauptfortbwegungsmittel wurde, musste es vor Abreise in Schuss gehalten werden. Gesagt, getan. Ich begann die beiden Drahtesel zu entstauben, zu putzen und zu überprüfen. Nach etwa der zeitlichen Länge eines Fußballspiels ( ohne Halbzeitpause ), blinkten, blitzten die beiden Fahrräder, wie einst in den ersten Tagen.

Zufrieden montierte ich die Drahtesel an den PKW - Träger. Dann ging es ab, in Richtung Nordosten, auf die Autobahn nach FDZ. Dort am späten Nachmittag angekommen, richteten wir uns auf  einige Fahrradfahrten ein. Schon am nächsten Tag fuhren wir auf zwei Rädern mit der Meute in Richtung Strand. Ein nicht enden wollender Strom an Gleichgesinnten floss von links nach rechts . Von den über sportlichen Pedaltreter mutig und rasant überholt, gelangten wir nach etwa 7 Kilometer an einen der Zugänge. Vor den Deichaufbauten stellten wir dann die Zweiräder ab und genossen Sonne, Sand und Meer.

Als sich am frühen Nachmittag ein gewisses Hungergefühl breit machte, entschloss ich mich, eine Thüringer Bratwurst von jenem Verkaufsstand zu besorgen, den wir einige Kilometer zuvor passiert hatten.
So sattelte ich auf und begab mich erneut im das Getümmel auf der Deichkrone. Irgendwie glotzten die entgegen kommenden Strampler mich mit einem fragenden, ja irritierten Blick ständig an. Hatte ich vielleicht meine Bekleidung vergessen und fuhr versehentlich - so wie am Strand liegend - mit Adam´s Kostüm? Nein!
Die zweite Variante, dass es vielleicht mit eventuell einem seitenverkehrt über gezogenen T - Shirt, dessen eingenähtes Wäscheetikett nun an meinem Kehlkopf herum flatterte, war ebenfalls abwegig. Nein, ein schneller Handgriff gab mir Entwarnung.
Auch ein sofortiger Blick nach unten, zu den Pedalen, zu meinen Sandalen, mit dem ich prüfen wollte, ob ich nicht doch mit " Entenfüßen " den Drahtesel bewegte, ergab ein negatives Ergebnis.

Was, warum in Namen des da oben, glotzen die anderen Urlauber so?

Auch auf der Rückfahrt von der Bratwurstbude zeigten mir die Entgegenkommenden die gleichen Gesichtsausdrücke, die identischen Mienen und fragenden Blicke.
Dadurch etwas verunsichert, schossen mir weitere, absurde Gedanken durch den Kopf. Könnte es sein, dass mir über Nacht Hörner gewachsen sind? Komme ich eventuelle jetzt von einem anderen Stern? Bin ich ein Exterrestrischer, ein Alien, der lang gesuchte, dann ab 1969 doch nicht vorgefunden " Mann im Mond ", etwa?
Fragen über Fragen. Rätselhaft, das Verhalten der anderen Radler.

Ich kehrte zu unserem Standort zurück. Ging zu Fuß zu unserem Liegeplatz und setzte mich auf die Luftmatratze. Auch an der dort verspeisten Thüringer konnte es nicht liegen, dass ichpermanent angegafft wurde.

Gegen Abend machten wir uns auf den Heimweg. Die Zahl der Fahrradfahrer war jetzt längst überschaubar. Es liefen nun eher viele Fußgänger über die Deichkrone und einige Male uns vor das Zweirad. Wild klingelnd und laut fluchend bahnten wir uns unseren Weg durch die Menschenpulks, die sich in Richtung der Fresstempel bewegten.
Am Ferienhaus angekommen, ging es erst einmal unter die Dusche. Dabei überlegte ich, ob ich möglicher Weise Schweißflecken auf der Bekleidung haben könnte und die Gaffer deshalb zu reagierten? Eine Überprüfung von T - Shirt und Shorts ergab keinen auffälligen Befund.

So verging der Abend, ohne dass ich das Geheimnis der seltsam guckenden Radler und Passanten lüften konnte.

Am folgenden Tag führte uns die zweite Radtour in Richtung Prerow. Nach einem ausgiebigen Frühstück strampelten wir - bei leichtem Gegenwind - in Richtung der geographischen Mitte der DFZ - Halbinsel. Auf zu einem anderen FKK - Strand und viel Sonne an die noch blasse Haut kommen lassen. Auf der Fahrt dorthin, nutzten wir einen Abstecher in den Ort, um uns zunächst einige Geschäfte anzusehen. Irgendwie verpassten wir dabei jedoch die richtige Route und gelangten auf einen anderen Weg. Nach einigen Kilometern der Irrfahrt, kehrten wir um und sahen uns auf einer aufgestellten Schautafel den richtigen Radweg an. Dort standen bereits einige Informationshungrige, die wohl offensichtlich das gleiche Problem zu lösen hatten. Wie komme ich wo hin?

So diskutierten wir über den richtigen Weg und bemerkten dabei nicht, dass sich inzwischen eine jüngere Frau zu uns gestellt hatte, die wohl auch etwas ratlos auf die Karte schaute. " Entschuldigen Sie, nach Zingst? ", sprach sie uns in einem leichten Akzent an. " Ja, da kommen wir gerade her. ", lautete unsere Antwort. Und so entstand ein kurzes, aber aufschlussreiches Gespräch. Die Frau  stammte ursprünglich aus den Niederlanden, lebte seit langer Zeit im Bolivien und war bereits seit mehr als einem Jahr mit dem Rad auf Europareise. " Toll!", war unser Kommentar zu ihrer Aktion. Sie wollte in Zingst nur übernachten und dann weiter radeln. Das Ziel war Usedom. " Das ist doch weit. " warf ich in ihre Ausführungen ein. " Nein nein, mit dem Fahrrad, kein Problem. ", antwortete sie.

Sie schilderte noch kurz, wo sie schon überall gewesen sei: In Dänemark, in Norwegen, bis zum Nordkap, in Schweden, am Inarisee in Finnland, am Botnischen Meerbusen entlang bis nach Helsinki. Dann wollte sie über Usedom nach Polen, Ungarn und Rumänien in die Slowakei, nach Tschechien usw.
Ein Riesenpensum, mit dem Rad!
Der Sommer war ja noch lang. Mindestens 1,5 Monate lang. Und im Herbst ist Radfahren auch möglich.

Ich wusste von meinen Skandinavien - Touren, dass es so manchen Radler im Sommer bis nach Hammerfest, nach Honningsvåg , zum Nordkap, nach  Vardø  und Bodø und über die norwegisch - russische Grenze bis nach Murmansk führte. Per pedes oder mit dem Velo - das waren einst in meinen Augen noch wahre Abenteurer!

Und so geriet ich leicht ins Schwärmen, ob des Mutes der jungen Frau. Mit dem Rad, dem Bike, dem Drahtesel durch Europa. Hach! Na, ja, das Fahhrrad sah zwar nicht unbedingt nach High Tech aus, aber war wohl mit modernerer Ausstattung, als mein schon betagter Bock. Solide sah es auch aus. Und während ich auf Wolke Sieben schwebend, meine Fragen stellte, unterbrach mich jene Bolivianerin mit der knackigen Feststellung, die sie auf mein Fahrrad schauend abgab: " Sie haben da ein schönes Rad!"
" Häh? Wie jetzt? Ein schönes Rad, hat sie gesagt? "
Ich grinste und fühlte mich geschmeichelt.
" Aber, das ist über fast 10 Jahre alt!", antwortete ich ihr.
" Ach, ja, trotzdem. ", gab sie mir in einem anerkennenden Tonfall zurück.

Dann verabschiedeten wir uns und wünschten ihr noch eine gute Fahrt.
" Ein schönes Rad? " - überlegte ich während unserer Weiterfahrt. Dabei war das einst, nämlich im Millenniumsjahr gar nicht so teuer. ein " Fischer " - Alu - Rad für vielleicht 250 DM - bei " Lidl " in Delmenhorst gekauft.



.http://www.fischer-die-fahrradmarke.de/

Die Marke gibt es noch. Der Namen ist Tradition, denn:
"
1860Seit 1860 ist mit dem Veloziped von Philipp Moritz Fischer, der Name Fischer fest mit der Geschichte des Fahrrades verbunden.
1949
Gründung der Firma FISCHER. Seit 1949 steht FISCHER die Fahrradmarke für Maßarbeit und höchste Qualität "Made in Germany“.
FISCHER Fahrräder waren Pionier und Wegbereiter für die ersten qualitativ hochwertigen Fahrräder, die für jedermann im SB-Warenhaus erhältlich waren.
2012Ab 2012 sind die ersten E-Bikes der Marke FISCHER im Handel erhältlich.
2013
FISCHER bringt im Frühjahr 2013 neue E-Bike Modelle auf den Markt.
2014
Pünktlich zur Frühjahrssaison erscheinen die 6 neuen E-Bike Modelle für das Jahr 2014.
Das Sortiment von FISCHER wird durch die Einführung von 10 hochwertigen Fahrradmodellen erweitert.  "
- Zitatende - aus: .http://www.fischer-die-fahrradmarke.de/

 Tja, nun wusste ich auch, warum mich die übrigen Radfahrer so anglotzten. Warum sie mit fragenden Blicken auf das Velo starrten und nicht auf mich. Es gibt dieses Model längst nicht mehr. Die Firma ist inzwischen von einem Investor aufgekauft worden. Die Namensrechte werden von diesem weiterhin genutzt, denn dieser hat Tradition und ist unzertrennlich mit der Entwicklung des Velozipeds verbunden. Die Produktpalette ist mittlerweile erheblich verändert worden. Die Firma " Fischer " stellt jetzt hochwertige E - Bikes her.

" FISCHER. Die Fahrradmarke steht seit 1949 für Maßarbeit in höchster Qualität. Mit FISCHER verbinden die Menschen qualitativ hochwertige, langlebige und technologisch topaktuelle Fahrräder zu einem fairen Preis. Durch Qualität und Design wollen wir auch in Zukunft alle Altersgruppen mit unserer Produktvielfalt begeistern.
Seit 2011 hat die Firma Inter-Union Technohandel die Namensrechte an FISCHER übernommen. Der Philosophie und dem Anspruch der Marke FISCHER bleiben wir auch weiterhin treu. So startet FISCHER ab 2012 mit einer Serie technisch hochwertiger und innovativer E-Bikes und bereitet so den Weg für eine erfolgreiche Zukunft. "


So darf ich nach wie vor ein wenig stolz sein, ein " Fischer " - Velo zu besitzen, dass es in dieser Form und Ausstattung wohl nie mehr geben wird. Und so wurde für mich auch erklärlich, warum die etwas neidischen Blicke der anderen Pedaltreter auch in diesem Jahr die gleichen sein könnten. Während diese auf den gleichförmigen Modellen - ob nun als eigenes oder geliehenes Fahrrad - fort bewegen, fahre ich ein " Fischer ". Von dem Erfinder des Velozipeds. Einem Pionier, einem Visionisten und Erfinder. Damit dürften die wenigsten der übrigen Radler etwas mit anfangen können. " Ein schönes Fahrrad! " - in der Tat und so langlebig!



Mittwoch, 30. Juli 2014

Wilder Wein, fleißige Bienen, lautes Gesumme.





Es ist schon einige Jährchen her, als sich ein Eindringling  neben unseren Weinstöcken breit machte. Er hat es danach geschafft, sich über die gesamte Terrassenwand auszubreiten: Wilder Wein.
Ab den ersten Hochsommertagen entwickelt der Wilde Wein seine ersten, rispenartigen Blüten. Nach und nach wird daraus ein riesiger Teppich, der sich unter den vielen Blättern ausbreitet.

Was danach geschieht, kann als Vollversammlung einiger Bienenvölker bezeichnet werden. Tausende der geflügelten Freunde suchen die Blüten heim, um dort den Nektar zu saugen. Sie produzieren ein Stunden langes Gesumme, das selbst einige Meter von der Wand entfernt, noch deutlich zu vernehmen ist.

Alle Jahre wieder suchen die fleißigen Bienen nun die Blüten des Wilden Weines auf. Solange, bis nichts mehr übrig bleibt. Ein imposantes Schauspiel. Weshalb wir kürzlich fest gestellt haben, dass ein nicht geleckter, quadratisch, kleingärtnerisch anlegter Garten, eben solche Natur nicht zulassen kann. Wo keine Blüten, da keine Bienen. Wo keine Bienen, da kein Honig.









" Summertime " - Janis Joplin - Live aus dem Jahr 1969. Sie ist längst unter der Mutter Erde; ihre unvergessene Stimme bleibt:





Dienstag, 29. Juli 2014

Eye 2 Eye - The Alan Parsons Projekt in Madrid


Da sage doch noch Einer, dass das Sommer - TV - Wiederholungsprogramm der ÖRs langweilig ist. Nix da! Auch jene Sendungen, die noch nicht in die Kategorie " verstaubter Schund " einzuordnen wären, haben bei deren x-maliger Ausstrahlung von den beiden Hauptprogrammen über die drei Spartenprogramme bishin zu den beiden Gemeinschaftsprogrammen dann doch so einen Hauch von Vergessenen angenommen. Dem konsumierenden Glotzer mit äußerst mäßigem Zeitaufwand stellt sich dennoch die Frage, nach dem Zeitpunkt der Erstkonsums.

Da schob doch gestern Abend ab 21.10 Uhr der ZDF - Ableger ZDFKultur zwei Musikkonserven in den hauseigenen Player der Eisgrauen vom Lerchenberg in Mainz und orgelte zunächst bis 22.10 Uhr ein dann doch kastriertes " Pink Floyd " - Konzert aus dem Jahr 1988 in Paris ab. Dieses gaben die Mannen um Gilmoure, Wright und Mason ( ohne den genialen Roger Waters ) im Rahmen der " A Momentary Lapse of Reason " - Tournee aus dem Auftritt von vor mehr als 26 Jahren am 21. und 22. Juni 1988 im Versailler Schlosspark ( mehr als 80.000 Zuschauer und Zuhörer je Auftritt durften mit singen ) und am 19. August des selben Jahres in New York. Aus diesen Auftritten stellte die Gruppe dann das Live - DA "  A Delicated Sound of Thunder " - zusammen.

Während die Tournee vor vollen Häusern abgespult wurde, zeigen PF, warum es so schwierig ist, die ungezählten Stücke irgendwie live herüber zu bringen, ohne dass sie hohl klingen müssen. Bei den komplexen Soundstrukturen fällt dieses ohne Zuhilfenahme von weiteren Hilfsmusiker äußerst schwer. Und so stehen bei einigen Songs mehr als vier Mal so viele Künstler auf der riesigen Bühne.

So ähnlich sieht das auch bei der Truppe aus, die im Anschluss an die Gigantomanie der Engländer bei einem Auftritt gezeigt wurde. " The Alan Parsons Projekt ". Was vor beinahe 4 Dekaden zunächst also Studiomusik aufgenommen wurde, entwickelte sich im Verlaufe der Endsiebziger bis weit in die 1980er als Identifikationsmusik vieler jüngerer Menschen und derjenigen, die nach der Gründung der Band bereits im Twenalter waren; also ab Mitte bis Ende 20.
APP galt als einee musikalische Gegenbewegung zum Punk, New Wave und NDW. Aus den Neon geschwängerten 1980ern retteten sich die beiden Masterminds Alan Parsons und Eric Woolfson mit Bravour herüber. Dank intelligenter Texte, voluminöser Arrangements und der Einbindung vieler elektronischer  Musikinstrumente landete das Duo nach dem sensationellen Debütalbum " Tales of Mystery and Imagination " gelang es den Beiden sich jenseits des Mainstream an eigene Musikkonzeptionen heran zu hangeln, um den kommerziellen Erfolg zu erhalten. Sämtliche Alben danach waren mehr oder weniger erfolgreich.

Dass die Truppe dann zunehmend sich dem Soft - Rock - Genre widmete, ließ den Verkaufserfolg nur noch größer werden. Den eingefleischten APP - Fan indes ficht diese stilistische Metamorphose kaum an.
Nach der vorüber gehenden Auflösung der Band im Jahr 1987, wurde es zunächst ruhiger um Parsons und Woolfson. Bis auf einige Projekte, die beide Musiker zusammen mit anderen Künstler umsetzten, verschwanden sie nahezu in der Versenkung, bis dann die Gruppe von exzellenten Studiomusikern sich dazu entschloss 1994 live aufzutreten. Im Zuge des Roll Back - Live - Zirkusses der 1990er Jahre tourte die veränderte Formation ( ohne Woolfson ) durch Europa. Hieraus wurde ein " Live " - Album produziert, auf dem sich allerdings nur 12 Titel wieder finden.

Irgendwann zum frühen Ende der 90er  war dann Schluss mit lustig. Parsons stampfte die Live - Musikbox ein und ließ sie verstauben. Bis 2004. Nach einer weiteren Dekade trat er - wieder mit einer neunen Formation auf dem Plaza Mayor in Madrid vor mehreren Tausend begeisterten Zuhörern wieder auf.
Woolfson war erneut nicht dabei.
Es kann nur spekuliert werden, warum nicht. Möglicherweise konnte er schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mitarbeiten, denn er verstarb 5 Jahre später an Krebs.

Das ZDF zeigte nun gestern Ausschnitte von diesem Event, dessen Tonträger erst 6 Jahre danach auf den Markt kamen.
Auch hier stellt sich der Fan die Frage, weshalb so spät.
Die gezeigten Stücke sind alle Male akzeptabel, wenn auch nicht überragend.
Dieses dürfte angesichts der langen Zeiträume zwischen den vielen Alben und der permanenten personellen Wechsel auch nicht möglich sein.
Lange zuvor galt APP als nicht aufführbar, weil die diffizilen Klangstrukturen eigentlich nur im Studio unter High - Tech - Bedingungen konserviert werden können.
Vielleicht ein Trugschluss?
Mir hat´s jedenfalls außerordnetlich gefallen. Und - obwohl ich die späteren Soft - Rock - Titel, wie " Eye in the Sky ", " Don´t Answer Me " oder  " I Woud´nt  Want To Be Like You " nicht so unbedingt zu den APP - Favoriten zähle, habe ich - unter Einnahme eines Glases Rotwein - lauthals mitgesungen:




 I Robot - 5:34
2. Can't Take It With You - 4:48
3. Don't Answer Me - 4:39
4. Breakdown / The Raven - 5:44
5. Time - 5:24
6. Psychobabble - 7:32
7. I Wouldn't Want To Be Like You - 3:56
8. Damned If I Do - 5:31
9. More Lost Without You - 3:25
10. Don't Let It Show - 4:25
11. Prime Time - 5:58
12. Sirius / Eye In The Sky - 7:12
13. (The System Of) Dr. Tarr and Professor Fether - 4:13
14. Games People Play - 5:18


http://de.wikipedia.org/wiki/The_Alan_Parsons_Project

http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Woolfson

http://en.wikipedia.org/wiki/Eye_2_Eye:_Live_in_Madrid

http://www.amazon.de/Eye-Eye-Live-Madrid-Alan-Parsons/dp/B0036V4DGW/ref=pd_cp_d_1

http://www.musikreviews.de/reviews/2010/Alan-Parsons/Eye-2-Eye-Live-In-Madrid/

Na, denn: " Gut´s Nächtle und nicht vergessen: Live ist nicht Studio!
Auch bei " Hyper - Gamma - Spaces " nicht!


Die letzte Heidelbeeren - Ernte 2014



Sie nennt sich Vaccinium und ist der Familie der Heidekrautgewächse ( Ericaceae ) zuzuordnen: Die Heidelbeere.
Zu den in Europa, genauer gesagt, der nördlichen Halbkugel vorwiegend verbreiteten Art gehört die Heidel - oder Blaubeere. Lateinisch wird sie als Vaccinium mytilius geführt.

Zwei dieser, die Blauebeeren hervor bringenden Sträucher haben sich - aufgrund der ihnen angedienten intensiven Pflege - in unserem Garten gehalten.

Weil der Winter 2013 7 2014 eher mild war, der Frühling dann durchaus warm und der Mai regenreich, zeigten sich die beliebten, sehr schmackhaften blauen Beeren dort bereits in der ersten Juliwoche.
Die Ernte war durchaus akzeptabel.
2014 ist und wird eben ein gutes Blaubeeren - Jahr.



Was sich in den Supermärkten von 1, 49 € bis zu 2,99 € je nach verschleierten Gewicht kaufen lässt, gibt es ( besser: gab es ) bei uns im Garten für umsonst.
Gut, die Ernte belief sich nicht im Kilogramm - Bereich. Dennoch reichte es für 4 bis 5 Schälchen voller blauer Beeren.

Nun sind die beiden Sträucher abgeerntet.
Bis zum nächsten Jahr - 2015:

Blueberry Hill von dem guten Fats Domino:



Hach, schön war die Zeit!


" Die Heidelbeeren (Vaccinium) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie werden im deutschen Sprachgebrauch allgemein als Heidelbeeren oder Blaubeeren bezeichnet, wobei die Bezeichnung im engeren Sinne nur für die in Europa verbreitetste Art gilt, die Heidel- oder Blaubeere (Vaccinium myrtillus). Die 450 bis 500 Vaccinium-Arten sind vorwiegend auf der Nordhalbkugel beheimatet. "

- Zitatende - aus Wikipedia - Heidelbeere

Montag, 28. Juli 2014

Sommerferien in der Stadt.



Puuuuuuuh, wat ´ne Hitze! Der Sommer hat nach anfänglichen Zögern sich so richtig bei uns eingenistet. Ein Hoch nach dem anderen bescheren uns seit einigen Wochen Temperaturen von über 30 Grad. Noch ist kein Ende in Sicht! Jetzt, wo auch in Sachsen die Ferien begonnen haben, die Reisewelle rollt und rollt und rollt, stellt sich der Daheimgebliebene die Frage: " Muss ich bei einem solchen Sommerwetter eigentlich in den Süden fahren oder fliegen? "
Eine weitere Frage könnte lauten: " Weshalb tue ich mir diesen Stress vor und nach dem Urlaubsreise an, wenn es hier genauso sonnig und warm ist? "

Weil aber der Bundesmichel nun mit dem erspielten Titel protzen muss, zieht es ihn dennoch weit in ferne Länder. Vornehmlich in den Süden. Deshalb werden quasi über ein Wochenende die Straßen leerer, die Supermärkte auch und irgendwie scheint es so, als hätten nur die Zurückgebliebenen den großen Kehraus überlebt.

Ein wenig wehmütig denke ich beim Abschleifen der Schlafzimmertür an den letzten Kroatien - Urlaub zurück. Immerhin gehörten wir für 7 Tage zu den Stau - Fetischisten, die sich von Split kommend auf der Maut - pflichtigen Autobahn in Richtung Österreich quälten. Brrrh, war das eine Tortur. Und dann noch die lebensgefährlichen Schlagloch - Such - Strecken in Tschechien.
Nö, dat tuen wir uns nicht mehr an. Jedenfalls nicht in der Hauptsaison!

Ach, ja, die Nachbarn sind an die Cote Azur gefahren. Mit dem Auto. Und einem Zelt. Zelten, also!
Mir fällt dazu Heinz Erhard ein. Mit dem Kot, der Azur, Cannes kann Nizza gewesen sein.
Herrlich, der Sketch, weil doch soooooooooo wahr!


" Schweini " - Gate



Pünktlich zum medialen Sommerloch kramten die Krawallos aus dem Umfeld der Vierten Gewalt eine " youtube " - Video aus der Mottenkiste, der - ma/frau glaubt es nicht - unseren Sunnyboy, das Lieblingsziehkind der Merkel, die Wade der Nation, Sebastian Schweinsteiger, auf ungeahnten, verbalen Abwegen wandelnd, zeigt.
Das - wohl von einem Anwesenden - private gefilmte Auftreten des " Weltmeister - lässt den Rückschluss zu, dass da einige hoch prozentige Getränke wohl auch im Spiel gewesen sein mussten. Wie auch immer, der " Schweini " zieht - gesanglich grausam - gegen den Rivalen aus der Bundesliga, den BVB 09 Borussia Dortmund vom Leder.
Darf er das?

Die FCB - Lobhudel - Bagage, die sich flugs gegen die Hasstiraden der BVB - Anhänger mit sinnfreien Kommentaren bei " youtube " äußerten, finden den singenden und klatschenden Schweinsteiger zum Mitmachen. Immerhin kam die Klatsch - und Quatsch - Presse auch auf den Privatauftritt " unseres " " Schweini " bei " youtube " und skandalisierte die Chose in Form eigener Artikel. So, zum Beispiel hier:

http://www.mmnews.de/index.php/etc/19236-schweinsteiger-skandal-video

http://www.shortnews.de/id/1099873/skandalvideo-aufgetaucht-bastian-schweinsteiger-bezeichnet-bvb-spieler-als-hurensoehne

http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenchen/article130612798/Schweinsteiger-und-das-BVB-Hurensoehne-Video.html

Tja, der " Schweini " ist in England nun auch nicht gerade beliebt. Nach einem vermeintlichen Foul gegen den leiben Wayne Rooney und seinem Treffer gegen die Altherren - Garde von ManU, hagelte es ordentlich Negativ - Schlagzeilen, in der, ohnehin nicht zimperlich agierenden englischen Boulevardpresse:

«You dirty Schwein», titelte der «Daily Mirror», «You Schwein» die «Sun» in ihrer Onlineausgabe.

Nun, das ist etwas länger her. Seit dem wissen wir, dass die Bazis in der CL - Saison 2013/2014 nur 2. Wahl waren und die spanischen Mannschaften den Cup - Sieger unter sich ausmachten. Doch unsere Leidensgefährten von der Insel mögen ihn immer noch nicht, den Schweinsteiger.

Und die BVB - Fans auch nicht mehr, seit dem er so " schweinisch " gegen die Gelb - Schwarzen polemisierte.

Was wohl " Mutti " denkt, wenn sie sich im Urlaub das " youtube " - Video ansieht? Basti, böser Basti, das war nicht die feine englische Art.
Dem Uli im Knast wird´s wohl eher gefallen, denn damit kommt er endlich aus der medialen Schusslinie. Nachdem er sich vom Freund und FCB - Doc Müller - Wohlfahrt  für die Dauer der WM hat krank schreiben lassen. Danach ging´s ab in die Privat  Klinik zur Herz - Op ( ein Routineeingriff, wie die Hofberichterstaatungsorganen des FCB verlauten ließen ). Anschließend wollte Uli Urlaub machen - am Tegernsee. Daraus wurde nichts, weil die Medien hierin einen Skandal witterten. Einen Tag danach flog der Steuerhinterzieher wieder ein.

Aber gefreut hat er sich doch, der Uli über die Endspiel - Leistungen seiner Jungs vom FCB. Insbesondere über den Kämpfer " Schweini ". Der lässt sich nicht runter kriegen. So wie der Uli, der FCB, die große Familie der blinden Blöden aus dem Dunstkreis des Vereins.
Die immer noch darüber phrasieren, dass Uli statt eines Kinderschänders in den Knast gehen musste und der andere Verbrecher dafür frei herum läuft. Wo doch " Kinderschänder " die Todesstrafe verdient hätten ( so las ich es zumindest auf einer alten VW Polo - Klapperkiste am Heckfenster der Suppenschüssel in unseer schönen Stadt Dresden ).

Da soll es auch genügen Bayern - Fans geben. Die nach jedem CL - Spiel Feuerwerkskörper in die Luft jagen und diese damit noch mehr verpesten.
Ach, ja, gehört habe ich auch, dass Uli dem " Schweini " zu seiner grandiosen Leistung im Endspiel gratuliert haben will. Oder sind das nur Gerüchte?

Egal, " Schweini ", das " Dirty Schwein ", der den BVB und die Spieler als " Sons of a Bitch " besingt, bekam dafür bei " youtube " sein Fett weg. War auch nicht anders zu erwarten. Er hat sich dafür sofort entschuldigt. Das ist Gentleman Like, dass ist ganz Großes Kino, Herr Schweinsteiger!

Bleibt nur zu hoffen, dass er bei dem Absingen der Nationalhymne zum BuLi - Auftakt im August nicht den BVB - Schmähgesang anstimmt, denn mit einem der " Hurensöhne " muss er ab Urlaubsrückkehr nun zusammen spielen : Robter Lewandowski ( Son of a Bitch? ).

Eines muss der Anti - Bazi - Fan auch dem " Schweini " lassen: Er weiß zumindest auf dem offiziellen Vernastaltungen der Bayern aus München sich zu benehmen und er kennt auch die Tisch - und Esssitten ein wenig. Damit hatte ein einstiger FCBler, nämlich Carsten Jancker so seine liebe Mühe und Not. Der gebürtige Mecklemburger schaufelte auf einem Bayern - Banquet, die in einer edlen Porzellanschüssel kredenzten, hochwertig zubereiteten Kartoffeln mit den Patschepfoten in den großen Mund und mampfte zum Entsetzen von Klaus Augenthaler zudem noch laut schmatzend das kostspielige Essen, wie aus einem Trog. Dieses Schwein! Dem Kloppings - Klaus wurde es zu viel und er fuhr dem Kartoffel - Vertilger Carsten über den Mund: " Carsten, auch beim FC Bayern isst man die Kartoffeln mit Messer und Gabel! "

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/bayern-trainer-tadelt-carsten-jancker-hitzfelds-letzte-verwarnung,10810590,9860294.html

Wo der Klaus einst doch so Recht hatte, so, wie es die Bazi - Reporterbande um Endriss und Konsorten in ihren Dummschwätzer - Reportagen zur WM laut heraus posaunend über den Karl Heinz Rummenigge behaupteten, da hatte der Augenthaler auch die Pflicht, auf der Bazi - Bank neben Hoeness und den anderen " Schweinen " wenigstens wach zu bleiben. Er schlummerte stattdessen und durfte gehen, weil es dem Uli nicht gefiel, dass das Fernsehen einen schlafenden " Auge " zeigten, statt sich um das Spielgeschehen zu kümmern.

Dieses schwere Los dürfte den " Schweini " nicht ereilen, denn der hat ja nicht geschlafen, sondern nur gesungen, wenn auch " schweinisch "!


Freitag, 25. Juli 2014

Christian Wulff: " Ganz oben, ganz unten " und ganz und gar nicht einsichtig!



Die Parlamentarische Sommerpause ist eingeläutet. In Berlin und nicht nur dort ruhen zumeist die Amtsgeschäfte. Unsere Damen und Herren Abgeordneten, die von uns gewählten und nicht gewählten Volksvertreter treiben sich nun im - wohl verdienten - Sommerurlaub herum. Tote Hose auch für die ungezählten Medienschaffenden. Da trifft es sich gut, dass neben dem Tagesgeschäft - das ja nur noch eingeschränkt abläuft - so mancher Ex - Politiker das Wort ergreift, um auf Missstände in diesem, unserem Lande hinzuweisen, die es auch nach dem Gewinn der Fußball - WM immer noch gibt.
Die Medien werden es einem bereits Abgetakelten danken, wenn er in dem journalistischen Sommerloch doch noch eine Schlagzeile, eine Nachricht und ein Interview herbei zaubern kann.

Seine Exzellenz, der Herr Bundespräsident a.D. Christian Wulff gab in der letzten Woche dem Nachrichtenmagazin " Der SPIEGEL " ein Interview. Dieses wurde auszugsweise in der Ausgabe für die noch nicht abgelaufenen Woche ( 30 / 2014 ) abgedruckt.

Der Herr Ex - Bundespräsident nahm die einmalige Gelegenheit wahr und lederte nicht nur gegen die Medien, vornehmlich die Presse, im Zusammenhang mit der ehemaligen Berichterstattung über seine eigenartige Einstellung zu seinem Ämter als Ministerpräsident und Bundespräsident ab.
Wulff sah sich bemüssigt, seine Sicht der Dinge - unter Bezugnahme auf sein vor einigen Wochen erschienenes Buch - durfte er seine Werte zur Justiz, Presse und Öffentlichkeit darlegen.

Das ist nicht jedem Politiker und jeder Person, die auch von dem " SPIEGEL " in dessen Berichterstattung unter Beschuss genommen wird, erlaubt.
Wulff indes gab das Hamburger Nachrichtenmagazin 5 - relativ eng bedruckte - Seiten, um sich lang und breit über das, was ihm widerfahren ist, auslassen zu können. Die Postionen der Gesprächsteilnehmer waren bereits vorher erkennbar. Wulff sieht sich als Opfer einer Medienhatz, die Redakeure in Hamburg verstehen sich als Hüter der Meinungs - und Pressefreiheit sowie Exponenten der Vierten Gewalt, die zudem unabhängig sein darf.

Dem einstigen Bundespräsidenten wurde während der Berichterstattung zu der so genannten " Wulff - Affäre " sicherlich nicht immer die erforderliche Objektivität der Medien zuteil. Dennoch: Er ist, war und bleibt kein Opfer einer Hetzkampagne der Vierten Gewalt. Dieses möchte er aber, 2, 5 Jahre nach seinem - dann doch erzwungenen - Rücktritt auf dem " SPIEGEL " weiß machen.

Nicht die Medien haben ihn aus dem Amt katapultiert, sondern er selbst. Wie die Redakteure in dem abgedruckten Streitgespräch richtig fest stellen, lag es einzig und allein an ihm, die vielen Unklarheiten, die sich durch die seltsame Hausfinanzierung, die Hochzeitsfeier und deren Bezahlung sowie unterschiedlich Reisen sowie Aufenthalte ergaben, selbst durch präzise Angaben aus der Welt zu schaffen. Das hat Wulff von Beginn an vermieden, dann nicht mehr gekonnt und sich stattdessen in ein Lügen - und Halbwahrheitengestrüpp verfangen.

Wulff hätte der Öffentlichkeit mitteilen müssen, dass er nach der Ehescheidung de facto pleite war. dass er seine so bezeichneten Freunde deshalb anpumpen musste und dass er sich den von seiner - von ihm zu Unrecht in den Himmel gehobenen - Frau - außer hohen Ansprüchen - finanziell rein gar nichts erwarten konnte. Bettina war damals nur jung und vorzeigbar - mehr nicht.

Von seiner ersten Frau und der gemeinsamen Tochter wurde er nach der Trennung und der Scheidung finanziell abgemolken. Beide Damen sind passionierte Reiterinnen. Dieses Hobby ist sündhaft teuer. Wulff musste dafür bezahlen. Von seiner zweiten Frau ist er - mit verlaub gesagt - auch verarscht worden. Bettina war, zu dem Zeitpunkt, als er sie kennen lernte nichts, hatte auch während der gemeinsamen Jahre nichts und  wird - außer den von ihm für das gemeinsame Kind zu zahlenden Unterhalt - nichts haben. Bettina Körner - Wulff ist eine Faru, die gemeinhin als Typus " Schlampe " einzuordnen ist; von denen es Hunderttausende gibt. Sie gibt sich dem Kerl hin, der für sie bezahlt. Der sie aushält. Eine durch eine Vielzahl von glücklichen Umständen hoch gespülte Namenlose. Ohne Verstand und Lebenserfahrung.

Wulff ist ihr auf den Leim gegangen. Warum gibt er nach den vielen Monaten der Besinnung dieses nicht endlich zu? Doch Wulff scheint in einer eigenen Welt zu leben. Hier sind die Bösen in den Reihen der Medien - vornehmlich der " BLÖD " - Zeitung - zu suchen. Mit diesen ist aber Wulff eine gewisse Zeit lang bestens gefahren. So sehr auf Selbstdarstellung bedacht, dass er es nicht einmal gemerkt hat, dass auch er nur Mittel zum Zweck war. Einsicht nach der Affäre? Nein, nur Selbstmitleid und eine unbändige Wut auf die Journaille, die ihn angeblich aus dem Amt gejagt hat.
Wulff ist völlig zu Recht kein Bundespräsident mehr. Dieses Amt war mindestens drei Nummern zu groß für ihn.


Christian Wulff stellte in dem " SPIEGEL " - Gespräch resignierend - jedoch nur für sich . fest: " Diese Häme bringt uns um, "
Nein, nicht die über ihn und das einst von ihm bekleidete Amt als Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen und die ihn als Bundespräsidenten öffentlich ereilende Häme hat ihn zu Fall gebracht, sondern sein unsensibler Umgang mit der Wahrheit, sein mangelhaftes Gespür dafür, dass nicht alles, was an materiellen Wohltaten daraus erwachsen kann, auch umgesetzt werden muss und eine Frau, die ihn benutzt hat, waren die Totengräber seiner politischen Karriere.

Uneinsichtigkeit ist keine Tugend, Meister Wulff!    
  

Donnerstag, 24. Juli 2014

Eric Clapton´s Baloise Session 2013 in Basel: Ein High Light für jeden Blueser.




Wenn Männer in die Jahre gekommen sind, hapert es häufig mit der Gesundheit. Die körperliche Konstitution lässt nach; bei der Mehrzahl auch das geistige Vermögen ( sofern seit der Schulzeit und den Dekaden danach überhaupt vorhanden ). Und weil, dann auch noch die Libido bedenklich nach lässt, sind medizinische Manipulationen von ASS /  Macurmar über natürliche Aufbaupräparate bishin zu Viagra als tägliche Beigabe erforderlich, um den Mann einen Mann auch weiter sein lassen zu können. Allerdings gibt der schleichende - zumeist unaufhaltsame - körperliche Verfall auch solchen medizinischen Hilfsmitteln enge Grenzen vor.

Gegen den Haarausfall kann zwar Alpecin Forte in diversen Variationen helfen. Doch gegen den Leibesumfang nicht. Da hilft nur kein Bier trinken sondern Mineralwasser und die Ernährung umstellen sowie Sport treiben. Leichter gesagt und geschrieben als getan!


Die vielen Lebensjahre fordern unisono ihren Tribut. Es gibt allerdings Ausnahmen von Männern, deren Alter nicht sofort erkennbar ist.

Bei Musikern oder Künstlern im allgemeinen fällt es allerdings schwer, diese als Ausnahmen von der Regel einzuordnen. So jedoch nicht, bei Sir Eric Clapton, den ein Außenstehender seine inzwischen 69 Lenze nicht so ohne Weiteres ansehen wird.

Dieses gilt vor allem dann, wenn er wieder einmal mehr auf Tour geht. Im letzten Jahr - wie auch in den Jahren zuvor - trat er mit einer Band, bestehend aus exzellenten Musikern, in vielen Städten dieses Erdballs live auf. So auch am 13. November 2013 in der Event Halle in Basel / Schweiz.

Das da schon in die Jahre gekommene Musiker auf der Bühne in der Event Halle zu Basel standen, fällt nur durch den äußeren Rahmen auf. Kein Schnick - Schnack, wie Light - Show, Tanz - und sonstige Verrenkungseinlagen und ( in einer Halle, wie jener, auch nur bedingt möglich )keine obligatorisches Monster - Feuerwerk. Solide, aber nicht bieder, so zeigten sich denn auch die Damen und Herren rund um Mr. Slowhand ( Clapton Is God ).
Auch das eher im gesetzteren Älter sich rekrutierende Publikum kam dem Akteuren entgegen. Dieses war unisono zu erwarten, denn Blues und Blues - Rock ist nichts für die Fast - Food - Fetischisten ab den Jahrgängen 1980 Plus. Blues wird mit viel Können, musikalischem Feingefühl und einem gerüttelt Mass an Intuition kredenzt. Ein Schrammler auf der Gitarre kann sowenig Bluesmusik spielen, wie ein Plastik - Pop - Blödel etwas von dieser versteht.

Obwohl die Bluesmusik längst ihre Anhänger gewonnen hat, sind diese in einer absoluten Minderheit. Wer jenen Stil zu hören pflegt, der zeigt sich somit eher non - konform. Denn die Einheitsbrei - Dudelei auf den viel zu vielen Rundfunkkanälen trifft vielleicht die Mehrzahl der jüngeren Generationen, jedoch nicht den guten Geschmack.
Nun, jenseits der erforderlichen Ablästerei zu den musikalischen Verblödungsmusikrichtungen, zeigten sich Sir Eric und Band in einer hervor stechenden Form.

Sicherlich sind die Dekaden, in denen der Ausnahmekünstler sein Leben den drei tragenden Säulen ( Sex, Drugs, Rock´N´Roll ) verschrieben hatte, eben längst vorbei. Doch auch hier gilt: " Wer rastet, der rostet! ".
Weshalb das Konzert des Blues-Meisters dann doch bestuhlt war, lag wohl vornehmlich an der Zusammensetzung des Publikums, das ein unterschiedliches Outfit vorwies. Neben einem Karo - Hemd - Träger saß ein älterer Herr im feinen Zwirn. Was soll´s?

Das Konzert war zudem einem im letzten Jahr verstorbenen Kollegen und langjährigen Weggefährten von Clapton gewidmet: J.J. Cale. Nicht von ungefähr stieg die Band mit einem Titel des genialen Grassroots -Sound - Interpreten ein: " Don´t Go To Strangers ".  Die Klassiker " Hoochie Coochie Man ", " Got My Mojo Working " fehlen ebenso wenig, wie " Driftin´Blues " oder auch " Layla ", als Acoustic - Teil des Auftritts. Aus dem Album " Journeyman " stammt das Stück " Pretemding " und von dem Album " Slowhand " der Titel " Wonderful Tonight ". Die bekannten Cale - Lieder " Cocaine " Since You Say Goodbye " und " After Midnight " sind in dem finalen Set eingebettet. Als Zugabe spielt Clapton´s Gruppe den Cocker - Titel " High Time We Went ". 

Ein fantastisches Konzert mit hoch karätigen Musikern. Paul Carrack (Ace, Roxy Music, Squeeze, Mike & Mechanics) spielt die Hammondorgel. Er singt zwei Stücke, den Ace-Hit "How long" und die Zugabe. Andy Fairweater-Low (Amen Corner, Fair Weather) singt den Amen-Corner-Klassiker "Gin House Blues". Chris Stainton (Joe Cocker, Grease Band), Henry Spinetti, Drums, und Dave Bronze sind die anderen. Plus zwei Backgroundstimmen.

Wenn dann noch eine hoch preisige Stereo - Anlage den tadellosen Sound 1:1 wieder gibt, schlägt das Herz des Bluesers im allgemeinen und das des Eric Clapton - Fan im besonderen auch ohne ASS, Schrittmacher und Aufbaupräparanten schneller.
Mehr davon, denn das ist, war und bleibt eben noch Musik!





01 Don't go to Strangers
02 Key to the Highway
03 I'm your Hoochie
04 Got my Mojo workin'
05 Since you said Goodbye
06 After Midnight
07 Call me the Breeze
08 Gin House 
09 How long
10 Driftin' Blues
11 Nobody knows you when you're down and out
12 Layla
13 Pretending
14 Wonderful tonight
15 Crossroads
16 Queen of Spades
17 Cocaine
18 High Time we went
19 Parchman Farm 



Eric Clapton: g, voc
Andy Fairweather-Low: g, voc
Paul Carrack: key, voc
Henry Spinetti: d
Chris Stainton: key
Dave Bronze: b
Michelle John: backing voc
Sharon White: backing voc

Na, dann: Gut´s Nächtle mit " Driftin´Blues " und dem Sir E.C::





Mittwoch, 23. Juli 2014

Fliege oder Nicht - Fliege? Das ist hier die Frage.


 Wenn sich bei knackigen 33 Grad am Außenthermometer die Räume so richtig aufheizen. Wenn es dort - auch nächtens - kaum kühler wird als 25 Grad und wenn zudem die Nacht selbst zu einer subtropischen Angelegenheit mutiert, dann hilft nur noch eins: Fenster auf, Türen auf, Luftzug komme!
Da dabei so allerlei Getier als erwünschte oder unerwünschte Mitbewohner in die Räume gekrochen, geflogen und gekrabbelt kommt, dürfte eher als nicht abänderbares Grundübel anzusehen sein.

Ob nun die massenhaft an den Decken und Wänden, in den Ecken und Rundungen lauernden Spinnen - zu nennen wäre insbesondere die Zitterspinne -, die an den Fenstern herum surrenden Stubenfliegen  oder einige Käfer, sie alle sorgen doch für Leben in dem Haus.

Da besuchte mich doch vor zwei Tagen ein geflügelter Abendgast und verharrte am folgenden Morgen starr auf dem Holzfensterbrett. Nachdem ich einige Fotos von dem - mir völlig unbekannten - Besucher geknipst hatte, machte ich mich im Netz auf der Suche nach dessen Bezeichnung.
Leider ohne Erfolg. Und das, obwohl ich eine Vielzahl von einschlägigen Seiten anklickte.

" Na, dann eben nicht! ", dachte ich etwas enttäuscht bei mir und ließ den PC herunter fahren.

Am nächsten Abend war der flugfähige Gast, den ich als Fliegenart einordnete, dann wieder entschwunden.
Seinen tatsächlichen Namen hat er mir natürlich nicht preisgegeben. Warum sollte er auch?
Nicht jede Frage muss beantwortet werden. Nicht jeder Fremde muss seinen Namen nennen. Aber einem Fremden sollte auch nicht jeder taruen.

In diesem Sinne: Gut´s Nächtle, mit  der Michael Schenker Grouß ( MSG ) und " Never Trust a Stranger " - Live at Budokan / Tokio am 12. August 1981.Man, ist das lange her!


Sylter - Sandzüge


Die Sommerferien sind bei uns nun seit mehr als 6 Wochen im vollem Gange. Die Reisewelle rollt und rollt und rollt. Überall werden Urlauber, Touristen und Reisende von A nach B, von B nach C und von C nach gekarrt. Volle Autobahnen mit Kilometer langen Staus sind in diesen Tagen, Wochen und Monaten bis Ende September die Regel.
Da hilft kein Zetern, kein Fluchen, sondern nur Duldsamkeit, wenn proppe volle Züge, überlastete Reiserouten oder lange Schlangen in den Abfertigungshallen der Flughäfen den Urlaubswütigen bevorstehen.

Die Menschenmassen treibt es im Sommer vornehmlich an das Meer. Das Wasser hat - neben der Sonne und dem Strand - eben doch eine große Anziehungskraft. Für die Bundesrepublik reduziert sich der Zugang zum offenen Meer auf die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig - Holstein und Mecklenburg - Vorpommern. Weshalb es eben Hunderttausende während des Sommers dorthin zieht.
Und weil diese Länder auch noch mit  dem Meer vorgelagerten Inseln die Touristenmassen ködern können, sind diese besonders beliebt.

Zu den angeblichen Perlen der norddeutschen Inseln zählt zweifelsohne Sylt. Jenes nordfriesische Eiland, dass sowohl mit dem Schiff als auch über den Hindenburg - Damm mittels Eisenbahn zu erreichen ist.
Sylt, die Insel der Reichen und Schönen führt ein besonderes Flair. Hier wird geprotzt, geprahlt und aufgeschnitten.
Ob nun durch das Vorzeigen eines geleasten, gemieteten oder fremd finanzierten PKW, das Zeigen besonders edler Kleidung oder das Bewohnen eines - zumeist versteckten - Hauses als Zweitwohnsitz.

Die Insel indes lebt aber nicht von der Schicki - Micki - Bagage, sondern von den zig Tausend Besuchern, die dort täglich wie die Fliegen auf dem Haufen einfallen und meistens dort ihren Urlaub verbringen. Um jene Massen anzuschleppen, bedarf es eben der Eisenbahn, die als Nord - Ostsee -Bahn ( NOB ) diese Aufgabe zu lösen versucht. Oft mit Erfolg, häufiger jedoch nur durch Improvisation und unter Hinnahme von Verspätungen.

Eine besondere Herausforderung stellen neben den Touristenmassen, die Vielzahl der Pendler dar, die wegen inzwischen unerschwinglicher Mieten, die Insel längst verlassen haben und auf dem Festland wohnen. Sie müssen in den völlig überfüllten, morgendlichen Zügen, zur Maloche gebracht werden. Dort kommen sie gestresst und genervt an, dürfen jedoch - weil zumeist im Gastronomiebereich arbeitend - keinen Flunsch ziehen, sondern haben von Null auf Hundert sofort das Zahnpastalächeln aufzulegen.

Auch die Rückkehr zum eigenen Wohnsitz gestaltet sich nicht gerade einfach. Die Fleischcontainer der NOB werden genauso voll von der Insel fahren, wie sie zuvor in den frühen Morgenstunden angekommen sind. Eine Zumutung für jeden Pendler. Doch es gibt hierzu keine Alternative.

Nun hat sich die NOB für die Fahrten von Hamburg nach Sylt seit einiger Zeit einen besonderen Service ausgedacht. Es werden während der Hauptreisezeiten zusätzliche Wagons angekoppelt. Aber nicht für die vielen Pendler, sondern nur für die Urlauber und Besucher auf der Insel. In den Wagons wurde eigens weißer Sand eingelegt, um das grandiose Urlaubsgefühl bereits bei der Abfahrt herüber wachsen zu lassen.
Originalsand aus Sylt nach Sylt in der Bahn! Was für eine Dünnschiß, angesichts der beklemmenden Zustände in den Fleischcontainer der NOB während der Pendlerzeiten!


    http://www.sylt-tv.com/nob-strand-in-den-zug-26903.html

Was die davon halten, liest sich unter anderem so:

Sehr interessant!Statt Spielereien wäre es doch mal ganz toll,wenn die NOB zur Abwechslung mal pünktlich fährt und ausreichend Wagen bereitstellt,damit Pendler nach einem harten Arbeitstag wenigstens mal einen Sitzplatz bekommen?Wenn an den Haltestellen Keitum und Morsum die Bahnfahrenden darüber informiert werden,daß ein Zug (mal wieder) ausfällt oder sich verspätet.Ständig steht man im Regen und Sturm und ist dauererkältet. Aber jetzt gibts ja Strand im Abteil... für die Touris natürlich!

Sagt mal?? gehts noch?? Wir Pendler die jeden Tag auf die Insel fahren,dürfen uns in überfüllte Züge quetschen und für die Touris gibs Urlaubsfeeligswagen?? Es geht ja schon nicht an,das wir im Sommer aus dem Zug geschmissen werden,wei lwir ja nur nach Niebüll sollen! Vielleicht solltet ihr die Kohle lieber in längere Züge als in die Deko stecken!

Neben exorbitanter Mieten, Hungerlöhnen und Slaventreiberarbeitsplätzen klingt es - nachvollziehbar - für jeden Berufstätigen und Pendler wie glatter Hohn.
Hauptsache die Knete stimmt, der Urlauber wird mit Speichelleckermethoden gelockt und es wird ihm eine heile Welt vorgegaukelt - auf Kosten der Arbeitnehmer.

Dienstag, 22. Juli 2014

Die Suche nach der großen Liebe kann teuer werden.



Die Welt könnte viel friedlicher sein, wenn jene jungen Männer, die sich aktuell in der Ukraine oder im Gaza - Streifen mit den aus den USA, Russland und der Bundesrepublik Deutschland gelieferten Waffen wechselseitig umbringen, stattdessen ihren zu hohen Testosteronspiegel damit abbauen würden, die drei maskulinen Eckwerte ( Partner/Familie,Berufsausübung, Hausbau ) beherzigen würden. Denn schon die Bibel gibt den sinnstiftenden Hinweis, der sich in Anlehnung an Moses ( Genesis 1.22 ) und Matthäus ( 28,20 ) so ausdrücken ließ: " Gehrt hin in alle Welt, seid fruchtbar und mehret euch. "

Doch die biblischen Überlegungen sind im 3. Jahrtausend n.Chr. kein adäquater Leitfaden für jene mehrheitlich - von zurzeit 206 Staaten und Territorien - Länder in denen das Recht des Stärkeren und Reicheren als Auswahlkriterium zählt. Da hat das knapp über 80 Millionen umfassende Völkchen der Bundesdeutschen ganz andere Probleme. Die Bevölkerung schrumpft, ist überaltert und befasst sich meist mit Luxusproblemen.

Getrieben von einem selbst aufokroyierten Schönheits - und Perfektions - sowie sowie Konsumwahns treibt es viele Mitbürgerinnen und Mitbürger in die Hände von Scharlatanen, deren primäres Bestreben es ist, die Moneten des vermeintlich Unglücklichen mittels schwachsinniger Waren - und Dienstleistungsangeboten zu erhalten.
Dazu zählen auch die zu einer wahren Plage gewordenen Portale im großen Müllhaufen Internet, die sich mit dem Ausnutzen des menschlichen Hangs zur Zweisamkeit professionell befassen.

Auf der Suche nach einem idealen Partner, der den Rest des noch verbleibenden Lebens mit gestalten soll, begeben sich jedes Jahr einige Millionen Vereinsamte in die Fänge von Halunken, Lügner und Betrügern, deren tatsächliches Bestreben es ist, gegen klingende Münze, mit menschlicher Ware zu handeln, deren Existenz nur vom virtuellen Raum getragen wird. Fakes, so nennen sich die Gebilde, die nach dem Abschluss eines kostspieligen Abonnementvertrags zu Begaffen und mehr frei geschaltete werden.
Ein Erfolg wird - wie bei den klassischen Partner - oder Eheinstituten auch - unisono nie garantiert. Kann er auch nicht, denn die kredenzten Mogelpackungen beinhalten eben nur heiße Luft, statt heißer Liebe.

So loggen sich Tag für Tag, Abend für Abend, Nacht für Nacht, Suchende in die Portale jener Abzocker - Gilde ein und klicken die dort sichtbar werdenden Listen von vorn bis hinten, von rückwärts nach vorwärts und retoure durch. Wem die Natur über die Mendel´sche Lehre nicht gerade wohl wollend bedacht hat, dem wird es auch hier nicht gelingen im Netz fündig zu werden. Um solchen - von Beginn an bestehenden - Nachteile auszugleichen, werden manipulierte Daten und Fotos präsentiert. Wer suchet, der nie findet?

Mit diesem unendlich breiten, weiten und häufig ausgelutschten Thema befasste sich am Montagabend ab 21.30 Uhr eine Dokumentation in der ARD. Der Sendungstitel liest sich so nichtssagend wie bekannt: " Die Liebesfalle ".
" Romance - Scammer " ( eigentlich als ausführende Tätigkeit: " Romance Scamming  - aber, egal ! ), so nennt sich die Betrugsmethode, die hinter jenem, immer währenden Ablauf steht, der aus dem nachvollziehbaren Bestreben, von - häufig älteren Menschen -  die Einsamkeit beenden zu wollen, deren Unkenntnis ausnutzend, ein Millionen schweres Geschäftsmodell entwickelt hat. Das Internet machts möglich!

Und während sich ein ARD - BR - Team auf Kosten des Zwangsgebührenzahlers in Bewegung setzte, die aufgespürten Betrüger und ihre Maschen vor Ort näher unter die Lupe zu nehmen, zeigen sich deren Kamera begleitende Recherchen als untaugliches Mittel zur Beantwortung der selbst aufgestellten Frage, wer hinter diesem Geschäftsmodell eigentlich steht. So fährt das üppig budgetierte Duo Katharina Adani und Josef Streule in die angegebene Hochburg der " Liebesbetrüger ", nach Yoshkar Ola, in die 3.000 Kilometer von München entfernte russische Stadt, um die aufgedeckten Betrüger zur Rede zu stellen.

Weiter wird bei einer weiteren Reise in den Hohen Norden nach Flensburg und Hamburg bei dortigen Anbietern von " Flirt - und Kontaktseiten " nach deren - sicherlich rechtlich angreifbaren - Allgemeinen Geschäftsbedingungen ( AGB ) und den dortigen Versuchen, auf dem Leim gegangenen " Kunden " im Nachgang zu einem gesetzlich vorgesehenen, schriftlichen Widerruf, doch noch Knete aus dem Portemonnaie zu ziehen, berichtet.
Summa summarum möchten das dynamische Vielreise - Duo den Glotzern vermitteln, sich sehr vorsichtig im Umgang mit jenen mehr als 2.000 Anbietern von Partnervermittlungsdiensten im Netz zu verhalten. Denn häufig stünden dahinter betrügerische oder unlautere Geschäftspraktiken, die sich mittels " IKM - Schreiber ", Übersetzungsprogrammen und illegal kopierten Faceebook - Bildern sowie dort preisgegeben Daten bedienten.   



Aja, wer hätte das gedacht? Und warum sollen Rußland, Polen und Städte im Norden der BRD dazu besser prädestiniert sein, als die einheimischen Anbieter? Die Sendung gab weder zu dieser Frage, noch zu der, wer nun tatsächlich hinter jenen Betrugsmaschen steht, eine Antwort. Weshalb dem Duo Adani/Streule attestiert werden muss, das Thema komplett verfehlt zu haben.
Auch die im Bericht intendierte Rüge, gerichtet an die Flensburger Staatsanwaltschaft von den beiden BR - Mitarbeitern als " unwillig ", die strafrechtlichen Ermittlungen aufzunehmen, ist in dem Beitrag fehl am Platz. Wo keine strafbare Handlung erkennbar und vollendet wurde, kann sie auch als solche nicht verfolgt werden. Es handelt sich bei den Internetanbietern um Dienstleister, die gegen Entgelt eine Gegenleistung, nämlich den Zugang zu einem von ihnen betriebenes Internetportal, anbieten. Bei allem Respekt, aber mit dem Zugang werden lediglich Daten abgefragt und ausgetauscht, jedoch kein Erfolg für eine Vermittlung garantiert. Denkbar wäre allenfalls ein zivilrechtliche Überprüfung der AGBs hinsichtlich der so genannten Abo - Fallen oder das Vorliegen eines sittenwidrigen Rechtsgeschäfts aufgrund der gefakten Daten und Bilder und der Einsetzung der  IKM - Schreiberlingen. Mehr aber auch nicht.

Klar ist aber, dass hier ein Thema, dass journalistisch bereits abgearbeitet wurde, erneut - allzu reißerisch - aufgenommen und verwurstet wurde, ohne neue Erkenntnisse zu vermitteln. Dieses zeigt sich bereits in dem Informationstext zur Sendung, der dem eines NDR - Beitrags von 2013 verblüffend ähnelt: 

" Sie suchen im Internet die große Liebe - und werden ausgenutzt und abgezockt: Sieben Millionen Singles sind mittlerweile auf den Seiten deutscher Dating-Plattformen registriert. Doch im Netz häufen sich die Beschwerden: Vor allem ältere, einsame Menschen fallen zunehmend auf sogenannte Romance-Scammer, Liebesbetrüger, herein.
Diese machen ihren Opfern gefühlvolle Liebesversprechen, haben es aber nur auf das Geld abgesehen. So überweisen viele deutsche Männer derzeit Geld an attraktive Frauen aus Russland. Von der Braut in spe hören sie anschließend nie wieder etwas. Wer steckt dahinter? "


" Das Internet hat die Partnersuche revolutioniert. In Hunderten von Single- und Partnerschaftsbörsen kann man sich - wie in einem gut sortierten Supermarkt - einen passenden Partner auswählen. Gut die Hälfte aller Singles in Deutschland soll die große Liebe schon mal online gesucht haben. Wie viele sie auf diesem Weg tatsächlich gefunden haben, darüber gibt es keine zuverlässigen Zahlen. Klar ist nur, dass die Vermittlungs-Portale im Internet gutes Geld mit der Sehnsucht machen, bis zu 80 Euro kann eine Mitgliedschaft da kosten. "

- Zitatende - aus: http://programm.ard.de/TV/Programm/Alle-Sender/?sendung=287229946758045

Hier wurde alter Wein in neuen Schläuchen angeboten. Und ein Versuch gestartet, dem Zuschauer zu suggerieren, dass die Kriminellen vor allem in Russland, Polen und Norddeutschland leben. Besser wäre es gewesen, vor der eigenen, verschmutzten Haustür zu kehren:

https://www.google.de/search?q=Partnerb%C3%B6rsen+Internet+in+Bayern&rls=com.microsoft:de:%7Breferrer:source?%7D&ie=UTF-8&oe=UTF-8&sourceid=ie7&rlz=1I7NDKB_deDE518&gfe_rd=cr&ei=uCXOU6n-G8aFtQbp_oHwBw&gws_rd=ssl

Dazu fehlte wohl offenkundig der journalistische Mut und der Wille, in das heimische Wespenenst zu stechen. Immerhin geht es hier, wie da, um jede Menge Kohle, die von den einsamen Single abgegriffen werden kann; damit verbunden sind aber auch Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. Das gilt natürlich auch für Bayern, ihr Möchte - gern - Enthüllungsjournalisten vom BR inm Namen der ARD! Nachtigall, ich hör dir trapsen!