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Donnerstag, 28. November 2013

Julia Bonk und das Psychisch - Kranken - Gesetz des Landes Nordrhein - Westfalen.



Wenn Medien mit Superlativen um sich werfen, muss dieses nicht immer der Wahrheit entsprechen. Wenn die Wahrheit in den Medien dargestellt wird, dann muss dieses auch nicht immer zutreffend sein. Wenn die Gazetten über eine Person berichten, kann das Veröffentlichte aber sowohl wahr als auch eine Superlative sein.
So geschehen, als vor einigen Jahren die Politikerin mit dem Namen Julia Bonk in den Sächsischen Landtag einzog. Sie gehört der Partei " Die Linke " an.

Als diese am 29. April 1986 in Burg bei Magdeburg geborene Julia Anastasia Bonk das Licht der Welt erblickte, war die DDR noch existent, jedoch rumorte und kriselte, knirschte es bereits im Gebälk ihres Heimatlandes. Frau Bonk besuchte nach der " Wende " in Dresden das Romain - Rolland - Gymnasium. Sie war stellvertretende Landesschülersprecherin, dann Vorstandsvorsitzende des (Landes?) Schülerrats.  Sie legte 2004 das Abitur ab und studierte in der Zeit von 2004 bis 2011 an der Technische Universität in Dresden Geschichts - und Politikwissenschaften, die sie mit dem Magistergrad abschloss.

Ihre politische Laufbahn führte Frau Bonk ab 2004 fort, als sie als jüngste Abgeordnete für die Fraktion " Die Linke " in den Sächsischen Landtag einzog.In der Folgezeit überschlugen sich der Boulevard, hier besonders die Lokalausgabe des Latritenblatts " BLÖD " - Zeitung und sonstige Gazetten in der Absonderung von Superlativen, wie " schönste Abgeordnete Deutschlands ", " jüngste Landtagsabgeordnete ". Kaum war die Journalie wieder auf den harten Boden der Tatsachen angelangt, schlugen die Lobhudel - Berichte in unsachliche Kritik um.

Frau Bonk hatte - in ihrem schönen Antlitz und jugendlichen Leichtsinn - gefordert, die " illegalisierten Drogen " unter bestimmten Voraussetzungen frei zu geben. Dieses wäre nicht skandalös, denn viele Jahre zuvor gab es bereits Bestrebungen in Richtung einer Legalisierung und Entkriminalisierung bestimmter Drogen, die 2002 von dem " Grünen " - Abgeordneten Hans - Christian Ströbele wieder aufgegriffen wurden. So hatte auch Frau Bonk die damaligen Diskussionsansätze im Hinterkopf, als sie ihre Ansichten dazu verbreiten ließ. Ihr unterlief dabei jedoch ein Kardinalfehler, denn sie räumte den Genuss jener illegalen Drogen ein.

Das geht in einer pseudo - toleranten Konsum geilen Gesellschaft mit Ellenbogen - und Neidhammel - Merkmalen überhaupt nicht, Frau Abgeordnete. So keifte die " Blöd " - Zeitung wild herum, die anderen Gazetten und Medien griffen diesen Fauxpas begierig auf und tröteten in das gleiche Horn. Die Abgeordnete könnte doch nicht etwa abhängig oder süchtig sein?
So, wie dem FDPler Brüderle nachgesagt wird, dass er in übermäßiger, jedoch in legaler Weise, dem Wein zuspreche: Hier ein Viertele, dort ein Schoppen, da ein Fläschen?

Der bundesdeutsche Spießer in Gestalt des Ablegers homo saxonia schlug dann erbarmungslos auf Frau Bonk ein, als sie zu den Hochzeiten des " schwarz - rot - geilen " Sommermärchens ab Juni 2006 es wagte, die geschäftsträchtigen Macher des offen gezeigten Patriotismuses zu kritisieren und forderte, statt der erlaubten, weil Euro in die Industriekassen spülenden Flaggenhisterie zu frönen, den Tausch dreier bundesdeutscher Flaggen mit einer DVD und einem T - Shirt, welches die Aufschrift trug " Nazis raus aus den Köpfen ".
Ihr dabei propagiertes Motto lautete: " Nein zum Deutschlandhype ".

Damit brachte sie nicht nur die Schwarzen, auch die übrigen, auf den " Patriotismus " - Zug aufgesprungenen Parteien - einschließlich großer Teile der eigenen - in Wallung, sondern sie handelte sich dabei eine Forderung eines CDUlers mit dem Namen Günther Schneider ein, der die Staatsanwaltschaft aufrief, gegen Frau Bonk Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Herabwürdigung nationaler Symbole einzuleiten.
Zu der Fertigung einer eigenen Strafanzeige reichte es bei Herrn Kollegen Dr. Schneider wohl nicht? Offensichtlich war die populistische Forderung des gebürtigen Hessen und Ex - Sozialrichters der berühmte Pups in der Wanne ( laut und oft stinkend, jedoch ohne Außenwirkung )?

Ein anderer Schwarzer keifte in der konsvervativen FAZ dafür weiter. Der damals schon 64jährige Chemnitzer CDU - Fraktionsvorsitzende Hähnle, witterte in der Aktion der Frau Bonk eine Form der verfassungsfeindlichen Gesinnung und qualifizierte das T - Shirt und die angebotene DVD als " linksextremistischen Propagandamaterial ".
Auch Opa Hähnle sah in seiner blinden Wut gegen eine durchaus sinnvolle Aktion - wenn auch etwas verquastet begründet - den sächsischen Schwarzwald voller Bäume nicht und sonderte die Behauptung ab, alles was bei der " Patriotismus " - Chose nicht mitzieht, sondern diese in jener Form kritisiere, sei verfassungsfeindlich. Eine kühne Behauptung, Herr CDU - Fraktionsvorsitzender.

Aber auch ihre eigenen Genossen ließen in dieser Zeit kein gutes Haar an der Abgeordneten, die einst die Gallionsfigur der jungen " Linke " war.

So in Ungnade gefallen, wurde es in der Folgezeit es in der Öffentlichkeit eher still um Julia Bonk. Sie leistete nunmehr parlamentarische Arbeit in dem Landtagsausschuss für Schule und Sport sowie in dem Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule. Hiernach war sie Mitglied im Verfassungs-, Rechts - und Europaauschuss des Sächsischen Landtags. Ferner bekleidete Julia Bonk bis 2009 das Amt als eine von 10 Bundessprechern der Partei " Die Linke " . Zusammen mit Christoph Spehr ist sie Bundessprecherin der Parteiströmung " Emanzipatorische Linke ".

Am 03.09. 2008 berichtete die Online - Ausgabe der " Sächsische Zeitung " ( SZ ), dass wegen Drohungen und einer von Neofaschisten initiierten Hass - Kampagne die Abgeordnete zeitlich begrenzten Polizeischutz erhalten hatte.

http://www.sz-online.de/nachrichten/nach-nazi-drohungen-polizeischutz-fuer-julia-1923009.html

Am 4. September 2013 lautet eine Meldung, dass die Abgeordnete Julia Bonk in eine Psychatrische Fachklinik in Bonn  wegen " Eigengefährdung " eingewiesen worden sein soll.
Zuvor soll Julia Bonk angeblich  am 19. Juli 2013 während einer Fahrt von München in einem verwirrten Zustand von der Bahnpolizei angetroffen worden und in das Klinikum Ulm verbracht worden sein.

Ein Taxifahrer aus Dresden ließ über das Blatt mit dem Bildungsanspruch im August 2013 berichten, dass er Frau Bonk transportiert habe und diese auf ihn einen " herunter gekommen " Eindruck machte sowie das Fahrgeld in Höhe von 10 Euro nicht bezahlt habe.

Nun soll der Sächsische Landtag die Immunität der Abgeordneten Bonk inzwischen aufgehoben haben.
Dieses ist nur in bestimmten Fällen möglich. Meistens wird die Aufhebung der Immunität eines Abgeordneten dann geschlossen, wenn strafrechtliche Ermittlungen gegen diesen geführt werden.

http://www.bundesrecht24.de/cgi-bin/lexsoft/bundesrecht24.cgi?chosenIndex=0708&source=link&highlighting=off&xid=3909605,128

Das ist in der Vergangenheit im Freistaat Sachsen nicht selten der Fall gewesen. Da traf es den Fraktionsvorsitzenden der " Linke ", Andre´Hahn, davor den SPD - Abgeordneten Karl Nolle und den Abgeordneten der " Bündnis90/ Die Grünen " Johannes Lichdi.  Aktuell soll über die Aufhebung der Immunität der SPDerin Petra Köpping entschieden werden. Gegen andere Abgeordnete ist in der Vergangenheit auch ermittelt worden, wobei deren Immunität aufgehoben wurde. Darunter - wie sollte es auch anders sein - einige NPD - Mitglieder.
Den Vogel schoss jedoch einmal mehr eine Schwarze ab, die durch kriminelle Machenschaften bekannte Kerstin Nicolaus.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-10/sachsen-linke-hahn

http://www.l-iz.de/Politik/Sachsen/2013/01/Immunitaet-des-Landtagsabgeordneten-Johannes-Lichdi-aufgehoben-45

http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=87&showNews=430459

http://mephisto976.uni-leipzig.de/nachrichten/anzeigen/landtag-muss-ueber-immunitaetsaufhebung-entscheiden.html

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Abgeordnete-Kerstin-Nicolaus-erneut-Fall-fuer-die-Justiz-artikel7621111.php


Was den Fall der Julia Bonk betrifft, sieht es wohl eher danach aus, dass sie wegen einer vermuteten psychischen Erkrankung im Rahmen des NRW PsychKG ( §§ 10 ff PsychKG NRW ) ihre parlamentarische Immunität zunächst verlieren wird, denn freiheitsentziehende Massnahmen nach diesen Vorschriften gehen mit dem temporären Verlust bestimmter Grundrechte einher, die jedoch ein Abgeordneter bei Ausübung seines Amtes beanspruchen kann. In dem Verfahren, dass zunächst von dem Amtsgericht Bonn eröffnet wurde, ist ein Beschluss zur vorläufigen Unterbringung der Betroffenen ergangen. Das laufende Unterbringungsverfahren wird von dem Amtsgericht Bonn als zuständiges Gericht der Unterbringungsmaßnahme von Frau Bonk geführt. Nach den Vorschriften des NRW PsychKG dürfen Zwangsbehandlungsmassnahemn egegn den Willen der Betroffenen nicht durchgeführt werden. Im übrigen ist ein Berufsbetreuer oder eine zur Betreuung geeignete Person von dem Gericht zu bestellen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Psychisch-Kranken-Gesetz#Zust.C3.A4ndigkeit

http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=12863&dok_art=Drs&leg_per=5

Das Unterbringungsverfahren ist durch einen formalisierten Ablauf gekennzeichnet. Nach 6 Wochen muss die Einstweilige Anordnung zur Unterbringung des Betroffenen überprüft werden. Sie kann sich um bis zu 3 Monate verlängern, wenn ein Fachgutachten in Auftrag gegeben worden ist. Da Richter keine Fachkenntnisse im engeren Sinne haben, wird in der Regel ein Psychiater oder ein ähnlicher Berufsträger benannt. Nach Vorlage des Gutachtens entscheidet das Gericht erneut, ob die Unterbringung von bis zu 2 Jahren Dauer erfolgen wird. Diese Entscheidungen können durch Rechtsmittel angefochten und überprüft werden.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Unterbringungsverfahren#.C3.96rtliche_Zust.C3.A4ndigkeit

Ob darüber hinaus gegen Frau Bonk auch strafrechtlich ermittelt werden könnte, so u.a., weil sie den Taxifahrer in Dresden um 10 Euro geprellt haben soll, muss derzeit in Zweifel gezogen werden.

Inzwischen macht sich ein Teil der Netz - Gemeinde ernsthafte Sorgen um den Zustand der Abgeordneten. Dabei werden auch allerlei Verschwörungstheorien zusammen geschustert, die - so meine Bewertung  bislang nicht bewiesen werden können. Zum einen deshalb nicht, weil ohne eine fachärztliche Stellungnahme, eine richterliche Anhörung und einen daraufhin ergangenen Beschluss, die Abgeordnete Julia Bonk nicht in die Bonner Klinik eingewiesen werden darf, zum anderen, auch deshalb, weil es bislang keine Indizien dafür gibt, dass aus der eigenen Partei oder den bürgerlichen Fraktionen, Bestrebungen erkennbar sind, die Frau Bonk " mundtot " zu machen, indem sie für geistig verwirrt erklärt wird.

http://pflasterritzenflora.ppsk.de/julia-bonk/

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/128351/wer-ist-julia-bonk

So bleibt zu konstatieren, dass Julia Bonk eine nicht immer angenehme Querdenkerin ist, die sich für die Rechte der Benachteiligten und eine Gleichstellung von Mann und Frau ( oder umgekehrt ) einsetzt und den - unterstützenswerten - Kampf gegen die braune Pest in diesem, unserem Lande, sich auf die nicht schwarz - rot - geile Flagge geschrieben hat. Sie ist damit zur Hassfigur der Schwarzen und Braunen geworden, was sich auch aus deren widerlichen Kommentaren zu ihrem derzeitigen Gesundheitszustand ergibt. Das die braunen und reaktionären Hetzer auf ihren Internetseiten Frau Bonk erniedrigen möchten, dürfte jedem klar sein, der sich die bisherige politische Arbeit der Abgeordneten betrachtet.

Dieses Land benötigt mehr Julia Bonk´s, damit die verkrusteten Strukturen im Parlamentarismus aufgeweicht werden und das imperative Mandat wieder in den Vordergrund tritt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Julia_Bonk





Dienstag, 26. November 2013

Niederwiesa: Da haut´s dich nieda?






Die Deutsche Bundesbahn ist für viele Reisende, Berufspendler und Studenten sowie Schüler eigentlich ein Dauerärgernis. Schon allein deshalb, weil sie mit Beginn des Winterfahrplans erneut ihre Preise anhebt. Davon sind zwar einige der Vorbenannten nicht betroffen, dennoch gibt es auf dem Sektor des Einhaltens der selbst konzipierten Fahrpläne, also bei der Frage nach der Pünktlichkeit der DB immer wieder ein grimmiges Grummeln bei den Fahrgästen.

Meistens aus gutem Grund. Denn so manche Zugverspätung könnte vermieden werden, würde sich der Koloß mit dem Namen " DB " auf das konzentrieren, wozu er gegründet wurde: den sicheren und pünktlichen Transport von Menschen und Gütern.
Daran hapert es aber in allen Bereichen, wenn dann bei der Frage, wer diese Aufgabenstellung als Person umsetzen soll, nicht beantwortet werden kann.

Da gab die Deutsche Bahn in Form ihrer Regionalniederlassung Südost in Leipzig ab dem 4. November 2013 - amtlich - bekannt, dass vom 13. bis zum 21. November 2013 " Bauarbeiten " stattfinden werden. Beim Durchblättern des - aufgehübschten - DIN A5 - Heftes, stand hierzu unter anderen folgende Erklärung:

" Sehr geehrte Reisende,
zur Inbetriebnahme neuer Gleis - und Signalanlagen ist der Chemnitzer Hauptbahnhof vom 13. bis 20. November teilweise sowie vom 21. November bis 22. November, 4 Uhr für den gesamten Zugverkehr gesperrt. Für die betroffenen Zugverbindungen wird in dieser Zeit Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet "

Es schliesst sich ein " Überblick " der Fahrplanänderungen an.

Als der 13. November heran nahte, hatte meine von Dresden nach Chemnitz pendelnde bessere Hälfte kein gutes Gefühl. Sie kannte die Probleme der Deutsche Bahn mit den Vier Jahreszeiten seit einigen Jahren zur Genüge. Ob un das Winterchaos zur gleichen Zeit auf dem Streckenabschnitt Tharandt - Klingenberg - Colmnitz oder die Unzulänglichkeiten in der Informationsabfolge zu Ankunfts - uund Abfahrtzeiten  auf dem " neuen " Hauptbahnhof in Chemnitz oder, ob es nun " Fliegende Pferde " sowie sonstige lebensmüde Kreaturen, die dann den Ausfall, die Verspätung und eine Umleitung der Züge zur Folge haben, dieses alles spricht dafür, dass der sattsam bekannte Werbeslogan " Die Bahn kommt... " zu der ironischen Gegenfrage führt: " Nur, wann? "

Zurück zur Alltagrealität im " öffentlichen " Schienennahverkehr in Getsalt des Schienenersatzverkehrs. Der Zug mit der DB - Bezeichnung RB 17208  fuhr püntlich um 07.11 Uhr von dem " Bahnhof " Dresden - Plauen auf Bahnsteig 1 in Richtung Chemnitz und Zwickau los. Er kam - ebenfalls pünktlich - um 08.17 in Niederwiesa an. Dort endete der Zug, wie es so schön im DB - Sprech heisst. Planmäßig, an diesem 13. November 2013, auch.

Niederwiesa? Wer kennt Niederwiesa? Wo liegt Niederwiesa?

Ein Lucki - Lucki in dem WWW. erhellt dem nicht Ortskundigen, dem Zugezogenen, dem Sozialisierten jedoch, das tiefste Dunkel der Ahnungslosigkeit sofort. Das ist Niederwiesa!

http://de.wikipedia.org/wiki/Niederwiesa

Undern Wese lebt also, weil im Wendejahr 1989 die Gemeinde auf etwas mehr als 3.600 Köpfe geschrumpft war ( so mancher Niederwiesaer hat sein Glück im bayrischen Freistaat oder sonstwo im Westen gesucht ) ist der Ort wieder auf  mehr als 5.200 Bürger angewachsen. Jedoch nur, weil die einstigen eigenständigen Gemeinden Braunsdorf und Lichtenwalde 1995 und 1996 eingemeindet wurden.

Und neben allerlei historischen Schnuckeligkeiten, gibt es ein dunkles Kapitel in der Geschichte dieses Ortes, genauer gesagt in Braunsdorf. Nicht, weil die Menschen dort nach 1932 allesamt " braun " - im Sinne der Ortsnamensgebung - waren; auch nicht, weil die Region Mittelsachsen per se nach der Wiedervereinigung ein Problem mit Neofaschisten hat, nein, es ist ein zum Thema passendes Zugunglück, dass hier weit vor der Zeit des Tausendjährigen Reichs, den Ort eine gewisse Bekanntheit gab.
Im Jahre 1913 verursachten Geröllmassen einen Bahnunfall mit 10 Toten. Allerdings war dieser auf der Strecke von Roßwein nach Niederwiesa, die heute allerdings nur noch teilweise im Betrieb ist ( http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Ro%C3%9Fwein%E2%80%93Niederwiesa ).

Der Unfall ereignete sich am 14. Dezember 1913, also in einigen Tagen jährt sich dieses Unglück zum 100. Mal, am Südportal des Harrastunnles auf dem Streckenkilometer 32,62 der insgesamt 37,49 Kilometer messenden Strecke. Neben 10 Toten waren 53 Schwerverletzte zu beklagen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Braunsdorf

Von solchen Katastrophen war denn der Zugverkehr von Dresden nach Chemnitz in dem Zeitraum vom 13. November 2013 bis 21. November 2013 weit entfernt. Und dennoch gab es die ein oder andere Unannehmlichkeit für die reisenden. Wer den Schienenersatzverkehr ab Niederwiesa in diesem Zeitraum nutzte konnte sich jeden Tag davon überzeugen, in welch erbärmlichen, herunter gekommenen Zustand die Regioanlbahnhöfe ( sie dürften diesen Namen eigentlich gar nicht führen ) sind. Da gab es riesige Schlaglöcher vor dem Eingangsbereich des Haltpunkts, die die Bahnkunden zu wahren Slalom - Kursen zwangen, um nicht knöcheltief in dem Pfützen zu versinken.
Der Hauptbau des Bahnhofs ist eine Ruine, eine Bruchbude, in der allenfalls sich nachts die Ratten und Mäuse zum großen Stelldichein treffen. Wer hier nach 20.00 Uhr den Zug oder in der oben benannten zeit den Bus nehmen muss, darf sich in der längst begonnen dunklen Jahreszeit doch ein wenig fürchten.

So hat der Niederwiesaer Heinz-Ulrich Löwe eine Dokumentation über den Jetztzustand des ein gut frequentierten Bahnhofs eingestellt. Es zeigt sich deutlich, welches Interesse die Deutsche Bundesbahn an der Erhaltung jener - historischen - Bauten hat, nämlich keins. Stattdessen werden Milliarden für Schwachsinnsprojekte,wie Stuttgart verpulvert, um sich dann wechselseitig auf die schmale Schulter klopfen zu können.

http://www.google.de/imgres?imgurl=http://u.jimdo.com/www100/o/s9759bdf40e6b3f9d/img/i7fa4653c45ef8b1a/1302605753/std/image.jpg&imgrefurl=http://bahnbilderniederwiesa.jimdo

Die Fahrt zur Arbeitsstelle in Chemnitz endete dann gegen 9.00 Uhr. Nach sage und schreibe 2 Stunden. Während die Massen zu den Zügen strömten, um in Richtung Zwickau weiter zu fahren, drehten die Busse eine Ehrenrunde, damit die Fahrgäste in entgegen gesetzter Richtung aufgenommen werden konnten.
Am 19. November war das Elend dann vorbei. Zunächst stand der Buß - und Bettag am 20. 11. an, danach nahm meine bessere Hälfte den PKW und war - wie erstaunlich - in nicht einmal 50 Minuten an der Dienststelle.

Die Bahn ist immer für Überraschung gut und sei es durch den Schienenersatzverkehr. Trotzdem sind auch solche Abenteuer aufschlussreich, weil der Fahrgast sofort erkennen kann, was die Verantwortlichen unter Reisekomfort und Kundenservice versteht, wenn es in die Provinz abgeht.

Montag, 25. November 2013

1001 Nacht, dann hat er Krach gemacht! Oder: Der Versuch Bauch beim Bauchtanz zu zeigen.


Die bundesdeutsche Leitkultur, wie sie von den Altvorderen der CDU/CSU um Oettinger bereits vor mehr als einem Jahrzehnt gefordert und problematisiert wurde, ist von jenen großmäuligen Propagandisten eigentlich nie mit klaren Begriffen definiert worden. Weshalb der entfleuchende Furz auf der rollenden Gardinenstange im muffigen Zimmer der Union keinen großen Gestank entfalten konnte. Was Leitkultur ist, kann auch viele Jahre später kein Unionsmitglied oder einer der vielen Anhänger, noch einer jener Milionen Wähler der Schwarzen exakt umschreiben. Weshalb der kritische Bundesdeutsche - nachdem er den Sturm im Wasserglas der öffentlichen Diskussion hierüber - unbeschadet überstanden hat, sich ernsthaft fragen muss,ob es nun der Union und den schwarzen Fans nur darum ging, dabei ordentlich medialen Staub   aufzuwirbeln, um das zu verschleiern, was in Wahrheit dahinter zu sehen ist: pure Ahnungslosigkeit!

Da dieses hoch gejazzte Problem der Leitkultur dazu dient, krampfhaft nach neuen, nach anderen gesellschaftlichen Inhalten und Werten zu suchen, weil die vergangenen, die bekannten möglicher Weise abhanden gekommen sind, wird selbstverständlich die Frage beantwortet werden müssen, um welche es sich dabei handeln soll? Ist es nun Volksmusik - Tschingderassabumm , deutsches Schlager - Geheule oder Indio - Pop - Geseiere, die das Attribut der " Deutsche Leitkultur " an das Revers geheftet bekommen dürfen. Ist es vielleicht  " Onkel " Herbert " Gröhle " Grönemeyer, sein von den Mühsamen und Beladenen zum " Intimfeind " hoch stilisierten Mitsänger Marius Müller - Westernhagen oder eventuell der DSDS - Zampano " Diddi " Dieter Bohlen, der als Prototyp der bundesdeutschen Leitkultur in Betracht kommen könnte? Aber auch Heidi Klum, Ulrich Hoeneß oder Franz Peter Tebartz - van Elst kämen als Galliosfiguren hierfür in die nähere Wahl.

Die Krux mit der von den Schwarzen in krampfhafter Weise zur " Unwort des Jahres " heran kommenden " Deutsche Leitkultur " ist somit die, das diese sich selbst vorwerfen lassen müssen: Es gibt eben eine solche nicht. Es ist eine Worthülse, die inhaltlich beliebig ausfüllbar wird, wenn einer nur den rechten Zeigefinger hebt und mit diesem auf einen andren, einen undeutschen hier Lebenden zeigt. Zählen nun Taufe, Kommunion und Konfirmation dazu oder etwa nur die Jugendweihe? Lassen sich Jägerschnitzel, Schweinshaxe und Sauerkraut hierunter subsumieren oder auch Kebab, Döner und Giros? Sind Langsamer Walzer, Wiener Walzer und Tango unter dem Gummi - Begriff einzuordnen oder nur Polka, Schuhplattler und Achttouriger?
Wie sähe es beispielzweise mit Striptease, Table Dance oder Disco Fox,; wie mit Breakdance, Rap und anderen, Gliederreißen versursachenden Freiformen aus?

Und was ist mit dem  Bauchtanz?

Tja, was kann damit sein? Ist er deutsches Kulturgut? So wie es die über Tausend Gemälde sein könnten, die der Gurlitt in Bayern Jahrzehnte lang als illegal von den Faschisten erworbenes Raubgut versteckt hielt? Ist dieser Tanz tatsächlich dem Orient zuzuordnen?

Diese Frage musste ich mir am Samstag der vergangenen Woche unter anderem auch stellen, als ich Zeuge einer Darbietung wurde, die just jenen Tanzstil präsentieren sollte. Um es vorweg zu nehmen, der Versuch blieb in den Schuhen stecken, die die Dresdnerin B.sich nebst sonstigen fremdländischen Accessoires angezogen hatte. Nein, das Gezeigte ähnelte eher dem Freiflug einer jungen Gans, denn dem des Orientalischen Tanzes, des berühmten Bauchtanzes. Der Geschmack war - sinnbildlich erklärt - dem einer Tasse Muckefuck, denn eines Türkischen Mocca.

Graziös schwang die Vortragende auf der hell ausgelegten Fläche ihre nach dem Orient ausgelegten Extremitäten. Extrem war auch das Selbstgefällige in der eingespielten Moderation. Wie, in Allah´s Namen, kann eine im hiesigen Kulturkreis aufgewachsene Person, eine junge Frau also, sich anmaßen, zu behaupten, sie könne den Orientalischen Tanz, den Bauchtanz? Nebenbei bemerkt den - auf einschlägigen Internetseiten lobgepriesenen " Orientalischen Bauchtanz " gibt es nicht. Es gab in auch dann nicht, also die Türken, die Osmanen, während der Zeit des Osmanischen Reichs vor Wien standen, um die christliche Bastei in die Knie zu zwingen. Es ist eine kasuistische Begrifflichkeit, die als Orientalischer Bauchtanz dargetan werden soll.
Der Orientalische Tanz indes wird landläufig auch als Bauchtanz benannt; mithin aber inhaltlich dadurch stark verkürzt, denn der Orientalische Tanz ist nicht nur Bauchtanz - er stellt mehr dar, als dieses eine Element.


  http://de.wikipedia.org/wiki/Orientalischer_Tanz

Und so schließt sich der Kreis wieder, indem das samstäglich Dargebrachte mit dem Orientalischen Tanz so viel zu tun hatte, wie das Schweinefleisch mit dem dortigen Glauben, der Staatsreligion, dem Islam - nichts. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ein Muslim - ob gläubig oder nur vorgegeben nach dem Glauben lebend - kein Bier, kein Schnaps, kein Schweinefleisch konsumieren darf. Wenn sie / er aber vom Orientalischen Tanz spricht, dann ist es auch ein solcher. Und nicht jenes Herumgehopse und Geflattere, Gezucke und Gegrinse, Gestakse und Gegurke, was die junge Dame im Bowlingtreff.veranstaltete.
Wenn ein Schwein grunst, kann es noch lange nicht pfeifen. Wenn eine Dresdnerin orientalisch tanzt, ist es noch lange nicht Bauchtanz oder mehr.

Was davor und danach allerdings im weihnachtlichen Ambiente an muskalischen Sondermüll kredenzt wurde, darf getrost unter die Rubrik " Deutsche Leitkultur " der Hirnamputierten eingestuft werden. Übelster "Balla" frau/mann - Schlager - Schrott in einer Lautstärke, die selbst dem stärksten Bowler in nicht desinfizierten Leih - Turnschuhen, den Draht aus der Mütze fliegen lässt. Mal ganz abgesehen davon, das die Stillen Örtchen das hygeniesche Niveau der knüppelharten Vorwendezeiten hatten, das Personal im Santa - Bugs Bunny - Outfit vom Servieren so viel Kenntnisse hatte, wie die berüchtigte bundesdeutsche Milchkuh vom Eislaufen und der Gesamtzuschnitt der Lokalität, dem eines ausrangierten Saloons an der Route 66 entsprach.

Nun, ja, Krach gab´s dafür gratis und davon reichlich. Der viel zitierten bundesdeutschen Leitkultur zu liebe natürlich in deutsch.







Sonntag, 24. November 2013

Da steht ein Pferd auf der Bahn. Von den Begegnungen mit der anderen Art.


Die täglichen Verkehrsnachrichten sollten für den gemeinen, bundesdeutschen Autofetischisten, den Testesteron gesteuerten Gaspedal - Junkie oder den mobilen Götzenanbeter, der seinen vierrädrigen " Schinken " besser pflegt, ihn klaglos dauerunterhält und ihm die erforderliche Zuwendungen verabreicht, als es die eigene Frau, abgelegte LAG oder seine zugeordneten Kinder je erwarten dürfen, ein " Muss " sein, so wie die aufweckende, morgendliche Tasse Kaffee und ein solides Frühstück vor dem Einzug in den Krieg auf den Straßen.
Da dieser Service längst auf vielen Radiokanälen Usus ist, dürfte es den Hörer nicht weiter verwundern, wenn er dann und wann abstruse Verkehrsmeldungen um die Ohren gedudelt bekommt.
Da sind es die " Spanngurte ", vor denen gewarnt wird, weil ein rasanter Kleinlastkraftwagenfahrer, diese verloren hat. Da sind es Plasteeimer, Plasteplanen oder Plastekübel, die eben auf solche Weise auf die Fahrbahnen gelangen. Da sind es aber auch einige exotisch klingende Gegenstände, die der Straßennutzer nicht sofort im Zusammenhang mit dem Medium bringt, wie Badewannen, Sofas oder Waschbecken.
Einen GAU stellt hierbei die Begegnung mit kleinen und großen Tieren dar.
Ob Marder, Wiesel, Fuchs, Hund, Katze, Kaninchen, Reh, Wildschwein, Hirsch, die dann und wenn platt gewalzt, angefahren oder halsbrecherische Bremsmanöver verursachend, die bundesdeutschen Indivudalmobilisten das Leben erschweren.

Der Super - Gau indes stellt ein Unfall mit einem Pferd, einem 600 bis 800 Kilogramm aufweisenden Zossen dar, der sich plötzlich, wie aus dem Nichts, wie vom Himmel gefallen, auf der Fahrbahn befindet. In einigen Fällen dieser ungleichen Treffs, kann der PS starke Verkehrsteilnehmer eine Kollision gerade noch vermeiden. Häufig jedoch gibt es bei einer derartigen, ungewollten Konfrontation, ein blutiges Gemetzel.

So auch am 11. August 2013 auf der Staatsstraße 80 in Moritzburg. Ein Motorradfahrer überholt dort einen voraus fahrenden PKW, obwohl der Straßenverlauf kurvig und unübersichtlich ist. In Höhe des dortigen Wildgeheges kommt es dann zu einem tödlich Zusammenstoss mit einer Pferdekutsche. Beide Tiere verenden dabei.
Die Medienmeute berichtet sodann von einem " Horrorcrash ", einem " Massaker " und einem " tödlichen Crah im Sommeridyll ". Nun die Schlagzeilen geile Vierte Gewalt übertrifft sich regelmäßig bei dem Verkauf solcher Ereignisse. Aber, es gab auch sachlich - nüchterne Artikel und Meldungen. Nicht so unter den vielen Kommentaren in den Online - Präsentationen diverser Medien sowie in Teilen der Moritzburger Bürger.

Die Sächsische Zeitung (SZ ) berichtete in ihrer Ausgabe vom 17. / 18. August 2013, dass im Ort die Emotionswogen hoch schlagen. Da wurden Blumen an dem Unfallort des toten Motorradfahrers in den angrenezenden Wald geworfen. Derweilen mehrheitlich der Trauer um die beiden verendeten Pferde gefrönt wird. So schnell kann aus lähmendem Entsetzen, ob des schweren Verkehrsunfalls, blanker Hass werden. Hass gegenüber einem Mitmenschen, der die Regeln nicht beachtet haben soll und dabei in das eigene Unglück fuhr, aber vor allem, ein Tier mit nahm, das in in dem kleinen Ort, besonders vielen Bewohnern am Herzen liegt: das Pferd.
Nicht nur deshalb, weil das berühmte Gestüt Moritzburg dort historisch verankert ist, sondern insbesondere auch, weil die lokale Wirtschaft, der Tourismus hiervon lebt.

Da haben vermeintlich rasende Motorradfahrer ganz schlechte Karten. Aber nicht nur die. Denn wenn ein PKW statt des Zweirads den Unfall verursacht hätte, wäre die kalte Wut auf dessen Fahrer genauso gross geworden. Die Strecke in dem Örtchen ist sehr unüberlichtlich, diese wird zudem - besonders in den Sommermonaten - an den Wochenenden sehr stark frequentiert, deshalb sollten sich die Verkehrsplaner, die Verantwortlichen überlegen, den Durchgangsverkehrs zu reduzieren, zu reglementieren oder auf andere Weise zu kanalisieren, damit die Pferdekutschen und andere nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer nicht mehr in Gefahr geraten.

http://www.mdr.de/sachsen/unfall990_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html

Knapp zwei Monate später meldeten die Nachrichtensendungen von einem Unfall auf der Bahnstrecke zwischen Klingenberg und Dorfhain. Am 25 Oktober fuhr der Regionalexpress, der von Hof nach Dresden unterwegs war, dort in eine Pferdegruppe. Bei dem Zusammenstoss wurden 6 Tiere getötet oder tödlich verletzt. Die Körperteile der verendeten Pferde lagen auf mehreren hundert Metern verteilt an den Bahngleisen. Da die Bahnstrecke für mehrere Stunden in beiden Richtungen gesperrt werden musste, um die Aufräumarbeiten und die Unfalldokumentation vorzunehmen, kam es zu erheblichen Störungen im Bahnverkehr. So oder so ähnlich las sich der nüchterne, der sachliche Bericht in der Wochenendeausgabe der SZ vom 26. / 27. Oktober 2013.

Keine Proteste von irgendwelchen Pferdeliebhabern, von Tierschützern oder selbst ernannten Moralaposteln, die den eigenen Lebensfrust bei derartigen Anlässen auf die Beteiligten überkübeln wollen. Dieses Mal tarf es wieder die Deutsche Bahn. Jene Einrichtung, die seit der Wende durch den parteipolitisch ( CDU/CSU, FDP ) auferlegten Wahn der Teil  -oder Vollprivatisierung nebst des Himmelfahtskommandos, das da " geplanter Börsengang " heißt, die ihr im Zuge der Wiedervereinigungsmachenschaften zugewiesenen Aufgaben im regionalen Bereich kaum mehr erfüllen kann. Die Bahn - komm? Meistens verspätet an! So auf an jenem Freitag, den 25. Oktober 2013 als eine Gruppe von ausgebrochenen Pferden auf dem so genannten Gleiskörper stand. Das Massaker war verherend und auch nicht zu vermeiden, denn im Gegnsatz zu dem motorisierten Gegner, kann der Zug hier nicht mehr ausweichen. Als es krachte, flogen die Fetzen. Vielleicht hatte der gerufene Abdecker einen Kipper mit Anhänger dabei, denn es musste eine Menge von etwa 4 Tonnen Kadaver abtransportiert werden.

Erstaunlich - oder eher richtiger - Weise, regten sich auch keine Anwohner über diesen Unfall auf. Wer die eigenen Weiden, die Pferdekoppeln, nicht mit Stacheldraht, einem hohen Zaun oder einem elektrischen Weidezaun sichert, wird alsbald sein blaues Wunder erleben. Das Pferd ist von natur aus ein Fluchttier. Bei geringen Anlässen galoppiert es davon und kann dabei Hindernisse überwinden. Wie und warum die Pferde von der Koppel auf die Gleise gerieten war nicht nachzulesen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Halter eine Tierhaftpflichtversicherung abgeschlossen hat, denn die mindest sechstellige Rechnung der Deutsche Bahn wird ihm garantiert ins Haus flattern. Denn der Bahn obliegt keine Pflichtt, ihre Gleisstrecken mit einem Zaun abzusichern. Und 50 Km/h müssen die Züge ebenso wenig fahren, wie der Zugführer darauf zu achten hat, dass sich seitwärts von den Gleisen keine anderen Verkehrsteilnehmer zubewegen. Hier hat der Zug ausnahmsweise Vorrang - und zwar immer!

Als am Freitag, den 22. November 2013 in den frühmorgenlichen Verkehrsnachrichten eine Meldung lautete: " A 45 in Richtung Gießen in Höhe der Abfahrt Wetzlar - Ost befinden sich Pferde auf der Fahrbahn. " horchte ich zunächst auf, denn ich hatte diesen beiden Unfälle mit den bei den Menschen durchaus beliebten Tieren noch in Erinnerung. Hoffentlich gibt es keinen Unfall, wenn nicht schon einer geschehen ist, waren meine weiteren Gedanken. Pferde auf der Autobahn. Dafür kommen meistens nur zwei Erklärungen in Betracht. Entweder sie sind ausgebrochen, wie im Fall des Zusammenstosses mit der Bahn bei Klingenberg - Colmnitz oder einer der in rauhen Mengen fahrenden Pferdettransporter ist wegn zu hoher Geschwindigkeit ausgebrochen und sogar umgekippt.

Einige Zeit später meldete dann der MDR Verkehrsfunk die übliche " Entwarnung ". Nichts passiert also?
Das war vor mehr als 4 Jahren nicht der Fall. Da lautete die Nachricht nämlich:

 " Zwei Pferde sind in der Nacht zum Mittwoch gegen 2.20 Uhr bei einem Unfall auf der A 45 zwischen dem Wetzlarer Kreuz und Wetzlar-Ost getötet worden. An dem Unfall waren zwei Lkw und zwei Kleinlaster beteiligt. " 

- Zitatende - aus: Giessner Allgemeine - Ausgabe vom 15.07.2009

Wer je mit diesen beliebten Nutztieren in Berührung gekommen ist, kann einschätzen mit welcher Masse es ein hinein fahrendes Fahrzeug zu tun hat. So mancher Unfallbeteiligte muss sich, wenn er ohne größere Blessuren davon kommt, zu seinem weiteren Geburtstag gratulieren. 

Donnerstag, 21. November 2013

Bis das der Tod euch scheidet. Der schleichende Abgesang des CD - Player " Philips CD 115 ".

Wir werden alle älter. Werden wir das wirklich? Viele Male, wenn ich an den meist sams - und sonntäglichen Eigen - Musikprogrammen den schon sehr betagten " Philips "  CD - Player mit der Typenbezeichnung CD 11 aktivieren durfte, hatte ich den Eindruck, dass die " olle " Krücke mich locker überstehen wird. Der Eindruck täuschte.
Gestern, also am Buß - und Bettag, den 20. November 2013, knackte es auf einaml fürchterlich in der CD - Lade und der eingelegte " Eric Clapton Unplugged " - Silberling verschwand auf Nimmerwiedersehen im Schlund des schwarzen Plaste - Monsters.

Was nun? Was tun?

Bei Abwägung aller für und wider sprechenden Gründe, entschloss ich mich heute, die " Klapperton " - CD zu retten und den CD - Spieler aufzuschrauben.
Dabei erinnerte ich mich an den Kauf des längst technisch überholten Geräts, das ich irgendwann im Frühjahr 1992 bei dem " Ratio " - Markt in Bremen - Brinkum für sage und schreibe 199,-- Deutsche Mark erworben hatte.

Der " Philips CD 115 " war zu dieser Zeit im Preis - Leistungsverhältnis günstig, wenn auch ohne eine Fernbedienung. Das schwarze Chassis störte mich nicht, da meine anderen Geräte, ein " Toshiba " Verstärker, ein " Kenwood " - Tuner und ein " Dual " - Plattenspieler ebenfalls anthrazit -farbig waren.

So leistete mir der gute und billige Freund über die Jahre gute Dienste, überlebte mehrere Umzüge und sonstige Unannehmlichkeiten, wie Heizungsausfälle und Getränkeduschen von betrunkenen Geburtstagsgästen, bis er, ja, bis er dann gestern seinen Geist aufgab.

Nach dem Öffnen des Chassis war die Ursache für den Defekt schnell gefunden. Das Treibrad mit dem die Schließmechanik der CD - Lade verbunden war, ein " Cent " - Artikel aus dünner Plaste war an zwei  Stellen gerissen und durchgebrochen. Nichts ging mehr, denn auch der Versuch, das Teil mittels Sekundenkleber wieder flott zu machen, scheiterte kläglich.
Verschleiß, eben - nach mehr als 2 Dekaden.

Auf Wiedersehen, Erinnerungsstück. Ab mit dir in die nächste Haushaltsgerätesammlung. Goodbye, " Philips CD 115 ". Bei ebay warten schon neuere Artgenossen für 1,-- Euro aufwärts.
Die beinahe so alte " Klapperton " - CD konnte ich indes retten und sie nach einem vollständigen Überprüfungsdurchlauf über den " Sony " - CD - Player als unversehrt in das Archiv zurückstellen.
Immerhin ein positives Ergebnis an dem heutigen Tag.







Dieter Hildebrandt, wie er lacht, schießt und rappt. Von der Münchner Lach - und Schießgesellschaft über den Scheibenwischer bis zu den Notizen aus der Provinz.


Wer als Nachkriegskind in den seltenen Genuss kommen durfte, die Anfangsjahre des bundesdeutschen Fernsehens in schöner Regelmäßigkeit mitzuerleben, wird sich sicherlich an bestimmte Sendungen, Serien oder Schrullen erinnern. Das vormals einprogrammige TV - Angebot, zudem zeitlich sowie inhaltlich noch stark reglementiert, hatte zwar seine triste Einfall(t)slosigkeit nicht durch permanente Wiederholungen versucht zu kaschieren, dennoch gab es gewisse, temporär wiederkehrende Rituale.
Neben eingekauften US - Dauerläufern, wie " Fury ", " Lassie " oder " Flipper " und regionalen Eigenproduktionen, waren das so etwas wie kulturelle Sendungen. Die Verzahnung von Politik, Musik, Kleinkunst und Humor stellte dabei das Kabarett dar.

http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/radio_und_fernsehen/fernsehgeschichte_in_deutschland/index.jsp

Genauer gesagt: Es ist das politische Kabarett, das in den Gründerjahren der bundesdeutschen Fernsehlandschaft eine durchaus beachtete Rolle spielte. In den dann meist aufgezeichneten, später auch direkt übertragenen Auftritte der " Berliner Stachelschweine ", der " Münchner Lach - und Schießgesellschaft " oder des " Düsseldorfer Kom(m)ödchen " lockten dabei viele Millionen Zuschauer vor die noch überschaubare Anzahl von Röhrengeräten, die die Ausmaße einer heutigen Gefriereinheit besaßen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kabarett#Deutschland

Wenn das Politische Kabarett gezeigt wurde, dann waren damals jene Nachkriegsvertreter zu sehen und vor allem zu hören, die da hießen:

" Tol(l)eranten“ in Mainz (mitHanns Dieter Hüsch), das „Kom(m)ödchen“ in Düsseldorf (mitKay und Lore Lorentz), „Die Schaubude“ in München (1945–1948 mit Ursula HerkingBum KrügerHellmuth KrügerMonika GrevingKarl SchönböckBruno Hübner) - der ein paar Jahre nach der Schließung die Kleine Freiheit und noch später die Münchner Lach- und Schießgesellschaft (mit Dieter Hildebrandt,Klaus HavensteinAchim StrietzelUrsula HerkingHans Jürgen Diedrich und Sammy Drechsel) folgten - sowie „Die Stachelschweine“ in Berlin (mit Rolf Ulrich, Inge Wolffberg, Günter Pfitzmann, Jo Herbst, Wolfgang GrunerAchim Strietzel) "...

- Zitatende - aus Wikipedia - Kabarett

Die Hochzeiten des programmatischen, politischen Kabaretts waren zweifelsohne die 50 und 60er Jahre. Dieses kann aus meiner - heutigen - Sicht mit der einstigen Medienlandschaft begründet werden, die neben den von Parteifunktionären und Parteimitglieder aus den Reihen der CDU/CSU und anderen, konservativ agierenden gesellschaftlichen Gruppen sowie Institutionen ( Kirchen ) beeinflusst waren. Zudem brachte der Presse - Monolith Springer mit seinen reaktionären Druckerzeugnissen die Gesellschaft in Westdeutschland auf den richtigen, den rechten, den bürgerlichen Weg.

Politisches Kabarett im Sinne der Programmatik, der beispielhaft, wie oben benannten, Protagonisten, diente eben dazu, den offiziellen Vertretern dieser Institutionen ab und zu auf die fetten Wurstfinger zu klopfen. Selten verbarg sich dahinter eine ideologische Absicht, noch waren die Beiträge absichtlich, parteipolitisch eingefärbt.
Wenn also die Nachkriegsvertreter dieser Art von Kleinkunst ( ihre Vorgänger wurden von dem braunen Mördermob in das KZ verfrachtet oder in anderer Form mundtot gemacht ) ihren humorvollen Senf zu aktuellen Themen, Trends und Personalien dazu gaben, schauten sie selbstverständlich dabei auch dem gemeinen Volk auf´s Maul.

Als meine Großeltern in den frühen 1960er Jahren von einer lumpigen Entschädigungszahlung des mit Ex - Nationalsozialisten und sonstigen NS - Verbrechern durchsetzten Staatsapparats, für das erlittene Unrecht meines Großvaters als einstiger KZ - Insasse, einen - sündhaft teuren - Schwarz - Weiß - Fernseher kauften, saßen wir - meist nur zu den Kindersendungen ab 16.00 Uhr - in deren Wohnzimmer und glotzten fern. 

Später dann war es uns erlaubt, auch das sehr überschaubare Abendprogramm mit zu sehen, das zuvor großartig in der " Hör Zu " angekündigt war.

Wenn dabei die Kabarettsendungen jener benannten Besetzungen gesendet wurden, verstanden wir zwar nur " Bahnhof ", doch interessant war es alle Male, denn die dort gezeigten Köpfe waren nahezu immer die gleichen. Und wenn die im Publikum gezeigten Erwachsenen sich durch Lachsalven, Gekichere und heftiges Klatschen köstlich amüsierten, wussten wir zwar immer noch nicht, warum dieses geschah, aber wir gehörten als Teenager jetzt dazu. Das war sehr wichtig, schließlich wollten wir ja auch erwachsen werden. Deshalb waren die kabarettistischen Jahresrückblicke, wie " Rückblende " oder " Schimpf vor Zwölf ", in denen das gesellschaftliche - und politische Geschehen am Silvesterabend ordentlich auf die berühmte " Schippe " genommen wurde, ein kleines Privileg, ein winziger Schritt in das wahre Leben da draußen, auch wenn wir es nie verstanden, was dort kritisiert wurde.


Zu den bekanntesten Gesichtern in jener Zeit zählte zweifelsohne Dieter Hildebrandt. Das war der, nicht mehr ganz so junge Mann, der neben Sammy Drechsel ( den kannten wir vom Sport ), Klaus Havenstein ( der war durch Quizsendungen im Nachmittagsprogramm bekannt ) oder auch Ursula Herking ( die spielte einst in dem Krimi - Sechsteiler " Tim Frazer " von Francis Durbridge eine Rolle ) im biederen Anzug mit weißem Hemd  und schwarzer, klobiger Hornbrille auf der Bühne stand.   


Nach dem Auseiandergehen der " Münchner Lach - und Schießgesellschaft " 1972 trat Dieter Hildebrandt mit einer eigenen Sendung " Notizen aus der Provinz " auf, die 1973 bis 1979 jeweils sonntags ab 21.00 Uhr,  ein Mal im Monat im ZDF gesendet wurde. Der schwarze CDU - Haussender torpedierte jenes Format, in dem Dieter Hildebrandt auch Sequenzen aus anderen Sendungen, in denen vor allem Politiker auftraten, einspielen ließ und diese dann mit ironischen bis sarkastischen Kommentaren untermalte.

Das CDU - ZDF verordnete ab 1980 dem Kabarettisten eine " Denkpause ", weil sich Parteifreunde des schwarzen Lerchenberg - Senders über die Inhalte der Sendung bei der Intendanz beschwerten.

Dieter Hildebrandt produzierte danach den " Scheibenwischer " und wechselte damit zur ARD. Der " Scheibenwischer " blieb von 1980 bis 2008 ein Dauerbrenner. Zumal dort regelmäßig Kabarettisten als Gäste auftraten. Auch hier gab es natürlich Ärger mit den Schwarzen. Der CSU - hörige Franz - Josef Strauß - Heimatsender Bayrische Rundfunk blendete sich anlässlich einer " Scheibenwischer " - Sendung aus dem laufenden Programm aus, weil den Bazis und der CSU die Richtung zu der Tschernobyl - Katastrophe 1986 nicht passte http://de.wikipedia.org/wiki/Scheibenwischer_(Kabarett)#Politische_Skandale )

Zwischenzeitlich, nämlich ab 1974 bis 1981  arbeitete Dieter Hildebrandt  mit dem österreichischen Kabarettisten Werner Schneyder zusammen, mit dem er verschiedene Bühneprogramme konzipierte. Ein langjähriger Kollege war ab den 1980er Jahren dann auch Gerhard Polt. Mit dem Kabarettisten trat er auch in den Filmen " Kehraus " und " Man spricht deutsch " in den 80er Jahren auf. Daneben spielte er in der Dietl - Fernsehserie " Kir Royal " mit.
Danach trat er einige Male in der ZDF - Sendung " Neues aus der Anstalt " als Gast auf, begab sich mit eigenen Programmen auf Tournee und führte Bücherlesungen durch.

Dieter Hildebrandt hat die Mitstreiter der ersten Fernsehjahre aus der Nachkriegs - und Wirtschaftswunderzeit um viele Jahre überlebt, womit er das Attribut des " Old Shattermouth " ( in Anlehnung an die Karl - May - Romanfigur " Old Shatterhand " ) zugesprochen erhielt.

" Old Shattermouth " verstarb gestern, am 20. November 2013 im Alter von 86 Jahren in München.
Das Fernsehen wird ihm in den erforderlichen Reminneszenzen als einen unvergessenen Berufsspötter, Kritiker und scharfen Gesellschaftsanalytiker darstellen und somit die letzte Berufsehre erweisen, auch wenn er dort für viele Jahre  nicht immer beliebt war.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Hildebrandt

Das lag auch unter anderem daran, dass er seine unterstützende Einstellung zur SPD, wo er als Wahlhelfer in der Willy - Brandt - Ära fugierte, allzu häufig in seine Auftritte mit einfließen ließ, ohne jedoch zu einseitig zu wirken.
Dazu war Dieter Hildebrandt zu vielseitig veranlagt.  Ein Grund dafür, weshalb er auch Modetrends mit zynistischen Zügen belegte. Unvergessen sein sensationeller " Rentner - Rap " 2011:


Rentner - Rap ( Text ):

Wo ich geh´ / Wo ich steh’ / Was ich höre / Was ich seh’ / Rappen Deppen diesen Schmäh’ / Den ich meistens nich’ versteh’ / Leise flehen meine Glieder / Singt doch meine Lieder wieder /
Doch die miesen, miesen Brüder / Rappen meine Lieder nieder, ja / Unten siehste Teenies hocken / Noch nicht hinter´n Ohr’n trocken / Die dich schrecken / Die dich schocken / Dich mit dicken Lippen locken / Aufgespritzt und aufgeblasen / Zugepierct die Babynasen / Unter’m Bauch kommst wabblig raus /

Baby, du siehst scheiße aus! Ja!

Und daneben/ Und daneben/ Hocken Knaben/ Die den Arsch voll Akne haben/Und so blöde Hosen tragen/ Die ein Jahr im Dreck rum lagen/ Geile Röhren, irgendwie/ Nur der Hintern liegt im Knie/ Und es kommt auf´s Gleiche raus/

Buby, Du siehst scheiße aus! Ja!

Wo ich geh´/ Wo ich steh´/ Was ich höre/ Was ich seh´/ Immer es ist´s nur rappen/ Selbst in Heppenheim und Meppen/ Und warum, frag ich mich?/ Deppen, muss ich mich bis Meppen schleppen?/ Weil sich Heppenheim und Meppen/ Ganz vorzüglich reimt auf Rappen/ Ja oder Nein? / Darauf muss keine Antwort sein/ Ich bin klein, mein Herz ist rein/ Komm auch in den Himmel rein/ Steh´ ich an der Himmelstür/ Und dann sag´ ich/ Ich kann doch auch/ Ich kann doch auch/ Wirklich nichts dafür/ Jah!







Mittwoch, 20. November 2013

Buß - und Bettag oder Bus - und Betttag?










Er galt lange Zeit als der Albtraum der feierwütigen und notorischen Diskogänger: der Buß - und Bettag. Der zunächst gesetzliche, religiöse Feiertag, der in dem Zeitraum vom 16. bis 22. November bundeseinheitlich verordnet worden war, führte einst, nämlich bis zur Wiedervereinigung ( in der DDR wurde der vormalige Feiertag dann im Zuge der Einführung der 5 - Tage - Woche bereits vorher abgeschafft ) in Westdeutschland dazu, dass nicht nur keine Geschäfte geöffnet werden durften, sondern es waren sämtliche Tanzveranstaltungen untersagt, Diskotheken blieben bis 22.00 Uhr geschlossen oder es durfte zumindest bis dahin keine Musik abgespielt werden. Das gleiche galt für die übrigen Gastronomieeinrichtungen.
Ab 1994 wurde der Feiertag dann abgeschafft. Dieses gilt allerdings nicht für den Freistaat Sachsen, der durch einen höheren Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Pflegeversicherung von 0,5 % diesen Feiertag bei behielt.

Einst, zu meiner Schulzeit und insbesondere während des zweijährigen Konfirmantenunterrichts, war der Tag zum Kirchenbesuch verpflichtend. Angetan waren wir damals davon genauso wenig, wie von dem Tanz - und Musikverbot.
 Deshalb verhohnepiepelten wir den Namen des religiösen Feiertags als Bus - und Betttag.
Bustag deshalb, weil viele dem familiären Zwängen mittels Fahrten zu privaten Treffs bei Freunden, wo dann sehr wohl laute Musik gespielt werden konnte, entfliehen wollten.
Und Bettag deshalb, weil dieser Feiertag in der Mitte des trüben Novembers lag, womit das naßkalte, trübe und dunstige Wetter dem Zuhausegebliebenen nur dazu verleiten konnte, diesem im Bett zu verbringen, zumal das Rundfunk - und Fernsehprogramm genauso trübe und voller religiösem Brimborium war.

So entschloss ich mich heute, am Buß - und Bettag den Annenfriedhof an der Kesslesdorferstraße aufzusuchen, um das dortige Grab der verstorbenen Schwiegereltern herzurichten. Auf dem Weg dorthin kamen mir bereits einige Gleichgesinnte mit gekauften Gestecken entgegen. Und während ich meine Tannenzweige und den Grabschmuck aus dem Garten auf das Urnengrab plazierte, sah ich mich ab und zu um. Ringsherum herrschte hektische Betriebsamkeit.

" Da sage doch noch Einer, der atheistische Osten habe keine Grabkultur! ", dachte ich so bei mir. Immerhin hatte ich die Digitalkamera eingesteckt und einige Eindrücke des hässlich trüben Regennovembertags fest gehalten.
Nicht so eindrucksvoll und gekonnt geknipst , wie es der Blogger - Kollege Octapolis vermag, sind diese Fotos geworden, aber immerhin für einen Post durchaus geeignet.

Buß - und Bettag 2013: Die Schwiegereltern leben seit etwa 8 Jahren nicht mehr. So, wie jene Menschen, die zu den abfotografierten Grabsteinen gehören, auch nicht.

Das Leben ist endlich, wie ein Fluss zwar, jedoch mit einem Endpunkt, an dem der Lebensfluss in das Meer über geht und damit auch seinen Namen verliert.

Buß - und Bettag auf dem Friedhof; vorbei an dem vergangenen Leben der Anderen. Auf dem Rückweg kommt mir eine junge Mutter mit Kinderwagen entgegen. Der Gehsteig  vor der Feuerwache an der Klara - Zetkin - Straße wurde durch jeweils zwei versetzte Abschrankungungselemente unterbrochen. Die Mutter mit dem Kinderwagen umfährt diese mit etwas Mühe. Ich weiche auf die Straße aus, um ihr den Vortritt zu lassen. Sie bedankt sich lächelnd. Jugend und Kinder gehen bei mir in diesen Fällen längst vor. So, wie es unser eigener biologischer Ablauf eigentlich vorsieht: Der einen Generation folgt die nächste; der nächsten, die übernächste...

Buß - und Bettag 2013. Es war ein naßkalter Novembertag, ein Mittwoch, als ich wieder einmal am Grab stand.

" Guns´ N´ Roses " und " November Rain " aus der CD " Use Your Illusion Part I " 1991:



Dienstag, 19. November 2013

Säufermond 2013

Als ich heute in den - sehr frühen - Morgenstunden das Katzentrio grundversorgen durfte, war er wieder zu sehen: Unser Erdtrabant. Voll, hell, wie der Mond sich eben manchmal zeigt.



Während der Tag heran graute, verabschiedete sich des Mondes helles Gesicht. Immerhin war dessen Licht ausreichend, um die eingestellten Bilder mit der Digitalkamera zu fertigen.
Mir fiel Udo Lindenberg´s " Unterm Säufermond " dazu ein. Dunkel, hell, hell, dunkel, dem Säufer ist´s egal. Das Leben, eine Qual?
Wieder geht ein Tag zu Ende
Und die Dämmerung zieht rauf
Leise zittern ihm die Hände
Unter der Säufermond geht auf
Er läuft hin und her im Zimmer
Wie magnetisch fällt sein Blick
Auf die Mini-Bar wie immer
"Gib mir doch 'n kleines Glück
Meine Nerven die sind, ach
Die sind heut' wieder 'n bißchen schwach
Meine Nerven die sind, ach
Heut' bißchen schwach
Komm, mach mich wieder wach
Mach mich bitte wieder wach"

Und der Whisky - der zieht runter
Und sein Blut wird schnell und warm

Und jetzt nimmt ihn Lady Whisky
Ganz zärtlich in den arm.
Gratuliert zu den Geschäften
"Die sind heut' sehr gut gelaufen!
Lass uns beide, du und ich
Erstmal richtig einen saufen.
Meine Küsse, scharf und naß
Komm erheb das nächste Glas
Eine Nutte heute Nacht,
Die's dir für'n paar Scheine macht
Die brauchst Du nicht
Wenn Lady Whisky von der Liebe spricht."

Und die Zimmerdecke hebt isch
Und die Wände brechen ein
Auf dem Boden leere Flaschen
Und es wieder so allein
Menschen in Hotels sind einsam
Sie sind immer nur zu Gast
Ewiger Vertreter, die jeder Kunde hasst

In den Ohren ist ein Sirene
Und im Herzen ist ein Schlag
Alle Fenster hört er klirren
Dieses Zimmer ist ein Sarg
Aus dem Fenster zu den Sternen
Nur: Die kann er nicht mehr seh'n
Und in dunkler Wolkenferne
Scheint fahl
Der Säufermond

Ein Mann lag in seinem Zimmer                                                        
Im Hotel Imperial
Mit den Nerven wurd' es schlimmer
Jede Nacht 'ne neue Qual
Dieses Leben ist so arm
Ferngesteuerte Quälerei
Öffne die große Flasche Nummer drei















Der Säufer sieht den Mond dann doppelt; ich nicht. Dafür aber die Kamera.



" Das habt ihr, mit euren Autos gemacht! " oder: Wenn Ahnungslose auf dem Öko - Trip schlafwandeln.


 Es gab mal eine Zeit, dass muss so in den späten 1970er bis in die 1980er Jahre gewesen sein, als die ökologische Bewegung in der BRD, die einstige bürgerliche Gesellschaft ordentlich aufmischte. Die Umweltbewegung oder Ökologiebewegung, verächtlich einst als " Ökos " und " Ökopaxe " tituliert, versuchte sich in einem neuen, einem alternativen Lebensstil.
In den Gründerjahren fanden diese sich in den zahlreichen Gruppierungen, der zumeist links - orientierte Anhänger wieder. Während hier einerseits die Ablehnung zu bürgerlichen Lebensinhalten propagiert wurde, bestand andererseits ein Bestreben darin, möglichst autark von der Konsum orientierten Gesellschaft zu existieren.

Aus diesem Sammelbecken entstanden zu Beginn der 1980er die " Grünen " und andere ökologisch eingestellte Parteien. Trotz vehementer Ablehnung in dieser Partei, gelang es auch Mitgliedern mit eher konservativer Denkweise, sich bei den " Grünen " zu etablieren. Es wurde eine zweite, so genannte " grüne " Bewegung, die sich gegen das Konsum geile und auf Wachstum eingeschworene Establishment mit samt ihren willfährigen Vasallen aus dem Staatsapparat und großen Teilen der " BLÖD " - Zeitungsverblendeten stellte. Die Mehrzahl der BRDler indes, konnte mit der Bewegung natürlich nichts anfangen.

Im Gegenteil, die Vertreter und Anhänger der ökologischen Bewegung wurden als " Spinner " im " Schmuddel - Look " mit " beschränkter, intellektueller Auffassungsgabe " in der Öffentlichkeit hingestellt.
Wer " Ente ", " Gartenstuhl " oder " Bulli " als beweglichen Untersatz fuhr, dazu noch diverse Gegen - was - sein - Aufkleber am Heck aufgepappt hatte, musste es sich von den Auto - Spießern im Ford Granada, Mercedes 220 - 300 oder Opel Ascona auf den Land - und Bundesstraßen sowie den Rennstrecken der freien Bürger ausgebremsen lassen, der wurde geschnitten oder auf dem Standstreifen rechts überholt.
Das sich entladende, aggressive Potential des Bierdermichels hinter dem Steuer erfuhr dann einen Höhepunkt, wenn dem " Autogurke " -, " Blechkonserve - " oder " Sardinenbüchse - " Fahrer, der deutsche Autofahrergruss ( " Vogel zeigen " ), der berühmt berüchtigte " Scheibenwischer " ( rechte Hand löst sich vom Rettungsring mit Namen Lenkrad, wird in Richtung Gesicht geführt und rasant von rechts nach links bewegt ) und in Extremfällen, die geballte Faust, gezeigt wurde.

 Auch sonst behielten die bürgerlichen Medien, insbesondere die Springer - Presse kein gutes Haar an den " Ökos ". Wenn sie nicht, wie in den ungezählten Lügengeschichten des Latrinenblatts aus Berlin als, durch Kommunisten beeinflusste und von ihnen infiltrierte Erscheinung denunziert wurden, dann mussten sie eben als begriffsstutzig oder gleich als doof hingestellt werden ( Slogan der Atom - Mafia hierzu: " Warum Atomkraftwerke? Mein Strom kommt doch aus der Steckdose! " ) oder sie wurden in die kriminelle Ecke gestellt ( " Gewalttätige Berufsdemonstranten " ).

Aber auch die öffentlich - rechtlichen Rundfunk - und Fernsehanstalten versuchten die " Öko " - Bewegung in die staatsfeindliche, die kommunistische, die " linke " Ecke zu drängen.
So trat eigens hierzu der 1992 verstorbene, rechte " Liedermacher " Gerd Knesel durfte zum Beispiel in der von den CDU - Unterstützern von Campe und und " Don " Carlo von Tiedemann moderierten " Aktuellen Schaubude " des NDR auftreten und ein Hetzlied gegen die angeblich linken Demonstraten abzusondern ( LP " Lieder gegen Links " ). Der CSU - Moderatur Klaus Stefan phrasierte ständig in seinem " Report München " über vermeintlich aus dem Osten, von Moskau aus, durch die DDR finanzierte linke Berufsdemonstarnten bei den " Grünen ". Und der einstige hessische SPD - Ministerpräsident Holger Börner, zog vollmundig formulierend " Das hätten wir früher auf´m Bau  mit ´ner Dachlatte geklärt " nach.

Ja, die " Grünen " oder die angeblich " linken Grünen " hatten es in dieser Zeit nicht leicht. Auch dann nicht, wenn sie sich in ihrer Argumentation auf konservative und CDUler beriefen, wie Herbert Guhl ( CDU ), der in seinem Buch " Ein Planet wird geplündert " gegen die vorbehaltlose Wachstums - und zerstörende Wirtschaftspolitik aussprach. Auch der konservative Ex - Wissenschaftsminister des CDU - Kabinetts Albrecht in Niedersachsen, Eduard Pestel, warnte zusammen mit anderen Kollegen des " Club of Rome " vor dem ungezügelten Wirtschaftswachstum und den damit einhergehenden, ökologischen Konsequenzen.
Schließlich zählten die eher bürgerlichen Petra Kelly und Gerd Bastians als selbst ernannte Friedensaktivisten auch zu den Gründungsmitgliedern der " Grünen ".

Im Laufe der mehr als 3 Dekaden haben sich die Grünen " oder exakter " Bündnis90 Die Grünen " längst zu einer für den Durchschnittsmichel wählbaren Partei gewandelt. Die vielen Irrungen und Wirrungen der Gründerjahre sind abgearbeitet ( inklusive der damaligen Überlegungen, die strafrechtlich verfolgte ,geschlechtlichen Beziehung zwischen Erwachsenen und Minderjährigen - auch Kindern - unter bestimmten Umständen zu legalisieren ). Aus den damaligen Fundamentalisten ( " Fundis " ) wurden Realisten ( " Realos " ); aus den " Realos " wiederum Vertreter einer bürgerlichen Partei mit längst abgeschliffenen Kanten und Ecken und dem Posten - sowie Geldgegeiere, wie es in anderen " Volksparteien " seit jeher gang und gäbe ist. Die sich als " Ökosozialisten " verstehenden links - orientierten Parteimitglieder traten ab den 1990er Jahren aus.

Wer beruft sich bei den " Bündnis - Grünen " denn heute noch auf Forderung der Jutta Dittfurth, des Ralf Fücks oder der Annemarie Borgmann, oder wie sie sonst noch alle heißen?
Statt ihrer sind längst Vertreter und Anhänger der nach bürgerlichen Grundwerten strebenden grünen Partei in den Vordergrund geschoben worden.
Durch die Regierungsbeteiligung ab 1998 in der Kanzlerzeit des Gerhard Schröder sind auch die letzten Reste der systemkritischen Parteiprogramme von einst aufgegeben worden. Die " Bündnis - Grünen " biedern sich seit vielen Jahren der CDU/CSU an.

Damit wird eine konservative Wirtschafts - und Gesellschaftspolitik mit ökologischen Grundfesten angestrebt. Ein christlich - grüner Kapitalismus also.
Immerhin, eine neuere Variante des neo - liberalen FDP - Programms.
Ein Versuchsballon ist hierzu bereits gestartet. In Baden - Württemberg regiert seit Mai 2011 - zum blanken Entsetzen der dortigen Hausfrauen - und Häusle - Bauer - Partei CDU - ein " Grüner ", nämlich der Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Damit schließt sich in gewisser Weise der Kreis aus jenen Protagonisten, die zum Ende der 1970er und in den 1980er Jahren ausgezogen waren, der CDU und der rechten Spießergesellschaft in der BRD das Fürchten zu lehren. Es ist ihnen nur zeitweilig gelungen, denn das Volk der Michel, Autofetischisten und Reisewütigen hat sie längst in ihre offenen Arme aufgenommen. Nachdem die Flüsse in diesem unserem Lande, keine Kloaken mehr sind, die Werra keinen höheren Salzgehalt als das Tote Meer aufweist, weil die einstigen Kali - Kombinate in der DDR nichts mehr dort einleiten können, der Deutsche Wald von der Oberpfalz bis zum Brocken und vom Hunsrück bis zum Fichtelgebirge keine kahlen Stelle, wie es nun dafür bei der Kurzhaarfrisur den Mittzwanzigers der Fall ist, aufweisen und die MVAs, Kohlekraftwerke sowie Schornsteine in Privathäusern mittels Filtersysteme aller Art aufmunitioniert wurden, stellt sich der Außenstehende doch gewiss die fundamentale Frage, wie eine Pseudo - Ökologie - Anhängerin auf den Bolzen kommt, zu behaupten, die aktuellen Katastrophen auf den Philippinen, den USA und auf Sardinien, aber auch das zweite Jahrhunderthochwasser in Mittel - sowie Südostdeutschland, sei durch die viel zu vielen Autos, die wir, also ein Durchschnittsdeutscher, bisher gefahren haben soll, verursacht worden?

Habe ich da irgendetwas in der Vergangenheit nicht verstanden?

Doch! Nach dem Gustu: Wer besser verdient, frisst und lebt ökologisch; wer nicht dazu gehört verpestet unsere Umwelt? Vielleicht in dem Denkschema der schwarzen " Grünen " in Baden - Württemberg und anderswo? Oder war dort nur Neidhammelei als Triebfeder jenes dümmlichen Ausspruchs durchzuhören?

So slamme ich dazu - frei von der alten Leber weg:

Einst geboren,
im Elternknast.
Fast verloren,
bis Einer passt.
Nur sechzehn Jahr,
in der Schule,
alles war wunderbar,
zu Hause aber Bambule.
Ausgezogen auf den Bauerhof,
Eltern, Spießer, alle doof.
Geld war knapp, ab Tag acht,
darum Lehre gemacht.
Dann die Heirat, nichts wie ab,
über Zukunft nur gelacht.
Bald Kind geboren,
auch weiter gejobbt.
Sohn antrophosophisch verbogen,
andere waren doch bekloppt.
Familie ist größer geworden,
danach ständig umgezogen,
von dem Süden in den Norden,
Geld verplempert, oft gelogen.
Deshalb trotzdem grün gelebt,
es die eigne Herkunft verklebt.
Alt geworden, nun,
Kinder aus dem Haus,
für den Mann gibt´s nichts zu tun,
jetzt zahlt grün leben sich nicht mehr aus.
Grüne Stütze nun vom Amt,
denn:
 wer pseudo - bio lebt, ist bald verdammt.