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Donnerstag, 31. Oktober 2013

Cactus: One Way ... Or Another - Nur ein Stachel im dicken Gesäß der spießigen US - Gesellschaft.

Die Eisgrauen unter den Rock - Fans werden mit Sicherheit einige Worte zu einer in den USA gegründeten Gruppe mit dem Namen " Cactus " verlieren können, auch wenn es die Band in der Urbesetzung seit über 4 Dekaden nicht mehr gibt.

" Cactus ", das waren ab 1969:

- Tim Bogart: Bassgitarre

- Carmine Appice: Schlagzeug

- Jim McCarty: Gitarre

- Rusty Day: Gesang, Mundharmonika


Die Musiker Tim Bogart und Carmine Appice spielten zuvor bei der " Underground " - Band " Vanilla Fudge ", die sich 1967 gründeten und drei Jahre später aufgelöst hatten. Bogart und Appice hatten 1969 eigentlich ein Projekt mit dem Gitarristen Jeff Beck geplant, dass jedoch wegen eines Autounfalls von Beck verschoben werden musste. So setzte sich das Quartett 1970 zusammen und produzierte das Debütalbum, dass den Namen der Band trägt.

Die Richtung der Band war bereits von der prägenden Vergangenheit der Ex - " Vanilla Fudge " - Mitglieder Bogart und Appice klar umrissen: Blues lastiger Rock.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cactus_(Band)

Die vormalige Pop -, Beat - und Rockszene war längst im Umbruch, als " Cactus " bei der Plattenfirma " ATCO " das erste Album veröffentlichen ließ. Eine Vielzahl von Gruppen änderte ihre Besetzungen, gründeten sich neu und verschwanden nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung. Die experimentelle Phase der populären Musik schlug dabei vollends durch. So setzten auch " Cactus " einige elektronische Hilfsmittel in ihren Stücken ein.Dazu zählten neben Gitarrenverzerrer, dem obligatorischen Wah-Wah-Pedal, auch die aufgepeppte Hammond - Orgel.  

Aus dem Zusammenspiel der modifizierten Instrumente ergab sich dann ein elektronischer Klangteppich, wie er auch bei anderen Bands, zum Beispiel " Deep Purple " in den Gründungsjahren heraus zu hören ist.
" Cactus " blieb indes bis zu der 1972 erfolgten Auflösung der Gruppe nur wenig Zeit, um die Ideen der Musiker umzusetzen. So versteifte sich das Quartett wieder auf das Einspielen von Rock, Blues - Rock und Hardrock, wie sie auf dem 2. Album der Formation vorkommen.

http://www.rezensator.de/cactus_oneway.htm

Die leider nur kurze Lebensdauer des Experiments " Cactus " hinterließ auf dem riesigen Feld der Rockmusik kaum Spuren. Viele Anhänger der Band widmeten sich nach deren Ende anderen Musikformationen, die in ihren Veröffentlichungen das fortsetzten, was mit " Vanilla Fudge " begann: Das Einspielen von Stücken, die epische Länge vorweisen, um dem Experimentier - und Improvisationsdrang der Musiker aus jenem Genre keine Grenzen zu setzen. Weil aber die Zukunft nicht ohne die Vergangenheit entsteht, griffen Bogart, Appice, McCarty und Day auf einen Klassiker des Rock´n ´Roller " Litlle Richard " zurück, der da " Long Tall Sally " heißt. Sicherlich bleibt von der Schmalztollen-Version des Altmeisters in Leder und mit ordentlich Pomade im Haar nicht viel übrig:


Mir gefiel der Fetzer bereits 1971 so gut, dass ich ihn ständig auf meiner zusammen geschusterten " Beat " - Keller - Disko - Anlage bis zum Exzess abnudelte. Schließlich sahen die vier Blues - und Hardrocker so aus, wie ihn der verspießte Rest der Gesellschaft nicht einmal im schlimmsten Albtraum von der Heirat ihrer auf Drill und Zucht erzogenen Tochter mit einem solchen Auserwählten hätten erfahren können. Wüst, eben! So ungepflegt, dass die US - Musikindustrie sich weigerte, derartige Aussätzige in ihre Studios zu lassen. Der Boykott indes dauerte nur eine Weile, dann hatten die Biedermänner erkannt, dass sich auch mit Hippies, Gammlern und unrasierten Langhaarigen eine Menge Dollar verdienen lässt.
Weshalb der Kaktus  Stacheln besitzt ist klar. Er wird damit für Fressfeinde zum Problem. So sahen es wohl auch Bogart und Co. als sie sich diesen Bandnamen verpassten.
Immerhin waren sie damals auch ein Stachel im Allerwertesten der verlogen US - Gesellschaft.


Schneeberg zwischen Kaserne, Fackelzug und Faschisten.



De Randfichten singen:

Jedes Wochenend giets fei rund an unnrer Grenz 
Sisste Menschen Schlange stieh fast bis ze dr Schneidmiehl hie. 
Zwicke, Werdau, Reichbach, Obervogtland, Eisenach, 
überol haar sei de Leit, ja is das net e Freid. 

Noch nor halbn Stund Wartezeit bist de nu of böhmscher Seit. 
Nochert rennst de wie e Vieh von Bud ze Bud mol har und hie. 
Ernte, Dunhill, Stuyvesant, Zigaretten ollerhand. 
Mit 18 Mark bsit de drbei, ia js da snet e Freid. 

Gartenzwerge un Levisjeans, wos de denkst un woste willst 
Gibs hier of dann böhmschen Markt un fei alles original. 
Wenn dors dann genau asisst, machst de ball e langes Gesicht. 
Bloß Kopien ? Made in Vietnam?. Mor wills ball net glaabn. 

Refrain: 

Steig ei, steig ei, mir fahrn in de Tschechei 
Wu alles e su billig is, dort kaafn mir heit ei. 
Dor Op, die Om sein ah fei dorbei. 
Mir braung zwar nischt bluß när esu giehts heit in de Tschechei

So provinziell, wie das Lied die damaligen Verhältnisse zwischen den sächsischen Landkreisen und Tschechien beschreibt, könnte es auch in Bezug auf das Weltbild des Erzgebirgskreislers zutreffen. Die Erde ist eine Kugel, sie dreht sich um die Sonne, jedoch nicht in der Region, die mit den namenlosen Kfz - Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP.

Ein " SPIEGEL " - Journalist behauptete einst, dieses seien Kennzeichen, die niemand kennt. Tatsächlich?
Wer allerdings innerhalb der Landeshauptstadt auf ein Fahrzeug mit diesem Kfz - Nummernschild trifft, sollte einen ausreichenden Sicherheitsabstand wahren, denn meistens sitzt hinter dem Steuer ein von Minderwertigkeitskomplexen geplagter Erzgebirgler, der es dem Großstädter mal so richtig zeigen möchte.

Aber, im Ernst: Das Erzgebirge ist eine wunderbare Landschaft mit vielen Sehenswürdigkeiten und längst wieder unberührter Natur. Hier kann der Besucher, der Tourist die Seele baumeln lassen und Natur pur genießen. Wären, ja wären da nicht diese Randprobleme, die von " De Randfichten " ab und zu aufs Korn genommen werden.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Ortschaften, in denen nach wie vor eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht, treibt die dort lebenden Menschen in die offenen Arme verschiedener Heilsbringer. Die NPD gehört zu jener Spezies. Und weil die NPD sich längst in einem zivilisierten Outfit zeigt, ihre tatsächlichen Absichten durch angebliche Bürgernähe verschleiert, kann es zu einer nicht gewollten Kooperation von Provinzler, Angsthasen und Braunen kommen, die einen Fackelzug durchführen, um gegen ein Asylbewerberheim zu demonstrieren.

Das Städtchen Schneeberg ist eher beschaulich. Hier existierte bereits vor einigen hundert Jahren ein Bergwerk, in dem später Silber haltiges Gestein gefördert wurde. Später stellte sich das Bergwerk auf Kobaltförderung um. Hiernach wurden Wismut - und Uran gefördert.  Die Stadt Schneeberg wies 1950 über 32.000 Einwohner auf, die dann zu DDR - Zeiten auf knapp über 20.000 schrumpften und in den Nachwendejahren sich erneut auf 15.000 Einwohner reduzierte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schneeberg_(Erzgebirge)

Schneeberg besaß nach der Wende eine weitere wirtschaftliche Grundlage, die Jägerkaserne, in der seit 1963 Soldaten untergebracht waren.Zunächst diente das Areal der NVA, dann der Bundeswehr mit den zum Jägerregiment 57 zählenden Jägerbataillonen 571 und 572. Nachdem 1996 beide Einheiten aufgelöst wurden und umgegliedert wurden, dienten die Gebäude bis 2007 dem Gebirgsjägerbataillon 571 und der Versorgungskompanie 370 als Unterkunft, ehe  die Kaserne, nach deren Außerdienststellung, am 31. März 2008 endgültig geschlossen wurde.
Ab 2009 wurde die Kaserne als Asylbewerberheim für mazedonische Roma umgebaut.

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerkaserne_(Schneeberg)

Und um jene Asylbewerbeunterkünfte geht es in der aktuellen Auseinandersetzung in Schneeberg. Ursprünglich war die Aufnahme und die so genannte Unterbringung von 800 Personen geplant. Tatsächlich sollen 228 Personen in den einstigen Kasernen leben. 228 Asylbewerber auf über 15.000 Schneeberger. Macht nach Adam Riese etwa 1,5 %. Oder, anders ausgedrückt: Auf 100 Schneeberger fallen 1 1/2 Asylbewerber.
Das scheint einigen Bewohnern als nicht zumutbar zu sein. Sie proben den Aufstand gegen das " Asylantenheim ", dort, wo die Kriminellen sitzen, die stehlen, rauben und sich prügeln.

Die braune Brut, die es auch in Schneeberg gibt, nutzte die Ressentiments gegen das Asylbewerberheim und organisierte eine Protestveranstaltung. Mit Fackeln, Megafon und lauten Parolen zogen viele hundert Personen durch die Straßen. An der NPD - Aktion nahmen aber nicht nur Schneeberger teil, sondern das braune Gedankengut wurde von eigens hierfür heran gekarrten " Volksgenossen " hinaus gegrölt.
Es soll sogar der " Deutsche Gruß " öffentlich gezeigt worden sein.

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/rassistische-stimmungsmache-gegen-fluechtlinge-9051

Die Demokratie darf solche Veranstaltungen aushalten, sonst wäre sie ja keine. Sie muss allerdings gegen die gewaltbereiten und kriminellen Neofaschisten vorgehen, wenn diese Straftaten begehen. Sie ist jedoch verpflichtet, dem mündigen Bürger, dem Schneeberger in diesem Fall, umfassend und wahrheitsgemäß über jene Planungen und Absichten Auskunft zu geben, die mit der Aufnahme von Flüchtlingen in der einstigen Kaserne in einem Zusammenhang stehen. Das hat die CDU/FDP - Landesregierung in Dresden versäumt. Sie stellte die Schneeberger vor vollendete Tatsachen und entsandte einen Staatssekretär erst dann, als die Vorbehalte in Teilen der Bevölkerung durch die Brauen institutionalisiert wurden und ein von der NPD angeführter Protestzug durch die Straßen lief.

Deutsche sind auch Ausländer, überall dort, wo sie sich außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik bewegen, und sei es zum Einkaufen in Tschechien.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Susanne Gaschke: In Kiel alles klar zum Kielholen.



Das nördlichste Bundesland der Bundesrepublik nennt sich Schleswig - Holstein. Die Landeshauptstadt nennt sich Kiel. Diese hatte bis zum 28. Oktober 2013 eine Oberbürgermeisterin, die Susanne Gaschke heißt. Genauer gesagt: Dr. Susanne Gaschke. Denn die ehemalige Oberbürgermeisterin und Politikerin der SPD hat promoviert. Ihre Dissertation legte sie zu dem Thema: Die Welt in Büchern. Kinder, Literatur und ästhetische Wirkung“ vor. Auf den Punkt gebracht, promovierte Frau Gaschke über das Welt umspannende Thema Kinderliteratur. 
Ansonsten ist Dr. Susanne Gaschke  ein Kieler Eigengewächs. Eine Bodenständige also, die in der Landeshauptstadt geboren, dort ihre Kindheit, Jugend und ihre Studienzeit verbracht hat. 

http://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Gaschke

Eigengewächse sind erdverbunden. Sie wachsen, blühen und vermehren sich dort, wo sie selbst eingepflanzt wurden. Das ist in der Wirtschaft bei großen Konzernen so, wenn diese ihren Nachwuchs selbst ausbilden, das ist im Sport, insbesondere beim Fußball so, dass ist auch in der Politik so. Einmal Deutsche Bank, immer Deutsche Bank. Einmal Barca, immer Barca. Einmal Kiel, immer Kiel?

Und weil die Bodenständigkeit in dem Bundesland zwischen den beiden großen, europäischen Meeren sehr stark ausgeprägt ist, verwundert es nicht, dass die leitenden Positionen, die Ämter und Funktionsbereiche des Meer umschlungenen Landes, überwiegend mit Personen aus dem entsprechenden Umfeld besetzt werden.

Das kann sogar Sinn machen, denn wer seine nähere Umgebung kennt, hat vielleicht ein Gespür dafür entwickelt, wie Mann/Frau dort tickt. Im tiefen Süden, dort, wo die Uhren langsamer gehen, werden die Bewohner aus den vormals fusionierten Herzogtümern auch als " Nordlichter " bezeichnet. Im Straußen´schen Duktus formuliert bedeutet dieses, dass dort " unten " oder " oben " noch irgendetwas an Zivilisation sein muss.

Nun, die Schleswig - Holsteiner sind durchaus anpassungsfähig, wenn es um das eigene Überleben geht. So wählte die Bevölkerung 1933 mit über 50 % nationalsozialistisch und unterstützte damit die braune Brut im Wege des voraus eilenden blinden Gehorsams.
Die bittere Armut vieler Regionen dort, trieb so manchen Freidenker in die Fänge der Faschisten, weil er sich von ihnen ein erhebliche Verbesserung seines eigenen, kargen Lebens versprach. 

Nach dem Zusammenbruch des Tausendjährigen Reichs stellte die SPD zwar den ersten Ministerpräsidenten, danach herrschte über 3 Dekaden die CDU, ehe diese durch die so genannte Barschel - Affäre ( Ministerpräsident Dr. Dr. - Spitzname " Uwe Uwe " - Barschel trat nach einer aufgedeckten Bespitzelung seines Kontrahenten Björn Engholm zurück )., für einige Jahre das Zepter aus der Hand geben musste. Nach Barschel folgte eben Björn Engholm, nach dessen Rücktritt Heide Simonis, nach deren Abwahl im Landtag, der CDUler Cartensen und hiernach Torsten Albig von der SPD.

Die parlamentarische Demokratie des nördlichsten Bundeslandes hat innerhalb der mehr als 65 Jahre so einige handfeste Skandale, Skandälchen und Absurditäten erlebt. Ob nun in der Ära des " Linkenfressers " und selbst ernannten Wirtschaftsfachmanns Stoltenberg ( " SPIEGEL " - Bezeichnung: " Der kühle Blonde aus dem Norden ". ), in der die NPD in den Landtag einzog, die Verstrickungen des Dr.Dr. Uwe Barschel in vermutlichen illegalen Waffengeschäften, den Einzug der DVU in den Kieler Landtag, das dubiose Wahlverhalten der als " Dänenampel " bezeichneten Koalition, die der Ministerpräsidentin Heide Simonis in vier Wahlgängen die Gefolgschaft verweigerte ( Stichwort " Heidemörder " ) und der feixende, spätere Ministerpräsident Carstensen ( Ulkbezeichnung " Harry Hirsch " ), der die Konkurrentin und SPD - Kandidatin als " Pattex - Heide " titulierte, werfen insgesamt aber kein gutes Licht auf die parlamentarischen Gepflogenheiten in dem Nordland.

So sind auch viele alte Zöpfe aus den vergangenen Zeiten längst nicht abgeschnitten. An der Universität Kiel existieren immer noch reaktionäre bis rechtskonservative Burschenschaften, die insbesondere in der juristischen Fakultät einen starken Zulauf verzeichnen. Vor diesem Hintergrund war es nur allzu verständlich, dass die Schwarzen und Rechten nach der Wende und der Wiedervereinigung sich in der Justiz des Landes Mecklenburg - Vorpommern breit machten und ihre eigene Brut dort in die Ämter hieven durften. Wer beispielsweise, wie der Kollege B. sein Examen in Bremen abgelegt hatte, erhielt - trotz einstigen Personalnotstands - eine krachende Absage, getreu dem Motto: Linke möchten wir hier nicht!

So kommt es nicht von ungefähr, dass auch in der Sozialdemokratischen Landespartei die eher auf konservativer Linie laufenden Genossen dort das Sagen haben. Das ist schlecht für Reformer und noch schlechter für  linke Parteimitglieder. Nun, Dr. Susanne Gaschke zählt wohl eher zu dem einen, dem eher linken Flügel. Sie ist aber als " Quereinsteigerin " und zudem mit einem SPD - Bundestagsabgeordneten verheiratet, der einst für Björn Engholm Reden schrieb und stellvertretender JUSO - Vorsitzender war, innerhalb der eigenen Partei nicht gerade wohl gelitten.

Als sie vor nicht ganz 2 Jahren zur Oberbürgermeisterin von Kiel gewählt wurde, bestand von Beginn an die große Gefahr, dass sie mit den alten Strukturen in der Verwaltung zu kämpfen hat. Wer fachkompetent ist, wird ein derartiges Dauerproblem wie Regen auf dem " Friesennerz " abperlen lassen. Dr. Susanne Gaschke war aber keine Fachfrau und hat wohl auch von der Finanzverwaltung und der Fiskalpolitik wenig Sachkenntnisse. Das wurde ihr dann zum Verhängnis.

Ihr Vorgänger, der jetzige Ministerpräsident des Landes Torsten Albig hatte ihr nämlich einen Problembären mit dem Namen Uthoff aufgebunden, der der Stadt und dem Fiskus einige Millionen Euro an Gewerbesteuer und steuerlichen Nebenleistungen schuldete. Uthoff ist in den 1980er - und 1990er Jahren als Inhaber einer Augenklinik sehr erfolgreich tätig gewesen und versuchte sich deshalb auf dem Immobiliensektor, wo er jedoch große Summen in wahrsten Sinne des Wortes in den Ostseesand setzte.
Aus jener Zeit stammen Forderungen der Stadt Kiel in Form von Gewerbesteuer in einer Größenordnung von 4, 1 Millionen Euro.

Uthoff klagte gegen die entsprechenden Gewerbesteuerbescheide und unterlag in den Instanzen. Nun wollte er die Hauptschuld in Raten abstottern, was so ungewöhnlich nicht ist, denn die Finanzbehörden können nach der Abgabenordnung und den entsprechenden Durchführungsverordnungen sowie Richtlinien der Steuerbehörden, sich auf einen zuvor gestellten Antrag einlassen, wenn sie der Überzeugung sind, dass der Steuerschuldner anderenfalls in wirtschaftliche und / oder finanzielle Schwierigkeiten gerät und dieses damit eine besondere Härte darstellen würde. Nach dem pflichtgemäßen Ermessen der Steuerbehörde werden deshalb Ratenzahlungen vereinbart, deren Höhe sich nach der Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen richtet.

Da Uthoff selbst immer noch als Unternehmer tätig ist und mit seiner Augen - Fachklinik Geld verdient, hätte er aber nicht nur die Hauptschuld ausgleichen müssen, sondern auch die inzwischen in Höhe von 3,7 Millionen Euro aufgelaufenen Zinsen und Säumniszuschläge, die der Fiskus dann erhebt, wenn der Steuerschuldner nicht fristgerecht zahlt oder die Hauptschuld durch Stundung oder - wahrscheinlich wie hier - wegen der gewährten Aussetzung der Vollziehung der Gewerbesteuerbescheide zunächst über Jahre nicht entrichtet wurden.

Die hierzu geltenden gesetzlichen Grundlagen ergeben sich aus dem Gewerbesteuergesetz (GewStG ) und der Abgabenordnung ( AO ). Das Steuerrecht ist zwar sehr kompliziert, weshalb es dafür ja einige hunderttausend Fachleute gibt, doch es enthält einen immanenten Grundsatz, der sich aus Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes ( GG ) ergibt, nämlich die " Gleichförmigkeit der Besteuerung aller ". Was allerdings in der grauen Theorie als Idealbild vieler bürgerlicher Ökonomen hoch stilisiert wird, von reaktionären Meinungsmachern in " Steuer - Bolschewismus " umgedeutet und zum Weg in die Zwangskollektivierung führend angeprangert wird, sieht in der alltäglichen Praxis völlig anders aus.

Während der dummen und verdummten Masse durch Lohn - und Einkommensteuer sowie einer Vielzahl von Verbrauchssteuern die Daumenschrauben angelegt wurden, deren er/sie sich legal nicht entziehen können, hat eine Minorität durch Ausnutzen diverser Steuertricks die Möglichkeit, sich künstlich arm zu rechnen. Dafür gibt es die entsprechende Beraterlobby. Weshalb der schon zu Kaisers Zeiten von Wissenschaftlern (  siehe hierzu auch bei: Förster, Ricardo, Baumstark,Biersack ) vehement geforderte Gleichbesteuerungsgrundsatz nicht nur in weite Ferne gerückt ist, sondern auch von Populisten, wie den angeblichen Steuerexperten der CDU, Friedrich Merz, der die " Bierdeckel - Steuererklärung " in die Diskussion warf, den einstigen Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof, der im " Kompetenz - Team " des uns - dem da oben sei Dank - erspart gebliebenen Stotter - Eddi aus Bayern aufgestellt war, der in ähnlicher Weise für Steuervereinfachung plädierte, immer wieder in der Öffentlichkeit zerredet wird.

In Wahrheit will kein einziger Profiteur des chaotischen Steuerrechts jene Vereinfachung, weil in jedem Fall die lieb gewordenen monetären Privilegien entzogen werden könnten.

So auch im Fall des Steuersparkünstlers Uthoff aus Kiel. Der versuchte trotz massiver Steuerverbindlichkeiten, vorliegendem rechtskräftigen Titel der Stadt gegen ihn, nun zu handeln. Wie auf einem Basar eben. De jure und de facto hat die Stadt sämtliche Trümpfe in der Hand gehabt, um Uthoff zur Zahlung zu zwingen. Doch dann kam der Amtswechsel auf dem Oberbürgermeisterstuhl von Albig zu Gaschke. Uthoff witterte Morgenluft und begann erneut zu kungeln.

Frau Dr. Susanne Gaschke, vom Steuerrecht keine Ahnung habend und von ihren hauseigenen " Experten " wohl im Stich gelassen, wurde schwach, erließ Uthoff die aufgelaufenen steuerlichen Nebenleistungen in Millionenhöhe und erhielt dafür zwar die Zusage, dass Uthoff die Hauptschuld in Raten abzahlt, keine Arbeitsplätze abbaut oder gar in die Insolvenz geht, wurde öffentlich von den Medien nieder gewalzt und musste gehen.

So ist es, wenn ein in materiellem Wohlstand, im Luxus lebender Unternehmer mit Arbeitsplatzverlust droht und die nichts wissende Politik vor ihm einknickt. Uthoff hat - laut " SPIEGEL " ( Nr. 38 / 2013, S. 62 ) - eine Millionen schweres Anwesen auf der Schickeria - Insel Sylt, ein Privatflugzeug, eine etwas älter Yacht und wohl auch weiteres, durchaus pfändbares Vermögen.
Da fragt sich der vom Fiskus in allen Bereichen gehetzte " Otto Normalverbraucher ", der Vermögenslose, der brave Steuerknecht, wie es kommt, dass die Finanzbehörden hier nicht die Vollstreckung einleiten?

Jeder säumige, allerdings einfache Schuldner wird vom Fiskus gnadenlos ausgeknockt, sei es durch Kontopfändung, Pfändung von beweglichen Sachen, wie PKW,  Fernsehgerät anderer Unterhaltungselektronik, wird bei testierter Unpfändbarkeit zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung zwecks Vermögensoffenbarung getrieben; und dieses wegen mickriger Beträge von einem Eurocent bis einigen tausend Euro Steuerschulden. Bei Uthoff geht es indes um Millionen. Und hier scheint auch der Hase im Pfeffer zu liegen.
Wie war das noch gleich: " Hast´e was, bist´e  was! "

Was der schreibenden und berichtenden Zunft besonders übel aufstieß und zu einer wahren Medienhatz gegen Susanne Gaschke führte, ist eben diese Ungleichbehandlung. Nicht einmal die Provinzposse im Hohen Norden, in Kiel, dort wo sich Fuchs und Hase vieler Orts Gute Nacht sagen. Die Treibjagd der Medienmeute wurde jedoch nicht gegen Uthoff veranstaltet, sondern gegen die Oberbürgermeisterin, weil sie blind in die von Uthoff aufgestellte Falle tappte und dort gefangen so richtig nach allen Regeln der journalistischen Schmierenkunst beschossen wurde.

Gans tot, es lebe der Fuchs. Besser wäre gewesen: " Fuchs Du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her !" Doch dazu ist das Steuerrecht nicht ausgelegt.

So musste Frau Dr. Gaschke in Kiel wegen ihres wohl naiven Umgangs mit dem Steuerschuldner auf alte Seemannsart in Kiel  zum Kielholen antreten und ist dabei - nicht nur in ihrem Amt - ersoffen.    





      



  

Montag, 28. Oktober 2013

Dolly Buster, Axel Schulz als " Promi - Hochzeitsplaner " . Eine weitere Sumpfblüte aus dem Privat - Fernsehprogramm.


Der neu gewählte und alte Bundestagspräsident Lammert ist durchaus dafür bekannt, dass er Sachverhalte mit klaren Worten umschreibt und diese dann in der selben Form kritisiert. Norbert Lammert ist auch sonst ein Mann der direkt auf den Punkt kommen kann, wenn er gefragt wird. So äußerte der Herr Präsident, wie er sich gerne von seinen Mitarbeiterinnen im Bundestag ansprechen lässt, am Wochenende harsche Kritik an dem Realzustand des bundesdeutschen Fernsehens; genauer formuliert: an den Programminhalten.
Der bald 65jährige CDU - Politiker störte sich dabei vor allem an den schleichenden Qualitätsverlust, der durch das ständige Hinsehen auf die Zuschauerquote verursacht worden sei. 

Eine Entwicklung, die bei den öffentlich - rechtlichen Sendeanstalten zu einer Angleichung der Formate an die der privaten Anbieter führen kann. Kann, aber nicht zwangsläufig muss, denn noch gibt es eine Vielzahl von Unterschieden in der Programmgestaltung von ARD und ZDF.

So sind Verblödungsformate, wie sie sich täglich in der Aneinanderreihung bei RTL, Sat1 oder Vox wieder finden, noch eher in der Minorität. Zu jenen Schwachsinnssendungen zählt zweifelsohne die Reality - Soap mit dem verschleiernden Titel " Die Promi - Hochzeitsplaner ". Der Name der Sendung ist genauso einfältig, wie der Inhalt und lässt sich in nur einem Satz zusamen fassen: Angebliche Prominente lassen für angeblich heiratswillige aus dem gemeinen Volk eine Hochzeitsfeier ausrichten.

Das der Dreck garantiert ursprünglich aus den USA kommt und dort bestimmt etwas mit " Wedding " zu tun haben muss, lässt sich anhand der Beschreibung durch die Produktionsfirma " endemol " aus den Niederlanden bereits erahnen.

Weil auch an den öden Sonntagnachmittagen zwischen irgendwelchen Wiederholungen in den Ör, der Fußball - Dauersendung bei "sky " und dem Bunt - Bauer - Blöd - Format " ... sucht Frau " auf RTL, der selbst ernannte Quotenfänger mit dem Ball und wechselnden Slogan von " Die beste Zeit des Tages " über " SAT1 - Ja " bis hin zu " Freut euch drauf " musste da ein intellektuell gehaltvolleres Format entgegensetzen. 

Und so kam die Verhunzungstruppe der Niederländer auf eine nicht so ganz neue Abart der TV - Selbstdarstellung von Heiratswütigen. Was im Laufe der Jahre durch Geistesgrößen wie Gülcan Kamps, Verena Pooth oder durch das endlose Geschisse um Hochzeiten in Königshäusern, fast schon ausgelutscht ist, erhält nun einen neuen Schub. Wiederbelebungsversuche der Randgruppen - Fernsehanstalten, wie " Sixx " ( Die perfekte Hochzeit ) oder " VOX " ( 4 Hochzeiten und eine Traumreise ) lassen erahnen, was aus der Dunkelkammer der Geschmacksverirrungen im Hause " endemol " auf den Glotzer zukommen wird: TV - Müll!

Das " neue " Reality - Format liegt denn bereits heute schon auf Platz 30 der nach unten offenen Schundliste.  

Im diesem Sinne und unter jenem nicht guten Stern versuchten sich am letzten Oktobersonntag des Jahres 2013 zwei abgetakelte C - Prominente mit dem Namen " Dolly Buster " und Axel Schulz.

Die inzwischen in die Jahre gekommene " Dolly Buster ", gut bürgerlich: Nora Baumbergerova, geborene Nora Dvorakova, war ja einst im professional geführten Pornografiegewerbe tätig, ehe sie sich auf dem Gebiet der europäischen Politik versuchte und zwischenzeitlich ihren Silikon - Busen drastisch verkleinern ließ, wobei sie sich auch sonst für keine TV - Schrottsendung zu Schade ist ( Dschungelcamp, Dancing Stars, Promi Shopping Queen ). 


http://de.wikipedia.org/wiki/Dolly_Buster

Auch ihr männlicher Pendant, der einstige Profi - Boxer Axel Schulz hat so manche Wellenbewegung in seinem Leben erfahren. Schulz, der in einigen Tagen 45 Jahre alt wird, erhielt 1990 von dem Sauerland - Stall einen Profivertrag und wurde den Kampf gegen George Foreman 1995 auch in der Bundesrepublik bekannt. In den Folgejahren erhielt er deshalb weitere gut dotierte Kämpfe, konnte jedoch keinen Titel gewinnen. Schulz erklärte nach einem missglückten Comeback - Versuch gegen den US - Amerikaner Minto im Jahre 2006 seinen Ausstieg aus dem Profi - Boxsport. Seitdem tingelt er durch diverse Fernsehsendungen und ist Gast in verschiedenen Talkshows 

http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Schulz

Da sollte nun das angebliche Promi - Paar für ein Brautpaar eine Hochzeit organisieren. Aus Mühlheim an der Ruhr kamen die beiden dicklichen Aspiraten und versuchten sich, mehr schlecht als recht, aus der beklemmenden Lage, dem verdummten Sat1 - TV - Publikum eine " Traumhochzeit " a´la´James Bond kredenzen zu müssen, durch sinnfreie Dialoge frei zu schaufeln.
Auf der hauseigenen Webseite des Bunt - Ball - Blödmichels aus München steht hierzu folgendes: 
" Tatsächlich haben die beiden ziemlich hohe Ansprüche gestellt: Eine James Bond Märchenhochzeit sollte es sein! Uns das haben Dolly und Axel auch organisiert: Das Brautpaar ist im James Bond Audi vorgefahren! Beim Hochzeitskleid gab es zwar ein paar Meinungsverschiedenheiten, aber am Ende sah die Braut wunderschön aus. Spätestens als der Brautvater auf der Hochzeit für seine Tochter gesungen hat, konnte keiner mehr die Tränen halten. "

- Zitatende - aus:  http://www.sat1.de/tv/die-promi-hochzeitsplaner/episoden/dolly-buster-axel-schulz-in-muelheim

Und weil der gesamte Schund auch noch von lokalen sowie einschlägigen Dienstleister und Betrieben gesponsort werden muss, kommen deren Namen gleich mit in die Sendung.

Dolly Dollar also und Axel Schotter - so, wie es Sat1 beliebt!
Blöder lässt sich der Sonntagnachmittag nur bei der Konkurrenz von RTL gestalten, die versuchen sich wenigstens im Genre von " Ackerbau und Viehzucht ". 


Sonntag, 27. Oktober 2013

Zwischen Kopftuch, Kreuz und Kaugummi: Darf eine Rechtsanwältin im Gerichtssaal eine Kopfbedeckung tragen?


Als der " Alte Fritz " am 22. Juni des Jahres 1740 den Ausspruch " Jeder soll nach seiner Facon selig werden " tat, wollte er damit nur noch die bereits gängige Praxis gegenüber den Einwanderern und religiösen Minderheiten wie Katholiken, Hugenotten oder Juden auf Toleranz zu setzen, unterstreichen.

Seitdem sind viele Jahre, Jahrzehnte, sogar mehr als 2 1/2 Jahrhunderte vergangen. Die Welt, Europa und Deutschland haben sich radikal verändert. Den preußischen Staat gibt es längst nicht mehr, jedoch dessen Geist, der möglicher Weise noch zu oft in den Hirnen so manches Bundesbürger herum vagabundiert. Den Preußen war ja nicht nur Friedrich II., sondern stand zuvorderst für den Wilhelminischen Obrigkeitsstaat, der auf Militanz, Drill und Gehorsam aufbaute und den Menschen zunächst nach seiner Profession, seiner Herkunft und seinem Vermögen einordnete.

Als am 1. August 1959 die Bundesrechtsanwaltsordnung ( BRAO ) für die BRD in Kraft trat, waren mehr als 200 Jahre nach dem Ausspruch Friedrich II. vergangen und die Deutschen hatten zwei Weltkriege angezettelt. Der Ungeist der deutschen Geschichte schlug sich auch in der Kodifizierung vieler anderer Gesetze nieder. In vielen Formulierungen fand sich das Vokabular aus den Jahren des Tausendjährigen Reichs, das erst sukzessive durch diverse Justizreformen; insbesondere während der sozial - liberalen Koalition Brandt/Scheel oder Schmidt/Genscher, ausgetauscht wurde. Das gilt jedoch nicht für alle Gesetze.

So findet sich jedoch in § 1 der BRAO immer noch folgender Wortlaut:


§ 1 Stellung des Rechtsanwalts in der Rechtspflege


Der Rechtsanwalt ist ein unabhängiges Organ der Rechtspflege.

Nun, ein juristischer Laie wird mit Begriffen, wie Organ und Rechtspflege nicht unbedingt viel anfangen können. Wohl aber mit der Bezeichnung Rechtsanwalt. Eine Berufsbezeichnung für einen Teil der so genannten Rechtspflege. Ein Teil der Jurisprudenz also.Und um eben diesen Beruf unabhängig ausüben zu können, sollte der Berufszweig unabhängig sein. Ob er es wirklich ist, steht allerdings auf einen anderen Blatt.

Deshalb kollidiert das Postulat des unabhängigen Organs der Rechtspflege häufig mit der Realität. Nicht, weil es von diesen benannten unabhängigen Organen der Rechtspflege bereits mehr als 161.821 ( Stand zum 01.01.2013 ) gibt, womit die Konkurrenz um Mandate, Gebühren und Bestreiten des Lebensunterhalts immer größer wird, sondern vor allem auch deshalb, weil der zugelassene Rechtsanwalt sich bei dem Buhlen um Rechtsfälle sehr oft verbiegen muss. So gibt es nicht wenige Advocaten, die bei der Vergabe von Pflichtverteidigungen bei Richtern antichambrieren, die in Verfahren das Liebkind - Prinzip walten lassen, um bei dem Gericht nicht anzuecken und die ihre Persönlichkeit verleugnen, wenn es um die Berufsausübung geht.

So eckte eine Berliner Rechtsanwältin einige Male bei Richtern an, die rügten, dass sie mit einem Kopftuch bekleidet an der Verhandlung teil nehmen wollte. Ein Artikel im Hamburger Nachrichten Magazin " DER SPIEGEL " ( Nr. 38 / 2013, S. 49 ff  ) befasst sich mit diesem Problem. Nun zählt ein Kopftuch, ähnlich wie ein Halstuch oder ein Leinentaschentuch im Ärmel der Robe nicht zu der Berufskleidung, denn dieses ist nur noch die Robe. In einigen Bundesländern ist der " Robenzwang " partiell aufgehoben worden. In anderen wiederum ist es Usus, unter der schwarzen Berufstracht ein weißes Hemd mit Binder; bei Strafverhandlungen mit weißem Binder zu tragen.

Während sich die einstige " Kleiderordnung " für Rechtsanwälte zum Teil selbst abgeschafft hat, gibt es dennoch andere Bereiche innerhalb des Begegnungskreises zwischen Gericht und Rechtsanwalt, die zu Spannungen und Verstimmungen sorgen. Neben dem Problem des Kopftuchtragens, der nicht angelegten Robe oder einer fehlenden Krawatte kann es auch zu Verstimmungen kommen, wenn ein Verteidiger ein Hustenbonbon lutscht, weil er erkältet ist ( oder es zumindest vorgibt zu sein ), ein Kaugummi kaut, um den strengen Geruch des zuvor in der Mittagspause verzehrten Knoblauch - Mahls zu unterdrücken oder wenn das Handy des Organs der Rechtspflege bimmelt.

Die anderen vermeintlichen Abarten eines unbotmäßigen Verhaltens vor dem Gericht, wie beispielsweise lange Haare des Advocaten, ein Drei - Tage - Bart oder das Tragen ein stark getönten Lesebrille sind ähnlich, wie das Popeln in der Nase, das provokant gezeigte Desinteresse an einer Verhandlung durch ständiges Heraussehen aus einem Fenster oder das Zeitung lesen sind indes durch die Rechtsprechung geklärt worden. Ähnlich verhält es sich Fall des über dem Richterstuhl an der Wand hängenden Kruzifixes.

Nun sollte sich die Dritte Gewalt auch hier einen Schub geben und genauso eben jenes Tragen eines Kopftuches dulden. Auch wenn das Problem - das in Wahrheit keines ist - seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert wird:  

http://www.google.de/imgres?imgurl=http://blog.initiativgruppe.de/wp-content/uploads/2013/09/kopftuch.jpg&imgrefurl=http://blog.initiativgruppe.de/2013/09/19/rechtsanwaltin-mit-kopftuch-im-gerichtssaal-geht-das/&h=500&w=500&sz=17&tbnid=5p5lbFe_Su6foM:&tbnh=90&tb

Wenn ein  an der Wand platziertes Kruzifix als Ausstattung eines Gerichtssaals dennoch die religiöse Neutralität der Justiz einhält, ein Nasenpiercing, ein Ohrring mit " Brilli " bei einem Anwalt oder eine Unzahl von sichtbaren Tattoos, der Rechtsfindung nicht abträglich sein können, dürfte dieses auch für das getragene Kopftuch der Fall sein.
Das stellt sich dem Insider natürlich sofort die Frage, ob auch die von dem Organ der Rechtspflege bei der Vereidigung abzuleistende Eidesformel, mit dem religiösen Zusatz " So wahr mir Gott helfe ", nicht in " Im Namen Allahs " gesprochen werden kann. Wie wahr das noch gleich mit der Religionsfreiheit, dem Gleichheitsgrundsatz und dem Persönlichkeitsrecht?

Einst weigerte sich Fritz Teufel in einem gegen ihn und andere Angeklagte vor dem Kammergericht von der unbequemen Holzbank aufzustehen. Nachdem der Vorsitzende Richter dieses mehrfach rügte, hob er sein Gesäß mit den Worten: " Wenn es denn der Wahrheitsfindung dient? "

In diesem Sinne: Gut´s Nächtle mit " Alex Oriental Experience " aus dem Jahr 1973:



... und die Uhren nicht vergessen zurückzustellen (  in das Jahr 1740 ).

Freitag, 25. Oktober 2013

Lengede - 50 Jahre nach dem Grubenunglück.


Wer heute einen Vertreter aus der Generation der 20 -,30 - oder 40jährigen nach einem Ort mit dem Namen Lengede befragt, würde dazu allenfalls ein müdes Achselzucken erhalten. Nie gehört! Wo liegt das denn?
Für die Kriegs - und unmittelbaren Nachkriegsgenerationen indes, dürfte die Namensnennung dieses Ortes im niedersächsischen Landkreis Peine ( PE ) ein nahezu verklärten Blick verursachen. Lengede! Natürlich, das " Wunder von Lengede ", das Grubenunglück damals, die über Tage andauernden Rettungsarbeiten.
Der aus fünf Teilgemeinden bestehende Ort geriet 1963 in die Schlagzeilen der Presse, in den Fokus der Nachrichten und war sogar Teil des Fernsehprogramms.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lengede

Anlass war die dort betriebene Eisenerzgrube mit dem Schacht " Mathilde ", die zur Ilseder Hütte zählte und bis in das Jahr ihrer Schließung 1977 zu den modernsten Förderanlagen Europas zählte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Grube_Lengede-Broistedt

Das Unglück von Lengede ereignete sich am 24. Oktober 1963 gegen 20.00 Uhr als aus dem angrenzenden Klärteich der aufgeschüttete natürliche Damm brach und sich 475.000 Kubikmeter Wasser in die Grube ergoßen.
Von den zu diesem Zeitpunkt unter Tage tätigen 129 Arbeitern kamen dabei 29 zu Tode. Weitere 100 der Mittagsschicht konnten sich retten oder wurden nach einigen Tagen geborgen. Das Unglück von Lengede war nicht nur Hauptthema in den Medien, es wurden hiernach einige Publikationen dazu veröffentlicht und mehrere Dokumentationen sowie zwei Spielfilme produziert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Grubenungl%C3%BCck_von_Lengede

Lengede war in den 60er Jahren ein Begriff. Nicht, weil der Ort als Synonym für die grenzenlose Hilfsbereitschaft und das bekundetet Mitgefühl der Westdeutschen stand, sondern weil die Anfänge der modernen Rettungstechnik hier deutlich erkennbar wurden. Aus dem Stegreif wurde nämlich ein Hilfsmittel aus Eisen und Stahl konstruiert, das in dieser Form zuvor während des Grubenunglücks auf der Gelsenkirchener Zeche " Dahlbusch , dass sich im dortigen Stadtteil Rotthausen 1955 ereignete, zum Einsatz gekommen war: die so genannte " Dahlbusch - Bombe ". Was sich hinter diesem martialisch anhörenden Begriff verbarg, war so simpel, wie auch erfolgreich. Aus einem Metallmantel, dem eine Spitze aufgesetzt war, womit die Konstruktion das Aussehen eines Torpedos hatte. Die noch im NS - Militärjargon berichtende Presse gab jener Rettungskapsel dann den Namen " Dahlbusch - Bombe ", wie die Konstruktion im Aussehen auch der einer Flugzeugbombe sehr nahe kommt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dahlbuschbombe

Der weitere Ablauf der Ereignisse in Lengede ist durch die extensive Medien - Berichterstattung bekannt und wird in den später gedrehten Dokumentarfilm bis in alle Einzelheiten noch einmal nachvollzogen.

  • 1969: Das Wunder von Lengede. Ein Dokumentarspiel. (Fritz Böttger, ZDF)
  • 1979: Das Wunder von Lengede oder Ich wünsch` keinem was wir mitgemacht haben. (Hans-Dieter Grabe, ZDF)
  • 1997: Die Grubenkatastrophe. Chronik und Erinnerung. (NDR)
  • 2003: Protokoll einer Katastrophe. Das Drama von Lengede. (Frank Bürgin, WDR)
  • 2003: Das Wunder von Lengede Zweiteiliger Spielfilm. (Im Auftrag von Sat.1)

In dem vor 10 Jahren von Sat1 produzierten Spielfilm, der in zwei Teilen gesendet wurde, wird durch eine nahezu authentische Handlung, der Ablauf des Unglücks gezeigt. Der Sat1 - Film, der sich nicht durch ein Aufgebot namhafter Schauspieler auszeichnet, war bei seiner Erstausstrahlung ein großer Erfolg. Insgesamt sahen " Das Wunder von Lengede " 11 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von über 36 % entsprach.

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Wunder_von_Lengede_(2003)

Auch wenn viele Eigenproduktionen der Privaten eher als Rohrkrepierer zu bezeichnen sind, reiht sich der Sat1 - Film eher in die Gruppe der ausnahmsweise gelungenen Filme ein.

Als vor 50 Jahren die Fernsehberichterstattung des ZDF über das Grubenunglück von Lengede begann, saßen ich als Schüler, eher ahnungslos und ohne großes Wissen darüber, warum nun ausgerechnet aus einem Kohleschacht Bergleute gerettet werden sollten, vor dem TV - Gerät im Wohnzimmer meiner Großeltern. Die in schwarz - weiß laufende Übertragung faszinierte mich dennoch so sehr, dass ich bei den Live - Bildern, die einst mit nur einer Kamera gezeigt wurden, da diese so schwer wie ein Mittelklassewagen war, Herzklopfen und schweiß-nasse Hände bekam.

Verstanden habe ich aber eben viele Dinge damals nicht. So auch nicht, warum das Unglück von vor 50 Jahren 29 Menschen das Leben kostete? Warum die Warnungen viele Bergleute und auch Anwohnern sowie Fachleuten, dass das nahe des Schachteingang angelegte Wasserbecken eine latente Gefahr darstellt, in den Wind geschrieben wurden?
Heute konstatiere zu dem Unglück: Es ist deshalb zu einem Wassereinbruch gekommen, weil aus Kostengründen und wegen des Gewinnstrebens des Betreibers, die Sicherheit der dort arbeitenden Menschen nur zweitrangig war. 
So, wie es auf das Zugunglück von Eschede 35 Jahre später auch zutrifft.


Donnerstag, 24. Oktober 2013

The Kinks - " Dedicated Follower of Fashion " und andere Erinnerungen aus dem Jahr 1966.






Wenn sich ab der zweiten Dekade des ersten Jahrhunderts im 3. Jahrtausend der nachchristlichen Menschheitsgeschichte die Veröffentlichung der unzähligen Beatmusik-Titel zum 50. Male jähren, dann
zählt zu den dazu gehörigen Interpreten, jener, ab den 1960ern bis 1970 andauernden Musikrichtung, eine Truppe aus dem Norden Londons, die sich " The Kinks " nennt. Da die englischen Metropole zum Zeitpunkt der Gründung der " Schrulligen " ( frei übersetzt ) eine Vielzahl von Beatgruppen hervor brachte, fand das Quartett um die beiden Brüder Raymond und Dave Davis zunächst kaum Beachtung.

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Kinks

Weil jedoch die britische Schallplattenindustrie aus den Sumpfblüten des aufkommenden Beatmusik - Zeitalters wunderbare Profite versprach, jagten die Bosse der Musikverlage ihre Agenten los, um alles, was nur den Anschein erweckte, eine musische Ader zu besitzen und nicht bis Drei auf einen rettenden Baum kletterte, einzufangen, ihm/ihr ein poppiges Outfit zu verpassen, aus dem bürgerlichen Namen, den eines Künstlers zu verpassen und ihm einen Grundkurs im Gesang zu zahlen.

Nun, für die Truppe " The Kinks " mussten die nach Profit geiernden Show-Biz-Profis nicht einen Penny berappen,denn die Herren:

Raymond " Ray " Davis - Gesang, Gitarre, Tasteninstrumente,

Dave Davies - Gesang, Gitarre,

Peter Quaife - Bassgitarre

Mick Avory - Schlagzeug

zeigten sich auch so als talentierte Musiker und bekamen alsbald bei " PYE " - Records einen Vertrag. " PYE " - Schallplatten wurden unter diesem Label seit 1953 verkauft. Somit gehörte der Vinylscheibenhersteller durchaus zu den etablierten im Königreich.

Und weil es mit der Beatmusik ständig bergauf ging, verkauften sich auch die ersten Single der " Kinks " recht ordentlich.
Der Durchbruch kam mit der Prduktion der Single " You really got me " ( damals noch so geschrieben ), die zu einem Hit der " Kinks " avancierte. Einige Musikexperten gehen davon aus, das an jenem 12. Dezember 1964 in den " PYE " - Aufnahmestudios Musikhistorie geschrieben wurde, da die Truppe um die Davis - Brüder mit den einprägsamen Gitarrenriffs auf diesem Stück, den Grundstein für den " Hardrock " gelegt hätten.
Immerhin unterschied sich der Fetzer " You really got me " erheblich von den sonstigen, eher sanft - säuseligen Songs der Beatmusik in jenem Jahr.

http://de.wikipedia.org/wiki/Beatmusik

" The Kinks " landeten deshalb einen Millionen - Seller, der jedoch in dem spießigen - biederen Westdeutschland mit seinen Schlager - und Operetten - Gedudel kaum Beachtung fand. Während er auf der Insel zum Nummer - Eins - Hit empor stieg, in den Vereinigten Staaten es immerhin auf Platz 7 der Charts schaffte, dümpelte das Stück in der BRD auf Rang 39 herum.

Auch die weiteren Single, als auch Single - Auskoppelungen der " Kinks " waren in Westdeutschland nur mäßig erfolgreich.

Im Frühjahr 1966 trafen sich dann die " Kinks " im Musikstudio, um die Single " Dedicated Follower of Fashion " aufzunhemen. Ein Lied, das alsbald nach der Veröffentlichung auch in den " BRAVO " - Hitparaden auftauchte, bei " Radio Luxemburg " dann regelmäig angespielt wurde und dann und wann auch in den Sendungen der BRD - Radioanstalten seinen Platz fand.

Ray Davis textete hier:


They seek him here, they seek him there,
His clothes are loud, but never square.
It will make or break him so he's got to buy the best,
Cause he's a dedicated follower of fashion.

And when he does his little rounds,
Round the boutiques of london town,
Eagerly pursuing all the latest fads and trends,
Cause he's a dedicated follower of fashion.

Oh yes he is (oh yes he is), oh yes he is (oh yes he is).
He thinks he is a flower to be looked at,
And when he pulls his frilly nylon panties right up tight,
He feels a dedicated follower of fashion.

Oh yes he is (oh yes he is), oh yes he is (oh yes he is).
There's one thing that he loves and that is flattery.
One week he's in polka-dots, the next week he is in stripes.
Cause he's a dedicated follower of fashion.

They seek him here, they seek him there,
In regent street and leicester square.
Everywhere the carnabetian army marches on,
Each one an dedicated follower of fashion.

Oh yes he is (oh yes he is), oh yes he is (oh yes he is).
His world is built round discoteques and parties.
This pleasure-seeking individual always looks his best
Cause he's a dedicated follower of fashion.

Oh yes he is (oh yes he is), oh yes he is (oh yes he is).
He flits from shop to shop just like a butterfly.
In matters of the cloth he is as fickle as can be,
Cause he's a dedicated follower of fashion.
Hes a dedicated follower of fashion.
Hes a dedicated follower of fashion.

Und weil das Stück noch immer oder wieder aktuell ist, denn es beschreibt das dämliche Geschisse rund um die noch dämlicheren Modenarren, deren Resthirnmasse spätestens beim Betreten der Boutiquen, Modeketten - Filialen und beim Ansehen der Katalog - sowie Internetseiten vollends ins Nirwana verschwindet, erinnerte ich mich kürzlich beim Betrachten des leger - modischen Outfit des Nachbarn an jenen " Kinks " - Song. Obwohl dieser nun wahrlich nicht zu der Kategorie der Mode - Repräsentanten zählt.

http://frombetweenthecracks.blogspot.de/2011/12/ray-davies-songwriter-spring-1966.html

Vielleicht sind es aber auch jene Reminiszenzen an die Teenagerjahre, die spätestens bei mir mit dem Kauf der Vinylscheibe " Help " / " I´m down " von den " Beatles " voll ins Rollen gerieten, die mich zur Einstellung dieses Posts bewegen. Wie dem auch sei, die Formation " The Kinks " war spätestens ab Kauf der Single " Dedicated Follower of Fashion " ( sinngemäß übersetzt: Anhänger eines -Mode- Trends ) ein absolutes Muss in Sachen Beatmusik.
Die Tanzbaren Scheiben, die sich danach mit " Sunny Afternoon ", " Dandy ", " Dead End Street ", " Waterloo Sunset ", " Death of a Clown " ( Dave Davies Solo-Scheibe ), " Mr. Pleasent ", " Atumn Almanac ", " Susannah´s Still Alive ", " Wonderboy " bis " Days " auf den Tellern meiner Plattenhobeln drehten, sind alle Male ein Stück Musik - und Zeitgeschichte.

So, wie die dazu gehörenden Mode - Accessoires mit " Slop " - Shake " - Hose, " Rüschenhemd " oder " Batik " - Shirts, den Mini - und Maxirock, den Lackstiefeln und grellfarbenen Blusen.
" Dadicated Follower of Fashion ", eben!

Übrigens: Die B-Seite der Single heißt " Stttin´On My Sofa ". Auf den Neupressungen ist es " Autumn Almanac ".



Mama Merkel´s NSA.


Ein altes Sprichwort lautet:
" Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. "
Eine Variante dessen, liest sich so:
Wer keine Freunde hat, braucht keine Feinde. "
Und die berechtigte Frage vieler Naivlinge aus dem platten Volk, könnte so formuliert sein:
" Warum sind viele Freunde keine Freunde? "

Ja, warum wohl nicht?

Die metaphysischen Grundkenntnisse der meisten Bundesrepublikaner sind eher bescheiden. Wer erkennt schon, dass das Leben als Ganzes meistens nur die Hälfte wert ist, wenn der Dreiklang Macht, Geld, Glaube nicht mit spielt? Nur wenige. Denn, wäre es so, dass das gemeine Volk im Sinne der Kant´schen Definition von " Aufklärung " (   „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“  ) sich seines wahren Stellenwerts im Spiel der demokratischen Abläufe bewusst ist, so hätte es am 22. September 2013 nicht mehrheitlich Merkel gewählt.

So aber konnte die Partei der Bundeskanzlerin beinahe mit absoluter Mehrheit regieren und sich weiterhin ihrem Eiertanz des Ungefähren hingeben. Ungefähr deshalb, weil - nichts Genaues, weiß man/frau nicht - Merkel und Konsorten dem Prinzip des kategorischen Bestreitens jedweder Aktivitäten zur Aushöhlung von Grundrechten erlegen sind und erst dann sich öffentlich äußern, wenn die Medienindustrie davon berichtet.

Wie war das noch gleich? NSA - Aktivitäten in diesem, unserem Lande? Merkel: " Nie gehört. Und wenn, sind diese nur im Rahmen der Legalität erfolgt. Und wenn nicht, dann handelt es sich um berechtigte Einzelfälle. "
Hoi, Frau Bundeskanzlerin, da sind gleich drei Fliegen mit dem Namen Lüge, Halbwahrheit und Notlüge " erschlagen worden.

NSA, also National Security Agency oder auf gut deutsch: Nationale Sicherheitsbehörde, ist ein Kürzel, dass seit Wochen, Monaten, vielleicht Jahren, in der Öffentlichkeit herum geistert und auch diskutiert wird.
Der amerikanische Spionagedienst, der sich nachweislich des eigens entwickelten Ausspähprogramms " PRISM " bedient, um weltweit Informationen abzuschöpfen, die vielleicht einmal in ferner Zukunft, in absehbarer Zeit oder auch aktuelle für das nicht näher definierte Sicherheitskonzept der USA von Relevanz sein könnten, muss doch der Kanzlerin bekannt sein. Sie muss auch Kenntnis davon erhalten haben, dass ihre amerikanischen Freunde nicht nur deren Feinde in der BRD, sondern auch jene politischen Verbündeten oder die US - Lobhudler in Reihen der CDU/CSU systematisch bespitzelt.

Davon will also die Frau Merkel nie etwas gehört haben?

So gelang es ihr durch eine Verschleierungstaktik das an sich brisante Thema aus dem Wahlkampf zu schieben. Auch die anderen Parteien, ihre politischen Gegner, scherten sich nicht besonders um jene NSA - Abhörtätigkeiten in dem Michel - Land. Warum also schlafende Hunde wecken? Deshalb verschwieg " Uns Angela " das Thema, legte den gesamten Problemkomplex ad acta und widmete sich dem Personen orientierten Wahlkampf. Das CDU/CSU - Wahlprogramm nennt sich eh " Auf die Kanzlerin kommt es an! "
Warum sich also mit lästigen Sachthemen befassen?

Mama Merkel macht´s! Mama Merkel tragt ja eine " .. schland " - Kette zum medial hoch gejazzten Duell der Kanzlerkandidaten, der Giganten, der sich partnerschaftlich begegnenden Spitzenpolitiker in der normierten Frage - Antwort - Show auf Augenhöhe. NSA spielte keine Rolle. " PRISM " wurde dort nicht einmal angedeutet. Und weil " Olga " Merkel nach dem Grundsatz auftrat: " Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, auch wenn ich es weiß! ", vertraute sie auf die Muttis in ihrem Alter, die beim Eis schlecken in der prallen Augustsonne offen bekundeten, dass sie Merkel - Fans seien, weil die ja so ehrlich herüber käme.
" Ehrlich währt am längsten. ", besagt schon der Volksmund. Deshalb zuckelten sie, ob nun 18, 38, 88 treu und brav zu den Wahllokalen, machten ihre Kreuzchen bei der CDU/CSU und verließen den Raum, wenn auch grußlos, jedoch im sicheren Gefühl, zu den Siegern zu gehören.

Duitschland, einig Merkel - Land,also! Doch, wenige Wochen nach der Wahl, in der die schwarze Fürstin der Finsternis und des Ungefähren in ihrem Amt  wieder bestätigt wurde, kommt der NSA - Komplex wie ein geworfener Bumerang zurück und schlägt vollends in das Kontor der Schwarzen, der Lügenbolde, ein.
Das Hamburger Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL " berichtete in seiner Online -Präsenz " SPON ", dass nach den dort vorliegenden Informationen das Privat - Handy der Bundeskanzlerin von den amerikanischen Spionagemitarbeitern bei der NSA angezapft worden sei.

Nee, näh! NSA, nie gehört?

Empört, grantig und richtig sauer rief Mama " Angie " bei ihrem Freund, Verbündeten und starken Alliierten, den US - Präsidenten Barack Obama an und beschwerte sich. Der Friedensnobelpreisträger wiegelte ab. Es gäbe keine Aktivitäten des NSA, die auf ein Abhören des Mobilfunkgerätes rückschließen ließen.
Würden sich die bisher vorliegenden Erkenntnisse verfestigen und das Bild einer - wenn auch nur zeitweise - von den Vereinigten Staaten zu verantwortenden Überwachung des Merkel - Mobilfunkgerätes auszeigen, dann wäre dieses ein eklatanter Vertrauensbruch. Denn, dass die Bundeskanzlerin über ihr Handy nur Kochrezepte, Fußballergebnisse oder Modetrends austauscht, steht nicht zu befürchten.

Ein derartiger Eingriff in die Privatsphäre, in den noch durch die Grundrechte geschützten Intimbereich, wie er millionenfach tagtäglich - nicht nur von den USA - praktiziert wird, bekäme hier eine völlig neue Qualität.
Na, Frau Merkel, NSA, Spionageprogramm " PRISM ", Überwachung der BRD - Bürger durch den Großen Bruder USA? Nie gehört?




Mittwoch, 23. Oktober 2013

Neues von Don Berlusconi.


Es gibt Visagen aus dem Genre der selbst ernannten Stars, Sternchen und schwarzen Löchern, deren Unterhaltungswert bereits beim Einblenden des Fotos während der TV - Nachrichten den eigenen Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen lassen. Die dazu gehörenden Namen, die dann in den Printmedien, in den Gazetten und den Aufmachern prangen, verhalten sich wie Hausschwamm: Ohne chemische Keule, wird man/frau sie nicht wieder los.

Zu dem Trio der einst best gehassten Politik-Fratzen ( Kaczynki, Sarkozy,Berlusconi ) zählte der berühmt berüchtigte Autofahrer - Dreiklang ( Arschloch, Oberarschloch, Mega-Arschloch ), wenn es um die Einordnung dieser Personen in die nach unten offene Richter-Skala ging.

Das Stehaufmännchen mit dem geringsten Grad an Intelligenz dürfte dabei Don Silvio Berlusconi sein. Der Milliardär aus dem meisten sonnigen Mailand, der vor einigen Wochen seinen 77. Geburtstag begehen durfte, hat mittlerweile die gesamte Klaviatur von Skandalen abgearbeitet.
Seine Dauerfehde mit der Justiz ist seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, ein ewig währendes Medienthema.
Nun hat die Dritte Gewalt in Italien ihm vorläufig einen Strich durch die geäußerten politischen Ambitionen im Stiefelland gezogen.
Don Silvio erhielt ein auf  2 Jahre beschränktes Ämterverbot. Diese Nebenstrafe ist im Zusammenhang mit seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen Steuerbetrugs durch ein Berufungsgericht in Mailand.Die von vier Jahren auf ein Jahr verhängte Freiheitsstrafe muss Don Berlusconi indes nicht in Strafhaft verbüßen, sondern stattdessen in Form von abzuleistenden Sozialstunden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Berlusconi

Immerhin konnte der Ex - Ministerpräsident Italiens auch hier einen Teilerfolg erzielen.Selbst die italienischen Gesetze sehen für schon reichlich betagte Verurteilte eine Art Gnadenrecht vor. Glück gehabt, Berlusconi!
Aber, statt dankbar über so viel Milde des von ihm ständig verhöhnten Rechtssystems zu sein, hetzt der permanente Lügner und Steuerbetrüger sofort nach der Entscheidung des Berufungsgerichts gegen die dortigen Richter des Corte´d Apello. In seiner typischen, diskriminierenden Art beschimpfte er  zuvor die drei Richter in dem so genannten " Ruby - Prozess " als Kommunisten, denen es darum gegangen sei, ihn politisch zu erledigen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/silvio-berlusconis-wahlkampf-show-a-877076.html

So langsam wird es eng für den Großkotz aus Mailand. Selbst wenn das Urteil gegen ihn in der Berufungsinstanz keinen Bestand haben sollte, bliebt dem  77jährigen nur noch wenig Zeit, sein geplantes politisches Comeback weiter zu verfolgen.Zwar sind die italienischen Wähler dem notorischen Gesetzes brecher ( gegen ihn liefen bislang 30(!) Strafverfahren ) eher wohl gesonnen, dennoch könnte es sein, dass ihn gerade die beiden aktuellen Strafprozesse zum Verhängnis werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Berlusconi#Gerichtsverfahren

Und weil er nun mal die begnadete Gabe hat, sich ständig als Saubermann in der Öffentlichkeit darzustellen, der lediglich von " roten " Richtern, feministisch - kommunistischen  Richterinnen  einer von " Linken " unterwanderten Justiz ständig verfolgt wird, gibt er sich auch auf einem anderen Terrain der Jurisprudenz, nämlich des Familienrechts, nicht so schnell geschlagen.

An seine, aus zweiter Ehe geschiedene Frau muss der Milliardär nur noch 50.000 Euro am Tag zahlen. Bisher war er zu einer Unterhaltsleistung von 100.000 Euro pro Tag verurteilt worden. Aus der zweiten Ehe mit der 57jährigen Veronica Lario stammen drei gemeinsame Kinder; zuvor war Don Silvio mit  Carla Elvira Dall´Oglio verheiratet gewesen. Aus dieser Ehe stammen zwei Kinder. Auch hier sah sich Berlusconi von feministisch - kommunistischen Richterinnen zu Unrecht verurteilt und damit als Person und Politiker verfolgt.

http://www.spiegel.de/panorama/leute/unterhalt-halbiert-berlusconi-muss-1-4-millionen-euro-zahlen-a-929369.html

Die Don Silvio - Show geht nun weiter. Fragt sich nur, wie lange noch? Denn: Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern in Italien liegt bei 80,1 Jahren. Immerhin ein Lichtblick für alle Berlusconi - Kritiker.

http://www.spiegel.de/thema/silvio_berlusconi/

Dienstag, 22. Oktober 2013

Jane : " Here We Are " - Das zweite Album der " Krautrocker " aus Hannover.



Über " Jane " habe ich im Verlauf der Jahre hier bereits einige Postings eingestellt. Dabei ist mit " Jane " nicht eine der vielen weiblichen Stars, wie Jane Austen, Jane Birkin oder Jane Fonda gemeint, sondern jene Rockformation aus der niedersächsischen Landeshauptstadt an der Leine. Dort, wo sich ab den Endsechzigern und den frühen 1970ern eine spezielle Musikszene bildete, zu denen natürlich auch die " Scorpions ", " Eloy " oder " Harlis " zählten.

Jane veröffentlichten 1972 ihr erstes Album mit dem Titel " Together ", dass nicht nur regional eine große Aufmerksamkeit erfuhr. Insbesondere der voluminöse Gesang des ab 1971 zu der Band gehörende Bernd Pulst bedingte die  überwiegend guten Kritiken des Erstlingswerks der Gruppe aus Hannover.
Peter Panka und Werner Nadolny sind der Meinung, das Jane im Oktober 1970 gegründet wurde und 
Jane hatte am 5. Dezember 1970  noch die Besetzung:
- Peter Panka: Schlagzeug
- Klaus Hess: Gitarre
- Charly Maucher: Bass
- Werner Nadolny: Orgel
Weil der Sänger Bernd Pulst im Jahr 1973 erkrankte und später verstarb und auch der Bassist Charly Maucher krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand, wurde der Bassist Wolfgang Krantz kurzfrisitg arrangiert. Krantz spielte zuvor bei der Formation Justice of Peace. Aus dem 1973 veröffentlichten Album " Here We Are ", das ebenfalls bei Brain Metronome erschienen ist, finden sich folgende Stücke:


A1Redskin
Backing Vocals – Angelika WinterAriane GottbergBrigitte BlunckMiriam KalenbergPeter HeinemannVocals, Backing Vocals – Günter Körber
8:54
A2
Out In The Rain
5:48
A3Dandelion2:19
B1Moving3:56
B2Waterfall
Vocals – Angelika WinterAriane GottbergBrigitte BlunckMiriam Kalenberg
4:25
B3Like A Queen
Effects [Electronic] – Dieter Dierks
2:38
B4Here We Are5:37

Als ich vor einigen Tagen die nunmehr 40 Jahre alte Vinylscheibe aus dem Archiv zog und die A - Seite auflegte, konnte ich mich kaum des Eindrucks erwehren, dass auch " Out In The Rain " sich noch immer wie gerade eingespielt anhört: