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Freitag, 30. August 2013

18 - 20 - Zwo - Passe!


Wenn ein 200. Geburtstag begangen wird, dann kann es sich natürlich nicht um eine Person handelt, die noch unter uns verweilt. Oft sind es deshalb Persönlichkeiten, deren die Medien gedenken, weil sie lange vor uns, irgendwie, irgendwas oder irgendwann besonders getan haben sollen. Es gibt aber Geburtstage, die mit keinem Menschen direkt verbunden sind.
Und so einen begeht die Stadt Altenburg am 30. August 2013. da nämlich wurde vor genau 200 Jahren die erste Skat - Spielkarte erfunden.
Wieso denn Skat?
Weil es dieses Spiel eben vor 200 Jahren in der Form noch nicht gab.

Und deshalb begeht das Städtchen Altenburg in Thüringen ( http://de.wikipedia.org/wiki/Altenburg ) mit seinen 35.000 Einwohner im Altenburger Land den Geburtstag in der ganz eigenen Art und Weise: Mit einer Ausstellung zum Thema Spielkarten und einem großen Fest am jetzigen Wochenende.
Die Altenburger Spielkarte gibt es aber schon viel länger. Sie feiert vor 4 Jahren bereits den 500. (!) Geburtstag.
Seit dem hat sich eben auch viel ereignet.

http://www.spielkarten24.de/herst_500.html

Aber nicht nur wegen der Spielkarten, der -nach dem Verhökern des VEB an den Münchner Schmidt - Konzern und dem Weiterverkauf, jener dann vor einigen Jahren in die Insolvenz gegangenen sowie erneut weiter veräußerten - Spielkartenfabrik und den Skat - sowie Kartenmuseum, ist ein Besuch der Stadt durchaus interessant. Altenburg war einst Residenzstadt und hat demnach auch im Bereich der Kunst und der Kultur etwas anzubieten.

http://www.altenburg-tourismus.de/node/472

Berühmt, ja weltweiten Bekanntheitsgrad erhielt aber die thüringische Stadt durch das Firmenlogo und Markenzeichen " ASS ". Das gilt heute noch, auch wenn die Zahl der fanatischen bis Feierabend - Skatspieler sukzessive zurück geht, da die Folgegenerationen eher elektronischen Schnickschnack zum Zeit totschlagen betätigen.

18 - 20 - Zwo? Ich passe! Wer kennt das denn heute noch? Nur die Alten aus Altenburg?

Donnerstag, 29. August 2013

Büchner - Blome - BILD = BRD - Bald - Blöd?


Der Hamburger Nachrichtengigant, der " SPIEGEL " trieb nach dem Tod des einstigen Gründers und Herausgebers Rudolf Augstein schon bald in schweres Fahrwasser. Nicht nur, dass die Konkurrenz um den dickwanstigen " Fakten, Fakten,Fakten! " - Chef des " FOCUS " Markwort ihm vermeintliche Kunden und Leser abspenstig machten sollte, nein, auch die politische Grundrichtung des " Sturmgeschützes der Demokratie " verwässert sich zusehens. Die Nachfolger von Rudof Augstein als Chefredakteur kamen nur ansatzweise an die beruflichen Qualitäten des damaligen " SPIEGEL " - Herausgebers heran. Als größte Fehlbesetzung auf diesem Posten avancierte der langjährige " SPIEGEL " - Redakteur Stefan Aust. Aust mag zwar ein fundiertes Wissen über die Baader - Meinhof - Zeit vorweisen; von der übrigen Materie hat er keine Ahnung.

So entwickelte sich der Hamburger Nachrichtenkonzern schon bald in ein Magazin der Beliebigkeiten, dass je nach politischer Großwetterlage die Berichte unverbindlich neutral abdruckte, um nur ja keiner Klientel an das Bein zu pinkeln. Unter Aust´s Ägide wurden denn auch zusehens CDU - Fans und konservative Recihsbedenkenträger mit Informationen bedient. Was bei Augstein noch immer unter der Prämisse " Im Zweifelsfall eher links " galt, münzte Aust in " Im Zweifelsfall eher für den Profit " um.
Nach dem er gehen durfte - spät, aber wohl nicht zu spät - versuchten sich im Haus - damals noch " An der Brandstwiete " eine Doppelspitze. Georg Mascolo und Mattias Müller von Blumencron sollten dem angeschlagenen Dickschiff einen neuen Kurs geben.

Der Versuch endete im Frühjahr 2013 mit dem Rauswurf der beiden Chefredakteure. Nicht, weil sie unfähig waren, sondern wohl deshalb, weil sie uneins blieben. Die Zielrichtung war auch hier nicht klar. Die Tochter des Printmediums " SPIEGEL Online " wollte wohl mehr Selbständigkeit, sich von dem Druckerzeugnissen des Verlags abgrenzen. Wie dem auch sei, das Experiment mit der Doppelspitze scheiterte nach etwa fünf Jahren. Ein neuer Chefredakteur musste demnach her. Und der fand sich in Person des Journalisten und einstigen Chefredakteurs " SPIEGEL Online " Wolfgang Büchner.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_B%C3%BCchner

Büchner sollte fachlich von jedweder Seite als äußerst kompetent gelten. Schließlich kommt er aus dem Genre. Er kennt den Osten, die SPD und den " SPIEGEL " - aber nicht nur die. Wenn schon ein Neuanfang, dann zumindest mit einem Mann vom Fach. Wäre dann nur noch die Wahl eines stellvertretenden Chefredakteurs. Und hier beginnt es bereits zu rauchen im " SPIEGEL " - Haus an der Ericusspitze, dem piekfeinen, hanseatischem Ambiete in Hafensicht. Da wurde der Name Nikolaus Blome in das immer noch lodernde Feuer geworfen. Dieses führte sofort zu einer Explosion. Blome ist " BILD ", und " BILD " macht blöd, weil " BILD " bildet gerade nicht; schon gar nicht eine  Meinung. " BILD " verblödet, so wie andere Latrinenblätter auch, deren Ansinnen es ist, den Bundesdeutschen eben keine eigene Meinung zu vermitteln oder, wie es Urban Priol am Dienstagabend richtig erkannte: " DER SPIEGEL " vom einstigen Sturmgeschütz der Demokratie zum Zündplättchen ein Spiegelbild der Gegenwart ?

Nun, Blome wird wohl nicht zum Vize auserkoren. Auch wenn der Sohn des verstorbenen " SPIEGEL " - Gründers, Jakob Augstein, mit dem Nikolaus Blome beruflich durch die Diskussionsendung auf " PHOENIX " zu tun hat, dieses sehr gern möchte. Das Blome nicht in das erlauchte Redaktionsgebäude mit Elbeblick einzieht ist gut so. Denn: Blöd - Zeitung und " SPIEGEL ", das passt nicht. Das schließt sich schon von der Tradition her aus, und so sollte es auch zukünftig bleiben.

Mittwoch, 28. August 2013

Turtlesex! Aber bitte nicht so laut!



 Die heißen Tage während des Kurzbesuchs bei der einen Familienhälfte in Kroatien sind schon wieder ein paar Tage vorbei. So nach und nach konnten wir die Strapazen während der Rückfahrt durch den Südosten Europas, vor allem die Tschechische Republik, verarbeiten. Was blieb sind eine Vielzahl von Erinnerungsfotos auf der Speicherkarte der Digitalkamera. Und - ich hatte es durch den folgenden Alltagstrubel schon wieder vergessen - da befinden sich doch noch einige Bilder von den Hausschildkröten auf dem Chip.

Gesucht - gefunden!

Weil die drei Enkel von den eher possierlichen Tierchen hell weg begeistert waren, haben wir mal eben geguckt, was denn so ein Mini - Exemplar auf dem großen - meist illegalen - Markt der exotischen Hausmitbewohner kosten Würde:

http://www.dhd24.com/azl/index.php?anz_id=78719505

Da es sich ja um eine Dalmatinische Landschildkröte
( Testudo hermanni boettgeri var. hercegovinensis ) handelt, müsste sich der Kaufpreis so bei 75 Euro einpegeln. Wer mehr bezahlen möchte - bitte schön. Wer eine Griechische Schildkröte erwerben will - dem sei´s gegönnt, wenn er/sie es noch einige Scheinchen drauf packen muss.
Es gibt aber auch noch andere Gattungen, wie beispielsweise die Maurische Landschildkröte.
Genug der biologischen Verästelungen in der Zoologie.
Die Mitbewohner der " Villa Ina " im kroatischen Nest " Omis´", waren jedenfalls bei den Enkeln voll im Beschlag.


Da lagen denn täglich einige frischer Salatblätter in den abgesteckten Flächen unter den Feigenbäumen. Alsbald ließen sich die munteren Vierbeiner sehen, um das Festmahl zu beginnen. Im Nu waren die grünen Blätter vertilgt und die kleineren Familienmitglieder der Panzertiere verschwanden wieder in den Erdhöhlen.
Die drei größeren Exemplare machten sich indes über die Platten vor dem Haus auf die Reise in den hinteren Bereich des Grundstücks. Hier beoabchteten wir, dass die beiden Männchen einige Male einen bissigen Kampf vorführten. So lange, bis der unterlegene Rivale das Weite suchte. Der Sieger indes begann mit vergeblichen Versuchen seine noch vorhandene Kraft in Paarungsakrobatik zu verschwenden.

Ihm gelang es dabei nur sehr selten, das wesentlich größere Weibchen zu besteigen. Schlau, wie die gepanzerte Hausdame nun mal ist, verdrückte sie sich zwischen der Hauswand und den daran abgestellten Plastestühlen, so dass der sexsüchtige Liebhaber sie nicht besteigen konnte. Da verharrte die von den Paarungsversuchen sichtlich genervte Schildkröte eine Stunden, ehe es wieder an die eigentliche Hauptsache ging: dem Fressen.

Doch der Schildkrötengatte gab nie auf. Wie ein Schatten verfolgte er sie auf jeden Gang durch das Gelände, um nur ja keine Chance für einen kühnen Aufsprung zu verpassen. Nur selten willig, gab sie sich seinen Avancene dann doch hin und so paarten sie sich doch noch. Dabei gaben die Panzerträger seltsame, leicht grunzende Laute von sich. Liebe macht aber nicht nur Spass, sondern auch sehr hungrig. Nach einem relativ kurzen Aufsprung schüttelte das kräftigere Weibchen den Liebhaber wieder ab, um sich zum Fressen davon zu machen. Statt wollüstigem Grunzen war nun ein lautes Schmatzen zu hören. Muss Liebe schön sein!

Oder, wie es Konfuzius einst formulierte:
  • Essen und Beischlaf sind die beiden großen Begierden des Mannes.

Die Liebe ist das Gewürz des Lebens, sie kann es versüßen, sie kann es aber auch versalzen.

An Tagen wie diesen: Der Ball rollt, die Trainerköpfe auch, der Rubel obendrein!


Kaum hat nicht nur die 51. Fußballbundesligasaison begonnen, da gab es auch schon die ersten Trainerentlassungen.Zunächst traf es den Coach der SG Dynamo Dresden Peter Pacult. Eigentlich saß er bereits nach dem Ende des zweiten Relegationsspiels gegen den VFL Osnabrück auf dem Schleuderstuhl. Obwohl der Österreicher aus beiden Spielen als Sieger hervor ging.
Die Chemie stimmte denn wohl auch beim zweiten Anlauf von Pacult in der sächsischen Landeshauptstadt nicht so recht. Weswegen ja bereits nach dem Abpfiff des VFL - Spiels in Dresden gemunkelt wurde, dass die Dynamos nicht mehr mit P. P. planen würden. Gerüchte hin, Wahrheit her. Vier Pflichtspiele nach dem Saisonstart, aus denen D. D, nur magere zwei Pünktchen ernten konnten, kam die sofortige Freistellung von seiner Funktion als Cheftrainer.
Aber auch Steffen Menze konnte in dem Montagspiel bei dem FC St. Pauli nicht den erhofften Punkt, geschweige denn - trotz 1:0 - Führung - drei Zähler mit nach Dresden nehmen.
Schade, denn die Dynamos waren nicht so schlecht, wie es der derzeit letzte Tabellenplatz aussagt.
Was bleibt also?

Zumindest die Erkenntnis, dass nach dem geschassten Trainer Loose, nun auch sein Nachfolger flog. Die Suche nach einem Trainer sich wohl nicht so einfach gestaltet, der Kader der SG eigentlich zweitligareif ist, was sich von der Vereinsführung offensichtlich nicht sagen lässt.
Dynamo muss beim kommenden Heimspiel gegen den FC Ingolstadt drei Punkte einfahren, sonst wird die Luft da unten immer dünner und der gleiche Abstiegs - Sermon wie in der vergangenen Saison den Verein und vor allem die Mannschaft stark belasten. das muss nicht sein.

Vielleicht wäre ja Patrick Sander ein passender sportlicher Leiter. Vielleicht könnte er aus dem Kader dass heraus holen, was tatsächlich vorhanden ist?

Sander musste bei Carl Zeiss Jena gehen. Der Verein entließ den Coach nach einem eher dürftigen 1:1 gegen den Berliner Klub FC Viktoria. Die Jenenser stehen nach 4 Spielen mit 6 Punkten auf  Tabellenrang 6. Das heißt noch gar nichts. Trotzdem musste Patrick Sander gehen. Möglicherweise strebte der FC Carl Zeiss den Aufstieg in die 3. Liga an und benötigt dazu mehr Impulse als sie Sander und sein Co - Trainer Hosmang zu geben vermochten. Auch in Jena wird sich die Suche nach einen Nachfolger eher schwierig gestalten. Der Etat ist schmal und die Erwarten aus dem Umfeld des thüringischen Traditionsvereins sind eher hoch. Das passt dann nicht zusammen.

Dann traf es am Sonntag den ersten Bundesligatrainer. Bruno Labbadia durfte beim VFB Stuttgart gehen, Die Schwaben stehen mit Null Punkten aus drei Pflichtspielen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die bisherigen Pflichtspiele sowie das Euroleague - Qualifikationsspiel bei dem kroatischen Erstligisten HNK Rijeka waren alles andere als eine. Bruno Labbadia hatte bereits zum Saisonbeginn keinen leichten Stand,denn auch bei dem " Spätzle " - Verein sind die Erwartungen zu jeder Saison hoch. Da wird es schwierig, dem gerecht zu werden.Nun hat der VFB Stuttgart schnell einen Ersatz gefunden. Einen jungen, eher unverbrauchten Coach mit Namen Thomas Schneider. Der 40jährige war einst Profi beim VFB und soll die Geschicke des Klubs bis 2015 leiten. Ob Bobic und die übrigen Verantwortlichen eine gute Wahl getroffen haben, muss sich jedoch bereits beim nächst Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim, dem ersten Derby, dann auswärts bei Hertha BSC Berlin und im September gegen Eintracht Frankfurt zeigen.
Um die unteren Tabellenränge zu verlassen müssen aus den drei Spielen mindestens 5 Punkte her. Nur, wie?

Gefährdet sind indes weitere Trainerposten. So kann der Schalker Coach Jens Keller mit einer weiteren Galgenfrist rechnen, da die Gelsenkirchener die CL - Gruppenspiele erreicht haben. Das Rückspiel bei dem griechischen Qualifikaten PAOK Saloniki, dass vor leeren Rängen absolviert werden musste, war fußballerisch kein Leckerbissen. Es lebte von der Spannung, denn die Schalker führten jeweils mit 1:0 und 2:1, ehe eine überragender Julian Draxler den Siegtreffer vorbereitete.
Der FC Schalke 04 kann nun auf zweistellige Millioneneinnahmen aus der CL hoffen. Ob es dem Verein damit in der BuLi besser geht muss bezweifelt werden.
Keller hat weiterhin Feuer unter dem Sessel.

Das gilt auch für den HSV - Coach Fink. Hier stimmt vieles nicht. Zurzeit quält sich der hanseatische Traditionsverein mühsam in der Liga herum. Nach einem Unentschieden und zwei Niederlagen sowie 4:9 Toren, liegt der Hamburger SV - zusammen mit dem FC Schalke 04 - nur auf dem 15. Platz. Für den Hamburger Fußballverein kein Vergnügen. Zumal es auch in der Mannschaft heftig rumort. Fink muss Erfolge aufweisen, sonst fliegt er nach Labbadia und noch vor Jens Keller.

Ansonsten stimmen die Rahmenbedingungen zum Start der 51. Spielzeit. Die Stadion sind zumeist ausverkauft oder zumindest gut besucht und der Rubel rollt. Mal wieder.

Gladbeck - Bremen - Bad Honnef: 25 Jahre nach der Geiselnahme.


Als der Morgen des 16. August  des Jahres 1988 gegen 5.30 Uhr die Nacht langsam vertrieb, die Sonne gegen 6.10 Uhr aufging und der Berufsverkehr eine Stunde später in dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein - Westfalen im vollen Gange war, machten sich zwei - von einigen Postillen zum " Berufsverbrecher " abgestempelte - Männer in der Nähe der Filiale der " Deutsche Bank " im Gladbecker Stadtteil Rentfort - Nord auf, um über ein Oberlicht des Gebäudekomplexes in den Gewerbekomplex einzusteigen. Dort gelang es ihnen gegen 8.00 Uhr ca. 100.000 Euro ( damals 120.000 DM ) aus der Bankfiliale zu erbeuten. Später verlangte das Duo weitere 250.000 Euro ( zu dem Zeitpunkt etwa 300.000 DM ) und einen Fluchtwagen.

Der weitere Verlauf des Raubüberfalls mit Geiselnahme ist hinlänglich bekannt und wurde von der Presse, in diversen Berichten einiger Fernsehsendern sowie in einem Buch detailliert beschrieben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnahme_von_Gladbeck

http://www.ndr.de/geschichte/chronologie/achtzigerjahre/gladbeck104.html

http://www.radiobremen.de/fernsehen/buten_un_binnen/themen/studiogast-gladbeck100.html

http://www.morgenpost.de/politik/article834337/Gladbeck-Geiseldrama-mit-Reporter-auf-der-Rueckbank.html

http://www.radiobremen.de/politik/dossiers/geiseldrama/folgen-opfer100.html

Das Verbrechen von Gladbeck und Bremen endete später, so wie es eigentlich schon begonnen hatte: In einem Fiasko, da die Polizeibehörden nicht koordiniert eingriffen und durch Kompetenzrangelei sich eher gegenseitig blockierten.
Für mich als damaliger Bewohner der Hansestadt Bremen, der sowohl die beiden später zur Geisel genommen jungen Frauen aus dem Landgericht und der kleinen Zoohandlung im Viertel vom Sehen und durch ihre Berufstätigkeit her kannte, könnte sich der Bremer Teil des dramatischen Tatablaufs so lesen:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13494616.html

Etwa ein Jahr später beginnt vor der Großen Strafkammer, als Schwurgericht, des Landgerichts Essen der Prozess gegen die beiden Haupttäter Rösner und Degowski sowie die Beteiligte Löblich. Im März 1991, nach 19 Monaten Verhandlungsdauer, werden alle drei verurteilt. Ein einstiger Kommilitone und späterer Kollege in Bremen vertrat damals die Eltern des erschossenen Italieners Emanuele di Giorgi. Das Mandat erhielt er über seine italienische Ehefrau, die natürlich sprachlich weiter helfen konnte. Kollege Hans Werner L. schilderte mir später, dass der Verhandlungsmarathon belastend gewesen sei, weil durch die ständige Fahrerei von Bremen nach Essen der übrige Kanzleibetrieb beinahe zum Erliegen kam. Der von ihm betrieben Aufwand, wie allein das Kopieren der enormen Aktenmengen, bezeichnete er einst als immens. Auch finanziell waren die 19 Monate Prozess eher überschaubar.
So endete der justitiable Teil des so genannten " Gladbecker Geiseldramas ".

Zuvor gab es noch die Aufarbeitung der Begleitumstände. Der damals zuständige Innensenator der Freie Hansestadt Bremen Bernd Meyer ( SPD ) trat auf öffentlichen Druck von seinem Amt zurück. Der nordrhein - westfälische Landesinnenminister Herbert Schnoor ( SPD ) blieb trotz der Kritik an seiner Amtsführung auf seinem Posten. Der bundesdeutsche Presserat rügte öffentlich das Verhalten einiger Medienvertreter während des gesamten Tatzeitraums, da dieses zum Teil nicht mit den Ethikgrundsätzen der journalistischen Arbeit vereinbar gewesen sei.

Die Eltern des erschossenen Emanuele di Giorgi erhoben nach dem Ende der Verbrechensorgie schwere Vorwürfe gegen die verantwortlichen Stellen. Sie zogen alsbald zurück nach Italien, weil die damals mit ihrem Bruder im Bus anwesende Tatiana di Giorgi die Erlebnisse bis heute nicht verarbeiten konnte.
Die Mutter der erschossenen Silke Bischoff lebt heute zurückgezogen in einem kleinen Ort bei Bremen. Auch sie hat den Tod ihrer Tochter nie verwunden.
Von den Angehörigen des während des Polizeieinsatzes tödlich verunglückten Beamten ist nichts näheres bekannt. Ein tragischer Verkehrsunfall? Mehr nicht?

Marion Löblich verbüßte 2/3 ihrer 9jährigen Haftstrafe und wurde im August 1994 auf Bewährung entlassen. Sie erkrankte später aufgrund ihrer Tablettensucht  und lebt heute bei Magdeburg in Sachsen - Anhalt.
Dieter Degowski, inzwischen Mitte 50 befindet sich weiterhin im Vollzug. Ebenso der Mittäter Rösner. Die jeweils eingereichten Gnadengesuche wurden von verschiedenen Gerichten abgelehnt. Eine Haftentlassung könnte eventuell in drei Jahren erfolgen.

Ines Voitle schließlich, die Freundin der erschossenen Silke Bischoff, bediente mich schon wenige Wochen nach dem 18. August  in der Zoohandlung Vor dem Steintor im Bremer Viertel, als ich dort einige Male Papageienfutter und Streusand für den Käfig kaufte. Sie heiratete später und trägt heute einen anderen Familiennamen. Vor einigen Tagen gab sie Radio Bremen Fernsehen ein längeres Interview.
Die Ereignisse von vor 25 Jahren werden auch sie wohl nie wieder los lassen.

Die Journalisten - und Medienmeute, die einst sensationsgeifernd die Tage des " Gladbecker Geiseldramas " mundgerecht aufarbeiteten, hat gezeigt, dass die 80er - Jahre - Spaßgesellschaft sich nicht nur in einen publicity - und Medien geilen Haufen wandelte, sondern dass die Öffentlichkeit längst zu einem Rummelplatz, vieler, von den Medien dann hoch stilisierter Einzelpersonen umfunktioniert wurde. Die beiden Versager Rösner und Degowski waren auf einmal wer. Dazu kam auch die eher bislang im Leben gescheiterte Marion Löblich als weiblicher Pendant. Das Trio als Regisseure eines westdeutschen Western. Die Helden des Bösen, hofiert, protegiert und angestiftet von der Journaille und ihren Hilfssheriffs mit Diktiergerät, Stenoblock, Mikrophon und Photoapparat.

Was für ein heldenhaftes Auftreten!

Der 16. August 1988 war wettermäßig kein besonderer Tag. Die Temperaturen lagen tagsüber im Durchschnitt bei 22 Grad. Es gab örtliche Regenschauer, ansonsten war es sonnig.
Der Monat August 1988 war für einige Bundesdeutsche ein durchaus besonderer, denn am 08.08. 1988 gaben sich auffällig mehr Paare das Ja- Wort bei der Eheschließung. Der Drang, sich von der grauen Masse abzusetzen ist auch da deutlich erkennbar. Dann war noch das Unglück auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein in der Oberpfalz. Es jährt sich am 28. 08. zum 25. Mal.
Das Jahr 1988 war politisch betrachtet ein besonderes Jahr, denn ein gewisser Michail Gorbatschow erklärte im fernen Moskau, der Hauptstadt der einstigen Sowjetunion, dass jedes Land für seine Entwicklung selbst verantwortlich sei ( " Glasnost und Perestroika in Reinkultur? ), was zu Beginn der 90er Jahre zur Auflösung des Ostblocks führen sollte.

Heroes - David Bowie:

I
I will be king
And you
You will be queen
Though nothing will
Drive them away
We can beat them
Just for one day
We can be Heroes
Just for one day

And you
You can be mean
And I
I'll drink all the time
'Cause we're lovers
And that is a fact
Yes we're lovers
And that is that

Though nothing
Will keep us together
We could steal time
Just for one day
We can be Heroes
For ever and ever
What d'you say

I
I wish you could swim
Like the dolphins
Like dolphins can swim
Though nothing
Will keep us together
We can beat them
For ever and ever
Oh we can be Heroes
Just for one day

I
I will be king
And you
You will be queen
Though nothing
Will drive them away
We can be Heroes
Just for one day
We can be us
Just for one day

I
I can remember
Standing
By the wall
And the guns
Shot above our heads
And we kissed
As though nothing could fall
And the shame
Was on the other side
Oh we can beat them
For ever and ever
Then we can be Heroes
Just for one day

We can be Heroes
We can be Heroes
We can be Heroes
Just for one day
We can be Heroes
We're nothing
And nothing will help us
Maybe we're lying
Then you better not stay
But we could be safer
Just for one day 



Sonntag, 25. August 2013

Roxy Music und " Jealous Guy ": Wie ein John Lennon - Titel zur Nummer 1 avancierte.

Über 4 Dekaden nach Gründung einer der bekanntesten " Art - Rock " - Formationen, nämlich " Roxy Music " lässt sich - auch wenn nicht jeder diesen Stil mag - uneingeschränkt feststellen, dass Brian Ferry exzellent singen kann und seine weiteren Mitstreiter ihre Instrumente beherrschen.
In dieser Kombination von erforderlichen Grundbedingungen, etablierte sich die Truppe rund um die Engländer Brian Eno, Andy Mackay und Brian Ferry, der sich dann etwas später noch  Phil Manzanera ( er stieg für den Ex - " The Nice " - Gitarristen David O´List ein ), Graham Simpson und Paul Thompson anschlossen, über viele Jahre am internationalen Musikmarkt.

Nach 5 Jahren wurde die Band aufgelöst, da Ferry, Manzanera und Mackay sich Solo - bzw. anderen Projekten widmeten. Während einer Interimsphase trafen sich die drei Musiker jedoch wieder und ließne 1979 " Manifesto ", das sechste Studioalbum einspielen. Zwischenzeitlich erschien ein " Live " - Zusammenschnitt aus den Jahren ab 1973 ff., auf dem die Gruppe jedoch nicht mehr mit Brian Eno zu hören ist.
Nach der LP " Flesh and Blood  " 1980 sowie " Avalon " 1982 begaben sich Ferry und Co. auf mehrere ausgedehnte Tourneen. Nach dem Ende eines USA - Gigs im Jahre 1983, beendete Ferry erneut die Zusammenarbeit mit der Gruppe, die von ihm ausgelöst wurde. Aus dieser Zeit stammt auch eine EP mit dem Titel " The High Road ", die " Roxy Music " mit vier Stücken veröffentlichte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Roxy_Music

Der absolute Top - Titel ist das einst, nämlich 1971 von John Lennon komponierte Stück " Jealous Guy "    
 http://de.wikipedia.org/wiki/Jealous_Guy

Die Band um Ferry, Mackay und Manzanera befanden sich auf einer Deutschland - Tournee als sie am 8. Dezember 1980 von dem Tod des Ex - Beatle John Lennon erfuhren. Die Gruppe spielte daraufhin spontan den Lennon - Titel " Jealous Guy " und produzierte nach Ende der Konzertreise in einem Londoner Studio eine Single - Version des Stücks. Diese landete als Nummer Eins - Hit in den europäischen Charts.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Roxy_Music#Nummer_Eins_in_England

Lennons Tod vor beinahe 33 Jahren, der nicht nur die Musikbranche erschütterte, ließ auch einen Traum vieler " Beatles " - Anhänger jäh zerplatzten, die von der Hoffnung getragen waren, dass sich die Gruppe wieder vereinigen könnte.
Und so bleiben für die Fans der vier Liverpooler nur die Erinnerungen an ihre gemeinsamen Jahre, wie der Text von " Jealous Guy " es beschreibt und wie es Brian Ferry gesanglich in vollkommener Form herüber bringt:

I was dreaming of the past
And my heart was beating fast
I began to lose control
I began to lose control

I didn't mean to hurt you
I'm sorry that I made you cry
I didn't mean to hurt you
I'm just a jealous guy

I was feeling insecure
You might not love me anymore
I was shivering inside
I was shivering inside

I didn't mean to hurt you
I'm sorry that I made you cry
I didn't want to hurt you
I'm just a jealous guy

I was trying to catch your eye
I thought that you was trying to hide
I was swallowing my pain
I was swallowing my pain

I didn't mean to hurt you
I'm sorry that I made you cry
I didn't mean to hurt you
I'm just a jealous guy



Samstag, 24. August 2013

Der Sommer kommt und geht schnell vorbei.


 Nun sind sie auch vorbei, die Großen Ferien, die Sommerferien in Sachsen im Jahr 2013. Aber nicht nur hier, denn bis auf Baden - Württemberg, Bayern und Sachsen - Anhalt, die noch einige Tage schulfrei verbuchen können, müssen alle anderen Bundesländer längst wieder ran. Aber nicht nur die Ferien sind - oder werden bald beendet sein, sondern auch der meteorologische Sommer dieses Jahres verabschiedet sich in 8 Tagen und lässt den Herbst den Vortritt; kalendarisch dauert es ja noch weitere vier Wochen, ehe die dritte Jahreszeit beginnt.

Da lässt sich schon mal eine Zwischenbilanz ziehen. Mit diesem Sommer können doch die meisten Europäer hoch zu frieden sein. Er brachte uns viel Sonnenschein, knackige, ja manchmal so gar heiße Tage und volle Freibäder, Badeseen sowie Touristenmassen an den Nord - und Ostseestränden. Die dortigen Geschäftsleute sowie Vermieter dürfen sich getrost die Hände reiben. Es wird eine sehr gute Saison zu Ende gehen, weil das Wetter tatsächlich mitspielte.

Wäre nicht die zweite, so genannte Jahrhundertflut, Ende Mai ( ab dem 30. 05. ) und zu Beginn des Juni 2013 über einige europäische Länder sowie große Teile Bayerns, Thüringens, Sachsens, Sachsen - Anhalts und Niedersachsens sowie Regionen in Baden - Württemberg gekommen,

http://de.wikipedia.org/wiki/Hochwasser_in_Mitteleuropa_2013

Die Auswirkungen der weiteren Sintflut in der deutschen Landen, wurden alsbald sichtbar. Neben einigen Millionen zurück gelassenen Sandsäcken, die stinkend vor sich her faulten, einigen Hunderttausend Tonnen an Unrat, der sich auf einige Tausend Quadratkilometer verteilte und nur langsam wieder eingesammelt werden konnte, brüteten Myriaden Mücken ihre Nachkommenschaft aus, die dann in Wolken über Mensch und Tier fielen, um deren roten saft zu saugen.


Nein, die Hinterlassenschaften des Hochwassers waren so schnell nicht zu beseitigen. Genauso, wie die Milliarden - Schäden, die die Flut verursacht hatte. Merkel und Konsorten gingen auf Katastrophen - Tour, um Wahlkampf zu machen, versprachen den Geschädigten " schnelle und unbürokratische Hilfe ". Geld gab es aber nur tröpfchenweise, obwohl das Wasser in Kubikmetern pro Sekunde sich auf die Anwohner und deren hab und Gut ergoß.

Die Mücken blieben, die Schäden konnten nach und nach beseitigt werden, die Sandsäcke wurden abtransportiert - germanisches Herz, was willst du mehr?

Der Sommer kam, brachte die Sonne, führte zu überfüllten Notaufnahmen und ging schnell vorbei. Immerhin blühte und grünte es um uns herum. Und wer nicht gerade seinen Allerwertesten im noch heißeren Süden bräunen ließ, konnte wegen der hohen Luftfeuchtigkeit, den tropischen Nächten sowie dem Dauerlärm aus irgendwelchen Gartenanlagen und Lokalitäten, doch tatsächlich bis Mitternacht draußen auf dem Balkon oder der Terrasse verbringen, den zirpenden Grillen lauschen oder schallendem Gelächter aus der Nachbarschaft. Sommer 2013, das war endlich das, was damals der leider viel zu früh verstorbene Rudi Carrell verlangte:

Wir brauchten früher keine große Reise. 
Wie wurden braun auf Borkum und auf Sylt. 
Doch heute sind die Braunen nur noch Weise. 
Denn hier wird man ja doch nur tiefgekühlt. 
Ja früher gab's noch Hitzefrei. 
Das Freibad war schon auf im Mai. 
Ich saß bis in die Nacht vor unserem Haus. 
Da hatten wir noch Sonnenbrand 
und Riesenquallen an dem Strand, und Eis 
und jeder Schutzmann zog die Jacke aus. 

Wann wird's mal wieder richtig Sommer
ein Sommer wie er früher einmal war? 
Ja mit Sonnenschein von Juni bis September 
und nicht so naß und so sibirisch 
wie im letzten Jahr. 

Und was wir da für Hitzewellen hatten 
Pulloverfabrikanten gingen ein. 
Da gab es bis zu 40 Grad im Schatten 
Wir mußten mit dem Wasser sparsam sein 
Die Sonne knallte ins Gesicht 
da brauchte man die Sauna nicht. 
Ein Schaf war damals froh wenn man es schor 
Es war hier wie in Afrika 
Wer durfte machte FKK 
Doch heut, heut summen alle Mücken laut im Chor 

Wann wird's mal wieder richtig Sommer
ein Sommer wie er früher einmal war? 
Ja mit Sonnenschein von Juni bis September 
und nicht so naß und so sibirisch 
wie im letzten Jahr. 

Der Winter war der Reinfall des Jahrhunderts 
Nur über tausend Meter gab es Schnee 
Mein Milchmann sagt: Dies Klima hier wen wunderts, 
denn Schuld daran ist nur die SPD. 
Ich find das geht ein bißchen weit 
doch bald ist wieder Urlaubszeit 
und wer von uns denkt da nicht dauernd dran 
Trotz allem glaub ich unbeirrt 
daß unser Wetter besser wird 
nur wann, und diese Frage geht uns alle an! 

Wann wird's mal wieder richtig Sommer 
ein Sommer wie er früher einmal war? 
Ja mit Sonnenschein von Juni bis September 
und nicht so naß und so sibirisch 
wie im letzten Jahr.

Vor einigen Tagen las ich in irgendeinem Nachrichtenportal, dass der Winter bereits Anfang November beginnen soll; mit Frost, Schnee und Straßenglätte. Vielleicht ist das ja auch nur eine Zeitungsente und der Sommer endet erst gar nicht.

Freitag, 23. August 2013

Unterwegs nach Süden - 2013


Ich bin unterwegs nach Süden und will weiter bis ans Meer
Will mich auf heiße Kiesel legen, und dort brennt die Sonne mir
Die Narben aus dem Nacken, jeden Kratzer, jeden Fleck
Dass von den tausend Händen, die mich das ganze Jahr
Befingert und geschlagen haben, keine Spur mehr übrig bleibt
Und wenn der Wind mir fetzenweise meine alte, tote Haut
Vom Rücken fegt als weiße Asche, steh' ich auf und bin gesund






Ich bin unterwegs nach Süden und will weiter bis ans Meer
Doch ich bin längst nicht mehr sicher, ob die Sonne diesmal hilft
Sie brennt so heiß wie immer, aber unter meinem Hemd
Spür' ich, wie die Kälte meine Haut zusammenzieht
Aber der Schweiß in meinen Stiefeln kocht und frißt an meinen Zeh'n
Und von dort, woher ich komme, trägt der Wind mir den Geruch
Von halb vergess'ner alter Angst, von Hass und Ekel wieder zu






Ich bin unterwegs nach Süden will nicht weiter bis ans Meer
Ich bin müde, will nur schlafen. Morgen, morgen schreibe ich
Meine Träume auf und sehe wie in der Vergangenheit
Der Schmutz in meinen Eingeweiden, im Rückenmark, im Hirn
Begonnen hat zu faulen und zu Gift geronnen ist
Morgen werde ich dann wissen, wie es heißt, woher es kommt
Und wenn ich erst den Namen kenne, bringt dies Gift mich nicht mehr um.









After Midnight, We´Re Gonna Le It All Hang Out - John Weldon Cale hat diese Welt für immer verlassen.


 Unsere schnelllebige Zeit lässt oft nur wenig Raum, um in Erinnerungen schwelgen zu können. Auf der Jagd nach immer neuen Lebensinhalten, die sich schon bald  als " aufgepimptes " Altbekanntes selbst entlarven, fallen dem amüsierten Beobachter dieses unsäglichen Treibens,  häufig wieder Dinge ein, die er eigentlich in seinem Langzeitgedächtnis abgespeichert hat. Beim Bemühen, eben jene Informationen mit aktuellen Nachrichten zu verknüpfen, entsteht bei mir manchmal der Eindruck, dass viele Begebenheiten in irgendeiner Form voraussehbar sind. Wenn diese jedoch eintreten, sind es eben keine Überraschungen, auch wenn sie von den Medien so dargestellt werden.

Als der Musiker J.J. Cale der vormals reaktionären CDU - Postille aus dem Hause Springer, " Die Welt " am 11.10.2009 ein Interview gab, äußerte er sich damals - eher altersmilde - über sein Künstlerleben, jenes danach und stellte lapidar fest: " Ich werde die 75 nicht erreichen. "
Er sollte leider Recht behalten.

http://www.welt.de/kultur/article4742383/J-J-Cale-Ich-werde-die-75-nicht-erreichen.html

John Welden " J. J. " Cale verstarb am 26. Juli 2013 im Alter von 74 Jahren in La Jolla bei San Diego / Kalifornien an einem Herzinfarkt.
Mit ihm ging auch ein Typus eines Singer - Songwriter, dessen Bestreben es war, über viele Dekaden eine Fusion verschiedener Musikstile, nämlich des Blues, Rockabilly, Jazz und Countrystile herzustellen, die seinen Stil eben einmalig werden ließ. Cale, das waren natürlich in den 70ern, die bekannten Stücke " After Midnight ", " Cocaine " oder " Call Me the Breeze ", das waren aber jene LP - Cover, die eigentlich in keiner Sammlung eines gut sortierten Rockmusik - Freundes fehlen durften.

Als da waren:

- Naturally: Die LP mit dem Waschbären, der Zylinder und Stock trägt und dem vor ihm liegenden Besset Hound ( Hush Puppie ), einer Hundeart, die die Eigenschaft entwickelt hat, sich maßlos voll zu fressen, bunt, mit hell blauem Hintergrund. Hierauf befindet sich die Cale - Version des Welthits " After Midnight ", den u.a Sir Eric Clapton,auf einigen seiner Tonträger veröffentlichte.

http://en.wikipedia.org/wiki/Naturally_(J._J._Cale_album)

- Es folgte 1973 das zweite Album mit dem Titel " Really ". Auch diese LP, die in einer Coverhülle steckt, das ein Fanatsiegebilde, in dem der Name J.J. Cale erkennbar wird,mit weißen Grund, zeigt, gehört zweifelsohne zu Standardrepertoire eines Fans. 

http://en.wikipedia.org/wiki/Really

Das folgende, das dritte Cale - Album wiederum wird 1974 veröffentlicht. Mit I Got the Same Old Blues enthält es eine Komposition, die von weiteren Musikgrößen, wie Clapton, Captain Beefhard oder auch Brian Ferry gecoverd wurde. J.J. Cale bliebt auch hier seine Linie treu, keine überlangen Stücke einzuspielen, womit die Songs allenfalls bis 4 Minuten gehen. Der oft groovig - bluesige Sound indes, macht sie eher noch kurzweiliger. Typisch Cale, eben.

http://en.wikipedia.org/wiki/Okie_(album)

1976 erscheint " Troubadour ", auf dem der Welthit " Cocaine " enthalten ist. 
Wieder ein absolut gelungenes Album, inmitten der Hard - bis Glamourrockzeiten ändert der US - Amerikaner gerade nicht seinen Stil; lässt sich nicht verbiegen, um Moneten zu scheffeln. 

http://en.wikipedia.org/wiki/Troubadour_(J.J._Cale_album)

Mit " 5 " - also einem namenlosen Album - legt Cale eine LP vor, die jazzig - bluesige Grundzüge vorweist. Exzellente Studiomusiker hat er deshalb dafür um sich geschaart: Carl Radle ( Bassgitarre ), Billy Cox ( Bassgitarre, der einst in der Formation von Jimi Hendrix spielte ) und Terry Williams (Horns ). Die 70er endeten und J.J. Cale blieb dennoch bei seinem Musikstil.

http://en.wikipedia.org/wiki/5_(J.J._Cale_album)

Ein Jahr darauf veröffentlichte Cale das Album " Shades " auf dem sich mit " Carry On ", " Pack my Jack " und " Cloudy Days " wirkliche Ohrwürmer befinden. Sehr sehr gelungenes Album zu Beginn der 80er Dekade. 

http://en.wikipedia.org/wiki/Shades_(J.J._Cale_album)

Ein Jahr später, also 1982, erschien " Grasshopper " für mich das melodiöseste Album bislang. Mit " Downtown L.A. ", " " You Keep Me Hanging On " oder auch " City Girls " zeigt Cale sich von seiner virtuosen Seite. 

http://en.wikipedia.org/wiki/Grasshopper_(J.J._Cale_album)

Die Cale - LP " 8 " habe ich dann nicht mehr gekauft. Vielleicht, weil ich sie wegen des gesamten New Wave - , NDW - und Punk - Drecks, der in den Regalen stand und diese vermüllte, übersah. Cale veröffentlichte seine 8 LP 1983. " Money Talks " indes, befindet sich auf einem Live - Album, dass ich mir Jahre später als CD zulegte.

http://en.wikipedia.org/wiki/8_(J.J._Cale_album)



Es folgten dann noch:

- Travel - Log 1990

http://en.wikipedia.org/wiki/Travel_Log

- Number 10 im Jahre 1992

und
  • Closer to You (1994)
  • Guitar Man (1996)
  • Anyway the Wind Blows: The Anthology (1997)
  • The Very Best of J.J. Cale (1998)
  • Universal Masters Collection (1999)
  • Live (2001)
  • To Tulsa and Back (2004)
  • The Road to Escondido (2006) mit Eric Clapton
  • Rewind: Unreleased Recordings (2007)
  • Gold (2007)
  • Roll On (2009) (DE: #32)
  • The Silvertone Years (2011)

Absolut herausragend aus den weiteren Veröffentlichungen sind das 2001er " Live " - Album sowie das zusammen mit Eric Clapton und anderen Musikgrößen 2006 eingespielte Album " The Road to Escondido ", dass dem kurz zuvor verstorbenen Pianisten Billy Preston gewidmet ist. 

J.J. Cale verabschiedete sich von seinen vielen Fans musikalisch im Jahre 2011 mit dem Album " The Silvertone Years " und dem letzten Stück " End of the Line ".


http://www.allmusic.com/album/the-silvertone-years-mw0002064513

Er hat wohl bereits da gewusst, dass sein Lebenslicht langsam, aber sicher erlischt. Die Musikanhänger können nach seinem Tod auf ein erfülltes, über 40 Jahre andauerndes Wirken in der Musik zurück blicken, denn es bleiben die vielen Tonträger auf Ewigkeit erhalten. Er verabschiedete sich still, leise, lautlos aus dieser Welt, die - während er auch dann noch seinen Groovie - Sound spielte - obwohl sich das Gefüge rund herum längst dramatisch verändert hatte und Zehntausende an Eintagsfliegen den kritischen Musikfreund mit unerträglichem Schund zumüllten - ihn beinahe in Vergessenheit geraten ließ. Er schrieb dennoch seine ungezählten Songs selbst, weil Musik für ihn keine Wegwerfware, kein Einweg - Artikel war.

 Danke, J.J. Cale! 

After midnight, we're gonna let it all hang out
After midnight, we're gonna chug-a-lug and shout
We're gonna cause talk and suspicion
Give an exhibition
Find out what it is all about
After midnight, we're gonna let it all hang out
After midnight, gonna shake your tambourine
After midnight, it's gonna be peaches and cream
We're gonna cause talk and suspicion
Give an exhibition
Find out what it is all about
After midnight, we're gonna let it all hang out
After midnight, we're gonna let it all hang out

http://de.wikipedia.org/wiki/J._J._Cale

Donnerstag, 22. August 2013

" You Need Coolin´, Baby I´m Not Foolin´" - Eine Bluesrockröhre mit Namen Robert Plant wurde 65.



Ehre, wem Ehre gebührt! Da durfte am Dienstag, den 20. August, also in der begonnen vierten Woche dieses heißen Monats, der gebürtige Engländer Robert Anthony Plant seinen 65. Geburtstag feiern. Einige Minuten lang sendete MDR Info einen Bericht des Redakteurs Rainhardt Bartusch, der sich mit dem Sänger und Musiker aus der Stadt West Bromwich in der Grafschaft Staffordshire befasste. Da ich den Radio Bremen Mitarbeiter Rainhardt Bartusch ( http://www.radiobremen.de/bremeneins/team/redaktion/reinhardtbartusch100.html )seit vielen, vielen Jahren als Autor und Redakteur kenne und seine Beiträge immer als exzellent recherchiert empfand, hörte ich an diesem Dienstagmorgen ganz besonder genau zu.

Nun, so viele Neuigkeit zu der Biographie des Robert Plant konnte er natürlich nicht mitteilen, denn Plant gehörte ja über viele Jahre zu der Welt bekannten, erfolgreichen sowie einer der kreativsten Rockformation mit dem Namen " Led Zeppelin " ( Für Fans kurz: Zep ).

http://www.mdr.de/mediathek/radio/mdr-info/audio626934_zc-65f871a3_zs-cd049873.html

Sein bisheriger Lebensweg ist unter anderem auch hier nachzulesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Plant

Da ja über " Led Zeppelin " und danach über ihren Sänger und Mundharmonikaspieler Robert Plant fast alles geschrieben und gesagt ist. Ich behaupte dieses einfach mal so aus dem Stegreif, möchte ich das gesamte Material hier nicht erneut wieder käuen, sondern berichte einfach, wie mir " Zep " zum ersten Mal auf die Ohren gehauen wurde.

Im zarten Alter von 16 Jahren wurde ich ab dem 1. April 1969 in die verkackte Berufswelt der Erwachsenen geworfen. Ich beabsichtigte, nein, ich musste, eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann beginnen. Damals war dieser Berufsweg noch etwas wert, weil die Ausbildung - zumindest in der Berufsschule - durchaus anspruchsvoll war. Dennoch hielt sich meine Motivation hierzu in engen Grenzen. Ich hatte andere Flausen im Kopf. Musik und Fußball, Fußball und Musik. Bei Musik spielte sich sehr rund viel um die " Stones ", Gruppen, wie " The Who " " The Kinks " " The Animals " usw. usf. ab.
Später kamen dann Bands, wie " The Cream ", " Ten Years After " oder " Chicago Transit Authority " und viele mehr, dazu. Meine Vinyl - Sammlung ( zunächst nur aus Single bestehend ) wurde von Monat zu Monat umfangreicher.

Es muss wohl ein eher trüber Tag Anfang März gewesen sein, als mir ein Lehrling und Mitleidender während des Gangs über den Hof des Ausbildungsbetriebs und des dortigen Eisenlagers, innerhalb eines kurzen Gesprächs den Namen " Led Zeppelin " und " Whole Lotta Love " steckte. Er empfahl mir, in eine Hitparade hinein zu hören, dort sei der Titel inzwischen auf Platz 1 gelandet.
Warum er mir, ausgerechnet mir, der ich nicht einmal im 2. Lehrjahr war, diese Neuigkeit weiter gab, war nicht klar. Es ist mir eigentlich auch nie klar geworden, denn er hat es mir nie sagen können. Einige Wochen später hatte er ausgelernt und verließ die Hermann Altenburg KG in Bückeburg, weil er zum Barras musste.
So kann ich nur vermuten, dass er aus meiner längeren Haarpracht, die ich während der Anwesenheit in dem Ausbildungsbetrieb dezent hinter die Ohren fest klemmte, damit sie nicht beim Lieferschein oder Kassenbon ausstellen ständig in die Augen fielen, rückschloss, ich sei Rock - und Popfan. Was ja auch zutraf!

Also: " Led Zeppelin " und " Whole Lotta Love " anhören. Nur, wo?  

Statt des Radios, auf dessen Frequenzen die einförmigen Stationen immer die gleich, normierte Schlager - Kacke spielten, half ein Bekannter mir weiter. Wolfgang Stuwe, ein Stiefsohn, eines in Bad Eilsen ansässigen Landwirts, hatte nicht nur die Single parat, sondern gleich die gesamte " Zep " - LP auf seinem Tisch liegen.
So kam ich denn einst in den Genuss die Versionen von " Whole Lotta Love " hinter einander zu hören. Denn während die Röhre Robert Plant sich auf der Single in 3:06 Minuten austoben durfte, war die LP - Version mit 5:36 beinahe doppelt so lang. das lag an die instrumentalen, leicht psychedelisch angehauchten Mittelteil.

 http://www.hitparade.ch/showitem.asp?interpret=Led+Zeppelin&titel=Whole+Lotta+Love&cat=s

Ich fiel aus allen Wolken, als Page die ersten, einleitenden Riffs auf seiner Gitarre schrubbte und sein kongenialer Partner Robert Plant los röhrte:

You need coolin', baby, I'm not foolin'
I'm gonna send ya back to schoolin'
Way down inside, honey you need it
I'm gonna give you my love
I'm gonna give you my love, oh
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
You've been learnin', baby, I been learnin'
All them good times, baby baby, I've been yearnin'
Way, way down inside, honey, you need ah
I'm gonna give you my love, ah
I'm gonna give you my love, ah, oh
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
[Incomprehensible]
You've got to bleed on me
Ah, ah, ah
No, no, no
Love, love
You've been coolin', baby, I've been droolin'
All the good times, baby, I've been misusin'
A-way, way down inside, I'm gonna give you my love
I'm gonna give you every inch of my love
Gonna give you my love, hey ah, alright, let's go
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
Wanna whole lotta love
Way down inside, woman
You need, yeah, love
My my my my, my my my my, oh
Shake for me, girl, I wanna be your back door man
Hey, oh, hey, oh, hey, oh, ooh, oh
Oh, oh, oh, oh, woman, hey
Keep a-coolin', baby
A keep a-coolin', baby
I keep a-coolin', baby
I keep a-coolin', baby
Oh, oh, oh

Das war Rock vom Allerfeinsten, tanzbar und mit Gänsehautgarantie. Es vergingen nur wenige Wochen, bevor ich selbst die Single " Whole Lotta Love " mit der B - Seite " Living Loving Maid " auf meinem Universum Plattenhobel legen konnte. 

Zehn Jahre später sah ich die vier Protagonisten in Bremen bei einem ihrer letzten Auftritte. John Bonham verstarb wenig später, " Zep " löste sich auf und Page sowie Plant produzierten jede Menge Solo - Alben oder führten gemeinsame Projekte durch.

Nun ist er 65 geworden. Alt? Nö, nicht so alt, wie so manche Hüpfdohle und geklonter Milchreisbubi aussieht, weil sie/er - ein hohes Maß an Talentfreiheit zeigend - sich mit der Kehlkopfakrobatik versucht  und dabei grandios scheitert. Plant´s Stimme bleibt ein Teil der Musik - und Rockhistorie, da beißt die Maus keinen Faden ab.