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Dienstag, 30. Juli 2013

Morgen, Morgen! Strandwetter! " - Eine Episode aus der DDR - Urlaubskultur der 70iger Jahre.

Das vergangene Hitze - Wochenende mit " Rekordtemperaturen " von bis zu 40 ° im Schatten ließ für viele - noch - Daheimgebliebene die quälende Frage offen, wohin, wenn es draußen genau so heiß ist wie drinnen? In das Wasser! Deshalb strömten Zehntausende in die Schwimmbäder und sorgten dort für gewaltige Besucherzahlen. Das hilft wirtschaften, in den Zeiten der überschuldeten Stadt - und Gemeindekassen.
Wer sich die überfüllten Freibäder, die dort produzierten langen Menschenschlangen vor den Kiosken und Verkaufsstellen und den Lärmpegel, der den eines starteten Jets nahe kommt, nicht antun wollte, versuchte an einen, der vielen künstlichen Seen seine Erfrischung zu ergattern. Aber auch hier waren die Flächen voller halb nackter oder nackter Leiber und es tummelten sich Massen im noch kühlen Nass. Auch die an Nord - und Ostsee belegenen Orte nebst Bademöglichkeiten verzeichneten einen Besucheransturm, wie lange nicht. So vermeldete beispielsweise die Nordseeinsel Norderney an dem letzten Wochenende etwa 5.000 Tagesbesucher neben den ohnehin in den Sommermonaten 25.000 verweilen Feriengästen.

Da fragt sich der Rezipient dieser und anderer, ähnlicher Meldung, wo jene Menschenkarawanen denn eigentlich her kommen, die dort und anderswo einfallen, um Erfrischung zu suchen, wenn die Gesamtbevölkerung in Europa und vor allem der BRD statistisch betrachtet, von Jahr zu Jahr sinkt?
Die Erklärung hierfür dürfte in der seit vielen Dekaden erhöhnten Mobilität des Einzelnen zu suchen sein. Suchte der deutsche Michel einst die Erholung vor Ort oder - wenn er es sich finanziell überhaupt erlauben konnte - innerhalb der eigenen Landesgrenzen, so erfolgte bereits ein signifikanter Trend zum Auslandsaufenthalt ab Mitte der 60er und zu Beginn 70er Jahre. Das war zumindest für den so genannten freien Teil der Teutonenrepublik, nämlich Westdeutschland,der Fall. Der eingezäunte Bürger der DDR indes musste mit beschränkten Urlaubs - und Reisemöglichkeiten vorlieb nehmen.

Wer Beziehungen, das erforderliche Kleingeld oder andersartige Privilegien vorzuweisen hatte, der durfte schon mal an den " Goldstrand " von Bulgarien, den Balaton in Ungarn oder an die Schwarzmeerküste verreisen. Die Mehrzahl konnte sich mit Hunderttausenden von weiteren Interessenten um die limitierten Plätzen an der Ostsee herum schlagen. Weshalb die dortigen Anbieter auch noch das letzte " Rattenloch " als Unterkunft an die Urlaubswütigen vermieteten und - wen wundert es - auch abgenommen bekamen.
Auch hier galt das Ausleseprinzip des Beziehungsgeflechts. Wer auf ein gutes bis sehr gutes Beziehungsgeflecht verweisen konnte, dem waren auch bessere Unterkünfte gewiss.Und weil die Urlaubsmöglichkeiten eben überschaubar waren, zog es jeden Sommer viele Bürger des anderen deutschen Staates dort hin, wo es preisgünstig war: in die staatlichen Urlaubsunterkünfte.

http://www.uni-leipzig.de/~hagen/Zeitzeugen/zz181.htm

http://www.ndr.de/geschichte/grenzenlos/glossar/ddrurlaub100.html

Urlaub in der DDR war - wie im Westen auch - neben der Preisfrage am Unterkunftsort, auch eine Frage des Anreisens. Weshalb viele Besucher der in Betracht kommenden Regionen große und größere Strapazen auf sich nehmen mussten, um an das gewünschte Ziel zu gelangen, denn nicht jeder Bürger konnte sich einen fahrbaren Untersatz kaufen.Und wenn, dann benötigte zum Beispiel ein Dresdner bis Boltenhagen an der Ostsee gut die doppelte Fahrtzeit für die zirka 400 Kilometer Route. Die Straßen waren meistens miserabel und ein Trabant 601 brachte es auf maximal 108 Stundenkilometer ( technischer Wert ).

Kam der Urlauber dann  an der Ostsee an, musste er damit rechnen, dass ihm häufige Wetterkapriolen einen dicken Strich durch den geplanten Daueraufenthalt am Strand, unter dem Sonnenschirm und im nur mäßigen warmen Meer machte.
Und so stellte sich häufig die - meist unbeantwortete - Frage des Feriengastes, wie das Wetter in den Aufenthaltswochen während der einheitlich Schulferien von 8 Wochen ( http://www.schulferien.org/Schulferien_DDR/schulferien_ddr.html ) wohl werden könnte, in dem bereits morgens vor dem Frühstück die Frage lautete: " Morgen, Morgen! Strandwetter? ".

Denn wie in den Durchschnittshaushalten des begünstigten Westens auch, wollte frau/mann zumindest dem näheren Lebensumfeld durch eine knackige Hautbräunung zeigen, dass man / frau im Urlaub wesen war und dabei schönes Wetter hatte. Das klappte nicht immer, weil die lachende Sonne am frühen Morgen mit Sicherheit kein Strandwetter versprach, denn alsbald tauchten bereits die ersten Regenwolken auf, um den Himmel zu verdecken.

Den Ferienkindern indes war´s häufig egal. Insbesondere dann, wenn sie in einem Ferienheim die Sommerzeit verbringen durften. Davon schwärmen nicht wenige in der DDR geborene Gesamtdeutsche wohl heute noch, wie zu lesen ist:

http://www.turus.net/gesellschaft/4116-rueckblick-ferienlager-und-klassenfahrten-in-der-ddr.html
  
Und so bleibt wohl eher die Feststellung, dass es nicht auf das Urlaubswetter an sich ankommt, sondern, was der Reisende aus seiner dortigen Zeit macht. Da scheint die Mehrzahl die Bundesmichel eher unflexibel sowie wenig kreativ zu sein.

Montag, 29. Juli 2013

Wer möchte nicht mal 70 sein?


Die vorletzte Juliwoche des Jahres 2013 gehört nun der Vergangenheit an. Neben hoch sommerlichen Temperaturen, die locker die 30 ° - Marke überschritten, zeigte sich dieser Monat nicht unbedingt von seiner besten Seite. In der arabischen Hemisphere gärt es nach wie vor gewaltig. Im westlichen Freundeskreis lastet ein Spionage - und Abhörskandal aller erster Güte über den USA und England. Im eigenen Umfeld quält die schwarz - gelbe Koalition das " Euro Hawk " - Desaster und sorgt für erhebliche Dissonanzen  in Berlin.
Dann wären auch noch die monetären Nachwehen der 2. Jahrhundertflut vom Mai / Juni dieses Jahres zu beachten, die ein riesiges Loch in das Schäuble´sche Staatssäckel reißt.

Da trifft es sich gut, wenn der BRD - Michel von den Unbill der täglichen Horrormeldungen schon arg in Mitleidenschaft gezogen, ab und an über erfreulichere Ereignisse informiert werden kann. Diese aufgemachten Meldungen erhellen das eigene Gemüt und sorgen somit - zumindest partiell - für ein kollektives " Aha " - Gefühl. Geburtstage sind in dem Bereich der positiven Nachrichten alle Male geeignet, dem vom tagtäglichen Meldungswahnsinn bereits abgestumpften und in eine leichte Apathie gefallenen Bundesrepublikaner ein wenig aufzumuntern. Der eigene Ehrentag spielt dabei nicht unbedingt eine gewichtige Rolle,denn der verändert sich nun ständig und zeigt dem auf jung, dumm sowie dynamisch getrimmten Durchschnittsdeutschen, dass er leider älter wird. Da kommt ein runder oder besonderer Geburtstag eines so genannten Prominenten wie gerufen, wenn man/frau sich an einen bekannteren Erdenbürger noch erinnern kann, als dieser noch wesentlich jünger war.

Als erstes traf es am 23. Juli den Schauspieler Götz George. Er durfte seinen 75. feiern. Götz George wäre nicht Götz George hätte er sich dazu nicht etwas Ausgefallenes einfallen lassen. Er spielt seinen Vater Heinrich George, der sich ja bekanntlich den Faschisten und deren " Führer " anbiederte und deshalb 1946 in einem sowjetischen Lager um kam. George, eigentlich als Götz Schulz geboren, wuchs zusammen mit seinem sieben Jahre älteren Bruder Jan bei der Mutter in Berlin auf.  
Er entschied sich nach seinem Schulabschluss für die Schauspielerlaufbahn und bekam bereits 1952 in dem Heimatschnulzenfilm " Wenn der weiße Flieder wieder blüht " neben dem damals sehr bekannten Akteuren Willy Fritsch, der Dragonerin Magda Schneider und deren Tochter Romy, eine Nebenrolle.

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_George

http://de.wikipedia.org/wiki/Wenn_der_wei%C3%9Fe_Flieder_wieder_bl%C3%BCht

Einige Jahre später bekleidete Götz George eine Rolle in dem DDR - Film " Alter Kahn und junge Liebe ". Es folgte die Mitwirkung in weiteren deutschen Filmen, so auch in dem zeit-kritischen Beitrag " Kirmes ", der sich mit der braunen Vergangenheit der Deutschen und deren Unwillen, diese aufzuarbeiten, auseinandersetzt.
Als Götz George dann ab 1962 in einigen Karl May - Verfilmungen, wie " Der Schatz im Silbersee " eine größere Rolle erhielt, wurde er auch einem jüngeren Publikum bekannt.Er zierte hiernach - da auch gut aussehend - in den 60ern die Titelseite des Organs der pubertierenden - " Clerasil " - und " Tampax " - Fetischisten, der " BRAVO " einige Male und erhielt Rollen in anderen abgedrehten May - Verfilmungen, wo George mit Piere Brice, Lex Barker, Stewart Granger oder Ralf Wolter durch die Berge Jugoslawiens galoppierte.   In den 70er Jahren trat er dann in den TV - Krimiserien " Der Kommissar ", " Der Alte " oder " Derrick " auf  und war im " Tatort " zu sehen.
Dort erhielt er in den 80ern die Hauptrolle als Duisburger Hauptkommissar Horst Schimanski, die ihm zu einer hohen Popularität verhalf. Auch wenn er dort einen Akteuer spielte, der wegen seines häufig rüpelhaften Auftretens nicht unumstritten war.
Die anspruchsvolleren Rollen bekam George jedoch in den 90er Jahren, als er in " Der Sandmann " den vermeintlichen Serienmörder und Literaten Henry Kupfer spielte, in der " Bubi - Scholz - Story " stellte er das einstige Box - Idol Gustav Scholz dar und legte dabei das Trauma eines gealterten, gebrochenen Profisportlers bloß. Es folgten Rollen, wie " Der  Totmacher ", die ihn als Serienmörder Fritz Haarmann vorsahen, " Nichts als die Wahrheit ", in dem George den KZ - Arzt Josef Mengele spielte oder " Schtonk! " , in dem er die Person des Hamburger Journalisten " Hermann Willie´" darstellte.
Auch der Film " Rossini -oder die mörderische Frage, wer schlief mit wem " und " Zettl ", wo er einen todkranken Bundeskanzler verkörperte, zeigten die großartige Schauspielkunst des jetzt 75jährigen.

Götz George gehört längst zur bundesdeutschen Filmkultur und zeigt sich nach mehr als 60 Berufsjahren als ein altersweiser Darsteller, der nun endlich mit der Vergangenheit und den dunklen Schatten seines Vaters aufräumen möchte. Nö, Heinrich George war später kein politischer Mensch mehr, auch wenn er den Braunen ab 1932 die Stiefel leckte. Er war primär Schauspieler mit Leib und Seele und biederte sich - um diesen Beruf weiter ausüben zu können - den Verbrechern um Hitler an. Das musste er nicht. Wenn er es dennoch getan hat, dann eben nicht aus ideologischen Gründen, sondern um als Akteur und Künstler George zu überleben. George versuchte dieses indem er sich mit dem Regime arrangierte, auch wenn er in den übelsten NS - Propagandafilmen mitwirkte ( " Hitlerjunge Quex ", " Jud Süß ", " Kolberg " ).
Wenn sein Sohn Götz ihn 67 Jahre nach seinem Tod in einem Fernsehbeitrag, das als Dokodrama eingeordnet wird, darstellt, dann wohl nicht, um ihn somit in ein völlig anderes Licht zu stellen, damit Heinrich George frei von jedweder Kritik zu seinen Lebensinhalten bleibt. George spielt George, weil George eben     George ist, wenn auch durch andere schauspielerische Akzentuierungen in einer anderen Zeit. Götz George ist sehr wohl ein politischer Mensch, wenngleich er sich expressis verbis nicht zu tagespolitischen Themen äußert. Muss er auch nicht, denn die meisten Rollen haben einen politischen Hintergrund.

Aus dem selben Jahrgang, nämlich 1938, stammt jene Jubilarin, die 2 Tage später in die Altersgruppe der 70jährigen aufgenommen wurde, nun gerade nicht. Auch sonst unterscheidet sie beinahe alles an Postionen und Lebensinhalten von dem populären Künstler George, denn Erika Steinbach ist politisch aktiv geworden, seit dem sie nach ihrer gemeinsamen Flucht mit ihrer Mutter und Schwester zu Kriegsende 1945 in der Provinz von Schleswig - Holstein erfahren musste, was es hieß ein " Kartoffelkäfer " - Kind zu sein, ein " Flüchtlingskind ", eine Aussätzige eben. Diese und wohl auch weitere negative Erfahrungen aus ihrer Kindheit haben die spätere CDU - Politikerin und Vorsitzende des Vertriebenenbundes geprägt. Sie entwickelte im Laufe der vielen Jahren, in denen sie aktive Politik für die CDU/CSU betrieb ein sehr eigenartiges Geschichtsverständnis. Nun ist sie 70 geworden, die rechte Erika mit ihren eigenwilligen Ausführungen zu Schuld, Sühne und Schadenersatzleistungen an die bundesdeutschen Vertriebenen. Sehr seltsam ist auch ihre Grundeinstellung zu gesellschaftlichen Fragen, wie Ehe, Familie und gleichgeschlechtliche Partnerschaften.
Damit manövrierte sie sich kontinuierlich in eine Abseitsposition, weg von der CDU in der Merkel - Ära.

http://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Steinbach

Wenn Steinbach nun 70 Jahre alt geworden ist, steht zu befürchten, dass sie alsbald ein Buch veröffentlichen lässt, in der sie über ihre Lebensleistung schreibt. Es wird ein ähnlicher Ladenhüter werden, wie jenes von " Bettinchen " Wulff, denn wen interessiert es wirklich, was eine CDU - Politikerin der dritten Garde an kruden Formulierungen zu ausgelutschten Gesellschafts - und Geschichtsthemen von sich gibt? Niemanden!


Da hat es ein weiteres Geburtstagskind wesentlich leichter, denn dieses oder besser, dieser, verdient sein Brötchen in einem wesentlich populärerem Genre, nämlich der Musik. Am 26. Juli 2013 durfte der Sänger der " Rolling Stones ", Sir Mick Jagger, seinen 70. begehen. Wie? Schon 70 Jahre alt ist der Kerl, das Gesicht voller Furchen, die ihm das bisherige Leben beschert hat. Tja, als Michael Philip Jagger 1943 in Dartford, Grafschaft Kent, geboren wurde, ahnte dort niemand, dass er es zu einem der weltweit bekanntesten Musiker, Sänger und Komponisten bringen sollte. Michael, später dann Mick, war in der Schule aufsässig und weigerte sich, seine Haare schneiden zu lassen. Dieses war in den spießigen 60ern des letzten Jahrhunderts natürlich eine Todsünde, ein Affront gegenüber der Erwachsenenwelt mit ihren verlogenen und bigotten Lebensregeln.
Jagger kam nicht deshalb zur Musik, sondern er traf 1961 eher zufällig auf dem Bahnhof von Dartford auf Keith Richards, mit dem er sich über seine mit geführten Blues und Rock´n ´Roll - LPs unterhielt. Beide fuhren dann regelmäßig nach London, um in einigen bekannten Klubs derartige Musik zu hören. Als sie dann die " Rolling Stones " gründeten, kam die Musikwelt langsam ins Rollen. Der Rest ist bekannt, weil hierüber bereits Unmengen an Literatur geschrieben wurde, es ungezählte Film gibt und die von Jagger und den " Rolling Stones " veröffentlichten Tonträger mindestens eine Regalwand füllen.
Dass er dabei während seiner beruflichen Laufbahn dem weiblichen Geschlecht nicht gerade abgeneigt war, sollte dahin gestellt bleiben. Ebenso, dass er und seine Bandkollegen wege Drogenbesitzes im Knast landeten ( " We love you " handelt diese Episode musikalisch ab ) und er wegen angeblicher Steuerhinterziehung vom britischen Fiskus flüchten musste ( die geniale LP " Exile on Main Street " wurde danach produziert,das Buch von Robert Greenfield " Exile on Main St. - A Season in hell with the Rolling Stones " greift dieses Thema mehrfach auf ) sind in der Tat nur Randnotizen aus einem sehr erfüllten Leben, dass sich ganz und gar der Musik, dem Rock´n ´Roll und anderen aus ihm hervorgegangen Richtungen widmet.

Klar, und obwohl ich seit Mitte der 60er Jahre mich zu der " Stones " - Fraktion in der Schule zählte, war meine erste erworben Single " Help " - " I´m Down " von den " Beatles ". Dann kam aber schon " Satisfaction ", " Get Off of my Cloud ", "  19th Nervous Breakdown ", " Paint it Black ", " Mother´s Little Helper ", " Have You Seen Your Mother Baby, Standing in the Shadow ? ", " Let Spend the Night Together ", " We Love You ", " She´s Rainbow ", Jumpin´Jack Flash ", " Street Fighting Man ", " Honky Tonk Woman ", " Brown Sugar " und " Tumblin´Dice " - dann folgten einige LPs.

Und während wir in den " wilden " Mittsechzigern uns die existenziellen Fragen stellten, ob sich Mick Jagger auf den Single - Cover von " Let Spend The Night Together " und " Paint it Black " sich mit einem erigierten Penis in der eigenwilligen Stoffhose ablichten ließ, er seine Haare mal kürzer, mal etwas länger trug und welche Platzierung die jeweils aktuelle Single der " Stones " in der " BRAVO " - Hitparade oder der NDR - Hitparade mit Ilse Rehbein am Mikrofon einnahm, machte Jagger weiterhin seine Musik und führte sein Leben mit ihr.
Nun ist er 70 Jahre alt geworden. Ganz schön alt für ein Rock ´n ´ Roller, der alte Knacker!

http://de.wikipedia.org/wiki/Mick_Jagger




















Donnerstag, 25. Juli 2013

Stell Dir vor, es ist Wahlkampf und keiner kommt!


Bis zur Bundestagswahl sind es nur noch 59 Tage oder 8 Wochen und 3 Tage. Da fragt sich der potenzielle Wähler schon: Wo sind sie denn, die vielen Parteien, die das Volk als Stimmvieh abmelken wollen? Keine Plakate in unserer schmucken Innenstadt weisen auf die Wahl des Bundestags am 22. September 2013 hin. Keine grinsende Visage des Rößler, kein gequältes Lächeln der Bundeskanzlerin, keine Konterfeis sonstiger Politikgrößen.
Sommer, Sonne, Sendepause?

Doch wer die Medien ein wenig genauer beachtet, der hört hier und da schon mal ein wenig Wahlkampfgeklingel heraus. Die schwarz - gelbe Regierung in Berlin hat ja bereits vor einigen Monaten dicke Bretter gebohrt und viel Geld versprochen, das dann für Wohltaten an einzelne Gruppen in der über 80 Millionen - Bevölkerung ausgegeben werden soll. Bereits im Vorfeld steht aber fest, dass die Gießkannen - Methodik nicht funktioniert, denn mit den politischen Zielen von Merkel und Co ist es wie mit der Quadratur des Kreises. Sparen einerseits, den Bundeshaushalt konsolidieren und Wahlgeschenke andererseits verteilen, die nur über neue Kreditaufnahme finanzierbar sind, geht eben nicht.

Das wusste damals auch schon der große Ziehvater und dann wegen der kriminellen Handlungen im Rahmen der Parteispendenaffäre von CDU/CSU und FDP geschasste " Birne " Kohl. Er hat zu jedem Wahlkampf neue Wahlversprechen herunter gebetet; aber kaum , dass er seine Amtszeit fort führen konnte, die in Sonntagsreden dem dummen Wähler kredenzten Wohltaten mir nichts dir nichts ersatzlos gestrichen.

Merkel ist dabei, von ihrem großen Gönner, diese übernommenen Eigenschaften durch plumpe Wahlkampflügen voll auszuleben. Noch sind keine Plakate mit den üblichen Sprüchen der Schwarzen und Gelben aufgestellt. Doch, was noch nicht ist, kann noch werden. Dann werden sie auch wieder durch die Lande tingeln. Die Kanzlerin und ihre Kohorten in ganz schwarz mit einem Blumenstrauß. In meinen schönsten Träumen stelle ich mir dann vor, dass Merkel nach Dresden kommt, um hier dreiste Lügen zu verbreiten, aber keiner der Schwarzwähler geht dieses Mal hin.
Wäre doch auch mal eine Nachricht wert, die von der  Medienmeute unter die Leute gebracht wird.

Mensch, Meyer!



Als ich vor fast 20 Jahren mehrfach eine Rundreise zu diversen Gerichten und JVAs in der Nordwest - Region Niedersachsens absolvieren durfte, hatte ich dabei auf Gelegenheit, das kleine Städtchen Papenburg an der Ems näher kennen zu lernen. Papenburg, das ist zunächst flaches, grünes Land. Das ist ein Stadt mit nur knapp über 35.000 Einwohnern, was allerdings in dieser relativ dünn besiedelten Region zu der Grenze des ungeliebten Nachbarlandes Holland, doch schon erheblich sein dürfte. Das ist aber auch eine Landschaft, die vormals von Torfabbau und der damit verbundenen Wirtschaft partizipierte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Papenburg

Nun, der Torf ist hier seit vielen Jahren kein Thema mehr, das Moor, aus dem er gewonnen wird, eher auch nicht und die Kanalarme auf denen er einst mühsam transportiert werden musste, ebenso wenig.
Thema in wirtschaftlicher Hinsicht ist die Werft des Schiffbauers Meyer. Und eben diese Werft konnte ich mehr als 1 Jahrzehnt später, nämlich zu Beginn der ersten Nachmillenniumsdekade besichtigen und besuchen.
Was mir damals eher als ein Gebäude, das sich deutlich sichtbar von dem Flachland abhebend, in Erinnerung bleib, sah ich dann bei der Besichtigung mit völlig anderen Augen: ein riesiges Konstrukt aus Metall und anderen Baustoffen, das gigantische Ausmaße vorwies und in dem ebenso große Schiffe gebaut wurden, die dann über die Ems in die Nordsee und von dort in den Atlantik und andere Weltmeere ausgeliefert wurden.
Die Meyer - Werft war zuvor und vor allem danach immer ein Thema, wenn es um Superlative ging. In den Berichterstattungen der vielen Medien, häufig in höchsten Tönen gelobt, ob ihres traditionellen Grundverständnissen zwischen Arbeit und Kapital oder umgekehrt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Meyer_Werft

Meyer und Papenburg, die Werft und das Umland, das ist ein Synonym für Prosperität. Die materielle Armut der Emsländer wurde durch die Meyer - Werft und ihre dann relativ gut dotierten Jobs beinahe bekämpft. Meyer ist zudem auch Deutschland und Deutschland ist Exportnation, deshalb ist die Meyer - Werft einer der größten Schiffsexporteure dieser Welt. Noch!

So stolzierten wir denn an jenem Sommervormittag durch die diversen Räume, die als Rundgang zu der Werfthalle gebaut worden waren und ließen uns fach - und sachkundig erklären, wie Meyer mit dem Boots - und dann Schiffbau begonnen hatte, größer wurde und dann die berühmten Luxus - Liner, jene schwimmenden Kleinstädte baute, wie die " Radiance oft the Seas ", die " Norwegian Star " oder die " Brilliance of the Seas ". Riesige Passagierschiffe mit enormen Personal und ganzen Güterzügen an Verpflegung.

Aus jener Zeit manifestierte sich bei mir der Irrglaube, dass das viel gelobte und hoch gepriesene Verhältnis der Betriebsleitung zu den Arbeitern dort, eben die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Kapital, die Balance der Sozialpartnerschaft, der Garant für den Erfolg des Unternehmens sein muss.Wer auf dem globalisierten Weltmarkt existieren will, der muss besser sein als die anderen Konkurrenten. Deutsche Werftarbeit als bundesdeutsche Wertarbeit?

Da schlug vor einigen Tagen eine Meldung in mein rosa - gefärbtes, naives Grundverständnis ein, als es plötzlich hieß, dass in einer Papenburger Wohnung zwei Rumänen ums Leben kamen, die als so genannte Werkvertragsarbeit bei der Meyer - Werft beschäftigt gewesen sein sollten. Nein, das kann nur eine Falschmeldung sein, dachte ich noch bei mir, als dann diese Nachricht sich im Laufe des Tages konkretisierte. Tatsächlich: Die beiden Toten waren auf der Papenburger Werft beschäftigt gewesen. Aber doch nicht von der Firma Meyer selbst?
Nein, nicht von der Werft selbst, sondern über ein - für mich illegales - Konstrukt, dass längst auf dem BRD - Arbeitsmarkt Platz gegriffen hat: der " Werkvertrag ".

Erst waren es Großschlachtereien in diesem, unserem Lande, zuvor waren es " Amazon ", davor " Schlecker " - Leibeigene und jetzt Meyer?

Mensch, Meyer, hast Du das nötig? Offensichtlich wohl, denn sonst würde der Betrieb nicht auf jenes Sklavenhalter - Angebot eingegangen sein, dass billige ausländische Arbeitskräfte aus Armutsregionen in Bulgarien, Rumänien oder Ungarn, aus Polen, Spanien oder sonst wo in den Betrieb karren lässt, an den Subunternehmer für seine vermeintliche Dienstleistung doch noch viel Geld bezahlt - wenn auch nicht so viel, wie ein tarifgebundener Mitarbeiter kosten würde - um diesen dann bei sich malochen zu lassen. Eigentlich dürfte gegen diese Art der modernen Sklaverei der Anspruch der Meyer - Werft, ein sozial ausgewogener Betrieb sein zu wollen, konträr entgegen stehen. Eigentlich! Tatsächlich aber sind Billiglöhner dort ebenso herzlich willkommen, wie bei den Papenburgern selbst. Sie kommen  nämlich aus dem Nichts, aus Gebieten in denen es nicht einmal fließendes Wasser, keine funktionierende Heizung und Menschenrechte gibt.
Sie schuften für Hungerlöhne von 3,-- bis 5,-- €, wohnen bei den Papenburgern in Rattenlöchern, weil sei wohl auch als solche angesehen werden und bleiben nur befristet, damit eher unsichtbar. Dann, wenn der Werkvertrag gekündigt worden ist, gehen sie mit nichts in das heimatlich Nichts.

Mensch, Meyer, hast Du das nötig?
Die Papenburger Sozialcharta existiert nur für deutsche Arbeiter oder für die fest angestellten Mitarbeiter. Für Rumänen und andere Untermenschen gibt es solche Privilegien nicht. Deshalb entstand auch ein mafiöser Sumpf von Subunternehmen, Vermittlern und Vermietern dort.

http://www.taz.de/!120078/

Von skandalösen Zuständen vor Ort sprach eine leitende Mitarbeiterin der dortigen katholischen Amtskirche. Das will was heißen, denn die Katholiken sind dort traditionell in der Überzahl, wie auch die Wähler von CDU/CSU und der fest verwurzelte Glaube an das Gute in dem Menschen. Hmmm, wie war das noch gleich?
" Edel sei der Mensch.... "

Nö, da halte ich es eher mit dem Lied der " Prinzen ". Wie singen die zutreffend?

" Du musst ein Schwein sein auf dieser Welt, ein Schwein sein.
  Du musst gemein sein auf dieser Welt, gemein sein.
  Willst Du ehrlich durch´s Leben geh´n, ehrlich.
  Kriegst, nen Arschtritt als Dankeschön, gefährlich... "

Eben, Meyer, Deutschland!

Dienstag, 23. Juli 2013

Ach, wie gerne, wäre ich im Klub der C - Promi - Claquere!


Unsere globalisierte, kurzlebige Welt hält neben dem tagtäglichen Horrorszenario von Krieg, Armut und Tod, auch eine Unzahl an Nachrichten parat, deren Informationswert gen Null geht.Es sind solche Meldungen über Menschen, die eigentlich vom Äußeren her keine Besonderheiten aufweisen, mit denen sich alsbald klingende Münze machen lässt. Dorftrottel sind es nicht, weil sie keine inzestuösen Verbindungen zu Anverwandten besitzen. Missratene Bürgertöchter und Sohnemänner aus betuchtem Hause gehören in aller Regel auch nicht in diese Kategorie. Nein, die Rede ist von denjenigen Erdenbürgern, deren einziges Bestreben es sein könnte, durch leistungsfreies Nutzen der Gemeinschaft ordentlich Kapital heraus zu schlagen. Es sind eben diese Protagonisten aus dem Genre der so genannten C - Promis, die sich dabei besonders hervor tun.

Da las ich doch kürzlich in einem Werbeblättchen der " Kaufland " - Supermarktkette in dem Artikel:
" Andreas Jancke - Ein Zeichen von Cleverness - ", dass der Moderator die Debatte über die Gagen von C - Promis für überflüssig hält.
Noch bevor ich die weiteren Zeilen überflog, schoss mir der Gedanke durch den Kopf, um welche " Debatte " es sich denn hierbei handeln könne und gleich danach stellte ich mir die Frage, wer überhaupt Andres Jancke ist.
Zu der angeblichen Diskussion über die - wohl zu hohen - Gagen der C - Promis fand ich denn bei meiner Recherche:

http://www.in-starmagazin.de/stars/7203/katrin-sass-beschimpft-peer-kusmagk

Aha, also bei der öden Talk - Runde des Markus Lanz gab es also Ärger, weil sich Schauspieler und solche, die meinen welche zu sein, über ihre Einkünfte stritten. Wen interessiert das eigentlich? Soll er doch 50.000 Euro als " Dschungelcamp - König " von den Schwachmaten bei RTL abfetten. Hauptsache er versteuert die Gage auch ordnungsgemäß!
Aber weil der Peer Kusmagk von der bissigen Amazone Sass und ordentlich vorführen ließ, sprang ihm nun Jancke zur Seite. Der Softlan - Darsteller aus den schmierigen Seifenopern " Verbotene Liebe " und " Hand aufs Herz " gab sich in einer weiteren Verdummungsserie des Bunt - Blöd - Senders RTL die Ehre, die sinniger Weise auf noch " Wild Girls -Auf High Heels durch Afrika " heißt und in Namibia abgedreht wurde. Was die gut bezahlten Dauerdarsteller aus den ÖRs können, machen die Hackfressen in den Privaten nun auch: In die Wüste gehen. Sollen sie doch gleich dort bleiben und Sandkörner zahlen. Das wäre sinnvoller als in dem Verblödungsformat von RTL mitzuspielen.

So behauptet denn der C - Schauspieler Jancke allen Ernstes: " In erster Linie kann man C - Promis zu ihren Gagen beglückwünschen. Das ist doch ein Zeichen von Cleverness, sich auf diese Weise zu vermarkten. ". Die vermeintliche Diskussion über die angeblich zu hohen Gagen der Kreisklassen - Künstler tat Jancke als " Neiddebatte " ab.
Aha!

Neid hin, Neiddebatte her, wer sich als Star vermarkten will, sich zum Affen der Unterhaltungsverarsche a´la´" Dschungelcamp " und Co. degradiert, muss es schon bitter nötig haben. Auchwenn für eine Autgrammstunde in irgendeinem Kaff in der Pampa dieses, unseres Landes schon mal locker einige Tausend kostet und der Wert einer solchen Unterschrift auf irgendeinem Fetzen Stoff, Papier oder dem dann wochenlang nicht gewaschenen Unterarm, so viel Wert ist, wie leere Trinkwasserflasche in Namibias Wüste.
Schnell kann in dem verlogenen System der geistig verödeten Privatsender - Meute ein kleiner Fehltritt zum schnelles Aus führen und statt der von Werbemüll eingebetteten Serienteilnahme die ARGE um die Ecke als Alternative stehen.

Tatsächlich ist es, wie es in jenem Genre auch so, wie es die Kommentatorin Elena Paulsen in dem Werbeheft konstatiert: "  Letztendlich gibt es für diese Form der " Kunst " genügend nachfrage, sonst würde das System nicht funktionieren... "
Und es gibt auch genügend Abnehmer dieser " Kunst ", sonst würden die Quoten nicht stimmen.
Die kollektive TV - Verblödung hat längst um sich gegriffen. Armes Deutschland im Jahre 2013 ff.
Wie formulierte es einst Heinrich Heine?
" Denk´ich an Deutschland.... "



Montag, 22. Juli 2013

Schiss auf Schiss!









Der Sommer kam nach dem großen Regen und hält uns - zumindest in Europa - fest in seinem Griff. Was für viele Menschen eigentlich als die schönste Jahreszeit empfunden wird, kann für so manchen Reinlichkeitsfetischisten zum Alptraum werden, wenn mit den steigenden Außentemperaturen so allerlei geflügeltes Getier in das eigene Domizil gelangt. Ob nun das nervige Surren der Plagegeister in den manchmal tropischen Nächten, in denen wegen ungewohnter Hitze, der Schlaf sich partout nicht einstellen will, das ständige Anfliegen eben jener Fliegen im Freien, sobald der Körper entblößt ist und der leichte Geruch von menschlichen Ausdünstungen die lauernde Meute mobil macht oder die Belagerungen auf eventuell noch nicht zur Abwäsche gekommener Teller, Tassen, Töpfe mit Speiseresten durch diese Flugobjekte, die Sommertage können sodann auch Schattenseiten haben.

Eine besondere Abart der ungebetenen Fliegen sind solche, die sich durch die sperrangelweit geöffnete Terrassentür in der Küche verirren, weil sie hier Gerüche wahr nehmen, die auf Fressbares hinweisen und dann an den Fensterscheiben landen, auf denen sie nahezu orientierungslos auf - und ab laufen, ohne die geringste Chance zu ergattern, endlich wieder in das begründete Freie zu gelangen. Vor lauter Angst oder Anstrengung sowie Aktionismus sondern diese Plagegeister ihren so genannten " Fliegenschiss " ab. Nach einigen Tagen sind die zuvor in wilder Arbeit blank gewienerten Glasscheiben voller Pixel aus gelblichem Sekret, das diese gefangenen Fliegen abgesondert haben. Ärgerlich!

So verband ich bereits gestern eine Vorreinigung der Scheiben mittels nassem Tuch mit einer Jagd auf die Frevler. Im Nu waren ein halbes Dutzend der ungeliebten Gäste zerquetscht auf den Scheibenoberflächen erledigt. Zu Brei zerdrückt, zu Mus gequetscht! Und das Alles noch vor dem Kaffeetrinken zu dessen Vorbereitungsarbeiten ich nebenbei das Radio laufen ließ. Eigentlich interessierte mich bei MDR Info nur der Sport am Sonntag. Doch eher zufällig hörte ich aus dem belgischen Königshaus, dass hier ein neuer Regent zu seinen angeblichen " Untertanen " sprach. Er hatte gut reden, denn der Schmarotzer kassiert eine jährliche Apanage von ca. 12 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt. Dabei zählt der belgische Thronnachfolger nicht einmal zu den best alimentierten in Europa, denn:
http://www.hoerzu.de/wissen-service/wissen/royal-ranking-das-sind-die-reichsten-koenigshaeuser

Irgendwann später, der Erdbeerkuchen mit Mascapone war längst im eigenen Magen gelangt, palaverte ein ARD - Königshausexperte zur besten Nachmittagssendezeit ( ich wollte eigentlich das Frauen - EM - Viertelfinale zwischen Italien und Deutschland sehen ) sinnlosen Schiss über die Royals in Belgien. Was für einen Müll die Alte Tante da wieder sendet, dachte ich so bei mir, als dann auch noch am Abend die Meldung von der bevorstehenden Vaterschaft des englischen Thronfolgers Prinz William über das Radio georgelt wurde, kannte ich kein Erbarmen mehr und drückte den Ausschaltknopf.

Die Berichterstattungsorgie aus England indes nahm seinen verheerenden Lauf. Tausende an Medienvertretern hatten sich in London vor irgendeinem Krankenhaus aufgebaut und harrten dort der Dinge, die noch kommen werden. Die Geburt des Kate - William - Kindes. Was für ein Großereignis! Das musste ich denn in brütender Hitze und beim erneuten Fenster putzen gnadenlos und leidvoll erfahren. In Form jener Meldung, die viertelstündlich in dem Nachrichtenblock bei MDR Info eingebaut war und die von der bevorstehenden Geburt des royalen Kindes sprach. Was für ein Schiss, dieser Schiss über das schissige Geschisse der überschissigen Königshäuser im 3. Jahrtausend nach Christi Geburt! Während ich den wahren Schiss im Leben in Form der Fliegenschisse mittels " Vizz " - Glasklar und Scheibenrein, einer zerfledderten Ausgabe der " SZ " von letzter Woche und ordentlich Handarbeit zu beseitigen versuchte, kam immer noch der Dünnschiss von Kate´s Niederkunft im Radio. " Mein Gott, ihr Schisse! So einen Dünnschiss zu bringen! Und das Alles auf Zwangsgebührenkosten!" Schiss ist eben Schiss, ob Fliegenschiss oder jener hirnlose Dreck über die Schisse aus den Königshäusern.

Nach einer halben Stunde waren die Küchenfensterscheiben dann doch schiss - frei. Bis zum nächsten Schiss der Fliegen. Schiss auf Schiss - eben! Hier spielt das richtige Leben!
Nur an die ebenfalls voll geschissenen Scheibengardinen habe ich mich nicht heran gewagt. Die sind handgefertigt und doch relativ teuer in der Anschaffung gewesen. Da wir hier keine monatliche Apanage von 1 Millionen Euro zur Haushaltsführung zur Verfügung stehen haben, frage ich da lieber die Regierung, bevor ich mir einen Rüffel einfange. Da bleibt dann der Schiss noch weiter auf dem Stoff, auch wenn Kate bereits entbunden hat!


Just Married! Das vierte Leben der Tina T.

Was es nicht so alles in der Welt der Prominenten, Schönen und Reichen gibt? Da las ich doch gerade eben, dass die Großmutter der gepflegten Diskotheken - Unterhaltung in den Vormillenniumsdekaden, eine gewisse Tina Turner das Experiment der Ehe erneut eingegangen ist. Zum wie vielten Male eigentlich? Ehrlich gesagt, darauf hatte ich aus dem Stegreif keine Antwort parat. Und so rate ich einfach auf Geratewohl und sage mal 5ten!
Nö, stimmte natürlich nicht, denn: Anna Mae Bullock, wie sie mit bürgerlichen Namen heißt, war zuvor nur ein einziges Mal mit Ike Turner verheiratet, von dem sie sich dann 1978 scheiden ließ. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt: Ike war ein Säufer, Schläger und notorischer Fremdgänger.Jetzt im zarten Alter von fast 74 hat sich " Queen " Tina es noch einmal überlegt und ihren bisherigen Lebensgefährten, mit dem sie immer 25 Jahre lang lose liiert war, ehelicht.

Was für ein Medienrumel! Was für ein Tumult in den Gazetten, den Online - Ausgaben der Nachrichtenindustrie und den vielen Nachrichtensendungen der viel zu vielen Radio - und TV - Stationen. Da durfte dann aber auch nicht die übliche Armada an Prominenten fehlen. Und tatsächlich nahmen an der Hochzeit der guten Anna Mae teil:
                  
David Bowie, Eros Ramazzotti Ophra Winfrey und Sade sowie der Modemacher Giorgio Armani.Dazu sang Brian Adams und " Onkel " Herbert Grönemeyer hielt eine Rede.

Für den Pop - Menschen war Tina  schon immer ein gesanglicher Genuss. Ob nun der Hit " River Deep, Mountain High ", den sie in den 1960ern noch mit ihrem Ex - Mann Ike trällerte oder " Nutbush City Limits "  die Verhunzung des CCR - Stücks " Proud Mary ", bei dem in ritualisierter Form in den westdeutschen Diskotheken regelmäßig die Fettfinger den Teens und Twens an deren hoch gerissenen Armen gekrampft wurden, um musikalische Ekstase vorzutäuschen, wenn man/frau nicht auf Droge war, diese anfänglichen Gehversuche der Tina T. gerieten alsbald in Vergessenheit, als der Star der Massen aus den 80ern und 90er Jahren so richtig nach ihrer Befreiung von dem Brutalo Ike los legte. Ob nun mit David Bowie in dem Stück " Tonight ", im Duett mit dem Reibeisenstimmen - Vertreter Rod Stewart in " It Takes Two ", dem Goldkehlchen Bary White und  " In Your Wildest Dreams ", dem italienischen Schmalzproleten Eros Ramazotti in " Cose della vita ( Can´t Stop Thinking About You ) und " Teach Me Again " mit " Elia ", zeugen von der außerordentlichen, gesanglichen Qualitäten der " Röhre " Tina.

Dass sie als " Acid Queen " in der Rockoper " Tommy von der englischen Gruppe " The Who " in den späten 70ern zu sehen war, in " Mad Max: Behind Thunder Dome " spielte, aber auch die eigne Filmbiographie mit vollendete sowie den Filmsong " Golden Eye " zum Dauerlutscher " James Bond " beisteuerte, dürfte allen Tina - Fans mehr als geläufig sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tina_Turner/Diskografie

Der - für mich - spektakulärste Live - Auftritt der Tina Tuner liegt mittlerweile 25 Jahre zurück. 1988 gab sie vor 182.000 begeisterten Zuschauern ein sagenhaftes Konzert im alten Maracana - Stadion der brasilianischen Metropole. Bereits 1985 war sie dort gemeinsam mit Mick Jagger aufgetreten. Ihre angeblich  - wohl nicht nur musikalische - Beziehung zu dem Sänger der " Rolling Stones " zeigte sich dann bei der " Band Aid " - Veranstaltung im Jahre 1985 als sie dort " State Of Shock " und " It´s Only Rock & Roll " im Duett sangen.

Nun hat sie den 16 Jahre jüngeren Erwin Bach geehelicht. Tina war schon immer für Überraschungen gut.Zwar ist die Lebensdauer eines Menschen auf diesem, unserem Planeten mit knapp 74 - vorsichtig formuliert - schon überschaubar, doch was bedeutet das schon für ein Energiebündel wie Tina Turner? Der vierte Abschnitt hat zumindest auch hier ein " Open End " - so wie es die Musikkarriere der jetzigen Schweizerin mit dem ausreichenden Kontostand zeigt.


Samstag, 20. Juli 2013

An Tagen wie diesen. Neunte Episode: Die 3. Liga rockt!

Als ich mir gestern Abend das Eröffnungsspiel in der 3. Fußball - Liga zwischen dem Hallenschen FC und den RB Leipzig zu Gemüte führte, gab es im bundesdeutschen Fernsehen wieder ein Mal Fußball satt. Im DSF wurde das Freundschaftsspiel zwischen dem SV Werder Bremen und Ajax Amsterdam übertragen. Auch sky spielte der FC St. Pauli gegen den TSV 1860 München. Fußball, mein Leben!

Und während sich die weniger gut bezahlten Berufsfußballer in Halle vor 16.000 Zuschauern wechselseitig die Bälle ab jagten, kamen wir einige Gedanken zu dem tatsächlich Wert der 3. Fußball - Bundesliga sowie zu den Chancen der hier antretenden Vereine, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Immerhin werden zwei Vereine direkt auf - und drei weitere Mannschaften absteigen, während der drittplatzierte Verein sich mit dem 16. der 2. Liga in zwei Relegationsspielen streiten darf. Und so schätze ich die sportlichen Möglichkeiten der 20 Vereine in der Saison 2013 / 2014 ein:

- Wacker Burghausen: Der bayrische Vertreter aus dem letzten Zipfel der BRD hat auch schon bessere Zeiten erlebt. Möglich ist es, dass diese in dieser Spielzeit wieder kommen und die Burghausener aufsteigen. Zumindest sind sie auf dem Papier ein ernsthafter Aspirant für die 2.

- Chemnitzer FC: Sorgte für viel Furore in der abgelaufenen Saison, als die Schädlich - Truppe oben ordentlich mit mischte. Leider ging ihnen dann zum Rückrundenende ein wenig die Luft aus. Könnte aber sein, dass sich der CFC erneut unter den ersten Mannschaften in der Tabelle fest setzt.

- SV Darmstadt 98: gehört mittlerweile zum festen Bestandteil der 3. Profiliga. Der hessische Traditionsklub hat dort keine Bäume ausgerissen. Das bleibt auch in dieser angelaufenen Saison so. Allenfalls im Bereich des oberen Mittelfeldes könnten die so genannten " Lilien " anzutreffen sein. Nachdem die Offenbacher Kicker die Segel streichen mussten, gibt es auch keine brisanten Lokalderbys - schade!

- Borussia Dortmund II: Die als Reserve bezeichneten Schwarz - Gelben quälten sich 2012 / 2013 irgendwie am Tabellenzipfel herum. Die Liga konnte dennoch gehalten werden. Mehr als eine Möglichkeit der Spieler sich durch gute Leistungen für andere - höher klassige - Vereine interessant zu machen, kann die 2. Mannschaft aus Dortmund nicht sein.

-  MSV Duisburg: Was für Töffel dort im Vereinsvorstand zu finden sind, steht auf einem anderen Blatt. Sportlich betrachtet bedeutet die DFB - Entscheidung, dem einstigen " Meidricher SV " die Zweitliga - Lizenz wegen eines fehlendes Finanzierungskonzepts zu verweigern, den Super - Gau für den " Ruhrpott " - Klub.Ob sich der MSV Duisburg von diesem K.O. in der 3. erholt scheint fraglich. Ohne Moos nix los, auch an der Wedau. Zu den Aufstiegsaspiranten sollten die vormaligen Zebras dennoch gezählt werden.

-  SV Elversberg: Du Grüne Neune, wenn ich nicht wüsste, dass dieser Verein im Saarland, demnach im Südwesten der BRD liegt und dort die 4. Liga, also der Regionalliga Südwest hinter Hessen Kassel als Vizemeister, in der Saison 2012 / 2013 aufgemischt hat, ich hätte die Mannschaft als Lachnummer von SPORT1 abqualifiziert. So aber zählen die Mannen zu der großen Unbekannten in der neuen Spielzeit. Vielleicht wird die Klasse ja gehalten.

- Rot - Weiß Erfurt: Ja,ja, die " Blumenstädter " aus den glorreichen Zeiten der DDR Oberliga. Die heißen Thüringen - Derbys mit dem Klassenfeind FC Carl Zeiss Jena fallen auch in 2013 / 2014 genau so flach, wie große Erwartungen oder Sprünge des Vereins. Bestenfalls ein Platz im Mittelfeld sollte als realistisch gelten.

- Hallescher FC: Der etwas andere Ostverein aus Sachsen - Anhalt wird wieder um die Existenz kämpfen müssen. Wenn sich die Mannschaft zusammen reißt, könnte es für den Klassenerhalt gerade so reichen. Andere Zielsetzung müssten als Ammenmärchen gelten.

- 1. FC Heidenheim: Die Baden - Württemberger kannte ich eigentlich eher als Fecht - Hochburg. Na, das liegt auch schon viele Jahre zurück. Immerhin wird jetzt dort Profi - Fußball gespielt. Es könnte auch zum Erhalt der 3. Klasse langen.

- Holstein Kiel: Na, endlich, sage ich als Norddeutscher. Wieder ein Klub aus dem Land zwischen Ost - und Nordsee im bezahlten Fußball. Doch, wie lange noch? Ob es die Kieler Störche packen, die Klasse zu halten kann nicht einmal der Wind sagen, denn der bläst dort permanent. Abstiegskampf ab dem ersten Spieltag dürfte eher wahrscheinlich sein.

-  RB Leipzig: Äh, wie war der Name des Vereins gleich noch? Also " Red Bull " als Sponsor kenne ich, denn das ekelige Gesöff wird mir nie über die Lippen kommen. Rasen Ballfreunde Leipzig? Wie auch immer, der Manager und weitere gut dotierte Angestellte des Milliadärs aus Östereich wollen hoch hinaus. 2. Liga ist das Nahziel. Und? Mehr? Eher nicht. Mal abwarten, denn der Osten braucht eigentlich solche Klubs mit genügend Geld.

- Preußen Münster: Spielte in der abgelaufenen Saison eine gute Rolle bei der Aufstiegsfrage. Dann kam das große Fracksausen und der Verein erging sich in ein Mittelmaß. Ob es dieses Mal reicht, bleibt abzuwarten. Die Münsteraner sollten aber mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen.

- VFL Osnabrück: Vergeigte eben jene Aufstiegschance gegen die Dynamos aus Dresden. Der niedersächsische Klub zählt aber trotzdem zu den heißen Aspiranten.

- FC Hansa Rostock: Mensch, die Kogge lief über viele Wochen in eine Flaute und geriet sogar in den Abstiegsstrudel, dann nahe der Insolvenz und muss sich wieder neu finden. Zum Aufstieg in die 2. Liga wird es wohl auch jetzt nicht ganz reichen.

- Jahn Regensburg: Die Bayern stiegen aus der 2. Liga ab und werden nunmehr aus dem Trümmerhaufen eine Drittligamannschaft formen müssen. Ob es zum Wiederaufstieg langt, dürfte indes bezweifelt werden.

- 1. FC Saarbrücken: Der Klub zählte in den vielen Jahren des Prof - Fußballs des Öfteren zur Beletage der Bundesliga. Das ist auch schön länger her. Nun werden sich die Saarländer mit dem SV Elversberg abplagen müssen, statt gegen den VFB Stuttgart, reicht es nur für die II. als Gegner. Immerhin auch etwas! Der Verein hat Ambitionen wieder in die höhere Klasse zu gelangen. Nun, gut, Open End!

- Stuttgarter Kickers: War auch irgendwann mal erstklassig. Immerhin sorgen die Stadtderbys gegen die II. des VFB für Zündstoff. Das höchste der Gefühle dürfte ein Mittelfeldplatz sein.

- VFB Stuttgart II: Siehe oben!

- SVgg Unterhaching: Wieder ein einstmaliger Erstligist, der sogar dem FC Bazi - Bayern München zum Titel verhalf, als sie " Vizekusen " Leverkusen zu hause abkanzelten. Das ist viele Jahre her. Jetzt müssen längst ganz kleine Brötchen gebacken werden. Deshalb könnte der Abstieg auch ein ernstes Thema werden.

- SV Wehen Wiesbaden: Nö, ein Plastikverein. Schon deshalb, weil die Fans sich nahezu verrenken müssen, um Schlachtgesänge zu intonieren, bei denen ich nicht sofort ein Schreikrampf oder Ohrensausen bekomme. Die Plaste  Klopper waren auch mal zweitklassig. Die Dritte steht ihnen aber besser. Da werden sie wohl in dieser Saison auch bleiben.

Na, denn: Gutes Spiel und stellt den Großen a und zu ein Bein!

Freitag, 19. Juli 2013

Über Christian Wulff nach Georg Schmid zu Ulrich Hoeneß. Wie die selbst ernannten Eliten viel kriminelle Energie bei der Geldvermehrung entwickeln.


Die Saure Gurkenzeit bringt die Medien so ordentlich ins Schwitzen. Wenn der Sommer begonnen hat, die Ferien im vollen Gange sind, dann stürzt sich die Meute der Reporter, Journalisten und Berichterstatter wild auf jede noch so kleine Neuigkeit aus der weiten Welt der Wichtig - und Nichtigkeiten.

Da las ich doch in der aktuellen " SPIEGEL " - Ausgabe, dass die Staatsanwaltschaft in Hannover, gegen gegen " unseren " Ex - Bundespräsidenten und selbst ernannten Freund der gepflegten Freundschaften am 1. November entscheiden wird, ob er wegen Vorteilsannahme angeklagt werden soll. Gut, die gesamte Ära Wulff nebst seinem " Bettinchen " ist medial zwar längst ausgelutscht, weil er und dann auch sie bis in die letzte Ritze durch leuchtet wurde, dennoch scheint es nach seiner Demission vor knapp 17 Monaten nicht unbedingt ruhiger um ihn geworden zu sein. Dafür sorgte nicht nur " Bettinchen " , die sich zunächst mit ihrem Traktat " Jenseits des Protokolls " als Buchschreiberin einen Namen machen wollte. Dieses ging jedoch vollends in den Slip, weshalb sie erkannte, dass es nichts mehr ist, mit der großen Liebe zum " Krischan ". Die eigens ernannten " Clitons aus Osnabrück " ( eigentlich Großburgwedel ) trennten sich - einvernehmlich - und gingen alsbald eigene Wege. " Krischan " hatte zwei Aufenthalte im Kloster hinter sich, um in der Abgeschiedenheit nicht nur mit Gott, sondern auch sich selbst ins Reine zu kommen.

Jetzt ist er wieder ein freier Mensch. Keine Amtslast erdrückt ihn, keine fiesen Schreiberlinge aus der Gosse der Journaille könnten ihn ans Leder und das " Bettinchen " hat ja auch mittlerweile ein neues Wirtstier gefunden. Einen Bazi mit Geld, jedoch ohne Titel.
Das gemeinsame Haus - gekauft von einem sehr, sehr großzügigen Darlehn der Eheleute Gerkens - ist wieder verkloppt worden; ein Teild er Schulden sind getilgt und der lebenslange " Ehrensold " für den unehrenhaften " Krischan " ( schließlich hat er die Öffentlichkeit vielfach belogen ) in Höhe von nahezu 200.000 Euro dürfte ausreichend sein, um andere Schulden zu tilgen, die Alimente für das gemeinsame Kind zu entrichten und auch sonst ein angenehmes Leben " Diesseits des Protokolls " führen zu können. Der Merkel sein dank! 

Was soll jetzt noch passieren?


Tja, da schnüffelten doch die Damen und Herren der Sonderermittlergruppe " Wulff " in seinen Unterlagen herum. Ob sie fündig geworden sind, wird sich dann am 1. November entscheiden. Bis dahin wächst wieder etwas mehr Gras über den Skandal, denn die Medienmeute hat besseres zu tun, als kalten Kaffee im kommenden Herbst aufzuwärmen. Ach ja, die schlauen Herren Kollegen Verteidiger des " Krischan " führten in ihrer Einlassung zu den Ereignissen an und um dem Besuchstag im VIP - Zelt des " Oktoberfest " in der bayrischen Landeshauptstadt an, dass das Ehepaar Wulff nur einen relativ kurzen Aufenthalt dort hatte und dabei in einem sehr geringen Umfang Getränke konsumierte. Der anwesende Reporter der " BILD " indes erinnerte sich völlig anders an jenen Abend in blau - weiß. Es wurde bis weit nach Mitternacht gebechert und von einer zeitlich begrenzten Anwesenheit der Wulffs wollte der Mitarbeiter nicht sprechen. Notlügen sind die besseren Lügen - auch in diesem Fall!


Und während die Medien sich an der Glamour - Maskeraden der beiden Niedersachsen die Finger wund schrieben, tauchte viele Kilometer südlich der Landeshauptstadt Hannover, nämlich in München, im dortigen Landtag eine neue Variante der Selbstbedienungs - und Raffzahnmentalität der erklärten Eliten in diesem, unserem lande auf: Die Herren CSU - Lantagsmitglieder hatten es für erforderlich erachtet, Ehefrauen und sonstige Familienmitglieder als parlamentarische Hilfskräfte bei sich anzustellen und ihnen ein durchaus üppiges Salär fürs bekannte Nichtstun zu zahlen. Die freie Berufswahl für freie Bürger im Freistaat war jedoch längst begrenzt worden. Was einst Recht war, wurde nunmehr zum Unrecht. Doch die Wastlhuber mit der bajuwarischen Arschruhe und den landsmännischen Vornamen von Gerhard über Franz Josef bis Otto ließen wieder einmal alle Fünfe gerade sein, beschäftigten auf dem Papier ihre Herzallerliebsten auch weiterhin und scherten sich in der Übergangszeit einen Teufel um Recht und Gerechtigkeit. Mir san halt mir, die Bayern! "

So liest sich denn die Liste der Sündenböcke wie folgt:   

Gerhard Eck, Robert Kiesel, Alexander König, Christa Matschl, Walter Nadler, Eduard Nöth, Franz Josef Pschierer, Eberhard Rotter, Heinrich Rudrof, Georg Schmid, Peter Schmid, Dr. Ludwig Spaenle, Max Strehle, Joachim Unterländer, Georg Winter, Dr. Manfred Weiß, Otto Zeitler.


SPDler, FDPler oder " GRÜNE " sind seit 2008 nicht mehr dabei gewesen, auch wenn es der Bazi - Propagandafunk und dessen treue Vasallen in der ARD, dem ZDF und dem MDR dieses in Permanenz behaupteten, als der Skandal an das Tageslicht kam. Lüge in der Not, so hast du immer die Gewissheit, dass die schwarzen Medienleute es dann noch zur Wahrheit richtig biegen.



So auch geschehen im Fall Ulrich Hoeness. Da stand in eben jenem " SPIEGEL " - Heft geschrieben, dass die bayrischen Ermittlungsbehörden den " Uli " nicht in das Gefängnis München Stadelheim verbringen lassen wollen und ihm mittels einer eigenwilligen Interpretation des § 41 Absatz des Strafgesetzbuches nicht über die Klinge springen lassen.


http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-hoeness-kann-in-steueraffaere-mit-bewaehrung-rechnen-a-910965.html

Nach dieser Vorschrift, die wie folgt lautet:

" Hat der Täter sich durch die Tat bereichert oder zu bereichern versucht, so kann neben einer Freiheitsstrafe eine sonst nicht oder nur wahlweise angedrohte Geldstrafe verhängt werden, wenn dies auch unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters angebracht ist. Dies gilt nicht, wenn das Gericht nach § 43a eine Vermögensstrafe verhängt. "

kann das Gericht neben einer Freiheitsstrafe auf eine Geldstrafe erkennen. Diese Möglichkeit wird, wie es der Kollege Peter Lamprecht hier ausgeführt hat ( http://www.123recht.net/Der-Fall-Hoene-wieso-Freiheitsstrafe-auf-Bewaehrung-neben-Geldstrafe-__a150232.html ) in der Regel bei Wirtschaftsdeliquenten ( " White Collar Crime ) ins Auge gefasst, um den aufgrund krimineller Aktivitäten erworbenen Vermögensvorteil wieder abzuschöpfen.

Der " SPIEGEL " - Bericht enthält allerdings keinen konkreten Hinweis darauf, ob die Staatsanwaltschaft die angeblich in dieser Form geplante Anklage auch so abfassen und dem zuständigen Gericht vorlegen wird.  Da darf der juristisch Bewanderte, der Halblaie und der Ahnungslose - jedoch mit dem gesunden Volksempfinden - gespannt sein, bei welchem Gericht die sich in Arbeit befindliche Anklageschrift einflattert. Sollte es das Landgericht München sein, so könnte einiges daraufhin deuten, dass der Wurst - " Fritze " wohl nicht mit einer - erhofften - Bewährungsstrafe von dannen ziehen darf. Reicht die Staatsanwaltschaft ihre Anklage gegen den FC Bayern - Manager jedoch beim örtlich zuständigen Amtsgericht in Miesbach ( Hoeneß wohnt ja bekanntlich in Bad Wiessee am schönen Tegernsee ) ein, könnte die Causa nicht so hoch gehängt werden, denn das dortige Amtsgericht, in Form des Schöffengerichts ( ein Berufsrichter, zwei Beisitzer als Laienrichter bzw. Schöffen )  oder sogar des erweiterten Schöffengerichts ( zwei Berufsrichter, zwei Schöffen ) dürfen nach dem Gerichtsverfassungsgesetz bestenfalls bis zu 4 Jahre Freiheitsstrafe auswerfen. Aber auch hier gilt: Über zwei Jahre Freiheitsentzug kann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. 

Neben der Frage des zuständigen Gerichts dürfte allerdings der Umfang der Hoeneß zur Last gelegten Taten von wesentlich größerer Bedeutung sein. Und hierbei hat die Staatsanwaltschaft zu prüfen, ob eine so genannte Verfolgungsverjährung eingetreten sein könnte. Nach dem 2009 die Verjährung für Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall von 5 auf jetzt 10 Jahre angehoben wurde, erstreckt sich der Tatzeitraum somit von 2003 bis 2012. Sämtliche in dieser Zeitspanne hinterzogenen Steuern auf die angeblich aus Aktienspekulation erwirtschafteten Gewinne wären dabei zu berücksichtigen.
Sollten wirklich - wenn auch nur zeitweise - um die 20 Millionen Euro auf dem Konto des Ulrich Hoeneß gebunkert gewesen sein, so betrüge die Steuerschuld  25 % Kapitalertragsteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag sowie 8 % bzw. 9 % Kirchensteuer. Hoeneß hätte demnach mehr als 5 Millionen Euro Steuern an den Fiskus zu zahlen gehabt. Entrichtet hatte er jedoch ab 2003 keinen müden Cent, weil er diese Einkünfte eben verschwiegen hatte.

Da stellt sich doch gewiss die Frage, wie die Staatsanwaltschaft auf lediglich 900.000 Euro hinterzogener Steuern in dem Zeitraum von 10 Jahren kommen kann? Wenn da nicht mal die CSU mit gedreht hat?


 

Mittwoch, 17. Juli 2013

An Tagen wie diesen. Achter Teil: Alles neu macht der Sommer.


In weniger als 48 Stunden rollt der Ball wieder. Zunächst in der 2. Fußballbundesliga. Da stellt sich natürlich für den eisgrauen Interessierten die Frage, wer, wie, was, wann, wo, bewerkstelligen kann? Deshalb habe ich mir als alter Fan des runden Leders erneut die Mühe gemacht und eine persönliche - nicht ganz frei von Sympathie - Bewertung zu den Aussichten der 18 Klubs in der 2. Profiliga erstellt.
Los geht´s :

1. VFR Aalen: Eigentlich ein Verein in  der Kategorie " graue Maus ". Mag sein, dass sich der Zweitligist zu etwas Höherem berufe fühlt. In der Saison 2013 / 2014 wir Aalen von Beginn an gegen den Abstieg spielen. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

2. FC Ergebirge Aue: Der Nachbarverein aus dem Erzgebirge, dem schönen Lösnitztal, wird sich lang strecken müssen, um die Klasse halten zu können. In den letzten Jahren hat es - leider - immer viel zu viel Unruhe wegen irgendwelcher Personalien ( Trainerwechsel ) gegeben. Könnten die Auer diesen Fluch ablegen, wären sie sicherlich ein guter Zweitligaverein.

3. FC Union Berlin: Nun, die Wuhlheider haben in der abgelaufenen Saison mehr erreicht, als der gemeine Fan hätte erwarten dürfen. Zeitweilig schnupperte Union sogar am Aufstiegsrelegationsplatz herum. Daraus wurde dann aber doch nichts. Sollten die Berliner das Niveau der letzten Saison halten können, ist ein Platz im oberen Tabellendrittel gewiss.

4. DSC Arminia Bielefeld: Einen grandiosen Fehlstart, wie die Ostwestfalen ihn zu Beginn der Spielzeit 2012/2013 in der 3. Liga hinlegten, können sie sich hier nicht erlauben, denn dann droht der sofortige Wiederabstieg. Die Zweite  ist mit Ex - Erstligisten nur so gespickt, da wird es schwer für die Arminen mitzuhalten. Dennoch sollte ein Mittelfeldplatz durchaus erreichbar sein. Mehr aber auch nicht.

5. VFL Bochum: Der Ruhrpottverein mit seinem personifizierten Motivator Prof. Peter Neururer wird es wohl nicht wieder darauf ankommen lassen und den Abstiegskampf auf die Spitze treiben. Eigentlich zählt der Traditionsklub " tief im Westen " zu den heißen Aspiraten für das Oberhaus. Eigentlich! Zum großen Wurf wird es meiner Meinung nach nicht reichen, denn da gibt es genügend Konkurrenz in NRW, die mitspielen kann. Möglicherweise belegt der VFL " Neururer " einen guten einstelligen Tabellenplatz am Saisonende.

6. FC Energie Cottbus: Der Verein hat sich in der Zweitklassigkeit mittlerweile etabliert. Eher solider Duchschnitt, denn Aufstigsaspirant. Daran wird sich auch in der anstehenden Spielzeit nicht so viel ändern. Ob der FC Energie oben mitspielen kann, dürfte deshalb sehr fraglich sein. Die Lausitzer besitzen kaum das finanzielle Potenzial, um in der Ersten zu spielen.

7. SG Dynamo Dresden: War das ein Herumgeeiere in der letzten Spielzeit! Dann gab es auch noch eine tüchtige Tracht Prügel wegen des unbotmäßigen Verhaltens der Radau-Brüder aus Dresden in Form der Pokalsperre. Vom Potenzial her, hätten die Geld-Schwarzen eher in die oberen Ränge gehört, so aber muss auch in der anlaufenden Spielzeit der Gürtel eng geschnallt und das Zweihandschwert aus dem Arsenal geholt werden, damit über Einsatz die Klasse gehalten werden kann. Peter Pacult wird schon jetzt eine österreichische Pelzjacke anziehen müssen. Ein Platz zwischen 9 bis 6 wäre prima. Daumen drücken!

8. Fortuna Düsseldorf: Der Norbert Meier, der Ex - Profi, durfte gehen, obwohl er den Verein in die 1. Liga gebracht hatte, jedoch dann auch für den Abstieg verantwortlich war. Die NRW - Landeshauptstädter dürfen es mit dem Projekt " sofortiger Wiederaufstieg " in der hoch karätig besetzten Zweiten sehr, sehr schwer haben. Ich vermute, sie schaffen es nicht. Auch ein neuer Trainer wird keine Wunder vollbringen. D´Dorf wird allerdings an den Aufstiegsplätzen dran bleiben.

9. FSV Frankfurt: War in der abgelaufenen Spielzeit doch für die eine oder die andere Überraschung gut, denn die Hessen setzten sich hartnäckig im oberen Tabellenfeld fest.Das es dieses Mal so weiter geht, wage ich zu bezweifeln. Die Frankfurter sind eher Mittelmaß, auch wenn sie mit Benno Möhlmann einen erfahrenen Coach vorweisen können. Der Vereisnbummler leistet dort gute Arbeit - mehr allerdings auch nicht!

10. SVgg Greuther Fürth: Ja, die Absteiger aus der 1. Buli werden auch im zweiten Profihaus mit Problemen zu tun bekommen. Vielleicht stabilisieren sich die Franken in der neuen Saison. Ein Wiederaufstieg bleibt jedoch Utopie. Mehr als Platz 4 bis 6 dürfte nicht drin sein.

11. FC Ingolstadt: Das Sponsorung bei den Bayern stimmt ja. Es wird viel Geld in die Mannschaft gepumpt. Der sportliche Erfolg wird indes eher bescheiden bleiben und das Abstiegsgespenst wieder herum geistern. Platz 14 bis 16 könnte realistisch sein.

12. !, FC Kaiserslautern: Nö, mit der Ersten , dat war wohl nix. Die Relegationsspiele zeigten deutlich auf, dass die " Betze - Buben " nicht einmal ansatzweise Erstliga - Niveau hatten. Auf eine Neues. Lautern wird wieder ein Titelaspirant sein.

13. Karlsruher SC: Die Badener quälten sich in der 3. herum und stiegen dann doch noch auf. Sie werden die Klasse halten. Ein Traditionsvereien ohne wirkliche Tradition, denn die Erstligajahre sind schon Jahrzehnte zurück.

14. 1, FC Köln: Tja, die Domstädter unter der Fahrstuhl der ersten Liga. das sind zwei Kapitel für sich. Es wird ein neuer Anlauf gestartet um in das Oberhaus zu gelangen. Da gehören die Kölner eigentlich auch hin. Es könnte in der neuen Spielzeit doch gelingen?

15. TSV 1860 München: Das die 60er aus der bayrischen Metropole ein eingefleischter Zweitligaklub sind steht wohl unstreitig fest. Mehr auch nicht, denn zwei Erstligisten aus einer Stadt, das ist noch nie gut gegangen. Ein Platz im oberen Mittelfeld dürfte das Ziel sein.

16. SC Paderborn 07: In der ostwestfälischen Provinz kann auch erfolgreicher Fußball gespielt werden. Die Mannschaft wird es dennoch schwer haben, die Klasse zu halten. Für mich sind die Mannen aus dem schwarzen Paderborn ein Abstiegskandidat.

17. FC St. Pauli: Die neue " Hütte " am Kiez sollte wieder brennen. Zunächst drohte jedoch der Abstieg in die Drittklassigkeit. nachdem der Kelch vorüber gegangen ist, sollte ein Neuaufbau beginnen. Ein Mittelfeldplatz ist dennoch das Maß aller Dinge.

18. SV Sandhausen: Abgestiegen, dennoch Glück gehabt, weil die Duisburger keine Lizenz für 20132014 bekamen. Der MSV hat finanzielle Probleme gehabt, dieses Manko war dem Verein aus Sandhausen der Retter in der Not. Dennoch wird jetzt auch der de facto - Abstieg kommen.

Nun freuen wir uns wirklich, dass der Ball in der Profiliga wieder rollt, wenn auch erst nur zweitklassig.


19.07.201318:30 SV Sandhausen-VfR Aalen-:- FC Ingolstadt 04-Erzgebirge Aue-:20:30 FC St. Pauli-TSV 1860 München-:-
20.07.201313:00 SC Paderborn 07-1. FC Kaiserslautern-:-15:30 Dynamo Dresden-1. FC Köln-:-21.07.201313:30 SpVgg Greuther Fürth-Arminia Bielefeld-:-13:30 FSV Frankfurt-Karlsruher SC-:-15:30 1. FC Union Berlin-VfL Bochum-:-22.07.201320:15 Fortuna Düsseldorf-Energie Cottbus-:-

Und da der Spieltag wie Kaugummi auseinander gezogen wurde, ist es - theoretisch möglich - 12 Stunden Live - Fußball zu glotzen. Mein, Gott, Walter: Nicht mit mir. Dynamo auf jeden Fall und vielleicht noch Köln. Ich schlafe ja jetzt schon ein!

Dienstag, 16. Juli 2013

Die Sonnenblumenfelder von Fahrenhorst.





Bald blühen sie wieder in voller Pracht, die Sonnenblumen. Auch wenn aus den riesigen Felder, die dann maschinell abgeerntet werden, keine einzige Pflanze mit dem gelben Kranz und den schwarzen Innenkern, in irgendeine Vase landet, sondern in einer Anlage zur Gewinnung von Öl verschwindet, sehen sie doch prächtig aus: die Sonnenblumen auf den Feldern der Republik.
Einst hielt ich öfters am Straßenrand der B 51 von Bremen in Richtung Bassum an, um einen Strauß dieser doch imposanten Blume selbst zu pflücken.
So auch irgendwann im August des Millenniumjahres.
Die Sonne brannte vom Himmel, als ich den weißen Mazada 626 D Kombi in Richtung Delmenhorst - Ost, Groß - Mackenstedt auf die B 322 bewegte. In Stuhr Seckenhausen musste ich dann links auf die B 51 einbiegen, um nach Heiligenrode zu gelangen. Es war ein heißer Augustsonntag im Jahr 2000. Ein neues Jahrzehnt, ein neues Jahrhundert, ein neues Jahrtausend hatte begonnen.

Auf der Strecke von Heiligenrode nach Bassum, dort, wo sich dann die Bundesstraßen 51 und 61 treffen, schien indes alles beim Alten geblieben zu sein. Es deutete nicht viel auf irgendwelche Veränderungen hin, obwohl ich die Strecke seit über einem Jahr nicht mehr gefahren war. Die gleichen Häuser, links und rechts an der Straße, die selben Geschäfte . Dort eine Bäckerei, hier der Fahrradhändler, da das " Ferrari " - Autohaus, in dem unser aller " Didi " Dieter Bohlen einst seinen teuren Sportwagen gekauft hatte.Damals schwang sich der Dieter noch nicht als " Super " - Jurore in der Verarschungssendung " DSDS " auf. Kohle für einen " Ferrari " hatte er aber bereits damals. Das " Ferrari " - Logo mit dem schwarzen, steigenden Pferd auf gelbem Untergrund, verschwand im Blickwinkel. Mein japanischer Freund brachte mich indes, mit erheblich weniger PS und wesentlich billiger, durch den Ort Heiligenrode nach Fahrenhorst. Das kleine Nest an der B 51 hat - außer einem bekannten Restaurant - nicht viel zu bieten.
Einige Resthöfe, einige Landwirtschaftsbetrieb, viele Felder. Auf einigen wurde im April und Mai der Spargel geerntet.

Ich fuhr gerade aus einer scharfen Rechtskurve heraus, als ich sie sah, die leuchtend gelben Sonnenblumen. Ein Geistesblitz, der mich zum Anhalten bewegte und schon setzte ich den Blinker und bremste ab. Ein schöner Strauß für Muttern zu Hause. Auch wenn Muttertag längst vorbei war. So nachträglich eben, ganz spontan, ohne Vorwarnung.
Ich stieg aus. Die Sonne knallte auf das Feld. Es knisterte im Feld. Das kam von der brütenden Hitze. Bestimmt waren die 30 Grad erreicht. Schließlich war High Noon längst vorbei. Ein paar Schritte nach rechts und schon stand ich mitten im Sonnenblumenmeer. Es war bestimmt über 100 Meter lang und genau so breit. Das Messer zum durchschneiden der Stengel lag auf einem alten, vergammelten Holztisch. Das Möbel hatte längst die besseren Jahre, möglicher Weise in den 60ern, hinter sich gebracht. Nun durfte es als ausrangierte Unterlage für die Selbstpflücker noch dienen.

Ich nahm das leicht verrostete Messer und schnitt einige Blumen ab. Nicht zu lang, da sie sonst nicht in die Vase passen würden. Eine Glas Bodenvase aus dem Bremer Schnoor - Viertel, die hatten wir in den späten 70er Jahren Muttern zum Geburtstag geschenkt.Die gelben Prachtexempalre sollten dort eingesteckt werden. Ich erntete vielleicht 8 oder 10 Stück, dann war die Armbeuge voll. Gemächlichen Schrittes begab ich mich zum Tisch zurück legte das Messer ab und zog die Geldbörse aus der Gesäßtasche. Hmmmh, das Stück sollte 50 Pfennig kosten. Na, eigentlich doch ganz schön teuer! oder doch nicht?
Ich überlegte kurz, dann schob ich eine 5 DM - Münze in den Schlitz des Geldkastens Marke Eigenbau, der unterhalb mit einem großen Vorhängeschloss versehen war. Es wäre für einen Dieb schwierig geworden, das Monstrum aus Stahlblech da zu knacken,denn der Bügel des Schlossen war bestimmt so dick wie mein kleiner Finger.

Nun nahm ich meine Beute wieder vom Tisch und öffnete den Kofferraum. Dort wickelte ich die Blumen in eine Decke ein, in der Hoffnung, diese würde den gelb - schwarzen Pflanzen ein wenig Schutz vor der brütenden Hitze geben. Im PKW waren es bestimmt jetzt 40 Grad oder mehr. Ich schloss die Kofferraumklappe und stieg in den Brutkasten ein. Dann ließ ich den Motor an. Braver Mazda! Manch andere Karre hätte gestreikt! So fuhr ich wieder los, im Rückraum des Wagens die kostbare Fracht. Die Fahrt ging an Nordwohlde, Bramstedt und Osterbinde vorbei nach Bassum. Von dort über Schorlingborstel, Apelstedt, Neuenkirchen, Anstedt, Landwehr nach Sulingen. Ich kannte die Strecke über viele Jahre. Nach Sulingen kam Munterbrug, Barenburg. Es ging an Kirchdorf vorbei in Richtung Uchte. Nach weiteren 12 Kilometer war ich in Petershagen, der Stadt an der Weser. Über Lahde, Quetzen, Scheie und Bückeburg erreichte ich dann die heimatlichen Gefilde. Inzwischen war es fast 14. 00 Uhr geworden.

Beim Eintreffen am elterlichen Haus stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass alle Sonnenblumen ihre Köpfe hingen ließen. Ihnen war die Fahrt am heißen Augustsonntag nicht bekommen. Sofort holte ich einen Haushaltseimer mit frischem Wasser und versuchte zu retten, was noch zu retten war. Und, tatsächlich die geschnittenen Sonnenblumen erholten sich nach relativ kurzer Zeit, leuchteten gelb in der Bremer Bodenvase und gaben einen wunderbaren Anblick im elterlichen Treppenhaus - vor beinahe 13 Jahren im heißen August, als das herrliche Sonnenblumenfeld bei Fahrenhorst in mein Blickfeld geriet.

Ich habe noch zwei Koffer in Dresden stehen!

Nun rollt sie auch im Freistaat Sachsen, die Reisewelle. Und wie! Die anderen Bundesländer sind nämlich auch in die Sommerferien gestartet. Und so stauen sich die Blechkolonnen auf 10, 15, 30 Kilometer Länge. An den Flughäfen stehen Menschenmassen bei der Abfertigung an und genauso viele werden wieder zurück gekarrt.
Der Euro rollt. Der Bundsmichel gibt auch in dieser Saison viele Tausend davon aus, um zwischen einer bis drei Wochen Urlaub zu finanzieren. Längst ist der Sommerurlaub das standardisierte, das notwendige " Muss " des Mühsamen und Beladenen geworden, um sich, dem eigenen sozialen Umfeld und der übrigen Welt zu zeigen, dass er,sie,es dazu gehört; dass man/frau sich eben eine Urlaubsreise leisten kann.

Da stehen sie nun am Flughafen einer Großstadt und reihen sich artig, diszipliniert, wie es sich für einen erzogenen Bundesbürger gehört in die Warteschlange vor dem geöffneten Schalter ein. In den schön warmen Süden soll es dieses Mal gehen. Die Erwartungen sind groß, die Aufregung ebenso. Der familiäre Begleitungstross zeigt zudem, welchen Stellenwert der Urlaub hier hat. Aus - und Abspannen von dem täglichen Einerlei der Arbeit. Da soll jetzt die getroffene Feststellung, dass der ansonsten schon Überforderte " reif für die Insel " ist, in die Tat umgesetzt werden.
Na, dann: Schönen Urlaub!

Doch: Ach, du großer Schreck! Was ist das nun wieder? Stimmt da etwa etwas nicht mit der elektronischen Waage am Counter? Nein, das gibt es doch nicht! Wie kann, ja, wie konnte so was passieren? Ist die heimische Personenewaage an dieser bösen Überraschung schuld, weil sie wegen der zuvor manipulierten Grundeinstellung, um das eigene Körpergewicht zu drosseln, nicht richtig angezeigt hat? Oder ist diese Möglichkeit der präventiven Reisegepäckkontrolle gar nicht erst in Erwägung gezogen worden? Oder hat das Internet, die viel zu klein gedruckten AGB hierüber keine ausreichende Auskunft geben können?
Fragen, die die Flugreisenden ansich selbst beantworten dürfen. Manchmal könnte es aber auch nach dem 80er - Jahre Slogan " Detektiv Rockford - Anruf genügt! " ausreichend sein, um jene Probleme zu lösen, deren Schwierigkeitsgrad exponentiell mit der vorrückenden Abflugzeit zunehmen.

Doch wir wissen ja, wie das Leben funktioniert. Wenn wir es nicht wissen, werden wir wissend gemacht. Und wenn dieses nicht möglich ist, wissen die Anderen es. Basta! Da standen sie nun nach dem Motto: " Guter Rat wird teuer " und palaverten, was zu tun ist, um:

a) die Flieger nicht zu verpassen;
b) das Gepäck doch noch mitzunehmen, damit die vielen Klamotten auch am Urlaubsort ausreichen;
c) die so genannte " Strafgebühr " für das "Übergepäck" von immerhin 70 € je Gepäckstück nicht entrichten  zu müssen.

Auf geht´s Privatchauffeur! Hole zwei weitere oder mindestens einen Koffer, damit aus 2 mal 30 Kilogramm und damit 14 Kilogramm zu viel, 4 mal 23 Kilogramm; ergo: maximal 92 Kilogramm werden. Simsalabim, aus zwei Übergepäckeinheiten mach vier Business-Class - Gepäckstücke. Was braucht der Mensch nicht so Alles, wenn es um den Urlaub geht? Diamanten, Perlenketten, Gold . und Brillantcolliers. Turnschuhe, Unterwäsche, Badetücher, Sonnencreme, Badelatschen, Socken, Shorts, Bikinis, Zahnpasta, Zahnbürste, Sommerkleid, T-Shirt, Hose, Sandalen, Nagel-Etui, Kugelschreiber, "Gala " bis " Bunte " ( macht bald blöd ), iphone, ipod - Hirn!  
Und weil ein Koffer nicht zu groß, jedoch groß genug, um das ganze Gedöns zu verstauen, sein darf, wird gerätselt, wie es sein kann dass plötzlich aus Freigepäck, Übergepäck wird. Hätten Sie´s gewusst?

http://www.lufthansa.com/online/portal/lh/de/info_and_services/baggage?nodeid=3328234&l=de&cid=18002

Da fallen mir Marlene Dietrich und auch Hildegard Knef ein, die beiden großen Damen des deutschsprachigen Chansons, die sangen einst:

Wunderschön ists in Paris
auf der Rue Madleen
schön ist es im Mai in Rom
durch die Stadt zu gehen
Oder eine Sommernacht
still beim Wein in Wien
doch ich denk wenn ihr auch lacht
heute noch an Berlin

Ich hab noch einen Koffer in Berlin
deswegen muß ich da nächstens wieder hin
die Seligkeiten vergangener Zeiten
sie sind alle immer noch in diesem kleinen Koffer
drin

Ich hab noch einen Koffer in Berlin
das bleibt auch so und das hat seinen Sinn
auf diese Weise lonht sich die Reise
und wenn ich Sehnsucht hab dann fahr ich wieder hin

Ich hab noch einen Koffer in Berlin

Ich hab noch einen Koffer in Berlin
deswegen muß ich da nächstens wieder hin
die Seligkeiten vergangener Zeiten
sie sind alle immer noch in diesem kleinen Koffer
drin

Ich hab noch einen Koffer in Berlin

Ach, ich dachte, sie hätten Dresden gesungen!