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Sonntag, 30. Juni 2013

Forever Young?


Mensch, wie die Zeit vergeht! Da dachte ich schon, der Monat Juni hätte inzwischen 365 Tage, oder noch besser 21855 . Doch: Er hat auch anno 2013 nur 30 Tage. Und so droht denn zum 60. Mal jenes Ereignis mich zu übermannen, dessen Fortsetzung ich vor knapp 6 Dekaden nicht verhindern konnte.
Tja, und es nun wieder einmal so weit ist, werde ich alsbald mit meiner besseren Hälfte ein Gläschen Sekt trinken, die Seele baumeln lassen und an deren Unsterblichkeit glauben. Im Volksmund heißt es hierzu: " Einen alten Baum pflanzt man nicht mehr um. "
Wie wahr! Altes Fleisch soll dann auch noch zäh sein, somit ist es kaum zu kauen.
Alter Wein indes hat - richtig gelagert - erst nach vielen Jahren seinen Geschmacksreife erreicht. Während der Junge Weine, der Neue Wein, bissig und spritzig schmecken soll, kann zu alter Wein ( überlagerter Wein ) eher flach und verbraucht schmecken.
Ähnlich verhält es sich ja auch bei Pferden. Ein Einer muss wild, unzähmbar, aber auch gelehrig sein. Ein altes Pferd hingegen, das hier und da und von der Rasse abhängig, schon mal über 20, 25, sogar 30 Jahre alt wird, nennt die breite Masse sofort: " alter Gaul, Klepper oder alter Zosse ".

Nun hat uns die Natur nicht das ewige Leben mit gegeben. Der Durchschnittsmensch wird nicht so alt wie eine Galapagos- Riesenschildkröte, ein Großpapagei ( Ara, Amazone ) oder der Grönlandwal. Immerhin brachte es eine Erdenbewohnerin auf 122 Jahre! Da aber das rechnerische Alter partout nichts mit dem gefühlter Alter zu tun hat, lasse ich mir auch nicht in meine eigene Lebensphilosophie hinein reden. Aus Neu mach Alt, aus Alt mach Neu, aus Jung mach Alt?
Nö, aus dem eigenen Leben mache das, was du selber meinst erreichen zu können.

Und deshalb sang die Gruppe " Alphaville " in den öden 1980ern:

Let's dance in style, let's dance for awhile 
Heaven can wait, we're only watching the skies 
Hoping for the best but expecting the worst 
Are you going to drop the bomb or not? 

Let us die young or let us live forever 
We don't have the power, but we never say never 
Sitting in a sandpit, life is a short trip 
The music's for the sad men 

Can you imagine when this race is won? 
Turn our golden faces into the sun 
Praising our leaders, we're getting in tune 
The music's played by the, the madmen 

Forever young, I want to be forever young 
Do you really want to live forever, forever and ever? 
Forever young, I want to be forever young 
Do you really want to live forever? Forever young 

Some are like water, some are like the heat 
Some are a melody and some are the beat 
Sooner or later they all will be gone 
Why don't they stay young? 

It's so hard to get old without a cause 
I don't want to perish like a fleeing horse 
Youth's like diamonds in the sun 
And diamonds are forever 

So many adventures couldn't happen today 
So many songs we forgot to play 
So many dreams swinging out of the blue 
We let them come true 

Forever young, I want to be forever young 
Do you really want to live forever, forever and ever? 
Forever young, I want to be forever young 
Do you really want to live forever, forever and ever? 

Forever young, I want to be forever young 
Do you really want to live forever?


Und die wunderbaren " Roxy Music " mit Brain Ferry sangen bereits 1972 in ihren Stück " If there is something:

You used to walk upon (when you were young) 
Lift up your feet and put them on the ground 
The hills were higher (when we were young) 
Lift up your feet and put them on the ground 
The trees were taller (when you were young) 
Lift up your feet and put them on the ground 
The grass was greener (when you were young) 
Lift up your feet and put them on the ground 
You used to walk upon (when you were young)

Die Zeit vergeht, wir werden älter. Was bleibt, sind manchmal die Erinnerungen an eine - nicht immer  - bessere Zeit.

Und so gehen wir gemeinsam in das nächste Jahr, das kommende oder folgende Jahrzehnt, immer in der Hoffnung, nie etwas wichtiges verpasst zu haben!

Lehrer in der Bundesrepublik Deutschland: Vom Traumberuf zum Albtraum " Agentur für Arbeit "!

Die nördlichen Bundesländer in diesem, unserem Lande, haben es bereits geschafft: Die Großen Ferien wurden ab Donnerstag, den 20.06. 2013 offiziell eingeläutet. Was zunächst in Berlin / Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg - Vorpommern begann, setzte sich dann über Bremen, Schleswig - Holstein und dann Niedersachsen fort, nämlich die Zeit der Mega - Staus auf den Autobahnen, der Menschenmassen vor den Flughafenterminals und der öden Fernsehprogramme.
Doch - wie es im Leben nun einmal so ist - " Wat den een sien Uhl, is den annern sien Nachtigal ".
Und gerade deshalb hat so mancher Pädagoge, der im Schuldienst dieser Ländern sein Brot im Schweiße seines Angesichts verdienen muss, ein erheblichen Magendrücken zu verarbeiten gehabt, als es ab dem 20.06.2013 hieß: " School is Out for Sommer "!

Für einige hundert befristet eingestellte Lehrkräfte war mit diesem Tag dann " zappenduster " auf dem eigenen Konto, weil die Arbeitsverträge just zu diesem Zeitpunkt ausliefen und ein Folgekontrakt nicht in Sicht ist. Das heißt also ARGE! Statt mit ihrem vierrädrigen Gefährt auf den überfüllten Autobahnen gen Süden, See oder Airport zu zuckeln, ging der Weg in das regionale " ARGE " - Gebäude, um sich dort arbeitslos zu melden. Anderenfalls droht der finanzielle Kollaps.
Ohne Antrag und Gespräch bei der " Fallmanagerin ", keine Knete; ohne diese, nix los!

Da schwitzte so mancher Jungpädagoge denn Blut und Wasser, als die akustischen Signale der Schulen im Hohen Norden die Großen Ferien verkündeten. Was aus den eigenen beruflichen Perspektiven danach wird, steht damit in den Sternen. Insbesondere in Niedersachsen, dort wo einst der Laumann und angebliche  " Berufslügner " Wulff  das Zepter als Ministerpräsident schwang und wo dessen Nachfolger, der Merkelaner McAllister sein Unwesen trieb, trifft es besonders viele Hilfs - und Aushilfslehrer. Sie verlieren ab dem 27. Juni 2013 ihren Job. Damit auch ihr Einkommen und werden zu Bittstellern bei der " ARGE ".
Traurig, aber war: Der Lehrerberuf ist kein Traumjob mehr und die vielen tausend Studentinnen und Studenten, die sich auf den Universitäten mit den Lehramtsfächern herum schlagen, werden auch zukünftig keinen Arbeitsvertrag auf Lebenszeit erhalten. Das eherne Ziel der Verbeamtung liegt damit eo ipso Lichtjahre von ihnen entfernt ( zumindest in Sachsen ) und auch die vielen Vergünstigungen, die jene Berufsgruppe für sich reklamieren konnte, sind längst abgeschafft.

Nach der Schnüffelpraxis durch die zuständigen Ämter, wie den Verfassungsschutz, verbunden mit der schriftlich abzugebenen Erklärung, sich jeder Zeit für die Freiheitlich Demokratische Grundordnung einzusetzen oder der zwingenden SED - Parteimitgliedschaft, dräut der Berufsgruppe weiteres, ja sogar neues, Ungemach. Sie werden zur fiskalischen Manövriermasse in dem Haushaltsgeschachere der Länder. Weil mit dem ausgelaufenen Arbeitsvertrag natürlich keinerlei Leistungsansprüche gegenüber dem Arbeitgeber bestehen, sparen die Bundesländer hier einige Millionen Euro im Jahr. Wer aber in diesem Vertragspatanosta als angestellter Pädagoge erst einmal eingebunden ist, wird in der Quintessenz nur eine stark unterbrochene Erwerbsbiographie vorweisen können, womit verminderte Rentenansprüche entstehen; es sei denn, die Betroffenen schließen diese Lücken durch freiwillige Beitragszahlungen und/oder private Altersvorsorge.

http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Mit-den-Ferien-kommt-das-Jobende

Dieser Lehrertypus wird somit Almosenempfänger des Sozialstaats. Auch wenn sich das Mitleid an jenen Zuständen bei der Masse der übrigen Berufstätigen in engen Grenzen hält, weil der Lehrer einst zur Witz - , dann zur Hass - und heute zur Randfigur mutiert, bleibt dennoch zu konstatieren, dass mit solchen Arbeitsbedingungen kaum ein motivierter Lehrkörper erhalten werden kann. Wurde in den 70er Jahren noch zum Beruf des Lehrers in polemischer Weise die Behauptung verbreitet, dass dieser studiert, Ferien bekommt und dann stirbt, so gilt dieses nur noch in eingeschränkter Form, denn: " Ohne Moos, nix los! "

Samstag, 29. Juni 2013

Kreuzworträtsel, die ganze Nacht?





Da hat sich der Sommer 2013 doch wieder eine längere Auszeit genommen und uns einige kühlere Tage beschert. Warum auch nicht? Immerhin gibt das eher kühle Wetter dem Gartenliebhaber genügend Gelegenheiten, um jene unliebsamen Eindringlinge zwischen dem üppigen Grün der Büsche, Sträucher und Pflanzen den Garaus zu machen. Bewaffnet mit Hacke, Rechen und Spaten, mit Weidenkorb, Rosenschere und weiteren Gartenutensilien, legten wir ab Freitagvormittag dann richtig los. Körbe voller unerwünschter Gäste wurden auf den Kompost geschleppt, Sträucher verschnitten und der uralte Flieder ordentlich ausgeholzt. Der Schweiß floss bei mir in Strömen.
So nahte sich aber am Samstagnachmittag der Arbeitseinsatz dem verdienten Ende. Während ich die letzten Äste und Zweige des Fliederbaums mit der Gartenschere malträtierte, um sie anschließend als eben kahlen Ast zusammen zu stellen, fiel mir auf, dass das Gebilde, was zuvor meine bessere Hälfte aufgestellt hatte, die Grundform eines " Tipi " hatte. " Tipi ", danach wird ständig in irgendeinem Kreuzworträtsel gefragt, wenn in dem Kasten steht: " Indianerzelt ".

Und tatsächlich, dieses Astgebilde hatte eine solche Form, auch wenn das Drumherum aus Fellen oder anderen Stoffen völlig fehlt. So entfernte ich denn nach und nach jeden größeren Ast aus dem Flieder von den vielen Zweigen und assoziierte bei dieser Arbeit, von dem Begriff " Tipi " und dem des " Kreuzworträtsel ", ein Lied des Hamburger Jong Achim Reichel aus dem Jahre 1990. Das heisst nämlich auch " Kreuzworträtsel " und wurde einst zu Beginn der neuen Dekade vom Heimatsender des Musikers, dem NDR regelmäßig in den dortigen Sendungen abgenudelt.

Nöh, gemocht habe ich das Stück eigentlich nicht. Und ehrlich gesagt, ich wusste 1990 nicht einmal, wer da dieses Lied singt. Schon den Refrain fand ich damals ätzend.
"  Und am Ende löste ich dann wieder Kreuzworträtsel. Die ganze Nacht. " - so ein Schwachsinn, dachte ich einst.

Nun, seit dem Lied des exzellenten Musikers von der Waterkant sind mehr als 2 Dekaden vergangen. Der Meister des Shantie und Heimatliedes aus dem Hohen hat danach bessere, erfolgreichere Stücke komponiert und veröffentlicht. Aber das vormals verabscheute Stück " Kreuzworträtsel " wollte mir im Zusammenhang mit der eher öden Knipserei an den Ästen und dem Aufstellen der Selben zu dem " Tipi " nicht aus dem Sinn.
Vielleicht ändert sich der eigene Musikgeschmack mit zunehmenden Alter. Vielleicht habe ich dem guten Achim Unrecht getan, als ich vor 23 Jahren seinen Popsong als unhörbar einstufte und diesen so verschmähte, dass ich einfach den Lautstärkeregler der Anlage oder des Kofferradios im eigenen Büro herunter pegelte?

Wie dem auch sei, auf meiner persönlichen " Playlist " am 6. Juli 2013 steht der Meister aus Hamburg auch. Doch nicht mit " Kreuzworträtsel ", sondern mit dem bekannteren und erfolgreicheren Stück " Aloha He ". Die beiden Reichel Lieder gehören dennoch - zumindest zeitlich - in die Nachwendezeit. In jene Jahre, die auch für ihn irgendwie ein besonderes Flair hatten. Konnte auch der Hamborger Jong nun endlich seine Liedchen im Osten live präsentieren. So auch das damals verpönte " Kreuzworträtsel " - Stück:


Ich sah sie irgendwo aufm Titelblatt
Sie war so gut gebaut, so wie man's gerne hat
Und darunter stand, ich traute meinen Augen kaum
Gewinnen sie 'n Abend mit mir
Na, das wollen wir doch mal sehen
Na, das wollen wir doch mal sehen
Ich nahm sie mit nach Haus'
Und schlug die Zeitung auf

Und am Ende löste ich dann wieder Kreuzworträtsel
Die ganze Nacht
Und am Ende löste ich dann wieder Kreuzworträtsel
Die ganze Nacht
Liebesgott mit vier Buchstaben
Amor Amor Amor
Hauptgewinn mit fünf Buchstaben
Bingo!

Ich schrieb die Lösung an die Redaktion
Denn nur wer wagt, der gewinnt, na, das kennen wir schon
Und 'n Monat später klingelt's dann an meiner Tür
Ich denk, "Nanu, wer iss'n das"?
Na, das wollen wir doch mal sehen
Na, das wollen wir doch mal sehen
Es war mein Hauptgewinn
Es war mein Hauptgewinn

Und am Ende lösten wir dann alle Kreuzworträtsel
Die ganze Nacht
Und am Ende lösten wir dann alle Kreuzworträtsel
Die ganze Nacht
Liebesgott mit vier Buchstaben
Amor Amor Amor
Hauptgewinn mit fünf Buchstaben
Bingo!

Und als der Morgen kam machte ich Kaffee
Und den servierte sie im Negligee
Ich denk, ich hab hier glatt das große Los gezogen
Am nächsten Tag ist sie bei mir eingezogen
Ob ihr's glaubt oder nicht
Ob ihr's glaubt oder nicht
Ich hab ihr Herz gewonnen
Ich hab ihr Herz gewonnen

Und am Ende lösen wir dann alle Kreuzworträtsel
Die ganze Nacht
Und am Ende lösen wir dann alle Kreuzworträtsel
Die ganze Nacht
Am Ende lösen wir dann alle Kreuzworträtsel
Die ganze Nacht
Ja, am Ende lösen wir dann alle Kreuzworträtsel
Die ganze Nacht

Mensch, Achim, wat war´n wir damals noch jung!


Freitag, 28. Juni 2013

Die Sklavenhalter aus Vechta.


In der Quasselrunde vom Günther " Günni " Jauch am letzten Sonntag wurde ein Thema auf das noble Podest des Gasometers in der bundesdeutschen Hauptstadt gestellt, das unappetitlicher nicht sein könnte: Lohndumping! Erst waren es die Discounter, wie LIDL, ALDI und das Pleite gegangene " Schlecker " - Imperium, die genügend Anlass zur Sorge um die so genannte Soziale Marktwirtschaft in den Zeiten der Globalisierung gaben. Dann wurde vor einigen Monaten das " Amazon " - Prinzip an den Pranger gestellt, weil hier Sklavenarbeit unter KZ - ähnlichen Verhältnissen von ausländischen Arbeitnehmern, die eigens dazu aus halb Europa heran gekarrt wurden, gefördert und und geduldet wurde. Nun traf es eine andere, inzwischen gewichtige Branche des bundesrepublikanischen Wohlstandsstaates, die mit prä - kapitalistischen Ausbeutungsmethoden aufwartet: die industrielle Tierschlachtung und Fleischverarbeitung.

Des Bundesmichels liebstes Kind ist das Auto ( je größer, PS - stärker, mit elektronischem Schnickschnack voll gepfropft, desto besser ). Gefolgt vom Urlaub ( je weiter, je sonniger, je exotischer, desto mehr kann damit geprotzt werden ). Dann kommt das Fressen. Hier gibt es indes gravierende Unterschiede bei den Geschmäckern. Die breite Masse legt aber nicht nur Wert auf einen guten Geschmack, nein, das Essen soll auch nicht viel kosten. Insbesondere das Fleisch muss billig sein; die Verpackung dabei möglichst im XXL - Format. Und so kommt es schon mal vor, dass zu Monatsbeginn, an bestimmten Werktagen vor den so genannten Hohen Festen oder den Wochenenden, die Fleischregale wie leer gefegt wirken. Da schleppen dann schwer gewichtige Damen und Herren ganze Einkaufswagen an Fressalien sowie Fleischbergen nach Hause. Eine andere Spezies sind die Hard Core - Griller. Jene Zeitgenossen, die sich auch im eiskalten Winter nicht davon abschrecken lassen, vor der Balkontür, auf der Terrasse oder im geschützten Teil des eigenen Gartens den Grill zum Glühen zu bringen. Da wird denn mehr als an 52 Wochenenden der Grillrost erhitzt, um die Fleischberge zu verarbeiten: Würstchen in sämtlichen Variationen, Steaks mit oder ohne würziger Sauce oder Hähnchenbrust bis - Schenkel werden in Massen gebrutzelt, serviert und verdrückt. Deutschland, einig Fleischfresslerand?

Da fragt sich aber auch eine Minorität an eher kritischen Konsument, woher die Unmengen an Fleischwaren kommen? Wer jene Unmengen produziert? Oder, wie es dazu kommen kann, dass diese Lebensmittel derart billig verkauft werden können?

Ein Aspekt zu diesem Fragenkatalog sollte nun in der Jauch´schen Diskussionsrunde am Sonntagabend, gleich nach dem letzten " Tatort " vor der Sommerpause, behandelt werden. Konkret wurde eine Dokumentation aus der ARD - Reihe " Die Story im Ersten " berichteten die NDR - Redakteure Marius Meyer und Michael Nieberg über " Lohnsklaven im Deutschland ". Der Beitrag wurde am folgenden Montag, den 24. Juni 2013 ab 22.45 Uhr gesendet. Er befasst sich mit den Ausbeutermethoden im Bereich von Großschlachtereien und zeigt an den Beispielen " Wiesenhof ", " Südfleisch " und " Steilmann ", wie Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen geknechtet, benutzt und wie KZ - Häftlinge in Baracken, Bruchbuden oder auf Campingplätzen eingepfercht werden.

http://programm.daserste.de/pages/programm/detailArch.aspx?id=884B758EE501A4BF0C3E3809604DE32B

Deshalb hieß das Thema bei Günther Jauch folgerichtig:

Lohnsklaven und Menschenschinder - verkommen wir zum Billiglohnland?


So palaverten denn seine Gäste über die ausbeuterischen Methoden der Fleischverarbeitungsindustrie, ohne konkret den wahren Schuldigen zu benennen. Es ist nämlich primär der Konsument, der das billige Angebot des Handels massenhaft annimmt. Wenn - wie in der Diskussionsrunde fest gestellt wurde - die Verarbeitung eines Schweins Kosten in Höhe von nur 1,00 Euro verursacht, dann kann hier etwas nicht stimmen. 
Deshalb sollte sich jeder Fleischesser zunächst fragen, ob er durch seinen Kauf nicht diesen prä-kapitalistischen Produktionsmethoden Vorschub leistet, weil er eben das Billig - Fleisch verzehrt.

Das die Profiteure des Lohndumpings, der Ausbeutung durch jene Werkvertragskonstrukte und der Unterbringung in Kasernen , deren Eingänge durch Kapos kontrolliert werden, es naturgemäß als völlig legitim betrachten, wenn Menschen aus armen EU - Ländern, wie Bulgarien, Rumänien oder auch Polen in das Land gekarrt werden, um sie hier auszubeuten, wurde ebenso wenig gerügt, wie die Tatsache, dass die Politik seit Jahren von diesen Skandalen Kenntnis hat, ohne zu handeln.

Deshalb liegt es auf der Hand, dass gerade in der Region Südoldenburg bzw. das Oldenburger Münsterland , damit also der Region um Vechta und Cloppenburg, von den Auswüchsen des angeblich liberalisierten Arbeitsmarktes partizipiert. Dieser Landstrich weist die höchste Dichte an industriellen Agrar - und Fleischverarbeitungsbetrieben.auf. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Begünstigt von einer stramm konservativen Lebenseinstellung, den seit Gründung er BRD satten absoluten Mehrheiten der CDU und provinziell geprägten Bevölkerungsstrukturen, konnte sich eine enorme Lobby aufbauen, die dann über eben jene schwarzen Politiker permanent Einfluss auf die Gesetzgebung nimmt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaft_im_Oldenburger_M%C3%BCnsterland

Als vor 30 Jahren ein Fernsehteam von Radio Bremen einen Bericht über die Verseuchung der landwirtschaftlichen Flächen mit Gülle aus der Massentierhaltung produzierte wurden die Mitarbeiter von dem CDU - Landrat als " Schmutzfinken " tituliert. Die Sendung " Und ewig stinken die Felder " wurde dennoch ausgestrahlt, erhielt einen Filmpreis und brachte - zumindest temporär  - eine Diskussion ins Rollen.
Ob jener Beitrag des NDR dieses zu leisten vermag, muss bezweifelt werden. Die Zeiten haben sich geändert. Die Menschen sind längst abgestumpft durch die fast täglichen Skandale rund um die Nahrungsindustrie. Deshalb wird kein lauter Aufschrei durch das Land gehen, nur weil einige voll gefressene Firmeninhaber in Lohne, Vechta oder Rechterfeld in ihren schwarzen Mercedes - Limousinen Arbeiter mit 5 Euro brutto je Stunde abspeisen, ausbeuten und sich noch durch den Mietwucher in den KZ - Unterkünften eine goldene Nase verdienen. Alle in dieser Region beteiligen sich in irgendeiner Form an dem modernen Sklavenhandel. Deshalb wird geschwiegen.
Die Schwerpunkt - Staatsanwaltschaft in Düsseldorf führt seit mehr als 2 Jahren Ermittlungen gegen die Initiatoren und Profiteure des Lohndumping in Form der Werkverträge. Die Schlachtungen von Tieren aus Massenhaltung gehen indes immer weiter; die Versklavung von Arbeitern aus osteuropäischen Ländern aber auch.

Dienstag, 25. Juni 2013

Pep - Papp - Pup - Piep!

Hach, war das eine Aufregung gestern. In München. Beim Deutschen " Triple - Sieger " des Jahres 2013, beim Deutschen Rekordmeister, beim Deutschen Rekord - Pokalsieger! Da wurde er nun hoch offiziell vorgestellt, der neue Trainer des FC Bayern München. Für den Zeitraum von mindestens 3 Jahren soll er die Intergalaktischen des bundesdeutschen Profifußballs in die Sphären der großen Vereine dieses Kontinent und der Welt, als da wären Real Madrid, CF Barcelona, Internationale Mailand, AC Mailand, Manchester United usw. usf. einführen. Pep Gardiola, so heißt der Wudertrainer. Er soll das Wundersame einer wunderbaren Saison der Wundermannschaft der Saison 2012 / 2013 fort führen. Koste es, was es wolle. Dafür bekommt er ein königliches Gehalt von den Bauern aus Bayern.

Da saßen sie nun alle. Vier gestandene Männer. Auf dem Bayern - Podest in dem Presseraum des FC Bayern und palaverten über die Personalie. Der private Sportsender "Sport1" unterbrach eigens hierfür seine sonst üblichen, öden und verblödenden Dauerwerbesendungen und Quizsendungen, deren intellektueler Gehalt sich unter dem Klippschul-Niveau einpegelt und übertrug " live " und " in Farbe ", die medial aufgeplusterte FCB - Pressekonferenz zu dem Herrn im sportlichen Outfit, der inzwischen die deutsche Sprache angelernt hat. Da saßen sie alle Vier, der Pep Gardiola, der Pappkamerad in Sachen Steuerehrlichkeit und Schwarzgeldkontoführung sowie Schmiergeld - Akquise, Ulrich Hoeneß, der Piep - Piep - Piep - Wir - haben - uns - alle - lieb - Protagonist Karl Heinz Rummenigge ( All Night Long ) und der Pup - Puper vom Dienst Mathias " Motzki " Sammer und ließen weltmännisches Understatement erkennen, als es um die Zielsetzung für die kommende Saison ging. Gibt es denn da noch eine Steigerung? Wenn ja, welche?
Der Deutsche Super - Cup wäre noch ein Titel. Nur, da müsste Bayern gegen Bayern spielen. Vielleicht aber dann doch eher gegen den BVB und zwar am 27. Juli 2013 in Dortmund. Der UEFA - Supercup wäre auch noch ein weiterer Titel. Da spielt dann der FCB gegen ( ach, du Schreck, nicht schon wieder! ) gegen den FC Chelsea London und zwar am 30 August 2013 in der " Goldenen Stadt " Prag. Und dann wäre da noch der Weltpokal. Joh, da spielt denn der FC Bayern gegen einen brasilianischen Verein oder gleich gegen den Rest der Welt?

Und weil es jetzt den neuen Trainer Pep gibt, hat sich das Lobhudel - Orchester der bundesdeutschen Medien auf eine neue Namensgebung für den FCB geeinigt: FC " Pep " Bayern München, der deutsche Triple - Sieger etc. pp. Silke Heine aus der Sportredaktion von MDR Info machte mit ihrer Ehrenbezeugungsorgie schon mal den Anfang. Seit einiger Zeit verkürzt sie in den Hosianna - Singsang während des stündlichen Sportmeldungsblocks die Titel - Litanei auf den " deutschen Triple - Sieger ". Bei soviel Verdummung fällt es schwer, noch die Contenance zu behalten. Da bleibt denn nur die Feststellung, dass alles mal ein Ende hat, auch wenn die Wurst deren zwei vorweist, denn demnächst kommt der Wurst - Fürst " Uli " vor den Kadi. Eben wegen der schwarzen Konten in der Schweiz, der Steuerhinterziehung in der BRD und der Lügerei in seiner Selbstanzeige ( eine weitere soll er ja nachgeschoben haben, die allerdings nicht mehr wert hat, als ein Stück " Hakle Feucht " - Papier ).
Mal sehen ob dann Pep dem Piep und dem Pup sagt, dass Papp " Uli " dann eine solche Nase aufgesetzt bekommt und den letzten Pup über die Bazi - Claqueurin Silke ablässt!


Mein Platz - Dein Platz - Ihr Platz.



Auf dem Weg zu Fuß über die Fußwege des Dresdner Stadtteils Löbtau, die mich eher an eine Abenteuerfahrt mit meinem einst lindgrünen R4 zum Nordkap erinnerten, eierte ich in Richtung Kesseldorfer Straße. Dabei hörte ich schon von weitem den Lärmpegel aus dem Kindergarten und der Kindertagesstätte an der Bünaustraße. Und während ich die dortigen Grundstücke zügig passierte, schossen mir Gedanken an die Umsetzung des Wahlversprechens unser aller " Angie " und ihrer - wohl demnächst dort nicht mehr amtierenden - Bundesfamilienministerin Schröder  durch den Kopf. Diese lauten nun mal:

Ab dem 1. August 2013 werden Eltern für jedes Kind vom vollendeten ersten Lebensjahr an einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder durch Tagespflege haben. Bis dahin soll bundesweit für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Betreuungsplatz geschaffen werden; 30 Prozent der neuen Plätze sollen in der Kindertagespflege entstehen. Die Ansprüche der Kinder ab drei Jahren und die der unter Dreijährigen werden in den §§ 24 und 24a SGB VIII geregelt. "

- Zitatende - aus: IPZF, Kindertagesbetreuung Martin R. Textor:
http://www.kindertagesbetreuung.de/rechtsgrundlagen.html


So weit, so gesetzlich geregelt. Nur, die Realität sieht längst anders aus, denn:


"Ab dem 1. August 2013 wird es in vielen Städten und Gemeinden wahrscheinlich nicht genügend Betreuungsplätze für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr geben, um den zu erwartenden Bedarf zu decken. Dann rechnen die kommunalen Spitzenverbände mit einer Welle von Klagen gegen die Kommunen, an die sich der Rechtsanspruch richtet. "

- Zitatende - aus: a.a.O.

Das wird für manche Kommune dann richtig teuer. Wer die voll mundigen Versprechungen der beiden CDU - Damen beim Wort nimmt und sich auf jenen Rechtsanspruch beruft, wird - wenn auch nach einiger Zeit - über ein örtlich zuständiges Verwaltungsgericht einen Platz zuerkannt bekommen. 
So kommt denn auch ein - vorsorglich - eingeholtes Rechtsgutachten des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht im Auftrag des Deutschen Städtetages sowie ein Rechtsgutachten der Kanzlei Bernzen und Sonntag im Auftrag der Friedrich vom Stein-Akademie für Europäische Kommunalwissenschaften zu der erhellenden Erkenntnis, dass eine gerichtliche Durchsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz in einem nicht unerheblichen Maße erforderlich sein wird, denn die nach dem Gesetz verbriefte Betreuungsplatzgarantie ist de facto nicht gegeben. Damit besteht aber auch die Möglichkeit den Anspruch auf Kostenerstattung für eine selbst verschaffte Kinderbetreuung (wenn der örtliche Träger der Jugendhilfe keinen Platz zur Verfügung stellen konnte) bzw. eines Anspruchs auf Schadenersatz (z.B. des Verdienstausfalls) geltend zu machen.

Eine solche Verpflichtungs - und Leistungsklage hat aber  nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn beispielsweise
  • die Anspruchsberechtigten den Träger der örtlichen Jugendhilfe (Jugendamt) mindestens drei Monate - während einer Übergangszeit u.U. sogar mindestens sechs Monate - vor der tatsächlichen Inanspruchnahme des Rechtsanspruchs darüber in Kenntnis gesetzt haben, dass sie dann einen Betreuungsplatz benötigen werden und
  • die Anspruchsberechtigten bereit waren, einen Platz sowohl in einer Kindertageseinrichtung als auch in Kindertagespflege anzunehmen, da im Gesetz beide Betreuungsformen als gleichwertig und gleich geeignet betrachtet werden sowie
  • die Eltern nicht auf einem Platz in einer bestimmten Einrichtung bzw. bei einer bestimmten Tagespflegeperson bestanden haben, sondern jeden ihnen vom örtlichen Träger der Jugendhilfe angebotenen Platz akzeptiert hätten.
Außerdem müssen die Anspruchsteller dazu  nachweisen, dass ihnen wirklich ein Schaden entstanden ist, weil der Rechtsanspruch nicht eingelöst werden konnte, (sie also z.B. eine konkrete Stelle nicht - wieder - antreten konnten) und dass sie ihrer Schadensminderungspflicht nachgekommen sind. Wobei die Kosten für eine ersatzweise selbst beschaffte Kinderbetreuung nur ersetzt werden, wenn u.a. allgemeine Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit beachtet wurden. Andererseits darf eine Klage nicht aus dem Grund abgewiesen werden, dass es objektiv unmöglich gewesen sei, dem Kind einen Betreuungsplatz zur Verfügung zu stellen, da es insgesamt zu wenig Plätze gäbe.
Und weil die Betreuungsplatzunterdeckung bereits unmittelbar nach Inkrafttreten des Merkel/Schröder´schen Gesetzes vorhersehbar ist, haben sich betroffene Erziehungsberechtigte längst im Internet positioniert und geben dort kostenlos Rechtsauskunft. Immerhin: Die Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert dort exzellent.

http://www.kitaplatz-klage.de/

Da bleibt denn dem Vorbeischreitenden auf dem Weg zur Erledigung der Alltagsroutine, nach Ende der kurzen Gedankenspiele nur ein tiefes Durchatmen verbunden mit der erleichterten Quintessenz, dass das gesetztere Alter dem sich, nach Maßgabe des gesunden Menschenverstands aus der aktiven Zeugungsschlacht längst verabschiedenden Nichtbetroffenen, jene Arena der gesellschaftlichen Realitäten wohl wissentlich versperrt hat.


Sonntag, 23. Juni 2013

Sommerspass mit R.SA oder: Schau mal, wer da schwimmt?


Puh, schon wieder hatten die Nachmittagstemperaturen die 30 ° - Marke wieder locker geknackt. Schwitzend rühre ich den Putz - und Mauermörtel aus den Altbeständen des einstigen " Praktiker " - Baumarktes in DD - Gompitz mit der Neuerwerbung der Konkurrenz, dem " toom " - Markt in DD - Gorbitz zusammen und mischte ein paar Kellen Gips darunter, weil das verdammte Gemisch doch nicht haftet - jedenfalls nicht auf dem Putz aus dem Jahr 1939.
Und weil ich auch innerlich zur Hochform auflaufe, denn in einigen Tagen steht das 120 Jahr - Event vor der Tür, schrubbe ich anschließend auch noch die Bodenfliesen, wischte den Küchentisch ab und räume langsam den Krempel weg, der im Verlaufe der letzten Jahre dort liegen geblieben ist.

Um die Arbeit bei der unerträglichen Hitze ein wenig angenehmer zu gestalten, habe ich das betagte " Grundig " - Kofferradio, ein Geschenk der Verwandtschaft aus Ravensburg, aus den ersten Nachwendejahren, in Gang gesetzt. Gut, der Klang ist hundmiserabel, der Empfang auf nur einige wenige UKW - Sender beschränkt und dieses auch nur deshalb, weil ich die Gurke auf einen " IKEA " - Blumenständer platzieren konnte. Sei´s drum! Den DLF kann ich nicht mehr hören; schon gar nicht am frühen Nachmittag. MDR Info kommt mir auch aus den Ohren, weil ich den Sender bereits ab 5.30 Uhr in der früh anstelle, um die aktuellen Nachrichten mit zu bekommen. Also bleibt eigentlich nur noch eine handvoll weiterer Sender übrig. Hierzu zählt denn auch " R.SA - Sachsen ". Seit einiger Zeit - so zumindest die Eigenwerbung - " die offizielle BöFi-Welle. " Wer aber " BöFi " ist, erschliesst sich dem unbeleckt heran gehenden Zuhörer nur dann, wenn er dieses sächsische Eigengewächs öfters hört.

Mit " BöFi " ist das Moderatoren - Duo Böttcher und Fischer gemeint, das nun 10 Jahre lang über R.SA sein Unwesen treibt. Der damit noch junge Privatsender bietet seit dem 2. Mai 2003 sein Vollprogramm an. Er reiht sich damit in die Gruppe der 23 Rundfunkstationen ein, die aus dem Freistaat heraus betrieben werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_H%C3%B6rfunksender#Sachsen

Tja, und da R.SA musikalisch eher softig sowie durch ein mit Oldies garniertes Programm anbietet, dürfte der Sender eigentlich so auf meiner geschmacklichen Ebene liegen. Tut er aber nicht. Vielleicht liegt es daran, dass er sich inhaltlich eher dem üblichen " Dudelfunk " annähert, denn ein alternatives Profil jenseits des üblichen Formatradios vorweist.

   http://de.wikipedia.org/wiki/R.SA

Und so ertrug ich die ersten 40 Minuten während meines Arbeitseinsatzes in der längst umfunktionierten Küche mit dem R.SA - Programm an jenem heißen Junitag, ehe mir das Gesabbel und Gedudel auf die Nerven ging. Vielleicht lag es denn doch eher an der tropischen Temperatur von beinahe 36 ° im Außenbereich und 28° im Zimmer, dass ich dem R. SA - Nachmittag nicht viel abgewinnen konnte.
Dabei wurden nicht einmal die schlechtesten Titel abgenudelt:

- MAMBO

von Herbert Grönemeyer

- WHAT A WONDERFUL WORLD

von Louis Armstrong

- MARRAKESH EXPRESS

von CROSBY, STILLS & NASH

waren dabei. Dennoch: Dieses ewige Dazwischengequatsche! Es ist Nerv tötend. Dann gibt es ja auch noch Werbung ( wenn auch regionale ) und so etwas wie Nachrichten und das übliche Gesülze vom Wetter kommt auch noch vor. Und dieses Alles im ICE - Sprechtempo. Grauenhaft! Leider hat sich das ewige Gequatsche zwischen den Musiktiteln, untermalt von gleich klingenden " Jingles " und in einer jugendhaften Tonlage, die dem BRDler vermitteln könnte, es gäbe keinen demografischen Faktor und eine überalterte Bevölkerung, sondern nur " junges Gemüse " im Garten des Konsum - Wunderlandes. Eine übliche Mixtur also, wie sie die unterdurchschnittlichen Privatradiostationen seit Mitte der 80er in Westdeutschland und zu Beginn der 90er im Osten anbietet.
Alles einfach tausende von Malen gehört. 

Dann gibt es auch noch ein " R.SA " - Kaufhaus. Hmmh, immerhin eine etwas andere Idee, um Umsatz und Gewinn zu steigern. Schließlich soll der Bruder oder Abzweig des " PSR " auch Geld verdienen, denn die drei verantwortlichen Geschäftsführer möchten ihre Gehalt auch pünktlich auf dem Konto wissen; die Freien Mitarbeiter aber auch. 

Zu den besten Pferden im Stall des " R.SA " zählen die beiden Moderatoren des Morgenprogramms mit den Namen Böttcher und Fischer.


Und weil diese Hausmarke wohl mit Abstand das größte Zugpferd ist und von den durchschnittlich 131.000 stündlichen und 670. 000 täglichen Zuhörern als am attraktivsten bewertet werden, hat sich der Sender - ganz im Sinne dieser Protagonisten - den Zusatz gegeben " R.SA mit Böttcher & Fischer ", was er innerhalb jener Stunde per Eigenwerbung mehrfach über den Äther orgelt. Na, denn: Auf in die nächsten 10 Jahre. Ob mit oder ohne " Sommerspass ". In jedem Fall mit Böttcher & Fischer als Hausmarke. Immerhin gibt es da dann doch im Vergleich zu den sonst meist öden Konkurrenten einen großen Unterschied. Die wechseln das Personal häufiger, so wie die Bundesligavereine die Trainer. Von den Ablegten werden dann ab einem bestimmten Alter  " HARTZ IV " - Dauerbezieher. Wer kann schon alte Moderatoren in einem angeblich sonst so jungen Programm gebrauchen?







Donnerstag, 20. Juni 2013

Sind wir alle ein bisschen Obama?


Nun ist er wieder weg. Der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Sohn eines Kenianers und einer US - Amerikanerin. Der nur knapp 1 tägige Besuch mit Familie in Berlin brachte nichts Neues. Sollte er wohl auch nicht, denn die Lage der Welt, der USA und Europas ist seit seiner letzten Visite nicht einfacher geworden. Im Gegenteil - Merkel und er schieben einen Mount Everest an ungelösten Problemen vor sich her.

Barack könnte eigentlich frei sein, in dem Versuch diese - zumindest im eigenen Land - zu lösen. Er wurde ja - wenn auch zum letzten Mal - wieder gewählt. Er muss deshalb nicht um die Gunst der amerikanischen Wähler nicht buhlen ; im Gegensatz zu der Gastgeberin Merkel. Doch wer einen Präsidenten erwartet hat, der mit einem Füllhorn an Ideen angereist ist, wurde bitter enttäuscht. Von Obama gehen weder Visionen noch praktikable Lösungsansätze zu den Aufgabenfeldern Arbeitslosigkeit, Finanzkrise oder den vielen Konfliktherden aus. Da versteifte sich Mr. President denn in der Verteilung von Artigkeiten rund um das Gastgeberland im allgemeinen und die Kanzlerin als Verantwortliche im besonderen. Küsschen hier, ein lockeres Lächeln da, eine zarte Umarmung nebst ein persönliches Du dort.

Friede, Freude, deutsch - amerikanische Freundschaft also! Da kann es eben nicht zu einer aussagekräftigen Rede des Mr. Obama kommen. So eine, wie sie einst sein großes Vorbild John Fitzgerald Kennedy 1963 anlässlich seines Berlin - Besuchs mit dem weltberühmten Satz " Ich bin ein Berliner! " hielt oder, wie sie der Schauspieler und Säbelrassler Ronald Wilson Reagan vor knapp 26 Jahren an der Berliner Mauer hielt, als er forderte:  „Mister Gorbachev, tear down this wall!“.

 Die Berliner sind längst nicht mehr Bewohner einer geteilten Stadt, es gibt keine sich unversöhnlich gegenüber stehenden Machtblöcke, bestehend aus der NATO und dem Warschauer Pakt und die ideologischen Gräben zwischen verschiedenen Staaten, ja auch deren besicherte Grenzen, sind zum großen Teil aufgehoben. Die Welt ist inzwischen eine völlig andere geworden. Es ist schon lange möglich, binnen Sekunden von einem Kontinent zum anderen zu kommunizieren, innerhalb weniger Stunden einen Flug dorthin zu organisieren und binnen weniger Tage Güter von dort vor die Haustür des Antipoden zu transportieren. Die Welt hat sich globalisiert.

Diese Entwicklung hat viele Vorteile. Sie birgt aber auch Gefahren in sich. Das Klima verändert sich. Und dieses, obwohl der gemeine Yankee es bestreitet. Die Erde registriert längst eine Überbevölkerung, obwohl es offiziell nicht dargestellt wird. Der Planet ist nicht friedlicher geworden, obwohl es von vielen Politikern gerne so gesehen und verkündet wird. Die Diskrepanz zwischen armen und reichen Nationen und wohlhabenden sowie verarmten Einwohnern der vielen Staaten hat sich enorm vergrößert. Die internen Verteilungskämpfe um den schnöden Mammon, den Konsum und die Macht nehmen in sämtlichen Ländern zu. Die damit verbundene Kriminalität auch. Das Leben jedes einzelnen Erdenbürger ist auch in 2013 eher komplexer, komplizierter und unsicherer geworden, als vor 50 oder 26 Jahren.

Da bleibt einem US - Präsidenten keine Zeit und kein Raum, um pathetische Reden zu schwingen, um Visionen auszusprechen oder klare Vorgaben zu formulieren. In unserer schnelllebigen Zeit wird auch sehr schnell der Name eines Staatsoberhaupts vergessen. Hierzu zählt in einigen Jahren auch Barack Obama, denn er wird keine großen Spuren im Sand der Geschichte hinterlassen. So, wie es Kennedy und auch der Schauspieler Reagan einst taten. Deshalb bleibt der sündhaft teure Berlin - Aufenthalt des US - Präsidenten, mit all seinem ausgelebten Sicherheitswahn, nur ein kleiner Sandkorn im Gefüge der Erdgeschichte. Unwichtig, sofort vergessen und ohne nachhaltige Konsequenzen für die USA, Europa und die BRD. Allenfalls Merkel kann schöne Bilder für das Wahlkampfalbum vorweisen. So, wie sie vor einigen Tagen bei ihren unsinnigen Reisen in die Flutgebiete von der Pressemeute erstellt und veröffentlicht wurden.
Merkel, die Macherin? Merkel, die Verbündete an der Seite der USA. Merkel, die Weltpolitikerin?

Nö, ich möchte sie eigentlich nach der Wahl 2013 nicht mehr sehen. Aber, dazu müsste sie und ihre CDU einen Stimmen - und Stimmungseinbruch hinnehmen. Doch: Wer glaubt da schon an den Weihnachtsmann? So lässt sich der Bundesdeutsche denn schön von den schönen Bilder zum Obama - Besuch beeindrucken und wählt deshalb CDU. Die Show hat Vorrang im leben, denn diese Michel sind überwiegend ein bisschen Obama!


Mittwoch, 19. Juni 2013

Joh, sind denn schon Hundstage?


Junge, junge, ist das eine Hitze! Bereits gestern kletterte das Thermometer auf über 30 °. Der Mittwoch brachte dann noch eine Steigerung. In den Nachmittagsstunden zeigte es uns sagenhafte 37, 9 °!
Da stellte sich mir sofort die rage, ob nach dem völlig verregneten Mai, der einigen Regionen wieder einmal das befürchtete Hochwasser brachte, die so genannten Hundstage begonnen haben.
Eigentlich sollen diese erst ab dem 23. Juli bis zum 23. August oder 30. August des jeweiligen Jahres beginnen. Als Hundstage werden die heißesten Tage des Jahres bezeichnet. Eigentlich hat der Begriff etwas mit der Astronomie zu tun, denn in diesem Zeitraum ist das Sternbild des Großen Hundes ( Canis Major ), dessen Einzelsterne zum Teil sehr lichtschwach sind, erst mit Ablauf des Monats August komplett zu sehen.
Aus dem Altertum jedoch überliefert, werden als Hundstage die heißen Sommertage benannt. Und diese gibt es in den Monaten Juli bis August.
Vielleicht könnte der Klimawandel auch hier zu einer Veränderung geführt haben?

Wie dem auch sei: Es ist heiß, es werden tropische Nächte mit über 20° Nachttemperaturen. Und während die Freibäder einen Massenandrang verzeichnen, quält sich so mancher empfindliche Zeitgenosse bei diesen Backofengraden herum. Da hilft eigentlich nur ruhen, viel Flüssigkeit trinken und Anstrengungen vermeiden.  

http://de.wikipedia.org/wiki/Hundstage

SV Werder Bremen: Lebenslang Grün - Weiß!

Der bundesdeutsche Fußballfan kann sie nun getrost ad acta legen, die 50. Spielzeit der Bundesliga. Welche Entscheidungen in Bezug auf den Auf - oder Abstieg in das Fußballoberhaus nach dem 18. Mai 2013 gefallen sind, dürfte aus Sicht der Vereine von Platz 1 bis 15 nur bedingt interessant gewesen sein. Und so nimmt der Anhänger des SV Werder Bremen es mit einer gewissen Gelassenheit zur Kenntnis, dass dieser Klub es auch in der Saison 2012 / 2013 geschafft hat, sich aus eigener Kraft von dem durchaus herum geisternden Abstiegsgespenst zu entledigen. Der Preis dafür war hoch, denn mit zunehmender Dauer der 50. Spielzeit und den eher nur mäßigen Leistungen des Vereins von der Weser, kam hörbare Kritik an dem verantwortlichen Duo Thomas Schaaf und Klaus Allofs auf. Die während vieler Jahre verwöhnten Fans des SV Werder wurden nicht nur unruhig, sondern sie pfiffen die Mannschaft bei einigen Heimspielen sogar aus. Der Medienzirkus mit seinen selbst ernannten Fußballexperten hielt sich mit unsachlichen Kommentaren, Mutmaßungen und Forderungen genauso wenig zurück, wie es die Zuschauer im Weser Stadion und so mancher mitleidende während der Live - Übertragungen der Werder - Spiele vor dem TV - Geräten auf taten.

So mancher Fluch kam mir über die Lippen, wenn der SV Werder sich in der abgelaufenen Saison auf der Verliererstraße befand, die Gegner zu viele Tore schossen und die Abwehr eher wie ein löchriger Schweizer Käse aussah, das Mittelfeld eher konzeptlos agierte und der Sturm sich nur als laues Lüftchen entpuppte.
Das war nicht immer so. Weshalb ich in der Jubiliäumssaison auch viel lieber an die guten alten Zeiten erinnert wurde, als es im Weser Stadion hieß: " Werder Bremen - Power auf Dauer ", die Fans skandierten " Einer geht noch rein ! " und " Oh, wie ist das schön! " oder der Mannschaft stehende Ovationen zu der exzellenten Leistung auf dem saftigen grünen Rasen zollten.

Als ich 1978 als Student nach Bremen kam, gehörte mein Fußballherz dem VFL Borussia Mönchengaldbach. Die " Fohlen " - Elf, die " Gladbacher ", die Truppe vom Niederrhein hatte zuvor über viele Jahre glänzenden Fußball gespielt. Dafür waren Namen wie Netzer, Wimmer, Heynckes ein Garant. Später dann auch Vogts, Bonhof oder der quirlige Däne Alan Simonsen. Als Anhänger der " Gladbacher " durfte ich mich denn auch gegenüber meinen Studienkollegen outen. Diese, allesamt Werder - Fans, lächelten denn eher müde, als ich von dem Verein schwärmte. Und so nahmen sie mich am 28. 08. 1979 zu einem Flutlichtspiel des SV Werder Bremen gegen die Mannschaft von Borussia Dortmund mit. Es war ein Dienstagabend. Der SVW spielte nicht überragend, gewann dennoch mit 2:1. Die Tore damals schossen Benno Möhlmann und Klaus Wunder. Der Trainer war der Ex - Spieler des 1. FC Köln Wolfgang Weber. Die Dortmunder wurden von keimen Geringeren als Udo Lattek trainiert. Die Begegnung haute mich einst nicht gerade vom Hocker und so ertrug ich auch jene Frotzeleien meiner Studienkollegen über meine Vorliebe zu den Gladbachern.

Das ist nun fast 34 Jahr her. Seit dem floss viel Wasser die Weser herunter. Ich mutierte von einem " Fohlen " - Fan zu einem Grün - Weißen. Nicht nur, weil mich andere Studienkollegen einige Male danach in das Bremer Weserstadion mit nahmen, wo zu jener Zeit die ermäßigte Stehplatzkarte nur 5 Deutsche Mark kostete,wohl auch deshalb nicht, weil nach dem sportlichen Abstieg des Vereins in der Saison 1979/1980, dem darauf folgenden Neuanfang mit dem Trainer Otto Rehhagel, ein kometenhafter Wiederaufstieg und eine damit verbundene Erfolgsgeschichte rund um den SVW zu vermelden war und möglicher Weise auch deshalb nicht, weil ich als Radiohörer, alsbald die Hansawelle von Radio Bremen vor dem zuvor heiß geliebten WDR mit seinen Sportprogrammen präferierte. Es war eine prima Mischung aus Alledem. Ein büschen Lokalpatriotismus, eine Prise Hochachtung vor dem Macher " König Otto I von Bremen " und der unbändige Drang, über den Verein gut informiert zu sein. Die Triebfeder des uneingeschränkten Bekennens zum SV Werder Bremen war ab die zuvor stetig gewachsene Abneigung zu den Bayern insgesamt und dem FC Bayern aus München im besonderen. Endlich hatte es ein Fußballverein wieder einmal gewagt den " Bayern Paroli zu bieten " - so formulierte es einst " Uns " Otto Rehhagel.

Die Jahre vergingen. Der SVW avancierte zum " Bayern " - Jäger Nummer Eins. Es reihten sich große Erfolge, überragende Spiele, aber auch bittere Niederlagen aneinander. Das Rehhagel´sche Konzept, erfahrene Spieler und junge Akteure zu einer Mannschaft zu formen, aus bekannten Spielern und unbekannten Talenten eine Elf auf den Rasen zu schicken, die - nicht nur im heimischen Stadion - motiviert war, den Gegner mit Offensiv - Fußball zu besiegen, schien aufzugehen. Nach einigen Anläufen, bei dem der SV Werder Bremen knapp an dem Meistertitel vorbeischrammte, war es 1987/88 endlich so weit. Die zweite Deutsche Fußballmeisterschaft durfte gefeiert werden. Nachdem Otto Rehhagel von dem zuvor bedingungslosen " Hurra " - Stil in das Konzept der " kontrollierten Offensive "  umgewandelt hatte. Der Erfolg zeigte sich aber nicht nur mit dem Meisterschaftsgewinn. Auch auf dem internationalen Parkett konnte Werder Bremen bestehen.

Nur zu gerne erinnere ich mich an die " Wunder von der Weser " - die de facto ja keine waren, denn Werder spielte glänzenden Fußball -, als eine 1:4 - Schlappe in Moskau mit einem 6:2 in Bremen kompensiert wurde. Als ein kläglich 0:3 gegen den DDR - Dauermeister ( Rekordmeister, würden die Bazi - Lobhudler von heute sagen ) noch mit einem 5:0 im heimischen Weserstadion wett gemacht werden konnte. Als einst der SVW gegen den RSC Anderlecht bis zur 66 Minute bei strömenden Regen noch mit 0:3 zurück lag und dann bis zum Abpfiff 5 Tore erzielte. Viele der damaligen Akteure sind in irgendeiner Weise dem Fußball verbunden geblieben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Werder_Bremen#Historische_Spiele_und_die_.E2.80.9EWunder_von_der_Weser.E2.80.9C

Auch als die Mannschaft damals den SSC Neapel mit den Weltstars Maradonna, Zola und Alemao oder auch Careca mit 3:2 in Neapel und in einem sagenhaften Spiel in Bremen mit 5:1 aus dem Weserstadion fegte, war ich im Weserstadion, das während des Spiels einem einzigen Tollhaus glich. Selbst die eher sehr zurückhaltenden, die kühlen Fans aus dem oldenburgisch - ostfriesischen Umland skandierten " Diego, Diego, hahaha! ". Der an diesem Abend glänzend aufgelegte Mittelfeldspieler des SVW, Mirko Votava, ließ Diego Maradonna ganz alt aussehen, lief dem Weltfußballer sämtliche Bälle ab und benötigte nicht einmal ein Foul dafür. Der Ex - Dortmunder, der von Otto Rehhagel aus Spanien geholt wurde, hatte seine besten Jahre in Bremen.

Der SV Werder Bremen hatte in den späten 80er und bis in die Mitte der 90er Jahren seine beste Zeit.
Nach dem Gewinn der zweiten Bundesligameisterschaft rangierten die Bremer ständig unter den ersten Teams; mindestens aber im einstelligen Tabellenplatzbereich. Die Mannschaft um Otto Rehhagel gewann dann 1992/1993 erneut die Meisterschaft, schloss in der Folgesaison mit Platz 8 ab und konnte 1994/1995 noch einmal Vizemeister werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Werder_Bremen#1987.E2.80.931995:_Titel_und_Erfolge

Als Otto Rehhagel dann nach immerhin 14 erfolgreichen Jahren an der Weser zum Erzrivalen nach München ging, wurde eine eher durchwachsene Zeit eingeläutet, die vor allem durch viele Trainerwechsel gekennzeichnet war.
Der gebürtige Niederländer Aad de Mos schwang nach Rehhagels Abgang für einige Monate das Zepter beim SVW. Allerdings mit wenig Fortune. De Mos musste gehen.
Werder verpflichtete den Dresdner Dixie Dörner, der zu dieser Zeit beim DFB tätig war als Nachfolger. Der Ex - DDR - Auswahlspieler wurde dann den immer noch zu hohen Erwartungen an der Weser nicht gerecht und musste nach nur 1 1/2 Jahren seinen Platz zugunsten von Wolfgang Sidka räumen. Der Ex - Profi Wolfgang " Wolle " Sidka schaffte es allerdings ebenfalls nicht, den Verein wieder auf die Erfolgsspur zu führen. Im Gegenteil: Der SVW stand in der Saison 1997/ 1998 ständig im unteren Tabellendrittel und drohte 1998/1999 sogar abzusteigen. Sidka wurde entlassen. Für ihn kam Felix Magath, der nur kurzfristig eine Verbesserung erreichen konnte, dem jedoch wegen seiner gewöhnungsbedürftigen Trainingsmethoden der Laufpass gegeben wurde. Zwischenzeitlich trat auch der Vorstand des SVW mit Klaus-Dieter Fischer , Franz Böhmert und Schatzmeister Manfred Müller zurück.

http://de.wikipedia.org/wiki/Werder_Bremen#1995.E2.80.931999:_Ende_einer_.C3.84ra

Als Feuerwehrmann wurde Thomas Schaaf, ein Ex-Profi, der unter Rehhagel die erfolgreichen Jahre miterleben durfte, verpflichtet. Zum Präsidenten ernannte der Verein Jürgen L. Born.
Mit dem Trainerwechsel kehrte der Erfolg an die Weser zurück. Werder schlug in einem denkwürdigen Pokalfinale am 12. Juni 1999 mit 6:5 ( 1:1, 5:4 . Elfm ) gegen die Elf des  Arroganz - Vereins von der Isar. Bremen stand Kopf. Ein Jahr später gelang es Werder zwar wieder in das DFB - Pokalfinale einzuziehen; dieses Mal zogen die Grün - Weißen jedoch gegen die Bayern mit 0:3 deutlich den Kürzeren.
Dennoch konsolidierte der Trainer und der neue Manager Klaus Allofs den Verein und führte zusammen mit Jürgen L. Born eine erfolgreiche Ära nach der von Otto Rehhagel wieder ein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Werder_Bremen#1999.E2.80.932004:_Neuaufbau_und_Gewinn_des_Doubles

Die Krönung der dortigen Arbeit war der Gewinn der Deutsche Fußballmeisterschaft und des DFB - Pokals in der Saison 2003 / 2004.
Es folgten 5 weitere, durchaus erfolgreiche Jahre, in denen die Grün - Weißen - trotz vieler namhafter Abgänge - sich im einstelligen Tabellenbereich etablieren konnte.
Tja, und damit wäre aber auch schon das Hauptproblem der Jahre nach dem Gewinn der vierten Bundesligameisterschaft benannt. Der SVW kann - aus fianziellen Gründen - seine Top - Leute nicht halten. Sie wurden und werden immer noch von den reichen oder den Schuldenmacher - Vereinen weg gekauft. Ob nun Rudi Völler, Kalle Riedle, Mario Basler, Miroslav Klose, Ailton, Claudio " Pizza " Pizarro, Torsten Frings, Andreas " Andy " Herzog, Fabian Ernst, Tim Borowski, Mladen Krstajic´, Valerien´Ismael, Frank Rost, Diego, Mesut Özil oder Tim Wiese - um nur einige Leistungsträger zu nennen, sie alle verließen den Verein, um woanders mehr Geld zu verdienen.

Nun, der Profifußball ist keine Wünsch - Dir - Was - Veranstaltung und deshalb musste der Verein ständig neue Talente oder auch gestandene Spieler in die Mannschaft einbauen. Das gelang den kongenialen Duo Thomas Schaaf und Klaus Allofs in den ersten Jahren hervorragend. Nach der Saison 2009 / 2010 mussten die Werder - Fans allerdinsg drei eher schwache Spielzeiten hinnehmen. So auch in der abgelaufenen Saison 2012 / 2013, in der zum größten Teil das Abstiegsgespenst umher spukte. Vielleicht war die Ära Schaaf/Allofs bereits nach dem letzten
nennenswerten Erfolg im Mai 2010, als die Grün-Weißen das DFB - Finale in Berlin erreichten, bereits dem Ende zugehend.

Wie gesagt, die abgelaufene Spielzeit war für jeden eingefleischten Werderaner ein Albtraum. So verhielten sich denn einige Zuschauer eher unsportlich und pfiffen die eigene Mannschaft gnadenlos aus, skandierten Hohn - und Spottgesänge und sprachen unumwunden vom nahenden Abstieg in die Zweitklassigkeit. Dieses sind keine wirklichen Fans. Es sind Mitläufer, deren Unkenntnis und unsportliches Verhalten dazu führte, dass die Mannschaft noch mehr verunsichert wurde. Wie hat es das DFB - Sportgericht in dem ungerechten Urteil zu Ausschluss von Dynamo Dresden aus dem DFB - Pokal für 2013 / 2014 formuliert?
" Verein und Fans bilden eine Einheit ". Ja, klar, aber sportliche Probleme dürfen nicht durch unsportliches Verhalten kompensiert werden.

Deshalb gilt für mich bereits seit 1979 / 1980 der Grundsatz:
" Werder Bremen: Lebenslang Grün - Weiß! "





Paul Simon und Art Garfunkel: Von " Mrs. Robinson ", " Der Reifeprüfung " und dem " Central - Park " - Konzert.


 Da haben uns die Öffentlich - Rechtlichen am Samstag, den 15. Juni 2013 vor sich selbst gerettet, denn während der immer dicker werdende Andy Borg im Ersten zum Mitklatsch - Schunkel - Hudel - Event " Mutantenstadl " einlud, das ZDF in informeller Absprache deshalb Krimi - Wiederholungen aus dem Jahr 2009 anbot und die Dritten " Softlan " - Filme mit intellektuellem Tiefgefrierfaktor a´la´" Die Pferdeinsel " dem abgeschlafften Glotzer zur Prime Time kredenzten, lief ab 21.00 Uhr in dem Spartenkanal " ZDF Kultur " die Aufzeichnung des Konzerts des einstigen Folk - Pop - Folk - Rock - Duos " Simon & Garfunkel " , das diese vor knapp 22 Jahren im New Yorker Central Park gaben. Und - als sei der Musiknostalgie damit noch nicht genüge getan - ab 22.15 Uhr legten die Zwangsgebühren alimentierten Kanalwerker vom sündhaft teuren Luxus - Sendezentrum auf dem Mainzer Lerchenberg noch eine Schippe drauf und strahlten " Die Reifeprüfung " zum x-ten Male aus.

Nun, Wiederholungen werden in aller Regel auch dann nicht besser, wenn sie sich beliebig wiederholen. Vielleicht könnte der kritische TV - Zuschauer dieses auch von jenen beiden Sendungen behaupten. Tatsächlcih aber, katapultierten mich jene Konserven zurück in die Jahrzehnte des Beat, Folk und der Pop - Musik. Denn das, was von dem US - amerikanischen Gesangsduo Paul Simon und Art Garfunkel an Liedgut vorgetragen wurde, hat und hatte schon seine Blütezeit längst hinter sich; auch schon 1981, als die beiden Amerikaner vor mehr als 500.000 Zuschauern ihr legendäres Konzert im Herzen des Molochs New York gaben.

Da das Singer - Songwriter - Duo seit einigen Jahren getrennte Wege ging, durften die Besucher der Frei - Veranstaltung durchaus gespannt sein, ob sie es immer noch so herüber bringen, wie vor fast 25 Jahren. Zu jener Zeit also, als ihre Musik zu dem Kinofilm " The Graduate " ( Die Reifeprüfung ) veröffentlicht wurde und die LPs " Wedesday Morning 3.A.M. )", " The Sound of Silence " sowie " Parsley, Sage, Rosemary and Thyme " verkaufstechnisch noch einmal so richtig in die Höhe schossen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wednesday_Morning, 3_A.M.


http://de.wikipedia.org/wiki/Sounds_of_Silence


http://de.wikipedia.org/wiki/Parsley,_Sage,_Rosemary_and_Thyme

Auch der Soundtrack zu dem Kultfilm wurde ein voller Erfolg, selbst wenn sich dort - bis auf das Stück " Mrs. Robinson - jene längst veröffentlichten Songs aus den drei vorherigen Alben wieder finden


http://de.wikipedia.org/wiki/The_Graduate_(Album)


Der Titel " Mrs. Robinson " findet sich indes auch auf dem 1968er Album " Bookend " wieder. Der kommerzielle Erfolg dieser LP hingegen war durchaus mit den vorherigen Alben vergleichbar, denn es wurden neben " Mrs. Robinson " weitere drei Singleauskoppelungen veröffentlicht.


http://de.wikipedia.org/wiki/Bookends


Als dann zu Beginn der 70er Dekade die LP " Bridge Over Troubled Water " auf den Markt kam, befanden sich " Simon & Garfunkel " bereits auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Dennoch wurde dieses Album das Erfolgreichste. Nicht nur, weil erneut eine Reihe von Single - Auskoppelungen in die Charts gelangten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bridge_over_Troubled_Water_(Album)


In diesem Jahr trennte sich das Duo offiziell, um musikalisch neue Wege zu beschreiten. Bis dahin konnten die Plattenveröffentlichungen - nicht nur in den USA - mehrere Platin - und Goldauszeichnungen einheimsen, sondern auch die Singles, wie " The Sound of Silence ", " The Boxer ", " El Condor Pasa " und nicht zuletzt " Bridge Over Troubled Water " erreichten hohe Chartsplatzierungen ( häufig wochenlang die Nummer 1 ).


http://de.wikipedia.org/wiki/Simon_%26_Garfunkel/Diskografie


Die Zeit des handgemachten Liedes, des Softrock, des Folk, waren zwar zu Beginn der 70er noch nicht ganz vorbei. Das Genre musste allerdings anderen Stilrichtungen den Vortritt lassen, in denen Musik mittels aufwendiger Technik und neuen Instrumenten dargebracht wurde.

Dass Paul Simon nach der Auflösung des Duos in den vielen Jahren danach erfolgreicher war, lag primär daran, dass er als Kopf des Musikpaars, die meisten Songs schrieb. Seine Texte waren niveauvoll, oft sogar politisch und einprägsam. Die Melodien wurden durch den ausgezeichneten Gesang getragen, wenngleich sein kongenialer Partner Art Garfunkel die bessere Stimme hatte.


So trafen sich die Beiden am 19. September 1981 beruflich wieder, um ein Benefiz - Konzert für die Sanierung des völlig vergammelten und auch sonst in einem beklagenswerten Zustand stehenden New Yorker Central Park zu geben. An der Aktion, über Spenden die als " Grüne Lunge " von " Big Apple " bekannte Parkanlage wieder in Schuss zu bringen, beteiligten sich weitere Künstler sowie einflussreiche Unternehmer.

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Concert_in_Central_Park#Hintergrund



In der lauen Septembernacht des Jahres 1981 intonierte das sich danach vorüber gehend wieder vereinigende Folk - Rock - Duo dann:


Mrs. Robinson 3:52

Jenes Stück, dass sich auf eine Dame bezieht, die jedoch nur namentlich mit jener Protagonistin in dem Film " Die Reifeprüfung " besitzt. Die Live - Version besitzt hier als Opener etwas mehr Drive und hört sich rockiger an. Es folgt:


Homeward Bound 4:22

Ein Lied aus der Frühphase des Duo, dass auch als B - Seite des Welthits " The Sound of Silence " in der Single - Auskoppelung veröffentlicht wurde. Spätestens hier wird deutlich, dass die Beiden kaum an Stimme eingebüßt haben.


America 4:47

wurde hier etwas pepiger arrangiert. Insbesondere die kreisenden Lautsprecher der Gitarristen garantieren für einen vollen Sound.



Me and Julio Down by the Schoolyard 3:22


findet sich auch auf der Doppel - LP ( CD ) wieder, denn das Stück entstammt aus dem Solo - Album von Paul Simon und wurde mit veröffentlicht. Dass es Paul Simon auch alleine kann bleibt dennoch unbestritten.


Scarborough Fair (Volkslied, arrangiert von Paul Simon und Art Garfunkel) 3:52




Das traditionelle Stück wird von den Beiden wunderbar vorgetragen und zeigt, dass die Stimmen sich nicht nur dort exzellent ergänzen.


April Come She Will 2:37

Wird von Art Garfunkel allein gesungen. Zweifelsohne, der Mann hat eine hervorragende Stimme, die den Zuhörer nicht nur verzücken kann, sondern ihn manchmal zum Träumen verleitet. Da kann das gesamte Bohlen - Gesumse in den Nachmillenniumsjahren getrost in die Tonne gekloppt werden. Wunderbar!


Wake Up Little Susie - The Everly Brothers (Felice und Boudleaux Bryant) - 2:19

Ein popig - rockiges Stück mit viel Schwung vorgetragen. Die Begleitband beherrscht ihre Instrumente, womit auch die Live - Adaption des " Everly Brothers " - Songs ein Volltreffer ist.


Still Crazy After All These Years 4:04

Der Song wird von Paul Simon solo vorgetragen. Die Bläsersätze stimmen auch hier und führen zu einem voluminösen Sound.


American Tune 4:33

Das der Singer - Songwriter Paul Simon eingefleischter Amerikaner ist, wird auch hier wieder deutlich. Selbst wenn er eine längere Zeit in England lebte und dort einige Titel komponierte: Die USA sind doch seine Heimat.


Late in the Evening 4:09

Noch ein weiterer Solo - Titel des Paul Simon. Die Masse tanzte nicht nur, sondern amüsierte sich auch in jener Vollmondnacht des 19. 09. 1981. Dass 20 Jahre später eine Bande hirn - verbrannter Verblendeter die Zwillingstürme zum Einsturz bringen sollte, hätte damals niemand der Anwesenden für möglich gehalten.


Slip Slidin’ Away 4:54

Noch ein Paul Simon - Song aus seinem Set. Sehr ausdrucksvoll von den E - Gitarren begleitet.Die
Kritik, wonach Simons Stimme auch hier etwas zu dünn herüber kommt, vermag ich nicht zu teilen.


A Heart in New York (Gallagher and Lyle) 2:49

Art Garfunkel darf nun wieder ran. Das Stück ist klasse, weil er eben eine außergewöhnliche Stimme besitzt. Bei der Passage mit dem Begriff " Central Park " tobt die Menge.


The Late Great Johnny Ace ( Paul Simon )  4:45

Das Lied aus der 1981 er Solo - LP " Heats and Bones " von Paul Simon findet sich  nicht auf dem Doppelalbum. Hier kann nur spekuliert werden, warum nicht. Es dürften vielleicht verkaufstechnische oder urheberrechtliche Gründe sein.  Simon besingt seine Erlebnisse in London, wo er sich eben für längere Zeit aufhielt.


Kodachrome / Maybellene Paul Simon / Chuck Berry (Chuck Berry, Russ Fratto, Alan Freed) 5:51

Ein Doppeltitel, den das Duo nahtlos aneinander reiht. Das " Kodak / Kodachrome " ein Lobgesang auf den inzwischen in die Pleite gegangenen Film - und Fotoherstellungsriesen darstellt, tut der Chausse keinen Abbruch. Werbung in der Form lässt sich alle Male ertragen, und gute Ware hat die " Kodak " - Ära auf jeden Fall hervor gebracht.

Bridge over Troubled Water 4:48

Art Garfunkel singt sodann den Welthit mit einer Inbrunst, dass es den Zuhörern kalt den Rücken herunter läuft. Mensch, was waren das spartanische Zeiten, als ich an den elterlichen Kofferradio ITT Schaub - Lorenz mittels extremer Verrenkungen der Antennen und des Standorts die Piratensender, wie " Radio Caroline " einpegeln wollte, um nicht nur diesen Titel in all dem atmosphärischem Gegluckere und Gekrächtze, Gezirpe und Gequäke hören zu dürfen. " When You´re Down and Out... " - Herrlich!


50 Ways to Leave Your Lover 4:23

Paul Simon erneut als Einzelsänger. Die Band macht auch hier den Live - Titel voller. Ein Erlebnis! Die abschließende Schlagzeugeinlage lässt die Qualität der Musiker rund um das Duo nur erahnen.


The Boxer 6:02

Na, endlich, würde der Fan sagen. Der Titel schlechthin. Da werden und wurden schon damals Erinnerungen wach. Die CVJM - Wochenend - Zeltfahrten in blauer Kluft, auf dem eigenem, vom sauer verdienten Geld durch Maloche auf der Erdbeerplantage angeschaftten Fahrrad und mit schwerer Kote auf dem Gepäckträger. Die Lagerfeuer - auch schon damals illegal - im Wald bei Almena. Die Glühwürmchen - Parade nach Einbruch der Dunkelheit. Dazu Radio Luxemburg - Gerausche aus einem mit gebrachten Kofferradio, dessen 1, 5 - Volt - Monozellen zur Neige gingen.


Old Friends / Bookends Theme 2:57

Der Titelsong aus der 68er - Scheibe. Der Gesang reißt auch hier alles heraus.


The 59th Street Bridge Song (Feelin’ Groovy) 2:01


Das Stück wurde auch als Single veröffentlicht.


The Sound of Silence 4:13

Der 20. Titel bringt dann die mehr als eine halbe Millionen Zuhörer und Fans noch mal so richtig in Wallung. Klasse!


Late in the Evening (Reprise)

Ist das Abschlussstück und lässt den Central Park richtig rocken. Die exzellenten Begleitmusiker zeigen sich in Hochform. Findet sich leider auch nicht auf der DLP aus dem Jahre 1981 wieder. Schade, denn damit klingt das Konzert so richtig schön aus. Das war´s dann. Ein Erlebnis, dieser Film zu dem Benefiz - Konzert vor 32 Jahren.


http://de.wikipedia.org/wiki/The_Concert_in_Central_Park



Danach gab´s denn noch einen Kultstreifen zum Schmunzeln. Dustin Hoffmann in " The Graduate " ( zu deutsch: Die Reifeprüfung ). Paul Simon und Art Garfunkel produzierten die Musik dazu.


Na, mit den Augen eines Teenagers, der ich 1967 noch war, dürfte die Geschichte mir vormals ein wenig hanebüchen vorgekommen sein. Ein über 40jährige, dazu auch noch verheiratete Frau, verführt einen jungen Mann, der gerade seine Hochschulzugangsberechtigung ( das Abitur ) gebaut hat und noch nicht so richtig weiß, wo es hin gehen soll. Die Eltern, mit den Robinsons, eben jenem Ehepaar, befreundet, ahnen natürlich nicht, was inzwischen bei ihrem Filius abläuft. Der Film zeigt denn auch jene prüde, bigotte Spießigkeit, die damals noch vorgelebt wurde. Die filmische Thematik, war 1967 ein riesen Skandal. Denn nicht nur die amerikanische Gesellschaft in all ihrer verbleibenden Verlogenheit, wird hier gnadenlos vorgeführt. Dass sich der Milchreisbubi Benjamin später in die gleichaltrige Tochter der Robinsons verliebt, macht die Sache nicht einfacher und gibt dem Film noch eine weitere pikante, ja sogar dramaturgische Note. Denn die gute Mrs. Robinson ist danach keine gute Mutter. Sie hasst die Jugend ihrer Tochter, weil sie ihre eigene mit der ungewollten Schwangerschaft abrupt beenden musste. Sie durfte und konnte nach der Geburt eben nicht weiter studieren, sondern heiratete den Vater des Kindes, einen Kommilitonen, mit dem sie es in einer Ford - Limousine trieb.

Die Ehe wurde nach Auszug der Tochter noch öder, der Mann soff weiter und Sex gab es nicht mehr, weil die Robinsons längst getrennte Schlafzimmer hatten. Da suchte sich die attraktive Vierzigerin die körperlichen Freuden bei einem wesentlich jüngeren und wohl potenten Liebhaber.

Ein Unding! Zumal auch die gesellschaftlichen Konventionen in der Middle Class klar definiert waren. Ehemänner, die Ernährer eben, durften fremd gehen und dieses auch mit Partnerinnen, die ihre Töchter sein konnten; Mütter, die Hausfrauen wurden, hatten bibelfest zu bleiben und ihre sexuellen Präferenzen unter dem Cocktailkleid zu belassen. So einfach war das damals. Die Prüderie der heutigen " Nippelgate " - Moralisten und ihrer schwachköpfigen Vertreter in Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft indes bestätigt die schlimmsten Befürchtungen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika seit 1967 stehen geblieben sind.

Der Film von vor 45 Jahren indes hat mich - bis auf die Musik - nie vom Hocker gerissen. Er war, ist und bleibt eher fade. Bis auf den Zerrspiegel, den das US - Spießertums hier vorgehalten bekommt, die angerissenen Generationskonflikte und jene - für die heutige Zeit - nahezu lächerlichen Sex - Sequenzen, führen die einfältigen - jedoch zeitgetreuen - Dialoge eher zum Einschnarchen. Als " Die Reifeprüfung " mit mehr als einjähriger Zeitverzögerung in dem Provinzkino von Bad Eilsen gezeigt wurde, war die Vorstellung zwar voll, aber mit dem eigentlich einst skandalösem Thema Sex zwischen Jung und Alt oder umgedreht, mit verheirateten Partner, konnte ich nicht viel anfangen. Mich interessierten da eher die Karl May - Winnetou - Old Shatterhand - Schinken, die in schöner Regelmäßigkeit in den Bergen des kommunistischen Feindeslandes Jugoslawien abgedreht wurden und in denen es zwar auch sehr bieder, aber dafür mit spannungsgeladenen Handlungen zuging.