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Freitag, 31. Mai 2013

Lebst Du schon oder schraubst Du noch?



Einst waren sie eine kleine, jedoch eingeschworene Gemeinde, die Käufer der Möbel aus dem Hohen Norden, aus Schweden, dort wo in den kommenden Wochen die Sonne dann nicht mehr richtig untergeht, die Nächte also sehr lang bleiben, die Elche und Rentiere auf den kargen Flächen ein üppiges Nahrungsangebot vorfinden und der gemeine Skandinavier, insbesondere der Schwede, in jener euphorischen Zeit all zu häufig den Kanal randvoll hat. Gemeint ist natürlich " IKEA ", jener Gigant, der jährlich längst Milliarden Dollar / Euro umsetzt. Dessen gleichförmige Kaufhallen zu Wallfahrtsorten der sich non - konform geben wollenden ( meist jungen ) Leute geworden sind und dessen Katalog immer noch wie eine Bibel gelesen wird. Das rechtsseitig des skandinavischen Faustkeils belegene Land hat mit dem Möbelriesen ( eigentlich ist es ja mehr als nur ein Möbelverkäufer ) eine Marke hervor gebracht, die als Synonym für funktionelle Schlichtheit im nordischen Design steht. Schweden, als ein Land der Mitternachtssonne, hatte zuvor mit Volvo als jener Automarke, die für Robustheit und Qualität bekannt war, dem Staatskonzern Saab, der unter anderem auch PKW sowie Flugzeuge baute und natürlich dem immergrünen " ABBA " - Pop, ist nicht so reich mit Multis bestückt, so dass mit " IKEA ", eben jener multinationale Konzern schlechthin, in Verbindung mit diesem nordeuropäischen Land gebracht wird.



 Tja, als die 80er Jahre begannen, der schwedische Möbelhersteller expandierte und setzte eine der unverwechselbaren Verkaufscontainer mitsamt einem riesigen Parkplatz mitten in die Grüne Wiese. Da die Gemeinde Groß Mackenstedt über eine Autobahnabfahrt verfügt und zudem eine Anbindung an die stark befahrene B 75 in Richtung Oldenburg direkt vor dem Betriebsgelände bei Stuhr vorhanden ist, waren die Voraussetzungen für einen " IKEA " - Siegeszug gelegt. So pilgerten Zehntausende zum Eröffnungstag auf das Gelände und verursachten dadurch einen riesigen Stau.




Dieses -auch in den lokalen Tageszeitungen - einst groß aufgemachte Ereignis ist mir heute noch in Erinnerung, wenn der Name " IKEA " fällt. Und so fuhr ich in den Folgejahren regelmäßig zu " IKEA " bei Stuhr / Großenmackenstedt und kaufte dort auch das berühmt, berüchtigte Bücherregal " Billy " für mein 18,94 m² - Wohnheim - Domizil in Bremen. Und auch nach dem Studium blieb ich dem schwedischen Möbelanbieter über viele Jahre treu. So erwarb ich meine komplette Einrichtung für die Wohnung in der Weizenkampstraße in Bremen bei der " IKEA " - Filiale in Stuhr - Groß Mackenstedt. Einst fuhr ich an einem brüten heißen Junitag dorthin, um meine Möbelbestellung aufzugeben. Die Lieferung erfolgte - natürlich erst nach Bezahlung - zu einem Pauschalpreis per Firmentransporter. Da standen sie nun, die " IkEA " - Kartons. Da ich zwar vom Grundgesetz, dem Bürgerlichen Gesetzbuch oder der Strafprozessordnung etwas wusste, jedoch keine Zeichnungen lesen konnte, übernahm mein Schwager den Zusammenbau der Möbel.

Da standen wir nun zu dritt und schraubten, hämmerten und leimten, dübelten, bohrten und nagelten, wendeten, drehten und legten - die vielen Einzelteile aus den Normkartons des Schweden. Auch nach über 25 Jahren muss ich konstatieren, dass es ohne die technischen Kenntnisse meines Schwagers nie wohnlich geworden wäre. Nach einigen Stunden waren sämtliche Möbelstücke aufgebaut, funktionstüchtig und es sah nach wohnen aus. Immerhin! Mein Schwager stürzte noch einen Pott Kaffee herunter, dann waren er nebst Schwesterherz in Richtung B 75 stadtauswärts entfleucht.

Der Großteil dieser " IKEA " - Einrichtung zog mit mir einige Male um, ehe ich sie entsorgte, verschenkte oder zweckentfremdete. Da stand ich nun, ein Vierteljahrhundert später und grübelte, wie aus einem kastrierten Spülenunterschrank aus dem " IKEA " - Programm mit dem schönen nordischen Namen "Värde "  wieder ein funktionstüchtiges Möbel werden könnte. Dieses Teil sollte nach den Vorstellungen meiner besseren Hälfte in das Gesamtkonzept, also in eine Küchenzeile, eingebaut werden. Nur wie? Da half nur Brachialgewalt. Ergo: Die Handkreissäge! Dieses geliebte Werkzeug holte ich denn aus dem Keller und schloss es an. Kreischend zog die Säge an dem zuvor von gezogenen Bleistiftstrich entlang. Geschafft!
Den weiteren, über ebay erworbenen Spülenunterschrank, musste ich ebenfalls mit der Handkreissäge malträtieren, da der Spüleneinsatz eben nicht - wie vorgesehen - von " IKEA ", sondern der eines vollkommen anderen Herstellers ist. Da war mal wieder guter Rat teuer. Es passten weder die mit ersteigerte Arbeitsplatte, noch war der Aufbau des " Värde " - Unterschranks mit den Abmassen des Spüleneinsatzes in irgendeiner Weise kompatibel.

So sägte, schwitzte, fluchte ich den halben Vormittag. Stieß Verwünschungen jedweder Art gegen " IKEA ", die Möbelindustrie und sonstwen aus und hoffte, dass aus " IKEA " alsbald ein normaler Einbauunterschrank werden würde. Doch das " Värde " - Teil tat mir diesen Gefallen eben nicht, sondern blieb " IKEA ". So sehr ich das Möbel auch drehte, verschob und abermals dessen Abmaße kontrollierte. Es ist, war und blieb tatsächlich " IKEA ". Nachdem ich sämtliche Stellungen, wie in dem Kamasutra - Buch durchgegangen war, kam ich zu der Erkenntnis, dass jenes " IKEA " - Teil, was immer noch nicht passte, dann tatsächlich passend gemacht werden musste. Nach langem, zähen Ringen mit dem Holz - Aufbau gelang es mir schliesslich, das zusammen zu führen, was zusammen gehören soll. Nun hieß es, den Küchenspüleneinsatz hinein zu legen. Aber, oh Schreck, der war wieder zu breit. Verflixt noch mal!

So heißt es denn ab Morgen wieder " IKEA " - Erkenne Deine Möglichkeiten und erlebe das Schrauben im Leben! ". Den Slogan: " Lebst Du noch oder wohnst Du schon? " schenke ich mir auch dieses Mal.


Montag, 27. Mai 2013

Bayern hat endlich einmal nicht verloren!


Geschichte wiederholt sich nicht und wenn, dann nur als Farce, so ähnlich sagte es einst  Karl Marx.Seit seinen Schriften wissen wir allerdings, dass die philosophische Aussage auf die Jetztzeit nur bedingt zutrifft. Geschichte kann sich doch wiederholen, wenn auch nicht unbedingt in den Bereichen der schönstens Nebensache der Welt, dem Fußball.
Da trafen gestern, also am 25. Mai 2013, zwei Bundesligamannschaften zur temporären Ermittlung der besten Vereinsmannschaft in Europa aufeinander. Und... am Ende gewann wieder einmal eine deutsche Elf. Dieses Endspiel war sicherlich von der Spannung im oberen Level vergleichbarer Champions League - Finals einzuordnen. Spielerisch allerdings war es nicht unbedingt das Großereignis des Jahres 2013. Dazu hatten einige Akteure, ob der medial hoch geputschten Bedeutung, bereits vor dem Einlaufen in das neue Wembley Stadion die Hosen gestrichen voll.  Andere wiederum fanden während der gesamten 93 Minuten erst gar nicht statt.

Dass am Ende die Münchner Bayern mit 2:1 die Nase vorn hatten, war zum Teil verdient, denn sie spielten mit ihren vielen Nationalmannschaftsakteueren den abgebrühteren Fußball, zum anderen Teil aber hatten sie Dusel, denn der Franzose Ribery hätte nach einem Faustschlag gegen Robert Lewandowsky klar die Rote Karte erhalten müssen. Doch auch das nicht geahndete Foul des Polen selbst war mit Sicherheit an der Grenze des Erlaubten. Vor den 90.000 Zuschauern in der Londoner Arena legte Borussia Dortmund bis knapp zur 30 Minuten ein lauf - intesives Kombinationsspiel hin und kam zu einer Vielzahl von Torchancen, die der Bayern - Torwart Manuel Neuer jedoch vereitelte.Danach befreite sich der Münchner Verein und vergab selbst Tormöglichkeiten. In der zweiten Halbzeit schien das Spiel über lange Zeit ausgeglichen, ehe Mansucic nach einer guten Ballkombination zum 1:0 einnetzte. Die Bayern wurden danach sicherer, doch ein Strafstoss von Gündugan führte zum Ausgleich. Als sich die Zuschauer beinahe schon auf eine Verlängerung eingestellt hatten, brachte ein Solo von Robben in der 88. Minute den Siegtreffer.

So ging der Pokal dann doch - nach zweimaligen Anlauf - in die bayrische Landeshauptstadt. Unter den Augen des sich eher, provokant gelangweilt zeigenden UEFA - Präsidenten Platini, der ja selbst in Landesmeisterendpielen aktiv war, sahen auch die Bundeskanzlerin Merkel und andere Prominente neben den Zuschauern im Wembley Stadion und den vielen Millionen in über 100 Ländern der Erde am Fernsehgerät sitzenden Fußballinteressierten, ein Finale zweier gleichwertiger Mannschaften. Wie heisst es im Mode - Jargon der Endlos- Kommentatoren: " Auf Augenhöhe. " - eben.

Und so kam zusammen, was fast schon nicht zusammen gehen wollte: Die Bazis haben endlich ihren CL - Pokal und dürfen sich - bis zum Mai 2014 - als Oberchampion der Landesbesten Europas fühlen. Dieses, obwohl einige ihrer hoch bezahlten Kicker doch nicht den besten Tag hatten:




Neuer: Glänzend aufgelegt. Vereitelte eine Vielzahl von Torchancen der Borussen und zeigte, warum er zurzeit der bester BL - Torhüter ist.

Alaba: Der Österreicher spielte fast fehlerfrei und ließ kaum gefährliche Aktionen auf seiner Seite zu. Mit Abstand der beste Bayern - Abwehrspieler.

Dante: Spielte in den ersten 30 Minuten hasenfüßig. Wirkte über nervös. Kaum Aufbauarbeit. Er verursachte zudem durch ein brutales Foul gegen seinen Ex - Mannschaftskollegen Reus den Elfmeter. Insgesamt schwach.

Boanteng: Hatte die Büxe schon beim Einlaufen voll. In vielen Aktionen unkonzentriert und ängstlich. In dieser Form kaum als Nationalspieler geeignet. Insgesamt: schwach.

Lahm: Nö, Meister. Kaum Aktionen nach vorne. In der zweiten Halbzeit dann besser. Trotzdem dürften seine Jahre in der Nationalelf gezählt sein. Insgesamt: Durchschnitt.

Schweinsteiger: Tat so, als habe er sich beim Warmlaufen und leichtem Balltraining verletzt. Da war wohl eher der braune Ralleyestreifen in der roten Hose der Grund. Spielte zunächst sehr fahrig. Zum Ende der ersten Halbzeit dann stärker. Im zweiten Abschnitt hatte er einige gute Szenen. Insgesamt: Befriedigend, aber kein Thema für die Nationalmannschaft.

Martinez: Der Spanier tat viel für die Defensive, weil der BVB die ersten 30 Minuten das bessere Team war. Kreierte dann zunehmend den Spielaufbau der Bayern. Keine nenenswerten Fehler, deshalb der beste Mittelfeldakteur der Münchner.

Ribery: Ola´la, Monsieur Ribery. Das war nix, überhaupt nischt. Kaum Ballbesitz, dazu noch extrem aggressiv in den meist verlorenen Zweikämpfen. Hätte eigentlich des Feldes verwiesen werden müssen. Insgesamt sehr schwach, was aber wohl auch den Borussen zu verdanken war.

Müller: Hatte nach 30 Minuten viele gute Szenen. Steigerte sich in der zweiten Halbzeit nochmals. Kämpfte, wie gewohnt, um jeden Ball und vergab einige Torchancen. Auf jeden Fall reif für den DFB - Kader. Insgesamt sehr gute Leistung.

Robben: Junge, junge, der spielte wie unter Dope. Bester Mann auf dem Platz. Die Borussen bekamen ihn - nicht nur bei dem genialen Solo - nie richtig in den Griff. Fazit: Hervorragende Leistung, wohl auch, weil er das letzte Endspiel gegen Chelsea vergeigt hatte und deshalb auf Wiedergutmachung aus war.

Mandzukic: Fand in den ersten 30 Minuten nicht statt. Wurde dann spiel stärker und machte sein Tor. Der Kroate ist nicht berechenbar und darf zu keiner Sekunde aus den Augen gelassen werden, sonst knallt´s. Fazit: Gute bis sehr gute Leistung.



Weidennfeller: Exzellente Leistung. Stand seinem Gegenüber in keiner Phase durch glänzende Paraden nach. An den beiden Treffern war nix zu halten. Deshalb alle Male ein Thema für Löw! Nun, dem Oliver Kahn muss zugestimmt werden, der analysierte: Die Torwartfrage in der Nationalmannschaft war nie ein Problem, denn es gab mehr als eine Nummer Eins. Insgesamt eine überragende Darbietung.

Pisczek: Der polnische Abwehrspieler zeigte eine überdurchschnittliche Leistung. Solides Aufbauspiel und viele Vorstösse in die Hälfte des Gegners.Die beiden Treffer konnte er nicht verhindern. Zeigte in den meisten Szenen, warum er in der Nationalelf des Nachbarlandes spielt. Insgesamt eine sehr gute Leistung.

Subotic´: Wirkte zu Beginn nervös. Fing sich dann aber und stellte mit den anderen drei Kollegen in der Viererkette die Bayernangreifer meistens kalt. Hätte vielleicht mehr für die Offensive tun können. Insgesamt eine sehr gute Leistung.

Hummels: War der beste Defensivmann. Zeigte Übersicht und spielte abgeklärt. Ihm ist es vorwiegend zu verdanken, dass der Spielmacher Ribery nicht statt fand.Auf jeden Fall ein Thema für die DFB - Auswahl Insgesamt  eine sehr gute Leistung.

Schmelzer: Hatte ebenfalls leichte Anlaufproblem. Wurde dann sicherer und schaltete sich in den ersten 30 Minuten oft in das Angriffsspiel mit ein. Ließ dann aber zusehends nach. Es wird wohl für ihn so nicht ganz mit der Karte für Brasilien reichen. Insgesamt eine gute Leistung.

Bender: Spielte nur mannschaftsdienlich und wirkte wie eine graue Maus im Mittelfeld, was dann eher nach der ausgegeben Taktik von Jürgen Klopp lag. Eine grundsolide Leistung, mehr nicht, was ihn allerdings für den BVB so wertvoll macht, dass er in der Lage ist, auch Lücken zu schließen. Insgesamt eine gute Leistung.

Gündogan: War zusammen mit dem kleinen, quirligen Reus, für 30 Minuten Chef auf´m Platz. Wurde dann etwas schwächer. Blieb aber dennoch laufstark und spielerisch auf überdurchschnittlichem Niveau.
Insgesamt eine sehr gute Leistung.

Reus: Ein Dauerläufer mit genialem Spielwitz. War der beste Borusse an diesem Abend. Auch wenn er von den Bayern knüppelhart gedeckt wurde, gelang es ihm ständig Gefahr für deren Strafraum zu erzeugen. Insgesamt eine überragende Leistung und mehr als nur ein Götze - Ersatz, sondern ein gleichwertiger Nationalmannschaftskollege.

Blasczyikowski: Hatte zwar nicht seinen besten Abend, dennoch immer ein Unruheherd für den Gegner. Spielte sich einige Male durch. Der polnische Nationalspieler hat schon bessere Partien absolviert. Insgesamt eine gute Leistung.

Großkreutz: Eine solide Leistung des langen Dortmunders, die er trotz vorhandener Verletzung ablieferte. Spielte vielleicht eine Spur zu defensiv. Zeigte sich aber trotzdem kaum laufschwächer und weniger einsatzbereiter. Insgeesamt eine sehr gute Leistung und im völlig fitten Zustand durchaus ein Thema für den Bundestrainer.

Lewandoswski: Ging weite Wege, um sich der unfairen Spielweise der Bayern zu entziehen. Verlor aber dadurch seine Spritzigkeit und Effektivität. So hart es klingt, aber mit Abstand der schwächste Dortmunder. Es mag sein, dass ihm das angebliche Gebalze und Gezerre des Bazi - Clubs im Zusammenhang mit den Wechselgerüchten in den Medien hemmte und auf den Zeiger geht. Insgesamt eine schwache Leistung.

Schiedsrichter Nicola Rizzoli brachte dem FC Bayern München dieses Mal mehr Glück, denn er übersah eine Tätlichkeit von Ribery an Lewandowski. Dennoch eine sehr gute Leistung. Die auch für die übrigen vier Referees zu attestieren ist. Das dämliche Gesülze der Bazi-Fraktion über den Schiedsrichter im Vorfeld des Finals war grundlos.

Bela Rety`: Der ZDF - Chefkommentator hatte entweder viel Kreide gefressen, zuvor einen Einlauf bekommen oder zeigte sich eigentlich von einer anderen, nicht von den wirtschaftlichen Zwängen der Medienindustrie aufoktroyierten Seite. Er analysierte sehr gut, ohne in den Lobhudelgesang zum FCB zu verfallen. Die einmalige Möglichkeit, ein CL - Finale zwischen zwei Bundesligavereinen übertragen zu dürfen, hat er glänzend genutzt. Eine glatte Eins, Herr Rethy!

Fazit: Bayern hat dieses Mal dank Robben nicht verloren.

Freitag, 24. Mai 2013

Bushido, Hoeneß, wer noch? " Money For Nothing And The Tax Is Free?




Da hat der Fiskus, genauer gesagt, die Steuerfahndung Berlin einen weiteren Prominenten an die Hammelbeine gefasst. Bushido heißt der Mann und soll angeblich seit Jahren Steuern hinterzogen haben. Nach dem spektakulären Ermittlungsfall in München, in dessen Verlauf der FC Bayern - Präsident Hoeneß wegen Steuerhinterziehung am Haken der Strafverfolgungsbehörden hängt, wurde nun ein gewisser Anis Mohamed Youssef Ferchichi verdächtigt, dem Staat, also der Allgemeinheit Abgaben vorenthalten zu haben. 
Der Unterschied zum laufenden Verfahren gegen den Bayern - Hoeneß ist nur marginal: Hoeneß ist trotz der Straftaten weiterhin beliebt und wird nicht nur von den FCB - Fans, den Bayern insgesamt, sonder auch in anderen Teilen dieses Landes noch immer in den Himmel gehoben. Bushido indes polarisiert und gilt eher als Rüpel und per se als Krimineller. Das unterscheidet aber nicht nur die beiden Promis voneinander, sondern auch jene, die sich aus Angst vor der Aufdeckung ihrer kriminellen Machenschaften seit der permanenten Berichterstattung über die Causa Hoeneß in sämtlichen  Medien, nun selbst angezeigt haben. 

Ein wahrer Selbstanzeige - Wahn greift hiernach in jenen gesellschaftlichen Kreisen Platz, in denen der Grundsatz des selbst gefälligen Zurschaustellens des nicht selbst erarbeiteten Wohlstands zur gepflegten Note gehört, wie die mehr als doppelt so junge Zweitfrau und der noch jüngere Zweitwagen für die eigene Hausfrau im fremd finanzierten Eigenheim, draußen, im Grünen vor der Stadt. Hier, wo dieses uniforme Verhalten nicht weiter auffällt, weil ja alle meinen, sie seien einmalig. Die am Fiskus vorbei geschleusten Moneten beruhigen das eigene Gewissen aber nur für eine kurze Zeit. Solange, bis wieder eine weitere " Steuer - CD " eines frustrierten Ex - Mitarbeiters einer ausländischen Bank angeboten und von einem Bundesland aufgekauft wird. Dann überrollt eine Flutwelle, ein wahrer Anzeigen - Tsunami die jeweiligen Finanzbehörden.



Stoisch werden die Finanzbeamten die Fälle abarbeiten, die ihnen von findigen Steuerberatern und Steuerfachanwälten im - vielleicht geschliffenen - Fachjargon und - hoffentlich - in rechtlichen einwandfreier Form ( nicht, wie es der wohl überforderte Steuerberater des Ulrich Hoeneß versuchte ) zugeleitet wurden. So werden in den nächsten Wochen und Monaten an einige Tausend Steuerhinterzieher von Amts wegen überarbeitete Steuerbescheide ergehen, in denen saftige Nachforderungen nebst Zinsen und Säumniszuschlägen, einige Millionen mehr in die klammen öffentlichen Kassen spülen. Und dieses alles noch vor der Bundestagswahl.
Merkel müsste eigentlich gut gelaunt sein, wenn sie morgen Abend dem Londoner Wembley Stadion ihre Aufwartung macht und neben den üblichen Fußballgrößen, wie Platini, Miersbach und Co. sitzen wird. Anschließend möchte sie sich noch den Uli zur Brust nehmen und ihm sagen, dass es mit der Freiheit für wohlhabende Bürger auch im Jahr 2013 so seine Grenzen hat. Nicht jeder Mann und jede Frau können über ihr Vermögen selbst bestimmen, wie es ihnen beliebt. Steuern müssen eben sein. Damit auch ein Uli Hoeneß und Bushido ihr Ego in der Öffentlichkeit ausspielen können.

Denn: Wo kämen wir denn hin, wenn  der Hoeneß illegale Geschäfte mutmaßlich zugunsten des großen deutschen Rekordmeisters betreibt, Bushido jeden kleinen, popeligen Internetnutzer gnadenlos zur Sau macht, nur weil er seine schwachsinnigen Lieder auf Tauschbörsen absaugt ohne die notwendigen 0,99 Euro dafür an den Musikverlag, die Gema und schließlich ihn abzulöhnen?
Nein, wo kämen wir denn hin, wenn der Uli sich öffentlich als Wohltäter präsentiert, von Leistungswillen und Schaffenskraft palavert, aber keine Steuern auf Schmiergelder zahlt, die er vermutlich für den Verein einkassiert und klamm heimlich in die Schweiz transferiert hat? Wo kämen wir denn hin, wenn Bushido seine Einnahmen, die er aus dem Verkauf seiner blödsinnigen Rap - Songs, aus der noch dümmeren Werbung und den Honoraren aus der Exklusivvermarktung seiner vermeintlichen Skandale einheimst, nicht - so wie es jeder Lohn - und Gehaltsempfänger ungefragt muss - ordnungsgemäß versteuert?

So geht das nicht, meine Herren! Wie kann der Staat, also wir alle, seine zunehmend umfangreichen Aufgaben wahrnehmen und die maroden Straßen sanieren, die noch baufälligeren Universitäten und Schulen wieder in Schuss bringen und den Abgehängten dieser Gesellschaft, dem Prekariat, den Sozialtransfersleistungsbeziehern ( das ist auch ein Titel ) die Zahlungen verweigern, damit diese ihre unqualifizierten Fallmanager anschließend mit dem Hammer schlagen können? Wie kann der Staat den vielen Rentnern und Pensionären sowie abgschobenen Politikern ( siehe Scheel, Herzog, Wulff, Schavan, von und zu Guttenberg, Jung und demnächst Kristine Schröder, Ursula von der Leyen, Guido Westerwelle )  ihre Renten -, Pensions - und Versorgungsansprüche erfüllen? Wie kann der Staat weiterhin viele Milliarden für sinnlose Prestigeprojekte, wie die Euro Hawk, den Flughafen Berlin - Brandenburg oder die Elb - Philharmonie verpulvern?

Wer keine Steuern zahlt nur weil er sehr gut verdient, der hat eben keinen Anspruch auf Leistungen, die die Gesellschaft zur Verfügung stellt. Basta! Und deshalb gilt für Konsorten wie Bushido, Hoeneß, Zumwinkel, die sich auf der Sonnenseite dieser Moneten geilen Gesellschaft, mit ihren auf Äußerlichkeiten fixierten und von medialem Müll bestimmten Handlungen befinden, alle Male der Grundsatz:
" Money For Nothing. But No Tax Free! "

Mittwoch, 22. Mai 2013

" When the Music ´s Over, Turn Out The Light.



 (c ) Own work (Original text: “I created this work entirely by myself.”)
Author TriviaKing (talk)DWS - by Wikipedia

Jim Morrison ist schon lange nicht mehr unter uns. Diese Erkenntnis versucht uns die Medienmeute mindestens bei jedem anstehenden Todestag zu vermitteln, verbunden mit einer Fülle von Informationen, die sich in komprimierter Form unter anderem hier wieder finden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jim_Morrison

Jim Douglas Morrison, war der Egozentriker, der Poet und Rüpel in der Rockformation " The Doors ". Die Band gründete sich im Sommer 1965 als Morrison den anderen Kopf der Gruppe, Ray Manzarek traf.
Was daraus folgte, war eine typische 60er Jahre - Entwicklung. Zusammen mit den weiteren Bandmitgliedern Robby Krieger ( Gitarre ) und John Densmore ( Schlagzeug ) nahmen " The Doors " das im Januar 1967 veröffentlichte, gleichnamige Album auf. Die Single " Light my Fire " erschien als eine auf  2:52 Minuten kastrierte Auskopplung im Juni 1967 und belegte alsbald in den USA Platz 1 der Billboards - Notierungen. Die LP war ähnlich erfolgreich. Hierauf befinden sich neben dem " Alabama Song " ( Urheber B. Brecht / K. Weil ), auch das über 11 - minütige Epos " The End ", das von dem Filmregisseur Francis Coppola in dem Anti - Kriegsfilm " Apocalypse Now " eingespielt wurde.

 http://de.wikipedia.org/wiki/The_Doors_(Album)

Die weiteren Alben der " Doors " verkauften sich glänzend. Die Band erhielt eine Vielzahl von Auftritten und alsbald Kultstatus.

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Doors

Morrison indes driftete immer weiter in eine Scheinwelt ab, die geprägt von Drogen war. Seine gewollte und von der Fangemeinde übernommene Selbstmystifikation führte zu ständigen, auf den Konzertbühnen inszenierten Konflikten zwischen ihm, dem Publikum sowie der Ordnungs - und Sicherheitspersonal. Es kam dabei zu vulgären Aussagen des " Doors " - Sängers, wie " Haltet die Schnauze! " oder " Wollt ihr meinen Schwanz sehen? ". Morrison wurde nicht nur dafür kritisiert, sondern auch in Polizeigewahrsam genommen.

Den ruhigeren, den besonnenen Part  in der Gruppe spielte der Organist  Ray Manzarek. Er versuchte zwischen dem ausflippenden, den unkontrollierten Morrison, der zeitweise 2 Flaschen Whiskey vor den Auftritten soff, und dem Publikum zu vermitteln. Manzarek war es auch, der nach dem Tod des " Doors " - Sängers am 4. Juli 1970 in Paris, die Truppe zusammen zu halten. Dieses gelang allerdings nur für die Dauer von 2 weiteren Musikalben. Dann brach die Formation auseinander. In den Folgejahren ging der einstige " Doors " - Organist eigene Wege. Er spielte vier Solo - Scheiben ein, gründete die Bands " Nite City " und " Riders On the Storm ", bei der auch der Ex - " Doors " - Gitarrist Robby Krieger spielte. Ferner war er als Organist in anderen Musikprojekten aktiv. Ferner trat er auch als Schriftsteller in Erscheinung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ray_Manzarek

Ray Manzarek, eigentlich Raymond Daniel Manzarek verstarb am 20. Mai 2013 im bayrischen Rosenheim im Alter von 74 Jahren an Krebs.
Bereits 1997 hatte Ray Manzarek im Rahmen einer Pressekonferenz fest gestellt:

„Die Gegenwart ist doch entsetzlich. Wir leben in genau dem zynischen Alptraum, vor dem wir in den Sechzigern immer gewarnt hatten.“

Leider lässt sich das Rad der Geschichte nicht zurück drehen und so verbleiben eben jene Erinnerungen an die eigene Sturm - und Drangzeit in denen die Scheiben der " Doors " ein absolutes Muss für jeden Freund der populären Musik waren. Ob nun die Singles " Light My Fire ", " Hello, I Love You ", " Touch Me " oder " Riders On the Storm ", sie alle lagen einst auf den Plattentellern bei ungezählten Feten. Zum Nonplusultra allerdings zählte die Doppel - LP " Absolutly Live " aus dem Jahr 1970. Ein exzellenter Querschnitt aus den bisherigen Studioalben der Gruppe.
Wie singt Morrison hier:


When the music's over 
When the music's over 
When the music's over 
Turn out the lights 
Turn out the lights 
Turn out the lights 

For the music is your special friend 
Dance on fire as it intends 
Music is your only friend 
Until the end 
Until the end 
Until the end 

Cancel my subscription to the Resurrection 
Send my credentials to the House of Detention 
I got some friends inside 

The face in the mirror won't stop 
The girl in the window won't drop 
A feast of friends 
"Alive!" she cried 
Waitin' for me 
Outside! 

Before I sink 
Into the big sleep 
I want to hear 
I want to hear 
The scream of the butterfly 

Come back, baby 
Back into my arm 
We're gettin' tired of hangin' around 
Waitin' around with our heads to the ground 

I hear a very gentle sound 
Very near yet very far 
Very soft, yeah, very clear 
Come today, come today 

What have they done to the earth? 
What have they done to our fair sister? 
Ravaged and plundered and ripped her and bit her 
Stuck her with knives in the side of the dawn 
And tied her with fences and dragged her down 

I hear a very gentle sound 
With your ear down to the ground 
We want the world and we want it... 
We want the world and we want it... 
Now 
Now? 
Now! 

Persian night, babe 
See the light, babe 
Save us! 
Jesus! 
Save us! 

So when the music's over 
When the music's over, yeah 
When the music's over 
Turn out the lights 
Turn out the lights 
Turn out the lights 

Well the music is your special friend 
Dance on fire as it intends 
Music is your only friend 
Until the end 
Until the end 
Until the end!






Dienstag, 21. Mai 2013

Braune Brut, billige, bulgarische Pharma - Versuchkaninchen und der Tod einer Alten Liebe im Wiener " Tatort ".


Die besseren Deutschen sind immer noch unsere Nachbarn aus Österreich. Nicht nur, dass sie ihren Titel - Huldigungskultur seit den Jahren der k & k - Monarchie nie abgelegt haben ( Frau Kommerzienrat, Herr Diplom - Ingenieur, Herr Ministerpräsident / Frau Ministerpräsident ), nein, auch sonst ist der Obrigekeitshörigenwahn dort weiter verbreitet als in Bayern ( vorauseilender Gehorsam ). Wer Amt, Titel und Würden hat, bei dem kuscht der normale Burgenländer, der Bregenzer, insbesondere aber der Kärntner.

Und hier spielte auch der gestrige " Tatort ". Der Wiener BKA - Kommissar Moritz Eisner wird während eines Besuchs bei einer früheren Lebensgefährtin, die über historische Verstrickungen während der NS - Zeit im Zusammenhang mit einem Kriegsverbrechen in einem kleinen Örtchen mit dem sinnigen Namen " Eisenkappel " irgendwo in den Höhen des österreichischen Bundeslandes Kärtnen lebensgefährlich angeschossen. Bei den Ermittlungen des Täters und zu dem Tatmotiv, gerät er und seine Kollegin, die ihn verehrende " Bibi " in das örtliche Geflecht einer Spezl - Wirtschaft, das von dem dortigen Bürgermeister und Betreiber eines Steinbruchs mit dem Namen Franz Wiegele aufgebaut wurde. Der Lokalpolitiker versucht die Ermittlungen der Wiener Kriminalisten zu torpedieren, denn er möchte nicht, dass die Beteiligung seines dementen Vaters an der Erschießung von Zivilisten gegen Ende des II. Weltkriegs wieder aufgerollt wird.

Eisner und " Bibi " begegnen dabei Menschen, auch einem Polizeikollegen, die sich in eine extreme Abhängigkeit zu dem Dorfbürgermeister und seinen egoistischen Verhaltensweisen gegenüber anderen Bewohnern, begeben haben und hieraus kaum entfliehen können, um eine gewisse Eigenständigkeit zu erhalten. Nachdem Eisner im Rahmen der Ermittlungen den PKW der zuvor ermordeten Ex - Freundin im Kiesloch des Bürgermeister bergen konnte, findet sich darin ein Laptop, dessen Festplatte wieder hergestellt wird und auf der sich Aufzeichnungsmaterial zu den Recherchen der Verflossenen befindet.

Um die Spannung nicht gleich aus dem Film zu nehmen, wechseln die Handlungsstränge einige Male hin und her, ehe es dann zum finalen Ereignis kommt: Moritz Eisner befragt eine Überlebende des NS - Massakers, die ihm dann den Namen des daran Beteiligten nennt. Dieses ist - wen wundert ´s - der Vater des Dorfschulen. Der mimt indes den an Morbus Alzheimer erkrankten alten Mann, womit er aus dem Schneider ist. Schließlich führt die Spur zu dem Sohn des Bürgermeisters, der nach der üblichen öden Verfolgungsjagd in einem unfertigen Neubau, in dem sich der Eigentümer und Zeuge des Anschlags auf Eisner tot aufgefunden wird, gefasst wird. Doch nicht er hat die Ex - Freundin des Wiener " Tatort " - Kommissars ermordet, sondern der zwischenzeitlich auftauchende Ehemann; ein bulgarischer Staatsangehöriger. Und der wollte sich als eine Art Gutmensch aufführen, denn sein Arzneiherstellungsbetrieb ließ illegale Menschenversuchsreihen durchführen, um ein Präparat gegen Demenz entwickeln zu können. Der edle Retter der Menschheit indes scheute sich  - im Namen des Profits handelnd - nicht davor zurück, seine eigene Frau zu erschießen, weil diese ihm auf die Schliche gekommen war. Dass - natürlich ungeplant - ausgerechnet Moritz Eisner ( Harald Krasnitzer ) und " Bibi " Fellner ( Adele Neubauer ) aus Wien ihm auf die Schliche kommen, konnte er nicht ahnen.

Das österreichische Duo kämpft sich - so ganz nebenbei - auch noch durch den provinziellen Dschungel von Vorurteilen gegen die angeblich " linken " Städter aus Wien. Was ihnen dabei von dem braun - gefärbten Bürgermeister des Nestes an verbalen Entgleisungen entgegen gebracht wird, zeigt nur, dass Kärnten auch ohne den Trommler, Rechtspopulisten und längst von uns gegangenen Landeshauptmann Jörg Haider, die Zeiten des Tausendjährigen Reichs - zumindest intellektuell - noch nicht hinter sich gebracht hat.
Wie war das noch gleich mit den besseren Deutschen? Ach ja, der Gefreite kam doch auch aus Braunau am Inn; Kärnten ist davon nicht so weit entfernt.
" Eisenkappel " ist hier überall. Probleme werden untereinander gelöst. Nationalsozialisten gab es nach 1945, als vor 68 Jahren, keine mehr. Die hatten schnell die OVP gegründet und sich zu eisernen Demokraten gewendet.

Ein sehenswerter " Tatort " aus Wien mit Harald Krasnitzer und Adele Neuhauser in den Hauptrollen.


Montag, 20. Mai 2013

ESC 2013: Das Treffen der Fast Food - Elfen, Foren - Trolle und Facebook - Faune.


Das Jahr 20133 gelangt langsam, aber dafür gnadenlos zu seiner kalendarischen Mitte. Das bedeutet, es wird demnächst Sommer. Dessen metereologischer Beginn ja bereits in 12 Tagen vermeldet werden kann und der eigentlich am 21. Juni beginnt. Dann werden wir zwar mit dem berühmt berüchtigten Sommerprogrammen der Öffentlich Rechtlichen und deren Konkurrent aus dem unübersehbaren Sektor der privaten Verblödungskanälen vorlieb nehmen müssen, jedoch könnte jene TV - Ödnis dadurch kompensiert werden, dass es jede Menge so genannte Events unter freiem Himmel gibt.

Einen leichten Vorgeschmack erhielt der Fan jener Open Air - Veranstaltungen bereits gestern in Hamburg, als ein Vorprogramm der ARD zum diesjährigen Eurovison Song Contest kredenzt wurde, dessen Sinn es war, Unsinn zu verzapfen, ehe der Haupt- Act in Malmö über die Mattscheibe flimmerte.
An der hanseatischen Nonsens - Nummer waren folgende Witzfiguren beteiligt:

- Lena Meyer - Landrut
- Barbara Schöneberger
- Lena Meyer - Landrut
- Barbara Schöneberger
- Barbara Schöneberger
- Lena Meyer - Landrut

- unter ferner liefen:
- Sportfreunde Stiller ( gähn, die BuLi ist doch schon beendet )
- Hurt ( grausam )
- Tim Bendzko ( wer ist´n dat? )
- Madcon ( Ich hasse Hip-Hop )

- später dann:
- Silly ( da war ich schon vom ESC geschafft ).

Und während sich dann ab 21.00 Uhr - nach der Eurovisons - Fanfare - die Gastgeber aus Schweden nur alle erdenkliche Mühe gaben, dem Mammut - Programm mit 26 Interpreten und der anschließenden Maskerade der Punkteverteilung aus sage und schreibe 39 Ländern, ein wenig mehr Pep zu verleihen, quälte sich der bundesdeutsche Beitrag der Formation " Cascada " als Startnummer 11 durch das schier endlose Sing - Sang - Programm.
Die aufgedonnerte Sängerin Natalie Horler, begleitet von DJ " Manian " und " Yanou " sind zwar Profis im einträglichen Geschäft mit dem dümmlichen Pop - Gedudel der Nachmillenniumsjahre, dennoch bedeutet dieses noch lange nicht, dass ihre Musik auch ESC -tauglich ist.
Auch wenn " Cascada " bislang 30 Millionen Tonträger verkauft haben sollen, das Trio bereits mehr als 10 Jahre im Business unterwegs ist, traf der Vortrag " Glorious " eben nicht den derzeitigen Geschmack der Masse. Mit Platz 21 von 26 auf der Bühne herum hoppelnden Interpreten, war das Abschneiden ein Rückfall in die Vor - Lena Meyer - Landrut - Ära, als die bundesdeutschen Kehlkopf - Kreationen kaum unter die ersten 12 platziert wurden. Und so lautete dann gegen 0.30 Uhr das Endergebnis:
1DänemarkEmmelie de ForestOnly Teardrops
2AserbaidschanFarid MammadovHold Me
3UkraineZlata OgnevichGravity
4NorwegenMargaret BergerI Feed You My Love
5RusslandDina GaripovaWhat If
6GriechenlandKoza Mostra & Agathonas IakovidisAlcohol Is Free
7ItalienMarco MengoniL'Essenziale
8MaltaGianluca BezzinaTomorrow
9NiederlandeAnoukBirds
10UngarnByeAlexKedvesem
11MoldauAliona MoonA Million (O mie)
12BelgienRoberto BellarosaLove Kills
13RumänienCezarIt's My Life
14SchwedenRobin StjernbergYou
15GeorgienSophie Gelovani & Nodi TatishviliWaterfall
16WeißrusslandAlena LanskayaSolayoh
17IslandEyþór Ingi GunnlaugssonÉg á líf
18ArmenienDoriansLonely Planet
19GroßbritannienBonnie TylerBelieve In Me
20EstlandBirgit ÕigemeelEt uus saaks alguse
21DeutschlandCascadaGlorious
22LitauenAndrius PojavisSomething
23FrankreichAmandine BourgeoisL'Enfer et Moi
24FinnlandKrista SiegfridsMarry Me
25SpanienEl Sueño de MorfeoContigo hasta el final
26IrlandRyan DolanOnly Love Survives

Aus grausamen Untiefen der Sangeskünste im 3. Jahrtausend nach Christi Geburt entfleuchte denn ein wahrer Vertreter aus der Retorten - Garde der turbo - gebräunten, Gel - geglätteten Kurzhaarträger mit Zahnweißpaste - Auflage und versuchte sich in einem wahrhaft landesuntypischen Gekrächze, das mit einer Mixture von Disco - Bum - Bum - Balla - Balla - Gedröhne und akrobatischen Verrenkungen begleitet wurde. Er bekam hierfür die Quittung und landete auf dem letzten Platz, was dem bundesdeutschen Dauer - ESC - Reporter Dr. Peter Urban zu der treffenden Aussage verleitete:

 Ryan Dolan für Irland: "Was sollte dieses Trommelgewitter und die obskuren Stammestänze? Da ging der kleine irische Bruder von Michael Wendler doch beinahe unter."

Und auch sonst hatte Mister ESC - Germany so einige Sprüche auf Lager:

http://www.eurovision.de/teilnehmer/peterurbansprueche101.html

Grausam, was sich da heute so alles an selbst ernannten Schlager - Pop - und Folklore - Vögeln auf der Bühne herum schwirren. Da nehme ich doch eher mit den Originalen vorlieb, die mir schon längst kostenlos ab 5.00 Uhr morgens ein Ständchen bringen. Auf das genormte 3 - Minuten Genöle der aufgebrezelten Fast - Food - Elfen in ihren wehenden Gewändern und wallenden Kunsthaarverlängerungen nebst Tuschkasten - Anstrich, den vielen Nichtsängern, die sich zuvor als wahre Foren - Trolle auf eigenen HPs outeten oder den gleichgemachten Face - Book - Faunen, deren Seiten nur so von Selbstdarstellungen strotzen, kann ich alle Male getrost verzichten.