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Dienstag, 30. April 2013

Koane Minni - Staier! - Katzen sagen Nein!


" DER SPIEGEL " leistete einmal mehr Pionierarbeit. Er berichtete über einen angeblichen " Killer mit Kulleraugen " in seiner Ausgabe 6 / 2013, S. 106 ff. Was der " SPIEGEL " - Journalist Marco Evers in bewusst überzogenen Begriffen und in einem Katastrophen - Vokabular schildert, ist so neu nicht.

http://magazin.spiegel.de/reader/index_SP.html#j=2013&h=6&a=90848738

Hauskatzen sind nicht nur niedlich, sondern gehen - zumindest wenn sie als Freigänger gehalten werden - ihrem Jagdinstinkt nach. Da liegen denn schon mal andere Tiere auf dem Fußabtreter, an der Kellertreppe oder im Flur. Hoch erfreut kann der Hausbewohner dann sein, wenn es sich um vom größten Raubtier dieser Welt, dem Menschen, klassifizierte " Schädlinge ", wie Ratten, Mäuse oder - dann und wann - Maulwürfe handelt.Denn diese vermehren sich nicht nur explosionsartig und können erheblich Schaden anrichten, sondern sind bei uns zivilisierten Erdbewohner als Krankheitsüberträger nach wie vor äußerst unbeliebt.

So behauptet denn der in dem " SPIEGEL " - Artikel zitierte und benannte Vogelschützer Schmid aus der Schweiz, dass die " Katzendichte " in vielen Länder zu hoch sei. Das mag für Staaten, wie den USA vielleicht zutreffen, jedoch liegt dieses aber daran, dass in dem großen Land der Umgang und das Verhältnis zu der Katze ein anderer ist als in der Bundesrepublik. Verlässt der Tierhalter sein eigenes Domizil, weil er beispielsweise aus beruflichen Gründen wegziehen muss, wird der Vierbeiner meistens da belassen. Ebenso wenig werden die Katzen in der Regel kastriert. Damit könnte sich deren Population innerhalb weniger Jahre um ein Vielfaches erhöhen. In der " grauen " Theorie allerdings nur und auch nur dann, wenn sämtliche Jungtiere ( 3 - 6 je Wurf im Sommer, 2- 4 je Wurf im Spätherbst ) auch tatsächlich bis zur Geschlechtsreife ( nach etwa 6 - 8  Monaten ) überleben. In der Realität sieht dieses jedoch ein wenig anders aus. Eine Unzahl von Hauskatzen werden durch den Straßenverkehr umkommen, andere verenden auf andere Weise, werden von Tierfängern eingesammelt und in Versuchslaboren getötet.

Und, selbst wenn es auch viele streunende Katzen - insbesondere in den Städten - gibt, bedeutet dieses noch lange nicht, dass sie ständig ihrem Instinkt folgend, massenhaft Vogelbeute machen. Hier wird eher dem Sprichwort entsprochen und mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Katzen sind weder blutrünstige Killer, noch Mörder auf Samtpfoten, geschweige denn eine permanente Gefahr für die Vogelwelt. Wer, wie der Ornithologe Schmid, behauptet, dass sie eine existenzielle Bedrohung für eine Unzahl von Vogelarten seien, bauscht eine längst bekannte Tatsache auf, nämlich die, dass es auch ohne die gestiegene Zahl von Hauskatzen in den Ländern, insbesondere den Industrienationen, in denen die Haustierindustrie Milliarden durch Futterprodukte sowie sonstigem - oft sinnlosem Gedöns, das im Zusammenhang mit der Tierhaltung angeboten wird - umsetzt, neben natürlichen Feinden, auch der Mensch selbst ist, der durch Umweltmanipulationen, den Lebensraum der Vögel einengt oder so gar vernichtet.

So tröteten den gleich nach dem " SPIEGEL " auch weitere Medien in das gleiche Horn. Der Privatsender RTL berichtete in ähnlicher, undifferenzierter Weise über die vermeintliche Massenvernichtung der Vögel durch die Hauskatzen. Was die Glotzer und Leser von dieser Berichterstattung halten, lässt sich hier nachlesen ( wenn auch mittels einer furchtbaren Orthographie ):  


http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/katzensteuer-gefordert-weil-die-samtpfoten-singvoegel-jagen-2c5b9-51ca-12-1433775.html

Und weil eben jene Behauptung, dem wilhelminisch - preussischem Selbstverständnis entsprechend, als unumstößlich publiziert wird, fordern " Katzenhasser " denn gleich auch eine Sanktion für die Millionen Halter der Schnurrer: eine Katzensteuer. Diese Idee ist nicht nur so alt wie des Kaisers Bart, sondern wird nahezu wirkungslos bleiben. Wer einen Kater oder eine Katze als Haustier besitzt, den wird die Abgabe dafür an den Fiskus nicht davon abhalten, seinen Mitbewohner auch frei herum laufen zu lassen.

http://www.stern.de/wirtschaft/geld/toedliche-gefahr-fuer-voegel-ornithologe-fordert-katzensteuer-2002238.html

Ach, ja, wie war das noch gleich am 13. Oktober 1916?
1916: In Dresden wird eine Katzensteuer eingeführt: die Abgabe beträgt für die erste Katze pro Jahr 10 Mark und für jede weitere 15 Mark.

Na, denn, auf und zurück in die Zukunft. Aber nicht vergessen, dass es noch weitere Besteuerungsmöglichkeiten gibt.

- Pferdesteuer  ( http://de.wikipedia.org/wiki/Pferdesteuer )

- Sexsteuer ( http://de.wikipedia.org/wiki/Vergn%C3%BCgungsteuer_(Deutschland)#Sexsteuer )

- Spielgerätesteuer      http://de.wikipedia.org/wiki/Vergn%C3%BCgungsteuer_(Deutschland)#Spielger.C3.A4te

Dabei gibt es doch schon so viele Steuerarten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Steuer#Steuerarten_und_-gruppen

Warum also nicht auch eine Katzensteuer. Vorreiter dieser Forderung ist - wie soll es auch anders sein? _ der Freistaat Bayern:
:
http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/katzen-steuer-vogelschutz-100.html

Und da hier  - laut Ex - Politiker und CSU - Vorsitzender Erwin Huber - die Steuerverwaltung besonders effizient ( außer bei Beckenbauer, Hoeneß, Schreiber und Konsorten ) sein soll, werden die schwarzen Finanzbeamten es auch noch locker schaffen, die Hauskatze zu besteuern, die Steuerbescheide zu fertigen und zu vollstrecken. Anders als im Fall Hoeneß natürlich, bis auf den letzten Eurocent.

Ich bin deshalb dafür weitere Einnahmequellen in Form von Steuerarten sofort zu erschließen und den darbenden Millionären am Chiemsee, Starnberger See oder in Schwabing eine Art Ausgleichsabgabe für die viel zu hohe Steuerlast und quasi als Bonus für ein loyales Verhalten gegenüber dem bayrischen Fiskus zu zahlen, wenn der Steuerpflichtige ausnahmsweise seine Erklärung wahrheitsgemäß, vollständig und ohne Mithilfe jener berufsmäßigen Trickser aus meiner und der Steuerberaterzunft erstellt und vorlegt hat.
Wie wäre es denn mit:

- Lufteinatmungsstuer
- Denkvermögenssteuer
- Ehrlichkeitssteuer
- Freisstaateinreisesteuer
- Freistaatausreisesteuer
- Freistaataufenthaltsstuer
- Bayrische Nichtsprachsteuer
- Anti - CSU - Steuer
- FC Bayern - Hasssteuer????

Ergo: " Koane Minni - Staier ", ihr Deppen!

Montag, 29. April 2013

Keeping up with the Joneses oder: Warum der Mensch ein Herdentier ist!


·         Denn ein schlechter Nachbar ist eine so große Plage, wie ein guter ein Segen ist." - Hesiod, Werke und Tage
·         "Erst nach dem Nachbar schaue, // Sodann das Haus dir baue! // Wenn der Nachbar ist einSchuft, // So baust du dir eine Totengruft." - Friedrich Rückert, Gedichte
·         "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." -Friedrich Schiller, Wilhelm Tell


Was unterscheiden den Homo sapiens von den sonstigen Lebewesen auf diesem Planeten? Das größere Gehirn! Das Problem ist jedoch, er/sie setzt es nur zu selten ein. Weshalb der Mensch seit vielen Jahrtausenden immer wieder dem Menschen auf den berühmten Leim gegangen ist. Waren es für Urzeiten die Herdenführer, später die selbst ernannten Anführer ( in Germania geführte der " Führer " dazu ), so sind es heute bestimmte Rituale oder Verhaltensmuster, die dem Individuum ständig zu schaffen machen.
Der Homo sapiems denkt und handelt deshalb nicht rational. Er lässt sich somit beeinflussen. .Diese zu erkennen, bedarf es allerdings der ständigen Aktivierung jener im Schädel eines jeden Menschen grauen Masse. Da jenes aber nur selten geschieht, wird der Homo sapiens manipulierbar. Er denkt wenig, handelnd nur so oft irrational und bleibt deshalb ein Spielball zur Durchsetzung von Interessen anderen Mitmenschen. So ist der Mensch eben!

Während der Homo oeconomicus ein auf Kosten - Nutzen abgestelltes Handel in seinem Leben favorisiert, er sich somit weniger durch manipulierte Einflüsse leiten lässt, sind die übrigen Menschen allerdings ständig jenen äußeren Einflüssen ausgesetzt und verhalten sich dann, so, wie es von den Manipulierenden gewollt ist.
Die Werbung für bestimmte Produkte ist dabei ein breites Aktionsfeld, auf dem sich wunderbar mit irrational Handelnden spielen lässt.
Aber auch das soziale Umfeld des Einzelnen kann manipulativ sein.
Besonders geeignet sind hierfür Familienmitglieder, Verwandte oder Freunde. Aber auch Nachbar kommen bei Manipulationen als Täter in Betracht.

Der anglo - amerikanische Raum hat einst ein besonders frappierendes Segment im Bereich der Manipulation durch Nachbar heraus gearbeitet. Es nennt sich " Keeping up with the Joneses " und soll beweisen, dass der Konkurrenzkampf zwischen Nachbarn durchaus groteske Züge annehmen kann. Um mit dem Nachbarn mithalten zu können, vollziehen Menschen dabei wahre Volten im Konsumverhalten.

http://en.wikipedia.org/wiki/Keeping_up_with_the_Joneses

Da wird der genormte Vorgarten so gestaltet, wie ihn der Nachbar vorgibt. Da wird das Konsumverhalten so ausgeprägt, wie der Nachbar es zeigt. Da werden die Freizeitaktivitäten dem Nachbarn angeglichen. Hauptsache nicht negativ auffallen und mithalten können.

Das rollende High Tech Auto ist ja nun einmal des Bundesdeutschen liebstes Kind. Das ist gut für die Industrie, denn jeder 10 Arbeitsplatz hängt von der Chaisenproduktion ab. Gehegt, gepflegt, gewaschen, geküsst, gewienert, gezeigt, so verhält sich der Durchschnittsmichel beim Umgang mit den - meistens - vierrädrigen Protz - und Potenzutensil. Wie schon kürzlich beschrieben, gibt der Michel sehr viel Geld für das rollende Wohnzimmer aus.Und dann sollte es sich zumindest zeitweise von den übrigen Karossen abheben.
Wenn schon das eigne Wohnumfeld einem wandernden Müllhaufen gleicht, wenn die Küche nicht mehr als solche zu erkennen ist und wenn das Bad einem Versuchslabor für biologische Kampfmittel gleich, sollte wenigstens die heiß und innig geliebte Karre sich aus dieser Tristesse hervor heben.

Auch sonst will der verspießte Mitläufer, der Wellenreiter des Konsums und der Werberelevante im Zielfeld der Verdummungsmedien keine grauen Zellen - soweit noch aktiv - darauf verschwenden, darüber nach zu denken, dass es möglicher Weise auch andere Wege gibt, seinem normierten Leben noch einen nicht formatierten Sinn zu geben, Da macht der Abklatsch von Mr. Jones denn doch lieber auch dort Urlaub, wo diese Nachbarfamilie hin fährt. Er geht den identischen Freizeitaktivitäten nach und benimmt sich auch so, wie Familie Jones es vorzeigt. Der Rasen im Vorgarten hat exakt die gleiche Streichholzlänge, ist die gleiche, robuste und pflegeleichte Sorte und auf diesem Grün wachsen nahezu die gleichen Zierpflanzen. So sieht ein Haus wie das andere aus, ein Grundstück wie das nachbarliche und auch die eigene Brut ( ein Junge ein Mädchen, altersmäßig nicht zu weit auseinander liegend  ) verhält sich wie jene der Nachbarn.

Man wählt dazu konservativ. Informiert sich über die gleiche Zeitung. Auch der Fernsehapparat läuft hier rund um die Uhr. Bei all jenen gleichförmigen Lebensinhalten stellt sich der Außenstehende alsbald die Frage, warum es eigentlich dann doch noch unterschiedliche Namen gibt? Der Grund liegt im Äußeren des Individuums Mensch, denn der unterscheidet sich hier doch ehr stark von dem Anderen. Seine DNA ist völlig verschieden, womit sie nur im Verhältnis von 1: mehreren Millionen in völlig identischer Weise erneut vorkommt. Immerhin doch etwas!


Sonntag, 28. April 2013

" Der Südwind, der weht " - Maria Mucke, Bully Buhlan, Margot Eskens und andere Fernweh - Interpreten aus den 50er Jahren in einer Box. Teil I



Zur Nachkriegsgeschichte der BRD zählt zweifelsohne die Musikentwicklung; insbesondere jene in den 50er Jahren. Wer diese Dekade mit erlebt oder zumindest noch in Erinnerung hat, wird sich dann auch an Vertreter, wie Richard Germer, Rudi Schuricke, Willy Schneider, Evelyn Künneke, Lys AssiaRita Paul, aber auch an Multitalente, wie Heinz Erhard, Peter Alexander und nicht zu vergessen Freddy Quinn erinnern.Zu den schauspielernden Sängerinnen zählten einst aber auch Hildegard Knef, Lale Andersen oder auch Caterina Valente. Dann gab es noch die vielen Schlager - und Tanzorchester, wie jenes von Max Greger, das Hazy Osterwald Sextett und das Hawaiian Quartett. Sie waren zum größten Teil regelmäßig in diversen Spiel - und Unterhaltungsshows des Westfernsehens zu bewundern und natürlich als Standard - Interpreten bei den immer gleichförmigen Silvestershows des Ersten, der ARD sowie später ab 1963 bei dem Konkurrenzsender ZDF.

Der Schlager in deutscher Sprache, auch von ausländischen Künstlern vorgetragen war zu jener Zeit absolut in. Dieses galt auch dann noch, wenn deutsche Interpreten eigentlich anglo - amerikanische Originale umtexten ließen und sie dem nach Tönen jenseits der ab 1933 verordneten faschistischen Marschmusik darbenden Ohren kredenzten. Selbst aus den USA herüber schwappende Musikrichtungen, wie der Jazz und das Musical erhielten einen westdeutschen Anstrich. Möglicherweise lag dieses daran, das die anglo - amerikanischen Besatzungsmächte es hinsichtlich der existenten Zensur mit Wohlwollen aufnahmen, wenn leise, kritische Untertöne in den Texten auf bestimmte Eigenarten der Siegermächte hinwiesen.

Geprägt war jene Musikdekade in Westdeutschland jedoch vom überall grassierenden Fernweh. Einer Zeiterscheinung, die sich in Form von Schlagertexten ausdrückte, deren thematische Grundrichtung sich mit fremden Ländern befasste oder von ausländischen Städten und dem dort herrschenden maritimen Flair handelten.So versuchte die Musikbranche den Reisedrang des BRDlers zu kanalisieren und dem Malocher zu suggerieren, dass es in der großen weiten Welt zwar interessant zuging, der eigene Platz aber Zuhause ist.

Auf dem Compiler " Die Spitzenreiter 1950 - 1959 " der Plattenfirma " Polydor ", die sich nach dem Ende der Schallplatte an sich, unter der Firmierung " Polymedia Marketing Group Special Projekts  " mit dem Vertrieb verschiedener Werke auf Compact Disc um Marktanteile bemühte, wurde denn jene Kollektion von - zunächst auf Vinyl angebotenen - Deutschen Schlager der 50er Jahre jetzt als 10 CD - Box zusammen gestellt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Polydor

Fein säuberlich aufgeteilt in 18 Titeln, findet sich jener musikalisch herrschende Zeitgeist der 5 Dekaden des vergangenen, des 20. Jahrhunderts,  zum Nachhören wieder:

http://www.secondhandlps.de/showlp/15559/Polydor-Spitzenreiter-Die-Spitzenreiter-1950.html

Und weil ich jenem Angebot, dass mir erstmalig zu Beginn der 90er in einem Hochglanzkatalog unter die Augen kam, für " lumpige " 49,90 DM mit anderen Büroartikeln bestellen konnte, steht der CD - Schuber seit dem in meinem Archiv. Das sie einst, nämlich 1960, als Einzel - LP zu erwerben waren und bis heute auch von diversen Vertreibern im Netz für um die 40 Euro vermarktet werden, konnte ich allerdings erst während meiner Recherchen in Erfahrung bringen.

Na,denn, lassen wir die 50er als Schlagerleiche noch mal auferstehen und ein wenig nach kommentieren:

CD I:

1. Richard Germer:   Nimm mich mit Kaptän auf die Reise                     3:10

Germer, geboren 1900 in Hamburg - Barmbeck, gestorben, ebenda, war ein Volksänger und
Schauspieler mit hanseatischem Understatement. Er sang vornehmlich Stücke von der
Hamborger Waterkant, also Seemannslieder, spielte beim " Ohnesorg Theater " zusammen mit
Größen, wie Heidi Kabel und beklagte nach dem Zusammenbruch des " Tausendjährigen Reichs ",
dass das Volksliedgut ein Stiefmütterchendasein fristet, weil sich weder die Jugend noch die Politik
mehr um den Erhalt des Deutschen Volksliedes kümmere. Nun, die Masse hatte andere
Nachkriegssorgen und wollte nach dem braunen Terror vornehmlich leben und überleben.
Dass - nachdem der Faschismus, wie ein lästiger Parasit aus dem Fell des deutschen Mitläufers
abgeschüttelt wurde - er mit seinen Darbietungen ausgerechnet den provinziellen, den
heimatverbundenen westdeutschen Michel aus der Seele sprach, lässt sich anhand des
Hans Albers - Gassenhauers erkennen. Der konnte indes besser singen. Vom Kaptain, dem Tor
zur Weiten Welt und dem Fernweh.

Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise!
Nimm uns mit in die weite, weite Welt.
Wohin geht, Kapitän, denn deine Reise
Bis zum Südpol, hier, ach da langt unser Geld!
Nimm uns mit, Kapitän, in die Ferne,
Nimm uns mit in die weite Welt hinaus,
Kehrst Du heim, Kapitän, fahr'n wir gerne
In die Heimat zu Muttern nach Haus
Kehrst Du heim, Kapitän, fahr'n wir gerne
In die Heimat zurück nach Haus.

Und so muss der gute Richard nach seinem Tod 1993 sich nicht mehr über den Verfall des deutschen 

Heimatliedgutes beschweren, denn aus dem Tor zur Welt ist zwar die schönste Stadt des inzwischen 
längst wieder vereinigten Deutschlands geworden, die Welt indes ist zusammen geschrumpft, globalisiert und
Knete regiert sie immer noch. 


http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Germer

2. Lonny Kellner und Rene Carol:  Im Hafen von Adano                          2:25

Wer weiß,wer Lonny Kellner war? Und wer, kann mit dem Namen Rene Carol etwas anfangen? Niemand! Nun, ich auch nicht, denn als diese beiden Künstler ihre ersten Auftritte hatten, gab es mich noch nicht und auch später stand  bei uns weder ein Radio - oder Fernsehgerät. So kam ich erst ab den 60er Jahren in den Genuss, die Frau des großen Entertainers Peter Frankenfeld hören und sehen zu können. Kellner, geboren 1930 war nicht nur ab 1956 die Ehefrau des um 17 Jahre älteren Frankenfeld, sie war auch Schauspielerin, vor allem aber Schlagersängerin. Was sie hier zusammen mit dem Kollegen Rene Carol zu beweisen versucht.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Lonny_Kellner

Rene Carol, eigentlich Gerhard Tschierschnitz, wurde 1920 in Berlin geboren. Er verstarb im Alter von 58 Jahren in Minden/Westf. Wie viele bekannte Künstler der 50er Jahre schlug er sich nach Kriegsende mit Gelegenheitsauftritten durch, ehe er über den Rundfunk und später das Fernsehen bekannt wurde.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Carol

Ich will es nicht verhehlen, aber nach dem ich den Titel gelesen hatte, stellte sich mir automatisch die Frage: " Wo liegt denn eigentlich Adano? " Tja, das WWW weiß Bescheid: Es gibt diesen Ort nicht. Es hört sich zwar nach Italien an, erinnert ein wenig an den Film " A Bell For Adano ", in dem die Faschisten vorgeführt werden, tatsächlich aber entsprang dieser Titel dem gängingen Klischee, dass das einstige Reiseziel der Westdeutschen, nämlich Italien ein Land mit Sonne, Strand, Meer und Deutschfreundlichkeit sei. Die Schlagermacher setzen in den 50ern  auf jene Karte und trafen damit den Geschmack vieler Millionen.

http://books.google.de/books?id=YPOVvJOXV-IC&pg=PA17&lpg=PA17&dq=Adano,+Italien&source=bl&ots=lOatI7nziT&sig=cBDtT58mg35xgOKgptb58YOwdUY&hl=de&sa=X&ei=Ezp6UfiPMoPLtQaj1oDoDg&ved=0CFcQ6AEwADge#v=onepage&q=Adano%2C%20Italien&f=false

3. Rudi Schuricke:  Florentinische Nächte             3:30

Der Schuricke - Titel stellt das Obengesagte eindrucksvoll unter Beweis. Florenz / Italien als Urlaubsziel, als Aufhänger eines Schmachtfetzen, in dem die noch original eingespielten Geigen jammern, das Schifferklavier weint und der Sänger den Tränen geschwängerten Vortrag wirklichkeitsnah herüber bringt. Rudi Schuricke war in der 50er - Dekade der Exponent dieses Herz - Schmerz - Genres. Schuricke, der 1913 in Brandenburg an der Havel geboren wurde, verstarb 60jährig in München.
Mit seinen Liedern aus dem italienischen Umfeld, war er bis dahin durchaus erfolgreich. In den beginnenden 70ern war er indes längst nicht mehr gefragt.

http://www.discogs.com/artist/Rudi+Schuricke


4. Dorle Rath:  Barbara, komm´mit nach Afrika      2:48

Wer in aller Welt war das? Dorle Rath, nie gehört. Tja, auch hier kennt das World Wide Web keine Gande und gibt Auskunft:
Dorle Rath wurde 1921 in Ahrensburg bei Hamburg geboren und verstarb 1989. Sie zählte in den 50er Jahre zu jenen - wohl eher lokalen - Musik - und Schlagergrößen, die auch in diversen Shows auftraten. Die Hamburgerin geriet dann wohl in einen musikalischen Glaubenskrieg zwischen den NWDR - Fraktion. Und wurde von den Traditionalisten ausgebootet, deren Abneigung zum moderneren, dem US - amerikanisch Jazz - Stil,  in den frühen 50ern sich auch weiterhin durchsetzte. Das hier veröffentlichte Lied indes, gab schon allein von der Titelgestaltung den Trend der Dekaden wieder: Fernweh besingen!

http://www.fuenfzigerjahresaenger.de/Lexikon/Rath.htm

5. Renee´Franke:  C´est si bon           3:30

Da die französischen Schlager, insbesondere aber die Chansons, in den 50er Jahren den breiten Geschmack der Musikinteressierten eher nicht trafen, versuchten sich einige westdeutsche Schlagerdrosseln eben mit einem Kauderwelsch von fränzösischen und deutschen Texten. Die Interpretin hier nennt sich Renee´Franke.Eigentlich wurde sie als Gisela Beyer 1928 in Hamburg geboren. Nach dem Krieg versuchte sie sich als Vorsängerin bei den englischen Soldatensender BFN. Mit Erfolg. Dafür erhielt sie einen Plattenvertrag. Das Liedchen mit dem französischen Titel " C ´est si bon " produzierte sie zusammen mit der Schlagertruppe " Die Cyprys ". Was sie damit aussagen wollte war klar: Alles in Ordnung ( frei übersetzt ). Franke starb 1989 in München
Zuvor aber hat sie allerlei schwachsinnige Lieder gesungen. Na, in der Adenauer - Mief - Zeit war da so ziemlich alles erlaubt.
http://hitparade.ch/showinterpret.asp?interpret=Ren%E9e+Franke
http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9e_Franke

6. Detlev Lais:  Wenn die Glocken hell erklingen       3:12

Lais gehörte auch zu dem Haufen Unermüdlicher, die sich in den Nachkriegsjahren im seichten Gewerbe wohl fühlten.Detlev Lais war eigentlich gelernter Saxophonist sowie Klarinettist und spielte deshalb in diversen Tanz - und Jazzbands mit. Lais wurde 1911 im gut bürgerlichen Umfeld geboren. Aus Neugier und zur eigenen musikalischen Weiterentwicklung spielte er in Holland in einer Musikformation und wurde später mit Duke Ellington bekannt gemacht. Später gehörte er zu den Gründern des Hazy Osterwald Sextetts. Dem unzerstörbaren Wunsch der Nachkriegsgesellschaft gehorchend trällerte er jedoch in den 50ern Schmalzlieder, die für seine Stimme wie geschaffen waren; vielleicht auch für´s Portemonnaie.
Lais verstarb bereits 1957, nachdem er sich von dem Schlager - Sumpf abgesagt hatte.
Bis dahin allerdings ließ er es teilweise mit anderen Heile - Welt - Vertretern so ordentlich triefen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Detlev_Lais
http://www.fuenfzigerjahresaenger.de/Lexikon/Lais.htm

7. Friedel Hensch und die Cyprys:  Holdrio - liebes Echo                          3:11

Da das Deutschtum, an dem einige Jahre zuvor noch die Welt genesen sollte, natürlich die Heimat in den höchsten Tönen lobt, darf es auch nicht verwundern, dass die " Goldenen " 50er Jahre den Heimatmelodien einen breiten Raum gab. Eine Mischung aus schmalzig - triefenden Gesang und Alpenjodelei stellt dieser Titel dar. Friedel Hensch, geboren 1906 in Landsberg an der Warthe tat sich in diesen Genre besonders hervor. Zusammen mit den weiteren Musikern: Werner Cyprys, geboren 1922 in Hindenburg / O.S. und Karl Geithner, geboren 1922 in Chemnitz - Markersdorf spielte er eine Vielzahl von Stücken ein, die sich mit den Bergen und der vorgegaukelten Illusion einer reinen, Provinzwelt befassten. Warum gerade in jener Dekade der Begriff " heimat " nicht nur in der Unterhaltungsbranche nahezu inflationär verwandt wurde, lag auf der Hand: Den in piefig - miefigen und von klerikalen Regeln geknechteten Michel zog es - zumindest für höchstens 3 Wochen - in die weite Welt hinaus. Hiergegen stellten sich die Adenauer- Kohorten in der Politik und den hetzenden Medien.

http://de.wikipedia.org/wiki/Friedel_Hensch_und_die_Cyprys

8. Fred Rauch und Joszy Trojan Reger: Herz - Schmerz - Polka          3:00

Der Titel hört sich nach der Strauß - Dynastie an, ist er im weiteren Sinne auch. Polka, allerdings war eher in dem einstigen Großstaat Österreich - Ungarn beheimatet. Was hier von den Interpreten zum Besten auf die sensiblen Ohren eines Zuspätgeborenen gehauen wird, hört sich tatsächlich in der Tat nach dem Tanz aus der  Doppelmonarchie von einst an.
Fred  Rauch, geboren 1909 in Wien war allerdings auch ein Multitalent. Er spielte Kabarett und fungierte bei dem Bayerischen Rundfunk als Moderator. Er zeichnete sich hier vor allem für einige erfolgreiche Sendungen verantwortlich. Ferner fungierte er auch als Förderer der Blasmusik, wie Slavko Avserniks Oberkrainer und textete Lieder, wie das " Bin I Radi, bin I König " des damaligen 1860 er Torwart Radenkovic. Rauch verstarb 19997 in Gmund am tegernsee.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fred_Rauch

9. Evelyn Künneke: Ach Babette, backe Kuchen ( I´d He Baked A Cake )       2:58

Wenn anglo - amerikanische Stücke in das eher plumpe deutsch umgewandelt werden und sich der Interpret auch noch sklavisch an dem Original hoch zieht, muss zwangsläufig Schwachsinn dabei heraus kommen. So auch bei diesem Titel, den die gute Evelyn Künneke einst trällerte. Künneke, geboren 1921 in Berlin, wo sie 2011 verstarb, galt für Musikkenner lange Zeit als einzige Überlebende der " Lili - Marleen " - Generation.
Später war sie in einigen Filmen von Rainer Werner Fassbinder und Rosa von Praunheim zu sehen.
Da Künneke auch in Varietes und Kabaretts auftrat, war sie auch außerhalb Berlins bekannt. Ihre Chansons waren indes um Klassen besser, als dieses Geträllere hier.

http://de.wikipedia.org/wiki/Evelyn_K%C3%BCnneke

10. Heinz Erhardt:  Bobby Schick hat ´nen Tick             2:54

Heinz Erhardt, geboren 1909 in lettischen Riga, verstarb im Juni 1979 in Hamburg. Er war natürlich einer der ganz Großen der 50er Jahre. Auch wenn er besser schauspielerte und Gedichte rezitierte als singen konnte, kann sich dieser Nonsens - Titel durchaus hören lassen. Quatsch mit Soße, eben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Erhardt

11. Lys Assi:    O mein Papa                               2:58

Eigentlich heißt die gebürtige Schweizerin ja Schärer. Mit Vornamen Rosa Mina, geboren 1924 in Lenzburg, Kanton Aargau. Und, es ist kaum zu glauben, die Sängerin versuchte sich 2012 noch mit vier Rappern im Vorentscheid zum ESC. Hier singt sie einen Klassiker. Und dieses nicht so schlecht. Assia war in den 50ern mit anderen, vom Fernweh geprägten Schlagern zu hören.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lys_Assia

12. Anton Karas:   Zither ( Harry Lime Thema )     2:40

Wer kennt diese Melodie nicht? Der dritte Mann ( The Third Man ), ein Schwarz-Weiß - Film aus den 1950er - Jahren. Und weil die Melodie zu diesem Klassiker ebenso ein solcher ist, durfte der Österreicher Anton Karas seine Zither ordentlich weinen lassen. Karas, geboren 1906 in Wien, war eigentlich ein gelernter Gastwirt und verdiente sich mit Kompositionen ein wenig Geld nebenher. Nachdem das einstige Kaiserreich sich mit Marschmusik heim in das Großdeutsche Reich schicken ließ, musste er mit über 30 Jahren noch zur Wehrmacht. Der begeisterte Zitherspieler ließ sich nach dem Krieg für 30 Pfund Sterling von der englischen Besatzungsmacht engagieren und schrieb dabei den Welthit " The Third Man Theme ". Karra verstarb 1985 in Wien ist wurde dort auf dem Sieveringer Friedhof begraben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Karas

13. Evelyn Künneke:    Winke, Winke ( Jede Katze barucht ´nen Kater )    2:51

So is´es! Zumindest damals in den Schlagern vermittelt worden.

http://www.youtube.com/watch?v=m9WZg1583xU
http://hitparade.ch/showitem.asp?interpret=Evelyn+K%FCnneke&titel=Winke+winke&cat=s


14. Heinz Woelzel:  Ja, ja in Spanien                                 3:04

Da der westdeutsche schon immer ein Faible für den südlichen Teil Europas hatte, verwundert es nicht, wenn Heinz Woelzel bereits 1950 ein Loblied auf die drei S in Espania singt ( Sonne, Strand, Saufen ). Gut, letzteres war in gesitteter Form erlaubt. Schließlich regierte der Caudillo bis 1975 das Land mit eiserner Hand. Wer soff, durfte sich dabei nur nicht erwischen lassen, denn die Guardia Civil war überall. Franco´s Prinzip dem verarmten Volk durch den kontrollierten Tourismus zu Wohlstand zu verhelfen misslang.
Was allerdings den Drang der Teutonen nicht minderte, in den Sommermonaten ( ab den 90ern ganzjährig) wie die Heuschrecken über das Land und deren zubetonierte Strände und Inseln herzufallen.
Der Meister Woelzel ahnte wohl schon vor über 60 Jahren, was da auf die Iberer zukommt.
Woelzel war 1949 zusammen mit weiteren Tanzmusik - und Schlagergrößen jner Zeit, wie Willy Berking und sein Tanzorchester, Helmuth Zacharias sowie Alfred Hauses Radio - und Tanzorchester in der Filmschwarte " Musik zum Mitnehmen " zu sehen.

http://www.bear-family.de/dvd-video/dvd-deutschland/va-musik-zum-mitnehmen-polydor-1949.html
http://www.youtube.com/watch?v=LSqakMdljug

15. Lonny Kellner, P.P. Körner, Willy Hofmann und das Comedien - Quartett: So viel Schwung    3:35

Zu Lonny Kellner ist unter 2. schon fast alles gesagt. Die beiden anderen, namentlich benannten Mitstreiter gehören auch in die 50er. Peter Rene´ Körner, geboren 1921 in Berlin war einst als Schauspieler, Sänger, Moderator und Radiosprecher tätig. Er verstarb 1989 in Rösrath bei Köln. Er zählte in der 1950er Dekade zu der " Heile - Welt - Fraktion ".
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Ren%C3%A9_K%C3%B6rner

Der andere Mitsänger, Willy Hofmann, geboren 1909 in Frankfurt am Main, war ausgebildeter Tenor. Er sang in Opern und Operetten mit. Ab den Endvierzigern konnten Rundfunkhörer ihn auch in Live - Radiosendungen bewundern.  Hofmann verstarb 1984 in Hallgarten / Rheingau.

http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Hofmann

Neben der üblichen Schläger - Grütze gab es in den Jahren des WiWu auch jede Menge Sendungen mit Operettenmusik oder Opern, die zur Auffrischung der westdeutschen Musikkultur dienten und als Prellbock gegen die anglo - amerikanischen Jazz - und Swingeinflüsse zu Felde geführt wurden.

16. Willy Schneider:   Einmal spielt die Geige         3:10

Der Volkssänger Willy Schneider, geboren am 5. September 1905 in Köln trat in jenen 50er Jahren nicht nur in Unterhaltungssendungen auf, sondern war auch in vielen Kinofilmen als Sänger präsent. Er starb 1989 und hinterließ eine große Zahl von Tonträgern. Später konnte der BRD - Glotzer ihn als Dauergast in der hessischen Ulksendung " Zum Blauen Bock " bestaunen. Stimme hatte er alle Male. Auch hier.

http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Schneider_(S%C3%A4nger)

17. Anneliese Rothenberger und Detlev Lais:    La - Le - Lu                 3:52

Tja, der geniale Heinz Rühmann sang dieses Stück zuvor mit großem Erfolg. Er konnte es allerdings nicht so melodiös, wie das Duo Rothenberger / Lais. Anneliese Rothenberg, geboren 1926 in Mannheim, verstarb 83jährig vor zwei Jahren in der Schweiz. Bis dahin war sie als erfolgreiche und ausgebildete Opernsängerin in den Anfangsjahren des westdeutschen Rundfunks und später des Fernsehens zu hören und sehen. Da Opern alleine nicht wirklich satt machten, nahm sie auch Schlager auf. Singend entschwand sie in den 80ern von der Opernbühne und gab bis 1989 noch Opernabende, ehe sie eine Krebserkrankung endgültig daran hinterte, ihre exzellente Stimme unter Beweis zu stellen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Anneliese_Rothenberger

18. Rudi Schuricke:   Auf Wiederseh´n

Der Titel war bereits in den Adenauer - Mief - Pief - Jahren Vollprogramm, wenn die normierten, verspießten Silvestersendungen knapp eine Stunde nach Mitternacht ausgeblendet wurden. Der westdeutsche Wiederaufbau hatte auch hier Priorität. Schließlich sollten die Glotzer sich nicht mittels des " Balla - Balla " - Banalitätenprogramms sinnlos besaufen, in dem sie " Henkell Trocken ", " Söhnlein Brilliant ", " Carstens SC " oder " Kupferberg Gold " zu für den Malocher einst unerschwinglichen Flaschenpreisen hinein kübelten. Sittsam. oder besser gläubig sollte das Neue Jahre begonnen werden. Ab 6.00 Uhr in der Kirche, dann zum zweiten Frühstück in der Küche und zu Mittag mit den Kindern am Tisch der Guten Stube. Heile, heile Gänschen! Die vorgegaukelte, heile Welt war jedoch nur bei den Schlager - Pavianen zu genießen. Ansonsten gab es schon längst wieder Arm und Reich, Oben und Unten sowie Schlau und Doof!

Dieses wird auch so auf dem 10 CD - Sampler zu hören sein:







Mittwoch, 24. April 2013

Medienthema " Uli Hoeneß ": Was ist wertvoller, der FC Bayern, der FC Barcelona oder FC Blindheit?


Klar doch! Ich hab´s gewusst. Kaum hatten die Nachrichten ihre Kurzmeldungen zu dem Steuer - " Skandal " ( denn das ist er wohl ) Ulrich " Uli " Hoeneß in epischer Breite, mit der Penetranz einer Endlosansage einer Hotline eines großen Unternehmens und mit der Zielgenauigkeit einer Kanone auf der Burg Scharfenstein in die Öffentlichkeit posaunt, folgte diesem Meldungsstakkato sofort - quasi als Strafe auf dem Fuße - die Meute der öffentlich - rechtlichen TV - Talkshows. Den Anfang machte unser aller Günther " Gunnex " Jauch am Sonntagabend.
" Gunnex " ließ dazu im teuren Laberplatzambiente des Gasometers in Berlin antanzen: 

Norbert Walter-Borjans, (Finanzminister im inzwischen verarmten Bundesland NRW, SPD - Mitglied) 

Wolfgang Kubicki, ( Rechtsanwalt, FDP-Mitglied aus Schleswig-Holstein)

Oliver Pocher, (Moderator, getrenntlebender Ehemann von Alessandra Meyer-       
                     Wöhlen,Fußballfreund) 

Dieter Kürten, (Ex-Moderator des ZDF, Mr. " ASS ",Hoeneß-Freund)

Dieter Ondracek ( Ex-Steuerfahnder, Ex-Präsident des Bund Deutscher Steuerzahler, Franke) und 

Jörg Quoos ( Chefredakteur des Münchner "Focus", Journalist)

Immerhin wurden keine Trainer, keine Fußballprofis und keine Sportjournalisten im engeren Sinne eingeladen. Denn da hätte es sein können, dass sie sich als befangen erklären mussten, denn das brand heiße Thema " Hoeneß " bedeutet ja - im gleichen Atemzug benannt -,, sich der  virulenten Gefahr aussetzen zu müssen, dem FC Bayern München in die Suppe zu spucken. Ein solch unbotmäßiges Verhalten wird hier sofort oder später abgestraft. So palaverten denn die Geladenen über das eigentliche Thema " Hoeneß " nur am Rande. Eher sachlich wurde über mögliche Konsequenzen für den Noch - FCB - Präsidenten diskutiert. Nüchtern stellten denn der Franke Ondracek und der Schleswig - Holsteiner Kubicki fest, dass es wohl mehr mit der " Causa Hoeneß " auf sich haben müsse, denn sonst hätte es in seinem Tegernseer Domizil keine Hausdurchsuchung gegeben. Nun konnte in der Runde nur vorsichtig spekuliert werden, denn es galt die Prämisse: " Nichts genaues, weiß man nicht!"

Um die Zeit auszufüllen, die der teuren Sabbelrunde des " Gunnex " Jauch nun einmal zugestanden wurde, holte dieser denn auch das Gleichheitsprinzip im Bezug auf den Volkssport Steuerunehrlichkeit aus der Mottenkiste hervor und kassierte dabei ein Eigentor, als ihn der frech formulierende Oliver Pocher auf dessen eigene Einkünfte und die daraus resultierende Steuerpflicht ansprach. Jauch, der über seine Ehefrau mal eben einen eigenen " Montessori " - Kindergarten in der brandeburgischen Provinz um Postdam aus dem Boden stampfen ließ, bekam einen hochroten Kopf. Ganz so, wie ihn der " Uli " zu zeigen pflegte, wenn er mit Vehemenz und in der Maskerade des steuerehrlichen Saubermanns über die " Sozen " und die " Grünen " herfiel, die ja bekanntlich die Reichen intensiver schröpfen möchten. 

Ein Schelm, der dabei Arges dachte?

Schnitt.  

Knapp 24 Stunden später lud der zweite Berufstalker zum Meinungsaustausch am Montag, den 22. April 2013 ab 21.00 Uhr bei der alten Tante ARD ein. " Frankie Boy " Plasberg walzte das Thema " Hoeneß " - unter Berücksichtigung weiterer, neuerer Erkenntnisse - aus. Hierzu hatte er geladen:



Hans Leyendecker (Journalist, Autor)

Manfred Breuckmann (Sportjournalist,Co-Autor mit Hoeneß des Buches                

                                      "Fußballgipfel",Privatier,Schalke04-Fan) 

Roger Köppel (Chefredakteuer der Schweizer "Weltwoche")


Carsten Kühl (Finanzminister in Rheinland-Pfalz,SPD)


Erwin Huber (Ex-CSU - Parteivorsitzender)


Holger Alich (Korrespondent " Handelsblatt ",Schweiz)


Renate Künast (Bundestags - Fraktionsvorsitzende "Bündnis90/DieGrünen)


Unter dem Thema " Ausgerechnet Hoeneß - wem kann man noch trauen? " wurden denn fleissig Meinungen, Fakten und Erkenntnisse ausgetauscht. 
Alle Anwesenden zeigten sich enttäuscht vom "Uli", einschließlich des CSU - Spezies Erwin Huber. Und, da waren sie wieder, die Vergleiche mit dem " Otto Normalverbraucher ", der angeblich den Fiskus auch betrügt, ihm nie die Wahrheit sagt und legal, illegal, scheißegal, bei der Steuererklärung herum tricksen würde.
Aber klar doch, Irgendwie sind wir doch alle ein kleines bisschen Hoeneß! Wir " hoenessen " doch jährlich am Finanzamt vorbei, In dem wir bei der Steuererklärung nicht ehrlich sind, obwohl wir es mit der geleisteten Unterschrift eigentlich versichern. Uneigentlich aber haben wir  hier bei der Entfernungspauschale ( die wollte Merkel ja schon ganz abschaffen und wurde dafür vom Bundesverfassungsgericht abgewatscht ) einige Kilometer und einige Arbeitstage zuviel angegeben. Als kleine Selbständige ist uns völlig entfallen, dass es ja noch einige ausgestellte Quittungen über erhaltene Barzahlungen für erbrachte Warenlieferungen oder Dienstleistungen gab. Als Inhaber eines mehr schlecht als recht laufenden Restaurants, Imbisses oder einer Gaststätte waren es hier ein paar Portionen zu wenig, dort einige Glas Sekt oder da eine Ausgabe, die privater Natur ist, welche nicht oder vielleicht nicht korrekt angegeben wurden.

Da sind wir alle Hoeneß. Da sind wir alle Steuerhinterzieher. Da sind wir alle gleich. Tatsächlich?

http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/index.php5

Und diese Schuldkomplexe wollte uns denn auch ein Bericht des MDR in seinem Informationsprogramm einreden, als der Radiosender heute morgen doch tatsächlich über die unendlich vielen Fälle von Steuerhinterziehung innerhalb des Sendegebietes Auskunft gab.Eine Arbeitnehmerin hatte offensichtlich bei der Entfernungspauschale, nämlich ihrem Weg von Zuhause bis zur Arbeitsstelle, diesen mit dem eignen PKW gefahren, gemogelt. Das ist de jure Steuerhinterziehung, wenn es bis zum Rechtsinstitut der groben Fahrlässigkeit geht, eventuell nur Steuerverkürzung. Die Mitarbeiter des Finanzamtes fuhren ihr deshalb 5 Werktage lang hinter her. Im Dienst - PKW versteht sich. Wenn Irrsinn Methode hat, dann in diesem Fall. Der selbst errechnete Werbungskostenbetrag wurde auf die tatsächliche Summe gekürzt, die Steuerpflichtige mit einem Ermittlungsverfahren überzogen und wohl mit einem Bußgeld oder einen Strafbefehl bedacht. Lohnt dieses? Nein! Sowohl von der Seite der Steuerhinterzieherin nicht, als auch von Seiten des Fiskus. Viel Aufwand, für fast nichts!

In einem anderen - in diesem Sendebeitrag benannten - Fall hatte eine Selbständige nicht alle Einnahmen ihrem Steuerberater mitgeteilt. Auch hier gab es ein Steuerstrafverfahren. Und dass die Finanzämter über ein durchaus effektives Überprüfungssystem verfügen, erläuterte dann der MDR Info - Beitrag anhand der berühmt, berüchtigten Döner - Bude, bei der die deklarierten Umsätze in dem Prüfzeitraum nicht mit dem Wareneinsatz, der ja als Betriebskosten berücksichtigt werden muss, korrelierten. Konsequenz: Die Prüfung führte zur Schätzung mittels vorliegender Daten und dieses zur Neufestsetzung der Steuerschuld.

Ja,ja, wir sind alles kleine Sünderlein. Wir, die Mühsamen und Beladenen, die Trickser, die Falschausager und Lügner vor dem Herrn.
Dabei sind jede Verhaltensmuster uns bereits durch die Geburt und danach mit der Muttermilch eingesogen, gegeben worden. Der Urmensch war einst Jäger und Sammler. Er musste jagen, um zu überleben. Er musste sammeln, um sich einen Vorrat für schlechte Zeiten anzulegen. 

Und diese Verhalten war doch auch bei den kleinen Steuersündern die Triebfeder zur Unehrlichkeit gegenüber dem Fiskus. Denn: Wer zahlt schon gerne Steuern, wenn er überhaupt dazu verpflichtet wird?
Niemand!

Auch " Uli ", der Große, der Saubermann bis zum 20. April 2013, nicht. Auch wenn er mit puderrotem Kopf bei " Gunnex " Jauch beinnahe hyperventilierte als er gegen die SPD und die " Grünen " wetterte, nur weil diese Parteien für Wohlhabende und Reiche die Steuern erhöhen wollen. " Uli ", der Großkopferte aus Ulm, dessen Eltern wegen einem Mankobetrag von sage und schreibe 5 Deutsche Pfennige nach Öffnungsende ihre Metzgerei abschlossen und die Mitarbeiter so lange dabehielten bis sich die Ursache des  Fehlbetrags klärte. " Uli ", der Top - Fußballer aus den 70ern mit der Löwenmähne und den gestoppten 11,0 Sekunden auf 100 Metern. " Uli ", der wegen einer schweren Verletzung nicht mehr Profi - Fußballer bleiben konnte. " Uli ", der dann beim FC Bayern sich hoch rüpelte. " Uli ", der immer andere brüskierte, sie öffentlich in die Pfanne haute und den FC Bayern zum Überverein werden ließ. " " Uli " - Krawallo, der liebste Feind von Christoph Daum und Willi " Werder " Lemke. " Ulli ", der dem Malocher in seiner Wurstfabrik für dessen Maloche am Band sage und schreibe 6,20 Euro Stundenlohn zahlt. " Uli ", der seit Jahren mit seinen Spielereinkäufen nur eins im Sinn hat, den Gegner mit viel Geld zu schwächen. Uli ", der dann auch der Bundeskanzlerin hier und da einen Rat erteilte, obwohl er weder studierter Ökonom, noch in sonstiger Weise erkennbar, von der Wirtschaft Ahnung hat.

Uns " Uli " also, der Mr. Alleskönner, Alleswisser, Allesseher? Nö, denn heute wurde über die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass er bereits wegen des laufenden Steuerstrafverfahrens, wegen der publizierten Steueraffäre, wegen seines Schweizer Konto, vor dem Haftrichter gestanden hat und dieser ihn nach Feilscherei über seinen Verteidiger gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von sagenhaften 5.000.000.,-- Euro wieder laufen ließ. Wir nennen dieses, den Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug setzen.

Junge, junge, " Uli "! 5 Mio aus der eigenen Schatulle, zumindest von den Banken aufgrund der eigenen Bonität, so mal eben aus´n Ärmel schütteln. Wer kann das schon? Wir nicht! Doch warte es ab: Gier schützt vor Unvorsichtigkeit nicht. Unvorsichtigkeit ist aber Dummheit. Und die schützt vor Strafe nicht!

Wer vor lauter Gier blind wird, muss damit rechnen, dass er die Rechnung serviert bekommt. Und dieses auch dann, wenn der FC Bayern nun noch wertvoller geworden ist, weil er den "Superstar" des bislang einzigen Konkurrenten Dortmund ,Mario Götze, für 37 Millionen aus dem laufenden Vertrag gekauft hat, ihm statt 5 Millionen jährliches Grundgehalt nun 7 Millionen zahlt und dieses Coup kurz vor dem CL - Halbfinale des ärgsten Widersachers noch schnell den Medien steckt, damit diese so richtig schadenfroh darüber berichten. Und auch dieses, wenn der FCB den CFB gestern mit 4:0 vom Hof mit Namen "Arroganz" - Stadion jagte. Stadelheim ist nicht aufgehoben, Stadelheim ist nur aufgeschoben. Und dann? 
  

Dienstag, 23. April 2013

" Eloy " - Eine Band aus Hannover mischte die westdeutsche Rockszene auf.

Wer hat ihn damals nicht gesehen? Den Film, " Die Zeitmaschine ", nach dem gleichnamige Roman " The Time Maschine " von H.G. Wells? Alle, die eine Glotze hatten, einen BRDler kannten, der über ein solches Gerät verfügte oder eine Kneipe aufsuchen konnte, in dem ein Fernsehapparat in einem Nebenraum lief! Rod Taylor spielt darin die Hauptrolle. Und, was für mich eigentlich als Teenager viel interessanter war, es gab eine herbe Schönheit in jener Verfilmung, die den Namen Weena trägt und dem Volk der " Eloi " angehört, jener Menschengruppe, die auf der Erde im Jahre 802 701 von den bösen Lebewesen, die da Morlocks heißen, in deren unterirdischen Refugien gefangen gehalten und verspeist werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zeitmaschine_(1960)

Die " Eloi " waren somit die Guten, die Morlocks die Bösen, in der Welt des  Wells´ Romans im Jahre 802 701!
Das dachte sich denn auch eine Formation von jungen Musikern im Jahre 1969 in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover und gründete just unter diesem, dann leicht abgewandelten Namen " Eloy " eine Band.
Die Gruppe verstand sich zunächst als Vertreterin des avangardistischen Rocks, der auch als Artrock oder Kunstrock bekannt wurde.


Das englisch - sprachige Ausland ordnete " Eloy " auch in die Kategorie " Krautrock " ein, zu der weitere Bands wie " Streetmark ", " Jane " oder auch " Popol Vuh " zählen. Exakter aber wäre " Eloy " in jene Musikszene hinein zu setzen, die sich in den Endsechzigern und den Siebzigern rund um die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover etabliert hat.
Jene Musikgruppen also, die sich rund um den internationalen Überflieger " Scorpions " aufbauten und die sich teilweise bis weit in die 80er und 90er Jahre hinein auf dem dann rasant ausufernden Musikmarkt ihre Plätze einnehmen konnten.

" Eloy ", das waren auf der ersten, gleichnamigen LP mit dem die Gründungsformation um Frank Bornemann auf dem westdeutschen punkten wollten, 7 Stücke in Vinyl gepresst:

Today 5:56
Something Yellow 8:15
Eloy 6:15
Song Of A Paranoid Soldier 4:50
Voice Of Revolution 3:07
Isle Of Sun 6:03
Dillus Roady 6:32


Das war ein Hardcover mit einem Bild, dass mich an ein Heringsfass erinnerte und das war die Plattenfirma " Philipps ", die sich auf dem Deutschrocksektor versuchte. Jenes Label also, auf der so mancher Schlageraffe bereits Moneten verdiente.

Erst langsam gewöhnte ich mich daran, dass auch vor der eigenen Haustür, also Hannover, exzellente progressive Musik gespielt wurde. " Eloy " war einige Jahre später aber auch eine der zunächst regional bekannten Live - und Festivalbands, die sich auf den oft poppigen Werbeplakaten neben weiteren Rockmusikgrößen wieder fanden. " Epitaph ", " Harlis " oder auch" Ramses ( II ) " gehörten indes genau wie " Eloy " zu den Standardnamen auf jenen Veranstaltungshinweisen. Die Musikszene aus den 60ern, 70ern und 80ern  in der Bundesrepublik war allerdings sehr vielschichtig. Dieses ist wunderbar hier nachzulesen:

http://www.krautrock-musikzirkus.de/

Dass die Metropolen in der BRD, nämlich Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Bremen dabei -  zumindest theoretisch -  mit der Landeshauptstadt Niedersachsen in Konkurrenz gingen, sei hier nur am Rande erwähnt. Denn auch in der Provinz wurde einst sehr gute populäre Musik gespielt, produziert und veröffentlicht. Beispiele hierfür lassen sich im stillen Örtchen Wintrup im beschaulichen Westerwald nach recherchieren.

Als " Eloy " dann 1973 das zweite Album mit dem Titel " Inside " vorlegte, war die bundesdeutsche Musikszene durchaus angetan. Auf der Scheibe befinden sich nur 4 Titel, die es aber allesamt insich haben:




Land Of No Body 17:14
Inside  6:35
Future City  5:35
Up And Down  8:23

Wer Improvisationen und experimentelle Rockmusik favorisiert, liegt mit diesem Album genau richtig. " Eloy " traf - zumindest zeitweise - auf mit dem 3. Album, der dritten LP, den Musikgeschmack der frühen 70er Jahre. Der Titel ihrer weiteren Veröffentlichung lautet:
" Floating ".Konzeptionell unterscheidet sich auch jenes, 1974 , also ein Jahr darauf folgende Album nicht gravierend von " Inside ". So schreibt denn auch ein Rezensent, dass es dem Stil der Band in den Anfangsjahren entsprach:

http://www.rezensator.de/eloy_floating.htm

Auch mit dessen Quintessenz, wonach das " Inside " - Album stilistisch höher zu bewerten sei, gehe ich immer noch konform. Dennoch, wer " Eloy " - Fan war oder es noch immer ist, für den gehören die ersten 3 Alben zum absoluten Muss.


  1. Floating - 3:59
  2. The Light From Deep Darkness - 14:35
  3. Castle in the Air - 7:13
  4. Plastic Girl - 9:07
  5. Madhouse - 5:15

Wiederum ein Jahr danach, erschien das Album " Power and the Passion ". Es kommt einem Konzeptalbum nahe, denn die Band verarbeitet textlich eine selbst erdachte Geschichte. Die Stücke sind überwiegend deutlich kürzer, als auf den Vorgänger - Scheiben, fließen aber dafür nahtlos ineinander über. Es mag sein, dass die Vinylscheibe einst nicht unbedingt das bot, was Freunde der Hannoveraner sich erhofft hatten, denn sie lag in vielen LP - Läden wie Blei in den Schubern. Trotzdem haben die Landeshauptstädter auch mit dem 1975er - Album eine hörbare, eine solide LP produziert:


  1. Introduction (1:10)
  2. Jouney Into 1358 (2:56)
  3. Love Over Six Centuries (10:05)
  4. Mutiny (9:07)
  5. Imprisonment (3:12)
  6. Daylight (2:38)
  7. Thoughts Of Home (1:04)
  8. The Zany Magician (2:38)
  9. Back Into The Present (3:07)
  10. The Bells Of Notre-Dame (6:26)


http://en.wikipedia.org/wiki/Power_and_the_Passion_(album)

1976 folgte mit " Dawn " ein weiteres Studioalbum, dass in einer anderen Besetzung eingespielt wurde. Manfred Wieczorke verließ die Formation und stieg im selben Jahr bei " Jane " als Keyborder ein. Mit dem leider viel zu früh verstorbenen Hannoveraner Peter Panka, Martin Hesse und Klaus Hess spielte er eines der wohl besten Live - DLP im " Krautrock " - Genre ein.


Side One
  1. "Awakening" – 2:39
  2. "Between the Times" – 6:07
    • a) "Between the Times" – 1:50
    • b) "Memory Flash" – 1:56
    • c) "Appearance of the VOICE" – 1:12
    • d) "Return of the VOICE" – 1:08
  3. "The Sun-Song" – 4:55
  4. "The Dance in Doubt and Fear" – 4:27
  5. "LOST!? (Introduction)" – 5:20
Side Two
  1. "LOST?? (The Decision)" – 5:01
  2. "The Midnight-Fight/The Victory of Mental Force" – 8:10
  3. "Gliding Into Light and Knowledge" – 4:13
  4. "Le Réveil du Soleil/The Dawn" – 6:49

Trotz der Umbesetzung bringt " Eloy " mit " Dawn " eine melodiöses, ein von treibenden Stücken durchsetztes Album ein. Dass dort auch Streicher eingespielt werden, bringt diese starke Scheibe nicht aus dem von ansonst knackigen Rocktiteln beherrschten Konzept.
Der Rezensator hier bringt es auf den Punkt: Eines der wohl besten Rockalben aus Deutschland zu jener Zeit.

http://www.rezensator.de/eloy_dawn.htm

Wiederum ein Jahr später legte die Formation um Frank Bornemann ihre kommerziell erfolgreichste Scheibe mit dem Titel " Ocean " vor. Das Konzeptalbum thematisiert die sagenumwobene Stadt Atlantis.Die vier Stücke wurden von sämtlichen Bandmitgliedern komponiert und getextet. Obwohl die Kritiker auf diese LP nicht gerade enthusiastisch bewerteten, zeigte die Rockband, dass sie längst zu den - musikalisch betrachtet - Großen ihres Fachs gehörte. Hannover´s Musikszene konnte längst mit anderen europäischen Städten mithalten. Und dieses, weil " Eloy " sich hier eindrucksvoll etabliert hatte.


  1. Poseidon's Creation (11:42)
  2. Incarnation of Logos (8:25)
  3. Decay of Logos (8:17)
  4. Atlantis' Agony at June 5th - 8498, 13 p.m. Gregorian Earthtime (15:38)


 http://de.wikipedia.org/wiki/Ocean_(Album)

Im Jahr 1978 stellten " Eloy " dann das erste Live - Album vor. Hier haben die vier Hannoveraner Titel aus der " Ocean " - Tour von 1977 / 1978 zusammen geschnitten und in einem Doppelalbum veröffentlicht.



 01. Poseidon’s creation 11:47
 02. Incarnation of Logos 8:46
 03. The sun-song 8:32
 04. The dance in doubt and fear 7:36
 05. Mutiny 9:58
 06. Gliding into light and knowledge 4:24
 07. Inside 6:34
 08. Atlantis’ agony at June 5th – 8498, 13p.m. Gregorian Earthtime 20:57

Die " Live " - DLP entsprach dem damals gängigen Trend, wonach jede Rock - Pop - Formation mit Format, nicht nur ausgiebige Gigs startete, sondern das auf der Bühne dargebrachte - meist Zeit verzögert - als Konserve vermarktete.

Ein Jahr vor dem Beginn der 80er - Dekade legten Bornemann und Mitspieler mit " Silent Cries Mighty Echoes " eine qualitativ herausragendes Album vor.
Die Gruppe knüpft nahtlos an das mit " Dawn "  und " Ocean " vorgegeben Niveau an. Über 3 Dekaden später schwärmen nicht nur Fans von diesem deutsch - rockigem Dreigestirn:

http://www.amazon.de/Silent-Cries-Mighty-Echoes-Eloy/dp/B00070FZKS


  1. Astral Entrance 9:03
    1. Astral Entrance
    2. Master Of Sensation
  2. The Apocalypse 14:54
    1. Silent Cries Divide The Nights
    2. The Vision - Burning
    3. Force Majeure
  3. Pilot To Paradise 7:01
  4. De Labore Solis 5:12
  5. Mighty Echoes 7:16

Da im Verlauf des Jahres 1979 der Keyboarder Detelv Schmidtchen sowie der Schlagzeuger Jürgen Rosenthal die Gruppe verließen, um ein eigenes Projekt zu gründen, erfolgte eine personelle Umbesetzung.
Mit Hannes Folbert an den Tatseninstrumenten und Jim McGillivray am Schlagzeug sowie Hannes Arkona als weiterer Gitarrist spielte " Eloy " 1980 die Platte " Colours " ein.




A1Horizons3:20
A2Illuminations6:19
A3Giant6:05
A4Impressions3:06
B1Child Migration7:23
B2Gallery3:08
B3Silhouette6:57
B4Sunset3:15


Von der musikalischen Seite aus betrachtet, orientiert sich diese " Eloy " - Scheibe eher an die ersten Jahre, also die Gründungszeit der Band. Allerdings wird auch hier deutlich, dass die Formation stilistisch gereift ist. Die oft beschriebene, eher billige Polemik, wonach jede " Eloy " - Scheibe sich fast gleich anhören würde, stellt die Gruppe um Frank Bornemann nicht nur hier ad absurdum. Auch sonstige, aus sachfremden Erwägungen, von diversen Moderatoren einst in den Äther posaunte Kritik, perlt bei ihm längst wie Regen auf der imprägnierten Jacke ab.

1981 erscheint dann das in dem von Frank Bornemann gegründeten Studio mit dem Titel " Planets
".
Der " Eloy " - Sound hatte sich inzwischen verändert. Viele Fans empfanden ihn als befremdlich, ohne dabei die Treue zu der Gruppe in Frage zu stellen. Die Abkehr zu dem rockigeren Stil zeigt sich dabei deutlich.


 01. Introduction 1:57
 02. On the verge of darkening lights 5:35
 03. Point of no return 5:45
 04. Mysterious monolith 7:42
 05. Queen of the night 5:21
 06. At the gates of dawn 4:18
 07. Sphinx 6:45
 08. Carried by cosmic winds 4:38

Auch auf dem " Planets " - Album wurden größtenteils kürzere Stücke eingespielt. Der Grund hierfür war wohl, dass Frank Bornemann der " EMI -  Harvest " - Plattenfirma das Konzept für eine weitere DLP vorlegte, diese - wohl aus rein kommerziellen Gründen - ablehnte und stattdessen die Veröffentlichung von zwei Studio - Alben vorschlug.

Weshalb dann 1982 die Ergänzung zu " Planets ", nämlich " Time To Turn " auf den Markt gebracht wurde.


1."Through A Somber Galaxy"  6:00
2."Behind The Walls Of Imagination"  6:25
3."Time To Turn"  4:32
4."Magic Mirrors"  5:25
5."End Of An Odyssey"  9:25
6."The Flash"  5:34
7."Say, Is It Really True"  4:45

Das 11te " Eloy " - Album dürfte denn wohl eher als durchschnittlich zu bewerten sein, wenngleich Frank Bornemann sich textlich an den 80er Jahre Zeitgeist klammert und die damaligen politischen Bewegungen in eigene Gedanken umsetzt. Interessant sind noch die dazwischen liegenden personellen Veränderungen. War bei den meisten Titeln der " Planets " - Scheibe der Schlagzeuger Jim McGillivray zu hören, musste er bis zur Vervollständigung des Albums durch den schwedischen Studio - Schlagzeuger Olaf Gustavson ersetzt werden, da es während der Aufnahmearbeiten zu erheblichen Spannungen zwischen McGillivray und den weiteren Bandmitgliedern kam. Auf dem Folgealbum " Time To Turn " stieg dann der zur Urbesetzung gehörende Fritz Randow wieder ein.

http://www.musikansich.de/artikel.php?id=256

http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?content=review&albumId=452&left=newReviews2&top=reviews


Die 80er Jahre forderten dann auch von " Eloy " ihren Tribut. Die Band spielte mit " Performance " und " Metromania " noch zwei weitere Alben ein, ehe sie 1984 auseinander ging. Auf der vorletzten LP finden sich folgende Stücke:

1.In Disguise4:32
2.Shadow and Light5:20
3.Mirador3:46
4.Surrender5:41
5.Heartbeat6:29
6.Fools5:13
7.A Broken Flame8:12
Gesamtlaufzeit39:13

Das Abschiedsalbum " Metromania " enthält diese Titel:







1.
Escape to the Heights5:03
2.Seeds of Creation4:28
3.All Life is One6:28
4.The Stranger3:59
5.Follow the Light9:37
6.Nightriders4:39
7.Metromania6:10
Gesamtlaufzeit40:24


http://www.musikansich.de/artikel.php?id=265

Frank Bornemann gönnte sich nach der aus werbetechnischen und rein kommerziellen Erwägungen gestrichenen, gemeinsamen " Marillion " - Tour bis 1988 eine Auszeit.
Ehe dann 1988 das Album " Ra " veröffentlicht wurde. Die Musikwelt hatte sich enorm gewandelt. Die Vinylscheibe stand kurz vor ihrem endgültigen Abgesang und wurde von dem Silberling, der CD als Tonträger abgelöst; gleiches Schicksal erlitt die Kassette, wenn auch einige Jahre später. Die namhaften Band aus dem anglo - amerikanischen Raum jagten sich wechselseitig mit immer längeren und aufwendigeren Tourneen von Auftritt zu Auftritt vor gigantischen Zuschauermassen in riesigen Arenen und die Massenmedien in Form der Rundfunk - und Fernsehsender erhielten ungezählte private Konkurrenten.




  • 1988: Ra
  • 1992: Destination
  • 1994: The Tides Return Forever
  • 1998: Ocean 2 – The Answer
  • 2009: Visionary
http://www.babyblaue-seiten.de/album_599.html

Die Zeit der " Eloy " war de facto abgelaufen. Wer von den einstigen Anhängern, die nun - älter geworden - etwas auf sich hielt, besuchte die Gigantomanie - Veranstaltungen der von der Werbung und den Medien hoch gejazzten Gruppen, weil selbst saftige Eintrittspreise davor nicht zurück schrecken ließen.
Die Band war für derartige Massenunterhaltung nicht geschaffen. Der Stil auch nicht geeignet, fliegende Schweine, astronomisch teuere Illuminationen und kostspielige Werbung als Katalysator zur Musikvermarktung zu nutzen.

Auch wenn Frank Bornemann nach dem 19. Dezember 1988 nur offiziell bekannt gab, dass die Band bis auf weiteres nicht mehr live auftreten werden, haben Fans und Experten dieses als Beendigung des Projekts " Eloy " aufgefasst.

http://www.rezensator.de/cdtipps_eloy.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Eloy_(Band)

Dass die Gruppe dann und wann noch zu hören ist, dürfte dem Nostalgie - Trend geschuldet sein, der jene Anhänger aus den 70ern - völlig zu recht - erfasst, wenn es um die Darstellung musikalischer Reminiszenzen jener Jahre geht.Selbst längst in die Jahre gekommen, in denen die Kohle nicht unbedingt das Kriterium für den Erwerb der " Eloy " - Tonträger ist, blättern einige " Krautrock " - oder " Deutschrock " - Fans locker dreistellige Beträge hin, um eine 70er - " Eloy " - Scheibe zu erwerben, die sie - aus welchen Gründen auch immer - sich damals nicht zugelegt haben. 
Mit " Eloy " muss jedoch in Verbindung gebracht werden, dass die Truppe um Frank Bornemann über mehr 1, 5 Dekaden ein Teilstück bundesdeutscher Rockmusikgeschichte darstellt und die experimentellen Aspekte des Rockgenres in den oben benannten Alben mehr als nur ein Mal glänzend vertreten werden.
Wer - so wie ich - " Eloy " in der Anfangsphase live erleben durfte, behält einen bleibenden Eindruck von einer Band der Hannover´schen Musikszene aus jener Zeit, in der das Können eines Musikers mehr galt, als die Show drum herum. Es hat Spass gemacht mit euch in Hannover und der Provinz.