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Donnerstag, 28. Februar 2013

Die letzten Tage, Stunden und Minuten des Pontifex Maximus.




Dass das bundesdeutsche Fernsehen in Gestalt ihrer öffentlich - rechtlichen Vertreter häufig an Realitätsverlust laboriert, dürfte unstrittig gestellt werden. Ob nun der manische Drang der rund erneuerten Gebühreneinzugszentrale als nunmehr ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, dessen Kalfaktoren in Köln bis zum 3. März mehr als 70 Millionen Datensätze aus den diversen Meldeämter abgeglichen haben wollen, der überbordende Verwaltungs - und Mitarbeiterapparat, der in Prunkpalästen, wie jenem ZDF - Neubau an der Hamburger Außenalster thront oder ob es die ungezählten Schauspieler, Moderatoren, Regisseure oder das technische Personal sind, die sich üppig bezahlen lassen, dieses alles lässt erkennen, dass der TV - Moloch in Köln, Mainz oder sonstwo längst die Bodenhaftung verloren hat, wenn es darum geht, dem Glotzer eine Welt durch deren rosarote Brille, im luxuriösen Ambiente unter himmelblau gefärbtem Firmament zu präsentieren.


Eine besonders abstoßende Ausgeburt des journalistischen Tinnefs stellt das Mittagsmagazin ( kurz MM ) dar, das die alte Tante ARD im Ersten ab 13.00 Uhr im Wechsel mit dem ZDF werktäglich ausstrahlt. Federführend für das Erste ist hier der Provinz - Satellit Bayrischer Rundfunk in München. Deren beide Moderatoren, das dynamisch - bajuwarische Mixed Hannelore Fischer / Stefan Scheider sich permanenter Mundakrobatik bedienen müssen, um dem Hochdeutschen mächtig zu bleiben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mittagsmagazin

Aber auch ihre Pendanten, die selbstdarstellerische Susanne Conrad geht dem Zwangsgebührenzahler mit ihrer bräsigen Moderation und der ständigen US amerikanischen Lobhudelei häufig auf den Zwirn. Anders verhält es sich da schon mit Normen Odenthal, der eine flapsige Art verkörpert, die bei den Verantwortlichen des Rentner - Kanals nicht immer gut ankommt. Der dritte im Bunde ist der Spezialist für die royalen Befindlichkeiten Norbert Lehmann, dessen Moderationsstil denn eher einer Comedy Show ähnelt, denn der einer auf seriöse Nachrichtenvermittlung aufbauenden Informationssendung.

Da quält sich den das ÖR - Quintett von Ausgabe zu Ausgabe und lässt dabei deutlich erkennen, dass es von Jahr zu Jahr dem Renten - oder Pensionsalter näher rückt. Die MM - Moderatoren modelieren deshalb mehr mit der Medien -  Maske, denn mit Meldungen.

Ein besonderes Schmakerl aus dem unendlichen großen Fundus der Nachrichtenübermittlung auf bayrische Art, hatte das MM  ab dem 27. Februar 2013 in der Pfanne. Es sendete doch tasächlich live und direkt vom Petersplatz in Rom in die nach Pferde - Lasagne müffelnde Gute Stube des Durchschnittsmichels. Anlass war die Demission des Pontifex Maximus zum 28. Februar 2013 um 20. 00 Uhr. Dann nämlich gibt unser Papst das Amt auf und geht auf das Altenteil.

http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/mittagsmagazin/sendung/index.html


Dieses Groß Ereignis war den ARD - MM - Machern aus München alle Male eine Direktübertragung mit dem Bayern Scheider wert. Der plazierte sich denn auch gleich für zwei ganze Tage und jeweils eine Stunde Flachbildschirm füllend vor die Kamera, das blau - weiße Mikrophon knapp unterhalb der Mundpartie haltend und ewig von den Großtaten des Papstes Benedikt XVI alias Kardinal Joseph Aloisius Ratzinger aus Bayern in einem weihevollen Ton berichtend.8 Jahre hat der bald 86jährige damit verbracht, den Gläubigen in der römisch - katholischen Kirche zu vermitteln, dass er nichts von großen Reformen hält. Nun ist er müde, alt und gesundheitlich nicht ganz fit.
Also tritt er vom Amt zurück und macht den Heiligen Stuhl für einen - hoffentlich - jüngeren Nachfolger frei.

Für die kritischen Kirchenexperten könnten allerdings andere, weitaus gravierendere Gründe, den Rücktritt des Pontifex Maximus bewirkt haben. Hierüber wird nicht nur seit geraumer Zeit gemutmaßt, sondern im Netz eifrig diskutiert.Hierzu brachte das MM jedoch kein einziges Wort in die viel zu vielen Beiträge zu dem bundesdeutschen Papst. Wohl auch deshalb nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Zensur nennt sich so etwas, auch wenn sie in leichter Form hier auftritt.
Gleichfalls kam kein Wort über den dramatischen Mitgliederschwund, auch in der RK Amtskirche in diesen zwei Tagen aus Rom über die Mattscheibe. Scheider durfte es wohl nicht aussprechen, dass die Katholische Kirche jährlich mehrere Tausend Mitglieder verliert, dass ganze Gemeinden aufgegeben werden müssen oder zusammen gelegt werden, dass Kirchen verkauft, diese Gebäude zwecksentfremdet verpachtet oder abgerissen werden. Allein in der Stadt Wilhelmshaven steht die Schließung von 6 der 9 Kirchengebäude zur Disposition.
Dieses Phänomen geht einher mit dem realen Bedeutungsverlust der großen Glaubensgemeinschaften in der BRD - Gesellschaft.

In den Medien und insbesondere den öffentlich - rechtlichen TV - Anstalten wird hierzu kaum berichtet und wenn dann in einer völlig verklärenden Art und Weise. Dieses liegt eindeutig daran, dass die Amtskirchen ihre einflussreichen Vertreter in den Gremien und über die dortigen bürgerlichen Parteien dazu verdonnern, derartig kritische Berichterstattung abzuwürgen.
Würg!

So lobhudelte der MM - Moderator fleissig über die großartigen Taten des " Ratze " - Papstes, bis ihm um 13. 50 Uhr der Saft abgedreht wurde. Endli, is a Ruhe hi!
Hoffentlich bald für immer!

Wann ist der Mann ein Clown?



Italien hat gewählt.  Nicht zum ersten, nicht zum zehnten, nein, zum 17. Mal fanden seit 1948 und der Gründung der Ersten Republik  Parlamentswahlen statt.  Während 46, 9 bzw.  42, 3 Millionen Italienerinnen und Italiener am 24. Februar in der Zeit von 7. 00 Uhr bis 22.00 Uhr und von 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr am 25. Februar zur Wahl aufgerufen waren, blickten die Nachbarländer, blickte Europa, ja, sogar die ganze Welt zu dem Stiefelland. Warum nur?

Nun, aus sehr unterschiedlichen Gründen. Die Anrainerstaaten befürchteten eine weitere, eventuell nachteilige  Destabilisierung der politischen Verhältnisse, in Europa sahen viele EU - Befürworter eine Zunahme des anti - europäischen Zeitgeistes im Sinne eines zunehmenden Seperatismus und Partikularismus, wie er bereits seit geraumer Zeit durch den Torie - Chef David  Cameron propagiert wird und die übrige Welt erahnte negative Einflüsse auf die globalen Finanzmärkte auf  diese zukommen.


Die flugs von vielen Medien zur Schicksalswahl hoch stilisierten zwei Tage im Februar 2013 ergaben nicht nur eine geringe Beteiligung bei der Benennung jener 630 Damen und Herren für das Abgeordnetenhaus, also die Erste Kammer sowie deren 315 Vertreter im Senat, der Zweiten Kammer, sondern sie zeigten erneut, dass der südliche Staat politisch betrachtet tief zerrissen ist. 
  http://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahlen_in_Italien_2013

Der italienische Wähler hat sich - erneut - für eine Unregierbarkeit entschieden. Denn er votierte für ein Patt zwischen den drei großen Blöcken ( Bersani, Berlusconi, Monti ), weil er nämlich ein Viertel der abgegeben Stimmen dem Protestler Grillo zuschanzte. Nicht aus Überzeugung, dass dieser es den anderen Berufspolitikern nun endlich zeigen würde, er den Europäern die Leviten lesen könnte und die bundesdeutsche Vorherrschaft in der EU abschaffen solle, nein, vielmehr aus der Motivation heraus, dass weder einer der Spitzenkandidaten der großen Bündnisse es verdient hat, erneut zu regieren.
Monti nicht, denn der möchte das Land buchstäblich kaputt sparen.
Bersani nicht, denn der Pragmatiker hat 2011 zum Sturz von Berlusconi beigetragen.
Berlusconi nicht, weil der das Land nicht nur chaotisch regiert, sondern als seinen kapitalistischen Gemischtwarenladen ansieht.  

http://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahlen_in_Italien_2013#Wahlergebnis_2013

Der italienische Wähler wählte somit Beppe Grillo und seine M5S - Partei, deren Ziel es ist, das Parteiengeflecht und die dort verstrickten Politiker aufzubrechen. Ein leuchtendes Beispiel der Grillo´schen Aktionen zur Ankurbelung der weit verbreiteten Politikverdrossenheit ist der " V - Day " und  sind die Forderungen nach mehr Transparenz in Wirtschaft und Politik.

http://de.wikipedia.org/wiki/Beppe_Grillo

In den Zeiten des ökonomischen Niedergangs entscheidet sich so mancher Betroffene, so mancher Abgehängte und so mancher Enttäuschte für radikale Lösungen. In Italien hieß diese einst Mussolini. Der glatzköpfige " Duce " war, so wie sein großes Vorbild, ein Aufschneider, ein Schauspieler, ein Polit - Clown; wenngleich ein blutrünstiger Protagonist aus dieser Gruppe. 

Grillo ist dann eher ein friedfertiger Abklatsch, ein  Spaßmacher, eine Ulknudel. Das darf wohl unbestritten konstatiert werden.
Sein Mitbewerber um die Gunst des Wählers, der Medien - Tycoon Silvio Berlusconi ist das nicht. Er war, ist und bleibt eine Schade für " Bella Italia ", weil er korrumpiert, weil er lügt und weil er nur Spässe auf Kosten der anderen Menschen macht.

Wer, wie Berlusconi es immer noch zum Besten gibt, das politische Denken mit dem in einem Designerslip eingebetteten " Besten Stück " zelebriert und durch sinnfreie Äußerungen den Italienern zeigt, welche Wertschätzung sie bei ihm erfahren, gehört nicht in die Politik, schon gar nicht in den Bereich der Spitzenpolitik. Der sollte im Kabarett als Pausenclown fungieren.

Letzteres dachte denn auch der SPD - Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, als er die beiden Italiener Berlusconi und Grillo als Clowns titulierte. Recht hat er!   
Grillo ist in der Tat von Berufs wegen ein Komödiant, ein Harlekin, ein Clown.
Berlusconi ist  durch seine vormalige, aber auch jetzige  politische Tätigkeit zum Clown mutiert.
Aus der Vielzahl seiner verbalen Entgleisungen sind jene gegen den damaligen EU - Abgeordneten Schulz, den er für die Rolle eines KZ - Aufsehers während seiner Rede vor dem Parlament in Straßburg vorschlug, noch gut in Erinnerung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Berlusconi#Polarisierungen

Auch sein gockelhaftes Auftreten am 6. April 2009 in dem Erdbebengebiet um die italienische Provinz L´Aquila in den Abruzzen, als er bei Besichtigung der Notunterkünfte in Form von Zelten von einem Ambiente wie bei einem besseren Picnic - Ausflug fabulierte, ist einst nicht nur dort nicht gut angekommen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_L%E2%80%99Aquila_2009

Weitere Eskapaden folgten, vor allem schimmerte immer wieder sein schizoides Verhältnis zum anderen Geschlecht in vielfältiger Weise durch. So ließ er besonders gut proportionierte und sehr junge Frauen zu willfährigen Parteiabgeordneten umfunktionieren, die ihm regelmäßig bei dessen inhaltslosen Reden vor dem Abgeordnetenhaus wie Hühner auf der Stange sitzend, jedes Wort schmachtend von den Lippen ablesend, anschließend durch eine Tussi haftes Verhalten den Hof machen durften.

Intellektuell hat Berlusconi nichts aufzuweisen. Er zählt hier eher zu der breiten Front der Tiefflieger in seiner Partei. Konzepte, Visionen oder auch programmatische Ansätze fehlen bei ihm völlig. Seine Regierungszeiten sind deshalb als ein chaotisches Mischmasch von Dummheiten, Phrasendreschereien und dem wahnhaften Zwang eines, von " linken " Juristen in den Strafverfolgungsorganen permanent verfolgten, sich nur als Unschuldslamm in der Öffentlichkeit projizierenden, eitlen Selbstdarstellers und Profilierungsneurotikers zu qualifizieren.

So hat der SPDler Steinbrück nur jene Einschätzung in der breiten, bundesdeutschen Bevölkerung sowie den Medien nach der Italienwahl in ein kurzes Statement reflektiert, das da lautet : " Nicht schon der wieder, der Berlusconi, dieser Clown. "
Er lag damit vollkommen richtig, denn die italienischen Medien stiegen jetzt sofort auf seine Äußerung ein und wollten unter anderem festgestellt wissen:

„Rüpelhafte Sätze und reale Befürchtungen“ so der rechtsliberale Mailänder „Corriere della Sera“ in seinem Aufmacher auf der ersten Seite.
Das rechtsgerichtete und pro Berlusconi eingestellte Blatt behauptet sodann:  „Zwischen Sorge und Flegelhaftigkeit gibt es doch einen Unterschied, den zu beseitigen niemandem erlaubt ist.“  und sprach von Steinbrück als dem „deutschen König der Ausrutscher“ und der Furcht vor dem Populismus.
Ist das Populismus? Nein, denn was dem bundesdeutschen EU - Steuergeldzahler auf den Nägeln brennt ist klar: Kommt der eitle Pfau wieder an die Macht, droht Italien mit der Wirtschaftskrise unterzugehen oder muss von BRD - Geldspritzen mühsam am Leben erhalten werden.
Dass der italienische Staatspräsident Neapolitano den SPD - Mann zurzeit nicht sehen möchte, ficht bis auf jene Dummschwätzer und Wahlkampf - Claqeure aus den Reihen der längst havarierten FDP, kaum jemanden ernsthaft an. Selbst dann nicht, wenn die liberale Turiner „La Stampa“ die Gesprächsabsage begrüßte und Napolitanos Haltung „im Namen der europäischen politischen Korrektheit“ für gut befindet. Die linksliberale römische „La Repubblica“, eine Anti-Berlusconi-Speerspitze, nannte Napolitanos Reaktion eine diplomatische Notwendigkeit, Italien stehe im Clowns-Kostüm da.

Nicht ganz, denn die eigentlichen Clowns sind nicht nur Grillo und der Medien - Zar Berlusconi, sondern die vielen Wähler jener bunt gekleideten Männer, die politisch betrachtet auch unter der Berufsbezeichnung " Clown " noch viel zu hoch angesiedelt werden.






Mittwoch, 27. Februar 2013

Udo Reiter: " Gestatten, dass ich sitzen bleibe. Mein Leben. " - Der öffentliche Abgesang eines gescheiterten MDR - Intendanten?

Frage: " Wer ist Dr. Udo Reiter? "
" Nie gehört! ", wird bei mindestens 98 von 100 Befragten im Westen und 90 von 100 im Osten, die Antwort lauten. " Muss man den kennen? ", könnte eine der vielen Gegenfragen lauten. Antwort hierauf " Nein, nicht wirklich. "

Doch der promovierte Mann hat nach der Wiedervereinigung in den drei Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen - Anhalt viel bewegt. Sicherlich nur im öffentlich - rechtlichen Rundfunk und Fernsehen, aber, immerhin.
Denn Dr. Udo Reiter war vom 7. Juli 1991 bis 1. November 2011 der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunk ( MDR ).

http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Reiter

Reiter war während seiner Amtszeit  nicht unumstritten. Vor allem wohl deshalb nicht, weil er aus der Drei - Länder - Anstalt einen bunten Gemischtwarenladen kreierte. Das lag wohl auch daran, dass Reiter sich mit dem flächenmäßig größten Teil der abgewickelten und wieder vereinten DDR zu beschäftigen hatte. Während der NDR, mit Ausnahme von Radio Bremen, im Nordverbund, also durch Hamburg, Niedersachsen und Schleswig - Holstein, in konsequenter Weise das " neue " Bundesland Mecklenburg - Vorpommern annektierte und zum Teil regionalisierte, der ORB mit seinem Sitz in Potsdam, zunächst das Bundesland Brandenburg bediente, ehe dieser am 01.05.2003 mit dem SFB fusionierte ( vgl. bei:  http://de.wikipedia.org/wiki/Ostdeutscher_Rundfunk_Brandenburg ), ließen die einstigen Verantwortlichen für das übrige " Beitrittsgebiet " den MDR in den Kampf um Moneten und Quoten auf die Zwangsgebühren zahlenden Bewohner los.

Im Zuge weiterer Reformen, besonders einer erwünschten Regionalisierung des Mitteldeutschen Rundfunk, stampfte die Rundfunk - und Fernsehanstalt bis dato eine Vielzahl von Programmen aus dem Boden.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldeutscher_Rundfunk

Maßgeblich daran beteiligt war Udo Reiter. Er drückte dieser Anstalt für 20 Jahre seinen Stempel auf und sorgte sicherlich auch dafür, dass der Sender nicht nur innerhalb des vorgesehenen Empfangsgebiets bei eine Vielzahl von Hörern und Zuschauern beliebt blieb.
Allerdings fielen in die Reiter - Ära auch eine Reihe von Skandalen, wie der um den einstigen Sportchef Wilfried Mohren, der sich über den MDR mittels erheblicher Werbeeinnahmen selbst bereicherte. Auch der " KiKa " - Skandal, innerhalb dessen einige, unter anderem auch leitende, Mitarbeiter aus Erfurt wegen Untreue und Betruges strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurden, fällt - wenn auch nur indirekt, weil der KiKa nur zum Teil dem Verantwortungsbereich des MDR unterstellt ist, in die Reiter - Zeit bis 2011.

 http://de.wikipedia.org/wiki/KiKA#Betrugsvorw.C3.BCrfe

Nun ist Dr. Udo Reiter Pensionär. Ein sozialer Status, in und mit dem sich ein ehemaliger Intendant einer größeren Rundfunk - und Fernsehanstalt in der Bundesrepublik durchaus sehr gut leben lässt; zumal sämtliche angestellten Mitarbeiter des MDR von Beginn an West - Bezüge erhielten. Die Frage eines Journalisten, ob ihm bereits wenige Monate nach seiner Verabschiedung als MDR - Intendant langweilig geworden sei, beantwortet Reiter glatt mit " Nein! "

Langweilig könnte jedoch das Buch sein, dass der Ex - Intendant seit dem 17. Februar mit der üblichen Verkaufsstrategie in den üblichen Printmedien vorstellen lässt. Der " Aufbau " - Verlag in Berlin muss nämlich hierfür ordentlich die Werbetrommel rühren, denn im Westen wird das autobiographische Reiter - Buch mit Sicherheit kein Renner. Nicht, weil es für den Außenstehenden nicht interessant wäre, einem 68jährigen, berufserfahrenen Medien - Mitarbeiter, der zudem seit 45 Jahren das Leben im Rollstuhl verbringen muss, einmal über die Schulter zu schauen, nein, dazu kommt es in dem Schriftwerk erst gar nicht; jedenfalls nicht in der vielleicht erhofften oder gewünschten Form.

Udo Reiter berichtet mehr über sich selbst, als über seine Tätigkeit beim MDR. Er rechnet weder mit seinen Kritikern ab, noch kritisiert er das öffentlich - rechtliche Rundfunk - und Fernsehsystem und deren üppig bezahlte Vertreter. Wer gedacht hat, Reiter plaudert munter über seine vielen MDR - Skandale, über die vielen Prominenten oder über die unsägliche Einflussnahme der Politik auf die Programme und die dortige Meinungsbildung. Nichts von dem soll dieses Buch.bieten.
Ansatzweise wird Reiter dann doch zum Gesellschaftskritiker, als er über die ungezählten Hasardeure, die in den ersten Nachwendejahren wie die Schmeißfliegen in die Neuen Bundesländer einfielen und hier den eher blau - äugigen Schwestern und Brüdern aus der " Zone ", der " DDR " oder noch schlimmer der " SBZ ", alles an kapitalistischen Auswurf präsentierten verkauften und sich unter der Begehung von Straftaten in sämtlichen Facetten, deren Eigentum unter den Nagel rissen, sogar emotional berichtet und jene Halunken von einst als " Pack bezeichnet, das einst im Westen nichts geworden sei.

Richtig so, ganz meiner Meinung! Das war´s denn aber schon!




Sicherlich als " Mann der ersten Stunde ", wodurch er von Bayern aus kommend, dem unwissenden Osten zu zeigen hatte, wie " freier " Rundfunk und nicht zensiertes Fernsehen funktioniert, hat er vielleicht genug aus den " wilden " Aufbaujahren zu berichten, aber das Hauptaugenmerk legt er in die Privatperson Udo Reiter, den - nach eigener Einschätzung - schlechten Ehemann, Vater und den selbst verursachten familiären Dauerkonflikt. Er berichtet aber auch, wie er einst als BR - Hörfunkchef den sehr jungen Moderator Günther Jauch nach Meinungsverschiedenheiten vor die Tür setzte, dafür den Kollegen Thomas Gottschalk protegierte, wie er - ohne die Familie zu informieren - dann 1991 zum MDR gelangte. Usw. usf.

Der Privatier Reiter plaudert aus dem privaten Nähkästchen, ohne jedoch über die ganz großen Probleme während seiner MDR - Tätigkeit auszuschreiben, die er de facto mit zu verantworten hatte.
Dafür hat er am 24. Februar 2013 den " Tommi " Gottschalk über den Großen Teich fliegen lassen, damit dieser in Leipzig an Reiter´s Buchpräsentation erscheint, damit die Verkaufszahlen forcieren hilft und ein eher langweiliges Sachbuch ordentlich über den grünen Klee lobt.

Ob diese hilft, scheint zweifelhaft zu sein, denn bei dem ebenfalls Skandal gebeutelten Online - Versandhausgiganten " Amazon " steht zu dem Reiter - Buch nicht eine einzige Leser - Rezension. Gleiches gilt für den Bertelsmann - Verlag " Weltbild " und den Aufbau Verlag in Berlin.
Dafür tingelt Udo Reiter nunmehr durch die Lande. Er hält Lesungen zu seinem Werk. Eintritt kostet dieses Ereignis natürlich auch. Zwischen 7,80 € und 9,80 €, sind Sie dabei!

Nö, das muss nicht sein.





Dienstag, 26. Februar 2013

" The Dark Side of the Moon " - Der Pink Floyd - Klassiker feiert seinen 40. Geburtstag.


Als Ende Januar 1973, also exakt vor 40 Jahren die Produktion der englischen Rockgruppe " Pink Floyd " in den legendären EMI - Record -  Studios , in denen insbesondere auch die Beatles gastierten, das  in der Abbey Road in London´s Stadtteil Westminster liegt, beendet wurde, konnten die Musiker Roger Waters, David Gilmour, Nick Mason und Richard Wright natürlich noch nicht ahnen, dass die darin involvierten Bandmitglieder Syd Barrett und Richard Wright das Ergebnis der damaligen Zusammenarbeit, nämlich die Vinylscheibe " The Dark Side of the Moon " nach 4 Dekaden nicht mehr selbst zur Kenntnis nehmen würden.
Immerhin bringt es das Album auf 50.000.000 verkaufte Tonträger.

Wie ich in einem früheren Beitrag schon behauptet habe, ist für mich über die " Supergroup " sehr viel, ja, schon beinahe alles geschrieben, berichtet und gezeigt worden. Um Wiederholungen zu vermeiden, ist es in einem solchen Fall sinnvoller, sich auf das schon Abrufbare zu beziehen.
Deshalb hierzu nur die Links:



http://de.wikipedia.org/wiki/Pink_Floyd

http://de.wikipedia.org/wiki/Pink_Floyd/Diskografie

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Dark_Side_of_the_Moon




So gebe ich denn eine eigene, eine subjektive Bewertung dieses " Pink Floyd " - Albums zum Besten. Und diese soll sich auf die Stücke auf der dann ab dem 24. März 1973 in den LP - Läden oder sonstwo im und auch außerhalb der einst kapitalistischen Ländern rund um Großbritannien, angebotenen Vinyl - Scheibe beschränken:

1. Speak to me  ist von dem " Pink Floyd " - Schlagzeuger Nick Mason komponiert worden und bildet den instrumentalen Einstieg zu dem Album. Das nur sehr kurze Stück geht dann in den folgenden Titel " Breathe " über.

2. Breathe: Eine Gemeinschaftskomposition der vier Bandmitglieder. Den Text hat jedoch der damals führende Kopf der Gruppe, Roger Waters, beigesteuert:

Breathe, breathe in the air
Don't be afraid to care
Leave but don't leave me
Look around, choose your own ground
For long you live and high you fly
And smiles you'll give and tears you'll cry
And all your touch and all you see
Is all your life will ever be

Run rabbit run
Dig that hole, forget the sun
And when at last the work is down
Don't sit down, it's time to dig another one
For long you live and high you fly
But only if you ride the tide
And balanced on the biggest wave
You race towards an early grave

Nach 3 Minuten und 57 Sekunden folgt fast ohne Pause, der dritte Titel der LP-

3. On the run: Ist erneut ein instrumentales Stück, bei dem Richard Wright den Synthesizer ordentlich " spacen " lässt. Er soll die Hatz des Menschen im Leben, dessen Ruhelosigkeit, simulieren.
Der Titel ist mit 3: 31 Minuten eigentlich sehr kurz und endet in einem klanglichen Inferno.

4. Es folgt das Stück Time: Eingeleitet durch eine Kollage aus diversen Uhrengeläute. Nach einem instrumentalem Intermezzo singt zunächst David Gilmour die erste Strophe des Stücks. Weitere Passagen werden im Wechsel mit Richard Wright gesungen. Der Text stammt von Roger Waters, die Komposition von sämtlichen Bandmitgliedern. Neben einem knackigen Gitarrensolo von Gilmour, sticht noch die voluminöse Stimme der Backgroundsängerin Doris Tray hervor. Der Titel umfasst 7 Minuten und 5 Sekunden und geht dann in einem Wiederholen von Sequenzen des Breathe - Stücks über.

http://de.wikipedia.org/wiki/Time_(Lied)

Ticking away the moments 
That make up a dull day 
Fritter and waste the hours 
In an off-hand way 

Kicking around on a piece of ground 
In your home town 
Waiting for someone or something 
To show you the way 

Tired of lying in the sunshine 
Staying home to watch the rain 
You are young and life is long 
And there is time to kill today 

And then the one day you find 
Ten years have got behind you 
No one told you when to run 
You missed the starting gun 

And you run and you run 
To catch up with the sun 
But it's sinking 

Racing around 
To come up behind you again 

The sun is the same 
In a relative way 
But you're older 

Shorter of breath 
And one day closer to death 

Every year is getting shorter 
Never seem to find the time 

Plans that either come to naught 
Or half a page of scribbled lines 

Hanging on in quiet desperation 
Is the English way 

The time is gone 
The song is over 
Thought I'd something more to say 

Home 
Home again 
I like to be here 
When I can 

When I come home 
Cold and tired 
It's good to warm my bones 
Beside the fire 

Far away 
Across the field 
Tolling on the iron bell 
Calls the faithful to their knees 
To hear the softly spoken magic spell...


5. The great gig in the sky:  Ist das letzte Stück auf der A - Seite von " The Dark Side of the moon " und wurde von Richard Wright komponiert, der hier an dem Klavier zu hören ist. Der Gesang stammt von Clare Torry.  Nach 4 : 47 Minuten läuft die LP dann aus.


http://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Gig_in_the_Sky

6. Die B - Seite beginnt mit dem " Kracher " um das liebe Geld. " Money ", der Klassiker aus diesem Album schlechthin. Das einleitenden Geklingel der Kassen sagt eigentlich schon alles zu oder über diesen Song, den Roger Waters komponiert hat und der zudem - was bei Pink Floyd längst als Ausnahme gesehen werden musste, als Single - Auskoppelung in den Charts herum geisterte. Das Stück dauert aber immerhin satte 6 Minuten und 23 Sekunden.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Money_(Lied)

Money, get away 
Get a good job with more pay 
And your O.K. 

Money, it's a gas 
Grab that cash with both hands 
And make a stash 

New car, caviar, four star daydream 
Think I'll buy me a football team 

Money get back 
I'm all right Jack 
Keep your hands off my stack 

Money, it's a hit 
Don't give me that 
Do goody good bullshit 

I'm in the hi-fidelity 
First class traveling set 
And I think I need a Lear jet 

(Sax and guitar solos) 

Money, it's a crime 
Share it fairly 
But don't take a slice of my pie 

Money, so they say 
Is the root of all evil 
Today 

But if you ask for a rise 
It's no surprise that they're 
Giving none away 
Away 
Away 
Away 
Away... 

"Hu Huh! I was in the right!" 
"Yes, absolutely in the right!" 
"I certainly was in the right!" 
"You was definitely in the right. That geezer was cruising for a bruising!" 
"Yeah!" 
"Why does anyone do anything?" 
"I don't know, I was really drunk at the time!" 
"I was just telling him, he couldn't get into number 2. He was asking 
Why he wasn't coming up on freely, after I was yelling and 
Screaming and telling him why he wasn't coming up on freely. 
It came as a heavy blow, but we sorted the matter out"

7. Kaum sind Waters´ Bass - Figuren im Nirwana entschwunden, setzt das Klavier von Richard Wright ein. Ein Saxophon leitet den mit 7: 48 Minuten  längsten Titel der LP " Us and Them ". Was Dick Perry aus dem Sax heraus holt hört sich auch 40 Jahre später noch phantastisch an.

Us and Them
And after all we're only ordinary men
Me, and you
God only knows it's not what we would choose to do
Forward he cried from the rear
And the front rank died
And the General sat, as the lines on the map
Moved from side to side
Black and Blue
And who knows which is which and who is who
Up and Down
And in the end it's only round and round and round
Haven't you heard it's a battle of words
The poster bearer cried
Listen son, said the man with the gun
There's room for you inside
Down and Out
It can't be helped but there's a lot of it about
With, without
And who'll deny that's what the fightings all about
Get out of the way, it's a busy day
And I've got things on my mind
For want of the price of tea and a slice
The old man died

8. Es folgt das Stück " Any Colour you Like ",eine Gemeinschaftskomposition von Gilmoure/Mason/Wright, die mit 3: 25 Minuten zwar nicht besonders lang ist, jedoch durch den nahtlosen Übergang in das 9. Stück des Albums, zu den interessantesten Titeln der LP zählt, zumal Richard Wright wieder den Synthi spacen lässt. Das Instrumentalstück zeigt hier deutlich, dass Pink Floyd längst einen Stilwandel vollzogen und ihre experimentelle Phase hinter sich gelassen haben.

9. Der wohl leitende Song des Albums " The Darkside of the Moon " ist indes " Brain Damage ", was - frei übersetzt - Dachschaden heißt. Eine Hommage an das einstige Bandmitglied Syd Barrett. 


http://de.wikipedia.org/wiki/Brain_Damage

Nach 3 :25 Minuten geht der Titel in " Eclipse " über.

The lunatic is on the grass
The lunatic is on the grass
Remembering games and daisy chains and laughs
Got to keep the loonies on the path
The lunatic is in the hall
The lunatics are in my hall
The paper holds their folded faces to the floor
And every day the paper boy brings more
And if the dam breaks open many years too soon
And if there is no room upon the hill
And if your head explodes with dark forbodings too
I'll see you on the dark side of the moon
The lunatic is in my head
The lunatic is in my head
You raise the blade, you make the change
You re-arrange me 'till I'm sane
You lock the door
And throw away the key
There's someone in my head but it's not me.
And if the cloud bursts, thunder in your ear
You shout and no one seems to hear
And if the band you're in starts playing different tunes
I'll see you on the dark side of the moon

"I can't think of anything to say except...
I think it's marvellous! HaHaHa!"


10. Eclipse: Ein nur sehr kurzer Titel, der das Gesamtbild des Sets, bestehend aus " Any Colour you Like ", " Brain Damage " und " Eclipse " eigentlich abrundet und zum " Grand Finale " avanciert.In dem 2:06 Minuten - Stück eingebettet ist jener Pulsschlag, der zu beginn der LP schon auf " Speak to me " zu hören ist.

Das am 24. März 1973 veröffentlichte Album " The Dark Side of the Moon " stieß bei den Musikkritikern, den vielen Fans und den Medien auf ein geteiltes Echo. Einige hoben es in den Siebten Musikhimmel, eine Vielzahl schämte es als konzeptlos und attestierte der Gruppe, dass sie nunmehr noch noch sich selbst spielen würde. Sei´s drum. 
Wer - so wie ich - die Entwicklung der Formation ab den späten 60er Jahren intensiv verfolgen durfte, kommt eigentlich nicht darum herum, den vier Musikern eine stilistische Kehrtwende um nahezu 180 Grad zu bescheinigen.
Waren es zunächst mit dem Debütalbum " The Piper at the Gates of Dawn ", experimentelle Songs aus dem Genre des Psychedelic Rock, die aus der Feder des abgedrehten Syd Barett stammten und setzte sich diese Richtung mit dem zweiten, reinen Studioalbum " A Saucerful of Secrets ", das Ende Juni 1968 erschien sowie in dem " Soundtrack zu dem Film " More ", der erstmalig ohne den im April 1968 ausgeschiedenen Syd Barett produziert wurde, und mit der DLP " Umma Gumma ", die 1969 veröffentlicht wurde, fort, so lässt sich bereits bei " Atom Heart Mother " eine musikalische Wandlung erkennen.   
Gleiches gilt für die 1970 veröffentlichte LP " Meddle " mit dem " Mega " - Titel " Echoes ", der dann ein Jahr später von der Gruppe in dem ausgezeichneten Musikfilm " Live at Pomeii " ausgespielt wird.
Auch die 1972 produzierte Filmmusik zu dem französischen Streifen " La Vallee " mit dem Titel " Obscured by Clouds " lässt erneut diesen Wandel erkennen.

Nun muss eine längst kommerziell tätige Band nicht ständig sich selbst erfinden, aber auch nicht in Monotonie verfallen und die Stücke spielen, die von den Fans favorisiert werden und dabei in den Neuveröffentlichungen diese erfolgreiche, weil Gewinn bringende Masche einfach weiter stricken, nein, sie muss sich vielmehr weiter entwickeln. Anderenfalls droht der kreative Stillstand. Pink Floyd war 1
1973 längst auf dem Zenit des Schaffens. Es drohte somit eben jene Gleichförmigkeit in den danach veröffentlichten Titeln, die vielleicht zum Bruch und dem Ende der Gruppe geführt hätte. das wusste Roger Waters, der die Rolle des genialen Syd Barett als intellektueller Kopf und Ideengeber nahtlos übernahm und vollkommen ausfüllen konnte.

Waters kam somit auf die Idee, eben über seinen Vorgänger zu texten, dessen geistige Verwirrung und die einhergehenden Drogenprobleme in unzähligen Stücken nach dessen Ausstieg 1968 musikalisch zu verarbeiten. " The Dark Side of the Moon " ist hierzu der Beginn jener Periode, die sich dann mit " Wish You Were Here " fortsetzt

Inzwischen veränderte sich der Musikgeschmack der breiten Masse, zumal neue Richtungen hinzu kamen und über eine Jahre den Markt dominierten. Hierzu zählte sicherlich auch die " Punkmusik " sowie die " New Wave " - Epoche. Pink Floyd hatte mit diesen Neuerungen indes nichts am Hut, was bereits in der 1977er LP " Animals " deutlich zum Ausdruck gebracht wurde. Das 1979 vorgelegte Konzept - Album, das als DLP auf den Markt kam, heißt " The Wall " und erbrachte noch einmal einen gewissen stilistischen Änderungsprozess womit dem Formation später einige Großkonzerte bestreiten konnte, ehe dann 1983 eine Schaffenspause erfolgte, zumal der Keyboarder Richard Wright die Gruppe verließ, um einen eigenen musikalischen Weg zu gehen und auch David Gilmore sein zweites Solo - Album vorlegte.

Nach nunmehr 40 Jahren, die seit der Veröffentlichung von " The Dark Side of the Moon " vergangen sind, steht für mich jedoch fest, dass dieses Album unter den ersten 10 unter 100 LPs aus meinem Favoritenkreis kursiert, weil es eben zeitlos ist.




Hier kommt der " Eiermann "!


Nach dem Rind ( BSE ), dem Huhn ( Vogelgrippe ), dem Fisch (Würmer ) und aktuell dem Pferd ( statt Rinderhack ), nun erneut das Huhn. Nicht als Lebewesen, als Haustier, als nützliche Art, besser noch, als in einem KZ geschundene Kreatur, nein, nicht das Huhn, der Hahn, die Henne, steht im Mittelpunkt des medialen Interesses, sondern es ist das Produkt, dass in der veröffentlichten Kritik steht, nämlich das Ei.

Hühnereier sind längst normiert. Sie werden in Güteklassen eingeordnet. Weiterhin in Gewichtsklassen und dann auch noch nach der Haltungsform der Hennen.Und zu allem Überfluss gibt es auch noch eine doppelte Länderkennzeichnung ( EU - Staat, Bundesland ). Wer soll da als Verbraucher noch durch blicken?

http://de.wikipedia.org/wiki/Eierkennzeichnung

Allein in der BRD werden jährlich 11 Milliarden ( ! ) Hühnereier produziert, wovon 2 Milliarde in den Export gehen. Eine gigantische Zahl.  Da kann es schon mal vorkommen, dass es die Hersteller bei der Einhaltung der Kennzeichnungspflicht nicht so genau nehmen.
Zumal das profane Hühnerei als Massennahrungsmittel beim Bundesdeutsche einen hohen Stellenwert einnimmt.

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BChnerei#H.C3.BChnereier_als_Lebensmittel

So kam es denn in der vergangenen Woche, wie es längst hätte kommen müssen: Ein angeblicher " Eier " - Skandal wurde als neue Nachrichten - Sau durch das Deppendorf BRD gejagt.
Diese Medien - Sau nennt isch exakt: " Bio - Eier - Skandal ".

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Eier-Skandal-Gruenen-Politiker-kritisiert-Bio-Konzerne-artikel8281918.php

Nach eben jenen Medienberichten soll die Staatsanwaltschaft in Oldenburg allein in Niedersachsen gegen 150 Betrieb wegen möglicher Betrügereien im Zusammenhang mit falsch deklarierten " Bio " - Eiern strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet haben. Alles " Bio ", oder was denn sonst?

Nö, nicht überall, wo " Bio " drauf steht, ist auch " Bio " drin. Weshalb jetzt das Ei wiederum nach einem zunächst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgedeckten Eier - Nudel - Skandal, dem vor einigen Jahren hoch gejazzten " Dioxin " - Futtermittel - Skandal, der auch die Eierproduktion betraf, erneut in Verruf geraten ist. Tatsächlich? Machen wir uns doch nichts vor! Wer billige Eier verzehren möchte, darf eben nicht auf die Qualität achten. Für 14 bis 16 Eurocent pro angebotenem Hühnerei lässt sich keine adäquate Güte garantieren. Zumal die Futtermittelkosten, die Energiekosten und sonstige bertriebssepzifische Kosten mit einem weit darunter liegenden Erzeugerpreis nicht einmal ansatzweise decken lassen.


Da muss zwangsläufig getrickst, getarnt und getäuscht werden, um hier und da noch einen Cent mehr heraus zu kitzeln. Wenn Madame Aigner jetzt die Länder in die Pflicht nehmen will, die die an sich ausreichenden gesetzlichen Bestimmungen nicht oder nur sehr lax in Form von Kontrollen umsetzen bzw. nicht ordnungsgemäße Kontrollabläufe garantieren konnten, weil es bei einer Vielzahl von regionalen zu Durchstechereien innerhalb der zuständige Behörden kam, ist ihr nur zuzustimmen. Allerdings waren es in Niedersachsen bis vor einigen Monaten noch ihre politischen Freunde um MP McAllister, die dort das Sagen hatten und offensichtlich versagt haben. Wie sonst lässt sich nachvollziehen, dass in einigen Fällen die Herstellerbetriebe ihre Kontrolleure selbst aussuchen oder gar bestimmen konnten? Wenn dann der Eierproduzent Heinrich H., der auch Parteifreund des Behördenleiters Fritz F. ist, mit dem die gleichen Freizeitaktivitäten, wie Tennisspielen, die identischen Etablissements, wie eine Rotlichtbar in O. aufsucht, ergo: den gleichen Interessen frönt, besteht alle Male die Gefahr, dass hier gekungelt wird.
Und so war und ist es eben bei jenen Mitgliedern des nunmehr aufgedeckten " Bio " - Eier - Betrugskartells zu sehen.

Eine Hand wäscht die andere! Klar doch, denn das " " Deal " - System gab es nicht nur in der ach so schlimmen DDR, es gib es immer noch in den USA und es den anderen " demokratischen " Staaten.
Wie stellt der Musiker Jack Favell zutreffend fest:


Was ich will, ist ein Haus,
Kein Palast, nur eine Villa.
Vor dem Portal ein Cabrio,
Im Keller reichlich Veuv Cliquot.
Bisher versuchte ich es leider
Wie andre Trottel mit Talent und Fleiß.
Inzwischen habe ich gelernt,
In dieser Welt kommt man nur weiter,
Wenn man die goldne Regel weiß:

Eine Hand wäscht die andre Hand,
Ich halt das Maul und kassiere.
Geheimes Wissen ist wie ein Band,
Das jeden Feind mit mir vereint.
Solang ich profitiere.

Ich will in London meinen Schneider,
Ich will am Strand von Cannes mein Stammhotel.
Ich wil nicht knausern mit dem Geld,
Und wenn es einmal knapp wird, dann
Will ich Nachschub und zwar schnell.

Eine Hand wäscht die andre Hand,
Ich halt das Maul und kassiere.
Geheimes Wissen ist wie ein Band,
Das jeden Feind mit mir vereint.
Solang ich profitiere.

Natürlich steht ihr zu Max de Winter,
Ihr wohnt ja gut in seinem Haus.
Ihr trinkt den feinen Wein von ihm und
Steckt ihr in der Tinte,
Holt er euch selbstverständlich raus.

Eine Hand wäscht die andre Hand,
Jeder lässt sich gern schmieren.
Wer ist schon gern ein Denunziant?
Wir sind loyal, auf jeden Fall.
Solang wir profitieren.

Eine Hand wäscht die andre Hand,
Ich halt das Maul und kassiere.
Geheimes Wissen ist wie ein Band,
Das jeden Feind mit mir vereint.
Solang ich dabei profitiere.

So is´et!




Sonntag, 24. Februar 2013

Gesichtsverlust beim Gesichtsbuch.



Was zur viel zitierten digitalen Demenz zählt, kann sich der Nichtbetroffene eigentlich schon aus der Wortschöpfung heraus denken: Verlust der grundlegenden, kognitiven Fähigkeiten. So definiert denn auch der Hochschullehrer Manfred Spitzer in seinem Buch " Digitale Demenz ", wie folgt:

Soziale Online-Netzwerke lockten mit virtuellen Freundschaften, doch in Wirklichkeit beeinträchtigten sie das Sozialverhalten und förderten Depressionen.“[

- Zitatende - aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Spitzer#Digitale_Demenz

Und gerade hier trifft das Buch damit eigentlich eine Institution innerhalb des World Wide Web, die da " facebook " heißt und von einem US - Amerikaner namens Mark Zuckerberg gegründet wurde.

Dass diese Einrichtung deshalb längst zu einem Streitobjekt innerhalb der Politik aufgewertet worden ist, dürfte nicht nur nachvollziehbar sein, sondern im Hinblick auf viele, nicht unerhebliche Gefahrenquellen, die mit einer Mitgliedschaft in dem weltweit größtem sozialen Netzwerk einhergeht, nur als logische Konsequenz aus der bloßen Existenz dieses Internetgiganten stehen. Was " facebook " so alles kann und darf, ist nun längst durch die Medien gegeistert.

Diese warnen deshalb wiederum in der breiten Masse ihrer Vertreter und über diverse Lobbyistengruppen vor einem allzu sorglosen Umgang mit jenem sozialen Netzwerk, dass - so ihre Behauptung - in Wahrheit keines ist, weil dem Datenmissbrauch Tür und Tor geöffnet worden sei und es zudem als Forum zur Begehung von Straftaten sowie Verletzungen des Persönlichkeitsrechts des einzelnen Mitglieds mißbraucht werde.

Nun, ein dosierter, ein kritischer Umgang mit dem Internet und auch dieser Einrichtung, führt nicht zur digitalen Verblödung oder zu einer Opferrolle als Geschädigter im Zusammenhang mit der Nutzung von " facebook ". Schon allein deshalb nicht, weil die Kommunikationsplattform nur so viel über eine Person an Daten ausspuckt, wie diese zuvor selbst eingegeben hat. Ausgenommen hiervon dürften die Fälle der Datenmanipulation, wie etwa durch so genannte " Fakes " sein.


Da hat sich denn eines Tages ein treu sorgender Ehemann aus Hessen, die große Mühe gemacht, auf seiner " facebook " - Seite lang und breit, so wie in unflätiger, ja sogar beleidigender Form, über die Vorgesetzten seiner Ehefrau herzuziehen. Diese war selbst bei einer Sparkasse als leitende Angestellte tätig. Und dieses bereits seit nahezu 25 Jahren. In dieser Zeit hatte sich denn wohl einiger Arbeitsfrust aufgestaut. Der Ehemann der " Sparkassendirektorin " machte aus seinem eigenen Herzen eine " Mördergrube " und zog auf seiner " facebook " - Seite in beleidigender Weise über die Vorgesetzten der Frau vom Leder:


 „Habe mein Sparkassen-Schwein Thomas und Ralf getauft“, schrieb der Ehemann hier womit  
er auf die Sparkassen-Vorstände Thomas A.und Ralf F. anspielte.
Weiter fabulierte der Mann der 44-Jährigen Heidi W. auf seiner " facebook " - Seite, indem er feststellte, dass  „eines Tages alle Schweine vor dem Metzger“ stehen werden.

Und er ließ zudem erst gar keine Missverständnisse aufkommen, wer mit diesen " Schweinen " gemeint ist, postete der Mann anschließend das Bild eines Fisches, der aus einem abgewandelten Sparkassen-Logo bestand und kommentierte es mit dem Satz „Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken“. In ihrem wohl von zu vielen Emotionen geleiteten Kampf gegen die " stinkenden Fischköpfe " aus dem Vorstand der Sparkasse, setzte dessen Ehefrau den „Gefällt mir“-Daumen unter seinen Beitrag. Mutig war das zwar nicht, denn diese stand sie kurz davor, das Unternehmen zu verlassen. Nach  erheblichen Meinungsverschiedenheiten, diversen fachlichen Unstimmigkeiten, hatte sie bereits ein Auflösungsvertrag unterschreiben, der eine satte Abfindung in Höhe von 110.000 Euro  vorsah. Mit dem beliebten kleinen Klick auf den winzigen " Gefällt mir " - Button bei " facebook " löste die - eher naiv agierende Sparkassen - Angestellte sodann eine große Wirkung aus. Nicht ahnend, dass dieser blinde Aktionismus gegen die Vorgesetzten der Sparkassen-Direktorin aus Wittenberg (Sachsen-Anhalt), von diesen dann auch selbst gelesen wurde, wurde der " Gefällt mir " - Klick, zudem auch nicht einmal anonymisiert abgegeben, dieser zum Verhängnis.
Nachdem ihre Vorgesetzten den Facebook-Eintrag fanden, kündigten sie Heidi W. fristlos.

Die so geschasste Sparkassen - Angestellte wehrte sich hiergen und rief das Arbeitsgericht in Dessau - Roßlau an. Diese argumentierte hier, dass mit dem Drücken des „Gefällt mir“-Buttons bei "f " facebook "  die Angestellte sich die Beleidigungen ihres Mannes zu eigen gemacht habe, was eine fristlose Kündigung ohne die Einhaltung des zuvor eingegangen Auflösungsvertrags, der die Abfindung vorsah, nach sich ziehe.


In erster Instanz kassierte das Arbeitsgericht Dessau die fristlose Kündigung. Der Berufungsprozess , der von dem Arbeitgeber geführt wurde,vor dem Landesarbeitsgericht endete dann mit einem Vergleich. Die Ex-Sparkassen-Direktorin, die sich zwischenzeitlich bei ihren Vorgesetzten für ihr  Verhalten entschuldigt hatte, wird nun doch die versprochene Abfindung sowie ein „wohlwollendes“ Arbeitszeugnis erhalten.

Tja, so ist dass eben, wenn die berühmten Pferde mit einem durchgehen und der Restverstand dabei auf der Strecke bleibt. Hätte die üppig abgefundene Dame sich zuvor im Netz zu dieser Problematik kundig gemacht, wären ihre Patschepfötchen von der Maus geblieben und den " Klick " hätte sie zudem vermieden. Zwar gilt in diesem, unserem Lande immer noch die Meinungsfreiheit, diese jedoch - wie es ungezählte Male - im Internet zu lesen steht, für Beleidigungen auszuschlachten, kommt eben auch in diesem Fall teuer zu stehen. Neben dem Stress mit dem Arbeitgeber, den beiden Gerichtsverfahren, dürfte die werte Dame W. wohl in ihrem Beruf kaum noch ein Bein auf den Boden bekommen und hat desweiteren auch noch ihr berufliches Gesicht als leitende Angestellte verloren.   

Samstag, 23. Februar 2013

Als das " Minchen " wieder auflebte.



Das Leben in der nicht so platten, weil durch das Weserbergland geprägten, Provinz im süd - westlichen Niedersachsen war einst beschaulich. Nicht nur, dass hier ab 22.00 Uhr die Bürgersteige hoch geklappt wurden, nein, auch die Freizeitmöglichkeiten der dortigen Bewohner hatten einen sehr engen Horizont. Neben diversen Vereinen, diversen Dorf - und Stadtfesten, gab es ohne einen fahrbaren Untersatz nichts, was in akzeptabler Weise irgendwie erreichbar war. Die Verbindungen durch öffentliche Verkehrsmittel in die nächst größere Stadt, wie Minden, Bielefeld oder so gar Hannover, brachten manchmal einen Hauch von Abenteuer mit sich. Zwar gab es regelmäßige Bahnverbindungen - auch an den Wochenenden -, jedoch stellte sich hierbei die unbeantwortete Frage, wie zum Bahnhof nach Bückeburg, Minden oder Stadthagen hin kommen?

Mit diesen, vormals existenziellen Problemen, beschäftigte sich so manche Landpommeranze und viele Jungdorfmänner, deren Bestreben es natürlich - auch - war, sich dem jeweils anderen Geschlecht erfolgreich zu nähern, um eine Partnerschaft aufzubauen. Mangels Möglichkeiten blieb denn nur der elterlich Ersatzfahrdienst, der jedoch nicht ständig präsent sein konnte, da diese an den Wochenenden selbst Abwechselung vom tristen Berufsalltag suchte. Da blieb denn nur noch die Suche nach einer Mitfahrmöglichkeit, wenn denn ein Bekannter über 18 Jahre, der einen Führerschein besaß, seinen Karren voll stopfen wollte. Manchmal fuhren wir zu sechst; die ganz schlanken wurden nach hinten eingepfercht.

Aus dieser, eher öden Zeit, konnte ich mich dann ab Dezember 1972 verabschieden. Nach der absolvierten Führerscheinprüfung legte ich mir von meiner Besoldung beim Barras einen R 4, wein - rot, 26 PS und mit einer 6 Volt - Elektroanlage zu. Ein Unikum, dass leider technische Mängel aufwies. Dennoch: Es war wie ein Befreiungsschlag beim Eishockey; endlich mobil, endlich auf keinen Fahrer angewiesen, endlich freie Fahrt zu den Diskos und Kneipen von einst.

Und zu einer dieser Kneipen, die meine Bekannten und ich vormals aufsuchten, gehörte der einstige Ostbahnhof in Bückeburg. Jenes nach der Stilllegung der Eisenbahnstrecke von Bad Eilsen nach Bückeburg ( Hauptbahnhof, dann weiter bis Minden / Klus ) am 21. 05. 1966 ( 30. 06. 1966 ), zunächst langsam verrottete.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Eilsener_Kleinbahn

http://www.52gradnord.de/Eilser_Minchen.html

http://www.eisenbahn-tunnelportale.de/lb/inhalt/tunnelportale/i1402.html

http://www.ahnsen-schaumburg.de/historie/Chronik17h.pdf

Nach der völlig überraschenden Einstellung des Personenverkehrs auf dieser Strecke, verblieb das Bückeburger Ostbahnhofsgebäude noch im Eigentum der Streckenbetreiber, ehe er dann vor mehr als 40 Jahren an einen einstigen Schüler der Privatschulen " Dr. Blindow " in Bückeburg zur Nutzung übergeben wurde.
Der war clever genug und sanierte das verfallene Gebäude, eröffnete am 10. August 1973 eine Gaststätte mit dem sinnlichen Namen " Minchen " als Hommage an den vormals dort verkehrenden Triebwagen, in dem auch ich viele Male von Bad Eilsen nach Bückeburg gezuckelt bin.

So gehörte die Kneipe alsbald zu den regelmäßigen Treffs der Jugend im Landkreis Schaumburg. Dank der vielen " Blindow " - Schüler, die später dort auch regelmäßig verkehrten, musste der Gast dann schon rechtzeitig, dass hieß spätestens ab 20. 00 Uhr dort auftauchen, um noch einen Tisch oder Sitzplatz zu bekommen. Meistens interessierte uns dieses aber nicht, denn wir trafen uns dort eher zu " Kickern " an einem Tischfußball im Nebenraum. Das " Minchen " blieb über mehr als 3 Jahre unser beliebtester Treffpunkt. Vielleicht auch deshalb, weil neben der " Destille ", die von dem angeblichen Konkurrenten des " Minchen " - Betreibers mit dem Spitznamen " Motz " ( ebenfalls einem einstigen " Blindow " - Schüler ) und dem " Treppchen ", einem kleinen Lokal, dass im Keller einer weiteren, darüber liegenden Gaststätte, eingerichtet war, keine großartigen Lokalitäten für Jugendliche und jüngeres Publikum existierten.

Das " Minchen " war an jenen Tagen unser Treffpunkt, an denen wir nicht nach " Kanbach " in Münchehagen fuhren, um dort bessere Musik zu hören. Was nämlich im " Minchen " - mehr oder weniger als Hintergrundbeschallung lief - war eher bieder. Abgesehen von einigen Tresenkräften, die dann im Anflug des Wahnsinns auf die Idee kamen, die LP von Hannes Wader " 7 Lieder " voll durchzuspielen.
Montag, Dienstag, Donnerstag und manchmal Mittwoch wurde im " Minchen " dann gekickert, " Guiness " getrunken oder eine Kleinigkeit gegessen.

Das Kneipenpublikum von damals war gemischt. Neben einigen Mitschülern von mir, besuchten auch viele Gymnasiasten des " Adolfinum " in Bückeburg das Lokal. So liefen bärtige, langhaarige, biedere JUler oder andere Spießer dort auf, verzehrten für einige Mark etwas und fuhren nach spätestens 2 Stunden wieder fort, während wir immer noch am Kicker standen und unser Vergnügen hatten.

Ab Dezember 1976 ließ mein Interesse am " Minchen " nach. Ich studierte in Wilhelmshaven, dann in Bremen BWL und kannte dort andere, wesentlich interessantere Lokale. Als ich viele Jahre später, längst geschieden und als Anwalt praktizierend mit meinem Neffen das Lokal aufsuchte, galt noch kein Rauchverbot. Wir kamen deshalb gegen 21.00 Uhr in ein stickiges, brechend volles Lokal, in dem wir nur an der Theke noch einen Platz ergattern konnten. Es war zudem viel zu laut dort, so dass eine Unterhaltung kaum möglich war.

Nach einer Stunde und zwei alkoholfreien Getränken verließen wir das " Minchen ". Die dortigen Mitarbeiter hatten uns wohl die ganze Zeit über argwöhnisch fixiert und beobachtet. Ich zahlte die Zeche bei einer Tresenkraft und begab mich mit meinem Neffen aus dem verqualmten, lauten, proppe vollen " Minchen ", um zum PKW, den ich gegenüber dem Lokal geparkt hatte, zu gelangen, als plötzlich ein, im schwarzen Outfit mit beschrifteter " Minchen " - Schürze, hinter uns her laufender Mitarbeiter, rief: " Habt ihr eure Getränke bezahlt? "
Langsam drehte ich mich um und blaffte zurück: " Wieso? Ja, natürlich! "
Er antwortete daraufhin: " Bei wem denn? "
" Am Tresen, wo sonst? Ihr solltet lieber mal die Fenster aufmachen, dass hält bei euch keiner aus, bei dem Qualm. ", entgegnete ich ihm sehr ungehalten.

Der Mitarbeiter drehte sich dann um und entschwand ohne sich zu entschuldigen. " So ein A...l...!", dachte ich mir und erinnerte mich an jene Zeit vor nahezu 28 Jahren, als wir dort quasi Stammgäste waren. Nö, das war nicht mehr meine Welt, nicht mehr das " Minchen " von einst.


Wir werden eben alle älter und das ist gut so!