Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Donnerstag, 30. August 2012

Schön, dass ihr alle wieder da seid!



Das der Sommer 2012 sich langsam, aber dafür sicher, dem Ende neigt, kann der Bundesdeutsche an vielen Faktoren erkennen. Die Tage werden kürzer, was da heisst, dass ab 20.30 Uhr MEZ das Licht in der guten Stube angeknipst werden muss. Gleiches gilt für den Frühaufsteher, sofern er vor 6.00 Uhr MEZ das Nachtlager verlassen sollte. Auch die Sommerferien neigen sich in Sachsen und anderen Bundesländern dem Ende, was wiederum an den gut gebräunten Einwohnern der Landeshauptstadt dokumentiert werden kann. So mancher Sonnenhungrige musste in diesem Jahr aber gar nicht in den Flieger steigen, um die Überschreitung der 30°-Marke erleben zu können. Auch an den heimischen Küsten von Nord - und Ostsee hat es Tage gegeben, die sich nur am Strand liegend aushalten ließen. Was inzwischen längst zur Selbstverständlichkeit für viele Bundesdeutsche geworden ist, nämlich der Pauschalurlaub, war noch in den Vorwendejahren überwiegend den Westdeutschen vorbehalten. Die unterschiedlichen Reisekulturen entwickelten sich deshalb, weil im anderen Teil der Republik, ein so genannter anti - faschistischer Schutzwall, die Erholungssuchenden daran hinderte, sich neben dem eigenen Land auch Westeuropa oder vielleicht die weite Welt ansehen zu können.

Aber auch weitere Hindernisse hemmten den gesamtdeutschen Reise - und Urlaubszwang. Wer kein Geld hatte, konnte nicht verreisen. Das galt in beiden deutschen Staaten. Verschärfend kam für die DDR-Bürger jedoch noch hinzu, dass die Quartiere und Plätze in vielen Urlaubsdomizilen rar waren. Da halfen meistens nur die üblichen Beziehungen.

Der BRDler indes, der weder Geld, einen eigenen PKW oder dann auch beides zur Verfügung hatte, musste sich in den Sommerferien mit Balkonia begnügen. Die Ferienzeit in den heimatlichen Gefilden zu verbringen war indes nicht immer eine Höchststrafe. Bis 1982 nutzte ich die üppig bemessenen drei Monate Semesterferien dazu, um in irgendwelchen Fabriken zu malochen und mir den erforderlichen Lebensunterhalt zu verdienen. So mancher wettermäßig schlechte Sommer konnte dadurch verkürzt werden. Über jenes Ärgernis, dass ein frustrierter Daheimgebliebener mittels Aufkleber am Heck seines VW-Passat kundtat, nämlich den Spruch " Scheiss Sommer ´82 " lachte ich nur ausgiebig. Sommerferien, Urlaub und Erholung waren für mich in diesen Jahren eher Frendworte, deren tieferen Sinn, ich zunächst nur darin wieder erkennen konnte, dass ein zurück gekehrter Urlauber seine mindestens 14tägig erhaltene Dauerbestrahlung durch den größten Himmelskörper unseres Planetensystems, in Form des Tragens von kurzärmeligen Hemden, T-Shirts oder kurzen Hosen offen zur Schau stellen durfte, um den anderen Zurückgekehrten demonstrativ zu zeigen, dass auch er/ sie dazu gehört.
Das Prahlen von dem " Superurlaub ", der in Spanien, Griechenland oder fernab auf einer exotischen Insel in der Karibik für nicht gerade wenig Geld verbracht wurde, gehörte genauso dazu, wie das unter vorgehaltener Hand eingeräumte Flugangsterlebnis, die ständige Abzocke am Urlaubsort und die verarmten Einheimischen, deren Betteleien dem ansonsten fröhlich gestimmten gewaltig auf die Nerven gingen. So musste sich so mancher Heimkehrer selbst eingestehen, dass der teure Auslandsurlaub doch nicht vom Feinsten war. Wenn Baulärm, Kakerlaken und versiffte Sanitäranlagen die Urlaubsfreuden minderten, eine Rechtsschutzversicherung vorhanden war, fiel dem Enttäuschten der Gang zum Rechtsanwalt nicht gar so schwer.

Eine Flut von Prozessen bei den Amtsgerichten waren in den Folgemonaten die Konsequenz aus dem zunehmend standardisierten Reiseangeboten, die in dicken Katalogen feil geboten wurden. Jedes Jahr streiten sich Zehntausende - fast schon routinemäßig - um entsprechende Preisnachlass nach Beendigung der vielleicht dann doch nicht mangelbehafteten Urlaubsreise. Das Verklagen der Reiseveranstalter gehört deshalb längst zum guten Ton eines auf " Geiz ist geil " getrimmten Pauschaltouristen. Und weil sich dieser bereits mit den Urlaubsplänen für 2013 herum plagt, lässt er sich auch nicht davon abhalten, zum 25. Mal Mallorca, Österreich oder die Insel Norderney zu buchen.

Der gute Deutsche favorisiert die Beständigkeit. Er mag keine Experimente; im Urlaub schon überhaupt nicht. Die Küche muss deutsch sein und es auch während des Urlaubs bleiben.
Das haben sämtliche Reiseveranstalter längst erkannt und ihre Angebote auf den teutonischen Geschmack eingestellt. Deshalb wird das Altbewährte im Urlaubsalltag an den vielen Urlaubsorten in ähnlicher Form kredenzt, wie es der Pauschaltourist aus Bottrop, Magdeburg oder Wolfsburg seit Jahrzehnten kennt. Auch die kulinarischen Verfehlungen werden eingedeutscht. Ob nun Currywurst mit Pommes Frites, Pizza Margherita oder Döner, zu mampfen gibt es am Urlaubsort genau das, was dick macht. Natürlich auch der Cheeseburger, Hamburger oder der Double Whopper. Eisbein mit Sauerkraut und Knödel, Jägerschnitzel mit Pilzen und Kroketten oder Schweinshaxe mit Kraut und Semmelknödel sind indes nicht mehr so gefragt und deshalb eher selten zu finden.

Und während sich die Mehrzahl der Pauschaltouristen in Fress -, Sauf - und Mitgröhlorgien abzocken lässt, zieht es einen anderen Teil in weit gelegene Länder dieser Erde oder auf Abenteuerurlaub in entlegene Gefilde der Welt. Diese normierten Individualtouristen treiben sich dann, mit " Jack Wolfskin " - Ausrüstung gut bestückt und gegen jedwede böse Überraschung aus dem Marterrepertoire der Natur gewappnet, an den entlegensten Winkeln des Planeten herum; immer auf der Suche nach dem ultimativen Kick, dem einen Moment, der das eigene Leben verändern könnte und natürlich sich selbst. Sündhafte teure Reiseangebote, wie Rafting in Kananda, Paragliding in den Rocky Mountains oder Camping im Dschungel von Venezuela gehören ebenso dazu, wie Besuche der Inka-Stätte Machu Picchu, die Felsentempel von Abu Simbel oder des Wat Tham Krabok in Bangkok. Je weiter, je exotischer, je unbekannter, desto größer der Protzeffekt bei den Bekannten, den Angehörigen oder den Gleichgesinnten.

Aber auch in Europa gilt für den Bundesdeutschen die touristische Dreikampfdisziplin, weiter, größer, teurer, alle Male. Da treibt es manchen Urlaubswütigen während der Hochsommermonate doch glatt in südliche Länder des Kontinents, die dafür bekannt sind, dass hier nicht nur Temperaturen von 35 ° im Schatten die untere Grenze darstellen, dass ein nicht mehr abkühlendes Bad im Meer, die Gefahr von einem Seeigel aufgesspießt zu werden, mit einer Feuerqualle gigantischen Ausmaßes intimen Kontakt zu erhalten oder einen, die weibliche Menstruation und deren eher unangenehme Begleiterscheinung hemmenden Hygieneartikel als monströs aufgeschwemmten Fremdkörper, bestenfalls zwischen die eigenen Beine katapultiert zu bekommen, mit sich bringt oder das eigene Badetuch nebst sonstigen mitgenommen Gedöns, vielleicht nur deshalb nicht mehr gefunden werden kann, weil jene Strandaccessoires inzwischen - rechtswidrig - den unmittelbaren Besitzer gewechselt haben. Die Leideswege des Teutonen im Sommer sind unerfindlich.

Auch die eventuell prall gefüllte Urlaubskasse kann sehr schnell an Schwindsucht leiden. Dann nämlich, wenn die sich in den Resthirnen der motorisierten Touristen eingebrannte, bundesdeutsche Absonderlichkeit der " freien Fahrt für freie Bürger " allzu demonstrativ in die Tat umgesetzt wird und die vielfältigen Schröpfmethoden via Laserpistole und mehr, die den repressiven Staatsorganen der Transit - oder Urlaubsländer einfallen, vollends zum finanziellen Supergau werden lassen. Aber auch in anderen Formen werden die Euromünzen - und scheine, wie von Geisterhand aus dem Geldbeutel des Urlaubers gezogen. Das Nachtanken an einem der ungezählten Geldautomaten kann da besonders teuer werden, wo der Euro Fremdwährung ist, die eigene Hausbank unverschämte Gebühren für die Geldabhebung im Ausland abknöpft. Weiteres Ungemach kann den Reisenden drohen, wenn er plötzlich erkennt, dass eine Restaurantbestellung wesentlich teuerer wird, als auf der - unverbindlichen - Karte offeriert. Nicht selten rechnet findiges Personal Getränke doppelt ab, versieht sich bei der bestellten Größe oder es kommen lokale Steuern auf die Rechnung herauf.

Auch von der Heimsuchung krimineller, während der Hauptreisezeit agierender Diebesbanden ist kein Tourist befreit. Eine winzige Unachtsamkeit, ein wenig zu viel Helferinstinkt oder einfach nur Dummheit, und schon sind Tasche mit Handy, Geld und Dokumenten auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Der Ärger ist groß, der finanzielle Schaden oft auch, selbst wenn die Hausratversicherung eintritt, gibt es nur Scherereien.

Ein weiteres, weites Feld unangenehmer Urlaubserlebnisse stellt die Erkrankung während der Anreise, am Urlaubsdomizil selbst oder bei der Rückreise dar. Neben leicht zu bekämpfenden Leiden, wie Sonnenbrand, Brechdurchfall oder auch durch vorsintflutliche Klimaanalgen verursachten Schnupfen, gibt es andere Gefahren, die den Menschen entgegen treten können. Verletzungen, wie Wunden, Brüche oder Kreislaufprobleme sind auch am Urlaubsort nicht selten. Dafür gibt es Ärzte, die teilweise mit einem Auslandskrankenschein der Kassen ihre Künste abrechnen können. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht jene zusätzliche Reiseversicherung übernimmt sämtliche dadurch entstandenen Kosten.

Wer bereits derartige Urlaubserlebnisse der Dritten Art hinter sich gebracht hat, sollte eigentlich gewarnt sein. Trotzdem zieht es Jahr für Jahr wieder Millionen aus der Bundesrepublik in fremde Gebiete. Immer getrost dem Lebensgrundsatz " No risk, no fun! " handelnd, werden auch im nächsten Sommer ab Mitte Juni die Koffer gepackt, die PKW voll beladen und Reiseverträge fleißig unterzeichnet. Urlaub muss sein!
Mensch bleiben, Urlaub machen! Deshalb dürfen sich die Daheimgebliebenen bei der Rückkehr ihrer Urlauber doch ein wenig freuen. Oder, wie es einst die Bremer CDU-Stadtpostille " Weser Report " zu Beginn der 80er Jahre kurz vor dem Ende der Sommerferien titelte " Schön, dass ihr alle wieder da seid! ".  Als ich das auf " BLÖD "-Zeitungsniveau berichtende Gratisblatt mit jenem Aufmacher einst in den Händen hielt, musste ich mir keine Gedanken darüber machen, dass aus der Schmierfinken des CDU-Lobhudel - Redaktion mich damit weder angesprochen noch gemeint haben konnten, denn " Ich war ja nie weg, ihr Armleuchter!"






Mittwoch, 29. August 2012

Der eitle Pfau




Während eines Besuchs in einem Tierpark zeigte sich dieser Pfau auf dem Dach einer Behausung. Sein bloßes Daseins warf bei mir die Frage auf, warum der Pfau eigentlich seine lange Schleppe zu einem Rad auseinander spreizt?

Die Frage beantwortet mir WIKIPEDIA so:

" Die Hähne stellen während der Balz, die normalerweise in der Trockenzeit stattfindet, ihre Schleppen auf. Sie „schlagen ein Rad“ und drehen sich langsam um die eigene Achse, um die Hennen zu beeindrucken. Ist eine Henne paarungsbereit, sucht sie sich ihren Favoriten unter den balzenden Männchen aus. Die weitaus unauffälliger gefärbte Henne legt etwa fünf Eier, brütet diese aus und führt die Jungen. Die Männchen sind an der Brutpflege nicht beteiligt.





Männchen und Weibchen sind erst mit drei Jahren geschlechtsreif, wobei Hähne, deren Schleppe noch sehr kurz ist, die Aufmerksamkeit der Hennen in der Balz nicht gewinnen können, wenn Hähne mit voll ausgebildeter Schleppe balzen. "

- Zitatende - aus: WIKIPEDIA " Asiatischer Pfau "




 In der Tierwelt ist es eben auch so, wie im menschlichen Leben: Eitle Selbstdarstellung, Herausputzen um Aufmerksamkeit zu erlangen und mehr Schein als Sein!

Aus der Mitte nach ganz unten und zurück: Wie ein Enthüllungsjournalist selbst enthüllt werden soll.


Günter Wallraff kennt in der BRD fast jeder politisch Interessierte, der nicht den gesamten Tag mit dem iphone oder dem smartphone bewaffnet, dann nur damit verbringt, um sinnlose Informationen in die Welt des Internets abzusondern. Wer ein wenig belesen ist, hat auch von seinen Veröffentlichungen über seine, als " under cover " - Journalist gehört und kennt zumindest seine Bücher, die er jeweils im Anschluss an seine Einschleichaktionen geschrieben hat.
" Der Aufmacher ", " Ganz unten " oder " Aus der schönen neuen Welt " gehören zu den bekanntesten Publikationen des Kölner Schriftstellers.

Günter Wallraff, der am 1. Oktober 70 Jahre alt wird, versteht sich aber als kritischer Beobachter, der regelmäßig die Finger in die offenen Wunden einer - bereits damals - ungerechten Welt, eines undemokratischen Europas, in dem faschistische Militärdikataturen existierten ( Spanien, Portugal,Griechenland ) und eines zunehmend sozial kalten Deutschlands, legte. Die so ertappten Verbrecher, Lügner und Ausbeuter schrien laut auf, wenn ihre Schurkenstücke und Verfehlungen von Günter Wallraff publiziert wurden.

Wallraff´s Hang zur Verkleidung in eine Rolle als Benachteiligter wird ihm bereits seit den frühen 60er Jahren nicht allzu schwer gefallen sein, denn er hat Unrecht in vielfacher Weise an eigenem Leib erfahren müssen. Seine Biografie darf deshalb als durchaus bewegt bezeichnet werden.


http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff

Mit seinen enthüllenden Publikationen rief er aber auch jene Geister hervor, die sich selbst zum Hüter des gesunden deutschen Volksempfindens aufgeschwungen haben. Die Dauerfehde mit dem Axel Springer - Verlag und dessen Latrinenblatt " BILD " ( " BILD Zeitung " ) belegt dieses nur zu deutlich. Wer sich mit den Exponenten der bundesdeutschen Meinungsmafia auseinander setzten möchte, der muss entweder eine starke Persönlichkeit entwickeln, viele Knete einsammeln und einen langen Atem antrainiert haben, denn die Mühlen der Justiz mahlen auch auf diesem Gebiet sehr langsam. Das jene - von Günter Wallraff´s Recherchen und die daraus resultierenden Veröffentlichungen - sich " angepisst " fühlenden Herren im Dienste der Eheleute Springer handelnd, dann zentnerweise mit Dreck umsich werfen und sich dabei als Schar eitler Gockel aufplustern, dürfte ebenso unstrittig sein, wie die Tatsache, dass die von ihnen aufgestellte Falschbehauptung, der Journalist sei als " IM Wagner " als Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit aktiv tätig gewesen, wohl die Retourekutsche der " BLÖD " - Zeitung zu sehen ist.

 http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff#Verdacht_auf_Stasi-T.C3.A4tigkeit

Wenn Günter Wallraff in seinen selbst gewählten Rollen auf gesellschaftliche Missstände hinweist, auf strafbewehrtes Handeln aufmerksam macht und dem angeblich demokratisch - orientierten Bundesmichel der Zerrspiegel vor das eigene Gesicht hält, dann verschafft er sich - das dürfte selbst dem politisch Desinteressierten klar sein - damit nicht nur Freunde. Der investigantiv agierende Journalist darf jedoch nicht mit dem Mainstream schwimmen. Deshalb muss ihm bewusst sein, dass er immer Gefahr läuft, irgendwo anzuecken. Wer sich aalglatt verhält, das nur publiziert, was andere - meist aus monetären Erwägungen heraus - hören, lesen und sehen wollen, ist de facto nichts anderes als eine billige Wanderhure oder ein Callboy mit Laptop.

Günter Wallraff gehört nicht zu dieser Kategorie der Schriftsteller und Journalisten. Dass er innerhalb seiner Projekte nicht immer getreu der Gesetzesbuchstaben vorgegangen sein muss, liegt auf der Hand. Wer Unrecht beim Namen nennen will, muss auch manchmal dazu das Recht brechen, weil nämlich Gesetze auch diejenigen schützen sollen, die in ihrem Namen Unrecht begehen. Wallraff wusste das und hat sich bei seinen Enthüllungen ihrer bedient. Nun soll gegen ihn ermittelt werden.
Die rechts-konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung ( FAZ ) berichtete
im August 2012  über von Wallraffs langjährigem Mitarbeiter André Fahnemann gegen den Journalisten erhobene Vorwürfe, er habe auf Wallraffs Anweisung hin Eidesstattliche Versicherungen von Informanten gefälscht. Außerdem  habe Wallraff ihn vier Jahre lang ohne Vertrag und bei geringem Gehalt beschäftigt, während Fahnemann mit seinem Wissen staatliche Leistungen bezogen habe, was den Tatbestand der Beihilfe zum Sozialbetrug erfülle.
Auch das Hamburger Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL " widmete in der Ausgabe 33 / 2012  ab Seite 126 diesen Vorwürfen einen längeren Artikel. Hierin konnte der Leser auch erfahren, dass ein langjähriger Mitarbeiter Gunter Wallraffs diesen Vorwürfen widerspricht.
Gleichfalls weist der " SPIEGEL " - Artikel daraufhin, dass der Kölner Schriftsteller sich regelmäßig der Dienste eines so genannten " Ghostwriter " bedient hat.

Warum der jetzt mit Günter Wallraff über Kreuz liegende Ex-Gehilfe Andre´Fahnemann mit diesen Behauptungen an die Öffentlichkeit geht, dürfte in die Rubrik " Geldverdienen " fallen. Nur wer sich interessant macht, ist es auch für die voyeurstische Gesellschaft und ihrer Publikationsorgane. Ob die erhobenen Vorwürfe gegen Günter Wallraff strafrechtliche Relevanz haben, bleibt indes dahin gestellt. Die Abgabe falscher eidesstattlicher Versicherungen zur rechtlichen Unterlegung aufgestellter Tatsachenbehauptungen sind zwar kein Kavaliersdelikt, gelten jedoch in diesem Genre als übliches Mittel, um sich gegen drohende Zivilprozesse zu wappnen, die dann regelmäßig vom Zaum gebrochen werden, wenn ein Betroffener versucht die veröffentlichte Behauptung zu unterbinden.

Häufig liegt der Grund für ein übles Nachtreten bei der Beendigung einer zwischenmenschlichen Beziehung eher darin, dass eine Seite sich gekränkt, ungerecht behandelt oder sie einfach nur aus Rache es dem anderen Teil noch einmal so richtig zeigen will. Dieses Verhalten ist nicht nur bei Eheleuten in dem Scheidungsverfahren anzutreffen, sondern auch in den Bereichen der Arbeitswelt oder bei gescheiterten wirtschaftlichen Beziehungen.
Wer in einer sich ständig ungerecht zeigenden Gesellschaft aus deren Mitte kommend, sich nach ganz unten begibt und danach den Rückweg wählt, muss damit rechnen, dass ihm Steine nachgeworfen werden. Oder anders formuliert:

Vox audita perit, littera scripta manet!

( Das gesprochene Wort verweht, das Geschriebene bleibt bestehen! )

Dienstag, 28. August 2012

Wie heisst der Bürgermeister von Riesa?



Kommunalpolitik war, ist und bleibt eine mühsame Angelegenheit. Dieses zeigt sich in vielfältiger Weise, täglich und oft in Form von meist undankbaren Aufgaben, bei deren Lösung, Planung oder Umsetzung es häufig nicht ein Mal eine Anerkennung für die Verantwortlichen gibt.
Diese Feststellung mussten auch jene - dann frei und angeblich demokratisch gewählten - Berufs -, Teilzeit - oder Hobbypolitiker aus den Städten und Gemeinden des ehemaligen Beitrittsgebiets oder genauer der Ex-DDR, spätestens ab 1990 schmerzlich treffen, wenn es darum ging, dem Bürger den Sinn ihres Handelns näher bringen zu wollen.

Wer Kommunale Selbstverwaltung im tieferen Sinne des BRD Grundgesetzes buchstabengetreu und gesetzeskonform umsetzen möchte, der stößt meistens und dieses sehr schnell an die Grenzen der eigenen Einflussmöglichkeiten. Ob es nun eine defekte Straßenbeleuchtung ist, die nicht zügig repariert wird, die Farbe der vor dem Rathaus akkurat verlegten Bepflasterung oder die zwangsweise Beitreibung kommunaler Abgaben, die dann einen klammen oder kurz vor der Insolvenz stehenden Winzer die Zornesröte ins Gesicht steigen lässt, wenn er wild diskutierend und schimpfend den Gang zur Gemeindekasse antritt. Es sind jene Banalitäten, die den Job des Volksgewählten eher als abtörnend werden lässt, denn als erstrebenswert.

So mancher Kommunalpolitiker sehnt sich dann nach der großen Politik. Jener medial aufgeblasenen Veranstaltung, die in Berlin als Bundeshauptstadt, in Brüssel oder Straßburg als Sitz des Europäischen Parlaments oder - wenn auch in abgespeckter Form - im Landtag statt findet. Da wird der eigene Wert des Volksvertreters auf Zeit erst so richtig wahr genommen. Wenn sich die Medienmeute im Sommerloch, der Sauren Gurkenzeit, nach jedem daher gesprochenen Wort, nach jener - noch so abwegigen - Äußerung und nach jeder - dann nicht mehrheitsfähigen - Meinung förmlich reißt, dann werden auch hier die wahren Unterschiede zwischen Bundes -, Landes - und Kommunalpolitik deutlich.

Die bei einem Provinzpolitiker latent vorhandenen Minderwertigkeitsgefühle können zu einem gefährlichen Komplex mutieren,sofern die Wertschätzung an dessen Tätigkeit degressiv mit seiner eigentlich Funktion abnimmt. Das gilt insbesondere für die Gewählten im Bereich der Finanzen und deren Verteilung. Da auch dort die Schwindsucht längst zum Dauerzustand geworden ist, weil die Einnahmen und Landes - sowie Bundeszuwendungen oder EU-Gelder in der Regel nie mehr ausreichend sein werden, um sämtliche Aufgaben sowie Verpflichtungen abdecken zu können, sinnieren einige Regionalfürsten über zusätzliche Mittelzuflüsse.

Manche bedienen sich dabei des einfachen Bürgers, der dann über exorbitant hohe Abgaben, Steuern und Gebühren ordentlich gemolken wird. Wenn die Schmerzgrenze bereits längst erreicht ist, eine Wiederwahl mehr als fraglich wird, weil der Aderlass des Otto - Normalverbrauchers kaum noch steigerungsfähig ist, versuchen findige Halbwissende ihr Glück auf dem Finanzsektor. Dort, wo sich überwiegend  von den Banken bezahlte Betrügerbanden, aus der Spekulantenmafia stammende Hasardeure oder von verbrecherisch agierender Hedge-Fonds zur Geldprostitution gezwungene Berater jedweder Berufsherkunft tummeln.

Dieses Zuhause ist ein Dschungel der Kriminalität, ein Irrgarten der Geldgeilheit und ein Tummelplatz für Zocker sowie Abzocker.

Das musste auch ein gewisser Herr aus Riesa zur Kenntnis nehmen. Seines Zeichens ehemaliger Finanzbürgermeister und CDU-Mitglied. M.M., so heisst der Mensch, zockte im Namen der Stadt, des Volkes und seines eigenen und verzockte bis dato sagenhafte 33 Millionen Euro auf dem Swap-Sektor.

Der Begriff  Swap (englisch für Tausch) steht für eine Vereinbarung zwischen zwei Vertragsparteien, die sich hierin verpflichten, zukünftig zu einem bestimmten Zeitpunkt, Zahlungszusagen auszutauschen. Eine besonders verbreitete Form der Swap-Verträge sind  die Zinsswaps. Jene Geschäfte, die dazu dienen, sich künftig und grundsätzlich gegen Zinsrisiken abzusichern. Ein weiterer Bereich haben sind auch Finanzgeschäfte von bestehenden Darlehen, die sich losgelöst als eigenständige Spekulationsgeschäfte entwickelt haben. Neben Banken treten auf dem Markt vor allem die Kommunen auf. Bei solchen Geschäften wird von den Anlegern auf eine bestimmte Zinsentwicklung, meist eine steiler werdende Zinskurve, spekuliert. Das Risiko ist virulent, denn wenn die prognostizierte Zinsentwicklung nicht eintritt, drohen den Anlegern erhebliche Verluste.

Wenn ein Laie derartige Finanzgeschäfte eingeht, wird in nahezu allen Fällen ein erheblicher Verlust die Folge für ihn sein. Das hat auch M.M. aus Riesa als einstiger Finanzbürgermeister bewusst in Kauf genommen; weshalb im der Stadtrat bereits 2010 die Lizenz zum Zocken und Verzocken entzog. M.M. - wohl mit stark ausgeprägten Minderwertigkeitskomplexen behaftet - scherte sich einen feuchten Kehricht darum und spekulierte munter weiter. Soviel Frechheit wollte sich auch das mehrheitlich schwarze Riesa nicht mehr bieten lassen. Der Stadtrat strengte ein Amtsenthebungsverfahren an. M.M. wird sich zudem auch noch mit weiteren Unannehmlichkeiten befassen müssen.


http://www.mdr.de/sachsen/finanzbuergermeister-riesa100_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html

33 Millonen Euro sind kein Pappenstil. Nach dem der CDU - Selbstdarsteller Köhler mit seinen spinnerten Ideen im Zusammenhang seiner Wahnvorstellung, aus Riesa eine Sportstadt zu kreieren, auf den Allerwertesten gefallen war, warf er das Handtuch und verdrückte sich in das sonnige Florida, wo er als Berufsfremder zusammen mit seiner Herzallerliebsten einen privaten Kinderhort betreibt. Er hinterließ der Stadt einen Schuldenberg von 54,5 Millionen Euro. Seine Nachfolgerin die treue Gerti Töpfer konnte das Minus zwar auf 48 Millionen drücken, dennoch scheint auch hier die Mär, dass die Schwarzen besser mit Moneten umgehen können als die Roten, immer noch den Bürgern die Resthirnmasse zu vernebeln. Anders sind schwachsinnige Aktionen des Oberdruiden Köhler, der nebenberuflich Liederschreiber und Agent von abgehalfterten Sportlern, wie den Boxer Axel Schulz war, nicht zu erklären.


http://www.neuland.brandeins.de/magazin/archiv/magazin/region-dresden/artikel/riesig-klein.html

Nun kommt ein weiterer Skandal aus dem Bereich der schwarzen Magie des Fremdgeldverzockens und der vorsätzlichen Steuerverschwendung hinzu. Vielleicht gelingt es der Dritten Gewalt, dem M.M. dorthin zu bringen, wo er nur bedingt Schaden anrichten kann. Schön wäre es auch das Amtshaftungsprinzip für jene Kleinkunstgrößen der Kommunalpolitik walten zu lassen und ihm per Schadenersatzklage das verzockte Geld wieder - dann bis zum Lebensende - aus der Tasche zu leiern.
Allerdings gilt auch hier: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Vor vielen Dekaden, als die Jugendlichen noch nicht sinnfreie Daddelspiele via smartiphone oder sonstigen Gedöns über Stunden zelebrieren konnten, weil es diese eben noch nicht gab ( dem Himmel sei hier ausnahmsweise einmal Dank! ), gab es ein eine gewisse Konkurrenz unter uns Kinder und Jugendliche, bei der Beantwortung der ständig aufgeworfenen Frage, interessante Neuigkeit aus der von ihnen selbst verschlossenen Welt der Erwachsenen zu erzählen wusste. So hörte ich eines Tages von einem Jungen aus der Nachbarschaft, dass der Satz " Wer ist der Bürgermeister von Wesel? ", in einen Wald oder ein Tal hinein gerufen, die Antwort ergäbe " Esel ". Ich nahm ihn diese Behauptung nicht ab, sondern meinte, es sei völliger Schmus. Jahre später probierte ich es dennoch aus. Und...... , es kam der " Esel " heraus. Frage deshalb: " Wer ist die/der Bürgermeisterin und Finanzbürgermeister von Riesa ( im Sinne von Wesel )?





http://www.mdr.de/sachsen/finanzbuergermeister-riesa100_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html

Sanddorn - Gelee und mehr - über eine Köstlichkeit nicht nur aus dem Hohen Norden.



Wenn in einigen Wochen die kühlen,die nass-kalten Tage der Herbst - und Wintermonate anbrechen, boomt der Verkauf von Vitaminpräparaten aller Art, mit denen dann Erkältungen, grippale Infekte oder einfach nur vorhandene Wetterfühligkeit der Garaus gemacht werden soll. Dass damit ein ganzer Industriezweig Milliardenumsätze einfährt, ohne den wirklichen Nutzen dieser Produkte nachgewiesen zu haben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Der überbordende Markt mit - überwiegend sinn - weil eben wirkungslosen - Vitaminpräparaten, die zudem auch noch in sämtlichen Preiskategorien erhältlich sind, hat dazu geführt, dass die bekannten Heilrezepte aus Großmutters´s Zeit längst in Vergessenheit geraten sind.

Was einst direkt vor der Haustür, in Wald und auf Wiesen oder häufig im eigenen Garten an natürlichen Vitamindepots wuchs oder angebaut wurde, ist vielen Alltagsgestressten leider nicht mehr bekannt. Ob nun die geläufigen Obstarten wie Äpfel, Birnen und Zwetschgen, die Brombeere, Stauchelbeere oder Heidelbeere, die Himbeere, Johannisbeere und Erdbeere sie alle enthalten eine Fülle von Vitaminen.
Ein wahrer Vitamin C - Spender ist ein Strauchgewächs, dass hauptsächlich im europäischen Gefilden, insbesondere in der Bundesrepublik an den Küsten sowie den Alpenvorland beheimatet ist: der Sanddorn. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich aber auch über Mitteleuropa von den Pyrenäen über die Alpen und  bis zum Kaukasus. Es umfasst das nordwestliche Europa und findet dort seine nördliche Grenze in Norwegen.

Wer in den hiesigen Gefilden sich die Mühe macht, vom dem - eher unscheinbaren - Gewächs, das unter anderem an den bundesdeutschen Küstengebieten zu finden ist, die hell - orange farbenen Beeren zu pflücken, erhält - etwas Geschick im Bereich der Verarbeitung vorausgesetzt - eine wahre Köstlichkeit und eine " Vitamin  C - Bombe " gratis.
In einem Artikel aus dem letzten Jahr, hatte ich bereits über meine aufgefrischten Erfahrungen mit jenem exotisch angehauchten Strauch oder exakter formuliert: mit dem Hippophaë rhamnoides berichtet.








Da standen wir nun, nach einer etwas stockenden Rückfahrt von Zingst über Prerow, Wustrow und dem Künstlerdorf Ahrenshoop, auf dem Parkplatz zu dem Deichaufgang Dierhagen-Ost, eine Tasche in den Händen haltend und schritten in Richtung der Deichkrone, dort, wo mir auch im letzten Jahr die leuchtenden Beeren entgegen schauten. Nach einigen Minuten des Abmühens, die Beeren per Hand von den Zweigen des wild verwachsenen Strauchs entfernen zu wollen, entwickelteten wir eine effizientere Methode. Mittels einer Nagelschere, die ich aus dem im PKW liegenden Maniküre-Set entnahm, schnitt ich die dünneren Zweige einfach ab und legte sie in eine ebenfalls mit gebrachte " Lidl "-Einkaufstasche. Diese füllte sich zusehends, so dass wir uns dazu entschlossen, auch die weitere Plastetüte mit Zweigen aufzufüllen, obwohl darin bereits abgeerntete Beeren lagen.

Nach etwas mehr als einer Stunde und einigen Kurzgesprächen mit Passanten, die sich - sichtlich neugierig, jedoch in völliger Unkenntnis über den Sanddorn - allen Ernstes fragten, was mit den Früchten anzufangen sei, waren wir mit unserer Ausbeute zufrieden. So trollten wir uns wieder in Richtung Parkplatz, wo ein Berliner Rentner nebst Familie uns freudig mit den Worten: " Aha, Sanddorn!" begrüßte. Der Experte hatte messerscharf erkannt, was wir mit den beiden prall gefüllten Tüten vorhatten und staunte dennoch nicht schlecht, als wir von unseren Vorhaben, die Köstlichkeiten in einigen Varianten verwerten zu wollen, aufwarteten. Sichtlich beeindruckt, ob der mitgeteilten Mühewaltung, wünschte er uns eine gute Heimreise.

Nun lagen sie auf dem Tisch des Hauses, die eher unkonvetionell abgekappten Zweige des Dierhagener Sanddornstrauchs und warteten, zuvor bei - 18 ° tief - gefroren, auf das immer noch mühevolle und immer noch nicht ganz ungefährlich Abpflücken der hell - orange leuchtenden Beeren mit dem hohen C-Gehalt. Ungefährlich deshalb nicht, weil hinter den von mir bereits entfernten länglichen, schmalen, wachsartig überzogenen, dunkel-grünen Blättern, Dornen lauerten, deren Länge durchaus 5 bis 8 cm betrugen und die eine Millimeter dicke Spitze vorwiesen, welche sich bei einer unvorsichtigen Drehung des Zweiges sofort in die Hand bohrten und unangenehme Schmerzen verursachten. Wer also meint, dass mit dem Abknipsen der Sanddornzweige auch die Beeren im Topf seien, ist auf dem viel zitierten Holzweg.
Mühsam entfernten wir die stein -hart gefrorenen Früchte per Hand und mittels einer Essgabel von den Zweigen.

Anschließend wurde der Topfinhalt einige Minuten lang unter Beigabe von Wasser aufgekocht. Die weiche Beeren wanderten schließlich in ein feines Haushaltssieb und wurden mit einer Soßenkelle so lange malträtiert, bis sie platt wie eine Flunder und ausgelutscht nur noch als breiige Masse übrig blieben. Die Sirup artige Flüssigkeit im Topf  musste dann noch, unter Beigabe des Gelierzuckers ( wie schon beschrieben, Sorte 2:1 ) kurz aufgekocht werden, ehe sie - per besagter Soßenkelle - in die ausgespülten Gläschen eingefüllt werden konnten. Das Aufsetzen und Schließen des Schraubdeckel war dann der vorletzte Akt, ehe die Gefässe kopfüber auf einem Geschirrtuch in Reih und Glied stehend abkühlen mussten.

Nach 3 Tagen waren etwa ein Dutzend Gläschen mit Sanddorn-Gelee gefüllt im Kellerregal eingestellt. Wert? Etwa 100,-- €!!!! Geschmacklicher Wert? Exzellent!! Ideeller Wert? Unbezahlbar!
Weil sich immer noch mehr als ein Plastebeutel Sanddornzweige im Tiefkühlfach befindet, sollen diese Beeren mit Schnaps vermengt, zu einem Sanddornlikör verarbeitet werden.
Da das Internet beinahe für jedes Problem eine Lösung und auf jede Frage eine Antwort parat zu haben scheint, bin ich hierzu fündig geworden:


http://www.schnapsbrennen.at/rezepte/20051203125440-01.html

Einfacher wäre es allerdings, den Likör gleich zu bestellen. Dafür muss der Kunde jedoch tief in die Tasche greifen, denn 1 Liter des Gesöffs kosten - je nach Flaschengröße und Alkoholgehalt - zwischen 31, 14 € und satten 42,-- € plus Versandkosten versteht sich.

http://www.ruegenshop.eu/Sanddorn/Sanddornwein-/-Sanddornlikoer-/-Sanddorngeist/Sanddorn-Likoer

Einen kleinen Einblick zu den vielfältigen kulinarischen Köstlichkeiten aus oder mit jener Frucht kann auch hier nach gelesen werden:

http://www.sanddornmarmelade.de/


Weil der Strauch auch in Ostfriesland wächst und die Beeren dort sehr beliebt sind, noch eine Spezialität von dort: 


http://www.sanddorn-marmelade.de/sanddornmarmeladen/sanddornkonfituere-friesisches-rezept/

Sonntag, 26. August 2012

Alte Bekannte




Die deutsche Wiedervereinigung hat - zumindest geographisch betrachtet - für viele Deutsche eine win-win-Situation hervor gebracht. Nicht nur, dass 108.179 km² Gesamtfläche und die Einwohnerzahl von 16,675 Millionen ( Stand: 1988 ) hinzu kamen, was einer Bevölkerungsdichte von 154 Einwohner pro km² entsprach,nein, mit der Zusammenfügung der seit 1945  de facto, 1949 de jure und 1961 auch ständig sichtbar gewordenen, unterschiedlichen beiden deutschen Staaten, im Jahr 1990, sind viele, einzig artige Landschaften ohne großen Aufwand für die Bewohner des einstigen Westdeutschlands, der BRD, erreichbar.
Leider wird dieses, immerhin fast 22 Jahre nach der vollzogenen Vereinigung, von eher wenigen Bewohnern der so genannten Alten Bundesländern wahr genommen. Eher sehr verhalten werden deshalb nur bestimmte Städte und Landstriche besucht. Dabei ist mit Sicherheit auch die Insel Rügen, das flächenmäßig größte Eiland der Bundesrepublik. Weitere Touristenziele sind aber auch Usedom und Hiddensee. Die landschaftlich attraktivste Ostsee-Ziel stellt jedoch der Darß dar. Eine Halbinsel, die sich als mittlerer Teil des geographischen Dreigestirns Fischland - Darß - Zingst versteht und nicht nur über einen lang gezogenen Sandstrand verfügt.

Wer sich zu einem Besuch der Halbinsel entschließt, sollte indes berücksichtigen, dass der Darß zwar als " Geheimtipp " unter See-Fans gilt, dieses jedoch - zumindest in den Sommermonaten von Mitte Juni bis Ende August - eigentlich gar nicht ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dar%C3%9F



Nach dem klar war, dass unsere Einlandung zur zeitlich beschränkten Enkel-Betreuung wegen der bereits ausgebuchten Quartiere dieses Jahr in Zingst statt finden sollte, starteten wir unsere Anreise am Morgen des 16. August in Dresden. Die Fahrt in Richtung Berlin verlief - trotz einiger Baustellen - ohne größere zeitliche Verzögerungen, so dass die Bundeshauptstadt bereits nach 2 1/2 Stunden hinter uns lag. Die Reise ging dann über die A 10 in Richtung Prenzlau, die A 11 in Richtung Stettin sowie die A 20 nach Stralsund weiter. Das Wetter verschlechterte sich allerdings gegen Abend, so dass die restlichen Kilometer auf den Landstraßen 23 und 21 bis Zingst nicht mehr so entspannend waren. Hinzu kam noch, dass das gute " TOM TOM " - Navigationsgerät bei der Suche nach dem Touristikbüro ein wenig herum sponn und uns leicht in die Irre führte.

Am gemieteten Domizil angekommen, wartete auf uns eine weitere Überraschung  in Form einiger Mängel in der Unterkunft. Immerhin sind 190,-- € pro Tag sowie 304 € für die beiden Tage ab Donnerstag und Freitag kein Pappenstil. Da kann, ja da muss der Gast schon ein sauberes Ferienhaus vorfinden. Nun ja, Sand auf der Coach, Spinnenweben in den Ecken und ungeputzte Fenster könnten noch als kleineres Übel sein, wenn da nicht die fehlende Bettwäsche für das Kinderbett und mindestens 2 Satz nicht vorhandene Handtücher gewesen wären. Leicht angefressen begaben wir uns denn am folgenden Morgen zu dem Touristikbüro und monierten dort diese Mängel. Eher unfreundlich und in einem leicht arroganten Ton, versuchte die Mitarbeiterin vor Ort unser Anliegen zur Kenntnis zu nehmen. Erst, nach dem der Hinweis auf Reisepreisminderung in ihre Gehörgänge drang, bequemte sie sich, zumindest die Bettwäsche und Handtücher heraus zu rücken. Eher unzufriedener als mit dem gebotenen Service einverstanden, trollten wir uns auf den Heimweg. Flugs wurde das Kinderbett bezogen und die Handtücher ergänzt, dann war eine Fahrt zum Strand angesagt.

Das Wetter lud förmlich zu einer längeren Radtour ein. So kämpften wir uns in den Mittagsstunden durch das am, direkt auf dem Deich entlang führende, Radwegparadies, dass beinahe jede 500 Meter einen Strandübergang anbot. Nach den überstandenen, wilden Überholmanövern, den Fußgänger-Kapriolen, wie mitten auf dem Radweg plötzlich stehen bleiben zu müssen oder den elenden Nebeneinanderherfahren der langsameren Mitradelnden zum Trotz, gelang es uns schließlich einen der letzten Zingster Strandübergänge der Ostseite heile zu erreichen. Dass Zingst oder der Darß unter den Erholungssuchenden aus dem Osten sich wieder großer Beliebtheit erfreut, konnten wir wenig später an den vielen Fahrzeugen mit Kennzeichen wie BLK,HBL,SDL,ABG,GTH,SÖM,C,L und Z erkennen, die auf dem Rückweg parallel zum Deich an uns vorbei rauschten.

Da uns der Hochsommer mit Temperaturen von über 30° auch in den drei folgenden Tagen verwöhnte, lag nichts näher, als die Radtouren nicht nur zu verlängern, sondern sogar noch zu erweitern. Neben einem weiteren Besuch des Zingster Strandes, führte uns der gut ausgebaute Radweg am Sonntag zu dem Ort Prerow, der eben zum Darß zählt. Bereits aus dem letzten Jahr wussten wir, dass die dortige Seebrücke eine Attraktion ist. Bei der Ankunft, nach einem etwa 9 Kilometer langem Teilstück des Deichradwegs,
auf dem Parkplatz an der Seebrücke, staunten wir nicht schlecht. Hunderte von Fahrräder waren bereits dort abgestellt worden und auf dem schmalen Weg in Richtung der uns wohl bekannten " Freßbuden " herrschte ein dichtes Gedränge. Familien mit Kindern, rüstige Rentnerpaare und Alleinreisende schoben sich voran. Die Tische der dicht aneinander gereiten Imbissbuden waren gut besucht; ebenso die Verkaufshäuschen und Souvenirstande. Nach einer kurzen Verschnaufpause warfen wir uns in das Getümmel. Bereits nach einigen Dutzend Metern gaben wir jedoch das Vorhaben auf und steuerten statt dessen eine der Imbisse an. Hier gab es, neben dem üblichen Gemurkse zwischen Pommes mit Majo oder Ketschup sowie Hamburgern eine kulinarische Köstlichkeit mit dem Namen Darßer Fischsuppe.
Da lässt es den Besucher schon mal schnell vergessen, dass die Brutzelbutze nun nicht der Hochgenuss in vollendeter Kochkunst ist, die dem Gast das Geld aus der Tasche zieht,nein, jene äußerst leckere Spezialität - zudem auch noch frisch zubereitet - bringt den Gaumen auch dann noch so richtig in Wallung, wenn draußen immer noch der Bär steppt.

So verabschiedeten wir uns leichten Herzens von dem Plan, die Seebrücke zu begehen und wühlten uns nunmehr wieder durch den Besucherstrom. Nach einigen Minuten hörte ich vertraute Laute aus dem vergangenen Jahr. Es war jener Straßenmusikant aus Litauen, dieser rot-blonde Wuschelkopf, nicht mehr ganz jung, dafür aber immer noch gut drauf, der einige Seemannslieder und Folklore-Stücke zum Besten gab. Unterstützt von einem Schifferklavier, einem Akkordeon, einer Gitarre und einer Posaune. So sang und spielte er unter anderen auch den Gassenhauer " La Paloma ".
Auf dem Rückweg überlegte ich mir, ob seine freie Tätigkeit so auskömmlich sein kann, dass er den weiten Weg von Litauen nach Prerow auf sich nimmt, um hier einige Euro zu erhalten? Vielleicht ist jedoch eher die, mit der Sommerzeit verbundene Leichtigkeit des künstlerischen Seins, die ihn auch im Jahr 2012 auf den Darß zog. Wenn der vom Wetter verwöhnte und in Urlaubsstimmung flanierende, gut gelaunte Tourist, seinen Geldbeutel zückt, wandert dann doch so manche Münze in den offen gelassenen Posaunenkasten.

Der Alte Bekannte ging mir auf dem Rückweg nicht aus dem Sinn. Weshalb ich ihm jetzt einfach diesen Post widme.

Viso gero. Iki kitų metų, Mr muzikantas!


Mittwoch, 15. August 2012

Begegnungen der dritten Art.



Wer seinen Urlaub bereits verbraten hat, weil die Ferien schon beendet sind oder er nur einen gesetzlichen Anspruch darauf hat, der kann sich bestimmt noch an jenen Vorurlaubsstress erinnern, der jedes Jahr aufs Neue den Erholungssuchenden in Beschlag nimmt, wenn dieser die Koffer zu packen, die Reiseunterlagen zu überprüfen und das eigene Domizil einbruchsicher zu machen hat. Für den mobil Reisenden kommt noch verschärfend hinzu, dass er das rollende Wohnzimmer durch checken sollte, ehe er sich zum Antritt der Tour de Europe macht. Auch wenn die heutigen High-Tech-Geschosse längst nicht mehr die serienmäßig eingebauten Macken aus den früheren Dekaden vorweisen, so ist es alle Male ratsam, das liebste Kind des Deutschen hinsichtlich dessen Fahrtüchtigkeit überprüfen zu lassen. Besonders Fürsorgliche bringen den Schlorren einige Tage oder Wochen vor dem Start zum Kilometerschrubben in eine Werkstatt, die dann gegen ordentlich klingende Münze eine Inspektion ausführt. Eine Garantie dafür, dass die Ersatzehefrau nicht doch auf dem langen Trip gen Süden, Norden oder Westen schlapp macht, gibt es aber in diesem Fall auch nicht.

Wohl an, in Kenntnis jener relativen Notwendigkeit hatte ich denn am Mittwochmorgen, neben der durch meine bessere Hälfte in Auftrag gegeben Botengänge per Vierraduntersatz, auch das Thema " Autocheck " auf der Agenda, bevor die Reise in Richtung Ostsee starten soll. So gurkte ich in der Frühe in Richtung einer Änderungsschneiderei, um ein bei Ebay ersteigertes, jedoch zu lang geratenes Sommerkleid nach dort vorgenommener Kürzung gegen Bares wieder in Empfang nehmen zu können. Wie immer, gestaltete sich das Umfahren der eingerichteten Sommer-Baustellen jenseits der Kesseldorferstraße und sonst wo in unserer schönen Landeshauptstadt trotz Navigationshilfe schwierig. Von der Schneiderei ging es dann geraden und kürzesten Weges in Richtung Kaufland, wo noch einige Zutaten für einen Abschiedskuchen zu besorgen waren. Im Gegensatz zu einem sonstigen Werktagmorgen, war der Parkplatz des Konsumtempels erstaunlich und erfreulich leer. So gelang es mir den eigenen PKW in die Nähe des Eingangsbereichs zu parken. Gut gelaunt, an diesem Mittwochmorgen keinen Rentnerschieben entgegen sehen zu müssen, begab ich mich forschen Schrittes in Richtung Parkplatzeingangsbereich.

Eine Ein - DM - Münze in der Hand und den gut gefüllten Einkaufswagen-Einstellplatz im Visier, hatte ich den Unterstand dieser vierrädrigen Gefärte beinahe erreicht, als links von mir ein älterer, wesentlich kleinerer, schon leicht gedrungener Mann mit etwas schütterem - wohl leicht gefärbten,dennoch sichtbar  ergrautem Haar und gleichfarbigen Schnurrbart, seinen Einkaufswagen zielgerichten auf eben jenen Bereich zwischen Gebäudeaußenwand und erster Einkaufswagenreihe hin steuerte. Er hatte ein gleichfalls dynamisches wie auch willenstarkes Auftreten im Gesicht, als er so auf mich zu rollte. Noch zwei Meter, noch Einmeterundfünfzi, noch einen Meter: Er wird doch nicht etwa? Ich drosselte mein eigenes Tempo und schaute ihn leicht ungläubig an. Er schien auf Konfrontation gepolt zu sein, denn kurz vor meinen Füßen drehte er den Einkaufswagen gerade noch so herum, als er merkte, dass ich ihm nicht nach links auswich, sondern wie eine Eiche vor der ersten Wagenreihe, zwischen Metallabgrenzungskonstruktion und der Wand stehen blieb, um schnell die DM-Münze in die Münzlade zu legen.  Etwas zögernd zwar, aber dennoch elegant, umkurvte der Kontrahent im Kampf um den kürzesten Weg, mein Gebein und begann kurz danach wild zu fluchen: " Junge, Junge, da fährst du schon an dem vorbei und dann versperrt der dir doch den Wäch!" Spontan antwortete ich ihm, obwohl er längst einen Meter hinter meinem Rücken weiter rollte: " Mensch, fahr doch außen herum!" Zum einen war ich der festen Überzeugung, dass auch für Fußgänger das Rechtsgehgebot gilt, zum anderen wusste ich, dass auf dem Parkdeck von Kaufland die Vorschriften der StVO den Verkehr regeln sollen. Neben rechts vor links, gilt denn wohl auch, dass ein Fußgänger nicht einfach quer Beet den Einkaufswagen als Panzer umfunktionierend sich die anderen Kunden vom Leib halten kann. So, nicht! Nicht nach der Gutsherrnart: " Platz da, ich komme jetzt!"

Triumphiert sah in in das Gesicht einer vor mir stehenden älteren Kundin, die mich allerdings fast ungläubig anstarrte. " Was denn? ", dachte ich bei mir, " Was hast du jetzt falsch gemacht?". Nach kurzem Überlegen fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Den Kontrahenten von eben, den kennst´e irgendwo her. Das ist doch, dass war doch, das muss doch; na, klar, dat war der Stumpi, der Wolfgang Stumph, der Stubbe, der " Go Trabi Go " - Darsteller und Minus-Ossi aus dem Film " Stilles Tal ", der dort den Gastronom eines sächsischen Landgasthofs spielt, der sein aufgebautes Lebenswerk nach der Wende an den Wessi aus Hamburg, den Rückübertragungsberechtigten Robert Atzorn, abgeben soll und von der Flut hinweg gespült wird. Na, sicher, dat war Stumpi. Oder sah er nur so aus? Doch, dass war er. Zwar ohne den Vollbart, sondern nur mich Schnäuzer, aber sonst von frappierend ähnlicher Statur. Und der Sing-Sang in seiner Sprache! Hundertprozentig, Stumph. Jedoch ohne seine untalentierte Tochter im Schlepptau.

Beim Betreten des Eingangsbereichs überlegte ich mir, ob das Scharmützel von eben, keine Majestätsbeleidigung war. Hätte ich nicht, nein, muss ich nicht, beim Herannahen eines Fernsehstars, sofort einen Bückling machen und dem großen Schauspieler den Weg frei geben? Wie konnte ich nur? Der in der Nachbarschaft wohnende, jedoch auch in Hamburg lebende, weil dort für viel Gage arbeitende Stumpi, war doch in jedem Fall vorfahrtsberechtigt. Schon allein aus dem Grund, weil er hier - hoffentlich - viel Steuern zahlt. Auch schon deshalb, weil er eine so genannte VIP, eine Very Important Person, ein GEZ-Star ( inzwischen ). Wenn solche Menschen bei offiziellen Anlässen den Roten Teppich ausgerollt bekommen - ob nun in Berlin, in New York oder in Dresden -, dann sind die Zuschauer, die dieses Spektakel erleben möchten, sooft durch aufgestellte Absperrungen viele Meter weit von den vermeintlichen Stras entfernt.
jetzt stand der kleine Stumpi mir, 1,86 m lang, Auge in Auge gegenüber und verlangte, dass der Rote Teppich, auf dem er aus dem Ein - und Ausgang der profanen Einkaufshalle " Kaufland " heraus ging, auch in diesem Fall nicht betreten werden darf. Nicht für einen Nicht-VIP, nicht für einen einfachen Kunden ohne Heiligenschein und Promi-Bonus im Korb.

Ich stand am Fahrstuhl und schob den Einkaufswagen in die Kabine, wartete artig auf kurz hinter mir folgende Kunden, ehe ich den Knopf in Richtung Verkaufsfläche drückte. Rücksichtnahme gehört auch zu den Tugenden eines Jahrgangs aus der Alten Schule - wenn auch nicht immer. Als die Fahrstuhlkabine nach unten kroch, überlegte ich, ob der Wolfgang Stumph nachdem er seinen Einkaufswagen geleert hatte, mit einem Trabant, einem " Trabi ", den - nach westdeutscher Les - und Hetzart " Carton de´Blamage ", eingestiegen sein könnte oder ob er die silber-grauen Mercedes genommen hat, der dann wohl eher standesgemäß ist? Vielleicht plädiert er auch für den Wiederaufbau der Mauer, die vor 51 Jahren und 2 Tagen hoch gezogen wurde. Ob er da aber lieber die DDR mit jetzigen Wohltaten der Konsumgesellschaft, ohne die Auswüchse des Kapitalismus zurück haben möchte? Dann müsste ich einen Einbürgerungsantrag stellen! Vielleicht interpretiere ich jedoch zu viel in diese Begegnung der dritten Art, denn Stumpi ist ja ein sozial engagierte Mensch. Er bemüht sich als Förderer für ein Kinderheim im sächsischen Volkersdorf und für einen Dresdner Förderkreis für krebskranke Kinder. Ferner ist er Kuratoriumsmitglied der Dresdner Kinderhilfe e.V. und seit 2000 ehrenamtlicher UNICEF-Botschafter. Das ist doch ein Menschenfreund. Oder etwa nicht?

Wenn ich mir die übrigen GEZ-Hansel oder sonstige Schmalspur-Helden im Bereich der Schauspielerei ansehe, gehört der Dresdner doch eher zu den besseren Exempalren seiner Zunft; auch wenn er seine Tochter im Warmwasserbecken des GEZ-Rentnerkanals ZDF mit schwimmen und Brotkrümel verdienen lässt.




Dienstag, 14. August 2012

Esoterischer Schnickschnack oder Hilfe zur Lebensfindung?

                   
                              ( Orden del Toledo Oculto - WIKIPEDIA: Eigenes Werk )

Das Zusammensein der Menschen im 3. Jahrtausend nach chistlicher Zeitrechnung wird für den einzelnen Erdenbewohner in einem hoch industriellen Land, wie es die Bundesrepublik nun einmal ist, immer komplexer, schwieriger und oft undurchschaubar. Damit der allzeit gestresste, oft überforderte Teutone nicht den Glauben an sich selbst und den Sinn seines Daseins verliert, gibt es eine Unzahl von Lebenshilfen. Die da wären:

- Die  beiden großen christlichen Kirchen. Sie könnten ein Hort der Ruhe sein, wenn der Glaube an gar nichts den Bundesrepublikaner in eine riesige Lebenskrise führt.

- Politische Parteien oder Gruppierungen. Sie könnten zu einem Aufbewahrungsort für die eigens zurecht gezimmerte Lebensphilosphie werden.

- Diverse Vereine, wie Schützen -, Fußball - oder Kleingärtnerverein, die ein Stück weit der einstigen deutschen Gemütlichkeit verkörpern und ein Rückzugsgebiet in der hektischen Alltgaswelt bieten.

Eine besondere Art der versuchten Rückbesinnung auf jene inneren Werte in dem Menschen bietet auch die Esoterik. Was zunehmend zur Zeiterscheinung wird, galt zu Beginn dieser spirtueller und okkulter Lehren und Praktiken als Ausdruck eines Versuchs Seele und Körper in einem Einklang zu bringen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Esoterik#Geschichte_der_westlichen_Esoterik

Wer sich hier versuchen möchte, kann auf zahlreiche Unterstützter bauen. Es mittlerweile von Kiel über Gelsenkirchen bis nach Lindau am Bodensee jede Menge so genannte Fachmessen, auf denen das gesamte Spektrum an Hilfsmitteln zur Selbstfindung angeboten wird.

  http://de.wikipedia.org/wiki/Esoterik#Esoterikmarkt

Hier wird gegen viel Bares alles an Schnickschnack angeboten, was zur spirituellen Sinnsuche anregen könnte. Von Bücherbergen über Schamanen, Maya-Wissen und Geistiges Heilen bis hin zu Ratgebern über die Herstellung von solchen Werken, kann der Interessierte auch Hörbares, Essbares und Fühlbares erwerben. Billig sind solche Artikel nicht. Ebenso wenig wie die angebotenen Seminare oder Wochenendkurse über Coaching, Ernährung oder Ökologie.

Und da der gesamte Markt inzwischen 25 Milliarden Euro im Jahr - Tendenz stark steigend - umsetzt, tummeln sich auf ihm Unmengen an Spinnern, deren eigenes Leben, jenen Aposteln der kaufbaren Glückseligkeit längst aus dem Ruder gelaufen ist.

Immerhin schient von dieser Art inneren Friedensstiftern keine äußere Gefahr in Form einer verblendeten Sichtweise zu dem Leben der Anderen und damit verbundene Gewalt in jedweder Form auszugehen. Wer sich mit energetischen Pyramiden in einer Preisspanne von 419 € bis zu 268999 ( ! ), der Einnahme von angeblichen Ganges-Wasser, das mittels eines  " Twister ", einem Küchenmixer, gereinigt werden soll oder mit der Funktionsweise eines " Memomizer ". der angeblich Handy-Smog abhalten soll, ernsthaft beschäftigt, führt zwar keinen Feldzug gegen die Menschheit, andersartige Mitbürger und ist kein Rassist, wie jener Ex-NPD-Funktionär Fischer aus Rostock, dürfte aber dennoch gewaltig einen an der Marmel haben; und - was strafschärfend hinzu kommt - zu viel Geld im Beutel besitzen. Hoffentlich nur das!

Montag, 13. August 2012

Arm im Alter?



                                                             (c) powerbiker1 ( Thomas Kees )-WIKIPEDIA

Was haben der "olle" Kaiser Wilhelm I und sein " Eisen " - Kanzler Bismarck nicht alles an Schlechtigkeiten aufgefahren, um die Umtriebe der Sozialdemokratie, der einstigen Arbeiteführer um August Bebel und Karl Liebknecht sowie der verspotteten " Suffragette " Rosa Luxemburg, in Zaum zu halten? Neben dem " Sozialistengesetz " von 1878 bis 1890, den ungezählten politischen Verfolgungen davor, während und nach diesem 30 Paragrafen umfassenden Monster,gab es natürlich auch im Polizei - und Militärstaat Preußen, jede Menge Schikanen, mit denen unliebsame Genossen aus dem Weg geräumt werden konnten. Geschossen wurde zwar auch, aber erst einige Jahre später.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistengesetz

Dennoch der Kardätschenprinzr und sein Handlanger Bismarck mussten sehenden Auges die sukzessive Verelendung der arbeitenden Massen zur Kenntnis nehmen, ehe der Otto von Bismarck seinen Allerwertestens erhob und einige Gesetze verabschiedete, die noch heute ihre Gültigkeit besitzen; die Sozialgesetze. Von 1883 bis 1891 wurden revolutionäre Gesetze wider der befürchteten Revolution in Form der Arbeiter-Krankenversicherung, der Unfallversicherung, der Berufsgenossenschaft und zuletzt der Arbeiterrentenversicherung eingeführt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialgesetzgebung

Der alte Bismarck und auch seine getreuen Vasallen des Wilhelminischen Obrigkeitsstaats, der von dem aggressiv militärisch geführten Preußen später in den I. Weltkrieg lanciert wurde, hätten heute, nämlich über 120 Jahr danach nicht die rechte Freunde an dem Konstrukt der Altersversorgung in Gestalt der Zwangsabgaben durch den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber. Ganz im Gegenteil, der " Eisen " - Otto würde sich mehrfach im Grabe umdrehen, wenn er den jetzigen Sauhaufen der gesetzlichen Rentenversicherung betrachten könnte. Er hätte nichts anderes zu tun, als die vielen - oft großen -Straßen, die nach dem reaktionären Verbrecher und Menschenschinder nach 1949 benannt werden durften, eilends umbenennen zu lassen. Vielleicht in " Rentenstraße " oder " Arbeiterrentenstraße ", vielleicht Straße der Sozialgesetzgebung ". Mit seinem Namen möchte er sicherlich nicht das Chaos verbunden sehen, dass inzwischen in sämtlichen Bereichen der Sozialgesetzgebung vorherrscht.

Diesen Gefallen werden ihm die jetzigen Herrscher über die Geldtöpfe der Sozialversicherung nicht machen, schließlich hätten sie noch mehr als ihren ohnehin schon ramponierten Ruf zu verlieren. Dass dieser im Laufe der vielen Dekaden eben als solcher schlecht geworden ist, liegt indes nicht nur an der Bismarck´schen Konstruktion der Zwangsabgaben der einst vielen Arbeitnehmer an die Rentenkasse, sondern wohl auch daran, dass deren Beitragssätze immer höher wurden. Die Leistungen mussten indes gekürzt werden, denn die Zahl der Beitragspflichtigen nahm nach dem Ende WiWu-Jahre kontinuierlich ab. Daran änderte sich selbst nach der Wiedervereinigung nicht viel. Hierfür gibt es einige Gründe: Zum einen der demographische Faktor, zum anderen die steigenden Arbeitslosenzahlen, zum dritten sind es immer mehr Selbständige, die sich aus der Beitragspflicht verabschieden. Inzwischen liegt deren Zahl bei 4,3 Millionen. Tendenz steigend!

Dieses muss wohl auch die CDU-Mamsel Ursula von der Leyen registriert haben, denn sie bemüht sich redlich, gegen den Untergang der Bismarck´schen Reformgesetze von anno Tobak anzustrampeln. Vergebens! Die blonde Ursula hat nun, noch zur Hochzeit des medialen Sommertheaters einen Pups gelassen, indem sie öffentlich die drohende Altersarmut bei eben diesen Selbständigen problematisieren wollte. Ihre Vorschläge zur Bekämpfung jener Zeiterscheinung, die die BRD-Gesellschaft in spätestens einer Dekade mit voller Wucht in ihre Visage treffen wird. Hintergrund der von der Leyen´schen Denkansätze ist die Erkenntnis, dass es immer weniger nicht abhängig Beschäftigte geben wird, die aufgrund ihrer vorherigen Erwerbsbiografie die gesetzlichen Bedingungen für den Bezug einer Rente, mit der das definierte Existenzminimum erreicht wird, erfüllen werden. Will heißen: Von den Ansprüchen in Form des Altersruhegelds aus der gesetzlichen Rentenversicherung können nur noch wenige leben.

Dieses ist zum einen darin begründet, dass Massen zum einen Teil keine ununterbrochene Erwerbstätigkeit bis zum Erreichen des immer höher werdenden Renteneintrittsalters nachweisen können, weil sie sich irgendwann dazwischen eine eigenen Existenz aufbauen wollten und damit keine ausreichende Anzahl an Beitragsmonaten belegt haben. Weiterhin sind die Beitragsbemessungsgrundlagen, nämlich die Bruttoentgelte während der selbständigen Erwerbstätigkeiten zu gering, als dass ein ausreichender Rentenanspruch entstehen könnte. Dieses liegt daran, dass immer mehr Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen tätig sind, die entweder befristet, in Teilzeit oder in Niedriglohnbranchen ausgeübt werden. Diesem Dilemma zu entgehen, flüchten sie dann in die Selbständigkeit.  Es entstehen somit unweigerlich Rentenlücken, die allenfalls durch eine Privatvorsorgeversicherung aufgefüllt werden könnten. Dazu ist es jedoch erforderlich, dass der Arbeitnehmer und dann Privatversicherte die einzuzahlenden Beiträge hierfür auch aufbringen kann. Dieses ist angesichts eines geringen Einkommens eher unrealistisch. Es entsteht damit zwangsläufig eine Art Teufelskreis, denn wer nicht genügend einzahlt, wird im Alter nicht ausreichend zurück bekommen.

Von dem jeweiligen Selbständige, wie auch entsprehend von einem Arbeitnehmer wird somit etwas erwartete, was er de facto gar nicht erbringen kann. Er hat somit nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Zahlt er zu wenig an gesetzlichen Beiträgen, erhält er nur eine " Mini " - Rente; erhält er ein zu geringes Einkommen und kann sich keine Privatrentenvorsorge leisten, erhält er auch keine höhere Rente im Alter,

Nun, die joviale Ursula möchte diese Entwicklung stoppen und die Fratze der sich hier bildenden Altersarmut ablegen lassen. Nur, wie?
Sie versucht es mit gesetzlichem Zwang.

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/widerstand-gegen-renten-pflicht-fuer-selbstaendige-und-existenzgruender-a-833619.html

Dafür gibt es dann ordentlich aufs Haupt von denen, die meinen, dass sie weder der Spielball des sie ausbeutenden Unternehmers, noch der des ruinösen Marktes bei den ungezählten Dienstleistern sein möchten. Die erhoffte Befreiung davon in der Lichtgestalt des auf eigenen Füßen stehenden Kleinunternehmers, kann jedoch schon bald zum neuen Gefängnis mutieren, dann nämlich, wenn für die erbrachte Leistung kein Entgelt gezahlt wird, der eigene Lebenswandel nicht den tatsächlichen Verdienst entspricht und die kaufmännischen Aspekte der Selbstständigkeit für den Unternehmer ein Buch mit Sieben Siegeln bleibt. Dann droht die Pleite. Zuvor aber ein Herumkrebsen am Existenzminimum, dass dazu führt, dass in jungen Jahren nicht für das Alter vorgesorgt wird. Später hockt der einstige Jungunternehmer dann verarmt in einer Einzimmerbehausung des Sozialen Wohnungsbaus und vegetiert von staatlichen Sozialtransfers herum.
Ob von der Leyen diese Entwicklung durch gesetzlichen Zwang aufhalten kann, indem sie eine Altervorsorgepflicht für Selbständige ins Leben ruft, wie es sie im übrigen bei den Freiberuflern, wie Rechtsanwälten, Steuerberatern und Architekten schon seit Jahren gibt, scheint fraglich. Mit Zwang ist auch Bismarck damals nicht viel weiter gekommen.

Sonntag, 12. August 2012

Geglotzt - Gestresst - Geschafft!

Drei Kreuze vor der 128 cm - "Sony " - Mattscheibe sind eigentlich noch zu wenig und die Heilige Dreifaltigkeit von Gold - Silber - Bronze könnte mir gestrost gestohlen bleiben, wäre da nicht, ja, wäre da nicht die alltäglich Neugier seit dem 25. Juli 2012 bis heute Nachmittag gewesen. In unregelmäßigen Zeitabständen habe ich denn doch der Olympia-Dauerberieselung nicht wieder stehen können und den Knopf der Fernbedienung auf einen der drei Fernsehkanalsendeplätze gedrückt, denn neben der Uroma ARD, dem mumifizierten ZDF mit seinen Reporterlangweilern, hat ja auch noch Eurosport bunte Bilder aus London mindestens 18 Stunden lang in die Wohnzimmer gestrahlt.

Heute sind sie sodann nach der dröhnenden Abschlußfeier Geschichte, die XXX. Olympischen Sommerspiele 2012 in Englands Metropole London. Endlich! Geschafft! Die regelmäßigen Nachrichten zu den Wettkämpfen und die Meldungen über das Brimborium drum herum, ließ selbst hart gesottene Sportfans abstumpfen. So kann dann ab Montagmorgen Bilanz gezogen werden. Die USA, die Vereinigten Staaten von Amerika sind auch in London die goldigste Nation geworden; gefolgt von den Chinesen und - oho, horch, glotz! - den Briten aus Großbritannien.
Immerhin hat der Gastgeber seine Bürger, die für sehr viel Pfund die Tickets zu den 302 Sportarten gekauft hatten, nicht enttäuscht.

So in etwa liest sich der Medaillenspiegel von " Olympia 2012 ":

                                G   S   B  Gesamt

1 Vereinigte Staaten 46 29 29 104


2 China 38 27 22 87

3 Großbritannien 29 17 19 65

4 Russische Föderation 24 25 33 82

5 Südkorea 13 8 7 28

6 Deutschland 11 19 14 44

7 Frankreich 11 11 12 34

8 Italien 8 9 11 28

9 Ungarn 8 4 5 17

10 Australien 7 16 12 35

11 Japan 7 14 17 38

12 Kasachstan 7 1 5 13

13 Niederlande 6 6 8 20

14 Ukraine 6 5 9 20

15 Kuba 5 3 6 14

16 Neuseeland 5 3 5 13

17 Iran 4 5 3 12

18 Jamaika 4 4 4 12

19 Tschechische Republik 4 3 3 10

20 Nordkorea 4 - 2 6

21 Spanien 3 10 4 17

22 Brasilien 3 5 9 17

23 Belarus 3 5 5 13

24 Südafrika 3 2 1 6

25 Äthiopien 3 1 3 7

26 Kroatien 3 1 2 6

27 Rumänien 2 5 2 9

28 Kenia 2 4 5 11

29 Dänemark 2 4 3 9

30 Aserbaidschan 2 2 6 10

30 Polen 2 2 6 10

32 Türkei 2 2 1 5

33 Schweiz 2 2 - 4

34 Litauen 2 1 2 5

35 Norwegen 2 1 1 4

36 Kanada 1 5 12 18

37 Schweden 1 4 3 8

38 Kolumbien 1 3 4 8

39 Georgien 1 3 3 7

39 Mexiko 1 3 3 7

41 Irland 1 1 3 5

42 Argentinien 1 1 2 4

42 Slowenien 1 1 2 4

42 Serbien 1 1 2 4

45 Tunesien 1 1 1 3

46 Dominikanische Republik 1 1 - 2

47 Trinidad und Tobago 1 - 3 4

47 Usbekistan 1 - 3 4

49 Lettland 1 - 1 2

50 Algerien 1 - - 1

50 Bahamas 1 - - 1

50 Grenada 1 - - 1

50 Uganda 1 - - 1

50 Venezuela 1 - - 1

55 Indien - 2 4 6

56 Mongolei - 2 3 5

57 Thailand - 2 1 3

58 Ägypten - 2 - 2

59 Slowakei - 1 3 4

60 Armenien - 1 2 3

60 Belgien - 1 2 3

60 Finnland - 1 2 3

63 Bulgarien - 1 1 2

63 Estland - 1 1 2

63 Indonesien - 1 1 2

63 Malaysia - 1 1 2

63 Puerto Rico - 1 1 2

63 Taiwan - 1 1 2

69 Botsuana - 1 - 1

69 Zypern - 1 - 1

69 Gabun - 1 - 1

69 Guatemala - 1 - 1

69 Montenegro - 1 - 1

69 Portugal - 1 - 1

75 Griechenland - - 2 2

75 Republik Moldau - - 2 2

75 Katar - - 2 2

75 Singapur - - 2 2

79 Afghanistan - - 1 1

79 Bahrain - - 1 1

79 Hongkong - - 1 1

79 Saudi-Arabien - - 1 1

79 Marokko - - 1 1

79 Tadschikistan - - 1 1

79 Kuwait - - 1 1


Tja, und Platz 6 - nur Platz 6 - für die Bundesrepublik Deutschland! Eine dicke Enttäuschung, wenn die angeblichen Zielvorgaben von 84 Medaillen wirklich Ernst genommen werden können. Wer mit der Schnapsidee, die bundesrepublikanische Vertretung hätte 28 Goldmedaillen erringen sollen. beim Bundesinnenminister und Ober-Sicherheitschef der Institutionen, wie BND, BVS oder BPol und sonstiger unwirksamer Einrichtungen des Bundessportwesens, damit hausieren ging, muss entweder komplett an Realitätsverlust gelitten haben oder er hat zuvor irgendein Halluzigen eingeworfen. Wie sollten. bitte schön, mickrige 80 Millionen Menschen gegen Staaten von 1,35 Milliarden ( China ), 312 Millionen ( USA ) oder Rußland mit 143 Millionen Einwohner mit halten können? Statt sich über die durchaus akzeptablen Leistungen er hiesigen Olympioniken zu freuen, wird mal wieder - typisch deutsch - herum gemäkelt. Aus dem Bundesinnenministerium soll sogar die Meldung stammen, dass die dort verantwortlichen Herren über eine Um - oder Neuverteilung der finanziellen Mittel laut nach denken würden.
Diese Bilanz war ihnen wohl nicht gut genug:


6 Deutschland 11 G  19 S 14 B Gesamt: 44 Medaillen.

Tatsächlich ist die Zahl der gewonnenen Medaillen höher, als der von vor 4 Jahren in Peking.
Warum also diese Kritik? Vielleicht spielt auch hier die Werbung und das Vermarkten der Titel eine gewichtige Rolle, so, wie beim Gastgeberland auch, dass hofft, die investierten Milliarden werden sich schon bald rekapitalisieren. Kommerz überall. Ansonsten waren es friedliche Olympische Spiele. Dafür haben die Engländer ja auch viel getan.
Jetzt ist es vorbei mit dem Glotzen. Der gestresste Passiv-Olympionike im Dauer-Fernsehen darf sich seiner Rolle als Coach-Potatoe entledigen und versuchen das normale Leben zwischen den Verblödungsformaten der Privaten und den Mehrfach-Wiederholungen der Öffentlich.-Rechtlichen, wieder aufzunehmen.
Wir haben es geschafft, ohne dabei viereckige HD-Augen zu bekommen.
Und zum Schluss noch die Trauermeldung: Unsere Nachbarn jenseits der Alpen und der bayrischen Grenze sind mit einer Nullnummer nach hause geflogen. Herzliches Beileid, Österreich.
Es lebe der Sport!


Mutterseelnallanich sitzt er da bis in der Fruah und schaut beim Boxen zua,

weil wann sie zwei in die Bappn haun stärkt des sein unterdrücktes Selbstvertrauen.
Die Gsichter san verschwolln und bluadich rot, genussvoll beißt er in sei Schnitzelbrot.
Und geht dann endlich einer in die Knie, greift er zufrieden zu sam Bier.

Refrain:

Es lebe der Sport
Er ist gesund und macht uns hoart
Er gibt uns Kraft, Er gibt uns Schwung
Er ist beliebt bei Alt und Jung


Wird ein Schiedsrichter verdroschen, steigns earm ordentlich in die Knochen
Gibt's a Massenschlägerei, er ist immer live dabei
Wei mit seim Color-TV, sicht er alles ganz genau.

Weltcupabfahrtsläufe am Wochenend, a bisserl müd weil er is abgrebrüht.
Wenn erm dabei irgendwas erregt dann nur wenn's einen ordentlich zerlegt.
Ein Sturz bei 120 km/h, entlockt ihm ein erfreutes 'Hoppala'
Und liegt ein Körper regungslos im Schnee schmeckt erst so richtig der Kaffee

Es lebe der Sport
Er ist gesund und macht uns hoart
Er gibt uns Kraft, Er gibt uns Schwung
Er ist beliebt bei Alt und Jung

Wenn einer bei der Zwischenzeit, sich zwanglos von am Ski befreit,
und es ihn in die Landschaft steckt, dass jeder seine Ohrn anlegt,
wenn er es überleben tut, dann wird er nachher interviewt.

Es wirkt a jede Sportart mit der Zeit a bisserl öd wenn es an Härte fehlt.
Autorennen sind da sehr gefragt weil hie und da sich einer überschlagt.
Gespannt mit einem Doppler sitzt man da, und hofft auf einen gscheitn 'Bummsera'
Weil du einen spektakulären Crash wird ein Grand Prix erst richtig fesch.

Es lebe der Sport
Er ist gesund und macht uns hoart
Er gibt uns Kraft, Er gibt uns Schwung
Er ist beliebt bei Alt und Jung

Explodieren die Boliden, ist das Publikum zufrieden
Weil ein flammendes Inferno, schaut man immer wieder gern a
Heiterkeit auf der Tribüne, das ist doch am Sport das Schöne.

Es lebe der Sport
Er ist gesund und macht uns hoart
Er gibt uns Kraft, Er gibt uns Schwung

Es lebe der Sport
Er ist gesund und macht uns hoart
Er gibt uns Kraft, Er gibt uns Schwung.