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Samstag, 31. März 2012

Windeier?

Kurz vor den Osterfeiertagen hängen sie überall an den Ziersträuchen, den Bäumen und den Büschen: die bunten, die bemalten und beklebten Eier. Ob aus Plastik oder in Kalkschale. Ein Schmuck in den noch kahlen Gärten und Vorgärten.

Was an Eiern von den Sammelwütigen aufgehängt wurde, hat der böige Wind in den letzten Tagen ordentlich durchgerüttelt. So manches Ei wurde dabei noch vor Ostern flügge.



Während sich die Freiland-Ostereier den heftigen Wind um die Schale blasen lassen mussten, hatten es die Geeierten im Hause doch etwas ruhiger. Hier lauerte die Gefahr, die Contenance verlieren zu können, eher bei dem Auftauchender der drei Stubentiger und beim Anblick der strangulierten Osterhäsin.



Der Zaun: Ein Versuch, die sozialen Probleme zu retouchieren?

Als ich gestern die Recherchen zu dem Post über den G8-Wahnsinn, der vor knapp 5 Jahren in Heiligendamm von der Merkel-Regierung veranstaltet wurde,beendet hatte, blieb mir ein Artikel in der " Zeit Online " vom 29.09.2011 in Erinnerung.
In diesem Artikel geht es um eine Massnahme des Bezirkamts Hamburg Mitte, das unter einer Betonbrücke einen Metall-Absperrzaun installieren ließ, um dort die Obdachlosen zu vertreiben. Dort steht zu lesen:


Einen Betrag von 118.000 Euro ließ sich Hamburg-Mitte Maßnahmen gegen Obdachlose unter einer Brücke kosten. Um einen meterhohen Zaun entbrannte ein erbitterter Streit.  


Weil an den Hamburger Landungsbrücken täglich eine Menge Touristen spazieren gehen, sorgt sich die Freie Hansestadt Hamburg um ihr Image als weltoffene Metropole mit einem großen Herz für Touristen. Diese essen Fischbrötchen mit Remoulade und gucken auf die Schiffe. "Mensch, ist Hamburg schön!", sagen sie dann, und sie sollen ja auch nur das Schöne sehen.
Damit verhalten sie sich wie Millionene andere, die in den ungezählten Städten dieses Globus herum touren, um das Besondere zu erleben.
Ein paar hundert Meter entfernt steht die Kersten-Miles-Brücke. Benannt ist sie nach einem mittelalterlichen Bürgermeister der Stadt, der den legendären Störtebeker und andere Seeräuber köpfen ließ. Ein durchaus imposanten Stück Hansestadt Hamburg. Unter der Brücke schliefen bis zum 22. September 2011 mehrere Dutzend Obdachlose, die meisten von ihnen kamen aus Osteuropa. Die waren plötzlich weg. Stattdessen steht jetzt ein meterhoher Zaun. 18.000 Euro hat er den Bezirk Mitte gekostet. Der Bezirksamtsleiter Markus Schreiber ( SPD ) ließ ihn rund um den ehemaligen Schlafplatz bauen, damit die Obdachlosen dort nicht mehr übernachten können. Jetzt herrscht in Hamburg helle Aufregung.
Gegenüber den Medien formuliert Lars Schmidt - von -Koss als als Sprecher des Bezirkamts Mitte es deutlich: "Wir mussten handeln, Es ist nicht so, dass  von hier keine Gefahr ausgeht ". Es habe zahlreiche Beschwerden über Verunreinigung gegeben, außerdem mehrere Straftaten unter den Obdachlosen. Einen Fall von Totschlag und eine Vergewaltigung im Jahr 2010 bestätigte zwar die Hamburger Polizei, die vielen Beschwerden hingegen nicht.

Der Zaun ist nicht die erste Maßnahme gegen die Obdachlosen, und bei weitem nicht die teuerste. Zuvor wurden unter der Brücke zwei Bunker entfernt, ein künstliches Flussbett angelegt und Wackersteine eingepflanzt. Das kostete die Bezirksversammlung 100.000 Euro. Doch es half nicht. Die Obdachlosen kamen wieder und breiteten ihre Schlafsäcke aus.
Nun steht da der ominöse Zaun. Und der zeigt nicht nur Wirkung, sondern hat eine Symbolkraft, die längst über Hamburg hinaus strahlt. Es gibt Menschen, die regt er furchtbar auf. Für sie ist der Zaun ein Symbol der Ausgrenzung, der Unmenschlichkeit. In den vergangenen Tagen gingen mehr als tausend Menschen deshalb auf die Straße. Die Zauntür wurde aus der Verankerung gerissen, jetzt ist sie wieder eingebaut und zusätzlich verschweißt. Jeden Tag legen Menschen Kränze und Blumen nieder und hängen Protestplakate auf. Der Kiez-Pfarrer Sieghard Wilm stellte dazu fest: " Einer Gesellschaft, der nichts anderes einfällt, als einen Zaun zu bauen´, gibt sich selbst ein Armutszeugnis. " Auf  der Internetplattform Facebook hat sich längst Widerstand formiert, sogar einen Rap-Song gegen den Metallzaun. : "Der Zaun muss weg und Schreiber auch." Für Samstag ist die nächste Demonstration angekündigt.

Der Sprecher Schmidt-von - Koss dazu: "Wir haben die Symbolkraft des Zauns unterschätzt. Aber mir mussten etwas tun." Ob man denn nun überall einen Zaun bauen wolle, wo die Obdachlosen von der Kersten-Miles-Brücke sich niederlassen. "Nein", sagt Schmidt-von-Koss.
Einige Zeit danach ging das Gerücht um, Schreiber habe eingelenkt, der Zaun werde wohl bald wieder Geschichte sein. Bei einem heftigen Streit in der Hamburger Bürgerschaft griffen Mitglieder aller Parteien den Bezirksmatsleiter Schreiber an. "Dieser Zaun wirft ein Licht auf diese Stadt, das sie nicht verdient", stekkte selbst Sozialsenator Detlef Scheele fest und kritisierte seinen Genossen Schreiber. Er fürchtet einen Imageschaden für die Stadt, die doch so weltoffen sein will. DIE LINKE forderte gleich Schreibers Rücktritt, die CDU unterstellte ihm Geltungssucht. Die anderen Bezirksleiter Hamburgs solidarisierten sich allerdings mit ihrem Kollegen.

Der Hamburger Absperrzaun diskreditiert aber die Bewohner der Stadt selbst, deren Bestreben es nach den Behauptungen eines Hamburger Stadtführers sei, auch unterschiedliche Menschen nebeneinander leben zu lassen: " Hier lebt jung und alt, arm und reich zusammmen. Die Menschen können hier überall hin, und nicht wie in Bayern, wo dort ständig geschrieben steht: " Privat. Betreten verboten!"

Der Absperrzaum scheint aber einen anderen, einen bajuwarischen Weg eben, aufzeigen zu wollen. Und so lässt sich das Handeln des Bezirksamtsleiters Schreiber in der Traumdeutung so erklären: 

Zäune in Träume stehen meist für soziale Barrieren oder Klassenschranken,- möglicherweise spiegeln sie jedoch auch das Bedürfnis des Träumenden nach Privatheit wider. Vielleicht ist er sich der Grenzen, die ihm eine Beziehung auferlegt, bewußt und spürt ihre einschränkende Wirkung auf sein Leben. Andererseits könnte der Zaun ein Symbol für die Schwierigkeiten sein, die der Träumende damit hat, sich selbst auszudrücken. Zaun kann für das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit stehen. Oft erkennt man darin auch Hindernisse, die man manchmal selbst errichtet hat, weil man sich zu wenig zutraut und dadurch selbst einschränkt.




Na, denn Hummel, Hummel; Herr Schreiber!

Donnerstag, 29. März 2012

Das Ende einer Nacht : Am Ende schlecht gemacht.

Auf der Suche nach immer neuem Stoff für alt bekannte Themen, wird so mancher Drehbuchautor auch in den Niederungen der bundesdeutschen oder sogar internationalen Justiz fündig. Quoten geile Intendanten und über bezahlte Programmdirektoren sind ständig bemüht, sich von der Konkurrenz abzuheben. Das gelingt meistens nicht.

Die einfallslosen Kriminalserien, in denen der Mord, das Schießeisen und der SEK-Einsatz zum alltäglichen zählt, werden von keinem Glotzer mehr als besonders spektakulär empfunden. Auch die Weißkittel- Schmonzetten und abgegriffenen Klinik-Soaps biten längst nichts Neues.
Da könnte der Rückgriff auf eine Berufsgruppe hilfreich sein, die sonst eher im Verborgenen ihre Skandale produziert: die Justiz.

Die Ödnis der Gerichtsshows hat der Zwangsgebührenzahler und Brüll-Müll-Werbungsgeschädigte seit einigen Jahren durch wandert. Von den Ursprüngen ( ARD:  " Das Fernsehgericht tagt " ab 1961,  ZDF: " Ehen vor Gericht "  im Jahre 1970 ) über und " Streit un drei " bis zu den Versuchen der Privaten ( SAT 1: " Richterin Barbara Salesch ", " Richter Alexander Hold ", RTL: " Das Jugendgericht ", " Das Strafgericht " ) sind mittlerweile nur noch die SAT 1 - Sendungen übrig geblieben, die durch eine Zwittergestalt "Lenßen und Partner " ergänzt weren. Mit der Realität haben jene Billig - Produkte schon lange nichts mehr gemein.

Irgendwo dazwischen liegen die ungezählten Versuche, die enorme Bandbreite der Justizfälle cineastisch aufzupolieren, in Gestalt des Justizdramas. Einer jener Fersehbeiträge wurde am 26. 03. 2012 ab 20. 15 Uhr vom ZDF gesendet.
 "Das Ende der Nacht" handelt von einem Software-Millionär und SM-Praktiker mit subtiler Doppelbödigkeit. Weil in den ersten Minuten des Films eher eindeutige, auf Gewalt hinweisende Sequnezen eingespielt werden, wird der Zuschauer sofort zum " Judge Dredd " im Kleinformat. Er wünscht diesem Mann erst mal alles Schlechte auf der Welt. Tatsächlich wird der Muliti-Millionär von der sofort einschreitenden Polizei fest genommen. Ob dieses durch einen - im höchsten Einsatz für die angeblich verletzte Ehefrau - die Schlafzimmertür eintretenden Hauptkommissar erfolgen muss, erscheint einem Praktiker eher zweifelhaft. Meist sind es junge oder jüngere, den Nachtdienst schiebende Beamte, die zu solchen Einsätzen erscheinen.

Der cholerisch wütende Multimillionär mit Namen Lamberg wird in U - Haft genommen und dann von einem Rechtsanwaltsbüro aus Berlin vertreten, mit dessen Kanzleiinhaber er - wie selbstverständlich - eng befreundet ist. Gleiches gesellt sich hier schon zu Gleichen. Die Strafsache wird durchgängig auf aller höchstem Niveau abgewickelt. Es geht zwar in jenem Fall nicht um Mord und Totschlag, sondern um eine profane Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.
Lambert outet sich jedoch als Machtmonster eine Facette der Verletzlichkeit abzuringen. Wenn er verzagt schweigt, wenn er wie ein in die Enge getriebenes Tier hilflos um sich schaut, dann könnte man tatsächlich glauben: Ja, dieser Mann ist Opfer einer Intrige geworden.
Lamberg steht vor Gericht, weil seine Frau (Katharina Lorenz) behauptet, er habe sie vergewaltigt. Am Anfang des Films haben wir gesehen, wie die Polizei nach einem Notruf in die Wohnung des Paares eingedrungen ist. Er steht mit aggressiv aufgerissenen Augen und blutigem Bademantel an der Haustür, sie kauert mit Beulen im Gesicht auf dem Boden des Schlafzimmers. Die Lage scheint eindeutig. Aber die Zeugen, die den Abend mit dem Ehepaar Lamberg verbracht haben, berichten Widersprüchliches. Je länger der Prozess dauert, desto stärker wackelt die Anklage.
Hierin lassen die medien-wirksamen Verfahren gegen den einstigen ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann in der BRD und den noch spektakuläreren Prozess gegen Dominik Strauss Kahn in den Vereinigten Staaten durchaus erkennen.
Obwohl beide Rechtssysteme nur bedingte Gemeinsamkeiten aufweisen.

Das Finale dieses Films ist indes weniger dramatisch: Der Untersuchungshaftbefehl wird aufgehoben, der Multi-Millionär freigesprochen. Zweifel an seiner Unschuld blieben indes immer noch; selbst bei der unterkühlt und abgebrühten Verteidigerin. Eva Hartmann (Ina Weisse), die zwar auf die Unschuld ihres Mandanten pochen muss, weil sie von der Kanzlei so gepolt wurde und sie es auch einfach als ihre anwaltliche Pflicht sieht.Hartmann nimmt mit  kühler Präzision die Beweiskette der Anklage auseinander.
Das gelingt nicht jedem Pflichtverteidiger, zumal die dort zu erwartenden Gebühren, nicht eben die Motivation für eine engagierte Verteidigung fördert. Jedoch ist der wohlhabende Angeklagte alle Male willens und in der Lage, ihr vereinbartes Honorar zu zahlen.

Die Vorsitzende Richterin Katharina Weiss (Barbara Auer), die dafür bekannt ist, dass sie Männer besonders hart bestraft, zeigt sich in dem völlig überzogenen Duell zwischen beiden Frauen, dann doch als geschlagen. In dubio pro reo? Vielleicht. Vielleicht war es aber auch die solchen Verfahren intendierte Ungewissheit, durch den BGH eine schmerzende Abfuhr erteilt zu bekommen, in dem das Urteil kassiert und die Strafsache an eine andere Kammer eines anderen Landgerichts zurück verwiesen wird. Aua, denn das könnte bei der Beurteilung durch den Landgerichtspräsidenten als unmittelbarer Dienstvorgesetzer negativen Eindruck erwecken. So lässt sich die Vorsitzende in diesem Fall nicht von ihrer üblich harten Gangart gegen Männer mit Geld und Macht leiten, auch wenn sie das geliebte Recht, die Juristin sieht es von jenen bedroht, die glauben, es einfach mittels teurer Anwälte kaufen zu können, hier anders auslegen muss.

Die beiden Hauptbeteiligten des mutmaßlichen Verbrechens hatten bereits ein Mal versagt: Ob Strafverteidigerin Hartmann oder Richterin Weiss - beide sind bei aller beruflichen Erfüllung auch Opfer ihres Strebens nach Recht. So hat die Anwältin einst einen Vergewaltiger rausgeboxt, der in Wirklichkeit schuldig war und auf freiem Fuß eine weitere Tat beging, während die Richterin einen Unschuldigen in den Knast brachte, der dort fünf Jahre schmoren musste, bevor das Fehlurteil revidiert wurde.
Traum und Traumata des Rechtsstaats: die beiden Juristinnen tragen beides in sich - und versuchen beides gegeneinander auszuspielen. So wird dieser Fall um maskulinen Machtmissbrauch als Duell starker Frauen in Szene gesetzt, in dem Männer nichts zu melden haben. Immerhin, das riecht in diesem Versuch, ein zermürbendes Justizdrama zu zeigen, ein wenig nach Gerechtigkeit.

Der sonst immer gewählte Ausruf „Einspruch, Euer Ehren!“, den es im deutschen Strafrecht überhaupt nicht gibt, der.nur durch amerikanischen Gerichtsfilme geistert und in den deutschen Sprachgebrauch eingeflossen ist, kommt in dem Film nicht vor. Er wird heute aber gerne in schlechten bis  mittelmäßigen deutschen Filmen gebraucht. Gleiches gilt für den juristischen Begriff des Durchsuchungsbefehls, der bereits inflationär durch sämtliche Krimi-Serien georgelt wird, aber in der juristisch korrekten Begrifflichkeit " Durchsuchungsbeschluss " heisst. Weil es so gut klingt und einen Hauch von Internationalität vermitteln soll, vermischen einige juristische Laien, das anglo-amerikanische Recht mit dem hiesigen. Auch das Duell der Anklage gegen die Verteidigung, wird aber im bundesdeutschen Strafrecht auf einen Kampf mit ungleichen Waffen reduziert. Etwas, was das bundesdeutsche Strafrecht auf den Punkt bringt, was auch in Deutschland die Rechtsfindung ausmacht: ist das Tauziehen der beiden Parteien Staatsanwalt und Verteidiger ) um die Wahrheit. Der Richter als Ansprechpartner und Schiedsrichter dazwischen.
Nicht immer fällt das Urteil in der absoluten Gewissheit einer Schuld. Wenn der Angeklagte schweigt, sich die Zeugen widersprechen, das Opfer sich unglaubwürdig macht, der Tathergang unbeobachtet blieb, die Polizei bei der Beweisaufnahme ungenau war, die Staatsanwaltschaft Fehler macht, die Verteidiger geschickt sind, kommen wie im Fall Kachelmann erst Zweifel auf und dann Freisprüche zustande, die aus Mangel an Beweisen gefällt werden müssen. In dem neuen Film von Matti Geschonneck geht es genau darum. Und weil es ein kluger, präziser und sorgsam gemachter Film ist, kommt er ohne jede Andeutung auf das prominente Vorbild und ohne das „Einspruch, Euer Ehren“ aus.
Auch wenn es die zu oft und zu lange gezeigten außergerichtlichen Dialoge zwischen der Vorsitzenden Richterin und der Verteidigerin in jener epischen Länge kaum gibt, hebt sich der Film wohl tuend von dem sonstigen Einheitsbrei ab.
Nur das " Dicke Ende " verkommt eher in einem nebulösem Gewirr von Handlungssträngen und zeigt, dass der Freispruch aus dem blauen Himmel heraus auf den - ach so geschundenen - Millionario fällt.
Schade!
Seine Frau indes bricht nach der Urteilsverkündung zusammen und wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Wer hilft ihr danach, wenn sie das Geschehene nicht verarbeitet?

Montag, 26. März 2012

Ältere Herren, auf jung getrimmte Damen, öder Einheitsbrei.

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    Der Donnerstagabend ist für viele Mühsamen und Beladene bereits schon der Beginn des anstehenden Wochenendes, denn in vielen Bereichen der Industrie und Verwaltung fällt am darauf folgenden Freitag manchmal ab 14.00 Uhr der Schraubenschlüssel. Fallen gelassen wird auch der Bleistift oder der PC wird herunter gefahren. Für die Mehrzahl der Pendler kann es auch ab 18.00 Uhr heißen: " Drivin´home " auf der A4, A9 oder A2 in Richtung Osten.

    Deshalb geben sich die Fernesehverantwortlichen nicht sehr große Mühe, um das Programm ein wenig bunter zu gestalten. Die ÖR biedern sich sehr oft mit irgendwelchen Fernsehfilmen - teilweise im 2. oder 3. Aufguss - an und die Brüll-Werbungssender im Tuschkasten - Outfit orgeln ihre dämlichen Soaps und Pseudo-Lebenshilfevorführshows herunter.
    Gähnende Langeweile im HDTV - Format und noch bis zum 01.04.2012 in analoger Qualität.

    Da tut es den geschundenen Augen gut, wenn sie zumindest durch ein wenige Musik, die für die tauben Ohren bestimmt ist, als Entlastungsmedium erhält.
    So geschehen am 22. 03. 2012 ab 20.15 Uhr in der " Alten Tante " ARD.
    Da traf sich, wer sich noch halbwegs auf den Beinen halten konnte bei der "Echo"-Verleihung. Unter der Fuchtel der GEZ-Gebührenalimentierten aus den 11 Sendeanstalten und 55 Rundfunkprogrammen räumten dieses Mal nur die Altstars im bundesdeutschen Showbiz ab. Der angebliche Mainstream-Musikstil klang dabei lediglich kurz mal an, wurde aber sehr schnell von der Garde der Oldies aus den 70er bis 90er Jahren schnell zu Seite gedrückt. Das ist gut so, denn das schwachsinnige Deutsch-Pop-Gejammere aus den ungezählen Rundfunkkanälen versetzt einem Musikfreund in ein Dauerdelirium.
    Weil die Sendung " Echo - Verleihung 2012 " hieß, durfte natürlich auch der Verstorbenen gedacht werden. Die Leistungen derer, die nicht mehr bei uns sind, lässt sich - mit Ausnahme von " Joopi " Heester - gar nicht hoch genug einzustufen.

    Dennoch erschien die Veranstaltung seltsam dröge und unspektakulär.
    Immerhin die Moderatorinnen Barbara Schöneberger und Ina Müller  gaben sich redlich Mühe, die blutleere Veranstaltung ein wenig aufzupeppen. So quälte sich der " Echo " -  Abend über 2,5 Stunden hin und ergoss sich im finalen " Verdamp´lang her " der Kölner Gruppe " BAP ". Immerhin etwas nostalgisches mit Sinn und Drive.

    Dabei waren zuvor auch Ex - Provokateure aus dem Dunstkreis der schimmeligen,braunen Soße, wie die Truppe " Rammstein ", um den Oktaven-Killer Marilyn Manson, der nicht gerade unumstritten ist. So schrieb der " SPIEGEL " - in einer beißenden Veranstaltungskritik: "..Von Maryln Mason. mag man halten, was man will - als Sänger von Rammstein ist er eine Niete. Und Rammstein wirken ohne Till Lindemann ungefähr so bedrohlich wie ein kopfloses Huhn. "
    Nun, Lindemann ist inzwischen mit der 26 jüngeren Tochter der Schauspielerin Simone Thomalla, Sophie Thomalla liiert und auch nicht jünger geworden. Die Fangemeinde indes ist zwar mit der Zeit gegangen, jedoch nicht mit der Technik, wie sich beispielsweise aus diesem Thread heraus lesen lässt:

     http://forum.metal-hammer.de/showthread.php?t=642

    Jenseits der computerisierten Rechtschreibprogramme besteht eben immer noch ein gerüttelt Maß an Kreativität, auch wenn die Schwermetallmusik da eher einfältig erscheint.

    Den musikalischen Höhepunkt bei der "Echo"-Verleihung lieferten dann doch eher BAP und Wolfgang Niedecken, der für sein Lebenswerk geehrt wurde und mit Clueso, Campino und Thomas D auf der Bühne stand. Der durch den kürzlich erlittenen Schlaganfall noch sichtlich mitgenommene spielte zusammen mit den Obengenannten sein Stück " Verdamp´lang her ", wobei sein Auftritt dabei durchaus als Metapher auf die längst vergessene Zeit gehört werden könnte, als die Plattenindustrie noch so etwas wie Geld verdient hat: "Verdamp´ lang her".Eben!

    Die obligatorischen eingebauten, blöde Skandale gab es auch. Wenn auch in wohl dosierter Form. So lässt sich das Auge des Betrachters liegt nicht darüber hinweg täuschen, dass der "Skandalrapper" Sido keiner wäre, wenn er nicht  ganz unanständig mit der phallischen Trophäe spielt? Oder wenn die beiden professionell aufgekratzten Moderatorinnen Ina Müller und Barbara Schöneberger sich sekundenlang auf den Mund küssen? Jedenfalls produzierten sich die beiden in ihren Zoten, wohl wissend, dass es ihnen viel Mühe kostet, die - wie immer - dröge Veranstaltung ein wenig aufzulockern. So ganz nebenbei brachte es denn auch die quatschige Schöneberger auf den Punkt, warum es die "Echo"-Verleihung überhaupt noch gibt:  Das Kind als Hochamt der Tonträgerindustrie krankt: zwar an dem großen Ganzen, weil dessen Leben auf  natürlich nur auf Verkaufszahlen basiert. Natürlich, worauf sonst? Wer keine Kohle verdient, kann keine Unterhaltung für Leute herstellen, die auf die Frage nach ihrer Lieblingsmusik mit dem Namen ihres favorisierten Formatradiosenders antworten. Öder ist ein Musikgeschmack wohl kaum zu definieren.

    Deshalb fühlte man sich über weite Strecken wie auf einer langen Fahrt über die nächtliche Autobahn, wenn die Musik trotz wechselnder Sender immer gleich bleibt. Das Niveau der abgenudelten Stücke noch unter irdischer ist, als die Moderation im Elmar-Gunsch-Sing-Sang. Da bleibt dann "für jeden was" dabei, von Industrial über Techno und HipHop und R'n'B und Punk bis zur volkstümlichen Musik, die sich vom befindlichkeitsseligen Deutschpop kaum mehr unterscheidet. Sinnfreie Texte aus der Klippschule im digitalisierten Zeitalter für Teens, Twens sowie Ewigjunggebliebene, deren Geschmäcker sich wie ein Hamster im Laufrad verhalten. Alles schon mal da gewesen!

    Aus sämtlichen verkäuflichen Genres das Bestverkaufte. Ein " the very best of the best " auf  niedrigem Niveau. Seltsame Dinge fallen auf, wenn alles wahllos hintereinander weggespielt wird. Silbermond klingen ja interessanter als die Toten Hosen! Dazwischen liegen immerhin mehr als 2 Dekaden und mindestens auch 2 Generationen. Frida Gold sieht mit Glatze toll aus! Das Debüt-Album " Luxus " reisst selbst die Träller-Liese Marianne Rosenberg nicht vom Sessel, denn die Lieder hören sich irgendwie gleich an. Und intellektuell hat sich nach 40 Jahren Zeitunterschied auch nicht sehr viel getan ( " Mit meinem Style drücke ich meine Emotionen aus ", stellt die talentfreie Sängerin Alina Süggeler fest ). Casper krächzt sogar dann heiser, wenn er normal spricht ( Was wohl daran liegt, das der geborene Lipperländer aus Bösingsfeld immerhin in Georgia den Kaugummi-Slang der Yankees erlernt, jedoch nicht gelernt hat ). " Uns Udo Lindenberg " nuschelt gar nicht so schlimm, wenn er wirklich etwas wichtiges sagen will ("Hinterm Lebenswerk geht's weiter, und wie das weitergeht, yeah!"). Und der Text des von der US-Amerikanerin Lana del Reys gesäuselten Hit  "Video Games" klingt ohne die Hochglanzproduktion der Single noch müder, so, wie sich die gesamte Veranstaltung dem Musikinteressierten zeigte.

    Wegen der nach Quoten hechelnden ARD - Intendanz ist leider mit einer Wiederholung im folgenden Jahr zu rechnen.


    Freitag, 23. März 2012

    Der Deutschlandfunk feiert: 50 Jahre einig in dem Recht für die Freiheit?


     Was geschah am 01.01.1962?In Hamburg wurde in dem einstigen Ohnesorg - Theater der Schwank " Tratsch im Treppenhaus " uraufgeführt, in Partenkirchen gewann der bundesdeutsche Skispringer Georg Thoma den dortigen Wettbewerb im Rahmen der Vierschanzentournee und in Köln sendete der Deutschlandfunk zum ersten Mal.
    Deutschlandfunk, dass war zunächst ab dem 1. Januar 1962 eine öffentlich rechtliche Sendeanstalt mit einer damals biederen Programmstruktur. Der Schwerpunkt lag schon damals in den Bereichen der Informationsübermittlung. Die wenigen Musikbeiträge bestanden aus Schlagern, Operetten und Tanzmusik sowie Volksmusik.
     Später wurde sendete der Deutschlandfunk zeitgemäße Unterhaltung, wie etwa die Hitparade.
    Der von Adenauer unterstützte Sender hatte eine klar umrissene Richtung:

    Laut Bundesgesetz vom 29. November 1960 war der Auftrag des Deutschlandfunks, in einem deutschsprachigen und einem mehrsprachigen Europa-Programm, ein „umfassendes Bild Deutschlands“ zu vermitteln. Darunter wurde natürlich das bereits in der Präambel der BRD Grundgesetzes gesteckte Ziel der Wiedervereinigung verstanden. Demnach war der Deutschlandfunk ein westdeutscher „Wiedervereinigungssender“ mit einem „Integrationsauftrag ". Danach wurden auch die Sendungen sowie die
    Inhalte ausgerichtet. Der Deutschlandfunk definierte sich von Beginn an über die Information über den besseren, den westdeutschen Teil Deutschlands.

    Deshalb versprach Intendant Starke den Menschen jenseits der innerdeutschen Grenze „die entpolemisierte und entgiftete Wahrheit“. Die Hörer in Ostdeutschland sollten von unabhängigen, freien Journalisten über politische und kulturelle Entwicklungen informiert werden.
    Sicher waren die einstigen Sendungen und deren verantwortliche Redakteure, Moderatoren und die Beiträge der Journalisten formal nicht durch eine staatliche Bevormundung in ihrer Berufsausübung behindert, dennoch gab es eine Kehrseite der vom Grundgesetz garantierten Meinungs - und Medienfreiheit: Der Adenauer-Staat duldete keine Opposition und schon gar keine Kritik an der praktizierten Politik.
    Deshalb oktroyierte Adenauer der bundesdeutschen Medienlandschaft, eine von seiner Partei, der CDU, beherrschte Rundfunkanstalt sowie das Zweite Deutsche Fernsehen auf. Er wollte damit verhindern, dass mediale Regierungsopponenten über die wenigen Rundfunkanstalten und das Erste Deutsche Fernsehen zu viel Einfluss in die öffentliche Meinungsbildung erhalten.

    Der Deutschlandfunk war bis zur Wiedervereinigung das Flaggschiff dieser Medienpolitik.

    Was  zunächst nur über Mittel- und Langwelle ausgestrahlten 24-Stunden-Vollprogramm möglich war, nämlich die Verbreitung von Nachrichten, die im Kern zwar nicht tendenziös waren, jedoch sehr wohl selektiert wurden, wurde später auch über die UKW-Frequenzen fort gesetzt.
    Als erste deutsche Rundfunkanstalt setzte der Deutschlandfunk 1964  die Nachrichten im Stundentakt. Dazwischen standen hauptsächlich Programme über  Politik und Wirtschaft. Kultursendungen nahmen etwa ein Drittel der Sendezeit ein. Neben die aktuelle Berichterstattung wurde eine Vielzahl an Fach- und Hintergrundsendungen gesetzt. Im Stil der Zeit aber auch Unterhaltungs- und vor allem Musik-Wunschsendungen, die eine Gruß-Brücke zwischen Ost und West schlagen sollten.
    Der Deutschlandfunk richtete sich deshalb  in den ersten zehn Jahren vornehmlich an die Bürger in der DDR.
    In den 70er Jahren erhielt der Deutschlandfunk erstmals UKW-Frequenzen und wurde im westlichen Teil Deutschlands besser empfangbar. Damit gewann er immer stärker an Gewicht als Programm zur politischen und  kulturellen Information.
    Der Höreranteil wurde jedoch immer geringer.

    Am 1. Januar 1992 wurde mit dem Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland die Vereinheitlichung des Rundfunkwesens für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland endgültig vollzogen. In der ehemaligen DDR gründeten sich Landesrundfunkanstalten der ARD. Der Auftrag an den Deutschlandfunk war mit der Wiedervereinigung Deutschlands eigentlich entfallen.Durch die Zusammenlegung anderer Rundfunksender wird über den Deutschlandfunk nun  in ganz Deutschland über die Politik und das kulturelle Geschehen aus allen  Ländern zu informiert.
    Ab 1994 geht der Deutschlandfunk (Köln) mit dem Berliner RIAS und dem ehemaligen DDR-Programm Deutschlandsender Kultur unter ein Dach im neu gegründeten "Deutschlandradio" .  Mit dieser ersten Fusion im öffentlich-rechtlichen Rundfunk entstand in Deutschland als neues Medienunternehmen ein nationaler Hörfunk.
    Im Deutschlandradio und neben Deutschlandradio Kultur (Berlin) - seit 2010 auch neben DRadio Wissen, das digitale Programm über Internet, Satellit, Kabel und DAB - wurde der Deutschlandfunk seit 1994 strategisch weiter zum führenden Informationsprogramm in Deutschland ausgebaut. Die aktuellen Sendungen, nicht nur die wichtigen „Informationen am Morgen“, wurden erweitert und auf das Wochenende ausgedehnt, neue Sendungen für junge Hörer wie „Campus und Karriere“ oder „Corso“ wurden entwickelt. Der Wortanteil des Programms beträgt rund 75 Prozent, ein Vollprogramm auch mit einem starken Angebot an journalistisch aufbereiteter Kultur. Es entstanden Konzertreihen (Grundton D, Raderberg-Konzerte, Forum Neuer Musik), in denen neben der Darbietung von Musik die journalistische Information über die Musik steht. Trotz zunehmender Konkurrenz hat der Deutschlandfunk dabei kontinuierlich mehr Hörer angezogen. Er wird derzeit von 6,4 Millionen Menschen regelmäßig und fast 1,6 Millionen Menschen täglich gehört.50 Jahre Deutschlandfunk sind kein Grund zum Feiern. 
    Der Sender ist nach wie vor unkritisch. Wer sich die so hoch gejubelten neuen Formate täglich anhört, kommt schnell zu dem Ergebnis, dass es keine miserablen Studienbedingungen gibt, sondern den überfüllten Hörsälen mittels moderner Techniken entgegen getreten werden soll. Akademikerarbeitslosigkeit ist in der Sendung " Campus und Karriere " überhaupt kein Thema.
    Ebenso wenig sind massive Etatkürzungen in den Bereichen von Bildung und Kultur ein Thema für die Journalisten des DLF.


    Dennoch lobhudeln die DLF-Verantwortlichen:

    „Das Politische  ist mehr als die Aktualität, dies ist auch das weite Feld der Kultur und der gesellschaftlichen Phänomene. Es ist all das an Wissen und Informationen, was wir in immer komplexer werdenden gesellschaftlichen Zusammenhängen zu unserer eigenen Entscheidungsfindung benötigen und dessen Vermittlung der Kern unseres Auftrages ist."
    Und fordern folgerichtig:

    " Doch entscheidend ist die Zukunft. In der Deutschlandradio weiterhin ein Sender mit Programmen bleiben muss,  die von den Menschen als wertvoll und als unverzichtbar erachtet werden. Programme, deren Angebote relevant sind. "

    Tatsächlich? Mit den ständig höheren Rundfunk - und Fernsehgebühren, die zwangsweise über die GEZ in Köln eingetrieben werden und gegen deren Entrichtung sich kaum ein BRDler zur Wehr setzen kann, muss die Frage gestattet sein, ob solche antiquierten Spartensender überhaupt noch zeitgemäss sind?
    Hier sollte der Grundsatz: " Weniger ist mehr " gelten. Sender, wie den DLF hört kaum noch Jemand. Darüber hinaus sind die dortigen Formate langweilig, inhaltslos und ohne kritische Ansätze.
    Deshalb rechtfertigt sich der DLF und sein mit viel GEZ - Rundfunkgebühren geplegtes Image als Galiosfigur  gegen die einstigen Propagandasender der DDR, indem in schöner Regelmäßigkeit olle Kamellen aus den 60er, 70er und 80er Jahren gesendet werden.
    Beispiel:


    Reiner Kunze:

    Menschenbild (I)

    Lehrer: Sie kommen immer in so schmutzigen Pullovern zur Schule.
    Schülerin: Entschuldigen Sie, aber Sie beleidigen meine Mutter.
    Lehrer: Ich meine doch nicht, daß die Pullover nicht gewaschen sind. Aber Sie tragen so dunkle Farben.
    Schülerin: Ich bin blond.
    Lehrer: Ich wünsche, daß die Schüler meiner Klasse optimistische Farben tragen. Außerdem sehen Ihre langen Haare unordentlich aus.
    Schülerin: Ich kämme sie mehrmals am Tag.
    Lehrer: Aber der Mittelscheitel ist nicht gerade.

    Ort des Dialogs: Erweiterte Oberschule in G. Zeit: Zweihundertdreiunddreißig Jahre nach Hinscheiden Friedrich Wilhelms des Ersten, König von Preußen.

    Wie wäre es mit einem westdeutschen Lehrer-Schüler-Dialog aus den Endsechziger und Mittsiebziger Jahren?
    Voila´:

    Lehrer ( kommt schlecht gelaunt in die 8. Klasse der Volksschule ).
    Die gesamte Klasse steht wie von der Tarantel gestochen auf.

    Lehrer:  "Guten Morgen Klasse!"
    Klasse: "  Guten Morgen, Herr Lehrer! "
    Lehrer: " Setzen!"
    Die gesamte Klasse sitzt wie beim militärischen Drill wieder auf den Stühlen.
    Lehrer: " Trotz der gestrigen Faschingsfeier haben wir die Hausaufgaben für heute vorzulegen. "
    Ein Schüler meldet sich: " Aber ich habe gehört, dass die Hausaufgaben erst für morgen gemacht werden müssen."
    Lehrer: " Wer hat das gesagt?"
    " Schüler: " Der Schüler X Y Z hat es mir gesagt. "
    Lehrer geht wütend an den Tisch des Schülers X Y Z und zieht diesen mit einem kräftigen Griff an dem linken Ohrläppchen von seinem Stuhl.
    Lehrer fährt den Schüler an: " X Y Z steh auf ! "
    Lehrer brüllt den Schüler X Y Z an: " Hast Du gesagt, dass die Hausaufgaben nicht gemacht werden sollen? "
    Schüler: " Das habe ich nicht so gesagt. Ich habe nur gesagt, ich denke, dass die Aufgaben erst für morgen gemacht werden müssen. "
    Lehrer holt mit der rechten Hand weit aus und schlägt dem Schüler X Y Z mit voller Wucht an die rechte Wange.
    Lehrer: " Setze Dich hin!"
    Schüler X Y Z setzt sich auf seine Stuhl; Tränen fließen an seinen Wangen herunter, auf dem rechten Ohr hört er kaum noch etwas.

    Ort des Geschehens: Klasse 8a der Volksschule in H., Zweihundertachtundzwanzig Jahre nach dessen Dahinscheiden.

    Es lebe die deutsch-deutsche Gemeinsamkeit, auch ohne den Propagandasender DLF!

    Mittwoch, 21. März 2012

    " Hoch die nationale Solidarität! " - Nur: Wie lange noch?



    In dem bevölkerungsreichsten Bundesland, in Nordrhein-Westfalen kracht es kräftig im Gebälk. Nicht wegen der gescheiterten Minderheitsregierung der Frau Hannelore Kraft, auch nicht wegen des Versuchs, des konturlosen Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Norbert Röttgen, den Wulff zu machen, und sich die Option einer Rückkehr in die Berliner Polit-Beletage, im Falle des Scheiterns als CDU-Spitzenkandidant bei der NRW-Wahl, offen zu lassen,nein, in den Niederungen der Kommunalpolitik bildet sich eine Volksfront wider der nationalen Solidarität.
      
    Mehr als 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung sehen die Oberbürgermeister der hoch verschuldeten Städte des Ruhrgebietes die Ziele der Einheit erreicht. Sie fordern deshalb ein Ende des Solidarpaktes Ost und die Umleitung des Geldes in den Westen.

    Was für ein Solidarpakt? Was für Geld? Welche Umleitung denn?

    Wenn der politisch Interessierte die Meldungen richtig interpretiert, dann ist einigen Herren der inzwischen namenlosen und glanzlosen Großstädten aus dem so genannten " Pütt ", die über mehr als 2 Dekaden erzwungene kommunale Ausgleichsabgabe, mit der der vom " Bimbes " - Kanzler propagierte " Aufbaus Ost " zum Zwecke der Schaffung " blühender Landschaften " und angeglichener Lebensverhältnisse, längst ein Dorn im Auge.
    Folgerichtig formuliert der Oberbürgermeister der Stadt des alten und neuen Deutschen Fußballmeisters und DFB-Pokalsiergers und der Bierbraukunst, der Dortmunder Ulrich Sierau es so:  

    ,,Der Solidarpakt Ost ist ein perverses System, das keinerlei inhaltliche Rechtfertigung mehr hat‘‘. Es sei nicht mehr zu vermitteln, dass die armen Städte des Ruhrgebietes sich hoch verschulden müssten, um ihren Anteil am Solidarpakt aufzubringen. ,,Der Osten ist mittlerweile so gut aufgestellt, dass die dort doch gar nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld. Und bei uns im Ruhrgebiet brennt der Baum.‘.

    Hoho, starker Tobak aus dem Munde eines Westfalen. Da stellt sich dem Durchschnittsostdeutschen doch die Frage, ob der Gelb-Schwarze je in den Neuen Bundesländern war oder er seine erhellenden Erkenntnisse nicht nur durch die zurück gelegte Strecke des Fingers über der Landkarte erhalten hat.  

    Aber auch der neugewählte Bundespräsident Joachim Gauck sekundiert Sierau bei seiner Forderung, wenn auch etwas moderater. Er hatte sich am Tag seiner Wahl dafür ausgesprochen, die Gelder für den Solidarausgleich stärker auf bedürftige Regionen in ganz Deutschland auszurichten. Es müsse hier mehr Fantasie entwickelt werden. Die Solidarität dürfe nicht nur richtungsmäßig und geografisch verortet werden. Verortet oder verordnet?  Tatsächlich hat die Große Koaliton im Jahre 2005 beschlossen, dass bis 2019 insgesamt 156 Milliarden Euro an Finanzhilfen durch den Bund, die Länder und Kommunen, unabhängig von deren Finanzsituation aufzubringen sind. Das sind natürlich Belastungen, die zusätzlich auf die Kommunen zukommen, ohne dass hier ein sichtbarer Gegenwert erkennbar wird. So regt denn der frisch gewählte Bundespräsident an: " Da wo wirklich eklatante Notstände sind, da muss etwas passieren.“
    Leichter gesagt als getan.

    Von den 400 Kommunen in NRW können nur 8 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. Der Rest ist verschuldet, zum Teil so hoch, dass der finanzielle Kollaps droht. Hierzu zählen:

    Die Stadt Essen ist mit 2,1 Milliarden Euro verschuldet, ein Drittel davon wurde durch die Beiträge für den Solidarpakt verursacht.
    Duisburg musste in den vergangenen Jahren Kredite im Wert von einer halben Milliarde Euro aufnehmen, um die Finanzhilfen für den Osten zu bezahlen.
    In Oberhausen, der am höchsten verschuldeten Stadt Deutschlands, sind es 270 Millionen Euro.

    Soweit, so schlecht.

    Aufgrund der prekären Finanzlage äußern sich denn auch einige Stadtoberhäupter so:

    ,,Es muss Schluss sein mit der Verteilung nach Himmelsrichtung‘‘, sagte Oberhausens Oberbürgermeister Klaus Wehling.
    ,,Der Solidaritätspakt ist nicht mehr zeitgemäß. Künftig muss die finanzielle Situation als Kriterium für die Hilfe entscheidend sein‘‘, sagte Essens OB Reinhard Paß (SPD).

    Frank Baranowski, Oberbürgermeister von Gelsenkirchen und Chef der Ruhr-SPD, fordert von der neuen Landesregierung eine Bundesratsinitiative zur Abschaffung des Solidarpaktes. ,,Wir können nicht bis 2019 warten.‘‘

    Folgt dem vor einigen Jahren viel geschmähten " Jammer - Ossi " nun der " Jammer - Wessi "?

    Kritisch stellt denn der Gelsenkirchener OB fest, dass das Ziel des Paktes die Angleichung der Infrastruktur des Ostens an das Niveau in Westdeutschland gewesen sei und behauptet dann schlankweg:  ,,Das ist viel schneller erreicht worden, als wir uns das vorgestellt haben‘.
    Er forderte deshalb, dass es an der Zeit sei, sich auf die Problemregionen im Westen zu konzentrieren.
    Baranowski konstatiert dann: ,,Die Not ist hier viel größer. Das Ruhrgebiet braucht mehr Investitionen in Infrastruktur und Bildung.‘‘
    Dabei kritisiert er, dass Diskussionen über die Zukunft des Solidarpaktes zuletzt immer schon im Keim erstickt worden seien.
    ,,Da wurde immer die Solidaritätskeule rausgeholt. Wer den Soli kritisierte, wurde als Feind der Einheit dargestellt.‘‘ Der Oberbürgermeister von Gelsenkirchen erhofft sich nun eine sachlichere Diskussion, alle wissenschaftlichen Gutachten der vergangenen Jahre seien zu dem Schluss gekommen, dass die Förderung einzelner Regionen in Deutschland an der Bedürftigkeit ausgerichtet werden müsse. ,,Diejenigen, die den Soli erhalten wollen, müssen sagen, wo sie uns an anderer Stelle entlasten wollen. Sonst sparen wir uns noch kaputt‘‘, sagte Baranowski.

    So wird denn - im Zuge des NRW-Wahlkampfes - ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt. Das verarmte Ruhrgebiet und der reiche Osten?
    So einfach sind die realen Zustände jedoch nicht zu sehen.
    Das Land Nordrhein-Westfalen gehörte einst zu den sprudelnden Steuerquellen der BRD. Dann kam die Kohle - und Stahlkrise, die infrakstrukturelle Verwerfungen mit sich brachte. Die einstigen Schlüsselindustrien wurden abgebaut, weil die ausländische Konkurrenz günstiger produziert. Statt dem Mangel an Arbeitsplätzen durch die Ansiedlung von alternativen Wirtschaftszweigen  zu entgegnen, wurde dieser Zustand nur verwaltet.
    Statt Haushaltspolitik nach Augenmaß zu betreiben, wurde von vielen Kommunen eine Verschuldungsorgie gefeiert. So wurden Projekte aus dem Boden gestampft, deren reeller Nutzen begrenzt ist.
    Ob nun teure Prestigebauten, wie Opern, Theater und Museen oder aber auch Fußballstadien, die Liste der Sündenfälle lässt sich beliebig lange fort führen.

    Schulden machen auf hohem Niveau?

    Während seit den 80er Jahren Industriearbeitsplätze unersetzt weg brachen, wurde weiter gewirtschaftet wie bisher. Die jetzigen Schuldenberge stammen nicht aus den Jahren 1990 ff oder gar 2005 ff, sondern resultieren aus den Zeiten davor. Wenn - wie selbst gesehen - Zechenhäuser en bloc vergammeln, weil sich kein Investor findet, dann sollten sie abgerissen werden, statt daran herum zu sanieren. Wenn andere Privathäuser leer stehen, weil sich kein Mieter findet und die Eigentümer kein Geld haben, die herunter gekommenen Objekte zu unterhalten, dann ist das kein spezifisch Problem des Ruhrgebiets, sondern ein überall sichtbares Phänomen. Es gibt Regionen, die sukzessive ausbluten, weil die dort lebenden Menschen versterben und die nächsten Generationen weg gezogen sind. Meistens drehen die Jüngeren diesen Regionen den Rücken, weil es dort keine oder kaum Arbeitsplätze gibt.

    Diese Entwicklung nehmen auch viele Großstädte in Nordrhein-Westfalen. Wenn nun einige der Stadtoberen behaupten, dass die  finanzielle Situation derart prekär sei, dass Zahlungen in den Solidarpakt II nur über die Aufnahme neuer Schulden, also Bankkredite, möglich sei, ist dieses nur die halbe Wahrheit, denn:


    bis einschließlich 2019 wird die im Solidarpakt II vorgesehene Förderung sichergestellt. Das Gesamtvolumen beträgt 156,5 Milliarden Euro, die der Bund den neuen Bundesländern zur Verfügung stellt. Diese Summe wird in zwei so genannte Körbe unterteilt:
    • Korb I umfasst die gesetzlich fixierten Bundesergänzungszuweisungen, die im Rahmen des Länderfinanzausgleichs gewährt werden. Sie sind dafür gedacht, die Infrastrukturlücke zu schließen und die unterproportionale kommunale Finanzkraft auszugleichen; formal werden sie allerdings als ungebundene Zuweisungen gewährt. Dies sind bis einschließlich 2019 insgesamt 105,3 Mrd. €.

    •  Korb II umfasst sonstige Zuwendungen des Bundes, von denen die neuen mehr als die alten Länder erhalten. Dies sollen bis 2019 insgesamt 51,1 Mrd. € sein. Über die Frage, welche Maßnahmen des Bundes Bestandteil des Korb II sein sollen, haben sich Bund und Länder 2006 geeinigt.  Die Umsetzung erfolgt durch erhöhte Mittelansätze im jeweiligen Haushaltsgesetz  und unterliegt damit der Budgethoheit des Parlaments.
     .
    Die genaue Aufschlüsselung der in Korb I enthaltenen Mittel ist in § 11 Abs. 3 des Gesetzes über den Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern geregelt:

    http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/finausglg_2005/gesamt.pdf

    Daneben gibt es den Länderfinanzausgleich ( LFA ) und den Kommunalen Finanzausgleich ( KFA ). Letzterer ist so zu verstehen:

    Die Beschaffung ihrer Deckungsmittel ist zunächst eigenverantwortliche Aufgabe der Gemeinden und Gemeindeverbände. Tatsächlich sind die eigenen originären Einnahmemöglichkeiten der Kommunen jedoch sowohl der Art als auch der Höhe nach begrenzt. Um eine ausreichende Ausstattung mit Finanzmitteln sicherzustellen, verpflichtet das Grundgesetz in Art. 106 Abs. 7 die Länder, für eine ausreichende Finanzausstattung der Aufgabenträger Gemeinden und Gemeindeverbände zu sorgen.

    Art. 106 Abs. 7 Grundgesetz
    „Von dem Länderanteil am Gesamtaufkommen der Gemeinschaftssteuern fließt den Gemeinden und Gemeindeverbänden insgesamt ein von der Landesgesetzgebung zu bestimmender Hundertsatz zu. Im übrigen bestimmt die Landesgesetzgebung, ob und inwieweit das Aufkommen der Landessteuern den Gemeinden (Gemeindeverbände) zufließt.“

    Das Land gewährleistet gemäß Art. 79 Landesverfassung Nordrhein-Westfalen eine angemessene Finanzausstattung der Kommunen im Rahmen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit.

    Art. 79 Landesverfassung Nordrhein-Westfalen
    „Die Gemeinden haben zur Erfüllung ihrer Aufgaben das Recht auf Erschließung eigener Steuereinnahmen. Das Land ist verpflichtet, diesem Anspruch bei der Gesetzgebung Rechnung zu tragen und im Rahmen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit einen übergemeindlichen Finanzausgleich zu gewähren.“

    Und hier liegt der Hase eigentlich im Pfeffer. Weil das Bundesland Nordrhein- Westfalen im Rahmen des Länderfinanzausgleichs kein Nehmer - sonder Geberland ist, steht fest, dass die Wirtschaftskraft eben ausreicht, um quasi auf eigenen Füßen stehen zu können; im Gegenteil: NRW muss in den Ausgleichstopf einzahlen. Daraus wird jedoch auch deutlich, dass das Bundesland selbst  durchaus in der Lage ist, den klammen Städten und  Kommunen selbst Ausgleichszahlungen zur Deckung des Finanzbedarfs zu gewähren.

    Das Gejammere und die plakativen Beispiele von angeblich verarmten Städten und Kommunen in NRW und angeblich reichen Städten und Kommunen in Sachsen, Sachsen - Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg - Vorpommern ist Wahlkampfgetöse. Es gibt sie so nicht. Was hier zu sehen ist, sind zwar zum einen Bruchbuden, Häuserruinen und Industriebrachen aus den letzten 5 Dekaden, die gibt es jedoch überall.
    Dort nämlich, wo der Strukturwandel vollzogen wurde und dazu geführt hat, dass die Hinterlassenschaften dieser Veränderungen nicht beseitigt wurden.

    So können sich die Herren Baranowski, Paß, Sierau und Wehling gerne über eine Rundreise durch die Neuen Bundesländer von Demmin über Neustrehlitz und Trebendorf bis hin nach Hildburghausen davon überzeugen, dass es dort keine vergoldeten Laternenmasten gibt, keine gut ausgebauten Straßen mit Radwegen und exklusiven Begrünungsstreifen durchgängig existieren und die kommunalen Einrichtungen nicht mit Mamortreppen ausgestattet sind. Im Gegenteil: Viele Gehsteige, selbst in den Zentren sind katastrophal, die Schulen zum Teil eine Zumutung und im übrigen wird hier im Schnitt um 12, 5 % weniger Lohn und Gehalt im Öffentlichen Dienst gezahlt; von den Entgeltzahlungen in der übrigen Wirtschaft mal ganz zu schweigen.

    Es lebe die Solidarität, auch wenn sie wieder einmal falsch verstanden wird!

    Übrigens: Fällige Grundsteuerzahlungen werden hier auch nicht gestundet, weil ein Fußballbundesligaverein wie der FC Schalke 04, diese im unteren sechsstellgen Bereich nicht zahlen kann. So weit kommt es noch!
      
    ...
    Ruhrgebiet wehrt sich gegen Solidarpakt: OBs im Pott wollen nicht mehr für Osten zahlen - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/oberbuergermeister-fordern-ende-der-milliarden-hilfen-das-ruhrgebiet-will-solidaritaetspakt-aufkuendigen_aid_725825.html

    Dienstag, 20. März 2012

    Ah!Ha!Oh! - Ist Boris Becker pleite?



    Die 80er Jahre waren nun wahrlich kein Hort des kulturellen Fortschritts. Neben dem Flachsinn der NDW, dem öden Herumgehampel der New Wave-Gitarrenschrammler und der Eintänzer-Einlage des John Travolta, den Popper-Frisuren, den " Hahnenkämmen " des Punk-Prekariats und den Glatzen der " Skins "- Amöben, gab es aber dafür auf westdeutschem Boden eine sportliche Revolution. Der Tennis-Boom schlug alle Rekorde; insbesondere Umsatzrekorde. Zu verdanken war diese Entwicklung dem Leimener Boris Becker, der Brühlerin Stefanie Graf und dem Elmshorner Michael Stich, aber auch anderen - inzwischen längst vergessenen - Tennis-Cracks, wie den leider viel zu früh verstorbenen Michael Westphal,Carl Uwe " Charly " Steeb oder auch Patrik Kühnen, waren in dieser Dekade erfolgreiche Spieler.

    Alles herausragend jedoch war Becker. Boris Becker. Der " Bobbele". Der Meister der vielen " ä " und der " flachen Konversation mit noch flacheren Reportern aus dem Umfeld der Öffentlich Rechtlichen. Becker war nach seinem Wimbledon- Sieg für viele namenlose Westdeutsche ( wohl nicht nur für diese ) ein Held. Der Einzelkämpfer mit dem Tennis-Racket eben. Darin konnte sich der Durchschnittsmichel selbst erkennen.

    Die Tennis - Euphorie gehört längst der Vergangenheit an. Nach Becker, Stich, Steeb & Co. ist nichts mehr an internationalen Spielern nachgewachsen. Die Tennisvereine leiden seit Jahren unter Mitgliederschwund. Viele Hallen sind leer. Einige Anlagen sind pleite gegangen.

    Pleite, das ist auch das Wort, was vor einigen Tagen durch die Medien geisterte und in Verbindung mit Boris Becker gesetzt wurde. Ist B.B. insolvent? Pfeift er finanziell aus dem aller letzten Loch?
    Was ist wahr an dieser Meldung?

    " Der Ex-Tennisprofi Boris Becker soll mehreren Geschäftspartnern Geld schulden. Schon seit Jahren warten Firmen, aber auch Freunde auf geliehenes Geld von dem 44-Jährigen. Seiner Finca auf Mallorca droht nun die Zwangsversteigerung - dort hat Becker seit drei Jahren keine Rechnungen gezahlt. "


    Zitatende aus: www. sat1.de

    Das Becker nicht gerade helle ist und keine unternehmerische Fähigkeiten besitzt, dürfte seit vielen Jahren sehr vielen Leuten, die sich um ihn herum gescharrt haben, um von seinem Namen zu profitieren, längst klar sein.
    Schon 2003 gab es Meldungen, wonach Beckers Projekte zur Geldvermehrung nicht den gewünschten Erfolg haben, weil er eben keine Ahnung von wirtschaftlichen Dingen hat.

    http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen-boris-becker-pleiten-statt-pokale-515363.html

    Zuvor musste die von Becker geführte Online-Firmen " Sport Gate ", mit der er sämtliche Sportvereine in der BRD bündeln und vermarkten wollte, krachend Insolvenz anmelden. Becker, wie immer eher flapsig und großmäulig, denn belesen, gab gegenüber den Gläubigern eine Patronatserklärung in schriftlicher Form ab, wonach er für die Verbindlichkeiten der Pleite-Firma voll umfänglich aufkäme und wurde postwendend von dem Insolvenzverwalter verklagt. Es ging um über 1,5  Millionen  Euro.
    Mehr als 6 Jahre später stand fest: Becker haftete für die aus der hohlen Hand abgegeben Erklärung  " nur " mit 100.000 Euro.


    http://www.faz.net/aktuell/sport/sportgate-insolvenz-boris-becker-soll-zahlen-1117757.html

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/sportgate-insolvenz-becker-muss-100-000-euro-zahlen-1459177.html

    In dem selben Zeitraum musste auch seine Marketingfirma BBM Insolvenz anmelden.

    Nun steht ihm wieder ein wirtschaftlicher Totalschaden ins Haus, denn dieses ist bald weg!  Seine " Finca " auf der Teutonen-Grill-Insel " Malle " Mallorca wird zwangsversteigert. Becker verlangte für das Objekt 15 Millionen Euro. Dafür wurde er das Luxusanwesen jedoch nicht los. Die Gläubiger, deren offene Rechnungen sich auf etwa 1 Millionen Euro belaufen sollen, wollen nun nicht mehr länger abwarten und holen den Zwangsvollstreckungsknüppel aus dem Sack.

    Das könnte nicht nur peinlich für den Ex-Tennisspieler werden, sondern auch noch sehr teuer. Titel aus Spanien sind nämlich in der BRD vollstreckbar, was bedeuten könnte, dass Becker auch hier vom Gerichtsvollzieher behelligt wird, wenn das Geld bei der Zwangsversteigerung nicht ausreicht.
    " Ah! Ha!Oh! Boris, oh Boris, wo soll das noch hin führen? Vielleicht helfen Dir ja der Uli, der " Kaiser " Franz und Karl Heinz Rummenigge vom Lieblingsverein FCB über die Runde? "
    Getreu dem Wulff´schen Ansatz: " Gute Freunde sollst Du haben ! "

    10 Jahre " DSDS " - Kein Grund zum Singen.



    In einigen Monaten feiert ein Format sein 10 jähriges Bestehen: " Deutschland Sucht Den Superstar ". Was 2002 von dem Buntfernsehsender RTL aus dem Boden gestampft wurde und in der 1. Staffel ein riesiger Erfolg war, wirkt fast 10 Jahre danach eher öde. Die Show ist sicherlich glamouröser geworden, die Werbeeinspielungen umfangreicher, die damaligen Quoten von 15, 1 Millionen Zuschauer konnten jedoch nicht wieder erreicht werden.
    Der große Zampano, selbst ernannte " Pop-Titan " und Meister des Sprücheklopfen, Dieter Günter Bohlen, ist ja von der bürgerlichen Ausbildung heraus betrachtet Kaufmann; genauer gesagt: Diplom-Kaufmann. Er hat gelernt mit Zahlen umzugehen, wirtschaftlich zu denken und ökonomisch - insbesordere für sich selbst - zu handeln.

    Unter diesen Maximen läuft nun die 9. Staffel des Bohlen´schen Ziehkindes " DSDS ". Der Name allein ist für den Zuschauer jenseits des werberelevanten Zielgruppenalter von 16 bis 49 Jahren eine Provokation. Deutschland sucht den Superstar? Welches Deutschen meint der Brüllwerbungs - und Flachformatsender denn eigentlich?  Das der Fastfood - und Egomanengeneration, das der HARTZ IV-Abgehängten und des Prekariats oder das der Prominenten-Anhimmler und Dauerdaddeler?

    Bohlen hatte auch diese Fragen immer eine Antwort parat: Die Quote muss stimmen, alles andere ist völlig egal.
    Deshalb stampfte er neben dem " DSDS "-Format eine weitere Mutation aus der Retortenkiste des TV-Graues: " Das Supertalent ". Ab 20 Oktober 2007 bis Herbst 2011 konnten sich jene von sich selbst Überzeugten öffentlich und unter dem Gejohle, Gefeixe und Gebuhe des tobenden Mobs in der Halle testieren lassen, dass sie talentfrei sind. Vom " Didi " gab es dann noch einen flotten Spruch aus dem Bereich der Fäkalspräche als Sahnehäupchen dazu. In 5 Staffeln erfolgten die Demütigungen. Ob alt oder jung, ob schön oder hässlich, ob mit oder ohne Gesangsvorbildung; die Jury um Bohlen war oft gnadenlos, der Plebs in der Halle während der Darbietungen alle Male.

    Da zeigt denn " DSDS " schon mehr Niveau. Jedoch scheinen die Tage der Castingshows schon bald gezählt. Das Zuschauerinteresse lässt nach, denn der Inhalt der Folgen ist nahezu identisch. Einer oder auch Eine kommt nur durch. In der 9. Staffel will denn RTL ordentlich Geld springen lassen. Sage und schreibe 500.000,-- Euro will der Verdummungssender für den Sieger/ die Siegerin springen lassen. Das weckt Begehrlichkeiten. Zwischendurch wird allerdings gnadenlos ausgesiebt.Von mehreren tausend Kandidaten(innen) blieben zunächst nur 10 übrigen. Inzwischen sind es nur noch deren 7. Tja, und wer dann das dortigen Liedgut genauer unter die Lupe nimmt, wird feststellen: Alles aufgewärmter Kaffee.

    Den Vogel der Nichtsänger schoss am Samstag der Kandidat mit dem Namen Joey Heindle. Er erdreistete sich den Grönemeyer zu machen. Nicht mit dem Titelstück " Mensch ", aus dem gleichnamigen Erfolgsalbum, auch nicht " Currywurst " oder auch nicht " Bochum ", nein, er probierte sich mit " Der Weg ". Und landete damit in einer vokalistischen Sackgasse und damit auf der Abschussrampe der Jury. Während der Quatschonkel Darnell noch gnädig mit ihm umging, die Quotentante Natalie Horler ihn zwar ein wenig lobte, dann aber dennoch - nachdem Dieter Bohlen ihn rund gemacht hatte - durchfallen ließ, stand fest: Joey weint! Wie zuvor der iranische Teilnehmer Hamed Anousheh, als er seine " Mama " nach vielen Jahren wieder sah. Nur, der hat zumindest versucht zu singen.

    Weil der Musikfan schon bei dem Original die Grenzen der Grönemeyer´schen Gesangseinlagen sehr schnell hört; zumindest dann, wenn er über eine gute Anlage verfügt, wird ein Remake seiner Stakkato-Stücke mindestens den Ttabestand der gefährlichen Körperverletzung erfüllen. 

    Wie stellte der " Pop - Titan " nüchtern fest:
    " Das hat mir wirklich den Knorpel aus dem Ohr gehauen! Das war grausam! "


     http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar/dsds-kandidaten/dsds-2012-joey-heindle-singt-der-weg-von-herbert-groenemeyer-1f156-a638-53-1061405.html

    Da Grönemeyer selbst weder singen noch tanzen kann, muss es sich um eine Verschlimmbesserung des vor 10 Jahren produzierten Titels handeln. Tatsächlich. Es reicht eben nicht den Text zu singen, wenn der Sänger sich mit dem Lied nicht identifizieren kann, weil er dazu keinerlei Lebensbezug hat. Das war allerdings der einzige Unterschied zwischen Onkel " Grönie " und Joey.
    Und weil die TV-Landschaft in der Mehrzahl ihrer Darbietungen mit der Realität so wenig gemein hat, wie Grönemeyer mit der Sangeskunst, der Jungspunt Joey mit dem Lied des Sprechsängers Grönemeyer " Der Weg " sowie Bohlen in seinem " DSDS "-Klamauk anspruchsvolle Unterhaltung kredenzt, sollte für den Chronisten immerhin die Erkenntnis verbleiben, dass die flotten Sprüche des Pop-Barden dennoch vielen Zuschauern in Erinnerung bleiben:
    Immerhin etwas!

    "Talent? Das einzige was du wirklich hast, ist ein Rad ab".



    "Wenn du in die Berge gehst und rufst: 'Hallo Echo', dann kommt nicht mal ein Echo, weil Echos haben auch Geschmack." 




    "Das Ding heißt hier nicht: 'Deutschland sucht Naturkatastrophen'."


    "Wenn du auf der Straße stehst und singst, dann berechnet mein Navigationsgerät automatisch 'ne Umleitung."


    "Einen Vorteil hat dein Gesangsstil: Wenn du in der Kneipe auftrittst, und die Leute müssen kotzen, die kotzen noch nicht mal in deine Richtung."




    Bohlen: "Du bist die personifizierte Talentfreiheit aus Deutschland!"

    Kandidat: "Echt? Danke!" (vermutlich enthielt Bohlens "Lob" zuviele Fremdwörter ;-)


    "Wenn die Kelly Clarkson morgens aufs Klo geht und in die Schüssel pinkelt, klingt das immer noch besser als dein Gesang."




    "Das klingt wie Schweine im Weltall; - aber unter Vollnarkose"


    "Wenn Heather Mills ihr Holzbein auf die Kegelbahn schmeißt, fallen die Kegel immer noch rhythmischer um als du singst." 




    "Wenn du deine Stimmbänder in die Mülltone schmeißt, ist das artgerechte Haltung." 




    "Wenn ich dich zum Singen in den Park stelle, dann bringen die Vögel die Kirschen vom letzten Jahr zurück!"

     

    "Also wenn Du bei mir im Keller singen würdest, würden die Kartoffeln freiwillig geschält nach oben kommen." 




    "Wenn mein Gärtner sich einen Blumenkübel auf den Fuß fallen lässt, kommen solche Töne dabei heraus..." 




    “Es klingt so, als hätte man irgendwo bei euch in der Familie einen Seehund eingekreuzt.”


    "Du mußt nicht traurig sein. Guck mal, Schweine können zB. nicht Stabhochspringen und sind deshalb auch nicht traurig." 





    "Mein Fahrer beim Strullen auf dem Klo singt das besser."


    "Wenn schlechte Stimmen fliegen könnten, wärst du ein Satellit."


    "Da würde ich lieber einen Pudding an die Wand nageln, als mit dir was aufzunehmen."


    "Jeder Specht im Wald hat mehr Taktgefühl als du."


    "Ja, das ist eigen, aber auch scheiße-eigen."


    "Du bist wie eine Wolke. Wenn du dich verziehst, könnte es noch ein schöner Tag werden."


    "Du piepst rum wie ein schwangerer Wellensittich"


    "Die Stimme, die du hast, reicht vielleicht zum Eier-Abschrecken"


    "Du guckst immer so wie Bruno, die Klofliege."


    "Du hast schwach angefangen und stark nachgelassen."


    "Affen können auch nicht singen, aber die probieren es gar nicht."


    "Der Nachteil bei dir ist, dass du keinen Vorteil hast."


    "Ich kann dir nur einen super guten Tipp geben: lass das Singen für alle Zeiten. Verschon die Menschheit!"

     

    "Leidest du an Intelligenzallergie oder was hast du an dreimal NEIN nicht verstanden?" 



    Samstag, 17. März 2012

    Wenn die Felder ewig stinken.

                                                                                         (C) Balleynorwoodrocks-WIKIPEDIA

    Die industrielle Landwirtschaftsproduktion ist im 3. Jahrtausend zu einem der wichtigsten Säulen der Nationalökonomie geworden. Jährlich werden hier mehr als 40 Milliarden Euro umgesetzt. Die Tendenz ist steigend. Da muss sich natürlich der kritische Betrachter fragen, wo soll diese Entwicklung noch hin führen? Wenn dann die Faktoren der Preisentwicklung und der Designer-Produkte noch hinzukommen, kann die weitere Frage durchaus lauten: " Wer dabei als Hersteller noch Gewinne erwirtschaften kann?
    Eine Antwort hierzu gibt die Massenproduktion und insbesondere die Massentierhaltung.

    Als vor fast 27 Jahren eine Reportage aus der Serie „Unter deutschen Dächern“,
    „Und ewig stinken die Felder“, die von Radio Bremen hergestellt wurde, über die Hühner - bzw. die Geflügelhaltung in der Region um Vechta, Lohne und Garrel, also des südoldenburger Raumes gesendet wurde, schlug der Beitrag hohe Wellen. Die politischen Verantwortlichen und die Produzenten, insbesondere der damalige Unternehmer Anton Pohlmann ( genannt auch " Eierbaron " ) spuckten Gift und Galle. Die Fernsehjournalisten bewerteten das Feature indes als gelungen. Der Film wird 1985 mit einem Adolf-Grimme-Preis mit Bronze ausgezeichnet. Nach Auffassung der Jury haben die beiden Verantwortlichen Nina Kleinschmidt und Wolf-Michael Eimler als Autoren, „ein schonungsloses und aufrüttelndes Feature über wirtschaftliche, soziale und ökonomische Umwelt im ländlichen Bereich gedreht. Sie benennen die gemein schädlichen Folgen der auf Hochleistung und Monokultur basierenden Massentierhaltung in Südoldenburg in gebotener Deutlichkeit und bringen die verheerende Heimatzerstörung durch
    konsequente Industrialisierung der Landwirtschaft drastisch ins Bild“. Mitten in der betroffenen Region wurde die Dokumentation vom 4. - 8. November erneut vorgeführt, diesmal jedoch als 16-mm-Film. Veranstaltungsorte waren Lingen, Oldenburg, Delmenhorst, Diepholz und Bramsche.

    Ursprünglich sollte der Film auch in Vechta gezeigt werden.
    Nachdem der dortige CDU-Landrat Clemens August Krapp die Bürger von Vechta in der Lokalzeitung jedoch wissen ließ, dass er nicht bereit sei, „mit Schmutzfinken“ (gemeint: die beiden Autoren) zu diskutieren, sagte die Volkshochschule „kurzerhand“ ab. Allerdings unter Hinweis auf die Hintergründe der Entscheidung und mit Nennung der benachbarten Veranstaltungsorte.
    Die Resonanz war zur Überraschung der veranstaltenden Volkshochschulen außerordentlich: Mehr als 500 Personen nahmen das Gesprächsangebot wahr und dieses trotz der CDU-Hetze gegen den Bericht.

    Als Fazit am Ende der Tour konnten die beiden Journalisten feststellen, dass in der Diskussion einige Landwirte äußerten, künftig nicht mehr bereit zu sein, die eigenen Angelegenheiten in fremde Hände (Politiker,
    Verbandsvertreter) zu legen.
    Die Autoren schließlich fanden in den Diskussionen Bestätigung für ihre Arbeit, konnten hautnah miterleben, wie ihr Film Gespräche und Kontakte zwischen Gruppen in Gang setzte, die sich bisher eher skeptisch, wenn nicht gar feindselig gegenüber standen.

    Tatsächlich hat sich im Verlaufe der Jahre Einiges verändert. Der einstige " Eierbaron " Anton Pohlmann wurde mehrfach wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und andere Vorschriften zu Geldstrafen verurteilt; später erhält er sogar Berufsverbot. Die gesetzlichen Grundlagen wurden modifiziert. Allerdings ist die industrielle Tierhaltung nicht abgeschafft worden.

    27 Jahre später:

    Im Osten Deutschlands entstehen auf entsprechend ausgewiesenen Gewerbeflächen immer mehr neue und größere Tierfabriken. Verschiedene Geflügelzüchter und Schweinemäster errichten ihre Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt. Der Ort Alt Tellin soll die größte Ferkelzuchtanlage Europas erhalten. Die Bauarbeiten haben im letzten Jahr begonnen; es ist geplant, dort 250.000 Tiere pro Jahr zu züchten.

    In einem NDR-Beitrag geht der Reporter Ralf Hoogestraat den Ursachen dieser Entwicklung auf den Grund. Er fragt nach, warum diese Anlagen gerade jetzt in Ostdeutschland entstehen, warum diese Agrarindustriellen aus Niedersachsen und den Niederlanden durch immer stärkere Auflagen vertrieben werden. Dort, wo diese Tierfabriken schon in Betrieb sind, trifft das NDR Team auf Bürger, die sich oft verzweifelt gegen die Auswirkungen der industriellen Massentierhaltung auf ihr Leben wehren.

    Der unerträgliche Gestank durch Schweine-Gülle und permanent überdüngte Felder, die weitere Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung und den weiteren landwirtschaftlichen Anbau haben werden als: Probleme benannt. Da die riesigen Ferkelzuchtanlagen und Schweinemastbetriebe im Osten Deutschlands oft auf keine rechtlichen Hindernisse stossen, werden immer mehr solcher Tierfabriken angesiedelt; oft zum Leidwesen der Anwohner.

    Der Journalist Hoogestraat, der sich mit dem Problem intensiv auseinandersetzt kommt zu dem Fazit:
    Die Unternehmer kommen mit ihrem Know-how, vor allem im Umgang mit den Behörden, in den Osten und treffen auf Ämter und Beamte, die noch keine Erfahrung haben mit solchen großen Agrarunternehmen. Die Verwaltungen vor Ort haben noch nicht die nötigen Kontrollmechanismen entwickelt und wirken oft überfordert. Da haben die Investoren dann leichtes Spiel und können sich auch eine Zeit lang ungestraft über Auflagen hinwegsetzen.
     In diesen Regionen ist Land oft noch günstig zu haben, alte LPGs (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) aus DDR-Zeiten sind oft ungenutzte Ruinen und warten eigentlich darauf, wieder sinnvoll genutzt zu werden. Die Anwohner sind wiederholt den Schattenseiten der landwirtschaftlichen Großbetriebe ungeschützt ausgesetzt: Gestank durch die Gülleproduktion, Lärm der Lastwagen. Es werden natürlich auch eine Handvoll Arbeitsplätze geschaffen. Aber das sind oft Billiglohn-Plätze, die häufig auch nicht mit den Menschen vor Ort besetzt werden. Das hängt immer von der Hartnäckigkeit der Bürgerinitiative ab. Wenn sie den Weg durch die gerichtlichen und behördlichen Instanzen bis zum Ende durchsteht, bekommt sie meistens Recht und der Agrarindustrielle muss Strafe zahlen und seine Produktionsbedingungen den geltenden Gesetzen und Richtlinien anpassen. Aber dafür brauchen die Bürgerinitiativen oder auch die Gemeinden, die sich wehren, viel Geld und Geduld. Oft scheitert es daran, dass sie nicht genügend finanzielle Mittel haben, um den Prozess zu bezahlen.Tierschützer sind generell gegen diese Art der Massenhaltung. Sie versuchen, Öffentlichkeit herzustellen, damit die Zustände nicht im Dunkeln der Ställe bleiben.Ob dieses überhaupt gegen die Agrarlobby gelingt erscheint jedoch sehr zweifelhaft.
    Solange der Verbraucher auf Billigprodukte schaut, der Handel sich mit " Tiefspreisen " wechselseitig unterbietet und riesige Mengen an Lebensmittel (25 Millionen Tonnen jährlich ) einfach weggeworfen und vernichtete werden, werden Aktionen gegen das industrielle Halten von Tieren kaum Erfolge verzeichnen können.