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Mittwoch, 29. Februar 2012

" Was haben wir gelacht! " und wenn es nur mit Herricht & Preil war.

Der gemeine Wossi, also die wieder vereinigte Kreuzung des Westdeutschen im ostdeutschen Umfeld, hat ja nun einmal den Vorteil, dass er die spezifischen Lebensgewohnheiten der Ex-DDRler auch 22 Jahre nach der Wende, um die Ohren gehauen bekommt; dann mit dem Hinweis: " Die Wessis kennen das nicht! "
Doch: Vorsichtig! Hinter jedem Wossi kann auch ein verkappter DDR-Nostalgiker versteckt sein. Mindestens dann, wenn er die einstigen Verhältnisse im real existierenden Sozialismus über den DDR-Fernsehempfang ein wenig näher gebracht bekam.

Da hatte das TV-Programm aus dem anderen deutschen Staat doch so einige Sendungen parat, deren Sinn es war, dem Werktätigen und der sich im täglichen Kampf zwischen Plattenbauproblemen und Mangelwirtschaft verschleißenden DDR-Frau zumindest stundenweise eine Abwechselung zu bieten. Diese zeigte sich indes genau so flach, wie beim Klassenfeind im kapitalistischen Westen; wenn auch nicht so bunt.
Der sozialistsiche Unterhaltungsmüll, der dem DDR-Bürger zunächst über ein Fernsehprogramm in die Wohnzimmer hinein gekübelt wurde, unterschied sich zwar inhaltlich von dem Schrott aus der BRD, denn es durfte keine Kritik an dem Personenkult der Staatsführung oder an den realen Gegebenheiten in den Bruderstaaten geübt werden. Das galt auch für jene biederen Sendungen, wie " Ein Kessel Buntes " oder " Da liegt Musike drin ".

In diesem Dunstkreis trat in schöner Regelmäßigkeit auch das Komikerduo Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil auf. Das Blödel-Duo erlangte in der DDR einen Kultstatus.
Rolf Herricht, geboren am 05.10. 1927 in Magdeburg lernte seinen Sketchpartner 1951 kennen. Beide führten 1953 " Die Schachpartie " gemeinsam auf.
In den Folgejahren entwickelte das Duo eine unverwechselbare Art des Humors
Herricht verstarb am 23. 08. 1981 in Berlin während einer Theateraufführung an einem Herzinfarkt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Herricht

Sein Partner Hans-Joachim Preil wurde am 26. 06. 1923 in Köslin, Hinterpommern geboren. Er schrieb eine Vielzahl von Sketchen, mit denen das Duo Herricht & Preil auftraten. Am 13.05.1977 erhielten beide den Kunstpreis der DDR. Preil heiratete vier Mal. Er verstarb am 02.11.1999 in Berlin.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Preil


Als ich vor kurzem das im Eulenspiegel Verlag erschiene Buch " Was haben wir gelacht - Das Beste von Herricht & Preil ", das unter dem Namen Hans-Joachim Preil im Jahre 2008 verlegt wurde, in den Händen hielt, musste ich lange überlegen, ob mir die Beiden etwas sagten. In grauer Vorzeit hatte ich - je nach Wetterlage - oft das Vergnügen, über den 1.000 Kilowatt starken Fernsehsender auf dem Brocken das Programm von DDR I empfangen zu können. Und richtig, ganz vage erinnerte ich mich an Auftritte der beiden Künstler in der Sendung " Ein Kessel Buntes ".
Da müsste Ende der 70er Jahre gewesen sein.

So blätterte ich - durchaus interessiert - in dem Buch herum und fand dort ein Vorwort von einem Lars Dietrich, der sich selbst Bürger Lars Dietrich nennt. Dietrich, geboren 1973, muss schon ein exzellentes Langzeitgedächtnis besitzen, dass er sich an seine erste Begegnung mit den Komiker-Duo erinnern kann. Wie dem auch sei, er schreibt nur Gutes über die Beiden. Dafür wurde er ja schließlich auch bezahlt.

Die durchaus kritische Seite an dem humoristischen Werken der Beiden muss er auch nicht unbedingt erwähnen, denn das könnte ja den Spass verderben. Auch das er Herricht & Preil zu Vorbildern hoch stilisiert, sei ihm verziehen, denn er konnte sie ja - bewusst - nur wenige Jahre zusammen erleben. Als Herricht verstarb, war Dietrich gerade einmal 8 Jahre alt. Sei´s drum!
Es muss ja auch junge Nostalgiker geben, die einen Teil der DDR - Vergangenheit eben nur aus dem Sandkasten, der Kinderkrippe oder der Schulzeit kennen.

So las ich denn die Folgeseiten und kam nach dem ersten abgedruckten Sketch " Das Schachspiel ", dass von den beiden Protagonisten im Frühjahr 1953 ( also noch vor meiner Geburt, weit vor der Planung des Nachbar und noch viel weiter vor der des Rezensenten Dietrich ) erarbeitet wurde, zum dem Ergebnis, dass es wohl einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird, um sämtliche 203 Seiten durchzulesen.

Vielleicht gelingt es mir dabei ja, den bei der Übergabe der Ausleihe von dem Nachbarn verwandte Begriff " naiv " oder besser wäre gewesen " Naivität ", den ich vermeintlich bei der von ihm vermuteten Unkenntnis der Säulenheiligen des DDR-Humors der 50er bis 70er Jahre, an den Tag legen würde, wenn ich zu dem entliehenen Buch posten würde, als Anwurf fehlender Kenntnisse zur DDR-Geschichte zu entkräften.
Dabei fällt mir doch tatsächlich eine Begebenheit ein, die mir bei dem Adjektiv " naiv " wieder in Erinnerung kommt:
An irgendeinem Samstagabend saß ich zusammen mit einigen Klassenkollegen in einer zum Jugendtreff umgebauten Scheune in dem Kaff " Pohle ", dass hinter Stadthagen liegt. Während wir uns bei überlauter Musik vergnügten, saßen in dem Nebenraum zwei durchaus attraktive Mädchen und unterhielten sich über einen gemeinsamen Bekannten, von dem die eine doch tatsächlich behauptete, er würde " naiv " Autos stehlen. Häh? Meinen einstigen Begleitern sträubten sich die langen Haare und so kam unvermindert die Frage auf: " Wie kann jemand naiv Autos stehlen? "
Nun, der Begriff könnte sowohl auf das Schreiben einer Rezension zu dem oben besagten Buch, als auch das Stehlen von Autos zutreffen. Könnte! Eine derartige Formulierung hätte mein einstiger Deutschlehrer mit " A " rot angestrichen.
" A ", wie " Ausdruck ", oder exakter falsche Ausdrucksweise.

Wie die " naive " Malerei, wäre es jedoch denkbar, dass es den " naiven " Schreibstil gibt. Und während ich diesen Post nieder schreibe, kommt mir der Gedanke, dass bereits der griechische Philosoph Sokrates erkannt haben will:

 "Ich weiß, dass ich nichts weiß“ (οἶδα οὐκ εἰδώς, oîda ouk eidōs).

will: Nachweislich ist dieses geflügelte Wort als eine verfälschte Verkürzung eines Zitats aus Platons Apologie diesem zugeschrieben worden. Bei Platon steht jenes Zitat für die Entwicklung der eigenen Erkenntnis von der Entlarvung des Scheinwissens über das bewusste Nichtwissen hin zur Weisheit als Wissen um das Gute. Aufbauend zur weiteren Überlieferung der ungeschriebenen Lehre Platons, lässt sich das Wesen des Guten als identisch mit dem absoluten Einen verstehen. Das sokratische Wissen um das Nichtwissen initiiert damit den dialektischen, der zum wissenden Nichtwissen der absoluten Transzendenz führt.

Damit schließt sich der Kreis wieder.  Wer " naiv " ist, könnte als - nach der aus dem dem  französischen Begriff " naif " abgeleitet - Definition, " blauäugig ", " einfältig ", " töricht " sein. Sein Handeln wäre demnach mit " arglos ", " leicht verführbar " oder sogar " unwissend " zu qualifizieren. Im Allgemeinen werden Menschen als " naiv " bezeichnet, denen die notwendige Einsicht in ihre Handlungen fehlt, und die über einen begrenzten geistigen Horizont verfügen.

Wer also " naiv " Autos klaut, wäre also beschränkt, denn er kann kein Unrechtbewusstsein dabei entwickeln. Dieses müsste dann in der Jurisprudenz zu einer Kasuistik führen. Das ist nach der h.M. jedoch nicht möglich, weil der Diebstahl eines PKW, den rechtwidrigen Entzug des Besitzes darstellt und dieses kann nur durch ein bewusstes Handeln erfolgen. Ergo: " Naiv " Autos stehlen, geht nicht!

Stellt sich dann noch die Frage, ob ein Post zu eben jenem Buch " naiv " geschrieben werden kann? Auch hierbei setzt eine " naive " Handlung voraus, dass der Handelnde - der Schreibende etc. - nicht weiß, dass er postet oder sehr wohl weiß, dass er einen Post erstellt, jedoch von dessen Inhalt keine Kenntnis erlangt bzw. sie nicht hat. Nun setzt das Schreiben zunächst gewisse kognitive Fähigkeiten voraus. Das gilt auch für das Abschreiben ( es sei denn, es handelt sich um das Guttenberg´sche " Copy & Paste " - Prinzip ). So wäre ein " naiver " Schreiberling, jemand, der nicht weiß, dass er schreibt oder nicht weiß wovon er schreibt.
Da aber das Adjektiv " naiv " in der Begriffsdefinition auf Erwachsene oftmals als ernsthafter Charakterfehler, als geistige Beschränktheit, in Gefolge einer Gemengelage von Arroganz und Narzissmus verwandt wird,  lässt sich damit konstatieren:
Wer einen "naiven" Post erwartet, erhält stattdessen eine liguistische Vorführung, die auf Entlarvung des eigenen Intellekts abzielt und damit die mangelnde Fähigkeit eigener Selbsteinschätzung offenbart.
Oder, wie es bei dem Lateiner zutreffend heisst:


Ignorantia iuris nocet
 



Dienstag, 28. Februar 2012

Nicht Costa? Nicht gut genug!



Was besagt das Mc Murphy´sche Gesetz?
 „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ („Whatever can go wrong, will go wrong.“ ).
Aber, hallo! Costa Lines.

Da hat es schon den zweiten Liner des Luxus auf den großen Meeren dieser Welt quasi kalt erwischt.
Die " Costa Allegra " ist manövrierunfähig und musste nach einem Brand im Generatorenraum am 28.02.2012 abgeschleppt werden.

Sie wird von einem französischen Frachter zur Insel Desroches geschleppt. Dort sollen die Passagiere, die die Nacht zum Dienstag ohne Strom ausharren mussten, zunchst an Land gebracht und versorgt werden. Ein Alptraum für jeden Schiffsreisenden.  Aber nicht nur das. Als vor einigen Wochen der italienische Kapitän Schettino das von ihm geführte Schiff " Costa Concordia " auf Grund setzte und diese dort kenterte, glaubten nicht nur  böse Kritiker, dass dieses nicht ein Einzelfall wird. Und tatsächlich ein zweites Schiff  isto seit dem 27. 02. 2012  ebenfalls von einer Havarie betroffen..
Die " Costa Allegra ", sie wurde 1969 als Fährschiff in Dienst gestellt und 1992 zum Kreuzfahrtschiff umgebaut.
Der alte Kasten soll nun - je nach Wetterlage - in 24 bis 36 Stunden zu der Insel Desroches, die zu den Seychellen gehört, verbracht werden. . Die italienische Küstenwache, die bei der Koordinierung des Einsatzes hilft, rechnete für Mittwoch 15 Uhr mit einer Ankunft des Kreuzfahrtschiffes auf Desroches.
Alain St. Ange, Tourismus-Chef der Seychellen, warne allerdings: Möglicherweise gebe es für die mehr als 1000 Menschen zu wenig Unterbringungen beziehungsweise Flugmöglichkeiten. Laut BBC gibt es auf der Insel nur ein Hotel. Zudem können auf Desroches nur Flugzeuge für maximal 20 Passagiere landen.

Nach Angaben der Reederei Costa Crociere sind alle 636 Passagiere und 413 Besatzungsmitglieder unverletzt. Das Feuer sei rechtzeitig bemerkt und gelöscht worden. Der Zwischenfall ereignete sich am achten Tag einer 26-tägigen Seereise von Port Louis auf Mauritius nach Savona in Italien. 

Das gesamte mediale Geschrei um eben jene Unglücke, bei denen im Fall der " Costa Concordia " viele Menschen ihr Leben ließen, zeigt wieder ein Mal, was es heißt, sich auf jene " Aldisierung " von Kreuzfahrten einzulassen. Der Markt ist längst zu einem Tummelpaltz für Schnäppchenjäger und Möchte-gern-Weltenbummler geworden. Im Großstadtambiente werden auf jenen schwimmenden  Konsum-Kloaken die Passagiere wie Vieh abgefüttert, mit sinnfreier Unterhaltung zugemüllt und in ihren einem Hafen wieder ausgespuckt, von wo aus eine oft strapaziöse Heimreise angetreten werden muß. Urlaub und Erholung sehen mit Sicherheit anders aus.
Wenn dann noch aufgrund der Kosten, die bei den Billigheimern eine gewichtige Rolle spielen, Wartungen und technische Überprüfungen nicht statt finden, kommt es eben zu Störungen.

Tja, wie bewarb die Costa-Gruppe einst ihre Angebote: " Nicht Costa? Nicht gut genug! "

Der schöne Konsul aus Berlin: Hans - Hermann Weyher.


 Als das bundesdeutsche Fernsehen neben platter Unterhaltung auch einen gewissen Bildungsauftrag vorweisen konnte, hatten die Sendungen manchmal sogar einen gewissen Anspruch; selbst dann noch, wenn es sich um " Talk " - Formate handelte. Nun, diese Zeit ist lange vorbei und wird auch nicht mehr wieder kommen. Deshalb besinnt sich so mancher ÖR-Spartensender auf das Ehemalige und kramt aus den riesigen Archiven die Konserven hervor, die einst für die späteren Generationen dort eingelagert wurden, um denen belegen zu können, dass TV-Formate auch durchaus Qualität haben können.

Die Sendung  " 3 nach 9 " gehört mit ihren Anfangsjahren alle Male zu den Juwelen aus der Ramschtruhe der ÖRs. Folgerichtig serviert die kleinste TV-Anstalt in der BRD, nämlich Radio Bremen, den Nostalgikern - aber nicht nur denen - einen 60minütigen Extrakt aus der Ära ab 1974, der mit " Die Flegeljahre " betitelt wird. Aus jener Zeitschiene rührt auch eine Sendung vom 25. 01. 1980 her, die illustre Gäste, wie " Uns Udo " Lindenberg, Prof. Dr.  Kurt Biedenkopf und einen Konsul mit dem Namen Hans-Hermann Weyher.

Weyher, geboren am 22. April 1938 ( lt. PND 1935 ) war inzwischen in den Regenbogenblättern und Klatsch - und Tratschpostillen bekannt wie ein bunter Hund. Er selbst gab sich als Consul Weyher Graf von Yorck aus.
Weyher war in den diplomatischen Kreisen durchaus wohl gelitten, denn er verband den internationalen " Jet Set " - Klüngel, zudem damals auch der angebliche " Playboy " Gunter Sachs zählte, mit seinen Interessen, die von ihm auserwählte gesellschaftliche Elite mit erkauften Kosuln -Titeln zu schmücken, an deren Vermittlung er beteiligt war.
Weyher hielt sich auch politisch nicht zurück. Behauptete selbst, Mitglied der CSU gewesen zu sein und pflegte Bekanntschaften mit zwielichtigen Gestalten wie den paraguayischen Diktator Stroesser.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Hermann_Weyer

Da stand nun an jener Sendung vom 25. 01. 1980 hinter einem Baraufbau des Studios von Radio Bremen der Mitmoderator Wolfgang Menge, schon längst kahlköpfig, und befragte den schönen Konsul nach seinen Geschäftsaktivitäten. Ohne Unterbrechung plauderte der Meister der Selbstdarstellung über seine Anliegen, in Deutschland (West) wieder eine politische und gesellschaftliche Klasse heran züchten zu wollen. Weyher entpuppte sich als ein arroganter, aufgeblasener Gockel mit radikalen Einstellungen, die damals eher unbeliebt waren. Der exzellent moderierende Wolfgang Menge entlockte dem Gauch denn tatsächlich einige Sätze, die deutlich zeigten, welches Geisteskind der noble Konsul war. Was zu der Zeit noch als konservativ galt, nämlich den Reichtum auch öffentlich über bestimmte Latrinenblätter zu präsentieren, gehört über 30 Jahre danach längst wieder zum guten Ton.
So erntete der Sprücheklopfer Weyher, der gegen die linke Politik in Bonn, den angeblich immer noch linken Zeitgeist in der Gesellschaft und auch gegen die bürgerlichen " Linken ", die aber in Wahrheit genauso verspießt waren, wie erselbst, schallendes Gelächter und einige Male ein ungläubiges " Oh! ", als er mit markigen Floskeln dagegen vom Leder zog.

Weyher ließ sich auch von Zwischenfragen der jovial auftretenen Marianne Koch und den London-Korrespondentend er ARD, den leider viel zu früh verstorbenen Karl-Heinz Wocker, aus der Ruhe bringen und prügelte weiterhin verbal auf die angeblich unterbelichtete Politikkaste in Bonn ( den anwesenden Herrn Prof. Dr. Biedenkopf zählte er ausweislich nicht dazu ), die linken gesellschaftlichen Strömungen und die damit verbundene Tendenz zur Gleichmacherei an. Wolfgang Menge ließ ihn zum Gefallen der Fernsehzuschauer gewähren. Denn noch nie zuvor hatte sich ein Schmarotzer der kapitalistischen Wirtschaftsordnung und Profiteur der immer noch vorhandenen Obrigkeitgläubigkeit in derartiger Weise selbst demontiert.

Nun Weyher ist längst älter geworden. Um ihn wurde es ruhiger. In den Zeiten der Globalisierung werden seine Dienste eher nicht mehr gefragt. Hier benötigt kaum noch ein Millionär den Konsultitel, um damit zeigen zu können, dass er etwas Besonderes ist. Dazu reichen materielle Luxusgegenstände vollkommen aus.
Der schöne Konsul ziert deshalb nur noch sporadisch die Titelseiten der Schmierenzeitschriften a´la´" BUNTE ", " NEUES BLATT " oder " FRAU im SPIEGEL ". Es sind ja inzwischen mehr als genug andere Köpfe vorhanden, deren Innenleben von diesen Postillen ausgeweidet wird.

http://www.consulweyer.de/

Montag, 27. Februar 2012

Großer Zapfenstreich für die großen Verzapfer.

                                                                                                          (c)WIKIPEDIA
Hammer hart wird es in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten für den Wulff aus Großburgwedel. Die Staatsanwaltschaft in Hannover hat nun Material gesammelt, dass darauf hindeuten könnte, was andere Strafrechtler bereits voraus geahnt haben: Wulff nahm Vorteile in Form von Reisen und Übernachtungen von dem David Groenewold entgegen und könnte diese später eben wohl nicht in bar erstattet haben. Eine Überprüfung seiner Konten ergab nämlich: Wulff stand bis zum Anschlag am Dispositionslimit als er zusammen mit Groenewold auf der Schickimicki-Insel Sylt verweilte. So musste denn eine neue Variante aus dem Hut gezaubert werden, die den Vorwurf der Vorteilsannahme widerlegen sollte. Jetzt behauptet der zurückgetretene Bundespräsident, dass ein Geldgeschenk an Weihnachten 2007 in Höhe von 2.500 ,-- €, dass die Schwiegereltern Körner der Tochter Bettina haben zukommen lassen, zur Begleichung des Sylt-Urlaubs 2008 verwandt worden sei. Auch eine Barabhebung 11 Tage vor dem Sylt-Aufenthalt in 2007, mit der Groenewold den Anteil der Eheleute Wulff als Barzahlung erhalten haben soll, steht nach Ansicht der Staatsanwälte zeitlich nicht unmittelbar zu eben diesem Urlaub.

Dubiose Machenschaften sind es so oder so. Wer glaubt daran, dass ein amtierender Ministerpräsident keine Kreditkarten bei sich führt, wenn er einen Urlaub mit so genannten " Freunden " verbringt, den er selbst zu zahlen hat, weil er sich sonst auf strafrechtliches Terrain begibt und zahlt stattdessen in bar? Niemand! Eben!

So werden die Widersprüche in der Affäre rund um das vermeintlich freundschaftliche Verhältnis zwischen Wulff und Groenewold immer offensichtlicher. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann es bei beiden Beteiligten klingelt und die Anklage zugestellt wird.

Unabhängig davon wird Wulff mit dem obligatorischen Großen Zapfenstreich aus seinem Amt verabschiedet. Diese Ehre ist zuvor dem Vorgänger Horst Köhler zuteil gegeben worden. Auch der Ex-Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg ließ dieses Brimborium nicht aus. Ebenso wenig der einstige Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Was wird er sich zur Verabschiedung wünschen?

Nun, der gute " Gutte " hatte Deep Purple mit dem " Smoke on the water " als Titel blasen lassen; Horst Köhlerließ den " Geschwindmarsch " von Johann Strauß Vater abdudeln und Gerhard Schröder hielt es mit Frank Sinatras " May way ".

Vielleicht schwingt sich der beidere Osnabrücker und jetzige Hannoveraner Wulff dazu auf und wählt " Money " von Pink Floyd, das Stück würde wie die Faust auf´s Auge zu ihm passen.

 http://www.youtube.com/watch?v=iP2vOoMuGCM

Der Bossa Nova war schuld.

Vor mehr als 11 Jahren starb Doris Inge Wegener in Berlin. Wer nach 1973 geboren wurde, wird mit diesem Namen genauso wenig anfangen können, wie ein Schlagerhasser ( zu Letzteren zähle ich mich ), weil der Name Wegener in Berlin nicht nur ein sondern einige hundert Mal vorkommt.
Wenn allerdings der Name " Manuela " genannt wird, dann könnte es auch bei den zu spät auf die Welt Gekommenen durchaus klingeln. " Manuela "? Da war doch irgendetwas in grauer Vergangenheit? 
Und tatsächlich, unter dem Künstlernamen verbirgt sich ein westdeutsches Trällerlieschen, das bereit 1963 im zarten Alter von 19 Jahren ihren ersten Plattenerfolg verzeichnen konnte.

Die Vinyl-Single " Schuld war nur der Bossa Nova " dröhnte und krächzte im Sommer des Jahres, in dem der US-Präsident John F. Kennedy seine denkwürdige Rede in Berlin hielt, in der er behauptete: " Ich bin ein Berliner " aus jeder " Wurlitzer " - Musikbox und setzte sich in den Kneipen als Gassenhauer fest.
Auch in den BRD-Tanzschulen wurde die Single auf den knackenden und schrammelnden Plattenhobeln bis zum " get no " abgenudelt, denn hinter dem Gepiepse der Berliner Göre versteckte sich in der Tat ein Tanzstil; der " Bossa Nova ".

Ob dieses Geschiebe nun in die Wortkategorie feminin oder maskulin einzuordnen ist, dürfte eher von sekundärer Bedeutung sein. Wer die gesellschaftlichen Bedingungen, die zum Zeitpunkt er Veröffentlichung des Manuela- Titels vorherrschten, sich vor Augen führt, muss zu dem Ergebnis kommen, dass " der " Bossa Nova ( portugiesisch: " Neue Welle " ) eher männlich sein musste, denn Frauen hatten zum Zeitpunkt der Kreation des Tanzstils nichts zu melden und auch 1963 nur zweitrangige Rechte bzw. gar keine. Schon allein deshalb konnte es nur " der " Bossa Nova sein.  

http://de.wikipedia.org/wiki/Bossa_Nova

Dem prüden, vermufften und verspießten Westdeutschland und seinen prä-faschistoiden Funktionsträgern in Politik und Wirtschaft war ´s indes egal, denn das neumodische Geschiebe und Gejohle wurde unisono als " Negermusik " und " Hotten-Totten-Tanz " diskriminiert, während die Jugend den Nummer - Eins - Hit jedoch mit Begeisterung aufnahm. So sang der Noch-Teenager:

Als die kleine Jane grade 18 war,
führte sie der Jim in die Dancing Bar.
Doch am nächsten Tag fragte die Mama:
" Kind, warum warst du erst heut´ morgen da? "
 
Schuld war nur der Bossa Nova.
Was kann ich dafür.
Schuld war nur der Bossa Nova,
Bitte glaube mir.
Denn wer einen Bossa Nova tanzen kann,
dann fängt für mich die große Liebe an.
Schuld war nur der Bossa Nova,
der war Schuld daran.

War’s der Mondenschein, nana, der Bossa Nova.
Oder war’s der Wein, nana, der Bossa Nova.
Kann das möglich sein, hehe, der Bossa Nova,
war Schuld daran.

Doch die kleine Jane blieb nicht immer klein,
Erst bekam sie Jim, dann ein Töchterlein.
Und die Tochter fragt, heute die Mama,
Seit wann habt ihr euch gern, du und Papa.

Schuld war nur der Bossa Nova.
Was kann ich dafür?
Schuld war nur der Bossa Nova.
Bitte, glaube mir.
Denn wenn einer ....

War’s der Mondenschein, nana, der Bossa Nova.
Oder war’s der Wein, nana, der Bossa Nova.
Kann das möglich sein, hehe, der Bossa Nova,
war Schuld daran.
 
War’s der Mondenschein, nana, der Bossa Nova.
Oder war’s der Wein, nana, der Bossa Nova.
Kann das möglich sein, hehe, der Bossa Nova,
war Schuld daran.

Der eher unverfängliche Text, wurde indes wegen der Passage mit der besorgt fragenden Mutter: " Kind, warum warst Du erst heut´morgen da? " auf den Sittenindex der über Alles und Allem wachenden Bayrischen Staatsregierung gesetzt, denn im so genannten Freistaat war schon damals nichts frei, außer der Gang zur Wahlurne, damit die CSU ihre absolute Mehrheit erhalten durfte. So rieben sich die schwarzen Kirchen - und Moralapostel an nur dieser einzigen Zeile, denn an dem übrigen Text konnten sie nichts verwerfliches feststellen; schließlich war es jungen Mädchen ab 18 in Begleitung von Erwachsener ab mindestens 21 erlaubt, an einer Tanzveranstaltung bis nach 22.00 Uhr teilzunehmen. Immerhin!

Im weniger zensierten Westdeutschland trällerte Manuela ihren Bossa Nova 30 Wochen lang überwiegend auf Platz  Eins der nationalen Hitparden und ließ den Text in Englisch gleich mit dudeln ( "Blame it on the Bossa Nova", war nämlich das Original von Eydie Gorme´).
Von der Single verkaufte die Plattenfirma " Ariola " ca. 20 Millionen Exemplare. Eine kleine Sensation, wenn die nur mäßigen Sangeskünste der einstigen " AEG " - Fließbandlöterin zum Maßstab genommen werden. Manuela versuchte sich allerdings bereits ein Jahr zuvor bei einem Nachwuchswettbewerb sowie in der Mädchen-Sangesgruppe " Tahiti Tamou´res ", die auf dem Plattenlabel " Polydor " den Titel " Wini Wini ", einer Mixture aus hawaiianischen Musikfragmenten und einem Gepiepse der drei Sängerinnen, die auf Klippschul-Niveau vortrugen:

Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Die Trommel ruft zum Tanz
Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Nimm dir den Hochzeitskranz

Vers 2
Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Klingt es in blauer Nacht
Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Die Insel ist erwacht

Ref:
Tamouré, der Tanz ist mehr als nur ein Spiel
Es sagt uns beiden viel zu viel
Uns beiden ganz allein
Tamouré, wenn tausend Zaubersterne glüh'n
Dann klingen Liebesmelodien
Sie sagen ich bin dein

Vers 3
Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Es scheint den Mond so rot
Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Steig in das weisse Boot

Vers 4
Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Musik am blauen Meer
Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Glaub' mir ich lieb' dich sehr

Ref:
Tamouré, der Tanz ist mehr als nur ein Spiel
Es sagt uns beiden viel zu viel
Uns beiden ganz allein
Tamouré, wenn tausend Zaubersterne glüh'n
Dann klingen Liebesmelodien
Sie sagen ich bin dein

 http://de.wikipedia.org/wiki/Tahiti_Tamoures

Nach dem enormen Erfolg des " Schuld war nur der Bossa Nova ",folgte noch im selben Jahr " Ich geh´noch zur Schule ". Ein Lied, dass sich so mancher verwöhnte und verzogene Teenager von heute einmal näher anschauen sollten:

Gestern Mittag, da kam ich nach Hause
In der Küche da saß ein Mann
Und er wollte mein Manager werden
Weil er meint , dass ich singen kann.
Er versprach mir das Blaue vom Himmel
Und ich würde ein großer Star,
Doch ich sagte Danke schön
vielleicht im nächsten Jahr.

Ref.:
Ich geh' noch zur Schule
Ich hab' keine Zeit
Ich muss noch viel lernen
Darum tut es mir leid, so leid
Ich geh' noch zur Schule
Doch wenn das Schicksal es will,
Ja, dann komm' ich durch die Prüfung
im nächsten April.

Doch der Mann sprach es wäre so schade,
Und ich ginge am Glück vorbei,
Denn in Hollywood da wäre gerade
Eine Hauptrolle für mich frei
Und mit Elvis da könnte ich singen
Und jetzt läge es nur an mir
Doch ich sagte Danke schön
ich bleib noch etwas hier.


" Diddi " Bohlen lässt grüßen.!

Auf der Erfolgswelle schwimmend, legte das Trällertantchen nach:
-

Horch, was kommt von draußen rein (Mama)
DE 13 xx.xx.1964 (13 Wo.)
Schwimmen lernt man im See (mit den 5 Dops)
DE 3 xx.xx.1964 (17 Wo.)
Schneemann
DE 14 xx.xx.1964 (16 Wo.)
AT 10 xx.xx.1965 (4 Wo.)
Küsse unterm Regenbogen
DE 7 xx.xx.1965 (16 Wo.)
AT 9 xx.xx.1965 (4 Wo.)
Love and Kisses
DE 17 xx.xx.1965 (15 Wo.)
Es ist zum Weinen (mit den 5 Dops)
DE 9 xx.xx.1966 (13 Wo.)
Die goldene Zeit (mit Drafi Deutscher)
DE 32 xx.xx.1966 (7 Wo.)
Dumme sterben niemals aus
DE 23 xx.xx.1966 (11 Wo.)
Lord Leicester aus Manchester
DE 12 xx.xx.1967 (10 Wo.)
Monsieur Dupont
DE 9 xx.xx.1967 (15 Wo.)
AT 20 xx.xx.1967 (5 Wo.)
Die Karawane aus Abadan
DE 16 xx.xx.1968 (4 Wo.)
Wenn es Nacht wird in Harlem (When a Man Loves a Woman)
DE 20 xx.xx.1968 (6 Wo.)
AT 8 xx.xx.1968 (8 Wo.)
Das Haus von Huckleberry Hill
DE 29 xx.xx.1968 (4 Wo.)
Herzklopfen
DE 23 xx.xx.1968 (6 Wo.)
Guantanamera
DE 15 xx.xx.1968 (11 Wo.)
Bobby ...
DE 17 xx.xx.1969 (5 Wo.)
Helicopter US Navy 66
DE 27 xx.xx.1969 (7 Wo.)
Wenn du liebst
DE 29 xx.xx.1970 (4 Wo.)
Alles und noch viel mehr
DE 26 xx.xx.1970 (9 Wo.)
ABC
DE 35 xx.xx.1970 (3 Wo.)
Der schwarze Mann auf dem Dach (Jack in the Box)
DE 30 xx.xx.1971 (5 Wo.)
Prost, Onkel Albert!
DE 21 xx.xx.1971 (14 Wo.)
Es lebe das Geburtstagskind
DE 32 xx.xx.1972 (7 Wo.)
Was hast du gemacht?
DE 50 xx.xx.1973 (1 Wo.)
Jive Manuela
DE 75 xx.xx.1992 (1 Wo.) [1]

Inzwischen wurde Manuela auch von dem freien Organ der unfreien Jugend Westdeutschlands, der " BRAVO " entdeckt. Alsbald standen nicht nur ihre Titel regelmäßig in der " BRAVO "-Hitparde, nein, auch der berühmt berüchtigte " BRAVO "-Starschnitt ließ die Berliner Schlagersängerin nicht aus. Die " BRAVO " von einst, ein absolutes Muss für jeden Jugendlichen zwischen 12 bis 21 Jahren, setzte auf das Liedgut der bundesdeutschen Liese und platzierte deren Titel regelmäßig in die Top 20. Auch Radio Luxemburg mit dem honorigen Camillo Felgen als Moderator, spielte Manuela-Stücke bis zum Abwinken.

Auch wenn einige Texte durchaus einen gesellschaftskritischen Anstrich erhielten, waren die Lieder der Berlinerin eher platt und austauschbar. Allerdings stellte sie oder besser: ließ sie bereits 1966 fest halten:

Dumme sterben niemals aus.
Das sieht man doch an dir.
Ich kann dir ja nicht böse sein.
Du kannst doch nichts dafür.

Du gehörst zu mir, weil wir uns lieben.
Das ist doch klar.
Warum drehst du dich um nach jedem
Mädchen, mit rotem Haar?
Geh hin zu ihr.
Versuch dein Glück.
Du kommst ja doch zu mir zurück.
So wie immer.
Dann sag ich dir.

Dumme sterben niemals aus.
Das sieht man doch an dir.
Ich kann dir ja nicht böse sein.
Du kannst doch nichts dafür.

Du hältst dich im Auto für den Größten.
Für Sterling Moss!
Spielst du Poker mit guten Freunden.
Verlierst du bloß.
Dann trinkst du wieder Whiskey pur
und weißt genau,
das schadet nur.
Aber leider lernst du es nie.

Dumme sterben niemals aus.
Das sieht man doch an dir.
Ich kann dir ja nicht böse sein.
Du kannst doch nichts dafür.
Dumme sterben niemals aus.
Das sieht man doch an dir.
Ich kann dir ja nicht böse sein.
Du kannst doch nichts dafür.

Ihre eigene Karriere und das von Geld und Wohlstand geprägte bürgerliche Leben, konnten jedoch nicht über ihre wahre Herkunft aus einfachen Verhältnissen hinweg täuschen. Sie verstrickte sich 1973 in einen langwierigen Zivilprozess, der gegen Manuela wegen ihrer Behauptung, ein Redakteur der " ZDF-Starparade " habe sich mit 20.000 DM für einen Auftritt dort bestechen lassen wollen. Nachdem sie sich dem Manager Werner Frey anvertraute, verspekulierte dieser ihr gesamtes Vermögen.
In der Folgezeit musste Manuela wieder auftreten und tingelte durch die Provinz, wo sie bei Betriebs - und Volksfesten sowie auf Oldiepartie zu sehen und hören war.

Sie verstarb, 57jährig, am 13. Februar 2001 in Berlin. 
 http://de.wikipedia.org/wiki/Manuela_%28S%C3%A4ngerin%29

An dem rapiden sozialen Abstieg vom einst gefeierten Musikstar zur Lachnummer war jedoch nicht der Bossa Nova schuld.

Sonntag, 26. Februar 2012

Aschermittwoch oder Arsch am Mittwoch.

Seit die CSU in den bayerischen Niederungen aus einst 60 % plus nur noch 40 % minus bei den Wählern einfährt, erfolgt in den Köpfen der Führungsriege ein - wenn auch langsames - Umdenken. Die Zeiten des diktatorischen Alleinregierens in dem Bazi-Land sind wohl längst vorbei. Da trifft es sich gut, dass es noch die Tradition gibt. Da kann der bierselige Bajuware sich an die alten Zöpfe hängen, die da heißen: " CSU-Landesparteitag und CSU - Aschermittwoch ". Hier dürfen auch die minder begabten und oft unter belichteten Parteimitglieder so richtig vom Leder ziehen.

In schöner Regelmäßigkeit gehorchen sie dieser Einladung am politischen Aschermittwoch in Passau.
Als die CSU 1953 unter der Führung von Franz Josef Strauß ihren ersten politischen Aschermittwoch durchführte, wurde diese Veranstaltung  endgültig zu einer bundesweit bekannten Einrichtung; die alljährlichen Aschermittwochskundgebungen waren zunächst vor allem durch die Auseinandersetzung zwischen Bayernpartei und CSU bestimmt. Der sukzessive Niedergang der Bayernpartei und der gleichzeitige Erfolg der CSU zeigte allmählich seine Wirkungen. Während die Kundgebungen der Bayernpartei immer mehr an Attraktivität verloren, gewann die CSU immer mehr an Publikumsgunst.
Schließlich war 1975 der Wolferstetterkeller  in Vilshofen nicht mehr geeignet, die Zuhörermassen zu fassen und die CSU musste in diesem Jahr nach Passau in die dortige Nibelungenhalle ausweichen. Seit 2004 findet das traditionelle Aschermittwochstreffen der Partei  in der Dreiländerhalle in Passau mit jährlich rund 6000 Teilnehmern statt (die Nibelungenhalle wurde im selben Jahr abgerissen).

In den 70er Jahren bis zum Tod von FJS war der CSU-Aschermittwoch gekennzeichnet von Hetz - und Hasstiraden des einstigen Parteivorsitzenden gegen die politischen Gegner; vor allem gegen vermeintlich " Linke ". Strauß lief hier regelmäßig zur Höchstform auf. Er brüllte, schwitzte und log, dass sich die Balken bogen. Unter dem orkanartigen Beifall des meist stock besoffenen Publikums, bei dem so manches Maß nicht mehr rechtzeitig ausgeschieden werden konnte, weil der Gang zum Pissoir zu weit und die sich dort drängenden Massen die Zugänge heillos verstopften, und deshalb in die Krachlederne ging, schrie sich Strauß in einem Rausch.
Das ist sehr lange her.
Heute sind solche Treffen zu einem von einer riesigen Medienpräsenz begleiteten festen Datum verkommen, zu dem sinnfreies Wortgeklingel abgesondert wird.

Aus dem Aschermittwoch ist ein Ritual der Beliebigkeiten geworden. Auch die übrigen Parteien haben seit vielen Jahren dieses Datum für sich entdeckt und lassen ihre " Spitzenpolitiker " auf ihre dort wartenden Anhänger los.Meist haben diese nichts wichtiges zu sagen, sondern kleiden ihre Reden in Unmengen von Worthülsen und anderen Plattitüden ein, die ohne weiteres austauschbar sind. 

Aus dem Geknurre und Gebelle der CSU-Kettenhunde ist auch im Jahre 2012 ein helles Gekläffe eines Wadenbeißers der Größenordnung " Rohrputzer " geworden. Öde. öder, CSU!

Schwestern mit Herz.



Der Zwangsgebührenzahler kann jeden Tag hilflos zusehen, wie sein Anteil an dem Milliarden schweren Gesamttopf, der jährlich über die GEZ und ihre diversen Beitreib - und Beschnüffelungsmethoden prall gefüllt ist, durch sinnfreie Unterhaltung verprasst wird. Nicht nur, dass immer die gleichen Fratzen aus dem Gruselkabinett von ARD bis ZDF dem Glotzer auf das Auge gedrückt werden, nein, dazu wird den - oft nur mäßig talentierten - Schauspielern auch noch eine üppige Gage gezahlt, damit sie den Müll, der ihnen aus den Drehbüchern der Garde von Schreiberlingen überhaupt umsetzen können.Wenn die Programmverantwortlichen wirklich kein Erbarmen mit den schon komatisierten Zuschauern mehr kennen, oktroyieren sie der ÖR-Fangemeinde die x-te Wiederholung eines längst abgenudelten Streifens auf die Klüsen, damit wenigsten der Anspruch der so genannten Grundversorgung im Tal der tiefen Trauer gewahrt bleibt.

Nur zu selten findet sich indes ein Lichtblick in jener dunklen Zeit der Massenverblödung zu einem Einheitsstandardpreis von 213,76 € pro Jahr für Rundfunk - und Fernsehteilnehmer oder 146,64 € ausschließlich TV-Angemeldete, in den Programmen der beiden Großen ARD und ZDF und ihren Spartensendern.

Als am Freitag, den 24. Februar 2012 ab 21.40 Uhr eine solche Filmwiederholung bei dem französisch-deutschen Gemeinschaftssender ARTE angedroht war, zeigte die Inhaltsangabe des Beitrags in einer der ungezählten Programmzeitungen, dass der Spielfilm " Schwesterherz " eher ein alt bekanntes Thema aufgreift und umzusetzen versucht. Die biologisch implantierte Konkurrenz zwischen den Menschen, insbesondere zwischen Schwestern. Damit wäre eigentlich schon eigentlich alles gesagt,wenn da nicht zwei exzellente Schauspielerinnen eben jene konkurrierenden Schwester darstellen würden.

Da ist zum Einen die Heike Makatsch , die die Mittdreißigerin Anne spielt. Anne ist in der Musikbranche als Produzentin tätig. In einem Genre also, dass zunächst sich auf den Grundsatz " Mehr Schein als Sein " eingestellt hat. Das bisherige Sein der Anne besteht daraus, untalentierten Möchtegern-Sängerinnen und  sonstigen Musikern das Gefühl zu geben, sie könnten mit ihrer Hilfe groß heraus kommen. Ihr Lebensgefährte Philip lebt ebenfalls in dieser - eher verlogenen und mit aufgeblasenen Getue nur so gespickten - Scheinwelt. Beide vertrieben bislang ihre Freizeit mit Bekannten und Freunden, deren Ziel es ist, auf diversen Sauforgien in einem chicen Ambiete durch möglichst flache Konversation sowie dämliche Sprüche entsprechenden Eindruck bei den anderen Anwesenden zu schinden.

Erst als Anne ihrem Philip offenbart, dass sie schwanger ist, kommt noch einmal richtige Bewegungen in ihrem eher genormten und auf Egoismen zugeschnittenen Leben. Philip will das Kind nicht und rät ihr zur Abtreibung. Philip, ebenfalls ein Mittdreissiger als jener Generation von Vollpfosten, die in den 70er Jahren geboren und 80er Jahren aufgewachsen, das a-politische Gegenstück der 68er Eltern oder 70er Zaungäste-Generation darstellt. Später dann, als beruflich relativ erfolgreiche Kinder, das Konsum-Geschisse in vollen Zügen genießt. Mit Egoismus erzogen, stellt sich eben jener Philip gegen den Kinderwunsch von Anne, weil ein Kind nicht in seine und die Lebensplanung der nach Höheren strebenden Freunde passen würde.Er hat vor der dann drohenden Ausgrenzung Angst; aber auch vor dem endgültigen Erwachsenwerden.

Anne fliegt zusammen mit ihrer mehr als 15 Jahre jüngeren Schwester Marie ( glänzend gespielt von Anna Maria Mühe ) in die Beton - und Bettenwüste von Benidorm, einem einstigen Fischerkaff an der Costa Brava in Spanien. Es ist Vorsaison. Die Strände sind leer, die Straßen sind es auch und die Geschäfte dazu. So haben die beiden - ungleichen - Schwestern genügend Gelegenheit sich näher kennen zu lernen. Marie hat den Wunsch, später einmal als Mitarbeiterin im Entwicklungsdienst in Afrika Brunnen bauen zu wollen und dort sogar sesshaft zu werden. Eine völlig andersartige Lebensphilosophie als sie von der als sehr selbst bewusst auftretenden älteren Schwester Anne präferiert wird.

Diese kämpft derweilen mit ihren Selbstzweifeln zu der fest gestellten Schwangerschaft. So entwickelt sich ein Spanienaufenthalt, der zum Schluss dramatische Züge annimmt. Anne schleppt nach einem Abend in einer Bar, in der sie zusammen mit Marie zwei jungen Männer kennen lernt, den gut aussehenden Max mit in das Appartement und schläft mit ihm. Max ist jedoch zu betrunken, so dass er das Liebesspiel beendet und wieder geht. Während Anne immer noch die dynamisch - reife Managerin mimt, verbringt Marie mehr Zeit mit Max und dessen Freund Matze. Als bei Anne langsam die Fassade zu bröckeln beginnt, entwickelt sich ein Konkurrenzkampf der Schwestern. Marie hat sich inzwischen in Max verliebt, was Anne wiederum eifersüchtig zur Kenntnis nimmt.
Es kommt schließlich zum Eklat in der Toilette einer Diskothek, in der sich Anne nach dem sie zwei Linien Kokain gezogen hat, voller Wut und Selbsthass zu ihrer Schwester Marie begibt und ihr dort eine Szene macht. Anne beleidigt und beschimpft Marie aufs Übelste und schlägt ihr zuletzt ins Gesicht. Als Marie sich endlich wehrt und zurück schlägt, läuft sie anschließend aus der Technomusik-Hölle direkt auf die Straße vor ein Auto. Sie wird veletzt, kommt ins Krankenhaus und muss dort längere Zeit bleiben.

Als Anne zurück nach Berlin kehrt, wird sie von Philip am Flughafen abgeholt. Beide streiten sich erneut im Auto. Später verlässt Philip Anne und fährt Wut entbrannt davon. Anne öffnet die Wohnungstür und bleibt eine Weile in dem gemeinsamen Zuhause, merkt dann, dass es mit Philip keinen Sinn mehr hat und geht.

Hier endet der Film.Ohne ein wirkliches Ende zu erfahren. Geschweige denn das obligatorische " Happy End " zu zeigen.
Der Film lässt bei dem Zuschauer mehr Fragen offen, als er Antworten zu geben imstande ist. Soll er wohl auch nicht. Das Konflikt beladene Thema des Älterwerdens kann hier nur angerissen werden. Es wäre zu viel verlangt, wenn ein Fernsehfilm einen umfassenden Einblick in die Welt einer Mittdreissigerin geben könnte, deren Wunsch nach Familie und Zuhauseself fulfilling prophercy als riesiges Lebenslügengebilde insich zusammen fällt. 



 Schauspieler:
Heike Makatsch (Anne)
Anna Maria Mühe (Marie)
Marc Hosemann (Philip)
Sebastian Urzendowsky (Max)
Ludwig Trepte (Matze)
Esther Zimmering (Bettina)
Denis Moschitto (Klingeltonmann)
Regie: Ed Herzog
Drehbuch: Johanna Adorján, Heike Makatsch
Kamera: Sebastian Edschmid, Rolf Rosendahl
Musik: Paar Hunde, Max Martin Schröder, Swen Meyer, Dennis Becker

Das der Film von Judy Tossell und - horch, horch - David Groenewold produziert wurde sei hier nur am Rande erwähnt.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Schwesterherz_%28Film%29

Donnerstag, 23. Februar 2012

Der lange Abstieg aus dem Paradies.



Junge, junge, ist das lange her. Beinahe 8 Jahre und trotzdem kann ich mich noch gut an jenes entscheidende Bundesligaspiel zwischen Bayern München und dem SV Werder Bremen erinnern. An die Meistermannschaft um

1.Werder Bremen
SV-Werder-Bremen-Logo.svg


http://www.youtube.com/watch?v=YLElM9TQBBc

Die Mannschaft fiel später auseinander. Die Leistungsträger wie Mladen Krstajic´, Fabian Ernst und Ailton wechselten für viel Geld zum FC Schalke 04. Andere verließen ebenfalls den Verein, so auch Valerien Ismael, der sich beim FC Bayern München versuchte. Von den einstigen Aktiven sind nur der Trainer und - mit Unterbrechung durch ein Gastspiel beim FCB - Tim Borowski verblieben.
Die anderen Spieler haben teilweise eine wahre Odyssee durch Europa, Asien und Südamerika hinter sich.
Ganz besonders hat es den damaligen Bundesliga-Torschützenkönig " Ailton ", genannt auch " Toni " Ailton, mit bürgerlichen Namen jedoch Ailton Goncalves da Silva, geboren am 19. Juli 1973, gebeutelt.
Nach seinem ablösefreien Transfer zum FC Schalke 04, den der damalige Manager " Zigarren-Joe " Rudi Assauer einfädelte, hat er nie wieder die Leistung gebracht, die ihn im grün-weißen Meisterjahr 2004 auszeichnete.

Ein Abstieg auf Raten für den damals schon 30jährigen. Und zwar in zweierlei Hinsicht:
Sportlich lief es bei " Toni " in Gelsenkirchen nicht unbedingt schlecht, denn er erzielte bei 29 Einsätzen für den Verein 14 Tore, dafür funktionierte es im Vereinsumfeld überhaupt nicht. " Toni " überwarf sich mit der Führung um Assauer und durfte nach nur einem Jahr zu Besiktas Istanbul wechseln. Auch hier kam er nur mit Schwierigkeit zu recht, wurde 2006 kurzfrisitg an den HSV ausgeliehen und  war dann für Partizan Belgrad aktiv. Es folgten die Stationen Grashoppers Club Zürich über Chongquing Lifa ( Chian ) bishin zum FC Obernuland, einem Bremer Stadtteilverein der damals in der 4. Liga spielte. Auch hier hielt es den " Toni " nicht sehr lange. Er verabschiedete sich nach einigen Eskapaden in Richtung Brasilien, wo er in der 2. Liga des Bundesstaates Sao Paulo kickte.

Das " Toni " immer für einen Spass zu haben ist, hat er bereits in der Vergangenheit gezeigt. So erschien er zum Training in Gelsenkirchen auf einem Zossen und wurde dafür vom Verein abgemahnt. In anderen Vereinen hielt er sich nie an die Trainingszeiten und zeigte sich eher undiszipliniert.
So kam es nicht von ungefähr, dass Ailton in der letzten Staffel des Verblödungsformats " Dschungelcamp - Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" als Insasse fungierte und den 6. Platz belegte.

Nun ist Ailton am 29. Februar als Spieler bei dem 8 -Ligisten VFB Peine in Niedersachsen aktiv. Hier spielt er gegen eine Kreisauswahl. Ob er dafür ein Honorar bekommt, ist nicht bekannt.
Fakt ist jedoch, das der 38jährige Ex-Profi nichts auslässt, um in die Gazetten zu kommen. Warum nur?
Wie es im Leben schon immer: Es geht um Geld!
" Toni " hat seine Millionen, die er in Gelsenkirchen verdient hat ( und nicht nur dort ) an Berater verloren, die nur eins von ihm wollten: Seine Millionen!
Armer Ailton!

Mittwoch, 22. Februar 2012

Jeder macht das, was er kann.

 Die selbst ernannten " Clintons " aus Osnabrück verabschieden sich von der Glamour-Rolle als Bundespräsidentenpaar 2011/2012. Frei nach William Shakespeare - König Heinrich der Fünfte, II. Akt: "Sehet her, da geh´n sie beide, des Präsidenten Schwert und seine Scheide. "


Das Leben könnte doch so einfach sein. Würden sich die Menschen in diesem, unserem Lande nach dem Grundsatz des einstigen Trainers der griechischen Fußballnationalmannschaft und jetzigen Coaches der Berliner Hertha, Otto Rehhagel richten, der einst bei Amtsantritt in Athen klar stellte: " Jeder spielt das, was er kann!", wären schlagartig viele Probleme dieser Gesellschaft gelöst. Käme dann - in Abwandlung des Rehhagel´schen Erfolgsprinzips - noch dazu: " Jeder macht das, was er kann und darf! ", hätten wir ein gerechte Verteilung des Wohlstandes, ja vielleicht sogar den Kommunismus in der I.Stufe. Dann könnte die 83jährige Witwe in der Lüneburger Heide ihr baufälliges Haus wieder richtig beheizen, den Schornsteinfeger bezahlen und müsste nicht bei minus 20° Grad in einem winzigen Raum mit einem Wintermantel herum laufen. Dann wäre es möglich, die Bruchbuden zwischen Duisburg-Marxloh, Essen-Kray oder Bochum-Höntrop, die sich Schulen, schimpfen zu sanieren, um den dortigen Kindern ein angemessenes Ambiente zu bieten. Es könnten dann aber auch die vielen Milliarden Euro an Schulden, die der Bund, die Länder und Städte sowieKommunen ihmVerlaufe der letzten Dekaden angehäuft haben, sukzessive abgebaut werden, damit unsere Kinder und Enkel nicht noch mehr Steuern und Abgaben aufgebürdet bekommen.

Leider,leider sind diese und andere Möglichkeiten schon deshalb verbaut, weil es nicht nach dem Rehhagel-Grundsatz geht, sondern danach, wer wann, wie und wodurch eben das machen möchte,was er will. Diese negative Entwicklung beginnt schon bei der Geburt, setzt sich in der Schule fort und endet meistens im Beruf. Aber auch Rentner und Pensionäre sind hierin eingeschlossen. Vorexerziert wird diese Lebenseinstellung von den Damen und Herren in der Politik. Die jüngste Affäre um den Raffzahn Wulff zeigt, was ein Staatsbürger, der schon ein überdurchschnittliches Einkommen bezieht, sonst noch an materiellen Wohltaten erhalten kann.

Da berichtet " Der SPIEGEL " in seiner Ausgabe Nr. 6 / 2012 über die eingeforderten Privilegien der mit abgegangenen " First Lady " Bettina Wulff. Sie beabsichtigte im Sommer 2011 den " AUDI Q3 " als Vorserienfahrzeug fahren zu müssen. Zeitlich weit vor der Serienproduktion. Was ansich nur Testingenieuren vorbehalten ist, wollte Madame Wulff nun selbst nutzen. Natürlich zu Vorzugskonditionen und - ganz exklusiv - mit einem üblichen Kennzeichen. Der Wunsch der Bundespräsidentengattin war der Konzernleitung bei VW, der großen Mutter des Ingolstädter PKW-Bauers gleich Befehl und umgehend hatte das " Tinchen " ihren maskulinen Flitzer mit den scharfen Scheinwerferaugen vor der Haustür stehen. Aber, ach du Schreck, er zeigte sich mit roten Sonderkennzeichen.
Nein, das ging ja nun gar nicht. Madame Wulff intervenierte bei der Konzernleitung. Denen waren aber auch die Hände gebunden, denn eines Gesetzesänderung, nämlich die der STVZO konnten die noblen Herren der " First Lady " nicht anbieten, denn hier war ihre Macht und der Einfluss am Ende.

So ging der geleckte " Q3 " wieder zurück an das Autohaus in Hannover und verschwand dort in der Versenkung. Neben dem Vorzug, dass die Designer-Bekleidungsanhängerin als eine der Ersten im Lande die neue " AUDI "-Kreation hätte fahren dürfen, gab es auch noch Rabatt auf die Karre, weil ihr Mann einst im Aufsichtsrat des VW-Konzerns saß, denn schließlich fungierte er vor seinem Amt als Bundespräsident in dem des Niedersächsischen Ministerpräsidenten.

Hier war er 2003 angetreten, um seinen Staatsdienern im Bundesland ordentlich beizubringen, wie es sich mit der Annahme von Zuwendungen und Geschenken verhält. Ein korrupter Beamter kommt unter seiner Ägide nicht ungeschoren davon. Wer unrechtmäßig Wohltaten entgegen nimmt, wird dafür wegen Vorteilsannahme bestraft. So geschehen bei einigen Lehrern, die Gutscheine für einen Besuch in einem niedersächsischen Freizeitpark privat einlösten, nach sie diese im Wert von 35,-- € zuvor von dem Betreiber als Bonus zu einer Klassenfahrt erhalten hatten. Ein niedersächsischer Oberkommissar der Polizei hatte eine Stiege mit 4 Rispen Weintrauben bei einer Kontrolle entgegen genommen und kassierte nach einer Strafanzeige eine Geldstrafe von 4.200,-- € wegen Vorteilsannahme.
Den niedersächsischen Beamten ist es aufgrund einer von Wulff mit initiierten Richtlinie zur Korruptionsbekämpfung in der Landesverwaltung strikt untersagt sich auf Urlaubsreisen mitnehmen zu lassen, Fahrkarten oder Flugtickets anzunehmen oder vergünstigte Darlehn zu akzeptieren.

Wulff setzte hohe Maßstäbe während seiner Amtszeit, an die er jedoch selbst nicht gebunden war. Deshalb machte er eben nicht was er darf sondern das, was er wollte. Ähnlich sein " Tinchen ", die sich teuere Designer-Fummel auf lau kommen ließ, weil die Hersteller dieser Mode damit werben konnten.
Nur mit dem flotten Flitzer aus dem Hause " AUDI " hatte es nicht funktioniert. Weil das " Tinchen " zwar das Abitur vorweisen kann, jedoch sonst ohne Berufsabschluss durch das harte Leben ging und sich mit Autos nicht auskannte, ehe sie dem Wulff aufgedrängt wurde.

Die Schnäppchenjäger im Schloss Bellevue sind nun seit Freitagnachmittag nicht mehr  anwesend. Kein Verlust, denn wer sich selbst nicht an die eigenen Regel hält, kann nicht erwarten, dass er damit auf Verständnis stößt.
Damit hat die Wulff´sche Umsetzung seiner Antikorruptionspolitik ein jähes Ende genommen. Sein Motto: "Jeder macht das, was er will bis er nicht mehr kann !" könnte auch so lauten: " Jeder macht das, was er will, bis er nicht mehr darf! "

Nun fallen die Wulffs durch den ihm gewährten Ehrensold von 199.000 € jährlich bis an das Lebensende mehr als butterweich. Das " Tinchen " muß nicht zur Tafel, braucht keine Anträge auf Zuschüsse aus dem HARTZ IV-Bildungspaket stellen und kann auch den " Q 3 " nun offiziell kaufen ,leasen oder sich sogar von ihrem Christian schenken lassen. Für diesen nicht erarbeiteten Lebenswandel benötigt sie kein abgeschlossenes Studium und auch keine Kenntnisse über Antikorruptionsgesetze, die Straßenverkehrszulassungsordnung oder das Strafgesetzbuch. Da reicht es eben zur richtigen Zeit den richtigen Mann an sich zu binden.

" Jeder darf das, was er will, nicht was er kann!"

Gran Torino, mehr als nur ein Clint Eastwood-Film.

                                                                                                 (C) Caprice96-WIKIPEDIA

Der Privatsender PRO7 gilt nun wahrlich nicht als Hort intellektueller Höchstleistungen. Neben den üblichen Billig-Blöd-Formaten, wie " Germany´s next top-model " mit der Sklaventreiberin Klum und ihren oft unter belichteten Klappergestellen aus dem Gulag für Weight-Watcher-Geschädigte, den Ein-Mann-Shows des Blödel-Brocken Stefan Raab, gibt es eine Vielzahl von drittklassigen US-Spielfilmen, deren Sinn darin zu sehen ist, dem Zuschauer öde Dialoge und stümperhafte schauspielerische Darstellungen, gepaart mit den üblichen Schießorgien aus High-Tech-Waffen zu kredenzen. PRO7 sendet diese Gurken, um aus dem Pantofflelkino von einst mittels eines elektronisches Wunderlands mit 50 bis 60 zölligen LCD-Flachbildfernsehern und 500 Watt Brüll-Anlagen, jenen Mief der biederen Unterhaltungskunst heraus zu nehmen.

Wenn nun PRO7 am Sonntagabend ab 20.15 Uhr den Clint Eastwood-Film " Gran Torino " gezeigt hat, dann auch nur, weil zeitgleich bei der alten Tante ARD ein Dauerlutscher mit dem Namen " Polizeiruf 110 " gelaufen ist.dann darf der Sender nicht unbedingt damit rechnen, dass er den Film als Quotenbringer ablegen kann. So war es denn auch. Wer sicher allerdings für Clint Eastwood entschied, hatte mit Sicherheit die richtige Wahl getroffen.

Die Handlung ist zwar eher überschaubar, dennoch bringt sie eine Aussage herüber: " Vertragt euch, auch wenn ihr verschieden seid!"

Eastwood spielt den polnischstämmigen Ex-Koreakriegsteilnehmer und einstigen Ford-Mitarbeiter Walt Kowalski, der nach dem Tod seiner Frau ein gepflegtes Einfamilienhaus in einer Siedlung der einstigen Automobilmetropole Detroit bewohnt. Die Häuser um ihn herum sind längst herunter gekommen, da die vorherigen Eigentümer die Stadt verlassen haben. Der Niedergang der Region verlief parallel zum Ableben der US-Automobilindustrie. Kowalski ist Rassist durch und durch. Seine Nachbarn, die alle samt Asiaten sind, verachtet er und nennt sie " Bambusratten ", " Schlitzaugen " oder Hosenscheißer ". Während seine US-Kultur mittels einer Flagge im sauberen Vorgarten zur Schau gestellt wird, verhöhnt er die seiner Nachbarn, indem er behauptet, sie würden Hunde fressen und kein Respekt vor dem Alter haben. Das Letztere trifft zumindest auf eine Jugendgangs zu, die die Siedlung terrorisieren. Als Kowalski einen Nachbarjungen dabei ertappt, wie versucht, seinen Ford " Gran Torino " aus der Garage zu stehlen, zielt er mit seinem Gewehr auf ihn. Der Junge entkommt jedoch.
Kowalski sieht sich in seinen Vorurteilen bestätigt.

Zu seinem Geburtstag taucht sein Sohn mit Schwiegertochter auf und offeriert ihm, dass sie sich um ein Altersheim gekümmert hätten, in dem er seinen Lebensabend sorgenfrei verbringen könne. Kowalski lehnt ab, da er die wahre Absicht,sich den Erlös bei einem notwendigen Verkauf seines Hauses unter die Nägel zu reißen, erkennt. Er wirft den Sohn und dessen Frau aus dem Haus.
Wenig später unterstützt Kowalski den verhinderten jungen Autodieb bei seiner Abwehr gegen eine asiatische Jugendgang, die ihn drangsalieren. Er erhält Kontakt zu der Nachbarfamilie, zu der der Junge gehört, wird dort eingeladen und sucht dem Jungen einen Arbeitsplatz. Zwischenzeitlich wird ihm klar, dass er als Kettenraucher Lungenkrebs im Endstadium hat. Er stellt sich deshalb heroisch gegen die Jugendgang, die das Nachbarhaus mit Maschinenpistolen beschießen und wird später von diesen erschossen, wodurch er erreichen konnte, dass die Gang verhaftete wird.In seinem Testament verfügt er, dass der Ford " Gran Torino " an den jungen Asiaten übergeben werden soll.

Was zunächst als Allerweltsgeschichte aussieht, entpuppt sich mit zunehmender Dauer des Films, als ein gelungenes Stück gegen den in jedem Menschen vorhandenen Makel, zunächst Unbekanntes oder Fremdes abzulehnen oder sogar zu bekämpfen. Der Hauptdarsteller Clint Eastwood versucht auf seine Art, dem Zuschauer mehr Toleranz gegenüber dem Neuen aufzubauen, denn nicht nur das Bekannte, das Gewohnte zu erhalten ist der Sinn des Lebens.  

Wenn Pro7 den Film zur Hauptsendezeit im Rahmen der Woche der Toleranz am " Tolerance Day " zeigt, erscheint das Ansinnen - wenn auch aus kommerziellen Gesichtspunkten - ehrlicher, als das des ZDF, bei dembereits im vergangenen Jahr der Eastwood-Streifen spät, nämlich ab 22.40 Uhr ausgestrahlt wurde. Warum wohl?

Dienstag, 21. Februar 2012

Nur Ballonfahren ist schöner!


                                                                                             (c)Dominik Schäfer-WIKIPEDIA

Der Frankfurter Flughafen ist ein Moloch. Eine Krake, die ihre Tentakel bis in die hessisch-pfälzische Pampa austreckt und so ziemlich Alles, was sich ihr in den Weg stellt nieder macht. Er ist auch ein Synonym für die Gigantomanie der hessischen CDU-Landesregierung, deren Bestreben darin besteht, Frankfurt am Main zur Weltmetropole umzufunktionieren.
"Krankfurt", wie die Hessen ihre eher ungeliebte Stadt einst nannten, ist mit dem Flughafen längst zum wichtigsten Drehkreuz in Europa aufgestiegen.Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 betrug das Passagieraufkommen beinahe 57.000.000, das Frachtaufkommen mehr als 2.100.000 t. Enorme Zahlen, wenn der Außenstehende berücksichtigt, dass die FRAPORT AG nur13.000 Beschäftigte registriert.
Der überwiegende Teil sind Mitarbeiter von Zulieferfirmen und Subunternehmen, die 58.000 Personen führen. Diese sind bzw. waren für 487.162 Flugbewegungen  verantwortlich.

Da muss jedes Rädchen ineinander greifen, sonst gibt es ein Chaos. In diesem Gefüge befinden sich die so genannten 200 Vorfeldmitarbeiter, deren Aufgabe darin besteht,die Flugzeuge einzuweisen. Die sie vertretende Gewerkschaft argumentiert, dass diese Aufgabe seit der Inbetriebnahme der 4. Landesbahn anspruchsvoller geworden sei und fordert Lohnerhöhungen sowie Arbeitsverbesserungen. Da eine Einigung mit dem Arbeitergeber, der FRAPORT AG nicht zustande kam, streiken diese Mitarbeiter nun seit Donnerstag, 16. Februar 2012 für mehr Entgelt. In den Medien geisterten seit dem Streikbeginn Zahlen herum, die von 70 % ausgehen.

Bleiben diese Zahlen unkommentiert, so fragt sich der kritische Betrachter allen Ernstes, ob da die Koordinaten nicht in Richtung blauer Himmel verschoben werden. Da über die Medien von Arbeitgeberseite viel Gift versprüht wird, was einer Lösung des Tarifkonflikts nicht gerade förderlich ist, wird der Streik wohl noch länger andauern. So muss sich die FRAPORT AG und deren Verantwortliche tatsächlich fragen lassen, ob ein legitimer Streik etwas mit " Geiselhaft " zu tun hat. Wer einen derartigen Popanz aufbaut, statt die Gespräche fortzusetzen, wird eben nicht gerade auf Entgegenkommen der Arbeitnehmerseite treffen.

Inzwischen werden einige der täglichen Starts und Landungen, die von 05.00 Uhr bis 23.00 Uhr und darüber hinaus erfolgen, annulliert. Vielleicht hilft es ja den 10.000 Lärmgeplagten rund um den Flughafen und deren Einflugschneisen, einige Minuten länger Ruhe zu haben?
Inzwischen könnte ersatzweise das relativ lautlose Ballonfahren geübt und durchgeführt werden. 



Would you like to ride in my beautiful balloon
Would you like to ride in my beautiful balloon
We could float among the stars together, you and I
For we can fly we can fly
Up, up and away
My beautiful, my beautiful balloon
The world's a nicer place in my beautiful balloon
It wears a nicer face in my beautiful balloon
We can sing a song and sail along the silver sky
For we can fly we can fly
Up, up and away
My beautiful, my beautiful balloon
Suspended under a twilight canopy
We'll search the clouds for a star to guide us
If by some chance you find yourself loving me
We'll find a cloud to hide us
We'll keep the moon beside us
Love is waiting there in my beautiful balloon
Way up in the air in my beautiful balloon
If you'll hold my hand we'll chase your dream across the sky
For we can fly we can fly
Up, up and away
My beautiful, my beautiful balloon
Balloon...
Up, up, and away.....


















  



























































Sonntag, 19. Februar 2012

Der doppelte Marko, Tim, Tom und die Rückkehr des Königs.



 Das sich zum Ende neigende Wochenende begann - politisch betrachtet - mit einem Knaller, denn am Freitagmorgen hat der Niedersachsen-Wulff seine Sieben Sachen gepackt und ist nebst Glamour-Girl " Tinchen " von und zu Körner aus dem Prunkpalast Bellevue in Berlin ausgezogen. Die Dienstvilla wird er demnächst auch räumen und sich in das fremd finanzierte Einfamilien-Spießedomizil in Großburgwedel schmollend zurück ziehen. Der König ist tot, es lebe der Kaiser?

Der hat indes schon signalisiert, dass er für das höchste Amt im Staate nicht zur Verfügung steht. Schließlich muss er sich um seinen FCB kümmern, denn der scheint ein wenig vom rechten Weg zur geplanten Meisterschaft abzukommen.Auch sein Duzfreund Thomas Gottschalk kommt als nächster Bundespräsidentenkandidat nicht in Frage, da er dafür zu sorgen hat, dass seine miese Quote, die er werktäglich mit der Nonsenssendung " Gottschalk Live " einfährt, nicht ganz in den Promillebereich absinkt. Ein weiterer Kandidat, nämlich König Otto I. oder auch der griechische Gott Otto Herakles, ist aus dem Rennen.
Otto hat am Samstag offizielle verlauten lassen, dass er mit Wirkung zum 20. 02. 2012 den Krisen geschüttelten Hauptstadtklub Hertha BSC als Trainer bis zum Saisonende übernehmen wird.

Willkommen im Klub der Abstiegskandidaten? Nun, der 73jährige Otto Rehhagel ist nicht nur einer der erfolgreichsten bundesdeutschen Fußballtrainer, er ist auch clever genug, um abzuschätzen, auf was er sich bei diesem Himmelfahrtskommando einlässt. Würde er die Funktion des verantwortlichen Trainers nur - wie es der Ex-Bundespräsident Wulff vornehmlich gesehen hat - des lieben Geldes willen annehmen, könnte er einen richtigen Schiffbruch erleiden. Der erfahrende Rehhagel hat aber den Trainerjob bei der alten Dame Hertha wegen der sportlichen Herausforderung angenommen und vielleicht wohl auch, weil er einst nämlich vor 49 Jahren seine eigene Aktivenlaufbahn in der neu gegründeten Fußballbundesliga fortsetzen durfte.

Otto weiß also, was er tut. In seiner Trainerkarriere ist er bereits einige Male als Feuerwehrmann angetreten und hat den vom Abstieg bedrohten Vereinen von Werder Bremen, Arminia Bielefeld sowie Fortuna Düsseldorf gerettet. In Dortmund wurde er nach dem Aufstieg des Vereins aus der 2. Bundesliga Nord längerfristig unter Vertrag genommen.

Ab der Saison 1981 war er für 14 Jahre Trainer beim SV Werder Bremen, den er zuvor aus der Abstiegsgefahr geholt hatte. In dieser Zeit konnte Otto Rehhagel seine größten Erfolge als Vereinstrainer verbuchen. Tja, und während er an der Weser zum " König Otto I. " gekürt wurde, liebäugelten nach der Saison 1994/1995 der Bazi-Verein mit der Verpflichtung von Otto Rehhagel. Tatsächlich übernahm der Mittfünfizger ab Sommer 1995 den FC Hollywood. Ein riesiger Fehler, wie sich bereits nach einigen Monaten heraus stellte. Denn das so genannte " Star "-Ensemble konnte individuell noch so gut sein, eine Mannschaft wurde daraus nicht. Rehhagel musste sich von arrgoganten Schwachköpfen wie Mehmet Scholl als " Wichser " bezeichnen lassen. Die Uhr beim Arroganzverein tickte bereits bei seiner Verpflichtung.

Nach dem Scheitern bei den Bayern verpflichtete der abgestiegene 1. FC Kaiserslautern ihn als Trainer, stieg mit ihm wieder auf und wurde danach Deutscher Meister. Am 30. 09. 2000 beendete Rehhagel seine Tätigkeit als Vereinstrainer und übernahm 1 Jahr später die griechische Nationalmannschaft, die er 2004 zur Europameisterschaft führte. Rehhagel gelang es dabei, einen völlig zerstrittenen und chaotischen Haufen zu einer Einheit zu formen, die - wenn auch nicht spektakulär - endlich wieder Fußball spielte.

Im Jahre 2010 beendete er sein Engagement in Griechenland, ohne jedoch das Fußballgeschäft aus den Augen zu verlieren. Mit dem SV Werder Bremen verbinden ihn weiterhin persönliche sowie auch fachliche Bande. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass er Spieler wie Angelos Charisteas zu den Werderanern vermittelt hat. Nun ist er seit dem Wochenende wieder zurückgekehrt, der " König Otto I. " und dürfte mit Genugtuung registriert haben, dass sein künftiger Verein aus Berlin zwar gegen den Deutschen Meister und Tabellenführer nicht gewinnen konnte, jedoch ein passables Spiel zeigte.
Dafür hat sein Ex-Verein, der SV Werder Bremen in Hamburg mit 3:1 gewonnen.
Damit steht zumindest seit dem 18. 02. 2012 fest, dass die Nummer Eins im Norden nicht der HSV, nicht der HSV aus Hannover und schon gar nicht der FC Magath/Winterkorn aus Wolfsburg ist.

Da legte doch der " Floh " Marko Marin vor den brüllenden, pöbelnden und Bierbecher werfenden Mob im Hamburger Stadion dem HSV gleich nach 9. Minuten ein verfrühtes Osterei ins Nest. Es folgte das 2:0 in der 44 Minute durch den aus Rostock gekommenen Tom Trybull. Das war schon die halbe Miete. Sicherlich der HSV war überlegen, aber da stand ja auch noch der Tim Wiese im Tor, der sich - seltsamer Weise gegen die Hamburger - immer zu steigern vermochte. An Wiese bissen sich die HSV Spieler die Zähne aus. Das 1:2 war denn eher ein glücklicher, weil abgefälschter, Treffer, denn die anderen Chancen vereitelte Tim Wiese. Der Pöbel in Hamburg schrie sich die Kehle aus dem Leib und musste mit ansehen, wie ein Patzer von Westermann und Rajkovic, die den von Tim Wiese lang abgeschlagenen Ball passieren ließen und somit dem " Astronauten " Marco Arnautovic zum 3. Treffer einluden.

Was waren das immer für heiße Derbys zwischen dem HSV und dem SVW. Und auch dieses Mal ging es hoch her. Die HSV-Fans zeigten sich als schlechte Verlierer und noch schlechtere Gastgeber, weil aus den Zuschauerblöcken ständig Gegenstände in Richtung der Werder-Spieler flogen. Da ist es dann Tim Wiese nicht zu verdenken, dass er nach Spielschluss ein Megaphon in die Hand nahm und in den Werder-Zuschauerblock " Scheiß HSV " hinein rief. Das ist zwar auch nicht sportlich fair, aber nachvollziehbar.

Zwischen dem Tim und dem HSV wird es keine Freundschaft mehr geben. Damit kann Tim Wiese leben. Vor allem, wenn er solche Leistungen zeigt:

http://www.youtube.com/watch?v=rfJ8pOcQm6g

( Sämtliche Fotos bei WIKIPEDIA )

Samstag, 18. Februar 2012

Wintersport - Karneval = Langeweile im Billigformat

                                                                                        (c) Martin Bahmann-WIKIPEDIA

Kaum hat sich das Neue Jahr in den Köpfen der Bundesdeutschen Platz verschafft, da beglückt sie das öffentlich rechtliche Fernsehen mit XXL-Sendungen zu den Sportarten auf weißem Untergrund. Eine Unzahl von nationalen sowie internationalen Veranstaltungen gibt den ÖRs hinreichend Gelegenheit, um mit öden Übertragungen aus den abgelegenen Winkeln Nordeuropas mit wenig Aufwand und überschaubaren Kosten ein Maximum an Sendezeit auszufüllen. Die Gebührenzahler werden von der Vierschanzentournee, den diversen Weltcuprennen in Obersdorf bishin zu Skisportereignissen in Oslo, Lahti und sonstigen bekannten Orten bis zum Erbrechen informiert. Bereits ab 9.00 Uhr morgens quält einer der großen Sender die TV-Gemeinde mit Kommentaren, Livebildern und endlosen Interviews. Häufig dürfen auch die bereits mumifizierten Asse aus den 60er und 70er Jahre als Experten ihren Schwachsinn über ihre mit Werbelogos von unten bis oben zugepflasterten Kollegen und Kolleginnen absetzen. Gähnende Langweile bis Ende Februar.

Denn da wird der Dauerbeschuss mit Wintersportarten von einem noch größeren Mumpitz abgelöst. Dem Karneval. Es ist der formatiert verordnete Frohsinn aus den Hochburgen des standisierten Schunkel-Orgien-Flachsinns, der dem darbenden Glotzer wechselweise von der ollen Tante ARD, dem Rentner-Kanal ZDF und den Unterprogrammen WDR, SWR und teilweise dem NDR um die Ohren gehauen wird. Die Übertragungsorte sind seit vielen Dekaden die Selben. Die Rituale bleiben immer identisch. Lediglich der Inhalt der " Büttenreden " wird aktualisiert. Da kann der TV-Erkrankte nur den Griff zur Fernbedienung suchen und mittels Fingeraerobic andere Kanäle suchen.
Zutreffend sieht es der Fernsehkritiker Oliver Kalkhofe denn auch so:

" Die unerbittliche Eiseskälte und Trostlosigkeit des Winters wären für die Menschen in unserem Lande wesentlich leichter zu ertragen, wenn dazu nicht auch fast immer noch Karneval wäre. Fiese Arschkälte gepaart mit pappnasigen Arschgesichtern ist nun mal für'n Arsch im Quadrat! Und gefrorene Kotze mit Konfetti auf dem Bürgersteig ist auch nur lustig, solange es nicht taut."

Nun hat sich das Wetter kurz vor den Drei Tollen Tagen - an denen zwischen Aachen, Köln bis nach Mainz kein Mensch auf seiner Dienststelle zu erreichen ist - leicht geändert und der klirrende Frost ist einem eher naßkalten Klima gewichen, dennoch hat Kalkhofe völlig Recht, wenn er behauptet:

" Dabei ist selbstverständlich nichts zu sagen gegen eine Schippe Chaos, ein Eimerchen Humor oder ein buntes Hütchen. Wenn das alles durch Elferräte, Prinzengarden und Vereinsmeiereien nur nicht so furztrocken formatiert und in seiner banalen Blödigkeit derart erschreckend doof wäre. Nichts gegen gelegentlichen Vollrausch, zügellose Lebensfreude und gepflegtes Querfeldeingevögel, in Maßen alles prima. Nur diese urdeutsche Eigenheit, die Anarchie in einen Aktenordner pressen und der ganzen Wildheit ein geordnetes Regelwerk verpassen zu müssen, läuft ja irgendwie konträr zum Ursprungsgedanken."

Dabei war einst eine so genannte Prunksitzung dazu gedacht, dem Plebs, dem Fußvolk also, eine Art  humoristischer Aufstand gegen Staat und Militär zu ermöglichen. Inzwischen ist, so sieht es nicht nur Oliver Kalkhofe, der Karneval als einstige " satirische Ode an das Chaos und die Freiheit der Gedanken " zu einem Ärgernis verkommen. " Diese als plumper Spaß getarnte Spießigkeit der organisierten Fastnachts-Mafia jagen einem kalte Schauer des Entsetzens durch die Gedärme. Wenn dann auch noch die ganzen zugestrullten Bumsköppe anfangen, ihre Kalauer aus gesammelten Witzbuch-Remittenden in Reimform von der Bütt ins besoffene Volk zu grölen, dazu in ohrenfeindlichen Dialekten und verkleidet als Weltenbummler Pipifax oder Frauenarzt Dr. Pflaume, dann paaren sich in manch gesundem Kleinhirn Fluchtgedanken mit Gewaltphantasien. "

Zu den Übertragungsmarathon stellt Kalkhofe folgerichtig fest:

"Um das Grauen dieses streng strukturierten Frohsinns der Apokalypse noch einen Schritt näher zu bringen, braucht man zum Abschluß im Grunde nur noch die kreative Betreuung von ARD und ZDF für eine Übertragung in den Koma-Stream der öffentlich-rechtlichen Heiterkeitshölle. Karnevalssendungen im Fernsehen gehören zu den grauenhaftesten Erfahrungen, die ein unschuldiger Mensch auf der Suche nach Entspannung machen kann. Quasi das Guantanamo der guten Laune mit mentalem Waterboarding. Wahrscheinlich sind die Rosenmontags-Umzüge in Wirklichkeit auch nur missverstandene Massendemonstrationen gegen das Terror-Regime der gewaltsamen Fröhlichkeit. Habt doch endlich Erbarmen mit uns, mer könne net mehr! Tä-Tääää..."

( Sämtliche Zitate aus Oliver Kalkhof´s Letzte Worte in tv Spielfilm,5/2012 ).

Wo die Dummheit siegt, sollte der Schlaue den Flachbildfernseher einfach nicht anschalten. Das hilft die Energiekosten zu senken und ist gesundheitsfördernd, weil Ohren - und Augenschmerzen verhindert werden.

Semper idem! Fuga salutem petere!