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Mittwoch, 30. November 2011

Volles Weib, volles Konto,volles Leben.

                                                                                             (c) Sibbi-WIKIPEDIA

Es gibt zum öden TV-Einerlei der öffentlich-rechtlichen Programme eine besondere Rubrik, die der gelähmte Glotzer als " nervige Person " titulieren könnte. Einige dieser Prachtexemplare haben die Zeichen der Zeit erkannt und sind flugs in das Theater-Genre übergewechselt. Hier quälen sie ein - wenn auch nur Hand verlesenes - Publikum mit ihren vorhandenen, aber eher bescheidenen Schauspielkünsten.
Eine andere Gruppe von ihnen hat sich - zumindest temporär - aus dem Dschungel des filmischen Unterhaltungsnonsens dezent zurück gezogen und fristet das Dasein in einem Umfeld zwischen ARGE sowie hochprozentigen Cocktails in der noch feinen Gesellschaft, ständig auf der Suche nach dem nächsten Engagement in den Häusern der Zwangsgebühren finanzierten Fernsehanstalten.

Eine letzte Gruppe, das könnte gleich bedeutend mit der Fußball - CL sein, trifft sich immer wieder an exotischen Orten dieser Welt zum gemeinsamen Abspielen nahezu identischer Drehbücher, die sich mit immer dem gleichen Sermon ( Achtung, Latsch!) befassen: Liebe, Triebe,Mord ( die Angeglachten handeln hier in Deitungsabsicht!.
Über Tage, Wochen, Monate ergießt sich das ÖR-Vollprogramm aus dem Munde der großen Mutter ARD, des CDU-Vaters ZDF und deren Kinder in Gestalt der Spartensender.

Eine Fratze, die es in den letzten Jahren nicht nur zu einer exorbitant hohen Anzahl an Fernsehfilmen - die in Wahrheit keiner sehen muß - brachte, heisst Christine Neubauer. Sie wütete sich in den letzten Jahren durch eine Unzahl von Fernsehfilmen. Mit voller Brust, jedoch ohne freiem Oberkörper und zu wenig Beinkleid spielte sie tragende Rollen in:

2000: Altweibersommer
2000: Männer sind zum Abgewöhnen
2000: Preis der Schönheit
2000: Einmal Himmel und retour
2001: Kleeblatt küsst Kaktus
2001: Die Rosenheim-Cops
2001: Auf immer und ewig
2001: Mein Vater und andere Betrüger
2001: Verdammt verliebt
2001: Schloss Einstein
2001: Abschnitt 40 Berlin
2002: Eine zweimalige Frau
2002: Vollweib sucht Halbtagsmann
2002: Tochter meines Herzens
2002: Die Rettungsflieger
2002: Trenck – Zwei Herzen gegen die Krone
2002: SOKO 5113
2002: Tausche Firma gegen Haushalt
2002: Abschnitt 40 Berlin
2002: Knallharte Jungs
2002: Die Schokoladenkönigin
2003: Unter weißen Segeln – Kompass der Liebe
2003: Im Tal des Schweigens
2003: Für alle Fälle Mama – „Glück auf halber Treppe“
2003: Liebe Zartbitter
2003: Pumuckl und sein Zirkusabenteuer
2004: Unter weißen Segeln – Urlaubsfahrt ins Glück
2004: Eva Zacharias
2004: Geierwally
2004: Unter weißen Segeln – Abschiedsvorstellung
2004–2006: München 7
2004: Weißblaue Wintergeschichten
2004: Mein Bruder ist ein Hund
2005: Die Landärztin – Die Landärztin
2005: Im Tal des Schweigens 2
2005: Es ist ein Elch entsprungen
2005: Das beste Jahr meines Lebens
2005: Lauras Wunschzettel
2005: Glück auf halber Treppe
2005: Folge deinem Herzen
2006: Die Landärztin – Diagnose Tollwut
2006: Momella – Eine Farm in Afrika
2006: Die Frau des Heimkehrers
2006: Für immer Afrika
2007: Im Tal des Schweigens 3
2007: Moppel-Ich
2007: Afrika im Herzen
2007: Die Erntehelferin
2007: Suchkind 312
2008: Im Tal des Schweigens 4
2008: Insel des Lichts
2008: Das zweite Leben
2008: Treuepunkte
2008: Schaumküsse
2008: Der Nikolaus im Haus
2008: Tischlein deck dich
2009: Die Landärztin – Schleichendes Gift
2009: Heiße Spur
2009: Alle Sehnsucht dieser Erde
2009: Die Lebenslüge
2009: Meine Heimat Afrika
2010: Wer zu lieben wagt
2010: Haltet die Welt an
2010: Lügen haben linke Hände
2010: Die Landärztin – Um Leben und Tod
2010: Wie ein Stern am Himmel
2010: Ein Sommer auf Sylt
2010: Pius XII.
2010: Die Landärztin – Schicksalswege
2011: Der kalte Himmel
2011: Die Minensucherin
2011: Gottes mächtige Dienerin
2011: Die Landärztin – Entscheidung des Herzens
2011: Bella und der Feigenbaum

Aber bereits vor dem Milleniumsjahr gab es Neubauer satt - bis zum Abgewöhnen - in sämtlichen Kanälen des staatstragenden Fernsehens. Neubauer die Heimatverbundene, den doppelten Wopper oder die einfühlsame Ärtzin aus der bayrischen Provinz. Aber auch in die Regionen außerhalb des Weißwurtsäquators hat es die fast 50jährige hingezogen. Fern der bajuwarischen Tristesse des dortigen Landlebens, zog es sie mitsamt der GEZ-bezahlten Kohorten der beiden Großsender auf die Insel der Schönen, Reichen und Arroganten, auf Sylt. Dann war Afrika mehrfach dabei, natürlich auch Südafrika, das gehört in diesen Kreisen zum guten Ton.

Auch die Rollen der properen Damen geben so manches Klischee im Verhältnis 1:1 wieder. Ob nun als Nonne, als Entwicklungshelferin in Afrika oder dralle Inhaberin eines Schokoladenfachgeschäft in München, Neubauer war sich für nichts zu schade. Es hat sich gelohnt, denn ihre Gagen entsprachen zuletzt ihren Vollweib-Körpermaßen. Sie erhielt zwischen 100.000,-- bis 200.000,-- Euro pro Film. Bei 5 abgedrehten Streifen sind diese eben zwischen einer halben bis einer Millionen Euro im Jahr. ganz schön kräftig, fie Gagen für die gut proportionierte Dame aus Bayern.

Neubauer lebt seit Januar 2011 von ihren Mann, dem Sportjournalisten des Bayrischen Rundfunk Lambert Dinzinger getrennt und hat inzwischen einen chilenischen Fotografen zu ihrer neuen Liebe auserkoren.Die Klatschblätter überschlugen sich und auch diese Rührstück, denn Denzinger war ihre große Jugendliebe, lässt sich in klingende Münze umwandeln.

Vielleicht nennt sich der nächste Fernsehfilm - ganz im Sinne der eigenen Biografie - nach ihrem Liebesleben: " Die große Jugendliebe ". Für derartige Schmonzetten gibt es dann - wie sonst regelmäißig zuvor - von der " TV Spielfilm " ein gepflegtes " Daumen nach unten " als Bewertung.

Recht so, denn zu viel Völlerei ist ungesund und wirkt sich nur Herzinfarkt fördernd sowie auf die nächste Erhöhung der GEZ-Gebühren aus.

Lieber, guter Weihnachtsmann..... Ausgabe 2011.



Die US-amerikanische Eigenschaft, für alles und nichts Statistiken zu erheben, bleibt auch in meinem Blog nicht außen vor. Völlig unberührt von dem Ergebnis, dass sich mittlerweile über 106.000 User auf meinen Seiten verirrt hatten,bin ich aus reiner Neugierde dazu übergegangen, die "Top 5 " unter den hier eingestellten Beiträgen aufzurufen. Nun, diese lesen sich so:

18.05.2010
                                    12.006 Seitenaufrufe
08.10.2010, 1 Kommentar
               8.107 Seitenaufrufe
15.10.2010                                     
5.521 Seitenaufrufe
16.11.2009, 2 Kommentare
           5.250 Seitenaufrufe
13.11.2010
                                   1.683 Seitenaufrufe


Neben meiner "ABBA"-Abhandlung zu der einst befürchteten "Wiedervereinigung"und dem barbarischen "Conan" hat es unter die ersten  Hitlistenplatzierungen auch der " Weihnachtsmann " gebracht. Nicht, dass es danach bereits vor vielen Monaten danach ausgesehen hätte. Nein, der Mann, der sich erst zu Weihnachten wieder " aufmännelt ", legte erst seit Anfang November so richtig zu. Mehrere hundert Zugriffe pro Tag, konnte ich in meiner Statistik verzeichnen. Und täglichen werden es mehr. Die beinahe inflationäre Suche nach dem Mann mit dem weißen Rauschebart ( Lasch von nebenan wird jetzt wieder in den Duden sehen ), dem roten Mantel nebst Rucksack voller Geschenke, ist logischer Weise Jahreszeit bedingt.


In nur noch 25 Tagen ist Heilig Abend. Daran muß jetzt auch der letzte Weihnachtsmuffel glauben. Somit bedeutet dieses für den traditionsbewussten Europäer, Amerikaner oder Australier mit entsprechenden christlichen Wurzeln, es ist an der Zeit, die Geschenke zu besorgen. Deshalb quälten sich - wie jedes Jahr zu dieser Zeit - Menschenmassen durch die Innenstädte. Begleitet von Blechkarawanen, die in verstopften Parkhäusern abgeleitet werden sollen und einer riesigen Zahl an Weihnachtsmärkten, deren eintöniges Ambiente dennoch seit vielen Jahren Besucherrekorde verursacht.


Wer sich diesen Rummel, die selbst auferlegte Hektik und das Auslutschen des letzten Euros durch angebotene Artikel, die in Wahrheit niemand braucht, ersparen möchte, sorgt vor und bestellt via Online-Versandhandel. Auch dort zeigt sich der Weihnachtsmann in sämtlichen Facetten. Dessen Berufsausübung - wenngleich auch nur temporär - ist jetzt mit Überstunden verbunden. Die ARGE sucht nun händeringend bereitwillige Frauen und Männer für den Weihnachtsmann, damit dieser - von solventen Eltern bestellt - am Heiligen Abend die Geschenkeflut auch in die Ein-Kind-Ehe oder einem ähnlichen Konstrukt, verursachen kann. Dieser Job hat also immer Konjunktur.


Weil die Eintönigkeit der musikalischen Untermalung mit immer dem gleichen Liedgut, das aus den Konsumtempel-Beschallungsanlagen röhrt, den dortigen Besuchern manchmal doch den letzten Nerv rauben kann, flüchten sich auch in diesem Jahr viele Weihnachtsgegner mittels Reisen aus dem Einzugsbereich des Konsumwahns.Dazu bietet die Reiseindustrie ein vielfältiges Angebot an. Ob nun " Malle " in der Wintersonne, Kreta im Wirtschaftskrisenumfeld oder Antalya an der türkischen Rivera mit eingebauter Garantie zum Koma-Saufen. Die Ziele werden vor Weihnachten hoch im Flugkurs stehen.
 Dann bilden sich vor den Schalter der Flughafenabfertigung lange Schlangen.

Für die Daheimgebliebenen heißt es jedoch wieder einmal mehr: durchhalten! Heilig Abend fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. Das bedeutet, dass die meisten Geschäfte spätestens ab 14.00 Uhr ihre Türen schließen. Wer an diesem Tag von der wahnwitzigen Idee getrieben wird, für einen der Herzallerliebsten oder geliebten sowie best gehassten Verwandten noch ein Präsent besorgen zu müssen, sollte sich sputen. Nichts ist so falsch wie das falsche Geschenk für die falsche Person. Und weil des Michels Bestreben, das eigene Leben in geordneten Bahnen verlaufen zu lassen, sich auch am Fest der Liebe in Form des genormten Geschenkerausches manifestiert, kommt es zu wahren Geschenkübergabeorgien, die jedoch einem gewissen Ritual unterworfen sind. Zunächst wird die Mutter der Familie beschert. Es folgt der Vater, dann - soweit vorhanden - die Schwester/der Bruder und erst dann die Enkelkinder ( Neffen,Nichten usw. ).

Die Eitelkeit des Schenkens zieht sich dann am nächsten Tag, den ersten Weihnachtstag im Rahmen des obligatorischen Familienbesuchs mit Mittagessen und Kaffeetrinken durch die Weihnachtsfeiertage, denn auch der ebenso übliche Verwandtenbesuch am zweiten Weihnachtstag wird von der Übergabe der Präsente geprägt.Schenken des Schenkens willen. Schenken der Eitelkeit willen. Oder Schenken des Weihnachtsfests willen.
Dazu fällt mir ein Liedchen ein, das ich in den frühen 90er Jahren in der "Sandmann"-Sendung gehört habe:



Die zwölf Weihnachtsfeiertage


Am ersten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
für den Birnenbaum einen Spatz.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am dritten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am vierten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am fünften Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
fünf Füllhörner
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am sechsten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
sechs Schnabeltassen
fünf Füllhörner
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am siebten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
sieben Seifensieder
sechs Schnabeltassen
fünf Füllhörner
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am achten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
acht alte Asseln
sieben Seifensieder
sechs Schnabeltassen
fünf Füllhörner
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am neunten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
neun Nasenringe
acht alte Asseln
sieben Seifensieder
sechs Schnabeltassen
fünf Füllhörner
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am zehnten Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
zehn zahme Ziegen
neun Nasenringe
acht alte Asseln
sieben Seifensieder
sechs Schnabeltassen
fünf Füllhörner
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am elften Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
elf echte Elfen
zehn zahme Ziegen
neun Nasenringe
acht alte Asseln
sieben Seifensieder
sechs Schnabeltassen
fünf Füllhörner
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.

Am zwölften Weihnachtsfeiertag
schenkte mir mein lieber Schatz
zwölf Zwitscherlinge
elf echte Elfen
zehn zahme Ziegen
neun Nasenringe
acht alte Asseln
sieben Seifensieder
sechs Schnabeltassen
fünf Füllhörner
vier Pfirsiche
drei Drosselchen
zwei Zwiebelchen
und für’n Birnenbaum einen Spatz.



aus Irland
deutsche Fassung: Gerhard Schöne.



Tja, aus Irland stammt das Original. Damals, wenige Jahre nach der "Wende" sang ein Mädchen diese Strophen so wunderbar, dass sie mir in Erinnerung blieben. Die 12 Weihnachtstage! Auch wenn es eigentlich ja nur 2 gibt und der Heilig Abend nicht in jedem Land der Bescherung dient. In Irland wird am ersten Weihnachtstag das große Schenken zelebriert.
Und weil das Schenken oder die Auswahl von Geschenken häufig auch peinliche Situationen heror bringen kann, lässt sich so etwas durch vorherige Absprachen durchaus vermeiden.
Das Fest der Liebe ist längst zu einem Schlachtfeld des Konsumterrors verkommen. Wer gibt sich heute mit Geschenken unter 10,-- € ab? Keiner! Da muß schon locker eine weitere Null hinten dran stehen. Elektronischer Schnick-Schnack in sämtlichen Preisklassen, Gutscheine über Klamotten ( natürlich nur Markenware ) oder hyper teuere Kosmetika stehen immer noch hoch in der Gunst der Beschenkten.
Weihnachten 2011 wird sich von den vorherigen Weihnachtsfesten nicht wesentlichen unterscheiden.
Auch in diesem Jahr rollt der Euro in den Geschäften. " Süßer die Kassen nie klingeln als zu der Weihnachtszeit."

Als ich vor einigen Jahren einen Beitrag für die Internetplattform " die Gesellschafter ".de einstellte, der sich eben mit jenem Konsumwahn zu Weihnachten befasste,folgte einige Zeit später in einer ZDF-Sendung ein Beitrag eines angepassten Journalisten, der sich mit der angeblichen Gefahr der Verteufelung des Konsumverhaltens der Bundesdeutschen vor Weihnachten befasste und in dem dieser Lobhudeler des Systems konstatierte, dass die Konsumkritik so lange ausgeübt wird, wie das nächste Kaufhaus Pleite ginge. Eine vage Behauptung dieses CDU-Haussenders, denn die Pleiten gab es zwar ( Quelle ), diese hatten jedoch andere Ursachen ( die Raffgier und das die Bilanztricks des Ex-Managers Middelhoff ).
So lasset die Kunden zu mir kommen, damit ihnen die Konten geplündert und das Gehalt später gepfändet werden kann.Alles im Namen des Weihnachtsmanns und des wahnwitzigen Konsums.


                                                                                                                                                                                   











Dienstag, 29. November 2011

Wann ist der Mann ein Mann?


Tag zwei meines Kampfes gegen die Feinde des kreativen Sprachgebrauchs. Nachdem ein interessierter Leser mir via Mail eindeutig klar gemacht hat, dass er meine Skizzierung zu meiner Person als für den Durchschnittsleser schwer verständlich ansieht, traf mich heute Nachmittag eine weitere Hiobsbotschaft. Aus profunder Quelle, nämlich über die TU Chemnitz, wurde ich darüber informiert, dass sich ein Linguistiker über ein von mir gebrauchtes Verb in einem Beitrag seiner eigenen Internetseite genüsslich ausgelassen hat und dort so richtig vom Leder zieht.

Nun, dieser Beitrag ist unter:

http://alexanderlasch.wordpress.com/2011/11/21/bald-wird-aufgemannelt/

einzulesen.

Die von dem Meister der Sprachwissenschaften Latsch aufgestellte Hypothese lautet demnach:
" aufmänneln " ist ein Wieloch´schen Eigenprodukt, das es in der deutschen Sprache nicht gibt. Immerhin kann der Experte im Dienste der Wissenschaften in der Tat auf so profunde Quellen, wie den aktuellen " Duden ", der Bibel zur deutschen Sprachkunde, zurückgreifen. Denn hier findet sich der Begriff " aufmänneln " nicht. Auch der Versuch über" Google " dem gelehrten Mann zu beweisen, dass es jenen Begriff nun doch gibt, erbrachte nur wenige Treffer, die zudem erkennen lassen, dass zwei angezeigte Quellen mich selbst betrafen. Aber, trotz der dürftigen Beweislage zur Existenz jener Wortschöpfung, gibt es doch eine Quelle, die auch " aufmännelt ".

Und dort heißt es also:

"6. Müssen die Söldner all vorhandene erbauendes Getraid abschneiden,
sammeln und so es nothwendig auch aufschöbern,
oder aufmänneln (Hervorheb. d.d.Verf. ), wie auch die Erbsen rupfen, trifft gemein jeden
Södner 9 höchst 10 Täge."

- Zitatende - aus:
http://www.hagelstadt.de/Startseite/Geschichte/Heimat09.pdf

S. 9, " Die Söldner betreffend ", Ziff. 6

Aus der Tiefe des geschichtlichen Raumes kam denn diese Steilvorlage, die mich nun weiter animierte, auf den Herrn Professor aus Dresden, der sein Handwerk nur wenige Kilometer von meinem Büro irgendwann erlernt hat, eine volle Breitseite abzufeuern. Die exportierte  "Kieler Sprotte " mit sächsischem Innenleben wollte doch nur eins: sich " aufmänneln ".
Und während sein Traktat zu den Untiefen  der  Sprachverrohung im Internet tatsächlich aufmerksame Leser hat , bleibt der sich nicht " aufmännelnde " Mann von nebenan von solchen Testestoron gesteuerten Aktionen eher unbeeindruckt. Der liest nämlich - so wie in Österreich auch - das Boulevardblatt mit den vier Buchstaben oder die landeseigene " Kronen Zeitung ". Hier werden die wahren Probleme des Lebens benannt.

Unberührt von der professoralen Großmannssucht ( hmmh, gibt es den Begriff tatsächlich? ) nehme ich mich nun des zweiten " Google "-Treffers an.
Da schreibt ein User unter der Seite  " Baldur " folgendes:

"Naja, du musst eben aufpassen, dass du die Gebäude auch gleich mit Arbeitern bestückst. Ausgebaute Gebäude ohne Arbeiter sind unnütz. Also am Besten: Gebäude ausbauen - aufmänneln - nächstes Gebäude ausbauen - usw."

http://kerzenburg.baldurs-gate.eu/showpost.php?s=f90f01f0624cf0005017728c1f062796&p=549988&postcount=985

Der unter dem Nicknamen ( gibt es den Begriff wirklich? ) sich auslassende "
Kerzenburg " einen Beitrag bereits am, 04.08.03, 18:41 unter  #985  ein. Nach  "Adam Riese " also Jahre vor meinem Post. Wo er den Begriff " aufmänneln " gelesen hat, wird hier nicht ausgeführt. Was er an die übrigen User weiter geben wollte, war wohl eindeutig, denn nachgefragt hat hier keiner. " Aufmänneln " ist demnach auch dort ein bekannter Begriff.

Und da bekanntlich drei Mal Bremer Recht ist, ein weiteres Beispiel für die Existenz des " aufmänneln ".
Unter der Seite " Traum-Projekt " findet sich folgender Beitrag:

"Per Handschlag, aber war ein Zuge dabei. Außerdem ist er "sozial sehr im Netzwerk integriert", so dass er so einfach sich nicht "aufmänneln" kann.

Ich will nur vorbereitet sein, wenn ich mal nachfrage, falls so etwas in der Richtung kommt."

http://www.google.de/search?q=aufm%C3%A4nneln&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

Der dortige User mit dem Nicknamen " thekki " gibt Mühldorf am Inn ( ergo: tiefstes Bayern ) an. Er kann deshalb weder von meinem sächsischen Sprech beeinflusst worden sein, noch lässt sich erkennen, dass er ein Zugereister aus Sachsen ist.

Und weil des Professor´s größte Sorge die all gegenwärtige Verunreinigung der deutschen Sprache zu sein scheint, möchte ich mich erneut weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass die wildesten Stilblüten nicht wild genug sein können, als dass sie sich nicht im Internet wieder finden. Die Sprache ist eben lebendiger, als so mancher zurück gekehrte Exilsachse zu erkennen vermag. Dass dann der Versuch, das eigene Nest zu beschmutzen, auch noch im wahrsten Sinne des beschriebenen Wortes in die norddeutsche " Büxe " ging ,dürfte sich bereits aus den obigen Ausführungen ergeben.

Der Professor "männelt " sich wohl deshalb auf, weil die eigene Herkunft nicht gerade die aller erste Wahl darstellt. Wohlan, Herr Professor Latsch, immer kräftig auf den Schlamm hauen, auch wenn das eigene Gesicht dabei voll gespritzt wird. Aber dabei auch bedenken: Wo Sachse drauf steht, ist nicht immer Sachse drin!
Also dann: "Moin,wie geit?"

Auf zum letzten Gefecht!



 Der Herbst hat seine Hinterlassenschaften nun fast auf jedem Flecken dieser Stadt ausgebreitet. Wer es nicht glauben will, der betrachte - nach dem letzten kräftigen Wind von Samstagnacht - die Grundstücke, Gehsteige und Wege. Hier türmen sich zum Teil noch wahre Laubberge auf. Wäre da nicht die so genannte Stadtreinigung im Dauereinsatz, dann hätte nicht nur unsere attraktive Landeshauptstadt ein ernsthaftes Problem.
Wohin mit den vielen Tonnen welker Blätter?

Da die BrigadoVerde nicht gleichzeitig an jedem Ort des Kampffront sein kann, kommt es zu bizzaren Laubhaufen, die dann - für den Fußgänger zwar noch nicht gefährlich - auf den Gehsteigen liegen. Zusammen geblasen vom Novemberwind.

Unser Garten indes ist nach einem mehrtätigen Kampfeinsatz beinahe laubfrei. Lediglich unter dem Olivenbaum sind - mit Absicht - Blätter zusammen gekehrt und dort verblieben. Wenn - so wie heute Morgen - Väterchen Frost sein Stelldichein gibt, muß unser Gewächs aus den sündlicheren, den wärmeren Gefilden, nicht erfrieren.
Insofern hat auch das abgeworfene Baumkleid seine sinnvolle Funktion; unabhängig davon, dass es so manchem Winterschläfer wie dem Igel Unterschlupf bietet.

Von den " Sultans of swing " über " Love over gold " bis " On every street ". Wie aus einer " Große Pleite " eine Rockgruppe mit Format wurde.


"Spiel mal Dire Straits" forderte an einem Mittwochabend des Jahres 1978 ein " rock in " - Fan in einem Brief an Winfrid Trenkler, der etwas flapsig antwortete: " Das hätte ich sowieso getan!"
Dann legte der die LP dieser Rockgruppe um den Gitarristen Mark Knopfler auf. Ich traute meinen Ohren nicht. Was war das für einer swingender Rhytmus, was für eine singende Gitarre und ein stakkto-artiger Gesang?


You get a shiver in the dark
It's raining in the park but meantime
South of the river you stop and you hold everything
A band is blowing Dixie double four time
You feel all right when you hear that music ring

Well now you step inside but you don't see too many faces
Coming in out of the rain to hear the jazz go down
Competition in other places
But the horns, they blowing that sound

Way on down south
Way on down south in London town

You check out Guitar George, he knows all the chords
But it's strictly rhythm he doesn't want to make it cry or sing
Yes then an old guitar is all he can afford
When he gets up under the lights to play his thing

And Harry doesn't mind if he doesn't make the scene
He's got a daytime job, he's doing alright
He can play the honky tonk like anything
Saving it up for Friday night

With the Sultans
With the Sultans of Swing

And a crowd of young boys they're fooling around in the corner
Drunk and dressed in their best brown baggies and their platform soles
They don't give a damn about any trumpet playing band
It ain't what they call rock and roll

And the Sultans
Yeah, the Sultans played Creole, Creole

Then the man, he steps right up to the microphone
And says at last just as the time bell rings
"Goodnight, now it's time to go home"
And he makes it fast with one more thing

We are the Sultans
We are the Sultans of Swing


" Dire Straits "? Nie gehört! Klasse! Schon wenige Wochen später hatte ich die Aufnahmen der drei Titel, die Winfrid einst 1978 spielte immer und immer wieder in meinen Kassetten-Radiogerät des R 4 eingelegt gehabt. " Dire Straits", das war ein völlig neuer Sound. das war ein wohl tuender Gegenpol zu all dem Müll, der aus den Bereichen der New Wave, des Punk und der NDW von den - damals noch wenigen - Radiostationen täglich über gekübelt wurde.


Mein erstes " Straits "-Album wurde allerdings das " Live "-Doppelalbum, dass die Gruppe 1984 einspielte, also 7 Jahre nach der Gründung und 6 Jahre nach dem ersten Album " Dire Straits ", die weitere Veröffentlichungen folgten.



http://de.wikipedia.org/wiki/Dire_Straits/Diskografie
http://de.wikipedia.org/wiki/Dire_Straits



Die " Straits " wurden nach 1978 bekannt, so gefargt, dass sie während einer WDR-Radio-Session neben ihrem gesamten Repertoire aus dem ersten Album ad hoc ein improvisertes Stück einspielten mussten, weil sie keine weiteren Titel parat hatten. Mark Knopfler entschuldigte sich bei den enthusiastsichen Fans dafür und versprach dafür im kommenden Jahr mit neuen Stücken wieder zu kommen. Er löste dieses Versprechen nicht nur einmal ein.


Ich war Trenkler-Fan, Winfrid Trenkler spielte " Dire Straits ", also wurde ich auch " Straits "-Fan. Ich habe die Gruppe bis zu ihrer ersten Auflösung drei Mal live gesehen. Zwei Mal in Bremen und ein Mal in Hannover. Es war wohl zu Beginn der 80er Jahre, als Mark Knopfler und seine Mannen, sein Bruder David, war bereits wieder ausgestiegen, in der Bremer Stadthalle, dann später, nämlich 1985 in Hannover in der Eilenriedehalle gastierten. Diese waren brechend voll. Die " Straits " spielten alle ihre bekannten Stücke und das Publikum tobte. Mitten drin stand ich mit meiner Pentax-Spiegelreflexkamera und knipst mit einem 1000 ISO-Film; ohne Blitz, denn das war nicht erlaubt.


Das einmalige Erlebnis ist nun bereits mehr als 25 Jahre her. Die " Straits " existieren nicht mehr. Mark Knopfler kreierte eine mehr als erfolgreiche Solokarriere und spielte mit Gitarren-Helden wie Eric Clapton. Seine Solo-Alben sind nicht mehr mit jenen durch rüttelnden, swingenden Titeln bestückt, die einst die " Straits " ausgezeichnet haben. Ruhige, melancholische Lieder und ein Text, der kleine Geschichten aus dem prallen Leben enthält, haben diese geprägt.


Die " Straits " waren nie eine " Große Pleite ". Sie waren ein nicht wegzudenkende Bereichung im Genre des Rock mit Hirn und Herz-Stücken.

Montag, 28. November 2011

Kritische Herzen.

                                                                                           (c) Wilhelm Busch-WIKIPEDIA

Nun blogge ich hier seit beinahe 5 Jahren. Am 5. Dezember 2006 habe ich meinen ersten Post eingestellt. Nicht jeder Erguss, der sich in diesem Blog wieder findet, ist - für mich - im Nachhinein betrachtet, als gelungen zu qualifizieren. Einige Posts würde ich deshalb so nicht mehr schreiben. Aber: Der Mensch ist eine lernfähige Einheit und selbst im subalternden Lebensbereich hört das Lernen nie auf. Im Gegenteil: Das Leben ist ein einziger Lernprozess. Beginnend mit der Geburt, sich fort setzend mit der Verrentung und endend mit dem Tod. Und dann kann jeder Einzelne noch irgendetwas von sich an die Folgegeneration weiter geben. Ob es nun die eigenen Gene sind, ein Quantum Intelligenz oder eine "dicke" Erbschaft. Ganz egal, wer Kindern von sich aus etwas vermittelt, hat eine gute Chance, dass davon auch etwas zurück bleibt.

Immerhin durchlaufen die Nachkommen in ähnlicher Weise den identischen Entwicklungsprozess vom Säugling über das Kind zum Erwachsenen. In dieser langen Zeitspanne ( es sind, statistisch betrachtet bei Frau fast 85, bei Männern 79 Jahre ) kann ein Mensch sehr viel erleben. Viele positive Erlebnisse bleiben vielleicht haften, ebenso viele negative Dinge könnten als Beispiele herhalten, wie es nicht sein sollte.Für die gleichfalls ungezählten Begegnungen mit anderen Menschen gilt diese Erkenntnis auch. Von den - oft längst vergessenen Namen - verbleibt so manche Erinnerung, die mich auch viele, viele Jahre danach zum Schmunzeln bringt. Bei anderen Erlebnissen würde ich mich heute anders verhalten. Dem Gegenüber einfach die Kalte Schulter zeigen, ihn/sie mit halb offenem Mund stehen lassen oder gepflegt in den Allerwertesten treten.

Tja, da sich das eigene, das menschliche (Fehl)Verhalten immer noch zum Maßstab der Charaktereinschätzung eignet, möchte ich nicht verhehlen, dass ich mir bereits vor vielen Jahren gewünscht hätte, ich würde die Chance, einige Dinge im Leben zwei Mal angehen zu dürfen, posthum erhalten. Nun lässt sich das Rad der Geschichte nicht zurück drehen; gleichwohl sich diese dann doch wiederholt. Letztendlich schließt sich mein Gedankenkreis damit, denn: Der Mensch ist lernfähig!
So erkannte es auch der geniale Heimatpoet Wilhelm Busch, indem er dichtete: 

Kritik des Herzens

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab' ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp' ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff' ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

Mit den Worten des großen Wilhelm Busch könnte ich dann auch folgende Mail beantworten, die ich erst gestern Abend eingelesen habe:

"emailto:vordenker@yesssmail.at" title="mailto:vordenker@yesssmail.at">vordenker@yesssmail.at

 Kritische  Betrachtung 




 
 Werter  Lobster53, 


 Ich habe gerade  mit großem Interesse Ihre, sagen wir mal Selbstcharakterisierung, gelesen.  Hierbei kann ich mich des Eindrucks  nicht erwehren, dass Ihrem Schreiben eine  gewisse Überheblichkeit zu Grunde liegt. Dies kann ich jetzt leider nicht im  Detail begründen, zumal ich weder über eine Schulbildung verfüge, die als  gleichwertig mit der Ihrigen bezeichnet werden kann, noch gestattet mir mein  beruflicher Werdegang (nicht leitender Angestellter im Transportgewerbe) eine  Weltsicht, die – zumindest Ihrer Meinung nach - als der Realität entsprechend  angesehen werden darf, weil ich ja meine Informationen überwiegend aus leicht  zugänglichen Medien (bekannt auch als Boulevardpresse) beziehe. Ich möchte  jedoch zu bedenken geben, dass es eventuell mehr als nur eine Realität geben  könnte. Des Weiteren schreiben Sie, dass Sie u.a. einfältige Flachdenker,  rechtsradikale Vereinfacher und nationalkonservative Besitzstandswahrer  verabscheuen. Alles Begriffe, mit denen die meisten MitbürgerInnen, welche nicht  über Ihr Bildungsniveau verfügen, wenig bis gar nichts anfangen können. Es steht  jedoch gewiss in Ihrer Macht, dies zu ändern und die vorhin genannten Begriffe  einem breit gefächerten Publikum in einer leicht verständlichen Weise näher zu  bringen und so möglicherweise dafür zu sorgen, dass gerade solche Menschen,  welche Sie offenbar so sehr verabscheuen, zum Nachdenken angeregt werden. Somit  wäre jeder einzelne einfältige  Flachdenker, rechtsradikale Vereinfacher bzw. nationalkonservative Besitzstandswahrer  weniger in gewisser Weise auch Ihr Verdienst. Ich habe mein  Schreiben bewusst anonym abgefasst, da ich - nicht zuletzt auf Grund meines eher  bescheidenen juristischen Grundwissens- nicht sicher sein kann, ob der Inhalt  meines Schreibens an Sie nicht eventuell einen strafbaren Tatbestand darstellen  könnte, und ich kann und will meine wirtschaftliche Existenz dadurch nicht  gefährden.
Ich bin mir  sehr wohl dessen bewusst, dass mein Schreibe wohl unbeantwortet bleiben wird,  aber es war mir eben ein Bedürfnis, Ihnen gegenüber meine Meinung kundzutun und  verbleibe

Mit  freundlichen Grüßen aus Wien


G. H."

- Zitatende -


Die Welt ist doch so klein. Hätte ich vor mehr als 35 Jahren, als ich mit dem Studium der BWL im herbstlichen Wilhelmshaven begann, einem meiner damaligen Leidensgefährten diesen Post erzählt, er hätte mich nach Wehen bei Oldenburg in die dort berühmt, berüchtigte Geschlossene einliefern lassen. So aber. durfte ich mit Mühe, Fließ und auch Glück bis zum Dezember 1986, also genau vor einem Vierteljahrhundert, meine Ausbildung - immer auf Kosten der Steuerzahler - abschließen.
In der Tat habe ich überlegt, ob ich dem "Anonymus" antworten sollte. Als fairer Blogger sind mir dann die folgenden Zeilen eingefallen:

Hallo nach Wien,

entgegen Ihrer geäußerten Befürchtung, dass ich mich auf Ihre kritischen Anmerkungen zu meiner Personenbeschreibung in meinen Blog " Jahrgang 1953 " nicht einlassen werden, möchte ich Ihnen gerade deshalb einige Zeilen schreiben.
Zunächst einmal bin ich ein Anhänger der österreichischen Lebensphilosophie, die sich aus einer Melange von Selbstkritik und Kaffeehaus-Gesprächen in dem dann berühmten Wiener Schmäh ergießt. Die Preußen können das nicht und die Bauern aus Bayern schon gar nicht. Nun, ich bin deshalb ein glühender Fan des leider vor einigen Tagen verstroben Georg Kresiler, des einstigen BK Bruno Kreisky und der steirischen Landschaft rund um den Kreischberg/ Murau.
Über unsere Nachbarn habe ich deshalb bereits einige Posts eingestellt. Nur, ein fundierter Kenner der Alpenrepublik bin ich deshalb schon lange nicht.
So werde ich mir auch nicht anmaßen, über Entwicklungen zu bloggen, von denen ich keine Ahnung habe. Deshalb trifft ihre Bemerkung, dass ein gewisses Maß an Überheblichkeit in meiner Profilcharakterisierung mit schwingt, nicht zu. In der BRD gehört - so wie in Österreich auch - die Jurisprudenz zu den Herrschaftswissenschaften. Juristen waren, sind und werden es auch bleiben, deshalb primär überwiegend staatstragende Personen, die sich in Politik, Verwaltung und natürlich der Judikative austoben dürfen. Wer dieses Fach studiert, gehört zwar auch nach dem Staatsexamen nicht unbedingt zur gesellschaftlichen Elite, wird aber von der übrigen Bevölkerung als eine solche Person angesehen.
Ein Richter spricht Recht; ein Anwalt hat Geld und Vermögen und ein Politiker die Macht. Das ist in Ausria nicht anders.
Dieser Berufsstand ist es also, der die gesellschaftlichen Verhältnisse so zementiert, wie sie sich uns allen seit vielen Jahrzehnten zeigen: Wenige haben Alles, die Meisten dafür wenig!

Zum Schluß möchte ich anmerken, dass ein Flachdenker kein einfältiger Mensch, ohne oder nur mit nur sehr geringer Schulbildung ist. Denn dann wäre ich vor 40 Jahren auch so ein Zeitgenosse gewesen. Ein rechtsradikaler Veerienfacher ist dagegen ein Mensch mit einem beschränkten Weltbild - unabhängig von der Schulbildung. Es geht hierbei um eine Ideologie, die uns bereits vor 80 Jahre Krieg und Elend, Tod und Verderben eingebracht hat. Ein nationalkonservativer Besitzstandswahrer ist ohne feste Ideologie und möchte die Menschen in zwei Klassen einordnen: Besitzende mit der entsprechenden Herkunft sowie Nichtbesitzende ohne nachweisliche Herkunft ( Elternhaus).
Seien Sie versichert, ich zähle weder zu der einen noch zu der anderen Gruppe.

Vielleicht deshalb hier die Bemerkung, dass meine erworbene Ausbildung nicht durch die Geburt bestimmt war; meine Eltern waren Arbeiter!

In diesem Sinne und mit schönen Grüßen aus der sächsischen Landeshauptstadt

Jürgen Wieloch


So lässt sich die Selbstkritik durch Kritik jederzeit erweitern. Kritisch durch jene Zeit zu gehen, heißt heute mehr denn je: unangepasst sein. Wer sich nicht anpasst, der kann allerdings anecken. Wer aneckt, kommt meistens nicht voran. Da kann das kritische, das gesellschaftskritische Herz so manches Mal schnell höher schlagen. Gefährlich wird es nur, wenn der Infarkt droht. Und den sollte jeder Kritiker tunlichst vermeiden.

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Sonntag, 27. November 2011

Nachtvorstellung - Nach(t)gedanken - Nach 36 Jahren.

Wenn sich nun das Jahr 2011 dem Ende neigt, dann sind in den bereits jetzt von der Medienmeute angedrohten " Bilder des Jahres ", den "  Rückblicken des Jahres " und sonstigen retrospektivischen Brimborium, auch jene Daten enthalten, die über den Tod einiger bekannter Menschen erinnern. Politiker sind unter diesen Namen, auch viele Künstler. Vor einigen Tagen verstarb beispielsweise Georg Kreisler, der Österreicher mit dem typischen Wiener Schmäh und dem Hang zur Nestbeschmutzung. Zuvor war Franz Josef Degenhardt im Alter von 79 Jahren verstorben. Ein "Liedermacher" der alten Schule. Ein einst ätzender Künstler, der in den 60er und 70er Jahren der Gesellschaft aufs Maul schaute und so manchen Seitenhieb an Alle und Jeden verteilte.
Dafür wude er einst von seinen Anhängern geliebt; von den Gegner gehasst.

Bei der Nachricht zu dem Tod des " Liedermachers" Franz Josef Degenhardt kamen mir auch einige Gedanken an dessen Auftritte in den 60er Jahen bei den jährlichen Treffen der einstigen Größen im Genre des politischen Liedes auf der Burg Waldeck in Hessen. Damals zu den bewegten Zeiten hatte das politische Lied wesentlich mehr Gewicht. Die es vertretenden "Liedermacher", wie Hannes Wader, Dieter Süverkrüp oder auch Reinhard Mey hatten hier ihre ersten Gehversuche. Aufgetreten ist auch einst Hanns Dieter Hüsch. Er, eher als Kleinkünstler und Kabarettist einzuordnen, sollte sich 1968 vor einem so genannten Lied-Tribunal wegen seiner Texte rechtfertigen. Das war bereits der Anfang vom Ende eines bis dato aufstrebenden Festivals. Nun, Hanns Dieter Hüsch trat zwar noch auf, sein Vortrag wurde aber durch Polit-Chaoten gestört. Es reichte ihm danach endgültig und er beschloss, mit der einstigen Musikszene zunächst zu brechen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Burg-Waldeck-Festivals

Später versöhnte er sich mit der gesamten linken Bewegung und trat auch wieder öffentlich auf. So zu seiner lengendären " Nachtvorstellung " am 7. März 1975 im Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Hüsch spielte im Anschluß an eine Premiere von Molieres " Misantrope". Diese, mit äußerst positiven Kritiken bedachte Vorstellung begann an jenem Freitagabend um 19.00 Uhr und endete um 22.00 Uhr mit donnerdem Applaus.
Nach einer Stunde, exakter gesagt um 23.07 Uhr betrat Hanns Dieter Hüsch die Bühne und gab die " Nachtvorstellung ". Auf der Doppel-Langspielpaltte finden sich 20 Stücke. Dazu eine exakte Beschreibung über deren Inhalt sowie der besonderen Gegebenheiten bei dieser "Nachtvorstellung" gefertigt von einem Walter Haas; dem Produzenten des Albums.

Was Walter Haas zu den einzelnen Titeln des Kabarettisten, Entertainers und Liedermachers Hanns Dieter Hüsch zu sagen hatte, schrieb er auf und befindet sich in synoptischer Form abgedruckt auf der Rückseite des Plattencovers.

" LP- Seite 1:

1. Heiterkeit

HDH gibt zu bedenken, daß alles, was die allgemeine Neigung zum Weinen bremst, bereits als Heiterkeit definiert werden sollte.

2. Obduktion

Da klingt wie eine fröhlich verzwickte Modenschau-Nummer und ist doch ein makaberes Poem: Obduktion im Cafe´ Größenwahn.

3. Ich möchte mir

Ein Playback, das eine Woche zuvor mit der Jazz-Rock-Gruppe " Altona " aufgenommen wurde.

4. Nachrichten

Das ganz gewisse Rundfunkdeutsch: Information, Kommentar,Feature,Werbung.
Nicht nur Hüsch, auch das Mikrophon spielt gelegentlich verrückt.

5. Knoblauch

Und wieder ein " Altona "-Playback. Das Publikum singt streckenweise mit. Kein Wunder: " Es soll schon einige geben, die knoblauchabhängig sind."


LP-Seite 2:

6. Befund

Wir befinden uns in der Hand von Kaufleuten" befindet Hüsch ( und befürchtet,daß ein Sänger fortan kein Sänger mehr sein kann ).

7. An Liegen

"Woran liegt es?", grollt Hüsch an der Orgel. An uns selbst, oder..?

8. "Nicht Kinskopf, sondern Kunstkopf.!"

ruft Günter Hübner. Leiter des Tonstudios im Hamburger Schauspielhaus... und Hüsch stellt daraufhin den " schwarzen Gast" an der Rampe vor: den Kunstkopf.

9. Suite

An der kleinen storchenbeinigen Elektro_Barock-Orgel sitzt Hüsch ohne Allonge-Perücke und sieht trotzdem wie Rameau´s Neffe aus.

10. Lothar Trappmann

" Was ist eigentlich aus ihm geworden?", fragt Hüsch und dabei swingt in ihm die niederrheinische Volksseele.


LP-Seite 3:

11. Das Wort zum Montag

Eine Litanei mit Orgel, Apfel und Gebrauchsanweisung. Nonsence für Beischläfer.

12. Requiem

Und jetzt wird´s ruhig im Theater ( und auf der Platte ). Hüsch, der Literat, sorgt dafür, daß die Stille hundert Pfund wiegt.

13. Abendlied

Ausatmen. Besänftigen, Streben zur Stallwärme. " Ameise rast nach Haus. Die Lampen leuchten, der Tag ist aus." Die NACHTVORSTELLUNG aber geht weiter.

14. Szenenwechsel

Mitternacht! Nachdem Hüsch über 50 Minuten an lang immer nur an der Orgel saß, steht er jetzt auf und dreht das Mikrophon hoch. Und provoziert damit (Geisterstunde) die Rache der Technik.

15. Vortrag

Exzellenz..,Gnädige Frau...!Ich möchte doch wohl meinen, daß Sie mich kennen. Wer sonst wohl hält eine Rede und sagt nichts?


LP-Seite 4:

16. Nünkteplein

Ein reizvolles Stück Katzenmusik (Playback) wird hörbar.

17. das Wort zum Sonntag

Der immer bewährte ( und vom Publikum stürmisch herbeigeklatschte ) Hüsch-Sermon in neuer Variante - kurzsichtig und weitsichtig zugleich.

18. Liedermacher

Zu einer Zeit, als "Liedermacher" noch nicht "in" waren,trat Hüsch als erster Liedrmacher in Deutschland an. Inzwischen inflationiert sich die Gattung. Und wie äußert sich heute "Klassiker" Hüsch dazu?

19. Weltende

Der Schlußtitel...wahrhaftig: danach kann nix mehr kommen. Finale.Aus.

20. Liedermacher

1:07 Uhr Schluß der NACHTVORSTELLUNG. Während 2000 Menschen ebenso animiert wie nachdenklich das Schauspielhaus verlassen, tönt über die Saal-Lautsprecher noch einmal deutsches Liedgut: das Playback zum " Liedermacher"-Lied von Hanns Dieter Hüsch. "

- Zitatende -



Das ist nun mehr als 36 Jahre her.

HDH ist am 6. Dezember 2005 im Alter von 80 Jahren verstorben. Er hinterließ eine Fülle von Tonträgern, Büchern und Schriften. Längst haben sich eine Reihe seiner damaligen Anhänger im Netz verewigt; mit einer " Hüsch"-Seite usw. usf. Einem wirklich namhaften Exponenten seines Genres, nämlich der Kleinkunst, kann auch nach seinem Tod gehuldigt werden, ohne dass dieses kitschig wirkt; so, wie es bei anderen Künstlern oft der Fall war.

" Ein letzter Applaus für den Künstler.", forderte ein langjähriger Weggefährte des Entertainers am Grab bei dessen Beerdigung und die Anwesenden taten im den Gefallen und klatschten wie in alten Zeiten, als HDH auf der Bühne stand, die für ihn die Bühne zur Welt darstellte. Widersprüchlich und doch harmonisch, laut und leise, ernsthaft oder auch lustig. HDH hat nicht nur Nonsens in oder mit seinen Liedern gemacht. Hüsch war der Künstler vom Niederrhein, einer Landschaft, deren knorrige Menschen quasi ein Ebenbild der Landschaft sind. Erdverbunden, heimattreu und mit Traditionen verwurzelt. Einst galten diese Attribute als deutsch. Der Niederrhein ist dennoch nicht die deutscheste Region in Deutschland. Dieses hat HDH nicht nur zu Lebzeiten betont, sondern mit seinem Werken auch umgesetzt.

HDH war ein politischer Künstler,er war ein Kritiker der Gesellschaft. Er stellte diese aber nie radikal in Frage. Er hatte keine andere Vision von einem Staat. Er war aber nicht staatstragend. Ein Kleinod in Mitten der bewegten 60er und 70er Jahren. Er hat sich mit den einstigen Polit-Protagonisten, den Dogmatikern und Krawallos von einst nicht angelegt; er ist von ihnen einfach in eine unpolitische Ecke gedrängt und dort stehen gelassen worden.

Lange habe ich HDH zur Kenntnis genommen: mehr nicht! Nach vielen Jahren stellte sich dann ein Sinneswandel ein. Vielleicht deshalb, weil eben Künstler wie HDH einmalig sind. Einmalig in ihrem Vermögen durch ihr Wirken mehr zu Bewirken als es so viele Politiker zu Lebzeiten vermögen.

Die Zahl der " Liedermacher" ist in den letzten 3 Dekaden geschrumpft. Die Anzahl derjenigen mit Format ist deshalb längst überschaubar geworden. Das Genre der " Liedermacher " war einst neben dem unspektakulären Alltäglichen vor allem das Politische. Das kritische, das gesellschaftskritische Lied war vor mehr als 40 Jahren und bis 2 Dekaden danach " in ". Es gehörte zum guten Ton wie der Parka, die Jeans und das Palästinensertuch. Jeder, der sich als kritisch und links sah, trug diese Kleidung. Dieses war natürlich auf das Klientel für eben jene " Liedermacher ", die Hanns Dieter Hüsch selbst kritisch ( er zählte in gewisser Weise ja auch dazu ) besingt.
Also, dann:

Einleitung:

Es gibt ja zurzeit, dass wissen Sie ja all Liedermacher, die Hülle und die Fülle. Man kann schon fast von Liederkäuern sprechen. Es gibt davon gute, es gibt aber natürlich weniger gute und so weiter.
Ich habe mich nun daran gemacht, die eigene Szene - ein wenig zähle ich mich ja auch dazu - äh, die eigene Szene ein wenig zu beschreiben.

Ich will mich noch ein wenig auf die eigene Lautstärke einpegeln, obwohl wir gleich das Play-Back dazu einspielen. Nöh, öh! Damit ich später das Kätschente auch hinkriege. Das ist mir schon ein paar Mal daneben gegangen.

- Dezentes Gelächter, während Hüsch auf seiner Orgel einige Takte spielt -

Für einige Sekunden lang herrscht absolute Stille. Hüsch legt los:

Karl-Gustav macht polit-gynäkologische Lieder.
Fritz-Otmar macht emanzipierte, protestantische Lieder.
Heinz-Detlev macht sado - poetische Bekenntnis-Lieder.
Und ich, mach'dummes Zeug.

Klaus-Kuno macht elisabethanisch - erotische Aufklärungslieder.
Hans-Axel macht pathologisch, hintergründig, utopische Lieder.
Franz-Güther macht para - psychologische Horror-Lieder.
Und ich, mach'dummes Zeug.

Jakob und Emmy sind mit ihren Liedern wieder engagierter geworden
und bekommen dafür demnächst den " Erkenn' - Dich - doch - selbst - mal "-
Orden.
Anita und Josef wurden leider schnulzig, unverbindlich neutral.
Und erhalten in diesem Jahr nicht den " Lach'- über - Dich - selbst - mal "- Pokal.

Dagegen sind Anton und Carmen sehr viel konkreter geworden.
Und erhalten dafür den " Gebratenen - Pekinger - Enten " - Orden.
Auch Ines und Peter sind politisch total transparenter inzwischen.
Und wollen, zusammen mit Susi und Saul, bei jeder Bewusstmachung mitmischen.

Auch Kai und Hannelore sind dialektisch enorm relevanter.
Und erhalten demnächst für ihren Drogensong von Radio Cuxhaven den " Silbernen Panther ".
Selbst Uwe und Petra haben jetzt wieder diesen opponiert - geschulten, alternativen Touch.
Und ich, mach' nur noch Quatsch.

Paul- Erich hat jetzt endlich mit seinen Balladen die Schallmauer der Wirklichkeit durchstoßen.
Claas - Volker gehört jetzt mit mit seinen Knast - und Kinderopern zu den wirklich ganz Großen.
Und Willibald hat jetzt mit seinen Aktionsstrophen der Gesellschaft mal wieder aufs Maul geschlagen.
Dagobert dagegen, will mit seinen ökumenischen Liedern das Christentum hinterfragen.

Eckehard lebt in Bottrop und entlarvt zurzeit die Bolivianische Krise.
Christopher lebt in Kassel und entlarvt zurzeit die Analyse dieser Krise.
Gunther lebt in Hünnecken und entlarvt zurzeit die Krise dieser Analyse.
Und ich, mach' dummes Zeug.

Die Songgruppe " Sägespäne " macht jetzt eine Tournee durch die Manschurei.
Die Songgruppe " Maback und Michel " sind beim Songfest in Budapest auch dabei.
Die Songgruppe " Stachelbeere " will jetzt von der Fabrik wieder auf die Straße geh'n.
Ich kann das versteh'n, ich kann das versteh'n, ich kann das versteh'n!

Ich hoffe doch, ihr behaltet mich a bisser'l noch lieb.
Denn marketingmäßig, wie ich erfuhr, bin ich ein Langzeit-Typ.
Doch pfeif'ich auf die Erkenntnis und ich prophezeie Euch.
Ich mach'halt, damit es sich's reimt, dummes Zeuch.
 
Delirium, Delarium, Dilirium, Dilarium, Löffelstiel.
Ja, die Weltgeschichte ist doch ein äußerst schöpferisches Spiel.
Mal Folter, mal Frohsinn, mal Folter, auf jedem Gebiet.
Und dazu, meine Damen und Herren, das passende Lied.

.. Refrain ...

Und dazu, wie man auch hier sieht, das passende Lied!

Schnabadi, schnabadu, dabadab,
schnabadi, schnabadu, dabadabadab!
Dabadab, dabadi, didididi....
Schbadabdab, schbadabu, schnabdadadab....

Tosender Applaus! Das Lied über die " Liedermacher " hat jeder der 2.000 Hamburger Gäste verstanden. Zeigte es zur damaligen Zeit den Realzustand der Szene. Jeder, der was zu sagen hatte, sang ein politischen Lied. Hüsch auch, aber nicht nur. Er hatte mehr aus dem Leben zu erzählen als jene Künstler, die ihre Kunst als Agitation verstanden.

Mehr als 40 Jahre später und 36 Jahre nach der Hüsch'schen einmaligen " Nachtvorstellung ", kamen mir eben diese Nachgedanken.

Donnerstag, 24. November 2011

Ordensrepublik.


 Auf der Suche nach zwei Clips, die ich für einen Großbrief, der als Warensendung auf die Reise geschickt werden sollte, benötigte, durch wühlte ich ein Behältnis mit Büroklammern. Tatsächlich fanden sich die beiden heiß begehrten Metallteilchen unter einer Unzahl von bunten Büroklammern. Eher zufällig geriet mir aber noch ein weiteres, metallisches Teil in die Finger, dass mir als mit der Geschichte der einstigen DDR wohl bekannt ist, was ich jedoch im Original jedoch zu jenen DDR-Zeiten nie gesehen hatte: ein DDR-Orden. oder besser wohl: ein Ehrenzeichen.
Neugierig, wie ich nun auch bin, befragte ich meine favorisierte Informationsquelle Wikipedia nach der Bedeutung jenes Findlings, den ich nach länger Zeit wieder gefunden hatte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Orden_und_Ehrenzeichen_%28DDR%29

Nach meinen Berechnungen gab es bis zum Abgesang der Deutsche Demokratische Republik 377 verscheidene Auszeichnungen für sich verdient gemachte DDR-BürgerInnen. Das ist immens. Bedenkt der kritische Beobachter, dass es sichmit einst 16,674 Millionen Einwohnern um ein relativ kleines Land handelte.
So hätte es denn - rein theoretisch - sein können, dass jede(r) DDR-Bürger/in einmal in den Genuss kommen konnte, ein solches Ehrenzeichen aus gelobter Hand eines Vertreters der SED zu erhalten. Leider war es aber - wie im übrigen Leben immer - auch hier so, dass einige viele Abzeichen bzw. Auszeichnungen erhielten und andere kein einziges dieser Symbolmarken.
Vielleicht legte die Mehrzahl auch gar keinen Wert auf jenes Brimborium, dass mit der Vergabe jener Ehrenzeichen gemacht wurrde.

Nun lag es da, des Ehrenzeichen. Es fühlte sich auf seiner geschützten Oberfläche wie Glas an. Tatsächlich ist es wohl Plaste, die dort verwendet worden war. Die einstige DDR-Flagge als nahezu flächendeckender Aufdruck wird seitlich jeweils mit vergoldeten Ährenzeichen und unterhalb mit den Jahreszahlen 1971 bis 1975 eingefasst. Schön kitschig und bedeutungsvoll.Und während ich mir das gefundene Ehrenzeichen noch in unter der Lupe und der Kaltlichtlampe betrachte, kommt mir der Gedanke, noch intensiv in die Liste der einstigen DDR-Auszeichnungen zu schauen. Bei einigen Bezeichnungen kommt mir ein breites Grinsen. Was es da nicht alles an Arbeits - Kampf - und Planerfüllungsauszeichnungen gab.
Da war der " Aktivist der sozialistische Arbeit ", das " Banner der Arbeit " oder auch das Ehrenzeichen " Verdienter Jurist der Deutsche Demokratische Republik ". Von der letzteren Auszeichnung sind garantiert nur wenige vergeben worden und die Möglichkeit, dass es zu einer solchen Ehrung kam, waren nahezu bei 100 %, denn wer Jurist in der DDR sein durfte, war Parteimitglied und linientreu.

Mal ganz ehrlich gesagt: Mir wären Bananen damals auch lieber gewesen als so ein Blechteil.

Mittwoch, 23. November 2011

Nebelreiter.


Die Gesamtdeutschen sind Weltmeister! Nicht etwa im Fußball. Da haben die Iberer uns ja den Titel weg geschnappt. Auch nicht im Schulden machen. Das können die amerikanischen Schwestern und Brüder über dem Großen Teich wesentlich besser als die Teutonen. Auch im Bereich der Nachwuchserzeugung gehört der Titel nicht den Bundesdeutschen, denn die liegen mit lumpigen 1,4 Kindern im unteren Tabellendrittel.
Nein, die Bundesbürger sind Weltmeister im Reisen , Rätseln und natürlich Rasen.
Letztere Kategorie lässt sich nicht nur dadurch erklären, dass der Heppenheimer Sebastian Vettel zum zweiten Mal den Formel Eins-Titel holte, sondern vielmehr dadurch, dass es auf den BRD-Autobahnen de jure keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt und, sofern diese durch eine entsprechende Beschilderung beschränkt wird, die Mehrzahl der Automobilfaherer dieses einfach ignoriert.

In den meisten Fällen mag ein solches Verhalten sanktionslos bleiben. In vielen Fällen kann es allerdings mit einem saftigen Bußgeld und einem Fahrverbot bestraft werden. In eher wenigen Fällen mit dem Tod.

Da sich das Jahr 2011 langsam, aber sicher, dem Ende zu neigt, müssen die Millionen an motorisierten Bundesrepublikaner vor allem ab dem kommenden 365 Tagen mit heftig steigenden Kfz-Haftpflichtversicherungsprämien rechnen. Grund hierfür sind die gestiegenen Unfallzahlen. Bereits im letzten Jahr wurden mehr als 2,42 Millionen Verkehrsunfälle in sämtlichen Kategorien gezählt. Ein Ansteig zu 2009 um 4,2 %. Sollte der vor der Tür stehende Winter genau so chaotisch verlaufen wie im letzten Jahr, dürfte sich diese Entwicklung noch verstärken. Aber nicht nur in der kalten Jahreszeit steigen die Verkehrsunfälle drastisch an. Auch der Herbst hat so seine Tücken. Dann nämlich, wenn plötzlich Nebel aufzieht und die Sicht weit unter 100 m liegt.
Da stößt so mancher verkappte Tempofetischist auf seine fahrerischen Grenzen und verhält sich genau falsch.

Dieses waren wohl auch die Gründe für zwei Massenunfälle in den letzten zwei Wochen des Monats November 2011.
Zunächst fuhren am 18.11. auf der BAB 31 zwischen den Anschlußstellen Heek und Gronau-Ochtrop im Münsterland / NRW sage und schreibe 52 Fahrzeuge ineinandern, als sich dichter Nebel bildete. Es blieben 3 Tote und 35 zum Teil schwerverletzte Insassen zurück. Die Aufräumarbeiten dauerten mehr als einen Tag. Die Autobahn blieb deshalb über viele Stunden lang voll gesperrt.
Nur 4 Tage später ereignete sich eine ähnlich schwere Massenkarambolage auf der Autobahn 9, als 
wischen Klein-Marzehns und Niemegk im Kreis Potsdam-Mittelmark acht Lkw und 16 Pkw ineinandergekrachten. Dabei starben ebenfalls 3 Menschen.
Der Unfallgrund war auch hier auftretender Nebel und ein starke Rauchentwicklung, die durch einen Großbrand ausgelöst wurde.


Aber nicht nur der regelmäßig im Herbst zu verzeichnende Nebel sind als Ursache für derartige Massenunfälle zu sehen.Am 8. April 2011 ereignete sich auf der A 19 in Mecklenburg-Vorpommern eine Verkehrsunfall in Höhe der Ausfahrt Kaveldorf, an dem 80 Fahrzeuge beteiligt waren, die in kurzer Zeit wegen eines plötzlich auftretenden Sandsturms ineinander rasten. Hierbei starben 8 Menschen; 100 Insassen wurden verletzt.

Da fragt sich der Außenstehende gleich, wie so etwas passieren konnte.
Die Antwort dafür lässt sich hier nachlesen: 

http://de.wikipedia.org/wiki/Massenkarambolage

Nebel und auch ein Sandsturm sind keine Naturkapriolen. Sie sind vielmehr in den wechslehaften Jahreszeiten üblich. Sie sind auch nicht die Ursache für solche Massenunfälle. Auslöser hier ist der einzelne Autofahrer, der sich fehl verhält, die Gefahr ignoriert und munter weiter rast, ohne die grundlegenden Verhaltensweisen aus der Fahrschule zu beachten: Keine Sicht, Fuß vom Gas!

Dienstag, 22. November 2011

Katzen-Kinder, Katzen-Kampf, Katzen-Keile.

Der Aufenthalt in Bayern war beinahe schon wieder in Vergessenheit geraten, als uns die häusliche Realität wieder einholte. Vergessen waren dabei auch die schönen Anekdoten im Zusammenhang mit der Enkelbetreuung und auch das der Mensch im subalternden Lebensabschnitt immer noch als lernfähige Einheit zu sehen ist. Da hatte ich doch noch aus dem vorerst letzten Irland-Besuch in Erinnerung, dass unsere beiden älteren Enkel als Geschwisterpaar so ihre Eigenarten im täglichen Umgang miteinander gezeigt hatten. Mir ist noch das Bild vor Augen, dass die ältere Enkeltochter beim Spielen mit ihrer jüngeren Schwester regelmäßig die Eigentumsverhältnisse des vorhandne Spielzeugs klärte, indem sie die Puppe, das Puppenbett oder sonstiges Zubehör ihrer Schwester eben mit einem kräftig Ruck aus den Händen riß. Da heißt es natürlich: Nicht einmischen!
Nur,manchmal fieldas schon schwer, wenn die kleineren Scharmützel doch auszuarten drohten. Dennoch: Solche Geschwisterstreitereien sind üblich und stehen regelmäßig auf der Tagesordnung. Ja, sie sind sogar entwicklungsfördernd, wie es in der Fachwelt formuliert wird.

Ähnliches Verhalten kommt auch bei den Tieren vor. Deshalb wunderte es uns nicht weiter, dass es bei unserem Katzen-Quartett manchmal sehr laut und bedrohlich zu ging. Da fauchten sich die beiden Newcomer "Nele" und "Felix" zunächst an, ehe sie sich später gut vertrugen. Da gab es Fauchereien und lautes Geschrei zwischen dem "Felix " und dem "Oldie" aus Riesa, dem " Moritz" sowie zwischen dem "Felix" und dem "Tobias". Es ging um die Rangordnung. Da musste erst mal ausgelotet werden, wer hier das Alphatier ist.
Den ganzen Sommer lang. fauchten und schrien sich die beiden jüngeren Kater " Moritz " und " Felix " in schöner Regelmäßigkeit an. Nächtelang durften auch die Nachbarn das Furcht erregende Kreisch-Konzert mit erleben. Es gab deshalb auch schon Beschwerden. Seit Beginn des Herbstes reduzierten die beiden Kampfhähne ihre Aktivitäten. Sie schienen einander zu respektieren. Doch weit gefehlt.

Der von uns beauftragte Nachbar aus dem oberen Bereich der Straßenzüge kam bei unser Rückkehr dann auch sofort zur Sache. Es gab Stress im Haus während unserer Abwesenheit. Stress zwischen den beiden Katzen-Giganten auf dem Parkett ausgetragen, im Keller begonnen, sich über das Treppenhaus erstreckend und in der Gästezimmeretage endend. Da flogen die Fellfetzen. Das Ergebnis dokumentierte der Nachbar auf seine Art: Er kehrte das heraus gerissene Fell zu einem Haufen und schoß ein paar Fotos:













Das bei dem "Bruderkampf" nicht nur die Fellfetzen flogen erkennt auch der Laie hier sofort. Nachdem die Schlachten geschlagen, die Wunden geleckt und die Kräfteverhältnisse der - ansonsten sehr,sehr schmusigen Kater - geklärt waren, galt es noch dem Sieger nach Punkten zu küren: And the winner is? FELIX!
Seine Blessuren waren - bis auf  Kratzern auf der Nase und an den Flanken des Körpers - von geringfügiger Art. Während der eigentliche "Radaubruder", der "Moritz" eine Kopfwunde zu verzeichnen hatte. Nach Besichtigung dieser, half ein Auftrag von "Bebanthen" auf Selbiger und nach einigen Tagen war die Sache abgeheilt.
Erledigt hatte sich auch das provokante Auftreten des Herrn " Moritz", der dem "neuen" Katzenbruder des öfteren versucht hatte, die Leviten zu lesen. Ohne Erfolg! Hier verhält es sich, wie im realen Leben unter Menschen (Männern) auch: Nicht jeder, der auf dicke Hose macht, hat damit Erfolg!

So sitzen oder liegen sie heute Abend; schiedlich friedlich voneinander getrennt liegend auf diversen Möbelstücken und schlafen vor sich hin, unsere Katzen-Kinder: "Tobias" ( der kluge Eifersüchtler), " Moritz ( der aufschneidende Eifersüchtler ), " Felix " ( der Glückliche und Gewinner ) sowie " Nele " ( die kluge Katze mit Geschick zur Diplomatie ).

Montag, 21. November 2011

Im feindlichen Inland. Teil II.


                                                                                                                 (C) WIKIPEDIA

Die bei den Bazis eingefangene Influenca Irlanda macht mir mächtig zu schaffen. Die Nase trieft ununterbrochen, der Hustenreiz nervt und das leichte Fieber lähmt. Bereits 2 Tage nach Rückkehr aus dem Freistaat, zeigten sich die ersten Symptome mit leichten Halskratzen und zeitweiligen Schluckbeschwerden. Seit vielen Jahren hat mich der spätherbstliche Erkältungsknüppel nicht verprügelt. Das mag daran gelegen haben, dass die Enkelkinder - in jenem zarten Alter immer für die Bakterien- oder Virusübertragung gut - zunächst mehr als 2.000 Kilometer Luftlinie entfernt lebten. Das ist nunmehr anders.
Wieder auf dem Festland, dem Alten Europa angekommen, versuchen sie sich zusammen mit den Eltern in einem Städtchen am Speckgürtel der Millionenstadt München häuslich einzurichten.
Das ist nicht nur guter Rat hoch willkommen, sondern da sind auch die helfenden Hände sehr gefragt.

Bereits am Samstagmittag - nachdem der Umzugswagen aus Birmingham/England - vor der Haustür stand, wurden die ersten Möbel und einige der über 200 Umzugskartons entpackt. Folie aufschneiden, herunter reißen, Möbelstück aufstellen. Nach ein paar Stunden war das Wohnzimmer bereits soweit eingerichtet, dass darin ein gewisses Wohnambiente erkennbar wurde. Well done!

Nun, dann, weiter frisch ran! Es folgten zwei Tage ständigen Hin - und Herlaufens, ehe auch die weiteren Zimmer und die Kellerräume bewohnbar wurden. Nebenbei erlaubte uns ein kleiner Spaziergang an der Peripherie des Münchener Vorortes, einige Einkaufgänge und mehrere Gespräche mit den Nachbar, die erste Erkenntnis zu erlangen, dass hier viele Menschen leben, wohnen und arbeiten, jedoch nur wenige Bayern. Das ist gut so. Denn wer wirklich einmal in der tiefsten Provinz des einstigen Königsreichs, in dem letzten Kaff in der Pampa des größten bundesdeutschen Flächenstaates und vorletzten Nest der bajuwarischen Prärie Halt gemacht hat, der kann bestätigen, dass hier nicht unbedingt Fremdenfreundlicheit vorherrscht. Piefiger Lebenstil, gepaart mit klerikalem Gedöns und die weit verbreitete Meinung, dass die Bayern das auserwählte, das auserlesene Volk, die Elite der BRD eben, sei, sind hier an der Tagesordnung.
Weit weg von  städtischer Hektik und nächtlichen Trubel, geht es beschaulicher zu. Zünftig mit Blasmusik, Biergärten und in einer Sprache, die dem übrigen Deutschen eher wie eine Aneinanderreihung von Grunzlauten vorkommt.

Jetzt ist aber genug gelästert und es geht an das Eingemachte. In der bayrischen Metropole und ihren Einzugsgebieten ist vielfach von jener Provinzialität nichts zu spüren. Hier haben sich größere Betriebe, mittelständische Firmen und viel Handwerk angesiedelt. Hier gibt es Jobs, damit auch Kaufkraft und Wohlstand. Wer die Vergleiche ziehen möchte, dem sei gesagt, dass Bayern neben Bande-Württemberg und Hessen die niedrigste Erwerbslosenquote ( ein bürokratisch unmöglicher Begriff ) vorweist.
Der Freistaat hat sich zwei Dekaden nach Kriegsende zum wirtschaftlichen Zugpferd des damaligen Westdeutschland gemausert. Natürlich gibt es aber auch hier - so wie überall in der Republik - regionale Unterschiede. Die Beute-Bayern, die Franken, die mit dem rollenden "R" profitieren weniger von dem Wirtschafsboom. Die Strukturen sind hier andere; sie sind ländlicher. In Franken wird etwas mehr Agrarökonomie in den Vordergrund gestellt.

Ein etwas längerer Aufenthalt in Bayern kann aber auch dazu führen, dass sehr schnell klar wird, warum viele Zugezogene hier verbleiben. Die sozialen Strukturen stimmen eben.Wo der Euro rollt, da zieht es auch die Menschen hin. Wer möchte denn schon gern mit Anfang 20 oder so gar noch früher als Inventar der ARGE gelten? Ich behaupte, es sind nur wenige junge Menschen. Also, deshalb gilt auch hier der Slogan: " Drivin South, young girl/man!"

Nach und nach hat das gemietete Haus sein eigenes, ein neues Innenleben erhalten. 180 m ² sind nun kein Pappenstiel und drei Stockwerke für einen zwar schlanken, dennoch nicht mehr zu jungen Mann, über den Tag betrachtet, eben drei mal eine Etage. Am Abend qualmten bei mir die Socken. Deshalb: Schnell unter die Dusche und anschließend das Abendessen mit vorbereitet. Bei drei Kindern sind bereits solche Selbstverständlichkeiten eine wohl tuende Entlastung. So flitze ich die Treppen noch einige Male hoch und auch wieder herunter, ehe der gesegnete Feierabend kommt. Zuvor durfte der Kaminofen, den die Vormieter - natülich gegen eine Abstandszahlung - im Haus belassen hatten, zeigen, was er drauf hat. Die Holzscheite, die die beiden Vermieter als Präsent übergeben haben, sind aller erste Sahne. Schön durch getrocknet und richtig handgerecht gekürzt. Dat ham´ se druf, de Bayern!

Bei zwei Glas Rotkäppchen-Sekt vom " Lidl" um die Ecke, der stand dort beinahe unberührt, weil ihn vielleicht keiner so richtig kannte und/oder die überwiegend mit Migrationshintergrund konsumierende Kundschaft Alkohol tendenziell verpönt, schmeckt nach Zuhause. Müde geht´s ins Bett. Der folgende Tag wird wieder anstrengend. Noch sind nicht alle Arbeiten erledigt.

Irgendwann im Verlaufe des Vormittags wird mir gesteckt, dass heute Abend der Fußbodenleger antanzt und die Auslegeware bearbeiten wird. Nun, flugs zum Fachmarkt an der Autobahn und eingekauft. 7 Rollen Belag= 1034, 36 Euronen. Billig! Dann kommt das böse Erwachen. Die attraktive Kassierin sagt uns, dass sie Kreditkarten nicht akzeptieren. Nur EC-Karten. Pustekuchen! Nicht´s ist´s mit Verlegen? Dann kommt der entscheidende Tipp, dass ein Bankautomat beim "Hornbach" visavis steht. Wir sprinten hinüber. Für das Abholen des Betrags werden 3 (drei) Plastikkarten benötigt. Wo leben wir eigentlich? Im 3. Jahrtausend? Schnell das Geld gebunkert - Diebstahl sicher in der Hosentasche vorn. Nachdem die Rechnung bezahlt ist fährt unsere Tochter die gemieteten DB Transporter Zentimeter genau an die Rampe. Die beiden jungen Mitarbeiter aus Sachsen staunen nicht schlecht. Wollten sie zuvor noch wissen, wie wir die Zentner schwere Last abzutransportieren gedächten, war nun, nachdem alle Rollen verstaut waren, Schweigen im Bayrischen Wald.

Am Abend erscheint der Handwerker. Ein Landsmann aus Norddeutschland, aus Hannover. Er wohnte lange in Bochum und Frankfurt, der Arbeit wegen. Jetzt ist er Münchener. Der Arbeit wegen. Er legt los. Wir führen small talk über das norddeutsche Gemüt. Dann folgt natürlich das Thema Fußball. Er ist HSV-Fan. Zur Zeit leidet er, so wie er es formuliert, mit jedem Spieltag aufs Neue. Die einstige, selbst ernannte Nummer Eins in Norddeutschland, steht unten im Tabellenkeller. Ich bedauere ihn und stelle dabei fest, dass er den FCB - eigentlich selbst redend - auch nicht mag. Nach dem fußballerischen Intermezzo präsentierte der Fußbodenleger am späten Abend seine Rechnung: 299,-- € für 3, 5 Stunden Arbeit, die nach Quadratmetern abgerechnet wurde. Ein stolzer Preis.

Dann war auch noch ein wenig Enkelbetreuung angesagt. Die drei Mäuse haben den Umzug - das war nun echt stressig - doch mit Bravour gemeistert. So konnten sie denn nach herzenslust in den vielen Räumen herum laufen und sich austoben, soweit sie es nicht schon in der Kinderkrippe getan hatten. Ach, ja, die Krippe oder der Hort oder der Kindergarten sind natürlich vorbildlich. Auch hier wird deutlich, dass der städtische Träger finanziell gut aufgestellt ist. Das Angebot ist vom Feinsten, so wie das gesamte Ambiente auch. Trotzdem verbleibt noch eine gewisse Zeit, in der die Enkel auch von den Großeltern etwas haben wollten. Wenn sie dann gegen 19.00 Uhr schon reichlich müde ihren "Gute Nacht "-Gruß hinter ließen, verblieben noch ein paar Stunden, um den Tag Revue passieren zu lassen. Tja, und dass dann das Fußball-Länderspiel zwischen der Bundesrepublik und dem Nachbarn Niederlande in Hamburg keine Rolle mehr spielte, lag eben daran, dass die müden Glieder vom Glas Rotwein noch müder wurden.

Am nächsten Morgen saß ich dann schon in aller Frühe in der Behelfsküche und las in meinem Hamburger Nachrichtenmagazin nach, was zuvor in den letzten Wochen so alles geschehen war. Nebenbei lief das Radio. Im Frühprogramm von BR1 spielte Manfred Mann seinen Klassiker " Ha!Ha!, said the clown." Auch sonst näherte sich die Musik meinem Geschmack. Erstaunlich, denn außer BR1 bis B5 gibt es noch einige Privatsender, wie Radio Arabella, die dann doch zu viel Pop-Gedöns senden. Die Moderatoren wirken auf mich irgendwie gehemmt. Ein Interview mit der Bazi-Ministerin Ilse Aigner über einen weiteren Versuch, den Datenschutz zu verbessern, hörte sich eher an, als wollte der BR 1-Mitarbeiter auf Wahlkampftour für die CSU gehen. Na, ihm sei´s verziehen, denn schließlich wird er ja nach linientreue ausgewählt.
Dann kam ein Rückblick auf eben jenes Länderspiel im Hamburch. Die Teutonen-Auswahl hatte am Abend zuvor die Rivalen aus dem Land der Grachten mit 3:0 vom Platz gefegt. Der zu Wort kommende Hamburger- Fan, sonst wohl eher dem kriselnden HSV hold, schwelgte in Superlativen, als er nach seiner Meinung zu dem Spiel gefragt wurde. Immerhin, auf die DFB-Hambuger ist Verlass. Die pfeifen keinen eigenen Torhüter gnadenlos aus, nur weil er dem angeblich besseren FCB-Keeper im Weg stehen würde. So lobhudelten denn die Befragten im breitesten Hamburger Dialekt über ein " Super, ein geiles, ein super-geiles, absolut geiles und mega-geiles " Fußballspiel.
Der Moderator vom BR1 konnte es danach nicht bewenden lassen und zeigte sein wahres Bazi-Gesicht, indem er die Aussprache der Zuschauer aus Hamburg mit dem Essen eines Doppel-Wobber verglich. Sei´sdrum! Im feindlichen Inland hätte ich auch in den Medien nichts anderes erwarten dürfen. Ich mokiere mich zwar auch über das nervig rollende "R", der gelifteten TV-Moderatoren Hannelore Fisch vom BR-ARD-Mittagsmagazin,aber behaupte dabei nicht, dass sie ein "Rachengold"-Bonbon im Selbigen hat.

Gegen Mittag packten wir unsere Koffer - ganz zum Leidwesen des ältesten Enkel, die sich etwas enttäuscht darüber, gleich im Kleiderschrank versteckte, um keine Abschiedtränen vergießen zu müssen.
Dann begann die Rückfahrt. Auf der A 92 in Richtung der Regensburger Strecke, der A 93. Wieder durchfuhr mich der Gedanke, dass dieses Bayern elendig groß ist. Da zwischen der Stadt und dem Land dann doch Himmel weite Unterschiede sind, wurde mir spätestens klar, als ich jene Hopfenbauern sah, die auf den an der BAB belegenen Feldern ihre Arbeit verrichteten. Nicht nur deshalb ist Bayern ein gutes Stück Deutschland, wenn auch nur zu oft auch feindliches Inland und das nicht nur für den eingefleischten Norddeutschen mit sächsischen Wurzeln..

Samstag, 19. November 2011

"Die Schimmelreiter ", ein aus dem Grünen des nördlichsten Bundeslandes kommender Film mit Tiefgang.



Was ist denn eigentlich ein " Roadmovie "? Wieder so ein Anglizismen? Oder etwa nur eine hoch trabende Bezeichnung für profane Landschaftsbilder, die sich filmisch aneinander reihen? Von allem eigentlich etwas. Der Filmmarkt hat im Verlaufe der vielen Dekaden so manche Skurillität hervor gebracht, die sich dann in einer bestimmten Schublade einordnen lassen. Dieses gilt dann seit etwa den frühen 60er Jahren für die aus den USA kommende Titulierung eines "Roadmovie".


 http://de.wikipedia.org/wiki/Roadmovie

Was in dem großen, weiten Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten während der endlos langen Autofahrten oder der Reisen mit der Eisenbahn an Erlebnissen möglich wird, soll somit der " Roadmovie " darstellen. Wobei die Handlungen immer in das jeweilige Landschaftsbild eingefügt werden..

Ein solcher Film lief am Freitag, 18.11.2011 ab 20.15 Uhr in dem ARD-Spartensender Eins Festival unter dem Titel " Die Schimmelreiter ". Der Inhalt des Films ist eher simpel:
Ein in er dithmarscher Provinz tätiger Lebensmittelkontrolleur möchte sich verändert. Zunächst nur räumlich und wird deshalb im Hamburger Amt bei einem leitenden Kollegen vorstellig. Der lehnt dessen Ansinnen ab und gibt dem Rock 'n' Roll-Fan mit der Elvis-Tolle zu verstehen, dass er bei ihm nicht landen wird. Nun trägt der Bewerber ordentlich dick auf. Der Kontrolleur Fuchs ( Peter Jordan ) behauptet nun, dass er zwar unabkömmlich wäre, weil die dithmarscher Behörde ohne seine Kompetenz und Erfahrung nicht funktionstüchtig bleibt, er aber dennoch bereit sei, nach Hamburg zu wechseln, um seine beruflichen Erfahrungen hier einzubringen. Der genervte Amtsleiter stimmt letztendlich zu und macht dieses von einem Gefallen abhängig. Der Kontrolleur nimmt den Deal an und bekommt den chaotischen Bruder aufgedrückt.

Tilman, so heißt dieser, ist ein Zyniker par ecellence und Lebenskünstler, tritt in der Folgezeit von einem Fettnäpfchen in das nächste. Er gibt sich nicht nur provokant in der schleswig-holsteinischen Prärie, sondern zudem lässt er auch noch wegen seines abgebrochenen Studium gegenüber den dort eher einfach gestrickten Bewohnern den Belesenen raus hängen. Das kommt nicht gut. Die meisten Menschen im Film sehen zwar darüber hinweg; als er jedoch eine Gruppe von Minderjährigen, die sich Bier trinkend schon in den frühen Morgenstunden vor einer zu überprüfenden Imbißbude ordentlich die Kante geben, in die Mangel genommen. Schwer lädiert kommt er ins Krankenhaus, wo er dann gleich zu einer Alkoholentgiftung verfrachtet wird. Der Stationsarzt meint es gut mit ihm, denn schließlich ist Tilman noch nicht im Vorruhestandsalter.

Was der eigentliche "Verrecker" zuvor von seinem aus Hamburg angereisten Vater und seinem älteren Bruder zu hören bekommt ist nicht schön. Es hilft ihm jedoch wieder auf die Sprünge und zurück in ein geregeltes Leben ohne Alkoholdröhnungen und Aufputschpillen aller Art.
Tilman, glänzend gespielt von Axel Prahl, ist ein Unikum. Er zeigt den Weg eines Unternehmersohnes, der sich gegen Alle und Jedes auflehnt, ohne selbst ein Lebensziel zu definieren. " Spießertum" in Dithmarschen; natürlich gibt es dieses dort zu hauf und in dem Tor zur Welt, in Hamburg gleichfalls.  Wer jedoch selbst kein eigenen Lebensweg beschreibt, kann sich trefflich über die spießige Gesellschaft mokieren, denn da sind sämtliche Mitmenschen dann eben Spießer.

" Die Schimmelreiter" eine Persiflage auf den Sohn des nördlichsten Bundeslandes, Theodor Storm, der in Husum geboren, der dem grünen Land mit Meer, Deichen und Stränden nie abholt wurde. Warum auch? Storm, der gelernte Jurist, war  einst ein glänzender Poet, ein Dramaturg und exzellenter Menschenkenner. Klar, Dithmarschen ist auch landschaftlich betrachtet überall. Das " Roadmovie " zeigt es hier mehr als deutlich. Weshalb aber die Pampa immer mit einem negativ Image behaftet sein muss, hat sich mir nach Ende des prima produzierten Films auch nicht erschlossen.