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Montag, 31. Oktober 2011

Das Omen - Ein Gruselfilm aus der Schockerzeit der frühen 70er Jahre mit Langzeitwirkung.


Das samstägliche  TV-Programm bot mal wieder alles andere, nur keine anspruchsvolle Unterhaltung. Da war ein Einzappen im den ZDF-Spartenkanal "ZDFkultur" zur beinahe nachschlafender Zeit doch wohltuend. Gezeigt wurde hier ein Horrorfilm aus dem Jahre 1976 mit dem viel sagenden Titel " Das Omen ". Was dem Zuschauer dort als Handlung über den LCD/Plasma-Schirm flimmerte war zwar - bezogen auf die Jetztzeit - kein starker Tobak, aber immerhin noch sehenswert, denn der einstige Hollywood-Star Gregory Peck versuchte sich als Retter der Menschheit gegen das Böse in derselbigen.

Die Handlung aus dem '76er Kino-Kracher ist eher simpel:

An einem 6.6. des Jahres 1966  brachte zur 6. Stunde eine Frau Thorn in Rom einen Jungen zur Welt, der nach der Geburt verstirbt. Der Vater ist ein steinreicher US-Diplomat, der sich dazu herab lässt, einen im selben Krankenhaus zur Welt gekommenen Säugling auszutauschen, dessen Mutter bei dessen Geburt verstirbt. Der vertauschte Junge mit dem Namen Darrien entpuppt sich als Nachkomme von Luzifer.

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Omen_%281976%29

Der inzwischen subalternde Gregory Beck alias Robert Thorn bemüht sich zunächst, eine entsprechende Weissagung eines Gottesmannes als "irre Geschichte " abzutun. Als der Diener des Herrn dann auf dubiose Weise ums  Leben kommt ( er wird von einem Lanzen ähnlichen Gegenstand schlicht weg von oben nach unten durchbohrt )begreift Thorn, dass die Gruselgeschichte des Pfaffen zur Realität wird. Später stirbt Thorn's Frau - zuvor durch einen vermeintlichen Unfall ans Krankenbett gefesselt, zudem auch noch schwanger - bei einem Sturz aus dem Klinik-Hochhaus direkt in einen Rettungswagen, dann wird der Diplomat zusammen mit einem ihn begleitenden Fotografen, der den Sohn des Satans ebenfalls töten will, bei einer Untersuchung des Grabes seines tot geborenen Sohnes von wilden Hunden auf dem mysteriösen Friedhof angefallen und fast zerfleischt. Der Fotograf unterstützt die Recherchen zur wahren Herkunft von Darrien weiter und wird deshalb von einer Glasscheibe, die sich auf einem LKW befindet, der auf den Fotografen zu rollt, quasi geköpft. Ein durch die Luft wirbelnder Kopf und ein auf die Erde schlagender Korpus bilden den gruseligen Höhepunkt des Klassik-Schockers. Thorn gibt dennoch nicht auf und versucht Darrien mit 7 zu Kreuzen geformten Dolchen zu töten. Bevor er jedoch den ersten Dolch in den Körper des Satans Darrien einrammen kann, wird er von der eintreffenden Polizei in der Kirche erschossen.
Nach einem Staatsbegräbnis für Thorn zeigt sich dann Darrien noch kurz an der rechten hand des US-Präsidenten, in dem er sich hinter dessen Rücken umdreht.

Dass der Film von Amerikanern für Amerikaner gedreht wurde, dürfte somit nicht nur so klar wie Klosbrühe sein, sondern ergibt sich schon allein daraus, weil das Böse eben nur die USA versucht heim zu suchen. In den 70ern, als die politischen Grenzen eindeutig von Ost nach West und umgekehrt verliefen, hatten solche Horrorfilme Hochkonjunktur. Mit - damals noch - bescheidenen technischen Kunststücken wurde dem Kinobesucher ein Sammelsurium aus Okkultismus, Christentum und Sadismus kredenzt. Weitere Prunkstücke dieser Ära sind " Der Exorzist ", "Wenn die Gondeln Trauer tragen " oder auch " Carrie - Des Satans jüngste Tochter ".

http://de.wikipedia.org/wiki/Horrorfilm#Die_1970er_Jahre

Da der Film ein Kino-Kassenfüller war, hat sich die US-Filmindustrie natürlich weitere zwei Teile aus den Ärmel geschüttelt und 1978 mit " Omen - II " sowie 1981 in Form des Films " Omen - III. " auf den darbenden Lichtspielhausmarkt geworfen. Aufhalten konnten auch diese Filme den sukzessiven Niedergang der Kino-Landschaft nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Omen_%281976%29#Fortsetzungen

Interesant ist es dennoch, wenn nach mehr als 3 Jahrzehnten diese immerhin mit einem recht hohen technischen Aufwand eingespielten Schinken wieder über die Mattscheibe flimmern. Das Gruseln dabei habe ich mir bereits vor vielen Jahren abgewöhnt, dazu ist das reale Leben da, weil es noch härtere Geschichten parat hat.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Alle Macht dem Volke.



Da haben meine Berufskollegen in den berühmten Roten Roben - ansonsten sind sie dieser Farbe eher wenig zugeneigt - der Euro-EU-Europa-Retterin in persona, der amtierenden Bundeskanzlerin, Frau Dr. rer.anat. Angelika Merkel einmal mehr das Fell über die Ohren gezogen. Die schwer bemühte "Angie" wollte keinen Versuch auslassen, um das von ihrem einstigen Ziehvater und jetzigen Dauerkritiker Kohl angeleierte Projekt "Großeuropa" zu retten. Weil es den Griechen nun doch an den nach außen hin ständig gezeigte weißen Kragen geht, wollte sie im ICE-Tempo die parlamentarische Hürde zur Verabschiedung eines weiteren "Rettungschirm"-Erweiterungsgesetzes ernst gar nicht nehmen und ließ eilends ein 9 Köpfe-Gremium ins Leben rufen, dass über das Abnicken der bundesdeutschen Geldbeiträge innerhalb der Rettungsgruppe befinden sollte.
Das sonstige Geplänkel im Bundestag war ihr zu weitschweifig und auch unsicher, da eigene Parteifreunde, wie der Meister Bosbach, dessen Fresse der Berufspöbler aus der eigenen Partei, der Pausenclown mit dem Namen Ronald Pofalla, nun nicht mehr ständig sehen braucht, ihr ja mit dem Dolch im Gewande, die Gefolgschaft verweigert haben.

Merkels grenzenloser Eintritt für die EU und die Gemeinschaftswährung lässt indes erhebliche Zweifel aufkommen, ob sie in ihrem Übereifer nicht doch das Grundgesetz und die dortigen Spielregeln immer beachtet. Mit der Inthronisierung eines separaten Gremiums, das über das Verteilen von viel Geld aus der Schatulle der BRD und des später dafür gerade zu stehenden Steuerzahlers zu befinden haben soll,missachtete sie indes die parlamentarischen Spielregeln, die da lauten, dass jeder einzelne Abgeordnete zu jeder einzelnen Rettungsmaßnahmen zu befragen ist.
Basta!

Karlsruhe ist nicht gerade beliebt bei "Angie", denn sie und ihre Kabinettsmitglieder haben von dem höchsten deutschen Gericht doch in schöner Regelmäßigkeit einen deftigen Einlauf in Sachen Beachtung ( besser: Missachtung ) des Grundgesetzes erhalten. So auch im aktuellen Fall. Es spielt dabei keine Rolle, ob einige Bundestagsabgeordnete sich das von Merkel und Konsorten rabiate Vorgehen und das als "Durchregieren" in arroganter Weise auf das Tablett gelegte Konstrukt eines Entscheidungsgremiums haben gefallen lassen wollen. Fakt ist viel mehr, dass " old Angie" doch schon des Öfteren eine eigenwillige Interpretation der Verfassung als Rechtfertigung für ihr dann rechtswidriges "Regieren" heran zieht. Da scheinen wohl die wilden Pferde mit ihr durch gegangen zu sein.
Karlsruhe hat nun im Wege der Einstweiligen Anordnung das Merkel´sche Vorhaben gestoppt und wird wohl auch das Gesetz zur Bildung eines Entscheidungsgremiums kassieren. Welche schwachköpfigen und hoch bezahlten Kollegen die Kanzlerin da beraten haben, ist mir zwar nicht bekannt. Dennoch empfehle ich denen einen weiteren Ergänzungkurs an einer juristischen Fakultät zu besuchen und zwar im Öffentlichen Recht und Verfassungsrecht.

Jetzt muss das 9er-Gremium wohl unverrichteter Dinge auf gegeben und der "lästige" Gang über das parlamentarische Prozedere eingehalten werden. Merkels Schnelle Eingreiftruppe ist nach der Entscheidung der BVerfG bereits Vergangenheit bevor deren Zukunft begonnen hatte. Peinlich für die Bundesregierung ist diese Angelegenheit alle Male.
Wie heisst es so schön:
                                                                                                    Artikel 20
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Aja alle Staatsgewalt geht vom Volke aus, dass mittels Wahlen seine Vertreter im Bundestag benennt. Die Fraktionsdisziplin dieser geht jedoch nicht so weit, dass sich  diese für jeden Parlamentarier nur in dem bloßen Abnicken von Gesetzesvorlagen erschöpft, sondern kann auch schon im selbständigen Mitdenken begründet sein. Der Herr Danckert hat es vorgemacht.

Samstag, 29. Oktober 2011

Lara Croft ist nicht nur eine Witzfigur.




                                          Um eine Welt in einem Sandkorn zu sehen
                                                                     und den Himmel in einer wilden Blume,
                                                                     halte die Unendlichkeit in deiner Handfläche
                                                                      und die Ewigkeit in einer Stunde.


Gestern Abend war es wieder einmal soweit: Der ansonsten schwachbrüstige Privatsender VOX brachte ab 20.15 Uhr den Dauerbrenner " Tomb Raider " mit Angelina Jolie als Lara Croft in der tragenden Rolle, einer Menge Komparsen drumherum und viel Sci-Fi-Action sowie Mumien, Monstren und Mutationen aus der Dschungelwelt Kambodscha. Die Geschichte ist eher simpel, die schauspielerischen Qualitäten der Mitwirkenden eher durchschnittlich und die Bilder eher ungewöhnlich.

Alles was Angelina Jolie zeigt ist neben ihrem Karpfen -Lippen - Gesicht ( auf gespritzte Lippen soll man nicht unbedingt küssen ) viel Action und eine kosmopolitisches Großewelt- Attitüde, die sie eben durch die Länder dieser Erde rasen lässt. Sie ist - dank ihrer Herkunft - als " Grabräuberin - in einem illustren Kreis von durch geknallten und Macht geilen Halbwelttypen natürlich die Gute, die die gesamte Welt vor der Tyrannei eines - zudem noch Geld gierigen - Anwalts zu retten hat.

Das Spiel " Tomb Raider " war ja vor vielen Jahren ,nämlich ab 1996 für die vormals äußerst populäre Playstation, die erste Spielversion, die im Verlaufe der Zeit dann auch für weitere Systeme konzipiert wurden und dort großen Anklang fanden.
Die schon zu dieser Zeit sehr kreativen Computer-Freak kreierten bereits kurz nach Veröffentlichung der " Tomb Raider "-Software eine sexistische Version mit dem viel versprechenden Namen " Nude Raider ". Eine Abart der späteren Folgeversionen, die - natürlich - populär wurde, weil sie eben die nackte Lara Croft zeigt.


http://de.wikipedia.org/wiki/Tomb_Raider

So, wie Eva im Garten Eden gelebt haben soll, nämlich unbekleidet, zeigt sich Jolie in dem Film nicht. Zwar mit eng geschnittenen Kampfanzug und als dralle Frau von Welt, durch pflügt sie dieselbe. Trotzdem gibt es weder Sexszenen noch sonstiges an menschlicher Kopulationsmechanik erinnerndes Filmgeplänkel. Croft kämpft für das Gute, da bleibt keine Zeit für wollüstuge Spielchen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Lara_Croft:_Tomb_Raider

Und, so wie es im wahren Leben eher selten der Fall ist, siegt am Ende immer im Film das für die richtige Seite, das Gesetz oder die Amerikaner eintretende Geschöpf - in diesem konkreten Fall Lara Croft. Sie gewinnt den Kampf gegen den fiesen Rechtsanwalt, die Zeit und die Vergangenheit, welche im Film auch noch zurück gedreht wird.

Als sich die wilden Ballerszenen in dem nunmehr 10 Jahre alten Film auf dem "Sony"-Großbildschirm, sah ich einige Sequenzen allerdings zum ersten Mal. Da mein damaliges TV-Gerät, ein winziger Bruder des "Sony", ein " Triniton", die Hälfte der Einstellungen einfach nicht zeigen konnte. Dadurch wurde dieser aber auch nicht wesentlich besser. Immerhin, vor etwa 8 Jahren durfte ich Lara " Jolie" Croft ebenso franko frei bestaunen; mit einer gecrackten Smartcard von PREMIERE. Diesen Sender gibts ja bekanntlich nicht mehr, "Tomb Raider" jedoch immer noch und die gute Angelina ist ja inzwischen 6fache Mutter, hat den " Troja"-Helden Bratt Pitt geangelt und sieht nicht mehr wie ein Koi-Karfen aus.

Freitag, 28. Oktober 2011

She said, she was a dancer.

                                                                    (c) Rick Dikeman - WIKIPEDIA

Wenn in einigen Stunden im fernen Moskau das welt berühmte Bolschoi Theater nach 6 jähriger Bauzeit wieder eröffnet wird, dann nicht ohne die gesamte russische Prominenz. Von Putin, dem Scheindemokarten, über Medwedew der Putin-Marionette bis zu den ungezählten Wirtschaftsoligarchen, deren Millionen sich in teurem Outfit und riesigen Klunkern an dem glatten Körper der mindestens 20 Jahre jüngeren Gespielin errechnen lässt. 

Sie werde dann dort sitzen, wo einst der Zar seinen Hofstaat und sonstige Vasallen zu unterhalten pflegte, wo zu Zeiten der KPdSU auch das russische Staatsballett die legendäre "Schwanensee"-Aufführung der Staats-und Parteiführung darbot und wo nach der Implosion der Sowjetunion sich Gorbatschow, Jelzin sowie von ihnen geladene Staatsgäste vergnügten.

Das Bolschoi-Theater ist eine Institution. Es steht der Mailänder Scala, der  Metropolitian in New York oder der Oper in Sydney in nichts nach. Berühmte Aufführungen hat auch das Bolschoi in seiner bisherigen Lebenszeit vorzuweisen. Berühmte Dirigenten haben auch hier sich die Klinke in die Hand gegeben. Berühmte Solisten waren im Bolschoi zu Gast.

Als der Zahn der Zeit an dem Gemäuer - und nicht nur hier - immer kräftiger nagte, entschloss sich der russische Staat, dass aus drei unterschiedlichen Epochen stammende Gemäuer komplett zu sanieren. Die Kosten hierfür sollen exorbitant hoch sein und wurden bei etwa 1 Milliarde Euro geschätzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bolschoi-Theater

Am Bolschoi Theater sind derzeit 900 Mitarbeiter tätig. Darunter natürlich auch viele Balletttänzer und --tänzerinnen. Sie müssen, um hier überhaupt eine Chance auf eine Festeinstellung zu erhalten ein hartes Ausbildungsprogramm durch laufen. Nur wenige sind von so überragendem Können, dass sie am Bolschoi auftreten dürfen. Es ist quasi die Elite, die Creme'de la'creme' auf diesem Feld.
Wer sich dazu zählen darf, ist jedoch weder eine gemachte Frau noch ein gemachter Mann. Trotzt der knüppel harten Ausbildung, des dornigen und steinigen Wegs bis dahin, sind die Verdienst in diesem Genre eher gering. Nur absolute Stars, wie der russische Balletttänzer Nurejew haben es nach ganz Oben geschafft. Sie bilden die Ausnahme, denn der Rest ist - wie in vielen anderen Berufen auch - eher als Graue Maus zu betrachten.

Als ich Mitte der 90er Jahre eine Vielzahl von Asylfällen bearbeiten konnte, weil nach dem Zusammenbruch des so genannten Ostblocks eine Unzahl an Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem einstigen Jugoslawien, aber auch aus Russland den Versuch unternahm, in der reichen BRD einen Neuanfang zu starten, hatte ich einst einen solchen Fall einer russischen Asylbewerberin auf dem Schreibtisch. Die junge Frau kam aus Moskau. Sie war zwar in Sibirien geboren, hatte aber eine Ballettausbildung inder russischen Hauptstadt absolviert und erzählte mir in einem guten Deutsch, dass sie früher in eben jenem Ensemble des Bolschoi Theaters getanzt habe. Mir war wohl die vollkommene Verblüffung an den Augen abzulesen, als ich sie nochmals nach ihrem Werdegang befragte.

Bolschoi Theater, das kannte ich natürlich, das war mir sehr wohl ein Begriff und ich befragte sie gezielter nach ihrer Biografie. Nun, die begann im materiellen Elend und endete dort nach dem es die UdSSR nicht mehr gab. Einige Jahre danach war sie arbeitslos. Zu alt für das Ballett auf höchstem Niveau, zu jung um im künftigen Chaos, das in dem Riesenreich herrschte irgendwann, irgendwo und irgendwie unter zugehen. Sie floh in das sehr reiche Land Deutschland, dass sie jedoch nicht haben wollte.
Der Asylantrag wurde abgelehnt, die Tänzerin abgeschoben und so verschwand sie für eine längere Zeit aus meinem Gedächtnis.

Als ich zu einem Gerichtstermin in den frühen Morgenstunden die Straßenbahn nutzte, stand sie plötzlich wieder vor mir, die Bolschoi Tänzerin. Im modisch eleganten Outfit, dezent geschminkt und leicht lächelnd. Meine Frage, dass sie wieder in Bremen sei, beantwortet sie mit einem knappen " Ja " und berichtete mir gleichzeitig, dass sie inzwischen einen Deutschen mit libanesischem Migrationshintergrund geheiratet habe. So, wie ich es ihr einige Zeit vorher dringend angeraten hatte, damit sie ihren so sehr gewünschten Aufenthalt in dem gelobten Land, in dem zwar keine Milch und Honig fließen, aber de jure niemand zu verhungern braucht, erhält.
Ich gratulierte ihr mit einem milden Lächeln zu diesem Schritt und verabschiedete mich.

" She said, she was a dancer ", dieser Song der Rockgruppe " Jethro Tull " von ihrem Album " Crest of a knave " fiel mir danach immer wieder ein.


She said she was a dancer. If I believed it, it was my busines
She surely knew a thing or two about control.
Next to the bar we hit the samovar. She almost slipped right through my fingers.
It was snowing outside and in her soul.

Well, maybe you're a dancer, and maybe I'm the King of Old Siam.
I thought it through... best to let the illusion roll.
I wouldn't say I've never heard that tale before,
my frozen little senorita,
but if your dream is good, why not share it when the nights are cold?

Hey Moscow, what's your story? Lady, take your time, don't hurry.
Maybe a student of the agricultural plan.
Hey Moscow, what's your name? If you don't want to say, don't worry.
It would probably be hard for me to make it scan.

With her phrase book in her silk soft hand
she spoke in riddles while the vodka listened.
I said, ``Let me look up love, if I might be so bold.''
She was the nearest thing to Rock and Roll
that side of the velvet curtain
that separates eastern steel from western gold.

Hey Miss Moscow, what's your story?
You needn't speak aloud, just whisper.
Am I just the closest thing to an Englishman?
You've seen me in your magazines, or maybe on state television.
I'm your Pepsi-Cola, but you won't take me out the can.
She said she was a dancer --- so she did.

She said she was a dancer. If I believed it, it was my business.
It felt like a merry dance that I was being led.
So I stole one kiss. It was a near miss.
She looked at me like I was Jack the Ripper.
She leaned in close. ``Goodnight,'' was all she said.
So I took myself off to bed.

                                                                                (c) WIKIPEDIA
Sie war tatsächlich eine Tänzerin und dazu auch noch intelligent genug, einen ehrlich gemeinten Rat zu befolgen und dieses reiche Land mit den eigenen Waffen zu besiegen: den hier geltenden Gesetzen.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Von Dreien, die auszogen, der Wirtschaft das Fürchten zu lernen.

                                                                                                        (C)Meffo-WIKIPEDIA

Ein Gespräch beim sehr frühen Frühstück am Küchentisch, bei Kaffee, Knäckebrot und selbst gemachter Marmelade ließ mich bereits gegen 6.30 Uhr an vergangene Zeiten erinnern. So manches Erlebnis in den mehr als 50 Lenzen scheint da - obwohl wir in zwei verschiedenen Staaten aufgewachsen sind - doch irgendwie ähnlich zu sein. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass sich die Gesamtdeutschen eigentlich nie so fremd waren, wie es die Herrschenden gerne haben wollten.
Nach der viel um jubelten Wiedervereinigung, den sehr schnell verflogenen euphorischen Jahren, kam für das de jure zusammen gefügte Deutschland der graue Alltag wieder.

Darin ist so mancher Bundesbürger im Dschungel der diversen Fallen, Lebenslügen oder Utopien dann verloren gegangen. Für einige der Wendegewinnler indes war diese ein Segen, für viele andere Abgewickelte ein Fluch und ein dritter Anteil hat hiernach eine wahre Berg - und Talfahrt vollzogen.

So auch eine Dame aus einem Kaff zwischen Dresden und Freiberg. Sie wurde zwar noch vor der Wende geboren, hat aber von der einstigen DDR-Sozialisation nur wenig aufoktroyiert bekommen. Da macht es natürlich schon ein wenig her, wenn sie sich zu Höherem berufen fühlt. Nach der Realschule absolvierte die Dörflerin eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin und erhielt die Chance in dem Ausbildungsberuf auch weiterhin bei ihrer vorherigen Stelle verbleiben zu dürfen. Die Jahre nach dem Millennium waren nicht gerade einfach. Jobs gab es nur im Goldenen Westen, in den Alten Bundesländern und hier überwiegend nur im Süden.

Schnell erkannte jedoch die gelernte Zahnarzthelferin, dass sie Führungsqualitäten besitzt, die eigentlich für einen anderen Beruf einsetzbar sein könnten. Nach dem großspurigen Auftreten und einem vorlauten Mundwerk zu urteilen, wäre die junge Dame für einen Geschäftsführerposten bestens geeignet.
Gesagt, getan!
Nach einiger Zeit begann nun die verkappte Führungskraft sich selbständig zu machen. Sie hatte da eine Geschäftsidee und wollte diese in klingende münze umsetzen. So hangelt sich jene Geschäftsfrau in spe zunächst mit kleinen Aufträgen eine längere Zeit lang durch das Berufsleben. Dann merkte sie, dass ihre Idee tatsächlich Geld einbrachte und beschloss nun zu expandieren.

Eine örtliche Bank war flugs gefunden, ein Businessplan rasch erstellt und der Glaube an das Große Geld war ungebrochen. So konnte sie alsbald sogar Mitarbeiter einstellen und diese für sich arbeiten lassen. Auch ein Diplom-Betriebswirt wurde angestellt, der ihre Geschäfte führte, denn sie hatte - außer mit dem losen Mundwerk - hiervon keine Ahnung. Es dauerte jedoch nicht lange, da gingen die Geschäfte wieder schlechter. Keine Verkaufsaufträge, keine Umsätze, kein Geld.
Die Mitarbeiter konnten nur noch sporadisch bezahlt werden. Die Insolvenz drohte.

Der eigene Lebensstil indes blieb unverändert. Dann klopfte der Gerichtsvollzieher an die Tür. Er wurde eine Dauergast. So lange, bis die Pleite nicht mehr abzuwenden war. Der Insolvenzverwalter kam, sah und fand einen Investor.Vorläufig lief der Betrieb weiter. Die Dame indes verblieb - ebenso vorläufig - auf ihrem Platz im Betrieb, der nun nicht mehr der Ihrige ist. Die über große Klappe ging wieder auf. Die Ahnungslose konnte wieder kommandieren. Vorläufig.

Und die Moral von der Geschicht'? Eine große Klappe hilft bei Dummheit nicht!

Es ist schon fast 10 Jahre her, da kreuzten sich meine beruflichen Wege mit jenen Zeitgenossen, deren saftig grüne Wiesen vor der Haustür liegen, deren urige Lebensphilosophien manchmal etwas skurril anmuten und deren Glaube an die eigene Schaffenskraft auch bei Niederschlägen ungebrochen scheint. Mein Arbeitsfeld durfte ich - der pure Zufall wollte es so - ins Ostfriesische verlegen.Dort, wo die Kühe mehrheitlich gescheckt, sie zudem schöner als die Frauen sein sollen und die Männer - nachdem gleichnamigen  Klamaukfilm mit Mike Krüger, Thomas Gottschalk und anderen Geistesgrößen - lange Nasen haben sollen, zog es mich Ende der 90er regelmäßig hin. Es gab - rechtlich betrachtet - viel zu tun, also nahm ich mich der Sachen an.

Eine aus Bremen stammend, einst dort für ihre nicht gesetzestreuen Brüder ständig eintretende Frau, hatte zusammen mit ihrem damaligen Lebensgefährten einen Gasthof mit Hotelanlage gepachtet und steckte aktuell in Schwierigkeiten. Nicht, dass sie von der Materie keine Ahnung hatte,nein, sie war ebenso wie die oben besagte Dame, keine Kauffrau. Dafür hatte sie allerdings einen Kollegen und einen vermeintlichen Steuerberater engagiert. Letztere nannte sich zwar so, hatte jedoch keine entsprechenden Berufsabschlüsse, so dass er einige Jahre später dafür vor den Kadi gezerrt wurde, zumal er auch noch Mandantengelder veruntreut haben sollte. Nun, das kommt eben in den besten Familien vor.
Also, von jenen beiden Herren erfuhr ich nun, dass die gute Dame in finanziellen Schwieirgkeiten steckte. Von den einstigen Fördergelder, die sie nun nach Tilgungsplan zurück zahlen musste, hatte sie zudem einige Sümmchen - schlicht gesagt - Zweck entfremdet. Auch dieses kommt in den meisten Bauherrnfamilien vor.

Und auch der vormalige Umbau des älteren Gemäuer war nicht so geraten, dass es ein Garant für spätere, sichere Einnahmen werden könnte. Ein Tohuwabohu also, was mich dort erwartete. So schleppte ich Akten für Akten in zwei schwarzen Pilotenkoffern von Bremen nach Ostfriesland und karrte diese am späten Abend wieder zurück. Immerhin gab es einige interessante Rechtsfälle zu bearbeiten, deren Inhalt ich - selbst wenn die berufliche Schweigepflicht längst nicht mehr greift - nicht weiter ausbreiten werde.
Die Monate verflogen und der Aktenstapel wurde immer größer. Spätestens nach den ersten Rechnungen kühlte das ansonsten freundliche Verhältnis zu der Nicht-Geschäftsfrau merklich ab. Arbeit muss auch hier bezahlt werden. So übergab ich etwa 1,5 Jahre später die Akten einer Kollegin vor Ort, nachdem diese meine letzte Gebührenrechnung in bar ausglich. Wo her das Geld stammte mag dahin gestellt bleiben. Die Schiene zumindest hatten einen Geruch nach ranzigem Fett, nach Kneipe auch.

Viele Jahre später entdeckte ich im Internet eine eigene Homepage dieser Dame und ihres Gastronomiebetriebs wieder. Adrett aufgemacht, mit klaren Aussagen zum Leistungsangebot und voll des Lobes über die sehr feundlichen Mitarbeiter, lesen sich ihre Seiten. Aja, dachte ich, also hat sie es doch geschafft. Die Kurve rechtszeitig vor der drohenden Insolvenz genommen und mit einem neuen Geschäftskonzept, einem finanziell gut situierten Partner und der Erkenntnis, dass frau/man auch in diesem knüppelharten Verdrängungswettbewerb nicht jeden Bleistiftstrich selbst ziehen sollte, hat die Dame es bewirkt, dass ihr wieder Boden unter den Füßen gelegt wurde.
Das nenne ich Kämpferin.

Eine solche war die einstige gute Bekannte, die sich als Dauergast an der Theke entpuppte, eben nicht. Sie führte zu jener Zeit ein Kleinfuhrunternehmen.In der selben Kleinstadt im Ostfriesischen. Längst waren ihr die Zügel für die Betriebsführung von ihrem kaufmännischen Mitarbeiter aus der Hand genommen worden. Jene Unternehmerin verstand vom Unternehmen soviel, wie die ostfriesische Kuh vom Bergsteigen.Die Geschäfte liefen zwar immer noch, aber der eigene Lebenszuschnitt inklusive Getränkekonsum drohte der Dame den Hals abzudrehen. Zudem kamen permanente Querelen mit ihren einstigen Lebensabschnittsgefährten, der selbst einen Mini-Betrieb im Baugewerbe unterhielt. Zwei Unternehmer, die als unternehmen dann den ständigen Kneipenbesuch verstanden haben wollten, trafen sich, um sich und den Partner zu zerstören.
Die wilden Akteninhalte werde ich auch in diesen Fällen nicht wiedergeben.Was in ihnen an menschlichem Fehlverhalten und zwischenmenschlichen Unzulänglichkeiten auf bedrucktem Papier chronologisch abgeheftet war, würde auch hier ein ganzen Buch füllen.

Diese Dame ging irgendwann in die Insolvenz, das gebaute Einfamilienhaus wurde zwangsversteigert,die Beziehung brach schon vorher auseinander. So wurde die Dame ein Fall für die Ämter.
Fazit: Nicht Jeder ist zum Unternehmer geboren, auch wenn er es gerne so sehen möchte. Und nicht jeder Esel gibt Goldstücke ab, wenn er am Schweif gepackt wird. Weshalb leider nur zu oft ein Trümmerfeld des eigenen Lebens zurück bleibt. 
 

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Abgesang oder " Die Kräh'n schrei'n "- Teil II.

Der Goldene - besser im Altdeutsch Güldene - Oktober verabschiedet sich langsam, ja eher schleichend. Wenn an einigen Tagen in den Morgen - und Abendstunden eine Dunstglocke über dem " Tal der Ahnungslosen " zu erkennen ist, dann darf der Betrachter sich bereits auf den trüben Monat November einstellen. Es ist jener Monat, in dem statistisch bewiesen, die meisten Selbsttötungen zu verzeichnen sind, die depressiven Schübe bei den ohnehin schon labilen Mitbürgern zunehmen und die eigenen Vier Wände zum Bollwerk gegen das Schmuddelwetter ausgebaut werden. Heizung an, Ofen angefeuert, Decke über den Kopf gezogen!

Derweil verändert der Garten mit jedem Tag sein Gesicht. Was noch vor einigen Wochen üppig grünte und blühte, zeigt jetzt sein buntes Kleid. Die Blätter hängen - eher traurig - nach unten und das Bäumchen, der Strauch oder der Baum wird immer lichter. So manche herbstliche Windböe rüttelt an dem bereits losen Blattwerk, dass dann wie nichts herunter rieselt. Bald zeigt sich auch das gesamte Umfeld in einem tristen, einem dunklen Farbton.

Mit Beginn des November kehren sie wieder zurück, die schwarz-gefiederten Freunde aus dem Hohen Norden oder den weiten im Osten, weit bis an den Ural heran,die Krähen. In Schwärmen ziehen sie über das sich verändernde Land, die Felder und die Wiesen. Mit einem beinahe bedrohlichen Gekrächze streifen sie in wildem Flug auch über unseren Garten. Auf der Suche nach einem Quartier und nach Futter. Die Gesundeitspolizei der Lüfte lässt sich wieder blicken.

Bereits Ende Oktober sind eine Schwärme unterwegs. Das könnte auf einen harten Winter deuten. Der Volksmund behauptet es zumindest. Nicht immer muss er damit richtig liegen. Wenn aber bereits im Oktober die ersten Nachtfröste einsetzen und eisige Temperaturen vermeldet werden, deutet einiges auf einen frühen Winteranfang hin. Bei unseren Nachbarn in Österreich ist dieser in den höheren Lagen ab 800 Meter bereits eingekehrt. Hier leigt längst Neuschnee und hat die Gebiete mit einem weißen Mantel bedeckt.

Für die Mitteleuropäer muss dieses allerdings noch nicht heißen, das der Eisige Gesell´auch hier schon an die Tür klopft. Novemberwetter kann nämlich auch Nieselregen, Nebel und grauer Himmel sein. So, wie es dann aber schnell in Frost, Eis und Schnee umschlägt. Dann ziehen sie wieder, die Krähen und schrei´n. Nietzsches Gedicht fällt immer ein, als ich den Schwarm vorüber fliegen sehe:


               
                                                          Vereinsamt

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du, Narr,
Vor Winters in die Welt – entflohn?

Die Welt – ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg', Vogel, schnarr'
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! –
Versteck' du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Weh dem, der keine Heimat hat!

Meine Steuern - deine Steuern- keine Steuern!

                                                                                         (C) Armin Kübelbeck-WIKIPEDIA

Hoppla, da kursierte doch gestern eine Meldung durch die Nachrichtensender, die einem Fußballanhänger aufhorchen ließ. Beim DFB in Frankfurt soll am Montag die Steuerfahndung aufgekreuzt sein und habe dort die Geschäftsräume durch sucht. Na, so was!
Angeblich werde gegen mindestens 20 Schiedsrichter wegen vorgeworfener Steuerhinterziehung ermittelt.
Angeblich?

Nun, der Deutsche Fußball Bund ist seit 2005 immer wieder in die Schlagzeilen der Medienindustrie geraten. Erst war es ein Schiedsrichter mit dem wohl klingenden Namen Robert Hoyzer, der sich später öffentlich dazu bekannte, von ihm geleitete Spiele manipuliert oder wie es im Jargon zutreffender heißt " verschoben " zu haben.
Dann kam die so bezeichnete Sex-Affäre zwischen dem Ex-Schiedsrichter Wolfgang Amarell aus München und dem einstigen Schiedsmann Michael Kempter, der bereits 2009 wegen Steuerhinterziehung in mehreren Fällen rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 23750 € verurteilt wurde, jetzt folgt ein weiteres Skandälchen.

Ob es sich hierbei um gravierende Vergehen handelt, müssen jedoch die weiteren Ermittlungen und die Ergebnisse hieraus belegen. Zunächst gilt die übliche Unschuldsvermutung, wie in anderen Strafverfahren auch.

Das Gekreische der Medien indes, insbesondere der Latrinenzeitung mit den vier Buchstaben und den sonstigen Krawallblättern ist groß. So groß, dass dabei die Relationen zwischen den vorgeworfenen Vergehen und dem tatsächlichen Schaden für den Fiskus, also der Allgemeinheit, dem geschröpften Steuermichel, völlig in den Hintergrund geraten.
Endlich hat es auch jene Gruppe von vermeintlichen Saubermännern getroffen, die vielleicht gar nicht klinisch getestet sind.

Was wirklich hinter der aufgeblasenen Medienhype steht, lässt sich bei näherer Betrachtung leicht ermitteln.
Der Schiedsrichter, genauer gesagt der Fußballschiedsrichter, ist keine im Vakuum schwebende, tabuisierte Person dieses Sports. Jedenfalls nicht in der BRD. Er kommt auch nicht aus der Tiefe des Raumes auf den Rasen, um dort mehr als 90 Minuten ein Spiel zu leiten. Vielmehr wird er hierzu ausgebildet und muss sich selbst den aufgestellten Regeln des DFB unter ordnen.

" Schiedsrichter kann in Deutschland nur werden, wer Mitglied in einem dem DFB angeschlossenen Verein ist. Die Anmeldung zu einem Anwärterlehrgang erfolgt regelmäßig über den Verein, das Mindestalter beträgt 12 Jahre, wobei einige Landesverbände auch ein höheres Mitgliedsalter fordern; in Österreich beträgt das Mindestalter 15 Jahre. Im Lehrgang werden die Kenntnisse der Fußballregeln vermittelt, zum Abschluss muss die Regelkenntnis auch durch eine Prüfung nachgewiesen werden. Gleichfalls ist die körperliche Fitness, vor allem im läuferischen und konditionellen Bereich, nachzuweisen. Hierfür gibt es verschiedene Tests, wobei teilweise jeder Kreis andere Auswahlkriterien anwendet. Auch wenn dies nicht zu den ausdrücklich erklärten Voraussetzungen zählt, so ist jedoch eine gewisse charakterliche Festigung der Persönlichkeit ebenfalls eine unabdingbare Voraussetzung, um die gebotene Neutralität gewährleisten zu können und sich auch durch Anfeindungen von Zuschauern und Spielern nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. "

- Zitatende - aus WIKIPEDIA ( Fußballschiedsrichter )

Goldene Löffel gibt es auch hier nicht zu verdienen. Im Gegenteil: die Möglichkeiten mit dem Hobby auch ordentlich Moneten zu erzielen sind eher gering; zumindest während der aktiven Laufbahn und die ist bereits mit 45 Jahren beendet.

" Das Schiedsrichteramt ist ein Ehrenamt.In Deutschland gibt es offiziell keine professionellen Schiedsrichter. Allerdings erhält man für seine Spielleitungen so genannte Spesen (faktisch ein Entgelt), die je nach Landesverband   und Spielklasse variieren, der geringste Satz wird für Jugendspiele gezahlt, während bei Erwachsenen im unteren Amateurbereich etwa 20 Euro gezahlt werden. Bei Oberligaspielen werden an Schiedsrichter etwa 50 Euro, an die Assistenten etwa 25 Euro ausgezahlt (abhängig vom jeweiligen Landesverband). Über dieses Niveau kommen über 99 % der Schiedsrichter (ebenso wie über 99 % der Spieler) nicht hinaus. Zusätzlich wird noch eine - wiederum vom jeweiligen Landesverband festgelegte - Aufwandentschädigung für die Reisekosten gezahlt, die teilweise pauschaliert ist oder sich nach den tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel bzw. den gefahrenen Kilometern bei einem festen Kilometersatz richtet. Die Beträge sind, soweit sie 500 Euro im Jahr übersteigen, nach § 3 Nr. 26a des Einkommensteuergesetzes zu versteuern, wobei ein vorheriger Abzug von Werbungskosten zulässig ist.
Einem Schiedsrichter im professionellen Fußball werden folgende Beträge pro Spiel gezahlt:
  • in der 1. Bundesliga 4000 Euro + 500 Euro vom Sponsor DEKRA 
  • in der 2. Bundesliga 2000 Euro
  • in der 3. Liga 750 Euro.
Ein Assistent erhält die Hälfte des Schiedsrichters, der vierte Offizielle ein Viertel des Betrages. Für einen Schiedsrichter der Bundesliga kommt es dabei aber zu einem sehr hohen Aufwand: Für ein Spiel an einem Samstag muss er freitags anreisen und kommt erst spätabends am Samstag oder sogar erst sonntags zurück. Die Fahrtkosten, sowie Hotel- und die Verpflegungskosten werden vom DFB erstattet. Zum Zeitaufwand der Schiedsrichter kommen mehrere mehrtägige Lehrgänge des DFB und seines Verbandes pro Monat. Zudem bekommt er einen täglichen Trainingsplan, der auch überprüft wird. "

- Zitatende - aus (WIKIPEDIA, a.a O.,Fußnote 3 entfernt; Verlinkung "Ehrenamt " und " DEKRA" abgeändert - d.Verf. - ).

Wer nun den fatalen Fehler begeht und die "Vergütung" der Referees mit den Gehältern der der übrigen Beteiligten an dem Fußballzirkus zu vergleichen, wird vielleicht zu dem Ergebnis kommen, dass es sich nicht lohne, den Unparteiischen zu mimen. Fakt ist jedoch: Es geht hier nicht um Geld, sondern um eine persönliche Einstellung zum Sport. Schiedsrichter müssen neutral sein, sonst wird der Manipulation nicht nur Tür und Tor geöffnet,; es werden vor allem die anerkannten Regeln nicht mehr beachtet und dieser Sport mutiert alsbald zum Unsport.

Was nun an den Vorwürfen sich letztendlich erhärten wird bleibt indes abzuwarten. Bis dahin sollte der Spielbetrieb nicht durch wechselseitige Vorwürfe gefährdet werden.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Pumps, High-Heels, Skyscraper oder: Wie verkrüppele ich meinen Fuss?

 Ein lauer Wind, Außentemperaturen im Bereich über 15° c und Sonnenschein waren die idealen Voraussetzungen für eine Einkaufsfahrt per Perpedes in die Kesseldorfer Straße. Entlang der Raser-Rennstrecke Wiesbadener Straße führte mich der Weg über die Dölzschner Straße, die Clara-Zetkin-Straße und Bünaustraße auf die Kesselsdorfer Straße, direkt in den von 7.00 - 20.00 Uhr herrschen Einkaufstrubel.
Dass der Realzustand vieler Straße der sächsischen Landeshauptstadt sich mit der Pampa in Timbuktu vergleichen lässt, war für mich auch    dieses Mal kein Hindernisgrund. Der - nicht nur körperlich - gepeinigte Radfahrer erlebt auch bei kurzen Touren den Verkehrswahnsinn hautnah und muss sich nicht nur ein Mal fragen, ob das aufgeblasene Ambiente rund um die Innenstadt nicht nur Augenwischerei darstellt,um den hoch heiligen Tourismus noch weiter aufzupäppeln, während dessen die Außenbezirke einer Schuttablade- und Restbetonelementeverarbeitungsregion gleichen.

Nun, gut, auch der profane Fußgänger hat so seine liebe Mühe, den unfallfreien und geraden Weg auf den Holperpisten dieser, unserer Landeshauptstadt zu finden. Da lauern nicht nur Stolperkanten in sämtlich Variationen, ausgespültes Kopfsteinpflaster oder abgesenkte Betonplatten aus DDR-Zeiten in ihrer typisch mausgrauen Farbe, sie alle bedeuten höchste Gefahr für den Verkehrsteilnehmer.

Da ist es erforderlich, den richtigen Schuh zu tragen. Er sollte nicht nur bequem sitzen, sondern auch jene Standfestigkeit erfüllen, die erforderlich wird, wenn der unachtsame Nicht-Motorisierte sich fort bewegt und dabei Gefahr läuft, sich immer irgendwo und irgendwie an jenen kreativ befestigten Fußgängerwegen die Haxen zu brechen.

Tja, die Billigpropaganda von den Blühenden Landschaften zur Kohl-Ära zeigt hier das wahre Gesicht. Da führen tendenziöse Berichterstattungen - so wie kürzlich im WDR über angeblich Schulden freie Ost-Kommunen und prunkvoll renovierte Altbauten in den Städten - zu wahren Lachkrämpfen. Wer eben die alltäglichen Eiertänze auf den Wegen der sächsischen Metropole vollziehen muss, kann nur im den Kopf schütteln, wenn solche Blindfische aus dem Topf mit journalistischem Einheitsbrei sich aufschwingen, die Solidaritätsabgabe der Städte und Gemeinden abschaffen zu wollen.

Als ich den - immerhin vorhandenen - Fahrradweg an der Kesselsdorfer Straße verließ, um bei dem " Löbtauer Service Center " eine zu reinigende Jacke abzuholen, jagten beim Abstellen und Abschließen des Fahrrads einige Gedanken an längst vergangene Zeiten durch den Kopf.
Was gab es nicht alles für "tolle" Handwerksberufe, damals zu meiner Kindheit / Jugend?
Schuster oder Schuhmacher,Sattler, Schmied....

http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Handwerksberuf

Längst sind davon viele als " ausgestorben " zu bezeichnen. Nicht, weil es Niemanden mehr geben würde, der diese Berufe erlernt, sondern eher, weil diese Gewerke niemand mehr nachfragt. Aufgefressen von der industriellen Fertigung, dem technischen Wandel oder dem wandelnden Zeitgeist.

So schloss ich das High-Tech-Gefährt ab und betrat den Verkaufs - und Fertigungsraum des " Löbtauer Service Center ", das neben einer Reinigungsannahmestelle, einem Schlüsseldienst, auch einen Schuhreparaturdienst anbietet.

Eine nach Erreichen der Rentenaltersgrenze aussehender Mann fragte mich sehr höflich nach meinem Anliegen. Ich legte ihm den zuvor erhaltenen Abgabebeleg vor, der in der handelsüblichen Größe, versehen mit einer Registriernummer und in gelblicher Papierfarbe, eine Woche zuvor mir übergeben wurde. Ich zückte die Geldbörse und wollte gerade die 4,90 € entrichten, als neben mir die Tür aufging und eine ältere Dame den Raum betrat. Nur wenig später öffnete sich die Ladentür erneut. Mit einem lauten " Nun pass'doch mal auf!" schoben sich zwei weitere Personen an den Tresen.

Kaum hatten diese ihre Position eingenommen, blaffte die sichtbar ältere der beiden Frauen erneut los: " Wenn Du nicht guckst, wo Du hin trittst, machst Du mein Arbeitsmittel kaputt!", formulierte die Dame mit adretter Frisur, grell geschminktem Gesicht und einem Modeboutiquen-Outfit. Sie sieht dabei ihre Begleiterin ( ich vermutete, dass es die Tochter gewesen sein könnte ) vorwurfsvoll an. Diese, nicht gekämmte Haare, prolliges Outfit der 80er-Punkjahre in schwarz und Mehrfach-Piercing an den Lippen, Ohren sowie der Nase, grinst.
Ich grinse zurück. Schaue musternd die Grand Dame von oben nach unten laufend an und lasse mich zu der Feststellung hinreißen:
" Bei diesem Hochhaus-Absätzen ist es kein Wunder, dass man das Gleichgewicht verliert!"

Die jüngere Dame grinst jetzt noch breiter. Ich fühle mich in meiner Meinung bestätigt und setzte noch einen weiteren Seitenhieb in Richtung des Möchte-gern-Mutter-Models:
" Bei solchem Arbeitsmittel braucht man einen Waffenschein!" und:
" Beim nächsten Mal ziehe ich mir Schischuhe an und nenne das dann mein Arbeitsmittel!".

Der Mitarbeiter/Inhaber des Geschäfts gibt mir die Jacke über den Tresen und 10 Eurocent zurück. Ich bedanke mich höflich, drehe mich nochmals provozierend zu dem Damenduo um, grinse erneut und verlasse sicheren Fußes das Geschäft.
Beim herausgehen denke ich noch bei mir: " So eine  Tusse! ".
Später, das Fahrrad bereits wieder schiebend, hechtet das dynamische Duo an mir vorbei. Es durchzuckt mich dabei der Gedanke, dass die Plattitüde, wonach der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, wohl auf jene  Damen nicht zutreffen kann.

Als die Fashion-Lady stöckelnd über die DDR-Betonplatten eierte, stellte ich mir zudem die Frage, welche Höhe diese Fußbekleidungsmutation wohl haben würde. Ein Blick in das von Google kredenzte Trefferangebot unter der Eingabe Stöckelschuhe, lässt erkennen, dass es neben den Pumps, den ab den 50er Jahren aus den USA eingeführten Stöckelschuh, auch noch weitere Marterinstrumente zu kaufen gibt.
Die High-Heels sind eine weitere Abart des klassischen Damenschuhs und beginnen ab einer Absatzgröße von 10 cm bis zu 14 cm für Mode bewusste Damen interessant zu werden.
Eine besondere Unterklasse dieser Abart nennt sich dann - ganz amerikanisch, versteht sich - "Skycraper". Der Begriff stammt ursprünglich aus der Hochbautechnik, weil darunter eben die so genannten " Wolkenkratzer" in den USA bezeichnet wurden.


http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6ckelschuh

http://de.wikipedia.org/wiki/High-Heels

http://de.wikipedia.org/wiki/Absatz_%28Schuh%29

Damit aber nicht genug: Die massiven Auswirkungen auf den menschlichen Stützapparat werden durch die Modeindustrie geflissentlich verschwiegen. Neben irreparablen Haltungsschäden beim Dauergebrauch dieser Mordwerkzeuge, kommt - selbstredend- eine signifikante Verkrüppelung der Füße hinzu. Dass die Folge davon eine Gehbehinderung sein wird,dafür interessieren sich weder die verblödeten Modemacher noch die Verantwortlichen aus dem Bereich der industriellen Schuhfertigung in Asien.

Der Schuh als reine, zweckmäßige Fußbekleidung und Schutzmittel gegen die Unbill des Lebens jenseits der beheizten Vier Wände, wird durch jene Pervertierung als dolores Werkzeug einer auf Äußerlichkeiten fixierten Gesellschaft missbraucht und führt dazu, dass der dem geistig unterbelichteten, aber nach Aufmerksamkeit bettelnden Modepüppchen alsbald der Orthopäde mit seinen Folterinstrumentarium den Rest des Lebens vermiesen wird. 

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Abb. Oliver Luma - Wikipedia ( Schuh in Farbe schwarz und rot )
         Otilia Luther - Wikipedia

Montag, 24. Oktober 2011

Tango Korrupti im Austria-Alpen-Ambiente.

                                                                                              (C) WIKIPEDIA

Das Verhältnis der "Dötschen" zu dem Nachbarland "Östreich", ist nicht immer ganz entspannt. Nicht nur, weil sie nach 1932 den Anschluss gesucht haben, ihn um die Schlappohren gehauen bekamen und dafür keine Entnazifizierung über sich ergehen lassen mussten,sonder vor allem, weil die wahren Deutschen mit den verquasteten preußischen Tugenden, wie Amtssprache, Titel-Devotismus und Durchstechereien in Wirtschaft sowie Politik, im Alpenland ein kleines Quentchen ausgeprägter sind, als bei dem Großen Bruder jenseits der Gebirgsmassive.

Deshalb sind unsere kleinen Vettern aus Wien, Linz oder Salzburg auch auf diesem Sektor sehr innovativ. Wenn es um die politische Landschaftspflege geht, die Verteidigung von Privilegien oder die Umsetzung des Prinzips des leistungsfreien Wohlstands auf Staatskosten, steht sich die österreichische Politkaste manchmal sogar selbst im Wege.

Ein exponierter Künstler dieses Genre ist der Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Der von 2000 bis 2007 in der Alpenrepublik sein Unwesen trieb. Im Schlepptau seiner einnehmenden Personalpolitik määnderten einst der "Sunnyboy" Karl-heinz Grasser, vormals Finanzminister und gern gesehener Polit-Tal-Gast im Quatschraum von Sabine Christiansen und anderen BRD-TV-Geistesgrößen sowie auch der Ex-ÖVP-Innenminister Ernst Strasser. Dieses Trio Infernale bediente sich während ihrer Amtszeiten schon bei Zeiten mit üppigen Finanzzuwendungen aus dem Bakschich-Topf der Großkonzerne, wie der österreichischen Telekom.

Aber auch einige SPÖ-Spezies konnten das Naschen am Kuchen nicht lassen. Zu verlockend waren die Beträge, mit denen so manche politische Entscheidung abgekauft worden ist. Weit aus mehr jedoch raubten die Vandalen aus den Reihender FPÖ und ÖVP. Während sie einerseits dem braven Steuerzahler eine Weiße Weste nach außen zeigten, hielten sie hinter dem Frack und beim Weiner Opernball ungeniert die Kralle auf.
Getreu dem Motto: " Jetzt samma am Trog, jetzt fress´ma uns voll", kassierten die Clique um Schüssel und Konsorten ab.

Da die Östereicher immerhin in der Lage sind, den Realzustand in der politischen Sumpfblütenkultur auch noch auf die leichte Schippe zu nehmen und der "Wiener Schmäh" sich auch hier nicht zu schade ist, den Missetätern den Zerrspiegel vor die eigene Visage zu halten, trifft das Lied des Altmeister der gesellschaftskritischen Lieder, Reinhard Fendrich, den Schüssel und sein Gesocks als eine volle Breitseite mitten in den Allerwertesten: 
 
Man weiß es leider nicht genauer

es lag ein Bauherr in einer Sommernacht
auf einem Parkplatz auf der Lauer
und ein Kuvert
das er mitgebracht
Auf einmal sieht man auch zwei Lichter

es knirscht ein dunkelblauer Jaguar

darinnen kalkweise Gesichter

nur der Chauffeur isr aus Nigeria
Man reicht den Umschlag in den Wagen

die herzen schlagen

der Handel ist perfekt
Durch eine großzügige Spende kriegt man am Ende
fast jedes Großprojekt
Plötzlich lacht der Herr Minister

denn es kennt dieses Geknister

und er hat auf seinen Lippen eine kleine Melodie:

Tango Korrupti
wenn einer draufkommt und entpuppt di

nimmst du dir einfach einen Anwalt
der was kann halt -
und bist schwuppti-wupp davon
Auch wenn die Steuerfahndung stöbert

es gibt nichts
was den Blutdruck hebet

denn alles
was ma hab'n
des hamma sowieso scho auf d'Bahamas

Es träumt der alte Polizeirat seit seiner Heirat mit einem Topmodell
von Schuldenbergen
leeren Säcken
an allen Ecken brennt sein Hut
schon hell
Da nähert sich ein Tätowierter
auf einmal spürt er ein paar
Tausender
von hinten in die Hose gleiten
nach allen Seiten huscht sein Blick
umher
Es spricht der Mann in seinem Rücken: Ab heute drücken wir ein Auge
zu

und wenn wir uns arrangieren
kann ich ihnen garantieren -
es gibt noch viel mehr davon!

Tango Korrupti
wenn einer draufkommt und entpuppt di


Es sprach ein fetter Wirtschaftsbonze: Schau'n sie
des Ganze

mein lieber Staatsanwalt
war doch nur eine Bagatelle

so auf die Schnelle
a paar Millionen halt
Ich habe Geld wie Würfelzucker
sie bleib'n ein Schlucker
mit ihrem Staatsgehalt
sie sollten sich einmal was leisten

so wie die meisten
vielleicht an Porsche bald?
Dafür verschwinden ein paar Akten
auch die Fotos mit der Nackten

und dann singen wir gemeinsam eine kleine Melodie:

Tango Korrupti
wenn einer draufkommt und entpuppt di

Tango Korrupti
wenn einer draufkommt und entpuppt di

Sonntag, 23. Oktober 2011

Es - Ich, Ich,Ich....-Über-Ich - nichts.

                                                                               (C) WIKIPEDIA

Ein Essay des Autors, Journalisten und Ex-"Stern"-Chef-Redakteur Michael Jürgs in der Ausgabe 41/2011 des "SPIEGEL" unter dem Titel " Kante statt Kant " über den Verfall der Sitten, beschreibt den Realzustand dieser Gesellschaft im Jahre 11 des 3. Jahrtausend nach Christi.

Hier lässt sich nicht ein subalternder Mahner, ein Beckmesser und Moralapostel zu aktuellen Fragen des Miteinanderumgehens aus, sondern da beschreibt ein Intellektueller die vielen Unzulänglichkeiten, die eine pluralistische Gesellschaft im Zeitalter der weltweiten Vernetzung zu ertragen hat, wenn Regeln, Gebote und Verbote außer Kraft getreten sind.

Anlass für den Jürgen'schen Rundumschlag waren die verbalen Ausfälle des CDU-Mitglieds Pofalla gegen seinen Parteifreund Bosbach. Diese geisterten mehrere Tage durch die Medien. Was Pofalla nicht davon abhielt, das Unschuldslamm zu mimen. Er entschuldigte sich - wohl eher halbherzig und aufgrund des öffentlichen Drucks - bei seinem Kollegen Bosbach, ob seiner verbalen Ausfälle.

So weit, so schön.

Jürgs nimmt die Pöbelattacke des CDUlers nun zur Grundlage, um hierauf ein Abbild des wider der guten Sitten agierenden BRDlers zu formen.
Was er dann exemplarisch für den alltäglichen Wahnsinn auf das bedruckte Papier des Nachrichtenmagazins veröffentlichen lässt, dürfte so zutreffend, wie auch erstaunlich sein:

a) "Pöbel" - Ronald zu CDU-Bosbach: " Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen!"

b) Eine pöbelnder PKW-Fahrer zu einem hupenden PKW-Fahrer, der an dessen in der zweiten Reihe parkenden Blechkübel nicht vorbei kommt:
" Ich geb dir gleich ein in die Fresse, Nervsack!"

c) Ein pöbelnder Erste-Klasse-Bahnreisender im feinem Zwirn, nach dem er von einem Obdachlosen wegen des Kaufs einer Obdachlosenzeitung angesprochen wird:
" Man wird überall von solchem Pack angebettelt!"

Jürgs bedient sich bei der Beschreibung des Pöbel-Michels dessen ureigenster Sprache, der des Proleten. Obwohl das Pöbeln nicht nur die Sache des Prekariats ist.

Er skizziert eine wohl beleibte, gepiercte, mit der U -Bahn fahrende Minderjährige, die in Leggins bekleidet als " fettarschig". Beschreibt dann - schon fast genüsslich -, wie die einen Kaugummi aus dem Mund nimmt, diesen an die Haltestange des Waggons klebt, aus einer geübten Abfolge " Rotz" aus der Nase hoch zieht und anschließend sich zungenküssend ihrem Freund widmet.

Als nächste Person mit einem "proll"-haftigen Verhalten, folgt eine silber ondulierte Trechcoatdame, deren vermeintliche Wohlerzogenheit an den gebildeten gespreizten Fingern, die vom täglichen Teetasse halten im Salon zu stammen scheinen, mit jenem Augenblick angezweifelt werden muss, als sich eben jene grand dame, an einer Menschenschlange vorbei drängt, um das nächst ankommende Taxi für sich kapern, ohne dabei auf die übrigen Wartenden Rücksicht zu nehmen.

Jürgs verteilt in seinem Essay weitere schallende Ohrfeigen, an jene Dauerquasseler am Mobiltelefon, die er schlank weg " Handyterroristen" nennt. Diese Spezies hat einen unbändigen Mitteilungsdrang, den sie immer, irgendwo zwischen Bahnhofsklo und Pizzeria oder auch - sehr beliebt - beim Einkaufen im Supermarkt austobt. Sinnloses Gesülze mittels sinnfreier Sätze zu Themen, die so interessant sind, wie die letzte Wasserstandsmeldung. Dazu ein aufgesetztes Gehabe, dass bei weiblichen Telefonterroristen ins Tussenhafte geht, bei Kerlen etwas von einem gockelhaften Getue an sich hat.

Neben Rüpeln, deren Manieren mit dem Anlassen des Motors ihrer fremd finanzierten Bleckkutsche sich verabschieden oder weil sie als verkappte Vandalen in ihren Off-Roadern den Großstadtdschungel durch pflügen, nennt der Autor auch die seit einigen Jahren eingeschleppte Seuche aus den USA, jeden Weg mit den vier-rädigen PS-Monster absolvieren zu müssen. Besonders die Teilzeit-Hausfrauen, die ihre Brut morgens zum Kindergarten oder in die Schule kutschieren, dort  in der 2. bis 3. Reihe parken, damit kein anderer Verkehrsteilnehmer vorbei fahren kann, sich sabbelnd auf dem Schulhof versammeln und noch pikiert tun, wenn sie höflich gebeten werden, die Straße frei zu geben, hat er ins Visier seiner Kritik genommen.

Jürgs nennt die Gesamtheit dieses Plebsverhaltes " soziale Verwahrlosung ". Diese ist in allen Bevölkerungsgruppen, in allen Schichten und bei beiden Geschlechtern zu beobachten.
Ob diese nun aus der 68er-Bewegung heraus entsprungen sein könnte, die sich als moralisches Gewissen der einstigen Elterngeneration mit dem braunen Grundanstrich verstand und dabei selbst Anstand, Sitte und Moral durch ihr eigenes Leben aufhob oder es zumindest versucht hat, lässt sich hier und heute wohl nicht mehr fest stellen.

Inzwischen sind die viel geschmähten und zu den Hauptsündenböcken auserkorenen, bürgerlichen Ex-Berufsrevolutionäre vielleicht selbst Väter ( in 2. oder 3. Ehe ) und so gar Großväter. Die Generationen nach ihnen haben die einstig gepriesene anti-autoritäre Erziehung längst überlebt und ihre eigenen Unzulänglichkeiten an ihre Kinder weiter gegeben. Dieses sind die heutigen Wohlstandsblagen, die verzogen, verwöhnt und verwaist auf die Menschheit nach 68 los gelassen wurden.

Wenn Jürgs sich dieses Themas in seinem Essay annimmt, dann spannt er einen Bogen von der selbst ernannten politischen Elite, deren Herkunft größtenteils außerhalb des Umfelds der bildungsfernene Schichten, deren gesellschaftlicher Zerrspiegel durch die Privatfernsehlandschaft hoch gehalten wird und zwar in Form der unsäglich banalen Strep-Tease-Sendungen, in denen von Libido-Problemen über Gewichtsproblemen bis hin zu getürkten Gerichtsshows ,so ziemlich alles in die Pfanne gehauen wird, was sich in Quote verbraten lässt und die für die die werberelevante Zielgruppe von 16 bis 49 Jahren, hier den absoluten Vorreiter in Bezug auf originäre Ausdrucksweisen darstellt, die es gilt mit noch blöderen Werbeeinspielungen, den letzten Rest an Hirnmasse abzusaugen.

Jürgs hat Recht, wenn er den Verfall der Sitten in allen Lebensbereichen konstatiert. Dieses ist aber kein separates Erscheinungsbild des 3. Jahrtausend. Es ist eine Folge der zunehmenden Kommerzialisierung unseres Lebens, in dem nur noch Moneten, Statussymbole und der Egoismus zählen.
Der Freud'sche Aufbau der menschlichen Seele lässt sich auch dieses Mal zur Erklärung des klassenlosen Berufspöbelns heran ziehen.
Wenn das "Es " sehr stark ausgeprägt ist, obwohl das soziale Umfeld nur unzureichend gefestigt  erscheint, potenziert sich der Drang, das " Ich " zu stärken und das " Über-Ich " völlig auszublenden.

Der Rückfall in die schlechten Sitten des Mittelalters, wo der Geist eher schwach, das Fleisch jedoch immer willig war, muss dann die zwangsläufige Folge dieser Entwicklung sein.  Dieses Individuum war ständig auf der Suche nach einer Führungsgestalt, einem Führer eben.
Und, er wurde viele Jahre später auch tatsächlich gefunden. Ob nun als König, Kaiser , Ex-Gefreiter.

Was der Autor schlussendlich fordert, nämlich:
" Wichtig wäre es, den Trend zu brechen. Die soziale Verwahrlosung nicht mehr hinzunehmen als Preis der Freiheit. Sonst kümmern sich, getarnt als Bürgerwehr, jene Prolos darum, für die Freiheit nur ein leeres Wort ist. Und deren Fressen wollen wir tatsächlich nicht mehr sehen."

- Zitatende - aus " Michael Jürgs, " Kante statt Kant ", SPIEGEL 41/ 2011, S. 155





      


  
  
  
  
  





  
  
  
  



  
  
  
  
  



  
  
  



  
  
  
  



  
  
  



  
  
  



  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  








      


  
  
  
  
  





  
  
  
  



  
  
  
  
  



  
  
  



  
  
  
  



  
  
  



  
  
  



  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  


  
  
  
  
  
  

Freitag, 21. Oktober 2011

Ein Loch ist im Eimer. Was tun?

                                                                                           (c) WIKIPEDIA

Weil ich heute wieder einmal Großreinemachtag hatte, fiel mir beim Wischen das Lied des Medium Terzett  ein, das da heißt:

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto - Ein Loch!
Verstopf' es, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Verstopf' es, oh Henry, oh Henry - mach's dicht!
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?
Mit Stroh, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit Stroh, oh Henry, oh Henry - mit Stroh
Das Stroh ist zu lang, Karl-Otto, Karl-Otto
Das Stroh ist zu lang, Karl-Otto, zu lang
Dann kürz' es, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann kürz' es, oh Henry - Mensch, hack's ab!
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?
Mit 'ner Axt, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit 'ner Axt, oh Henry, oh Henry, mit 'ner Axt
Die Axt ist zu stumpf, Karl-Otto, Karl-Otto
Die Axt ist zu stumpf, Karl-Otto - zu stumpf
Dann schärf' sie, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann schärf' sie, oh Henry - mach sie scharf!
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?
Mit 'nem Stein, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit 'nem Stein, oh Henry, oh Henry - mit'm Stein
Der Stein ist zu trocken, Karl-Otto, Karl-Otto
Der Stein ist zu trocken, Karl-Otto - zu trocken
Hol' Wasser, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Hol' Wasser, oh Henry, oh Henry - hol' Wasser!
Worin denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Worin denn, Karl-Otto, Karl-Otto, worin?
Im Eimer, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Im Eimer, oh Henry, oh Henry - im Eimer!
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto - ein Loch


Für Henry kann man Liese nehmen.

Eine weitere Variante trug der niederländische Entertainer Rudi carell in den 70er Jahren so vor:

                                                                (c)Gregor Scheer-WIKIPEDIA


Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto - Ein Loch!

Dann stopf' es, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann stopf' es, oh Henry, oh Henry - mach's zu!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit Stroh, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit Stroh, oh Henry, oh Henry - mit Stroh!

Das Stroh ist zu lang, Karl-Otto, Karl-Otto
Das Stroh ist zu lang, Karl-Otto, zulang!

Dann kürz' es, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann kürz' es, oh Henry, oh Henry - mach's kurz!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit 'ner Axt, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit 'ner Axt, oh Henry, oh Henry - hack's ab!

Die Axt ist zu stumpf, Karl-Otto, Karl-Otto
Die Axt ist zu stumpf, Karl-Otto - ganz stumpf!

Dann schärf sie, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann schärf sie, oh Henry - mach sie scharf!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit 'nem Stein, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit 'nem Stein, oh Henry, oh Henry - ein Stein!

Der Stein ist zu trocken, Karl-Otto, Karl-Otto
Der Stein ist zu trocken, Karl-Otto, nicht feucht!

Hol' Wasser, Karl-Otto, oh Henry, oh Henry
Hol' Wasser, Karl-Otto, oh Henry - mach sie nass!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit dem Eimer, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit dem Eimer, oh Henry, oh Henry - der Eimer!

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto - Ein Loch!


Das Original stammt wohl aus dem Bergliederbüchlein, dass ca. um 1700 gedruckt wurde.
Allerdings gibt es auch einige Adaptionen in der englischen Sprache, in der sich der Text so liest:

There's a hole in the bucket, dear Liza, dear Liza,
There's a hole in the bucket, dear Liza, a hole.
Then fix it, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
Then fix it, dear Henry, dear Henry, fix it.
With what shall I fix it, dear Liza, dear Liza?
With what shall I fix it, dear Liza, with what?
With straw, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
With straw, dear Henry, dear Henry, with straw.
The straw is too long, dear Liza, dear Liza,
The straw is too long, dear Liza, too long,
Then cut it, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
Then cut it, dear Henry, dear Henry, cut it.
With what shall I cut it, dear Liza, dear Liza?
With what shall I cut it, dear Liza, with what?
With an axe, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
With an axe, dear Henry, dear Henry, with an axe.
The axe is too dull, dear Liza, dear Liza,
The axe is too dull, dear Liza, too dull.
Then sharpen it, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
Then sharpen it, dear Henry, dear Henry, hone it.
On what shall I sharpen it, dear Liza, dear Liza?
On what shall I sharpen it, dear Liza, on what?
On a stone, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
With a stone, dear Henry, dear Henry, a stone.
The stone is too dry, dear Liza, dear Liza,
The stone is too dry, dear Liza, too dry.
Well wet it, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
Well wet it, dear Henry, dear Henry, wet it.
With what shall I wet it, dear Liza, dear Liza?
With what shall I wet it, dear Liza, with what?
try water, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
try water, dear Henry, dear Henry, water.
In what shall I fetch it, dear Liza, dear Liza?
In what shall I fetch it, dear Liza, in what?
In a bucket, dear Henry, dear Henry, dear Henry,
In a bucket, dear Henry, dear Henry, bucket.
There's a hole in my bucket, dear Liza, dear Liza,
There's a hole in my bucket, dear Liza, a hole.
                                  (c) Joe Marbel-WIKIPEDIA
http://en.wikipedia.org/wiki/There%27s_a_Hole_in_My_Bucket Was hier recht umständlich besungen und musikalisch zum Riesenproblem aufgebauscht wird, erledigt sich heute beinahe von selbst. Wenn der Plasteeimer ein Loch hat, wird er in den Gelben Sack gesteckt, ein Nachfolger für 0,79 Eurocent beim Baumarkt besorgt und danach einfach weiter gewischt; als wäre nichts geschehen. Schöne moderne Welt, eben!

Alles hat einmal ein Ende, auch die Grüne Revolution!

                                                                                                  (c)WIKIPEDIA

Da hat's ihn dahin gerafft, den selbst ernannten Führer der libyschen Revolution, den am19. Juni 1942 in Sirte geborenen Muammar al - Gaddafi oder
Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi 
oder 
Mu’ammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Qaddhafi.

Kaum hat ihn das revolutionäre Volk verbannt, wollte er für das Selbige nicht mehr deren Führer sein.

Oberst a.D. al-Gaddafi gehörte zu den schillerndsten Figuren in der arabischen Welt. Ein Potentat aller erste Güte. Ein knall harter Verfechter eines diktatorischen Kurses,in einem unfreien Land. Ein Despot alter Prägung in immer neuen Phantasieuniformen.

Er beherrschte Libyen mehr als 4 Dekaden lang. Hier hielt er mit seinen undurchsichtigen Handlungen zunächst die Welt in Atem und später die Tür für den Terrorismus, als nun nicht mehr von den Yankees geächteter Staatsmann, eines Schurkenstaates, diese immer noch ein Spalt breit offen. 
Einst mochten ihn die Israelis nicht, dann auch die Amerikaner nicht und einige europäische Länder ebenso wenig.

Später tat er so, als habe ihn die internationale Verfehmdung geläutert. Dafür ließ er ab Frühjahr 2011 die von anderen Staaten eingekauften Waffen gegen das eigene, jetzt für ihn unrevolutionäre Volk einsetzen.
Die  NATO setzte dem Spuk alsbald ein Ende. Auch wenn das Volk des arabischen Landes die NATO nicht ausdrücklich zur Hilfe gerufen hat.

Er starb - so wie es die veröffentlichten Bilder erkennen lassen - wie ein räudiger Hund auf der Straße. Nicht als Multi-Milliardär der heutigen Prägung, in einem seiner Luxusvillen, die er mit viel Geld von westlichen Unternehmen hat erbauen lassen und deren Finanzierung über das im Land geförderte Öl erfolgte. Sein Leichnam wurde eben auch wie ein Stück Vieh auf einen der ungezählten Kleinlastwagen geworfen und abtransportiert. Das revoltierende Volk jubelt. Endlich ist der Tyrann erledigt.

Gadaffi selbst sah sich nie als ein solcher. Er stellte sich eher auf die Stufe mit den ganz Großen dieser Welt. Mit seinem in den Jahren 1975 bis 1979 veröffentlichten "Grünen Buch " hat er versucht, die ideologische Grundlage zu einem Sozialismus islamischer Prägung zu schaffen.

Da liegt es nahe, dass er sich mit den politischen Führern, wie Lenin, Mao oder auch den führenden Köpfen der Französischen Revolution, vergleichen wollte. Seine skurrilen Auftritte in der Öffentlichkeit sind von den Medien immer dankbar aufgenommen worden, um ihn als spinnerten Menschen abzustempeln.
Dass er wohl eher ein durchaus scharfsinniger und intelligenter Despot war, ergab sich bereits daraus, dass er zwar den Luftangriff des einstigen Erzfeindes Israel vor 30 Jahren auf die irakische Atomanlage, verurteilte, sich jedoch nie in einen offenen militärischen Konflikt mit dem Land einließ; dass er zwar wegen der -einst nicht nachgewiesenen- Beteiligungen  seines Landes an den Anschläge von Lockerbie und Berlin, durch die grandios gescheiterte Bombardierung seines Prunkpalastes in Tripolis, die die Kampfjets des US Militärs auf Geheiß des Ex-Cowboys Reagan vornahmen, dann eher gestärkt als geschwächt worden war, tat somit seinen späteren Auftritten vor dem zerstörten Gebäude und als Revolutionsführer in Arbeitskluft auf einem modernen Trecker sitzend und den Acker damit umpflügend, indes eher gut.Als er dazu noch, die beballte Faust zum Revolutionsgruß ballend skandieren ließ: " Wir furzen auf Amerika, wir furzen tausendmal auf Amerika!", war das Gelächter in der Weltöffentlichtkeit groß.


Gadaffi, der Unberechenbare. Gadaffi das Irrlicht im politischen Sumpf dieser Welt. Gadaffi die Hassfigur der Regierenden nach außen, auch wenn diese Lumpen gleichzeitig Waffengeschäfte mit ihm ein gingen.
Auch wenn er, Saddam Hussein und andere Halunken inzwischen abgedankt haben, ist diese Welt kein Deut besser geworden. Dafür sorgen schon jene Oberganoven und Verbrecher in den Vorstandsetagen von Banken und Wirtschaftssyndikaten.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Klaus Günter Karl Nakszyńsi alias Klaus Kinski: Ein begnadeter Rezitator, provokanter Schauspieler und kreativer Chaot.

                                                                                      (c)WIKIPEDIA

Wie sich die Bilder gleichen. Gestern Abend - bevor der BVB 09 Borussia Dortmund von den Fußballer der griechischen Mannschaft Olympiakos Piräus nach allen Regeln der internationalen Ballkunst vorgeführt wurde - flimmerten im Spartenprogramm der Tante ARD, dem Eins Festival - Kanal, zusammen geschusterte Ausschnitte von 40 Jahren TV-Leidenszeit eines Schauspielers, Künstlers und Provokateurs, der - wie nur wenige vor und nach ihm - die Nation entzweit hat, über den Schirm: Klaus Kinski.
Er wurde am 18. 10. 1926 im damaligen Zoppot ( Sopot), Freie Stadt  Danzig (Gdansk) als Klaus Günter Karl Nakszynsi geboren.

Kinski wäre demnach 85 Jahre alt geworden, hätte er nicht bereits am 23.11.1991 das Zeitliche gesegnet. Er starb zurück geschieden in Lagunitas - Forrest Knolls, Marine County in Kalifornien, an Herzversagen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lagunitas

Klaus Kinskis Herz gehörte seit der frühen Jugend dem Schauspiel oder besser, der Schauspielkunst, denn er entwickelte sich als ein wahrer Künstler, wenn es um die Verkörperung von Personen ging, die - neutral bewertet - einen zwielichtigen Charakter vor wiesen.

Kinski war aber auch ein genialer Rezitator.

http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Kinski#Werke

Vor allem aber war Klaus Günther Karl Nakszynsi ein kreativer Chaot.Er übte seinen Beruf nicht nur aus, um Geld zu verdienen, sondern um ihn zu leben. Darin unterschied er sich bereits vor 50 Jahren von der Masse seiner Kolleginnen und Kollegen. 

http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Kinski

Als der ARD-Spartensender die Sequenzen aus den - oft gewollt - provokanten Auftritten von Klaus Kinski in den schon damals existenten Talkshows einspielte und dabei einen Mann versuchte zu beschreiben, der eigentlich vor nichts und niemanden Angst zu haben schien, war es nur die berufliche Seite des Künstlers Kinski. Privat hatte er einen völlig anderen Charakter. Er war eher sanftmütig, so wie es seine drei Kinder schilderten.
Weil sich der Todestag von Klaus Kinski demnächst zum 20. Male jährt, wird das öffentlich rechtliche Fernsehen garantiert einige Konserven aus den Archiven hervor kramen und senden.

Unvergessen waren für mich die Filme, die er zusammen mit Werner Herzog eingespielt hat. Ob nun " Aquirre" oder der " Nosferatu " oder den " Fitzcarraldo " ; sie waren für die damalige Zeit richtungsweisend. Keine einfache Kost, aber dennoch schauspielerisch ein Hingucker.
Unvergessen natürlich auch die Talkshow-Auftritte bei dem einstigen, eher biederen Reinhard Münchenhagen, den er ständig Münchhausen nannte, in der WDR-Sendung " Je später der Abend , einer durchaus niveauvollen Talksendung. Kinski ging - der andere Gast war der Schauspieler und Entertainer Manfred Krug, der mit halb offenen Mund und staunend den Kinski-Auftritt verfolgte - nicht auf eine einzige Frage des sichtlich um Fassung ringenden Gesprächsmoderators Münchenhagen ein, sondern ergoss sich in komplizierten Erklärungen zu seinem Beruf.
Eine weitere, schallende Ohrfeige an das bereits formatierte Fernsehen gab Klaus Kinski der "tussig" moderierenden Alida Gundlach in der NDR-Talkshow im Jahre 1985.

Was der Schauspieler der völlig überforderten 42jährigen, die auf jung getrimmt, mit Sauerkraut-Frisur und grell geschminckt dem Provokateur entgegen tretend, so alles an den Latz gekanllt hatte, lässt sich hier nach lesen:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/geschichte/ntalkgeschichte110.html

Klaus Kinski war nicht der geliebte "Superstar", dafür hatte er beruflich zu viele Ecken und Kanten. Er war ein intellektueller, mehrsprachig auftretender und welt gewandter Vollblut-Schauspieler, wie es einst nur wenige in der BRD gab. Er lag nie im Mainstream und hat dieses auch nie gewollt.
Die breite Masse in ihrem normierten Geschmack und dem manipulierten Lebensinhalten, haben ihn nicht gemocht.
                                                           
                                                                                               (c) WIKIPEDIA
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