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Donnerstag, 29. September 2011

Freddy - Udo - Eddie! 80 - 77 - 70! 50 - 70 - 80!

                                                                                                           (c) WIKIPEDIA


Wenn die Anzahl der runden Geburtstage das halbe Dutzend überschritten hat, wird es für den Exponenten der mediengeilen Selbstdarstellergarde Zeit, ein vorläufiges Resümee zu der bisherigen Lebensleistung zu ziehen. Häufig geschieht dieses, in dem frau/man eine Biografie heraus geben lässt, in der für den sonst an seinem ereignisarmen Leben verzweifelnden Michel, so einige wichtige - sehr oft nur unwichtige - Ereignisse beschrieben werden, die dieser dann mit offenem Mund staunend zur Kenntnis nehmen darf. Wenn in dieser Woche drei Namen aus dem Suppentopf der A bis C - Promiwelt heraus gefischt werden, um von der Medienindustrie in lobhudelnder Weise für ihre bloße Existenz gewürdigt zu werden, dann sind dieses:

a) Freddie Quinn

b) Udo Jürgens

c) Edmund "Eddie" Stoiber.

Der einstige Möchte - gern - Seemann, der assimilierte Hanseat von der Waterkant und Heimatschlagersänger Freddy ist 80 Jahre alt geworden. Lang, lang ist es her, dass er in der Blüte seiner Künstlerkarriere, dem Nachkriegstdeutschen mit schmalzigen Liedern vom Meer, von der Seefahrt und der Gefühlswelt der Seefahrer mittels Vinylscheiben in den vermieften Wohnstuben seine Aufwartung machen durfte.

Freddy Quinn , geboren am 27. 09. 1931 in dem niederösterreichischen Niederflatritz trug eins den Namen  Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl, bürgerlich Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Pet], auch Manfred Quinn). Das war natürlich für eine spätere Künstlerlaufbahn zu kompliziert, so dass er sich hierfür den Namen Freddy Quinn zulegte.Freddy  ist aber auch ein Schauspieler, der zwischen 1954 und  1964 in einer Reihe durchaus erfolgreicher Kinofilmen Hauptrollen spielte sowie zwischen 1956 und 1966 zehn Nummer-eins-Erfolge in der bundesdeutschen Hitliste hatte und zum damals erfolgreichsten Liedinterpreten avancierte.

Nun, das ist einige Jahrzehnte her. Als Freddy sich für eine Berufsausübung im Unterhaltungsgenre entschied, war er bereits in der - damals noch großen, weiten - Welt herum gekommen. es mag an den irischen Genen gelegen haben, dass Quinn sich als Jugendlicher per Autostopp durch Südeuropa und Nordafrika begab, wo er unter anderem auch in einer Fremdenlegion anheuerte, dort die Gitarre erklingen ließ und das Saxophonspielen lernte, in Rom vor US-amerikanischen Besatzungssoldaten Klavier spielte oderin Artistengruppen als Mitakteur auftrat. Freddy, der frühe Kosmopolit?

Nach seiner Sturm - und Drangzeit zog es ihn zurück in den deutschsprachigen Raum. Er versuchte sich im Hamburger Rotlichtmilieu von St.Pauli, wo er in Bars auftrat und dort von dem Regisseur Jürgen Roland und dem Fernseh - und Rundfunkjournalisten Werner Baecke entdeckt wurde. Quinn wurde damit bekannt, erhielt 1954 einen Schallplattenvertrag bei TELEFUNKEN, nach dem ihm POLYDOR zuvor eine Gesangsausbildung finanziert hatte.1956 veröffentlichte er dort seine erste erfolgreiche Single "Heimweh", deren A-Seite " Sie hieß Mary Anne " eine deutschsprachige Adaption des US-Hits " Sixteen tons " ist.
Dass sich die Platte zunächst schlecht verkaufte, von den Rundfunkanstalten meistens ignoriert wurde und durch den schwachköpfigen Moderator des Bayrischen Rundfunks Werner Götze als "Schnulze des Jahres" abqualizfiiert und vor offenem Mikrophon zerbrochen wurde, tat dem späteren Erfolg keinen Abbruch.
Mit "Heimweh" traf Quinn genau den einstigen Zeitgeist, der auf Vergessen, Reisen und heimatlicher Gefühlsduselei in einem Adenauer-Staat, der aus klerikalem Spießertum gepaart mit schichtenspezifischen Obrigkeitswahn und Denunziantentum gegenüber bereits damals Ausgegrenzten basierte.

Freddy´s weitere Schallplatten verkauften sich glänzend und plärrten über ein Jahrzehnt in jeder Musikbox, jedem ÖR-Sender ( einschließlich BR und der CDU-Propagandaanstalt Deutschlandfunk ) oder in jeder Musiktruhe von Schaub-Lorenz, Grundig oder Telefunken. Neben der Sangeskarriere erschien Freddy regelmäßig im Ersten Deutschen Fernsehen als gern gesehener Gast des Mitklatsch - Schunkelorgiensendeformats a´la´"Zum Blauen Bock " oder der Kulenkampff´schen Monstersendung " Einer wird gewinnen ", die damals Traumquoten von 60 bis 80 % einspielen konnten.

Die WiWu-Jahre verflogen, das Erhard´sche "Maßhalten" verfing nicht, denn der Westdeutsche wurde immer dicker, dümmer und bequemer. Der gekaufte Wohlstand wurde mit Hilfe der so genannten "Gastarbeiter" zementiert. Ein satter Bauch denkt bekanntlich nicht gern; insbesondere nicht an die NS-Zeit zurück. Weshalb die Folgegeneration bohrende, unbequeme und freche Fragen stellte, die zunächst mit Ignoranz, dann mit Polizeiprügel und später über Ächtung der eigenen Brut beantwortet wurden. Die " wilden " 60er führten zu einer Veränderung der Mode und des Musikgeschmacks. Freddy´s Stern war am Sinken, obwohl er von den prä-faschistoiden Programmfürsten in den Reihen von ARD und vor allem dem ZDF noch künstlich am Leuchten erhalten wurde. Freddy tingelte - trotz der längst einsetzenden " Beatle "-Mania immer noch durch die TV-Formate. Ein Relikt aus vergangenen Jahren, dass inzwischen subalternd, das Klischee der heilen Spießerwelt in Form von harter Arbeit, stumpfsinnigem Vergnügen via Kino-Fernseh-Rundfunkunterhaltung und heimlichen Barbesuchen auf St.Pauli sowie Italien-Österreich-Spanien-Urlauben in normierten, deutschsprachigem Umfeld verkörpern sollte. Ob er wirklich an die gesellschaftlichen Grundwerte des staatlich oktroyierten und von der Unterhaltungsindustrie glänzend vermarkteten Schlagerflachsinns gegalubt hat, könnte - retrospektiv betrachtet - als zweifelhaft bewertete werden.

Quinn ließ sich zwar als Verfechter bourgeoiser Werte mit dem Hetzlied "Wir", in dem er einen vokalen Rundumschlag gegen die aufmüpfigen, langhaarigen und elterlicherseits hoch subventionierten Ableger des Spießbürgertums ordentlich vom Leder zog, in die entsprechende Ecke drängen, dennoch hat er schon damals ein anderes Gesicht gezeigt, dass er zumindest zeitweise in dem Lied " Hundert Mann und ein Befehl" durchblicken ließ. Dieser Anti-Vietmnam-Krieg-Song verschaffte Freddy Quinn einen höheren Bekanntheitsgrad bei den Angehörigen der Nachkriegsgenerationen und spülte noch einmal viel geld in die Kassen der Firma POLYDOR. Er vermochte aber nicht den Lauf der Zeit anzuhalten.
Freddy Quinn galt längst als mega-out.

Er zog sich zunehmend aus dem aktuellen Unterhaltungsgenre zurück und frönte ab den späten 70er Jahren seiner Leidenschaft, dem Zirkus. Hier war er in der regelmäßigen Sendung " Stars in der Manege " zu bewundern, wo er unter anderem auch Kunststücke auf einem ungesicherten Hochseil präsentierte. In den 80er und 90er Jahren zehrte Quinn vor allem von seinem Namen und der damit verbundenen, von der Krisen geschüttelten Tonträgerindustrie geschürten Nostalgiewelle. Seine Lieder wurden in technisch aufgefrischter Form über Versandhändler zu völlig übersetzten Preisen wieder veröffentlicht; teils als Compiler, teils als Best Of-Sampler. Diese Masche spülte noch ordentlich Geld in seine Kasse.
Was ihn wohl veranlasste gegenüber dem Hamburger Finanzamt in dem Zeitraum von 1998 bis 2002 wissentlich falsche Angaben zu machen und zu erkären, dass in jenem Zeitraum sein Hauptwohnsitz in der Schweiz gewesen wäre. Ähnlich, wie bei dem Naivling Boris Becker, ging dieses in die Hose. Quinn wurde 1994 von dem Landgericht Hamburg wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung in der Größenordnung von 900.000,-- € zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Geldbuße von 150.000,-- € verurteilt. Das Urteil nahm der Geständige und Reumütige an, der seit dem als vorbestraft gilt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Freddy_Quinn

Nun ist er 80 Jahre alt geworden. Über sein Familienleben hat der wissbegierige Latrintenpresseleser nur wenig erfahren können. Das ist gut so, denn den Spekulationen, Quinn sei homsexuell, wurde durch die spätere Bekanntgabe, dass Freddy seit den 50er Jahren mit Lilli Blessmann liiert war, damit endgültig der Boden entzogen.


                                                    (c) "Steindie(falk)-WIKIPEDIA

In der Mitte des Triumhirats liegt ebenfalls ein gebürtiger Österreicher. Udo Jürgens hat, wenn auch auf anderem Wege, in der BRD der 60er Jahre den Weg für seine spätere Künstlerkarriere geebnet. Jürgens, eigentlichJürgen Udo Bockelmann, wurde am 30.09.1934 in Klagenfurt geboren. Er stammt aus einem bürgerlich - intellektuellen Familienumfeld; lernte jedoch schon bald mit dem Hang zur Musik umzugehen und brachte sich deshalb das Klavier spielen selbst bei.
In den 60er und 70er Jahren plazierte er eine Vielzahl von Titeln in den Hitparaden, startete erfolgreiche Tourneen durch Europa und erhielt eine Reihe von Auszeichnungen für seine Tätigkeit als Chanson -und Schlagersänger.
Jürgens´Texte sind - im Vergelich zu anderen Interpreten in diesem Genre - nicht schmalzig, schwulstig oder abgedroschen. Sein sozial-kritischer Touch durchzieht diese Titel beinahe ausnahmslos. Jürgens bemüht sich deshalb eher, dem gemeinen Volk auf´s Maul zu schauen, statt diesem eine heile Welt und intakte Gesellschaft vorzugaukeln. Er antichambriert nicht und ist dennoch erfolgreich.
Womit sein gelebtes Engagement für eine humanere Gesellschaft nicht im Widerspruch zu seiner künstlerischen Seite steht. Das er auf privater Ebene nicht als Frauen-Kostverächter gegolten hat, kann dennoch nicht unerwähnt bleiben. Nun, ja, Gelegenheit macht Liebe!
 
http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_J%C3%BCrgens

Udo Jürgens wird morgen 77, weshalb die alte Tante ARD ihm einen Themenabend widmet. Er hat ihn sich verdient.

Das lässt sich von dem bajuwarischen Sprachapolegeten Edmund " Eddie " Stoiber nicht sagen. Seine Verdienste für die Gesellschaft in diesem, unserem Lande sind eher als sehr bescheiden zu nennen. Eddie ist ein Schreibtischtäter mit dem Hang, auch noch Marginalien aus dem alltäglichen Lebenswahnsinn zu verakten.
Eddie wurde am 28.09. 1941 in dem oberbayrischen Nest Oberaudorf geboren. Er besuchte später das Gymnasium in Rosenheim, drehte dort eine Ehrenrunde und begann nach dem Wehrdienst das Studium der Politik - und Rechtswissenschaften inMünchen. Hierpromovierte er 1971 zum Dr. jur und startete danach eine parteipolitische Laufbahn bei der allgegenwärtigen Mutter CSU, dessen Übervater Franz Josef Strauß ihn bald in sein Kabinett holte.
Eddie wurde1978 deren Generalsekretär, danach stellvertretender Vorsitzender, später Vorsitzender dieser Partei. 2002 trat er gegen den amtierenden Bundeskanzler Gerhard Schröder bei der Bundestagswahl an. Er sah zunächst wie der sichere Sieger aus, ließ sich bereits in Bayern euphorisch feiern, gab den Medien großspurige Interviews und unterlag Schröder nur knapp mit 6.000 Stimmen, obwohl er in dem Freistaat Bayern in manchen Wahlbezirken Traumergebnisse von mehr als 70% erzielen konnte.


                                                                                                       (C)Harald Bischoff-WIKIPEDIA

Nach seiner Niederlage musste er auch in der CSU sukzessive die Parteiämter abgeben. Seit 2007 ist er  in der EU als Leiter der Kommission für den Bürokratieabbau tätig. Ferner fungiert Stoiber als Kurator des Vereins Neue Soziale Marktwirtschaft und its Mitglied des Verwaltungsrats des FC Bayern München - ein echter Bayer eben!

Nun ist Eddie gestern 70 geoworden. Der Brillenträger mit seinen schloweißen Haaren und dem unüberhörbaren Akzent hat so viele Dinge im Leben hinter sich gebracht. Neben dem steilen Parteiaufstieg, der Ernennung zum Kanzlerkandidaten und der späteren Demontage bleibt er als Stotter-"Eddie" vielen politisch Interessierten in sehr guter Erinnerung. Verhaspel-"Eddie" brachte es bisher - wie kein zweiter Bayer vor ihm - auf so manchen Brüller, der von den Medien und der Öffentlichkeit weidlich ausgebreitet wurde.
Hier einige Kostenproben:

Anläßlich einer Wahlkampfrede in Schwandorf stellte "old Eddie " fest:

„Wenn es überall so wäre wie in Bayern, hätten wir überhaupt keine Probleme. Nur, meine Damen und Herren, wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern.“

Bei der Bekanntgabe der Hochrechnungen zur BT-Wahl 2002 meinte Stoiberli:

„Ich will noch kein Glas Champagner öffnen.“

Zu seinem Familienleben und den sonstigen Vorlieben gab er selbstsicher bekannt:

„Wenn ich mal da eine halbe Stunde, eine Stunde oder zwei Stunden am Sonntag im Garten sitz’, und es ist einigermaßen gutes Wetter, da tanke ich Kraft, und ich hab’s mir angewöhnt, dass ich jeden Tag in der Früh’ in den Garten schau und vielleicht eine Blume hinrichte, oder, äh, oder aufrichte, ja, und a bissel mähen tu ich und ansonsten sag ich meiner Frau, was ich alles tun würde, und dann macht sie es beziehungsweise mit dem Gärtner zusammen.“

Die Überklopper sind aber " 10 Minuten " - Transrapid und " Die gludernde Lot ":

Stoiber und der Transrapid

http://www.spiegel.de/flash/0,,14504,00.html
Und da es so schön ist hier noch mehr vom Problembär Stoibär:
http://www.rushme.de/stoiber-stilblueten/

Na, denn, meine Herren: Herzlichen Glückwunsch!!!

Mittwoch, 28. September 2011

Rosenheim Klopps

                                                                                  (c) G. Piezinger-WIKIPEDIA

Die Meldung, dass der Leiter einer Polizeiinspektion im bayrischen Rosenheim vom Dienst beurlaubt worden ist, geisterte bereits vor einigen Tagen durch die Nachrichtensendungen. Heute wurde Butter bei die Fische gelegt und die wahren Gründe für diese Maßnahme konnten die Rezipienten erfahren, dass gegen den Dienststellenleiter strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt laufen. Ihm wird vorgeworfen, einen 15jährigen Jugendlichen auf der Dienststelle mißhandelt zu haben.


http://wwwbehoerdenstressde.blogspot.com/2011/09/news-polizei-skandal-in-bayern-15.html

Was sich zunächst wie eine alltägliche Meldung aus der Rubrik "Behördenwillkür" liest, hat beim näheren Hinsehen in diesem Fall sogar Methode. Die benannte Polizeiinspektion ist bereits einige Male wegen vermeintlicher, unangemessener Vorgehensweisen gegenüber Bürgern in die Kritik geraten.Gegen einschreitende Polizeibeamte dieser Dienststelle wurden zuvor Anzeigen wegen des Verdachts der Körperverletzung gestellt. Die Ermittlungsverfahren schlug die Staatsanwaltschaft allerdings nieder.

Wie so oft in ähnlich gelagerten Fällen zeigen sich die Staatsanwaltschaften hier als äußerst zurückhaltend, wenn es um Ermittlungen wegen angeblicher Dienstvergehen von Polizeibematen geht. Wohl auch deshalb, weil diese ja die Hilfskräfte der Staatsanwaltschaften bei der Aufklärung von Straftaten sind.
Da in jedem Fall eine so genannte Fürsorgepflicht besteht, lassen sich Dienststellenleiter eher selten und wenn, dann nur in gravierenden Fällen dazu herab, eigene Beamte ans Messer zu liefern. Immerhin werden die Ermittlungen im Rosenheimer Fall durch die Sonderbehörde in München geführt. Das ist gut so, denn sonst käme sehr schnell der Verdacht des Handelns nach dem Krähenprinzip auf.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/rosenheim-polizist-unter-pruegelverdacht-1.1148001

Wie dem auch sei: Sollten sich die Vorwürfe gegen den Inspektionsleiter erhärten, droht diesem nicht nur ein Strafverfahren sondern er muss auch mit disziplinarischen Sanktionen rechnen, die dann noch einschneidender sein können. Mag sein, dass sich der beschuldigte Beamte als Exponent der ZDF-Serie " Rosenheim Cops " gesehen hat, deren Realitätsferne am Dienstalltag bereits nach wenigen Minuten für den Zuschauer auf der Hand liegen dürfte. Rasen, prügeln, schießen - im Namen des Gesetzes? 
 

Krupsky gegen den Rest der Finanzwelt.

                                                                        (c) David Shankborne-WIKIPEDIA
Der Bundesgerichtshof - bei uns Juristen nur kurz und bündig BGH benannt - ist die höchste Instanz der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Zwar gibt es in der bundesdeutschen Justizverwaltung keine unordentliche, aber der höchste Spruchkörper in sonstigen Streitsachen nennt sich dann eben anders. Der BGH also hat gestern über die Zivilklagen von zwei Kunden der Hamburger Sparkasse im Revisionsverfahren zu entscheiden gehabt.

Als vor 3 Jahren die einstigen Spekulationsexperten der Lehman Brothers Bank aufgrund der weltweiten und von den Banken verursachten Finanzkrise krachend zusammenbrachen, verloren - quasi über Nacht - einige zehntausend Anleger ihre Einlagen. Das über ein hoch kompliziertes und gewollt undurchsichtiges Geflecht von Beteiligungen wurde binnen eines kurzen Zeitraums in der Luft zerfetzt. Die Spekulationsblase zerplatzte mit einem lauten flavus.

Was blieb waren frustrierte Geprellte, arbeitslose Banker und die politische Erkenntnis, dass auf dem Erdball auch wirklich Alles - bis auf die Bockwurst - ein Ende hat. Eine gigantische Unterstützungsaktion der kapitalistischen Staaten von Amerika, jener der EU und auch sonstiger auf Profit bauender Nationalökonomien wurde initiiert. Das Zauberwort hieß hier "Rettungsschirm". Damit sollen die als wirtschaftlich bedeutsam geltenden Geldinstitute vor einer Folgepleite bewahrt werden.
Dieses gelang zum größten Teil bei den gekenterten Flaggschiffen in der BRD. Auch die USA gewährten mittels gigantischer Summen dem Bankensektor staatliche Finazhilfen.

Die Lehman Brothers Inc. in New York, neben Bears Steans, Fanny Mae und  Freddie Mac gehörten nicht dazu. Sie gingen krachend in die Insolvenz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lehman_Brothers

Als dieses im September 2008 zu den hektischen Reaktionen an den Weltbörsen führte, sämtliche Notierungen von Aktienwerte in den Keller rauschten, schien sich förmlich die Frage aufzudrängen: " Wie konnte dieses nur passieren?"

Nur 1 Jahr danach konnte jeder Betroffene eben jene Frage selbst beantworten: " Durch Betrügereien und Gier!"

Was dann folgte waren ungezählte Prozesse von angeblich geprellten Anlegern gegen die Initiatoren dieser exorbitanten Geldvernichtungsmaschinerie. So auch in Deutschland. Auch hier formierten sich ganze Heerscharen an brotlosen Rechtsinterpretationskünstlern, um dem vermeintlich verarschten Bankkunden das durch Beschiß verlorene Geld zurückzuholen. Manche Verfahren verliefen bereits in der ersten Instanz im Sande, weil den Klägern das Geld und die Puste ausgingen. Einige durften zumindest einen Teilbetrag - ohne Präjudiz und aus Kulanzgründen versteht sich - erstattet bekommen haben, weil sich die Bank nicht mit einem "guten" Kunden anlegen wollte, wenn dieser mit Geldabzug und Geschäftseinstellung drohte. Ein weiterer Grund für einen außergerichtlichen Vergleich lag wohl darin, dass es sich um "Schwarzgeld" handelte. Womit beide Seiten einen trifftigen Grund sahen, sich schiedlich friedlich im stillen Hinterzimmer der Filiale zu einigen.

Dennoch verblieb eine erklecklich Anzahl an Streitwütigen, die der einstigen Hausbank die Zähne zeigen wollen. Hierzu gehören auch die Eheleute Krupsky und Kuchs-Krupsky aus Hamburg. Sie hatten durch die HASPA ( Hamburger Sparkasse) vor der Lehman-Pleite ein Anlageangebot erhalten, dass der dortige Berater ihnen im Rahmen einer Rentenfondseinlage von 10.000,-- € schmackhaft machte. Als Lehman krachen ging, war dieses Geld futsch, die HASPA um die erhobenen Gebühren, Spesen und sonstigen Gedöns für ihre Falschberatung allerdings reicher.

Dererlei Ungemach mochten Bernd Krupsky und brigitte Kuchs-Krupsky nicht hinnehmen und klagten über eine Rechtsanwaltskanzlei vor dem Landgericht Hamburg. Das entschied 2009 zunächst zugunsten der Eheleute und verurteilte die HASPA zur Zahlung von Schadenersatz wegen eben einer Falschberatung.

Unter den weiteren Geprellten, deren Bevöllmächtigten und sonstiegn Kämpfern brach am 23.06.2009 ob jenes Urteils aus Hamburg ein Jubelsturm los.




http://lehmanschaden.19.forumer.com/a/urteil-in-hh-fall-krupsky-gegen-haspa-gewonnen_post2103.html

Der verebbte alsbald, denn die HASPA legte gegen das LG-Urteil - wie auch nicht anders zu erwarten - Berufung ein.
Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg entschied daraufhin zugunsten der HASPA und ließ - wegen der Bedeutung der Rechtssache - die Revision beim BGH zu.

Seitdem ist viel Wasser die Elbe und Alster herunter geflossen. Um so gespannter waren die Anwesenden am gestrigen Tag, als nämlich der so genannte Bankensenat des BGH in Karlsruhe zur mündlichen Verhandlung über die von Frau Kuchs-Krupsky nunmehr allein geführte ( ihr Mann war inzwischen verstorben ) Revision lud. Viele der Beobachter und der Fachleute sahen in der BGH-Entscheidung einen Fingerzeig zu künftigen Verfahren.
Was dann kam, liest sich heute so:

" Der BGH hatte gestern die Schadenersatzklagen von zwei Kunden der Hamburger Sparkasse zurückgewiesen. Sie hatten mit Lehman-Papieren jeweils 10 000 Euro verloren. Die Sparkasse habe beim Verkauf der Papiere ihre Beratungspflichten nicht verletzt (Az.: XI ZR 178/10 und XI ZR 182/10)."

- Zitatende aus Hamburger Abendblatt vom 28.09.2011 -

http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2041603/Richter-geben-Haspa-auf-ganzer-Linie-recht.html

Die Enttäuschung war vielen Anwesenden förmlich in das Gesicht gemeiselt. Auch wenn der Vorsitzende des XI. Senats betonte, dass diese Entscheidung eben nicht richtungsweisend für andere - ebenfalls noch beim BGH rechtshängige - Fälle zu sehen wäre, verbleibt ein bittere Beigeschmack. Denn der HASPA ist attestiert worden, dass ihr Mitarbeiter, der sich als Berater aufgeschwungen hat, nicht mit offenen Karten gespielt hat, aber dennoch darin kein Bankenverschulden in Form einer Falschberatung zu sehen ist.
Sei's drum. Die Schlacht geht weiter. In den kommenden Monaten und Jahren werden weitere BGH-Entscheidungen folgen, die sogar zugunsten der geprellten Kunden ausgehen könnten.

Ob sich damit das unredliche Geschäftsgebaren der Finanzwelt ändern wird, muss indes bezweifelt werden. Zu hoch ist der Druck, der täglich auf die Bankenmitarbeiter ausgeübt wird, deren Leitlinie der Verkauf von sinnigen aber überwiegend unsinnigen Produkten ist. Zu groß ist die Verlockung der Exponenten der geldgeilen Gesellschaft, ihrer latent vorhandenen Gier durch Kauf eben dieser diffusen und schwachsinnigen Angebote freien Lauf geben zu können.
Was am Ende verbleibt, sind trotz oder gerade wegen dieser Abläufe und der anschließenden Prozesse nur Verlierer.

Dienstag, 27. September 2011

Taxi bis vor die Schultür!



Der pure Zufall wollte es, dass ich heute Morgen Tatzeuge des täglichen Wahnsinns vor den Schulgebäuden dieses, unseres Landes werden konnte. Auf der Rückfahrt von unserem nicht ausgelasteten Flughafen, habe ich die A 4 bis Dresden- Nord und die Abfahrt der A 17 in Dresden-Gorbitz gewählt, um so über Pesterwitz zurückzugelangen. Nun, das Örtchen Pesterwitz ist beschaulich. Denn es liegt an der Peripherie der Landeshauptstadt.
Dem Besucher oder Durchfahrenden fallen sofort wunderbar ausgebaute Fußwege und geleckte Grundstücke mit kurz geschorenem Englischen Rasen und Einheitsbepflanzung auf gemulchtem Untergrund auf. Provinz eben, vor den Toren einer Großstadt.

Tja, und so führte mein Rückweg mich auch an ein Schulgebäude vorbei, das visavis zu einer Gärtnerei liegt. Kaum dass ich in Richtung Schule abbog, erkannte ich sofort, dass ab jetzt Schritttempo angesagt ist. Links und rechts auf der Straße parkte Blech an Blech, Schüssel an Schüssel, Schloren an Schloren. Blank gewienert,Bank finanziert und kaum älter als 2 bis 3 Jahre. Wer es nicht glauben möchte, dass es dem Bundesmichel trotz der einstigen Finanz - und heutigen Schuldenkrise gut geht, der erhält beim Anblick dieser Statussymbole genau den Beleg hierfür.

So quälte ich mich denn mühsam und mit angestrengtem Blick auf das Geschehen jenseits der beiden Straßenseiten durch das Autospalier. Immerhin hätte es sein können, dass plötzlich und unerwartet eines der verzogenen McDoof - Schulkinder auf die Fahrbahn tritt. Dennoch gelang es mir, einen kurzen Blick auf das Treiben, dass linksseitig der Straße stattfand. Das Schulhofsgelände war mit Blechkisten zum Bersten gefüllt. Teilweise standen die PS-Monstren bis an die Eingangstür. Während ich meine Fahrt langsam fortsetzte, kamen Erinnerungen an eine Schilderung einer Nachbarin aus Heeßen, die eben jenes Geschiße jeden Morgen von Montag bis Freitag während der Schulzeit hautnah miterlebt.

Als sie dann zu einem Arztbesuch ihre eigene Karosse aus der Garage fahren wollte, war ihre Ausfahrt von über besorgten Elternteilen ( meistens Müttern) zugeparkt. Die verbotswidrig abgestellten Kisten hatten allerdings keinen Fahrer mehr. In ihrer Sorge, den Termin nicht einhalten zu können, begab sie sich auf das Schulhofsgelände, wo eine Traube gackernder Mütter stand, die sich allenfalls über die neuen Schuhe, die Frisörpreise und die Öffnungszeiten des Nagelstudios unterhielten. Nebenbei wurde auch mit dem Urlaub auf Teneriffa in diesem Jahr geprotzt und dabei das Bedauern über den miesen Sommer, dem man/frau entflohen sei, zum Ausdruck gebracht und dabei ein Quäntchen Mitgefühl für die Daheimgebliebenen geheuchelt.

Bei derart hoch geistigem Gesprächsstoff, wirkt die profane Frage, wer denn zu den falsch parkenden Blechschüsseln gehöre, wie ein Tritt in gleich mehrere Fettnäpfchen. So war es wenig überraschend, dass aus der Runde der small-talkenden Mastgänse sofort die Gegenfrage nach dem Wieso und Warum kam. Wieso die "Alte" das nun wissen wolle? Warum es denn so verwerflich sei, wenn frau das blitzende PS-Monstrum direkt in dem - auch noch frei zugänglichen - Grundstückseinfahrtsbereich abgestellt habe? Bei derart großem Verständnis für die dann geschilderten Belange, der unter Termindruck stehenden Eigentümerin, ließen sich die betroffenen Falschparkerinnen zu der edelmütigen Geste herab, die alsbaldige Weiterfahrt in Aussicht zu stellen.

Endlich, nach weiteren, quälenden Minuten trollten sich die drei Damen vom Schulhof und ließen ihre rollenden Wohnzimmer an, um mit 60 in der 30er-Zone von dannen zu jagen. "Geschafft!", sagte sich die Nachbarin und  sann nach Abhilfe, denn die Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, dass die selbstdarstellerischen Geschäftsführerinnen der Ein-Kind-Haushaltserwaltungs - und Fertiggerichtsverwertungs Gesellschaft bürgerlichen Rechts punktgenau am morgigen Tag wieder erscheinen würden. Der Ruf nach der längst in das über 50 Kilometer weit ausgelagerte Polizeirevier in Nienburg an der Weser erfolgte dann nach dem Arztbesuch.
Hier wurde der drangsalierten Eigentümerin nicht nur Verständnis entgegen gebracht, denn die Damen und Herren der Schicht seinen eben für mehr zuständig, als nur die Kontrolle über den ruhenden Verkehr auszuüben.

Am folgenden Morgen stand dennoch - auf nicht wundersame Weise - ein gleichfalls blitz - blank geputztes Fahrzeug der niedersächsischen Vertreter aus dem Genre " Dein Freund und Helfer ", ordnungsgemäß an der rechten Straßenseite abgestellt, in dem zwei Uniformierte dem schon bald einsetzenden Verkehrsnotstand durch den familiären Bringdienst hervor gerufen, entgegen fieberten. Doch, statt der erhofften Einnahmen mittels Knöllchenvergabe wegen festgestellter Wildparkerei, gab es eine bislang nie gekannte Disziplin beim Parken der motoriserten Protzsymbole. Artig, ohne Murren und -als habe die Fahrschule erst gerade begonnen - wurden die glänzenden Heiligtümer abgestellt. Mit aufgesetzter Besorgnis begleiteten die over dressten Fleischberge und Hungerhaken aus der Kategorie Anwärterin für den Klumpśchen Model-Gulag ihre schwer beladenen Prototypen der Rund-um-wohlbehütet-Generation mit eingebauter Tendenz zur Unerzogenheit bis vor die Schuleingangstür. Ein gespieltes Abschiedsritual inklusive, wird das Objekt der selbst auferlegten und so gelebten Selbstverwirklichungsmanie in den grauen Grundschulalltag entlassen.  

Zurück bleibt eine erleichterte Haushalts-Managerin, nicht wissend, dass die in den Sprößling hinein interpretierten Wahnvostellungen, dieser möge es später einmal besser haben als sie es in den 70er bis 80er Jahren selbst erlebt zu haben vorgibt, bereits dann an die Grenzen des Wachstums geraten, wenn die - wissenschaftlich nicht schlüssig dargelegte - Behauptung der angeborenen Intelligenz bereits die 50%-Marke erreicht hat und die Hoffnungen auf ein höheres Einkommen in einem bürgerlichen Beruf sich damit verflüchtigt, womit nur noch die Karriere in einer der Prekariats-TV-Formate verbleibt, Und während ich meine Schleichfahrt beendet hatte, das bundesdeutscher Autofahrer entnommene Grundrecht der freien Fahrt für freie Bürger wieder ausspielen durfte, kreisten meine Gedanken kurz um meine eigene Schulzeit.
Hach, was waren das für simple Funktionsdeterminanten, die vor und nach der Schule - im Wege der Umsetzung der Adenauerśchen Steinzeitpädagogik - uns eingebläut waren.
Losgelöst von dem Gedanken, dass bereits damals Alle vor dem Lieben Gott gleich waren, nur Einige eben gleicher, weil reicher, trotteten wir den Tornister auf dem geraden Rücken geschnallt, auf Schusterś Rappen gen Aue und Volksschule; ein Liedchen trällernd und die Gewissheit habend, dass wir uns nach den 6 Stunden Unterricht genauso bepackt wieder auf den Rückweg zu begeben hatten. Vom Taxi war nichts zu sehen.    

Montag, 26. September 2011

Die Geschichte vom CD-Spieler, der eigentlich gar keiner sein wollte.

                                                                                                                        (c)Norbert Schnitzler-WIKIPEDIA
Als eiserner Verfechter der Musikkultur der 60er und 70er Jahre gehöre ich natürlich auch zu den Vinyl-Fans. Das heißt aber nicht, dass ich für technische Neuerungen auf dem Gebiet der Musikwiedergabe unaufgeschlossen bin. Meine Präferenzen liegen da eher im nostalgischen Bereich; denn in der Verteufelung dieser Veränderungen im Sinne der Maschinenstürmer-Philosophie.
So ist mir noch sehr gut in Erinnerung, als zu Beginn der 80er Jahre eine andere, ja sogar als revolutionär zu bezeichnende Aufnahme - und Abspieltechnik den damals noch westdeutschen Markt erreichte, die dann zu einem Sturmlauf auf die Konsum offenen BRD-Haushalte ansetzte, um diese im Handumdrehen zu erobern.

Als Mitte der 60er Jahre die Musikaufnahmetechniken komplizierten wurden, viele Rock - und Popgruppen sich dabei gleich jener elektronischen Hilfsmittel bedienten, die sowohl in den Studios als auch später auf den Bühnen zum Einsatz kamen, veränderte sich parallel hierzu auch das Angebot an Abspielgeräten. Aus den schweren und schwerfälligen Plattenspielern ( besser: Plattenhobeln ) wurden im Verlaufe der nächsten 1,5 Dekaden leichte, flache und mit futuristischen Design versehene Abspielgeräte, die dann zwar zunehmend kostspieliger wurden, jedoch über ihre ausgefeilten Techniken die höheren Preise zu kompensieren versuchten.

Hinzu kam eine sich sukzessive auf dem europäischen und demnach auf BRD-Markt etablierende Konkurrenz aus Fernost; überwiegend aus Japan und später Korea. Der ökonomische Druck auf die einheimischen Hersteller von Phonogeräten wuchs von Jahr zu Jahr. Schon bald gab es eine unübersehbare Anzahl von Herstellern, deren Namen zwar englisch klangen, deren Fabriken jedoch im Land der aufgehenden Sonne standen. Ob nun Sony, Technics oder Marantz, sie alle produzierten ihre, mit ständigen Neuerungen versehenen Phonoprodukte in Japan. Das Land katapultierte sich schon bald in die Top Ten der Weltmarktführer und wurde einige Jahre später zur Nummer Eins.

Mit der zunehmenden Konkurrenzsituation waren viele der BRD-Hersteller überfordert und verschwanden vom Markt. Entweder wurden sie von den größeren Anbietern aufgekauft oder sie mussten Konkurs anmelden. So vollzog sich eine Konzentrierung auf einige, wenige Produzenten.

Die große Nachfrage an Tonträgern und Phonogeräten führte aber auch dazu, dass die Vinylscheibe bald an ihre Herstellungskapazitäten gelangte, obwohl immer mehr Plattenfirmen wie Pilze aus dem Boden schossen und den Markt überschwemmten. Dieser wiederum atomisierte sich durch die unterschiedlichen Musikrichtungen und eine gigantische Zahl an Interpreten. Auch den Herstellungsmethoden waren alsbald Grenzen gesetzt, da die Plattenproduktion nicht nur Rohstoff - und Material intensiv war, sondern auch kostspielig. Die Industrie sinnte nach einer Alternative.

Die kam in den letzten Jahren der 70er. Zunächst in den Laboratorien und Technikabteilungen der Phonogerätegiganten getestet, dann zu Beginn der 80er Jahre als Serie auf den Markt gebracht: Der Compact - Discplayer, der CD-Spieler.

Zugegeben, ich hatte nicht das genaue Datum auf der Pfanne, zu dem die ersten, serienmäßig hergestellten CD-Spieler in der BRD angeboten wurden, aber hierfür gibt es ja das Internet und das Online-Lexikon "WIKIPEDIA", wo folgendes zu lesen ist:     

http://de.wikipedia.org/wiki/CD-Spieler
http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Disc

http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,500313,00.html

Wie überall in der Gesellschaft, entbrannte sofort ein heftiges Hauen und Stechen um Marktanteile. Mit der neuen Technik ließen sich nämlich schon bald astronomische Umsätze erzielen und gigantische Profite einfahren. Die Phonoindustrie stürzte sich auf die neue Aufnahme - und Abspieltechnik. Für den staunenden Konsumenten führte diese zu dem positiven Nebeneffekt, dass sie zunächst sündhaft teueren Abspielgeräte, deren Einstandpreis einst bei 2.000 Deutsche Markt lag und die dazu gehörenden Silberlinge, die bei 50,-- Deutsche Markt je Einzel-CD angeboten wurden, dem Preisverfall unterlegen waren.

Wenige Jahre nach dem die Abpielgeräte, die einst die Größe eines Handreisekoffers hatten, immer kleiner und günstiger im Preis wurden, konnte der Interessent eine solche Wunderbox für unter 1.000,-- Deutsche Mark erwerben.
Die 80er Jahre vergingen und mit ihnen erklärte der einstige Tonträgerkonkurrent, die Vinylscheibe, ihren Abgesang auf dem Markt. Die großen Hersteller beschlossen die Beendigung der Produktion und konzentrierten sich zunehmend auf die CD. Diese begegnete dem Musikfreund bald in nahezu sämtlichen Verkaufstempeln: ob nun Musikfachgeschäft, Discounter oder den riesigen Einkaufshallen auf der grünen Wiese vor den Städten, sie alle boten Compact Discs an.

Der postive Nebeneffekt für den kaufhungrigen Kunden blieb dabei nicht aus: ein Silberling kostete nun nicht mehr 50,-- sondern nur noch 5,-- Deutsche Mark. Auch wenn damit ein Tsunami an Angeboten auf den Konsumenten erzeugt wurde, denn sämtliche Vinylalben wurden danach als CD auf den Markt geworfen, für den Musikfreund herrschten viele Jahre paradiesische Zustände. Er konnte nach Herzenslust in den Auslagen wühlen und dabei so manches Schnäppchen machen.

Auch die CD-Player verfielen im Preis. Relativ gute Geräte konnte der Konsumhungrige schon bald ab 200,-- Deutsche Mark erwerben.

Als großer Skeptiker dieser neuen Abspieltechnik verweigerte ich mich beinahe 10 Jahre diesem modernen Medium, ehe ich dann zu Beginn der 90er Jahre bei " Ratio " in Bremen-Stuhr einen Philips CD -Spieler für sage und schreibe 199,-- Deutsche Mark erwarb, der noch heute seine Dienst in dem Musikzimmer verrichtet. Sicherlich, die Technik ist einfach, die Funktionselemente sind überschaubar und die in dem Musiklabor gemessenen technischen Werte gehören nicht zu den überragenden; dennoch: der Philips spielt und spielt und spielt.....

So erinnere ich mich auch noch an den Disput zwischen meinem Bekannten aus Wuppertal, der - wie sollte es als verzogenes Einzelkind auf nicht anders sein - sich von seinem Geld, das er gesparte hatte, weil er noch mit Mitte Zwanzig bei Mutti wohnte und einem elterlichen zuschuß eines der Erstgeräte für knapp 2.000,-- Deutsche Mark kaufte und mit mir darüber stritt, dass die Aufnahmetechnik besser sei, obwohl es kaum CDs zu kaufen gab.

Zirka 3 Dekaden danach bleibt für mich  als Musikfetischist festzuhalten, dass er rein technisch betrachtet im recht war, von der wirklichen Anwenderseite eines Musikliebhabers aber besehen, die gute - alte?- Vinylscheibe jedoch einen wärmeren, einen individuelleren Klang garantiert. So manche LP, die sich in meinem Archiv über mehr als 4 Dekaden, einem der vielen Plattenhobeln unter zu ordnen hatte, mag zwar heute zerfurcht, verschlissen und vielleicht sogar unabspielbar geworden sein. Trotzdem stellt sie - gerade deshalb - ein Stück Musikhistorie dar und wird nicht aus meinem Zimmer verbannt.

So wie einst die CD die Schallplatte verdrängte, wurde diese wiederum von den inzwischen weiter entwickelten Abspieltechniken bedrängt. Auch der CD-Spieler, der vor knapp 30 Jahren seinen Erfolgslauf startete, ist längst zum Museumstück degradiert, auch wenn er immer noch funktioniert. Das er eigentlich keiner werden wollte, spielt dabei heute keine Rolle mehr.

Samstag, 24. September 2011

Sanddorn, eine herbstliche Frucht am Meer.


Während einer Radtour auf dem Darß hatte ich ihn wieder erkannt, jenes Gewächs, dass in kleinen Kolonien entlang der Dünen, der Deiche und vor Waldstücken wächst: der Sanddorn. Jetzt, nämlich im Spätsommer und im gesamten Herbst, trägt der ursprünglich aus China stammende Busch seine ockergelb leuchtenden Früchte. Wer diese ernten und verarbeiten möchte, benötigt viel Zeit, Geduld und Geschick beim Pflücken, denn die Beeren sind fest an den Zweigen angewachsen, die wiederum mit einigen Zentimeter langen Dornen bewehrt, für so manche Schramme auf der Haut sorgen können, wenn sich ein Hobbypflücker all zu ungeschickt anstellt.

Ich hatte die ersten Beeren während einer Klassenfahrt in den Mittsechzigern kennen gelernt und konnte der Frucht zunächst nichts abgewöhnen. Der etwas herbe bis leicht bittere Geschmack war für mich als Schokoladenfan eher gewöhnungsbedürftig. Dennoch fand ich den Sanddorn als Gewächs durchaus interessant, weil dieser in meinen heimatlichen Gefilden eben nicht oder ganz selten vorkam.

So stand ich nun vor den Sanddornbüschen und betrachtete die vielen Früchte mit einer gewissen Faszination. Wenn sie allesamt nun abgefallen wären; ich hätte sie ohne großes Federlesen aufgesammelt und in unsere Unterkunft verbracht. So aber bedurfte es des eigenhändigen Abpflückens, um das Ziel, aus den Beeren einen leckeren Sanddorngelee herzustellen, erreichen zu können.

Ich begab mich schon am folgenden Tag mit einem Plastikbeutel und einer Leinentüte bewaffnet auf Erntetour, stellte das Fahrrad in der Nähe der Büsche ab und begann mit dem Pflücken.
Nach dem die Ernte in einen Topf gekocht und durch ein Sieb gepresst worden war, kam 1 Kilogramm Gelierzucker dazu nach 3 Minuten wurde der Mus in Gläser  eingefüllt. So entstand eben hausgemachter Sanddorngelee.

Der Interesse halber suchte ich in einem im Ort gelegenen EDEKA-Markt nach Sanddornprodukten und fiel bei den Preisen fast vornüber. Der Sanddornwein kostete dort knapp 3,00 € und hatte 0,2 l Flascheninhalt. Der Sanddornlikör mit knapp 50ml kam knapp 2,00 € und der Sanddorngelee brachte es bei 225 g- Gläschen auf fast 8,00 €.

Da hatte sich das stundenlange Pflücken doch gelohnt, denn für 2 Kilogramm Einmachzucker haben wir 2,80 € bezahlt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sanddorn

Neben Gelee, Marmelade, wir auch Sanddornschokolade, Sanddorneis, Sanddorntorte, Sanddornwein, Sanddornlikör und Sanddorntee angeboten.
Wer diese Spezialitäten und Köstlichkeiten selbst probieren möchte sollte einen entsprechenden Geldbeutel mitbringen.

Freitag, 23. September 2011

Peter Frampton: " Do you feel like I do?"- Ein Kracher aus den 70ern hört sich 35 Jahre danach immer noch so an.


Ja,also, wie schon mehrfach geschrieben: Freitag = Putztag. Aber da war zuvor der Mittwoch und da habe ich eben zwei Körbe Hauspflaumen abgeerntet, gewaschen und entsteint. Nebenbei gab's 'ne volle Dröhnung Rock aus der Onkyo-JBL-Anlage. Als da waren:

Jane " Windows "

Emerson, Lake &; Palmer " Fanfare of the common man ", " America " und " Knife edge"
sowie der gute, inzwischen leicht gealterte Peter Frampton auf Vinyl mit

" Lines on my face " ( wie treffend! ) und " Do you feel like i do? " alles von der 1976er Doppel-LP " Comes alive ".

Da kamen natürlich Erinnerungen an meine wilden Zeiten in Wilhelmshaven hoch. Die nächtlichen Besuche im " Quod libet ", " Pumpwerk " oder in der Diskothek " Wilkenjohanns " in Zeteler Urwald.
Peter Frampton wurde einst auch dort regelmäßig gespielt. Nach mehr als 3, 5 Dekaden hat er mit seiner sensationellen Doppel-LP immer noch eine Favoritenstellung beim Herausgreifen der Vinylscheiben aus meinem Archiv eingenommen.

Frampton, inzwischen 61jährig, begann mit 9 Jahre auf der Gitarre zu spielen. Ab 1967 stieg erals Gitarrist bei der britischen Popgruppe " The Herd " ein. Diese hatte einst mit den Singles " Paradise lost " und " From the underworld " zwei Hitparadenplatzierungen gelandet. " From the underworld " wurde bei mir immer zusammen mit dem Small Faces Stück " Tin soldier " gespielt. Nicht zu Unrecht, denn Frampton und der Small Faces Gitarrist Steve Marriott gründeten ab 1969 die Formation " Humble Pie ", über die ich ja schon gepostet habe.

Nach seinem Ausstieg bei den Pies forcierte Peter Frampton seine Solokarriere und produzierte einige Alben. Als da wären:

  • 1972: Wind Of Change
  • 1973: Frampton’s Camel
  • 1974: Somethin’s Happening
  • 1975: Frampton
  • 1976: Frampton Comes Alive

Der Kracher " Comes alive " aus dem Jahre 1976 verkaufte sich glänzend und das 11 minütige Opus " Do you feel like I do " wurde eine Diskotheken-Renner in jenen Häusern, die eben keine schwachsinnige Diskomusik ableierten.
Tja, und der gute Peter war danach ein Rockstar, nahm weitere Alben auf und spielte in den folgenden 35 Jahren mit vielen weiteren, exzellenten Musikern.


http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Frampton

Und wenn ich mir 35 Jahre nach seinem Erscheinen, das Doppelalbum etwas genauer anschaue, kann ich eine leichte Ähnlichkeit mit meinem einstigen Aussehen nicht leugnen: Matte bis über die Schultern und schlank wie eine Tanne.
Na, denn Peter lass' noch mal hier so richtig krachen:

Well, woke up this morning with a wine glass in my hand.
Whose wine? What wine? Where the hell did I dine?
Must have been a dream I don't believe where I've been.
Come on, let's do it again.

Do you...you, feel like I do?
How'd ya feel?
Do you...you, feel like I do?

My friend got busted, just the other day.
They said,"Don't walk, don't walk, don't walk away."
Drove him to a taxi, bent the boot, hit the bag.
Had to play some music, wonder why's he [brag or drag].

Do you...you, feel like I do?
How'd ya [turns from mic, can't catch it]?
Do you...you, feel like I...

[1st guitar solo]

Do you...you, feel like I do?
Yes ya do.
Do you...you, feel like I do?
                                                                                                   (c) Carl Lende-WIKIPEDIA
Champagne for breakfast and a Sherman in my hand.
Peached up, Peached Ale, never fails.
Must have been a dream I don't believe where I've been.
Come on, let's do it again.

Do you...you, feel like I do?
How'd ya feel?
Do you...you, feel like I...

[keyboard solo]

"Bob Mayo, on the keyboards. Bob Mayo"

Do you feel like we do?
Do you feel like we do?
Oh, that's true.
Do you feel like we do?
Get back.
Do you feel..do you feel like we do?

[2nd guitar solo]

[start voice box]

Oh baby do you feel?
Oh baby do you feel, feel like we do?
Do you feel...do you feel...like we do?
I want to thank you.
Do you feel like we do?
That's alright, that's alright to feel you'd like,
Feel you'd like, a good time.
We'll goto bed and good night.
Good time, good time, good time, good time, good time.

Aller erste Sahne! Und durch die JBL-Boxen zu einem klanglichen Juwel veredelt.
Da sieht der gesamte heutige Musikdreck rund um Bohlenś-Balla-Balla-Ballarinas uralt aus; beinahe so, wie Peter 35 Jahre danach.

Weberknechte?

                                                                               ( c ) DARKONE by WIKIPEDIA                                                              


                                                                      (c) Olaf Leilinger by WIKIPEDIA


Herrje, jedes Jahr im Herbst - aber nicht nur dann - kommt die große Zeit der - eher ungebetenen - achtbeinigen Hausgäste, deren nächtliche Tätigkeit darin besteht zu spinnen. Gemeint sind hier nicht die unzähligen Spinnen, die sonst irgendwo in den Kellerecken oder Raumnischen stecken, wo sie bei Dunkelheit hervor kriechen um auf Beutejagd zu gehen. Nein, ich meine eine besondere Art dieser - eigentlich verkannten, aber sehr nützlichen - Tiere, nämlich den Weberknecht.
Diese Gattung hält sich eher vermehrt in alten oder älteren Häusern auf.
So suchte ich, in der Annahme, es handele sich bei den großen, mittleren und kleinen Hausbesetzern um Weberknechte bei WIKI und fand hierzu deshalb folgendes:

" Die Weberknechte oder Schneider (gelegentlich auch Schuster, Kanker oder Opa Langbein, insbesondere in der Schweiz und in Vorarlberg auch Zimmermänner) (Opiliones) stellen eine Ordnung der Spinnentiere (Arachnida) dar. Weltweit sind etwa 4000 Arten mit Körperlängen von zwei bis 22 Millimetern bekannt. Die Weberknechte enthalten Arten, die gedrungen und milbenförmig sind, daneben aber auch die bekannten langbeinigen Arten. Die größten Vertreter der Weberknechte sind Trogulus torosus mit einer Körperlänge von 22 Millimetern sowie Mitobates stygnoides mit nur sechs Millimeter Körperlänge, aber mit 160 Millimeter langen Beinen. In Mitteleuropa sind etliche Arten der Weberknechte zumindest regional gefährdet.
Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zu den Webspinnen ist eine so genannte Verwachsung des Vorder- (Prosoma, Cephalothorax) und Hinterkörpers (Opisthosoma); das Opisthosoma ist stets gegliedert. Weberknechte verfügen weder über Gift- noch über Spinndrüsen. Alle Weberknechte besitzen Stinkdrüsen und haben, im Gegensatz zu Webspinnen, mit einem Penis ein echtes Geschlechtsorgan. "

Eine genauere Recherche in diversen Foren ließ mich jedoch an der Richtigkeit der Einordnung jener achtbeinigen Gäste zweifeln. Tatsächlich handelt es sich nämlich um die Zitterspinne:


" Zitterspinne
Die Zitterspinne wird von vielen Leu-
ten fälschlicherweise für einen Weber-
knecht gehalten. Sie ist das ganze Jahr
in Häusern anzutreffen. Wenn sie
durch Antippen oder Anpusten beun-
ruhigt wird, versetzt sie sich mitsamt
dem Netz heftig in Schwingung, so
dass ihre Umrisse verschwimmen. Für
ihre Feinde wird sie unsichtbar. "

Nun war klar, warum diese Spinne beim Berühren ihres Netzes tatsächlich zittrige Bewegungen produziert und damit das gesamte Netz zu vibrieren scheint.
Wie dem auch sei, die Masse der ständig einnisteten Gäste führt eben dazu, dass fast in jedem Raum die Weben erkennbar sind. Da hilft nur noch der Spinnwebbesen, den ich denn auch heute wieder fleißig hoch heben musste.
Schade nur, dass die ungebetenen Gäste keine Ohren haben, denn dann wären sie bei meiner satt aufgedrehten Anlage und den knackigen Rockrhythmen 


Pope - Popanz - Popel!


Nun is' er endlich wieder da, der " Wir sind Papst", der "Ratzi", der Benedikt. Heim ins Reich gekehrt, wurde ihm von den Heuchlern und Freizeitpredigern im Berliner Reichstag ein großes Podium bereitet, auf dem er heute seine Sicht der Dinge erläutern durfte.
Auch wenn "Ratzi"-Fratzi bei den Abgeordneten von Applaus, ja sogar stehenden Ovationen, einige Male in seiner schleppend vorgetragenen Rede unterbrochen wurde,womit er erkennen sollte, dass er zumindest an jenem Ort willkommen war, täuscht das demonstrativ zur Schau gestellte Zweckbündnis " Pro Papst" nicht darüber hinweg, dass Benedikt nicht überall Zustimmung erhält.

"Ratze" ist mit seiner dogmatischen Betrachtungweise zu den Funktionsdeterminanten der globalen Welt längst an die Grenzen des Guten Geschmacks angelangt. Der Pope hält nach wie vor an alten klerikalen Zöpfen fest, die seit mehr als 4 Dekaden nicht mehr zeitgemäß sind.


http://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XVI.#Positionen_und_Haltungen

Diese mittelalterlichen Einstellungen zum modernen Leben rufen expressis verbis weltweit viele Kritiker auf den Plan. Wer sich entgegen der verordneten Sichtweise des Oberpfaffen aus Rom in der Großsekte eine andere Meinung bildet, diese in den Medien propagiert, wird mit Ausschluss bedroht. Hiervon ausgenommen sind jedoch jene Ratten und Schmeißfliegen im Dunstkreis des Schwachkopfs Richard Williamson und der Piusbruderschaft. Auch sonstige Lügner, Geschichtsklitterer und dunkle Fürsten des Mittelalters werden vom " Ratzi " wohlwollend toleriert.

Bei diesem Steinzeit-Katholizismus fragt sich natürlich der Sekten kritische Bürger, dieses, unseres Landes, welchen Erkenntniswert der Besuch des Oberdruiden aus Rom in seinem Geburtsland hat. Betrachtet er den enormen Aufwand, der betrieben wird, um dem Popen auch jene angemessene persönliche Sicherheit zu garantieren, die bislang nur der US-Hobby-Prediger George W. Bush einfordern durfte, muss jeder, halbwegs klar Denkende zu dem Ergebnis gelangen: pure Geldverschwendung!

So ist natürlich der Popen-Besuch von einer exorbitanten Medienhype begleitet. Nicht nur die ÖRs berichten stundenlang über die Visite des Oberkatholen,nein, auch die Spartensender, wie N24,n-tv und auch Phoenix geben ihren Senf zu den Ereignissen um den Papst-Aufenthalt dazu. Im Hörfunk sieht es ähnlich aus. Die gesamte Armada an Infokanälen ( HR, BR,MDR,NDR,WDR ) belegen in ihren Nachrichtenblocks den Zuhörer mit Beiträgen rund um Benediktum-Benedaktum XVI in Germania.
Ödnis auf allen Felder der Nachrichtenindustrie eben.

Wer die unzähligen Meldungen über das Besuchsprogramm auf ihre Inhalte hin untersucht, kann sofort erkennen,dass deren reiner Informationswert gen Null geht. Wen interessiert es eigentlich, dass der Papst mit dem Hubschrauber von Erfurt in das Eichsfeld nach Thüringen fliegt, um dort eine Messe abzuhalten? Wen haut es vom Hocker, wenn von den auf dem Erfurter Marktplatz anliegenden Bauten sämtlich Briefkästen aus Sicherheitsgründen abmontiert wurden? Oder wen wundert es, dass der Pope in seiner Berliner Bundestagsrede kein Wort über die seit vielen Jahren aufgedeckten Straftaten im Zusammenhang mit Kindesmißbrauchs verliert, jedoch an die anwesenden Abgeordneten appelliert, mehr christliche Nächstenliebe in dem eigenen Handeln walten zu lassen?

Trotz oder gerade wegen der Medien, die sich mit dem Nachrichtenbrei rund um den Pfaffenbesuch förmlich wechselseitig im Wohlwollen hierzu übertreffen zu scheinen, kommt bei dem Zwangsgebührenzahler eine riesige Portion Skepsis zu Tage, ob eine einzelne Person es wirklich verdient, dermaßen in das mediale Rampenlicht gestellt zu werden, wenn er außer einigen Allgemeinplätzen nichts zu sagen hat?

Da wird ein Popanz aufgebaut. Da wird Bericht erstattet der Berichterstattung wegen. Da wird palavert über jedes Wort, des Palaverns wegen. Längst hat diese Gesellschaft sich auf auf dem Gebiet der Medien in zwei Klassen geteilt. Zu der 1. Klasse zählen jene Personen, die allein durch ihren Namen entsprechende Quote bei der Nachrichtenverbreitung versprechen. Zu der 2. Klasse gehören die dumm gehaltenen Rezipienten, die den Müll, der über eben jene First Class-Zugehörige verbreitet wird, auch noch mit klingender Münze honorieren müssen.

Der medial-durchgestylte Papstbesuch ist ein typisches Beispiel für die Verblödungsmaschinerie die hier in Gang gesetzt wurde und der beinahe Jeder ausgeliefert ist, wenn er die Kommunikationsmöglichkeiten nutzt. Papst hier - Pope dort - Papa rechts - "Ratzi" links ( aber nur sinnbildlich ) - Popeye hie - Pille Palle da. Da stellt sich für mich die existenzielle Frage, ob der Medienzirkus auch dann noch berichten wird, wenn der Pope beim Popeln im Papa-Mobil ertappt werden würde?

Vor mehr als 40 Jahren ätzte die Polit-Rock-Gruppe "Floh de Cologne " so:
" Wenn Springer mal rülpst, wenn Springer mal rülpst.
   Rauscht ś im deutschen Blätterwald.
   Wenn Abs einmal furzt, wenn Abs einmal furzt.
   Wackeln alle Aktienkurse.
   Wenn Flick Dünnschiß hat, wenn Flick Dünnschiß hat.
   Entlässt Mercedes Arbeiter.
   ....... "

   Wenn der Pope mal popelt, wenn der Pope mal popelt.
   Berichten alle Fernsehsender.

Ich hätte vor mehr als 40 Jahren nicht gedacht, dass diese Kritik auch heute noch mehr als zutrifft.

Donnerstag, 22. September 2011

Pflaumenaugust





Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Es ist Herbst geworden!
Die Blätter färben sich langsam bunt, die Tage werden sichtbar kürzer und die letzten Früchte aus der Natur leuchten in plakativen Farben von den Büschen, Sträuchern und Bäumen.
Da im letzten Jahr die Kirsch - und Pflaumenernte eher mau ausfiel, hatte ich mir eigentlich auch für 2011 keine großen Hoffnungen auf leckere Kirschen aus dem eigenen Garten oder süße Pflaumen vom Baum gemacht.

Mutter Natur strafte mich jedoch - im wahrsten Sinne des Wortes - wieder ein Mal Lügen und bescherte uns eine reichliche Ernte. Die dunkelblauen Pflaumen bildeten dicke Trauben an den durch gebogenen und herunter hängenen Ästen, die zum Teil von der Früchtelast brachen.

Also ran an die Buletten ( Pflaumen ) und abgeerntet, ehe diese überreif werden und dann nur noch zum Mus verarbeitet werden können. Nebenbei wanderte so ein großes Exemplar von der Gattung Prunus domestica auch in den Mund. Immer getreu dem Motto: die Guten ins Kelchen, die Schlechten ins Töpfchen.


Während ich beinahe mechanisch die Pflückarbeit voll richtete, kreisten meine Gedanken um den verregneten Sommer, der immerhin doch noch ein gewisses happy end erbrachte, denn so voll war der Pflaumenbaum bislang noch nicht.


Nach dem Abpflücken begann die eigentliche Hauptarbeit. Jetzt musste jede Frucht geteilt, nach unliebsamer Fleischeinlage untersucht und dabei entsteint werden. Es vergingen mehr als 1, 5 Stunden, ehe ich bei Körbe geleert hatte. Die bisherige Ernte verpackte ich dann in drei Gefrierbeutel und in zwei Töpfe, aus denen später ein leckerer Pflaumenkuchen belegt werden sollte.


So wurde es schnell 16.30 Uhr. Zeit für eine Tasse Kaffee aus dem Automaten. Nebenbei plärrte das Radio und verkündete über den Sender MDR Info, dass der Oberpfaffe inzwischen im Reichstag von Berlin eine Rede hielt. Dieser Pflaumenaugust, dachte ich bei mir und brachte die drei Gefrierbeutel in die andere Küche, wo sie im Gefrierschrank verschwanden.

Der sanfte Tourismus, ein Markenzeichen der mecklenburgischen Ostsee.

Die Weltereignisse und vorallem der BRD-Besuch des Katholen-Spastis lassen bei mir die Finger jucken. Zu gerne möchte ich gleich einen Kübel voller Hohn & Spott über die Verdummungsmedien und ihre Berichterstattung zu dem Popen-Besuch hier ausschütten. Aber: Die letzten Urlaubsfotos sind noch nicht eingestellt. Deshalb gibt es den dritten Teil der " Darß"-Trilogie.

Unter dem Begriff " Sanfter Tourismus " konnte weder der DDRler noch der BRDler nach dem Mauerbau etwas anfangen. Zum einen deshalb nicht, weil es ihn in den 60er bis in die 90er Jahre hinein, gar nicht gab, zum anderen, weil die Tourismusindustrie mit ihren späteren " Super-Sonder-Billig "-Urlaubsangeboten, keine Rücksicht auf die Natur, die eigene Umwelt und die nachfolgenden Generationen nahm. Hauptsache Masse und Kasse!

Seit der so genannten " Ölkrise "im Spätherbst 1973 , der daraus resultierenden kritischen Berichterstattung zu der Endlichkeit der fossilen Brennstoffe durch den " Club of Rome ", gewannen die Verfechter des umweltbewussten Lebens zunehmenden Einfluss in die gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozesse. Über die sich in der BRD danach etablierenden politischen Gruppierungen, wie " Die Grünen " oder die " Grün Alternative Liste " fand ein sukzessives Umdenken statt. Dieses durchzog auch die bürgerlichen Parteien. Umweltbewusstsein wurde groß geschrieben.

Was in der BRD bereits Einzug hielt, musste in der DDR bis zur "Wende" warten. Ein auf Teufel kommt raus auf ökonomisierten Raubbau der Natur orientiertes Handeln stand ab Beginn der 90er Jahre in den Neuen Bundesländern alsbald in dem Hintergrund. Industrieanlagen, Verkehrsprojekte und Bauten wurden zunehmenden auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft.
Dieser Gedanke floss auch in die Bereiche des Tourismus ein.

Wenn heute von " Sanftem Tourismus " gesprochen wird, dann sind es jene umgesetzten Angebote für den Urlauber und Besucher, die sich nach den natürlichen Gegebenheiten richten.
Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat hierzu eine herausragende Vorreiterrolle eingenommen. Die Entscheidungsträger präferierten eben jene spezifischen, naturgegebenen Bedingungen bei dem Ausbau der Tourismusangebote, die im Einklang mit der Umwelt stehen.

Neben dem Ausbau von Fuß-und Radwanderwegen, die sich entlang der Besuchsschwerpunkte, wie der Müritz, der Mecklenburgischen Seenplatte oder der Ostsee schlängeln, gehört auch die Vermeidung von reinen Beton-Unterkünften an den touristischen Attraktion des Landes. Was als abschreckendes Beispiel in Schleswig-Holstein zu sehen ist, wo wahre Betonmonster an der Küste oder auf Inseln, wie Sylt, hoch gezogen wurden, kam an der mecklenburgischen Ostseeküsten erst gar nicht in Betracht.
Auch wenn Hotel - und Wellnessanlagen dort entstanden, so sind diese durchaus in die natürliche Umgebung eingebunden worden. Reine Hotelanlagen, wie sie beispielsweise in Spanien gang und gebe  sind, bilden hier eher die Ausnahme.

Mecklenburg-Vorpommern setzt auch nach wie vor auf die sanfte Industrie, denn das Land lebt zum Großteil von und aus diesem Wirtschaftszweig.





Es bleibt zu hoffen, dass diese Prämissen auch zukünftig eingehalten werden und das Einbinden des Massentourismus in die Natur fort geführt wird. 

Mittwoch, 21. September 2011

Von Ribnitz-Damgarten über Prerow nach Zingst. Eine Fahrt über den Darß aus Urlaubersicht.

Nach dem 16tägigen Aufenthalt auf der Halbinsel Darß fällt es mir sichtlich schwer, in den Alltagstrott zurück zu fallen. Dennoch - Spass geht vor - drohe ich hiermit eine Trilogie zu dem Spätsommerurlaub aus Deutschlands schönstem Seerefugium an.

Nach der Rückkehr in die heimatlichen Gefilde, bleiben -- neben den obligatorischen Fotos - auch so einige Episoden zu jenem Aufenthalt präsent. Damit lässt sich wirklich trefflich bloggen.

Bei dem Versuch, den Darß - der keineswegs als " Sylt des Ostens " zu sehen ist - ein wenig genauer zu beschreiben, gebe ich einfach den eingestellten Artikel bei meiner Lieblingsquelle "WIKIPEDIA" zum Abschuss frei und verlasse mich darauf, dass die dortigen Angaben der Richtigkeit entsprechen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dar%C3%9F
Für den gemeinen BRDler war ja bekanntlich die Ost-Ostsee bis vor der "Wende" bekanntlich unerreichbar. Gerne wäre ich - als Norddeutscher mit starkem Hang zur See - auch mal auf die andere Seite der Ostssee gefahren. Dieses scheiterte jedoch - auch wenn es in der Auftauphase des Kalten Krieges einige Reiseerleichterungen gab - an jenen individuellen Privilegien, die da Familie, Partei und Prominenz hießen. Leider konnte ich nicht mit diesen Attributen aufwarten, womit eben die Ostsee sich auf jenen - mit Bettenburgen, Kommerztempeln und Privatisierungssünden voll gepferchten Teil in Schleswig-Holstein reduzierte. Andere Ex-Kommilitonen hatten einst etwas mehr Fortune und durften - nicht nur im Rahmen des Jugend - und Studentenaustausches, der Jugendweltfestspiele ( vulgo: Interpimper )oder anderer politisch-gewerkschaftlicher Veranstaltungen zumindest kurzzeitig am Ostseestrand schnuppern.

Nun, mehr als 20 Jahre nach den einschneidenden Ereignissen im November, konnte ich mir ein eigenes Bild von einem kleinen Teil des einstigen Urlaubsgebietes für DDR-Bürger machen.

Um zum Darß zu gelangen fuhren wir in einer mehrstündigen Autobahnfahrt zuletzt bis zur BAB 19 - Ausfahrt Rostock -Ost auf die B 105, um nach einigen Kilometern nach Altenhagen, kurz vor  Ribnitz-Damgarten zu gelangen. Die Route führte uns an den Orten Klockenhagen, Dorf Körkwitz und Dändorf vorbei zu unserem Reiseziel Dierhagen.

Wer allerdings weiter nord-östlich fährt, gelangt zu den Orten Wustrow, dem Künstlerdorf Ahrenshoop nach Prerow. Von dort aus zu dem ebenso bekannten Badeort Zingst.

Diese Strecke ist ebenso gut mit dem Fahrrad zu bewältigen. Denn auf den hervorragend ausgebauten Radwanderwegen sind Touren von mehr als 20 Kilometern durchaus möglich. Bekanntlich ist auf dem Darß - bis auf die Dünen, Deiche und Häuser, eben alles Weitere flach.
Die Fahrt führt dabei durch den berühmten Darßer Urwald, der jene landschaftlichen Besonderheiten aufweist, die dann entstehen, wenn Sandboden, Wasser ( Meer ) und Vegetation zusammen spielen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ribnitz-Damgarten
http://de.wikipedia.org/wiki/Wustrow_%28Fischland%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Ahrenshoop
http://de.wikipedia.org/wiki/Prerow
http://de.wikipedia.org/wiki/Zingst









Sonntag, 18. September 2011

Ostsee - Rostsee - Kostsee?





Wenn die letzten Ferientage dahin fließen und die Sommersaison ihren leisen, oft unbemerkten Abgesang einleitet, dann kommt die Hochzeit der Fans aus den Reihen jener Urlauber, die etwas mehr mit der Natur, denn mit dem hirnlosen Remmidemmi am Hut haben. Wer zu dieser Gruppe von Erholungssuchenden gehört, der ist an den Küsten der Nord - und Ostsee alle Male auf dem richtigen Kutter. Wenn die lärmende Meute an Stress verursachenden Touristen längst abgezogen ist, wenn die Neppbuden auf den bekannten Ostfriesischen Inseln von Borkum über Baltrum bis Wangerooge oder den Schickimicki-Urlaubern auf Sylt ihre 14 Tage abgerissen haben, dann kehrt wieder eine gewisse Ruhe dort ein. Die Übernachtungspreise sinken, die Nippesbuden machen dicht und der Dreiklang von Meer, Strand und manchmal auch Sonne ist wieder erkennbar. Dieses gilt sicherlich in einem erheblich eingeschränktem Maße auch für die Ostsee; genauer gesagt, die östlich belegene Ostsee.

Bereits zu Vorwendezeiten habe ich mich gefragt, was eigentlich hinter der Grenze an Ferien, - Urlaubs - und Freizeitmöglichkeiten existiert. Nur, zu dem damaligen Zeitpunkt konnte ich jene Frage nicht selbst beantworten. Deshalb blieben jene Vermutungen, die ich mangels Eigenerfahrung bei der Suche nach dem Grund, weshalb auch die mecklenburgische Küste sehr beliebt bei den ehemaligen DDR-Urlaubern war, zunächst unwiderlegt.
Weil aber gerade Lebenserfahrungen nicht mit angelesenen Informationen ersetzt werden können, war der Entschluss, einige Tage auf dem Darß zu verbringen, auch mit einer gewissen Portion an Neugier verbunden.

Weshalb also der einstige,  gemeine "Ossi" seine Küste, nämlich die Ostseeküste, gerne bereiste, wurde mir spätestens nach den ersten Tagen unseres Aufenthalts in Dierhagen mehr als klar. Wunderbare Natur und exzellente, aktive Freizeitmöglichkeiten werden hier im Einklang mit dem Tourismus angeboten. So bleibt es denn kein offenes Geheimnis, dass gerade der Darß auch heute noch in der Beliebtheitsskala der Ostdeutschen einen hohen Rang einnimmt.

Die Auswahl der während des Urlaubs gefertigten Fotografien geben hierzu einen kleinen Einblick. Weil aber auch diese Region von Urlaubern leben muss, denn sie hat nur das Pfund des sanften Tourismus, mit dem sie wuchern kann, bleiben die seit der Wende unternommenen Anstrengungen, aus der vormaligen Mangelwirtschaft ein Rundum-Wohlfühl-Angebot zu erstellen, natürlich nicht ohne gewisse Folgen für den einzelnen Besucher. Die nicht nur zu Saisonzeiten stark befahrene Bundesstraße 105 und ihr Ableger, die 109 lassen mehr als 10.000 Fahrzeuge am Tag keine Seltenheit werden.
Dennoch, wer, wie ein Gast, der im Adamskostüm, eine Flasche "Rotkäppchen"-Sekt trinkend, sich vollmundig und lauthals zu der Irrmeinung hinreißen lässt, dass der Darß das Sylt des Ostens sei und " dem lieben Gott sei Dank" nicht auch noch von den Wessis besetzt worden sei, hat auch 20 Jahre nach der Wende genauso wenig von den eigenen Urlaubsmöglichkeiten gehört, wie eben jener Westdeutsche, der die einstige DDR als Protektorat der Sowjetunion ansah.

Diese Halbinsel ist ein Kronjuwel der bundesdeutsche Küste und deshalb so einmalig, weil sie dem Schwachsinn des Autoprotzens und der Verblödung des hirnlosen Geldverbrennens durch unsinnigen Konsumdreck eben nicht erlegen ist.

 Und auch wohl deshalb, hat das Preisniveau eben nicht jene astronomischen Dimensionen angenommen, wie sie auf der Insel der Möchtegern-Eliten oder der Nordsseeküste nebst der Ostfriesischen Inseln sowie der schleswig-holsteinischen Ostsee längst überall und nirgends vorherrschen.