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Mittwoch, 31. August 2011

Choren kaputt?


                                                                                 (c)HAIKO in WIKIPEDIA

Aua,das tat jetzt weh! Im Juli 2011 geisterte die Meldung durch die regionalen Nachrichten, dass die Firma Choren in Freiberg Insolvenz angemeldet hat. Eigentlich wäre in einer solchen Meldung nichts Besonderes zu erkennen, wäre da nicht ein medial hoch stilisierter Vorlauf zu eben jener Firma gewesen.

Rückblende: Wir schreiben den 17.04.2008. Großer Besuch in Freiberg, die Bundeskanzlerin hat sich angesagt und mit ihr der ganze Tross an politischen Großkopferten oder solchen, die vorgeben es zu sein. Salbungsvolle Worte in einer noch nicht nach Wirtschaftsaufschwung aussehenden Zeit. Die Große Koalition arbeitet sich an der noch nicht bewältigten Finanzkrise langsam, aber stetig ab. Das undynamische Duo Steinbrück / Glos versucht das Beste zu geben, um die inzwischen abgehängte Lokomotive BRD in Europa und der Welt wieder vor den noch fahrenden Zug zu spannen. Glos (CSU) hat eigentlich keine rechte Lust mehr auf das Amt, dass er aufgedrückt bekam und dessen Bürde ihn beinahe erstickt. Steinbrück ist da ein ganz anderes Kaliber, aber auch er darf nicht zur Eröffnung der Choren-Niederlassung in Freiberg seine Kenntnisse zum Besten geben. Das ist der Ersten Dame im Lande vorbehalten. So steht denn hierzu geschrieben:

Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der Eröffnung der BtL?Anlage der Choren Industries GmbH

Do, 17.04.2008
am 17. April in Freiberg/Sachsen


"Sehr geehrter Herr Blades,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Georg Milbradt,
sehr geehrter Herr Regierungspräsident,
Herr Landrat,
Frau Oberbürgermeisterin,
Herr Routs,
Herr Professor Winterkorn,
Herr Zetsche,
Herr Professor Reitzle,
meine Damen und Herren,

ich freue mich, dass meine Kollegin Frau Bellmann mich schon vor geraumer Zeit eingeladen hat und mit mir immer wieder darüber gesprochen hat, was für ein Schmuckstück hier entsteht. CHOREN – C, H, O sind uns bekannt aus dem chemischen Alphabet, "REN" steht für Renewables –: Ein sehr sinnreicher Name, der alles umfasst, was hier geschehen ist. Heute können wir hier miteinander einen neuen Abschnitt begehen. Dass dieser Standort hier in Freiberg ist, ist sicherlich auch eine Ehrung der langen Traditionen Freiberger Arbeit – ich denke dabei an die TU Bergakademie – und auch ein Zeichen dafür, dass Freiberg Weichen in die Zukunft stellen kann.

Diese Anlage ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Innovations- und die Leistungskraft deutscher Ingenieurkunst – der Erfinder dieses hier angewandten Verfahrens ist heute hier – und fügt sich im Übrigen in die lange Kette interessanter chemischer Verfahren ein, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden. Dazu gehört auch das Fischer-Tropsch-Verfahren, das heute – natürlich in anderer Form – zu einer Auferstehung geführt wird. ..... "

http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Archiv16/Rede/2008/04/208-04-17-merkel-rede-choren-industries.html

Was für ein Auftritt, Frau Bundeskanzlerin! Und da es noch mehr zu präsentieren gab, ließ sie sich medial eingebettet von allen Fotografen in allen nur erdenklichen Positionen ablichten. Das war doch mal ein Lichtblick in der noch dunklen Zeit.

3 Jahre und fast 3 Monate später liest sich die Erfolgsgeschichte der angeblichen Vorzeigefirma, die ein weltweit einmaliges Pilotprojekt betreiben sollte, ganz anders:


" Insolventes Unternehmen im Zwielicht : Biosprit-Firma Choren soll falsche Zahlen veröffentlicht haben



Das insolvente Biosprit-Unternehmen Choren Industries aus Freiberg hat offenbar gezielt falsche Informationen über seine Produktion veröffentlicht. Nach Informationen der MDR-Rechercheredaktion sollte mit den geschönten Zahlen eine wirtschaftliche Herstellung von Kraftstoffen aus Biomasse vorgetäuscht werden. Die Firma kalkulierte demnach mit zu niedrigen Einkaufspreisen für Holz. Außerdem seien in der großtechnischen Versuchsanlage nur sehr geringe Mengen Kraftstoff für Marketingzwecke erzeugt worden. Seit der Einweihung der Anlage habe es immer wieder Probleme und Pannen gegeben, berichtet das ARD-Magazin "Plusminus" in einem Beitrag vom MDR.

Choren hat nach MDR-Informationen mindestens 30 Millionen Euro Fördermittel erhalten. Allein die Europäische Union habe die Firma mehrmals über den europäischen Fond für Regionalentwicklung gefördert. Insgesamt seien von Brüssel über 13 Millionen Euro nach Freiberg überwiesen worden.


"Potemkinsches Dorf" in Freiberg

Kritisch äußerten sich in "Plusminus" auch Wissenschaftler zu Choren. Der Biokraftstoffexperte des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der Uni Hamburg und ehemalige Leiter des Biomasseforschungszentrums Leipzig, Martin Kaltschmitt, sagte dem MDR, in Freiberg sei über Jahre hinweg ein "potemkinsches Dorf geschützt und gefördert" worden. "Die Ankündigungen des Unternehmens waren immer absurd und unrealistisch", erklärte Kaltschmitt. Der Wissenschaftler hatte die Entwicklungen in Freiberg seit Jahren verfolgt und als geladener Experte der Bundesregierung mehrfach von der Förderung des Unternehmens abgeraten. "

- Zitatende - aus  http://www.mdr.de/nachrichten/Choren104_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html


Wer nicht hören will, muss fühlen? Was sich die eingeweihten Kenner aus den Umfeld des mit 30 Millionen Euro subventionierten Unternehmens - nicht nur - unter vorgehaltener Hand an kritischen Argumenten wechselseitig zuspielten, ist seit knapp 2 Monaten Realität geworden. Die "Vorzeigefirma" hat nicht nur mit frisiertem Zahlenmaterial operiert, sie hat wohl auch von Beginn an nie die Absicht gehabt, den geförderten Standort Freiberg im förderungswürdigem Zielgebiet Eins dauerhaft zu erhalten.

Wer aber ist nun eigentlich " Choren Industries "? Das Online-Lexikon gibt Auskunft:


"CHOREN Industries GmbH, Muttergesellschaft der Unternehmensgruppe, hat ihren Sitz in Freiberg. Der Unternehmensbereich Biomassbeschaffung befindet sich in Hamburg. Am Standort Freiberg befinden sich außerdem die CHOREN Components GmbH und die CHOREN Fuel Freiberg GmbH &; Co. KG. Zur CHOREN-Gruppe außerhalb Europas gehören die CHOREN USA LLC und die CHOREN Energy Chemical Technology (Beijing) Co."


- Zitatende - aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Choren_Industries

Hierher also bläst der Wind. Wer Eins und Eins zusammenzählen kann, erkennt sofort, dass nach der sich unter der "Obama"-Wahl in den USA auch ein langsames Umdenken der Hauptverschwender dieser Welt einsetzen würde. Die USA haben nach zu langem Zögern auch erkannt, dass die Energieressourcen dieser Erde endlich sind. Selbst wenn durch Kriege und Ausplünderung von Ländern mit großen Rohstoffvorkommen eine Bedarfssicherung noch ermöglicht wurde, hat bei den Yankees ein Paradigmenwechsel in der Energiepolitik eingesetzt.
Die Handlungsmaxime lautet nunmehr: " Selbst ist der Cowboy!"

Da trifft es sich gut, wenn die in Freiberg gewonnenen, wissenschaftlichen Erkenntnisse während der Inbetriebnahme der - völlig überdimensionierten - Pilot-Anlage flugs über den Großen Teich transferiert und hier eingesetzt werden können. Da sind die Größenordnungen völlig andere und es gibt auch mehr Geld zu verdienen, wenn eine solche Anlage denn wirklich einmal profitabel geführt werden kann. Ja, wenn?

Für den gemeinen Sachsen, den Obrigkeitsgläubigen und Fortschrittsvernarrten bleibt zu konstatieren: " Viel Geld um nichts!"
Nach der SachsenLB, " Quimonda" und anderen Subventionsruinen, ist " Choren" ein weiterer Schritt in Richtung der wortgetreuen Umsetzung der "Stamokap"-Theorie; der Staat als Steigbügelhalter eines auf Konzentrierung basierenden Wirtschaftssystems. 

Montag, 29. August 2011

Der Mann mit den Entenfüßen.


                                                                                                                   (c) Elva Palson -WIKIPEDIA 

Was sind Entenfüße? Schnell im Web nach gesehen und da ist zu lesen:
" Entenfuß — (Podophyllum peltatum), eine Pflanzenart aus der Familie der Berberideen. "
Demnach müsste der Plural von " Entenfuß ", eben " Entenfüße " heißen. Also handelt es sich hierbei um eine Pflanzenart.

Unter " Entenfüße " ist aber auch eine besondere Fußform bei Wasservögeln zu verstehen, deren Besonderheit darin besteht, dass diese gefiederten Freunde " Schwimmhäute " zwischen den Zehen besitzen. Dadurch werden sie zu exzellenten Schwimmern.

 "Entenfüße " werden aber auch jene kindliche Versehen bezeichnet, die sich beim Anziehen der Schuhe ergeben; dann nämlich, wenn der rechte Schuh auf dem linken Fuß eingepasst wurde und natürlich umgedreht. Beim Übereifer, die Prozedur des Schuhanziehens selbst in die Hand nehmen zu wollen, geraten da öfters einige Nachwuchskünstler ins Straucheln.

Also sind " Entenfüße " besondere Füße,weil sie besondere Eigenschaften besitzen.

Als ich vor einigen Tagen von einem südafrikanischen Leichtathleten las, der mittels Prothesen nun bei der derzeit in Daegu / Südkorea statt findenden Weltmeisterschaft am 400 m - Lauf teilnehmen will, stellte sich mir sofort die Frage, ob der Athlet dort überhaupt eine Chance hat.
Für Oscar Pistorius, dem 24 jährigen Läufer stellt sich eine solche Frage jedoch nicht. Er hat bereits vor dem Start zu den Ausscheidungsläufen mehr erreicht, als er eigentlich erwarten durfte. Er hat sich gegen den Leichtathletikweltverband durchgesetzt und die in deren Statuten festgelegte Regel, dass Teilnehmer keine unerlaubten Hilfsmittel während des Laufs nutzen dürfen, quasi ad absurdum geführt.


http://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Pistorius

Was sind denn eigentlich unerlaubte Hilfsmittel. Mit Sicherheit Sprungfedern, mit denen ein gesunder Athlet sich fort bewegen will.So zum Beispiel beim Hochsprung, Weitsprung, Dreisprung. Was aber bedeutet diese Verbot für einen Behinderten? Für einen gehbehinderten Läufer? So einen Athleten, wie es Oscar Pistorius ist, der seit Geburt an ohne Unterschenkel lebt?
Der Weltverband tat sich schwer, denn für die behinderten Sportler gibt es eigene Wettkämpfe. Die Paralympics zum Beispiel. Da wollte aber Pistorius nicht mehr teilnehmen.

So boxte er sich gegen alle Kunst des Auslegens der Funktionäre des Weltverbandes, der CAS, durch und erhielt letztendlich für die Olympischen Spiele in Bejing eine Teilnahmeerlaubnis. Jedoch so verspätete, dass seine Vorbereitungszeit zu kurz war, um ernsthaft in die Konkurrenz eingreifen zu können.
Das sollte nun bei der WM in Südkorea anders werden. Zunächst qualifizierte er sich für die Halbfinals, schied jedoch dort als letzter Läufer aus.

Weil der "Blade Runner ", wie sie ihn in den Medien gerne benennen, zwar Weltrekord über 100 - und 200 m lief, wollte er es jetzt üer die gnadenlose Distanz von 400m versuchen. Er ist zwar nicht in das Finale gelang, dennoch hat er längst die Goldmedallie erkämpft, nämlich jene, in einem Wettbewerb gegen das Schubladendenken. Ob mit oder ohne " Entenfüße ", Osca Pistorius ist ein Siegertyp.

Samstag, 27. August 2011

Anna Loos, Janis Joplin und " Me and Bobby McGee".

                                                                                                                                                           (c) Thomas Kraft-WIKIPEDIA

Bei 23 Grad Außentemperatur fällt es auch dem sonst nicht verwöhnten Teutonen schwer, von dem flauschigen Terrassenplätzchen in das etwas kühlere Wohnzimmer zu wechseln. Ein Blick in die offen liegende Fernsehzeitung zeigte doch eine erstaunliche hohe Zahl von sehenswerten Beiträgen in der all abendlichen Schlacht um Quoten und Werbeeinnahmen. Neben dem "WIXXER" mit dem genialen Oliver
Kalkhofe, dem Unikum "Ditsche" Olli Dittrich und der exzellenten Anke Engelke, zeigt RTL II, sonst eher ein Garant für viertklassige Beiträge mit Wegwergarantie, präsentiert " Master an Comander - Bis an das Ende der Welt ". Da fällt fiel die Wahl nicht leicht, zumal SAT1 das Spiel um den " Super Cup " zwischen dem FC Barcelona und dem FC Porto überträgt.
Weit von jenen Hinguckern bringt die alte Tante ARD den Langweiler aus dem Jahre 2006 " Heute fängt mein Leben an " mit der Edel-Mumie Christiane Hörbiger, während das ZDF eine Wiederholung aus dem Uralt-Serien-Schmus " Ein Fall für zwei " abspulen lässt.

Der Glotzer hätte sich da schon für den Nonsens als Kriminalveräppelung bei SAT 1 entscheiden können, wäre, ja wäre da nicht bei ARTE der Fernsehfilm " Die Lehrerin " gelaufen.
Was zunächst ein wenig zäh beginnt, entwickelt sich im Verlaufe der Folgezeit als gesellschaftskritischer Einlauf für jene nicht erziehungsungsfähige Eltern im 12. Jahr des 3. Jahrtausend in diesem, unserem Lande. Die Handlung zeigt dieses eher simpel wie auch einleuchtend.
Der Film produziert nicht nur den tristen, oft abstoßenden Alltag in einer Realschule. Die " Fontane - Realschule " liegt. Ein Schule im brandebergischen Potsdam. Dort wo neben Millionärsvillen, wunderbaren Landschaften und traditionellen Lebensinhalten, auch die bittere Realität der BRD-Gesellschaft angekommen ist. Neben den Auswüchsen der Industriegesellschaft mit ihrer Ellenbogenmentalität, dem Konsumwahn und den Verdummungsmedien, fällt es den jungen Menschen zunehmend schwerer, eine eigene Orientierung zu finden.

                                                                                          (c) Patrick Pearse-WIKIPEDIA

Weil der erste Schultag nach den Großen Ferien gleich mit einem Alptraum beginnt, nämlich einem Schüler, der eine Pistole zieht und damit auf einen Mitschüler zielt, dabei aber die Lehrerin Katja (Meret Becker ) trifft, wird der Film vielleicht etwas klischeehaft, denn das Thema wurde bereits x-mal durchgekaut. Das diese Befürchtung sich nicht bewahrheitet, liegt zum einen an der hervorragend spielenden Anna Loos ( Lehrerin Andrea ) und den als Psychologen auftretenden Axel Prahl.
Im Wechsel von retrospektivischen Sequenzen, dem aktuellen Geschehen und der Darstellung des ernüchternden Schulalltags, wird die Tat des Schülers der Klasse 7c zwar nachvollziehbar, bleibt dennoch eine Warnung an alle Beteiligten, die zuvor eher mit sich selbst und ihrem Umfeld zu tun hatten.

Die beruflichen Unterschiede zwischen den Lehrerinnen Katja, eine eher flippige, auf den Spuren der pädagogischen Ansätze der 68er wandelnde Lehrerin und der schulmüden Andrea, einer Biologielehrerin, die eher den traditionellen Unterrichtsansatz bevorzugt, werden alsbald zu mehr oder weniger privaten Gemeinsamkeiten. Dabei zeigt sich allerdings auch, dass der eher spielerische Unterrichtsstil von Katja nicht unbedingt bei sämtlichen Kolleginnen und Kollegen der Schule ankommt. Dafür jedoch bei der 7c scheint Katja sehr beliebt zu sein. Die Vertretung durch Andrea gerät deshalb zu einer Odyssee. Hierbei werden die bekannten Probleme in den Schulen nicht nur angerissen. Flegelhafte, pubertierende Jugendliche, die nicht nur sich, sondern auch ihr Umfeld mit provokanten Auftreten quälen. Da muss ein Pädagoge eiserne Nerven zeigen.

Hinzu kommt nach dem vermeintlichen "Amoklauf ", der sich nicht als solcher bewahrheitet, sondern zu einer gezielten Einzeltat eines frustrierten Mitschülers schrumpft, kommt es bei dem anschließenden Elterntreffen zum Eklat. Ein großmäuliger Vater pöbelt gegen die Pädagogen, die Schule und das Schulsystem. Der Großkotz verlangt, dass die Schüler gegen Gewalttaten geschützt werden müssen. Statt bei sich selbst und seiner nicht erfolgten Kindeserziehung zu suchen, verlangt er eine konsequentere Linie der Schule.

Ein Hauch von Nostalgie weht dann durch die Schule, als die vertretende Andrea der Klasse vorschlägt im Biologieunterricht einen Schulgarten anzulegen. Trotz der Einwände der Schulleiterin wird das Projekt umgesetzt. Erst als die Klasse dann eine vertrauensvollere Einstellung zu der "Katja"-Vertreterin praktiziert wird diese selbst ihren Berufsfrust los. Dennoch hängt die Tat des Schülers wie ein Damoklesschwert über die gesamte Schule. Um das Erlebte abzuarbeiten, wird der Psychologe auch bei Andrea zum wichtigsten Gesprächspartner. Andere Kolleginnen und Kollegen lehnen diese professionelle Hilfe ab.

Der Film von Tim Trageser lässt bei der filmischen Abarbeitung des Schulwahnsinns auch schon mal die Entwicklungsstufen von autoritärer Steinzeitpädagogik in den 50er bis 70er Jahren, den Reformansätzen der 70er und 80er Jahre bis hin zu dem föderalistischen Dauerexperimenten der 90er und den Ausgrenzungsmethoden des drei-gliedrigen Schulsystem bis heute, verwischen.
So steht " Katja " in ihren Unterrichtsansätzen als hippieske Pädagogin eher im Abseits, kommt jedoch damit bei den Schülern besser an. Ihre Methoden - von vielen der einstigen Schüler in den 70er und 80er Jahren als "links " und anti-autoritär heute verschmäht, zeichnen sich nach außen durch das Abspielen des " Janis Joplin " - Titels " Me and Bobby McGhee " aus, der einst als eine der  Hymnen der Flower Power - Bewegung galt.  Ein Versuch, einstige Unterrichtsmethoden wieder zu reaktivieren lässt aber auch die ganze Hilflosigkeit des existenten Schul-Tohuwabohu erkennen.

Die heutige Pädagogik wird bei dem Anspruch, als erzieherisches Korrelat zwischen unerzogenen Kindern und unfähigen Eltern sowie Elternteilen, deren Sozialmüll hier auch noch abgeladen wird, grandios scheitern, wenn eine Vereinheitlichung der Inhalte und der Schulformen bei allen Ländern nicht erfolgt. Und während in dem Film die beliebte " Katja " stirbt, die ausgebrannte Andrea eine Auszeit in der Kurklinik an der See nimmt, der sie begleitende Psychologe (glänzend von Axel Prahl dargestellt ) sie von einer Selbsttötung abhält und sich nicht entschließen kann, seine Zuneigung zu der Pädagogin zu zeigen, endet der Film mit dem Wiedereintritt von Andrea in den Schulalltag, nachdem ihre Kündigung, die in dem Nachttischschrank zu Katjas Krankenbett lag, dort nach dem Tod der Kollegin Katja von ihr wieder gefunden wurde - zerrissen!

Da endet der Ausflug in die Zeit vor 40 Jahre, als Janis Joplin, Jimi Hendrix. Jim Morrison mit ihrer Musik eine Ära prägten, in der vieles Dinge nicht viel anders waren als heute. Na. denn, Janis sing us a song:
 

Busted flat in Baton Rouge, waiting for a train
And I's feeling nearly as faded as my jeans.
Bobby thumbed a diesel down just before it rained,
It rode us all the way to New Orleans.

I pulled my harpoon out of my dirty red bandanna,
I was playing soft while Bobby sang the blues.
Windshield wipers slapping time, I was holding Bobby's hand in mine,
We sang every song that driver knew.

Freedom is just another word for nothing left to lose,
Nothing don't mean nothing honey if it ain't free, now now.
And feeling good was easy, Lord, when he sang the blues,
You know feeling good was good enough for me,
Good enough for me and my Bobby McGee.

From the Kentucky coal mines to the California sun,
Hey, Bobby shared the secrets of my soul.
Through all kinds of weather, through everything that we done,
Hey Bobby baby kept me from the cold.

One day up near Salinas, Lord, I let him slip away,
He's looking for that home and I hope he finds it,
But I'd trade all of my tomorrows for one single yesterday
To be holding Bobby's body next to mine.

Freedom is just another word for nothing left to lose,
Nothing, that's all that Bobby left me, yeah,
But feeling good was easy, Lord, when he sang the blues,
Hey, feeling good was good enough for me, hmm hmm,
Good enough for me and my Bobby McGee.

La la la, la la la la, la la la, la la la la
La la la la la Bobby McGee.
La la la la la, la la la la la
La la la la la, Bobby McGee, la.

La La la, la la la la la la,
La La la la la la la la la, hey now Bobby now Bobby McGee yeah.
Na na na na na na na na, na na na na na na na na na na na
Hey now Bobby now, Bobby McGee, yeah.

Lord, I'm calling my lover, calling my man,
I said I'm calling my lover just the best I can,
C'mon, where is Bobby now, where is Bobby McGee, yeah,
Lordy Lordy Lordy Lordy Lordy Lordy Lordy Lord
Hey, hey, hey, Bobby McGee, Lord!

Yeah! Whew!
Lordy Lordy Lordy Lordy Lordy Lordy Lordy Lord
Hey, hey, hey, Bobby McGee.













Lama Lahm labert.

                                                                                                       (c) STEINDY_WIKIPEDIA
Ach du liebe Güte, war das wieder ein mediales Geschisse um die ab Montag im Buchhandel erhältlichen Ergüsse unseres derzeitigen Kapitäns der Fußballnationalmannschaft. Ja, der Philipp, der hoch bezahlter Gartenzwerg im Dienste des über bewerteten Rekordmeisters, er hat's nicht leicht. Erst das Herumgeeiere um den Ex-Käptń Michael Ballack, dann das Geschachere um die enormen Gehälter des DFB-Trainers Löw und seines Managers Bierhoff,nun, die Aufregung um eine Buchveröffentlichung.
Was soll in dem Machwerk schon wichtiges stehen? Außer einige Interna zwischen Kabine, Dusche und Mannschaftsbus wird das Buch des Spielführers Lahm rein weg gar nichts an Informationen enthalten. Da stellt sich die existentielle Frage: " Wer braucht das?"

Lahm hat prominente Vorreiter: Toni Schumacher, einst Torhüter beim einst besseren 1. FC Köln, pinkelte in den 80er Jahren mit seinem Buch " Anpfiff " die damals noch eher biedere, wenn auch schon gut bezahlten Kollegen an.
Er erhob gegen einige Kollegen massive Vorwürfe in Bezug auf deren vermeintlichen Dopingkonsum, andere beleidigte er in dem Buch, das insgesamt zu einer Generalabrechnung über die verlogenen Darsteller des Profifußballs wurde. Schumachers Buch wurde ein Bestseller, weil er aus einstiger Sicht kein Blatt vor den Mund nahm.


http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Schumacher

10 Jahre später folgte ihm der "Loddar" Lothar Matthäus mit seinem " Mein Tagebuch ". Einem misslungenen Versuch, sein ohnehin schon angekratztes Image durch naive Schreibereien aufzupolieren. Das ging vollends in die Büxe des Strahlemanns und  Ex-Nationalmannschaftskapitän. Sinnlose Erzählungen über eine bereits abgeschlossene Karriere. Die Fachkritik war vernichtend, ob der von Matthäus beschrieben Lebenssichtweise. Ein Naivling, der auch noch den letzten Hinterhof seiner gescheiterten Ehen als mitteilenswert erachtet. Armer "Loddar", wärst 'de lieber als Repräsentant des Sportschuheherstellers aus deinem Geburtsort in dieser Zeit herumgetingelt, statt die Menschen mit nieder geschriebenen Nonsens zu behelligen.

http://www.amazon.de/Mein-Tagebuch-Lothar-Matth%C3%A4us/dp/3328007350

Der dritte im Bundes ist der Stefan, der Stefan Effenberg. Der " Steffenzwerg " oder der " Effe ", wie er verhöhnt oder gelobhudelt wird, hat mit seinem Versuch " Ich hab's allen gezeigt " nicht nur intellektuell eine astreine Bruchlandung hingelegt. Auch die von dem Latrinenbaltt inszenierte Verkaufskampagne geriet vollends zum Lacher des Jahres, denn dort wurde der Verkaufsflop aus riesiger Erfolg geführt. Die "BLÖD"-Zeitung hat seit jeher einen nachweislich starken Hang zum Lügen, so auch in diesem Fall. Effenbergs angebliche Generalabrechnung mit seinem beruflichen und privaten Umfeld ist an Peinlichkeiten nicht zu überbieten. Hier schreibt ein Analphabet über sich selbst und merkt nicht einmal, dass es niemanden interessiert.Da war sein dem Fan zuvor gezeigter "Stinkefinger" ehrlicher.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Effenberg

Nun muss sich der Fußballfan bei Lahm ernsthaft fragen, ob er von seinen beiden Vorgängern und deren Bauchlandung nichts gelernt hat?Wer nämlich nichts über sich und auch sonst nichts an nicht schon Bekanntem mitzuteilen hat, der sollte im Profifußball-Dunstkreis, wo unisono weder viel gelesen noch viel gesagt wird, lieber die Klappe halten. Ob nun Lahm als Lama im Trikot der bundesdeutschen Fußballnationalmannschaft einigen aus dem erlauchten Kreis der Millionäre mit seinen Äußerungen in die teure Suppe gespuckt.
Aber Lama Lahm wäre ein solches und nicht Lahm, hätte er nicht gleich nach dem verkaufsträchtigen Vorspiel zu der Buchveröffentlichung eine öffentliche Entschuldigung verkündet.
Ergo: Weshalb die Aufregung?

Freitag, 26. August 2011

Wenn aus triple "A", ein quadruple " V " wird.


Im noch hoch sommerlichen Berlin brennt die Luft. Nicht, weil Merkel wieder aus dem Urlaub zurück gekehrt ist und nun mit voller Energie sich den ungelösten Problemen dieses Landes, Europas und der weiten Welt hingeben darf,nein, sie brennt deshalb, weil der Wulff, Christian, seines Amtes als Bundespräsident schon jetzt vom vielen Repräsentieren müde, wohl überdrüssig ist und sich mutig, besser formuliert: übermütig, in die Niederungen der Tagespolitik begibt.
Da hat er doch glatt die gesamte europäische Politikelite, die immer noch nach Lösung für die Behebung der vermeintlichen Schuldenkrise sucht, durch seine eigene Meinung von der Sinnlosigkeit dieses Aktionismus, im wahrsten Sinne des Wortes vor den bereits wieder ausgepackten Reisekoffer gesch.. .

Als wäre die Kritik nicht schon für die gut erholte "Angie" genug, meldete sich die Mumie aus Oggersheim auch noch zu Wort und stieß mit seiner Kritik an dem Schuldenkrisenmanagement fast in das gleiche Horn.
Begierig nahm die nach aktuellen Themen lechzende Pressemeute die heraus gerotzten Meinungen der beiden CDUler auf und verwursteten diese schnell mit dem eigenen Senf.

Und da wäre, last but not least, der nach außen auftretende Grand Signeure des bundesdeutschen Parlamentarismus, Sir Norbert Lammert. Ein sich zum Dauerkritiker der Merkelśchen Hauruck-Methoden verstehender Bundestagspräsident Norbert Lammert, der seine unangenehmen öffentlichen Bekundungen zur Aufrechterhaltung der Wertschätzung grundrechtlicher Prinzipien, wie die der Gewaltenteilung, dann mit Merkel's Understatement hierzu vergleichen und die Bundeskanzlerin dabei jedes Mal sehr alt aussehen lässt.

Diesem Trio Infernale wird durch die laufende Berichterstattung in  dem Flaggschiff der Vierten Gewalt, dem Nachrichtenmagazin aus Hamburg, noch ein weiterer Dauerkritiker hinzu gesetzt.

Bereits einige Wochen zuvor titelte " DER "SPIEGEL" mit " Euroland ist abgebrannt " oder " Die Welt vor dem Abgrund ". Was sich reißerisch aufgemacht verkaufen muss, waren klare Informationen zu der wirtschaftlich angespannten Situation in den USA und einigen Ländern Europas. Es ist in der Tat zurzeit nicht gut bestellt mit der noch führenden Wirtschaftsmacht USA. Von den Pleite-Kandidaten in Europa ( PIIGS-Staaten ) einmal ganz zu schweigen.

Da schauen viele Länder dieser Erde eher ein wenig ehrfurchtsvoll, denn neidisch, auf das bundesdeutsche Wirtschaftswunder des 3. Jahrtausend. Noch vor  einigen Jahren war das anders. Die BRD meldete über 4,5 Millionen offiziell geführte Arbeitslose. Die Dunkelziffer wurde sogar mit über 6 Millionen angegeben. Mitleidsvoll sahen die Iren, der einstige Keltische Tiger, der als Bettvorleger gelandet ist, die Engländer oder auch die Niederländer auf den lahmenden Gaul BRD herab.

Nachdem die HARTZ-Gesetze der Regierung Schröder zum Aufhänger für die Einführung von Billig-Jobs wurden, die Anzahl der prekären Arbeitsverhältnisse astronomische Dimensionen angenommen hatte, sollte nun ein umfangreiches Förderprogramm für ältere Langzeitarbeitslose, initiiert vom Hause der Ministerin Ursula von der Leyen, baldige Abhilfe für die unschönen Statistiken erbringen.

Da stampfte die Mutti aus Niedersachsen ein Maßnahmenkatalog zusammen, den es in der so komprimierten Form bislang nicht gegeben hat. Förderung, Förderung, Förderung! Bei solch geballter Ladung an Förderkraft verliert so manche zuständige Agentur für Arbeit schnell den Überblick. Was soll denn eigentlich gefördert werden? Der Arbeitslose oder die Agentur und deren jeweilige Erfüllungsgehilfen in Gestalt der ungezählten Anbieter von Fördermaßnahmen?

Diese und noch andere Fragen sollte die nun im Kurzhaarschnitt auftretende, blonde Ministerin in einem Beitrag der ARD, der gestern ab 21.45 Uhr gesendet wurde, beantworten. Dazu sollte es nicht kommen, denn die sonst nicht medienscheue Mutter von 7 Kindern, Macherin im Familienpolitikbereich und Meisterin der publicity-trächtigen darstellung der hauseigenen Kampfmittel gegen die Unbill des Kapitalismus, unterbrach die Ad - Hoc -Befragung schon nach kurzer Zeit.

In dem Film von Oliver Heinsch und Thomas Reuter wurde das Ammenmärchen der Bundesregierung, die ständig ein rosiges Bild von der Arbeitsmarktsituation der Älteren, die sie als die Gewinner am Arbeitsmarkt darstellen möchte, als Lügengebilde entlarvt.. Da wird behauptet, dass immer mehr ältere Arbeitnehmer wieder in eine Beschäftigung gebracht worden seien. Das zumindest wird von der  Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen gerne betont. Rente mit 67? Oder sogar Rente mit 69? Diese wird mittlerweile offen diskutiert. Doch die vermeintliche  Erfolgsgeschichte lässt sich schnell als Heißluftballon erkennen.
Denn der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt ist gerade an vielen älteren Arbeitslosen vorbeigegangen. Und das, obwohl sie gut qualifiziert, hochmotiviert und ständig auf Arbeitssuche sein müssen. Hierbei zeigt sich jedoch:  Wer über 50 ist und arbeitslos wird, gilt trotz aller Klagen über Fachkräftemangel noch immer als kaum vermittelbar. Die Politik hat teure 50-Plus-Programme aufgelegt, um gegenzusteuern. Zahlreiche Massnahmen, die den Betroffen wieder in den Arbeitsmarkt bringen sollen. Unternehmen, die Ältere einstellen, werden zudem grosszügig gefördert. Für keine Gruppe gibt die Bundesagentur für Arbeit mehr Beschäftigungszuschüsse als für die Älteren aus.
Doch viele dieser Maßnahmen sind sinnlos.  Um die vermeintlichen Erfolge zu kaschieren, tauchen viele ältere Arbeitslose, die verzweifelt einen Job suchen, in offiziellen Arbeitslosenstatistiken nicht auf. Denn wer sich zum Beispiel mit Minijobs über Wasser hält, wer in einer Massnahme ist, oder vom Ersparten lebt, der zählt nicht mit.

Dieser Bericht lässt eigentlich nur erahnen, mit welcher Akribie die Verantwortlichen aus dem Hause von der Leyen viele Statistiken schönen, um sich als Retter der  Alten. Armen und Arbeitslosen feiern zu lassen. Von der Leyen selbst hat nach dem Wechsel aus dem Familienministerium, als jetzige  Arbeitsministerin immer vollmundige Versprechungen abgegeben. Von einem " Jobwunder " war da die Rede, von einem " Aufschwung ", der allen Bevölkerungsgruppen zugute käme und von einer " nachhaltigen Politik " auf die die Bürgerinnen und Bürger vertrauen könnten. Leere Sprechblasen, dämliche Allgemeinplätze und dreiste Lügen.
Was von der Leyen allerdings erreicht hat, ist der Anstieg von schwachsinnigen Maßnahmen, die für viel Geld von privaten Trägern über die Bundesagentur für Arbeit vermittelt und finanzielle getragen werden.

Inhaltsloser Mist von einem Haufen, der von Jahr zu Jahr größer wird, weil die Anzahl der dortigen Scharlatane progressiv mit der Zahl der älteren Arbeitssuchenden wächst. Ob nun ein regelmäßiger Spaziergang am Rhein, der Mosel oder der Weser zwecks Muschelsuche, damit die Balance zwischen Leib und Seele wieder ausgeglichen wird und ein Bastelkurs, der die Aufrechterhaltung der Kreativität erreichen soll oder ein Grundkurs in der Anwendung moderner Kommunikationsmöglichkeiten am Beispiel des Facebook, sie alle sind reinrassige Produkte von ebenfalls arbeitslosen Pädagogen, Soziologen, Politologen und Philosophen, deren eigene Schicksale im Rahmen des auch so prekären Beschäftigungsverhältnisses bei den Gründer jener Anbieterfirmen mit der den regelmässigen Zahlungen durch die Agentur für Arbeit verknüpft sind.

Auch sie werden in wenigen Jahren zu der ansteigenden Gruppe der triple "A" gebrandmarkten zählen ( ARM, ALT,ARBEITSLOS ) die sich bei dem abgegeben Gewäsch aus dem Verantwortungsbereich der von der Leyen als quadruple " V "  vorkommen müssen ( VERARSCHT; VERDUMMT,VERGESSEN;VERLOREN ).   

Mittwoch, 24. August 2011

Carole King, die begnadete Mutter des Singer-Songwriter-Genre.

                                                                           (c)Linda D. Kozaryn-WIKIPEDIA
Der August verabschiedet sich so langsam von uns. Damit auch der Hochsommer und das öde TV-Sommerprogramm. Bei knackigen Temperaturen von über 30 Grad Celsisus und nächtlichen Werten über die 20 Grad-Marke, lässt er die nicht verwöhnten Urlaubsfrustrierten noch einmal richtig schwitzen. An eine geruhmsame Nacht ist - unabhängig von sonstigen in Betracht kommen Aktivitäten - nicht zu denken. Da traf es sich gut, dass das nach wie vor langweilige Abendprogramm einen richtigen Hingucker parat hatte.
Gemeint war nicht das einfältige Gekicke der schweizer Profifußballer des FC Zürich gegen den medial lobgehudelten FC Bayern München, dass bereits im Hinspiel entschieden wurde und dessen unerträgliche Kommentierung des wohl unter Drogen stehenden Wolf Dieter Fuß, bei einem neutralen Zuschauer die Frage nach dessen Honorarzahlung aufwerfen ließ, gemeint war auch nicht die schwachsinnige TV-Serie " Das Glück dieser Erde ", welche durch Sequenzen aus dem Lipizzanergestüt in Piber, bei so mancher verarmten Pferdefrau Zweifel an den eigenen Reitkünsten entstehen ließ und es war auch nicht der 25te Aufguß des historischen Romans " Robinson Crusoe " mit Pierce Brosman gemeint. Nein, der Knaller des Abends lief  ab 20.15 Uhr. auf ARTE. Jenem französisch-deutschen Gemeinschaftssender, der sich mit seinem Programm häufiger von der Masse der Verarschungskanäle mit ihren Soaps und sonstigen Formaten für intellektuelle Tiefflieger aus den Reihen der Genration Arschmade, wohltuend absetzt.

Unter dem Titel " Grace of my herat " zeigte ARTE einen Film, der die Historie der populären Musik ab Mitte der 50er Jahre aufzeichnet. In Anlehnung an die exzellente Songschreiberin Carole King, wird ein zeitkritischer Rückblick auf jene Zeit geboten, in der die als Edna Buxton benannte Hauptakteurin sich von den Fesseln ihrer reichen Herkunft löst, um ihr eigenes Leben zu gestalten. Buxton, dargestellt von Ilena Douglas, erhält schon bald den Künstlernamen " Denise Waverly " und versucht sich zunächst als Sängerin in einem kleinen Wettbewerb um einen fiktiven Plattenvertrag. Schon kurz danach muss sie - obwohl Siegerin - sich erklären lassen, das die Plattenfirma keine weiblichen Interpreten in dem Genre sucht, da derartige Platten nicht abzusetzen seien.
Enttäuscht und frustriert gerät sie - eher zufällig - an den Plattenproduzenten Joel Millner, einem kreativen Oberchaoten, der sein Label " Brill Records " nennt und sich eher schlecht als recht durch die Zeit und den Markt quält.

Er puscht Denise zu wahren Höchstleistungen und landet mit ihren Songs einige Nummer Eins - Hits. Die 50er, gekennzeichnet durch schmalzige Liebessongs, die von Formationen wie den Everly Brothers, den Drifters oder den IsleyBrothers oder durch jazzige bis bluesigen Interpreten ( Rhytm &; Blues )sowie durch Country &; Western- Musik, wurde alsbald durch den Rock &; Roll abgelöst. In jenem Zeitfenster beginnt die Karriere von Denise. Sie schreibt viele Lieder für andere Musiker, ehe sie selbst ein Album vorlegt, dass aus eigens komponierten und gesungenen Stücken besteht. Zwischenzeitlich verliebt sie sich in einen Musiker, von dem sie kurz darauf ein Kind bekommt. Trotz der Schwangerschaft und der späteren Mutterpflichten arbeite Denise weiter in ihrem Beruf und wird immer erfolgreicher. Eine weitere Schwangerschaft unterbindet sie durch eine ( illegale) Abtreibung, weil sie bereits zu diesem Zeitpunkt bemerkt, dass die Ehe nicht mehr richtig funktioniert.
Der eigene Mann indes kann wohl den steilen Karriereanstieg mit seinem Ego nicht vereinbaren und betrügt sie mit einer anderen Frau. Denise ertappt das Paar inflagranti und trennt sich von ihm.
Nach der Scheidung verliebt sie sich in einen verheirateten und erheblich älteren Rundfunkjournalisten, der nach eine längeren Affäre mit Denise, aus beruflichen Gründen New York verlässt.

Das veröffentlichte Album von Denise wird nicht mehr fertig gestellt. Obwohl es von einem begnadeten und jüngeren Kollegen begleitet und produziert wird, denn "Brill records " geht pleite und Denise setzt sich mit  ihrer neuen Flamme nach Malibu in LA /Kalifornien ab. Hier erlebt sie traumhafte Jahre mit ihrem dann Ehemann, ehe dieser sich, bedingt durch schwere Depressionen und exzessiven Drogenkonsum in den Endsechziger Jahren das Leben nimmt. Zusammen mit einerFreundin und deren Kinder lebt sie später als Hippie auf einer Farm und verdingt sich mit eigenen Gemüseanbau.
Plötzlich erscheint - wie Phoenix aus der Asche - der einstige Plattenproduzent Joel Millner, der sie wohl seit längerem gesucht hat und überredet sie, endlich ihr eigenes Album zu produzieren. Dieses wird unter dem Titel " Grace of my heart " ein sensationeller Erfolg.
Denis´ Leben gerät wieder in die Spur und sie schreibt für Joel und dessen unter Vertrag stehenden Musikern viele weitere, durchaus erfolgreiche Stücke.

" Grace in my heart " gibt einen vollständigen Rückblick auf jene Zeit, jene Ära, in der Musik nicht oder noch nicht mit gigantischen Geldsummen produziert wurde. In der Talente nicht in blödsinnigen Castingshows verheizt wurden. In der der Computer kaum eine Rolle spielte und die Technik eher überschaubar war. Ein exzellentes Gemisch aus Melodram und Musikhistorie, in dessen Mittelpunkt eben die leicht abgewandelte Biographie der US-Singer-Songwriterin Carole King steht.
Sehr überzeugend werden die Rollen von John Turturro, Matt Dillon und Erich Stolzt gespielt. Ein überraschendes Wiedersehen gibt es auch mit dem " Easy Rider " Peter Fonda als kiffender Guru und verkappter Seelenklempner.

Einst waren die Songs von Carol King sehr gefragt, dann gönnte sich die bald 70jährige eine längere künstlerische Pause, ehe sie in den 2000er wieder auf Konzerttournee ging und dabei weitere Alben veröffentlichte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Carole_King

Carol King ist eine begnadete Komponistin, Sängerin und Singer-Songwriterin, da können sich viele Kolleginnen und Kollegen eine dicke Scheibe abschneiden.


   

Bhagwan - Bayern - Bauern.

                                                                                                  (c)Perku-WIKIPEDIA

Als Produkt der Kriegsgeneration, die sich als 20er bis 40er Jahrgänge des abgelaufenen 20. Jahrhunderts der sicheren Rente entgegen gearbeitet hat, durfte ich die Irrungen und Wirrungen der 68er in den 70er und der  60er in den frühen 80er, haut nah miterleben. Selbst gut auf die eigentlich wichtigen Dinge des Lebens durch ein strebsames Elternhaus vorbereitet, gelang es mir schon bald, meine eigene Sichtweise von gesellschaftlichen Änderungen zu erhalten. Wer nichts lernt, ist nichts wert. Wer nichts wert ist, der hat nichts. Wer nichts hat, ist ein Wertloser. Der göttliche Dreiklang in den Jahren der WiWu-BRD, der Edelfresswelle und der Reiseorgien,galt für einen Sproß aus einem Malocher-Haushalt alle Male. Deshalb war ich gezwungen, schon bald, nämlich nach dem fest stand, dass es eine staatliche Unterstützung in Form der Bundesausbildungsförderung, kurz BaFöG, vulgo SparFöG, für mich nicht und später nur zum Teil gab, mit meiner eigenen Hände Arbeit das notwendige Brot zu verdienen. Unter den kapitalistischen Bedingungen der eigenen Reproduktion bedeutete dieses: " malochen "!

Deshalb hob ich in den Semesterferien meinen Allerwertesten und ging in die Niederungen der arbeitenden Bevölkerung. Wenn auch die Bandarbeit im 3-Schicht-Betrieb einer Glashütte keinen rechten Spaß bereitete, so war mir bereits zu diesem Zeitpunkt klar: " wat mutt, dat mutt!"

Auch die 3-Schicht-Maloche in der Niederlassung des weltgrößten Herstellers von Ceralien, der Firma " Kellog´s " war nicht die wahre Freude. Immerhin hatte ich mich jedoch dazu noch im Umfeld von Gleichgesinnten und armen Schluckern aus dem akademischen Subproletariat zu begeben, deren "linke" Sichtweisen der Probleme jener Gesellschaft aus den frühen 80er Jahren und  deren sofortige Lösung mittels ihrer kritikbedachten Weltverbesserungstheorien waren mir schon bald ein Graus waren. Wer bestraft mich mit jenen Unmenschen zusammen arbeiten zu müssen, die der Gemeinschaft - ideologisch betrachtet - längst abhanden gekommen waren und deren entrückte Sichtweisen kaum nachvollziehbar waren?
Nun, es war weder der liebe Gott im Himmel, noch ein Plagiat in Form eines Dieners oder so gar ein Kanzlerkandidat der CSU mit dem zünftig, bajuwarisch klingenden Namen Dr. (h.c.) Franz - Josef Strauß ( im Kürzel seiner unzähligen Gegner nur "FJS " geschmäht ). Es war ich selbst, der sich in den Dunstkreis der Verdammten dieser Erde hinein begab, um dort möglichst schnell, mit genug Geld auf dem Konto, wieder auszusteigen.

Während ich von Montag bis Freitag / Samstagmorgen Pappkartons, deren Inhalt das aus Mais hergestellte, Karies fördernde und beinahe aus reinem Industriezucker bestehende Morgenfrühstück aufstapeln durfte und dafür relativ gut bezahlt wurde, stand plötzlich ein ebenso langhaariger, jedoch mit einem Kraut - und Rübenbart bestückter, recht fülliger Soziologiestudent vor mir, der einen orangen Overall und ein gleichfarbiges Halstuch trug. "Heidewitzka, wo haben sie den entlassen? ", dachte ich noch bei mir, als er bereits von dem Schichtleiter vorgestellt wurde. " Dann man tau! " Immerhin hatte er keine "linken" Hände und ein "Ultra" schien er auch nicht zu sein. So rätselte ich noch ein wenig darüber, was es denn mit seinem orangen Outfit auf sich haben könnte. Fragen wollte ich ihn nicht. So gingen wir denn nach Schichtende getrennter Wege.

Weil ich damals häufiger zum Platten kaufen in das Bremer " Viertel " ( Ostertor/Steintor ) fuhr, dort meinen R 4 in eine der immer zu geparkten Seitenstraßen, dort in eine der manchmal vorhandenen Parklücken, einfuhr und dabei - auch regelmäßig - an dem Kino im Viertel mit Namen "Schauburg" vorbei kam, konnte ich des Rätsels Lösung zu der orangen Kleidung alsbald lösen. In einer Vorschau zu einem im Programm befindlichen Film wurden Bilder über den Bagwhan in Poona gezeigt. Und, da liefen viele Menschen in oranger Kleidung umher. "Aha, da gehört der Bursche also hin. ", stellte ich zufrieden fest.
Kaum hatte ich die Information erhalten, kam es am folgenden Montag zu einer Diskussion mit dem erkannten Jünger des Heilslehrers Bhagwan. Ich wollte ihn nicht als Fan eines Scharlatans bloß stellen, aber meine Meinung über diesen Humbug musste ich einfach los werden. Das war´s dann schon bald danach mit dem orangenen Mann. Der flog, nachdem er genug Kohle gemacht hatte, zu seinem Vorbild zurück. In die dortige Kommune der Orangen. Was aus ihm geworden ist, habe ich nie erfahren können.

Die Jahre verflogen, längst hatte ich diese kurze Episode in meinem eigenen Leben abgelegt.Auch die beiden "SPIEGEL "-Titel aus den Jahren 1981 und 1984 sowie das "SPIEGEL"-Interview mit dem " Gesegneten", dem Bhagwan Shree Rajneesh, in seinem Domizil im indischen Poona aus dem Jahre 1984, waren aus dem Kurzzeitgedächtnis zugunsten sinnvollerer Informationen in das Archiv verschoben worden. Sannyasins, dass waren für mich verblendete Spinner, deren spiritueller Mumpitz nicht einmal ansatzweise mit meinen Lebensinhalten vereinbar war.
Poona, der Bhagwan, der sich später Osho nannte, waren deshalb nicht nur geographisch weit weg.

http://de.wikipedia.org/wiki/Osho

Das dort eine Sekte ihren nicht genormten Auffassungen vom eigenen Leben nach ging, wurde spätestens durch die Medienberichterstattung publik. Im immer noch intoleranten Westdeutschland der 70er Jahre wäre das Praktizieren solcher Lebensformen kaum denkbar, ohne dass die staatlichen Repressalien sofort einsetzen. Schon allein deshalb gründete der Bhagwan sein Ashram in Poona und nicht in ihren einem Ort in Europa, Deutschland oder Bayern.

Dennoch hatte er in einigen Teilen der BRD-Bevölkerung regen Zulauf. Seine Anhänger blieben - spätestens nach dem "SPIEGEL"-Bericht nicht mehr unbeobachtet. Wer Orange trug, sich mit einer Halskette auf dem das Konterfei des Gurus in einem Anhänger zu betrachten war und dann spirituellen Nonsens von sich gab, der durfte damit rechnen, alsbald vom Verfassungsschutz beobachtet oder von schwachköpfigen Nachbarn bei den Behörden angezeigt zu werden. Sektenmitglieder hatten einst in der von den beiden großen Kirchen beherrschten Normgesellschaft keine Chance.

Nun, der große Meister verstarb 1990 im Alter von 58 Jahren. Zuvor hatte er ein mehr als feudales Leben geführt. Er leistete sich eine Reihe von Luxuskarossen der Nobelmarke Rolls Royce, ließ sein Sannyasins in dem Ashram nur für Kost und Logis malochen und war aber auch den materiellen Zuwendungen - gleich welcher Art - nie abgeneigt. Ganz zu schweigen von seinem privaten Harem, dass er aus der Masse der nach Inhalt suchenden Frauen rekrutierte. Zwar hatte die Hippie-Bewegung der 60er Jahre bereits die Freie Liebe propagiert, jedoch galten die dort zelebrierten Lebensformen eher als anti - hierarchisch. Ebenso spielten materielle Vorgaben eine unter geordnete Rolle.

Das war in Poona anders. Der große Bhagwan ließ sich in seiner Edellimousine vorfahren, machte dem orangen Fußvolk seine Aufwartung, produzierte sich anschließend in den Sitzungen über spirituelle Handlungen und verschwand wieder. So manche Anhängerin aus gutem und reichem Hause war verzückt von dessen angeblicher Ausstrahlungskraft. Auch bei den männlichen Orangen hinter ließ er einen tiefen Eindruck. So wurden aus materielle verzogenen Wohlstandsabkömmlingen lammfromme Sannyasins. Viele gaben dabei ihr bisheriges - eher bürgerliches - Dasein auf; noch mehr Anhänger gaben dem Bhagwan ihr gesamtes Geld und Vermögen.

Als der "Gesegnete ", der selbst ernannte Guru 1990 verstarb war die Sekte von Poono in ein Nest im US-Bundesstaat Orgeon umgezogen. Hier brachen sofort Machtkämpfe um seine Nachfolge los und es gab natürlich viel Zwist um den schnöden Mammon. Der große Meister hatte nämlich ein Millionenvermögen hinter lassen, dass es galt, aufzuteilen. Einige Jahre nach dem Tod des Bhagwan löste sich dessen Sekte in Wohlgefallen auf. Was blieb, waren endlose Prozesse um Geld und Sachwerte aus seinem Nachlass.

Wenn das Weltliche, der dem Menschen immanente Drang nach Statussymbolen auf Spiritualität trifft, entsteht eine hoch explosive Melange, bei deren Implosion selbst in einem winzigen Ashram kein Auge trocken bleibt.    

So  verläuft sich die Spur des Bhagwan Shree Raineesh in der großen Wüste der unendlichen Zeit, ohne dass für die Mehrheit der Weltbevölkerung dessen Name je von Bedeutung war oder sein wird. So wie ich die einstige orange Sekte aus dem Sinn verloren hatte, wäre es vielleicht nicht erforderlich gewesen, hierüber einen Post abzufassen. Dieses wurde allerdings durch einen Werbespot in den Öffentlich Rechtlichen zur Vor-Tagesschau-Zeit geändert, der einen ab August 2011 in die Kinos, dieses, unseres Landes, zu einem Eintrittspreis ab 8,50 €, anlaufenden Film lobpries.

" Sommer in Orange " nennt sich das Machwerk.Eine Hommage auf den Bhagwan und seine Sannyasins als Filmkomödie. Wäre der Schwachsinn wirklich als Spielfilm gedreht worden, er hätte sogar einen Preis für eine historisch bedeutsame künstlerische Leistung verdient. So aber, also mehr als 37 Jahre nach Gründung des Ashram in Poona, 30 Jahre nach der "SPIEGEL"-Berichterstattung und mehr als 20 Jahre nach dem Tod des Meisters, wirken die in dem Schundstreifen produzierten Gags nicht einmal witzig. Was soll aus einem Drehbuch werden, in dem Aussteiger aus dem einst zweigeteilten Berlin in die bayrische Pampa ziehen, um dort ihrem abgedrehten Lebensvorstellungen freien Lauf geben zu wollen? Nichts! Wenn Preußen auf Bayern stoßen, brennt schon die Luft. Wenn Berliner auf Bauern in Bayernś Wallachei stoßen, gibt es meistens handfesten Streit. Die im einstigen FJS-Land der 70er und 80er Jahre dominierende landläufige Meinung über Nicht-Bayern, über Hngźugźogene, über Sau-Preißń definierte die CSU und bekam als Dank für ihr faschistoides Kampfvokabular regelmäßig zwischen 70 bis 90 % der Wählerstimmen.

Bayern war einst CSU, die CSU war einst Strauß, Strauß war einst ein Dämagoge! Im Sinne dieser - immer mit Gottes Hilfe über die Katholische Kirche vermittelt - Dreifaltigkeit handelten die Bauern in Bayern. Warum also - im Namen des Bhagwan - die Wahnvorstellungen seiner Anhänger ausgerechnet im Bauern-Bayernland umsetzbar sein sollen, vermag der Film nur durch verhohnepipelnde Handlungen zu erklären. Eine ernsthafte, cineastische Auseinandersetzung mit den nach Inhalten suchenden, verzogenen Bürgersöhnen und Töchtern aus gut situiertem Hause würde bei dieser Konstellation wohl kaum möglich sein, ohne die Realitäten aus der damaligen Zeit nicht knallhart aufzuzeigen. Fremdenhass, Intoleranz und Dummheit, gepaart mit Provinzialismus sowie einem am Existenzminimum geführtes Landleben in Bayern hätten nämlich dabei schonungslos dargestellt werden müssen.

Dann schon lieber ein Slapstick-Film ohne Anspruch,denn da soll ja gelacht und nicht vor Scham geweint werden.


http://de.wikipedia.org/wiki/Sommer_in_Orange

Dienstag, 23. August 2011

Alkohol? Nein, danke!

                                                                                          (c) David 2212-WIKIPEDIA

Kurz bevor ich heute den Rasen wieder in die übliche Fasson bringen konnte, hatte ich mich mit der Beseitigung des Grünspans auf dem Fenstersims zu befassen. Dank des wunderbaren Sommers 2011, der uns über 6 Wochen mit Dauer - und Starkregen so richtig glücklich gemacht hat, waren grüne Ablagerung auf der rauhen Steinoberfläche entstanden, denen ich nun mittels Regenwasser, einer Bürste und einer ordentlichen Portion Muskelkraft an den Kragen gehen wollte. Ohne großes Federlesen legte ich los und stellte dabei - eher aus einer Laune heraus - einmal wieder den Deutschlandfunk (DFL ) an. Der einstige BRD-Propagandasender aus Köln, der sich während meiner Kindheit und der Jugendzeit durch Operettenmusik, Musical-Geplärre und zünftiger, prä-faschistischer Marsch - sowie Blasmusik aus den " verloren gegangen Ostgebieten rund um das Egerland oder den feindlichen Inlangsgebieten südlich des Weißwurst-Äquators hervor tat,dabei unterbrochen von Verkehrsnachrichten aus Westdeutschland sowie Meldungen aus Deutschland ( beide Staaten ) und der großen, weiten Welt, gehört auch heute nicht zu meinen gehörten Spartensendern.

Inzwischen etwas aufgehübscht und nicht mehr  so deutlich erkennbar CDU/CSU nah in dem Nachrichtengedöns, berichtet der DFL in den Nachmittagsstunden über Ereignisse aus Germania. Ein Beitrag ließ mich etwas genauer hin hören.

Da wurde berichtet, dass ab dem 1. September 2011 in den Fahrzeugen der Hamburger Verkehrsbetrieb ein absolutes Alkoholverbot eingeführt werden soll. Wieso das? Gehört es nicht eigentlich zum guten Ton, dass der durchschnittliche Hanseat sein tägliches Quantum an verkaufsfähigen Drogen in flüssiger Form in den eigenen vier Wänden konsumiert? Warum soll denn nun ein Alkoholverbot eingeführt werden?

Beim weiteren Zuhören wurde mir der Grund mundgerecht serviert. Seit vielen Jahren gibt es in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Millionenstadt nicht unerhebliche Probleme mit Betrunkenen und solchen Fahrgästen, die es während der Tour noch werden wollen. Da sind schon mal aufgeschlitzte Sitze zu beklagen, die von den Radaubrüdern malträtiert wurden; es gibt Pöbeleien, Prügeleien und sonstige unfeine Begleitumstände, wenn der HSV-Mob, die "Freezer"-Fans oder die " St. Paulianer " sich zum Saufgelage in den Bahnen zusammen rotten. Dem soll nun ein Ende bereitet werden.

Angeblich kann durch das Alkoholverbot, dass exakter wohl Alkohol-Trinkverbot heißen müsste,eine Reduzierung der Straftaten, wie Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung, um sage und schreibe 50 % erreicht werden. Angeblich?
Weil Vandalismus häufig mit Alkoholkonsum in Verbindung zu bringen ist, haben die Hamburger Verkehrsbetriebe nun die Notbremse gezogen.
Neben dem Sachverbot, das bereits vor vielen Jahren eingeführt wurde,folgt ein weitere Einschränkung als Konsequenz der längst um sich greifenden Unvernunft.
Damit lassen sich zwar die oft voll trunkenden Anhänger diverser Sportvereine nicht aus den Zügen der HVV verbannen, aber die Hinterlassenschaften in Form von leeren Bierkisten, Flaschen und Dosen werden vielleicht bald der Vergangenheit angehören. Und weil dann auch weniger Anlass besteht, sein überschüssiges Wasser auf dem Depardieuśchen Wege abzugeben, riecht es alsbald weniger nach Chemie.
Denn mit klaren Regenwasser, so wie ich es zum Beseitigen des Grünspans benutzt hatte, war und ist den Unmengen an menschlichen Hinterlassenschaften dort nicht mehr beizukommen. Und als ich - nach dem Ende des Berichts - meine Schweiß treibende Arbeit, sinnbildlich über 600 Kilometer weiter nördlich transportiert hatte, kam mir der Gedanke an die vielen unter bezahlten Reinigungskräfte, die im Auftrag der Freien Hansestadt sich mit den Zivilisationsmüll der Neandertaler der Neuzeit täglich herum zu quälen haben. 

Nun wusste ich das Alkoholverbot der HVV auch richtig zu schätzen.

Montag, 22. August 2011

Schule hat angefangen!


                                                                                                                       (C) Hans Lachmann
Am Samstag, den 20. August 2011 sollte nun der Ernst des langen Lebens für ca. 32.000 Mädchen und Jungen im süd-östlichsten Bundesland der Bundesrepublik beginnen. Schuleinführung! Was für ein bedeutungsschwangerer Begriff für ein bedeutungsloses Prozedere, dass sich von Jahr zu Jahr, wie der Glockenschlag der Turmuhr mindestens ein Mal zur vollen Stunde wiederholt. Da standen an den Schulgebäuden ab 9.30 Uhr viele jüngere, subalternde und mehr noch ältere Damen und Herren - häufig im feinen Zwirn - und warteten - meistens schnatternd wie eine Gänseschar -  auf den Einlass in die gute Stube. Was sich für das verzogenen Ein-Kind-Monster dann anschließend noch so ereignete, lässt sich - kurz und knapp - mit viel Wind um Nichts umschreiben.

Ein Schulleiter - manchmal eine Schulleiterin - sendete würdevolle Worte in den Raum, der oft zum Bersten mit Erwachsenen gefüllt war. Das Verhältnis von Einschüler/in zu begleitenden Eltern und Verwandten kann da schon locker mit 8: 1 oder darüber hinaus festgestellt werden.
Teilweise waren vier Generationen am Start in den neuen Lebensabschnitt.
Nach vielleicht einer 1/ 2 Stunden war der Spuk vorbei.

Das erdrückende an dem Tag waren aber nicht die vielen Erwachsenen sondern deren materielle Zuneigungsaktionen. Eine Unzahl von Schultüten pflasterten den Weg des Kindes zum Sitzplatz an der reich gedeckten Tafel. 
Im frisch gewaschenen, Hochglanz polierten und auf Abzahlung gekauften Gr0ßraumfahrzeug ging es zurück nach Hause. Ins traute Heim, wo bereits der nächste Konsum-Niederschlag wartete. da wurde reichlich Flüssignahrung aufgenommen und es blieben ganze Flaschen im Laufe des Abends leer zurück. Mit steigendem Alkoholpegel wurde dann auch die sonst verkrampfte Stimmung etwas gelöster. Der Onkel Gustav beobachtete nun nicht mehr den Onkel Manfred und dieser nicht mehr den Onkel Maik mit argwöhnischen Blicken, ob der nicht vielleicht doch zu dick aufträgt.

Im Sinne des Weingeistes und Bierbauches sowie der Schnapsnase durfte nun geplaudert werden. So manche Einschulungsfeier verkommt dann zum Saufgelage und bringt dem anwesenden Nachwuchs damit nichts. Aber, das Aufrechterhalten der schlechten alten Tradition sei Dank, lässt die Sauforgie zumindest de Kassen der Getränkemärkte klingeln.

Ob nun ein abendliches Tischfeuerwerk oder eine richtige Raketenparade oder ob ein Schultüten- Tsunami, die " I-Dütze " werden bis zum Abwinken verwöhnt. Ein Ende der Materialschlacht um den Ein-Kind-Nachwuchs ist nicht in Sicht. Da mokierte sich - überwiegend zu Recht - die sächsische Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange in der Samstagsausgabe der Sächsischen Zeitung ( SZ ) über jene ungerechte Verteilung von Zuwendungen, über die Ausgrenzung vor der Einschulung durch die Größe der Wundertüte und deren Inhalt und über die kostspieligen Feiern zur Schuleinführung. Na, da könnte aber doch glatt gesagt werden, dass es den HARTZ IV-Empfängern ermöglicht wird, jenen schulischen Bedarf zuvor zu beantragen. Und wenn der Amtsschimmel dabei wiehert, eben nicht klein beizugeben.

Was natürlich nicht als Kosten übernommen wird, sind die Privatfahrten des Elternteils von der Wohnung bis zum Schulgelände, wo dann so manche Mutti in ihrem chicen Zweitwagen bis zur Eingangstür fährt, um das verwöhnte, oft schon übergewichtige Kind dort abzusetzen, anschließend - mit aufgesteckter Designer-Sonnenbrille im getönten und geföhnten Haar - ein sinnfreis Schwätzchen mit der ebenfalls aufgebrezelten Nachbarin zu führen und bei dieser Gelegenheit über den Ostseeurlaub oder die 10 Tage Mallorca zu protzen. Heiliger Bimbam, wie weit ist diese Gesellschaft gesunken, dass der Nachwuchs einen eigenen Schul-Shuttle-Dienst in Anspruch nehmen muss, um nicht gleich als Verlierer dazustehen?

Ach ja, da gibt es dann auch noch die obligatorischen Hinweise der Deutsche Verkehrswacht, die da - alle Jahre gleich - lauten: " Schule hat begonnen! ", um den rasenden Elternteil noch kurz vor dem Schulgebäude ins Gewissen zu reden, dass auch der eigene Nachwuchs im rollenden Wohnzimmer irgendwann auch ein Normalo wird, nämlich ein Fußgänger. Wie schön!

Sonntag, 21. August 2011

Primera Division en quiebra?


                                                                                   (c) www,tooco.com

Da brat mir doch Einer einen Storch? Als ich gestern die Nachricht von dem Streik der Spieler zum Auftakt der Saison 2011/2012 in der Premera Divisíon hörte, glaubte ich meinen Ohren und Augen nicht zu trauen. Wie,denn? Die Millionarios aus der 1. Liga des Weltmeister wollen ihre High Tech-Fußballstiefel nicht anziehen, um schwitzend dem Ball und dem Gegner hinterher zu laufen. Schon vor ca. 6 Monaten hatten die Profis entsprechende Anwandlungen, als sie am 30. Spieltag der abgelaufenen Saison die Verantwortlichen der Liga unter Druck setzen wollten, um mehr Fernsehgelder für die Vereine zu kassieren. Eigentlich wäre das Ansinnen - mit Blick auf die Wirtschaftskrise in Spanien - ein Affront gegenüber den anderen Gebeutelte im Lande. Da es der Mehrzahl der Klubs bereits zu diesem Zeitpunkt finanziell schlecht ging, sollte die geforderte Neuausrichtung bei der Verteilung der Fernsehübertragungsgelder eine zunächst drohende Pleite verhindern.

Viele Medien berichteten in der Folgezeit von einem Erpressungsversuch der spanischen Fußballklubs. Tatsächlich krochen diese aber schon vor einigen Monaten buchstäblich auf dem Zahnfleisch und benötigten dringend eine Finanzspritze. Deshalb sollte nach dem Ansinnen der Mehrzahl der Fußballvereine in der 1. und 2. Liga das wöchentliche Gratisspiel bedingungslos abgeschafft werden, um mehr Einnahmen aus den Übertragungsrechten zu erzielen. Ein untauglicher Versuch, auch noch von der Allgemeinheit neben den teuren Eintrittskarten, den teuren Abonnentenverträgen für die Live-Spiele im Privat-TV, weitere Millionen abzukassieren.

Der jetzige Streik basiert allerdings auf anderen Umständen. Bis auf den FC Barcelona und Real Madrid haben alle anderen Vereine aus der 1. Liga erhebliche Schulden aufgetürmt. Nach einer Berechnung des Fußballverbands betragen die Verbindlichkeiten 4 Milliarden Euro. Damit sind die Fußballklubs bis unter die Halskrempe verschuldet. Es droht die Pleite. Da die Masse der Klubs zum Teil mehrere Monate lang keine Spielergehälter gezahlt haben, sprachen sich jetzt 200 Fußballprofis für einen Streik zum 1. Spieltag der neuen Saison aus. In den Gazetten kursierte eine Summe von 50 Millionen Euro, die spanische Vereine ihren Fußballern schulden.

Ein nicht unerheblicher Betrag, wenn jenen Vereinen jetzt bereits die Insolvenz droht. Die Gründe hierfür sind längst bekannt: Seit vielen Jahren beherrschen Real und Barca die Szenerie in Spanien, zeitweise in Europa und der Welt. Da mussten die anderen Vereine personell aufrüsten, um überhaupt eine Chance zu bekommen, im Wettbewerb der nationalen sowie internationalen Titel mit halten zu können. Neue Spieler sind meist sehr teuer. Diese verlangen zudem enorme Gehälter, die zu den Ablösesummen zu zahlen sind. Selbst mit Werbeverträgen und über Sponsoren können exorbitante Kosten für die Neuverpflichtungen nicht gewuppt werden. Ergo: Der Verein verschuldet sich immer mehr!

Jetzt droht den Vereinen in Spanien der Kollaps. Ohne Spiele kann kein Geld verdient werden. Ohne Geld können keine Gehälter gezahlt werden. Ohne Gehalt werden keine Spieler mehr auflaufen. Ein Teufelskreis eben!
Arme Vereine, wenn die Zukunft schwarz aussieht. Schade für den Fußballfreund, denn in Europa gelten diese Klubs als attraktiv, weil sie eben auch so spielen!

Freitag, 19. August 2011

Kojak, Columbo,Derrick, die Galionsfiguren im Krimi - Genre der 70er Jahre.

                         
                                                                      (c) WIKIPEDIA

Der gemeine TV-Glotzer muss noch mindestens 3 Wochen ausharren, ehe ihm endlich wieder Frischware aus den Studios der Fernsehanstalten kredenzt wird. Leider sind die Wiederholungsorgien trotzt des drastischen Gebührenanstiegs seit den 70er Jahren ein jährliches Ärgernis. Da schweifen manche Gedanken in eben jene Zeit ab, als das GEZ-finanzierte Öffentlich-Rechtliche noch für eine gewisse Qualität bürgte. Da waren die Krimis noch wirklich mit nachvollziehbaren Handlungssträngen versehen und ohne großartigen technischen Schnick-Schnack versehen. Kein SEK stürmte zum xten Male irgendeine Bruchbude oder eine Villa, in der ein Schwerverbrecher vermutet wird. Der Kommissar war noch eine Respektperson, die nur von den Halunken größeren Kalibers angegangen wurde. Er zeigte sich auch nicht sofort schießwütig, wenn ihm ein gestellter Missetäter an die Wäsche wollte.

Zu den Großen ihrer Zunft zählten einst Theo Kojak, der von Telly Savallas gespielte glatzköpfige Lieutenant der New Yorker Polizei, der seinen Einsatzort in Manhattan hatte. So hieß auch die Serie, nämlich " Einsatz in Manhattan ". Sein Markenzeichen war damals der rote Lolli, den er sich immer vor seinem Auftritt in den Schmollmund steckte. Theo Kojak jagte Gangster und stellte sie über mehr als 5 Jahre von 1973 bis 1978. Die bunte Serie lief einst im Ersten und gehörte zu dem Pflichtprogramm jedes BRD-Haushalts mit Farbfernsehgerät.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kojak_%E2%80%93_Einsatz_in_Manhattan

Der gute Telly Savalas ist jetzt seit über 17 Jahre tot. Er verstarb 1994 in den USA. Geblieben sind die Erinnerungen an einen Schauspieler, der eine Zeit lang das Abendprogramm der ARD prägte.

                                                                   (C) WIKIPEDIA

Ähnlich wie der schrullige Inspektor Columbo, der von dem US-Darsteller Peter Falk gespielt wurde. Columbo trat als eher vertrottelt auf, ließ seine Gegner in dem Glauben, dass sie ihm intellektuell überlegen seien und schlug dann mit einer brillanten Logik und einem berufsbedingten Scharfsinn zu. Die Serie lief von 1971 bis 1978 in der ARD und machte den kauzigen Columbo zu einem Fernsehstar.

http://de.wikipedia.org/wiki/Columbo

Seine eigensinnigen Auftritte bei seinen gespielten Einsätzen, zu denen er regelmäßig mit einem alten Peugeot 403und seinem Basset mit Namen "Hund" vorfuhr,ließen ihn als Anti-Helden werden. Zudem trug er ständig einen völlig zerknitterten Lodenmantel.

Auch Peter Falk ist inzwischen verstorben, Er wurde 83 Jahre alt.

Der dritte im Bunde der 70er Jahre Krimi-Helden ist Horst Tappert als Kommissar " Derrick". Ein eher biederer, scharf gescheitelter und mit Pomade im Haar auftretender TV-Serien-Darsteller, der in München ermittelte. Meist in der feinen Spießergesellschaft. Oft waren es Mordfälle, die Tappert als " Derrick " zusammen mit Fritz Wepper als " Harry Klein " zu lösen hatten. Bieder gemacht, mit langweiligen Dialogen und öden Handlungssträngen, die kaum ein Ende zu nehmen schienen. Das Rentnerprogramm ließ " Derrick " sage und schreibe 24 Jahre gewähren und sendete 281 Folgen des öden TV-Krimis, der seinen regelmäßigen Sendeplatz am Freitag ab 20.15 Uhr erhielt. Tappert verschwand 1997 in der Versenkung und versuchte sich auf Bühnen als Schauspieler. Er starb vor 3 Jahren in einem Kaff bei München im Alter von 85 Jahren. Sein Kollege " Klein " war ähnlich bieder. Diese Rolle passte zu Fritz Wepper, der seit vielen Jahren, GEZ-Zwangsgebührenempfänger ist und mit verblödeneden Rollen in Schwachsinnssendungen a'la'" Um Himmels Willen " den Zuschauer abnervt. Auch seine alimentierte Tochter ist in einem ähnlichen Umfeld bei der ARD in gut bezahlten Händen.

Da lobe ich mir die beiden US-Serien aus den 70er, denn da war mehr Pep enthalten. Zudem wurden Kojak und Columbo noch durch einen Song des US-Interpreten Harry Nilsson geehrt:


Well, it's a little late for Christmas but have one anyway
And while I'm on the subject, baby, have a happy birthday
How's your father ? How's your mom ?
Don't it make you itch a little when you know they've got the bomb ?
Boy, it's been weird out here lately but I guess that's OK too
'Cause television is here to save us and tell us what to do.

Kojak, Kojak, Kojak,Columbo
Sell me an old one, sell me some gumbo
Tell me a new one, at least once a night
Show me an old one but don't turn out your love light.

You've got nineteen inches, baby, and that's a real good size
I could lie there on the floor and just look at you all night long
I could just twist your knobs right off and fool around with you
I don't need no TV guide to tell me what to do.

Kojak, Kojak, Kojak,Columbo
Sell me an old one, sell me some gumbo
Tell me a new one, at least once a night
Tell me an old one but save out your love light.

Ah, and when I get too old, too old to rock and roll
I'll sit in my unrockin' chair, babe, and use my remote control.

Kojak, Kojak, Kojak, Columbo
Sell me an old one, sell me some gumbo
Tell me a new one, at least once a night
Show me an old one but don't turn out your love light.

You've got nineteen inches, baby, that's a real good size
I'd like to poke my eyes inside you, baby, and just look around
I love your cute little rabbit ears, I love your cable and your box
And when I turn out the light at night, baby, I hope that light never stops
Your love light, Kojak.


Nun, ja, Weihnacht ist noch ein Stückchen hin, aber vielleicht lassen sich schon diverse Geschenkideen umsetzten, den die beiden amerikanischen Kultserien können als DVD-Sammlungen wieder auf die Mattscheibe des LCD - und Plasma-Monsters gebannt werden. Es lohnt sich.

Land unter!

                                                                                               (c) C.Clark-WIKIPEDIA

Ein plattdeutsches Lied, exzellent dargeboten von dem Ex-"Rattles"-Chef Achim Reichel lässt sich so mitsingen:

Ick heff mol en Hamborger Veermaster sehn,
|: To my hooda! :|
De Masten so scheef as den Schipper sien Been,
To my hoo da hoo da ho!
Refrain:
|: Blow boys blow for Californio,
There is plenty of Gold
So I've been told
On the banks of Sacramento. :|
2. Dat Deck weur vun Isen,
Vull Schiet uns vull Schmeer.
Dat weer de Schietgäng
Eer schönstes Pläseer.
Refrain:
3. Dat Logis weur vull Wanzen,
De Kombüs weur vull Dreck,
De Beschüten, de leupen
Von sülben all weg.
Refrain: 4. Dat Soltfleesch weur gröön,
Un de Speck weur vull Moden.
Kööm gev dat blots an
Wiehnachtsobend.
Refrain:
5. Un wulln wi mol seiln,
Ick segg dat ja nur,
Denn lööp he dree vörut
Und veer wedder retur.
Refrain:
6. As dat Schipp, so weer
Ok de Kaptein,
De Lüd für dat Schipp weern
Ok blots schangheit.
Refrain:

Ein Jahr später folgte die LP " Klabautermann " und auch besingt Achim die Unbill der Natur, gepaart mit einem Schuss "Seemannsgarn" und dem nicht enden wollenden Märchen von der Romantik an Bord:


In der Kajüte schaukelt die Lampe
Männer sitzen um den Tisch herum
Von dem Gelächter, Singen und Fluchen
Hallen die Wände ringsum

Draußen da stürmt es, toben die Wogen
Schlagen die Segel in der Nacht
Gischt sprüht im Toben haushoher Wogen
Das die Brigg in allen Fugen kracht

Nur der feige Takler in der Kajüte
Lästert über alte Seemannsmär:
„Hohn euch, ihr Geister, euer sind wir Meister
Herrscher über Wind und Meer!“

Plötzlich ein Krachen, auf springt die Luke
Grauen lähmt alle wie ein Mann!
Triefend vor Nässe, in geisterhafter Blässe
Steht im Raum der Klabautermann!

Zeigt auf den Takler, auf gellt ein Angstschrei
Tot sinkt der Läst'rer auf die Bank

In der Kajüte schaukelt die Lampe
Draußen der Wind im Tauwerk sang
Und das blaue Licht des Mondes
Einen Schatten verschlang

Draußen da stürmt es, toben die Wogen
Schlagen die Segel in der Nacht
Gischt sprüht im Toben haushoher Wogen
Das die Brigg in allen Fugen kracht

Der gute Achim, inzwischen - so wie viele seiner Zunft - in die Jahre gekommen, mit dunkelblond getöntem Jahr und modischen Kurzhaarschnitt,  sich in den Folgealben seinem Drang nach Althergebrachten weiter freien Lauf und produzierte die LP " Regenballade ". Zutreffend zum typisch nord - ostdeutschen Sommerwetter des Jahres 2011, das viele Urlauber frustriert in einen Dauer - Glotze - Schauen verfallen ließ, sang er hier:

Ich kam von meinem Wege ab,
weil es so nebeldunstig war.
Der Wald war feuchtkalt wie ein Grab,
und Finger griffen in mein Haar.
Ein Vogel rief so hoch und hohl
Wie wenn ein Kind im Schlummer klagt –
Und ich stand still – ich wusste wohl,
was man von diesem Walde sagt!
Dann setzt ich wieder Bein vor Bein
Und komme so gemach vom Fleck,
und quutsch’ im letzten Abendschein
schwer vorwärts durch Morast und Dreck.
Es nebelte, es nieselte,
es roch nach Schlamm, verfault und nass,
es raschelte, es rieselte
und kroch und sprang im hohen Gras.
Auf einmal, eh ich’s mich versehn,
bin ich am Strom, im Wasser schier.
Am Rand bleib ich erschrocken stehn,
fast netzt die Flut die Sole mir.
Das Röhricht zieht sich bis zum Tann
Und wiegt und wogt so weit man blickt,
und flüstert böse ab und an,
wenn es im feuchten Windhauch nickt.
Da saß ein Kerl! Weiß Gott, mein Herz
Stand still als ich ihn sitzen sah!
Ich sah ihn nur von hinterwärts,
und er saß klein und ruhig da,
saß in der Nebeldämmerung,
die Angelrute ausgestreckt,
als ob ein toter Weidenstrunk
den dürren Ast gespenstig reckt.
„He, Alter!“ ruf ich, „beißt es gut?“
Und sieh, der Baumstamm dreht sich um
Und wackelt mit dem runden Hut
Und grinst mit spitzen Zähnen stumm.
Und spricht – doch nicht nach Landesart,
wie Entenschnattern, schnell und breit
kommt’s aus dem algengrünen Bart:
„Wenn’s regnet, hab’ ich gute Zeit!“
„So scheint es“, sag ich und ich schau
in seinen Bottich neben ihm.
Da wimmelt’s blank und silbergrau
Und müht sich mit zerfetzten Kiem,
Aale, die Flossen zahrt wie flaum,
glotzäugig Karpfen mittendrin –
ich traue meinen Augen kaum! –
wälzt eine Natter sich darin.
„Ein seltenes Fischlein, Alter, traun!“
Da springt er forsch behebend empor:
„Die Knorpel sind so gut zu kau’n!“
Schnattert er listig mir ins Ohr.
„Gewiss seit ihr zur Nacht mein Gast!
Wo wollt ihr heute auch noch hin?
Nur zu, den Bottich angefasst,
genug ist für uns beide drin!“
Und richtig watschelt er vorauf,
patsch, patsch, am Uferrand entlang.
Und wie im Traume heb ich auf
Und schleppe hinterdrein den Fang.
Und krieche durch den Weidenhang,
der eng den Rasenhang umschmiegt,
wo, tief verborgen selbst am Tag,
die schilfgebaute Hütte liegt.
Da drinnen ist nicht Stuhl, nicht Tisch,
der Alte sitzt am Boden platt,
es riecht nach Aas und totem Fisch –
ich wird vom bloßen Atmen satt.
Er aber greift frisch in den Topf
Und frisst die Fische kalt und roh,
packt sie am Schwanz, beißt ab den Kopf
und knirscht und schmatzt im dunkeln froh.
„Ihr esst ja nicht, das ist nicht recht!“
Die Schwimmhand klatscht mich fett aufs Knie.
„Ihr seid vom Trockenen Geschlecht,
ich weiß, die Kerle essen nie.
Ihr seid bekümmert, sprecht doch aus,
womit ich euch erfreuen kann?“
„Ja“, klappre ich: „ich will nach Haus
aus dem verfluchten Schnatermann!“*
Da hebt der Kerl ein Lachen an,
es klang nicht gut, mir wurde kalt.
„Was weißt denn Ihr vom Schnatermann?“
„Ja“, sag ich stur, „so heißt der Wald!“
„So heißt der Wald?“ nun geht es los,
er grinst mich grün und phosphorn an:
„Du dürrer Narr, was weißt du bloß
vom Schnater-Schnater-Schnatermann?!“
Und schnater-schnater, klitsch und klatsch,
der Regen peitscht mir ins Gesicht.
Quatsch durch den Sumpf, hoch spritzt der Matsch,
ein Stiefel fehlt – ich acht’ es nicht.
Und schnater-schnater um mich her,
und Enten-Unken-Froschgetön,
Möwengelächter irr und leer
Und tief ein hohles Windgestöhn . . .
Des andren Tags saß ich allein,
nicht weit vom prasselnden Kamin,
und lies mein schwer gekränkt gebein
wohlig vom heißen Grog durchziehen.
Wie golden war der Trank, wie klar!
Wie edel war sein starker Duft!
Ich blickte nach dem Wald – es war
Noch sehr viel Regen in der Luft.

Ja,ja, " Es war noch sehr viel Regen in der Luft ", das schienen sich wohl auch die mehr als 60.000 Besucher des Musikfestivals in Hasselt / Begien gesagt haben, als dort ein Unwetter über das Veranstaltungsgelände herein brach.


Dort hatte am Donnerstag hatte ein schwerer Sturm mit Hagel und Starkregen gewütet, bei dem mindestens 5 Besucher ums Leben kamen und etwa 40 Menschen verletzt wurden. Das heftige Gewitter brachte Bühnen, Zelte und Metallkonstruktionen zum Einsturz und entwurzelte mehrere Bäume. Es kam dabei zu einer Massenpanik.

Eine Besucherin des Musikfestivals berichtete in einer Online-Ausgabe einer belgischen Zeitung, dass  der Himmel schwarz wurde und wenig später Hagelkörner gefallen seien. Durch den orkanartigen Wind seien Bäume umge fallen. Es sei das Ende der Welt gewesen. Weitere Zeugen berichteten in anderen Medien von starken Windböen und Starkregen. Dabei sei alles durcheinandergewirbelt worden, Menschen seien schreiend und panisch umher gelaufen.

Als angelernter Zyniker könnte ich jetzt formulieren: " Wer sich in Gefahr begibt....". Nein, es ist traurig genug, dass durch das Unwetter Menschen zu Tode kamen oder verletzt wurden, was mich bewogen hat, hierzu einen Post einzustellen, ist das Herumgeeire der Organisatoren dieser Musikveranstaltung. Zunächst hatte es geheißen, dass das Festival abgebrochen wird, dann wiederum die Veranstaltung wird fort geführt und erst, nachdem das ganze Ausmaß dieses Unwetters sichtbar wurde, haben sich die Initiatoren - wohl auf Druck - dazu entschlossen, das Festival nicht weiter zu führen.
 Ein Schelm, der dabei Böses denkt?
Wer je selbst auf diesen Massenveranstaltungen anwesend war, der kann sich vorstellen, welches Tohuwabohu dort während des Unwetters geherrscht haben muss.

Da bleibt kein Auge trocken, wenn schwere Metallkonstruktionen wie Streichhölzer einknicken, wenn Zelte wie  Blätter im Sturm herum getrieben werden und wenn Menschen sich in Panik befinden. Bei solchen Szenarien gibt es nur eine Entscheidung: " Aus!Vorbei!Schluss!".
Statt noch sinnlose Gespräche über eine Fortsetzung der Veranstaltung zu führen, ist hier Klartext angesagt.
Leider spielt auch hier der schnöde  Mammon eine gewichtige Rolle, denn ein Abbruch ist gleich bedeutend mit Einnahmeverlusten.

Längst sind Musik-Großveranstaltungen zum Kommerzrummel verkommen. Es geht dort nicht nur um die Musik und die Interpreten selbst, sondern hier spielen große Geldsummen die tragende Rolle. Einnahmen von mehren Millionen Euro sind die Regel, Ausgaben in dieser Größenordnung werden vorausgesetzt und Gewinne in diesen Bereichen ebenfalls. Häufig werden Sicherheitsstandards eher niedrig angesetzt. Dafür protzen die Veranstalter mit Besucherzahlen. Auch die Berichterstattung in den Medien hat sich nahtlos diesem unsinnigen Trend angeschlossen.

Beim Recherchieren zu jenem Ereignis im World Wide Web ist mir dazu noch eine andere Unart der Nachrichtenindustrie aufgefallen: Die reißerische Aufmachung des Unglücks durch die Anzahl der Toten und dieses, obwohl verlässliche Fakten gar nicht vorlagen. Da ist die Rede von " Ein Toter bei.." über " Mindestens 3 Tote bei.." bis hin zu " Mehr als 3 Tote bei..". Ja, was denn nun, würde sich der Rezipient fragen. Liest er dann die identischen Textbausteine zu dem Unglück, stellt er fest, dass dort von einander abgeschrieben wurde oder die Meldungen Wort getreu übernommen werden. Der Informationsgehalt ist dabei - spätestens beim Lesen eines weiteren Artikels - nahezu Null. Aber: Hauptsache mit schreiben! Die Auswüchse der heutigen Informationsgesellschaft machen eben vor keiner Tür halt. Sinnfreies Geschwafel rund um die Uhr.

So würde es mich nicht wundern, wenn eine Hinterhof-Band zu dem Unglück von Hasselt einen Song einspielt und per Videoclip bei YouTube einstellt. Mein Vorschlag - ganz im Fahrwasser des Achim Reichel schwimmend - lautet:
Land unter!



Donnerstag, 18. August 2011

Eviva Espana, Pope ole`!

                                                                                          (c) WIKIPEDIA

Die Lobeshymnen auf den südlichen Teil Europas halten sich seit geraumer Zeit in engen Grenzen. Das Gespenst, welches die PIIGS-Ländern den übrigen, zwar hoch verschuldeten, aber nicht direkt vor der Pleite stehenden EU-Staaten, aufgesattelt haben, lässt sich so schnell nicht vertreiben. Da helfen auch keine konzertierten Aktionen aller EU-Länder, sondern hier ist Spardisziplin angesagt. So wollen es die Regierenden in Europa dem Plebs hinter die Ohren schreiben. Sparen bedeutet nämlich: Staatsausgaben kürzen! Bei den Reichen perlt diese Zielvorgabe ab, wie Wasser auf dem Friesennerz. Die Minorität der Milliardäre, Millionäre und Wohlhabenden dürfen nach wie vor Steuersparkonstruktionen nutzen, mit denen sie sich "arm " rechnen, um eben keine Steuer zu entrichten, sie dürfen auch in den "Steueroasen" über Breifkastenfirmen ihr ergaunertes Geld bunkern,um dem einheimischen Fiskus die " Arschkarte" zu zeigen. Deshalb ist bei dieser Klientel nichts zu holen. Wohl aber bei der breiten Masse.

Das hat natürlich auch die Regierung des "Sonnenstaates " Spanien erkannt und setzt bei den Transferszahlungen für die Krisengebeutelten den Kürzungsgedanken in die Tat um. Sparen bis der Torero erschöpft im Staub liegt. Soweit, so schlecht!

Als gestern, zu Nacht schlafender Zeit, die zurzeit besten Vereinsmannschaften Europas, Spaniens und der Fußballfachwelt sich zum zweiten Mal - auf Augenhöhe - duellieren durften, als das Stadion in Barcelona zu bersten drohte, denn die katalanische Mannschaft mit den meisten einheimischen Millionären siegte knapp mit 3:2 und gewann den Titel des spanischen Supercups, gab es in der Hauptstadt des Landes, in Madrid, eine Protestkundgebung ganz anderer Art. Ein Häuflein von Aufrechten demonstrierte gegen den Besuch des Papstes. Neben einer Vielzahl von Schmähungen, wie: " Euer Papst ist ein Nazi!" ( quod erat demonstrandum ) erhoben die Protestler den Vorwurf, dass der Staat die Besuchskosten zum Weltjugendtag der Katholiken zahle und dieses, obwohl er de facto pleite sei.

Nun, die Argumente der Protestler sind nicht gerade unsinnig. Denn:
50 Millionen Euro soll der Besuch und die Veranstaltung selbst kosten - laut Organisatoren zahlen das zu 70 Prozent die Pilger mit ihren Eintrittsgeldern, 30 Prozent die Sponsoren. Kritiker halten dagegen, die Sponsorengelder könnten zu 80 Prozent von der Steuer abgesetzt werden, zudem würden die Pilger kostenlos in staatlichen Schulen untergebracht, es gibt verbilligte Metro- und Bustickets. Und das in einem laut Verfassung nicht-konfessionellen Staat.

So fragt sich denn der Konfessionslose, warum die reiche Katholische Kirche die Kosten derartige Veranstaltungen nicht selbst trägt und damit einen Beitrag zur Gesundung der spanischen Staatsfinanzen erbringt?

Davon scheint ab der Vatikan nichts wissen zu wollen und handelt stoisch nach dem antiken Postulat: " Ora et labora ". Wobei letztere Aufforderung im Zuge der selbst verursachten Wirtschaftskrise und einer damit einher gehenden Jugendarbeitslosenquote von mehr als 40 % nicht ohne weiteres umsetzbar ist.
Deshalb entlädt sich der Frust auch gegen die eigene Generation,denn von die ist bei den Besucher des Katholischen Weltjugendtags in Spanien in der Mehrheit, da diese wohl offensichtlich - wie ein Papstfan voll mundig in die Mikrophone plärrte - über genügend finanzielle Mittel verfügt, um die Reisekosten etc. bestreiten zu können.

Ja,ja, die Welt ist so ungerecht. Da werden einerseits Millionen für einen Greis ausgegeben, der einem Krisen geschüttelten Land seine Aufwartung im Namen des Herrn macht, da werden aber auch viele Millionen für die teuren Fußballprofis ( zuletzt der fast 40 Millionen - Transfer von Cesc Fabregas von Arsenal zum FC Barcelona), um den Ruf der besten Vereinsmannschaft der Welt zu zementieren, obwohl der Verein exorbitant hohe Schulden vorweist. Der Hochgeschwindigkeitsfußball und die Baletteinlagen dieser Millionarios sind zwar sehenswert, allerdings nur für den, der sich die Eintrittskarte und das Bezahlfernseh -Abo auch leisten kann. Da handelt der spanische Staat wie einst die Römer im Sinne von panem et circenses. Wie sich die Geschichte wiederholt!

Mittwoch, 17. August 2011

Wo liegt eigentlich Salzwedel?



                                                                                            (C) Björn Gäde - WIKIPEDIA

Unsere "Angie" lässt sich nicht lumpen, wenn es darum geht, extreme Situationen, wie die angebliche Weltfinanzkrise, die Europaschuldenkrise und die Eurokrise durch intellektuell heraus ragende Stellungnahmen zu meistern. So hat sie dem alten Freund und Kesselflicker in " Froonkreisch ", dem Nikolas Sarkoszy, ihre Aufwartung gemacht, um über " Eurobonds ", Aufstockung des europäischen " Rettungsschirm " für " Not leidende " Betrüger und Berufszocker sowie die Installation eines EU-Finanzministerium oder einer EU-Regierung zu palavern. Schwere Zeiten verlangen einschneidende Maßnahmen.

Und während sie auf europäischem Parkett versucht jene Krisen zu meistern, werden ihre eigenen Umfragewerte daheim immer schlechter. Dazu kommen eigene Baustellen in der Partei. In dem nördlichsten Bundesland gab es Probleme mit einem Spitzenkandidaten, in Hamburg und Bremen eine Klatsche bei der Bürgerschaftswahl, in Niedersachsen den EHEC-Erreger und einen farblosen McAllister, in NRW sitzten ihre schwarzen Freunde auf den Oppostionsbänken, nach dem Rüttgers und Röttgen eine Bruchlandung hingelegt hatten, in Hessen hat Bouffier nicht gerade ein gut bestellten Stall von Koch übernommen, in Rheinland-Pfalz kam die Ex-Weinkönig gegen den bräsigen Landesvater Beck zwar zu einem passablen Ergebnis, ist jedoch nur Oppositionsführerin im dortigen Landtag geworden, im Saarland gab es nach dem Abgang des " Anden-Pakt"-Mitgliedes Müller einen holprigen Start für die biedere CDU-MP Kramp-Karrenbauer, in Baden-Württemberg hat der fette Mappus abdanken  und einer grün-roten Landesregierung den Platz an der Sonne überlassen müssen, in Bayer ticken die Uhren seit Jahrzehnten anders, womit Familienmensch Seehofer auch zukünftig fest im Sattel sitzend, seine bajuwarischen Bauer an die Berliner Front stellen wird, um Merkel zu ärgern, in Sachsen hat Tillich mit eigenen Problemen mehr als ausreichend eingedeckt, für europäische Politik keine Zeit, in Thüringen muss Lieberknecht mit den Althaus-Altlasten belastete, nun kleine Würstchen braten, in Sachsen-Anhalt bekämpfte sich die Große Koalition zunächst selbst und CDU-Landesvater Haseloff hatte Startschwierigkeiten, um in Böhmer's Fußstapfen zu treten, in Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland, in der der Wahlkreis der Kanzlerin liegt, quält sich die SPD-CDU-Koalition mit Strukturproblemen und hoher Arbeitslosigkeit und in Brandenburg gibt es zurzeit keinen Blumentopf zu gewinnen, weil MP Platzeck populärer denn je ist.

Da hilft so manches Mal, den ständigen Frust über ständige Regierungsaufgaben, deren Lösungen oder Nichtlösungen ständig kritisiert werden, auf kleinere Ebenen abzuleiten.
So giftete Merkel bei einem Wahlkampfauftritt für den einstigen MP Mappus in Baden-Württemberg:


Zitat aus der Online-Ausgabe der Stuttgarter Zeitung, „Die Kanzlerin und das Rollenspiel“ vom 1.3.2011:

„Als Angela Merkel eintrifft, erwartet sie eine Schar von Demonstranten, die den Protest gegen ,Stuttgart 21‘ auf die Alb tragen. Merkel wird das Thema nicht mehr los, seit sie die Landtagswahl in Baden-Württemberg zu einer Volksabstimmung über den Bahnhofsneubau erklärt hat. Ihr geht es nicht um Gleise und Tunnel, sondern um die Moderne an sich. Wer gegen Stuttgart 21 ist, den verweist Merkel nach Salzwedel - ihr Schreckbild für die ,Dagegen-Republik‘. Die einstige Hansestadt, eine mittelalterliche Wirtschaftsmetropole, liegt heute im Schatten der Weltgeschichte. Sie hat einen Bahnhof, aber den Anschluss verpasst. Die Arbeitslosenquoten sind zweistellig. Und niemand wird es wundern, dass Linke, Grüne und Sozialdemokraten den Stadtrat beherrschen. Das ist eine der Geschichten, die die Kanzlerin gerne im Wahlkampf erzählt. Und dies nicht nur in Gammertingen.“



Nun ja, die Vergreisung der Republik lässt sich nicht leugnen, denn in der Hansestadt Salzwedel existieren inzwischen 5 Altersheime. Aber, was soll daran so schlecht sein? Die Kreisstadt im Altmarkkreis hat sich seit den Nachwendejahren wohl eher gemausert. Als ich im August 1990 der "alten" Salzwedel einst einen Besuch abstattete, um das dortige Gestüt zu besichtigen, wurde ich noch mit meinem 323 Mazda wie ein Außerirdischer angesehen. Längst sind die Spuren des so genannten " Zonenrandgebiets " beseitigt. Straßen wurden wieder mit einander verbunden. Eine geschichtlich orientierte Feststellung, dass die Hansestadt Salzwedel einst aufgrund der prosperierenden Handelsbeziehungen zu anderen Ländern und Staaten eine reiche Stadt war, ist nicht nur unzulässig sondern auch noch dumm dazu.

http://de.wikipedia.org/wiki/Salzwedel

Merkel sollte andere Beispiele heran ziehen, wenn es ihr darum geht, die Fehler ihres Übervaters Kohl und seiner Konsorten auf die Jetztzeit und die politischen Verhältnisse zu kaprizieren. Ihre Partei war nicht nur in Salzwedel über viele Jahre am Drücker und hat nichts daraus gemacht, wenn ihre Behauptungen von oben zuträfen. 


Erst nachdenken, dann reden, Frau Bundeskanzlerin!