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Dienstag, 31. Mai 2011

Klausjürgen Wussow: " Arzt aus Leidenschaft - Die Schwarzwaldklinik - Wolken am Horizont ". Vom steilen Aufstieg und tiefen Fall eines ehemaligen Fernsehstars.



Noch ist der 5. Monat im Jahr 2011 nicht ganz zu Ende gegangen, da kreisen meine Gedanken bereits um den Sommeranfang, der ja - kalendarisch betrachtet - am 21. Juni beginnt. Der längste Tag, die kürzeste Nacht, die Mittsommernacht - hoch im Hohen Norden werden dann die Feste gefeiert.
Die skandinavischen Nachbarn in Dänemark, vor allem aber in Norwegen, Schweden und Finnland begießen dieses Ereignis ausgiebig. Warum auch nicht? Schließlich verfliegt die Zeit des Sommers genauso schnell, wie der Frühling gekommen ist und der nächste Herbst schon vor der Tür steht.

In jenen Hochsommertagen von Juni bis Mitte September zieht es dann wieder hunderttausend von Touristen in die Länder der Mitternachtssonne. Aber nicht nur die. Mit schöner Regelmäßigkeit treffen sich auch dann viele Fernsehteams, um dort ihren - meistens nicht sehbaren - Liebe - Triebe - Hiebe - Nonsens abzudrehen. Ein jüngsten Beispiel für das unsinnige GEZ-Zwangsgebühren-Gegurke ist die TV-Serie " Liebe am Fjord ". Ein potenzierte Schwachsinn mit den bekannten Fratzen aus vielen anderen - überwiegend noch dümmlicheren - Sendungen der ÖR-Mafia aus Produzenten, Regisseuren und Schauspielern.
Bisher sind 4 Schmachtfetzen ausgestrahlt worden. Eine sinnfreier als die Andere:

1. Der Gesang des Windes
2. Sommersturm
3. Das Ende der Eiszeit
4. Das Meer der Frauen




Einzig die exklusive Landschaft im Land der Rentiere, der Wasserfälle und der Mitternachtssonne könnte eine Entschädigung für die dünne TV-Serien-Brühe darstellen.

TV-Serien gibt es bereits, seit dem die Bilder im Ersten und dann später im Zweiten laufen lernten. Das Gros hat allerdings das Niveau einer "BLÖD"-Zeitungsausgabe; nämlich gar keines!

Das galt auch uneingeschränkt für einen ZDF-Dauerbrenner aus den frühen 80er Jahren: "Die Schwarzwaldklinik". Ein Quoten-Ungetüm aus dem dann das ZDF genug Honig saugen konnte, um die dortigen Darsteller dauerhaft - fast bis zu deren Verrentung - in anderen Beklopptsendungen unterbringen zu können.

Was die "Glottertal"-Orgie für die Region in Baden-Württemberg an touristischen Völkerwanderungen dazu noch entfachte, kann schon als Invasion von der Wega bertrachtet werden. Hunderttausende wurden innerhalb und auch danach mit den berühmt berüchtigten Mumienexpressen in den Schwarzwald bugsiert, um dort die Arbeitsstätte des Herrn Prof. Brinkmann zu beglotzen, sich die Wampen mit Spätzle, Kuchen, Schlagsahne und sonstigen Kalorienbomben voll zuschlagen und anschließend - überglücklich - den Ort des Grauen zu verlassen.

Der Schwarzwälder Schinken, wie ihn der "SPIEGEL" in einer seiner 80er -Jahre-Ausgabe einmal süffisant bezeichnete, hielt jedoch nicht ewig.Was am 22. 10. 1995 erst ausgestrahlt wurde, sich dann über 70 + 2 Filme in 3 Staffel ergoss und dann sein Ende am 25. 03. 1989 fand ( spät, aber nicht zu spät ) war inhaltlich so viel Herz-Schmerz-Kommerz-Müll, wie ihn die Privaten danach kaum zusammen produzieren konnten. Dennoch, der Schinken holte Traumquoten bei Alt, Mittelalt und Jung.

Ein Hauptakteur in diesem Himmelfahrtskommando war der Schauspieler Klausjürgen Wussow, geboren am 30. April 1929 in Cammin / Pommern, wäre dieses Jahr 82 Jahre alt geworden. Ist er aber nicht, weil ihn die Altersdemenz dahin gerafft hat. Aber nicht nur die.
Es war wohl vor allem ein sehr bewgten berufliches und ein noch bewegteres Privatleben, das ihn nach seinem letzten Film im Jahre 2007 dem zusehends körperlichen Verfall anheim brachte.

Es steht zu lesen:

" Er war insgesamt viermal verheiratet. Die Tochter Konstanze stammt aus seiner ersten Ehe (1951 bis 1960) mit der Schauspielerin Jolande Franz. Aus der Ehe mit der Schauspielerin Ida Krottendorf  (1960 bis 1991) stammen zwei Kinder: Barbara und Alexander Wussow, beide ebenfalls Schauspieler.
Sein Schwiegersohn ist der Schauspieler Albert Fortelll.
Der dritten Ehe (1992 bis 2003) mit der 26 Jahre jüngeren Journalistin Yvonne Viehöfer entstammt ein 1993 geborener Sohn. Die Ehe wurde 2003 geschieden. 2004 heiratete Wussow Sabine Scholz, die Witwe des ehemaligen Boxers Gustav ( Bubi ) Scholz.


Wussow war zuletzt hoch verschuldet, nach Medienangaben mit bis zu drei Millionen Euro, und musste 2001 Privatinsolvenz anmelden.

Der an Demenz leidende Klausjürgen Wussow lebte ab Juli 2006 in einem Pflegeheim in Brandenburg. In den letzten Monaten seines Lebens war er nach einem Kreislaufkollaps war er so schwer erkrankt, dass er von Mitte März bis Anfang Mai 2007 auf der Intensivstation des Evangelischen Krankenhauses Rüdersdorf bei Berlin behandelt werden musste. Dort verstarb er am 19. Juni 2007. Trotz seiner testamentarischen Verfügung aus dem Jahr 2000, neben seiner zweiten Frau Ida Krottendorf in Wien-Grinzig  beigesetzt zu werden, wurde der Schauspieler am 30. Juni 2007 nach einer Trauerfeier in der Kaiser-Wilhlem-Gedächtsniskriche in Berlin. "

- Zitatende - ( www. Wikipedia - Klausjürgen Wussow )

Über Wussow gab es nach seiner 3. Ehe viele Schlagzeile im Boulevard, der sich weidlich über das ausschweifende Leben der Eheleute Wussow ausließ.

Da wurde denn geschrieben, das das Ehepaar Wussow monatlich 30.000,-- € ausgegeben hätte. Dieses für den Unterhalt von 3 Reitpferden, Restaurantbesuche, Kindermädchen, Bekleidung, Reisen.


Macht 360000 Euro Ausgaben pro Jahr

– in 11 Jahren knapp vier Millionen. Die er aber nie verdient hat!

Ja, ja, so kam es, wie es irgendwann - eigentlich schon viel zu lange - kommen musste: die Vollziehungsbeamten des Finanzamtes, die Gerichtsvollzieher der Gläubiger , gaben sich die Klinke in die Hand.
Zum Schluss wurde er noch zum Gespött der Talker. Harald Schmidt kalauerte deshalb:
" Klausjürgen Wussow ist so pleite – er wurde heute Ehrenmitglied bei Borussia Dortmund."

Nun, dass ist 10 Jahre her, Dr. Brinkmann ist seit 4 Jahren unter der Erde und Borussia Dortmund erneut Deutscher Fußballmeister.

Wie heißt es denn so schön: " Mitnehmen können wir alle nichts!"
Wie wahr, wie wahr!

Montag, 30. Mai 2011

50 Jahre Sportschau. Eine Jubelsendung nicht nur für Jubilanten, Jubelarien und Jubiläen!

                                                         (c) WIKIPEDIA


Gestern, ab 18.00 Uhr, präsentierte sich in der ARD, das Flaggschiff Nummer 2 ( neben der unangefochtenen Nummer 1, der "Tagesschau" ) die gute, alte "Sportschau" im Glanze ihres Angesichts, dem Zuschauer von ihren besten Seiten aus besseren Tagen. Sie feierte - mit ihr viele geladene Prominente aus dem Medien - und Sportbereich - ihren 50. Geburtstag. Und wie!

Von Dieter Adler, dem ehemaligen " Sportschau "-Moderator und Kommentator über Uwe Seeler, der HSV - Ikone und Ehrenspielführer der Fußballnationalmannschaft bis hin zu Anne Will, der einstigen " Sportschau " - Ansagerin, die neben dem Oldtimer Ernst Huberty ( Mr. " Sportschau " ), dann eben Mrs. " Sportschau " sein muss, waren viele gekommen. Jene aus den Jahren, als die Sendung noch in schwarz-weiß ausgestrahlt wurde und die Beiträge mittels halsbrecherischer Kurierfahrten zu den jeweiligen Studios bugsiert werden mussten, denn das waren allesamt gro0e und schwere Filmrollen, die zuvor mit Kameras aufgezeichnet waren, die die Größe eines Kleinwagens annahmen.

Von den 5 Dekaden " Sportschau " habe ich 4, 5 bestimmt und bewusst miterleben dürfen. Und deshalb kamen mir auch viele Erinnerung an die einst bunte Sendung ab 18.00 Uhr im Ersten an den meisten Samstagen des Jahres und ab 18.00 Uhr an den Sonntagen.
" Die Sportschau " war ein Muss für jeden Fußballfan, eine obligatorische Informationsquelle, um sich auch bildlich zu dem Sportgeschehen immer up to date zu halten und vor allem, um eine Art Nachschau zu der Radioübertragung am Samstag und Sonntag zu betreiben.

Tja, das saßen sie nun und ließen sich zunächst von Anne Will ein wenig auf den Arm nehmen. Franz Beckenbauer ( Peinlich für ihn, als nach dem Golfspieler Tiger Woods und dessen - im prüden Amerika - unverzeihlichen außerehelichen Beischlaf gefragt wurde, denn dieses Kriterium trifft ja auch auf ihn zu ), Franziska von Almsick, die in der Alt-Herrenrunde noch eine gute Figur machte und auch Heribert Faßbender ( " Guten Abend, allerseits !" ) waren zum Jubiläum eingeladenen worden.

Das Duo Huberty/Will interviewte im Kölner Studio weitere  Gäste wie Lukas Podolski, Jürgen Klopp, Maria Riesch oder Henry Maske.

Dabei erschien zwar so Vieles wie Friede, Freude, Eierkuchen, dennoch gab es eine lange Durststrecke für das Flaggschiff der ARD. Als zu Beginn der 90er Jahre zunächst die Privaten, nämlich RTL ( mit dem dicklichen Uli Potofski als Moderator ) und später dann " SAT1 " mit den eitlen Selbstdarstellern, wie Johannes B. Kerner, Oliver Welke oder Reinhold Beckmann, gespickt mit brüllenden Werbeeinlagen, dem Fußballinteressierten den letzten Nerv raubten,drohte die Sendung der ARD in die Bedeutungslosigkeit abzudriften.


Die Privaten übernahmen sich alsbald mit den gigantischen Fernsehgeldzahlungen - allen voran PREMIERE - und mussten bereits ab den 2000er kleinere Brötchen backen. Gescheitert - und zwar grandios - war auch der Versuch von " SAT1 ", die überteuerte eingekauften Rechte über eine Samstagabend - Vollprogrammsendung nach 20.00 Uhr werbetechnisch besser zu vermarkten. Der Fußballfreund nimmt derartige Angebote nicht an, weil er hierbei permanent Ärger mit der Frau, der Familie und den Freunden bekam. Nichts war 's mit dem 20.00 Uhr - Termin.

So feierten denn viele Prominente am 28. 05. 2011 das 50. Jahr der Geburt jener Sendung, die sich eigentlich nicht aus dem TV-Programm wegdenken lässt: " Die Sportschau ". Dabei bleibt aber auch festzuhalten, das Anne Will doch lieber ins eigene Nest zurückkehren möge, bevor sie sich von ihrer Palaversendung am Sonntagabend ganz verabschiedet, denn sie kann " Die Sportschau " ( moderieren ).


http://de.wikipedia.org/wiki/Sportschau

Freitag, 27. Mai 2011

Die " Tante Ju " - Johnny Winter - der große Regen: Eine Nachlese zu einem denkwürdigen Auftritt in der sächsischen Landeshauptstadt.





(c)Masahiro Sumori-WIKIPEDIA

Wenn ältere Männer sich noch einmal selbst beweisen wollen, dann geht das - manchmal - voll in die Hose.Gemeint ist hier nicht die berühmt, berüchtigte Inkontinenz, die bei dem "starken Geschlecht " ab Mitte 40 aufwärts auftreten kann. Auch das post-adoleszente Fehlverhalten, sich nach einem oder mehreren Versuchen, eine - dann eher disharmonische - Zweisamkeit mit dem -vermeintlich- "schwächeren Geschlecht " aufzubauen ( besser wäre hier zu sagen: ertragen zu müssen ), dann einem Selbstverwirklichungstrip ( to break out, Motorrad-Manie oder Körper verunstaltender Jugendwahn ) erlegend, einer Partnerin zu verschreiben, die das Altersniveau der eigenen Tochter locker unterschreitet,  ist hier nicht gemeint.

Nein, es sind jene Ausprägungen des " es Allen und Jedem nochmal zeigen zu wollen ", die die Triebfeder ihres Handels darstellt. Musiker, besonders Berufsmusiker neigen auch dazu. Vor allem dann, wenn sie längst den Zenit ihrer Popularität überschritten haben, der Zahn der Zeit an ihnen ständig nagt und der eigene Namen sich längst in Schall und Rauch aufgelöst hat. Zu jener Erscheinung zählt dann auch, dass die vormals gut verkauften Tonträger, nun wie Sauerbier in den ungezählten Shops angeboten werden; sie aber sich partout nicht an den Mann/ die Frau bringen lassen.

Es gibt aus dem Genre der Rock & Roll-Musik und seiner vielen Ableger genügend Künstler, die es aufgegeben haben, sich selbst und die verflossenen Jahre zu betrauern und ihren Beruf dann nicht mehr ausüben. Andere verdingen sich als Studiomusiker, Produzent oder üben eine völlig andersartige Tätigkeit aus.
Das Leben ist keine Einbahnstraße, die geradeaus verläuft. Häufiger sind Kehrtwendungen erforderlich, um sein angestrebtes Ziel dann doch zu erreichen - sofern es ein Solches gibt.

Als am 23. Februar 1944 Beaumont, einem kleinen Örtchen im texanischen Süden ein gewisser John Dawson Winter III geboren wurde, befand sich Amerika erneut im Krieg, im II. Weltkrieg, der fernab im Pazific und in Europa stattfand. Die familiären Wurzeln des John Dawson Winter III liegen in Leland, einem Kaff im südlichen US-Bundesstaat Mississippi ( diesem unausschreiblichen Namen ), in dem sein Großvater einst als Erdenbürger mit diesem Namen das Licht der Welt erblickte. Johnny Winters Vater verdingte sich als Soldat und zog eben nach seiner Geburt in den Krieg.


http://www.yee.ch/winter/winter_bio.html

In dem Rocklexikon von Barry Graves und Siegfrid Schmidt - Joos ( rororo Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1990, Bd. II, S. 866 ) wird als Geburtsort allerdings Leland angegeben. Nun, das sind allenfalls Marginalien, denn entscheidend ist eher das, was über Johnny Winter im folgenden beschrieben steht:

"..., wurde im November  1968 von " Rolling Stone " in einem Rock-Report über Texas als " ein hundertunddreissig pfündiger, schielender Albino mit langem, fließendem Haar, der so ziemlich die flüssigste Gitarre spielt, die man jeweils gehört hat... " erkannt.
( a.a.O. )

Seit dem sind mehr als 4 Dekaden vergangen. Der Weg des Johhny W. ist gepflastert mit einer Vielzahl von Tonträgern, Tourneen und öffentlichen Auftritten. Er hat einst seinen Stil aus dem Repertoire von Bluesgrößen wie Muddy Waters oder " Howlin'Wolf " heraus gearbeitet. Letztendlich aber jene  Blues-Adaptionen, insbesondere seine Eigenkompositionen, in dieser unnachahmlichen Art des Gleichklangs zwischen seiner Gitarre und der Band, genauso stilvoll und fließend herüber gebracht, wie die dann eher mit sparsamen Figuren besetzten Rock & Roll-Klassiker. Diesen Interpretationskriterien blieb er auch bei Zusammenarbeiten mit eben diesen Bluesgrößen treu.

Johnny Winter, dass ist kein Star im herkömmlichen Sinne, kein von sich selbst überzeugter Bluesinterpret, dessen " Showmanship" noch zusätzlich mit gigantischer Technik hervor gehoben werden muss. Er hat vor vielen Jahren dazu selbst seinen ureigensten Anspruch formuliert: " Ich würde niemals die Musik der Show wegen opfern."
( a.a.O., S. 867 ).

Dieser eherne Grundsatz wird auch in jenen Jahren, den frühen 70er bis Endsiebzigern ohne jedwede Einschränkung von ihm beibehalten. Auch dann noch, als er in den riesigen US- amerikanischen Stadien, den Bowls, den Betonschüsseln vor 30.000 bis 70.000 Besuchern aufspielte.
Die Alben " Johnny Winter And.. Live " und " Captured Live " bestätigen dieses eindrucksvoll.

Wir schreiben das Jahr 1976. Der Sommer verabschiedete sich auch in der Stadt am Jadebusen, in Wilhelmshaven. Mit den kürzer werdenden Tagen saß ich häufiger in meiner Studentenbude in der Waagestraße und las "SPIEGEL", hörte Musik und rauchte selbst gedrehte Zigaretten aus den Tabakbeuteln der Marken " Drum ", " Samson " oder " Van Nelle ". Mit viel Glück und einigen technischen Kniffen konnte ich den amerikanischen Soldatensender AFN empfangen. Das ITT Schaub-Lorenz Kofferradio hatte eigentlich einen gutes MW- Empfangsteil. Der Sender, der die US-Besatzungseinheiten als Vollprogramm mit Country & Western - Musik, den aktuellen Charttiteln und ab 0.00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden mit Rock-Stücken bei Laune halten sollte, stand zwar in Garlstedt, einem Nest zwischen Bremen und Bremerhaven, dass einst Garnisionsgröße aufwies, dennoch gelang es mir ihn ab und zu heranzuziehen. 
Mehr Glück hatte ich mit dem AFN-Sender in Bremerhaven, der eine Programmstruktur aus AFN-Europe, den - meist im Süden der BRD - ansässigen bundesdeutschen Radiostationen und lokalen Sendungen aufwies. AFN-Bremerhaven war in Wilhelmshaven bei guten Wetterbedingungen auf MW störungsfrei zu empfangen.

http://www.mysnip.de/forum-archiv/thema/8773/95048/AFN+Garlstedt+-+Erinnerung+an+damals.html

An einem jener Radioabende hörte ich die " Captured Live " von Johnny Winter. Der damalige Disc-Jockey hatte " Highway 61 revisted " ausgesucht und lies das Stück voll durch laufen. Ich war hin und weg. Ein irrer Gitarrensound - wenn auch nur in mono - dröhnte aus dem Kofferradio. 
Ich erkannte sofort, dass es Johnny Winter war, der dort Bluesrock in den Äther zauberte. Johnny Winter war mir längst aus den frühen 70er Jahren ein Begriff, als ein damaliger Azubi-Leidensgenosse eben jene Doppel-LP mit brachte, auf der sich klasse Stücke, wie " It's my own fault ", " Mean town blues " oder - natürlich - " Johnny B. Good "befinden.

Sichtlich beeindruckt von der " Dylan " - Adaption erwarb ich einige Tage später die " Captured Live " von Johnny Winter. Das ist nun 35 Jahre her. Eine lange Zeitspanne in der sich auch das Leben der Bluesgröße verändert hat. Von seinem Auftritt im " Rock Palast " habe ich ja schon geschrieben. Ein unvergessenes Ereignis.

Zu Beginn der 90er erwarb ich dann in Middelburg, einem Städtchen in den Niederlanden, am Nordseestrand, eine erste CD von Johnny Winter mit dem Titel "The Winter of '88 ", heraus gegeben in jenem Schnapszahljahr, in dem sich die erheblichen Drogenprobleme des mittlerweile 44 Jährigen auch durch depressive Phasen manifestierten. Johnny Winter war dann sehr lange weg vom internationalen Musikmarkt.Über 10 Jahre brachte er dann kein Studioalbum mehr heraus.
Die 90er verflogen und die Nachmillenniumzeit begann. Der mittlerweile 60jährige Blueser trat wieder auf. Er gab 2007 im Rahmen einer " Rock Palast " - Veranstaltung neben den Gitarristen und ihren Bands Rick Derringer und seinem Bruder Edgar ein phantastisches Konzert in Bonn.

Seit geraumer Zeit tourt er nun wieder und so auch in der Bundesrepublik:

am 21. in Osnabrück
am 22. in Wuppertal
am 23. in Aschaffenburg
.......

Am 26. trat er bei " Tante Ju " in Dresden auf.

Tja, da standen wir nun und harrten der Dinge, die noch kommen werden. Es war natürlich noch heller Tag, als ich meine Eintrittskarte in den Händen hielt. Nun gut, 38,-- € sind kein Pappenstiel. Wenn ich mir dagegen die Tarife der hoch gejubelten Künstler, wie Lady Gaga, Madonna oder den Nicht-Sänger Herbert Grönemeyer betrachte, ist der Preis noch moderat.

Gegen 20.00 Uhr erschien dann auf der Bühne die Vorgruppe.
" Hundred Seventy Split " besteht aus Leo Lyons, dem Bassisten von " Ten Years After ", Joe Gooch, der dort statt dem genialen Alvin Lee die Gitarre spielt und Tanner Jacobsen am Schlagzeug.
Die Formation stellte Stücke aus dem 2010er Album " The world don't stop " vor. 

  • The World Won't Stop
  • Where The Blues Began
  • No Deal
  • Poison
  • The Smoke
  • All My Yesterdays
  • Let The River Flow
  • A Promise Is Forever
  • Yes Man
  • Going Home
  • Wish You Were At Woodstock?

Auf der CD sind sie in folgender Besetzung zu hören:



  • Bass - Leo Lyons
  • Gesang - Joe Gooch
  • Gitarre - Joe Gooch
  • Keys - Billy Livsey
  • Schlagzeug - Tanner Jacobsen, Sean Fuller



http://www.hundredseventysplit.com/gigs.htm

Blues-Rock vom feinsten. Der erfahrene Leo Lyons am Bass und der virtuose Joe Gooch an der Gitarre, begleitet von Tanner Jacobsen am Schlagzeug spielten jene Musik, die von den überwiegend älteren Besuchern erwartet wurde und dort beliebt ist. Ein klarer, knackiger Sound kam allerdings erst nach dem einsetzenden großen Regen gegen 21.00 Uhr herüber, weil die Hochtöner des rechten Kanals der Musikanlage ausgefallen waren. Joe Gooch hat eine prägnante rauchige Stimme mit der er sein Gitarren- Feuerwerk untermalt.
Der scharfe Bass von Leo Lyons stellt sich bei vielen Titeln nicht nur als reine Begleitung dar, sondern füllt die Gitarrenfiguren von Joe Gooch auf.

Blues-Rock für Feinschmecker eben!

Schade, das der Regen die sich gerade warm spielenden Band unterbrach.

Gegen 21. 45 kam Mr. Johnny Winter auf die Bühne. Es war inzwischen frisch geworden, denn der Platzregen hatte die Temperaturen auf dem Gelände der " Tante Ju " merklich in den Keller gehen lassen. Das tat der hohen Erwartungshaltung und der guten Stimmung, die von den ca. 600 Besuchern ausguíng keinen Abbruch. Waren es schließlich überwiegend ältere Herren mit grauen Haaren, eisgrauen Bärten und einem beachtlichem Leibesumfang, der sich dann als Puffer gegen die nach vorne drängende Menschenmenge auszahlte, die den Alt-Meister auf der Gitarre sehen und hören wollten.

Schon eine geraume Zeit vorher hatte ich mir die Besucher etwas näher angeschaut und erkannte mich nur zum Teil wieder. Vielleicht liegt es daran, dass bei mir der Bierkonsum stark reglementiert wird und die Essgewohnheiten sich größtenteils auf fleischlose Kost reduziert, die zudem nicht in gigantischen Mengen hinein geschaufelt wird. Wie dem auch sei, die Fans, Gäste und Konsumenten holten sich Flüssignahrung zur Einstimmung in rauhen Mengen. 

Dass Blues-Rock nichts für die Generation " Arschmade " bis Golf II ist, dürfte so unstreitig sein, wie die Feststellung, dass nicht jeder, der sich zum Schreiben berufen fühlt, dieses auch kann. So habe ich beim Recherchieren nach Material für diesen Post einen Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel einlesen können, der bei mir - nach de ich ihn bis zur bitteren Neige herunter gescrollt hatte - nicht nur ein heftiges Kopfschütteln hervor brachte, sondern darüber hinaus ein Würgegefühl.

Da schreibt ein gewisser H.P. Daniels am 05.05.2011 folgende Konzertkritik:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/pop/johnny-winter-im-kesselhaus/4139304.html

Tja, vielleicht hat er diese unter dem Einfluss  halluzinierender Mittel in seinem Laptop herein gehauen, denn den Johnny Winter, der von ihm beschrieben wird, habe ich in Dresden nicht gesehen. Wie dem auch sei, Meister Daniels hat seinen Verriss nicht unkommentiert ins Netz stellen können. Das er von Musik etwas verstehen könnte, sagt bereits ein Abschnitt seiner eigenen Vita aus: 

H. P. Daniels war von 1981 bis 1991 Frontmann, Sänger und Gitarrist der Escalatorz. Aktuell schreibt er Konzerberichte für den Tagesspiegel und Kurzgeschichten, mit denen er bei Lesungen auftritt. Gelegentlich spielt er in Trio-Besetzung als Daniels, Beam & Walker Rockmusik - unplugged.
Ich berücksichtige hierbei noch - und dieses eher strafmildernd -, dass Daniels als aktiver Musiker eigene Kollegen grundsätzlich kritischer betrachtet, als es vergleichsweise bei den Nur- Musikkonsumenten der Fall sein könnte. Dennoch: Daniels sollte das Kritikschreiben lieber unterlassen,denn die Qualität seiner vorlegten Artikel ist unterirdisch.

Das Konzert von Johnny Winter, welches er genau 3 Wochen zuvor in Berlin gab, unterschied sich vom Titelrepertoire nur unwesentlich von dem gesehenen in Dresden's " Tante Ju ". Die Formation, mit der sich der Blues-Rocker aus den USA hier vorstellte war die Gleiche, wie zuvor in Berlin.
Allerdings habe ich das Gehörte in anderer Erinnerung.
Johnny Winter & Band spielten jenen treibend kraftvollen Sound, der ihn auch mit anderen Begleitmusikern Jahre, ja Jahrzehnte zuvor auszeichnete.
Sicherlich, der 67jährige ist nach schwerer Krankheit, im Zusammenhang mit seinen angeborenen Albinismus nicht mehr der Alte, er wird es auch nie mehr sein, trotzdem kam seine Stimme klar und verständlich herüber. Dass er nie der große Sänger war, ist längst bekannt. Dafür singt seine Gitarre so, wie es in Tagen der Fall war. Auch wenn die gespielten Stücke sich nicht mehr von jener Improvisationsgabe her erkennen lassen, so bleibt sie unveränderlich und unverkennbare als typische J.W.-Titel in Erinnerung.

Nein, Herr Daniels der obige Totalverriss ist nicht hinnehmbar, denn den Johnny Winter, den ich gesehen habe, würde ich auch nach über 4 Dekaden des Hörens seiner Tonträger jederzeit und an jedem Ort der Welt sofort wieder erkennen.
So zeigt sich denn jene Konzertkritik, die ich als Pendant zu dem Daniel'schen Pamphlet und eben jener Schmähkritik zu dem Winter-Konzert aufgetan habe, als der Wahrheit eher entsprechend: 

http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-05/johnny-winter-berlin

Und damit sei dem immer noch tourenden Johnny Winter 2011 jene Gerechtigkeit widerfahren, die einem wahren Könner seines Fachs auch im Alter gebührt.
Johnny Winter am 26.05.2011 bei " Tante Ju " in Dresden war trotz - oder gerade wegen - des einsetzenden Regens ein einmaliges Erlebnis und nur für wirkliche Hard-Core-Fans gedacht, da beißen auch die Daniel 'sche Schmähungsversuche der Maus keinen Faden ab.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Bochum, ich komm aus dir. Bochum, ich häng an dir. Bochum, ich trauer mit dir.

Was am Dienstagabend die SGD, die "kleinen" Schwarz-Gelben aus Sachsen, die Drittligamannschaft auf Zeit, in sensationeller Weise schaffte, nämlich dem oberklassigen Gegner die Leviten zu lesen, wollte einen Tag darauf, am 25. Mai 2011, auch der VFL Bochum nach machen. Die Ausgangsposition war so schlecht nicht, denn das erste Relegationsspiel hatte die Ruhrpötter nur mit 0:1 in Mönchengladbach verloren. Immerhin war es über lange Zeit eine Begegnung auf Augenhöhe. Dann kam die 93. Minute und das - zugegebener Maßen unverdiente - Tor der Borussia aus Gladbach.

Bochumś Trainer Friedhelm Funkel tobte und sah gar ein Komplott gegen den VFL Bochum, weil das Schiedsrichtergespann eben jenen Einwurf, der dem Treffer voraus ging noch ausführen ließ, statt die Begegnung abzupfeifen. Sei's drum! Rückspiel - neues Spiel - neues Glück.
Ja, Glück auf, VFL! Das wollten auch die knapp 30.000 Zuschauer im Ruhrstadion in Bochum ab 20.30 Uhr, als der Anpfiff zur Revanche für das Unglücksspiel in Mönchengladbach ertönte.

Die VFL-Anhängerschaft hatte sich längst warm gesungen und ihre Vereinshymne, ja, der Stadt eigenen Ehrenbezeugung von und mit "Onkel" Herbert Grönemeyer, mit einer solchen Inbrunst - wenn auch deutlich hörbar falsch - besungen,dass es noch bis nach Essen, Gelsenkirchen und Herne zu hören war. Selbst Wanne-Eickel hätte bei diesem schön - schaurigen Gesang auferstehen können - aus Herne heraus kommend!
Pütt, ich leb'in dir!

Das Spiel lief für den VFL gut an und nach einer halben Stunde hieß es durch ein Eigentor des Gladbacher Verteidiger auf Hereingabe des "Oldtimers" Christoph Dabrowski plötzlich 1:0! Das Ruhrstadion tobte.
Bochum, ich steig mit dir!

In der zweiten Halbzeit ließen die VFLer jedoch merklich nach. Gladbach erhielt Torchancen und erzielte durch Marko Reuss das 1:1. Das war ś dann mit dem erträumten Aufstieg.

Bochum, ich träum' mit dir!

Abpfiff nach 92 Minuten! Es bleibt beim 1:1. Damit war Gladbach um ein Tor besser. Bochum am Boden zerstört und die VFL-Fans ruhig wie ein Grab!
Der Aufstieg, verpasst!

Während ich mich auf die Bettruhe vorbereitete, gab es im Ersten noch eine Nachlese mit Scholl, Beckmann, Funkel und dem erfolgreichen Gladbacher Trainer Fabre'. Nun, der Nicht-Aufstieg ist kein Weltuntergang. Nächste Saison wollen sie wieder an - und nach den Sternen greifen, die VFLer, die Blauen, denen ein freundschaftliches Fanklubverhältnis zum FC Bayern München vorausgeht.

Deshalb ist mir dieser Verein völlig egal. Und ich denke gerne daran zurück, als der " Onkel " Herbert G. anlässlich des Bundesligaspiels gegen meinen SVW persönlich die Bochum-Hymne schmetterte - auch er singt immer falsch - und intonierte:


Tief im Westen,
wo die Sonne verstaubt!
Ist es besser, viel besser, als man glaubt!
Tief im Westen.
Tief im Westen.
Du bist keine Schönheit,
vor Arbeit ganz grau!
Liebst dich ohne Schminke;
bist 'ne ehrliche Haut;
leider total verbaut,
aber gerade das macht dich aus!
Du hast'n Pulsschlag aus Stahl.
Man hört ihn Laut in der Nacht.
Bist einfach zu bescheiden!
Dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt,
du Blume im Revier!
Bochum ich komm' aus dir!
Bochum ich häng' an dir!
ahh Glück auf.
Bochum
Du bist keine Weltstadt!
Auf deiner Königsallee
finden keine Modenschauen statt.
Hier wo das Herz noch zählt, nicht
das große Geld!
Wer wohnt schon in Düsseldorf?
Bochum ich komm' aus dir!
Bochum ich häng' an dir!
ahh Glück auf.
Bochum
Du bist das Himmelbett für Tauben!
Und ständig auf Koks!
Hast im Schrebergarten deine Laube.
Machst mit dem Doppelpass jeden Gegner nass,
du und dein VfL!
Bochum ich komm' aus dir!
Bochum ich häng' an dir!
ahh Glück auf
Bochum ich komm' aus dir!
Bochum ich häng' an dir!
ahh Glück auf.
ahha Glück auf.
ahh Glück auf.

Die Begegnung ging einst mit 0:6 gegen die Werderaner verloren, Gröni war sauer " Da kommt man hier her und die lassen sich 6:0 abschlachten!".
Nun, das ist schon etwas länger her. Mein SVW war damals besser drauf als in der abgelaufenen Saison. Trotzdem: der VFL Bochum als Gegner in der 1. Bundesliga - nee, das muss wirklich nicht sein!

Bochum, bleib lieber hier ( in der 2. Liga )!

Premiere - SKY - Kofler = Kofler - SKY - Premiere?


                                                                                                              Fotograf: Stefan Kuhn bei WIKIPEDIA

Dass der Grad der kriminellen Energie exponentiell mit dem sozialen Status, den prall gefüllten Bankkonten und der gesamtgesellschaftlichen Verblödung einher geht, dürfte eigentlich bekannt sein. Je größer und höher das " Tier ", desto gespalteter das Verhältnis zu Recht oder Unrecht. Eine spezielle Ausprägung dieses - in einem Biotop heran wachsenden - Bürgers 1. Klasse, stellt der Wirtschaftskriminelle dar. Aus dem Sumpf des " White - Collar Crime " sprießen so manche Blüten ( palus floris ) hervor, die dann ihre wahre Pracht erst nach mehreren Jahren des ungehinderten Wachstums entfalten.

Einst waren diese Exemplare eng mit dem nach 1932 sich ungehemmt ausbreitenden Braunem Sumpf verwoben. Demgemäß reduzierte sich der Deutsche Gruß des Trommlers aus Braunau ( aja, deshalb ja auch braun ) am Inn auf das ungenierte Handaufhalten bei den Großkapitalisten, denn der bereits vor dem - dann doch eingelösten - Wahlprogramm der braunen Brut längst Pleite gegangene deutsche Staat benötigte eben viel Geld für den geplanten Weltkrieg ( Stichwort: Volk ohne Raum ).

Nach dem Zusammenbruch 1945 mutierte der fuscus palus floris zu der Unterart communis und wurde alsbald zwei - vielleicht sogar drei - geteilt. Während das eine Staatsgebilde mehr oder weniger austrocknete, weil nicht genug Wasser in Form von Devisen hinein flossen, blühte das andere Konstrukt in voller Pracht. Glanzvoll zeigte es sich in den bunten Facetten und verkleisterte die braune Fassade mit demokratischer Großflächenwerbung für allerlei Konsumartikel, die in Wahrheit niemand wirklich brauchte.

Nach dem oberflächlichen Zusammenwachsen der beiden Gebiete entstand nun ein noch größerer Sumpf, in dem sich eben eine Unzahl der schmarotzenden palus floris - inzwischen de facto demokratisiert - heran wuchs. Ob nun Wiedervereinigungsboom, New Economy oder Immobilien - Blase, das Verbreitungsgebiet dieser nicht sehr raren Pflanze ist unbegrenzt. Palus floris zeigt sich deshalb in vielen Variationen und Größen. Zu den eher kleineren Exemplaren zählen Namen, wie Pooth, Strauß jun. oder Wildmoser jun., zu denen in mittlerer Größe, Namen, wie die Haffa-Brüder, die ganz großen Namen aber sind Schneider,Middelhoff oder demnächst wohl auch Kofler.

Kofler war einst der große Zampano bei dem Bezahlsender PREMIERE. Er regierte hier in dem Zeitraum von 2002 bis 2007 bei PREMIERE. Jenen Sender also, der 1990 innerhalb der Leo Kirch Medien Gruppe startete, dann einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte, aber wirtschaftlich betrachtet bereits Mitte der 90er aus dem letzten Loch pfiff.

Dieses änderte sich auch nicht, als dieser Sender aus dem unter gegangenen Kirch-Imperium ausgelöst und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Die PREMIERE AG war beliebt, jedoch ökonomisch erfolglos.

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Premiere_AG

Nun, Meister Georg Kofler versuchte - eher vergeblich - diesen Abwärtstrend zu stoppen und produzierte viel Reklame-Gebrüll während seiner Managertätigkeit. Es half nichts: PREMIERE wurde dann am 9. Juli 2009 als SKY Deutschland AG weiter geführt.  
Kofler war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für den Sender verantwortlich; wohl aber für dessen Bilanzen zuvor.
Weil der gelernte Publizist, Kommunikationswissenschaftler und Dr. phil. zwar von der Materie selbst ausreichende Kenntnisse hat, jedoch kein Ökonom ist, war ihm der PREMIERE-Schlingerkurs wohl selbst zu heikel, weshalb er vor der Umfirmierung sein großes Aktienpaket veräußerte.

Der gebürtige Italiener / Tiroler stammt aus einfachen Verhältnissen und hat sich empor gearbeitet. Das prädestiniert ihn aber nicht, gegen sämtliche Versuchungen aus dem Umfeld der palus floris gefeit zu sein.
Gelegenheit macht Diebe!

http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Kofler

Gestern, also am Mittwoch, den 25. Mai 2011, tauchten vor Koflerś Domizile in München und Luxemburg die Ermittlungsgruppen der Polizei und der Staatsanwaltschaft auf und präsentierten einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts München. Hintergrund sind eben jene Ungereimtheiten im Zusammenhang mit bilanzierten ( frisierten?) Abonnentenzahlen bei PREMIERE in den Jahren 2007 ff.

http://www.wort.lu/wort/web/europa_und_welt/artikel/2011/05/151318/ermittlung-gegen-ex-premiere-chef-kofler.php

Wo auch Rauch ist, ist auch Feuer?

Nun, Kofler bestreitet, dass unter seiner Ägide die kreative Buchführung vor der Umwandlung in eine AG besonders kreativ gewesen sein soll. Im Raum stehen 600.000 vermeintliche PREMIERE-Kunden, die jedoch ein " Probe" oder " Gratis "-Abo besaßen und dennoch als Vollabonnenten geführt waren.

Hmmh, Herr Dr. phil. Kofler, als Ökonom muss ich Dir sagen,dass nach den Bilanzierungsvorschriften nur jene Kunden berücksichtigt werden können, die auch Umsatz gebracht haben und dieser sich in nackten Zahlen widerspiegelt. Diese wiederum finden ihren Niederschlag in den jeweiligen publizierten Bilanzen und dem Jahresabschluss. Diese wiederum beeinflussen den Börsen notierten  bzw. den Wert einer Aktie.  So einfach ist Marktwirtschaft.

Wer jedoch -  aus welchen Gründen auch immer - auf Sand baut,wird keine Sicherheit erhalten, sondern alsbald abrutschen, in die Untiefen der Kriminalität des 3. Jahrtausend n. Chr. und dem Lug - und Trugschluss, dass einem Großen niemals kleines widerfährt, wie zum Beispiel einem vorbestraften Ladendieb bei " Schlecker " der Knast droht, wenn er sich zu oft dabei ertappen lässt.

Ach ja, Herr Dr. phil. im Zusammenhang mit der Häufigkeit jener spektakulären Wirtschaftsverbrecher im südlichsten Bundesland, dieses, unseres Landes, muss von einer weit verbreiteten Unterart der palus floris gesprochen und ausgegangen werden: der palus floris bavaria, gell!

Und als Fremder, weil Italiener / Tiroler, in einem fremden Land,könnte es Dir bald so ergehen, wie den drei Bayern im Norden:


LIBER FACETIARUM BEBELIANARUM

De tribus Bavaris.

Tres Bavari simul peregre profecti sunt gratia morum in alienis terris discendorum. venientesque in Germaniam inferiorem (ubi homines tam expedite curteque loquuntur, nimiumque celeriter verba pronuntiant, ut vix et aegre superiores Germani intelligant) civitati cuidam appropinquaverunt. praemittitur autem ab eis pro procurando hospitio, lautoque prandio instruendo, qui huius insuetae linguae peritissimus haberi voluit. qui cum in urbem venisset, atque tarda sua lingua, imprimisque crassa et dura cum Caupone esset locutus plura, nihil tamem eorum intellexit caupo, quare dentes digitis demonstrans, comedendi aviditatem significavit. Caupo dolore dentium laborare eum existimans, mox ad medicum dentarium deduci iubet, ubi cum adhuc in dentibus monstrandis perseveraret. Medicus Cauponis sententia permotus, dentes duos illi evulsit radicitus. quare indignabundus ille et tristis exiens civitatem, ad suos comites pervenit. quibus ait. O fratres carissimi per fidem meam consulo vobis ne hanc civitatem ingrediamini. quam primum enim ad manducandum quippiam postulaveritis, dentes vobis omnes exturbabuntur. Mihi ut cernitis duo ob eam rem adempti sunt, qui nisi adeo peritus et edoctus fuissem in eorum lingua, iam totus edentulus ad vos rediissem. Illi boni homines stulto illius consilio permoti, ferme inedia confecti abierunt, suam Bavariam ieiuni repetentes.

Für alle Nicht-Lateiner in deutscher Übersetzung:



Drei Bayern zogen zugleich in die Fremde, um die Sitten und Bräuche anderer Länder kennenzulernen. Und als sie nach Norddeutschland (wörtl.: Niederdeutschland) kamen (wo die Menschen dermaßen flott und in verkürzten Sätzen reden und die Worte allzu schnell aussprechen, so dass die Süddeutschen (wörtl.: Leute aus Oberdeutschland) es kaum verstehen), näherten sie sich einer Stadt. Einer aber wird von ihnen vorausgeschickt, um ein Quartier zu besorgen und eine warme Mahlzeit zu beschaffen, (und) dieser wollte, dass man ihn in dieser ungewohnten Sprache für überaus bewandert hält. Als dieser in die Stadt gekommen war, und in seiner langsamen, besonders groben und harten Aussprache mehrere Dinge zu einem Gastwirt gesagt hatte, verstand der Wirt nichts von alldem, weshalb (der Bayer) mit den Fingern auf seine Zähne zeigte und ihm seinen Heißhunger andeutete. Da der Wirt glaubte, er leide an Zahnschmerzen, lässt er ihn alsbald zu einem Zahnarzt bringen, wo er immer noch ständig auf seine Zähne zeigt. Der Zahnarzt, veranlasst von der Schilderung des Gastwirts, riss ihm zwei Zähne mit der Wurzel aus. Jener ging, während er darüber seinen Unwillen ausließ, aus der Stadt und kam zu seinen Kameraden und sagte zu ihnen: "Teuerste Freunde! Bei meiner Treue, ich rate euch, geht nicht in diese Stadt! Denn sobald ihr etwas zum Essen bestellt, werden euch alle Zähne gezogen (werden). Mir wurden, wie ihr seht, deshalb zwei entfernt, und ich wäre schon ganz zahnlos zu euch zurückgekehrt, wenn ich nicht so bewandert und gründlich gelehrt in ihrer Sprache gewesen wäre. Auf diesen dummen Ratschlag von ihm hin zogen jene braven Männer vom Hungern ziemlich erschöpft von dannen und kehrten in ihr Bayern zurück.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Singet, betet und seid fromm, fröhlich und kostenfrei.





Noch einige Tage, dann startete in unserem schönen Dresden der 33. Evangelische Kirchentag. Vom 1. bis zum 5. Juni wird es in der attraktiven Innenstadt von Dresden so richtig voll.
Voll zeigt sich auch das Programm dieser Veranstaltung.
Unter der Losung: " da wird dein Herz auch sein, Matthäus 6,21, findet sich in dem Veranstaltungsverzeichnis:

" Mittwoch, 1. Juni 2011
            
Eröffnungsgottesdienste
17.30–18.30

18.30–23.00 Abend der Begegnung

Donnerstag, 2. Juni, freitag, 3. Juni, Samstag, 4. Juni 2011

   bis 09.30     Morgengebete

09.30–10.30 Bibelarbeiten

10.30–13.00 Thematisches, geistliches, kulturelles Programm

10.00–18.00 Markt der Möglichkeiten und Messe im Markt

    ab 13.00 Mittagsgebete

13.30–14.30     Offene    Singen    mit    dem    Liederbuch

15.00–18.00 Thematisches, geistliches, kulturelles Programm

       ab 18.00     Abendgebete

19.00–22.00 Kulturelles, geistliches, thematisches Programm

       ab 22.00     Nachtgebete

freitag, 3. Juni 2011

    ab 18.00 feierabendmahle

Sonntag, 5. Juni 2011

10.00–11.30 Schlussgottesdienst mit Abendmahl "



- Zitatende -


Nach dem die Politiker der Landeshauptstadt sich flehentlich an die Öffentlichkeit gewandt hatten, um wegen der großen Übernachtungsnachfrage auch private Hauseigentümer in die Pflicht nehmen zu können, scheint dieses Problem wohl vorerst gelöst zu sein.
Auch die Speisung der Zehntausend wird - aller Voraussicht nach - logistisch gemeistert werden können.
Die Landeshauptstadt selbst zeigt sich des weiteren sehr spendabel und subventioniert die Veranstaltung mit sage und schreibe 2 Millionen Euro!
Geld, das woanders eingespart werden muss und natürlich bei wichtigeren Vorhaben und Aufgabenbewältigungen fehlt.
Und wie fehlt, denn die Stadt ist schon wieder in die tief roten Zahlen gerutscht.

Nachdem der - ach so tolle - Ex-OB Ingolf Roßberg ( FDP ) durch den Verkauf weiteren Tafelsilbers in Form der eigenen Wohnungen vor einigen Jahren es temporär geschafft hat, die öffentlichen Kassen schuldenfrei zu machen, wird die ungebremste Misswirtschaft durch seine Nachfolgerin Orosz ( CDU ) ohne Atempause fort gesetzt.

Da fragt sich der Nicht-Christ, der Kirchenskeptiker und kritische Steuerbürger völlig zu recht, warum hier 2.000.000,-- € in eine Veranstaltung hinein gepulvert wird, die nur für touristische Veranstaltungsbesucher verwendet werden. Mit dieser Summe sind weder die Bauruinen beseitigt, die dem Besucher außerhalb der " City " sofort ins Auge springen, noch die ungezählten Schlaglöcher auf den Fußwegen und Straßen verfüllt oder die saumäßigen Fußwege selbst, die bei ungünstiger Witterung zu Schlamm - und Schneeflächen verkommen.
Die CDU und ihre Kirche - ein Kapitel für sich. Hauptsache es wird eine schöne Fassade gezeigt, ein Blendwerk aufgetischt und der Veranstaltungsschwerpunkt in der Innenstadt als " Potemkinsches Dorf " genutzt.

Immer schön Einen raushängen lassen, wenn es darum geht, dem Land, den Besuchern und sonstigen staatstragenden Hanseln zu zeigen, dass wir auch wer sind. Der EVKT 2011 ist hierfür die richtige Bühne, Frau OB Orosz, nicht wahr!

Jörg K. und die Kunst der Verteidigung gegen den drohenden Knast. Geht ein Strafprozess nun doch glimpflich zu Ende?

(c) WIKIPEDIA -Itu
Neben dem täglichen Nachrichten-Allerlei von dem Ausbruch eines isländischen Vulkans über einen verheerenden Wirbelsturm in den USA bis hin zu der - längst zur Tatsache verfestigten - Meldung, dass in Fukushima eine dreifache Kernschmelze ( melt down ) statt gefunden hat, waren die letzten Tage eher von den Hiobsbotschaften aus dem Wirtschaftsgenre geprägt.
Griechenland ist bankrott!
Irland ist beinahe bankrott!
Spanien und Portugal zeigen viele Anzeichen eines Bankrotts!

Quo vadis EU, Euro und Europa?

Da machen sich so nebensächliche Meldungen, wie die Bürgerschaftswahl in Bremen, in der die FDP mit sensationellen 3,8 % wieder einmal mehr aus der parlamentarischen Vertretung eines nicht mehr vertretenen Bürgertums ( die Wahlbeteiligung sagt hier Vieles ) eher als Nachrichten dritter Klasse aus.

So wäre es auch mit der längst verebbten Berichterstattung über den Strafprozess gegen den Wetter-Entertainer Jörg K., wäre da nicht, ja, wäre da nicht ein großen Fragezeichen hinsichtlich der Schuldfrage zu verzeichnen.
Zu Beginn der Ermittlungen gegen K. habe ich geglaubt, dass er zu Recht eingeknastet worden ist. Er, der Sunnyboy im Vorabendprogramm der alten Tante ARD, der - ganz Weltbürger - mit lässigen Handbewegungen von den heran ziehen Hochs und Tiefs informierte. Er, der sich als der Mr. Weatherreport schlechthin verkaufte. Er, der" Lone Some Rider" in den ARD-Kanälen abgab, wenn es darum ging, trotz eines - für spießige Glotzer " schlampigen Outfits dennoch Kompetenz aufzuzeigen, weil er den Colt für alle Fälle locker im Halfter trug und ihn abschoss, wenn es um Unwetterwarnungen ging. Und dabei häufig voll ins Schwarze traf!

Das ist jetzt längst vorbei. Der andere Colt, der verdeckt getragen wurde, den er dann heraus zog, wenn er eine seiner vielen Liaisons besuchte,hat ihn wohl mehr Probleme bereitete, als Cowboy K. wahr haben möchte.
Der Lebemann K. und der Medienstar K. sind augenscheinlich zwei verschiedene Persönlichkeiten. Im Fachvokabular wird dieses als " ICD-10 "-Krankheitsbild bezeichnet. Hierbei können unterschiedliche Krankheitsbilder auftreten.

Wenn K. also etwa schizophren sein sollte, seine ihm vorgeworfene strafbare Handlung einen schizoiden Hintergrund haben sollte, dann müsste er nach dem Gesetz entweder als vermindert - oder sogar als schuldunfähig zu qualifizieren sein. Oder könnte es nur einer dissoziale Störung zuzuordnen sein, wenn K.gegenüber der der vermeintlichen Geschädigten und Ex-Lebensgefährtin  formuliert haben soll, dass er Frauen hasse?

Mit diesen Fragen hatte sich auch die Anklagevertretung vor ihrem Plädoyer zu beschäftigen gehabt. Der Sitzungsvertreter Staatsanwalt Oltrogge ist hier zu der Überzeugung gelangt, dass K. schuldfähig sei. Womit er nach den Vorschriften des StGB auch für die ihm zur Last gelegte Tat zur Verantwortung zu ziehen sei. Dennoch plädierte Staatsanwalt Oltrogge auf einen " minder schweren Fall " der sexuellen Nötigung.Der Strafrahmen für ein derartiges Delikt liegt nach § 177 Absatz 5 StGB von einem bis zu 10 Jahren. Immerhin!

Der Staatsanwalt fordert deshalb die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 3 Monaten! Ein Strafmaß, dass im unteren Bereich liegt.
Sollte K. tatsächlich wegen der ihm vorgeworfenen  Tat verurteilt werden ( er bestreitet diese begangen zu haben), wird er nicht nur beruflich mausetot sein. Die Reputation als elder weatherman ist unisono nach seiner Verhaftung dahin. Zu spektakulär wurde über dieses Strafverfahren bereits im Vorfeld zur Anklageerhebung berichtet. Ein gefundenes Fressen für den Boulevard und die Regenbogen-Postillen.

Am 31. Mai 2011 wird die Große Strafkammer des Landgerichts Mannheim ihr Urteil verkünden. Nicht wenige Prozessbeobachter sehen K. zu Unrecht angeklagt und erwarten einen Freispruch. So auch seine Verteidiger. Der Revisonsspezialist und Kollege Schwenn aus Hamburg legte sich deshalb mächtig ins Zeug und sah bereits die rechtsstaatliche Ordnung auf dem Prüfstand,denn ein unschuldiger Mann wäre hier Opfer(!!!) eines infamen Rachefeldzugs einer "gehörten" Frau geworden. Aja, Rachefeldzug? Nachdem K. selbst über viele Jahre die Wahrheit in der Beziehung zu seiner einstigen Lebensgefährtin verbogen hat und sich zu keinem Zeitpunkt um Klarheit in eben jener bemüht hat. Nachdem er von der - wohl enttäuschten - Freundin zur Rede gestellt wurde, sah er sich in die Enge getrieben. Ob er dabei - wie behauptet - in dieser Art und Weise ausgerastet ist, kann nur er selbst und die vermeintliche Geschädigte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen. Es gab keine weiteren Zeugen für die ihm vorgeworfene Tat.

Sollten an deren Begehung Zweifel bestehen gilt der eherne Grundsatz: " in dubio pro reo " - " in dubio pro K? ". Dieses sieht die gewieft taktierende Verteidgung auch so. 

Montag, 23. Mai 2011

Gänseblümchen - die LPG - der eigene Garten.

Der Frühling ist im vollem Gange. In voller Pracht zeigen sich nun jene Pflanzen,Sträucher und Bäume,die noch vor knapp einem Vierteljahr, mit ihrem im Herbst abgeworfenen Blattkleid, einen eher tristen Anblick abgaben oder friedlich im Boden schlummernd auf die warme Sonne warteten.
Mit dem Wonnemonat Mai beginnt allerdings auch die arbeitsreiche Zeit für den Gartenfreund. Neben allerlei Pflanztätigkeiten,dem Beseitigen der Herbst - und Winter-Hinterlassenschaften, gehört das Rasen mähen auch zu den Aufgaben.


Während ich das Elektro-Ungetüm aus den 90er Jahren aus dem Keller schleppte, das Kabel anschloss und die ersten Anrollversuche startete, zeigte sich vor mir eine mit unzähligen Gänseblümchen übersäte Rasenfläche.Eigentlich schade, diesen Anblick durch die selbst auferlegte Fronarbeit zu zerstören! Gedanken versunken erinnerte ich mich an meine Kindheit, als die Gänseblümchen neben dem Löwenzahn, der in der Kindersprache als "Pusteblume" durch ging und dem Klee, in dem wir nach den seltenen vierblättrigen Exemplaren Ausschau hielten,zu den beliebtesten Gewächsen gehörten. Rosen, pah, das war was für die Erwachsenenwelt; außerdem hatten die Dornen, die pieksten. Margareten,Gladiolen,Tulpen - nee, die waren eigentlich schon viel zu groß.
Die winzigen, die zarten und in rauhen Mengen gewachsenen Gänseblümchen, dass waren die Favoriten.

" Das Gänseblümchen (Bellis perennis), auch Mehrjähriges Gänseblümchen, Maßliebchen, Tausendschön oder schweizerisch „Margritli“ (Kleine Margerite) genannt ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Da es auf fast jeder Rasenfläche wächst, zählt es zu den bekanntesten Pflanzenarten Mitteleuropas. "

-Ziatatende - ( aus WIKIPEDIA - Gänseblümchen )

 Nun ratterte die Höllenmaschine mit der Bezeichnung elektrischer Rasenmäher los. Bahn für Bahn pflügte er sich - von mir schwitzend geschoben - nach vorne. Mit jeder Wendung verschwanden eben die herrlichen Gänseblümchen aus meinem Blickfeld.

Schade! Stop! Stillstand!

Genug des Umweltfrevels!



Ich entschloss mich, einige, besonders dicht bewachsene Rasenstücke mit den Gänseblümchen zu belassen. Dabei kamen mir die Erinnerungen an meine "Barras"-Zeit in Munster-Lager. Zu Beginn der 70er Jahre, meine Lese - und Musikstunden allein im Gemeinschaftszimmer der Kaserne der KTS II/III. Als ich aus dem ITT Schaub Lorenz Kofferradio über eine UKW-Frequenz von Montag bis Donnerstag nach Dienstschluss den DDR Sender "DT 64" hörte und - neben vielen klasse Deutschrocktiteln der DDR Bands - auch jenes von den Gänselieschen, der LPG und der so großen Liebe gespielt wurde. Bekanntlich wurde das Stück von der Klaus Renft Combo 1973 komponiert und vorgetragen und geht so:



Uns're LPG hat 100 Gänse,
und ein Gänselieschen - das ist meins.
Jeden Morgen ziehn sie auf die Wiese,
100 Gänse und die Hundert eins.

Und alle Bauern bleiben stehen,
wenn dieser Marsch vorüberzieht.
Ich denk' mir schon auf wen sie sehen,
während sie auf ihre Gänse sieht.

Uns're LPG . . .

Den Bauern scheint das zu gefallen,
doch zu sich selber mancher spricht:
"Die 100 Gäns' gehörn uns allen,
warum dann nur die Hunderteins noch nicht?"

Uns're LPG . . .

Doch hinterher auf meinem Trecker,
fahr ich den Traktorist und wach,
das keiner mir mein liebes Lieschen
zu einem Volkseigentum macht.

Uns're LPG . . .

Und so assoziierte ich eben: Gänseblümchen - Gänselieschen - LPG mit Rasenmähen - eigener Garten - Gänserich! Warum auch nicht?
Schließlich waren die vielen Deutschrockstücke alle Male besser, als der Quark, der heute geboten wird.

Samstag, 21. Mai 2011

Sich regen bringt Segen. Sich nicht regen bringt Kindersegen!






c WIKIPEDIA: Tom Adriaenssen


Da war doch eine Meldung bei MDR Info in den frühen Morgenstunden, die mich ins Grübeln brachte. In der sächsischen Landeshauptstadt sollen durchschnittlich mehr Kinder geboren werden, als im übrigen Land. Dresden soll damit den Geburtenrekord in 2010 halten. Häh?

Und tatsächlich haben die Statistiker folgendes festgestellt:


Dresden hat höchste Geburtenrate

" Dresden (RPO). Dresden hat unter den deutschen Großstädten die höchste Geburtenrate. Wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte, kamen im vergangenen Jahr auf 10.000 Einwohner 110 Babys. Dies ist der beste Werte aller 15 deutschen Städte mit mehr als 400.000 Einwohnern. Auf den folgenden Plätzen sind München und Frankfurt am Main mit 109 und 107 Geburten. Mit jeweils 83 Neugeborenen pro 10.000 Einwohner belegten Duisburg und Bremen den letzten Platz.

 Die Zahl der Dresdner wächst immer weiter. Wie die Stadt am
Freitag mitteilte, lebten zum Jahreswechsel genau 517.168 Menschen in
Dresden, 6030 mehr als ein Jahr zuvor. Laut kommunaler Statistikstelle
ist die Einwohnerzahl Dresdens damit - bezogen auf die heutigen
Stadtgrenzen - höher als im Herbst 1990. Auch die Geburtenzahlen sorgen für das kräftige Bevölkerungsplus.

Der Aufwärtstrend der Neugeborenenzahlen scheint anzuhalten. Im vergangenen Jahr 2010 erblickten in Dresden rund 6.000 Babys das Licht der Welt. Es werden in der Stadt mehr Kinder geboren, als Menschen diese Welt verlassen. Daher wächst die Stadt seit wenigen Jahren sogar, was zusätzlich noch durch den Zuzug vieler Menschen begünstigt wird. "

Das Zauberwort in der Statistik nennt sich hier "Fertilitätsrate" und ist
gleichbedeutend mit dem Begriff der zusammengefassten Fruchtbarkeitsziffer. Diese Begriffe zusammengefasste Geburtenziffer, Gesamtfruchtbarkeitsrate und Fertilitätsrate werden synonym verwendet.
Manchmal werden sie auch für die mittlere endgültige Kinderzahl oder Kohortenfertilität verwendet, die sich dadurch unterscheidet, dass die altersspezifischen Fruchtbarkeitsziffern summiert werden, die zu dem Zeitpunkt gegolten haben, zu dem ein bestimmter Geburtsjahrgang tatsächlich das entsprechende Alter gehabt hat. Sie ist also realitätsnäher, hat aber den Nachteil, dass sie erst ermittelt werden kann, nachdem der betreffende Jahrgang das gebärfähige Alter weitgehend verlassen hat.

Für viele - von Berufswegen - damit befasste Experten steht seit Jahrzehnten ein Trend fest, der sich auf der Graphik sofort erkennen lässt: die Geburtenziffer geht nach unten. Sie liegt in 2010 - zwar stagnierend - bei 1,3331. Es gibt hierzu zwar regionale und auf Stadt oder Land bezogene Unterschiede,dennoch liegt die BRD damit - international betrachtete - im unteren Bereich der Bevölkerungentwicklung.
Das Deutsche Volk schrumpft.

Allerdings nicht in Dresden. Hier liegt die Fertilitätsrate bei 1,6 und ist als steigend errechnet worden. Das ist erfreulich und ganz im Sinne des Genossen Sarrazin, der ja immer noch schlankweg behauptet: " Deutschland schafft sich ab!"
Nun, Herr Dr. Sarrazin, auf Dresden bezogen müsste es nunmehr - einschränkend - heißen:
" Deutschland schafft sich noch nicht ganz ab!"

Bei der Frage nach den Ursachen für jene Entwicklung, stehen die "Experten" vor einem Rätsel. Warum also gerade in der sächsischen Metropole, in Elbflorenz, die Fruchtbarkeitsrate über dem Durchschnitt liegt,können sie - rational  - nicht erklärlich machen.
Hierzu gibt es - oberflächlich besehen  - keine schlüssige Beweisführung.
Auch die Heranziehung der Sarrazin'schen Hypothesen, wonach in einer islamischen ghettoisierten Stadt, wie Berlin, Köln oder München, das Produzieren von Nachwuchs als Freizeitsport bewertet werden könnte,weil das gute deutsche Sozialsystem hierfür die Rahmenbedingungen schaffe,ist kein Erklärungsansatz.

In den " No Go - Areas " der Neuen Bundesländer gibt es kaum einen signifikanten ausländischen Bevölkerungsanteil. Und wenn dieser erkennbar wäre, so handelt es sich hierbei nicht um Muslims aus der Türkei, ehemaligen Bürgerkriegsgebieten im Ex-Jugoslawien oder dem arabischen Raum. Es sind dann eher Migranten aus dem östlichen Ländern.

Als ich während eines Fußgangs in Richtung des Postgebäudes in der Kesselsdorfer Straße in Dresden an mehreren Kindertagesstätten und Kinderspielplätzen vorbei schlenderte, durchzog mich ein Geistesblitz beim Betrachten der vielen Kinder, Mütter und Väter, die in jenen Häusern ein - und ausgingen:
" Könnte es etwa doch so sein, dass unser engmaschiges soziales Netz einen immensen Anreiz auf bestimmte Bevölkerungsgruppen ausübt, um sich - gewollt oder ungewollt - zu vermehren?"


Immerhin gibt es Kindergeld, Erziehungsgeld bzw. das heutige Landeserzeihungsgeld in Sachsen,Mutterschaftsgeld, Elterngeld,Kinderbetreuungsgeld aus dem großen Milliarden schweren Topf der Sozialtransfers.
Der deutsche Staat lässt sich eben nicht lumpen, wenn es darum geht, die Bevölkerung nicht weiter vergreisen zu lassen. Und dennoch weisen diese Geldleistungen eigentlich mehr auf die Unfähigkeit der Politik,die Frauen im gebärfähigen  Alter von 15 bis 49  biologisch betrachtet) bzw. von 18 bis 49 Jahren auf eine positive Einstellung zu eigenem Nachwuchs hinzuarbeiten,denn von einer wirklich planvollen Familienpolitik hin.

Die bisherigen Versuche, der Mär von den aussterbenden Deutschen, durch
ein mehr als finanziellen Anreizen entgegen zu treten, sind allesamt gescheitert. Nach dem Pillenknick, dem Geburtendefizit und den - ach so bösen - 68ern, die vermeintlich die Ursachen für den Bevölkerungsrückgang sind, zeigen sich eben auch partiell andersartige Entwicklungen.
Solche eben, wie der "Babyboom" in Dresden.

Was einerseits durchaus erfreulich ist, könnte andererseits wiederum zu einer Verschärfung der bereits bestehenden sozialen Probleme zu bewerten sein. Es bekommen eben jene Bevölkerungsgruppen Kinder, die dem Prekariat zuzuordnen sind. 
Aber ist das wirklich ein Problem? Oder wird es nicht durch bestimmte politische Einstellung erst zu einem solchen gemacht?

Während ich meinen Gang an den eher gut ausgestatteten Einrichtungen für den Dresdner Nachwuchs von der Dölzschner Straße über die Clara-Zetkin-Straße bis zu denen in der Bünaustraße fort setze, kommt mir der Gedanke, dass es zu meiner Kindheit lediglich 20,-- DM Kindergeld gab, wir damals zu dritt waren und die Kinder teilweise Kleidung von größeren Geschwistern auftragen mussten. Na, ja, überlebt haben wir es auch. Aber das war eine andere Zeit, da hat es kein Schüler-Mobbing gegeben, nur weil der eine Klamotten vom Bruder auftragen musste oder keine Markenware anziehen konnte.




Donnerstag, 19. Mai 2011

Johnny Winter: Ein Blues-Gigant spielt auf - Captured Live!




 Es gibt im Leben eben doch noch Zufälle!

Während ich mich immer noch mit meiner Stereo-Anlage aus den frühen 80er Jahren herum plage, weil der "Onkyo"-Verstärker aus dem einstigen HiFi-Exportland Nummer 1, aus dem jetzt Krisen geschüttelten Japan,nicht so will, wie ich es gerne möchte, versuchte ich das kürzlich erworbene Exemplar späteren Produktionsdatum damit zu überlisten, in dem ich die Kopfhörer anstöpselte und... hörbar den Hannes Wader wieder erkannte.

Weitere 10 Minuten später kam mir ein Geistesblitz: Warum nicht die 35 Jahre alte LP, die Vinylscheibe, die Schallplatte von Johnny Winter mit dem Titel " Capured Live!" auflegen und ausprobieren, ob der angeschlossene Plattenspieler nicht auch geht.
Gedacht - getan!

Was dann aus den "Technics"-Boxen heraus dröhnte, war nicht von jener Qualität. die ich von den 30 Jahre alten "Elac"-Boxen gewohnt bin, aber immerhin es waren eben jene unverkennbaren Gitarrenriffs, die ein Blueser der alten Schule, dann erklingen lässt, wenn er seinen Zuhörern etwas zu sagen hat. So praktiziert es auch Johnny Winter seit vielen Jahren.

Er wurde als John Dawson Winter III in Beaumont, einem kleinen Städtchen im US Bundesstaat Texas am 23. 02. 1944 geboren.
Bereits mit 15 Jahren gründete er zusammen mit seinem Bruder Edgar Winter die erste Blues-Formation. Im Verlaufe seiner Schaffenszeit erhielt sein Bruder einen festen Platz in seinen Bands.

Johnny Winter war mir seit den frühen 70er Jahren längst ein Begriff.
Seine vielen LPs, die er ab den Endsechziger produzieren ließ, lagen zum größten Teil auf meinem Plattenteller.

http://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_Winter







Johnny Winter ist die weiße Blues-Legende schlechthin; im gleichen Atemzug mit Eric Clapton und Eric Burdon, dem einstigen Frontmann der "Animals", der nach seiner Pop- und Beatzeit sich dem Blues widmete, zu nennen. Blues & Rock & Roll - Stücke, gespielt und adaptiert von Johnny Winter sind eine Klasse für sich. Und deshalb habe ich auch jene LPs noch in sehr guter Erinnerung, die er und seine Formationen einst veröffentlichten:


  • The Progressive Blues Experiment (1969)
  • Johnny Winter (1969)
  • Second Winter (1969)
  • Johnny Winter And (1970)
  • Still Alive and Well (1973)
  • Saints & Sinners (1974)
  • John Dawson Winter III (1974)
  • Nothin But the Blues (1977)
  • White, Hot and Blue (1978)
  • Raisin' Cain (1980)
  • Guitar Slinger (1984)
  • Serious Business (1985)
  • Third Degree (1986)
  • The Winter of '88 (1988)
  • Let Me In (1991)
  • Hey, Where's Your Brother? (1992)
  • I'm A Bluesman (2004)

Nachdem zu Beginn der 1990er die Phonoindustrie den " Tod " der Vinylscheibe bekannt gaben und die künftigen Alben von Johnny Winter nur noch auf den "Silberlingen" zu kaufen waren, gingen die Konzerne dazu über, eints auf Schallplatte veröffentlichtes Material von ihm zu digitalisieren und auf CD wieder zu veröffntlichen. Das ist auch bei Johnny Winter vom Vorteil, denn aus seinen inzwischen 134 produzierten Tonträgern hören sich jene aus den sehr frühen Jahren klanglich natürlich nicht mehr akzeptabel an.

Nun, J.W. ist aber eher ein Live-Musiker. Als er in den frühen Morgenstunden als "Top-Act " beim 4. WDR-"Rockpalast" auftrat, ließ er sich nicht lumpen und spielte bis kurz nach 5.00 Uhr. Und wie:


01  Hideaway                                  (10'35'')
02  Messin' With The Kid                       (7'25'')
03  Walking By Myself                          (7'32'')
04  Mississippi Blues                         (16'50'')
05  Divin' Duck                                (6'13'')
06  Johnny B. Goode                            (5'35'')
07  Suzie Q                                   (12'38'')
08  Drum Solo                                 (10'05'')
09  I'm Ready                                  (5'36'')
10  Rockabilly Boogie                          (5'42'')
11  Medley                                    (15'46'')
12  Jumpin' Jack Flash                         (6'20'')

Viele Rockpalast-Fans waren begeistert: " Hast Du Johnny Winter im Rockpalast gesehen?" lautete in meinem Bekanntenkreis die stereotype Frage. Natürlich hatte ich und war an jenem Samstagabend, dem 21.04. 1979 zum Sonntagmorgen, dem 22. 04. 1979.

Zunächst trat die J. Geils Band mit ihrem unnachahmlichen Sänger Peter Wolf auf. Ein Insidertipp für alle Rockfreunde. Eine Gruppe aus den USA, die zwar nie den spektakulären Durchbruch geschafft hat, die allerdings für Rockfans ein Begriff ist.
Nach einer längeren Umbaupause spielte die Patti Smith Group auf. Patti Smith, dass war einst eine andere Musikrichtung; das war New Wave,Punk und Grunge aus dem fernen Amerika. Die Lady zeigte sich mit - ihren immerhin schon - 33 Lenzen eher unkoventionell und hatte weder großen Bock auf eine pompöse Ansage, noch auf ihre Vorgänger, geschweige denn auf ein Interview. Sie wollte einfach nur aufspielen und sich auf der Bühne abreagieren.
Der Hammer war aber, als Patti dann mit ihrer Klarinette beim Auftritt von Johnny Winter, ihm dabei zu Füßen liegend, einige schräge Töne in dessen Blues-Improvisationen einspielte. Wohl voll gekifft, machte es ihr riesigen Spass, ihrem Ido nahe zu sein.
Wenngleich Pattis Musik eine völlig andere Stilrichtung darstellte; den Blueser Johnny Winter verehrte sie trotzdem - oder: gerade deshalb, weil eben der Blues die Mutter der Musik ist.


http://www.rockpalastarchiv.de/rn4.html

Dies Feststellung trifft denn auch auf die Johnny Winter LP " Captured Live!" zu. Dieser Zusammenschnitt seiner Auftritte im Rahmen der USA-Tournee 1976 bringt jene Genialität des Bluesers - der sich hier allerdings als Bluesrocker outet - ohne Einschränkungen zu Tage. Bluesrock vom aller Feinsten, von einem anderen Stern. Weshalb heute noch die Kenner von diesem Album in höchsten Tönen schwärmen:

http://www.amazon.de/Captured-Live-Johnny-Winter/dp/B000002567

Die LP " Captured Live!" startet mit dem Klassiker des farbigen Bluesmusikers Larry Williams " Bony Moronie ". Und wie! Johnny's fast krächzender, rauher, beinharter Gesang schneidet seine virtuosen Gitarrenriffs, dass Intro an der Slide Guitar, brutal ein, ehe dann seine Mitstreiter einsteigen: Randy Jo Hobbs ( Bass, ergänzender Gesang) , Richrad Hughes (Schlagszeug) und der glänzende Floyd Radford (Gitarre ) fetzen los und das Stadion tobt.
Es folgen mit " Roll with me ", einen Titel, den sein kongenialer Partner Rick Derringer 1974 komponierte und "Rock & roll people ", einem John Lennon Stück aus dem Jahre 1973 zwei aktuelle Rockbeiträge, ehe er den Klassiker der Songwriter  Bobby & Shirley Womack von 1964 " It's all over now " intoniert.
Johnny zeigt sich in Höchstform.

Das kommt natürlich auch bei dem Lied von Bobby Dylan " Highway 61 revisted " zum Tragen. Mit Floyd Radford puscht er sich wechselseitig zu wahren Gitarrenklang-Bergen hoch. Beide improvisieren minutenlang zu der Grundmelodie der Dylan-Ballade, die damit förmlich in ihre Einzelteile seziert wird. Bluesrock in Liveform - eine Ohrenweide! Nach fast 11 Minuten ist das Gitarrengewitter vorbei. Ein Beifallsorkan aus der Rand vollen Arena setzt ein.
Den Abschluss dieser Zusammenfassung der Auftritte von Johnny Winter & Band bildet seine Eigenkomposition " Sweet Papa John " ( Gemeint ist er hier wohl selbst ). Ein orgiastischer Gesang des Albino-Bluesrockers gepaart mit Slide-Gitarren-Einlagen. Aller erste Sahne!

Die Titel sind im Swing Auditorium von San Bernadino, dass wegen eines hierin abgestürzten Flugzeugs nicht mehr existiert ), der legendären San Diego Sports Arena ( wo auch Größen, wie Jimi Hendrix sich die Ehre gaben ) und im Coliseum von Oakland aufgenommen worden.

Nach 35 Jahren hört sich meine LP immer noch so an, wie einst 1976, als ich sie in einem LP-Laden in Wilhelmshaven erwarb.

Und während ich - hockend - an meinem immer noch nicht funktionierenden Altverstärker herum schraube, kamen mir so einige Gedanken an jene verflossen Jahre, in denen ich - umzugsbedingt - die LP zusammen mit anderen aus meinem Archiv viele hundert Kilometer transportiert habe, viele Treppen hoch tragen musste und viele Male umstellen durfte, weil der Platz nicht ausreichte.

Eher enttäuscht, gab ich die Bastelei an dem Uralt-Verstärker auf und setzte mich an meinen Schreibtisch, stellte den PC an, um einen Post über eben den legendären Blues-Albino aus den USA einzustellen, als das Telephon klingelte. Am anderen Ende der Verbindung der ebenso Musik verrückte Nachbar, der mir eine sensationelle Mitteilung bekannt gab: Mister Johnny Winter tritt am 26. Mai 2011 bei " Tante Ju " im Rahmen des Blues-Festivals auf.
" Nee!", antwortete ich ihm.
" Doch!", gab er zurück.

Es gibt eben doch noch Zufälle! Oder wahr es eine Eingebung? Eine altersbedingte Sinnesstörung ist es mit Sicherheit nicht gewesen, denn auf der HP der "Tante" stand es eindeutig: Johnny Winter tritt hier auf!
Und während ich noch zu diesem Post einige Hintergrundinformationen sammele, klicke ich auf eine Seite, mit der sich ein wahrer Goldschatz für jeden Live-Rock -Fan verbirgt:


http://www.wolfgangsvault.com/concerts/venues/swing-auditorium.html

Dienstag, 17. Mai 2011

Peter Rühmkorf: Ein Poet, Pamphletist und kritischer Essayist.




Transferred from de.wikipedia
(Original text : selbst fotografiert)



In einigen Tagen jährt sich der Todestag von Peter Rühmkorf zum 3. Mal.
Seine Werke indes sind nur einer intellektuellen Minderheit bekannt gewesen.
Seine Gedichte lesen sich so:


Hochseilakt

Wir turnen in höchsten Höhen herum...
Wir turnen in höchsten Höhen herum,
selbstredend und selbstreimend,
von einem I n d i v i d u u m
aus nichts als Worten träumend.

Was uns bewegt - warum? wozu? -
den Teppich zu verlassen?
Ein nie erforschtes Who-is-who
im Sturzflug zu erfassen.
Wer von so hoch zu Boden blickt,
der sieht nur Verarmtes / Verirrtes.

Ich sage: wer Lyrik schreibt, ist verrückt,
wer sie für wahr nimmt, wird es.
Ich spiel mit meinem Astralleib Klavier,
v i e r f ü ß i g - vierzigzehig -
Ganz unten am Boden gelten wir
für nicht mehr ganz zurechnungsfähig.

Die Loreley entblößt ihr Haar
am umgekippten Rheine ...
Ich schwebe graziös in Lebensgefahr
grad zwischen Freund Hein und Freund Heine.


Aber gerade, weil Peter Rühmkorf  eher einer intellektuellen Minderheit bekannt war; wenngleich deshalb hier nicht unumstritten, konnte er jenen künstlerischen Freiraum nutzen, um zu experimentieren:


http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_R%C3%BChmkorf


Als er vor 25 Jahren seine Schallplatte mit dem Titel " Kein Apolloprogramm für Lyrik " veröffentlichte, standen ihm einst Michael Naura (Klavier), Wolfgang Schlüter (Vibraphon) und Eberhard Weber(Bass) zur Seite. Drei Jazz-Größen,  die in der nochbewegten Zeit der 70er Jahre sich einen Namen in der - ansich elitären - Randszene gemacht hatten. Jazz, das war für mich musikalisch betrachtet, eher ein Nebenprodukt. Zu sehr verwoben sich damals die experimentellen Elemente dieser Musikrichtung mit (hörbarer) Jazzmusik im klassischen Sinne. Nicht Dixie, nicht Swing, sondern Jazz-Rock war eher mein Geschmack.
Nun, gut, darüber lässt sich bekanntlich streiten.

Als ich eines Abends von einem Kneipenbesuch gelangweilt nach Hause kam, den Schlaf nicht finden konnte, stahl ich mich leise in das Wohnzimmer meiner Eltern und machte dort die "Telefunken"-Glotze an. Wie so oft war das Abendprogramm öde. Ein Blick in die Fernsehzeitung sagte mir, dass nach 23.00 Uhr auf NDR III eine Aufzeichnung aus dem dortigen Jazz-Studio mit dem nichts sagenden Titel " Ich spiel mit meinen Astralleib Klavier " kommen sollte. Eine Jazz & Lyrik - Fusion eben mit Peter Rühmkorf und jenen drei Musikern.

Naura war längst zum Jazz-Guru im Norden aufgestiegen. Er hatte sich gegen die gesamte verkrustete und verspießte Programmfunktionärswelt durch gesetzt und im Rundfunk sowie im Fernsehen einige Sendungen durch gedrückt, in denen eben Jazz-Koryhäen, wie Albert Mangelsdorff, Keith Jarrett oder Klaus Doldinger, aber auch junge, unbekannte Musiker auftraten. Jazz war zwar damit immer noch der Musikgeschmack einer Minorität innerhalb einer Minorität von Nicht-Schlager- und Anti-Volksmusikanhängern, dennoch behielt die verschwindend kleine Gemeinde den Kopf über viele Jahre oben - dank Michael Naura!

Da saßen und standen sie nun, zur - für den Durchschnittsmichel von einst - Nacht schlafender Zeit und spulten ihre Titel herunter. Das Programm enthielt eben auch jenes Stück, dass ich nun nach 25 Jahren im Netz wieder gefunden habe: " Hochseilakt ".

Und auch das vertonte Gedicht von Peter Rühmkorf mit dem Titel " Elegie ".


Elegie

Gruß aus Köln - die bleiche Trauerkarte,
die am Rand noch grad die Fassung wahrt,
würde- und bedeutungsvoll:
ah-was-soll
all das dämliche Getanke und Gestarte
für das bißchen Fahrt?

Staub zu Staub und Schaum zu Schaum:
Diese Knöchel oft umschlossen,
dieser Hintern tief geliebt,
haltlos durch ein Totenhemd gesiebt,
ausgeflossen
in den sterneleeren Kofferraum.

Efeu schleppt sich lautlos durch die Jahre;
immergrün und unbegrenzt
deckt er diesen früh entschlafnen Schoß;
knochenlos
trete ich vor deine Abendbahre,
zart wie ein Gespenst.

Hark ich dir die Erde vom Gesicht,
laß die Blumen von den Ketten
- himmelstrebend, hochgehanft -
Dich in mein entfliehendes Gedicht
u m z u b e t t e n
(Ruhe sanft!)
Da ist Silber - da ist Gold - ist Licht.

Hallo Oktoberwind,



Weiterhin finden sich auf der LP:



A1Tagebuch (Music: "Sad Queen")
Composed By – M. Naura*
7:25
A2Undine / Jetzt Mittem Im Klaren (Music: "Undine")
Composed By – E. Weber*, M. Naura*, W. Schlüter*
5:40
A3Einen Zweiten Weg Ums Gehirn Rum 2:20
A4Hochseil
Composed By – M. Naura*, W. Schlüter*
1:13
A5Zirkus
Composed By – E. Weber*, M. Naura*
2:58
B1
Ständchen Für Marsyas

         Composed By – M. Naura*
1:57
B2

Kein Apolloprogramm Für Lyrik
5:30
B3
Mein Stelle Am Himmel (Music: "Pour Catherine")

         Composed By – M. Naura*
6:09
B4Von Mir Zu Euch Für Uns
Composed By – M. Naura*
1:24
B5Cicerone
Composed By – M. Naura*
2:01
B6Elegie
Composed By – M. Naura*
2:10
B7Komm Raus!
Composed By – E. Weber*, M. Naura*, W. Schlüter*


Peter Rühmkorf hat aber viele weitere Gedichte geschrieben, Hierzu gehört auch:


Bleib erschütterbar und widerstehn


Bleib erschütterbar und widersteh
"Also heut: zum Ersten, Zweiten, Letzten:
Allen Durchgedrehten, Umgehetzten,
was ich, kaum erhoben, wanken seh,
gestern an und morgen abgeschaltet:
Eh dein Kopf zum Totenkopf erkaltet:
Bleib erschütterbar - doch widersteh!

Die uns Erde, Wasser, Luft versauen
- Fortschritt marsch! Mit Gas und Gottvertrauen -
Ehe sie dich eingemeinden, eh
du im Strudel bist und schon im Solde,
wartend, dass die Kotze sich vergolde:
Bleib erschütterbar - doch widersteh!

Schön, wie sich die Sterblichen berühren -
Knüppel zielen schon auf Hirn und Nieren,
dass der Liebe gleich der Mut vergeh . . .
Wer geduckt steht, will auch andre biegen.
(Sorgen brauchst du dir nicht selber zuzufügen;
alles, was befürchtet wird, wird wahr!)
Bleib erschütterbar.
Bleib erschütterbar - doch widersteh!

Widersteht! Im Siegen Ungeübte,
zwischen Scylla hier und dort Charybde
schwankt der Wechselkurs der Odyssee . . .
Finsternis kommt reichlich nachgeflossen;
Aber du mit - such sie dir! - Genossen!
teilst das Dunkel, und es teilt sich die Gefahr,
leicht und jäh - - -


Bleib erschütterbar!
Bleib erschütterbar - doch widersteh!"
 

Peter Rühmkorf war sich aber auch nicht zu schade, einige Klassiker der deutschen Dichtkunst vorzutragen. So nahm er sich einige Jahre danach  des "Abendlieds " von Matthias Claudius an und nannte sein Stück nun  Variationen auf " Abendlied " von Matthias Claudius:


Der Mond ist aufgegangen.  
Ich, zwischen Hoff- und Hangen
rühr an den Himmel nicht.
Was Jagen oder Yoga?
Ich zieh die Tintentoga
des Abends vor mein Angesicht.

Die Sterne rücken dichter, nachtschaffenes Gelichter.
wie's um die Wette äfft -
So will ich sing- und gleißen
und Narr vor allen heißen,
eh mir der Herr die Zunge refft.

Laßt mir den Mond dort stehen.
Was lüstet es Antäen
und regt das Flügelklein?
Ich habe gute Weile,
der Platz auf meinem Seile
wird immer uneinnehmbar sein.

Herr, laß mich dein Reich scheuen!
Wer salzt mir dort den Maien?
Wer sämt die Freuden an?
Wer rückt mein Luderbette
an vorgewärmte Stätte,
da ich in Frieden scheitern kann?

Oh Himmel, unberufen,
wenn Mond auf goldenem Hufe
über die Erde springt -
Was Hunde hochgegtrieben?
So legt euch denn, ihr Lieben
und schürt, was euch ein Feuer dünkt.

Wollt endlich, sonder Sträuben,
still linkskant liegen bleiben
wo euch kein Scherz mehr trifft.
Müde des oft Gesehenen,
gönnt euch ein reines Gähnen
und nehmt getrost vom Abendgift."
Frommer Wunsch

"Wünsch mir im Himmel einen Platz
(auch wenn die Balken brächen)
bei Bellmann, Benn und Ringelnatz
und wünschte, dass sie e i n e n Satz
in e i n e m Atem sprächen:
nimm Platz!"


Nie war Peter Rühmkorf mit der Analyse der gesellschaftlichen Zwänge von damals so aktuell, wie heute:


http://gototango.de/Joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=223&Itemid=81


Wutbürger! Beschnüffelte Bundesbürger! Geknechtete Weltbürger!
Wie Peter Rühmkorf  bereits in " Bleib erschütterbar und widerstehn " seine Sicht der politischen Dinge erdichtet, hat er mit "Tagelied" eine Momentaufnahme bundesdeutsche Gesellschaftswirklichkeit zusammen gefasst:

Tagelied


An springt der Sommer –: mitten durch den Reifen,
– noch einmal trägt mein Glück –
Verweile doch und laß dich auch begreifen,
mein Pfauen-Augen-Blick –
Es ist das Stundenglas nicht umzukehren
und was die Parze spinnt . . .
Das Leben, das wir beide so verehren,
e s  r a s t  –  e s   r i n n t .

Es traut kein Bürger, segnet uns kein Paster,
kein Sozi stimmt mit ein.
Es muß, mein Kind, nicht immer gleich das Laster,
es kann auch Liebe sein.
Denn was sich liebt, das spottet der Erfahrung,
und was sich fesselt, gibt sich aus der Hand.
Dein Arsch hängt über mir wie eine Offenbarung:
gesammelt – und entspannt.

Verdammter Morgen, bleiche Abschiedsstunde,
wenn uns der Schweiß gefriert.
Dein Finger paßt so schön in meine Wunde,
faß rein, daß sie sich spürt.
Und Biß um Biß sich aneinanderreibend
machen der Seele die Gestalt bewußt.
Scharf wie Makrelen, Plankton seihend,
schlürfen wir uns die Seufzer aus der Brust.

Die Nacht ist hin, die Dinge sind so sausend
(Ein Kuß noch draufgepappt)
Eh uns der schwarze Müllmann 1 : 100 000
im Acheron verklappt . . .
Ein Blutsturz, gut, so steigt er, so verstrullt er;
Schmerzböen, Tränenschauer, immer hinterher!
Das nimmt das Wasser alles auf die leichte Schulter;
das trägt die Flut ins Meer –

© Rowohlt Verlag

Am 8. Juni 2008 verstarb Peter Rühmkorf in seiner Wahlheimat Schleswig-Holstein, in Roseburg, Kreis Herzogtum Lauenburg. Er wäre dieses Jahr 82 geworden. Der Krebs hat Peter Rümkorf zuvor besiegt. Sein Nachlass in Form von kritischer Lyrik und weiteren künstlerischen Schriftwerken bleibt jedoch für immer - unbesiegt - der Nachwelt erhalten.

Die Queen aus England in Irland und Nordirland: Das passt immer noch nicht!


http://www.nasa.gov/centers/goddard/news/topstory/2007/queen_egress_8.html


H.M. beliebten zu Lebzeiten zu reisen. Überall hin - in die große weite Welt und dort hin, wo ihre Vorfahren vor hunderten von Jahren majestätisch als Kolonialmacht gewütet hatten. Nachdem sie ihren Enkel Prinz William unter die Haube weiß, fährt es sich denn auch etwas sorgenfreier in die einstige widerborstige Region des British Empire, nach Irland. Auf der Grünen Insel, wo inzwischen aller Orten der Pleitegeier kreist, hat sie allerdings nur wenige Freunde. Allenfalls die Mitarbeiter einiger Konzerne aus England könnten ihr zujubeln. Dürfen sie aber nicht, denn in Dublin wurden ganze Straßenzüge hermetisch abgeriegelt.
Die Regentin ohne Volk? Geht das?

Ja, aber hallo!

Das Königin Elisabeth nach sehr, sehr langer Zeit dem einstigen Besatzungsland ihre Aufwartung macht, hat wohl einen rein formellen Charakter. Die schwer bewachten Schranken zwischen Irland und Nordirland sind abgebaut worden. Nach dem Bürgerkrieg in dem von englischen Truppen besetzten Nordirland  und einem - wenn auch brüchigen - Friedensabkommen zwischen der Sinn Feine unter Gerry Adams  in den 70er Jahren hat bislang gehalten. Dennoch gab es ungezählte Scharmützel zwischen den verfeindeten Anhängern der beiden Konfessionen und den britischen Streitkräften. Es gibt auch heute noch Diskriminierung in diesem Staat, die ihren konfessionellen Ursprung hat. Die katholische Bevölkerungsminderheit wird nach wie vor von der protestantischen Majorität benachteiligt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nordirland


http://de.wikipedia.org/wiki/Nordirland

Seite 2005 schweigen die Waffen endgültig.

Nun besucht die Queen allerdings auch den kranken Mann in Dublin. Nach der New Economy-Krise, der IT-Luftblase und dem Immobilien-Crash hat es die Republik Irland hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit steigt, das BIP schrumpft und das irische Volk zeigte sich unzufrieden mit der Cowen-Regierung. Er wurde im Januar 2011 in die Pampa geschickt. Ob es sein Nachfolger besser macht, muss bezweifelt werden. ZU drastisch sind die Sparzwänge der EU und des IWF.

Vor diesem Hintergrund besucht nun die Königin aus England das über Jahrhunderte besetzte Irland.


http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Irlands

Nach 1937, der Unabhängigkeit des Landes, dümpelte die Republik ökonomisch viele Jahrzehnte vor sich hin. Sie galt - auch nach der Aufnahme 1973 in die EG - dann lange Zeit als Keltischer Tiger. Vor allem, weil die EG ( dann EU ) mit massiven Strukturhilfen dem verarmten Land unter die Arme griff.

http://de.wikipedia.org/wiki/Irland

Das die englische Monarchin nicht bei allen Iren willkommen ist, zeigte sich an der Meldung, dass kurz vor ihrem Eintreffen eine Bombe gefunden wurde.


http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE74G0H520110517

Nichts desto trotzt scheint es zwischen den stolzen irischen Republikanern und dem Königshaus eine Art Hassliebe zu geben, denn bei der Übertragung der Hochzeit von Prinz William und Catherine Middleton waren Straßen nicht nur in Dublin wie ausgestorben. Das Volk saß an der Glotze, so wie überall auf der Welt.

Na,denn, was soll bei dem viertägigen Besuch noch schief gehen?
Allerdings mögen sich Iren - Engländer, Iren - Nordiren und Nordiren - Engländer dadurch immer noch nicht.