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Freitag, 29. April 2011

Anti-Royalisten an die Front!



Wer heute ab 09.00 Uhr seine Glotze einmal mehr durch laufen ließ, der war bei folgenden Kanälen voll im Bild:

- Das Erste - ARD

- Das Zweite - ZDF

- RTL - 1. Programm

- SAT 1

- N24

- NTV

all diese Kanäle zeigten zeitgleich das gleiche Bild und übertrugen das selbe Ereignis, nämlich die Hochzeit des Jahre aus London. Hauptakteure waren Prinz William und seine Kate. Erst im 5. Kanal mit dem großartigen Namen PRO 7 gab es keine Hochzeitsbilder.
Angeödet musste der Dauerkonsument mit jenem weiteren TV-Schrott vorlieb nehmen, der als Alternativprogramm zu dem endlosen Geschisse und dem sinnfreien Palaver zu jener Prinzenhochzeit abgesondert wurde.

Ein seltsamer Tag, dieser Freitag, der 29. April 2011 war es schon. er hatte für einige Stunden in Deutschland den medialen Ausnahmezustand hervor gerufen. Er offenbarte - zumindest partiell - was es heißt in einer Mediendiktatur zu leben, die nur durch Verblödungssendungen,deren Triebfeder die Zuschauerquote ist, und mit Verarschungsformaten, die wiederum mittels Werbeschwachsinn finanziert werden, ihre Existenzberechtigung erhält.

Während die Anti-Royalisten die Glotze erst gar nicht anstellten, waren die ungezählten Fans der scheinheiligen Welt aus Pomp, Prunk und Pracht voll auf ihre Kosten gekommen. Das Britische Königshaus bietet auch in der 2. Dekade des 3. Jahrtausend etwas von jenen längst vergangenen Epochen, als der Adel das Volk knechtete und im Gleichschritt mit dem Klerus für sein Luxusleben auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung nicht nur eine Vielzahl von Steuern erhob, sondern hierfür auch noch diverse Kriege führte.

Längst haben die vielen Königshäuser nicht mehr die Macht, auch der Einfluss der Kirche ist merklich - wenn auch nicht vollkommen - zurück gegangen, dennoch sehnt sich wohl immer noch eine nicht unerheblich Zahl von Ewiggestrigen nach jener Zeit, als der Plebs nichts zu melden hatte und das Recht des Adels galt.

Der eher aufgeklärte, der moderne Mensch muss jedoch bei den Stunden lang gezeigten Bildern jener monotonen Zeremonie ernsthaft fragen, ob die Briten diesen Wurmfortsatz, der immense Summe jährlich verschlingt, tatsächlich noch brauchen. Der Wirtschaft geht es nach der Finanzkrise nicht gut; eher wohl schlecht. Die Engländer verzeichnen - wie in Deutschland und in anderen europäische Ländern auch - eine schrumpfende Mittelschicht und eine Einkommensentwicklung, die Arme ärmer und Reiche reicher werden lässt.
Da werden die Töne der Anti-Royalisten immer lauter, die eine Abschaffung jener nichts nutzenden alten Traditionen fordern.   
Auch wenn dieser heutige Tag für Stunden der Volksmasse die Sinne verkleistert hat, weil die Bilder eine Märchenhochzeit zeigten, täuschen sie in letzter Konsequenz nicht darüber hinweg, dass alles nur reine Staffage war - ohne wirklichen Nutzen für die Bevölkerung.

Donnerstag, 28. April 2011

Superkalifragilistischexpiallegetisch -Ein Wortungetüm aus den vermieften 60er Jahren und seine eigentliche Bedeutung.

Auf der Suche nach einem Verblödungsschlager mit dem Begriffen " super " und irgendwas mit " kalifornisch " oder so ähnlich, durch stöberte ich die Angebote bei diversen Vertrieben und natürlich bei ebay. Ohne Erfolg! Aus dem Wust der ungezählten Titel der so genannten Wirtschaftswunderjahre, kamen mir einige sofort bekannt vor. Da waren Schmachtgesangsakrobaten wie Gerhard Wendland,Willy Hagara oder auch Freddy Quinn dabei, Trällerliesen vom Schlage der Margot Eskens, Conny Froboess oder auch Caterina Valente ( sie ist inzwischen 80 Jahre alt ) geben sich ihr Stelldichein und Nonsens-Interpreten von Heinz Erhardt über Gus Backus bis hin zu Chris Howland versuchten durch sinnfreien Frohsinn auf Vinyl den - meisten eher nicht - schuldbewussten Westdeutschen die Schmach vom verlorenen Krieg aus dem preußischen Hirn wegzublasen.

Während die BRD-Wirtschaft brummte, der Konjunkturmotor auf vollen Touren lief und die kapitalistische Wirtschaftsordnung wieder die Zweiklassengesellschaft inthronisierte,adaptierte die mit dieser Entwicklung im Gleichschritt laufende Medienindustrie unkritisch jeden Unterhaltungsmüll, der über den Großen Teich in die übrige, die westliche Welt abgesondert wurde.
Getreu dem damals schon geltenden Prinzip: " Gut ist das, was Kasse macht!"

So jaulte nicht nur der Rock 'n ' Roll mit Bill Haley, Elvis und Little Richard auf den bundesdeutschen Veranstaltungen, es wurden nicht nur Hollywood-Schinken a'la'" Ben Hur ", " Cleopatra" oder " Kampf um Rom " gezeigt, deren Helden eher einem kostümierten US-Cowboy im gesamten Habitus ähnelten, denn einem antiken Recken, nein, auch auf dem Gebiet des Schlagers wurde viel Yankee-Schund eingedeutscht.
Zu dem versuchten sich etliche Heimatschnulzen - und Schlagergrößen auf dem Gebiet des Musical, einer amerikanischen Schöpfung vom New Yorker Broadway. Neben den schon bekannten Opern und Operetten waren auch diese - sehr oft grauenhaften - Kreationen dann auch im westdeutschen Fernsehen zu bewundern.

Zu einem Prototyp des biederen und intellektuell völlig anspruchslosen Unterhaltungsformats zählte einst zweifelsohne " Mary Poppins ".
Der Musik - Film basiert auf dem gleichnamigen Roman der australischen Schriftstellerin Pamela Lynwood Travers und handelt von einem Kindermädchen, das magische Kräfte entwickelt, die es dann zum Wohle der in London lebenden Familie einbringt.


http://de.wikipedia.org/wiki/Mary_Poppins_%28Film%29

Analog zu den dann ebenfalls musikalisch-filmisch umgesetzten Kinder-Romanen, wie " Peter Pan & Wendy " oder " Alice im Wunderland ", sollte hier die kindliche Seite des Lebens in die Erwachsenenwelt ( die häufig für Kinder,Träume und Nonkonformität nichts übrig hatte) eingebettet werden.
Tatsächlich waren aber diese Versuche eher geeignet, die Kontrolldichte im - wenn überhaupt vorhandenen - Kinderzimmer durch die, der eigenen Kindheit wegen des II. WK beraubten, eher überforderten Eltern zu erhöhen. Wer Quatsch, Kitsch und pädagogisch sinnlose Unterhaltung konsumiert und dazu noch  mit vorgefertigtem Spielzeug als Elternersatz die Großeltern im Genick sich beschäftigen muss, der stellt eben keine dummen Fragen - kritisches und eigenständiges Denken war unisono bei Kindern verpönt, ja so gar streng verboten.

Aus jenem Traktat der US-Unterhaltungsindustrie stammt denn ein Lied, das den unsinnigen Titel " Superkalifragilistischexpiallegetisch " trägt. Wenn im Zeitalter der medialen Dauerverblödung sich nun schlaue und belesene Menschen mit der Frage nach dem Wortsinn dieser Buchstabenaneinanderreihung stellen, dann wohl auch mit dem Ziel, dass eigentlich jede - noch so minimale - Buchstabenkombination einen solchen haben müsste.

 Zum Nachlesen jener ernsten Versuche, nicht ernst gemeinte Wortakrobatik zu erklären steht bei WIKIPEDIA geschrieben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Superkalifragilistischexpiallegetisch

Das von Richard M. Sherman verfasste und in dem Musical " Mary Poppins " im Duett von Julia Andrews ( alias Mary Poppins ) sowie Dick van Dyke ( alias Schornsteinfeger Bert ) vorgetragene Lied machte denn auch bald seinen internationalen Weg.
In dem aufblühenden - weil nicht mit Reparationsleistungen an die Alliieretn belasteten - Westdeutschland nahm sich der Sänger, Schauspieler und Witzbold Chris Howland ( alias Mr. Pumpernickel ) dem Geplärre an und ließ es als Single "1964 - Superkalifragilistisch Expiallegorisch / Unterpfaffenhofen über Oberpfaffenhofen" auf die dann nach anti-militarischten Liedgut lechzenden Bundesdeutsch los.


Als die in Faltenrock und Petticoat mit gepunkteter Rüschenbluse und einem ebenso bunten Regenschirm herum hampelnde " Mary " auf den BRD-Schwarz-Weiß-Fernsehschirmen zu sehen war, hatte ich das zarte Alter von 10 Jahren noch nicht ganz erreicht. Auf den Musical-Quark bin ich denn erst durch eine ältere, wenn auch nicht intelligentere, Nachbartochter hingewiesen worden. Damals kamen - mangels Masse - derartige Fernsehgroßereignisse noch häufiger in Form von Wiederholungen auf die Mattscheibe.
Blöd fand ich den Kitsch allerdings bereits in jenem konturlosen Alter. Die "Poppins" interessierte mich auch als Mädchen bzw. junge Frau nicht, weil sie eben verkitscht angezogen war und mit ihrer blonden Kurzhaar-Pagenkopffrisur eher als Junge durch gehen konnte. Ich war einst in "Wendy", der Angetrauten des " Peter Pan " verknallt. Sie hatte schöne, glatte, lange Haare,; war fantasievoller gekleidet und auch von der Statur her größer, als " Bloody Mary ".


Nach mehr als 3 1/2 Dekaden sehe ich die " Mary " in dem Musical immer noch Piruetten drehen, sich mit dem Sonnenschirm / Regenschirm bewehrt allerlei Unbill aus der Erwachsenenwelt entgegen stellen und dabei eben die Schlagerbrühe, bestehend aus Liedern wie "  Stay awake ", " Chim Chim Cheere " und natürlich " Supercalifragilisticexpialidocius " auch als " Supercalifragilistic " oder eingedeutsch " Superkalifragilistischexpiallegetisch " singen.


Na,denn - alles Super heut'' zu Tage oder wie?:




Eeeeeeeeey, supercalifragilisticexplialigetisch
dieses Wort klingt durch und durch furchtbar, weil's synthetisch
wer es laut genug aufsagt, scheint klug und fast prophetisch
supercalifragilisticexplialigetisch
Jam-didelidelidel jam-didelei
jam-didelidelidel jam-didelei
jam-didelidelidel jam-didelei
jam-didelidelidel jam-didelei
Als Junge war ich sehr gehemmt und stotterte herum
mein Vater mir die Nase zwickt' und sagt': "sei nicht so dumm"
ich lernte eines Tags das Wort, die Nase hatte Ruh'
das Wort ist einfach Zungensport, jetzt hört mal alle zu
Oh, supercalifragilisticexplialigetisch
dieses Wort klingt durch und durch furchtbar, weil's synthetisch
wer es laut genug aufsagt, scheint klug und fast prophetisch
supercalifragilisticexplialigetisch
Jam-didelidelidel jam-didelei
jam-didelidelidel jam-didelei
jam-didelidelidel jam-didelei
jam-didelidelidel jam-didelei
Er reiste durch die ganze Welt und kam wer weiß wie weit
sprach er das Wort, rief jeder gleich: "wie ist der Herr gescheit"
bei Fürsten war ich oft zu Gast und bei der Haute Volée
erwähnte ich mein Lieblingswort, dann bat man mich zum Tee
Hu, supercalifragilisticexplialigetisch
dieses Wort klingt durch und durch furchtbar, weil's synthetisch
wer es laut genug aufsagt, scheint klug und fast prophetisch
supercalifragilisticexplialigetisch
Jam-didelidelidel jam-didelei
jam-didelidelidel jam-didelei
[Gesprochen:
Mary Poppins:
Das Wort kann man auch rückwärts sagen Getischaliexpilisticfragicalisuper,
aber das geht zu weit, findest du nicht auch?
Bert:
Ganz zweifellos!]
Und wenn Dir mal die Worte fehl'n und Dich 'ne Hemmung plagt (Hört mal her)
sei stark beton das Wort und schon hast Du genug gesagt
doch wenn Du es benutzen willst, so überleg's genau
ein Beispiel ? - ja ! - Ich sagte es zu meiner Braut, schon war sie meine Frau
[Auuu ! Sie ist ein reizendes Frauchen, Ehrenwort!]
Eeeee, supercalifragilisticexplialigetisch
supercalifragilisticexplialigetisch
supercalifragilisticexplialigetisch
supercalifragilisticexplialigetisch



Mit "Sauerkraut"-Frisur in den Goldenen Westen!


Der Bundesmichel ist bekanntlich Weltmeister. Nicht nur im Verreisen, auch im Protzen,Prahlen und Rasen in seinem rollenden Wohnzimmer,insbesondere aber  im Receyling.
Nun zu den letzteren Champions zähle ich mich auch. Schon vor mehr als 30 Jahren bewohnte ich ein 18,95 m² - Loch im " Mensa "- Wohnheim an der Universität Bremen, das mit PVC-Nasszelle, robusten Möbeln in lindgrüner Farbe und einem 1,5 m² - Balkon ausgestattet war und das als Energieträger eine Fernheizungsanbindung über ein eigenes Kraftwerk vorweisen konnte. Diese Fernwärme wird - heute immer noch - in der etwa 3 Kilometer entfernten Müllverbrennungsanlage (MVA) erzeugt und mittels einem über irdischen Rohrleitungssystem eingespeist. Dabei verbrannte die MVA auch jenen Abfall, den ich und andere Mitleidende im Wohnheim an der Uni einst produzierten,denn dieser ließ sich in einem Etagen weise vorhandenen Müllschacht einwerfen, von wo er später in die MVA abgesaugt werden konnte.

Sehr innovativ - für damalige Verhältnisse!

9 Jahre nach meinem Auszug, nämlich 1987, fuhr ich einen Mazda 323, 1,6 Hatchback mit Katalysator (Kat). Alles der Umwelt zu liebe und in voller Überzeugung, dass es bald viele Kat-Fahrzeug geben wird, womit das zur damaligen Zeit in den Medien problematisierte westdeutsche Waldsterben aufgehalten werden könnte, weil eben der CO² - Ausstoß vermindert wird. Was längst zur Standardausrüstung eines PKW gehört, hörte sich von annähernd 25 Jahren noch nahezu exotisch an. Der Katalysator wurde nur auf Wunsch in ältere Fahrzeuge eingebaut und diese Umrüstung war vor allem teuer.

Wenn mir die damaligen Lebensverhältnisse noch in guter Erinnerung sind, dann aber auch, weil die Westdeutschen von einst - für mich betrachtet - ab einem bestimmten Alter - also in ihrer Mehrzahl eben auch jenes Konsumverhalten an den Tag legten, das ihnen von der Industrie und der Werbung vorgegeben wurde.

Ähnlich verhielt es sich mit ihrem Outfit. Die Masse trug in jenen 80er Jahren identische Frisuren, kaufte uniforme Kleidung und bereiste die selben Länder. Hinzu kamen auch entsprechende politische Einstellungen. Inzwischen war der Kappes-Kopf aus Oggersheim am Ruder, der mit seiner Bande regierte und von der geistig-moralischen Erneuerung phrasierte, die es dann nie gab. Erneuert wurde lediglich der abstossende Patriotismus ( ab Mitternacht plärrten die öffentlich rechtlichen Rundfunk - und Fernsehprogramme die Nationalhymne ( ARD, ZDF, DFL,DW usw. ).
Auch die Parteienfinanzierung erhielt eine Kehrtwende, denn das Großkapital ( Flick, Springer und weitere Ausbeuter ) gaben der CDU/CSU-FDP- Regierung ungeniert Millionen für Lobbyistenarbeit.

In jener Zeit also, als die Spaßgesellschaft der von Kohl propagierten geistig-moralischen Erneuerung die "Arschkarte" zeigte und die NDW über das Land rollte,liefen die jungen Damen und Herren mit gleichförmigen Frisuren umher. Der Herr trug bis leicht an die Ohrläppchen heran ragendes volles Haar, das etwas stufig geschnitten wurde und dazu ein Schnurrbärtchen die Visage verfeinerte. Die Dame ließ sich das halb lange bis lange Haar mittels einer Turban förmigen Dauerwelle mit starken Lockeneinsatz aufblähen. Manche zerwuselten ihr Lockenpracht derart extrem, dass sie wie eine geöffnete und verteilte Dose Sauerkraut aussahen.
Andere ließen sich die Haare zu einem Vogelnest hoch toupieren. Auch die obligatorischen Pagenköpfe oder die blöden Popperfrisuren lagen im Trend.

http://www.friseur-videos.de/frisurentrends/80ziger-jahre-haarfrisuren/

Besonders extrem sahen aber eben die Damen mit ihren Vokuhila-Köpfen aus. So manche Trendsetterin machte damit auf mich eher den Eindruck, als habe sie ein "Wolf"-Elektrorasenmäher malträtiert.
Bis zum Ende der 80er Jahre verschwanden dann diese Strohpuppen-Frisuren nach und nach aus dem Alltagsbild der Westdeutschen. Eine besondere
Renaissance erlebte das Land dann mit der Wende 1989 und dem ungezügelten innerdeutschen Grenzverkehr. Einige Millionen Damen und Herren aus der DDR besuchten ab November 1989 die angeblich Golden Westen, um sich an der verlogenen Glitzerwelt der Konsumtempel und sonstigem BRD-Gepflogenheiten zu ergötzen.

Sie, also die DDR-Bürgerinnen trugen überwiegend Lockenhaar und sahen fast alle gleich aus. Es mag daran gelegen haben, dass das Friseur-Handwerk wohl nicht verstaatlicht war, aber die Materialien zum Herrichten einer trendigen Haarpracht dann doch stark begrenzt waren. Diese Sauerkraut-Frisuren verrieten denn flugs die Ostdeutsche in den ungezählten Lokalitäten, noch bevor sie mit dem sächsischen Dialekt ihre ungeteilte Aufmerksamkeit erhielt. Grinsend wandte sich dann so mancher BRD-Möchte-gern-Casanova dem DDR-Freiwild zu, um ihr mit einer großen Klappe und mit viel Pathos mitzuteilen, dass er für sie der gemachte Mann sei. Das die Realität häufig völlig anders aussah, wurde dem Prahler spätestens dann verzeihen, wenn er seinen Bank finanzierten VW Golf startete und sie mit in seine Mietwohnung zu einem Gläschen Faber-Sekt nahm.

Aus jenen "wilden", unruhigen und oft chaotischen Zeiten stammt jnes Foto, das ich aus einer alten "SZ"-Ausgabe vom November 2009 in einem Stapel Altpapier wieder fand.
( Und hier sollte sich denn eigentlich der Kreis mit meinen Eingangsschilderungen zum Umweltbewusstsein und Recyceln schließen, denn eigentlich hätte ich vor mehr als 25 Jahren eine alte Zeitung in den Einwurfschacht der Müllentsorgungseinrichtung geworfen.)
Immerhin war es mir so viel wert, einen Post darüber zu schreiben. Warum ich diese Seiten aufbewahrt habe, dürfte vollkommen klar sein:
Im November 2009 jährte sich die "friedliche Revolution" in dem einst anderen deutschen Staat zum 20. Mal.

Na, denn Prost mit Breitwand -Lächeln, Jeansjacken made in GDR und Sauerkraut-Frisur und ab in den Rachen der Konsum-Hyäne BRD!

Ob sie einst alle so willkommen waren, wie es heute von der Masse der Westdeutschen behauptete wird, wage ich stark zu bezweifeln. Meinen Argwohn nehme u.a. aus den schwachköpfigen Handlungen jener "Ossi"-Hasser, die weder ohne noch mit der Wiedervereinigung einen Job erhalten hätten und heute diesen Umstand auf eben die Ostdeutschen zurückführen, deren West-Karren morgens mit aufgeschlitzten Reifen vor der Tür standen; hinter dem Scheibenwischer eine eindeutige Aufforderung mit " Ossi go home " pappend. Oder den debilen Ergüssen eines "SPIEGEL"-Redakteurs mit Namen Jan Fleischhauer, der die Wiedervereinigung nicht wollte, weil er sie auch nicht brauchte,denn ihm schien es angeblich in jener Zeit gut zu gehen. Dieser Schwachmat im geleckten Business-Man-Dress, turbo-gebräunt und mit modischem Kurzhaarschnitt, schien einst in dem Land Utopie gelebt zu haben und nicht in der BRD,aber seine Hypothese von dem guten Westen wurde wird schon allein deshalb widerlegt,dass er kein Wort über die fast 4 Millionen Arbeitslosen zu dieser Zeit verliert. Andererseits sind ihm die Einheits-"Sauerkraut"-Frisuren der DDR-Frauen immerhin einen Satz wert.
Wie war das noch gleich bei Wolf Biermann mit Sascha "Arschloch"? Aja, Jan Oberarschloch! 

iPod - iPhone - Iwatch!

(c) 


Was hat die IT-Branche nicht alles an tollen Erfindungen hervor gebracht? Da gibt es inzwischen den Laptop (vulgo: Schlepptop),super flache Handy mit Tasten, die so winzig sind, dass sie eigentlich nur ein Säugling bedienen kann. Die Krönung des personenbezogenen Informationswahsinns aber stellen jene kleinen Multifunktionskästchen dar, die sich iPod und iPhone nennen.

Um es gleich vorweg zu nehmen, der exakte Unterschied jener beiden Modegeräte ist mir nicht so klar. Deshalb befrage ich ein Mal mehr das Online-Lexikon "WIKIPEDIA":

iPod (i für engl. „internet“, „individual“, „instruct“ (‚instruieren‘, ‚anleiten‘), „inform“ (‚informieren‘) und „inspire“ (‚inspirieren‘), „pod“ engl. für ‚Gehäuse‘)[1] ist die Bezeichnung einer Serie von tragbaren digitalen Medienabspielgeräten des Unternehmens Apple, den sogenannten „Portable Media Playern“. Sie sind die weltweit meistverkauften tragbaren Musikabspieler. Seit Einführung der fünften iPod-Generation ist auch die Wiedergabe von Videodateien möglich.
Apple sieht die Verknüpfung mit der eigenen kostenlosen Software iTunes vor, um einen iPod mit multimedialen Inhalten (Musik, Bilder, Videos, Adresskontakte und Spiele) zu füllen. Doch lässt sich der iPod auch mit Software anderer Hersteller bespielen und verwalten.
Als Erfinder des iPod gilt Tony Fadell, den Apple als Hardware-Entwickler verpflichtet hat. Das Design der Geräte stammt von Jonathan Ive. 2002 gewann der iPod den red dot design award. Inzwischen sind Arbeiten des Engländers Kane Kramer bekannt geworden, der bereits 1979 Skizzen für ein vergleichbares Gerät anfertigte."

- Zitatende - ( Aus WIKIPEDIA-iPod )

"Das iPhone ist ein von Apple entwickeltes und 2007 auf den Markt gebrachtes Smartphone,[1] das über einen Medienspieler verfügt und weitgehend über den Bildschirm gesteuert wird. Dieser besitzt eine Multi-Touch-Funktionalität, ermöglicht also eine Bedienung mit mehreren Fingern gleichzeitig. Darüber hinaus wird das iPhone mit vier Tasten und einem Schiebeschalter bedient.
Das US-Magazin Time wählte das iPhone zur „Erfindung des Jahres 2007“.[2] Häufig wurden die Bedienfreundlichkeit, der daraus resultierende Lebensstil-Faktor des Geräts und einige juristische Auseinandersetzungen um die Vermarktung in den Medien thematisiert. Bis Januar 2011 wurden fast 90 Millionen Geräte verkauft."

- Zitatende - ( Aus WIKIPEDIA - iPhone )

Um eben jenes zuletzt erfundene Multiplex-Gerät ranken sich mittlerweile Horror-Nachrichten, die eindeutige Rückschlüsse auf das alt bekannte Problem des Umgangs der US-Amerikaner mit den erhobenen Daten von Menschen im allgemeinen hinweisen.
Die Vertriebsfirma Apple soll es damit nun überhaupt nicht genau nehmen.
Bereits im Dezember 2009 wurden kritische Stimmen laut, die auf eklatante Sicherheitslücken in den damaligen Geräten aufmerksam machten.

http://www.m4gic.net/2009/12/datensicherheit-iphone-apps-konnen-personliche-daten-auslesen

Ein Vierteljahr später diskutierten Fachleute über bedrohliche Sicherheitslücken innerhalb von Unternehmen aus sämtlichen Wirtschaftsbereichen im Zusammenhang mit der Nutzung der iPhones und forderten den Hersteller auf Sicherheitskonzepte zu erarbeiten.

http://www.itseccity.de/?url=/content/markt/studien/100331_mar_stu_devicelock.html

Im Februar 2011 wiesen Ermittlungsbehörden wiederholt auf die Gefahren beim Online-Banking über iPhones durch das so genannte "phishing" hin,da auch hier längst bekannte Methoden im Bereich der Internetkriminalität mit der iPhone-Verwendung in dann neuen Varianten von Betrügern eingebracht worden waren.


Während sich diese Sicherheitsprobleme eher auf den Nutzer - oder Anwenderbereich beziehen, kommt nunmehr eine andere Ebene der Datensicherheitsmängel bei diesen Geräten zum Tragen:
Das IPhone selbst erstellt nämlich Bewegungsprofile, speichert diese - im Regelfall - ungewollt ab und begünstigt eventuell die Ausspähung dieser gelagerten Informationen durch den Hersteller Apple und/oder unbefugte Dritte.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/iphone116.html

Dass es die Yankees mit der Datensicherheit im Bedarfsfall nicht genau nehmen und sie im übrigen auf entsprechende gesetzliche Regelungen in anderen Ländern schlichtweg pfeifen, das dürfte bekannt sein. Wenn nun aber ein Weltkonzern - wie behauptet - absichtlich IT-Geräte produziert, mit denen er das Kundenverhalten, also den Nutzer als Person, bei Bedarf ausspähen kann, ist dieses ein Stück aus dem Tollhaus.
Apple täte gut daran, diese in der Öffentlichkeit dargelegten Bedenken schleunigst auszuräumen und die Millionen skeptischer Kunden durch klare Antworten auf ihre brennenden Fragen zu beruhigen; besser noch: Die Geräte so herzustellen,dass derartige Möglichkeiten des Datenmissbrauchs erst gar nicht möglich sind.

Mittwoch, 27. April 2011

" Michael Kutzop! Er läuft an, und....?Daneben! Er schießt den Elfmeter vorbei!" - Erinnerungen, 25 Jahre nach dem größten Fehlschuß der Saison 1985/1986.



Wenn heute Abend ab 20.45 Uhr die Millionarios von Manchester United und dem FC Schalke 04 im Hinspiel des Halbfinals der Champion Leaque 2010 / 2011 die Klingen im Gelsenkirchener Stadion kreuzen, dann steht zumindest ein Außenseiter einem Favoriten auf den Titel gegenüber. Statt des Ruhrpottvereins haben zuvor die meisten der so genannten Experten eher auf den FC Bayern München getippt. Der jedoch schwächelt seit Monaten nicht nur in der Bundesliga, ist im DFB-Pokal gerade gegen den FC Schalke 04 ausgeschieden und ließ sich von Inter Mailand im Achtelfinale der CL 2010 / 2011 die Butter von Brot nehmen, obwohl der bajuwarische Klub das Hinspiel in Mailand noch mit 2:1 gewonnen hatte.

Wie seit vielen Jahren, besser noch seit vielen Dekaden, werden jene obligatorischen Fragen nach dem heimischen Meister, dem Pokalsieger oder der Teilnahme am internationalen Wettbewerb, der CL also, immer wieder monoton mit Bayern München geantwortet.
Wer sich die letzten 40 Jahre in der BuLi ansieht erkennt auch sofort warum. Die Bayern beherrschten die nationale Szenerie nach belieben.

Das schien vor 25 bzw. 26 Jahren ausnahmsweise nicht der Fall zu sein. Der SV Werder Bremen mit seinem damaligen Trainer Otto Rehhagel startete in die Saison 1985/86 furios:
Die Mannschaft gewann im Auftaktspiel in Gelsenkirchen mit 1:0, fertigte Hannover 96 zuhause mit 8:2 ab, spielte gegen den 1. FC Saarbrücken zwar nur 1:1, gewann aber dann 2:0 zuhause gegen den norddeutschen Erzrivalen HSV mit 2:0, spielte remis - nämlich 3:3 - gegen Köln, gewann gegen Nürnberg 2:1, gegen Düsseldorf 4:1, gegen Waldhof Mannheim gab es indes nur ein 2:2 auswärts. Dafür wurden Bochum und Frankfurt mit 3:2 bzw. 4:0 besiegt.

Rehhagels Truppe belegte bis zum Halbserienende permanent den 1. Tabellenplatz; auch dann noch, als am 22. 11. 1985 das Skandalspiel gegen den Verfolger Bayern München angepfiffen wurde. Die von Lattek aggressiv eingestellten Bayern traten gegen alles, was nicht bis 3 über die Grasnarbe sprang.
"Cognac"-Udo wusste genau, dass er es mit einem spielerisch und taktisch durchaus ebenbürtigen Gegner zu tun hatte.Wäre das Spiel gegen diesen unmittelbaren Konkurrenten nicht gewonnen, sondern mit einer Niederlage bestritten worden, hätte der SVW 5 Punkte Vorsprung gehabt ( damals galt noch die 2 Punkte-Regelung für einen Sieg, ein Remis zählte einen Pluspunkt, eine Niederlage mit 2 Minuspunkten), was durchaus als komfortabel einzustufen war.

Der SVW hatte zuvor am 15. Spieltag das weitere Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach auf dem Bökelberg mit 2:1 gewonnen.Dadurch konnten sich die Grün-Weißen einen Mitbewerber zunächst vom Hals halten.

Als an jenem 22. November 1985 gegen 17.15 Uhr das Spiel im Olympiastation von München durch den unfähigen und dauerhaft überforderten Schiedsrichter Gerhard Theobald abgepfiffen wurde, hatten die Bazis  zwar 3: 1 gewonnen, jedoch nur deshalb, weil das "Arschloch" Matthäus, das "Oberarschloch" Augenthaler und der " Klopper " Lerby durch brutale Fouls den Werderanern den Schneid abkauften.

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1985-86/16/13571/spielschema_bayern-muenchen-14_werder-bremen-4.

Völler war über Monate verletzt ( Foul durch Augenthaler), andere Spieler angeschlagen. Dennoch gewann der SVW durch ein eindrucksvolles 6:0 gegen die "Spätzle"-Fresser aus Stuttgart die Herbstmeisterschaft.
Das ausverkaufte Weserstadion tobte und sang - ich mit - aus voller Inbrunst " Oh, wie ist das schön!".
Das Blödel-Duo " Klaus & Klaus " hatte seinen Gassenhauer "An der Nordsseküste" mittlerweile umgetextet und frohlockte nunmehr:

" Ja, bei Werder Bremen. "

" Damals vor unendlich langer Zeit,
da machten die Bremer in der Liga sich breit,
der Weg ging nach oben,in Saus und in Braus
und mit Otto am Ruder geht es siegreich nach Haus. Refrain:
Ja bei Werder Bremen,da wackelt die Wand,
denn der deutsche Meister kommt vom Weserstrand
2.Strophe
Die Jungens,sie stürmen wie die stürmische Flut
unser Budde,der hält niemals schlecht sondern gut
Frank,Benno und Johnny,die kennt jedes Kind,
und mit Mirko und Rudi sind wir schnell wie der Wind
Refrain
3.Strophe
Die Fans schunkeln hin,die Fans schunkeln her,
die Stimmung is super,hier steppt heut der Bär
Petzai is' Spitze und Otto hebt ab,
bald holn wir uns auch den Europa-Cup. "

Die Euphorie hielt auch in der Rückrunde an.Am 30. Spieltag, dem 04. April 1986 gewann der SVW zuhause gegen die "Pillendreher" aus Leverkusen 5:0 und hatte 4 Punkte Vorsprung, bei einem besseren Torverhältnis.


http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1985-86/30/0/spieltag.html

Das am 11.04. 1986 - einem Freitag - folgende Auswärtsspiel gegen die weitere "Werkself" des Bayer-Konzerns, den KFC (Krefeld)Uerdingen 05 vergeigten die Werderaner mit 0:1. Ein Spieler namens Raschid erzielte kurz nach dem Wiederanpfiff zur 2. Halbzeit das entscheidende Tor. In der einstigen Mannschaft - des mittlerweile in der Niederrheinliga, der vormaligen Verbandsliga, also der 6. Herren-Spielklasse, angesiedelten Vereins - tummelten sich illustre Akteure, wie Friedhelm Funkel ( einem selbst ernannten Hasser der Grün-Weißen ).
Der weitere, vom Weltkonzern Bayer gesponserte Klub hatte seine erfolgreichste Zeit Mitte der 80er Jahre. Also auch in der Saison 1985/1986.

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1985-86/31/13707/spielschema_kfc-uerdingen-05-28_werder-bremen-4.h

Mein damalige Studienkollege aus Bremen rief mich kurz vor 22.00 Uhr wegen des Spiels an und wir schimpften wie die Rohrspatzen, weil unser SVW das Spiel verloren hatte. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte ich das ungute Gefühl, dass es auch dieses Mal mit der Deutschen Meisterschaft nichts werden wird.

Es folgte am Donnerstag, den 17.04. 1986 das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Auch diese Begegnung konnte der SVW nicht gewinnen. Sie endete 1:1, nachdem " der Lage ", Frank Neubarth die Grün-Weißen in der 63. Minute in Führung schoss, glichen die Gladbacher bereits 10 Minuten später aus. Die Bazis indes nutzten ihr Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen nicht ( 0:0 ), um bis auf einen Punkt heran zu kommen, nachdem sie ihr Auswärtsspiel am 31. Spieltag in Dortmund ( 12.04. 1986 ) noch souverän mit 3:0 einfahren konnten.

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1985-86/32/13723/spielschema_werder-bremen-4_borussia-mgladbach-15.html

Vor dem Rückspiel gegen die Bayern aus München, am 33. Spieltag hatte der SVW einen 2 Punkte Vorsprung, aber nicht mehr das bessere Torverhältnis:

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1985-86/33/0/spieltag.html

Der SVW musste also am 33. Spieltag, an jenem denkwürdigen Dienstag, den 22. April des Jahres 1986, mindestens mit 1:0 gewinnen, um die Deutsche Meisterschaft perfekt zu machen.
Das Spiel des Jahres, der Vereinsgeschichte wohl nicht, aber der Saison 1985/1986 fand im - natürlich - ausverkauften  Weserstadion um 20.00 Uhr statt. Karten hierzu gab es seit Wochen, ja seit Monaten nicht mehr. Radio Bremen "Hansawelle" übertrug die Partie deshalb live. Die beiden Reporter Wilhelm Johannsson und Walter Jasper ( beides glühende Werder-Fans ) liefen zur Höchstform auf.

Ich hatte mich an jenem denkwürdigen Dienstagabend, dem 22. April 1986, also 4 Tage bevor in Tschernobyl das bis vor Fukushima größte Unglück auf dem Gebiet der Kernkrafttechnik statt finden sollte, zu einem Spaziergang am Bremer Uni See entschlossen. Während ich erwartungsfroh ab 19.00 Uhr allein die große Runde um jenes künstliche Gewässer in der Nähe der Autobahn, des Bürgerparks und der Beton-Wüste der Universität abschritt, um mich aber auch abzuregen, kreisten meine Gedanken eben auch an jenes Hinspiel, dass die "Scheiß" Bayern in brutaler Weise 3:1 gewonnen hatten. An jene Tretereien und den einseitigen Kommentar durch das  " Bazi "-Reporter-" Mega-Arschloch " Fritz von Thurn & Taxis, einem FCB-Vereinsmitglied, Lobhudeler und intellektuellen Tiefflieger, der rhetorisch nichts auf der Pfanne hat(te) und schon damals ständig sündhaft teure grüne Lodenmäntel während der Spiele, die er übertrug, anzog. 

Diesen "Drecks"-Bayern sollte nun im Rückspiel nicht nur der "Arsch" hoch gebunden werden, sondern dazu auch noch die gesamte Mannschaft nebst dem " Säufer " Lattek durch einen grün-weißen Sturm auf das "Bazi"-Tor eine Lektion erteilt werden.
Naivität gehörte eben auch schon damals zum Glauben an eben jene lang ersehnte Fußballmeisterschaft,; die Zweite eben, nach 1965/1966.
Die "Mist"-Bayern könnten ja unisono keine der bereits vielen mehr gebrauchen; schließlich hatten sie ja schon damals alle Titel gewonnen, die einst angestrebt werden konnten.

Ergo: Wir gewinnen 5:0, oder wenigstens 4:1 oder nur ganz knapp 1:0!

Als gegen 20.00 Uhr die Reportage begann, hatte meine einstige Studienkollegin mich noch an der Strippe. Sie wusste, dass ich ein Fußball-Fanatiker bin und seit einigen Jahren zum SVW konvertiert war,nachdem mich meine Favoriten der 70er Jahre aus Mönchengladbach in einem Auswärtsspiel gegen eben jenen SV Werder Bremen so schmählich in Stich gelassen hatte und dieses sang - und klanglos mit 0:2 verloren.
Nein, dieses Spiel musste für eben auch die Schmach zuvor, die bitteren Pleiten gegen die verhassten Bayern herhalten. Ich drehte den Lautstärkeknopf meines schwarzen Toshiba-Verstärkers höher, als die Anmoderation von Walter Jasper erfolgte. Mein Herz schlug allerdings bis zum Hals. Meine Kollegin und ich beendeten das Telefonat. Sie wohl aus reiner Höflichkeit, weil sie ja wusste, dass ich eh nicht mehr ansprechbar war.

Das Spiel verlief bis zur Halbzeit eher ausgeglichen. Die Bayern spielten - wie immer - clever, abgebrüht und ließen sich durch den Pfiffe-Orkan bei jeder Ballberührung des Abwehrspieler Klaus Augenthaler nicht aus der Ruhe bringen. Lattek war eben ein ausgesprochener Fuchs, wenn es um wichtige Spiele ging, hatte er seine Mannschaft eben richtig eingestellt.

So spielten, liefen und schwitzen sie:


Burdenski (2) - 
Pezzey (2)   
Schaaf (3) , 
Kutzop (4) , 
Otten (3) - 
Wolter (1) , 
M. Votava (3) , 
Meier (1)   
Okudera (2) - 
Neubarth (3) , 
Trainer: Rehhagel
Pfaff (1) - 
Augenthaler (2)   
Nachtweih (3) , 
Eder (2) , 
Pflügler (2) - 
Matthäus (4) , 
Lerby (3) , 
Mathy (4) - 
Wohlfarth (3) , 
Hoeneß (3) , 
Rummenigge (3)   
Trainer: Lattek

Für mich indes - der sich am Radio, die Hände schwitzend, den Puls rasend und Verwünschung gegen die Bayern ausstoßend, von denen die obigen noch eher harmloserer Natur waren - verflog die Zeit. Halbzeit!
Es stand 0:0. Es war nicht das erwartete Schützenfest meiner Grün-Weißen, nicht die Revanche für das "Klopper"-Spiel in München. Es war eher ein Duell auf Augenhöhe. Hier die abgebrühten "Bazis", dort die eher abwartenden Werderaner.

Auch nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte tat sich eher wenig. Dann zog Otto Rehhagel in der 77. Minute seinen Joker aus der Tasche: Rudi Völler kam für den bis dato glänzend aufgelegten Norbert Meier, der wiederum etwas angesäuert den Platz verließ. Ausgerechnet "Ruuuuuuuuuuudi", " Tante Käthe ", der Übersteiger-König, sollte es richten. Und tatsächlich: Rudi Völler hatte mehrere Chancen, um ein Tor zu erzielen. Ein Ball köpfte er - so meine Erinnerung - so gar an das Gebälk. Aber, er machte eben auch kein Tor. Noch nicht!
Noch 5 Minuten! Immer noch 0:0! Die "Scheiß" - Bayern begnügten sich mit dem Halten des Remis. Sie riskierten nicht mehr viel. Werderś Bemühungen blieben auch eher brotlos. Dann die 88. Minute. Völler wird bei einem Zweikampf mit einem Bazi (es war Sören Lerby) im Bayern-Strafraum angerempelt.Der Ball prallt dabei von Rudi Völler kommend dem Dänen Lerby in das Gesicht, wobei dieser eine Abwehrbewegung vollzieht, die eher so aussieht, als würde er versuchen, die Kugel - wie beim Volleyball - zu Baggern.  Ein Pfiff! Schiedsrichter Volker Roth, der die Partie ansonsten sehr gut leitete, zeigt auf den 11 Meter-Punkt. Elfmeter für uns! Jaaaaaaaaaaaaaaaaah! Ein Elfer! Wir sind Deutscher Meister! Mein Puls rast!

Dann die üblichen Proteste der "Bazis". Roth lässt sich nicht beirren. Der Werderaner Michael Kutzop, den Otto Rehhagel - wie einige vor, mit und auch nach ihm - als erfahrenen Spieler in den Verein geholt hatte, er stand zur Ausführung bereit. Er sollte also den Meistertreffer erzielen. Er sollte den "Drecksverein" aus München in den Orbit schießen!

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1985-86/33/13724/spielschema_werder-bremen-4_bayern-muenchen-14.html

Ich höre noch heute die Worte, den Kommentar von Walter Jasper:
" Michael Kutzop! Er läuft an, und.....? Daneeeebeeeen! Er schießt den Elfmeter vorbei!"

Parallel hierzu lief die TV-Live-Übertragung. Bei der Paul Breitner als Co-Kommentaor fungierte. Breiter, selbst einstiger "Bazi"-Spieler, erkannte sofort, dass es kein Elfmeter war. Womit er wieder einmal in seiner Einschätzung vollkommen richtig lag. Es war kein Strafstoß, weil es von Lerby kein Handspiel war.

http://www.youtube.com/watch?v=XxGJj30P5M8 
Für mich brach dennoch  eine Welt zusammen. Aber nicht nur für mich. Die gesamte Polit-Prominenz in Bremen stand auf der (VIP) -Loge, der Südtribüne und ächzte in diesem Moment, wie ein alter Gaul bei der Fronarbeit. Vorbei"! Er schießt den Elfmeter am vom Schützen gesehen rechten Torpfosten, halb hoch, von wo der Ball in das rechte Seitenaus springt. Vorbeiiiii! Aus! Finito, Deutsche Meisterschaft?

Die späteren Interviews mit irgendwelchen Spieler, mit Rehhagel und Lattek und die - wohl zutreffende Feststellung des Dänen im Mittelfeld der Bayern Sören Lerby " Der Elfmeter war wohl ein verspätetes oder verfrühten Weihnachtsgeschenk - interessierten mich nicht mehr. Wir hatten den Matchball zur Deutschen Fußballmeisterschaft 1985 / 1986 kläglich vergeben.

Michael Kutzop wurde seit eben jenem verschossenen Elfmeter, eben wegen jenes vergebenen Strafstoßes, ständig daran erinnert, dass er die Deutsche Fußballmeisterschaft 1985 / 1986 entschieden habe - zugunsten der Bayern aus München.
Diese Fehlschuss der Saison 1985 / 1986 lastete auf ihm, wie ein Sarkophag in Tschernobyl, wie ein Damokles-Schwert hing er über ihm. Er war der Loser, der Depp,der Meisterschaftsverlierer. Nicht das spätere 1:2 gegen giftige "Spätzle"-Fresser aus Stuttgart an dem dann schlimmsten Tag der UdSSR-Atomwirtschaft, an dem GAU im Reaktor von Tschernobyl, war aber eigentlich der Anfang vom Ende der 2. Deutschen Meisterschaftsträume, sondern das verlorene Spiel in Uerdingen, das 1:1 gegen Gladbach sind für mich - retrospektivisch betrachtet - die eigentlichen Punktverluste gewesen, die die Meisterschaft kosteten.

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1985-86/34/13734/spielschema_vfb-stuttgart-11_werder-bremen-4.html

Als die BuLI Übertragung und die Konferenz am 26.04. 1986 ab 15.30 Uhr im WDR begann, vermeldete der Studiomoderator Kurt Brumme schon nach 1 Minute das 1:0 der Bayern gegen Gladbach. Torschütze Matthäus. Ein Knaller aus ca. 20 Meter. In Stuttgart stand es immer noch 0:0. Das hätte gelangt! 1 Punkt Vorsprung. Dann kam der Auftritt von Karl Allgöver alias " Knallgöver ". Einem - neben Guido Buchwald - schwäbischen "Arschloch " und Norddeutschen-Hasser. Einem "Schweinehund " aller erster Güte. Er prügelte das Leder aus allen möglichen Positionen auf Burdenskis Tor. Wie Geschosse jagte er die Kugel am Kasten des SVW-Torhüter vorbei. Dann traf der "Sauschwoab " zwei Mal. Der SVW war wie gelähmt. Die "Drecks"-Schwoaben wollten uns nicht gewinnen lassen.
Später erzählte der Volltrottel Buchwald einem Reporter, in der Halbzeitpause sei er von einem Werderaner mit den Worten angesprochen worden: " Lasst uns gewinnen!". Dieses Ansinnen habe er jedoch barsch mit dem Hinweis zurück gewiesen, sie - die Mannschaft - sei den Fans ein gutes Spiel und einen Sieg schuldig.

In der 79. Minute keimte noch einmal ein Fünkchen Hoffnung auf: Der Oldie Mann Burgsmüller erzielte den 2:1 - Anschlusstreffer. Dann kam der Abpfiff.
In München tobten die Fans im ausverkauften Olympia-Stadion nach dem die Bayern die Gladbacher mit 6:0 weg gefegt hatten und das Ergebnis aus dem Nachbarland B.-W. an der Anzeigentafel erschien.
 Es wurde eine Meisterschaft mit einer Double der Schale gewonnen, denn das Original lag im Stuttgarter Neckarstadion, an die eigentlich keiner mehr geglaubt hatte.

So ist Fußball eben auch!

Für mich indes stand fest: Ich werde nie Bayern-Fan und Anhänger des VFB Stuttgart schon gar nicht.
An die 2. Meisterschaft meines SVW musste ich in der Folgesaison nicht glauben, denn die verlief eher schwach.
Dafür schaffte es die Rehhagel-Truppe am 02. Mai 1988 mit einem 1:0 gegen die Eintracht aus Frankfurt, den Titel vorzeitig zu gewinnen.
Rehhagels Kreation der " kontrollierten Offensive" hatte Früchte getragen.

Ich war inzwischen Rechtsanwalt und hatte am 03. Mai 1988 einen Termin vor dem Arbeitsgericht in Wesel. Einen Tag also nach dem Gewinn der 2., einem Mittwoch. Nach der Verhandlung grinste der Vorsitzende und wünschte mir eine gute Rückfahrt und beglückwünschte mich auch zum Titelgewinn. Woher er wusste, dass ich SVW-Fan bin, war mir nicht so ganz klar - er wird es wohl einfach unterstellt haben.

Und, nachdem der Groll auf die "Bazis" nach Jahren sich immer noch nicht gelegt hat, ist es mir ein innerer Vorbeimarsch, an jene Ereignisse im Jahre
1993, also in der Spielzeit 1992 / 1993 an jenem 05.06. 1993 in Stuttgart hinzuweisen. Am 33 Spieltag standen die beiden hier benannten Vereine punktgleich und nur durch ein einziges Tor getrennt an der Tabellenspitze. Zuvor hatten die " Bazis " über sehr lange Zeit die Tabelle angeführt.
Bayern hatte in Gelsenkirchen anzutreten; der SVW auswärts beim VFB Stuttgart.
Es war wieder so ein Herzschlagfinale.

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1992-93/0/0/spieltag.html

Zur Halbzeit stand es in Stuttgart 0:0; dann kam Bernd Hobsch und Thomas Wolter. Werder gewann 3:0. Buchwald schaute wie ein Trecker,Allgöver war längst ausgemustert und Gaudino hatte einen rabenschwarzen Tag.


http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1992-93/34/11529/spielschema_vfb-stuttgart-11_werder-bremen-4.html

Noch schlimmer, als den "Sauschwoaben" erging es den " Bazis " auf Schalke.
Ingo Anderbrügge erzielte bereits nach 5 Minuten das 1:0 für die Königsblauen. Dann glichen die Bayern aus. Dann kam ein russischer Spieler mit dem Namen Sascha Borudjuk und zerschoss die Titelträume von Scholl und Co. Scholl heulte wie ein Schlosshund, ihm erging es so, wie es tausenden von Werder-Fans an jenem 26.04. 1986, also  7 Jahren zuvor auch erging, als die Meisterschaft gegen den VFB 1:2 vergeigt wurde,sie waren alle am Boden zerstört.

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/1992-93/34/11526/spielschema_fc-schalke-04-2_bayern-muenchen-14.html

Fußballgeschichte wiederholt sich eben doch; wenn auch nicht so oft.
25 Jahre nach dem Fehlschuss der Saison im Bremer Weserstadion steht für mich immer noch fest: Nicht Michael Kutzop hat die Deutsche Fußballmeisterschaft durch seinen verschossen Elfmeter vergeben, sondern es waren alle Spieler von einst, die in der Zielgeraden das große Fracksausen bekamen, ähnlich, wie der FC Schalke 04 gestern Abend im heimischen Stadion gegen ManU es bekam.

Auch das ist eben Fußball!

PS.: Sämtliche Titulierungen in Anführungsstrichen stellen keine eigenen Wortschöpfungen dar, sondern sind aus dem Vokabular von einst rezitiert worden ( d.Verf.).

Dienstag, 26. April 2011

Die Hochzeit des Jahres wird Hochzeit für Quatschköpfe und weltfremde Royalisten.


                                                                       (c) Sodacan-WIKIPEDIA 

Nur noch wenige Stunden, dann wollen sich in England zwei junge Menschen das viel gerühmte "Ja"-Wort geben. Ob sie danach nur noch von dem Tod geschieden werden können, dürfte indes mehr als fraglich bleiben. Der Zahn der Zeit nagt auch an den Traditionen im britischen Königshaus. Ob die schon betagte Queen Elisabeth eine nicht unwahrscheinliche Trennung allerdings mit erleben wird, dürfte denn doch eher unwahrscheinlich bleiben.
Aber jetzt wird erst einmal ordentlich geheiratet- mit allem Pomp und Geplärre auf tausenden von Radio - und Fernsehstationen dieser Erde.
Auch die beiden größten Fernsehanstalten der BRD, die ARD und das ZDF sind mit einer Brigade von Mitarbeitern vor Ort. Bereits Wochen vor dem - für alle Königstreuen - epochalen Ereignis sind sie eingeflogen, die Techniker, die Redakteure und Moderatoren ungezählter Nachrichtenkanäle, Fernsehsender und Rundfunkhäuser. Sie arbeiten sich jetzt richtig warm. Kurz vor der Zielgeraden werden die Sprints eben noch mal richtig angezogen.
Der Blödmichel will es eben so haben.

Von der vermeintlich heilen Welt in einem ansonsten völlig kaputten Umfeld. Ein bisschen Frieden für die geschundene Seele, den vom eigenen Leben oft selbst erfahrenen Niedergang und die nur zu häufig geplatzten Träume. Wenn die Medienmeute ab Freitag, 28. 04. 2011 ab 09.00 Uhr aus London live berichtet, dann stehen beinahe alle Räder in England still. In dem Land der " Krauts " klicken die Fernsehgeräte und so mancher Flachbildschirm läuft hiernach im Dauerbetrieb; bis zur bitteren Neige. Bunte Bilder für einen fort während grauen Alltag. Freude für wenige Stunden. Ein Sich - Nicht - Satt-Sehen-Können an all dem Pomp, Prunk, Präsentationen aus dem Königshaus in Großbritannien.

An jenem schwarzen Freitag wird bie mir der Bildschirm bis kurz vor der Tagesschau dunkel bleiben. Ich bin und bliebe bekennender Anti-Royalist. Für mich sind jene Parasiten im Fell des Volkes der noch zu vielen Länder mit ihren Königshäusern ein Dorn im Auge. Hier wird an alten Zöpfen fest gehalten, statt diese abzuschneiden und die Schmarotzer in die Wüste zu schicken. Adel verpflichtet längst nicht mehr. Adelige sind auch seit vielen Dekaden keine Halbgötter mit Stammbuch. Die Intelligenz dieser von, zu oder sonst wie ( Vgl. bei WIKIPEDIA: http://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel ) ist häufig überschaubar.
Was sie sonst noch auszeichnen könnte,wären allenfalls beerbte weltliche Werte, wie Burgen, Schlösser, Ländereien, Schmuck,Aktien und Schulden.

Aber unter den Millionen Royalisten gibt es auch solche, die sich keinerlei Gedanken darüber machen, warum der Adel eben immer unter sich bleibt, sonder diesen status quo sogar befürworten.
Der "SPIEGEL"-Redakteur Matthias Matussek zum Beispiel ist so ein Blinder.
In der letzten Ausgabe des Magazins beschreibt er, warum er eben bekennender Royalist ist.
" Matthias Matussek,57, einer der beiden Titelautoren,bezeichnet sich als Royalisten:Die Quenn mag er, seit er, im Alter von acht Jahren, ihr die Hand schütteln durfte. 2005 bat sie ihn, den damaligen London-Koresspondenten des SPIEGEL, zum traditionellen Gartenfest in den Paplast, ihren Sohn und ihre Enkel erlebte er beim Polo-Spiel. "

-Zitatende - ( Aus  DER SPIEGEL 16 / 2011,S. 3 )

Heidewitzka, Herr Kapitän Matussek. Bei soviel Ehre hätte Dir eigentlich klar sein müssen, dass die - wohl rechte, weil rechte Gesinnung - Hand seit jenem Über-Event vor 49 Jahren nie wieder gewaschen werden darf. Wäre dem so gewesen, hätte ich als SPIEGEL-Leser seit 1974 nie bemerkt, dass Deine sonstigen Ergüsse und Auftritte in den Palaverrunden der harten Konkurrenz im TV, so mancher Dünnpfiff aus Deinem Munde, mir nie zu Augen und Ohren gekommen wäre, denn Du wärst längst Handamputierter, damit unfähig selbst zu schreiben oder - noch besser - verfault, womit die Qualität meiner Leib - und Magenlektüre nach dem Tode von Rudolf Augstein nicht so arg gelitten hätte.

Ergo: "SPIEGEL"-Leser wissen zwar mehr, sind aber nicht davor gefeit auch Schwachsinn vorgesetzt zu bekommen. Merke M.M.:


Mundus vult decipi, ergo decipiatur.

Montag, 25. April 2011

Thilo fährt nicht mehr nach Lodz!



(c) Richard Hebstreit from Berlin, Germany


Da hat sich die gute alte Tante SPD doch tatsächlich noch kurz vor Ostern 2011 ein Kuckucksei in ihr  eigenes Nest gelegt. Und was für ein großes! Ein ungeliebter Genosse mit dem Namen Thilo Sarrazin sollte im Wege des Parteiausschlussverfahrens aussortiert werden. Das faule Ei hatte sich bereits vor vielen Jahren als Problem im warmen Nest der Bundespartei entpuppt.
Mit Stammtischparolen und Statistik-Zinnober wollte der Thilo belegen, dass die BRD ein riesiges Integrations-Defizit vor sich herschiebt.
Insbesondere die muslimischen Einwohner in Deutschland machten ihm Sorgen. Er bezeichnete sie als nicht integrationsfähig und  in der Mehrheit als dumm. Dumme Menschen aber - so Sarrazins Hypothese - produzieren weiter Dumme und diese Folgegeneration an Dummen setzen wiederum dumme Kinder in die Welt.
Ergo: Die BRD verdummt!

Einige zeit später veröffentlicht Genosse Thilo ein Buch mit dem apokalyptischen Titel " Deutschland schafft sich ab ". Hier betätigt er sich als Faktenhuber, Statistiker und "BLÖD"-Zeitungsplagiator. Er propagiert hierin die Notwendigkeit eines Umlenkens in Bezug auf die bundesdeutsche Ausländer - und Familienpolitik, weil nach seiner Lesart die Urdeutschen in 50 Jahren in der Minderheit befinden; das Wirtschaftswachstum bereits in 10 Jahren eingestellt ist und de Bevölkerung nicht nur durchschnittlich älter wird, sondern die Folgegenerationen dümmer werden, muss eine stark kontrollierte Zuwanderungspolitik dieser Entwicklung entgegen gesetzt werden.
Es darf nur jener Ausländer in das Land, der dem Land auch de facto nützlich ist.

Ferner behauptet "Onkel" Thilo, dass Dummheit erblich ist.
Ein Tsunami an Diskussionen löste die Buchveröffentlichung aus. Thilo indes verdiente - ebenso wie sein Verlag - an dem Pamphlet glänzend und schaffte dadurch seinen Beruf als Bundesbanker und Politiker ab.
Die wichtigen Leute in der SPD indes nahmen ihm seine Rabulistik übel und strengten ein weiteres Parteiausschlussverfahren an.

Gründonnerstag nun lenkten die beiden Großkopferten "Siggie" Sigmar Gabriel und Andrea Nahles ein. Der gute "Onkel" Thilo dar jetzt erst einmal im Schoße der Mami SPD verblieben. Er selbst hatte ja schon weit vorher posaunt, dass er sein Leben lang SPD-Mitglied bleiben werde.

Das in der Partei selbst so viele Dinge mit rechten Dingen zugehen, dürfte ebenso unstrittig sein, wie die Tatasache, dass Gabriel und Nahles eine Doppelrolle rückwärts gezeigt haben und wohl auf Druck der Basis die provokanten Thesen des Dr. Sarrazin als nicht Partei schädigend bewerten mussten. Ein hohes Gut ist hierbei sicherlich die Meinungsfreiheit, die natürlich auch für SPD-Mitglieder gilt. Das Mass aller Dinge aber ist die Glaubwürdigkeit einer Partei nach außen.
Und hier hapert es bei den Genossen Nahles, Gabriel und den Thilo-Fans gewaltig.

Die SPD ist keine Manöveriermasse, die sich je nach politischer Großwetterlage so kneten lässt, dass ein Abbild des aktuellen politischen Trends geformt werden kann.
"Onkel" Thilo ist kein typischer Sozi, er ist ein Propagandist rechts des Seeheimer Kreises und Dummenfänger für rassistisch-angehauchten Gedankengut, der sich zum Ziel gesetzt hat, wie einst Don Quichotte gegen die Windmühlen des Globalisierungszeitalters anzukämpfen, aber hierfür eine in China hergestellte Ausrüstung, eine in der Türkei genähte Pferdedecke und einen aus den arabischen Ländern importierten Gaul zu nutzen.

Als Quintessenz verbleibt deshalb: Die SPD muss sich zwar gefallen lassen, dass auch unliebsame Meinungen außerhalb des politischen Mainstreams in ihr ihren Platz finden; sie darf sich aber nicht zum Hanswurst von Flachdenkern, geifernden Patrioten und sonstigen Ahnungslosen in diesem, unserem Lande machen lassen.

Osterfeuer 2011

Nun haben wir sie in ein paar Stunden hinter uns gebracht: die Osterfeiertage 2011. Damit auch jenes Fest, dass in diesem Jahr relativ spät begangen wurde. Und, was hatte wir für ein Glück mit dem Wettergott! Er meinte es mit den Bundesdeutschen besonders gut. Neidisch schauten die Nachbarländer, aber insbesondere jene Staaten in den südlichen Gefilden auf unsere Qecksilberanzeige. da wurden locker die 20 Grad - Marken genommen. In einigen Regionen sogar die 25 Grad-Hürde übersprungen. Vor sommerliches Intermezzo im eigentlich launischen April?

Dennoch: Wer sich in den letzten Nächten in den Graten setzen wollte, um ein Bierchen zu trinken, der benötigte warme Klamotten oder eben ein Feuer. Zwar nicht unterm Allerwertesten, aber dennoch dort, wo die Haut schnell kalt wird: an den Beinen!

Die Angebote aus den diversen Baumärkten sind hier vielfältig. Ob nun Feuerschale oder Gas betrieben Standheizung, sie helfen dort, wo es nächtens immer noch empfindlich kühl wird - im Freien nämlich!

Die Idee mit den traditionellen Osterfeuer ist eigentlich mehr als 450 Jahre alt. Bei WIKIPEDIA findet sich hierzu folgende Beschreibung:


" Osterfeuer werden meist am Samstag vor Ostern entzündet, mancherorts, vor allem in Westfalen/Lippe, auch erst am Abend des Ostersonntags. Im Sauerland werden sie oft sogar erst am Ostermontagabend abgebrannt. Es handelt sich um möglichst hoch aufgetürmte Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt. Mancherorts befindet sich zuoberst des Stapels eine Hexenpuppe aus Stroh. Die Holzstöße werden auf Feldern so errichtet, dass sie weithin sichtbar sind. Der Brauch ist vor allem in ländlichen Gegenden üblich, wo die Dörfer einen Wettstreit um das höchste Feuer abhalten und die Holzstapel in den Nächten vor Ostern bewachen. Am Karsamstag trifft man sich dann gesellig zu Bier bzw. Glühwein und einer Köstlichkeit vom Grill. Bei dieser geselligen Runde entbrennt auch noch in einigen Gegenden Brandenburgs ein Wettstreit, mit Geldeinsätzen für den öffentlichen Zweck z. B. die Feuerwehrkasse, über den Zeitpunkt des Verbrennens bzw. Umknickens einer im Holzstapel aufgestellten Birke. Die Osterfeuer entlang der Unterelbe locken viele Schaulustige an.
Der Brauch stammt aus alten Zeiten und diente dazu, den Winter zu vertreiben, zu verbrennen. Man glaubte vermutlich, dass der Schein des Feuers eine reinigende Wirkung hätte und die keimende Saat vor bösen Geistern schütze und so galten sie auch als Kult zur Sicherung der Fruchtbarkeit, des Wachstums und der Ernte, wobei die Asche auf die Felder verteilt wurde. Später wurde dieser Brauch von den Christen übernommen.
Da die Holzstapel über viele Wochen angesammelt werden, verkriechen sich hier häufig Kleintiere, die vor dem Anzünden verjagt werden müssen. Naturschützer warnen deshalb vor Osterfeuern. Eine gute Lösung ist es, den Holzstapel vor dem Entzünden umzuschichten. In vielen Orten sind Osterfeuer heute genehmigungspflichtig. Teilweise wird auch Baumschnitt verbrannt, der wegen Insektenbefalls nicht kompostiert werden kann. Hier ist Verbrennen sogar die umweltfreundlichere Entsorgung dieses belasteten Materials. Auch werden in Westfalen häufig nach dem Dreikönigstag die Weihnachtsbäume von verschiedenen Jugendverbänden gesammelt und ebenfalls verbrannt.

Im Harz heißen die Feuer Ostermeiler, sie sind aus Reisig und Fichtengrün aufgeschichtet, obenauf steht eine große Fichte senkrecht.
In Nordfriesland, vor allem auf den Nordfriesischen Inseln kennt man den Brauch des Biikebrennens am 21. Februar. Im Fuldaer Land gibt es einen ähnlichen Brauch des Hutzelfeuers am Sonntag nach Aschermittwoch. "

- Zitatende -

( WIKIPEDIA = Osterfeuer ).

Nun, die Schnappschüsse der Feuer hier sind 2 bzw. 1 Tag alt:

Donnerstag, 21. April 2011

Gutte-Plag = Vroni-Plag=Sylvi-Plag.

                                                                              (c)  Muffinmampfer  - WIKIPEDIA

Der gute Karl-Theodor zu Guttenberg ist nun schon seit einigen Wochen Geschichte. " Smoke on the water ", das war seine letzte Wahl, dann waren wir erlöst von dieser Qual.
Guttenberg hat dick aufgetragen, gelogen und die Fakten verbogen, wie es nur ein Dorftrottel vermag, der meint, er sei der Allergrößte auf diesem Planeten. Sein Abgang auf Raten war nicht nur eine Selbstinszenierung, nein, es war eine weitere Peinlichkeit für diesen Staat und seine verlogen Gesellschaft, die nach Heilsbringern sucht, statt sich selbst zu finden.

Während die politische Kaste vor lauter Angst, dass nach dem Guttenberg Abgang möglicher Weise auch andere Promotionen unter die Lupe genommen, dazu führen könnten, einen EDEKA-Fall auf die Stirn gemeiselt zu bekommen, sich zum Teil eilfertig in Unschuldsbekundungen versucht, graben schlaue WIKIPEDIAner weiter in dem schwarz-gelben Sumpf der käuflichen Eliten und ihrer bereits in den Karriere-Startlöchern hockenden Brut; und wurden dabei mehrfach fündig:

- Die Tochter des Ex-Ministerpräsidenten, Ex-CSU-Parteivorsitzenden und Ex-Kanzlerkandidaten Edmund " Eddie" Stoiber, Veronika "Vroni" Stoiber soll -ebenso wie zu Guttenberg - in ihrer Dissertation massiv betrogen haben, indem sie Textstellen ohne diese as fremdes Gedankengut - wie erforderlich - zu kennzeichnen, einfach übernommen hat und damit als Eigenproduktion in die Arbeit einbrachte. Vroni hat also auch plagiert.

 http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home

Das die Stoiber Tochter Veronica Saß nicht unbedingt der Hellsten eine sein könnte, ergibt sich bereits aus ihrer Vita. Bei WIKI heißt es hierzu auf der Seite " Edmund Stoiber ":

" Die Tochter Veronica Saß hat in Konstanz Rechtswissenschaften studiert und wurde bei Georg Jochum promoviert. Sie arbeitet in einer Münchener Anwaltskanzlei.Im Februar 2011 wurden Plagiatsvorwürfe gegen Saß erhoben, die ihre Dissertation betreffen. "


-  Zitatende -

Nun sind nicht alle promovierten Politiker Plagiatoren. Dennoch ist auffällig, dass eben aus dem Dunstkreis der Großmäuler in den schwarz-gelben Koalition besonders viele Günstlinge, Seilschaftenprofiteure und Parteibuchmitglieder eben Posten zugeschoben bekommen, die ihnen aufgrund ihrer Qualifikation gar nicht zustehen. Da macht sich dann ein Doktortitel schon ein wenig besser. Bringt er in der Amtsträger- und Funktionärsgläubigkeit unserer Gesellschaft doch jenen Respekt mit sich, der notwendig ist, das Maul gegenüber den einem untergeordneten Mitarbeiter im Bedarfsfall weit aufreißen zu können; auch wenn man selbst keine Ahnung hat. 

Veronica Saß geborene Stoiber hat es - jo moi - eben nicht ihrem Vater nach gemacht und ist in die große Provinzpolitik in Bayern eingestiegen. Sie hat sich einen unanständigen "anständigen" Beruf ausgesucht und verdingt sich als Rechtsanwältin. Den möglichen schaden für die Allgemeinheit, der durch ihr Dazutun entstehen könnte, verbleibt somit überschaubar. Veronica ist smart genug sich eben auch in den Untiefen der Jurisprudenz zu versuchen, zumal sie hierfür den erforderlichen Anstrich, nämlich einen Doktortitel vorweisen kann.
 
Während sich die Stoiberśche Nachhut - wohl weißlich - auf das kleiner Übel der Berufsausübung kapriziert hat und damit - bis auf den CSU-Habitus selbst, den Schatten des großen Vaters eher abgestreift hat, war eine andere grande dame aus den Reihen der Blau-Gelben nicht so pfiffig.
Eine gewisse Sylvia Koch-Mehrin startete ihre FDP-Karriere bei den JuLIs.
Nun, das ist per se nichts verwerfliches; weil die die FDP aber bereits in den 90er Jahren unter Mitglieder-Schwindssucht litt, musste sie auch solche intellektuellen Paradiesvögel, wie Koch-Mehrin aufnehmen.
Geschadet hat es zwar weder der Partei noch ihr. Schnell wurde die blond-blauäugige Sylvia nach Brüssel abgeschoben, wo sie keinen weiteren Schaden im eigenen Land anrichten konnte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Silvana_Koch-Mehrin

Ihre kognitiven Ausraster bei diversen öffentlichen Veranstaltungen zeigen jedoch eindeutig, dass die FDP-Dame ihren Verstand wohl einige Male zuvor an der Garderobe abgegeben haben musste oder sie eben einen solchen nicht besitzt.  
So kommt es nicht von ungefähr, dass die Plagiatsvorwürfe sich nicht nur konkretisieren lassen ( vgl. a.a.O. bei "VroniPlag), sondern sie inzwischen dadurch zur weiteren Witzfigur im FDP-Wanderzirkus der Hirn amputierten Großmäuler aufgestiegen sein dürfte.
Als einstiges Aushängeschild dieser Partei auf der europäischen Bühne hat sie nun die strahlende Zukunft längst verloren und wird spätestens bei den nächsten Europawahlen - wie ihre Partei selbst - mit den Ergebnissen dort atomisiert; womit sie als implodierte Supernova in der Unendlichkeit von Licht und Raum verschwunden sein dürfte.

Ob nun Karl-Theodor, Veronica oder Sylvia, für sie alle gilt eben:

Plenus venter non studet libenter.

Vornehmlich sollte diese Spezies von Schaumschlägern jedoch künftig jene Feststellung berücksichtigen, dass zwar Jeder seines Glückes Schmied ist, jedoch immer noch gilt:

Ultra posse nemo tenetur / obligatur.

Wie wahr, wie wahr, Sylvia!







 



Dienstag, 19. April 2011

Die angeblichen Rechtsradikalen und ihr rechtsfreier Raum im Osten.


                                                                               (c)L.E.rewi-sor


Wir befinden uns im Jahr 2007 nach christlicher Zeitrechnung. Wir schreiben den 19. August diese Jahres. Wir befinden uns in Sachsen. Genauer gesagt in Mügeln. Mügeln ist ein Ort der zur Stadt Heidenau gehört. Hier leben etwa 17.000 Einwohner, die sich auf die Orte Großsedlitz, Kleinsedlitz, Wölkau, Gommern, Mügeln und Heidenau verteilen. Es ging zu DDR - Zeiten, wie auch heute noch, vertraut und beschaulich zu. Jeder kennt eben noch Jeden. Der Bauer den Wirt, der den Bürgermeister und dieser unzählige seiner Bewohner, weil auch Wähler. Es läuft in geordneten Bahnen, das Leben in Mügeln, in Heidenau, so wie es auch in ungezählten Gemeinden, Orten und Dörfern in der gesamten Republik, in Europa, auf der Welt zu geht.

Die Arbeitslosigkeit nach dem Umbruch, der Wende, dem Zusammenbruch der DDR. Die Verabschiedung aus den Gefilden des real existierenden Sozialismus hat sie erst hervor gebracht, ist sehr hoch. Die Älteren sind 18 Jahre danach auch alt geworden und zum Teil auch seit 18 Jahren ohne Job. Die Jüngeren sind längst weg gezogen und zum Teil auch ohne Job. Die Dagebliebenen sind zum Teil ebenfalls ohne Job und dazu noch rechtsradikal.
Sie formieren sich zu neo-faschistischen Gruppen, deren Namen, deren Ziele und deren Aktionen genau so von einem extremen intellektuellen Tiefgang rühren, wir die Mitglieder ihn für sich selbst auch reklamieren können.

So lässt sich denn jene, durchaus immer überschaubare Gruppe der Auserwählten, die die Fahne noch hoch hält, weil nicht weggezogen, schnell dazu verleiten, in ein Gebräu von Halbinformationen, dem gesunden Menschenverstand und der Tradition, jenen Cocktail zu servieren, der für die acht Inder in dem Nest Mügeln zur Lehrstunde über die angeblich großzügige deutsche Gesellschaft wird.



Es begann wohl so, wie derartige " Feste " immer beginnen. Für die Kinder mal hier ein Karussell, mal dort eine Hüpfburg. Es flaniert die Prominenz im Ort umher. Bis zum Abend bleibt die Veranstaltung friedlich. Es wird geschlemmt, getrunken, gelacht und gegrüßt - so wie es der anständige Deutsche zu einem anständigen Fest für anständige Mitbürger eben tut. Als die Familien und die Kinder längst wieder zu Hause sind, den Tag an der Glotze oder auf der Terrasse ausklingen lassen, die Kinder bereits eingeschlummert waren, eskaliert in dem Festzelt das Kampfsaufen bei dröhnender Musik und Raucheinlage. Einige der anwesenden indischen Bürger hatten es gewagt mit einer deutschen Servierhilfskraft zu tanzen. Es kommt zu Pöbeleien, Rangeleien, bis die Gruppe Inder aus dem Festzelt flieht und sofort in einer Wolke von Pfefferspray eingehüllt wird. Die Fäuste fliegen und sofort wird einer der beteiligten Inder mit einem Bierglas nieder gestreckt. Die Gruppe seiner Landsleute nimmt Reisaus. Sie flieht in eine nahe gelegene de Pizzeria, die von einem der Inder betrieben wird. Die Männer schließen sich ein, da sie von etwa 50 Leuten unter dem Johlen, Brüllen und dem Beifall der Passanten verfolgt worden sind. Es werden Parolen, wie " Deutschland, den Deutschen! Ausländer raus!" gebrüllt. Auch " Sieg - Heil "-Rufe ertönen.

Obwohl sie bereits in der Gastronomieeinrichtung geflohen waren, ließ der tobende Mob nicht locker. Die Glastür wird eingeworfen. Auch durch den Hintereingang versuchen die aufgebrachten Männer, in die Räume zu gelangen. Erst als die Polizei mit etwa 70 Einsatzkräften erscheint, beruhigt sich die Lage. Einige der Männer greifen auch die Polizisten an. Der Pöbel verletzt zwei von ihnen so schwer, dass diese in einem Krankenhaus verarztet werden müssen.

Nach und nach beruhigt sich die Situation. Die Mehrzahl der Beteiligten gehen nach hause, die indischen Männer werden in einem Krankenhaus behandelt und bei der Polizei einvernommen.

Die aggressive Stimmung legt sich - allerdings nur in Mügeln.

Einen Tag danach berichten die Medien über den Vorfall. Zunächst nur verallgemeinernd, dann tendenziös. Der böse Osten, die nicht vorhandene Zivilgesellschaft wird ins Visier genommen. Ein rassistischer, nationalsozialistischer und politisch motivierter Angriff wird nicht mehr ausgeschlossen. Die Ergebnisse in Mügeln erhalten ihre Eigendynamik. Schnell hat die Medienmeute ein veritables Thema gefunden, um sich über die grundsätzlichen Divergenzen in West/Ost aus zu lassen.

Das war vor beinahe 4 Jahren.

Inzwischen ist Mügeln längst vergessen. Auch andere angeblich rechtsextreme Übergriffe haben keinen Erinnerungswert mehr, als das sie von der Medienmeute wieder aufgegriffen werden müssen.
Dabei ist deren Zahl in Sachsen stetig gestiegen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,457997,00.html

11.252 waren es bis Ende November 2006;

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/verfassungsschutzbericht-zaehlt-rekorwert-rechtsmotivierter-straftaten-2008/

20.500 waren es 2008 bundesweit; davon mehr als 2400 in Sachsen;

http://www.freak-search.com/de/thread/408852/mehr_rechtsextreme_straftaten_in_sachsen_leipzig_mit_den_meisten_gewaltdelikten

Neben diesen Zahlen, die zwar in den Folgejahren zurück gingen, waren für die CDU/SPD und nunmehr die CDU/FDP-Regierungen besonders die Aufmärsche der Neo-Faschisten, wie zum Beispiel an den Jahrestag der Bombardierung durch Alliierte Flugzeuge oder aber auch die öffentlichen Veranstaltungen in den Jahren zuvor, bei denen die Rechtsradikalen einfach nur Präsenz zeigen wollen, wurden regelmäßig als Provokation bewertet und führten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei und - oft linken - Gegendemonstranten.

http://www.tagesschau.de/inland/neonazis120.html

Das Ziel der Neofaschisten ist klar: Sie wollen den Staat und seine Vertreter heraus fordern, sie wollen provozieren und sie wollen Chaos anrichten.
Auf eben jene Provokationen sind nun die Tigerenten-Regierenden in Dresden herein gefallen. Sie prügelten noch zum Ende des letzten Jahres ein Sächsisches Versammlungsgesetz durch den Landtag, das dann mit Hilfe ihrer schwarz-gelben Parlamentsmehrheit verabschiedet wurde.
Dieses liest sich so:

                       
                                       §3


(1) Es ist verboten, öffentlich oder in einer Ver-
sammlung Uniformen, Uniformteile oder gleicharti-
ge Kleidungsstücke als Ausdruck einer gemeinsa-
men politischen Gesinnung zu tragen.
 
(2) Jugendverbänden, die sich vorwiegend der
Jugendpflege widmen, ist auf Antrag für ihre Mit-
glieder eine Ausnahmegenehmigung von dem
Verbot des Absatzes 1 zu erteilen. Zuständig ist
bei Jugendverbänden, deren erkennbare Organi-
sation oder Tätigkeit sich über das Gebiet eines
Landes hinaus erstreckt, der Bundesminister des
Innern, sonst die oberste Landesbehörde. Die
Entscheidung des Bundesministers des Innern ist
im Bundesanzeiger und im Gemeinsamen Ministerialblatt,
die der obersten Landesbehörden in ihren
amtlichen Mitteilungsblättern bekanntzumachen.


Und weiter heißt es dort:

                                                            § 15   

(1) Die zuständige Behörde kann die Versammlung oder den Aufzug verbieten oder
   von bestimmten Auflagen abhängig machen, wenn nach den zur Zeit des Erlasses der
   Verfügung erkennbaren Umständen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung bei
   Durchführung der Versammlung oder des Aufzuges unmittelbar gefährdet ist. Eine
   Gefährdung im Sinne von Satz 1 ist insbesondere zu besorgen, wenn in der
   Vergangenheit vergleichbare Versammlungen oder Aufzüge zu einer solchen
   Gefährdung oder Störung geführt haben und
   1.       diese einen konkreten Bezug zu der Versammlung oder dem Aufzug
            aufweisen oder
            besondere tatsächliche Umstände die Annahme rechtfertigen, dass     die 
   2.
            Versammlung oder der Aufzug in gleicher Weise zu einer Gefährdung führen
            wird.
(2) Eine Versammlung oder ein Aufzug kann insbesondere verboten oder von
bestimmten Auflagen abhängig gemacht werden, wenn
1.       die Versammlung oder der Aufzug an einem Ort von historisch
         herausragender Bedeutung stattfindet, der an
         a)       Menschen, die unter der nationalsozialistischen oder der
                  kommunistischen Gewaltherrschaft Opfer menschenunwürdiger
                  Behandlung waren,
         b)       Menschen, die Widerstand gegen die nationalsozialistische oder
                  kommunistische Gewaltherrschaft geleistet haben, oder
         c)       die Opfer eines Krieges
         erinnert und
2.       nach den zur Zeit des Erlasses der Verfügung konkret feststellbaren
         Umständen zu besorgen ist, dass durch die Versammlung oder den Aufzug
         die Würde von Personen im Sinne der Nummer 1 beeinträchtigt wird. Dies ist
         insbesondere der Fall, wenn die Versammlung oder der Aufzug
         a)       die Gewaltherrschaft, das durch sie begangene Unrecht oder die
                  Verantwortung des nationalsozialistischen Regimes für den Zweiten
                  Weltkrieg und dessen Folgen leugnet, verharmlost oder gegen die
                  Verantwortung anderer aufrechnet,
         b)       Organe oder Vertreter der nationalsozialistischen oder
                  kommunistischen Gewaltherrschaft als vorbildlich oder ehrenhaft
                  darstellt oder
         c)       gegen Aussöhnung oder Verständigung zwischen den Völkern
                  auftritt.
Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, die Frauenkirche mit dem Neumarkt in
Dresden sowie am 13. und 14. Februar darüber hinaus auch die nördliche Altstadt und
die südliche innere Neustadt in Dresden sind Orte nach Satz 1 Nr. 1. Ihre Abgrenzung
ergibt sich aus der Anlage zu diesem Gesetz.
(3) Die zuständige Behörde kann eine Versammlung oder einen Aufzug auflösen,
wenn die Versammlung oder der Aufzug nicht angemeldet ist, wenn von den
Angaben der Anmeldung abgewichen oder den Auflagen zuwidergehandelt wird oder
wenn die Voraussetzungen zu einem Verbot nach Absatz 1 oder 2 gegeben sind.
(4) Verbotene Versammlungen und Aufzüge sind aufzulösen.“
nicht angemeldet sind, wenn von den Angaben der
Anmeldung abgewichen oder den Auflagen zuwidergehandelt wird oder wenn die Voraussetzungen
zu einem Verbot nach Absatz 1 oder 2 gegeben
sind.
   (4) Eine verbotene Veranstaltung ist aufzulösen.

Dagegen haben die Oppositionsparteien im Sächsischen Landtag bei dem Landesverfassungsgericht geklagt. Sie monierten hier nicht nur inhaltliche Verstöße gegen einschlägige Grundrechte, sondern auch den gesamten Ablauf im Gesetzgebungsverfahren.
Am 19. 04. 2011 kippte nun der Sächsische Verfassungsgerichtshof in Leipzig das schwarz-gelbe Gesetz. Es rügte eklatante Verfahrensverstöße, womit nur die formale Seite dieses Gesetzes geprüft worden war. Inhaltlich haben die Richter eben keine Entscheidung zur gerügten Verfassungwidrigkeit getroffen.
Aber selbst dieses Urteil reicht aus, um den Pfusch jener Gesetzgebung zu erkennen. Die CDU-FDP-Juristen sind Trottel; und zwar hoch bezahlte. Wer einen derartigen Mist verzapft, sollte sich fragen lassen, ob er das Juristische Staatsexamen in der Klippschule gemacht hat.

Es zeigt sich aber erneut eindeutig, welche schwarzen Seilschaften hier vorhanden sind, die eben diese Pfuscher in Ämter katapultieren, wo sie aufgrund ihrer nur beschränkten Fähigkeiten gar nicht hinein gehören.

So verbleibt eine fader Beigeschmack, ob des verabschiedeten Versammlungsgesetzes, dass in die richtige Richtung zielt, jedoch handwerklich nicht brauchbar war.
Möglicherweise ein erneuter Aufhänger für die Medienmeute dem Osten zu unterstellen, dass die dortigen Behörden und Regierungen nicht fähig sind, den braunen Pack Einhalt zu gebieten.