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Donnerstag, 31. März 2011

"The boxer"- Ein Lied des Duos Simon & Garfunkel ließ mich nicht los.


Wir schreiben das Jahr 1969, genauer gesagt, es ist Mitte Mai 1969. Die USA werden - so meine feste Überzeugung - in einigen Wochen den Mond betreten lassen (Apollo11), sie führen nach wie vor Krieg in einem Land,mit dem sie soviel Gemeinsamkeiten besitzen, wie eben der Mond mit der Erde sie aufweist und wenige Wochen danach wird eines der größten Musikfestivals in der Nähe von New York, nämlich Woodstock, die Szenerie beeinflussen- und zwar nachhaltig.


Ich bin seit einigen Wochen als Auszubildender zum Einzelhandelskaufmann bei der Hermann Altenburg KG, Lange Straße in Bückeburg in einen neuen Lebensabschnitt eingezwängt worden. Die Ausbildung macht mir keinen Spass,aber danach wird ein 15 jähriger Milchbubi ( damaliger Originalton des Ex-Faschisten und Ex-CDU-Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger aus BW) nicht gefragt.

So quälte ich mich mit dem Fahrrad, das schon eine "TORPEDO" Drei-Gang-Schaltung besaß sowie mit Sportfelgen bestückt war, die Bundesstraße 83 (B83) in Richtung Bückeburg. Die B 83 war ein Kartoffelacker, der mit unzähligen Schlaglöchern übersät, das Radfahren zu einem Abenteuer machte. Damals konnte ich die Fahrzeuge, die mich überholten oder die mir begegneten noch zählen. Es lauerten deshalb mehr Gefahren in der Beschaffenheit der Asphaltoberfläche,denn durch rasende, wild überholende oder schneidende PKW. Um mir die Langeweile zu vertreiben,die mich während der knapp 7 Kilometer langen Fahrt überkam, pfiff und sang ich sehr oft einen aktuellen Song. Manchmal so lange, bis er mir aus den Ohren wieder heraus kam oder ich den phonetisch gesungenen Text dermaßen falsch wieder gab, dass einem Engländer die Augen tränen mussten und er vor lauter Staunen den Mund offen ließ.

Zu den Lieblingssongs jener Zeit also gehörte zweifelsohne " The Boxer ". Ein klasse Lied des einstigen Soft-Beat und Folk-Rock-Duos Paul Simon und Art Garfunkel, das aus der LP " Bridge Over Troubled Water " ausgekoppelt war und zwischen November 1968 bis November 1969 aufgenommen wurde. S.und G. waren mir bereits durch die Single " Sound of Silence " und " Mr. Robinson " ein Begriff. Als die 45er Scheibe dann Anfang Mai 1969 auf den bundesdeutschen Markt kam, wurde sie in den BRD-Radioprogrammen allenfalls in den Internationalen Hitparaden oder den Internationalen Schlagerparaden des NDR, des DLF oder von Radio Luxemburg gespielt.
Die Auswahl an Sendungen mit Beat-Pop-oder Rockmusik war eben sehr bescheiden. Viele Titel konnte ich nur deshalb hören,weil damalige Freunde die LPs oder Singles gekauft hatten.

Eines Abends, es muss wohl ein Wochenende Mitte Juni 1969 gewesen sein unternahm die Jungenschaft des CVJM Bad Eilsen eine Fahrradwanderung nach Almena, einen winzigen Nest vor dem Ort Extertal. Dort bauten wir unsere Zelt in einem seitlich von der entlang des Waldstücks verlaufen Landstraße auf. Und während nach Anbruch der Dunkelheit ein romanisches Lagerfeuer an einem Feldweg, der entlang eines Baches verlief, prasselte, plärrte aus dem Monolautsprecher eines von einem Jugendschaftler mitgebrachten Kofferradios Popmusik von dem Mittelwellensender Radio Luxemburg. Kaum zu verstehen, weil durch atmosphärische Störungen oft zur Unkenntlichkeit zerhackt, wegen des permanenten Zirpens, Rauschens und Knatterns demnach auch textlich nicht zu verstehen, hörte ich dennoch den Welthit " The Boxer " von Simon and  Garfunkel heraus.

In einer hundmiserablen Klangqualität sang das Duo eben:

I am just a poor boy
Though my story's seldom told
I have squandered my resistance
For a pocket full of mumbles such are promises
All lies and jests
Still a man hears what he wants to hear
And disregards the rest

When I left my home and my family
I was no more than a boy
In the company of strangers
In the quiet of the railway station running scared
Laying low, seeking out the poorer quarters
Where the ragged people go
Looking for the places only they would know

Lie la lie ...

Asking only workman's wages
I come looking for a job
But I get no offers,
Just a come-on from the whores on Seventh Avenue
I do declare, there were times when I was so lonesome
I took some comfort there

Lie la lie ...

Then I'm laying out my winter clothes
And wishing I was gone
Going home
Where the New York City winters aren't bleeding me
Bleeding me, going home

In the clearing stands a boxer
And a fighter by his trade
And he carries the reminders
Of ev'ry glove that layed him down
Or cut him till he cried out
In his anger and his shame
"I am leaving, I am leaving"
But the fighter still remains

Lie la lie ...

Die begleitenden Gitarren, das Schlagzeug und die Streichinstrumente vermischten sich zu einem undefinierbaren Klangbrei. Trotzdem hielt ich inne. Das lodernde Feuer, die schemenhaften Konturen der mitgefahrenen Jungs aus der CVJM -Gruppe und eine Unzahl von herum schwirrenden Glühwürmchen erbrachten eine unvergessliche Atmosphäre, eines Abends, der dann erst gegen 3.00 Uhr in der früh zu Ende ging, als nämlich Radio Luxemburg das inzwischen englisch-sprachige Musikprogramm mit einem "Absacker" von " Wishful Thinking " beendete.

Wenige Tage darauf kaufte ich mir den "Boxer" für 4,25 DM bei dem Radio - und Fernsehfachgeschäft " Radüg" in Bückeburg, weil dort ein Klassenkollege lernte und der mir mitteilte,dass die Single gerade neu eingetroffen sei.
"The Boxer" wurde fortan bei jeder Fete und sonstigen Gelegenheiten, wo ich meine Musik hören konnte, aufgelegt. Die 45er Scheibe knisterte, knackte und schreppelte schon bald erbärmlich. Trotzdem blieb sie über viele Jahre in meiner engeren Musikauswahl. Längst hatten S. & G. den Welthit " Bridge Over Troubled Water " als Single veröffentlicht, der nicht nur in den Hitparaden ganz oben anzufinden war,sondern wohl der erfolgreichste Song als der LP wurde.

Auch diese Single besaß ich über genau so lange Zeit, wie den "Boxer". Ehe ich dann zu Beginn der 70er Jahre die LP besaß, wenn auch nicht auf legalem Wege,denn ich nahm diese einfach während meiner Barras-Zeit aus einem offenen Spind eines Offiziersanwärters mit.
Das gute Stück muss ich dann wohl verleihen haben und erhielt es eben - Strafe muss sein - nie zurück.

Jahre später kaufte ich mir dann während eines Urlaubs in Thailand eine Musikkassette auf der eben jene Songs der legendären LP " Bridge Over Troubled Water " aufgenommen waren. Ob der Tonträger nun illegal aufgenommen war, kann ich bis heute nicht sagen. Er war zumindest mit knapp 50 Baht billig.Sicherlich kommt die Klangqualität nicht annähernd der nahe,die ich dann etwa 15 Jahre nach dem Thailand-Aufenthalt im Jahre 1987 auf der CD " Bridge Over Troubled Water " erhielt, die ich in Bremen-Huchting im " Roland-Center" bei dem einstigen " ProMarkt" für knapp 10,-- € erwarb.

Hierauf befinden sich eben jene legendären Songs,die das S. und G. - Duo innerhalb kurzer Zeit millionenfach verkaufen konnte:

  1. Bridge over Troubled Water – 4:52
  2. El Cóndor Pasa – If I Could – 3:06
  3. Cecilia – 2:54
  4. Keep the Customer Satisfied – 2:33
  5. So Long, Frank Lloyd Wright – 3:47
  6. The Boxer – 5:08
  7. Baby Driver – 3:14
  8. The Only Living Boy in New York – 3:58
  9. Why Don't You Write Me – 2:45
  10. Bye Bye, Love (live) – 2:55
  11. Song for the Asking – 1:49
Und weil die LP bzw. das Album nach der Vorabauskoppelung von " The Boxer " gleich 1,7 Millionen Mal verkauft wurde, wurden weitere Songs als Single vermarktet und veröffentlicht:


1969 The Boxer / Baby Driver
1970 Bridge Over Troubled Wäter / Keep The Customer Satisfied
1970 Cecilia / The Only Living Boy In New York
1970 El Condor Pasa (If I Could) / Why Don’t You Write Me

Und während auf meinen Plattenhobeln alle jene Single, die - mit Ausnahme des deutschsprachigen Schlagermülls - im Jahre 1970 ihre Umdrehungen machten, war für mich " The Boxer " eigentlich mein Lieblingssong, mein heimlicher Favorit eben:


Hitparade - Top 10 - Deutschland 1970







TitelInterpretJahrMonat





Come And Get ItBadfinger197001
Der Blitz schlug einBeil, Peter197001
ParanoidBlack Sabbath197001
Let's Work TogetherCanned Heat197001
I'm A ManChicago197001
Travelin' Band / Who'll Stop The RainCreedence Clearwater Revival197001
Love Grows Where My Rosemary GoesEdison Lighthouse197001
Mademoiselle NinetteSoulful Dynamics197001
Oh Lady MaryAlexander, Peter197002
Deine himmelblauen AugenApitz, Bernd197002
VietnamCliff, Jimmy197002
Tonight TodayDozy, Beaky, Mick & Tich197002
Rub A Dub DubEquals197002
House Of The Rising SunFrijid Pink197002
Dann kamst duGitte197002
Spirit In The SkyGreenbaum, Norman197002
Barfuß im RegenHolm, Michael197002
Schuhe so schwer wie SteinIllic, Bata197002
Na Na Hey Hey Kiss Him GoodbyeJeronimo197002
Instant Karma We All Shine OnLennon, John197002
Spiel mir das Lied vom TodMorricone, Ennio197002
Kentucky RainPresley, Elvis197002
Bridge Over Troubled WaterSimon & Garfunkel197002
Ein kleines GlückAdamo197003
Petit BonheurAdamo197003
Let It BeBeatles197003
Good Morning FreedomBlue Mink197003
August OctoberGibb, Robin197003
Love A Little Bit MelindaGildo, Rex197003
American WomanGuess Who197003
Knock Knock Who's ThereHopkin, Mary197003
El Condor PasaIncas, Los197003
The Witch's PromiseJethro Tull197003
El Condor PasaSimon & Garfunkel197003
IOIO.Bee Gees197004
Up Around The BendCreedence Clearwater Revival197004
All Kinds Of EverythingDana197004
Wunder gibt es immer wiederEbstein, Katja197004
Sha La La I Love YouFlippers197004
Die 1001. Nacht. Je t'aime... Moi non plusGruner, Wolfgang & Edeltraut Elsner197004
Deine Tränen sind auch meineHeintje197004
I Can't Tell The Bottom From The TopHollies197004
Daughter Of DarknessJones, Tom197004
DuMaffay, Peter197004
CeciliaSimon & Garfunkel197004
Who's Your Baby?Archies197005
CottonfieldsBeach Boys197005
The Long And Winding RoadBeatles197005
Yellow RiverChristie197005
Speed KingDeep Purple197005
Soolaimon African Trilogy IIDiamond, Neil197005
Soul Brother CliffordEquals197005
The Green Manalishi With The Two-Pong CrownFleetwood Mac197005
Star meines LebensGott, Karel197005
Hey CapelloHeino197005
BabuschkinJürgens, Udo197005
SallyMonroe, Gerry197005
QuestionMoody Blues197005
Groovin' With Mr. BloeMr. Bloe197005
The Wonder Of YouPresley, Elvis197005
Ein Mädchen nach MaßRoberts, Chris197005
KitschRyan, Barry197005
SomethingBassey, Shirley197006
Wenn du bei mir bistBlack, Roy197006
Das schöne Mädchen von Seite 1Carpendale, Howard197006
All Right NowFree197006
Mademoiselle NinetteHajo197006
Keep The Customer SatisfiedHunt, Marsha197006
In The SummertimeMungo Jerry197006
Love Like A ManTen Years After197006
Ich mach' ein Interview mit deinem HerzenBonney, Graham197007
Get Up I Feel Like Being Like A SexmachineBrown, James197007
Sugar BeeCanned Heat197007
25 Or 6 To 4Chicago197007
WigwamDylan, Bob197007
Natural SinnerFair Weather197007
Back HomeGolden Earring197007
Neanderthal ManHotlegs197007
Wo Liebe ist ist auch ein wegIllic, Bata197007
Alle Blumen brauchen SonneKern, Renate197007
LolaKinks197007
A Song Of Joy Himno a la alegriaRios, Miguel197007
Arizona ManRoos, Mary197007
WarStarr, Edwin197007
Hey Hey In TampicoAdam & Eve197008
Komm in mein BootAdamo197008
Das Wunder bist duAlexander, Peter197008
Du gehörst zu mirAnders, Christian197008
SunshineArchies197008
Lookin' Out My Back DoorCreedence Clearwater Revival197008
Black NightDeep Purple197008
You Can Get It If You Really WantDekker, Desmond197008
Cracklin' RosieDiamond, Neil197008
I Can See But You Don't KnowEquals197008
Kleine Macht auf ErdenGildo, Rex197008
Sie kommt noch heut'Khan, Alfie197008
I've Lost YouPresley, Elvis197008
El Condor PasaSantillan, Facio197008
Sing A Song For FreedomFrijid Pink197009
Gypsy WomanHyland, Brian197009
I'll Be ThereJackson Five197009
BoureeJethro Tull197009
Du bist andersMaffay, Peter197009
Ruby TuesdayMelanie197009
Me And My LifeTremeloes197009
JerusalemAlpert, Herb & The Tijuana Brass197010
No Matter WhatBadfinger197010
Ich hab geträumt das Glück kam heut' zu mirBlack, Roy197010
San BernadinoChristie197010
Un rayo de solDiablos, Los197010
Indian ReservationFardon, Don197010
JuliaFlippers197010
Einmal um die ganze WeltGott, Karel197010
Es kann nicht immer nur die Sonne scheinenHeintje197010
Wie der SonnenscheinHolm, Michael197010
Oh wann kommst du?Lavi, Daliah197010
The WitchRattles197010
Hier ist ein MenschAlexander, Peter197011
Rose GardenAnderson, Lynn197011
Lonely DaysBee Gees197011
Knock Three TimesDawn197011
I Hear You KnockingEdmunds, Dave197011
River-MelodieFreddy197011
My Sweet LordHarrison, George197011
Voodoo ChildHendrix, Jimi, Experience197011
Candida "Candida"Illic, Bata197011
Memo From TurnerJagger, Mick197011
Blame It On The Pony ExpressJohnson, Johnny & The Bandwagon197011
Deine EinsamkeitJürgens, Udo197011
When I'm Dead And GoneMcGuinness Flint197011
Ich bin verliebt in die LiebeRoberts, Chris197011
Black Magic WomanSantana197011
Mighty JoeShocking Blue197011
Für dich allein Du kannst nicht alles habenBlack, Roy197012
Mais dans la lumièreBrant, Mike197012
Ich hab' mein Glück gefundenCarpendale, Howard197012
Amazing GraceCollins, Judy197012
Und wenn ein neuer Tag erwachtEbstein, Katja197012
Black Skin Blue Eyed BoysEquals197012
In einer Bar in MexikoHeino197012
ApemanKinks197012
Little QueenieRolling Stones197012

Mittwoch, 30. März 2011

"Watt" - Das 6. Album von Ten Years After - 40 Jahre danach.

Das Jahr 2011 begann nicht gerade mit wahren Freunden des wahren Lebens jenseits der 50. Erst ließ ein Heizungsausfall die Leitungen platzen, dann wollte das Mahlwerk der Kaffeemaschine seinen Dienst quittieren - was ich dem guten Stück jedoch ausreden konnte,da ich dank eines Schraubenziehers die Ursache des Streiks beseitigen konnte - zu schlechter Letzt gab der 30 Jahre alte Verstärker von Onkyo seinen Geist auf und produziert seit dem nur noch Kratzgeräusche, die sich so anhören, als würden sämtliche Schlageramseln auf einmal einen Hustenanfall bekommen.
Des Rätsels Lösung hatte ich - eigentlich wollte ich diese geflissentlich übersehen - nach erfolgter Rücksprache mit dem hilfreichen Nachbarn, dann doch erkannt: die Endstufe will nicht mehr!

Nun, in diesem Fall sprechen nicht nur wir Juristen von einem wirtschaftlichen Totalschaden. Das so ein GAU vor mehr als 40 Jahren dem Musik - und HiFi-Fan diverse Tränen in die Augen triebt, ergab sich schon alleine deshalb, weil die Reparatur eines Musikendverstärkers mehr als ein Gehalt kostete, eine Ausbildungsvergütung locker übertraf oder das Taschengeldlimit bei weitem überstieg. Einst lohnte eine solche Fachreparatur, weil die Geräte sündhaft teuer waren. Jedenfalls jene, die so edle Namen wie JBL, UHER oder BRAUN trugen. Aber selbst bei den Versandhausmarken, wie Universum von QUELLE, Körting von NECKERMANN oder andere Nicht-Markengeräte waren die Reparaturkosten exorbitant.

In jenen Jahren, als ich mir mühsam den ersten tragbaren Kassettenrecorder von Neckermann für 199,-- DM quasi vom Munde absparen musste, indem ich während der Schulferien auf einer Obstplantage, die sich etwa 1 Kilometer Luftlinie vom elterlichen Haus entfernt befand, ab 4.30 Uhr zum Erdbeeren pflücken für 50 Pfennig je 2,5 Kilogramm - Korb antrat,dauerte es zwar einige Wochen ehe ich das Teil zusammen gespart hatte,dennoch war ich stolz wie Oskar, als der Rekorder eines Tages dann mit dem Postpaketboten eintraf. Alles in der Pappschachtel roch neu, irgendwie nach Plastik und Fabrik.
Das gute Gerät hielt jedoch nicht ewig. Nach etwas mehr als 2 Jahren machte der Motor schlapp - die Garantiezeit betrug einst lediglich 1 Jahr - und ich trug mein Schmuckstück zu einem Radio-und Fernsehfachgeschäft nach Bückeburg. Der Techniker frozzelte sofort herum und meinte, das Ding wäre Schrott, weil eben von Neckermann; eine Reparatur lohne nicht mehr. Frustriert zog ich von dannen.
Bereits Monate zuvor zeigte der Neckermann-Rekorder mir eindeutig, wo die Grenzen der Technik aufgestellt waren: Er zog nämlich die C 90 Kasetten, deren Bänder wesentlich dünner waren, gleich über die Transportspule so ein, dass es zu dem gefürchteten Bandsalat kam. Die Höchststrafe für den Musikfan!

Weil die Hersteller-Mafia dieses Problem alsbald erkannt hatte, bot sie über den handel gleich so genannte Band-Reparatur-Sets an, mit denen es möglich war, die zerknüllten Bänder per Schere zu durchtrennen, dann an der Schnittstelle ein weißes Plastikklebeband in der Bandbreite anzubringen und so das Band gleichmäßig zusammenzufügen. Oft gelang diese Operation nicht, weil das Reparaturband nicht richtig klebte, der Schnitt asymmetrisch war oder Ungeschickt grüßen ließ. Fluchen, Nörgeln und Verwünschungen ausstoßen war somit an der Tagesordnung.

Es gab natürlich schon damals wesentlich bessere Geräte, die jedoch unerschwinglich waren. Gleiches galt für Verstärker, Plattenspieler und Boxen. Die Stereoanlagen mit den wohl klingenden Namen lagen preislich im Bereich des Utopischen.
So erwarb ich dann 1970 eine transportable Kompakt-Stereoanlage von Quelle mit der sagenhaften Leistung von 2 x 7,5 Watt Sinus. Der Plattenhobel hatte einen schweren Tonarm und ließ sich manuell bedienen. Immerhin besaß er zwei Geschwindigkeiten, nämlich 33 1/3 sowie 45 Umdrehungen pro Minute, womit sowohl LPs als auch Singels abgenudelt werden konnten.

Das gute Stück war mit 179,-- DM zwar günstiger als der Kassettenrekorder, dennoch - rein technisch betrachtet - eine Zumutung und deshalb auch völlig überteuert.
Etwa 1 1/2 Jahre darauf kaufte ich mir von meiner Ausbildungsvergütung von jetzt sage und schreibe 220,-- DM einen Universum Verstärker von Quelle mit einer Leistung von 2 x 35 Watt und zwei Duo-Reflexboxen mit der enormen Kraft von je 70 Watt. Die guten Teile begleiteten mich bis in die 80er Jahre. Schon reichlich ramponiert, haben sie dann in der Mülltonne meiner Eltern ihren Abgesang vollzogen.

Ja, und eben in den frühen 70er Jahren lag auf dem von Radio-VÖLKNER ( einem Elektronikversandhandel) gekauften Plattenspieler diverse Scheiben der Gruppe Ten Years After. Einer sich zum Ende der 60er Jahre formierten Blues-Rock-Formation um den superschnellen Gitarristen Alvin Lee. Von den ersten beiden LPs ( "Ten Years After", "Undead" ) hatte ich bis dato nichts gehört, die LP "Stonehedge" besaß damals ein Bekannter, "Ssssh" lag bei mir auch leihweise auf dem Plattenteller. Die LP "Cricklewood Green" hatte ich mir während meines Norwegen-Aufenthalts im Sommer 1970 gekauft. Und von der Auskoppelung des Titels "I`m comin'on " ( B-Seite " My baby left me" ) besaß ich eben nur die Single.

Ten Yeras After verband ich zunächst nur mit "Woodstock " 1969 und " I'm going home (by helicopter )". Die Gruppe mit Alvin Lee (Gitarren), Leo Lyons (Bass-Gitarren), Chick Churchill (Tasteninstrumente) sowie den nicht verwandten Ric Lee(Schlagzeug)war aber musikalisch viel mehr, als das während der Live-Auftritte permanent geforderte " I'm going home ".
Die Formation spielte Blues-Rock vom aller Feinsten und das hyperschnelle Gitarrenspiel von Alvin Lee sorgte für einen Sound, der bis heute unvergesslich ist. 
 Mit dem Album " Watt ", dass 1970 erschien stzte die Band eben diesen Stil kompromisslos fort. Knackige Gitarrensoli, gepaart mit einer satten Orgelbegleitung, dem brummenden Bass von Lyons und dem virtuosen Schlagzeug des gleichnamigen Lee.
Neben " Love like a man ", " I'm going home " gehörte auch " I' m coming on " zu den Stücken, die ich über einige Jahre bei den diversen Veranstaltungen abspielen musste.

Jetzt, nämlich 40 Jahre danach fetzen die Rhythmen immer noch, wie einst zu Zeiten, als ich die Single " I'm coming on " im Beat-Keller des elterlichen Hausen vor der Abfahrt zu ungeliebten Ausbildungsstelle auflegte und mich am frühen Morgen schon mit Rockmusik zudröhnte.  
"Watt" ist allerdings mehr, als nur " I'm coming on ", dieses Album hat keinen musikalischen Durchhänger und selbst der Chuck Berry Titel  "Sweet little sixteen " bringt den TYA-Fan noch heute in Wallung.
Die Besonderheiten dieses Stücks Musikgeschichte liegt aber vor allem darin, dass die Band mittels allerlei elektronischen Beigaben,den Boden des sonst üblichen Mehrklangs längst verlassen hatte und sich dem experimentellen Rock zuwandte, ohen jedoch die Blues-Wurzeln zu negieren.
Einfach klasse - auch 4 Dekaden nach ihrem Erscheinen:

  1. "I'm Coming On" - 3:48
  2. "My Baby Left Me" - 5:23
  3. "Think About the Times" - 4:43
  4. "I Say Yeah" - 5:17
  5. "The Band With No Name" - 1:37
  6. "Gonna Run" - 6:02
  7. "She Lies in the Morning" - 7:24
  8. "Sweet Little Sixteen" (live) (Chuck Berry) - 4:09

Doktor Kunterbunt.



                                                                 (c) Christian Koehn-WIKIPEDIA

Es gibt in diesem, unserem Lande, eine Brut, die sich ständig selbst erneuert. Es sind nicht jene, die bereits nach `45 oder nach Gründung der BRD wieder das Sagen haben,nein, es sind ihre hoch gezüchteten Ableger. Jene Knechte, über die die wirtschaftlichen Abläufe erst so funktionieren, wie es eben die jetzige Wirtschaftsordnung zulässt. Jene Elite, die vermeintlich die Fäden in den Händen hält und dafür auch noch fürstlich belohnt wird.
Waren es einst die Damen und Herren, die dem Schreihals aus Braunau am Inn die Steigbügel hielten, damit sie sich dann selbst auf den Gaul setzen konnten, die sofort nach dessen Machtergreifung die rechte Hand zum Deutschen Gruß hoch hielten, so sind es heute deren Enkelkinder, die die Hand aufhalten.

Oft bedarf es für eine ordentliche Karriere mit dem Ziel ordentlich verdienen so wollen, dabei eines besseren Schulabschlusses. Das Abitur ist dann nur der Grundstock für den weiteren beruflichen Werdegang. Besser ist dann schon ein Hochschulabschluss und ideal natürlich eine Promotion, ein Titel eben.

So mancher Protagonist aus dem Dunstkreis der besseren Elternhäuser hat jedoch dafür nur beschränkte kognitive Fähigkeiten, die sodann - im Gleichklang mit der notwendigen Portion Faulheit - zu einem unüberwindbaren Hindernis werden. Wenn die eigenen intellektuellen Fähigkeiten nicht mehr ausreichen, muss eine Lösung her, die jene Beschränkheiten eben kompensieren. Über Papas Scheckbuch, seine Beziehungen und Mamas Einfluss auf so manchen Lehrkörper, wird aus dem geistig Eingeschränkten flugs ein Internatsschüler, dessen Ziel es ist, dann irgendwann zwischen 18 bis 22 das Abitur gekauft zu haben.

Hiernach stellt sich indes eine weitere Barriere in dem von den Eltern vorgegeben Lebensweg. Wie erreiche ich ein Studienabschluss, wenn ich keine Lust zum Studieren und auch die notwendigen Voraussetzungen nicht mitbringe?
Wer eben jung ist, der erkennt nicht sofort,dass das Leben zwar noch lang sein wird, die Chancen aber, hieraus etwas zu machen, degressiv mit jedem abgelaufenen Jahr schwinden. Weiterhin wird häufig in der so genannten Freien Wirtschaft eine gehörige Portion an Praxisnähe abverlangt. Hierbei beisst sich dann die berühmte schwarze Katze in den eigenen Schwanz. Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Während des zumeist endlosen - weil uninteressanten - Studiums besteht kaum die Möglichkeit praktische Erfahrungen zu sammeln. So kann diese eben nur nach dem Examen in Form von diversen Praktika eingeholt werden.
Diese wiederum sind nur für die Praktikanten aufnehmenden Firmen gut,denn der Grad der dortigen Ausbeutung geht ins astronomische, je älter ein solcher Aspirant ist und je mehr einschlägige Praxis - allesamt natürlich unentgeltlich - vorgewiesen werden kann.

In diesem Umfeld lanciert der Studierte seine Sehnsucht nach einer Festeinstellung durch Demütigkeit, erhöhtem Engagement und persönlicher Selbstaufgabe. Während sich die Ausbeuterseite die schmierigen Hände reibt, knechtet der Praktikant treu und brav bis zum Ende des Praktikums, um sich abschließend der Illusion zu berauben, dieses Mal einen (Traum)- Job zu erhalten.
 Wer dieser einfältigen Tretmühle entgehen möchte, den zieht es zurück in den Schoß der Wissenschaften. So manche thematisch sinnfreie Promotion wird dann abgeliefert,deren Erkenntniswert dem Prinzip des umgefallenen Sack Reis' in China entspricht. Immerhin springt dabei dann doch ein Titel heraus, der sich formitabel in der Vita heraus streichen lässt.

Verknüpft mit dem analog dazu vorgelegten - richtigen - Parteibuch ist auch eine Karriere möglich, deren Endstation sich zunächst, allenfalls in den Veränderungen des Filzokratie-Gebäudes zu sehen sein könnte.Häufig wird sogar eine Frühpensionierung angestrebt, die in einigen Fällen durch unerwünschte Eilfertigkeit und Übereifer aus machtpolitischem Kalkül oktroyiert wird. Die abschreckenden Beispiele pflichtbewusster Finanzbeamter in Hessen,deren Prüfungen innerhalb bestimmter Unternehmen, die der CDU unter Koch finanziell mehr als wohl gesonnen waren,dann zwar im Endresultat die vielfache Erfüllung des Tatbestands der Steuerhinterziehung ergaben,jedoch auch gleichzeitig zum EDEKA-Fall mutierten, geistern noch heute durch die Presse.

Wer diese Risiken scheut, der stellt seine dienstliche Praxis auf aalglatt um. Wer nicht greifbar ist, dem können keine Fehler nachgewiesen werden. Wer sich dann auch noch Partei loyal verhält, dem steht das Tor zum Vergütungs - und Besoldungsparadies weit offen.
Dazu noch - Eitelkeit muss auch sein - der schmucke Titel, dann kann dem anstrengungsfrei agierenden Verwaltungsmitarbeiter nichts passieren. Der einzige Wermutstropfen in dem Glas liegt in der Vergütungshöhe für die nicht getane Arbeit. Die angeblich Freie Wirtschaft lässt für Blendwerk eben mehr Kohle springen, dafür gibt es aber keine Jobgarantie auf Lebenszeit.

Seit sehr vielen Jahren gibt es jedoch eine Spezies des homo sapiens, den studicus, dessen Existenzberechtigung einzig und allein darin besteht, das dieser existiert. In dem Räderwerk der Administration, insbesondere der parteipolitisch eingefärbten, kommt ihm eine ambivalente Stellung zu. Einerseits ist dieser Prototyp des unfähigen Parteibuchinhabers innerhalb des Machtgefüges nicht wegzudenken, weil er in den Zeiten der schwindsüchtigen Parteien als Mitglied wichtig ist, andererseits darf er nicht zu sehr im Fokus der medialen Öffentlichkeit stehen,denn dann läuft er Gefahr wegen seiner gegebenen Beschränkheit als Lachnummer zu verkommen.
Ergo: Es wird ihm eine Funktion zugewiesen, mit der er den zu erwartenden Gesamtschaden eher gering hält und er die Parteicouleur in seinen Entscheidungen stets ins Kalkül mit einbezieht.
   
Um nun einer solchen Funktion das notwendige Gewicht zu verleihen, bedarf es auch hier eines Titels. Ist ein solcher eher nicht zu erreichen, wird er - siehe Gutteplag - von fremder Hand geschaffen - notfalls sogar (mit Steuermitteln ) - erkauft. Hier ist inzwischen ein richtiger Industriezweig entstanden, über den jährlich Umsätze in 8stelligem Bereich getätigt werden. Und weil die Tendenz aufgrund der Auswirkungen von PISA, der Abiturienteninflation und dem Negativum Vermis Analis stetig steigend ist,kommt diesem Dienstleistungssektor sukzessive eine erhöhte Bedeutung zu. 

Die internen Kontrollmechanismen sind hier auch nur sehr begrenzt,denn der Einfluss der die Macht ausübenen Partei/en darf nicht unterschätzt werden. Nachdem der Präzedenzfall von und zu Guttenberg vorübergehend hohe Wellen geschlagen hat, rannten in vielen Ministerien die Anzug - und Kostümträger/innen wie aufgescheuchte Hühner im Stall herum,weil so mancher faule Titel sich hinter der Fassade der Integrität, Staats - und Gesetzestreue von Beginn an verbarg. Flugs wurden Überprüfungen durch externe Personen avisiert, um eine brutalst mögliche Aufklärung und Erkennung der schwarzen Schafe im noch schwärzeren Umfeld zu ermöglichen. Auch hier dürfte wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken sein. Einige der erkauften Titelträger übermannte jedoch das große Muffensausen und sie entledigt sich selbst ihres Ballastes aus dem Namen, der zwar nicht mehr so gebildet klingt (denn ein Dr. h.c., Dr. E.h. oder Dr.h.c.mult.) macht in der Tat einen besseren Eindruck, als der schnöde Vor - und Geburtsname oder das einfache Dipl. vor jenem, aber möglicherweise einem den Staatsanwalt vom Halse hält.

Während eben Dr. Kunterbunt seine Visitenkarten erneuert, den Briefbogen ändert und die schwarzen Flecken im schwarzen Werdegang wieder einweist,
fragt sich der regulär und völlig legal sowie ohne Moneten des gut betuchten Elternhaus zu akademischen Würden gekommene homo sapiens, mit wieviel Arschkrampigkeit jene Banausen in den Parteien noch weiter agieren zu gedenken, ehe Justitia ihnen endlich die Leviten ließt?

Oder besser: Ars longa vita brevis . vita brevis, ars longa?
 

Dienstag, 29. März 2011

Gönner gräbt Gruben.


 
                                                                            (c)Christoph Streckhardt Wikipedia
Nach und nach verfliegt die Katerstimmung bei den in der jeweiligen Landtagswahl abgewatschten Parteien in Baden-Württemberg(BW) und Rheinland-Pfalz( RP). Am gestrigen Montag war denn in Berlin, bei den Führungen der Bundesparteien das Großreinemachen angesagt. Zum Rapport bei der Bundeskanzlerin wurden der Noch-Ministerpräsident des Bundeslandes BW Stefan Mappus und die Spitzenkandidatin der CDU in RP Julia Klöckner einbestellt.
Der Eine mit versteinerter Miene, die Andere mit einem weinseligen Grinsen auf dem Gesicht.

Mappus bekam wohl die Leviten gelesen, weil er den schwarzen Filz, der sich innerhalb der 58 Jahre Regentschaft der "Spätzle"-CDU in BW einfach sang- und klanglos aufgeben musste. Was die Spatzen bereits einige Tage vor dem deströsen Ergebnis von den Dächern in Ulm, Stuttgart oder Karlsruhe laut und deutlich gepfiffen hatten, nämlich, dass ein Machtwechsel im "Ländle" wohl wahrscheinlich wird, bewahrheitete sich dann einige Minuten nach Schließung der Wahllokale am Sonntag. Die CDU muss in den schwarzen Doppelbundesland in die Opposition, obwohl sie beinahe alle Wahlkreise mit ihren Direktkandidaten/innen durch bekommen hat. Die dunklen Seelen der Wähler hellten sich aber dermaßen auf, dass die GRÜNEN als zweit stärkste Partei in BW einen fast sensationellen Erfolg einfahren konnten. Ergo: Aus schwarz mach grün!

Nun wird die grün-rote Koalition die Geschicke des Bundeslandes für 4 Jahre versuchen zu leiten. Es werden mit Sicherheit keine leichten Aufgaben sein, die die Regierung von dem abgetakelten CDU-Mappus übernehmen muss.
Neben Stuttgart 21, dem Atomausstieg gibt es weitere Baustellen, an denen sich die Koalitionäre aufreiben könnten. Unklar ist nämlich zurzeit immer noch die SPD-Position zur Frage des Bahnhofsgroßprojektes in der Landeshauptstadt. Soll nach ihrem Duktus dort nun weiter gebaut werden oder erfolgt ein Baustopp mit all seinen rechtlichen Konsequenzen für das Land BW?

Während sich die grün-roten Politiker in Koaitionsgesprächen zusammen raufen müssen, werden anderweitig, nämlich bei den Wahlverlierern von CDU und FDP intern die Messer gewetzt. Wer wird Nachfolger von Mappus?
Eine mögliche Kandidatin ist die noch amtierende Umwelt - und Verkehrsministerin Tanja Gönner, noch 41jährig, Juristin und zugelassene Rechtsanwältin. Gönner glänzte bereits vor einigen Monaten in dem medial aufgebauschten Konflikt um den Ausbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, in dem sie dieses Wahn-Projekt mit Zähnen und Klauen verteidigte.
Gönners Spielwiese wird nun demnächst von einer/m anderen Politikerin/er belegt werden. Da stellt sich natürlich sofort die existenzielle Frage nach dem Danach.

Gönner ist zwar seit 1999 als Rechtsanwältin zugelassen,doch in dem Dschungel der ZPO, des BGB  oder der InsO möchte sie wohl nicht mehr campieren.
Die biedere Provinz im oberschwäbischen Bad Saulgau ist dann doch zu eng für die heimatverbundene BW-Ministerin.
Auch die Funktion als profane Landtagsabgeordnete des LWK Sigmaringen, mit dem sie von dem traditionell schwarzen Ernst Behringer beerbt worden ist, reicht ihr bei weitem nicht aus.
Gönner hält sich zu etwas Höherem berufen. Und... so der da Oben will, bekommt sie den Posten des CDU-Landesvorsitzenden Mappus übertragen.

Zuvor aber müssen die Konkurrenten aus dem Weg geräumt werden. Nichts leichter als das. Im Umgangmit den Medien kennt sich ja Mutti Tanja gut aus. Bereits kurz nach dem Abgang des frustrierten Stefan krähte sie bereits in die Mikrophone der Medienmeute, dass sie für eine Nachfolge des dicken Stefan zur Verfügung stünde. Sie fühle sich auch nach dem Wahldebakel dazu berufen. Endlich eine Frau, die es den CDU-Granden in BW zeigt, die den Weg  aus der Finsternis des schwarz bis pechschwarzen Ländle erhellt. Ein Stern am rabenschwarzen Abendhimmel beginnt zu leuchten. Tanja wird den niedergeschlagenen CDU-Wahlvolk zeigen, wo es lang geht. Imer nach rechts. Rechts schwenkt , marsch, eben! Tanja hat die Power, sie hat den Speed, sie hat den Drive, um nach 4 Jahren in der undankbaren Rolle der Oppositionsführerin im BW-Landtag zu neuen Ufern aufbrechen zu können.

Deshalb gräbt Gönner vorerst tiefe Gruben, damit sie alle Konkurrenten, den sie bei der Prügelei um die Mappus-Nachfolge ein Bein gestellt hat, sofort dort verscharren kann. Ab in den Mülleimer der Geschichte. Mappus war einmal, jetzt thront Gönner in Stuttgart.
Die sich nach den alten Zeiten, der Macht und den typisch schwäbischen Tugenden zurück sehnenden graumelierten Damen im Trutschen-Outfit, mit teurer Rodenstock-Brille und Kroko-Handtäschchen klatschen sich bereits warm, wenn sie zur Kandidatur antritt. Jetzt werden wirś den Männern zeigen!

Dass Weib-Wein-Politik ein Dreigestirn sein kann, zeigt nun auch Gönner. Nur Vorsicht: " Mit am Wein ischs wie mit dr Politik. Mr merkt erscht hindr her, welche Flasch mr gewählt hot. " Vielleicht eine der Marke Aggrbuddz?

Ein Stern, der noch keinen Namen trägt!


                                                          (c) WIKIPEDIA

Das tägliche Durchforsten der E.-Mailfächer ist eigentlich eine Zumutung. Diese quälende Zwangsarbeit gehört eigentlich längst abgeschafft. Dennoch bringen es weder freenet, noch web oder gmx fertig, die Spamfilter so zu verfeinern, dass die lästigen Nachrichten nicht mehr die Adressfächer voll müllen. Ich habe mich eigentlich schon an die hierfür notwendige Zeitspanne von einigen Minuten gewöhnt, die zur Beseitigung der unerwünschten Mitteilungen aufzuwenden ist.


Manchmal lese ich sie dann doch, die Werbenachrichten, die Betrugsmails und der Sex-Zinnober, den Damen eingeben, deren Namen mir in meinem bisherigen irdischen Dasein nie bekannt waren.

Eine dieser unerwünschten Mails las sich so:

Sterntaufe        Ein Stern der Deinen Namen trägt!

Und während ich die Mail öffnete, erschien eine geheimnisvoller Text, dessen Inhalt über Geschenke zu diversen Anlässen sich Gedanken machte, wenn der Zubeschenkende schon alles hat. Aha, wenn er alles hat, dann sind Geschenke eigentlich überflüssig. Oder?
Nun, nach dem oberflächlichen Durchlesen der Nachricht kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da wurde der Verkauf von Namen für die ungezählten Himmelskörper offeriert, die uns in klaren Nächten ein so eindrucksvolles Bild vermitteln, in lauen Sommernächten sogar zum Träumen animieren und zu manchen Poeten die textliche Umsetzung seiner amourösen Grundeinstellung erheblich erleichtert.

Was dann allerdings zu den angegebenen Preisen ab Kategorie IV ( 49,95 € ) über Kategorie XX ( 199,95 € ) bis hin zu Kategorie X ( 299,95 € ) als Gegenleistungen annonciert ist, muss unter die Rubrik plumper Betrugsversuch zu subsumieren sein. Es werden Hochglanzmaterialien und sonstiger Schnick-Schnack benannt, dass sich als eine sinnlose Zusammenstellung von Bilder aus den unendlichen galaktischen Weiten entpuppt. Eher wertloses Zeug, dass jener erfahre Internetnutzer mit wenigen Mausklicks sich selbst zusammenstellen kann.

Einzig die Urkunde - wohl auch vorgefertigt - wird mit dem Namen des Beschenkten bedruckt.

Unter der http://www.zvsd.org findet sich dann auch:

" Sterne sind ein Symbol für die Unendlichkeit des Raums und die eigene Vergänglichkeit. Die Faszination für und Erfurcht vor diesen Himmelsobjekten rührt nicht nur von deren unfassbaren Menge sondern auch von der Tatsache, dass alle Lebewesen, auch wir Menschen, letztlich aus Sternenstaub bestehen. Dies passiert durch den ewigen Kreislauf von Entstehung und Vergehen von Sternen, bei dem die Elemente dieser Himmelskörper über das All verteilt werden und sich an anderer Stelle wieder zu neuen Objekten - Sternen und Planeten - zusammenfinden. Auch die Erde ist aus dem Staub vergangener Sterne entstanden und damit letztlich auch wir alle.
Damit ist ein Stern ein unvergängliches Geschenk für die Ewigkeit und eignet sich für vielerlei Anlässe wie Geburt, Taufe, Verlobung, Vermählung oder einfach als Zeichen einer innigen und dauerhaften Liebe. Verschenken Sie mit einer Sternpatenschaft das Gefühl, ein ganz spezieller Stern würde speziell nur für den Beschenkten leuchten, indem Sie ihn auf einen frei von Ihnen wählbaren Namen taufen.
Die ZVSD hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein seriöses Angebot an alle Bürger in Deutschland zu etablieren. Damit soll jeder die Möglichkeit haben, an einer zentralen Stelle die dauerhafte und kontrollierbare Benennung eines Sterns zu beauftragen. Diese Benennung im ZVSD-Stern-Register wird durch eine hochwertige Urkunde verbrieft."

- Zitatende -

Nun soll das Himmelsgeschenk auf dem offiziellen Hipparcos - Sternkatalog basieren. Einige Fragen bleiben dennoch offen. So, die, wer garantiert, dass die Namensvergabe exklusiv erfolgt?
Keiner!

Dieser dumm dreiste Abzockeversuch lässt dann nur noch durch die existenzielle Frage toppen, ob der Mond ein Amerikaner ist, weil die Yankees ihn zuerst mit einem bemannten Gefährt betreten haben. Oder ist er nicht doch ein Russe, weil deren einstiger Kosmonaut Juri Gagarin ihn zuerst in seiner Nachtruhe gestört hat, als er als erster Mensch die Erde im All umkreiste? Oder ist der Mond nicht doch ein Chinese, der als verkappter Mann im Mond seit den frühen 60er Jahren dort sein Unwesen treibt?

Nur die Frage,an welchem Grad der Debilität ein möglicher Kunde leiden muss, der sich auf solch einen Schwachsinn einlässt, wird nie geklärt werden können, denn es scheint offensichtlich genügend geistig Umnachtete zu geben, die auf einen derartigen Zinnober herein fallen. Neben den Kaffeefahrten und dem Abo-Drücker-Kolonnen scheint dieses eine neue Variante zu sein, wie ein Leben ohne große Anstrengung gestaltet werden kann, wenn die richtige Betrugsmasche aufgelegt wird und der Rubel, der Dollar oder der Euro in Strömen fließt.

Eine, wie die heutigen Mitteilung in Form einer üblichen Spam-Mail hörte sich zwar nach einer Besonderheit an, zeigt aber in Wahrheit, hier des DJ Ötzis Sing-Sang in Endlosschleife als Anreiz für den Erwerb eines Fetzen Papiers eben doch nicht ausreicht, wenn der Sinn des Geschenks nicht deutlich wird.
Wer benötigt denn schon einen eigenen Stern, der mit seinem Namen versehen worden sein soll, wenn sie/er mit den einfachsten Herausforderungen des täglichen Lebens schon permanent überfordert ist?
Möglicherweise kann der "Ötzi" in seinem "Malle"-Bum-Bum-Bum-Stampfrhytmus-Lied uns die Antwort dafür geben:


Einen Stern der deinen Namen trägt
Hoch am Himmelszelt
Den schenk ich Dir heut Nacht
Einen Stern der deinen Namen trägt
Alle Zeiten überlebt
Und über unsere Liebe wacht
Seit Jahren schon leb ich mit Dir
Und ich danke Gott dafür
Das er mir Dich gegeben hat
Als Erinnerung an unser Leben
Möchte ich Dir heut' etwas geben
Ein Geschenk für alle Ewigkeit
Einen Stern der deinen Namen trägt
Hoch am Himmelszelt
Den schenk ich Dir heut Nacht
Einen Stern der deinen Namen trägt
Alle Zeiten überlebt
Und über unsere Liebe wacht
Irgendwann ist es vorbei
Und im Himmel wird Platz für uns zwei
Doch Dein Stern bleibt oben für immer und ewig stehn
Und auch noch in 1000 Jahren
Wird er deinen Namen tragen
Und immer noch der schönste von allen sein
Einen Stern der deinen Namen trägt
Hoch am Himmelszelt
Den schenk ich Dir heut' Nacht
Einen Stern der deinen Namen trägt
Alle Zeiten überlebt
Und über unsere Liebe wacht
Fünf, Vier, Drei, Zwo, Eins, Zero
Einen Stern der deinen Namen trägt
Hoch am Himmelszelt
Den schenk ich Dir heut' Nacht (Einen Stern)
Einen Stern der deinen Namen trägt
Alle Zeiten überlebt
Und über unsere Liebe wacht...........

Hach, ist das schön einfach, sternenklar eben!








Montag, 28. März 2011

Rote GRÜNE - graue GRÜNE - schwarze GRÜNE?





Holla, gestern Abend hat es das Stimmvieh in den beiden südlichen Doppelstaaten der Blöd Republik Deutschland den dort noch amtierenden Ministerpräsidenten, ihren dazu gehörigen Parteien und Olga Merkel/Bibo Westerwelle so richtig gezeigt. Da wurde nicht die gelbe, auch nicht die rote, da wurde die Arschkarte gezeigt. Sie erhielt zunächst der stiernackige Mappus, der Kohl-Adaptet, der Strauß-Fan und rückwärts gerichtete Wertkonservative aus dem "Ländle" der "Spätzle"-Fans, der USA-Gläubigen und Erfinder der Bausparkassen, gezeigt. Und wie!

Dass vor Stuttgart 21 noch alles im Lot war, in dem biederen Bundesland zwischen Bodensee,Neckar und Donau,spricht nicht nur für die Beschaulichkeit in dem von der CDU seit beinahe 6 Dekaden beherrschten Bundesland.
Nun ist es vorbei mit der schwarzen Biedermichelei!
Mappus und Konsorten wurde nicht nur die Leviten gelesen, nein, er wurde abgestraft. Abgestraft deshalb, weil er auf seine eigenen Bürger einknüppeln ließ.
Das war dem bedächtig vor sich her lebenden Schwaben und dem traditionell denkenden Württemberger denn doch zu viel. Das Großprojekt geriet nicht nur zum Politikum, es lief quasi politisch aus dem Ruderboot des verbiesterten Mappus. was erlauben Wähler, was wollen Volk, gedenken "Spätzle"-CDU nun zutun?

Mappus eierte herum, ließ einen CDU-Mediator statt seiner einspringen und begnügte sich mit der Statistenrolle. Mappus mäanderte danach bis zur Wahl am 27. März 2011 im Land der Häuslebauer, Modelleisenbahner und Norddeutschenhasser ohne Ziel. Allein gelassen von seiner Bundesparteivorsitzenden und Bundeskanzlerin in Berlin, die er unisono für zu schwach auf der Brust, für zu wankelmütig und konzeptionslos hält.
Die wiederum verweigerte ihm den Schulterschluss und ließ ihn im Wahlkampf weitesgehend allein.

Dann kam Japan, der Tsunami und Fukushima - der GAU also! Mappus - ein bekennender Atomkraft-Fan übelster Sorte - hatte sein drittes Problem. Wie sollte er sich nun um 180 ° wenden können, wenn die Positionen auf dem großen Feld der AKW-Kritiker bereits - und das seit Jahrzehnten - von den GRÜNEN in fester Hand gehalten werden? Mappus bog sich wie ein Aal, setzte die Fassenachtsmaske des Atom-Skeptikers auf, die er von seinem Vorgänger " I speaken english "- Günter Oettinger erhalten hatte und säuselte fortan von den Restrisiken der friedlichen Atomnutzng.

So viel Kreide kann der Wolf im Schafspelz Mappus aber nicht aus dem vor der Haustür liegenden Jura gefressen haben, als das der provinzielle BWler diese Finte nicht erkannt hätte. Der Dicke mit dem Haarschnitt der 50er Adenauer-Jahre wurde immer kleinlauter und verstummte schon bald, je länger der GAU in Japan die Medien beschäftigte. Die müde TV-Diskussion im 3. Programm der ARD, in den Landessendern, sie zeigte einen frustrierten MP Mappus.
Es ist vorbei, by, by, Mappus-Mond; es ist vorbei!

Was danach als sensationelles Wahlergebnis gefeiert wurde,zeigte sich in starken Konturen eigentlich seit Monaten schon ab: Die CDU wird ihre Regierungsverantwortlichkeit für mindestens 4 Jahre ad acta legen müssen und es regiert wohl ein GRÜNER das "Ländle".

Eineinheimischer GRÜNER aber, denn Winfried Kretschmann ist  nicht nur in BW geboren, er hat hier studiert, war hier als Lehrer berufstätig und hat zum größten Teil auch hier Politik gestaltet.






http://de.wikipedia.org/wiki/Winfried_Kretschmann

Nun, Kretschmann dürfte, weil 1948 geboren, 1968 Abiturient und von 1973 bis 1975 in der Hochschulgruppe des KBW aktiv, de facto ein 68er sein - wenn auch kein Alt-68er.
Diese Kombination galt über viele Jahre - nicht nur im "Spätzle"-Reich - als Hass potenzierend. Wer in dem oberspießer Bundesland der 50er bis 70er Jahre für die Staats - Wirtschafts - und Gesellschaftstheorien des Karl Marx  und Friedrich Engels einzutreten, wer der kommunistischen Lehre anhing, wer auch nur im Sympathisantenumfeld sich tummelte, der wurde kein Staatsdiener - eigentlich nicht!

Dank vielseitiger Bespitzelungsmaßnahmen, dank der damaligen Gesinnungsschnüffelei, dank des Berufsverbots, dass hiernach verhängt wurde, wenn eine Assessorin/ein Assessor nicht schriftlich den Treueschwur zur FDGO ( Freiheitlich demokratischen Grundordnung ) abgab, war eine angestrebte Berufsausübung eben nicht möglich. Das Bundesland Bayern, Baden-Württemberg und auch Rheinland-Pfalz tat sich hierbei besonders hervor.

Von " Mir san mir " über " Des kommt ons net ens Haus " bis " Der esch nit hinne wie vorne ", wurden über viele Jahre ganze Brigaden von staatlichen Observanten angeheuert, um die feindliche Politszene zu überprüfen.
Nach den 60er, den 70er, kamen die 80er und damit nach der Anti-AKW-Proteste, die Friendensbewegung und mit ihr die GRÜNEN.
Flugs hetzen die Ex-Nazis, die stock Konservativen, die von Springer und seinen Hetzblätter indoktrinierte Westspießergesellschaft schäumten vor Wut,weil sich eine zumindest partiell politisch ernstzunehmende parlamentarische Kraft sukzessive zu etablieren schien. Ob nun die (G)AL, die BGL oder die GLU als Vorläufer der heutigen Bundespartei, sie alle, zeigten, dass es eine Bewegung jenseits der bürgerlichen Parteien, der Regierungen von CDU/FDP,CDU/SPD oder SPD/FDP gibt.

Was in den 80er Jahren dann von Kohl und seinen Vasallen als lästige Nebenerscheinung abgetan wurde, nämlich der Einzug in das Bonner Parlament schien dann bald zu einer lästigen Zeiterscheinung auf Dauer zu werden. Die billige Polemik, die mediale Hetze gegen die sich dann zu einer Bundespartei zusammen schließenden Bewegung,ließ spätestens zu jenem Zeitpunkt nach, als diese Partei regierungsfähig wurde. Was Auftritte von rechtsradikalen Hetzern, wie den des Sängers Knesel bei die CDU - Moderatoren-Doppel von Campe / von Tiedemann in der NDR - Sendung " Aktuelle Schaubude " noch als letzte Blähungen verursachender Schwachsinn zu betrachten war, um die sich über die GRÜNEN  lustig zu machen ( Knesel-Text: die roten GRÜNEN ), verpuffte alsbald im Nichts des täglichen Nonsens der CDU-Spießer und bürgerlichen Vollpfosten.

Eine eher ernstere Gefahr bedeutete für die Partei die internen Richtungskämpfe zwischen " Realos " und " Fundis " in den späten 80er Jahren, die sich dann in dem ersten Nachwendejahrzehnt eher in Wohlgefallen auflösten. Mit der Fusion der politischen Opposition in den letzten DDR-Jahren, die sich dann in dem Bündnis 90 zum Teil wieder fand, vollzogen die GRÜNEN dann eine realpolitische Kehrtwende. Die eigentlichen Wurzeln, nämlich die strikte Ablehnung des Schmidt/Kohlśchen AKW-Kurses, die pazifistische Grundhaltung und Umweltschutz blieben indes erhalten.
Mit der Regierung Schröder/Fischer gelangte die Partei an den machtpolitischen Klimax. Fischer, ein ungelernter Sponti aus der einstigen Frankfurter Hausbesetzerszene wurde Bundesaußenminister und Vizekanzler.

Die Partei hatte sich längst zu einem bürgerlichen Pedanten mit leicht farbigen Anstrich der Berliner Parteienlandschaft gemausert. GRÜNE waren nun keine verkappten Sozialisten mehr, GRÜN-Wähler keine kommunistischen Sympathisanten und aus dem links-autonomen Spektrum infiltrierte Spinner. Es waren nunmehr bürgerliche Besserverdiener mit umweltbewußter Grundhaltung.

Die Parteien aus den Gründerjahren der BRD, den Nachwendejahren und im Zeitalter der globalisierten Staatengemeinschaft, unterscheiden sich zwar immer noch in ihren programmatischen Aussagen voneinander, jdoch in der Tagespolitik nur noch in Nuancen.
Die Berührungsängste sind längst entschwunden. Was jetzt zählt ist der Erhalt von Machtpositionen. Für ideologische Vorstellungen bleibt dann kein Raum mehr. Immerhin hat die Geschichte der Partei die GRÜNEN gezeigt, dass der bundesdeutsche Normalo sich über seine Zukunft ab und zu auch Gedanken macht.

Was für BW gilt, dass trifft auch auf das Nachbarland RP zu. Auch hier ist die Partei aus ihrer Rolle als Wurmfortsatz heraus geschlüpft und wird wohl zusammen mit der SPD die Landesregierung bilden. Der jetzige MP Beck hat innerhalb seiner Alleinregentschaft viele strittige Projekte aufgelegt, ob sie nun zum Wohle des Landesbürgers waren, muss bezweifelt werden.Der von Beck zu verantwortetende Nürburg-Ring-Skandal aht ihm aber nicht nur allein Wählerstimmen gekostet. Es waren die Vielzahl viele Ungereimtheiten:

www.politik.uni-mainz.de/cms/Dateien/situzng_10.pot

Nun hat Kurt Beck dafür einen Denkzettel erhalten. Die SPD verlor bei der LT-Wahl am gestrigen Sonntag erheblich an Stimmen und somit auch ihre absolute Mehrheit. Beck sondiert jetzt eine Zusammenarbeit mit den GRÜNEN, die ihren Stimmenanteil verdreifachen konnten. 

Längst ist somit aus den roten GRÜNEN eine Melange aus grau-schwarzer-grüner Politik geworden, die sich nur an Sachthemen orientiert. Die Visionäre sind entweder verstorben ( Kelly, Bastians,Guhl) oder aus dem aktiven Parteibereich ausgeschieden.
Aus  der Partei lugt das maus-graue Image mit schwarzem Grundanstrich hervor.
Schade!

Sonntag, 27. März 2011

Monster - Mumien - Mutationen: 30 Jahre Musikantenstadt!

                                                        (c) Manfred Werner - WIKIPEDIA



Das war doch am Samstagabend ein richtiges TV-Highlight, im Ersten, der guten alten Tante ARD, ab 20.15 Uhr, nach der Tagesschau, als der immer dicker und älter werdende Andy Borg zur Jubiläumsausgabe seiner Brüll-Schunkel-Mitklatschorgie aufrief.
Während sich die Jünger im Trikot der Deutschen Fußballnationalelf dem Übergegner Kasachstan stellen mussten,um im kommenden Jahr an der EM in Polen und der Ukraine teilnehmen zu dürfen,plärrte die ARD ein echtes Alternativprogramm für sämtliche Fußballmuffel ab. Gerade weil unser aller Didi Bohlen eine kleine Ruhepause eingelegt hatte und die werberelevante Zielgruppe von 12 bis 49 nicht mit dem Dauerlutscher DSDS in Trance versetzte,kam es zu einem Duell der Methusalem-Sendeanstalten in der Ödnis des Samstagabendprogramms der dunklen BRD-Fernsehkanäle.


1: 0 Klose, 2:0 Müller, 3:0 Müller, 4:0 Klose - hieß es am Ende der Kickerschlacht unter den nervigen Gesabbel des Bela'Rethy vom Gruftie ZDF. Wer dann aus reiner Neugierde den Kanal in der Halbzeitpause wechselte, bekam die Stefanie noch zu Gesicht,nein, nicht die mit dem Verarschungsformat"Tatort Internet " auf dem Verdummungssender RTL II vor den Gefahren aus den Untiefen des WWW aufklären will, es war die Hertel, Stefanie, die hier herum hopste.
Stefanie ist ein veritabler Teil des Duos Interfanale der bundesdeutschen Sangesleitkulutur,denn auch ihr Ehemann Stefan Mross kam bei der volkstümlichen Akrobatenshow nicht zu kurz. Er trat dort auch auf. Wer die HP der Oelsnitzer Nachtigall hierzu gelesen hatte, der wurde dort bereits vor gewarnt. Dort ist zu lesen:

" Stefanies aktuelle Single "Zwischen den Zeilen" konnte sich mehrere Wochen auf Platz 1 der Airplay Charts halten. Nun, nach mehr als 10 Wochen, ist sie immer noch auf Platz 2. "


http://www.stefaniehertel.de/

Hui, das ist eine grandiose Leistung. Vor allem, wenn der Ahnungslose bedenkt, dass die gesamtdeutsche Trällerliese seit 1991 immer wieder eindrucksvoll zeigt, dass sie weder singen kann, noch ihre sinnfreien Texte die unterirdische Qualität des BRD-Schlagers anheben.
Als Kostprobe des talentfreien Auftritts reichten knapp eine Minute des Einzappens in den Borgśchen Mutanzttenzirkus mit dem Hertelśchen Nonsens-Medley, in dem es - quasi in Endlosschleife - hieß:
" Und jetzt geht es auf von dem Sofa und raus in dem Wald!"

Wer sonst noch in der Vergreisungssendung sein Coming Out hatte, lässt sich u.a. hier nachlesen:



http://de.wikipedia.org/wiki/Musikantenstadl
So heißt es denn - zutrefender Weise - in einer Headline einer Tageszeitung zu der Jubiläumsausgabe:

" Musikantenstadl - 30 Jahre Jodeln, Dirndl tragen; für eine heile Welt!"
Wer's braucht?

Zu einer eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich bereits 1977 eine ähnliche Sendung in der Dritten Programmkette des Norddeutschen Rundfunks - damals noch in schwarz-weiß - mit  dem nachfolgenden Namen über mich ergehen lasen konnte:


22.30 Uhr. Nord III. West III. Formicula (sw)
Mumien, Monstren, Mutationen: In dem US-Horrorfilm (1954, von Gordon Douglas) verwandeln sich, nach Atombomben-Tests, harmlose Insekten in mörderische Ungeheuer.

Moik, Borg, Hertel - Monstren - Mumien - Mutationen!

Freitag, 25. März 2011

Unheilige Allianz der Selbstdarsteller.




                                                                                                      NicoJenner. Original uploader was NicoJenner at de.wikipedia


Auweia, war das eine gequirlte Scheiße, die dem Zwangsgebührenzahler gestern Abend ab 20.15 Uhr von der "Echo"-Verleihung aus Berlin in die Glotzkisten-Räume übertragen wurde. Da saßen sie nun fast alle, die vermeintlich Creme de'la'Creme des bundesdeutschen Musiknonsens und freuten sich des Lebens. Der fade Veranstaltungsabend begann mit einem ebenso faden Auftritt der Moderatorin Ina Müller ( nie gehört!) und endete noch fader im Nirwana. Zwischendurch trat auch Onkel Herbert Grönemeier auf und kredenzte dem mit offenen Mündern sitzenden Frohsinnsgeweihten einen Titel aus seinem neuen Album. Wie längst diagnostiziert: Er ist nicht mehr der Frischeste, tanzen kann er immer noch nicht und singen schon gar nicht. Das sind drei wahrhafte Gründe, an seiner Tournee, die wiederum in Großkampfarenen stattfinden soll und das zu Eintrittspreisen,die sich gesalzen haben ( dafür kann ein HARTZER 2 1/2 Wochen lang leben )eben nicht teilzunehmen.

Was die Deutsche Phonoakademie in Berlin sonst so an musikalischem Müll aufwarten ließ, lässt sich hier nachlesen:


http://de.wikipedia.org/wiki/Echoverleihung_2011

Die Preisverleihorgie ist nun, nachdem das 1. Quartal des Jahres bald zu Ende geht, bald überstanden. Ob nun Grammy, Goldene Kamera oder Oscar, die Grade der Akteure,deren Namen von der Medienmeute permanent im Zusammenhang mit sinnfreien Nachrichten benannt wird, vergrößert sich von Jahr zu Jahr. Eine Linderung der Ohrenschmerzen, die durch die Klangsoße hervorgerufen werden, ist nicht in Sicht; ebenso sind jene augentränenden Auftritte auch in Zukunft kaum zu vermeiden.

Was fehlte waren die wahren Brüller des Unterschichtsfernsehens: Dniela Katzenberger, Heidi Klum und Daniel Kübelböck - alle sollen ihren Versuch mit Blei in der Kehle ein Liedchen trällern zu wollen, bereits hinter sich gebracht haben.
Vielleicht bleiben sie dem GEZ-Gebeutelten doch noch erspart. Allerdings sicher bin ich mir dann doch nicht, denn die ÖR haben es trotzt der ab den 80er Jahren verordneten Zwangspause ein innovatives Programm anzubieten,immer wieder geschafft, den formatierten Abfall aus den Sparten der Privatfernseh-Verarschungssoaps so zu verschlimm bessern, dass nur noch der farbige Ausschaltknopf die Dauerverblödung verhindert.

Eine geheiligte Allianz mit unheiligen Mitteln des Einwegnutzers wird uns solange erhalten bleiben, wie der Pool der eitlen Selbstdarsteller ständig neue Mutationen hervor bringt.