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Freitag, 30. Dezember 2011

" Rock of ages "


Wenn in wenigen Stunden das Jahr 2011 mit lautem Getöse verabschiedet wird, erhält jeder Bundesbürger die Gelegenheit ganz für sich Bilanz zu ziehen. Hiervon unabhängig steht schon jetzt fest, dass es ein Ereignis reiches Jahr war. Die vielen Meldungen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im In - und Ausland untermauern diese Behauptung auf vielfache Weise.
Nun ist die Mehrheit der nicht arbeitenden Bevölkerung schwer bemüht, die letzten Atemzüge von 2011 in irgendeiner Weise zu überstehen. Häufig hilft dabei viel Hochprozentiges und Ramba-Zamba - Musik in allen nur erdenklichen Variationen.

Dieser normierte Brauch galt auch schon vor 40 Jahren. Er war üblich, als die verspießten Gesellschaften in Ost, Wesr, Nord und Süd, die wenigen Stunden des Jahres 1971 zählten und dabei ordentlich auf die Pauke hauten.
Nicht so in New York.
Genauer gesagt in der dortigen Musikakademie. Hier trat zum Jahreswechsel 1971 / 1972 die Rockformation " The Band " auf. Aus dem mehrstündigen Konzert veröffentlichte die einstige Begleitruppe des Folklore - Sängers Bob Dylan ein Doppelalbum mit dem sinnigen Titel " Rock of ages " ( sehr frei ins deutsche übersetzt:  Seit einer Ewigkeit Rockmusik ).

Die Gruppe um Robbie Robertson spielte auf der Doppel-Vinyl in der Besetzung:

Robbie Robertson
Rick Danko
Levon Helm
Gesang, Keyboard, Piano, Perkussion
Richard Manuel
Garth Hudson


Ergänzt durch die Bläsergruppe:

- Snooky Young        trumpet & flugelhorn

- Howard Johnson     baritone sax, tuba & euphonium

- Joe Farrell                tenor &  soprano saxes & english horn

- Earl McIntyre           trombone

- J.D. Parron               alto sax & e flat clarinet

Das die Truppe exzellente Einzelkönner hat, muss der Musikfreund nicht ständig erwähnen, denn anderenfalls hätte sich Bob Dylan nicht über viele Jahre mit " The Band " abgegeben.


Auf dem Doppelalbum befinden sich 18 Songs, die ein Querschnitt des zu jener Zeit bestehenden Repertoires der Gruppe darstellt:

Don´t do it

Nach dem nicht auf der Titelaufführung im Inlet vorhandenen " Intro ", der erste Song von Robertson & Co. Er beginnt mit einer knackigen Basseinspielung.

King Harvest ( has surely come )

Ein vpn klaren Bläsersätzen durchtriebens Stück, dass als Mittler zwischen Jazzrock und Country-Rock steht.
So, wie auch der dritte Titel:

Caledonia mission

Ein wunderbarer Text, den Roberston dort herüber bringt. Untersetzt mit den typischen Bläserelementen:


She reads the leaves and she leads the life
That she learned so well from the old wives

And it's so strange to arrange it
You know I would not change it
But hear me if you're near me, can I just rearrange it?

The watchman covers me with his remedy
I can't see and it's hard to feel
I think his magic might be real

And I can't get to you from your garden gate
You know it's always locked by the magistrate

And he don't care why you cry
You know he thinks it's just a lie
To get out, I don't doubt that you'd make a try

And if the good times get you through
I know the dogs won't bother you
We'll be gone in moonshine time
I've got a place they'll never find

You know I do believe in your hexagram
But can you tell me how they all knew the plan?

Now, did you trip or slip on their gifts?
You know we're just a con
You knew it, so why did you do it?
I've been hiding in the dark

So now, I must be on my way
I guess you really have to stay
Inside the mission laws
On the river banks of Caledonia

Das vierte Stüch heißt:

Get up Jake

Angelehnt an den Bruder Jakob, der den ganzen Tag verschläft, ermahnen Robbie Robertson & Co. den Pennbruder mit einer eingängigen Melodie.

Es folgt der letzte Titel der A-Seite:

W.S. Walcott medicine show.

Erneut wird die Gruppe von den voluminösen Blasinstrumenten eindrucksvoll unterstützt.

Mit

Stage fright

folgt einer Klassiker des Quintetts. Der Song wurde damals als Single ausgekoppelt. Wieder fetzen die Bläser in die Melodie hinein.

The night they drove Old Dixie down

Ein weiterer Klassiker der Formation. An diesem Stück haben sich zuvor schon andere Musiker versucht. Auch die deutsche Träller-Tante Juliane Werding, die daraus einen Anti-Drogen-Song kreieren ließ und dieses Werk somit völlig verhunzte.

Across the great divide

Erneut ein wunderbarer Text:



Standing by your window in pain

A pistol in your hand

And I beg you dear Mollygirl

Try to understand your man the best you can



Across the great divide

Just grab your hat and take that ride

Get yourself a bride

And bring your children down to the riverside



I had a goal in my younger days

I nearly wrote my will

But I changed my mind for the better

I'm at the still, had my fill

And I'm fit to kill



Across the great divide

Just grab your hat and take that ride

Get yourself a bride

And bring your children down to the riverside



Pinball machine and a queen

I nearly took a bust

I tried to keep my hands to myself

You say it's a must

But who can you trust?



Harvest moon shining down from the sky

A weary sign for all

I'm gonna leave this one horse town

Had to stall 'til the fall now I'm gonna crawl



Across the great divide



Now Molly dear don't ya shed a tear

Your time will surely come

You'll feed your man chicken every Sunday

Now tell me hun, what ya done with the gun?



Across the great divide

Just grab your hat and take that ride

Get yourself a bride

And bring your children down to the riverside

23 Jahre später wird unter diesem Titel eine 3er-CD-Box der Gruppe heraus gebracht, auf der sich vielfältiges Material befindet.

Wheels on fire

Eine andere Interpretation des Klassikers mit dem bereits Julie Driscoll die Hitparaden eroberte.


Rag mama rag

Wieder eine eingängige Melodie mit einem Banjo-Solo und einem abrupten Ende.

The weight

Das Stück gehört zu dem " Easy Rider "-Album und wurde dort von zwischen einem Stück der " Byrds " und der einstigen Psychedelic Group " The Holy Mondal Rounders " eingespielt.

The shape I´m in

Ein Song, geprägt von dem Tempi-Wechseln zwischen den traditionllen Instrumenten der Band und den Bläsern.

Unfaithful servant

Auch hier bleibt sich die Formation der Linie in diesem Live-Album treu und wird nicht durch den heran nahenden Jahreswechsel musikalisch untreu.

Life is a carnival

Wie wahr. Vor allem, wenn eine bunte Mischung aus vielen Jahren Rockmusikgeschichte kredenzt wird.

The genetic method

Der Titel läutet das Jahr 1972 ein. Die Orgel von Garth Hudson spielt verrückt. Den Zuhörern gefällz´s. Happy New Year 1972, " The Band " !

Chest fever

schließt sich nahtlos dem Orgel - Experiment an und zeigt, dass das Konzert nicht nur als gelungen sondern auch als einmalig anzusehen ist.

( I don´t want to ) Hang up my Rock and Roll shoes

Das letzte Stück, Rock and Roll - Symbiose mit Bläsersätzen. Aller erste Sahne.

Das die Bläser - Arragmenets von keime Geringeren als Allen Toussaint, einem Wandler, einem Musiker und Prodzunten zwischen den Rythmen & Blues, Mardi Grass - und Rockmusik-Bereichen, stammen ist nicht nur erwähnenswert, sondern genau so wichtig, wie die Tatsache, dass Bobby Charles, Bob Dylan, Doc Pomus, Dr. John Mack Rebenack und John Simon an dem Gelingen des Konzerts und der Platte ihren Anteil hatten.

Wenn jetzt 40 Jahre danach, der Jahreswechsel bevor steht, dann ist sicherlich zu konstatieren, dass die Formation von einst sich nach ihrem offiziellen Abschiedskonzert " The last waltz ", das als Musikfilm von Martin Scorsese produziert, ein Jahr später in die Kinos kam, noch einige Male zusammen gefunden hatten, ehe das endgültige Aus 1996 fest stand. Dass aber innerhalb der 4 Dekaden nach dem Silvester-Auftritt in New York die Musik der Gruppe häufiger gespielt wurde, als sie es je gehofft hätten.

Die Formation " The Band " ist und bleibt - nicht nur wegen der jahrelangen Zusammenarbeit mit Bob Dylan eine der musikalisch eindruckvollsten der Zeit zwischen Mitte der 60er und Ende der 70er Jahre.


http://de.wikipedia.org/wiki/The_Band
Als ich das Doppelalbum irgendwann im Frühjahr 1972 in Bückeburg für satte 29 Deutsche Mark erwarb, ergänzte es lediglich mein nur spärliches Platten-Kontingent. Er später, während meiner Zeit beim Barras kamen viele Vinylscheiben hinzu, die nun - auch schon reichlich betagt - aber immer noch aktuelle, sich unregelmäßig auf dem Plattenteller wieder finden.
So, wie es " The Band " auch einst gesehen haben: " Seit einer Ewigkeit Rockmusik ". Für immer, Rockmusik.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Die Turracher Höhe, das Hot Tub und der herrlich singende Opa.


 Die Weihnachtsfeiertage des Jahres 2011 gehören bereits der Vergangenheit an. Die christliche Welt bereitet sich auf den Jahreswechsel vor. Die Mehrzahl der Bundesdeutschen - soweit im Lande verblieben - bestaunen einen der mildesten Dezembermonate der letzten Jahrzehnte. Was Weihnachten nicht weiß und frostig wurde, wird Silvester genauso unverändert bleiben. Da muss der Wintersportfan schon in luftige Höhen ab 1.000 Meter aufwärts kraxeln oder besser noch: fahren, um etwas von der Schneepracht zu ergattern.

Immerhin haben es unsere Nachbarn in Österreich bedeutend einfacher. Sie fahren nur einige Kilometer, dann erreichen sie bereits die Hänge und Pisten, von denen es sich wunderbar hinunter fahren lässt.

Die Skigebiete rund um die Turracher Höhe, einer wunderbaren Landschaft zwischen den österreichischen Bundesländern Steiermark und Kärnten gehören seit vielen Jahren zu den beliebten Wintersportsektionen im Nachbarland.

Unser Aufenthalt dort diente zwar der Familienzusammenführung, war aber auch von einem gewissen Quantum an Dienstleistungen in Form der Enkelbetreuung und sonstigen, entlastenden Tätigkeiten geprägt. Tagsüber galt das Hauptaugenmerk den drei Enkelkindern, deren Bewegungsdrang sich kaum bändigen ließ und deren Experimentierfreudigkeit sich nicht nur in dem Zweckentfremden diverser Kücheutensilien erschöpfte.
Nach getaner Kinderbetreuung, war allerdings noch am Abend genug Zeit, um sich einem heißen Bad bei eisigen Außentemperaturen ab minus 10 ° abwärts zu widmen. In einem " Hot Tub ", einem imprägnierten Holzfaß mit Sitzbank und integriertem Holzofen, läßt es sich auch bei solchen Minusgraden prima aushalten; unterstützt von einem Glas Rotwein.


Kaum war die Nacht ab 6.00 Uhr morgens zu Ende, die Enkel erwacht und der Frühstückstisch gedeckt und bald wieder abgeräumt, begann des Tages Arbeit in Form von Montagearbeiten in den Bädern.
Weil ich dabei immer für ein kleines Ständchen - frei nach Hannes Wader bis Reinhard Mey - zu haben bin, ich die mir bekannten Lieder aus voller Brust und mit einer Inbrunst herunter trällerte, bekam ich von der ältesten Enkeltochter dafür ein dickes Lob:
" Der Opa singt herrlich! Findest Du nicht? ", formulierte diese und lauschte meinen A-Moll bis E-Dur Partituren in den Bädern.


So vergingen die Tage in der schneebedeckten Turracher Höhe wie im Fluge. Danach wurde die Heimfahrt angetreten. Zurück in das begrünte Deutschland, Ende Dezember 2011.

Freitag, 23. Dezember 2011

                             Frohe Weihnachten!


" Hören Sie nun die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten." - Es spricht zu Ihnen: Christain Wulff von Beruf: "Lügner und Betrüger?"



" Liebe Mitbürgerinnen,
  liebe Mitbürger!
In einigen Tagen ist es wieder so weit, das Jahr 2011 neigt sich dem Ende. Und mit ihm wird ein ereignisreiches Jahr abgeschlossen. Wenn wir heute Abend noch den Heiligen Abend im Kreise der Familie, der Verwandten oder Freunde begehen, dann ist dieses für einige Menschen unter uns, in Europa und der Welt so nicht selbstverständlich.......
- Blablalblablablabla usw. usf! -

Es kann auch sein, dass die Rede so beginnt:

" Liebe Mitbürgerinnen...., das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Es ist das höchste Fest, dass wir Christen feiern. Wir feiern es in Sicherheit und Freiden. Dafür sollten wir alle dankbar sein..."

- Blablablablabla usw. usf. -

Mit Sicherheit steht aber fest, dass die berühmt berüchtigte Weihnachtsansprache des Herrn Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland keine Passage enthält, die sich so liest:

"....Sie alle wissen, dass in den vergangenen zehn Tagen über Vorgänge aus meinem Privatleben breit berichtet worden ist. Sie betreffen die Zeit vor meiner Amtszeit als Bundespräsident und haben eine sehr kritische Kommentierung gefunden. Ich habe das Bedürfnis, mich auch persönlich zu diesen Vorgängen zu äußern.Alle Fragen zu den Vorgängen nehme ich sehr ernst und habe deshalb für volle Offenheit im Hinblick auf die Finanzierung unseres Einfamilienhauses gesorgt. Sowohl, was den Privatkredit anbelangt, als auch, was alle Verträge und alle Konditionen der Geldmarktkredite bei der BW-Bank anbelangt. Alle Auskünfte sind erteilt worden, auch zu Konditionen. Vom Bankgeheimnis ist umfassend befreit worden.
Außerdem habe ich die Ferienaufenthalte bei Freunden offengelegt, die Dokumente liegen seit Montag bei einer dazu beauftragten Rechtsanwaltskanzlei aus. Und es ist ja gelegentlich auch Einsicht genommen worden. Bis heute habe ich über 250 Einzelfragen jedweder Art nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Davon viele, die Einzelheiten aus meinem Privat- und Familienleben betreffen.
Ich weiß und finde es richtig, dass die Presse- und Informationsfreiheit ein hohes Gut ist in unserer freiheitlichen Gesellschaft. Das bedeutet gerade für Amtsträger, jederzeit die Wahrnehmung ihrer Aufgaben vor der Öffentlichkeit zu erläutern und gerade auch im Grenzbereich zwischen Dienstlichem und Privatem, zwischen Amt und privat, die erforderliche Transparenz herzustellen. Das ist, wie viele von Ihnen auch wissen, nicht immer leicht, gerade, wenn man an den Schutz betroffener Familienangehöriger und Freunde denkt. Aber es ist eben notwendig, denn es geht um Vertrauen in mich und meine Amtsführung.
Mir ist klar geworden, wie irritierend die private Finanzierung unseres Einfamilienhauses in der Öffentlichkeit gewirkt hat. Das hätte ich vermeiden können und müssen. Ich hätte auch den Privatkredit dem niedersächsischen Landtag damalig offenlegen sollen. Das war nicht gradlinig, und das tut mir leid. Ich sehe ein, nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig.
Ich sage aber auch deutlich, zu keinem Zeitpunkt habe ich in einem meiner öffentlichen Ämter jemandem einen unberechtigten Vorteil gewährt. Persönliche Freundschaften sind mir, gerade auch menschlich, wichtig. Sie haben aber meine Amtsführung nicht beeinflusst. Dafür stehe ich.
Ich bedauere, dass ich mich von meinem Sprecher Olaf Glaeseker trennen musste, und danke ihm an dieser Stelle für seinen großartigen Einsatz an meiner Seite. Ich habe ihm viel zu verdanken und wünsche ihm für weitere berufliche Herausforderungen alles erdenklich Gute.
Meine Damen und Herren, ich weiß um meine Verantwortung als Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Ich werde das Amt auch in Zukunft gewissenhaft und mit ganzer Kraft ausfüllen. Denn wir stehen vor großen Aufgaben in unserem Land, in Europa und in der Welt. Und ich will und werde meinen Beitrag dazu leisten, die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Dafür bitte ich die Bürgerinnen und Bürger auch zukünftig um ihr Vertrauen.
Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen unabhängig von dieser Erklärung ein gesegnetes Weihnachtsfest, ein gutes Jahr 2012. Wir werden auch in diesem Jahr 2012 weiterhin gut zusammenarbeiten. So hoffe ich doch...."

- Zitatende, Quelle dpa -

Ach, sach an, Canis lupus mit doppel "f", wer hätte das gedacht. " Nicht gradlinig " war Du doch seit Eintritt in die Schülerunion, die Junge Union und den " Andenpakt ". Unfähig warst Du als Landtagsabgeordneter, als Ministerpräsidentkandidat und als Niedersächsischer Ministerpräsident. Dafür hast Du den Typ Strahlemann, Biedermann und Saubermann abgegeben: Du, der Schwiegermutterheld mit dem Glanz der Grauen Maus unter grauen Mäusen in der Provinz, der Landeshauptstadt Hannover und jetzt der Bundeshauptstadt Berlin.

Das sind schöne, salbungsvolle Worte, die Dir Deine gut bezahlten Hausjuristen vorformuliert auf´s Papier gedruckt haben und die Du etwas steif, ja sogar gehemmt, fein säuberlich abgelesen hast, als Du Dich wegen der aufgedeckten Skandale spät - wohl auch zu spät - in der Öffentlichkeit geäußert hast.
Ja, aber klar doch, Herr Bundespräsident, damals als Ministerpräsident hättest Du auf die präzise Frage des Abgeordneten und Kollegen der Fraktion " Die Grünen ", ob eine persönliche und wirtschaftliche Verflechtung zwischen Dir und dem Mentor Geerkens besteht, mit einem ebenfalls präzisem " Ja " antworten müssen.
Nicht "sollen", Herr Kollege Wulff, den " sollen " ist im juristischen Terminus besehen, ein Zwischenglied in der Kette der auslegungsbedürftigen, unbestimmten Rechtsbegriffe. Wie Du bestimmt noch aus Deinem Repititorium im Öffentlichen Recht bei " Alpmann-Schmidt" weißt, haben wir eine sehr feine Abstufung bei dieser Art von Begriffen: " kann ", " soll " " ist ", sind zum Beispiel die typischen Adverbien oder besser Lokaladverbien, die in unserer - einst verquasteten - Gesetzessprache oft angewendet werden, um der Exekutive ihren Gestaltungsspielraum vorzugeben.

Also " muss " wäre hier gleichbedeutend mit ist und § 5 Absatz 4 des immer noch geltenden Niedersächsischen Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Mitglieder der Landesregierung ( Nds. GVBl. S. 105 ).
Darin wird festgestellt, dass es verboten ist,Geschenke oder sonstige Vergünstigungen im Zusammenhang mit der Amtsführung anzunehmen:


" (1) Die Mitglieder der Landesregierung dürfen neben ihrem Amt kein anderes besoldetes Amt, kein Gewerbe und keinen Beruf ausüben und weder der Leitung noch dem Aufsichtsrat eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens angehören. Das Landesministerium kann Ausnahmen zulassen, insbesondere wenn es sich um die Entsendung in Organe von Unternehmungen handelt, an denen die öffentliche Hand beteiligt ist. Jede Zulassung ist dem Landtag zur Kenntnis zu bringen. außergerichtliche Gutachten abgeben.
(3) 1 Gehört ein Mitglied der Landesregierung im Zusammenhang mit seiner Zugehörigkeit zur Landesregierung dem Vorstand, Aufsichtsrat, Verwaltungsrat, Beirat oder einem anderen Organ einer Gesellschaft, einer Genossenschaft oder eines Unternehmens anderer Rechtsform an, auch wenn diese keinen wirtschaftlichen Zweck verfolgen, so hat es die dafür gezahlten Vergütungen unverzüglich an das Land abzuführen, soweit sie insgesamt 6200 Euro im Jahr übersteigen. 2 Zur Ermittlung des abzuführenden Betrages sind von den erhaltenen Vergütungen die im Zusammenhang mit der Nebentätigkeit nachweislich entstandenen Aufwendungen abzusetzen; die für die Beamtinnen und Beamten nach § 1 des Niedersächsischen Beamtengesetzes geltenden Vorschriften über die Ablieferung von Nebentätigkeitsvergütungen gelten insoweit entsprechend. 3 § 76 des Niedersächsischen Beamtengesetzes gilt entsprechend. 4 Ein Anspruch auf Schadensersatz im Sinne des § 76 des Niedersächsischen Beamtengesetzes besteht jedoch nur insoweit, als er den Gesamtbetrag der Vergütung übersteigt, die dem Mitglied der Landesregierung bis dahin nach Satz 1 belassen worden war.
(4) Die Mitglieder der Landesregierung dürfen, auch nach Beendigung ihres Amtsverhältnisses, keine Belohnungen und Geschenke in Bezug auf ihr Amt annehmen. Die Landesregierung kann Ausnahmen zulassen. Sie kann diese Befugnis auf die Staatskanzlei übertragen."

- Basta! -

Nun bist Du als Jurist, nein als Volljurist, dazu ausgebildet worden, die Gesetze, die die Kollegen mit mehr, seit Jahren wohl aber eher mit weniger , Hirnschmalz ausformuliert haben, auch zu interpretieren. Das gehört , das sollte zu dem Rüstzeug eines auf die Allgemeinheit los gelassenen Volljuristen gehören. Hier scheint Deine Ausbildung in der Provinz, nämlich an der Universität Osnabrück, nicht sehr gut verlaufen zu sein. Denn sonst hättest Du beachten müssen, dass die verabschiedeten und später in Kraft getretenen Gesetze für Alle(!), gelten. Alle, das bedeutet in Deinem Fall, für sämtliche MinisterInnen der Niedersächsischen Landesregierung!
Für Abgeordnete sind andere Vorschriften maßgebend. Abgeordneter warst Du zwar auch noch zu diesem Zeitpunkt, aber das Niedersächsische Abgeordnetengesetz gilt eben nicht für Minister und Ministerpräsidenten.
Als Abgeordneter hättest Du ruhig und ungeniert im Zuge der allgemeinen Lobbyismuskultur von Geerkens, Maschmeyer und Konsorten, die Vergünstigungen annehmen dürfen.

Ob es nun die teuren Urlaubsreisen und der Aufenthalt in den Privatvillen der Damen und Herren aus der niedersächsischen High Society waren, die Finanzierung Deines Buchs " Lieber die Wahrheit!" ( Mensch, Wulffi, wer hat den Titel wohl ausgesucht? ) oder dann der 500.000,-- Euro-Kredit, dass ficht Dich dann nicht an. Nach § 5 des Nds.AbgG darst Du nur nicht doppelt vom Staat kassieren. Nicht als Beamter, Richter, Soldat auf Zeit oder lebenslänglich.
Dafür gibt es dann satte Entschädigungen ( §§ 6 ff Nds. AbgG ).
Und wer sich noch geschickt anstellt, darf auf hohem Ross quer durch die Weltgeschichte ziehen, "dumm Tüch sabbeln " und für diverse Posten sowie Pöstchen Gelder einstreichen.
Ach ja, verbilligte Kredite oder Darlehn kann er auch erhalten, wenn er ( na, sie auch ) seine Pfoten in den Gremien unterschiedlicher Sparkassen auf den Tisch bringt.

Das jedoch, Herr Wulff, war dann zu Ende, als Du Ministerpräsident geworden bist. Endlich! Nach zwei vergeblichen Anläufen gegen den Übergroßen Gerhard Schröder, seines Zeichens auch ein aus einfachen Verhältnissen stammender Mann, der dann die Systematik des Machtausübens sehr schnell erkannt und für sich umgesetzt hat. Auch ein armer " Willy", so wie wir es früher auch waren. Ein proletarisches Elternhaus mit unstetigen Strukturen eben. Auch Gerhard ist Volljurist. Ja,ja, wir sind dazu prädestiniert in die Politik zu gehen, dort Karriere zu machen und uns über die anderen "Trottel" zu amüsieren, die sich Tag ein und Tag aus abplagen, um die Kohle einzufahren, die für das Leben in dieser, unserer Gesellschaft von Nöten ist.

Dann hattest Du die Idee - so wie viele Andere schon vor Dir - das "richtige" Parteibuch zu bekommen. CDU, natürlich! Als gläubiger Katholik aus der Pampa, in der seit Gründung der BRD stramm "rechts" gewählt wird, war das kein Problem. Auf zu neuen Ufern mit der CDU!
Was allerdings aus der Vergangenheit, Deiner nicht schönen Kindheit zurück geblieben ist, spielt auch heute noch eine gewichtige Rolle in Deinem Leben: die Sucht nach dem schnöden Mammon, die Gier nach dem Luxus und der Drang, es den Reichen nachzumachen.
Dieses ist die Triebfeder Deines bisherigen Handelns.

Da kam Dir ein finanziell potenter Mann als Mentor, einer wie Geerkens, gerade recht. Er hatte es geschafft. Er hat Moneten verdient, diese Gewinn bringen investiert und im Jahr mehrere Millionen Euro verdient. Er nahm sich seine Ex-Mitarbeiterin, eine Verkäuferin in seinem Juweliergeschäft zur Frau. Sie ist wesentlich jünger und gibt optisch etwas mehr her, als ´ne alt gewordene Gattin wie Christiane aus Deiner ersten Ehe. Ach ja, laut "SPIEGEL" gibt es noch einen nicht ehelichen Sohn aus einer Beziehung davor, dann den mit der Ex-Frau gezeugten Sohn und jetzt auch noch eine gemeinsame Tochter mit der Betinna Wulff, geborene Körner. Nun, Kindesunterhalt musst Du für alle drei Kinder zahlen, sofern diese noch einen Anspruch haben. Zuvor hast Du fleißig Unterhalt gelöhnt - für alle drei Sprösslinge!
Dann die Scheidung! Die hat auch viel Geld gekostet. Christiane hat nach der Eheschließung nicht mehr als Rechtsanwältin gearbeitet. Sie hat gelebt! Auf Deine Kosten! Dafür aber das Kind groß gezogen, während Du Karriere in der CDU machen durftest.

Damit hat Deine Ex einen eigenen Unterhaltsanspruch gegen Dich. Dann noch den Anspruch aus dem Zugewinnausgleich, denn Eure Ehe ist nun mal in einer Zugewinngemeinschaft geführt worden. Dann schrubbt sie Dir die Hälfte Deiner Altersruhegeldbezüge weg. Haua,haua,hah, mein Lieber, das wird haarig. Wenn Du dann kaum noch welche davon hast oder diese eisgrau geworden sind, kommt die Vergangenheit zurück.Dann kommt der Bescheid des Versorgungsträgers und darin steht, dass von den mehr als 6.000,-- Euronen, die Hälfte an Deine Ex geht. Monat für Monat, Jahr für Jahr!
Das ist ärgerlich, nicht wahr Herr Kollege.

Deshalb tut es gut, wenn in einem solchen Fall "gute" Freunde, die man bekanntlich nicht trennen soll, für die drohende Pleite gerade stehen. Ob nun durch Überweisung von mehr als 47.000,-- Euro an Druckkosten an den Verlag, der Dein Traktat sonst nie veröffentlicht hätte und der Dein Unsinn stiftendes Buch auch nie und nimmer für "lau" an die danach darbenden Menschen abgegeben hätte, für die Auslandsurlaube im Luxusambiente und last but not least den unverschämt gnstigen Kredit zu Konditionen, die keine Geschäftsbank auf dieser Welt Dir so eingeräumt hätte. Ohne Besicherung, mit 4 % p.a. und ohne die extrem hohen Nebenkoste, die sonst von den Bankhalunken Dir gleich aufgedrückt worden wären.
Wer hat das schon? Wer kann das schon? Wer darf das schon?

Nun, "Wulffi " durfte, obwohl es gesetzlich verboten ist!

Nachdem ruchbar wurde, dass Du das Parlament dreist belogen hattest, ist Dein Busenfreund Geerkens noch einmal in die Bredouille gesprungen und hat Dir einen "Großkundenkredit" der BW Bank im fernen Baden-Württemberg besorgt. Ebenfalls zu "Traumkonditionen ". Wer darf sich schon "Kohle " für 0,9 % Zinsen von der Bankenbagage holen? Du anscheinend wohl, obwohl Du nix an Sicherheiten anzubieten hattest; außer Deinem Amt als Ministerpräsident, Deinem jetzigen Amt als Bundespräsident und Deinen Freunden aus dem Dunstkreis der niedersächsischen Feinen Gesellschaft, jener Mischpoke um Maschmeyer und Co.

Unter diesen Voraussetzungen lässt sich leicht über das Weihnachtsfest, den Sinn des christlichen Festes und den Unsinn der Konsumterroristen, die dieses Fest inzwischen als Geschenkorgie ad absurdum geführt haben, schwadronieren. Wer, so wie Du, auf der ständigen Sonnenseite des Wohlstandslebens herum schlawenzelt, kann fromme Sprüche von der angeblichen Solidarität mit den Armen dieser Erde klopfen.

Na,denn Herr Kollege Wulff, ein Frohes Fest!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Freuet euch, ´s Christkind kommt bald!

                                                                                                                           (c) Jürgen Howaldt-WIKIPEDIA

Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: in 4 Tagen ist Heilig Abend!
Der Strom an einkaufswütigen Menschen in den vielen Innenstädten schwillt jetzt noch mal an. Endlose Blechkolonnen wälzen sich durch die festlich geschmückten Stadtkerne und verursachen ein permanentes Verkehrschaos. In den zum Bersten gefüllten Einkaufstempeln herrscht Ausnahmezustand. Die letzten Geschenke werden geordert, verpackt und in das traute Heim geschleppt.

Jenseits der vorweihnachtlichen Hektik, geht es in den Supermarktfilialen erstaunlicher Weise gesittet zu. Als ich heute am frühen Nachmittag den restlichen Teil des Einkaufs bei "ALDI" erledigte, kam mir die dortige Atmosphäre beinahe unwirklich vor. " Jo, is denn heut scho Weihnachten? ", fiel mir der Werbespruch des " Kaiser " Franz Beckenbauer ein, den er vor vielen Jahren für O2 ( can do? ) über die Buntfernsehkanäle in die Wohnzimmer der Nation blies.
Das ist lange her. Einst bommte der Handymarkt wie verrückt. Jeder, der auf sich etwas hielt, musste ununterbrochen, 24 Stunden am Tag und überall erreichbar sein. Eine mobile Gesellschaft benötigt ein Mobilitätssymbol als Statussymbol natürlich auch. Die klingelnden, inzwischen Kinderhand großen Alleskönner, ware damals in. Mittlerweile ist der Grundbedarf gedeckt. Jetzt wird das Handy ständig erneuert und der Vertrag aktualisiert.

Viele Jahre davor waren Spielekonsolen angesagt. Die ersten "Playstation" gingen über den Kassen - und landeten für über 500 Deutsche Mark auf dem " Gabentisch ". Davor war es der " Gameboy " usw. usf.
Jedes Jahr ein neuer Geschenketrend. Immerhin ist der so vergänglich, wie das letzte Weihnachtswetter. Das brachte uns hier nämlich viel Schnee, Glatteis und knackige Temperaturen im zweistelligen Bereich.

Auch diese Weihnachten gehören längst der Vergangenheit an, so wie jene, die ich vor vielen Jahren erlebt habe, als ich den Wahnsinn umsetzte, während der verlängerten Verkaufszeiten an den Samstagen in die Innenstadt der Provinzstadt Oldenburg in Oldenburg zu fahren. Der feste Glaube daran, dass mir das Verkehrschaos durch die Zugnutzung erspart bleibt, ließ mich zusammen mit meiner Tochter in den Morgenstunden aufbrechen. Schon der Milchkannenexpress war gut besetzt. Was uns dann in der Stadt selbst erwartete, war der blanke Horror. Menschenmassen schoben sich von rechts nach links und umgekehrt. Viele Geschäfte konnten nicht mehr erreicht werden, weil die Eingänge bereits brechend voll waren.

Seltsamer Weise wälzten sich die unzähligen Leute ohne jedwede Einkaufstaschen oder Geschenke in verscheidene Richtungen. Gekauft wurde somit eher wenig. da fragte ich mich bereits damals schon: Welchen Sinn macht dann der Besuch in der brechend vollen Cizy? Die Antwort war so simpel wie einleuchtend. Die Menschen wollten einfach nur dazu gehören. Wie Lemminge sich in den Tod stürzen, um der nächsten Generation Platz zu machen, wenn davon zu wenig vorhanden ist, quälten sich Tausende in die Fußgängerzonen. Sehen und gesehen werden, vor Weihnachten? Jeder möchte so tun, als habe er ein prall gefüllten Geldbeutel, der nur geöffnet werden braucht, um die teuren Präsente bezahlen zu können.

Heute ist es die Kreditkarte, die angeblich ständig gezückt wird, bis sie beim Shoppen glüht. Wer solchen Schwachsinn verzapft, darf sich nicht wundern, dass er als realitätsfremd angesehen werden muss.

Und trotzdem sind die Einkaufszeilen, die Passagen und Fußgängerzonen zum Bersten voll. Mag auch hier oft der nach außen getragene Wunsch, dass die Liste der begehrten Artikel sich auf iregendeine Weise doch umsetzen lässt, die Triebfeder des blinden Aktionismus sein.

Viel gravierender aber als jene nicht erfüllten Konsumträume, sit die zunehmende Einsamkeit bei vielen Menschen vor, während und nach den Feiertagen. Was eigentlich als Familienfest nach wie vor hoch gehalten wird, entpupt sich für jene Alleinstehenden in den vielen sozialen Einrichtungen als emotionale Apokalypse. Es ist meist niemand aus der leiben Verwandtschaft, der sich bemüht, die jetzt auftretende Vereinsamung zu verhindern und das Weihnachtsfest als tatsächliches Familienfest anzuerkennen.
Die Zahl der vom Familienfest Ausgeschlossenen nimmt ständig zu.

Auch jene, der Abgehängten in dieser "feinen" Gesellschaft. Es werden immer mehr - insbesondere Männer - die als Obdachlose, als Nichtseßhafte oder " Penner " das im dortigen Jargon benannte " Auf Platte machen " auch an den Feiertagen betreiben. Wohin sollen sie auch gehen? Die karikativen Einrichtungen haben einen strengen Öffnungszeitplan, der nicht umgangen werden kann.
Da sitzen oder hocken sie dann in den öffentlichen Gebäuden, wie den Bahnhöfen, die ab dem 24. 12. 2011 wie ausgestorben wirken und warten darauf, dass die Weihnachtsfeiertage möglich schnell vorbei gehen.

Als ich vor vielen Jahren kurz vor den Weihnachtsfeiertagen die unvermeidlichen Einkäufe erledigen wollte, zeigte sich die Einkaufszeile in der Bremer Innenstadt eben so mit hektisch treibenden Menschen gefüllt, dass das Einkaufen zur Qual wurde. In diser Masse aber waren viele - auffällig ärmlich gekleidete Menschen -, die ich sonst nie dort gesehen habe. Schon damals war dieses für mich ein zeichen, dass die gezeigte Illusion, doch noch dazuzugehören, stärker ausgeprägt war als die Scham, die materiele Armut nach außen tragen zu müssen. Ein Gemeinschaftsgefühl war es einst nicht, denn diese Konsumgesellschaft lässt in ihrer Oberflächigkeit keine Sentimentalitäten zu und schon gar nicht die Gedanken, dass es diesen Ausgegrenzten vielleicht vor vielen Jahren einmal besser gegangen war.

Ob sie sich einst auf das Christkind überhaupt freuen konnten, darf auch heute noch bezweifelt werden.

 

Dienstag, 20. Dezember 2011

Dederon - Plaste und Elaste - Chemische DDR?

 Ein Artikel in einer längst abgelegten Ausgabe der Sächsiche Zeitung ( SZ ) veranlasst mich, ein wenig in die Historie der DDR herum zu graben und dort die einstige (Plan)Wirtschaft ein wenig unter die Lupe zu nehmen.Es gab dort  die vier Standbeine der DDR-Wirtschaft, als da waren:
    • 23,3 % Maschinen- und Fahrzeugbau
    • 18,1 % Lebensmittelindustrie
    • 14,1 % Chemische Industrie
    • 10,4 % Leichtindustrie
    • 10,3 % Elektrotechnik, Elektronik, Gerätebau
    • 8,4 % Energieerzeugung und Brennstoffgewinnung
    • 6,8 % Metallurgie
    • 5,7 % Textilindustrie 
Jene Chemische Industrie konzenrtierte sich einst in:
  •   Halle, Merseburg, Schkopau, Bitterfeld, Schwedt.
Nun, dass ist etwas länger her und so mancher Ostalgiker verklärt die vormaligen Zustände im real existierenden Sozialismus der Deutsche Demokratische Republik. Wer dem Treppenwitz des verstorbenen Genossen Erich Honecker Glauben schenken möchter, der einst behauptete:
„Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.“, der sollte sich vor Augen führen, dass die Ökonomie oder exater, die Nationalökonomie, zum Zeitpunkt dieses Geflügelten Wortes, längst aus dem letzten Loch pfiff.
Das galt auch für die Säulenheilige " Chemische Industrie ", deren Umwelt zerstörenden und mittelalterliche Produktionsmethoden den DDR-Bürgern - neben der Braunkohle - eine Unzahl von Erkrankungen einbrachte ( Krebs, Lugenschädigungen, genetische Veränderungen ). So ging dann nach der Wende den Bach hinunter, was weit vor dem Abgesang der DDR bereits de facto in den letzten Lebenszügen lag: Die Chemischen Kombinate.

Jene Konstrukte, die sodie DDR-Propaganda, den Wohlstand des Landes und seiner Bürger mehren helfen sollten. Gemährt wurde dort immer, nämlich an der Vertuschung der Umweltskandale und mehr.
Diese - bereits weit vor der Wende - erarbeitete Erkenntnis, durfte denn der westdeutsche Propagandasender Deutschlandfunk weidlich ausschlachten und hierzu ordendlich vom Leder ziehen.


http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/1315682/

Ein Rohstoff armes Land - die damalige BRD war es auch - benötigt deshalb Techniken, um die gewonnen oder importierten Bodenschätze optimal zu verwerten. Das gelang der DDR damals, auch wenn die daraus produzierten Waren und Güter - nach heutigen Maßstab - von unterirdischer Qualität waren. Dennoch war das Bemühen der DDR-Führung auf die Trupfkarte Chemie zu setzen all gegenwärtig sichtbar.


So prangte denn an jeder maroden DDR-Transit-Autobahnbrücke der Werbeschriftzug " Plaste und Elaste aus Schkopau. " Gemeint waren die Erzeugnisse der dortigen " Buna " - Werke.
Einem Groß-Umweltsünder aus der Region um Halle.

http://de.wikipedia.org/wiki/Buna-Werke

Was dem Einen die Produkte aus Schkopau waren, wurde für die Andere die "häßliche ", aber zweckmäßige Kittelschürze aus Dederon ( Polyamid ).

http://www.mydict.com/Wort/Dederon/

Schön nach Geschlechtsunterschieden differenziert gab sich auch die DDR-Chemie von der Wiege bis zur Bahre die Ehre. Immerhin mussten bei den Erzeugnissen keine Löcher mehr gestopft werden und die Kittelschürzen waren reißfest, abwaschbar und als Allzweckwaffe im sozialistsichen Haushalt der theoretisch emanzipierten Frau einsetzbar.
Immerhin wurde nicht versucht, den gesamten Konsumdreck aus dem Westen zu immitieren, denn dort war die Kittelschürze ab Mitte der 60er offiziell abgeschafft und aus dem "modernen" Haushalt der jetzt mitarbeitenden Ehefrau verbannt. Und immerhin war "Dederon " auch ein Exportschlager, wenn auch überwiegend im sozialistschen Ausland.



So bleibt dann - rein nostalgisch bewertend - festzustellen, dass nicht Alles, was aus den zischenden, qualmenden und stinkenden Chemiemonstern zu jener Zeit produziert wurde, antiquarischer "Mist" war.
Schließlich hatte Westdeutschland in den Endfünfzigern bis in die Siebziger auch einen irrationalen Hang zur Selbstüberschätzung, was den Gebrauch von Chemie betrifft. Ob nun Perlon, Dralon, Nylon, Nytest,sie waren einst das teuere DM-Geschenk der dortigen Giftmischer an die BRD-Gesellschaft und wurden massenhaft gekauft und getragen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Faser


Alles Plaste, Polyamid, Dederon, PVC, oder was?

Montag, 19. Dezember 2011

Neues aus dem Bundespräsidialamt.

                                                                                               (c) Achim Raschka-WIKIPEDIA

Hoi, das war gestern Abend doch ein schmaler Silberstreif am dunklen Horizont der öffentlich rechtlichen Talkshow-Beliebigkeit. Günter Jauch hatte eingeladen, um das Thema " Privatdarlehn Bundespräsident Christian Wulff " zu diskutieren. Es kamen:

Hildegard Hamm-Brücher, einst FDP-Mitglied,Bundestagspräsidentin und inzwischen grand dame der Politk;


Peter Altmaier, CDU/CSU-Fraktion im Deutschenbundestag;
Renate Künast, von der Partei " Die GRÜNEN ", einstige Ministerin im Kabinett Schröder;

Wolfgang Herles, Journalist, ZDF

und 

Nikolaus Blome, Leiter des Hauptstadtstudios Berlin der "BILD"-Zeitung.

Günter Jauch war dieses Mal glänzend vorbereitet und dieser Umstand wirkte sich wohl tuend auf die Diskussionsrunde aus. Unter dem Titel " Die 500.000 Euro Frage: Ist Christian Wulff noch der richtige Bundespräsident ?" entwickelte sich innerhalb der vorgegebenen eine Stunde Sendezeit, ein reges Streitgespräch. Wer als Zuschauer dem Glauben aufgesessen war, dass hier paritätische Verhältnisse im Bezug auf "Pro" und " Kontra " respektive " Ja " und " Nein " vorgelegen hätten, sah sich getäuscht. Nur der wackere Peter Altmaier versuchte den Bundespräsidenten vor den kritischen Ausführungen der übrigen Mitdiskutanten zu schützen. Seine dazu verwendeten Mittel und die Argumentaionsketten waren allerdings völlig ungeeignet.

So kam es, wie es in einem solchen Fall kommen muss, der Umgang von Wulff zu den veröffentlichten Umständen im Zusammenhang mit dem Privatdarlehn von 500.000 Euro  fand keine Zustimmung innerhalb der geladenen Politikerinnen und der beiden Journalisten. Neben der Frage, ob Wulff überhaupt noch glaubwürdig sein kann, weil er - nachweislich - vor dem Niedersächsischen Landtag  die Unwahrheit zu diesem Thema gesagt hat, wurde seine Eignung als Bundespräsident insgesamt bezweifelt.
Das war schon starker Tobak, den Günter Jauch dort im Gasometer zu Berlin rauchen ließ.
Das Amt des Bundespräsidenten muss laut Verfassung los gelöst von jedweden parteipolitschen Zwängen ausgeübt werden.
Dieses hat Christian Wulff bislang wohl auch umgesetzt. Ob er dabei in der Debatte um die Zugehörigkeit des Islam zu dieser Gesellschaft für einige religiöse Dogmatiker und Hardliner, die im Grundgesetz ein christliches Wertesystem erkennen wollen,etwas über das Ziel hinaus geschossen ist, sei dahin gestellt. Fakt ist jedoch, dass sich Wulff klar positionieren wollte.

Auch das sonstige Auftreten innerhalb seines Amtsbereichs dürfte überwiegend als tadellos zu bewerten sein. Wäre, ja wäre da nicht diese Altlast in Form der Darlehnsgewährung durch die Familie Geerkens. Wenn dazu auch noch publik geworden ist, dass er Herrn Geerkens auf seine Auslandsreisen mit genommen hat, ohne dass dazu ein erkennbarer sachlicher Bezug bestand, so riecht dieses nach Günstlingswirtschaft oder gewollter Gegenleistung zu diesem Privatdarlehn. Das gilt auch dann, wenn der Unternehmer Geerkens die Reisekosten hierzu aus eigener Schatulle entrichtet hat. Es bleibt ein übler Nachgeschmack bei diesem gezeigten Verhalten.
Gleiches gilt für die verkappt subventionierten Urlaubsreisen der Familie Wulff, deren Umstände nun scheibchenweise von den bevollmächtigten Rechtsanwälten an die Öffentlichkeit gebracht werden.

Wenn Wulff bereits damals, nämlich während der Befragung durch die Opposition im Landtag sämtliche Auskünfte erteilt hätte und dieses auch noch wahrheitsgemäß, würde heute kein Hahn nach ihm krähen. So zeigt sich der Fall des amtierenden Bundespräsidenten aber nicht. Und es ist auch nicht erkennbar, dass § 5 Absatz 4 des " Niedersächsischen Ministergesetzes " lautet nämlich:

"Die Mitglieder der Landesregierung dürfen, auch nach Beendigung ihres Amtsverhältnisses, keine Belohnungen und Geschenke in Bezug auf ihr Amt annehmen. Die Landesregierung kann Ausnahmen zulassen. Sie kann diese Befugnis auf die Staatskanzlei übertragen."

Ein Darlehn, das weit unter den marktüblichen Kondition von einem befreundeten Geschäftsmann gewährt wird, stellt ein Geschenk dar, denn der Darlehnsgeber verzichtet auf  eine übliche Verzinsung und eine Besicherung.
Das hat Wulff ein erkleckliches Sümmchen erspart,denn ohne Eigenkapital und Eintragung einer Grundschuld wäre keine Bank bereit gewesen, einen solchen Kredit zu gewähren.  
Diese Grundschuld hätte in das Grundbuch eingetragen werden müssen und ein Notar nimmt für diese Dienstleistung bekanntlich Geld. 
Geld, das Wulff zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht hatte. Denn sonst wäre dieses Standardhaus mit eher bescheidenem Grundstück nicht in sein Eigentum übergegangen. Was er mit dem Rest des Darlehns gemacht hat, darüber darf nur spekuliert werden.
Vermutlich wird Wulff Schulden bezahlt haben.

So ging die Diskussion am Sonntagabend hin und her. Der schwer bemühte Altmaier stand auf verlorenem Posten und bekam von der äußerst angriffslustigen Renate Künast regelmäßig " Einen übergebraten ". Auch Hidegard Hamm-Brücher äußerste ihre bereits vor Wulffs Wahl zum Staatsoberhaupt gehegten Zweifel, dass da der richtige Mann für das Amt ernannt wird.
Sie sollte doch so Recht behalten.

Fazit: Eine lebhafte Diskussionsrunde über ein unappetitliches Thema zu einem für Wulff denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Weihnachtsansprache steht auf dem Programm, gefolgt von der Neujahrsansprache und dem darauf folgenden Empfang des Diplomatischen Korps im feinen Ambiente der Präsidentenvilla. Herr Wulff, Herr Wulff, ich weiß nicht, ich weiß nicht, wie soll da der Durchschnittsmichel noch Vertrauen in ihre Person fassen?

Köhler hat schon hingeworfen, Lübke war als einstiger Nationalsozialist nie geeignet, Karl Karstens Ernennung muss auch als grenzwertig eingestuft werden, denn der Ex-Bremer war auch ein überzeugter Brauner. Jetzt Wulff und seine Darlehnsaffäre?
 

Freitag, 16. Dezember 2011

Cry Wolf!

                                                                              (c) AxelHH bei WIKIPEDIA
Da hat ihn die Vergangenheit wieder eingeholt, den werten Herrn Christian Wulff, seines Zeichens amtierender Bundespräsident. Das 10. Staatsoberhaupt in der Historie des Landes. Wulff soll nach seiner Scheidung von seiner vormaligen Frau Christiane ein Privatdarlehen zum Kauf eines Hauses in Höhe von 500.000,-- € von dem mit ihm bekannten Ehepaar Geerkens erhalten haben. Dieses wäre nicht einmal eine einzeilige Meldung in einem "Käseblatt " wert, wäre da nicht eine Verstrickung der Darlehnsparteien durch die einstige Funktion des Darlehnsnehmer Wulff. Der war nämlich zu diesem Zeitpunkt niedersächsischer Ministerpräsident.
Der mit Wulff befreundete Unternehmer Geerkens hätte damit die Möglichkeit gehabt, auf Wulff in seiner Funktion als Ministerpräsident Einfluss zu nehmen, um ihn zu für Geerkens günstige Entscheidung innerhalb dessen eigener Unternehmensführung zu bringen.

Wulff hat nach seiner Trennung von seiner einstigen Frau Christiane eine neue Familie gegründet. Das kostete Geld, die Scheidung ebenso,denn Wulff muss auch für die Tochter aus erster Ehe Unterhalt zahlen. Zudem wird er sicherlich an seine Frau eine nicht unerhebliche Summe wegen des Zugewinnausgleichs entrichtet haben. Wer, so wie Wulff, dann in letzteren Alter von Ende Vierzig, noch einmal durchstarten will, benötigt hierfür die finanziellen Mittel. Der Hauskauf hätte sich bestimmt auch über eine Bank bewerkstelligen lassen. Doch ob Wulff dazu die erforderliche Bonität hätte vorweisen können, kann aufgrund der Situation von Wulff nach der Ehescheidung auch angezweifelt werden. Da ist dann guter Rat teuer. Das befreundete Ehepaar Geerkens kam Wulff gerade recht. Die Angelegenheit droht dem Bundespräsidenten nun aus dem Ruder zu laufen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff#Privatkredit_zum_Erwerb_eines_Hauses

Da Wulff bereits vorher wegen einiger dubioser Äußerungen und Handlungen von den Medien sowie der Öffentlichkeit kritisiert wurde, gilt er in dieser Hinsicht als kein unbeschriebenes Blatt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff#Pogromvergleich

Wulff, der zuvor in vielen eigenen Stellungnahmen zu einer Verquikung zwischen politischen Ämtern und eigenen wirtschaftlichen Interessen eher die Rolle des Saubermanns spielen wollte, kommt nun erneut in die Bredouille.Wenn er tatsächlich das Privatdarlehn von dem Unternehmer Geerkens in seiner damaligen Funktion als Ministerpräsident erhalten hat, gilt dieses als Verstoß gegen das niedersächsische Ministergesetz, dass in seiner Durchführungsverordnung ein Verbot der Aufnahme " vergünstigter " Kredite vorsieht.
Namhafte Verfassungs - und Staatsrechtler werfen Wulff deshalb vor, gegen diese bindenden Vorschriften gehandelt zu haben.

http://news.de.msn.com/politik/der-bundespr%C3%A4sident-in-der-kreditklemme?page=1
Für den sauberen Hern Bundespräsidenten wird es nun doch eng. Er, der zur Zeit seiner Abgeordnetentätigkeit - wie viele seiner CDU-Spezies auch - wegen des " TUI-Reiseskandals " des Ex-Ministerpräsidenten Glogowski massiv vom Leder gezogen hat, muss sich nun nach seinen eigenen Wert - und Moralvorstellungen orientieren und darüber nachdenken, ob er als Bundespräsident - der zwar ein Verfassungsorgan ist, jedoch de jure keinen direkten politischen Einfluss ausüben kann - seiner Vorbildfunktion als Vertreter aller Deutschen noch entspricht.

Wulff selbst äußert sich nicht mehr zu diesem Fall und lässt vielmehr Erklärungen über bevollmächtigte Rechtsanwälte veröffentlichen. Das ist nicht nur feige, sondern auch unredlich, denn der Bürger hat einen Anspruch auf vollständige und lückenlose Aufklärung im Privatdarlehnsfall Geerkens/Wulff!
Also: " Cry Wolf !", schreie es heraus, dass Du genauso Geld gierig und mit einer gewissen Raffzahnmentalität bestückt bist, wie andere aus dem Augiostall der CDU/CSU auch.

Wahre Triebe

                                                                                                        ( c ) WIKIPEDIA

 Das größte Werbemüllmedium ist zweifelsohne das Internet. Wer beim Anklicken einer beliebigen Seite keine nervenden Reklameeinblendungen ertragen muss, hat wahrlich Glück gehabt. Zu den größten Schrottkisten in diesem Bereich zählen zweifelsohne die Anbieter diverser Kommunikationsplattformen. Ob sie nun "web. de ", " freenet.de " oder "gmx.de" in diesem, unserem Lande heißen, ist dabei völlig unerheblich.
Voll gestopft mit schwachsinnigen Werbeeinblendungen bieten dieser Einrichtungen zwar den Unterhalt einer kostenlosen Mailadresse an, die dann über jene Reklame finanziert wird, bevor der User jedoch sein Mailfach öffnen kann, hat er diesen Bullshit zu ertragen.

So kam mir vor einigen Tagen ein Pop - up unter die Augen,der auf eine der unzähligen Partnerbörsen hinwies. Statt das nervende Ding mit einem Mausklick zu entfernen, geriet ich direkt auf die Schaltfläche und war - mir nichts, dir nichts - auf dem Verkupplungsportal. Hier wurde - meistens gegen Entgelt - einiges für die erfolgreiche Suche nach der wahren Liebe angeboten. Ob es der sattsam bekannte Chat mit unbekannten Usern irgendwo weit draußen, in der Unendlichkeit des angeblich anonymen Raumes sei, eine mundgerecht servierte Fotogalerie von diversen Schönheiten aus den " knackigen " Altersklassen von Mitte Zwanzig bis Mitte Dreißig oder der individuelle Zugriff auf Userinnen in der Region, dieses alles soll zum Auffinden der richtigen Partnerin beitragen.

Was auch immer hinter vielen Bildern, Persönlichkeitsbeschreibungen oder Nicknamen steht, Fakt ist, ohne Fleiß, kein Erfolg. Der Markt boomt, denn die Suche nach einer Lebensabschnittsgefährtin gestaltet sich für eine große Zahl von männlichen Aspiranten immer schwieriger. Hierfür gibt es eine Reihe von gründen. Ob es das Aussehen ist, das sich negativ auswirken kann, die mangelnde Intelligenz, die nicht unbedingt immer ein Hindernis sein könnte oder aber der Umstand, dass der junge Mann noch bei Mutti wohnt, ißt und sich dort die Wäsche waschen lässt, kann in Kombination zu einem unüberwindlichen Hindernis werden.
Welche junge Dame möchte schon ein Muttersöhnchen kennen lernen? Die Gefahr, dass dieser sich gleich als Doppelpack outet, ist immens groß. Das wirkt nicht nur abschreckend, sondern dürfte ein absolutes " no go " sein!

Einmal neugierig geworden, klickte ich - völlig unbefangen - auf die Seite, die das maskuline Fleischangebot aufzeigen sollte. Bereits nach wenigen Profilaufrufen war mir klar: diese Kerle dort haben ein Problem. Es heißt: sie selbst! Was auf aufgepeppten Fotos dort der Damenwelt offeriert wurde, war eine Sequenz aus dem Genre " Monster, Mumien, Mutationen ". Daneben zeigten sich eine Schwergewichtler in Bermuda-Shorts vor der Haube ihres monströsen PS-Technikwunder mit vier Rädern: breit lächelnd und in einer Angeberpose. Hoi, wer sich so zur Schau stellt, kann es auf dem Sektor der aktivierten grauen Zellen nicht sehr "dicke " haben. Eine andere Kategorie formulierte seine Ansprüche an eine mögliche Partnerin gleich eindeutig: sie muss putzen, kochen, bügeln können, darf  auch ruhig ohne Schulabschluss sein, dafür aber mit einem drallen Körper versehen sein.

So ging es über deckungsgleiche Männerprofile, zu den Gestrandeten jenseits der 40. Hier wurde einige Male ordentlich Dampf abgelassen. Frauen, deren Bestreben es ist, den betreffenden Mann - immerhin schon lebenserfahren - nur wegen der materiellen Aspekte angeln zu wollen, hatten bei einigen Kandidaten keine Chance. Andere wiederum verweigerten Frauen mit "Altlasten " den Zugang oder lehnten Familiengründung mit Nachwuchs kategorisch ab.
So scrollte ich noch einige Darstellungen oder exakter formuliert Selbstdarstellungen bis zur bitteren Neige herunter, ehe ich die Seite ganz dicht machte.

Ich hatte genug gesehen. Wenn das die virtuelle Welt der Partnerbörsen sein soll, dann lebe ich auf einen anderen Planten. Es mag auch damit zusammen hängen, dass die Zugehörigkeit zu der Gruppe der " Silverager " bei mir die gewisse Gelassenheit in das eigene Leben hat einziehen lassen, mit Hilfe derer ich die Verrenkungen jener Damen und Herren aus dem Olymp der begnadeten Männer aus betrachten darf, die sich weder über einen Blechschlorren mit ausreichend Pferdestärken und Hubraum definieren, noch vor lauter Minderwertigkeitskomplexen, über diverse Schönheitsoperationen nachdenken oder sogar einen unverzeihlichen Rückfall in die erste Dekade der post-pubertären Zeit vollziehen, indem sie sich herunter hungern, ein Motorrad der Marke " Easy Rider " kaufen und zudem den Lebenstil der in den 80er und 90er Jahre Geborenen annehmen möchten, völlig los gelöst hiervon grinsend betrachten darf.

Auch die Verabschiedung aus der - biologisch zwar noch möglichen - Teilnahme an der Vermehrungsschlacht mag ein Quantum an jenem Lebensgefühl hinzufügen, dass solche Verkuppelungsmaschinerien dann eher doch als völlig unsinnig erkennt. Einst selbst in den Fängen eines solchen Portals, zeigen mir die dort gemachten Erfahrungen mehr denn je, dass es zwischen der Realität und der Utopie derart große Unterschiede gibt, die die Suche nach einem oft zitierten Traumpartner, wie es über die Medien dem Fußvolk aus der Welt der Reichen, Schönen und Blöden suggeriert wird, zum Albtraum werden lassen können. Dann nämlich, wenn die Aktivitäten innerhalb dieser Communities sich auf die rein biologische Triebabfuhr reduzieren lassen und aus der Suche nach der " wahren Liebe ", das Ausleben der " wahren Triebe " wird.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Der griechische Wein, die harten Beats und der Bestatter.


Nachbarschaftsstreitigkeiten sind etwa so häufig wie Verkehrsunfälle. Diese kommen jedes Jahr einige Millionen Mal vor. Oft sind es Nichtigkeiten, über die gestritten wird. Die Zwistigkeiten beginnen mit "A" wie Abfalltonne, die dem Nachbarn stört, weil sie zu nah vor dem Grundstücksbereich seines Anwesens, auf dem Fußweg oder gar am Zaun in der Nähe des Schlafzimmers steht, umfassen Begriffe wie Meerschweinchen, deren Anzahl mehr als zwei übersteigt und deren Gequieke beim Liebsspiel  Nerv tötend sein kann und enden nicht nur mit dem berühmt berüchtigten Zaun, der vielleicht beschädigt wird, weil ein Knallerbsenstrauch zu dicht daran gepflanzt wurde ( Vgl. Raab, Stefan: " Maschendrahtzaun " ).

Eine besondere Kategorie aus dem Genre der größt anzunehmenden Ärgernisse ist die Musik. Jene allseits beliebte Art der hörbaren Unterhaltung und des Zeitvertreibs, die sowohl in aktiver Weise ( Klavierspielen, Geige spielen, Schlagzeug trommeln ) als auch in passiver Form ( Stereo-Anlagen betrieben, PCs oder ähnliche Gerätschaften anstellen ) eine tragende Rolle im zwischenmenschlichen Bereichen einnehmen.
Der Musikgeschmack ist dabei - dieses muss als bekannt vorausgesetzt werden - so verschieden, wie es die Menschen auch sind.

Ob nun Blas -, Volk -, Schlagermusik, Beat - Pop - Rockmusik oder gar Techno, Hip Hop Rap, sie alle können ein Kraft - Quell - Freude - Ambiente in unserem Leben aufbauen und zum allgemeinen Wohlfühlfaktor beitragen. Die Möglichkeiten der täglichen Dauerberieselung durch austauschbare Klänge sind ebenso vielfältig. Ob nun im Supermarkt, wo die Perma-Beschallung die menschlichen Reizleiter im Sinne der Kauflusterhöhung aktivieren soll ( selbstverständlich kommt dieses aus dem Garten Eden des Konsum, den USA ), bei dem Versuch, ein Telefonat mit einem Ansprechpartner in einem Betrieb zu führen oder während der Autofahrt, musikalische Untermalung ist immer dabei.

Ein Streitfaktor ist dabei jedoch, wie sollte es anders sein, die Phonzahl. Wer Beats in der Stärke eines in Betrieb genommenen Presslufthammers hört, wer Rap bis zur Trommelfellschädigung abnudelt oder wer Hardrock in der Lautstärke eines startenden Düsenjets dröhnen lässt, darf dieses sicherlich tun. Wir Juristen verweisen hierzu eiligst auf das allgemeine Persönlichkeitsrecht aus den Grundgesetzartikeln 1 Absatz 1 und 2  Absatz 1. Dieses Recht steht jedem Musikfreund ständig zur Seite, sofern er mit seinen Hörgewohnheiten nicht die Rechte eines anderen Bürgers einschränkt. So wäre dann beispielsweise denkbar, dass eine "Heino"-Fan seine laufende Abspielorgie mit dem Hinweis hierauf rechtfertigt. Der "Heino"-Hasser hingegen könnte sich - formal juristisch - auf die Verletzung des guten Geschmacks berufen und seine körperliche Unversehrtheit in Gefahr sehen. Körperverletzung durch die  Schädigung des Gehörs ist in der Tat ein strafbewehrtes Vergehen.

Hier kommt es allerdings auf die Lautstärke der abgespielten "Heino"-Traktate an. Wirkt die " Schwarzbraune Haselnuss " in Zimmerlautstärke ( vgl bei:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zimmerlautst%C3%A4rke ), auf den Fan ein, so muss der plärrende Volksmusiksheld von dem Nachbarn ertragen werden.

Wer allerdings seine musikalischen Huldigungen über dieses zulässige Maß hinaus betreibt, bekommt möglicherweise Ärger. Nicht, weil er die Grenzen des guten Geschmacks permanent verletzt hat, diese wären eo ipsodurch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt ( die Meinungsfreiheit umfasst auch das Recht jeden Dreck, der aus den Musikstudios kommt, konsumieren zu dürfen ), so lange er nicht verbotene Tonträger ( wie z.B. die Neofaschisten-Ergüsse von Krachmachern, wie" Landser "pp. ) abnudelt, sondern wegen der Phonstärke.
Hier haben viele Gerichte sehr viele Urteile verkündet, deren Sachverhalte so vielschichtig sind, wie die Musikgeschmäcker auch.

Gibt es auf dieser Ebene nachbarschaftliche Zwiste, so muss unisono zunächst der Ombudsmann, der Schlichter oder Mediator angerufen werden. Hierbei fungiert eine Person, der es primär nicht um den Musikgeschmack als solchen geht, sondern vielmehr um die Lösung des Problems, in welcher Form dieser mit der erforderlichen Einhaltung von Gesetzen kompatibel wird. Da sitzen denn so manche Streithähne, die sich zuvor mindestens schon verbal angegangen sind und machen gute Miene zum Trauerspiel. Wird über den Schlichter keine Einigung erzielt, weil die Beteiligten nicht einsichtig sind, so darf der vom Lärm Gebeutelte ein Zivilgericht anrufen.
Diese - meist kostspielige - Angelegenheit kann sich - sofern ein Sachverständiger bestellt werden muss - über einen sehr langen Zeitraum hinziehen und ist von der möglichen Entscheidung aus betrachtet, mehr als ungewiss zu bezeichnen.
Häufig fehlen die erforderlichen Beweismittel, um dem Lärmverursacher festzunageln. Der in seinen Ruhezeiten gestörte Nachbar muss nämlich haarklein das Datum, die Uhrzeit, die Dauer und die Art der Lärmbeeinträchtigung belegen.

So mancher Musiklärmgestresste scheiterte bereits an dieser gerichtlich fest gelegten Hürde. Die Klage wird dann regelmäßig als unbegründet, weil unsubtantiiert vorgetragen, abgeschmettert. Eine abgebügelte Klage erhöht aber den Frust auf Seiten des Lärmgeschädigten enorm. Kalte Wut steigt auf, es werden andere Saiten aufgezogen und häufig endet ein derartiger Streit mit dem Austausch von Verbalinjurien. Sieger ist dann, wer das umfangreichere Repertoire an Begriffen aus den Untiefen der Fäkalsprache vorweisen kann.

Ist die Nachbarschaft erst gestört, lebt´s sich weiter, ungeniert!

Dann nämlich, wenn statt einer Zivilklage, nun die Strafanzeigen wegen Beleidigung, Hausfriedensbruch, Verleumdung oder sogar Körperverletzung wechselseitig gestellt werden. Die strafrechtliche Ebene ist jedoch ähnlich unerquicklich wie jene des Zivilrechts. Schlag auf Schlag werden die Strafanzeigen zwar eingereicht, es kommt manchmal auch zu polizeilichen Ermittlungen, die Verfahren werden dann aber - nach dem Prinzip des funktionierenden Uhrenpendels  - eingestellt. Die weitere Niederlage erhöht den Wutfaktor bei dem Gefrusteten ins Unermessliche, zumal der Lärmterrorist seine Musikanlage weiterhin bis zur Schmerzgrenze aufdreht.

Wie es aber anders geht, zeigen zwei Fälle, die wegen der daraus resultierenden Folgen nicht nur von den Medien begierig aufgegriffen wurden, sondern die durchaus unter die Rubrik unfassbar geführt werden sollten.

Da las ich doch heute Morgen unter der Rubrik " Eine Meldung und ihre Geschichte " einen "SPIEGEL"- Artikel mit der Überschrift " Schlafschütze ".
" Zsum, zsum, zsum ", nicht milde, wie jenes " Zoom, Zoom " für die " MAZDA " - Werbung, dröhte es in der Wohnung des Italieners Giovanni S. regelmäßig nachts, wenn dieser schlafen wollte. Aus der Nachbarwohnung wummerten die fetten Bässe der dort gespielten Musik heraus. Eine Mixture aus Dancehall-Reggae, HipHop, elektronischer Musik und latein - amerikanischen Rhythmen. Beinahe jeden Tag und oft nachts bis in die frühen Morgenstunden. Der aus Kalabrien stammende Rentner S. ertrug den Lärm zunächst stoisch. Er ging dann nächtens Spazieren und schlief tagsüber, wenn der junge, arbeitslose und von HARTZ IV lebende Landsmann auch schlief. Giancarlo C., der Marihuana konsumierte, trank, vorbestraft war und keine Lust auf ein geregeltes Leben hatte, lud sich oft Besuch ein. Dann wurde Party gemacht. Zum Leidwesen des Rentners S. Dessen Wohnung befand sich visavis zu der des Lärmverursacher C., nämlich auch im Souterrain. S. war alt und krank. Er wollte seine Ruhe. C. war jung und faul. Er wollte leben.

An jenem Abend, in jener Nacht, lärmte es aus C.´s Wohnung wieder über Stunden. S. platzte der Kragen. Er riss seine Wohnungstür auf und schrie in den Flur: " Ich bin krank ich bin alt, ich möchte schlafen!"
S. soll daraufhin gerufen haben: " Wenn du die Polizei rufst, beendest du dein Leben!"
Der Rentner hatte über einen längeren Zeitraum im Keller einen Revolver der Marke " Smith & Wesson " versteckt. Die Waffe bekam er von einem verstorbenen Freund geschenkt. Weil jedoch im Keller Kinder spielten, holte er den Revolver in seine Wohnung. Hier lud er die Waffe, denn er bekam vor C. Angst. Der hatte nämlich zuvor mit der Faust Löcher in die Wand geschlagen, weil er sich mit seiner Schwester stritt.
C. war ein schwieriger junger Mann, dass wusste auch der Rentner S.

Die Situation eskalierte in jener Nacht. Als C. mit einem Freund an der Haustür von S. stand, dieser sich bedroht fühlte, hob er die Waffe und schoss. Nachdem von oben ein weiterer Freund in das Treppenhaus kam, schoss S. noch einmal. Dann rief er zunächst die Feuerwehr an. Die Leitstelle fühlte sich veräppelt und stellte erst beim erneuten Anruf zur Polizei durch. S. sprach im sehr schlechten Deutsch von drei angeschossenen Männern. Als die Polizei eintraf , zogen die Beamten ihre Waffen, forderten S. auf sich auf den Boden zu legen und führten ihn in Handschellen ab.
Am Ende blieben 2 Schwerverletzte und C., der noch am Tatort verblutete, zurück.

" Warum?", fragte entsetzt die junge Polizistin, als die Handschellen klickten.
" Warum? ", möchte auch die Richterin der Schwurgerichtskammer wissen.
" Warum? ", so lautete auch die Frage seines Pflichtverteidigers.

Und das " Warum? " hätten auch gerne die vielen Verwandten von C. beantwortet gehabt, die in der Verhandlung als Öffentlichkeit sitzen. " Pora miseria ", hetzt die Mutter gegen S.
Wer das "dumme Schwein " am Ende sein wird, stand zu Beginn des Strafverfahrens gegen S. wegen Mordes, versuchten Totschlags und unerlaubten Waffenbesitzes fest: Giovanni S., weil er seine Nachtruhe mit dem Revolver erzwang statt über ein Gericht!

Ein ähnlicher, wenn auch nicht ganz so spektakulärer Fall, ereignete sich vor einigen Jahren im beschaulichen Bückeburg. Der einstigen Fürstenresidenzstadt. Der Kleinstadt mit den alten Fachwerkhäusern, die mittels EU-Subventionen und staatlichen Zuschüssen schön aufgemotzt wurden, deren Fußgängerzone das Flair der untergehenden Titanic besitzt, weil dort die Geschäfte reihenweise dicht machen. Jener Provinzstadt also, wo zu Zeiten meiner Ausbildung, die vielen Fachgeschäfte für genügend Jobs und Lehrstellen sorgten.
Hier, wo damals die Pornohefte nur unter dem Ladentresen eines Tabakwarengeschäfts verschoben werden konnten, wo es Präservative nur beim Frisör oder in der Apotheke zu kaufen gab und wo die Wohnung nur mit Trauschein und Unterschrift der Eltern vergeben wurden, ereignete sich fast 40 Jahre später ein unfassbares Verbrechen. In einem Wohnhaus wäre ein Mann beinahe verblutetet, weil er sich wegen zu lauter Musik in seiner Nachtruhe gestört fühlte. Die Lokalpresse berichtet über diesen Fall so:

" Entzündet hatte sich der blutige Streit an lauter Musik („Griechischer Wein“), die in jener Nacht zum 16. Dezember 2009 nonstop durchs Haus dröhnte. Aus Ärger darüber, um den Schlaf gebracht zu werden, steckte der 50-Jährige ein Messer ein und ging über den Flur zur Nachbarwohnung. Die Tür stand offen. Im Vorflur kam es gleich zum Streit. Einen Hausbewohner (24) stach der Bückeburger in den Hals, einen zweiten (58) in den Bauch. Der ältere Mann hätte verbluten können. Nur knapp hatte die sieben Zentimeter lange Klinge ein lebenswichtiges Organ verfehlt. "

- Zitatende - aus:
http://www.sn-online.de/Schaumburg/Bueckeburg/Bueckeburg-Stadt/Eventuell-Freispruch-fuer-den-Messerstecher

Was sich als eine Lappalie entpuppte, der Streit zwischen den Bewohnern eines Mietshauses, also zwischen Nachbarn, hätte durchaus den Tod eines Beteiligten nachsichziehen können.

http://www.mt-online.de/lokales/regionales/3527729_Griechischer_Wein_-_und_dann_fliesst_Blut.html
Wo der Anlass für einen blutigen, fast tödlichen ausgehenden Zwist zwischen Nachbarn eine "Repeat"-Orgie des Udo Jürgens Klassikers " Griechischer Wein " war, wurde andern Ortens ein Musikpotpourie nicht aus knallharten Titeln mit kreischenden Gitarren, hämmernden Schlagzeug und wummernden Bässen, nein, es war fremdländische Musik aus dem Balkan, die einen Rentner störte. In Kombination mit weiterem Lärm, der während der Feier in einem Wohnhaus in Nymphenburg - das liegt in Bayern - verursacht wurde, schoss ein Nachbar mit einem Repetiergewehr 30 Mal durch die Wohnungstüren und verletzte 4 Mitbewohner. Ein weiterer Mann wurde versehentlich von einem Polizisten angeschossen, der diesen für den Täter hielt, weil der Mann zuvor dem Rentner den Schießprügel entreißen konnte.
Auch hier hätte der Streit, wie bei dem Italiener in Remscheid tödlich enden können.
Nur durch glückliche Umstände endete der Amoklauf des wütenden Nachbarn für die Angeschossenen nicht tödlich.

Streitkultur will eben auch gelernt sein. Wer ohnehin das Maß dabei verliert, hat später für den Rest seines eigenen Lebens auch sonst Alles verloren.

Junger Mann, die Broiler sind aus!

                     (c)Thomas Lehmann - Bundesarchiv bei WIKIPEDIA

Es ist schon mehr als 28 Jahre her, als mein Schwager seinen regelmäßigen, berufsbedingten Besuch zu der schon vormals weltbekannten Leipziger Messe plante.Diese Veranstaltung war seit den 70er Jahren ein absolutes Muß für jeden BRDler, der mit Industrie, Fertigung und Vertrieb etwas zu tun hatte.

So fuhr denn der noch junge und dynamische Techniker mit seinem Privatauto über den einstigen Grenzübergang Helmstedt / Marienborn in Richtung Berlin und von dort wiederum in Richtung Leipzig. Einst gab es die A 14 in dier heutigen  Form noch nicht, womit der Transitreisende einen Umweg fahren musste.



http://de.wikipedia.org/wiki/Transitverkehr_durch_die_DDR

Gesagt, getan. Nach einer etwas strapaziösen Fahrt kam der Messebesucher wohl erhalten in Leipzig an. Ob es nun die Frühjahr - oder Herbstmesse war, kann im nach einer so langen Zeit nicht mehr sagen. Tatsache ist jedenfalls, dass die DDR sich schon seit den 70er Jahren mit dieser Ausstellung dem technischen Weltniveau anzupassen versuchte. Obwohl die überwiegende Zahl der Stände aus dem eigenen Land und den sozialistischen Bruderländern stammte, war die Messe jedes Mal gut besucht.
Dieses führte nun dazu, dass die Speisen und Getränke auf Westpreishöhe fest gelegt waren und selbstverständlich auch in DMark gezahlt werden konnte.

Meinem Schwager waren diese Mondpreise zu hoch. Schließlich bekam er zwar einen gewissen Teil seiner entstandenen Kosten pauschal als Spesen vergütet, dennoch verzichtete er in den beiden Tagen seines Messebesuchs auf kulinarische Genüsse innerhalb des Messegeländes.
Nun macht Laufen durchaus hungrig und Hunger kann nur durch Nahrungsaufnahme gestillt werden.
Außerhalb des Messegeländes sah es bei den gastronomischen Einrichtungen genauso mau aus, wie innerhalb der Veranstaltung. Lange Schlangen vor den Türen und ein wüstes Gedränge an den Imbißbuden.
So entschloss sich der junge Techniker zu einer längst abgelegten Art der Nahrungsaufnahme: er suchte einen Hähnchengrillstand oder eine " Broiler "- Bude auf.

Aber, welch´Enttäuschung. Auch hier gab es nix Eßbares. Der sächsische Verkäufer sah den nach Magenfüller gierenden Blick meines Schwagers und sagte beinahe mit demütiger Stimme und im breitesten Sächsisch:
" Junger Mann, die Broiler sind aus!" 

Völlig desillusioniert, dass er in den nächsten Stunden seinen Appetit hätte stillen können, zog mein hungriger Schwager von dannen und entschloss sich zur Heimreise, auf der er dann an einer Raststätte etwas Eßbares kaufen konnte.
Zuhause angelangt, brachte er sein etwas frustrierendes Erlebnis während eines Gesprächs beim morgendlichen Angeln zum Besten. Obwohl kein Sachse und auch kein Anhöriger eines Verwandtenteils mit sächsischem Hintergrund,konnte er dennoch sehr gut sächseln und gab die Worte des " Broiler "-Verkäufers in dessen Dialekt wieder.
Auf seinen sprach-künstlerischen Vortrag musste ich laut los lachen.
Auch wenn mir diese  Mundart nicht unangenehm war.

Inzwischen habe ich mich selbst redlich bemüht, diesen Dialekt ein wenig zu verstehen. Ein Sächsisches Wörterbuch liegt deshalb immer parat und wird von mir auch angewandt, wenn mir ein Begriff sächsisch vorkommt.
Zum Schmunzeln sind viele Eigentümlichkeiten hier alle Male. So auch diese:


" Was sagt eine Sachse, wenn er in Amerika einen Weihnachtsbaum kaufen will? "Ätänschenplease!"

Jungfrau auf sächsisch: Ä wäng äng

Fritzchen sitzt in der Schule... Sag mal einen Satz mit Angola. An Gola gann ich mich dooodsaufen.

Der Vater ermahnt seine Kinder: "Gindr, nennd bloß e mal eire Gindr nich Gindr, sonsd gommn, wenn ihr 'Gindr' ruft, schdadd m Gindr alle Gindr."

"Babba, hier schdehd 'ägyptisch' was issn das?" - "Egibbdisch? Nu ganz efach, das isse Disch zum gibben."

"Muddie, mir isses so heeß!" - "Schbrisch nich säggsch, mei Junge! Das heeßd nich heeß sondern heiß heeßds."

Witze in Mundart


Zwei sächsische Polizisten halten einen englischen Autofahrer an. Sagt der eine Polizist zu dem anderen: "Baul, schraib ma uff: dor Mann hat soi Lenkrad uff dor falschen Seide". Darauf der Engländer: "What do you want from me?" Der Polizist zu dem anderen: "Baul, schraib uff: dor Mann red wirres Zeusch." Der Polizist geht ums Auto des Engländers herum und sieht den Aufkleber mit "GB". Darauf hin der Polizist ganz aufgeregt zum anderen: "Baul, streisch olles dor Mann ist von dor Griminal Bolizei".

Ein Mann betritt einen Dessousladen. "Guhdn Daach, isch hädde gärne een BH for de Edith." - "Dudd mer leid, mir ham nur BHs for zwee Diddn!"

Am Bahnschalter steht eine lange Schlange. Es geht und geht nicht weiter. Da ruft hinten ein Mann: "Was is dn des für'n Gemähre! Nu werd'ch aber allmählich widend!" Ein Fremder vor ihm dreht sich um und sagt: "Ich habe noch keinen wütenden Sachsen gesehen." Antwortet der Sachse: "Ich ooch nich, aber ich schdells mer forchdbar vor!"

Vor einem Grabstein auf dem Leipziger Südfriedhof steht kopfschüttelnd ein Mann. Er liest die Inschrift: Hier ruht Wilhelm Pitsch, ein tüchtiger Kaufmann und ein guter Mensch. Seufzend sagt der Mann: "Forchdbar, so ä gleenes Grab un drei Leide liehchn drinne".

Ein Vater möchte seinem 7-jährigen Sohn die Tiere im Wald zeigen. Sie steigen auf einen Hochsitz. Der Junge schaut nach Norden und sieht zwei Füchse, - der Vater beobachtet den Süden und erblickt eine nackte Frau. Der Sohn ruft ganz aufgeregt zu seinem Vater: "Baba, Figgse, Figgse!". Daraufhin der Vater: "Nu, wenn de de Muddi nüscht soochst!". "

- Zitatende - aus:
http://www.sachsenwelt.de/sachsen/mundart/witziges.html

Ich musste auch jetzt wieder Schmunzeln. Beim bayrischen Dialekt jedoch eher nicht.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Wie berät ein Berater sich selbst?

                                                                                (c) Kai Mörk bei WIKIPEDIA


Die englische Sprache hat so ihre Eigenarten.Zu den mehr als 7.000 bekannten Phrasen, Weisheiten und geflügelten Worten kommen mindestens weitere 5.000 hinzu, die sich inzwischen im allgemeinen Gebruach verfestigt haben. Jene Idioms, deren Bekanntheitsgrad auch weit über den englisch sprachlichen Raum hinaus gehen, sind unter anderem:

- face to face with.. = auf Augenhöhe ( schönen Gruß, Herr Nachbar! )

- breaking the news = Eilmeldung

- oldies but goldie = das gesetztere Alter hat auch seine Vorzüge

Aus dem Sportbereich hat das " The never come back " nach den Schau-Boxkämpfen des " Größten ", des besten Boxers aller Zeiten Cassisu Clay alias Muhammad Ali längst seinen festen Platz in der Berichterstattung eingenommen.

In die Kategorie der " Never - Come - Backer " hätte auch der einstige Bundesverteidigungsminister Karl Theodor von und zu Guttenberg eingeordnet werden müssen. Vor mehr als 10 Monaten war sein Name in aller Munde. Über den dreisten Versuch die Nation mit Lügen und Halbwahrheiten zu seiner Plagiats-Doktorarbeit hinters Licht zu führen, feixten nicht nur die Presse, die Fernsehkommentatoren sondern auch seine Kolleginnen und Kollegen in der Politik.
Der Sunnbyboy mit dem gegelten Haar war plötzlich mega-out, nachdem er durch die Regenbogen - und Latrinengazetten in den Olymp der ganz Großen geliftet worden war.
" Gutte ", der " Superstar ", der " Minister of Fortune and Lifestile " war nebst blond-blauäugiger Gattin der Medien-Maulheld. Was wurden ihm nicht schon alles an Funktionen angedichtet, zugetraut oder angetragen?
Nächster CSU-Vorsitzender ( mindestens ), Bayerischer Ministerpräsident nach Seehofer ( dank CSU-Klüngel dort, erstrebenswert ) und zu gu(t)er Letzt: Kanzlerkandidat.
" Gutte " war für viele seiner Anhänger nicht schlecht genug, um nicht doch einen gut dotierten und mit viel Medienaufmerksamkeit verbundenen Posten erhalten zu können.

Das schien nach der "Plagiats-Affäre " dann schlagartig vorbei zu sein. " Gutte " ging und de Maziere kam, räumte dessen Trümmerfeld auf und schwieg hierzu. Das war gut so, denn sonst wäre dann doch das gesamte Ausmaß der Guttenberg´schen Schaumschlägerei nie zu Tage getreten. Die Öffentlichkeit definiert sich heute als Medienöffentlichkeit ( Prof. Habermas ). Sie ist Teil der gesellschaftlichen Informationsprozesse jenseits der eigenen Vier Wände.Wäre die Medienöffentlichkeit nicht auch das Spiegelbild der Gesellschaft selbst, würden solche Halunken wie zu Guttenberg nach wie vor auf ihrem hohen Ross sitzen und auf den Plebs herab schauen. Sie könnten darüber hinaus nach Gutsherrenart schalten und walten sowie regieren.
So funktioniert die angeblich moderne, die Industriegesellschaft längst nicht mehr.

Guttenberg hat verkannt, dass das Antichambrieren bestimmter Presseorgane, insbesondere der "BLÖD"-Zeitung kein Freifahrtschein für dreiste Lügereien ist. Wer, so wie KFT sich mit den Krawall-Blättern und sonstigen Klatsch - und Tratsch-Postillen einlässt, läuft Gefahr, von ihnen vereinnahmt zu werden.

Wenn Guttenberg nach seiner nicht zu entschuldigenden Auftritte in den Medien, die er als Sprachrohr für seine zusammen geschraubte Geschichte zu der plagierten Doktorarbeit missbrauchen wollte, dabei als Fälscher, Betrüger und Lügner entlarvt worden ist, muß er den Hut nehmen. Das war auch ihm völlig klar. Dass er seinen Rücktritt - wenn auch mit erheblicher Verzögerung - bekannt gab, ist nicht das Ergebnis einer angeblichen Medienhetze, sondern die Konsequenz aus seinem Fehlverhalten, dass nicht hinnehmbar war.

Nun soll KFT wieder in ein Amt gehievt werden. In das des Beraters für Internetfragen bei der EU-Kommission.

http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article2125365/Karl-Theodor-zu-Guttenberg-Internetexperte-der-EU.html

Ein Halunkenstück aller erster Güte ist diese Ernennung auf Kosten des Steuerzahlers. Nicht nur, dass dieser Saubermichel genau über dieses Medium als Betrüger vorgeführt wurde, nein, er soll nun seine angeblichen Erfahrungen, seine Kompetenz ( die er nicht hat ) für die Überregierung in Brüssel in die Waagschale werfen, damit diese bei künftigen Entscheidungen besser informiert ist.
Wie bitte?
Dieser Westentaschenexperte hat weder je als Berater fungiert, noch kennt er sich ausreichend in der Materie " Internet " aus. Es handelt sich somit nur um eine Postenschacherei, an deren Ende der EU-Europäer der Dumme bleibt. Von Problembären wie " Gutte " zweifelsohne einer ist, haben wir in der Administration schon genug. Was hier allein gezählt hat, ist der Name und der Einfluss der eigenen Familie, die es wohl nicht ertragen konnte, dass der Spross ins Abseits gestellt wurde, nachdem er sich selbst  als Superminister und Hans Dampf in allen Gassen darstellen durfte.

Wieder ein Berater, der sich selbst berät.

Montag, 12. Dezember 2011

Schwer verliebt.


Ein Blick in eine alte Ausgabe der " Sächsische Zeitung (SZ ) ", genauer gesagt auf die Seiten des dortigen " Magazin " sagte mir sofort: " Die kennst du!"
Die, das ist Marlene Dietrich. Die grand dame des Chansons der 30er und 40er Jahre. Die kühle, ja unter kühlte, blonde Herzdame mit den männlichen Attitüden. Seiens die extravaganten Hosenanzüge, die alkoholischen Getränke an diversen Bars oder die Zigarettenspitze aus Elfenbein. Die Dietrich durfte alles, was lieb und teuer war!

Sie selbst war nie so richtig lieb, sondern manchmal etwas borstig. Obwohl ihre heiß geliebten Lieder viel von der Liebe als solche sprechen. Das sie 90jährig im Mai vor 20 Jahren in Paris verstarb, hat die ganze Welt erfahren dürfen. Die Dietrich war ein Weltstar. Und ihre Liebeslieder hatten internationalen Stellenwert.. 

http://de.wikipedia.org/wiki/Marlene_Dietrich

" Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt...." Na, ja, wer´s glaubt.
Dennoch spielte das Thema in vielen ihrer - manchmal ein wenig schlüpfrigen - Liedern eine große Rolle. Das sie auch die " Lili Marleen " von Lale Andersen mit ihrer rauchigen Stimme sang, war genau so selbst verständlich, wie die Tatsache, dass die Dietrich sich nicht von den Nationalsozialisten vereinnahmen und gebrauchen ließ. Sie flog über den Großen Teich und sang lieber für die GI´s ihre Lieder von der Liebe.

Einige von ihnen waren schwermütig. Da klang fast der " Liebeskummer " durch. Und während die Zeit - vor allem nach Ende des Zweiten Weltkriegs - weiter rarste, vervielfachte sich die Zahl jener Liebeslieder, die eher schmalzig, schwulstig und eintönig klingen. Auf immer gleiche Plattitüden folgten in diesem Genre, dem platten Schlager nämlich, identische, weil vor getextete Antworten. Liebe, Triebe und Hiebe beinhalten jene Lieder und spiegeln darmit die Realität aus. Herz-Schmerz-Kommerz, dieser Gleichklang zieht sich wie ein roter Faden durch die Schlagerwelt. Eine Welt, die primär eine heile, eine intakte sein soll.
So ist das wahre Leben aber nicht.

Wer die eigenen Erfahrungen, die Eckpunkte seiner Biographie einmal Revue passieren lässt, kann durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass die drei-phasigen Abläufe des Verliebtseins, nämlich " verlieben, verbrauchen, verlassen " dazu führen können, es beim nächsten Mal besser zu machen.
Tatsächlich aber wird auch das folgende Verliebtsein, sich in ähnlichen Bahnen abspielen, wie die Liaison davor und jene danach. Es gibt nicht die Garantie des lebenslänglich.
Wer etwas anderes behauptet, ist schon fast naiv.

In früher Jugend, in der pubertären Phase, wenn die Hormone rock´n ´roll tanzen, wenn der Körper sich verändert und in die Rolle des Heranwachsenden, dann des Erwachsenen springen will, bedeutet das Wort " Liebe " manchmal mehr als das des " Verstand ". Da werden sämtliche Sicherheitsmechnismen ausgehebelt. Schwer verliebt, ist somit gleich bedeutend mit erblindet. Diese Zeit ist erforderlich, um sich auf die spätere, die reale Erwachsenenwelt einzustellen. Verknallt sein, heißt aber auch, dass es neben der auserwählten Person ( Junge oder Mädchen oder umgekehrt ) nichts anderes im Leben gibt. Temporär betrachtet, hält diese Phase nur für eine kurze Zeit an. Es folgt nämlich bald die Ernüchterung.

Später, wenn sich der junge Mensch ausprobiert haben sollte, kann die Wahl eines Partners aufgrund anderer Kriterien erfolgen. Ob da immer noch die großen Gefühle, das Schwerverliebtsein die tragende Rolle spielen, darf wohl  häufig angezweifelt werden. Je älter der Mensch wird, desto rationaler könnten seine Entscheidungen sein. Das gilt jedoch nicht für alle Exemplare auf diesen Planeten.

Kommt der Mann erst einmal in die midlife crisis, werden alle bisherigen Lebenserfahrungen ignoriert und bei Seite gelegt. Eine jüngere Partnerin mag dann reizvoller sein, als der ältere Verstand. Die Ratio wird ausgeschaltet. Es mag dahin gestellt bleiben, ob 10 - 15 - 20 und mehr Jahre Altersunterschied " durchaus gut gehen können ". Meistens werden sie zu einem unüberbrückbaren Hindernis.Vielfach trennen sich die Lebenswege und das " bis dass der Tod euch scheidet " wird zum Lippenbekenntnis degradiert, denn das Scheiden übernimmt auch ein - überwiegend - schwarz gekleideter Mann oder regelmäßig eine schwarz angezogene Frau: der Familierichter ( die Richterin ).

Will sich der Mensch vor solchen Schicksalsschlägen schützen benötigt er ein gerüttelt Maß an Verstand, Lebenserfahrung und kritischer Distanz zu den Gefühlswallungen während des Verliebtseins. Fehlt dieses, kann es zur Bruchlandung kommen. Übrig bleibt zumeist ein Trümmerfeld aus zerbrochenen Illusionen, finanzielle Probleme und elternlose Scheidungskinder. Wer sich das berühmt berüchtigte " Ja-Wort " erst gar nicht offizielle gegeben hat, kommt deshalb noch lange nicht besser weg, wenn die traute Zweisamkeit völlig erwartet zerbricht. Zerbrochene Herzen bleiben nur selten zurück; dafür aber ein verletztes Ego und der schier grenzenlose Drang nach der Umsetzung von Rachegelüsten.

" Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet!", behauptet der Volksmund. Da ist was Wahres dran. Ein zu lange, ein endlose Prüfung führt trotzdem nicht zur absoluten Sicherheit, sondern könnte den Manntyp " Hotel Mama " verstärken, der in seiner Angst, die Falsche gegriffen zu haben, ganz auf den Jagdtrieb verzichtet und stattdessen lieber ein großen Auto fährt. Da bleibt für die Liebe kein Platz mehr, da sie auf den teuren Schlorren übergegangen ist.


Ein rätselhafter Schimmer
ein je-ne-sais-pas-quoi
liegt in den Augen immer
bei einer schönen Frau
Doch wenn sich meine Augen
bei einem vis-a-vis
ganz fest in Deine saugen
was sprechen dann sie?

Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Denn das ist meine Welt
Und sonst gar nichts
Das ist, was soll ich machen
Meine Natur
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts
Männer umschwirr?n mich wie Motten das Licht
Und wenn sie verbrennen
Ja dafür kann ich nicht
Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts

Was bebt in meinen Händen
In ihrem heißen Druck
sie möchten sich verschwenden
sie haben nie genug
Ihr werdet mir verzeihen
Ihr müsst es halt verstehn
Es lockt mich stets von neuem
ich finde es so schön!

Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Denn das ist meine Welt
Und sonst gar nichts

Meine Natur
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts
Männer umschwirr?n mich wie Motten das Licht
Und wenn sie verbrennen
Ja dafür kann ich nicht
Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts