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Donnerstag, 30. September 2010

20 Jahre deutsche Einheit: Einigkeit gegen Recht und Freiheit?

Am 3. Oktober ist es wieder so weit,die wieder vereinigte Nation darf ihren verordneten " Tag der Einheit " begehen. Zum Feiern ist vielen Bundesrepublikanern schon seit vielen Jahren nicht mehr zumute. Noch einige Jahre nach der Ratifizierung der Wirtschafts-und Währungsunion am 01.07.1990 gab es sowohl für Bewohner der Alten - als auch für Diejenigen in den Neuen Bundesländern noch genug Anlass,um sich selbstgefällig auf die Schulter und Schenkel zu klopfen. Die Wirtschaft brummte, die Auftragsbücher waren prall gefüllt, die Arbeitslosigkeit sank zunächst,die Einkommen indes stiegen - wenn auch nur leicht -in jedem Jahr nach der Wende.
Die gesamtdeutsche Aufbauphase Ost war im vollen Gange. Vieles wurde bewegt, noch mehr verschoben und vor allem abgewickelt.
Aus diesem Konglomerat bildeten sich zwei neue Bevölkerungsgruppen: Wendegewinner und Wendeverlierer!

Was nach dem viel beschriebenen Mauerfall im November 1989 als " winds of change " hoch stilisiert auf die vereinigten Bundesrepublikaner ausgekübelt wurde, nahm sukzessive eine Dimension an, die mit dem ebenso hoch gejubelten WiWu zu vergleichen ist. Im Verlaufe der Folgemonate, der Folgejahre und Folgedekaden veränderten sich viele Landstriche radikal. Die Neuen Bundesländer verwandelten sich zwar nicht - wie der selbst ernannte Kanzler der Einheit Kohl es proklamatorisch formulierte  - " zu blühenden Landschaften ",dennoch waren die getätigten Anstrengungen enorm. Die notwendige Finanzierung erfolgte zum Teil über den Steuerzahler,der umgehend eine Abgabe mit dem schwachsinnigen Titel " Solidaritätszuschlag " Monat für Monat berappen musste.

Aus dem Tohuwabohu zu Beginn der 9oer Jahre ist inzwischen ein annähernd geordnetes föderales Staatswesen geworden. Die Geburtswehen der Wiedervereinigung sind längst in Vergessenheit geraten. Jene wilden Jahre, in denen die gesamte Palette der Erfolge, Teilerfolge und Misserfolge auf allen nur erdenklichen Bereichen des deutsch-deutschen Vereinigungswesen beschrieben werden kann. Angefangen mit Abfallskandalen über Kfz-Betrügereien bis hin zu Zwangsverwaltungen von Altenburg über Kamenz bis Zossen, die Liste der Skandale ist unendlich lang.

Waren es zu Beginn der friedlichen Revolution von unten noch blauäugige Forderungen, die das Volk an die Wendepolitiker stellten, wurden im Verlaufe der vielen Jahre daraus desillusionierte Feststellungen,dass doch eine Reihe von Hoffnungen, die sich mit dem Erlangen von Einigkeit und Recht in Freiheit verbanden, schnell wie Seifenblasen zerplatzten.  
Auch der Ex-DDRler musste umgehend konstatieren, dass Reisefreiheit nicht bedeutet,dass Jeder frei reisen kann. Voraussetzung hierfür ist Geld. Einst war es die heiß geliebte Deutsche Mark,aus der ab 2001 der Euro wurde,die den Takt des neuen Lebens bestimmte.

Wer nach dem die Treuhand seinen einstigen Arbeitsplatz abgewickelt hatte, keine andere Stelle fand, wurde sukzessive ausgegrenzt aus der so genannten Leistungsgesellschaft, die in Wahrheit eine Ellenbogengesellschaft wurde. Jeder gegen Jeden und die Moneten mit uns Allen!

Einigkeit bedeutete zwar ein neues Recht, einen Rechtsstaat,der seine Willkür nicht offen präsentiert, der aber auch bespitzelt,bestraft und bestimmt,wo die Grenzen der Freiheit zu setzen sind.

Recht bedeutet,dass de jure vor dem Gesetz wohl Alle gleich behandelt werden sollen, was es de facto aber so nicht gibt. Recht haben wird nicht gleichzusetzen sein mit Recht bekommen und schon gar nicht in Analogie zu Recht durch setzen zu definieren sein. Der Rechtsstaat setzt dort seine Mauer, wo die Reichen in ihren Pfründen gefährdet sind. Wo die Mächtigen in ihrer Macht eingeschränkt werden könnten.

Die erlangte Freiheit erhält ihre Beschränkung, wo das Individuum sich frei bewegen möchte und dabei das Staatsgebilde in Frage stellt. Frei denken darf Jeder, frei Handeln nur die Besitzenden. 

Als ich im August 1990 während eines Aufenthalts in Hankensbüttel in der Lüneburger Heide die inzwischen geöffnete Grenze überfuhr, um in das benachbarte Salzwedel zu gelangen, waren die Unterschiede zwischen Ost und West, zwischen dem Bundesland Niedersachsen und dem von Sachsen-Anhalt noch riesig. Kaum hatte ich den einstigen Grenzstreifen überquert wurden die Straßen schlechter, die Luft wurde es auch und die Bewohner der Stadt sahen irgendwie auch anders aus. Sie trugen Kleidung, die ich so nur aus dem DDR-Fernsehen kannte. Sie sahen mich und meine Begleiter an, als kämen wir von einem anderen Stern. Auf den Gehsteigen bewegten sich Passanten,deren Bestreben es war, dem West-PKW sehnsüchtig hinterher zu schauen. Die Kinder wurden in so genannten Bollerwagen transportiert, die ich zuvor auch nur aus dem Fernsehen kannte. Alles war ein wenig beschaulicher. Nicht so hektisch,wie ich es aus Bremen oder sonstigen westdeutschen Städten kannte. er Besuch in Salzwedel war zwar nur kurz,aber ich behielt ihn in ewiger Erinnerung - aus einem besonderen persönlichen Grund.

Das ist inzwischen 2 Dekaden her.
Ein noch längerer Zeitraum,nämlich über 38 Jahre, sind seit jenem Lebensabschnitt vergangen,der sich "Bund", "Wehrdienst" oder aber auch "Kriegsdienst" nannte. Als ich im April 1972 hierzu nach Munster-Lager, also Munster/Örtze eingezogen wurde,lagen die damals noch beiden deutschen Staaten nur einige Kilometer voneinander entfernt. Der Zaun, de Festungsartig ausgebaute innerdeutsche Grenze und die vielen Wachtürme sind mir noch gut in Erinnerung. Zu jener Zeit herrschte noch der Kalte Krieg,das Wettrüsten zwischen Ost und West und der Kampf um das angeblich bessere System hatte in jenen ahren seinen Höhepunkt.

Wenn jetzt in den nächsten Tagen die obligatorischen Festivitäten zum Tag der Deutschen Einheit mit großem Tamtam begangen werden, kommen jene Zeitabschnitte der getrennten deutschen Geschichte nur am Rande zur Sprache. Statt ihrer wird viel über die deutsche Wiedervereinigung schwadroniert. Sie beendet jedoch nur den damaligen Zustand, der sich durch das - auch im Nachhinein-nicht wegzuleugende Vorhandensein zweier deutscher Staaten kennzeichnet. Es hat die DDR gegeben. Sie ist ein Experiment gewesen,eine andere Staatsform zu praktizieren. Dieser Versuch ist gescheitert. Hierfür dürfte es viele Gründe geben. Eine Ursache für den Untergang des Arbeiter - und Bauernstaates ist die Tatsache,dass ein Volk nicht wie Nutztiere in einem Käfig gehalten werden kann.

Freiheit ist ein hohes Gut. Unfreiheit somit ein Verbrechen. Hierbei spielt es keine Rolle, in wessen Namen die Unfreiheit verordnet wird. Zu der Freiheit als Oberbegriff zählt auch,dass die Gedanken frei sind, das die freie Veröffentlichung von Wort,Bild und Schrift möglich ist und das Jeder sich inerhalb des Landes,des Kontinents oder der Welt frei bewegen darf.

Seit vielen Jahren sind Tendenzen zu verzeichnen,die dieses elementare Rechtsgut einschränken oder beschränken wollen. Deutsche Einheit bedeutet jedoch,dass Freiheit erworben wurde,die durch Ausprägungen, wie den Hang zum Überwachungsstaat nicht aufgegeben werden darf.

Mittwoch, 29. September 2010

Das Finanzamt Plauen : Ein Hort an dem der Amtsschimmel ständig wiehert!

Mit der bundesdeutschen Wirtschaft geht es wieder bergauf. Glück auf! Eben!
Da wäre es doch gelacht,wenn der Fiskus nicht sofort von jenen Aufschwung partizipieren kann. Schließlich ist er es doch,der den Aufschwung nach dem Abschwung und einem Hüftschwung der Finanzwirtschaft mit finanzieren musste. Weil die Esel aus dem gemeinen Steuermelkvolk ihre Zwangsabgaben bislang an den Staat in die Taschen der Banker umzuleiten hatten,bleibt dem Fiskus für seine eigentlichen Aufgaben,nämlich das Einsammeln über die vielseitigen Steuertöpfe nun mehr Spielraum,um dem Bürger an den Geldbeutel zu gehen,damit der Staat sich nach seinen Wahl-und Lobbygeschenken wieder erholen kann und seine Schulden abbaut.

Gesagt,getan. So auch im sächsischen Plauen. Einem Ort, den nicht jeder Bundesbürger kennen muss,denn er liegt im Vogtland. Dort, wo die Menschen oft sturköpfig sind, wenn es um ihre eigenen Belange geht.So auch ein Gastronom aus Hammerbrücke,der an den Fiskus satte 38.000,-- € nachzahlen soll:

" XXL-Wirt organisiert Protest gegen Finanzamt

Bistro-Besitzer soll 38.000 Euro Steuern nachzahlen - Vorwurf: Portionen zu groß

Plauen/Hammerbrücke. Ein Wirt aus der vogtländischen Provinz probt den Aufstand gegen das Finanzamt - und alle können mitmachen oder zusehen. Der Wirt geht auf die Straße. Am Montagnachmittag, 16 Uhr, veranstaltet er eine Anti-Finanzamt-Demo auf dem Plauener Altmarkt. Die Genehmigung des Ordnungsamtes hat er bereits.
Der Gastronom, Gerhard Kaltscheuer, rechnet mit 200 Teilnehmern: "Es haben doch viele Leute Frust aufs Finanzamt. Ich weiß von einigen Gästen und Handwerkern, dass sie kommen wollen." Kaltscheuer freut sich auf Montag. Dann könnte er in ganz Deutschland für Schlagzeilen sorgen. Er hofft auf einen Medienrummel, wie er im Vogtland selten vorkommt. "Mich haben schon einige Sender und Zeitungen angerufen", sagt er.
Hungrige Arbeiter sind Gäste
Eine Geschichte wie die von Gerhard Kaltscheuer weckt in aller Regel Medieninteresse: Seit drei Jahren betreibt er mit seiner Lebensgefährtin das Bistro "Futter- und Schnitzelstube" in Hammerbrücke. Seine Kunden sind vor allem hungrige Arbeiter, deshalb verkauft er große Portionen. Zu große, findet das Finanzamt. Der Prüfer wirft ihm Steuerhinterziehung vor. 38.000 Euro soll er für 2006 bis 2008 nachzahlen, obwohl er seine Steuern regulär bezahlt hat. Pro Monat macht das 1055 Euro zusätzlich. "Die werfen mir vor, dass ich schwarz Schnitzel verkauft habe", schimpft der XXL-Wirt.
Die Rechnung des Fiskus funktioniert so: Der Prüfer sieht anhand von Belegen, wie viel Rohmaterial Kaltscheuer eingekauft und wie viele Portionen er daraus verkauft hat. "Wir zweifeln die Angaben des Wirts an. 350 Gramm Nudeln und dazu 180 Gramm Wurst, wer soll denn so viel essen?" sagt Werner Goller, Chef des Plauener Finanzamtes. Etwa 70 Portionen reicht der Wirt täglich aus. Nach den Berechnungen des Finanzamtes müssten es 200 sein.
Fürsprecher und Zweifler
Kaltscheuer ist sauer. "Meine Frau ist allein in der Küche. 200 Portionen - das schafft Regina gar nicht", sagt er. Das Finanzamt wolle ihm vorschreiben, wie groß seine Schnitzel sein müssen. Von den Portionsgrößen, die der Steuerprüfer annehme, werde keine Katze satt.
In Hammerbrücke ist Gerhard Kaltscheuer Gesprächsthema. Beim Bäcker und an den Stammtischen wird getuschelt. Es gibt Fürsprecher genauso wie Zweifler. Der Gastwirt hat sich jetzt auch im sächsischen Finanzministerium beschwert.
Dass Kneiper schwarz Essen verkauft haben und das über die Portionsgröße vertuschen wollten, ist schon vorgekommen. "Ich habe das vor zehn Jahren probiert und musste ordentlich Steuern nachzahlen. Das war mir eine Lehre", sagt ein vogtländischer Wirt, der trotzdem seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. "


Tja wer sich so ungerecht behandelt sieht, der darf da ruhig schon einmal die Medien um Hilfe bitten. Dankbar wird dort jedes Thema aufgegriffen,um die Sendung zu füllen, die Zeilen neben den Werbeanzeigen mit einem etwas spektakuläreren Thema aufzufrischen,als die Zeiten anzugeben, innerhalb derer die Gottesdienste stattfinden. So auch in diesem Fall. Neben den Lokalblättern und den überregionalen Tageszeitungen griff auch die vom MDR produzierte Sensationsvermittlungssendung " brisant " diesen Unfall auf und berichtete in der Sendung vom Dienstag über den gebeutelten Gastronom exklusiv.


Wo Unrecht geschieht sollen die Bürger sich wehren und dafür zusammen stehen. Aha,wer ist aber hier im Recht und wer im Unrecht?



Wer sich ein wenig im komplizierten Steuerrecht, in dem Dschungel von Gesetzen,Durchführungsverordnungen und Anweisungen auskennt, der weiss auch,dass das Finanzamt nicht jeden Steuerpflichtigen ständig am Haken hat. Dafür hat es auch nicht genügend Personal. Dennoch kommt es vor,dass die Steuerbehörde bei ausgewählten Selbstständigen,Betrieben oder Konzernen schon einmal an die Türe klopft. So etwas nennt sich dann Außenprüfung. Dieses wird deshalb durch exerziert, um zum einen aktuelle Zahlen über den geprüften Betrieb zu erhalten, mit denen später identische Steuerobjekte überprüft werden können. Zum anderen kommen diese Prüfung dann vor, wenn ein Steuerpflichtiger vermeintlich falsche Angaben gemacht hat oder gemacht haben könnte.

Was das Finanzamt Plauen nun dazu bewogen hat, dem Gastronomen zu überprüfen, wird irgendwo in jenem Bereich dieser beiden Prüfungsanlässe liegen. Vielleicht lag auch eine - meist anonyme Anzeige gegen den Stuerpflichtigen vor.
Ob jene Argumentation der Behörde, dass die ausgegebene Portionen in dem Gastronomiebetrieb zu groß angegeben worden sind,tatsächlich als Grund für jenen Nachzahlung angegeben wird, ist indes zu bezweifeln. Richtig dürfte vielmehr sein,dass dieser Betrieb von den der Behörde vorliegenden Vergleichszahlen erheblich abweicht. Denn der Wareneinsatz wird ja bekanntlich von dem Umsatz abgezogen,um auf die Anzahl der ausgegeben Speisen zu gelangen.

Die Finanzämter mögen zwar häufig als träge, bürokratisch und unflexibel dargestellt werden,eines sind sie indesniemals:dumm!
So dürfte die Wahrheit zwischen beiden oben dargelegten Positionen liegen. Die goldene Mitte wäre auch hierbei eine Verhandlungsbasis,den bekanntlich wird ja nicht alles an gekauften Waren in der Gastronomie verbraucht, sondern wohl wegen der Hygienevorschriften bei Erreichen des Verfalldatums entsorgt,ohne dass solche Lebensmittel dann auf dem Teller des hungrigen Essers gelangen. Eigentlich?

Klum,Hunziker,Katzenberger - ein Trio Infernale aus dem TV-Zirkus .


Das Heidi Klum ein Händchen für das Herausputzen des anderen Geschlechts haben dürfte, ist inzwischen unstrittig. Ihre Show " Germanyś Next Topmodel " hat nur dazu beigetragen,die Kluft zwischen den ungezählten Fast-Food-Geschädigten aus dem Prekariats - Dunstkreis zu Dauerfrustrierten  und die Magersüchtigen zu Fast-Food-Monstern werden zu lassen. Wenn die Jury auch nur halbwegs junge Frauen als solche,denn als jene stelzenbeinigen Kandidatinnen und Model anerkennen würde,so wäre der ganze Zinnober bereits nach der ersten Sendung beendet gewesen. Da der Sinn jener - natürlich aus den USA kommenden - Sendung nicht erkennbar wird, muss sich Klum von vielen Betrachtern einiges an Kritik um die Ohren schlagen lassen:

 
Das NDR Medienmagazin Zapp warf Anfang 2010 Heidi Klum vor sich in ihrer inszenierten Show als Scharfrichter aufzuspielen und bezeichnete sie als fragwürdiges Vorbild. Der Vorwurf lautete, es gehe nicht um die Förderung von Talenten, sondern lediglich um eine gute Quote. In dem ausführlichen Beitrag erklärte Medienwissenschaftlerin Maya Götz:
„50 Prozent der Mädchen, die regelmäßig „Germany´s Next Top Model“ gucken, sagen von sich: Ja, ich könnte das machen. Und es ist durchaus etwas, was auch eine Berufsperspektive gibt, was aber rein faktisch nicht der Fall ist. Denn wie viele Models brauchen wir in unserer Gesellschaft? Und: Ist das überhaupt ein Berufsbild, was in irgendeiner Weise positiv ist, was wirklich eine Zukunftschance hat? Da muss man ganz klar sagen: Nein, ist es nicht.“

So mäanderte die Klumśche Fleischbeschauungsorgie über 5 Staffeln an einigen Millionen darbenden VoyeuristInnen vorbei, um dann endlich - spät, aber nicht zu spät - ihren Klimax am 10.06.2010 zu erfahren, als nämlich - hört,hört und seht - nicht eine bundesdeutsche Rundung gewann,sondern eine aparte Damen aus Mattighofen, einem Nest in Oberösterreich. Die Kellnerin sieht nur gut aus und sonst?

Nun, der PRO7-Glotzer betrachtet diesen Klamauk völlig emotionslos unter dem Aspekt des Heimkino-Voyeurismus. Viel Fleisch, viel Spaß, wenig Hirn!
Klum ihrerseits sieht den Sinn der Veranstaltungen in der sekündlichen Veränderung der linksseitigen Kontozahlen,der sich durch die Zuschauerquote,die damit verbundenen Werbeeinnahmen des Senders und ihren individuellen Anteil daran errechnen lässt.
Die Klum ist keine Klumpaquatsch-Moderatorin, die ihren eigenen Körper nur der Moderation zu liebe zur Schau stellt. Sie ist eitel genug, um den jüngeren Damen aus der Welt des Mode-Nonsens mitzuteilen, dass sie die Alphakuh im Stall bleibt.

Deshalb wurden den Kandidatinnen mit anzunehmenden Erfolgsaussichten in disem enre auch gleich Knebel-Klum-Verträge unter gejubelt. Die Kaiserin bin ich - ihr seit das Volk. Sei's klum!

Kommen wir im gleichen Atemzug zu einer weiteren Protagonistin des platten Unterhaltsschwachsinns. Michelle Hunziker, die Dame, die bei dem Ewig-Jungbrunn'Thomas Gottschalk den "hand job " macht. " Hände hoch-Hunziker kommt-Geld her! ", so lautet der Wahlslogan seit 2009, denn am 03. 10. war die blonde, blauäugige Schweizerin zum ersten Mal in der Sendung für die Jahrgänge 1920 plus. Der " Wetten,dass... "- Fan wird nicht nur nicht älter,sondern er sieht in dem Moderator und seiner Co-Moderatorin allen Grund darin, sämtliche Register der Schönheits-Chirugie, der Outfit-Pflege und der geistlosen Konversation im Verhältnis 1:1 zu adaptieren. bleibt sein eigens Leben auch noch so trist, ist der Alltag auch an den Wochenenden noch grau, das Gespann Hunziker/Gottschalk bringt ab Samstagabend 20.15 hr MEZ wieder so richtig Farbe in die Bude.

Wenn Hunziker den Dampfplauderer Gottschalk durch noch dümmere Fragen versucht zu übertreffen,so wirken ihre Bemühungen auf den GEZ-Zwanggebührenzahler als würde der einstige Fischer Hein Mück den gefangenen Hering fragen,ob er noch etwas zu seiner Verteidigung vorzubringen habe, eher er den Gang in die Pfanne beschreitet. Hunziker ist keine Moderationsgranate, sie ist einfach nur attraktiv. Dieses Attribut reicht bekanntlich in der heutigen Zeit aus, um im bundesdeutschen Fernsehen einen hoch dotierten Vertrag zu erhalten.

Der DF-Methusalem ist seit vielen Jahren als Gruftie-Klamauk einfach nicht mehr sehbar. Gottschalk Klamotte mit eingebauter Sendezeitüberziehung kann getrost abgewrackt werden, ohne dass anschließend eine Bildungslücke verbleibt. Seitdem er Hunziker in sein Paddelboot genommen hat,droht nicht nur das Kentern im Meer der Niveaulosigkeit, sondern auch das sofortige Ertrinken wegen fehlender Schwimmausbildung. Allenfalls Hunzikers Sangeskunst, die einem Sirenengeheule gleich kommt,könnte dann als Rettungsversuch in Betracht kommen und einen anderen Seelenverkäufer herbei holen, deren klapprige Besatzung dem jetzigen ZDF-Gummiboot eventuell Konkurrenz macht. Wie wärś im Buntfernsehen mit einer Sendung " Hunziker kocht Fisch" ?

Die Dritte im Bunde heißt mit Nachnamen Katzenberger und mit Vornamen Daniela. Sie ist blond und blöd!
Sie wird am 01. 10.2010 zarte 24 Jahre alt und hat den IQ einer Erstklässlerin. Das primitive Auftreten der Katzenberger erzeugt bei einem Zuschauer nicht nur Ohren - und Augenschmerzen, sondern auch ein permanentes Würgegefühl im Halsbereich. Ob der allerdings von Katzenberger echt ist, konnte bislang nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ermittelt werden. Nicht echt sind dafür ihre Brüste. Diese schiebt sie bei jedem TV-Auftritt vor sich her, als wäre ein US Sherman-Panzer im Anrollen. Was in den 50er Jahren als en vogue galt,nämlich eine satte Oberweite,wird heute sehr oft hinderlich und führt häufig zu Missverständnissen, wenn etwa eine Gymnasiastin die existenzielle Frage stellt,ob die Silikon-Implantate auch einen Sprung vom 10m-Turm aushalten könnten.

Nun Katzenberger beantwortete diese Frage mit einem gequälten Lächeln und setzte ihren sinnfreien Besuch einer deutschen Schule auf Mallorca fort. Hier versucht sie sich als Gastronomin und hat ein Cafe eröffnet. selbstverständlich war ein Fernsehteam exklusiv vor Ort, um dem Brimborium den geeigneten Stellenwert zu verschaffen. Katzenberger zeigt sich von ihrer aller besten Seite: Blond, aufgeblasen und blassiert. So, wie dieses Genre, in dem sie sich nun beheimatete fühlt eben ist.
Und um den ganzen Zinnober noch ein weiteres Kapitel aus der Rubrik " Medialer Schwachsinn nach 1982 " hizuzufügen, singt Katzenberger im TV.
Nothing's Gonna Stop Me Now ". Er landete in den deutschen Charts auf dem 19. Platz. Deshalb braucht dem weiteren TV-Amputierten nicht bange zu sein,wenn in den Klatsch - und Quatschgazetten zu lesen war, dass die Katzenberger nunmehr nackt für einen Kalender des Jahres 2011 posieren wird.
Aller Anfang ist schwer. So schwer, wie die künstlichen Brüste, die sie bei jedem Schritt wuchten muss.

Wenn TV-Sendungen auf dem Level der drei infernalischen Intelligenzbestien angeboten werden, dann kann die Antwort des Rezipienten darauf nur lauten: Licht aus, Bild aus,Kissen raus. Bekanntlich sündigt ja keiner,der schläft. Oder doch?

Dienstag, 28. September 2010

Ha,Ha,Ha,Hartz IV! Der Brüller des Jahres!

Was war das für ein Medienzirkus, als das Bundesverfassungsgericht am 9. Februar 2010 entschied, dass die bisherigen Regelungen zu den Leistungssätzen nach dem SGB II - HARTZ IV - nicht verfassungsgemäß  sind

( Siehe: Urteil vom 9. Februar 2010 zu - 1 BvL 1 / 09, 1 BvL 3 / 09, 1 BvL 4 / 09 - ).

 
Seitdem ist viel Wasser die Havel,die Spree und die Donau herunter geflossen. 

Der inzwischen verheiratete Bundesaussenminister Dr. Guido Westerdwelle echauffierte sich über die grassierende " spät-römische Dekadenz " unter den ALG II-Leistungsbeziehern,
nachdem er und sein Karnevalsverein exakt für jene Wahlkampfspendenboten a'la Hotelkette " Mövenpick "
ein mehr als großzügiges Nach - Wahlkampfgeschenk in Form des irreführenden Namens " Wachstumsbeschleunigungsgesetz " 
kredenzen durfte.
  
Das Geschrei um die Entscheidung des BVerfG in Karlsruhe hatte sich schnell erledigt,denn es warteten  grössere Aufgaben
auf die " Gurkentruppe " in Berlin. Der Afghanistaneinsatz schlug hohe Wellen, der vom SPD-Mitglied Sarrazin vom Zaun gebrochene 
Intergrationspolitikstreit würgte Merkelś Kloppertruppe in Berlin gewaltig. Dazwischen lagen die Lügen von der Laufzeitverlängerung
der bundesdeutschen Atommeiler. 
 
Nach der schallenden Ohrfeige durch den 1. Senat des BVerfG, die eigentlich Ex-Kanzler Schröder und seiner Seilschaft aus 
Hannover galt, verzog sich von der Leyen samt der Kohorte an Referenten,Experten und Juristen in ihren Elfenbeiturm, um
dort über eine Abhilfe zu sinnieren.  Wie kann die Quadratur des Kreises gelingen? Auf welchem Wege
lässt sich am Prekariat Geld sparen,dass zuvor in hundertfacher Weise bereits den Zocker-Banden aus
den Etagen der in der BRD ansässigen Banken geschenkt wurde? Und - vor allem -, wie können Kinder
aus HARTZ IV-Haushalten möglichst kostenneutral abgespeist werden?
 
Die Köpfe rauchten, die Laptops liefen heiß und der Beraterstab schob Überstunden. Was dann bereits
ab Freitag durch die Medienlandschaft geisterte, versprach für die annähernd 6 Millionen " HARTZER "nichts Gutes.
Da war von einer minimalen Erhöhung unter 20,-- € die Rede. 
Am Samstag trommelte dann die Medienfront die Nachricht heraus,dass der
Grundbedarfssatz der SGBII-Bezieher um "satte" 5,-- € steigt; bei den Kindern werden zusätzlich
Sachleistungstransfers ausgegeben.
 
Ein wahrer Orkan der Entrüstung entlud sich hiernach. Des Volkes Seele kochte und warf der bei " Anne Will " am Sonntag
dauergrinsenden Ministerin Ursula van der Leyen schlichtweg Zynismus vor,als sie - zugegebener Maßen -
sehr ungelenkt ihren neuen Gesetzentwurf zu verteidigen gedachte.
Da hagelte es nicht nur massive Kritik von dem Parteichef der "Linken" Ernst,sondern
auch in dem gleichzeitig frei geschalteten Blog flogen die Fetzen.
 
Hierzu einige Beispiele: 

" Mein lieber Scholli! Liest man sich hier durch das Forum, stimmt mich das mehr als nachdenklich. Früher sagte man: motzen – oder Dampf ablassen – sei der “Stuhlgang” der Seele. Das hier mutiert zu Recht zur regelrechten Cholera-Epidemie! Ich bin immer wieder begeistert, welch hohes geistige Potential sich trotz chronischem Facharbeitermangel in unserer zunehmend verblödeten Bananenrepublik befindet. Ein Fazit aus den geposteten Beiträgen ist dennoch nicht so ganz einfach. Ich wag`s dennoch: offensichtlich werden wir von einer realitätsfremden Marionetten-Politbagage regiert, die ausschließlich aus Lakaien der Kapitalisten-Raubritter besteht, und die vehement und ausnahmslos die Interessen von Lobbyisten und anderen “Bilderbergern” vertritt. Es mag sich grausig anhören, aber es ist so, dass man bei der Exekutive der zumeist als Pamphlete zu bezeichnenden Beschlüsse mittlerweile nicht nur über “Leichen” geht, sondern regelrechte “Friedhöfe” in Kauf nimmt. Hier meine ich konkret: Infarkte verschiedenster Art, Suizide, Opfer der “Rösler-Reform u.a. Politik ist eben die Kunst, Menschen dahin zu führen, wo sie hin SOLLEN/MÜSSEN, und nicht wo sie hin WOLLEN! Dies ist der Kern. Bevor wir nicht ganzheitlich begreifen, dass es derzeit KEINE hoffähige Partei gibt, die sich unabhängig für das Wohl der Menschen einsetzt, und unsere sogenannten “Volksvertreter” (eher Zertreter) nicht abwählen, und durch praxiserprobte und entsprechend basisorientierte Fachleute ersetzen, wird bis zum nächsten Urknall weitergemauschelt. Oft liest man von: auf die Straße gehen – oder sich endlich wehren. Die Zeit ist überreif dafür. Wer soll dies organisieren? Dies kann nur von einem interessenübergreifenden Netzwerk, bestehend aus verschiedensten Organisationen wie z.B. Gewerkschaften, Umweltorganisationen, CAMPACT, Kirche (?) geschultert werden. EinTag des politischen Ungehorsams, an dem man – wohlgemerkt friedlich (!) – aber eindrucksvoll zeigen könnte, dass nun Schluss mit Lustig ist. Auch wenn Sie mich wegen meiner Ausführungen einen Spinner oder Träumer nennen, bleibe ich dabei. Und angesichts der Dringlichkeit (vgl. “Cholera-Epidemie”) müsste das Ganze bald stattfinden, eh es zu spät ist. I had a dream… "

-  Zitatende  -

" Jene die unbedingt Hartz4 eiführen wollten beklagen sich jetzt über die Bürger die es beanspruchen …müssen!
Heute konkurrieren Akademiker schon mit Hauptschülern um Billig-Jobs….von wegen Bildung lohnt sich…Das ist Quatsch, wenn es nach sehr guter Ausbildung nur Billig-Jobs gibt.
Die relativ niedrige Arbeitslosenquote bei Akademikern erklärt sich nur dadurch, dass sie Jobs weit unterhalb ihres Bildungsniveaus machen müssen.
…Das ist Deutschland heute!
Warum regt sich niemand darüber auf, dass hunderte Menschen für 1% mehr Gewinn entlassen werden? "

-  Zitatende  -


" Um ein klein wenig die Realität in die abgehobene Talkshowelt der ARD einbrechen zu lassen, hier ein paar Vergleichszahlen:
Eine Minute Anne Will (Leistungsträgerjournalismus) kostet den Gebührenzahler 3.164,- Euro. "

-  Zitatende  -

Aus den mehr als 3.200 Beiträgen lässt sich sehr schnell eine Tendenz heraus arbeiten, die die Gesetzgebung als " ungerecht " bewertet.

Nun,die Sozialgesetzgebung war, ist und bleibt nie gerecht. Sie dient nicht vor allem nicht der sozialen Gerechtigkeit, weil es eine solche per se in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung, einer auf Geld, Gier und Gnadenlosigkeit fixierten Gesellschaft und einem diesen Zustand unterstützenden Staatsgebilde nicht geben darf. Wer sozial mit Sozialismus verwechselt,der irrt gewaltig.

Auch hier hat der Westerwelle ein Lügenmärchen aufgetischt,wenn er bereits vor mehr als einem halben Jahr behauptete:

"Die Diskussion nach der Karlsruher Hartz-IV-Entscheidung hat sozialistische Züge."

-Zitatende  -

Ja,ja, Guido, wie war das einst bei deinem großen Koaltionspredigern:
"  Freiheit statt Sozialismus! "

Deine hoch geistigen Ergüsse, die von den sensationsgeilen Medien genüsslich abgedruckt wurden, haben wirklich einen außergewöhnlichen Stellenwert:

" Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein."
Natürlich darf der Wohlstand nicht ohne Anstrengung ausgekostete werden, zuvor muss erst einmal der Plebs ruhig gestellt, die Reichen entlastet und die eigenen Taschen gefüllt werden.
Da lobe ich mir die Entgegnung von Heiner Geisler, der danach feststellen konnte:

"Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannt hat. Insofern stimmt Westerwelles Vergleich: Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden."

Dem wäre rein gar nichts hinzuzufügen,wenn nur Westerwelle als der Esel des Kabinetts
gelten könnte. Tatsächlich besteht aber die gesamte Regierung aus den Grautieren. So
ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, dasss die Lobbyisten aus dem Tigerenten-Lager
nun unumwunden die großartig umgangene Umsetzung des BVerfG-Urteils als
einen gelungenen Wurf unter das Volk und in den Medien zu verkaufen gedenken.
Was letztendlich verbleibt, ist die Hoffnung,dass der Bundesrat diesem Schwachsinn
aus dem Hause von der Leyen ein Ende setzt, ehe erneut die Kollegen in den Roten Roben
aus Karlsruhe ihr eine erneute Watschn verpassen - verdient hätte die
herunter gehungerte, fünffache Mutter und Tochter des CDU-Strahlemanns
Ernst Albrecht aus Niedersachsen alle Male!
 
 

Montag, 27. September 2010

Die Früchte des Waldes Teil I.

Nach meiner " Some kind of magic mushrooms " - Trilogie aus dem letzten Jahr, wollte ich eigentlich das Thema " Pilze " in 2010 nicht weiter behandeln. Der Wald hat aber seit vielen Jahren seine faszinierende Wirkung auf mich ausgeübt und zog unter meine Rechnung einen großen Strich. Ohne Pilze zu erwähnen, wird die restliche Zeit des Jahres 2010 nicht bleiben.

Wie bereits 2009 war die Pilz-Suche äußerst erfolgreich. Bereits ab Mitte August wurde die Sammel-und Suchsaison eröffnet. Und wie!


 

Neben den hier gezeigeten Steinpilzen, fanden sich Pfifferlinge, Maronen, Röhrlinge, Ziegenlippe und Sandpilze. Allesamt gut für eine wunderbar sättigende Pilzpfanne.


Dazu wird nicht sehr viel an weiteren Zutaten benötigt:
- Ein wenig gewürfelter Bauchspeck

- Ein geschlagenes Ei

- Ein wenig Petersilie

- Einige junge Kartoffeln

Fertig!





Wenn im September dann noch die Baumpilze, wie Hallimasche, Stockschwämmchen und der Violette Trichterling aus dem herbstlichen Waldboden auf oder neben vermodernden Baumstumpfen hervor gucken, kann der Pilzsuche nur noch den Bückling machen.


  

Auch wenn die Arbeit nach dem Sammeln manchmal ein oder mehr Stunden umfasst,ehe der essbare Stiel und der Kopf von sonstigen Mitbringseln des Waldes befreit worden sind,geht doch nichts über ein Pilzgericht.



Da kann der wahre Feinschmecker die gesamte Palette der dämlichen Kochshows bei der ARD, dem ZDF oder den Privatfernsehanstalten getrost abschalten.

Nur: Vorsicht ist dennoch geboten! Der Pilzfan sollte nur jene Früchte des Waldes absuchen, abschneiden und zubereiten,die er mit absoluter Sicherheit als Speisepilz identifizieren kann. Ansonsten gilt: Im Zweifelsfall stehen lassen!




Brandenburg-Krauses Kur, das Dübener-Ei und die Ostsee.



Auch 21 Jahre nach der Wende und 20 Jahre nach der bundesdeutschen Wiedervereinigung gibt es für den gemeinen Wossi immer noch einige Dinge,deren Existenz ihm bislang im Verborgenen geblieben sind.
Um jene gesamtdeutschen Bildungslücken zu schließen, kann sich der Interessent durchaus des Mediums Fernsehen bedienen.
Eine wahre Fundgrube für das Sammeln von unbekannten Begriffen bietet dem Betrachter das III.Programm des RBB. Nicht nur dass - wie es auch der MDR vor exerziert - eine riesige Menge an "ollen  " DDR-DFF-Kamellen gesendet werden, aus denen so allerlei Seltsames, Kurioses und Eigentümliches hervor geht, nein, auch die Akteure sind schon manchmal recht schrullig.

Zu den Protagonisten aus der Verzahnung von DDR-Nostalgie und Jetztzeit gehört ohne Zweifel Horst Krause. Der sich in den Jahren nach 1990 als Polizeihauptmeister Krause in dem brandenburger Ermittlerteam der ARD-Serie " Polizeiruf 110 " einen Namen gemacht hat. Aber der 1941 in Westpreußen geboren Horst Krause ist nicht nur der PHM Horst Krause aus Brandenburg. Er ist vor allem auch eine exzellenter Charakterdarsteller. Kein spektakulärer Schauspieler,der mit Glanz und Gloria in den Rollen zu sehen ist. Er ist eher dem Genre " mit leisen Tönen " oder sogar mit " deutlichen Untertönen " zuzuordnen.
Wenn ein einstiger DDR-Schauspieler die Provinz spielen soll, wie sie sich in den Neuen Bundesländern zwischen Rostock, Greifswald und Schwerin,zwischen Prenzlau,Frankfurt/Oder und Cottbus, zwischen Görlitz,Plauen und Zwickau,zwischen Gera, Eisenach und Nordhausen,zwischen Halberstadt,Stendal und Wittenberg abspielt,dann kommt ein Regisseur kaum an Horst Krause vorbei. 

"Hotti", wie er liebevoll benannt wird, ist ein Unikum. Er ist der Geist der untergegangenen DDR, ohne ihn jedoch in seinen Rollen wieder aus der verkorkten Nostalgie-Flasche heraus zu lassen.Horst Krause spielt nicht nur "Hotti" Krause in der DDR,; er spielt den Krause in den Neuen  Bundesländern,er stellt "Hotti" als den Ur-Brandenburger dar.

So auch in dem Fernsehfilm "Krauses Kur " aus dem Jahr 2009. Dieser Film wurde aber nicht nur in Brandenburg abgedreht, sondern auch in Mecklenburg-Vorpommern. Für den Gesamtdeutschen eben keine so genannte " Erste Adressen ".  Die Drehorte waren:
Ahlbeck, Usedom, Mecklenburg-Western Pomerania, Deutschland
Bansin, Usedom, Mecklenburg-Western Pomerania, Deutschland
Darß, Mecklenburg-Western Pomerania, Deutschland
Gröben, Ludwigsfelde, Brandenburg, Deutschland
Schönhorst, Brandenburg, Deutschland
Usedom, Mecklenburg-Western Pomerania, Deutschland
Ückeritz, Usedom, Mecklenburg-Western Pomerania, Deutschland

Tja, und da hat der Westdeutsche bereits nicht unerhebliche Probleme diese Orte überhaupt einzuordnen. Bei der Insel Usedom mag es gerade noch so schleichen, weil so mancher Bazi, so mancher Hesse oder Westfale die Insel schon während eines Inlandsurlaubs kennen gelernt haben könnte. Bei der weiteren Insel Darß an der Ostsee wird es bereits kriminell. Fragende und ungläubige Gesichter gibt es aber mit Sicherheit bei den Orten Schönhorst,Gröben und Ludwigsfelde in Brandenburg. "Nie gehört! ", wird die Standardantwort dann lauten.

Nun, der Mensch ist eine lernfähige Einheit. Auch der BRDler und der Bazi vielleicht auch.
Es wäre doch gelacht,wenn auf der Deutschlandkarte diese Drehorte nicht zu finden sind. Mit dem Finger auf der Landkarte, so heißt ein Kalauer aus den Gründungsjahren der BRD,der dann gestartet wurde, wenn sich ein Aufschneider besonders dicke tun wollte und angab, er sei bereits im Land X,in der Stadt Y oder auf der Insel Z gewesen.
Inzwischen gibt es die entlegensten Ort auf dieser Welt per Mausklick anzusehen. Die Medien produzieren in ihren Berichten unzählige Eindrücke aus vielen Ländern dieser Erde. Die Feuilletons der Print-Medien sind voll gestopft mit Bildern über Dörfer, Klein - und Großstädte rund um den Globus.
Da erscheint es völlig unerheblich,ob nun ein Film über die Pampa der Ost - Bundesländer ausgestrahlt wird oder nicht.

Und dennoch gibt der Fernsehfilm " Krauses Kur " viele neue Aspekte in dem routinemäßigen Alltagsverlauf nach der deutsch-deutschen Zwangsehe wieder,die einem "Wossi" nicht geläufig sind.
Die Storie,das Drehbuch und die Handlungsstränge sind eher simpel. Sie werden nicht durch sinnlose Überlagerungen von Abläufen verkompliziert. Deshalb kann sich der Rezipient auf das Wesentliche konzentrieren,das da heißt: Mensch bleiben!
In der veröffentlichten Inhaltsangabe zu diesem Film steht zu lesen:

" Nach einem Schwächeanfall muss der brandenburgische Polizeihauptmeister Krause zur Kur an die Ostsee. Seine Schwestern begleiten ihn. Gemeinsam machen sie sich mit dem guten alten Campinganhänger Marke "Dübener Ei" auf die Reise.

Schönhorst in Brandenburg: An einem Sommerabend spielt der Kreislauf des braven Dorfpolizisten Krause plötzlich verrückt. Seine Hausärztin verordnet ihm umgehend eine Kur an der Ostsee. Weil aber ohne seine Schwestern Elsa und Meta nichts geht und ein Ostsee-Quartier für drei Wochen in der Hauptsaison schlichtweg zu teuer ist, machen sie sich gemeinsam mit dem guten, alten Campinganhänger Marke "Dübener Ei" auf die Reise - Krause fährt in die Klinik, seine Schwestern übernachten auf dem Zeltplatz. Um den Gasthof von Krause und seine Schwestern kümmert sich derweil Nachbar Gänse-Schlunzke. Schnell muss Krause feststellen, dass eine Kur durchaus ihre Tücken haben kann. Weder der magere Speiseplan noch das ausgiebige, tägliche Bewegungsprogramm sagen ihm zu. Mit seinem Zimmernachbarn Rudi kommt er aus. Aber der kleine Mitpatient Jonas Schimmelpfennig, der ständig mit seinem Vater prahlt, nervt ihn. Als er Krause erzählt, dass sein Vater das Nachbargrundstück samt Zeltplatz, auf dem Krause mit seinen Schwestern immer die Ferien verbracht hat, kaufen und gewinnträchtig vermarkten will, ist er fassungslos. Er hat genug von der Kur und verlässt die Klinik. Zufällig trifft er auf Schimmelpfennig. Schnell durchschaut Krause, dass der nur den großen Immobilienhai vorgibt, um seinem Sohn zu imponieren. Krause redet ihm mächtig ins Gewissen. Als Schimmelpfennig seinem Sohn wenig später die Wahrheit sagt, stürzt für den Jungen eine Welt ein. Er wird von einem dramatischen Asthmaanfall geschüttelt. Angesichts dieser Turbulenzen erscheinen Krause die eigenen Probleme mit der Kur und dem Personal mehr als absurd. Dann verschwindet auch noch seine Schwester Meta für eine ganze Nacht. Das gab es noch nie. Krauses Kurerfolg ist ernsthaft in Gefahr.

Nach dem ebenfalls von Bernd Böhlich 2007 gedrehten Erfolg "Krauses Fest" folgt nun "Krauses Kur": eine weitere Geschichte mit dem aus dem rbb-"Polizeiruf 110" bekannten Polizeihauptmeister Krause und seinen Schwestern Elsa und Meta, die im idyllischen Schönhorst in Brandenburg den Gasthof ihrer Eltern weiterführen. Hierin spielen:

Polizeihauptmeister Horst Krause: Horst Krause
Elsa Krause: Carmen-Maja Antoni
Meta Krause: Angelika Böttiger
Rudi Weisglut: Tilo Prückner
Schwester Ilse: Irm Herrmann
Michael Schimmelpfennig: Alexander Beyer
Dr. Jessen: Fritzi Haberlandt
Gänse-Schlunzke: Andreas Schmidt

Musik: Tamás Kahane
Kamera: Thomas Plenert
Drehbuch: Bernd Böhlich
Regie: Bernd Böhlich. "

Die wunderbaren Einstellungen in dem Fernsehfilm bringen dem TV-Seher die Natur der Ostsee,besser noch: des östlichen Teils der bundesdeutschen Ostsee direkt in das Fernsehzimmer. Neben den typischen Sommersonnenuntergängen, den Strandszenen und dem eigenen Flair der auslaufenden Hochsaison,kommen eben auch die regionalen Gegebenheiten nicht zu kurz. In Form der eingesprenkelten Impressionen jenes Ostseeabschnitts, das zu Vorwendezeiten, also während der Existenz des anderen deutschen Staates,für viele Urlauber -mangels Alternativen-ein Muß war. Während dem "Wessi" dieser absolut sehenswerte Ausschnitt Deutschlands bis vor November 1989 meist vorenthalten wurde,drängten sich zuvor ungezählte Menschenmassen während der Zeiten der Großen Ferien dicht an dicht auf den vorgeschriebenen Zeltplätzen.
Ob nun in eben jenen standardisierten beweglichen Unterkünften, in Hotels oder in Wohnwagen. Hier steppte für einige Wochen der Bär.

Tja, und dank der Eingesperrten in dem zweiten Käfig der Marke Deutschland wurde viel improvisiert,wenn es um den Erhalt winziger individueller Freiheiten ging. Der Urlaub gehörte dazu. Die Werktätigen in dem damaligen Arbeiter - und Bauernstaat hatten sich in wohl verdient. Auch wenn er nicht mit jenen Luxus des Westens zu vergleichen war, so bedeutete der temporäre Abschied aus dem tristen Grau des DDR-Alltags für jeden Bürger schon etwas Besonderes. Wenn die Karawanen auf den holprigen Straßen in Richtung Ostsee zogen,dann konnten die Erholungssuchenden ein Gefährt sehen,das die Form eines geteilten Eies zeigte. Ergo hieß dieser Wohnwagen dann auch "  Dübener-Ei ". Nun,dem nachfragenden "Wossi" kann hierzu gesagt werden:

" Die Geschichte des Volks-Ei´s begann 1936 in Bad Düben (Sachsen) und ging mit der letzten Auslieferung 1990 zu Ende. Der Konstrukteur Max Würdig schuf mit dieser aerodynamischen Form eine bleibende Silhouette für die nächsten fünfzig Jahre. Als Würdig mit seiner Freundin wegen des fehlenden Trauscheins kein Nachtquartier in einem Gasthof erhielt, kam ihm die Idee für ein unabhängiges Reisezuhause, um künftig nicht mehr auf die
unsichere Gastfreundschaft Dritter angewiesen zu sein.
Die Beliebtheit des kleinen und leichten Wohnwagens stieg schnell an und so kam es in den Dreißiger-Jahren bald zu einer geringfügigen Serienproduktion die zum zweiten Weltkrieg vollständig zum erliegen kam. Ende der 50er-Jahre übernahm Max Würdigs Sohn, Karl-Bernhard Würdig, den Betrieb. "


-  Zitatende - aus: WIKIPEDIA " Dübener Ei "

Später, nämlich nach der Gründung der DDR wurde "das Dübener-Ei" durch den VEB Campingwohnwagen, Bad Düben weiter geführt.
Die produzierte Stückzahl pro Jahr blieb überschaubar,denn es handelte sich sowohl um ein Luxusprodukt, als auch um ein - aus ideologischen Motiven heraus -staatlicherseits nicht gefördertes Transportmittel.
Aus diesem Restbestand wurde eben ein solches Gefährt mittels des von PHW Krause bekannten Motorrads in Richtung Ostsee gezogen. Ein Schmunzelstück,zumal diese Art von Fortbewegung wohl kaum der StVO entspricht. Ein staunender, ja fassungsloser Kollege im Dienst drückt dennoch beide Augen zu und lässt Krause weiter zuckeln. Im Film ist eben so einiges an Absonderlichkeiten erlaubt. Krause gelangt zusammen mit seinen beiden Schwestern, deren Herkunft sich bereits an der Kleidung ausmachen lässt, auf den Darß. Ein drei-wöchiger Aufenthalt beginnt und endet mit der banalen Erkenntnis,dass Geld eben nicht Alles im Leben sein muss. Zwischendurch müht sich Krause um seine angeschlagene Gesundheit, die beiden Schwestern blühen trotz ihrer mehr als nur einfachen Herkunft richtig auf, es werden Freundschaften geschlossen und die zwischenmenschlichen Bereiche können auf bedient werden.

Zum Schluss gibt es eben jenes sattsam bekannte Friede - Freude - Eierkuchengemisch, was sich keineswegs negativ auf die Qualität der Handlung auswirkt,denn dank ihrer leisen Zwischentöne kommt der TV-Zuschauer ohne weitere Umschweife zu der erhellenden Erkenntnis, dass - zumindest im cineastischen Umfeld - doch so Manches zusammen gewachsen ist,was zusammen gehört.





Samstag, 25. September 2010

Die Meinung in Freiheit ohne Zensur: Eine Utopie oder die Grundlage einer modernen,pluralistischen Gesellschaft?

(1) 1Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. 2Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. 3Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. 2Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.




 Das dumme Gezänk um die Sarrazinśchen Märchen aus 1001 Nacht ist immer noch im vollen Gange. Da trifft es sich gut,dass neben der Mehrzahl unkritisch argumentierender Befürworter und der Minorität der Totalverweigerer, eine wachsende Gruppe an Vertretern einer dritten Meinung Gehör findet. Jene nämlich, die die Meinungsfreiheit in ihre Meinung mit einfließen lassen wollen.

Aus jener nicht unerheblichen Anzahl von BRDlern rekrutieren sich unter anderen auch die Reichsbedenkenträger, deren erhobene Zeigefinger darauf verweisen möchten,dass die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit in Gefahr ist,wenn der vermeintliche Querdenker Sarrazin mundtot gemacht werden sollte. Dabei werden folgende Hypothesen innerhalb jener Verschwörungstheorie aufgestellt:

- Die bundesdeutsche Medienlandschaft wird von "linken" Publizierungsorganen beherrscht. Hierbei werden insbesondere namentlich erwähnt " DER SPIEGEL ", " STERN " " DIE TAGESZEITNG ", " DIE ZEIT ".
Die öffentlich rechtlichen Rundfunk - und Fernsehprogramme sind ebenfalls von " Linken " oder " 68ern " durchsetzt,die qua ihrer Funktionen und ihrer Macht auf die Meinungsbildung Einfluss nehmen.

- Die Öffentlich Rechtlichen bilden zusammen mit weiteren privaten TV-Anstalten ein Meinungskartell, dass vorgefertigte Bewertungen, Kommentare und Berichterstattungen veröffentlicht und keine abweichenden Meinungen zulässt.

- Die herrschende Medienmeinung hat sich gegen Sarrazin nur deshalb positioniert, weil deren Vertreter von der Politik gelenkt werden und ihre Exponenten Abweichungen von der " Political Correctness "  nicht für wünschenswert halten, um das Ansehen der BRD im Ausland  nicht zu schädigen.

Ähnliche Varianten kursieren in diversen Foren in Form von eingestellten Wortbeiträgen im Internet.

Der kritische Rezipient muss sich alsbald Kopf schütteln abwenden,denn der Grad der Unwissenheit nimmt  mit jedem weiteren Gedankenschritt in Richtung rechtsradikaler Grundeinstellung zu. Was zunächst sich eher als Ausfluss eines pubertierenden Menschen liest, nimmt nach intensiverer Betrachtungsweise bedenklich Züge an,weil nicht nur Ahnungslosigkeit und Halbwissen miteinander vermischt werden,sondern darüber hinaus auch noch als des einfachen Mannes, der nicht belesenen Frau hin gestellt wird.

Leider hat sich die angebliche Gegenöffentlichkeit,nämlich die nicht publizierte Meinung des Plebs innerhalb jener Foren bereit zu einer herrschenden Meinung verfestigt. Darin werden abweichende Äußerungen gnadenlos nieder gemacht. Ein abschreckendes Beispiel sind jene Ergüsse als und zu den Buchbesprechungen der Sarrazinśchen Lektüren bei einem großen Internetversandhandel. Was dort so alles an Worten aneinander gereiht für bare Münze genommen wird, lässt für unsere Zukunft nichts Gutes erahnen.

Warum beispielsweise ein Ahnungsloser in seinem veröffentlichten Gebräu aus Halbwahrheiten und Märchen ausgerechnet auf die Erkenntnis stösst,dass Privat-Sender, wie RTL, SAT1 oder PRO7 ausgerechnet im Gleichschritt mit den ÖR als " linke " Propagandamaschinerie gegen die vermeintliche Mehrheitsmeinung in dem hoch stilisierten Buch von Thilo Sarrazin agiert,bleibt völlig schleierhaft. Da schrieb wohl eher ein Blinder von der Farbe. Immerhin zeigen solche Schwachsinnsbeiträge,dass die von eben jenen braungefärbten Protagonisten ketzerisch verbreitete Behauptung in diesem, unserem Lande sei die Meinungsfreiheit abgeschafft,weil nicht erwünschte Äußerungen unterdrückt werden würden,aus dem Reich der Fabeln stammt.

Wer sich die Medienlandschaft seit Beginn der BRD und insbesondere der letzten 25 Jahre ansieht, wird zu der Erkenntnis gelangen,dass weder die Presselandschaft von " linken " Herausgebern beherrscht, noch dass die ÖR von " linken " Agitatoren infiltriert sind;geschweige denn, dass private Rundfunk-und Fernsehanstalten zum " linken " Spektrum der Mediendienstleister zu zählen sind. Was eher auffällt ist die Gleichförmigkeit, mit der die Medienindustrie den veröffentlichten Quark mit Soße des Herrn Sarrazin abtut.

Dieses Verhalten ist somit weder als vorgefertigte Reaktion von den " linken " Medien zu bewerten,noch ist es als eine Art Unterdrückungsversuch einer möglicherweise missliebigen  Meinung anzusehen. Was nicht immer so war. Bereits ab den 50er Jahren hetzten von den Rundfunkgebühren bezahlte rechte TV-Journalisten beispielsweise gen Mitglieder der Gruppe 47.In den 60er Jahren pöbelten Alt-Faschisten in den öffentlich rechtlichen Rundfunk-und Fernsehkanälen hemmungslos gegen die APO, gegen Modeerscheinungen und gegen eigene kritische Kollegen. In den 70er Jahren durften BR-Arschlöcher, wie der Italien-Korrespondent Wolf Feller, BR-Moderatoren wie der dicke Klaus Stephan und ZDF-Reaktionäre in den Nachrichtensendungen unumwunden ihren geistigen Dünnschiss verbreiten,ohne dass sie dafür gerügt wurden.
Auch die Propaganda-und Hasstiraden der "SPRINGER "-Presse, der "BURDA"- Blätter oder aus dem " BAUER "-Verlag konnten einseitig und lügnerisch über politische Ereignisse, über Personen aus dem Reformlager sowie sonstige Andersdenkende vom Leder ziehen.

Die Medienlandschaft hat sich inzwischen dramatisch verändert. Wobei es vielfach nur um Umsatz, Quote und Profit geht. Welche Meinung dabei vermarktet werden muss, ist für den Nachrichtenverkäufer völlig unerheblich. Die Konzentrationsprozesse innerhalb der Print-Medien-Branche hat inzwischen dazu geführt, dass nur noch wenige Anbieter über ein breit gefächertes Angebot immer wieder eine stromlinienförmige Meldungsaufmachung bevorzugen. Fakt ist auch,dass eben jene wenigen Anbieter eine wertkonservative Grundeinstellung vertreten, so wie die aus den Häusern Mohn,Springer,Burda.

Sarrazin wurde selbst aus diesen Meinungsmachern eher kritisiert.
Deshalb sollten sich Sarrazin und seine Fans einmal fragen,warum - mit Ausnahme der Pygmäen-Parteien am äußersten rechten Rand - auch CDU/CSU-Hardliner dessen Ausführungen als Blödsinn abkanzeln?

Solange sich ein Verleger für ähnlich provokante Werke findet, solange es dafür auch Zukünftig genügend Leser gibt und solange eine Diskussion um eben derartigen Nonsens gibt,ist mir um die Einhaltung der Meinungsfreiheit in der BRD nicht bange. Wenn jedoch Hirngespinste, wie jene, die in einschlägigen Foren artikuliert werden erst Oberhand nehmen,ist es um die Meinungsfreiheit schlecht bestellt.

     

Montag, 20. September 2010

Zwergenaufstand der Mamseln aus dem Reich der Mitte!


Dass die CDU unter der Fuchtel der promovierten Chemikerin aus Brandenburg längst einen anderen Außenanstrich erhalten hat,dürfte dem eingefleischten Fan jener Partei inzwischen bekannt sein. Nur die retrospektivisch orientierten Hardliner, die einstigen Steigbügelhalter für Trommler und Dummschwätzer, wie Dregger,Heitmann,Koch und Co. hoffen - allerdings vergeblich -, dass ihre Ansichten zur Gestaltung dieser zerbröselnden Gesellschaft wieder Salon fähig werden. Auf diese Trendwende werden auch die Frauen in der CDU seit vielen Jahrzehnten - insbesondere in ihren eigenen Reihen - gewartet haben,denn die eher stiefmütterlich behandelte Frauenunion hat - bis auf wenige Vorzeigedamen - in dem Machtapparat der Schwarzen keinen großartigen Funktionsradius.

Trotz allerlei Bemühungen, der Fluch auf die C-Parteien lastet - bedingt durch ihre Dogmen,die das Dasein der Frauen knallhart auf die drei berühmt, berüchtigten reduzieren - ist längst nicht beseitigt worden, weil sich viele Inhalte immer noch nicht den heutigen Gegebenheiten angepasst haben. Einst wollten eher fortschrittlich orientierte Unionisten mittels einer sichtbaren personellen Veränderung in den Parteigremien das Konservative und Rückschrittliche austreiben. Hiervon sind die C-Parteien immer noch Lichtjahre entfernt. Eine einschneide Veränderung der gesellschaftspolitischen Inhalte ist nicht zu registrieren. Gleiches verhält sich bei den Fragen nach der Rolle der Faru in der Ökonomie und der Gesellschaft.

Frauen in den Führungsetagen, Frauen an der Macht sind gerade bei der CDU/CSU unterrepräsentiert. Von einer Quotenerfüllung kann deshalb nicht die Rede ein. Deshalb musste eine so genannte Frauenquote her, die vorschreibt, dass mindestens 40 % aller erstrebenswerten Funktionen von den CSU-Damen zu besetzen sind.

Dieses zu ändern, gaben nun einige Damen im gesetzten nach 18 Plus - Alter vor. Sie treten an, die Unionspartei quasi im " rollback "Verfahren wieder auf die Linie der Endsechziger und siebziger Jahre zu trimmen. Sie brauchen keine Quote,weil sie selbst überzeugt von ihren eigenen Fähigkeiten, jene im Kampf um Macht, Männer und Moneten vor sich her tragen und damit in ein Amt gehievt werden möchten.
Ein ehernes Vorhaben,denn die verkrusteten, mit Karriere geilen Männern voll gestopften CDU/CSU-Gremien sind zu einem derart revolutionären Umdenken nicht einmal ansatzweise bereit. Da dürften es die jungen drallen Damen der JU aus Bayern sehr schwer haben.

Dennoch zeigen sie sich kampfeswillig im hausbackenen Outfit vom Dirndl über Hosenanzug auf einem Bild für den "SPIEGEL" und üben zarte Kritik an dem Realzustand der Union. Diese neuen, sehr leisen Töne könnten alsbald in ein Jerichoer-Donnerhall umfunktioniert werden,denn jene Frontfrauen wollten auf dem anstehenden Parteitag der CSU über den Realzustand des einstigen Sammelbeckens von Besitzstandswahrern und Kirchenlobhudelern so richtig vom Leder ziehen. Es kam anders,denn die Frauenquote wurde mit Hilfe der Männer verabschiedet.

Die CSU-Frauenquote ist auf dem letzten ordentlichen Parteitag beschlossen worden. Damit scheiterte das Vorhaben der feschen Dirndlträgerinnen ihre eigenen Karriereziele per kognitiver Überlegenheit verwirklichen zu wollen. Die Quote kommt und wird sehr schnell dazu führen, dass die ernüchternden Zahlen zu dem Frauenanteil in der CSU nicht einmal die erwünschten 40 % erkennen lassen. Weil Parteipolitik seit vielen Jahren als uncool gilt, weil Politikerinnen gemeinhin nicht sexy sind und weil der Nachwuchs eher durch den Versuch über die Dauerverblödungssendungen im Privat-TV ein arbeist - und sorgenfreies Auskommen anstrebt, bluten die einstigen Volksparteien aus.

Da wird der Ruf nach einer Frauenquote in der CSU zur Comedynummer und die Forderung jener Mamseln im Trachtenlook, einer 38-40er Jeans oder einer Lederhose auf Abschaffung einer solchen mutiert flugs zu einem Treppenwitz.

Sonntag, 19. September 2010

Herbstzeit = Erntezeit?


Jetzt kommt die Dritte Jahreszeit mit Macht in das Sichtfeld des mitteleuropäischen Erdbewohners. Wenn sich sukzessive das Laub der Bäume bunt färbt, wenn die Blätter welken, herunter rieseln und dann kleine Häufchen bilden, wenn es auf den Feldern, in den Gärten und den Gassen nach verbrannten Holz, Gestrüpp und Pflanzenteilen riecht, dann ist die Herbstzeit angebrochen.




Einst war sie für viele Kinder und Jugendlich das synonym für Erntefeste, Herbstmärkte und Herbstkirmes. So wie auf das Münchner Oktoberfest, das inzwischen längst zur größten Sauf - und Fressorgie der Welt verkommen ist, und die weiteren Massenveranstaltung, wie Cannstatter Wasen , Bremer Freimarkt oder Hamburger Dom allesamt in der bunten Jahreszeit stattfinden, treibt es jetzt immer noch viele Kinder und Jugendlich zu den ungezählten Veranstaltungen mit den lärmenden Fahrgeschäften, wohl riechenden Verkaufsbunden und der vielseitigen Gastronomie, damit all jährlich auf die ungezählten Rummelplätze.

Das die Herbstzeit auch die Erntezeit ist, wird traditionell durch die Lyrik der letzten Jahrhunderte eindrucksvoll dokumentiert. So heißt es beispielsweise bei Theodor Storm in seinem Gedicht " Herbszeit "

Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

Seufzend in geheimer KlageStreift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg' ein ferner Frühlingstag.

Nun, die Zahl der deutschsprachigen Dichter war zu jener zeit sehr groß. Deren poetische Lobeshymnen auf den " Goldenen Herbst " sind für den Rezipienten aus der Jetztzeit deshalb sehr differenziert zu sehen. Gaben sie mehrheitlich eher den sozialromatischen Aspekt der Herbstmonate wieder. Ein weiterer Protagonist aus der Garde der Romantiker war, ist und bleibt Theodor Fontane. Er dichtete einst zum Herbst so:


O trübe diese Tage nicht,
Sie sind der letzte Sonnenschein,
Wie lange, und es lischt das Licht
Und unser Winter bricht herein.

Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man's nicht mehr erhoffen mag,
Dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
Ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süßer Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz,
O sorge, dass uns keine fehltUnd gönn' uns jede Stunde ganz.

Und neben dem Fontanśchen Gedicht " O trübe diese Tage nicht ", lässt sich die Hommage von Agnes Miegel an den " Frühherbst " wunderbar angliedern. Zumal ihre lyrischen Impressionen genau dem entsprechen,die mir aus meinen einst noch überwiegend sorglosen Kinder - und Jugendjahren in Erinnerung sind:

Frühherbst

Die Stirn bekränzt mit roten Berberitzen
steht nun der Herbst am Stoppelfeld,
in klarer Luft die weißen Fäden blitzen,
in Gold und Purpur glüht die Welt.

Ich seh hinaus und hör den Herbstwind sausen,
vor meinem Fenster nickt der wilde Wein,
von fernen Ostseewellen kommt ein Brausen
und singt die letzten Rosen ein.

Ein reifer roter Apfel fällt zur Erde,
ein später Falter sich darüber wiegt –
ich fühle, wie ich still und ruhig werde,
und dieses Jahres Gram verfliegt.

Selbst wenn die Lyrik der deutschen Dichter und Denker von einst während meiner Schulzeit eher in dem Zwang eines benoteten Auswendiglernens zu sehen war, Jahre später dann als Relikte eines deutschtümelnden Establishements kritisiert wurde, so ist die Ahnungslosigkeit der Mehrzahl von heutigen Schulabgängern auf diesen Gebiet derart frappierend, dass sich die Forderung aus der dunklen Ecke der konservativen Besitzstandswahrer an den Bevölkerungsteil mit Migrationshintergrund nach der Einhaltung der so genannten " Deutschen Leitkultur als reine Lachnummer entlarvt.

Was einst als notwendiges Übel des Deutschunterrichts in ungezählten Stunden in das Gedächtnis eingemeiselt wurde,verblasste im Verlaufe der vielen Lebensjahre zunehmend. Ob nun Eduard Mörike,Georg Trakl oder auf Wolfgang von Goethe, sie alle bedichten die Dritte Jahreszeit auch als Phase des Vergehens. Dabei geben ihre lyrischen Beschreibungen nur jenen immer währenden Prozess des menschlichen Daseins wieder,welcher von der Natur lediglich im Schnelldurchgang Jahr für Jahr vorgezeigt wird.

Wenn die eigenen Erinnerungen aus den Herbstmonaten meiner Kinder - Schul - und Jugendzeit nur noch spärlich abrufbar sind, so liegt dieses nicht etwa daran,dass jene Jahre nun besonders ereignislos waren, sondern dieses ist wohl eher dem Umstand geschuldet,dass auch bleibende Eindrücke aus längst vergangenen Zeiten im verlaufe eben dieser Dimension zu verblassen, zu verwässern und zu entschwinden drohen.

Herbstzeit anno 1960, das waren abgeerntete und - wenige Wochen später - umgepflügte Stoppelfelder, auf denen wir häufig mit einem - im wahrsten Sinne des Wortes aus den Nähten platzenden - Lederball herum bolzten. Das waren Klettertage auf verschiedenen Obstbäumen, von und aus denen wir uns reife Äpfel - damals allesamt noch ungespritzt -, Pflaumen oder Zwetschen und leckere Birnen pflücken konnten. Ob nun mit oder auch ohne Erlaubnis der Grundstückseigentümer. Das waren selbst gebastelte Drachen, die auf den Wiesen, den Feldwegen und Stoppelfeldern - oft verzweifelt - zum Steigen, Fliegen und Gleiten bringen wollten.

Die Herbstzeit war aber auch die Zeit der heftigen Winde, der Herbststürme und schon recht ungemütlichen Tage. Im Wechsel mit einer sich manchmal noch zeigenden, wohlig wärmenden Herbstsonne regnete es häufig die viel zitierten Bindfäden. Große Pfützen bildeten sich auf den ungezählten Ackerfurchen, in den schadhaften Gehsteigen und in den massenhaften Schlaglöchern der nur schlecht asphaltierten Straßen. Mit Regenjacke, Gummistiefeln und schon wärmender Hose bekleidet verließen wir das elterliche Grundstück,um wenige Meter weiter die anderen Schüler der Straße oder der Nachbarstraßen zum gemeinsamen Schulweg zu treffen oder abzuholen. Das Ritual war bei dem schlechten Wetter mit Wind,Regen und kühlen Außentemperaturen besonders verbindend, denn alle hatten mit jenem schlechten Herbstwetter zu kämpfen.

Herbstzeit, das war aber auch über viele Wochen Erntezeit. Während die vielen Bauern ihre Felder bestellten, auf denen sie zuvor in den heißen Augusttagen das Getreide abgemäht hatten, wurden in den ungezählten Haushalten mit eigenem Garten, mit dazu gepachteten Land die Früchte geerntet. Ob nun Obst, das an den Bäumen hing, ob nun Felder mit Kartoffeln, Runkeln oder Kohl, ob nun Mohrüben, "Dicke Bohnen " oder Kürbis, es musste alles abgeerntet, verarbeitet und haltbar gemacht werden. denn: Der nächste Winter kommt bestimmt!

Für uns als Kinder waren das alle Male interessante Tage,denn es gab viel mitzuhelfen. Dabei konnten wir auch lernen, wie die unterschiedlichen Früchte des Feldes zubereitet und konserviert werden. Nebenbei kochten unsere Großeltern oder Eltern davon leckere Eintöpfe,Suppen oder Nachspeisen. So wurde sehr oft kein Tag langweilig, weil es eben viel zu sehen gab. Ein El Dorado für viele Kinder, auch wenn die Grenze zwischen Kinderarbeit und Erlebnissen - meist gewollt - sehr schnell verwischte.

Wenn in den Jahren des längst Erwachsenseins lyrisch und prosaische Veröffentlichungen über den Herbst aus meiner Erinnerung hervor kommen,so reduzieren diese sich auf die Musik und lesen sich ähnlich, wie das Lied der Popgruppe " The Kinks " aus dem Jahre 1968:


From the dew-soaked hedge creeps a crawly caterpillar,
When the dawn begins to crack.
It’s all part of my autumn almanac.
Breeze blows leaves of a musty[mustard?
Coloured yellow,
So I sweep them in my sack.
Yes, yes, yes, it’s my autumn almanac.

Friday evenings, people get together.H
Hiding from the weather.
Tea and toasted, buttered currant buns
Can’t compensate for lack of sun.
Because the summer’s all gone.

La-la-la-la...
Oh, my poor rheumatic back.
Yes, yes, yes, it’s my autumn almanac.

La-la-la-la...
Oh, my autumn almanac
Yes, yes, yes, it’s my autumn almanac.

I like my football on a saturday.
Roast beef on sundays, all right.
I go to blackpool for my holidays.S
Sit in the open sunlight.
This is my street,
and I’m never gonna to leave it,
And I’m always gonna to stay hereIf
I live to be ninety-nine,’cause all the people I meet
Seem to come from my street.
And I can’t get away.
Because it’s calling me, (come on home)
Hear it calling me, (come on home)

La-la-la-la...
Oh, my autumn almanac.Y
Yes, yes, yes, it’s my autumn almanac.

La-la-la-la...
Oh, my autumn almanac.Y
Yes, yes, yes, yes, yes, yes, yes, yes.
Bop-bop-bopm-bop-bop.
Whoa!Bop-bop-bopm-bop-bop, whoa!(etc.)

http://www.jango.com/music/The+Kinks?l=0




Oh lord, want you buy me, a Mercedes Benz!



Die Zahl der Lobeshymnen auf blinkend,glänzend und strahlende Chromteile, auf großflächige Karosserien und Wohnzimmer ähnliche Innenleben durch populäre Musiker ist immens. Ob nun der Klassiker N.S.U. der Supergrgroup "Cream " rund um Sir Eric Clapton mit dem sinnigen Refrain:

"Driving in my car,
Smoking my cigar,
The only time I'm happy's when I play my guitar. "

oder

" Steppenwolf " mit dem Mega-Hit " Born to be wild ", in dem es heißt:

" Get your motor runnin'.
Head out on the highway
Lookin' for adventure
And whatever comes our way
. "

oder aber als instrumentale Version des Stücks " Drivin'south " von Curtis Knight, das der legendäre Jimi Hendrix mit seiner Band " The Experience " 1968 aufnahm, sie alle verkörperten bereits vor mehr als 4 Dekaden den Wunsch des Bewohners einer industriellen Massengesellschaft auf den Erhalt eines gewissen Quantums an individueller Freiheit.
Was ist zur Umsetzung jener Sehnsucht prädestinierter als ein Kraftfahrzeug?

Inzwischen gehört der Mobilitätsfaktor der globalisierten Menschheit zu einem notwendigen Übel und gilt bei den Ökonomen aus dem Genre der Wachstumsgläubigen als Indikator für den Fortschritt. Auch wenn ein partielles Umdenken in einigen Bereichen der Gesellschaft Platz gegriffen hat, so gilt heute - mehr denn je -der Grundsatz:
" Zeige mir, welches Auto du fährst und ich sage dir, wer du bist! "

Wer die letzten 50 Jahre der BRD und die 20 Jahre des wiedervereinten Deutschlands unter dem Aspekt der Motorisierung einmal Revue passieren lässt, wird neben vielen unappetitlichen Seiten des Autowahns, wie die zunehmende Aggressivität auf den Straßen bei abnehmender Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle,die explodierenden Kosten für den Unterhalt eines PKW bei gleichzeitig steigender Zahl der Zulassungen sowie auch die sich ständig ausweitende Anzahl an Modellen bei sinkender Zahl von Herstellern, als nur einige Kriterien des Auto fixierten Lebens des Durchschnittsmichels erkennen.

Was waren das noch vor 50 Jahren für wundere Zustände, als die Menge der zugelassenen Personenkraftfahrzeuge überschaubar war, als die vorbei fahrenden PKW je Stunde nicht einmal zwei Dutzend zählte und der Eigentümer einer Karosse als Mann vom Mond betrachtet wurde.Was heute als eine Art von alltäglicher Begegnung der Dritten Art eher kommentarlos oder - im zunehmenden Maße - wegen eines vermeintlich verkehrsordnungswidrigen Fahrstils als Ärgernis betrachtet wird, war noch vor vielen Jahren eine Ausnahme.

Das Zusammentreffen mit einem Mercedes Benz ( heute: Daimler Benz ) Fahrzeug in Form einer Limousine der gehobenen Preisklasse. Der Daimler, der Mercedes, der Benz, gehört in der Entwicklung der Automobile schon immer zu der Creme de la'Creme, zu den Top Ten, zum Establishment der rollenden Wohnzimmer.

Wenn nun ein Modell aus längst vergangenen Tagen, aus der Zeit als Mercedes noch Mercedes war, als ein Daimler noch etwas Besonderes darstellte, in Form eines Oldtimer so in der noch wärmenden Herbstsonne auf der Straße steht, so gibt er selbst einem nur mäßig interessierten Automobilisten einen gewissen Hauch von Nostalgie herüber.

Nostalgisch sieht nicht nur die Karosse aus,die jenseits der messtechnischen Mindestnormen in Form der CW-Werte liegen und damit den Benzinverbrauch mit beeinflussen. Nostalgisch wird auch das Eigengewicht des Mercedes zu nennen sein, dass dem von zwei Kleinwagen entspricht. Und nostalgisch ist wohl auch die Stärke des verarbeitenden Blechs anzusehen sein, das sogar noch dort vorhanden ist, wo ein heutiges Modell längst Kunststoffteile vorweist.

Vor vielen Jahren kalauerte mein Onkel aus dem Voigtland einst - immer etwas neidisch auf die westdeutschen Autos zeigend - folgerichtig:
" Jeder Popel fährt ein Opel. Aber ein Mercedes, fährt nicht ein Jedes! "
So holprig diese damals noch zutreffende Lebenswahrheit sich anhört, so widersinnig mag sie den Nutzern der Allerweltsmodelle von Benz heute klingen.

Da lobe ich mir trotzdem die wunderbare Lyrik einer Janis Joplin, wenn sie singt:


Oh lord won't you buy me a Mercedes Benz. My friends all drive porsches, I must make amends. Worked hard all my lifetime, no help from my friends. So oh lord won't you buy me a Mercedes Benz Oh lord won't you buy me a color TV. Dialing for dollars is trying to find me. I wait for delivery each day until three. So oh lord won't you buy me a color TV. Oh lord won't you buy me a night on the town. I'm counting on you lord, please don't let me down. Prove that you love me and buy the next round. Oh lord won't you buy me a night on the town. Oh lord won't you buy me a Mercedes Benz My friends all drive porsches, I must make amends. Worked hard all my lifetime, no help from my friends. So oh lord won't you buy me a Mercedes Benz.

Schöne alte Zeit, in der vor allem auch die Musik besser war!