Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Dienstag, 31. August 2010

Immer unter Strom.



Der 31. 08. 2010 könnte ein wichtiges Datum sein, denn ab 24.00 Uhr wird der Liefervertrag mit dem Anbieter " Yello Strom " endgültig auslaufen. Ab dem 01. 09. 2010 heißt der neue Vertragspartner wieder " DREWAG ". Tja,und da das gemeinsame Zusammenarbeiten nicht länger als 3,5 Jahre dauerte, muss es wohl erlaubt sein, eine kritische Bilanz zu ziehen.

Die " DREWAG " ist für Dresden - wie es ihr Name schon vermuten lässt - der größte Energieanbieter im lokalen Bereich. Bei " Wikipedia " findet sich hierunter:
" Die Drewag Stadtwerke Dresden GmbH (eigene Schreibweise: DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH) ist das Stadtwerk von Dresden  Anteilseigener sind über zwischengeschaltete Beteiligungsgesellschaften letztlich zu 90% die Stadt Dresden und zu 10% die Thüga AG. Die Drewag betreibt in Dresden neben 12 Umspannwerken und ca. 1.600 Umspannstationen  7 Heizkraftwerk  und 4 Wasserwerke. "

- Zitatende -


Mit einer Bilanzsumme von ca. 1,19 Mrd. Euro und einem Umsatz in 2009 mit ca. 1,02 gehört der Energieanbieter eher zu den kleineren in seiner Branche. Um es auf einen Punkt zu bringen: klein, aber fein. Denn Gewinne lassen sich auch als Pimpf machen und zwar sehr ordentliche.
Dieses liegt vor allen Dingen daran, dass der Strompreis seit dem Inkrafttreten der Wirtschafts - und Währungsunion vor 20 Jahren auch in den Neuen Bundesländern nur eine Richtung kennt und die zeigt steil nach oben.




Wenn diese Entwicklung impliziert, dass die Stromproduzenten ( vulgo: die Vier Besatzungsmächte ) exorbitante Profite erzielen, muss aber im gleichen Atemzug der Staat als der nicht minder große " Abzocker " angeprangert werden. Denn der Kilowattpreis setzt sich so zusammen:



Auch wenn die eingestellten Statistiken längst veraltet sind, denn der durchschnittliche Preis je Kilowattstunde liegt inzwischen bei 21 bis 24 Eurocent,zeigen sie plastisch,dass der Fiskus von jeder Preiserhöhung partizipiert. Und zwar bei einem Eurocent mit 0,39 Eurocent.





Getreu dem Motto: " Ein Schelm, der dabei Böses denkt! ", wird auch jedem noch so Begriffsstutzigen klar, dass die Berliner Lobbyisten-Mafia keinerlei Drang verspürt, um über eine gesetzliche Deckelung der Strompreise auch nur ansatzweise nachzudenken.

Im europäischen Vergleich liegen deshalb die Marktpreise weit über dem Durchschnitt:
" Hier liegen zum einen die Vergleichszahlen von 2008 vor: Im EU-Durchschnitt lagen die durchschnittlichen Nettostrompreise bei 0,1211 € / KWh. Hier wäre Deutschland ja definitiv im Mittel. Dass es jedoch auch innerhalb von Europa starke Schwankungen der Strompreise gibt zeigen die Länder Frankreich (0,0914 € / KWh) und Großbritannien (0,1394 € / KWh).
Doch es hat in Deutschland gerade 2009 und 2010 immer wieder Strompreiserhöhungen gegeben – nicht jedoch in den meisten anderen europäischen Ländern. Und die europäische Statistikbehörde Eurostat hat kürzlich aktuelle Erhebungen vorgelegt: So liegt der durchschnittliche Strompreis in der EU für private Haushalte bei 0,165 € (inklusive Steuern!). In Deutschland liegt er bei 0,229 € pro Kilowattstunde. Damit nimmt Deutschland den Dritten Platz ein, auf der Rangliste der teuersten Strompreise. Aber auch die aktuellen Zahlen zeigen die enormen Unterschiede auf, so nimmt Dänemark mit 0,255 € den Spitzenplatz ein, am günstigsten sind die Strompreise in Rumänien mit nur 0,08 € pro Kilowattstunde.
Ein Grund, warum die Strompreise in Deutschland so hoch sind: 41% der Strompreise sind Steuern. Im EU-Durchschnitt liegt dieser Anteil bei 26%. "

- Zitatende -

Strompreise bei einem

Jahresverbrauch von 3.500 kWh (2008)

Staat                    
Cent/kWh

Belgien

20,27
Bulgarien7,67
Tschechische Rep.12,87
Dänemark27,10
Deutschland21,72
Estland8,32
Irland19,01
Griechenland10,73
Spanien14,62
Frankreich12,23
Italien21,37
Lettland9,23
Litauen8,63
Luxemburg15,74
Ungarn15,51
Niederlande17,55
Österreich17,76
Polen12,77
Portugal15,03
Rumänien10,82
Slowenien11,52
Slowakei14,21
Finnland12,48
Schweden17,22
Großbritannien15,31
Norwegen16,70

Auch unter Berücksichtigung, dass die BRD nur bedingte Rohstoffressourcen vorweisen kann, die technologische Entwicklung von Alternativenergieträgern somit auch kostspielig ist, bleibt fest zu halten, dass der Strompreis je Kilowattstunde um mindestens 5 Eurocent zu hoch ist. Bezogen auf einen durchschnittlichen Verbrauch je Haushalt von 3.500 Kwh, bedeutet dieses eine Überteuerung von 175 Euro im Jahr.

Da sinniert so mancher Krisengeschüttelter und Globalisierungsfrustrierter über Sparmöglichkeiten nach. Seit der so genannten Liberalisierung des Strommarktes in diesem, unserem Lande,die im Zuge der EU-Nivellierung erfolgte,besteht theoretisch die Auswahl zwischen ca. 860 in der Bundesrepublik registrierten Anbietern und 60-80 Stromproduzenten.


Bei " Wikipedia " findet sich hierunter folgende Beschreibung:

" Der liberalisierte Energiemarkt beschreibt den Markt der leitungsgebundenen Energieversorgung durch die Energieversorgungsunternehmen mit Strom und Erdgas, bei dem möglichst viele Teile der Lieferkette dem freien Wettbewerb unterliegen. Über den Wettbewerb sollen die Verbraucher zu den günstigsten Konditionen marktgerecht versorgt werden. Die für die Versorgung benötigten Versorgungsnetze können nicht sinnvoll dem Wettbewerb unterzogen werden. Hier hat der jeweilige Netzbetreiber eine Monopolstellung. Damit der Netzbetreiber seine Monopolstellung nicht zu seinen Gunsten ausnutzt, werden die Entgelte für die Nutzung der Netze (Netznutzungsentgelte) staatlich reguliert. "

- Zitatende -

Der vielleicht damit intendierte Wusch, dass es zu einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb kommen muss, zeigt sich jedoch als Irrglaube, denn zum einen wird die BRD als exportstarker Stromproduzent geführt, dass heißt, die " Vier Schwestern " ( E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall ) liefern den hier nicht verkauften Strom in das europäische Ausland.


Land       Import         Export         Nettoimport
Belgien17,0366,561 10,475
Bulgarien3,0968,44-5,344
Dänemark8,54510,772-2,227
Deutschland40,24562,695-22,45
Frankreich10,17656,495-46,319
Griechenland7,5751,9645,611
Großbritannien12,4480,92311,525
Italien43,2843,39439,89
Kroatien12,2475,6696,578
Luxemburg6,8192,4644,355
Niederlande25,0239,28215,741
Norwegen0,7567,97-7,214
Österreich22,03316,5285,505
Polen9,0219,704-0,683
Portugal10,5971,3159,282
Rumänien2,6097,042-4,433
Schweden1,8856,937-5,052
Schweiz30,49430,525-0,031
Serbien9,1368,5740,562
Slowakei9,4148,8890,525
Slowenien6,2337,827-1,594
Spanien5,89416,485-10,591
Tschechien8,52419,986-11,462
Ungarn12,7728,8673,905

Dagegen ist unter den Kriterien einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung zunächst nichts Verwerfliches zu erkennen. Betrachtet der Interessierte jedoch diesen Markt etwas genauer, wird er sehr schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass die Stromerzeuger ihre Energie nicht zu den Inlandspreisen anbieten und verkaufen können, weil eben diese überteuert sind. Statt die Binnenmarktpreise zu senken und damit einen identischen Umsatz zu erzielen, werden lieber die Strompreise künstlich hoch gehalten,weil über die Exportschiene der hier nicht nachgefragte Strom weitergeleitet werden kann und im Ausland Profit bringend verbraucht zu werden.

Gleichzeitig wird billigerer Strom aus dem Ausland importiert und hier zu Marktpreisen teuer angeboten und umgesetzt. Dieses erfolgt über die " Leipziger Strombörse ".

Rein wissenschaftlich definiert sich das dortige Marktgeschehen so:

"
Eine Strombörse ist ein organisierter Markt für Strom, der ähnlich wie eine Wertpapierbörse funktioniert. Als Produkte werden zeitlich abgegrenzte Mengen an Strom gehandelt. Der Vorteil des Stromhandels an der Börse ist die Bündelung von Angebot und Nachfrage, wodurch eine hohe Liquidität erreicht werden kann. Standardisierte Produkte ermöglichen einen geregelten Handel und schaffen einfache Vergleichsinstrumente, wodurch die Verhandlungskosten sinken. Volkswirtschaftlich entsteht eine optimale Allokation. "

- Zitatende -

De facto muss aber kritisch betrachtet davon ausgeganegen werden, dass dieser vermeintliche Handelsplatz den " Vier Schwestern " dazu dient, um die Profitmaximierung umzusetzen:


" Praktiken des durch einen Unternehmensskandal in die Schlagzeilen gekommenen US-amerikanischen Energieunternehmens Enron offenbaren jedoch auch Schattenseiten des Handels von Strom über die Börse. Durch manipulative Spekulation und Eingabe falscher Kaufs- und Verkaufsdaten ist es Enron gelungen, künstlich Strom-Engpässe zu erzeugen. Durch die scheinbar erhöhte Nachfrage und das geringere Angebot kam es zu sprunghaften Preissteigerungen, die das Unternehmen ausnutzen konnte und die in Kalifornien auch Stromausfälle zur Folge hatten. Neben diesen Manipulationen auf dem Termin- und Spotmarkt konnte Enron auch durch Bilanzmanipulation und das Auftreten als Energiebroker längerfristig die Preise anheben.
Möglich sind solche Manipulationen vor allem bei unbeaufsichtigten und intransparenten Terminkontrakten. Im Falle von Enron wurden damals die Energiederivate nicht von staatlicher Stelle kontrolliert. Aus diesem Grund kann eine Regulierung notwendig werden, auch wenn dadurch das sonst gewünschte freie Spiel der Kräfte am Markt eingeschränkt wird.
In Europa wird ein derartiger Fall aufgrund abweichender Strukturen für eher unwahrscheinlich gehalten. Ähnliche Preismanipulationen wurden jedoch auch schon in Deutschland vermutet. Im Sommer 2005 wurden beispielsweise Vermutungen laut, dass die großen deutschen Energiekonzerne (E.ON, EnBW, RWE, Vattenfall Europe) den Strompreis manipulieren. In Diskussionen wird häufig das Handelsvolumen an der EEX kritisiert. Am Terminmarkt, an dem Erzeugungs- und Vertriebsmengen langfristig preislich gesichert werden, wurden 2006 1.044 TWh gehandelt (zum Vergleich: Stromverbrauch in Deutschland 531 TWh). Am Spotmarkt betrug das Handelsvolumen an der EEX 89 TWh.Der an der Börse ermittelte Preis wird aber meist auch für die überwiegende Anzahl der außerbörslichen Kontrakte übernommen. "

- Zitatende -

Insgesamt lässt sich demnach mit Werner Marnette feststellen, dass durch die Privatisierung und trotz der " Liberalisierung " der Anbietermarkt ein Oligopol darstellt, in Form der " Vier Besatzungsmächten " darstellt. Hier wird nicht nur beherrscht, sondern auch nach Belieben manipuliert. Der Kunde zahlt letztendlich die Zeche, der Staat duldet als Mittäter dieses Verhalten, weil er nämlich über Steuern, Gebühren und Abgaben kräftig abkassiert.


http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Marnette


Unter den Voraussetzungen dieser Pseudo-Konkurrenzwirtschaft und eines vorgegaukelten Wettbewerbs sind auch jene Möglichkeiten, den Stromanbieter zu wechseln zu betrachten.
Als wir im Januar 2007 dem Anbieter wegen einer erneuten Preiserhöhung bei der " DREWAG " dauerte es immerhin bis zum 01. 04. 2007 ehe der " gelbe Strom " in das Haus floss. Das damalige Angebot erschien verlockend: Grundpreis 7,66 € im Monat, Arbeitspreis 17,86 Eurocent je Kilowattstunde. Die " DREWAG " hatte hier angeboten: Grundpreis 6,15 €, Arbeitspreis 19,80 Eurocent.

Nach Adam Riese wäre damit bei einem kalkulierten Verbrauch von 4.500 Kwh eine Ersparnis von 87,30 € zu erzielen gewesen. Da es hier jedoch zwei Zähler gibt, reduziert sich diese Summe um 0,49 € x 12 x2 = 11,76. Immerhin hätte eine Differenz von 75,54 € / jährlich den Haushalt entlastet.
Das wäre ein Wocheneinkauf beim " Kaufland ", 1, 5 Wocheneinkäufe bei " LIDL " oder so gar 2 Wochenendeinkäufe bei " ALDI ". Immerhin!

Bereits im Juli 2007 erfolgte die erste Preiserhöhung für den dann zweiten Zähler bei " Yello Strom ". Statt 17,86 Eurocent je Kwh berechnete der Anbieter nun ab dem 01. 08. 2007 19,85 je Kwh, wobei der Grundpreis nur gering auf 7,60 € im Monat reduziert wurde.
Da der Vertrag mit einer Preisgarantie von einem Jahr abgeschlossen war, konnte der Anbieter erst zum 01.05. 2008 die Preise erhöhen. Er tat es dann auch und zwar kräftig von 17,86 Eurocent je Kwh auf nunmehr 21,12 Eurocent für ein Kwh. Auch der Grundpreis wurde von eingangs 7, 66 € auf 11,05 € monatlich angehoben.

Da auch die " DREWAG nicht günstiger war, blieben wir bei den " Gelben " als Kunde.
Ab 01. 11. 2008 erhöhten dann die " Gelben " erneut die Preise und verlangten dann : Grundpreis 10, 28 €, Verbrauchspreis 21,39 Eurocent je Kwh!
Ab April 2010 erfolgte dann die vierte und für letzte Preiserhöhung von 21,39 Eurocent je Kwh auf nunmehr 22,72 Eurocent je Kwh und einem Grundpreis von 10,28 auf sage und schreibe 13,93 € im Monat.
Nun hieß es flugs über " Verifox " einen günstigeren Anbieter zu finden. Wobei die Vertragspartner mit Vorkasse schon allein aus grundkritischen Erwägungen und der Kenntnis,das eine Insolvenz sehr rasch hingelegt werden kann, nicht in Betracht kamen.

Und siehe da, die gute alte " DREWAG " erschien im Preisgefüge noch sehr moderat zu sein, denn sie bot unter dem blumigen Begriff " Dresdner Strom natur " relativ günstige Konditionen an.
So hat sich der Ausflug zu den " Gelben ", die einst mit viel Tamtam und dem Ex-Tagesschausprecher Wilhelm Wieben, der seit 1999 dem Kunden suggerierte:

"Strom ist gelb"

nur bedingt gelohnt.


Was die Werbeattribute des Produkts ("Gelb. Gut. Günstig.") allerdings verschweigen, ist die Tatsache, dass die Yello Strom GmbH eine 100-prozentige Tochter der
EnBW Energie Baden-Württemberg

ist.

So wurden in einer deutschlandweiten Kampagne ab Ende der 90er Jahre propagandistische Plattitüden und allerlei Nonsens verbreitet, womit die Macher dieser Brüllwerbung den " gelben "Strom zu einem Markenprodukt machen wollten.

Für die Stromanbieter-Hopper sei deshalb gesagt, dass im kapitalistischen " Geiz ist geil " - Staat mit seiner egoistischen Ellenbogengesellschaft und Abzock-Grundeinstellung, nur das Prinzip " Spare, spare... " gelten kann. Ergo: Spot aus, Stand-By-Technik aus, Waschmaschine auf Sparprogramm, Flachbildglotze öfters nicht einschalten, Computer bei jeder längeren Pause abstellen und Licht sowie Heizung nur im Winter nutzen. Das entlastet das Konto und führt zu keinerlei Wutausbrüchen auf die sich mit siebenstelligen Vergütungen von der Medienmeute interviewen lassenden Großkotze in den Vorstandsetagen der kriminellen Stromanbietervereinigung der BRD.

Nachtrag:

Seit dem 01.05.2012 sind wird nun bei dem Anbieter " Stromio ", der laut " Verifox " um ca. 120 (!) € im Jahr günstiger sein soll. Eher skeptisch betrachtet, würde dieser natürlich ab dem 2. Jahr der Vertragslaufzeit die Möglichkeit haben, die Tarife zu erhöhen. Vielleicht wird es auch so kommen. Dazu steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zur Seite. Immerhin auch etwas; wenngleich ein stumpfes Schwert im Kampf gegen die Halunken der Strom - und Energiegilde, die die BRD seit Jahrzehnten besetzt halten.
















Wieder hier,in meinem alten Revier.




" Nur Fliegen ist schöner.",dieser Grundgedanke kam mir ständig,als ich den ICE bestieg, der mich am letzten Montag in Richtung meiner alten Heim-und Wirkungsstätte bringen sollte - nach Bremen. Der Vorzeigezug der DB AG startete um 07.54 von Gleis 1 des imposanten Dresdner Hauptbahnhof,dessen undichte Dachkuppelkonstruktion bereits bei mir Zweifel an dem selbigen Geisteszustand der hierfür Verantwortlichen aufkommen lässt. Sei´s drum. Der erste Ärger bahnte sich schon nach einigen Schritten in den futuristisch aussehenden Gefährt des Massenverkehrsträgers an. Wie so oft selbst erlebt und hinlänglich bekannt,gestaltete sich das Einsteigen in den Zug als wahre Akrobatiknummer.Einige einsteigende Mitreisende blockierten schon bald den schmalen Zwischengang des ICE-Wagons. Die Folge war ein nur stockendes Einsteigen in den - ansonsten nur mäßig gesetzten - Zug. Irgendwo vor der sich elektronisch verschließenden Abteiltür stand dann noch ein Pärchen und wollte sich innig umschlungen noch verabschieden. Mir platzte der Kragen und ich bat beide Protagonisten,doch den Weg frei zu geben. Mit der Konsequenz,dass der Rotzlöffel sich auch noch darüber echauffierte.Selbst im Zug ist der Egoismus an der Tagesordnung.
Wenige Minuten später rollte das Gefährt los und quälte sich über die technisch überalterte Strecke von Dresden nach Leipzig.Mit knapp 100 Km/h zuckelte das High-Tech-Geschoss in Richtung Riesa. Vorbei an alten Bahngleisen, Fabrikruinen und maroden Mauern, an Felder, Wiesen und Waldhainen. Nach gut einer Stunde hatte der Vorzeigezug der DB es geschafft. Leipzig - Hauptbahnhof, so hieß auch mein Ziel. Das bedeutete umsteigen in einen Anschlusszug, der mich auf Gleis 13 nach Bremen bringen sollte. Der IC war ebenfalls nur schwach besetzt. Zudem zeigte sich das Vehikel als Ersatzzug für einen - aus technischen Gründen - ausgefallenen Zug. Tja, das ist auch die Bahn, wie sie lebt.

Über Orte,deren Charme noch die Nachwendezeit aufzeigen,ging die Fahrt in Richtung Halle. Die Pampa des Nachbarbundeslandes Sachsen-Anhalt war hier hautnah zu erleben. Industriebrachen, verrottete Häuser und weite Felder, sie zogen mit Tempo 120 bis 140 an mir vorüber. Halle/Saale war der nächste Halt.Weiter ging es in Richtung Magdeburg, vorbei an Aufbauten, die gemeinhin als " Verspargelung der Landschaft " gelten - Windkrafträder eben!Während ich meinen Laptop noch in Beschlag hatte,füllte sich der Zug ab Magdeburg zusehends. Insbesondere eine lärmende Schulklasse, die - wie ich später von den mir vis-a'-vis gegenüber sitzenden Lehrerinnen erfahren durfte - eine Woche an der schleswig-holsteinischen Ostsee verbringen wollten,sorgte für reichlich Unruhe. Ab Hannover wurde es dann wieder leiser. Die Meute nebst ihren übergewichtigen Pädagoginnen verschwand aus dem Abteil,weil sie in Richtung Hamburg umsteigen musste.
Ruhe war nun erste Bürgerpflicht.

Der IC donnerte danach in Richtung Norden.Vorbei an Wunstorf,Neustadt am Rübenberge und Eilvese bis Nienburg an der Weser. Dann sauste der IC über Eystrup, Rohrsen und Dörverden bis Verden an der Aller, der selbst ernannten Reiterstadt. Es folgten noch Langwedel, Achim und Bremen-Mahndorf, dann hatte mich die Stadt, in der ich ein Vierteljahrhundert gelebt hatte wieder zu Besuch.Für einige Tage nur und, um die Tätigkeit weiter zu führen, mit der ich mich zuvor genauso lange abfinden musste: den Streit anderer Leute zu führen.

Es hatte sich doch schon verändert, das Bild der Großstadt an der Weser.Die Gebäude im Stadtkern haben zum Teil ein anderes Gesicht erhalten. Dort, wo einst meine Wege zu den Fachgerichten eher mühevoll absolviert werden mussten, ist inzwischen ein Gerichtszentrum entstanden. Das ist sinnvoll und spart Geld sowie Zeit.
Während ich am Wochenende meine einstigen Wohnungen in der Bremer Neustadt aufsuchte und hier einige Erinnerungen aus jenen 80er und 90er Jahre Revue passieren ließ, gelangte ich unweigerlich an das Wasser. Die im Bild fest gehaltenen Impressionen verdeutlichen - nicht nur mir -, dass die Freie und Hansestadt Bremen vor allem einst ist: maritim!

Montag, 30. August 2010

Rain Song 2010 - ein Klassiker lebt wieder auf.


Das Sommerfinale erscheint dem verwöhnten Mitteleuropäer seit einigen Wochen in weite Ferne abgedriftet zu sein. Weil sich der gesamte Juli mit subtropischen Temperaturen von seiner nur besten Seite zeigte, lässt ihn der August als kühl und nass fast völlig vergessen. Riesige Wassermengen ergießen sich seit mehr als 3 Wochen über das Bundesgebiet. Es kommt zu Überschwemmungen, Unwettern und Dauerregen.

Wenn ich einige Augustmonate aus den letzten 40 Jahren so aus der Erinnerung beschreiben will, dann zeigten sich diese eher als hochsommerlich. Mit Tagen, an denen das Thermometer die 30° Grad - Marke locker erreichte und gegen Abend erst ein abkühlender leichter Wind über die Landschaft zog. In den Räumen war es noch so warm, dass ein Einschlafen nicht oder nur sehr schwer möglich wurde. Neben T-Shirt, Shorts und Badehose, wurde ein textilfreies Zubettgehen erforderlich.

Von diesen mehr oder weniger kleinen Annehmlichkeiten waren wir im abgelaufenen Monat August 2010 Lichtjahre entfernt. Da tröstet sich der Wettergebeutelte auch nur bedingt an jener Erkenntnis, dass diese Regenperiode eben auch bundesweit verzeichnet worden ist.

Als ich am letzten Donnerstag im IC sitzend von Bremen nach Leipzig fuhr startete ich meinen Trip im Regen und kam nach annähernd 4 Stunden im Selbigen an. Unterwegs jagten die Schauer über die vorbei ziehenden Landschaften. Im Trockenen sitzend sinnierte ich über jene heißen Hochsommerjahre und so vielen mir einige Musiktitel ein, die sich mit dem jetzt ungeliebten Nass beschäftigen:

Eins sangen die genialen " The Beatles " auf der B-Seite ihrer Single " Paperback writer " vom " Rain " und texteten hier:


If the rain comes they run and hide their heads
They might as well be dead.
If the rain comes, if the rain comes.
When the sun shines they slip into the shade
(When the sun shines down.)
And sip their lemonade.
(When the sun shines down.)
When the sun shines, when the sun shines.
Rain, I don't mind.
Shine, the world looks fine.
I can show you that when it starts to rain,
(When the Rain comes down.)
Everything's the same.
(When the Rain comes down.)
I can show you, I can show you.
Rain, I don't mind.
Shine, the world looks fine.
Can you hear me, that when it rains and shines,
(When it Rains and shines.)
It's just a state of mind?
(When it rains and shines.)
Can you hear me, can you hear me?
If the rain comes they run and hide their heads.
sdaeh rieht edih dna nur yeht semoc niar eht fI.
(Rain)
niaR.
(Rain)
enihsnuS.


Auch wenn die letzten Zeilen dann - in den damaligen Zeiten als fast schon sensationell zu bezeichnen - retrospektiv abgespielt und aufgenommen waren, war es ein hervorragender Titel. Die eigentliche A-Seite von dem Schreiberling fand ich da nicht mal so gut. Nun, dass war, ist und bleibt eben immer noch eine Geschmacksfrage.
Das gute Stück wurde am 14. April 1966 aufgenommen, ab Juni 1966 in den westdeutschen Geschäften verkauft und war mit 2:59 genau passend zu den sonst üblichen Chartstiteln.


Viele Jahre später, nämlich 1973 veröffentlichte die Supergroup " Led Zeppelin " ihr Album " Houses of the holy ", auf dem sich eine Hommage an den Regen wieder findet. Wenn auch von dem Texter-Duo Plant / Page in einem anderen Zusammenhang gesetzt:

It is the springtime of my loving

- the second season I am to know

You are the sunlight in my growing
- so little warmth I've felt before.

It isn't hard to feel me glowing

- I watched the fire that grew so low.

It is the summer of my smiles

- flee from me Keepers of the Gloom.

Speak to me only with your eyes.

It is to you I give this tune.
Ain't so hard to recognize - These things are clear to all from
time to time.

Talk Talk -

I've felt the coldness of my winter

I never thought it would ever go.

I cursed the gloom that set upon us...

But I know that I love you so

These are the seasons of emotion

and like the winds they rise and fall

This is the wonder of devotion

- I seek the torch we all must hold.

This is the mystery of the quotient

- Upon us all a little rain must fall...

It's just a little rain...


1976 veröffentlichte der kanadische Rock-Gitarrist Frank Marino sein viertes Album, dass sinniger Weise Mahogany Rush IV heißt. Marino hatte mit seiner Formation inzwischen das Plattenlabel gewechselt und sich von dem Trip, einige seiner erstklassigen Stücke im Stile des leider viel zu früh verstorbenen Jimi Hendrix herunter spielen zu müssen, verabschiedet. So findet sich denn auf dem - unter Anhängern bewerteten - Album Nummer 4 der kanadischen Formation ein Titel mit dem sinnigen Namen: " It begun to rain ". Die Tasteneinlagen, das Mellotron sowie auch der Synthesizer lassen für den " Zep "-Kenner alsbald den Rückschluss zu, dass Marino hier eine exzellente Vorlage mit dem " Rainsong " etwas umgewandelt und auf das Dauerregen-Gefühl in den Weiten des zweit größten Landes der Erde, insbesondere dem Gebiet um Toronto, einspielen ließ. Klasse!




















Soft cries and gentle sighs
A sound I thought I knew
It touched me through tired skies
My feeling's just as blue
Well, I faked a laugh at first
And then the laugh was on me
'Cause when I looked outside
I felt maybe it would rain
Maybe it would rain

Well, cool breeze is blowin' high
As breezes often do
They gently caress my mind
With thoughts of lovin' you, babe
But, I have turned my face
And found that I had to face this
And then I looked outside
And I knew that it would rain
Oh, I knew it would rain

Sweet Lord, please kiss my mind
And make me free once more
Well, it seems that I fell behind
And now I'm knockin' at the door
Well, I know that I messed up
But now you know I'm sorry
I see outside, yeah
That it's begun to rain
It's begun to rain, yeah
Ah, it's begun to rain, yeah

Und während diese, aber auch noch weitere Titel aus vielen Jahren Rockmusik in meinen Gedanken herum spukten, hatte ich den Bahnhof in Leipzig erreicht. Vom verregneten Sommermonat August war jetzt nichts mehr zu spüren, denn die Gleise sind hier ja bekanntlich längst überdacht. Deshalb scherte ich mich nicht um den Regen und das nahende Ende des Sommers 2010. Nur kurz blitzte zu jenen Reminiszenzen der vielen Jahre eine Episode aus den folgenden 80er Jahren auf. Während eines Besuchs im Bremer Viertel fuhr ich mit meinem blauen R 4 einem klapperigen VW Passat Kombi hinter her. Durch die engen, schon damals völlig zu geparkten und durch den Kopfsteinpflasterbelag zur Schaukelfahrt mutierenden Parkplatzsuche gesellte sich der seit Wochen herunter prasselnde Regen des Sommers 1981 hinzu. Sowohl das Eine, als auch das Andere drückte sofort auf das Gemüt. dennoch entlockte mir ein Aufkleber, der - so war es damals en vogue - an der Heckklappe bappte und eine zutreffende Aussage zu dem Sommer 1981 machte:
Scheiß Sommer 1981! ".

Dem ist hier und heute rein gar nichts hinzu zu fügen!




Sonntag, 29. August 2010

T-T-T= Thilo,Türken.Tam Tam!


Der ohnehin nicht gerade ereignislose August 2010, in dem bei der Love Parade in Duisburg 21 Menschen starben, weil dort Organisationschaos pur herrschte, in dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und in Hessen für Millionenschäden sorgten und in dem unser aller Guido in Berlin für einige Minuten den Kanzlerin-Vertreter mimen durfte, erschien - wie aus dem politischen Nichts - eine alt bekannte Fratze des Grauens. Ein Trommler der öden Klänge von der islamischen Unterwanderung durch Migranten in der BRD. Ein großer Hetzer, kleiner Denker und Anhänger der deutschen Leitkultur: Thilo Sarrazin.

Er hat ein Buch veröffentlicht. Ein über 450 Seiten starkes Traktat, in dem er seine Sicht zur Lage dieses, unseres nicht gemeinsamen Landes darlegt. Er, der öffentliche Mahner vor der Migrationsfalle, in die wir - so seine nicht Hypothese, seine Anti-These von der gelungenen Einwanderungspolitik und seine Synthese zwischen Spalten und Versöhnen mit dem Ausländern - längst hinein getappt sein sollen.
Oho, Thilo, Genosse Sarrazin, das wäre mir jetzt neu, dass ein Ausländerüberschuss und eine schädliche islamische Unterwanderung bereits jetzt zu einer Überfremdung geführt haben soll. Sarrazin kapriziert dabei seine Behauptungen auf den türkischen Migrationsanteil in der BRD.

Nun, richtig ist, dass dieser Bevölkerungsanteil seit vielen Jahrzehnten deutlich gestiegen ist. Wobei die nominale Veränderung in der Anzahl von türkisch stämmigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sich nicht so rapide verändert hat, weil die Nivellierung des Einbürgerungsrechts die Schranken hierfür niedriger setzen ließ. Fakt ist aber dennoch, dass bei einer schrumpfenden und immer älter werdenden Gesamtbevölkerung eben jene prozentualen Anteile an türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern angestiegen ist.

Was Sarrazin im Zusammenhang mit den vermeintlichen Überfremdungstendenzen ausdrücken möchte, bleibt zwar nicht so nebulös, wie es ihm von Kritikern seiner Behauptungen vorgeworfen wird, weil er - bezogen auf seinem einstigen Wirkungskreis - der Bundeshauptstadt Berlin, eben jene Ghettoisierung rund um Kreuzberg und anderen Stadtteilen mit einer höheren Migrationsdichte, anprangert, dennoch sind seine jüngsten Ergüsse in dem Buch " Deutschland schafft sich ab ", völlig inakzeptabel.
Der gute Thilo wirft hier einmal mehr mit Statistiken herum,die ein Gesamtbild der bundesdeutschen Bevölkerung darstellen sollen, das es so nicht gibt. Ein Zerrbild entsteht, ohne das damit wirklich etwas aussagefähiges über den Realzustand der Gesellschaft zu Stande kommt.

Sarrazin behauptet nämlich:

"
  1. Deutschland werde aufgrund des Geburtenrückganges „kleiner und dümmer“, während die „sozialen Belastungen einer ungesteuerten Migration… politisch korrekt“ totgeschwiegen würden.
  2. Muslimische Migranten seien in den Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich integriert und abhängig von Sozialtransfers. Sie würden sich nicht hinreichend um Bildungsbeteiligung kümmern, hätten eine hohe Geburtenrate und zeigten eine Tendenz zur Bildung von Parallelgesellschaften. Von Integrationsbeauftragten und Islamforschern, Soziologen und Politologen, sowie von naiven Politikern würden diese Probleme totgeschwiegen.
  3. Sarrazin kritisiert „niedrige Bildungsstandards“ und tritt deswegen für eine Ganztagsschule ein, die Wiedereinführung der Schuluniform und spricht Computerspielen (Negativbeispiel World of Warcraft) jegliche Pädagogik ab.
  4. Die „islamische Immigration“ sei geprägt durch „fordernde, den Sozialstaat in Anspruch nehmende, kriminelle, andersartige, frauenfeindliche Einstellungen… mit fließenden Übergängen zum Terrorismus. "
- Zitatende -

Sicherlich gibt es ungezählte Beispiele dafür, dass eine enorme Kluft zwischen Migranten, Bildung und sozialem Status in diesem, unserem Lande besteht. Dieses ist weder neu, noch allgemein auf jede Person mit Migrationshintergrund anwendbar.
Der Grad der Bildung nimmt vorallem in den Familien und Haushalten ab, die bereits seit einem sehr langen Zeitraum von öffentlichen Sozialtransfers leben. Das Prekariat definiert sich aber nicht als türkisch stämmig, sondern setzt sich aus überwiegend deutschen Personen zusammen, deren sozialer Besitzstand eher als minimal einzuordnen ist. Es sind jene Gesellschaftsgruppen, deren Einkünfte und Lebensstandards im unteren Bereich einer Skala liegend, dazu führen, dass für Bildung, Ausbildung und Weiterbildung keine finanziellen Möglichkeiten bestehen und auch nicht als notwendig erachtet werden.

Dieses soziologische Faktum ist kein rein spezifisch türkisches. Es ist auch kein ausschließlich ausländische. Es ist eher ein zum größten Teil deutsches Problem, dass es allerdings seit vielen Jahrzehnten gibt.

Wer die Historie ab 1945 genauer betrachtet, wird erkennen müssen, dass nach den ersten Hungerjahren, dem langsam, aber stetigen Aufschwung, eine Zeit des so genannten Wirtschaftswunders begann, dass ab Mitte der 50er bis Mitte der 60er Jahre dazu führte, dass Arbeitskräfte rar waren. Gebraucht wurde fast jeder Bürger, der einigermaßen gesund und damit arbeitsfähig war. Nachdem die Wirtschaft in ihren kapitalistischen Grundzügen erkannte, dass die einheimischen Arbeitskräfte nicht ausreichten, wurden massenhaft die als " Gastarbeiter " titulierten ausländischen Arbeitskräfte, vornehmlich aus Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und dem einstigen Jugoslawien geordert.

Das damalige Ausländerrecht wurde deshalb sehr liberal ausgelegt. Dann kamen ab Mitte der 60er die ersten Krisen, die Montankrise, die Ölkrise, die Werftenkrise. Es wurden hunderttausende von Arbeitskräften ausgespuckt, die einst ihren Job in den Schlüsselbranchen der exportorientierten deutschen Wirtschaft versahen. Die Anteile an ausländischen Kräften waren - zumal oft geringer qualifizierte Tätigkeiten hierunter fielen - überproportional hoch. Inzwischen hatten sich die vormaligen " Gastarbeiter " jedoch familiär eingerichtet. Deren Nachkommen drängten auf den Arbeitsmarkt und konnten - weil ebenfalls sehr oft schlechter ausgebildet - nicht untergebracht werden.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es nun jene Arbeitsplätze nicht mehr, die überwiegend von Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund ausgeübt wurden. Es entstand eine Spirale von Arbeitslosigkeit, Dauerarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit, die nur durch die auf Ausnutzung sämtlicher Möglichkeiten von Arbeitskräfterekrutierung fixierten Wirtschaft und Gesellschaft verursacht wurde.

Aus den ehemaligen Arbeitern aus jenen Zuzugsländern, deren Zusammensetzung sich ab den 80er Jahren völlig veränderte und durch die türkische Majorität geprägt ist, wurden Sozialtransfersempfänger. Mit de Konsequenz, dass deren Kinder häufig keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten, weil sie durchschnittlich schlechter ausgebildet sind.

Was Sarrazin in seinem jüngsten Buch kritisiert, hat er als BRDler der älteren Jahrgänge ( er ist 1945 in Gera geboren worden ) selbst mit verursacht. Staat und Gesellschaft haben sich blind und konzeptlos eine Bevölkerungsgruppe heran gezogen, die nun als sozialer Bodensatz und ohne Lobby das Büßerhemd übergezogen erhält. Sarrazin irrt, wenn er behauptet, die HARTZ IV-Gruppe sei nur ein türkisches Phänomen. Sie ist vornehmlich ein deutsches Problem, weil die Mehrzahl Deutsche sind, die hier von Sozialleistungen und damit vom Staat leben.

Der große Trommler, der in diesem Buch gegen die Türken vom Leder zieht verkennt, dass durch die unsinnige Sozialpolitik der Regierung Schröder/Fischer ein Sofortabstieg von der Berufstätigkeit über die Arbeitslosigkeit bis zur Dauerarbeitslosigkeit vollzogen wird, wenn der Betroffene nicht gegen steuert. Die türkisch Stämmigen sind hierbei nur zu oft völlig überfordert. Wer beim Kampf um eine Lehrstelle mehr als 250 Bewerbungen geschrieben hat, wer die gleiche Anzahl bei der Suche nach einem Arbeitsplatz - oft ungeöffnet oder gar nicht zurück gesandt - erhalten hat, der richtet sich schon bald auf ein leben im Schatten von HARTZ IV ein.
Der sucht nicht nur Seinesgleichen, der sucht Halt in der Familie oder unter seinen Landleuten.

Wenn der gute Thilo statt seiner markigen und populistischen Sprüche mehr Resthirnmasse verbraten hätte, um diese Entwicklung so zu erklären, wie sie nun einmal erklärt werden muss, würde er selbst erkennen, dass die Gesellschaft nicht so funktioniert, wie er es gerne sieht.

ach seinem neuerliche Ausfällen prüft die SPD, ob ein Parteiausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin eingeleitet werden muss. Auch wenn eine Partei, wie es die SPD nun immer noch ist, von den vielen politischen Strömungen, Meinungen und Auffassungen lebt, weil sie sich hiermit im Diskussionprozess auseinander zu setzen hat, bedeutet dieses nicht, dass jedwede Meinungsäußerung - wenn auch von Art. 5 GG gedeckt - von ihr hinzunehmen ist.

Sarrazin ist ein politischer Brandstifter, so wie es einst der drogenabhängige Ex-Innensenator Schill in Hamburg war, so wie es Rechtspopulisten, wie Dregger, Strauß oder Clement waren oder noch sind. Sie haben zwar auch hier ihre Existenzberechtigung, jedoch nicht in einer Partei, wie die der SPD. Ein Rausschmiss des Rabulistikers wäre deshalb für sie kein Verlust.

Mittwoch, 25. August 2010

Der 15 Millionen Euro-Mann.


Tja, so ist das Leben nun einmal. Wo Licht, da Schatten, wo Freud´, da auch Leid und wo Glück, da auch Pech. Wer als SVW-Fan am Dienstag, 24.08.2010 ab 20.45 Uhr das CL-Qualifikationsspiel zwischen Samptoria Genua und dem SV Werder Bremen in der Fernsehübertragung bei SAT1 mit erleben durfte, der hatte sich zuvor - so wie ich - ein dickes Fell zu gelegt.

Eigentlich waren die Karten klar verteilt:
Die Genuesen mussten das Spiel gewinnen. Sie mussten mindestens 2:0 spielen. Sie mussten anderenfalls mehr als 3 Tore vorlegen. Dann wären sie in die CL-Gruppenphase eingezogen.

Das Hinspiel endete bekanntlich 3:1 für die Werderaner. Das späte Gegentor zum 3:1 war - wie sich bereits in der ersten Halbzeit zeigen sollte - für meinen SVW Gift in der Speise, die von Trainer Thomas Schaaf zu lasch und fade kredenzt wurde. Das Spiel brachte bereits nach 8 Minuten den ersten Treffer der Italiener. Gut, mit einem 0:1 hätte der Werder-Fan auch leben können.
Dann knallten die Genuesen einen satten Volleyschuß in das Gehäuse von Tim Wiese. Es stand bereits nach etwas weniger als 30 Minuten 0:2. Damit wäre der CL-Traum für die Grün-Weißen geplatzt.

Die spielten auch in der Folgezeit schwach. Eklatanter Ballverluste im Spielaufbau, Abwehrfehler bei den Gegenzügen des italienischen Vereins und ein Angriff, der bis zur ersten Halbzeit den Titel nicht verdient hatte. Richtiger wäre es gewesen, ein Beobachter hätte diese 45 Minuten aus SVW-Sicht so beschrieben:

Der Sturm war nur ein Lüftchen. Das Mittelfeld konditions - und zweikampfschwach. Die Abwehr so löcherig, wie ein Schweizer Käse.

In der Hoffnung, das die Kicker von der Weser in der 2. Halbzeit nun durch starten würden, stellte ich - nach dem üblichen Werbegebrüll - den Kasten wieder auf SAT1 um. Die Freude über ein zunächst ausgeglichenes Spiel währte nicht allzu lange. Ab der 60. Minute schien das Pulver meiner Lieblinge verschossen zu sein. Samptoria spielte wieder überlegen und erzielte in der 85. Minute das - wohl alles entscheidende - 3:0. Gefrustet stellte ich den Flimmerkasten ab. Das war´s mit der CL in 2010!

Zu früh, wie sich 8 Minuten später heraus stellte. Längst mit dem Gedanken befasst, die Nachtruhe einzuleiten, überlegte ich noch, wie ich die Rechtsfälle des morgigen Tages bearbeiten könnte.


So zeigte sich zwar jene 85 Minute in dem CL Spiel zwischen meinen Werderanern und den italienischen Profis von Samptoria Genua als der vorläufige Gau in meinem bisher sehr harmonisch verlaufenden Aufenthalt in der Hansestadt an der Weser dar. Nichts schien an diesem bisher trostlos verlaufenden Fußballabend für den SVW richtig zu laufen. Anzeichen der Besserung waren auch nicht mehr in Sicht.
Irgendwie war es ein letzter Hoffnungsfunke, der mich dann aber eben wegen jenes Schreies aufhorchen ließ, als dieser Urschrei aus der Nachbarwohnung erschallte: „ Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaah! „, so tönte es aus mehreren Kehlen. Sofort schaltete ich die Glotze wieder an. Der monoton dahin pläschernde Kommentar des Wolf Fuss hatte plötzlich eine ganz andere Tonlage. In der 93 Minuten setzte der zuvor eingewechselte „Edelreservist“ Markus Rosenberg von der Strafraumkante aus einen Rechtsschuss an nur eine Handbreit vor dem linken Pfosten in das Netz der Genuesen. Es stand 3:1! Nur noch 3:1, denn es gab unmittelbar danach eine Verlängerung.


Weitere 30 Minuten zittern? Würden das mein schon angeschlagene Nervenkostüm noch aushalten? Nach einer weiteren Werbe-Brüll-Paus pfiff der Schiedsrichter die Extrazeit an. Und,wie ein Wunder von der Weser,so wie einst gegen Spartak Moskau, den BFC Dynamo Ost-Berlin und den RSC Anderlecht,spielte nur noch eine Mannschaft: die in den grün-weißen Dresses. Werder erarbeitete sich eine Chance nach der anderen. War spielerisch überlegen. War läuferisch eine Klasse besser. Samtoria schien stehend ko, so sah es auch der Reporter Wolf Fuß.
Es kam, wie es kommen musste: in der 103 Minuten erhielt Claudio „Pizza „ Pizarro die Kugel messerscharf zugepasst. Er leif noch ein bis zwei Meter und zog dann knallhart ab. Das Leder schlug halb-links vom Torwart der Italiener ein. Ich ballte meine rechte Hand zur faust. „ Jooh!“, das war´s! Der Rest war fast wie ein Spiel auf ein Tor. Werder wäre nicht Werder, hätte die Mannschaft nun versucht, das Ergebnis zu verwalten. Nein, es folgten weitere Chancen zum Ausgleich. Wenn auch die Genuesen noch ein bis zwei gute Tormöglichkeiten besaßen, den Schlusspunkt setzte Werder. Kurz vor dem Abpfiff knallte das Leder an die Latte des italienischen Tor. In 3:3 wäre vielleicht auch ein wenig unverdient; zumal Samptoria 85 Minuten den effektiveren Fußball zeigte.
Es hat dem Verein jedoch keinen Erfolg erbracht. Cleverer waren die Spieler von der Weser Wie formulierte es einst Sepp herberger: „ Der Ball ist rund. „ „ das Spiel dauert 90 Minuten. „ Klar doch, so war es früher einmal. Heute ist der Ball zwar immer noch rund, besitzt High-Tech-Eigenschaften und fliegt oft unberechenbar. Das Spiel jedoch dauert stets mehr als 90 Minuten, und Tore fallen auch noch Sekunden vor Schluss. Und,es geht immer um mehr als nur die damlige Ehre, ein paar Mettwürste und eine Sporttasche aus Schweinsleder. Es geht um Geld. Um sehr viel Geld. Das hat auch mein Markus Rosenberg erkannt und endlich wieder ins Tor getroffen. Es war ein 15-Millionen-Euro-Tor. Markus ist der 15-Millionen-Euro-Mann, der Moneymaker, der Winner – zumindest in diesem Spiel.

Sonntag, 15. August 2010

Toni, was machst Du denn hier?


Nun rollt seit Freitagabend der Fußball mit allen Vereinen aus den drei Profiligen und den sich qualifizierten so genannten Amateurclubs aus diversen Landesspielklassen. Es gab auch schon im angelaufenen DFB-Pokal die ersten Überraschungen.
Auch wenn so mancher Fußballfan die Zeit nach der WM als überaus erholsam empfand: die nächste Spielzeit kommt bestimmt,das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Jetzt rollt der Ball in Form der vermarktungsträchtigen WM-Kugel wieder nach Plan.Zuvor aber wurde - wie üblich medial ausgeweidet - der Transfermarkt beschäftigt. Was da nicht so Alles an Namen durch die Nachrichten geprügelt wurde! Neben - als üblicher Weise spektakulär titulierten - Einkäufen,gab es auch eben solche Abgänge. Zuletzt sorgte mein Leib - und Magen -Klub, der SV Werder Bremen für Schlagzeilen. Der Abgang des Nationalspielers und Ex-SVW-Mittelfeldakteurs Mesut Özil zu dem " Überverein " Real Madrid. Was die Bremer Spatzen schon längst von den Dächern pfiffen, wurde am Abend vor dem erfolgreich ablaufenden CL-Qualifikationsspiel gegen die italienische Mannschaft von Samptoria Genua amtlich besiegelt: Mesut geht für angeblich 17 Millionen zu den " Königlichen " in die Spanische Landeshauptstadt.

Während der Medienzirkus noch Tage danach über die steile Karriere des einst von Schalke 04 an die Weser gekommenen und als " Stinkstiefel " geführten Spielers sinnieren,geht bei dem letzten Brötchengeber des " Supertalents " das Alltagsgeschäft weiter. Warum sollte es auch anders sein? Seit dem ich glühender Anhänger des SV Werder Bremen bin und das sind mittlerweile 32 Jahre, habe ich viele gute, sehr gute und einzig artige Akteure dort kommen und gehen gesehen. Diese Ex-Werderaner spielen schon längst keinen aktiven Fußball mehr. Sie haben sich eine Existenz nach ihrer fußballerischen Laufbahn aufgebaut. Einige sind Trainer geworden( Norbert Meier, Benno Möhlmann, Mario Basler zum Beispiel )oder zeigen sich direkt oder indirekt mit dem beruflichen Leben dem Fußball weiterhin verbunden. Andere wiederum haben sich dem Fußball völlig abgewandt und gehen einem Beruf nach, der damit rein gar nichts zu tun hat.

Dann gibt es noch eine dritte Kategorie von Ex-Profis. Es sind jene, die letztendlich nach dem Beruf als Professional, der glänzenden Einkünften aus jenem Job und der temporären sowie permanenten Beleuchtung ihrer Person durch die Medien und Öffentlichkeit de facto gescheitert sind. Erwin Kostedde, einst Profi,wenn auch schon leicht gealtert,beim SVW, der unter " König Otto I zu Bremen " zu der Mannschaft gehörte,die den sofortigen Wiederaufstieg schaffte,gehört hierzu. Er kam mit der Justiz in Konflikt und verschwand sang - und klanglos in der Versenkung. Uli Borowka, damals mit Otto Rehhagel zum BL-Meister avanciert,dann für einige Zeit als Nationalspieler bei Berti Vogts im Kader,eckte privat an, hatte in diesem Zusammenhang mit der Volksdroge Alkohol zu kämpfen,verschwand aus dem Werder-Kader und spielte in den Endneunzigern in einem polnischen Provinzverein für ein Trinkgeld.
Auch er verschwand nahezu nahtlos von der Bildfläche des Fußball-Zirkus.
Ein dritter Aktiver,den ich über Jahre bei den Grün-Weißen habe spielen sehen,ist Uwe Reinders. Damals die "Rakete " auf Rechtsaußen beim SVW. Wenn er bei einem Konter los zog, bleib dem Gegenspieler nur noch die Ansicht seiner hacke. es folgte eine messerscharfe Flanke in den Strafraum und meistens der Treffer für die bereits aufgesprungenen Zuschauer. Reinders war ebenfalls Nationalspieler,verdiente - für die damaligen Verhältnisse - glänzend, rauchte, soff und spielte. Der Ruin stand ihm alsbald in sein immer schelmisch blickendes Gesicht.
Uwe Reinders musste seine Spielschulden bezahlen. Wurde kurz nach dem seine prekäre Privatsituation in die Öffentlichkeit gelangte vom SVW verkauft und spielte einige Zeit in der französichen Liga bei Girondins Bordeaux als Profi. Mit Erfolg sogar.Uwe absolvierte die DFB-Trainerschule und hatte ab den 90er Jahren Anstellungen bei verschiedenen Vereinen, so u.a. auch bei Hansa Rostock. Jahre später war auch er aus dem Focus der Medien entschwunden.

Obwohl es nur einige, wenige Beispiele dafür sind,wie rasant der Aufstieg, aber auch der Fall in dem Zirkus Profi-Fußball sein kann,scheint der Abschreckungseffekt nicht unbedingt groß zu sein. Es gibt genügend Nachwuchsspieler,die von einer steilen Karriere träumen und sich deshalb tagtäglich dafür knechten lassen. Den Sprung nach ganz oben schaffen indes wenige unter ihnen. Die Konkurrenz ist enorm. Der Verdrängungsdruck innerhalb des Kaders ist hoch. Der Umgang miteinander oft gnadenlos.

Seit vielen Jahren drängen sich viele - oft sehr talentierte - Spieler aus dem Ausland auf den BL-Markt. Eine große Gruppe unter diesen Aspiranten stellen die Brasilianer dar. Sie sind häufig nicht zu teuer,weil deren einheimische Vereine nicht über jene Finanzmittel verfügen,wie jene in Europa. Als quasi Rohdiamant eingekauft,werden jene Spieler dann geformt und zudem als Persönlichkeiten entwickelt. es haben in den letzten Jahrzehnten Weltklassespieler in der Bundesliga ihre Visitenkarte hinter lassen. Viele Namen, viel Spektakuläres,viel Erfolg für die Vereine, bei denen sie unter Vertrag standen,waren die Folgen aus deren Verpflichtungen.

Zu jenen Spielern gehört " Toni " Ailton.

Einst unter Trainer Felix Magath für ein Schnäppchen von 2,75 Millionen Deutschmark von UANL Tigres kommend an die Weser verpflichtet, schien er lange zum Fehleinkauf zu avancieren. Nachdem Thomas Schaaf das Trainerzepter übernahm,gelang es Goncalves da Silva,sich zum Stammspieler zu mausern,zum besten Konterspieler der Bundesliga heran zu reifen und mit dem SVW die Meisterschaft 2004 zu erlangen. " Toni " war einst Kult in Bremen. Die Fans liebten ihn und skandierten: " Aaaaaaiiiiiiltooooon,ooooohoooooo! ".
Dann kam Assauer aus Schalke, der selbstdarstellende Manager, hans Dampf in allen Gelsenkirchener Gassen, Bierwerber und kaufte den " Toni " aus dem Meisterkader zusammen mit Mladen Kristaic heraus. Schalke löhnte viel Geld, blätterte jede Menge Euronen auf den Tisch, verschuldete sich dabei bis zur Oberkante Unterlippe. "Toni " spielte dort erfolglos.
Nach nur einem jahr verschwand er in Richtung Türkei und versuchte sich bei dem Traditionsverein Besiktas Istanbul. Wieder ohne Erfolg!

Seien weiteren Stationen lesen sich wie eine unaufhaltsamer Abstieg in das fußballerische Nichts:


1993–1994
1994–1995
1995
1995
1996
1996–1997
1997–1998
1998–2004
2004–2005
2005–2006
2006
2006–2007
2007
2007–2008
2008
2008–2009
2009
2009
2010
2010–

Ypiranga FC (RS)
Mogi Mirim EC
Ypiranga FC (RS)
SC Internacional
Santa Cruz FC
Guarani FC
UANL Tigres
Werder Bremen
FC Schalke 04
Beşiktaş Istanbul
→ Hamburger SV (Leihe)
Roter Stern Belgrad
→ Grasshopper-Club Zürich (Leihe)
MSV Duisburg
Metalurh Donezk
→ SCR Altach (Leihe)
Campinense Clube
Chongqing Lifan
KFC Uerdingen 05
FC Oberneuland

Nun ist er - inzwischen 37jährig - in Bremen wieder angekommen,dort,wo er einst erfolgreich Fußball spielen durfte,weil sie ihn hier, beim SVW, so genommen haben, wie er nun einmal ist: Ein Fußballspieler mit einst glänzender Technik, einer enormen Schnelligkeit, aber keinen Anlagen zum Zweikampf. damals reichten diese Grundlagen,um sich nach vorne zu spielen. Heute nicht mehr,denn der Fußball hat sich, wie die Welt um ihn herum auch, radikal gewandelt.
" Toni ",selbst wenn er 15 Jahre jünger wäre, würde heute kaum eine Chance erhalten, in der BL spielen zu könen, geschweige denn dort zu bestehen.

Nun ist er wieder hier. Was macht er hier eigentlich? Nun, er versucht das weiter zu führen, wofür er einst gekauft wurde: Fußball zu spielen. Jedoch nicht in der BL, im DFB-Pokal oder sogar der CL,nein, in der Landesliga, der bremischen Landesliga,beim FC Oberneuland. Vor 50 bis 250 Zuschauern pro Heimspiel. Für ein Taschengeld von einst, keinen Ruhm und kaum Anerkennung.
"Mensch Toni,was machst Du denn schon hier? ", frozzelte einst ein Mitspieler der Meistermannschaft von 2004, als Ailton - entgegen der sonst üblichen Verhaltensweise,mindestens zwei bis drei Tage zu spät zum Trainingsauftakt zu erscheinen - 2004 bereits mit allen anderen Akteuren den Trainingsbeginn nach der Winterpause aufzunehmen.
" Toni " antwortete in seinem schlechten,aber mitleidig belächelten Deutsch:
" Deutsche Meista werde! "
Alles tobte und bog sich vor Lachen.

Nun, die Geschichte um unseren " Toni " nahm ein erfolgreiches Happy End.
Er schoss damals gegen unseren Erzrivalen, den allseits best gehassten FC Bayern München das 3:0 in der Höhle des Löwen und wurde 2 deutsche Meista "!
Das ist lange her. Heute, im Jahr 2010, als mehr als 6 Jahre danach, ist Ailton nur ein Schatten seiner selbst.
Deshalb muss die Frage gestattet sein:
" Toni, was machst Du denn hier ? "

Freitag, 13. August 2010

Wenn der schwarze Hund nur eine Viertelstunde benötigt ,um über die Treppe zum Himmel zu gelangen.




In den Hochzeiten der Plastik-Musik mit eingebauten Verfalldatum und Einweg-Wegwerfgarantie erinnere ich mich gerne an die Stücke,denen ich vor vielen Jahren hinter her gelaufen bin,um sie einmal live zuhören. Dazu zählten insbesondere Titel von Pink Floyd, The Who und - natürlich - Led Zeppelin.
Jener Gruppe,die sich im Jahre 1968 gründete und ihr ersten Vinyl-Album 1969 vorlegte,dass die Musikexperten zu wahren Begeisterungsstürmen hinriß.
Über die weitere Historie der Formation, ihrer einzelnen Mitglieder und das jähe Ende einer der " Supergroups " im Rock-Genre ist sehr viel veröffentlicht worden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Led_Zeppelin


Ich bin " Zep "-Fan der ersten Stunde,weil sich bei mir bereits 1969 die ersten ausgekoppelten Single " Bad times, good times " " Living loving maid / " Who lotta love " auf dem Plattenteller drehte. Später kam dann " Black dog ", " Immigrant song " sowie " Rock and Roll " dazu. Kurzum: die Gruppe gehörte zu meinen absoluten Lieblingen.

Während mein Interesse an dem Erwerb von 45er-Single schon bald danach erlahmte, weil ich die LPs favorisierte, denn dort konnte ich mir längere, nicht auf 3 bis 4 Minuten genormte Titel anhören, hatte ich bereits eine Unzahl von Rockgruppen live gesehen. Ob nun Deep Purple, die Scorpions oder Santana in Hannover oder Jethro Tull, Black Sabbath und Genesis in Bremen, das Musik-Festival in Scheeßel, das Open Air-Festival in der Nähe der Rattenfänger Stadt Hameln oder das Chrismas Meeting in Hannover - ich war dabei.

Zu meinem höchsten Glück gehörte jedoch ein Live - Auftritt der Formation um die Protagonisten Jeff Beck, Robert Plant, John Paul Jones und John Bonham, also Led Zeppelin.
Als ich irgendwann im Frühjahr 1980 davon hörte, dass " Zep " eine Europa-Tournee plant, dann auch noch fest stand,dass die Gruppe in Bremen auftritt,war klar,dass ich dafür Karten besorgen musste.

Der Auftritt - kurz vor dem Tod des Schlagzeugers John Bonham - verlief eher enttäuschend, was vor allem an den bestuhlten Plätzen lag und an der saumäßigen Akustik in der Bremer Stadthalle.

" Zep " war für mich zunächst - rein musikalisch betrachtet - vorüber gehend gestorben.

Irgendwann Mitte der 80er, als der Neon-Dreck und die NDW-Verblödungslieder wieder verschwanden, erwarb ich - spät, aber eben nicht zu spät - die beiden ersten " Zep "-Vinylalben. Die Rockgruppe hatte sich längst aufgelöst und die Fangemeinde war in die Jahre gekommen. Irgendwie hatte sich mein Musikgeschmack inzwischen auf andere Hardrock-Formationen, wie Iron Maiden, Saxon Van Halen kapriziert. Neben Urgesteinen, wie Santana, der mit immer neuen Formationen eigentlich nie richtig in die Jahre gekommen zu sein schien, veränderte sich auch der gesamte Musikmarkt. Die Stilrichtungen atomisierten sich. So wurde bei Hard Rock-Musik inzwischen von Death Metal bis Speed Metal unterschieden. Na, ja, wer's unbedingt braucht!

Dann zog die CD als neuer Tonträger ihre unaufhaltsamen Erfolgskreise. Was zunächst mit 50,-- bis 60,-- Deutsche Mark unverschämt teuer und deshalb unbezahlbar erschien, konnte dank der Massenproduktion, einige Jahre später für unter 20,-- DM, dann so gar unter 15,-- DM erworben werden.

Zudem löste die DVD, als Variante des Silberlings mit Nur-Musik, die VHS-Kassette ab. Zunächst auch durch astronomische Preise im Handel angeboten, verfielen diese innerhalb nur einer Dekade auf weniger als ein Drittel.

Es mag dem Umstand geschuldet sein,dass meine beiden Nachbarn - obwohl wesentlich jünger als ich - einen ähnlichen Musikgeschmack besitzen, dass ich mir nun - satte 30 Jahre nach dem " Zep " - Konzert in Bremen - die DVD " The song remains the same - für eigentlich wenig Geld zugelegt habe. Getrieben von dem regen Austausch mit den beiden anderen Musikfreunden liegt seit heute die DVD mit jenem berühmten Titel auf meinem Tisch.

Da konnte ich es nun einmal nicht lassen und legte sie flugs in den Abspielkasten hinein. Okay, vor 37 Jahren sahen die Filmaufnahmen völlig anders aus, auch der Sound ist vergleichsweise bescheiden. Dennoch: Was Plant und Co. dort auf die Bühne des Madison Square Gardens in New York im Jahr 1973 zaubern, ist für den Rockfan als aller erste Sahne zu nennen. Nicht nur, dass Jimmy Page zu einem der weltbesten Gitarristen zählt, Robert Plant eine wahrhafte " Röhre " hat, John Bonham ein exzellenter Trommler war und John Paul Jones die Keyboards und die Bass-Gitarre au dem FF beherrscht, nein, auch die Aufnahmen innerhalb der Stücke sind schon sehenswert.

Der 1:32 Stunden umfasste Film enthält nicht nur die Titel, die auch auf dem Vinyl-Doppelalbum " The song remains the same " zu finden sind, sondern hat auch den Blues-Rock-Kracher " Since, I've been lovin'you " eingeschlossen.
Was sich von der heutigen Sicht als eher bescheiden darstellt, war für den " Zep "-Fan in den 70er ein Highlight, ein absolutes Muss,womit die Frage, dass ein Anhänger der Rockformation auch den gleichnamigen Film gesehen hat,obsolet wird.

" Zep " wäre nicht entstanden, hätten sich die ersten Musikerjahre des späteren Genies auf der Gitarre,Jimmy Page, bei den "Yardbirds " anders gestaltet. Die Gruppe um Keith Relf, Chris Dreja und Jim McCarthy umfaste ab Mitte der 60er keine geringen Mitstreiter, wie Eric Clapton, Jeff Beck und eben Jimmy Page. Das eine Gitarren-Armee von drei exzellenten Solisten auch - zumindest temporär - gemeinsam mit der Urformation klasse Mucke einspielen kann, haben die " Yardsbird innnerhalb von knapp drei Jahren gezeigt. was 1965 mit Clapton begann, wurde bis Ende 1967 durch Page und Beck fort gesetzt.

Auch im Musik-Genre ist es so, wie überall in der Welt: Wer etwas mehr zu bieten hat, als der Durchschnitt,wird diese Anlagen ausspielen. So auch Jimmy Page. Er verließ die Yardbirds und gründete die Formation " Led Zeppelin ".

Jetzt auf wenige Tage genau vor 30 Jahren sah ich den " Led Zeppelin " zum ersten und auch letzten mal in seiner Urformation live. Die knacke volle Bremer Stadthalle war bestuhlt. Ein Schlag ins Gesicht für jeden Hard Rock - , respektive " Zep " - Fan. Die Akustik war saumäßig. So kam weder die richtige Stimmung auf, noch fühlte sich das Quartett um Plant/Page/Jones/Bonham zu richtig wohl. John Bonham war bereits einige Tage vorher wegen eines Kreislaufzusammnebruchs in Nürnberg von der Bühne getragen worden. Das Konzert musste abgebrochen werden. Zuvor gab es bereits Trouble bei dem Auftritt in Wien. Dort schoß eine schwachköpfiger Student eine Feuerwerkskörper auf die Bühne und verletzte dabei Jimmy Page. Die Formation weigerte sich weiter zu spielen. Erst als der Idiot fest genommen war, führte " Zep " das Konzert fort.

Die " Europatournee " 1980 stand deshalb unter keinem guten Stern. Der Tod des Schlagzeugers John Bonham am 25. 09. 1980 in dem Domizil von Jimmy Page in Windsor / England war schließlich der Auslöser für die Auflösung der Gruppe. Erst 25 Jahre später trat Zep " wieder zusammen und spielte mit Jason Bonham - dem Sohn des verstorbenen Drummer - am Schlagzeug eben jene Titel, die auch auf der DVD zu hören sind. Titel, die nicht nur Rockgeschichte geschrieben haben, sondern als Symbol für eine Musikära zu sehen sind, die es in dieser Form nie wieder geben wird. Ohne es schwulstig formulieren zu wollen: Led Zeppelin gehört zu den Giganten am Musikmarkt, da kann das ganze aufgeblasene Geträllere, Gehopse und Gekrächse der heutigen Zeit sich eher als Sandkorn in der Wüste sehen.

  1. Rock and Roll (Bonham/Jones/Page/Plant) - 4:03
  2. Celebration Day (Jones/Page/Plant) - 3:49 (nicht im Film)
  3. The Song Remains the Same (Page/Plant) - 6:00
  4. Rain Song (Page/Plant) - 8:25
  5. Dazed and Confused (Page) - 26:53


  1. No Quarter (Jones/Page/Plant) - 12:30
  2. Stairway to Heaven (Page/Plant) - 10:58
  3. Moby Dick (Bonham/Jones/Page/Plant) - 12:47
  4. Whole Lotta Love (Bonham/Jones/Page/Plant) - 14:25

Im Film sind außerdem Live-Versionen von Black Dog, Since I've Been Loving You und Heartbreaker zu sehen.

Was ist ein Angriff auf die Pressefreiheit?




Die Gewaltenteilung in diesem, unserem Lande funktioniert auch dann noch,wenn sich ihre Komponenten im Widerstreit befinden. Warum dieses so ist, liegt vor allem daran, dass es in vielen Bereichen zwischen Theorie und Praxis so genannte Grauzonen gibt, innerhalb derer manch ein Bürger,Funktionsträger oder beides in einer Person, sich der verbrieften Rechte bedient, die ihm mit der Geburt mit in die Wiege gelegt sind.

Eine besonders zutreffende Plattitüde hierzu lautet nun einmal:
" Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. "
Ach, ja, wenn es denn nur immer so wäre!

Oft kann es sein,dass so gar ein Vierter sich über den Streit von zwei Parteien erhebliche Freude hat. Im Falle der einst voluminösen Berichterstattung über das vermeintliche " Sumpfland Sachsen und seine mafiösen Strukturen " war über eine sehr lange Zeitspanne Anlass für eine extensive Nachrichtenverbreitung. Nachdem ein im Sächsischen Landtag eigens eingesetzter Untersuchungsausschuss zu dem wenig erhellenden Ergebnis gelangte, dass es jene behaupteten Mafia-Strukturen nicht gäbe, war eigentlich die berühmte Kuh vom Eis. Eigentlich?

Tatsächlich hatte die Vierte Gewalt als Initiatorin der sächsischen Verschwörungstheorie, wonach es ab den 90er Jahren bis in die höchsten Ämter
ein personifiziertes Netzwerk von Gebern und Nehmern im Wechselrhythmus gegeben haben soll,deren Antriebsfeder ein Konglomerat aus Geldgeilheit, Ledenkraftabbau und Manifestieren der Macht gegeben haben soll,nie so richtig darlegen können, wer,wie,wann und wo daran beteiligt war.

Fakt ist zwar,dass es innerhalb der folgenden Jahre nach der Wiedervereinigung " drunter und drüber " ging oft, - so wie es von einigen Journalisten behauptet wird - im wahrsten Sinne des Wortes, hieraus jedoch regional bezogen eine Sachsen-Mafia zu konstruieren, erscheint mir im Nachgang doch sehr gewagt.

Wer, so wie ich, beispielsweise das Buch " Anklage unerwünscht ", dass vor einigen Jahren von Jürgen Roth u.a. heraus gegeben wurde, kritisch distanziert liest, muss nach dem Ende der Lektüre einige Zweifel hegen,dass die dortigen Ausführungen zum Beweis für die Tatsache, dass Sachsen von Nachwende-Gesetzesbrechern regiert worden ist, ausreichend sind. Die Aufzählung mannigfaltiger Halunkenstücke, Schiebereien und Geldvermehrungsaktionen allein reicht nicht aus, um die Mafia-These zu untermauern.
Der Leser fragt sich auch hier: Wann kommt endlich Butter bei die Fische? "

Vielleicht waren die Eisen auch viel zu heiß, die einige Journalisten dort aus dem immer noch lodernden Feuer aus Personen, Politik und Penunzen heraus gezogen haben. Wie auch immer, eine rechtskräftige Verurteilung von einst verantwortlichen Funktionsträgern in Sachsen hat es bislang hierzu nicht gegeben.
Zwar ist es naiv, zu glauben, die Dritte Gewalt würde über den Wolken sitzend auf das bunte Treiben der Bürger dieses hoch zivilisierten Landes schauen und dabei - temporär und dosiert -jene Deliquenten, die ihr zugeführt werden mit dem ihr zur Verfügung stehenden Sanktionsmitteln bedenken und dabei auch die zustehenden Mittel ausschöpfen,weil eben jene Dritte Gewalt in persona ein Abbild des Realzustandes dieser, unserer Gesellschaft ist.

Einst hat sich die wilde Meute der Journalisten bei dem selbst ernannten Kanzler der Einheit wegen seinen Verstrickungen im " Flick "-Spendenskandal die Finger wund geschrieben, um den Aussitzkönig aus Oggersheim ans juristische Messer zu liefern. Vergeblich!

Auch andere Großkotze, Gröfaze und Großkopferen, wie der allseits geliebte Franz Josef Strauß aus der bayrischen Pampa hat sich nie wegen strafbarer Handlungen zu verantworten gehabt.

Warum sollte es bei so vielen, unrühmlichen Vorbildern ausgerechnet in dem mit CDU/CSU-Fans durchseuchten Institutionen einen oder mehrere aus ihren Reihen treffen?

Andererseits liegt es in der Natur der Sache,dass im Zeitalter der Masseninformationstechnologien jeder Freischaffende sehen muss,wo er finanziell bleibt. Der Monat ist sehr schnell herum. Die Zahlungsverpflichtungen stehen sofort an. Die Hausbank bucht fleißig ab, bis nichts mehr geht.Not macht ja bekanntermaßen immer erfinderisch. Warum also nicht eine Story auftischen, die sich dann gut vermarkten lässt?
Pecunia non olet Eben!

Was jetzt vor dem Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt vielleicht am Freitag - huch! - den 13. August 2010 sein vorläufiges Ende erfährt, ist ein Verfahren gegen zwei Journalisten, die sich auch auf den bereits fahrenden Zug der " Sachsen-Mafia "- Hypothese aufgeschwungen haben, um in Richtung Nirgendwo zu gelangen. Diese beiden Herren sollen angeblich das Maß der fairen Berichterstattung überschritten und dabei gegen sanktionsrechtliche Normen verstoßen haben.

So ähnlich sah es denn heute auch das Amtsgericht in Dresden und verurteilte die beiden Angeklagten aus Leipzig zu eldstrafen von jeweils 2.500,-- €.

Nachdem gegen mehr als zwei dutzend Journalisten die Keule des Strafrechts wegen der Berichterstattung geschwungen wurde, mussten die drei letzten Mohikaner ihren Skalp her geben. Hier ist ein Rachefeldzug initiiert worden, mit dem Ziel,kritischen und investigativen Journalismus tot zu schlagen.Wie einst der große Feldherr der schwarzen Banden aus Bayern FJS es gegen den "SPIEGEL" versucht hat.Fakt ist zwar,dass es laut Untersuchungsausschuss des Sächsischen Landtags keinen so genannten " Sachsensumpf " gegeben haben soll. Tatsache ist aber auch,dass eine nicht unerhebliche Anzahl von " Nachwendehälsen " sich nicht nur ihre Taschen voll gestopft haben, sondern dabei auch Straftaten in einem erheblichen Umfang begehen konnten,ohne das die Kolleginnen und Kollegen in der Strafjustiz mit der Schulter gezuckt haben. Wenn es künftig keine umfassende Berichterstattung von derartigen Halunkenstücken durch die Medien mehr geben sollte,weil jeder Journalist mit einer Sanktion durch die Strafjustiz rechnen muss,wird das Postulat der Pressefreiheit aus Art. 5 GG ad absurdum geführt.

Von allen immer nur ein büschen - das ist Astrid Grotelüschen!


Im Web findet sich - für jede Frau und jeden Mann öffentlich zugänglich, einlesbar und ungeheuer aufschlussreich - folgende HP:


" Moin Moin,

wir begrüßen Sie ganz herzlich auf den Internet - Seiten unseres CDU Gemeindeverbandes Großenkneten. Hier können Sie stöbern, sich informieren und finden so alles Wissenswerte über unsere Arbeit in der Gemeinde und im Rat.

Sollten sich bei Ihnen noch Fragen ergeben oder haben Sie vielleicht Anregungen und Ideen, die in unsere politische Arbeit einfließen können, dann sprechen Sie uns doch einfach an.
Wir freuen uns über Ihr Engagement !

Herzliche Grüße

Ihre

Petra Spille- Kloft
1. Vorsitzende

Ihre

Astrid Grotelüschen "
Fraktionsvorsitzende


- Zitatende -


Da muss sich dem Rezipienten zwangsläufig folgende Frage stellen:

Was ist eine Pute? Ein Tier, ein Lebewesen, eine Kreatur! Die große biologische Frage stellt sich bereits dann, ob jenes Lebewesen auch eine Seele besitzt, ob es Schmerz empfinden kann und viel groß seine Leidensfähigkeit ist.
Hier scheiden sich wohl immer noch die Geister!

Während die Jurisprudenz - völlig zu recht - den Tierschutz in die Verfassung dieses,unseres Landes aufgenommen hat ( Art. 20a GG ),in dem es dort wörtlich heißt:

" Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung. "

scheint die profane Umsetzung dieses Postulats den gewerbsmäßigen Großverdienern erhebliche Probleme zu bereiten.

Was in den letzten Tagen bei dem Untervolk der Sachsen, nämlich den Niedersachsen plötzlich hoch kochte, könnte sich alsbald zu einem handfesten Skandal aller erste Güte ausweiten.

Ausgerechnet der niedersächsischen Ministerin für Landwirtschaft und sonstigem Gedöns, Frau Astrid Grotelüschen, geboren am 09. Dezember 1964 in Köln am Rhein - dort, wo die Jecken sich jedes Jahr im Frühjahr ihr Stelldichein geben -, eine studierte Diplom-Ökotrophologin ( Frage des Plebs: " Wat is dat denn? " - Antwort der Intelligenz " Ernährungswissenschaftlerin "! ) ist in ihrer Eigenschaft als oberste Landestierschutzhüterin unter Beschuss geraten. Warum?

Hierzu lässt sich nach lesen:

" Wie das ARD-Magazin "Report Mainz" berichtete, soll es in den zwei Putenmastbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern, die in enger Geschäftsbeziehung zu der Mastkükenbrüterei ihres Mannes stehen, zu tierquälerischer Putenhaltung gekommen sein. Die Vorwürfe basieren auf im April und Juli gedrehten Bildern der Tierschutzorganisation PETA. Die Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern bestreitet die Vorwürfe und warf PETA Bildfälschung vor. "

- Zitatende -

Wer aber ist PETA?

People for the Ethical Treatment of Animals, abgekürzt PETA (dt. Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren)

Tja, nun hat Grotelüschen diese Vorwürfe bereits einige Male bestritten. Das ist ihr gutes Recht! Recht muss aber auch ein solches bleiben, wenn es um Rechtsbrecher, wie Verbrecher, Gesetzesbrecher geht. Grotelüschen gibt sich noch jovial. Zumal sie nur indirekt mit den von PETA aufgedeckten rechtswidrigen Zuständen zu tun haben könnte. Das dabei aufgesetzte, Ackermann'sche Victory-Zeichen könnte ihr aber sehr schnell abhanden kommen, wenn sich nämlich die Vorwürfe bestätigen sollten, dass zwischen den vermeintlichen gewerblich fungierenden Tierquälern in Meck-Pom. und ihrem Mann nicht nur gelegentliche Geschäftsbeziehungen bestehen, sondern ein inniges Verhältnis dahingehend gepflegt wird,durch permanente strafbare Handlungen viele Moneten zu verdienen.

Astrid Grotelüschen sollte bedenken, dass vor ihr bereits sehr viel schwer gewichtigere Politikern wegen eigentlicher Bagatellen ins Straucheln gerieten, dann stolperten und umfielen, so wie die gemarterten Puten auf den Bildern im Mastbetrieb in der Pampa von Mecklenburg-Vorpommern. Die Region rund um Cloppenburg, Vechta und Ahlhorn, also der süd-westliche Zipfel des sonst so schönen Niedersachsen ist ja dafür bekannt, dass es dort mit dem Tierschutz nicht so genau genommen wird. Ob nun der Eier-Baron und mehrfach vorbestrafte Anton Pohlmann mit seinen Hühner-KZs, diverse Schweine - und Hähnchenmastbetriebe, die ihre Gülle rund um die Uhr auf die Felder verbringen,sie geben ein bezeichnendes Bild von der schwarzen Seele, der Mentalität und der provinziellen Engstirnigkeit dieser Bevölkerung ab.
Dort, wo Kirche, Knete und Kacke ( exakter Hühnerkacke ) so eng bei einander liegen, dass eben jene sonntäglichen Kirchgänger auch sofort nach dem Ende der katholischen Messe die Dorfkneipe bevölkern und dort - bei Pils und Korn - die nächsten Großschweinereien besprechen.

Dafür sind sie alle eben in der einen, der wahren, der so freisprechenden Partei: Der Christlich Demokratischen Union! Ob es nun mehr christlich oder ein Stück weit mehr demokratisch, ist hier völlig unerheblich. Die Union besteht nämlich vornehmlich aus Protagonisten, deren eigenes Interesse weit vor dem der Allgemeinheit steht. So tänzelt sich denn CDU-Tierschützerin Astrid durch die eigenen Reihen ganz nach vorn in die niedersächsische Ministerriege. Immerhin im Hinterkopf habend, von jedem Teil ein büschen. Ein büschen Frieden, ein büschen Umwelt, ein büschen christliche Gesinnung. Nur bei einem hört das Büschen auf und mutiert zum Grotelüschen- wenn's um's Geld geht!

Donnerstag, 12. August 2010

Wenn Lärm einen Namen hat oder,wie sich bei " Grand Funk Railroad " die Musikgeister schieden


Die Historie der populären Musik kennt viele Namen,unzählige Ereignisse und noch mehr Veröffentlichungen.Als Anhänger dieser Musik habe ich im Verlaufe der letzten 4 1/2 Dekaden viele Interpreten und Bands kommen und gehen sehen. Einige unter ihnen blieben mir hiervon bis heute in Erinnerung. Vielleicht auch deshalb, weil ich bestimmte persönliche Erfahrungen in meinem Leben damit verknüpfe. So auch mit einer Formation, die sich zunächst " Grand Funk Railroad " nannte und einige Zeit danach nur noch " Grand Funk " hieß.
Die in den Vereinigten Staaten gegründete Band um den Gitarristen Mark Farner, den Bassisten Don Brewer und den Schlagzeuger Mel Schacher wurde mir erstmals von einem Bekannten aus der Volksschule in Heeßen vorgestellt. Mit ihm traf ich mich ab Frühjahr 1970 regelmäßig, um über die aktuellen Trends, Musikveröffentlichungen und Veranstaltungen zu diskutieren.

" Meise ", so nannten wir ihn mit " Spitznamen ", kam aus Steinbergen,hatte eine Schwester mit Namen Rita ( für die nicht nur ich heimlich schwärmte ), war eher klein , mit rot-blonden, immer länger werdenden Haaren und absolvierte - so wie ich auch - eine Lehre. Seine Eltern besaßen ein Geschäft, nahmen sich aber dafür für die Kinder keine Zeit und kompensierten es durch Geld und sonstige materielle Zuwendungen. Da Meise " eben mehr Knete zur Verfügung hatte, besaß er auch mehr Platten, vor allem die aktuellen LPs.

Eines Tages im Sommer 1971 spielte mir " Meise " ein Doppelalbum von " Grand Funk Railroad " vor, dass die Gruppe während ihrer Auftritte in den USA live eingespielt hatte. Ergo nannte sich das Album " Grand Funk Railroad Live ".
Es war der eher mäßigen Klangqualität der einfachen Stereoanlage geschuldet, dass ich dieses Album so phantastisch fand,womit in mir der Entschluss reifte, es selbst zu kaufen. Einige Wochen später sah ich das " Grand Funk " - Album in der Schaufensterauslage eines Musikfachgeschäfts in Bückeburg, zu dem ich während meiner einstündigen Mittagspause ständig - sofern das Wetter es zuließ - hin pilgerte, um mir die Nase an den Schaufensterscheiben platt zu drücken. Geld für meinne dadurch geweckten Wünsche konnte ich damit zwar nicht bekommen, dennoch reichte meine mickrige Ausbildungsvergütung von 150,-- DM aus, um zumindest am Monatsanfang das " Grand Funk "- Doppelalbum zu kaufen. Satte 29 Deutsche Mark blätterte ich im Sommer des Jahres 1971 dafür auf den Ladentisch. Eine Plastik-Tragetüte und einige Werbebroschüren mit den Schallplattenveröffentlichungen gab es gratis oben drauf.
Glücklich fuhr ich an meinem freien Tag wieder mit dem Bus nach Hause.

Ich legte gleich die erste Scheibe des Doppelalbums auf meinen billigen, mit einem selbst zusammen geschusterten Chassis bestückten "Plattenhobels" ,den ich von der Firma " Völkner Elektronik " gekauft hatte, auf. Aus den damals teuren Neckermann - Duo-Reflex-Boxen vernahm ich die ersten Geräusche der Live-Atmosphäre aus dem - später zur Legende werdenden - Konzert im New Yorker " Shea "-Stadion, dass die Farner-Truppe am 9. Juli im Jahre 1971 gab.
Eine mittels Echo-Hall-Effekten verzerrte Ansagerstimme verkündete nach etwas mehr als 1 Minute inbrünstig, nach vorgängigen amerikanischen Gebrabbel,das ich bis heute nicht verstehe: " Grand .... Funk... Railroad! "

Ein orgiastisches Geschreie, dann dröhnt und hämmert es los:
" Are you ready ". Die Stimme von Farner überschlägt sich förmlich, die verzerrte Gitarre pflügt sich in knapp 3 1/2 Minuten in den Klangbrei aus Bass-Geknurre und Schlagzeug-Geprügele hin durch. Die wenigen erkennbaren Riffs der Farnerśchen Spielkunst sich deutlich hörbar, auch wenn er das Instrument eher schrubbt, denn anspielt. So verkündet er der aufgewühlten Masse:
Are you ready?
You can trust me all the way.
Are you ready?
Well, then let me hear you say
That you're ready,
and the world will know it's right.
Yes, you're ready,
and you know it's out of sight.


Now you're ready,
well, then what you waitin' for?
If you're ready,
you just open up your door
'Cause I'm ready,
for everything you got.
Yes, I'm ready,
come and get it while it's hot.

Mit einem Hammerschlag endet die Klangorgie abrupt. Es folgt eine hysterische,nur wenige Sekunden lang andauernde,typisch amerikanische Beifallsbekundung aus den Kehlen einiger zehntausende " Grand Funk "-Fans. Dann hämmert Schacherś Schlagzeug los. Ein eingängiger Rhythmus eröffnet den Titel " Paranoid ".
Farner's Gitarre klingt auf der Vinyl-Scheibe wie aus einem Blecheimer. Verzerrte Nebengeräusche mischen sich mit den permanenten Gekreische der wohl auch vielen weiblichen Fans. Brewerś Bass knurrt noch einige Squenzen lang hungrig im Hintergrund. Dann brüllt Farner los:

Did you ever have that feeling in your life
That someone was watching you?
You don't have no reason that's right
But still he's there watching you
Someone is waiting just outside the door
To take you away
Everybody knows just what he's there for
To take you away
But you don't know why he's there waiting
But you don't know why he's there waiting
Spent too much time anticipating
Spent too much time anticipating
Did you ever think it could be you
That's just outside the door?
There's just one way to find out if it's true
So what you waiting for?
Oh get yourself together now my friend
And step outside the pad
If there's no one waiting for you there my friend
I think you should be glad
But who wasn't there that you should look out for?
Who wasn't there that you should look out for?
Get back inside go on and shut the door
Get back inside go on and shut the door
You don't have nobody, don't need nobody, can't love nobody, you're better off by yourself
You ain't feelin' too bad, you're driving me mad, and say you're glad, you're better off by yourself
You don't have nobody, don't need nobody, can't love nobody, you're better off by yourself
You ain't feelin' too bad, you're driving me mad, and say you're glad, you're better off by yourself
Whoooaaaaa...

In der Textmitte zerschneiden einige Gitarrenriffs den Song,die sich wie das Hochjagen einer Turbine anhören. Unterstützt von einem wüsten Gehämmere auf den Schlagzeugbecken und den nicht zu indentifizierenden Bassfiguren verschmelzt alles in einem übersteuerten Klangbrei.
Nach 6 Minute und 20 Sekunden reißt der paranoide metallische Lärm abrupt ab. Rückkoppelungen sind zu vernehmen. Farner intoniert nahtlos das nächste Stück " In need ".

Wer geglaubt hat, schon bei " Paranoid " die Grenze des 100-Dezibel-Berichs erreicht zu haben, wird sofort eines besseren belehrt. Der Gitarrenbrei steigert sich hier noch erheblich und mutiert zu einem temporären Geschrammel. Das Textliche bleibt jedoch wesentlich bescheidender als zuvor bei " Paranoid ":

Hey hey mama
Mama what you tryin' to do?
You keep on talkin' to me
'Till your face turns blue
Well do you think I'm a young boy
Yet to make up my mind?
Well I'm just castin' all my toys
I'm gonna leave what's behind me behind
I'm gonna leave what's behind me behind
I saw an old high school friend
Just the other day
He didn't ask me how I'd been
He asked me how was my pay
Now do you call this a friendship?
Judging from what I said
If you do I've a real tip
Ain't nobody gonna know about my bread
Ain't nobody gonna know about my bread,
Yah yah yaaaaahhh...

Nun setzt ein Soli von Farner ein, dass die Phonstärke erneut steigert und es in die Nähe von starteneden Düsenjets der US-Airforce driften lässt. Ein kreischendes, völlig übersteuertes Abgreifen der sechs Saiten unterminiert den Farner'schen Versuch, mehr als nur drei Riffs hinter einander folgen zu lassen.
Nach einer unendlich erscheinen Zeitspanne brüllt Farner weiter:

If you got somebody, that you can trust to the very end
I said if you do I want to be like you
'Cause you sure got a real good friend
You sure got a real good friend
Friend
Friend
Yah...
Woah...
Woah...
Woah... get it
Woah.. yah... get it
Aaaaahhh... Woah
C'mon... c'mon
Yah... yah
Yah
Woah
Yah... woah... get it
Yah

Erneut schrubbt er seine Gitarre bis zur klanglichen Besinnungslosigkeit. Wummernde Basstöne und schrille Laute des Splash-Becken, Hi-Hat und Crash-Becken sind nur ansatzweise zu vernehmen. Schacher prügelt dennoch auf seine Klangkörper erbarmungslos ein.
Nach mehr als 9 Minuten ist der Spuk vorbei.
Der Tonarm schiebt sich sacht in die Auslaufrille. Ruhe! Endlich!

Die B-Seite der ersten Vinylscheibe bietet zur Abwechselung das Stück " Heartbreaker ". Ein zunächst langsamer Beginn, innerhalb dessen Mark Farner sich erneut auf der E-Gitarre versucht. Auch dieses Mal klingt das Instrument klingt wie aus einem leeren Blecheimer. Zudem völlig übersteuert.
Nach einem eher kurzen Intro brüllt Farner den Text in das Gesangsmikrophon. Der knurrende Bass folgt ihm dabei in einem gehörigen Abstand. Auch das wild geprügelte Schlagzeug erreicht nicht die Lautstärke und Lärmintensität der Farnerśchen Klangorgie. Heartbreaker ist auf dem Studioalbum " On time " eher manierlich. Solider Studio-Rock mit beinnahe zu simplen Akkorden. Auf dem 2 Jahre später produzierten " Live " - Album wird die 1969er Version nicht nur in den Schatten gestellt, sondern förmlich in der Luft zerfetzt.
Das textlich auf Liebeskummer abstellte Lied erhält dadurch eine Hardrock-Hülle und zerfällt darin völlig:


Once I had a little girl
Sometimes I think about her
But you know she's not really there
When memories do call
I just, I just can't live without her
But tryin' all the time is so hard to bear
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker is bringing me down
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me down
I don't cry no more
I live while I'm flying
But I'll think back
And you can hear me say:
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me down
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me down
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me down
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me down
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me doWn
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me down
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me down
Heartbreaker, can't take her
Heartbreaker, bringing me down

" Thank you. Itś heartbreaker! ", bedankt sich Farner bei dem wild kreischenden Zehntausenden, als ein Schlag der Trommel das Klanggewitter beendet.

Dann folgt das eigentliche Glanzstück auf dem Doppelalbum: " Inside looking out ". Nachdem Schacher durch Anschlagen des Crash-Beckens den Einsatz und zunächst auch das Tempo vorgibt, singt Mark Farner :

" I'm sitting here lonely like a broken man
I serve my time doin' the best I can
Walls and bars they surround me
But I don't want no sympathy
No baby, no baby, all I need is some tender lovin'
To keep me sane in this burning oven
And when my time is up
You'll be my reefer
Life gets worse on God's green earth
Be my reefer, got to keep smokin' that thing . "

Dann Farner hackt ein vocalistisches Stakkato in das Mikrophon:
No, no, no, no, no, no
No, no, no, no, no, no, no
I said now baby... baby,
Yes I'm beggin'... I'm beggin'
Makes me feel good... feel good,
Yes I feel good... ahhhhh...
Yes I feel alright... feel alright
yes I feel alright ... feel alright
Yes I feel alright... ahhhhh
Ohhhhh

Nach der orgiastischen Einlage reduziert er sein Mitteilungsbedürfnis auf:

Ice cold water runnin' through my veins
" They try and drag me back to work again
Pain and blisters on my mind and hands
I work all day making up a... a burlap bag
The oats they're feeding me are driving me wild
I feel all happy like a new born child
Now when my time is up you wait and see
These walls and bars won't keep that stuff from me. "

Um wieder brüllend den Refrain dem darbenden Zehntausenden zu kredenzen:

No, no, baby, won't keep that stuff from me
No, no, no, no, no, no, no, no, no, no
No, no, no, no, no, no, no.
I need you right now mama
I need you right now baby
Right by my side honey
Oh and I love
Make me feel alright
Yes I, yes I, yes I, I, I...
You better come on up and get down with me
I'll make you feel real good
Just you wait and see
Make me feel alright
Yes now I feel alright
Yes I, yes I, yes I, I...

Junge,Junge, wenn die eigentlichen Urheber dieses - ansich klasse - Songs, das Komponisten-Duo Jackie Lomax und Anni Lomax,unterstützt von keinem geringeren als Eric Burdon sowie Bruce Chandler, dieses Lärm-Plaggiat sich nach über 40 Jahren erneut antun würden,sie kämen zu dem gleichen Ergebnis:
Ein eruptiver Klangbrei mit Tendenzen zu einem Lautstärkepegel von mindestens 100 DB.

Womit die dritte Seite des Doppelalbums anzusprechen wäre.
Die startete nämlich mit einigen ermahnenden Worten des " Master of Desaster " Mark Farner. Er appelliert an seine Anhängerschaft im weiten Rund, ja keine Drogen von jenen zu kaufen,die sich als vermeintliche Brüder und Schwestern ausgeben,es aber eben nicht sind.

Tja, wer die 60er und 70er in ihrere ganzen folkloristischen Breite mit erleben durfte,weiß ganz genau,dass diese gut gemeinte Warnung so viel wert war, wie ein herunter fallender Reissack im verfeindeten China: Nichts!

Dann setzt sich Farner ans Piano und hämmert auf den Tasten herum. Die Mechanik des Instruments dürfte dabei ebenso gelitten haben, wie die Lautsprecher der völlig übersteuerten Anlage, womit der eigentlich wohlig-warme Klang des Piano verunstaltet wird. Einige Figuren auf der Klaviatur verformen sich zu dem sattsam bekannten Mischmasch. Farnerś Stimme klingt zunächst, wie ein altes Grammophon von anno Tobac.
Mit dem Einsatz der übrigen Bandmitglieder türmt sich das Stück " Mean mistreater " zu einem gigantischen Phonstärke-Monolith auf, der nach kurzer eit wieder insich zusammen fällt. Farner schlägt - bislang völlig unbekannte - leisere Töne an und lässt den " Mean mistreater " sanft ausgleiten. Hmmmh,nach über 40 Jahren (Hard)- Rock - Historie, darf ich mir den Einwand erlauben: Eines der besten Stücke auf dem Vinyl-Album.

Was Farner zusammen getextet hat, liest sich so:


Mean mistreater, you make me cry
You lay around and watch me die
Mean mistreater, can't you see I'm real?
Are you satisfied with the way you feel?

I've tried hard to live without you in so many ways
I just can't help myself from thinking of you for the rest of my days
Heartache is at my door step, won't leave me alone
I just can't get used to it, now that I'm on my own

I know all about you, your childhood days
Your mom and dad, your pretty face
Mean mistreater, if you need me
I'm needin' you to set me free.

Kaum hat der Schlagzeuger Mel Schacher seinen letzten Ton auf dem Arbeitsgerät abgesetzt, schreit Farner bereits:
" Alright! "

Es folgt ein - zwar Tempo geladener - Song, der jedoch erneut im diffusen Klagbrei der übersteuerten Instrumente vollends untergeht. Nach knapp 5 Minuten ist der Spuk - inklusive eines angedeuteten Schlagzeug-Solos - vorbei. Was bleibt sind Ohrenschmerzen verursachende Fragmente, mittels eines, aus drei Worten bestehenden Textes des Trios,das zu den schlechten Stücken der " Große elektrische Eisenbahn " gehört. Dampfhammer-Musik eben!

Es folgt ein Lied mit dem heute jeder IT-Fan noch seine liebe Mühe und Not bei dessen Entschlüsselung hätte: " T.N.U.C. ". Ob dieses etwas mit " TNT ", " TC " oder " TU " zutun haben könnte, ist mir bis heute im Verborgenen geblieben. Nun, das " WWW. " gibt auch hierzu Aufschluss:


T.N.U.C. -- now read it backwards !!!!

Also, probieren wir es einmal: " Cunt " Was im sexistischen Sprachgebrauch der Welt der Männer nichts anderes bedeutet als: "
vulgär: die Möse, die Fotze "

So liest sich denn auch der Text:

You won't find me, knockin' at your door.
I've known forever, you don't love me no more.
If you don't want to lay there, with your mouth shut tight,
I'm gettin' myself together, yes, I'm leavin' tonight



You ain't gonna' find nobody, to treat you like I do.
I been down on my knees, you treat me like a fool.
Now, I know what you're tryin' to do, awww, it ain't gonna' happen.
'Cause I just done got hip to you, I'm gonna' walk out laughin'.

Hier beklagt sich frustrierter Ex-Liebhaber über seine ebenso frustrierte Ex-Freundin. Wer sich selbst zum Hampelmann macht, weil er " liebestoll " war, sollte sich später nicht darüber beklagen, das er verarscht worden ist.

Nach 11:32 Minuten ist das Klang-Vergewaltigungsmonster beendet. Auch hier ist ein Schacherśches Trommeleinlage-Gewürge enthalten.

Der zweit längste Titel befindet sich dann auch Seite 4 des Doppelalbums. Mit " Into the sun " hat das Trio sich zwar nicht in sphärische Klangebenen begeben, auch werden keine galaktischen Trips musikalisch aufgearbeitet, noch scheint die Sonne auch danach noch, wenn nach insgesamt 12: 14 Minuten der letzte Ton aus der immer noch hoffnungslos übersteuerten Großanlage erklungen ist.

Nach 4 Dekaden hören sich die GFR-Stücke wie einst lärmende Dampfzuglokomotiven ohne genügende Orientierung und einen Zeitplan. Obwohl von den Musikkritikern in der Luft zerrissen, hielt deren Produzent alles nur erdenkliche an Werbeaktionen,um den Namen des Trios in das Gedächtnis der Rockfans zu prügeln.

Was einst aus der - für heutige Verhältnisse eher bescheidenen - Bühnenanlage von 6.000 Watt heraus gequält wurde, blieb indes Kult. Die Besucher der GFR -Auftritte trugen das Trio regelmäßig aus den proppe vollen Stadien, den Hallen oder Open Air-Plätzen.
Zwischen dem Musikgeschmack der Berufskritiker und dem der konsumierenden Masse gibt es immerhin noch Dissens. Inzwischen hat sich das Musikgeschäft auf vielen Ebenen zu einem Dauer-Verblödungswettbewerb verändert.

Die GFR-Fans sehen es eher gelassen, wurden sie schließlich ab 1969 als Exoten im großen weiten Gebiet der von den einstigen Dauerverblendeten als " Urwald - Musik " geschmähten Genre geschmäht.
Wenn ich jetzt die Grand Funk - Tonträger höre, dann nicht, um postum den GF-Musikern - die ja später zu einem Quartett aufgestockt wurden - zu attestieren, dass die Jugend ihre eigenen Vorstellungen haben muss, sonst vergreist die Gesellschaft schon nach der Geburt der nächsten Generation.

Grand Funk verabschiedete sich zu Beginn der Neon geschwängerten 80er Jahre zunächst auf Nimmerwiedersehen. Später gab die Formation - ohne Farner - ein Comeback und trat zudem bei einem Bosnien-Benefiz-Konzert im Jahre 1997 zusammen mit dem genialen Peter Frampton auf. Farner hatte keine Lust mehr und tourt seit dem mit eigenen Begleitmusikern herum. Schade!