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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Plop,plop,plop!Plopp,plopp,plopp!


Was bin ich? Ich bin klein, rund und wiege mindestens 56,7 Gramm; habe einen Durchmesser von mindestens 6,36 cm und muss eine Sprunghöhe von mehr als 134,62 cm vorweisen?
Na?

Der Tennisball! Wenn dann noch die Farbe des Spielgeräts mit gelb oder weiß angegeben wird,kommt selbst der Sportvermeider nach dem Churchillśchen Motto: " No sports " auf den Namen dieses einst meist geliebten Balls in den 80er Jahren.

Junge, was waren dass für Glanzzeiten, als der Boris " Bobbele " Becker diesem Ball hinterher hechtete,als die Steffi sich mit der Navatrilova den Selbigen um die Ohren haute oder als Michael Stich dem BRD-Idol Becker den Thron streitig machen wollte.
Ruhm ist vergänglich. Sie sind in den 90er älter geworden und verschwanden alsbald von der Sportbühne. Was blieb,waren die vielen Tennisvereine, Tennishallen,Tennisplätze, die in den Hochzeiten des Becker-Graf-Stich-Wahns wie Pilze aus dem Boden schossen.
Die Mehrzahl existiert heute noch. Viele sind jedoch inzwischen wieder von der Pleite, dem Konkurs oder der heutigen Insolvenz betroffen, in Nirwana verschwunden. Einige von ihnen sogar schneller, als sie gekommen sind.

Streit gab es natürlich auch. Wenn die Spielwütigen eines Vereins ihr Schlachtfeld visavis von Wohnanlagen, schmucken Einfamilienhäusern mit genormten Garten oder Eigentumswohnungen aus dem Boden gestampft hatten und das nervige " Plopp, plopp, plopp " des Balls über Stunden die Gehörgänge der Anwohner malträtierte.
Stress war auch angesagt,wenn die Filzbälle derart hart geprügelt wurden,dass sie über die später vorgeschriebenen Fangzäune schossen und in des Anrainers Garten sich in Beeten,auf Rasen oder auf Garagendächern wieder fanden. Der geladene Nachbar war dann nicht mehr bereit, die Eindringlinge wieder heraus zu geben, sondern steckte sie -Wut entbrannt - in die Mülltonne.

Auch die abendlichen Saufgelage der Dorfprominenz oder das mit durch getretenen Gaspedal abbrausende 3 Liter-Sportkabriolett der Nur-Hausfrau mit Tagesfreizeit, dem Privat-Tennislehrer als Geliebten und dem Ehemann als Wirtstier, bereiteten oft keine Freude und brachte sehr oft die betroffene Nachbarschaftsseele zum überkochen.

Da lag es sehr nahe, dem uneinsichtigen, vermeintlich elitären Sportverein die Leviten durch ein Gericht lesen zu lassen. Unzählige Urteile zu den Lärmbelästigungen durch Tennisplätze waren,sind und werden die Folge dieses - erfreulicher Weise - abklingenden Booms aus den 80er Jahren.

So hat der BGH in einem richtunsgsweisenden Grundsatzurteil festgelegt, dass die von einer Tennisanlage ausgehenden Immissionen für Nachbarn nicht hinnehmbar sind.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14020020.html


Das war bereits im Jahre 1983 - also in der  Glanzzeit des Tennissports.

Das Saarländische OLG stellte 12 Jahre später fest, dass Tennis spielende Kinder in einer Wohnung eine unzumutbare Lärmbelästigung darstellen.
Wer seinen verzogenen Einzelkinder so etwas erlaubt, der dürfte wohl mit dem Klammerbeutel gepudert sein.

Was unter die TA-Lärm und sonstige Schutzgesetze fällt, kann beispielhaft im Netz nach gelesen werden:

Lärmquelle
Zusammenfassung (Tenor) des Urteils
Fundstelle (Abkürzungen)
AlarmanlageWerden Nachbarn durch häufige Fehlalarme gestört, muß die Außenwandsirene abgeschaltet werdenOLG Schleswig ZMR 1980, 146
Badezimmer1. Duschen und baden nach 22 Uhr ist grundsätzlich in Maßen erlaubt (max. 30min). 2. In der ganzen Nacht darf die Wasserspülung der Toilette betätigt werden.1. OLG Düsseldorf WuM 1991, 288 2. AG Münster WuM 1983, 236
EhestreitKurze Wortgefechte sind hinzunehmen. Lautstarke Streitereien sollte aber in 30min beigelegt sein.AG Düsseldorf WuM 1992, 148
Radio, Fernseher, Stereoanlage, etcJeder ist verpflichtet, die Geräte so leise einzustellen, das niemand im Haus gestört wird. Eine wesentliche Beeinträchtigung liegt vor, wenn die Nachbarn deutliche Geräusche in ihrer Wohnung hören.OLG München NJW-RR 1991, 1492
FröscheAus Naturschutzgründen müssen quakende Frösche im Teich des Nachbarn geduldet werden.LG Hanau NJW 1985, 500
GaragentoreDie Garage darf nachts nicht geöffnet und geschlossen werden, wenn dadurch soviel Lärm verursacht wird, daß die Anwohner aus dem Schlaf gerissen werden.OLG Düsseldorf WuM 1991, 438
HähneHähne dürfen in der Nacht nicht krähen. Der Halter der Tiere hat dafür zu sorgen.OLG Hamm WuM 1990, 123
Hunde1. Ein Hund darf gelegentlich bellen. 2. Ein Hund darf nicht mehrere Stunden ununterbrochen oder den ganzen Tag über bellen. Auch nicht, wenn es ein Wachhund ist.1. AG Hamburg-Wandsbeck WuM 1991, 94 2. OLG Düsseldorf WuM 1990, 400
Kinder1. Es ist hinzunehmen, wenn Kinder beim Spielen lärmen. Lediglich in den Ruhezeiten haben die Eltern darauf zu achten, daß andere nicht zu sehr gestört werden. 2. Ganz extreme Lärmstörungen durch Kinder haben Eltern zu unterbinden1. AG Hannover WuM 1987, 218 2. AG Wuppertal WuM 1995, 555
MüllcontainerQuietschende Deckel eines Müllcontainers sind eine erhebliche Lärmbelästigung. Der Nachbar oder Vermieter muß für Abhilfe sorgen.OLG Koblenz MDR 1980, 578
Musikinstrumente1. Außer durch Individualabrede im Mietvertrag, kann das Musizieren im Haus nicht verboten werden. 2. Saxophon oder Klarinette darf man nur bis zu zwei Stunden täglich üben (Sonntags nur eine Stunde) 3. Schlagzeuger müssen sich zeitlich auf 45min im Sommer bzw. 90min im Winterhalbjahr begrenzen. 4. Ausnahmsweise, wenn mehrere Personen in einer Wohnung musizieren, kann die Spieldauer auf ein bis anderthalb Stunden täglich pro Person reduziert werden1. OLG München WuM 1988, 1179 2. OLG Karlsruhe NJW-RR 1989, 253 3. LG Nürnberg-Fürth WuM 1992, 253 4. OLG Frankfurt WM 1984, 303
Parties1. Es gibt kein allgemeines Recht auf lautstarkes Feiern einmal im Monat nach Artikel 2 des GG! 2. Es soll dem Nachbarn aber zuzumuten sein, Haus- und Gartenfeste im üblichen Umfang (etwa viermal im Sommer) bis 22.00 Uhr hinzunehmen.1. OLD Düsseldorf WM 1990, 120 2. LG Frankfurt WM 1989, 575
SpielplätzeLärm von einem nahegelegenen Kinderspielplatz müssen die Anwohner tolerieren, denn Kinder müssen gefahrlos Spielmöglichkeiten in der Nähe der Wohnung haben.OVG Koblenz WuM 1957, 378
VögelDas schrille über mehrere Stunden andauernde Pfeifen eines Graupapageis, der in einem Mehrfamilienhaus in einer Wohngegend gehalten wird, muß von den übrigen Bewohnern nicht geduldet werden.OLG Düsseldorf WuM 1990, 122


Wer sich nicht an Ruhezeiten und sonstige Auflage hält,dem drohen dann Ordnungsgelder.
Soweit, so schlecht. Was neben der Lärmbelästigung auch sonst noch an Streitigkeiten produziert werden kann, ergibt sich aus einem plakativen Beispiel der Intoleranz unter Sportsfreunden. Ob es nun Neidhammelei, Egoismus oder einfach nur Dummheit ist, kommt auf die Sichtweite des Betrachters an. Fakt ist,wer sich so verhält, dem sollte einfach Redeverbot erteilt werden.

Am 16. 02. 2010 stand in einer Lokalzeitung:

"Öffentlicher Fußballplatz sorgt für Ärger. "

Die Tennissparte des VfR E. hat ihre Jahresversammlung in der Gaststätte „P. Krug“ in P. abgehalten. Dabei berichtete Lothar L., der Abteilungsleiter, dass der neu angelegte öffentliche Fußball-Kunstrasenplatz den Tennisspielern erhebliche Sorgen bereitet. So würden von dort aus regelmäßig Fußbälle auf die Tennisplätze fliegen, da der vorhandene Ballfangzaun zu niedrig sei. Um die Fußbälle wieder zurückzuholen, würden die auf dem Kunstrasenplatz spielenden Kicker zudem andere Zäune übersteigen und dadurch beschädigen. Mit ihren stollenbesetzten Fußballschuhen würden sie darüberhinaus Abdrücke in den planierten Tennisplätzen hinterlassen. Der von diesem Fußballplatz ausgehende Lärm sei ein weiteres Ärgernis.

  „Die einzige sichere Möglichkeit ist, einen Stacheldraht drum’rum zu ziehen“, resümierte L. mit Blick auf die zu schützende Tennisanlage. Als praktikablere Lösung nannte er dann jedoch die Installation eines höheren Ballfangnetzes und die Einführung einer Nutzungsregelung für den öffentlichen Fußball-Kunstrasenplatz, wobei er auch hier gewisse Probleme sah: „Es wird sicherlich noch ein schwerer Kampf werden“, prognostizierte er. Denn „die Stadt ist pleite“. Außerdem habe – außer der Stadt B. selbst – niemand etwas zu sagen. "

- Zitatende  -

Junge, Junge, dat is starker Tobak. Einen Stacheldraht ziehen, um die Tennisanlage zu schützen. Wann wird das Ghetto wieder eingeführt?
Seit wann wird auf Kunstrasen mit Stollen-Fußballschuhen gebolzt?
Ein Aktiver hält hierzu fest:

Je nach Kunstrasen würde ich entweder Noppenschuhe nehmen oder "Tausendfüßler". Schraubstollen sind verboten!

Und der Lärm von einem Fußballplatz dürfte kaum höher sein, als das monotone " Plop,plop,plop " der Tennisball dreschenden Kaulquappen aus dem Verein, die sich wohl eher neidisch mit den erfolgreicheren Fußballern anlegen wollen,weil es hier mehr Geld zu verteilen gibt.

Nun,in unserer medialen Verblödungsgesellschaft des 3. Jahrtausend darf auch ein solches, existenzielles Problem ausdiskutiert werden - notfalls mit Hilfe der Gerichte. Und da der Grad der Resthirnreduktion sich fast immer an der ausgeübten Sportart orientiert, steht für mich - nicht erst seit heute - fest,dass die Skala der Arschlöcherigkeit exponentiell mit der Freizeitaktivität wächst; sprich:

Riesenarschloch= Jäger, Segelflieger,Sportflieger;

Oberarschloch= Tennisspieler, Golfer, Spring - und Dressurreiter/innen;

Arschloch= Rallyefahrer, Skifahrer, Segler(Sportbootfahrer ).

" Plop,plop.plop !"

Dienstag, 14. Dezember 2010

Wunderschätze - wunderbare Schätze - unschätzbare Wunder!

Aus der Tiefe des Raumes eines der Bücherregale wurden sie hervor geholt. Die Rechtfertigungsschriften des eins zweiten deutschen Staates. Obwohl längst untergegangen und von der gefräßigen Hyäne des kapitalistischen Nachbarlandes verzehrt, aus den Bibliotheken wohl verbannt und von den Kohlśchen Kloppertruppen nach 1990 verbrannt, weil sie einst zur Pflichtlektüre auserkoren waren. Jene Bücher, die die ideologische Festigkeit in dem Arbeiter - und Bauerstaat von Kindesbeinen an fördern sollten.
Ein kurzer Blick in einige Seiten, ein paar schnell aufgenommene Begrifflichkeiten und das Anschauen der Fotos bringen das breite Grinsen zurück, dass mir immer kam, wenn ich die verklärten Nachrichten der AK, den Propagandakönig Karl Eduard v. Schni... und sonstige Informationssendungen des DDR - Fernsehens sah.

Nur das Lesen ist dann noch schöner. Und deshalb stelle ich jetzt einige Lacher hiervon ein, die mir während des zunächst nur oberflächlichen Einlesens in jene Traktate kamen:

" Unter der blauen Fahne " - Leseheft für Thälmannpioniere der 7. Klassen zur Vorbereitung auf den Eintritt in die FDJ

" Der Sozialismus - Deine Welt " - Verlag Neues Leben, Berlin 1975

" Kleines Politisches Wörterbuch " - Dietz Verlag Berlin 1967

Wohl an, schauen mer mal,was die Klassenkampfliteratur von einst mir heute noch zu sagen hat:

Auf Seite 4 der " ..blauen Fahne " findet sich ein Beitrag mit dem Titel " Uns stets Großes zuzutrauen gibt die Partei uns Kraft ". Verfasst wurde das Traktat von dem 1. Sekretär des Zentralrates der Freien Deutschen Jugend auf dem XI. Parteitag der SED. Nun,er Genosse Aurich fabuliert hier schwulstig über die Jugend in der DDR, welche für den Sozialismus eintritt. Mit Metaphern und Plattitüden, wie " kämpfen ", " alles geben " und " alles tun " schleimt Aurich sich in die Phantasiewelt des wissenschaftlichen Marxismus-Leninismus ein. Er behauptet tatsächlich " Partei und Jugend gehören immer zusammen. "
Wie bitte?
Von der kämpfenden Jugend in dieser Kampfgemeinschaft kämpften wohl nur wenige gegen eine zunehmende Vergreisung des ZK. Kampf des Kampfes wegen. Und danach stellt er fest: " ... , das Programm unserer Partei und die Lehren unseres Kampfes so zu vermitteln, daß sein Weltbild stets auf der Höhe der Zeit ist und sein Klassenstandpunkt sich in der Arbeit, beim Lernen und bei der Verteidigung der Heimat ständig festigt.  "

Tja, das Leben ist ein einziger Kampf. Heute mehr denn je. Der Kampf, jeder gegen jeden und Einer gegen Alle.
Leider führt der tägliche Kampf dazu, dass so mancher Kämpfer das eigentliche Lebensziel aus den Augen verliert.
So, wie die Parteiführung vor 20 Jahren immer noch daran glaubte,dass ein riesiger Käfig für mehr als 16 Millionen Menschen ausreicht, den Egoismus zu besiegen.

Auf Seite 22 steht zu lesen, dass " Rechte die Verpflichtung sind ".Dann wird so ordentlich gegen die imperialistische BRD, den Klassenfeind und die Rückständigkeit der bürgerlich BRD vom Leder gezogen. Sicherlich, richtig ist, dass die BRD nach 1949 ein Grundgesetz in Kraft gesetzt hatte, dass sehr hohe Ansprüche vermittelt, von denen bereits wenige Jahre darauf kaum einer umgesetzt wurde. Die BRD sei eine ganze Epoche zurück, verglichen mit der sozialistische Entwicklung in der DDR.
Aja, da fragt sich doch der kritische Sozialist, auf welchen Felder dieses gewesen war. Die ökonomische Entwicklung kann damit wohl kaum gemeint sein. Oder war die Güterproduktion in der DDR schon damals nur deshalb mangelhaft, weil der Mangel auf ein unzureichendes Verteilungssystem basierte?
Andererseits hat die "kleine" DDR an die riesige UdSSR erhebliche Reparationszahlungen zu leisten gehabt, während die BRD "Rosinenbomber " und " Care Pakte " vom Yankee bekam.

Das eine Gleichberechtigung von Mann und Frau in den beiden deutschen Staaten auf dem Papier der Verfassungen stand, sind ebenso typische Gemeinsamkeiten, wie die Tatsache, dass es eine Gleichstellung zwischen den beiden Geschlechtern auf 40 Jahre DDR betrachtet, genauso wenig gab, wie in den 40 Jahren BRD und 20 Jahren Gesamtdeutschland.

Genug der Lügerei! Papier war geduldig und Lügen haben kurze Beine. Das DDR-Volk sah es ab 1989 anders als die Tattergreise im ZK und jagte sie allesamt zum Teufel.

Erhellendes ergibt sich auf Seite 49 der Propagandabroschüre. Hier heißt es: " Wahl eines Berufes - Es liegt an jedem selbst ". Hoi, wer hätte das schon damals gedacht. Und wie es im knall harten Berufsleben auch vormals schon war, es werden nicht alle jungen Menschen zum Piloten, zur Kosmetikverkäuferin ( warum eigentlich nicht Kosmetikverkäufer? ) oder zum Höhlenforscher ausgebildet werden können. Jeder Beruf ist wichtig! Na denn: " Wir brauchen vor allem Wohnungs - und Maschinenbauer, Genossenschaftsbauern, Eisenbahner und Tischler, Lehrer und Berufssoldaten. " Wozu die Soldaten notwendig waren war jedem klar. Sie sollten das sozialistische Vaterland gegen den bösen kapitalistischen Aggressor aus der BRD schützen und diesen bekämpfen.

Das der Klassenfeind ab Freitagmittag in den 70er bis 80iger Jahren zur NATO-Rallye bat, wenn nämlich die Kasernen verwaist und die Soldaten sich wahre Straßenkämpfe mit ihren Sprit schluckenden Blech-Chaisen lieferten, wollte kein NVA-Soldat wahr haben.

So hat der DDR-Jugendlich zu lernen, dass die Partei immer Recht hat, das ZK der SED nie im Unrecht ist und das Recht auf Arbeit in diesem Staat in eine Arbeitspflicht umgewandelt wurde, weil alles andere eben asoziales Verhalten war, was wiederum unter Strafe stand.
Berufe gab es viele. Ausbildungsplätze auch. Interessenten wurden allerdings immer weniger.

Das zweite Witzbuch unter dem Titel " Der Sozialismus - Deine Welt " ist in einer ähnlichen Machart aufgebaut. Allerdings in einem internationalen Touch. Hier schreiben u.a. Pablo Picasso, Jaques Duclos und Angela Davis.
Über diverse historische Abhandlungen kommt die Schwarte dann zu dem erwarteten Ergebnis, dass der Sozialismus so oder so siegen wird und zwar über die Bösen dieser Welt, über das Monopolkapital und die Aggressorbanden in den USA und der BRD. 
Nun, dass dieses Wunschdenken war, hatte ich bereits in meinem Wahl - Pflichtfach " Politische Ökonomie " 1978 an der HfW in Bremen befürchtet, nachdem mir klar wurde, dass die Theorie schöner ist als die Praxis und die Misswirtschaft des kleinen Bruderlandes eben kein reines Verteilungsproblem sein konnte.

So schreibt denn Louis Fürnberg auf Seite 29 des Schinkens:
" Es ist nicht genug, immer den Namen Karl Marx im Munde zu tragen und ihn zu zitieren und dort,- o nein: Freund, wir wollen ganz offen zueinander sein und uns nicht vom Boden der Tatsachen entfernen, wir wollen sagen: wir müssen mehr als nur lernen,wir müssen uns immer vor Augen halten: der Marxismus ist mehr als reine Doktrin, er ist Wrrkzeug zum Handeln, zum Umgestalten und aus dieser Erkenntnis müssen wir die Konsequenzen ziehn. "

Die weitere Entwicklung der DDR bis 1989 ist bekannt. Vielleicht hätte ich den Zusammenbruch mit vermeiden können, indem ich einst nicht nur Ost-Pakte von unserem einstigen bayrischen Feriengast zur Post geschleppt hätte, sondern meinerseits während der Studienzeit meiner jetzigen Frau mehr " Kraft "-Tomatenketchup oder den von " Libbyś " und/oder jenen von der Firma " Nadler " in deren darbende Studentenzeit quasi als Morgengabe eingebracht hätte.
So aber bleibt es bei der grauen Theorie und die lautet dann auf Seite 485:
" Der Marxismus-Leninismus ist ja kein Glaubensbekenntnis, sondern eine Anleitung zum Handeln. Er ist keine Sammlung von Thesen zum Auswendiglernen, sondern eine revolutionäre Lehre, die jeden einzelnen Anhänger zum weltveränderten Einsatz befähigt und verpflichtet, zu schöpferischer Arbeit und selbstlosem Kampf für die menschenwürdige Gesellschaftsordnung des Sozialismus. Heute, da der real existierende Sozialismus sich immer erfolgreicher entwickelt und einen ständig wachsenden Einfluß auf die Entwicklung der Welt ausübt, werden auch die Früchte unseres Kampfes für jeden einzelnen Menschen von Tag zu Tag greifbar. "
Hmmmh, irgendetwas fehlt noch? Ach ja: " Bis in alle Ewigkeit! Amen!"

Lese ich hier  Früchte unseres Kampfes " oder waren es nicht eher der Kampf um die Früchte? Frage: " Warum ist die Banane krumm? "
Antwort: " Weil sie einen großen Bogen um die DDR macht!"
Ein West-Witz. Jedoch nicht von den schwarzen Flachköpfen aus der CDU, der CSU oder dem RCDS/der JU,nein, von einem Bauarbeiter.

Zum Schluss aus dem " Kleines Politisches Wörterbuch " über die Schwarzen und ihre schwarzen Seelen von einst eine ordentliche Portion Hass:
" Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU ), am 26.6. 1945 gegründete demokratische Partei der DDR, in der sich christliche Bürger evangelischen und katholischen Bekenntnisses sowie Angehörige freikirchlicher Gemeinschaften zur Mitarbeit an der Gestaltung einer dauerhaften Friedensordnung und am Aufbau des Sozialismus zusammengeschlossen haben. "

Hääääh?

Ach,nee, ich habe die Seiten verwechselt. Also, auf ein Neues:

" Christlich-Demokratische Union / Christlich-Soziale Union ( CDU/CSU ), Hauptpartei des Monopolkapitals im staatsmonopolistischen Herrschaftssystem der westdeutschen Bundesrepublik; gegründet am 17.6.1945 in Kln. it der am 13.10.1945 in Würzburg gegründeten Christlich-Sozialen Union, einer Partei der westdeutschen Monopolbourgeoisie und der bayrischen Großagrarier bildete die CDU am 5.2. 1947 eine Arbeitsgemeinschaft und 1949 eine gemeinsame Fraktion...... ( Na,bitte,das hört sich doch schon, als an der Wahrheit näher heran gekommen an! )

Obgleich sie sich nicht auf eine einheitliche Ideologie stützt, ist sie Hauptverfechter des politischen Klerikalismus und eines aggressiven Antikommunismus. Sie identifiziert sich weitgehend mit der westdeutschen Staatspolitik, wobei die Parteipolitik der Regierungspolitik in der Regel vorgreift und die Interessen des westdeutschen Monopolkapitals unverhüllter zum Ausdruck bringt als die offizielle Bonner Politik. Die Politik der CDUCSU ist auf die Festlegung des Systems des staatsmonopolistischen Kapitalismus in Westdeutschland und die Erweiterung seines Machtbereichs gerichtet,und zwar durch die Annexion der DDR, die Vernichtung ihrees sozialistischen Gesellschaftssystems und ihrer sozialistischen Errungenschaften, die ökonomische und politische Einflußnahme in den unabhängig gewordenen Nationalstaaten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas und die Verwirklichung der Hegemonialbestrebungen desdeutschen Imperialismus in Westeuropa.
........... "

Puuuh, ein bißchen viel auf ein Mal!

Auch wenn ich selbst die CDU/CSU-Kapitalistenknechte nie gewählt habe macht mir die Hetztirade gegen die schwarzen Selbstdarsteller und Bereicherungskünstler nicht gerade sympathischer. Immerhin hat der CSU-Matador Strauß aus Bayern, dem DDR-Pleitestaat einen Millionenkredit gegeben. Vielleicht wollte er so als Exponent des Monopolkapitals in Bayern die Weichen für eine spätere feindliche Übernahme Sachsens, Thüringens und Ost-Berlin stellen.




Lustig ist es dennoch, in diesen Billigpapier-Wälzern von einst herum zu stöbern, um dann zu der Erkenntnis zu gelangen: " Früher, ja früher, war es doch nicht besser. " 

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Der grüne Käfer im Tannengrün.



Als unser Nachbar kürzlich hoch auf die Alu-Leiter stieg, um das obligatorischen Grün au dem Nadelbaum zu sägen, hatte sich in dem für uns bereit gestellten Tannenzweigen doch ein kleiner Gast eingeschlichen, den ich dann einige Tage später an der Zimmerwand sah.

Die Frage, die sich mir unweigerlich stellte, lautete:
" Wer ist das? "

Einige Klicks im WWW. gaben hierzu Auskunft:


Gemeiner Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera )
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Unterfamilie Rosenkäfer (Cetoniinae)


Insekt des Jahres 2000

 
Die Frage wäre also beantwortet. Stellt sich nur die weitere Frage: " Was hatte der Besucher im Tannengrün verloren? "

" Rock on! " - Humble Pie rockt das Fillmore East






Wenn ich mich in die frühen 70er Jahre zurück versetze, so verknüpfe ich mit ihnen die Zeit der phantastischen Live-Acts  von Deep Purple, Emerson.Lake & Palmer oder auch Ten Years After. Aus dieser Zeit stammen exzellente Live-Alben, die einst üblicher Weise als DLP vermarktet wurden.
Eine solche, nämlich den Konzert - Zusammenschnitt der Formation um den Leader Steve Marriott, der in den späten 60er Jahren die Formation Humble Pie gründete,wird bald 40 Jahre alt.
Zusammen mit dem Gitarristen Peter Frampton, den Bassisten Greg Ridley und den Schlagzeuger Jery Sherly trat Marriottś -Supergroup 1971 im Rock-Tempel von Bill Graham, dem Fillmore East in New York auf.
Hier gaben sich seit einigen Jahren die "who is who" der Rockmusik die Klinke in die Hand.
Was das Quartett dort auf die Bühne zauberte wurde dann ab dem Spätsommer 1971 als Doppel-Vinyl in den Plattenläden der BRD unter dem Titel: " Performance - Rockin'the Fillmore " kredenzt.
Das Album war mit 29,00 DM teuer. Der Inhalt allerdings für mich bis heute unbezahlbar.

Marriotś hinreißend rauchige Blues-Rock-Röhre gehört neben jener des " Zep "-Vocalisten Robert Plant und Chris Farlowe von " Colosseum " zu den damals größten, dass die Szene zu bieten hatte.

Steve Marriott spielte ab den frühen 60er Jahren Pop-Musik, ehe er dann zusammen mit  Ronny "Plong" Lane  die " Small Faces gründet. Mit den " Small Faces " gelang es ihm sich ab Mitte der 60er Jahre in den Charts zu etablieren. Der Titel " Lazy Sunday " landete sogar in Großbritannien auf einen ersten Platz.

Peter Frampton war zunächst in den 60ern bei der Formation " The Herd " als Gitarrist aktiv. Auch er verbuchte mit den Stücken " From the underworld " sowie " Paradise lost " beachtliche Hitparadenplatzierungen, ehe sich die Gruppe zum Ende der 60er Jahre auflöste.

Gerg Ridley war zunächst bei der Rockgruppe " Spooky Tooth " aktiv. Die Formation um Mike Harrison und  Gary Wright hatte mit Ridley zusammen einen beachtlichen Erfolg als Live-Band und setzte den Titel " Waitin'for the wind " in die Charts des Jahres 1969.


Jerry Shirley spielte zuvor bei der eher unbekannten Gruppe " Apostolics Intervention " und stieß danach zu Humble Pie.

In dieser Besetzung spielte Humble Pie 1969 /1970 die Alben:
  • As Safe As Yesterday (1969)
  • Town and Country (1969)
  • Humble Pie (1970)

 Hinzu kam die Singleauskoppelung " Natural born boogie / Wrist job " aus dem Jahre 1969.

Tatsächlich war aber " Pie " eine absolute Live-Gruppe. Dieses Merkmal unterstrich die Formation mit dem Auftritt im Fillmore East im Jahre 1971 mehr als eindrucksvoll.

Auf den vier Vinyl-Seiten finden sich folgende Titel:


Side one

  1. "Four Day Creep" (Ida Cox) – 3:46
  2. "I'm Ready" (Humble Pie, words by Willie Dixon) – 8:31
  3. "Stone Cold Fever" (Humble Pie) – 6:18

 Side two

  1. "I Walk on Gilded Splinters" (Dr John Creaux) – 23:25

 Side three

  1. "Rollin' Stone" (Muddy Waters arranged by Humble Pie) – 16:07

 Side four

  1. "Hallelujah I Love Her So" (Ray Charles) – 5:10
  2. "I Don't Need No Doctor" (Nick Ashford, Valerie Simpson, Jo Armstead) – 9:15
Auch wenn die Stücke nur eine einzige Eigenkomposition erkennen lassen, so sind sie allesamt Extraklasse. Das symbiotische Gitarrenzusammenspiel zwischen Marriott und Frampton erinnert ein wenig an das kongeniale Duo
Gregg Alman und Dicki Betts von der ABB. Ein temporäres Wechselspiel von melodiösem Wohlklang und fetzigen Gitarrenriffs.

Der Kracher schlechthin ist " I don need no doctor ", ein 9 Minuten-Opus, dass ich bei jeder Fete bis zum letzten Ton ausspielen musste.
Auch die "Dr. John "-Adaption " I walk on gilded splinters ", einer 23 minütigen Zeremonie zwischen den beiden Gitarristen und Ridleyś Bassfiguren auf aller höchstem Niveau, ist für Fans von XXL-Titeln ein absolutes Muss; wie auch die Blues-Hymne " Rollin' stone " des Altmeisters Muddy Waters.

" Pie " war in den 70er Jahren Kult.
Die gRuppe löste sich dann 1975 auf, weil Frampton und auch Marriott Soloprojekte starteten. Eine Reunion 1980stand unter keinem guten Stern. Die Erfolge der 70er konnten zudem nicht wiederholt werden.


http://de.wikipedia.org/wiki/Humble_Pie


Im April 1991 verstarb Steve Marriott durch einen tragischen Unfall in seinem Haus in England. Die Gruppe  formierte sich erneut, hatte allerdings das Herzstück verloren und fand sich eher als Nostalgie-Band unter Vielen wieder.

Im November 2003 verstarb auch der Bassist Greg Ridley, womit " Humble Pie " nur noch Erinnerungswert besitzt, so, wie das legendäre Doppelalbum " Performance - Rockin' the Fillmore " aus dem Jahre 1971, dass nunmehr fast 4 Dekaden in meinen Plattenarchiv steht.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

" Jopi " willst Du ewig leben?


Ein Witz geht durch die Welt:

" Es ist 4 Uhr nachts! Jemand pocht laut an der Tür. Johannes Heesters quält sich aus dem Bett und schlurft zur Tür. Vor der Tür steht der Tod! Johannes dreht sich um und ruft: "Simone! Es ist für dich!"

Ein zweiter Witz macht die Runde:

" Johannes Heesters sitzt mit seiner Frau Simone im Wohnzimmer, als es plötzlich an der Tür klingelt. Johannes steht auf, geht zur Tür und als er sie öffnet, steht der Tod direkt vor ihm. da dreht der Heesters sich um und ruft: "Simone, ist für dich!"

Und ein dritter Witz geht so:

Frage:
"Was ist der Unterschied zwischen dem VfL Wolfsburg und Johannes Heesters?"

Antwort:
"Johannes Heesters lebt noch!"


Ja, der "Jopi", der Eisgraue mit dem Charme der 30er Jahre, er wird so langsam zum Gespött der Leute. Die Medien hat er allerdings immer noch hinter sich und wie:

Zu seinem 107. Geburtstag lobhudelte die Meute ihn in aller höchsten Tönen. Der MDR allen voran berichtete intensiv und exklusiv von der Jubelarie zu seinem 107. im thüringischen Erfurt:

" Mit einer Gala in Erfurt hat Sänger Johannes Heesters am Dienstag seinen 107. Geburtstag gefeiert. Gekleidet in Frack, weißer Weste und Seidenschal trat der älteste noch aktive Schauspieler im Erfurter Kaisersaal selbst auf die
Bühne. "Es ist so schön, Musik zu machen", sagte Heesters. Ans Piano gelehnt sang er mehrere seiner Erfolgshits wie "Ich knüpfte manche zarte Bande" oder "Ich bin Gott sei Dank nicht mehr jung"."

-   Zitatende  -

Was, außer das er von Jahr zu Jahr , so wie die übrigen ebenden in diesem,unserem Lande auch, er um ein solches älter geworden ist,hat Heesters denn in den letzten Jahren, den letzten Dekaden, eigentlich wichtiges produziert?
Schlichtweg gesagt: Nichts!

Die Masse braucht solche Menschen, wie ihn. Der alt, aber dafür nicht weise, und längst dem Alter zum Opfer gefallen, immer noch ins Rampenlicht gekarrt wird. Altern in Würde? Keineswegs, denn mit ihn lässt sich eben noch Auflage, noch Quote und Umsatz machen. Verarscht werden eben die vielen Millionen, die sich an dem - sicherlich biblischen - Alter des Herrn Heesters jedes Jahr aufs Neue ergötzen. So....... alt wir eben kein Schwein.

Dass Alter sehr oft vor Torheit nicht schützt, lässt sich in den biographischen Daten des " Jopi " auch nach lesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Heesters

So, jetzt soll er auf die 108 zu steuern und den Regenbogen-Postillen und sonstigen Voyeuristen vielleicht im kommenden Jahr noch ein Ständchen singen:
" Ich möchte noch mal 20 sein "?



Dienstag, 7. Dezember 2010

Quo vadis Sport Verein Werder Bremen???

Heute Abend laufen sie zum letzten Mal in diesem Jahr zum über 90 minütigen Wettstreit in der UEFA-Champions League auf: die Protagonisten des SV Werder Bremen. Der Gegner heißt Internationale Mailand und steht bereits als Verein der nächsten Runde fest. Das Hinspiel in Mailand ging für meine Grün-Weißen mit 0:4 voll in die Büxen. Keine Chance, für niemanden, im Mailander Guiseppe Meazza Stadion, dort, wo bereits viele bundesdeutsche Mannschaften ordentlich unter die Räder gekommen sind.

Das ist leider nur ein schwacher Trost. Ebenso die Tatsache, dass die Vereinskasse im Jahr 2010 prall gefüllt ist. Zunächst gab es 16 Millionen Euro für die Qualifikation zu diesem Wettbewerb mit seinen 6 Spielen in der Gruppenphase,danach brachte der Transfer von Mesut Özil noch einmal satte 16 Millionen in die Schatulle und auch die Zuschauerzahl in der laufenden BuLi-Saison lassen sich sehen.

Leider ist das Geld nicht für einen adäquaten Mittelfeldspieler ausgegeben worden. Mesut fehlt an allen Ecken und Enden. Er hat eine riesige Lücke im Mannschaftsgefüge hinter lassen, die weder Torsten Frings, noch Aron Hunt, geschweige denn Phillip Bargfrede schließen konnte.

Von Verletzungen einiger, wichtiger Spieler gebeutelt hat sich der Verein durch die erste Halbserie in der BuLi gehangelt und dümpelt jetzt im Mittelefeld,ergo im Niemannsland herum. Es steht zu befürchten,dass sich diese Tabellensituation auch in der Rückrunde kaum verändert. Summa summarum: Die Saison 2010/2011 kann bereits heute als erfolglose abgehakt werden.

Sicherlich gab es auch schwierigere Jahre, als das Jetzige in der Vereinsgeschichte. Bereits in den 70ern gab es die "Pleite" mit dem Einkauf von teuren Spielern, dem so genannten " Millionensturm ", der sich dann als laues Lüftchen erwies; Ende der Dekade stieg der SVW sogar in die Zweitklassigkeit ab. Auch nach der Ära Otto Rehhagel hatte der Trainer-Fehleinkauf Aad de Mos den Verein in nur wenigen Monaten nahezu auf den berühmten Hund gebracht. Das Herumgeeiere nach dem Weggang von Rehhagel erbrachte dann in der Saison 1998/1999 die Beinnahe -Katastrophe, als nach einem miserablen Saisonstart der zweite BuLi-Abstieg drohte.

Nur das enge Zusammenspiel zwischen Spielern, Vereinsführung und Fans erbrachte in den Folgejahren eine Verbesserung. Hinzu kamen Personalien, die neben Thomas Schaaf als Trainer und Klaus Allofs als Manager sich sukzessive als die richtige Wahl heraus stellten. Kontinuität ist unisono eine SVW-Tugend. Und so sollte es auch bleiben. Selbst wenn die aktuelle Spielzeit nicht die gewünschten Ergebnisse erbracht hat.

Als langjähriger Anhänger des Vereins sehe ich die Notwendigkeit eines Neuaufbaus des Spielerkaders.Es gibt hier sehr viele junge, talentierte Fußballer, die durchaus aufgebaut werden können, um perspektivisch in den nächsten Jahren bestehen zu können. Ältere Profis sollten sich allerdings so langsam mit dem Abschied vertraut machen. Hierzu zählen neben Torsten Frings, auch Petri Pasanen, Tim Borowski und Claudio Pizarro. Wer bereits die 30 Jahre erreicht oder sogar überschritten hat, der wird es schwer haben, in dem Kader bestehen zu können.

Nun darf mich heute Abend noch einmal genüsslich in den Sessel zurück lehnen und der Reportage von Radio Bremen lauschen, ehe in den nächsten Wochen und Monaten der....
Fast hätte ich den Schluss ausgelassen, aber nur fast.

...der BVB 09 Borussia Dortmund einer weiteren Meisterschaft entgegen streben wird. Und das ist eben am kommenden samstag der nächste Gegner im Borussen-Stadion zu Dortmund, wo es für uns seit Jahren nie etwas zu ernten gab.

 

Mediator-Moderator-Imperator? Heiner Geißlerś Scheitern an der Realität des Realen.

Was ist ein Mediator? Hat eine solche Person etwas mit den Medien zu tun? Oder ist er/sie eine Unterart eines - jetzt modernen - römischen Kämpfers?
Nun, der Mediator meditiert nicht, er ist auch kein Medienmonster oder gar eine Metamorphose eines heroischen Kämpfers aus der Antike.
Ein Mediator vermittelt. Zumindest versucht er es.
Ein solcher war der Ex-Bundesminister Dr. Heiner Geißler in dem immer noch bestehenden Konflikt zwischen den Gegner des Bahn-Ungetüms Stuttgart 21 und den Verantwortlichen von Landesregierung und Bahn.

Am 30. November 2010 sprach sich Geißler in seinem Schlichterspruch im Grundsatz für das Projekt aus und schlug eine Reihe von Veränderungen unter dem Titel Stuttgart 21 PLUS vor. Verkehrliche Bedeutung haben seine Forderung nach dem Erhalt der Gäubahn sowie der Dimensionierung von Zulaufstrecken und Bahnhof für um 30 Prozent gegenüber der Spitzenstundenbelastung des heutigen Hauptbahnhofs erhöhten Zugzahlen.

Die Gäubahn sollte ursprünglich bis Stuttgart-Rohr abgebaut, Personenzüge Richtung Singen zukünftig über die Neubaustrecke zum Flughafen und von
dort weiter nach Rohr geführt werden. Die notwendigen kapazitätssteigernden Maßnahmen soll ein so genannter „Stresstest“, eine Betriebssimulation, identifizieren.Die Ergebnisse der von SMA durchgeführten Simulation sollen Mitte 2011 vorliegen.Der Schlichterspruch des Dr. Heiner Geißler wäre beinahe im allgemeinen Trubel der Tagesereignisse unter gegangen. Dennoch erhielt er in den Medien eine gewisse Aufmerksamkeit. Zwar nicht jene, wie die Proteste der Zehntausenden in der Landeshauptstadt, da sich die Medienmeute inzwischen an dem Thema vollkommen abgearbeitet hat.

So, wie es zurzeit aussieht, wird der Bahnhofsmoloch wohl weiter gebaut werden. Ob dieses in der noch vorliegenden planerischen Form geschehen kann, steht nicht fest. Was innerhalb von 15 Jahren in den Spatzenhirnen der größenwahnsinnigen CDU-Landespolitiker ausgebrütet wurde, soll nun endlich umgesetzt werden. Basta!
Einzig die im Frühjahr des kommenden Jahres anstehende Landtagswahl könnte der Bahn und ihren abgesegneten Bauplänen noch einen Strich durch die Rechnung machen.
Dann nämlich, wenn die CDU aus der Regierungsverantwortung entlassen wird, ihre verkrusteten Verwaltungsstrukturen aufgebrochen werden und mit den sich Sieges sicher währenden GRÜNEN ein frischer Wind in den Apparat hinein geblasen wird.

Die Hoffnung ist jedoch nicht immer grün. Dann nicht, wenn aus der Opposition plötzlich eine repressiv agierenden Regierung wird, die - ähnlich, wie jene Hetzer und Flachdenker - nunmehr ihrerseits von: " Berufsprotestierern, Freizeitanarchisten, Stimmungsdemokraten, Altersegoisten, Wohlstandsverwahrlosten " spricht, wenn es darum geht, die kritischen Geister aus dem Volk zu diffamieren.
Mappus und Konsorten haben gezeigt, wie es nicht funktioniert. Ob es eine Landesregierung unter der möglichen Federführung eines grünen Ministerpräsidenten im "Ländle " besser macht und aus den Fehlern des Dicken ohne Rückrat lernt,wird sich im Jahr 2011 zeigen.

Auweia,Thomas! Das ging nun voll in die Büxen!

Ja,ja,der Thomas aus dem ZDF, der Exilant aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten,der Jungbrunn mit dem Goldbären-Outfit, nun hat er ordentlich auf die Nase bekommen, Die soll eigentlich die Größte in diesem, unserem Lande sein. Natürlich nach der von Mike Krüger.
Krüger selbst bäckt seit längerer Zeit kleinere Brötchen als sein einstiger Leidensgenosse mit dem kürzeren Zinken. Er baut für den Baumarkt Baumhäuser und mehr.

In dieser Zeit hat sich Thomas Gottschalk nur mit Goldbärchen abgegeben und natürlich dem ZDF, seinem Dauer-Brötchengeber, das die Verrentungsgrenze der Mehrzahl seiner Zuschauer längst überschritten hat.

Wäre er doch lieber in Malibu in der Sonne von Kalifornien geblieben. Er hätte sich so einige unangenehme Fragen ersparen können. Nach seinem Ausraster gegen den Literatur - Papst Marcel Reich-Ranicki, den er im Rahmen einer Duell artigen Zusatzsendung wieder zu relativieren versuchte,dräut ihm erneutes Ungemach. Die Kritiker seiner Methusalem-Skow " Wetten, dass... " wollen ihm erneut ans Leder. Nach dem spektakulären Unfall vom Samstag in Düsseldorf, stellen nicht wenige unter ihnen den Sinn oder Unsinn dieser Sendung in Frage.

Wenn Gottschalk konsequent wäre, würde er endlich Schluss machen mit dem Quotengegeiere im ZDF. Statt sich dem Zwang, immer neuer und vor allem waghalsiger Wetten auferlegen zu wollen, könnte er den Vorhang für immer zuziehen. Ersatz für ihn hat das Oldtimer-ZDF eh nicht.
Vielleicht wäre es an der Zeit, das die Programmfürsten auch ihr eigenes Konzept überdenken, bevor der Wettzirkus weiter geht.
Auf jeden Fall bleibt von dem Unglück bei der letzten Sendung an Gottschalk etwas hängen und wenn es nur das mediale Erinnern an jenen 4. Dezember 2010 ist.

Da können noch so viele von ZDF bestellte Internet-Lobhudeler die Entscheidung zu dem Programmabbruch als weise bewerten sowie gleichzeitig einen Vergleich zu den Privaten ziehen, die nach Ansicht der Schreiberlinge,die Sendung weiter laufen lassen hätten. Erst wird nach der Sensation gegiert, dann bei einem schweren Unfall mit noch nicht absehbaren Folgen die kollektive Trauermiene aufgesetzt und zum Schluss noch behauptet, dass mann/frau dafür gerne GEZ-gebühren zahle.
Für wie dumm hält der CDU-Sender die Glotzer eigentlich?

Montag, 6. Dezember 2010

Schneemann,lieber Schneemann, es ist noch nicht so weit.


Hui, da haben mich die beiden größeren Enkel von der Grünen insel doch heute ganz schön auf Trab gebracht.
Die in konzertierter Aktion mit dem Schwiegersohn vorgenommen Gartenverschönerungsmaßnahmen hatten es in sich. Schnee schaufeln, Schnee auftürmen und Schnee modelieren.
Nun, das Produkt der beiderseitigen EU - Baumaßnahmen im Schneewinter 2010 kann sich sehen lassen.
Es gibt sicherlich häßlichere Schneemänner, als jenen Abgebildeten.
Was der Enkel Freund', ist des " Opas  " Leid. Meine Arme sind zwar keine Streichhölzer mehr, auch haben sie keinen Taillienumfang, dennoch wurden sie lang und länger.
Wohl schläftś sich nach getaner Arbeit im Schnee.


Und da ich seit über 40 Jahren ein ausgesprochener Fan des DDR-Sandmanns bin,habe ich das Wiegenlied von einst immer noch voll umfänglich auf der Pfanne. Ich stelle es einfach erneut hier ein. 



Sandmann, lieber Sandmann
es ist noch nicht noch nicht so weit!
Wir senden erst den Abendgruß,
eh' jedes Kind in Bettchen muß,
du hast gewiß noch Zeit.

Sandmann, lieber Sandmann
hab nur nicht solche Eil!
Dem Abendgruß vom Fernsehfunk
lauscht jeden Abend alt und jung,
sei unser Gast derweil.

"Kinder, liebe Kinder,
das hat mir Spaß gemacht.
Nun schnell ins Bett und schlaft recht schön,
dann darf auch ich zur Ruhe gehn.
Ich wünsch euch gute Nacht!"

Wenn nun den Sandmann als Schneemann austausche, macht das Kinderlied immer noch Sinn.



Ab Morgen wird die sehr einleuchtende Frage der ältesten Enkeltochter lauten:
" Opa, where are you? "


Manchmal wünsch'ich mir heimlich auch mein Schaukelpferd zurück. So viel Zeit haben die damaligen Großeltern auch mit uns verbracht. Wenn auch ohne Schneemann bauen.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Katze sucht Kater - Klum sucht Kindfrau - Kalkhofe sucht Kalauer!


Der Markt für Druckerzeugnisse ist breit. So vielfältig, dass dem Leser oft nur die Qual der Wahl bleibt. Dieses gilt insbesondere auch für Programmzeitschriften.
Da bekämpfen sich ungezählte Titel Woche für Woche auf ein Neues. Sie kämpfen, rangeln und betteln um Konsumenten, denn diese sind wichtiger als Leser, weil sie eben den Kaufpreis entrichten. Der Leser kann in den vielen Ausgaben einfach einlesen und das Exemplar wieder weg legen, ohne es zu kaufen.

Was als bunte Vielfalt auf jenem Marktsegment aussieht, ist in Wahrheit eine Ausgeburt eines Oligopols, dass aus den Medienhäusern Springer, Burda, Bauer und den Gong Verlag besteht.Diese vier Säulenheiligen teilen sich den bestehenden Markt fein säuberlich auf.
Führend ist hier der Burda Verlag.
 
Vgl. bei: http://de.wikipedia.org/wiki/Programmzeitschrift

Aus dem Burda Verlag entspringt die in Hamburg herausgegebene Zeitschrift " TV Spielfilm. Eine 14-tägig erscheinendes Druckblatt, dass sich durchaus lesen lässt. Schon allein wegen der Filmkritiken und Bewertungen.
Was allerdings viel mehr Freude bereitet, sind die Ergüsse des Herrn Oliver Kalkhofe in dessen " TV Glosse ", die in der letzten Seite ausgebreitet werden.
Kalkhofe ist ein wahrer Rabulistiker, wenn es darum geht, den vermeintlichen Stars, den Sendeformaten und den Sendern in den Allerwertesten zu schauen.

In seinem aktuellen Pamphlet hat er neben der inzwischen unter getauchten Lena Meyer-Landrut, die ja auch die Vertretung in dem 2011 in  Düsseldorf statt findenden ESC für dieses, unseres Leitkultur suchende Land übernehmen soll.
Was Oliver Kalkhofe davon hält, gibt er in seiner Rubrik " Kalkhofes letzte Worte " unter der Überschrift " Das Jahr Lena " zum Besten. Kurz und knapp gesagt: Überhaupt nichts!

Seine spezielle Freundin ist jedoch Heidi. Nicht jene Kindermärchen-Heidi, auch nicht Heidi Brühl, die Schlagerdrossel aus den WiWu-Jahren, nein, Heidi Klum. Die, bei der die Gerippe auf dem Laufsteg zur nächsten Ausgabe ihres  - natürlich von den Yankees abgekupferten -  "Verdummungsformats " Germanyś  next top-model " auf und ab stolzieren, von ihr abgekanzelt werden und wo der Siegerin ein sittenwidriger Knebelvertrag zum Zwecke der finanziellen Ausbeutung durch die grande dame winkt.

Dass Oliver K. kein Edelfan der K. sein kann, ergibt sich schon allein aus der Vielzahl seiner Beiträge, in denen eben Klumś Verarschungsgehopse vor kommt. So stellte er hierzu jüngst fest: "... die Restmodels aus dem seelenlosen Klum-Gulag der Klapperziegen ) dürfen nun in die Model-WG von Pro7," um sich beim Ein - und Ausatmen filmen zu lassen - für alle Freunde perfekt gestylter Dummheit. "
Sehr richtig, Oliver.

Und während er - eher nebenbei - noch so richtig über das Rentner-TV  ZDF mit seinem künstlich initiierten Zwist über die vermeintliche Nachbarn ( Titel:  Immer diese Nachbarn " ) vom Leder zieht, weil der leicht gewichtige Inhalt trotz der besten Sendezeit in den Nachmittagsstunden, dem Dino ZDF eher schadet, denn nutzt ( " .. Und im ZDF müssten gerade mal wieder die Champagnerkroker knallen. Endlich hat man am Nachmittag die gleiche blöd-billig-Doku-Soap-Grütze wie die Privaten... ), der zum ZDF desertierte Jörg Pilawa in seiner Kolumne " Kalkhofes letzte Worte: Fernsehen als Strafe " in der vorherigen Ausgabe auch so richtig sein Fett abbekommt ( " Für das Privileg, die neue Frisur von Jörg Pilawa live erleben zu dürfen,könne man ja wohl mal unter den Nachbarsitz strullen, hieß es nur. Außerdem ginge man be der Produktionsfirma davon aus, das ZDF-Publikum sei ohnehin mit Kathedern ausgestattet- ... " , dräut aus dem weiteren Bunt-Verblödungskanal VOX - von ihm sicherlich längst bemerkt - neues Ungemach für die geschundene Seele der Fernsehzuschauer mit Kopfverdacht:

Daniela Katzenberger, die blonde Eastwick-Mutation mit den XXL-Silicon-Brüsten hat vollmundig verkündet,dass sie eine Soap mit den Titel " Katze sucht Kater " in jenem Kanal plane. Inhaltlich weicht auch dieses, in der Resthirnmasse der Cafe-Betreiberin Katzenberger entsprungenes Produkt nicht wesentlich von den übrigen Kuppel-Shows ( Vgl. " Bauer sucht Frau " ) ab. Allerdings will sie selbst nun Hand anlegen und bat schon einmal, dass sich möglich Aspiranten für einen Ritt über das Silikon-Gebirge der K. per E-Mail melden mögen. Mit durchschlagendem Erfolg. Kaum hatte jenes Begehren bei den TV-Soap-Süchtigen männlichen Fans der K. die Runde gemacht, gingen über 1.000 Mails bei dem Sender ein.

Es dürfte jetzt schon fest stehen, was Oliver Kalkhofe hierzu kalauert: " Katzenbergerś Kater kratzen vergeblich an den K2s der Blonden."
Na,denn, viel Vergnügen bei einer neuen Runde der Gesamtverblödung!

Samstag, 4. Dezember 2010

Steig ein?

Weitere Schneefälle sind nicht vorausgesagt. Trotzdem reichen die derzeitigen Bedingungen, um festzustellen, dass der Winter - neben dem üblichen Verkehrschaos - einige bizarre Bilder bereit hält:

Obwohl die größeren Straßen inzwischen von Eis und Schnee geräumt worden sind, hat die weiße Pracht für einige PKW-Halter ein noch nicht behobenes Hindernis erbracht.


Steig ein? Die Frage ist nur hier: " Wie? "





 Auch für die Zweiradbesitzer kann die Winterzeit zu Problemen führen, wenn nämlich kein Unterstand vorhanden ist.


















Steig auf! Nur, wo?





 Da so mancher Bauplaner den Winter wohl nicht einkalkuliert hat, obwohl er gerade bei uns im Osten so richtig knackige Minustemperaturen mit sich bringt und durchgängig mit Schnee verbunden wird, scheint es bei jenen Experten wohl eher die Klimaerwärmung zu sein, die so richtig Freude bereiten soll.






























Mach mal Pause, trinkt reichlich Grog, Glühwein und Feuerzangenbowle, dann wirstś schon weiter gehen. Notfalls auch erst im Februar / März 2011. Na, denn, Prosit Neujahr?

Freitag, 3. Dezember 2010

Alles weiß?

"Winter, heut' hab'ich dich tanzen gesehń!", so singt der gute Knut Kiesewetter. Wetter, Donnerwetter, Winterwetter!






                             Wintergedanken eines Gärtners






Alljährlich pflegen wir zu sagen,
daß die Natur ihren Winterschlaf antrete...
Du lieber Gott, und das soll Schlaf sein? ...
Eher möchte man sagen, die Natur habe aufgehört,
nach oben zu wachsen, weil sie keine Zeit dafür hat.
Sie krempelt sich nämlich die Ärmel auf und wächst nach unten...
Hier wachsen neue Stengel; von hier bis dort,
in diesen herbstlichen Grenzen drängt das märzliche Leben hervor,
hier unter der Erde wird das grosse Frühlingsprogramm entworfen.


Jetzt, wo der Garten im Schnee versinkt,
erinnert sich der Gärtner plötzlich, das er eines vergessen hatte:
den Garten anzusehen.
Denn dazu ... hat er ja niemals Zeit gehabt.
Wollte er im Sommer den blühenden Enzian betrachten,
mußte er unterwegs stehenbleiben,
um den Rasen von Unkraut zu reinigen.
Wollte er sich an der Schönheit des Rittersporn erfreuen,
mußte er ihm Stöcke geben...
Standen die Flammenblumen in Blüte,
jätete er die Quecken aus...
Was wollt ihr, immer gab es etwas zu tun.
Kann man denn die Hände in die Taschen stecken
und im Garten herumgaffen? 
   


                                  ( Karel Capek )

                                         

                                 Winter - Landschaft

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr. Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub' ich, sich hinein ins Grab.
Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf's öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.




Der Winter hat sich angefangen,
der Schnee bedeckt das ganze Land,
der Sommer ist hinweggegangen,
der Wald hat sich in Reif verwandt. Die Wiesen sind vom Frost versehret,
die Felder glänzen wie Metall,
die Blumen sind in Eis verkehret,
die Flüsse stehn wie harter Stahl.
Wohlan, wir wollen wieder von uns jagen
durchs Feuer das kalte Winterleid!
Kommt, laßt uns Holz zum Herde tragen
und Kohlen dran, jetzt ist es dran.



 Viel zutreffender ist das " Winterlied " von Franz-Josef Degenhardt in der Interpretation von Hannes Wader:


 Es ist ein Schnee gefallen
Und fiel noch aus der Zeit
Man wirft uns mit den Ballen
Manch' Weg ist uns verschneit
Manch' Weg ist uns verschneit

Die Kälte und das Schweigen
Ringsum ist viel zu alt
Macht Mutigen und Feigen
Das Herz, die Hände kalt
Das Herz, die Hände kalt

Ich lege meine Hände
Auf deinen warmen Bauch
Und träume von dem Ende
Und von dem Anfang auch
Und von dem Anfang auch

Ich hör' die Wölfe heulen
Und mir ist nicht sehr warm
Komm, salbe mir die Beulen
Und nimm mich in den Arm
Und nimm mich in den Arm

Und sing die alte Weise
Dass bald der Frühling naht
Und unterm Schnee und Eise
Schon grünt die neue Saat
Schon grünt die neue Saat

Dann wollen wir uns wälzen
Nach einem heißen Bad
Im Schnee, und der wird schmelzen
Weil er zu schmelzen hat
Weil er zu schmelzen hat


Na, warten wir's ab, ob er schmelzt, der Schnee?

Der 6. Mai 1980, und kein Ende?

Nun ist er heute Abend im Ersten zu besten Sendezeit gelaufen. Der Fernsehfilm über den Beginn der öden 80er Jahre, die Proteste gegen de Politik der Aufrüstung, insbesondere den NATO-Doppelbeschluss,den Aufschwung der so genannten " Friedensbewegung ", der so genannten " Alternativen " und das Chaos rund um das Rekrutengelöbnis am 6. Mai 1980 vor dem Bremer Weserstadion.
Der Film hierüber heißt genau: " Neue Vahr Süd ".
Als Ex-Buten-Bremer sagt mir natürlich der Bremer Stadtteil " Neue Vahr " etwas. 

Neue Vahr, das sind Mietblocks in der Gestalt von Schuhkartons: rechteckig, praktisch,gut! Einst war es der gesellschaftlichen Notwendigkeit geschuldet, dass vermeintlich günstiger Wohnraum für die untere bis obere Mittelschicht zur Verfügung gestellt werden musste,um deren eher bescheidene Einkommen, die in den 60er bis 70er Jahren der öffentliche Dienst zu zahlen bereit war, in eine politisch gewollte Korrelation zu bringen. Besonders der DGB in Gestalt der Neue Heimat war einst Vorreiter. Was nach dem 2. Weltkrieg architektonisch und städteplanerisch an Todsünden begangen wurde, dürfte inzwischen längst wieder auf die Müllhalde der Geschichte verbracht worden sein.

Neu Vahr Süd, das ist eigentlich kein Teil der Vahr, des Bremer Ostens, in dem in jenen verwirrten Fortschrittsgläubigkeitsära, nämlich der beiden Dekaden nach den WiWu-Jahren. Gerade Straßen, genormte Grünflächen und nahezu identisch aussehende Betonblöcke. Aus der Neue Heimat schälte sich alsbald die GEWOBA heraus, die - zwar unter einer anderen Firmierung - den Zinnober an inzwischen überwiegend aus den sozialen Randgruppen sich rekrutierenden Mietern zu über nehmen hatte.

Die Vahr besteht real aus:

Gartenstadt Vahr
Neue Vahr Nord
Neue Vahr Südwest
Neue Vahr Südost

Die Mieten blieben zwar immer noch moderat, dafür stiegen die Mietnebenkosten in exorbitante Höhen. Was nicht vom einstigen Sozialamt übernommen wurde, blieb letztendlich bei der Vermieterin hängen. Mietschulden, Räumungsklagen und erneute Wohnungszuweisungen standen nicht nur einmal an der Tagesordnung.  
Wer keine Lust auf normiertes Wohnen hatte, der zog aus.

Gleiches gilt übrigens für Osterholz-Tenever. Der Stadtteil mit den wohl hässlichsten Betonklötzen in Bremen.

In diesem Umfeld spielt sich denn auch die Handlung des Films " Neue Vahr Süd " ab. Ein Wehrpflichtiger reißt seinen Wehrdienst in der Kaserne in Dörverden in der Nähe der niedersächsischen Reiterstadt Verden, in der Pampa also,ab. "Neue Vahr Süd " - angelehnt an den Roman von Sven Regener - zeigt die Tristesse der 80er Jahre in jenen Betonburgen, in denen Familien, eher die Eltern, ihre Kinder wie Karnickel in einem zu großen Stall, sprich: Betonwohnung groß ziehen, ehe diese im wahrsten Sinne des Wortes fliehen.
Der  am 01. Juli 1980 zum Bund eingezogene Pionier Frank Lehmann überwirft sich im Herbst 1980 mit seinen Eltern und zieht in eine Punk - Polit - WG im Bremer Steintorviertel.
Die weitere Buchgeschichte ist hier wunderbar beschrieben:


http://www.dieterwunderlich.de/Regener_neue_vahr.htm#cont

Was innerhalb der Bundeswehrverblödungsmaschinerie sich sonst im Soldatenleben des Pionier Frank Lehmann abspielt, ist  - sieht der Leser und Zuschauer einmal von der zarten Romanze zu einer jungen Frau ab - nahezu abenteuerlich. Lehmann wird zum Kompanie-Vertrauensmann gewählt, düpiert zuvor den Bundeswehrpfarrer durch eine nahezu naive Fragestellungen und gerät in eben jene Randale rund um das öffentliche Rekrutengelöbnis im Bremer Weserstadion, dass im Film am 5. November 1980 stattfindet und nicht, wie von mir bereits beschrieben, am 6. Mai 1980. Dieses sind jedoch nur gewollte Abweichungen.

Völlig andersartig werden jedoch die beginnenden 80er Jahre dargestellt. Die Zeit der Punks,Popper und New Wave-Pappen. Jene Ära also, in der die BRD von der NDW überspült wird, in der die Hitparaden voll mit Titeln von Formationen, wie The Clash, The THE, The Police oder sonstigen Plastik-Neonlicht-Zeiterscheinungen waren. Die frühen 80er waren die Erlebnisjahre der in den 60er geborenen. Widersprüchlich in sich und geprägt von vielen Modeströmungen.

Frank Lehmann wird als junger Mann der 80er in den Militärdrill hinein geworfen, weil er angeblich den Antrag auf Kriegsdienstverweigerung bei der Musterung nicht gestellt hat. Nun, dass ist kein absolutes Hindernis für ihn, den gesamten BW-Schwachsinn ständig in Frage zu stellen.
Der Pionier Lehmann ist einerseits der ablehnende Soldat, andererseits verinnerlicht er das unvermeintliche Kameradschaftgefühl, das " Wir ", das " Soldat-Kumpel-Kamerad "- Brimborium.

Dieses führt dazu, dass er mit seiner eher unkonventionellen Art zwischen die Stühle gerät. Hierzu schreibt Dieter Wunderlich ( vgl. a.a.O. )

"  Obwohl das Feierliche Gelöbnis erst am frühen Abend stattfinden wird, rücken die fünfzehn Fackelträger unter dem Kommando eines Hauptfeldwebels bereits vormittags ins Weserstadion ein, weil eine Großdemonstration angemeldet ist. Als die Fackelträger nach der Veranstaltung das Stadion verlassen, stellen sie fest, dass ihr Bundeswehrbus von den Demonstranten umgestürzt wurde und ausgebrannt ist. Im nächsten Augenblick geraten sie zwischen Demonstranten und Polizisten. Der Hauptfeldwebel, der als einziger keinen Stahlhelm trägt, wird von einem Stein am Kopf getroffen und geht zu Boden. Frank stößt zufällig auf Mike, der verletzt ist, verdeckt dessen Irokesenkamm mit seinem Stahlhelm, schleust ihn an den Polizisten vorbei und bringt ihn zur Notaufnahme im Sankt-Jürgen-Krankenhaus. "

-  Zitatende  -

Der 6. Mai 1980 hat sich so oder so ähnlich abgespielt. Die vielen tausend Demonstranten waren allerdings nicht allesamt gewalttätig. Sie waren auch nicht alle vermummt. Sie waren eher Zuschauer, an den Gewaltexzessen, die dann ein riesiges politisches Nachspiel hatten. Der 6. Mai 1980 am Bremer Weserstadion hat aber vor allem gezeigt, dass die damalige Protestbewegung sich nicht nur aus der friedlichen Friedensbewegungen, deren Aktivisten wegen der Sitzblockaden strafrechtlich verfolgt wurden und wegen Nötigung zum Teil angeklagt und verurteilt worden sind, sondern auch aus Frustrierten, die nicht friedlich gegen den Staat, die Gesellschaft sowie Staatsorgane mit allen möglichen Mitteln vorgingen.

Was in dem Film dann eher zum Schluss und somit nur am Rande geschildert wird, war ein Einspielen eines Zeitdokuments über die Protestbewegung der frühen 80er, ohne dabei das gesamte Umfeld zu beschreiben. So formierten sich die " GRÜNEN " als Partei, aus jener Zeiterscheinung, die eine Adaption der APO der 60er Jahre bzw. der 68er zu sein schien. Tatsächlich war sie es aber nicht. Der einstigen Bewegung ging es inhaltlich um einige wenige Sachthemen, wie Friedenspolitik, Umweltpolitik und Energiepolitik und nicht um die Abschaffung des Systems. Das ist der große Unterschied, der in dem Film eher angedeutet wird.

Die Krawalle vor mehr als 30 Jahren waren denn auch weder fremd gesteuert, noch durch eine bestimmte politische Gruppierung initiiert,schon gar nicht von dem SPD geführten Bremer Senat in irgendeiner Weise gefördert worden. Ebenso wenig hat die Berichterstattung hierüber bei Radio Bremen einen tendenziösen oder etwa befürwortenden Charakter. Diese Lügengeschichten sind reine Erfindungen der Schwarzen, ihrer Hetz-Postillen und sonstigen Schmierfinken, deren geistiger Horizont nicht über die eigene Haustür hinaus geht. 

Radio Bremen berichtete einst so:



http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=028641

Dass das Buch von Sven Regener und der Film von 
Hermine Huntgeburth ( Regie ) sowie  Christian Zübert ( Drehbuch ) überwiegend auf ein positives mediales Echo stieß, liegt wohl denn eher daran, dass er die frühen 80er Jahre eher aus der regionalen Sicht schildert, wenn gleich er damit auch das Interesse außerhalb der bremischen Gefilde anregte.

So begibt sich " WELT ONLINE " in der Ausgabe vom 04.05.2010 auf die Suche nach dem Sinn dieses Films und kann ihn - wie erwartet nicht erkennen:

" Für die Passanten am Kölner Mediapark muss es ein etwas irritierender Anblick gewesen sein: Junge Menschen mit ungewaschenen Haaren und 80er-Jahre-Klamotten telefonierten mit ihren iPhones, während Techniker zahlreiche Scheinwerfer und Kabel in den Keller des Kölner Filmhauses schleppten. "

-  Zitatende -

Na, klar, die jungen Menschen der 80er hatten ungewaschene Haare und trugen bestimmte Klamotten. Für die Hetzer aus dem Hause Springer waren solche Menschen unisono ein Dorn im Auge des rechtsseitig blinden Redakteurs dieser Postille.

Weiter heißt es dort:

" Die ARD verfilmt derzeit den Roman um den 20-jährigen Bremer, der im Spagat zwischen Bundeswehr und links-alternativer Chaos-WG seinem Aufbruch aus der Provinz entgegensieht. "

-  Zitatende -

Wenn mit Provinz das Nest Dörverden bei Verden / Aller gemeint ist, dürfte diese Qualifizierung zutreffen. Zu befürchten steht jedoch bei den " WELT "-Flachdenkern, dass damit die Stadtgemeinde Bremen gemeint ist. Auch 30 Jahre nach dem 6. Mai 1980 steckt der Stachel im Arsch der bürgerlichen Presse so tief, dass diese immer wieder aufschreit,wenn das Thema angeschnitten wird. Wenngleich der Schreiberling dieses geflissentlich ausspart. Wen wundert es, in diesem Umfeld?

Und zum Dritten, noch einen "Brüller" aus der Mottenkiste der journalistischen Verdummung:

" Die meisten Aufnahmen zu Lehmanns glückloser Karriere bei der Bundeswehr entstanden dann in Mechernich in der Eifel. "

-  Zitatende  -

Karriere? Bei der Bundeswehr? Da muss der Autor dieses Traktats wohl den Inhalt des Films nicht verstanden haben. Die Journaille wird auch immer dümmer!

So verwundert es denn nicht, dass in der " WELT ONLINE " - Ausgabe vom 01.12.2010 noch größerer Blödsinn verzapft wird. Einfach am Thema vorbei geschrieben, Herr Journalist! Sechs, setzen!

http://www.welt.de/fernsehen/article11318343/Der-Typus-schlaffe-Generation-in-Neue-Vahr-Sued.html

Und - last but not least - bringt es die Filbeschreibung bei "ww.cinema.de " exakt auf den Punkt:

Der 20-jährige Frank Lehmann (Frederick Lau) rebelliert auf seine Weise gegen den Stumpfsinn des Grundwehrdiensts, trifft am Wochenende in der WG seines Schulfreunds Martin auf kleinbürgerliche Revo­luzzer - und verguckt sich in die Studentin Sibille (Miriam Stein, Lotte Buff in "Goethe!"), die für Soldaten offenbar wenig übrig hat… "

-  Zitatende  -


So war es damals!