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Donnerstag, 26. November 2009

" Krankl! Dra zo zwoa für Öösterreich! I wer'naaarrisch!"






Das Verhältnis zwischen der jetzigen Bundesrepublik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland war, ist und bleibt wohl nie so richtig entspannt. Ob es nun daran liegt, dass die einstige Habsburger Monarchie, der damalige Doppelstaat Österreich - Ungarn oder das Schuld beladene Sarajevo-Attentat mit samt den negativen Auswirkungen für beide Kaisereiche, was letztendlich zum I. Weltkrieg führte, als Ursache hierfür gelten könnte, dürfte wohl eher in den Bereich der Spekulation gehen.
Als dann kam das Tausendjährige Reich kam, dass für die ab 1938 " Heim-ins.Reich-" Geholten mit dem bösen Erwachen 1945 endete, stand auch hier fest:  So richtig wurden die einstigen Gaue mit der Vergangenheitsbewältigung fertig. Es blieben - je weiter der Finger in Richtung Süden, ergo: nach Italien wandert- die dumpfen anti-semitischen und rassistischen Ressentiments bis weit in die 70er Jahre fest im Heimat verbundenen Österreicher verankert.

Der Massentourismus in den Jahren des Wirtschaftsbooms haben dann sukzessive zu einem Umdenken des größten Teils der österreichischen Bevölkerung geführt. Der Fremde war jetzt nicht nur ein gern gesehener Gast, nein, er war ein wichtiger Faktor im System des eigenen Wohlergehens.

Die Alpenrepublik hat den Tourismus industrialisiert und die Möglichkeiten aus den - häufig mono-strukturellen Regionen - zumindest in den Sommer - und Wintermonaten eine sprudelnde Einnahmequelle zu erschaffen, mehr als weidlich ausgenutzt. Dennoch: Die Österreicher haben eine individuelle Symbiose zwischen Natur,Mensch und Konsum geschaffen, die in Europa dann nur noch in Skandinavien vorhanden ist. Das Zubetonieren der Strände und Bergdörfer, wie es in Spanien,Italien,der Türkei,in den Deutschen Alpen, beispielsweise der Fall ist, sie findet hier nicht statt.

Mit dem Vorrang der Natur vor dem Tourismus geht jedoch der Zwang einher, nicht alle Varianten des Massenvergnügens auf den Pisten, in den Tälern oder den Orten für sich in Anspruch zu nehmen, die das Profitstreben aufzeigt. Damit ist die Touristikbranche immer noch das Zugpferd Nummer Eins, trotzdem muss jene Entwicklung eben relativ gesehen werden. Das es seit den 50er, als die ersten Piefkes wieder in das Land zum Urlaub einfielen,bis heute, mehr Autobahnen, mehr Lifte und mehr Parkplätze gibt, dürfte selbst redend sein. Damit wurde dem Bestreben der Piefkes, ihre rollenden Wohnzimmer - ständig auf Hochglanz poliert und frisch gewaschen - auf dem Betonbahnen der Alpenrepublik zu paradieren, mehr als genüge getan. Mit der zunehmenden Motorisierung kamen aber auch die Umweltprobleme. Deshalb hat das Bundesland Österreich sich entschlossen, der Raserei auf den Autobahnen,Bundesstraßen und sonstigen Asphaltstrecken Einhalt zu gebieten. Das Tempolimit auf Österreichs Straßen wird nicht nur überwacht, es folgen auch drakonische Strafen für Temposünder.

Damit verspannte sich das sich langsam entspannende Verhältnis zwischen Österreichern und Bundesdeutschen. Die ungezählten Anonym - und Strafverfügungen, mit denen die Exekutive und sonstige autorisierte Verkehrsüberwacher den Automichel jährlich überziehen, dürften locker einen zweistelligen Millionenbetrag in die Kassen des Alpenlandes spülen. Tendenz. steigend!

Neben dem Länder übergreifenden Krieg der Raser, Drängler und Frustrierten auf den Betonpisten Europas, kommt bei der Konkurrenz zwischen Österreichern und Bundesrepublikanern ein weiteres Schlachtfeld hinzu. Der Fußball! Hier gilt seit den 50ern, als Deutschland überraschend in Bern Weltmeister wurde, dass die Auswahlteams beider Länder, immer besonders motiviert waren, wenn es um die Landesehre ging. Bis zum Jahr 1978 konnten die Alpennachbar bei Länderspielen jedoch keinen Blumentopf gewinnen. Dann kam der 21. Juni 1978 in Cordoba.

http://www.youtube.com/watch?v=zDpcndaCFX4

Nun, das ist sehr lange her. Zwischenzeitlich hat es mehr als nur eine Revanche gegeben.
Die Bilanz unserer Nachbarn sieht insgesamt nicht sehr rosig aus:


Gew. Unent. Verl. Torverh.
Österreich35216876:51Olympische Spiele 1912, EM-Vorrunde 2008, WM-Spiel um Platz 3 1934, WM-Vorrunde 1982, WM-Zwischenrunde 1978, WM-Halbfinale 1954


Der letzte Sieg einer österreichischen Fußballnationalelf liegt demnach 31 Jahre zurück.
Ein sehr langer Zeitraum, wenn seit jenem denkwürdigen 16. Juni 1978 sehr viele Profis in der Bundesliga und im weiteren europäischen Ausland ihre Brötchen verdient haben. Der Austro-Fußball ist zwar im internationalen Vergleich nur zweite oder dritte Wahl, aber wenn es gegen die Deutschen geht, steigern sich die Ösis jedoch regelmäßig. Da es selbst dann noch nicht ausreicht, um gegen den großen Nachbar zu bestehen, verbleibt immer ein gewisses Quantum an Frustration.

Ein weiterer Bereich des immer währenden Konkurrenzdenkens liegt auf der technischen Ebene. Hier scheinen die Alpennachbarn noch weiter abgeschlagen zu sein, als es im Fußball der Fall zu sein scheint. Die meisten Industriezweige produzieren nur im bescheidenen Maße industrielle Güter, das Giros muss eben importiert werden. Unter den ungezählten Importwaren fallen auch Heizlüfter. So ein aus Deutschland, dem großen Nachbarn, dem ungeliebten Stiefbruder, eingekaufter Heizlüfter wurde am 11. November 2000, dem Millenniumsjahr, dem Jubeljahr, dem Jahr der großen Events und Selbstdarstellungen, für 155 Nutzer ( die Mehrzahl unter den Fahrgästen waren Deutsche )der Kaprun Tunnelseilbahn, die zum Gletscher führt, zum tödlichen Verhängnis.

Zu dem Unglücksverlauf, den Ursachen und den anschließenden Straf - und Zivilverfahren heißt es bei Wikipedia:



http://de.wikipedia.org/wiki/Brandkatastrophe_der_Gletscherbahn_Kaprun_2


Als Außenstehender, als nicht einmal mittelbar Beteiligter, wenn auch Berufskundiger, werde ich mich mit Wertungen zu dem Strafprozess gegen 16 angeklagte Verantwortliche vor dem Landesgericht in Salzburg und der späteren Berufungsverhandlung gegen dann noch 8 Angeklagte vor dem Oberlandesgericht in Linz dezent zurück halten. Die Jurisprudenz treibt aber auch im Nachbarstaat seltsame Blüten. Dass hier ein Verfahren, bei dem immerhin 155 Tote zu beklagen waren mit Freisprüchen endet, kann noch gerade so akzeptiert werden. Zumal die Anklage möglicher Weise nicht exakt gearbeitet hat und ausgearbeitet war. Das aber die Hinterbliebenen in einem über mehrere Jahre andauernden Zivilrechtsstreit sich als Bittsteller hin stellen lassen müssen, ist ein Unding.

Die strafrechtliche Seite jenes Unglücks nutzt den Hinterbliebenen nur bedingt etwas. Es kann dabei nur um Sühne und Schuld gehen, nicht jedoch um Entschädigung. auch wenn das Landesgericht in einer sehr merkwürdigen Beweiswürdigung sämtliche, gegen die Angeklagten oder einen Teil der Angeklagten sprechende Fakten mir nichts dir nichts vom Tisch wischt, dass liegt eben auch daran, dass hier Amtspersonen in die Mangel genommen wurden. Der Staat hat insbesondere in Österreich immer Recht. So kommt es nicht von ungefähr, dass der Vorsitzende des Landesgerichts in Salzburg das Unglück als eine göttliche Fügung, einen Willen Gottes, als Gottesgesetz bewertete und keinem der 16 Verantwortlichen eine Schuld zubilligen wollte. Im Berufungsverfahren hat die Staatsanwaltschaft dann handwerkliche Fehler gemacht. Das Berufungsverfahren war eh nur ein formalistischer Akt der Rechthaberei.

Die juristischen Scharmützel gingen indes weiter. Gegen den Heizlüfterhersteller wurde von Seiten der deutschen Strafermittlungsbehörden ein Verfahren eingeleitet. Das - was Wunder - nach einer längeren zeit des Zugwartens wegen Nichtvorliegens eines strafbewehrten Handelns nach § 170 II StPO eingestellt wurde. Auf der immer fort währende Suche nach Satisfaktion trieben denn die Opferbeteiligten das Verfahren vor den Europäischen Gerichtshof ( EMRG ), der die Angelegenheit im vorletzten Jahr endgültig abbügelte.

Nun soll von einigen Angehörigen, die als Nebenkläger in dem Kaprun-Verfahren fungierten, geprüft werden, ob die Voraussetzungen für ein Wiederaufnahmeverfahren vorliegen. Eine derartige Möglichkeit ist in den Vorschriften ( §§ 352 ff ) der österreichischen Strafprozessordnung durchaus vorgesehen. Die verfahrensrechtlichen Hürden hierfür sind jedoch sehr hoch.
Ungeachtet dessen, muss auch hier die Frage gestellt werden:
" Wem nützt es? "

Was menschlich zu verstehen wäre, was von der moralischen Seite angegangen werden könnte, dass muss juristisch nicht auf der selben Ebene liegen. Eine Entschuldigung der beteiligten Behörden, der Angeklagten, des Staates Österreich hätte eventuell schon genügt, um den unendlichen Schmerz der Geretteten, der Hinterbliebene, der Familienangehörigen zu mildern. Gab es solche Entschuldigungen überhaupt?

Schlussendlich bleibt ein mehr als übler Nachgeschmack für viele Hinterbliebene der 155 Opfer des Brandunglücks von Kaprun, denn weder der Lüftungshersteller Fakir, noch die eine solches Gerät ihn grob fahrlässiger Weise einbauenden Mitarbeiter der Kaprun Bahn können die Toten wieder lebendig machen. So ist eben Gottes Wille auch zu verstehen.


                                                              (c) Manfred M Wiesinger - WIKIPEDIA

Auch in den Jahren des 3. Jahrtausend gab es Katastrophen bei denen viele Menschen umkamen. Es gab Kriege, bei denen noch mehr Menschen ihr Leben lassen mussten und es gibt die ungezählten Hungersnöte bei denen noch viel mehr Menschen sterben. Jedes Ereignis für sich ist schrecklich, es ist furchtbar und manchmal unfassbar. Kaprun ist nur ein winziger Sandkorn in der Geschichte der Menschheit und ihrer nicht immer humanen Entwicklung. Vielleicht sollten die deutschen Hinterbliebenen den Opfern die Ruhe geben, die auch Unzählige davor inzwischen erhalten haben. Auch wenn es sehr schwer fällt: Ein Loslassen der Vergangenheit ist oft leichter, als ein ständiges Auffrischen und Herumwühlen in ihr.
Es sind schließlich auch eine Vielzahl von Österreichern unter den Opfern zu verzeichnen gewesen.

Das eingeleitete Wiederaufnahmeverfahren durch die bundesdeutschen Beteiligten giesst möglicher Weise wieder Öl in das noch lodernde Feuer der Rivalität zwischen den Nachbarländern Österreich und BRD. Dieses wird bereits aus den bissigen Kommentaren und medialen Stellungnahmen einiger involvierter Personen deutlich. Es muss nicht alles,was möglich ist,auch möglich gemacht werden. Ergo: Es steht dra zu zwoa für Österreich - Das Spiel ist aus!

Fotoquellen:
WIKIPEDIA- Kaprun mit dortigen Hinweisen. 
 Photographed by Adrian Pingstone in 1998 and placed in the public domain. (oben)
Mitte: http://www.google.de/imgres?hl=de&sa=X&rls=com.microsoft:en-US&biw=1016&bih=641&tbm=isch&prmd=imvns&tbnid=H1kYr-n5o3NMfM:&imgrefurl=http://www.8ung.at/arthur-warias/sept01_07.html&docid=fHwKnXnAxIjKqM&imgurl=http://www.8ung.at/arthur-warias/15.jpg&w=400&h=347&ei=ey4aUOTOMeXl4QSinoHgDQ&zoom=1&iact=hc&vpx=263&vpy=84&dur=2234&hovh=209&hovw=241&tx=144&ty=124&sig=116048777065010662186&page=1&tbnh=129&tbnw=141&start=0&ndsp=15&ved=1t:429,r:1,s:0,i:75
Unten: www, salzburg-wiki mit dortigen Quellenangaben

Mittwoch, 25. November 2009

Das Imperium schlägt zurück.


Das Zweite Deutsche Fernsehen ist eine Institution mit Ewigkeitsbestandsgarantie. Dafür sorgen nicht nur die 42,5 Millionen Zwangsgebührenzahler, von denen das ZDF immerhin - über die GEZ eingezogenen 17,98 EUR - monatlich pro Haushalt rund 4,74 EUR in deren Töpfe gelangen. Der Etat liegt bei ca. 1,6 Mrd. EUR (Stand: Juni 2005) - Tendenz steigend.Dafür bekommt der Glotzer ein buntes Sammelsurium von Abendsendungen bis Zwölfuhr-Nachrichten geboten. Neben Dokumentarfilmen, politischen Kabarett und anspruchsvolleren Beiträgen ist die Schund-Quote allerdings mindestens bei 80 % - auch hier: Tendenz steigend.

Immerhin hat es das ZDF inzwischen erfolgreich vermieden, als Anhängsel der ARD dazustehen. Auch das zu biedere Gesamtbild ist im Verlaufe der Jahre und Jahrzehnte aufgepeppt worden. Das war's allerdings denn auch schon. Was geblieben ist, sind die CDU/CSU- eingefärbten Nachrichten, Kommentare und Politsendungen. Dieses war bereits zu Adenauer's Zeiten schon so. Immerhin hat der Alte aus Bonn es geschafft, zu der ARD einen gewichtigen Medienriesen zu erschaffen. Der zeigt sich dann und wann im Umgang mit seinen Gremien sehr plump, behäbig und einfallslos.

Die Personalie Nikolaus Brender spricht für sich. Der jetzige ZDF-Chefredakteuer dürfte nun wahrlich kein Protagonist der links-liberalen Fraktion sein. Brender, geboren 1949, hat schon aufgrund seines Ausbildungs - und Werdegang nie den Anschein erweckt, dass er dem obigen Spektrum hinzu zu zählen wäre. Er ist eher unverbindlich neutral. Ein engagierter Journalist und manchmal kritischer Fragesteller. Mehr nicht.

Bereits vor der Wahl haben CDU/CSU-Fans behauptet, er sei in die SPD-Sympathiesantenecke zu stecken. Diese Quatschköpfe werden wohl jetzt eines Besseren belehrt werden. Brender ist weder SPDler, noch hat er sich für die Sozis stark gemacht. Er ist allerdings auch kein Schoßhündchen von Merkel, kein Kettenhund von Koch aus Hessen und schon gar kein bayrischer Dobermann. Als einen treuen, hinter laufenden Hund möchten aber die CDU/CSUler im Verwaltungsrat ihren Chefredakteur sehen. Einen auf Linie getrimmten Pudel, der bei den Bonzen dieser Partei Männchen macht und winselt, wenn's eine Schelte gibt.

So Einer ist Brender aber nicht. Er hat bereits 2005 gegenüber dem Ex-Kanzler Gerhard Schröder und dessen - zum größten Teil berechtigter - Medienschelte öffentlich und für sämtliche Zuschauer hör - und sehbar, dem Kanzler Paroli geboten. Was daran sozialdemokratisch gewesen sein soll, ist bis heute schleierhaft geblieben. CDU-Popanze gibt es indes überall und nirgends. Sie werden notfalls aus dem Luft leeren Raum gezaubert, um einen eigenen Mann in Amt und Würden zu bringen. Dieses widerliche Possenspiel wird nun auch bei Brender zelebriert. Er soll gehen, weil Merkel und Konsorten einen der Ihrigen im ZDF haben wollen. Basta!

Während der GEZ-Zwangsgebührenzahler dem ZDF die Posten aus den Parteien kofinanziert, wird indes das Programm dieses Rentnersenders immer schlimmer. Bald dürften Merkel, Koch und Ramsauer rund um die Uhr zu sehen sein. Ihren liguistischen Schwachsinn bekommt der Zuschauer via Liveschaltung über Satellit in sein Pantoffelkino geliefert. Auch hier getreu dem Motto: Mit dem Zweiten sieht man besser!


Samstag, 21. November 2009

Marienkäfer,Maikäfer,Kartoffelkäfer - Wenn aus possierlichen Tierchen ein Schmäh - und Schimpfwort wird.







In der eigenen Welt der Kinder gibt es unzählige Figuren,Gestalten und Tiere, die ihre Funktion je nach der an sie gestellten Aufgabe erfüllen sollen. In vielen Märchen haben aber auch Tiere - oft mit menschlichem Antlitz - jene gestalterischen Fähigkeiten entwickelt, um Gut und Böse von einander zu trennen. Eine weitere Sonderbarkeit besteht dann darin, dass sich jene Tier in Menschen oder umgekehrt verwandeln können.

Nun, das reale Leben kennt allerdings auch eine Menge Begriffe in unserem Wortschatz, mit denen Tiere zum synonym für menschliche Schwächen, Verhaltensweisen oder Charaktereigenschaften herhalten müssen. So mutiert denn das Haustier sehr oft zum Titel für derartige, dann unbeliebte Mitmenschen. Ob nun au, Schwein oder Ferkel, Esel, Kamel oder Affe, Ziege, Schlange oder Hund, sie alle werden - zwecks Steigerung des eigenen Abscheus oder Bekundung der Verachtung - mittels Adjektiv zur Begrifflichkeit umfunktioniert.

Eine milde Form von Abscheu, Hass oder Verachtung lieferten kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs bestimmte Käferarten. Jene durchaus possierlichen Tierchen, die dem ästhetischen Normen der damaligen Gesellschaft zwar entsprachen, jedoch im Zusammenhang mit einer Entwicklung aus den ersten Nachkriegsjahren, dann als Schimpfwort umfunktioniert wurden. Da kam dem Marienkäfer die Aufgabe zu ein an Pocken erkranktes Kind zu stigmatisieren, wenn es hieß: " Der/Die sieht aus, wie ein Pünktchenkäfer. ". Der Maikäfer wiederum gilt als Schädling und wurde in großen Teilen Europas fast ausgerottet. In einem Lied aus dem 30 jährigen Krieg wird wohl auch deshalb gesungen:

Im damaligen Niedersachsen lautete der Text:

Maikäfer flieg!
Der Vater ist im Krieg,
Die Mutter ist im Pommerland,
Und Pommerland ist abgebrannt.
Maikäfer flieg!

Im damaligen Hessen lautete der Text:

Maikäfer flieg,
Der Vater ist im Krieg,
Die Mutter ist im Pulverland,
Und Pulverland ist abgebrannt.
Maikäfer flieg!


Im Dritten Reich gab es eine weitere Version, in der der Maikäfer, durch "Mariechenkäfer" ersetzt wurde. Hier lautete der Text:

Mariechenkäfer flieg,
Dein Vater ist im Krieg,
Deine Mutter ist im Pommernland,
Und Pommernland ist abgebrannt.

Ein besonders gehasster Käfer war allerdings der Kartoffelkäfer. Dieser, einst über die USA, eingeschleppter Schädling vernichtete vor, während und auch nach den beiden Weltkriegen in einigen Regionen Europas große Teile der Kartoffelbestände, was dann zu Hungersnöten, Mangelversorgung und auch Unruhen führen konnte. Der Kartoffelkäfer war deshalb als Symbol für Vernichtung, Hunger und Tod zu sehen. Erst nach den Endevierziger und Fünfziger Jahren gelang es durch chemische Gifte die wieder kehrenden Kartoffelkäferplagen in den Griff zu bekommen. Dieser Schädling spielt deshalb in der heutigen industrielle geprägten Landwirtschaft keine Rolle mehr.

Wer in den unmittelbaren Nachkriegsjahren, den Hungerzeiten und der riesigen Flüchtlingstrecks als " Kartoffelkäfer tituliert wurde, der war somit ein Schädling, eine unerwünschte Person, die im eigenen Umfeld nur Schaden anrichtet. Jenes Vorurteil mussten sich die Millionen Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten, vom Sudetenland, Pommern über Schlesien anhören, wenn sie in den Elendszügen in Richtung der west-alliierten Besatzungszonen flohen, dort entweder in Notaufnahmelagern Zwischenstopp einlegen durften oder gleich zwangseinquartiert worden sind.

Aus jener Zeit spielt der Fernsehfilm " Ein Dorf schweigt " aus dem Jahr 2009. Unter der Regie von Martin Enlen spielt Katharina Böhm eine heimatvertrieben Mutter mit drei Kindern aus Schlesien, Uwe Kockisch einen einen Pfarrer, dessen Sohn noch kurz vor der Kapitulation wegen Desertation erschossen wird und Inka Friedrich eine Frau, die als Schwester des Bürgermeisters eines Kaffs in Hessen, es ertragen muss, dass die Flüchtlingsfamilie bei ihr einquartiert wird.

Gleich die ersten Szenen jener Tage, Wochen und Monate des Sommers 1945 sind dramatisch. Eine Kinderschar aus dem hessischen Dorf läuft einen Hang herunter, um den klapperigen LKW auf dem sich die Flüchtlinge befinden mit Steinen und Erdklumpen zu bewerfen, wobei sie pöbelnd skandieren: " Kartoffelkäfer, Kartoffelkäfer haut ab!"
Erst als der Fahrer den Wagen anhält und zusammen mit dem älteren Sohn der Flüchtlingsmutter Johanna die Kinder vertreibt, können sie die Weiterfahrt starten. Kurz darauf explodiert ein Blindgänger auf dem Feld, dass die Kindergruppe laufend überqueren wollte. Sechs Kinder werden dabei in Stücke zerissen. Unmittelbar nach der Explosion fragt der jüngste Sohn von Johanna: Mama, ist noch Krieg? ". Diese antwortet beruhigend. " Nein, mein Junge, der Krieg ist jetzt vorbei. "

Die Fahrt wird fort gesetzt und endet in einem armseligen, einem trostlosen, herunter gekommenen Dorf irgendwo in einem hessischen Dorf. Die Flüchtlinge sind hier nicht willkommen. Schon bei ihrem Eintreffen wird ihnen der offene Hass der Einheimischen zuteil. Der Pfarrer weigert sich, die Familie von Johanna auf zu nehmen. Der Bürgermeister ordnet darauf hin an, dass sie bei dessen Schwester in einem Haus unter kommen sollen. Auch die ist feindselig gegenüber den Flüchtlingen eingestimmt. Johanna aber ist eine starke Frau, die auch gegen die Vorurteile, den Hass und die Intoleranz kämpft.
Im Verlaufe der Handlung kommen dann jene authentischen Begebenheiten zum Tragen, wie sie sich in sämtlichen Besatzungszone tagtäglich abspielten. Hunger, Elend, Einzelschicksale, Kriegswirren, Hass, Raffgier, Eifersucht, Ohnmacht, Wut.

Schon bald freundet sich Johanna mit dem inzwischen aus der Kriegsgefangenschaft zurück gekommenen Mann ihrer Wirtin an. Der nimmt kein Blatt vom Mund und redet Klartext über den Krieg. Über jene, die das Mörderegime unterstützt haben. Jene, die kurz vor Kriegsende ihre Uniformen, ihre Parteibücher, ihre verräterischen Dokumente verbrannten, um sich als Widerstandskämpfer bei den Besatzungsmächten anzubiedern, obwohl sie ihre braune Gesinnung noch weiter mit sich herum trugen. Es sind jene miesen Charakter, die ihre Fahne in den Wind hingen, um sich selbst zu retten, ihre Vorteile danach zu ziehen und später wieder - längst in Amt und Würden - der faschistischen Grundeinstellung weiter frönen zu können.

Der Film ist ein Abbild aus jener Zeit, die dann noch ein Vierteljahrhundert fort geführt wurde. Der Nationalsozialismus mit samt seinen Menschen verachteten Grundfesten, er lebte auch nach 1945, nach 1949 und nach 1966 fort. Wenn beispielsweise auf der Grünen Woche in Berlin der ehemalige Landwirtschaftsminister des Adenauer-Kabinetts von " Gauen, treusorgenden Mädels und den deutschen Mann und seiner Familie in deutschen Tugenden bekochenden Hausfrauen " phrasierte, dann war das immer noch Faschismus. Dieses Gedankengut ist bei Millionen in den Nachkriegsjahren wie Gift im Hirn eingetrichtert geblieben.

Dieser Film will aber nicht belehrend wirken, er will auch nicht mit dem Finger auf die Mütter und Väter der Kriegs - und Nachkriegsgenerationen zeigen, die ebenfalls in einem faschistischen Land erzogen, ausgebildet und zur Ordnung gerufen wurden. Er zeigt viel mehr, dass die Kartoffelkäfer von einst, eben jene Deutschen waren, die in den Nachkriegsjahren mit geholfen haben, aus dem durch eigenes Verschulden zerstörte Land, einen anderen Staat zu formen.
Eine schauspielerische Leistung der Extraklasse liefern Katharina Böhm und Uwe Kokisch ab. Die weiteren Rollen werden ebenso stark, ja charaktervoll gespielt. Kein Sensationsgeplärre, wie es von der Ferres in ihren angeblich dramaturgisch hoch wertigen Filmen abgeliefert wird. Hier spielen oft die leisen Töne die entscheidende Rolle.

Ein starkes Stück Vergangenheitsaufarbeitung eben!

Dienstag, 17. November 2009

Bahnhöfe - Relikte aus längst vergangenen Zeiten?








Der Durchschnittsmann in der bundesdeutschen Statistik hat einige Hobbys. Neben dem Fernseh glotzen, dem Alkoholika saufen und dem Auto fahren, gibt es immer noch eine erkleckliche - wenn auch ständig sinkende - Anzahl von Möchte - gern - Eisenbahner. Es sind diejenigen männlichen BRD-Bürger, deren Alter ab 30 plus, deren Sozialisation und deren Geldbeutel sich ein exklusives, wenn auch kostspieliges Hobby leisten können: Modelleisenbahnen in allen nur erdenklichen Variationen. Leider stirbt diese Spezies - sehr, sehr langsam zwar - in absehbarer Zeit aus. Nicht nur der Hersteller von Modelleisenbahnen im Spätzle-Ländle, die Firma Märklin, hat dieses zu spüren bekommen und musste wohl auch deshalb Insolvenz anmelden, nein, auch die vergreisende Gemeinde jener Fans von H0 bis zu Spur N spürt, dass es einen Paradigmenwechsel in der Spielzeugindustrie gibt. Eingeläutet durch die Computerisierung des eigenen Mikrokosmos, des Arbeitsplatzes, des Privatlebens, des Wohnortes, des Landes, der Welt.

Wo einst viele Dinge noch in Handarbeit, in Handbetrieb und mit der Hand erledigt werden konnten, haben dort längst elektronische Arbeitselemente die Tätigkeiten übernommen. Dieser Trend geht seit mindestens 4 Dekaden in Richtung Automatisierung der Umwelt. Hiervon betroffenen sind neben den Kleinbahnen, aber auch die großen Brüder und Schwestern bei der einstigen Bundesbahn, der Reichsbahn und heutigen Deutsche Bahn.
Nicht nur der Einzug hoch komplizierter und komplexer Techniken, auch die ökonomischen Veränderungen haben dazu geführt, dass die Bahn von einst und die Heutige rein gar nichts mehr mit einander zu tun haben.

Jener rasanten Veränderungen im Bahnbetrieb mussten auch die einstigen Bahnhöfe und Bahnstationen ihren Tribut zollen.

Aus meiner Kindheit weiß ich noch, wie die Bad Eilser Kleinbahn zu den Herzstücken der lokalen Mobilität zählte. In den 50er Jahren fuhr sie auf der Strecke zwischen Rinteln und Bückeburg. Genauer gesagt, die Strecke verlief vom Bahnhof in Bückeburg bis zum Bahnhof Bad Eilsen.
0,0 Bückeburg Bf Bahnhofsvorplatz

1,0 Bückeburg Ost

3,7 Ahnsen


Ahnsener Tunnel (120 m)

4,0 Wilhelmshöhe

5,0 Bad Eilsen Kurhaus


Anschluss Bahnstrecke Rinteln–Stadthagen

5,7 Bad Eilsen Nord

Auf diesen 5, 7 Kilometern gab es folgenden Streckenverlauf:

Die Strecke begann auf dem Bahnhofsvorplatz in Bückeburg, verlief dann durch die Gemarkung Jetenburg (dieser Ort ist in der Stadt Bückeburg aufgegangen) zum Bückeburger Ostbahnhof, in dessen Gebäude sich heute die Gaststätte „Minchen“ befindet. Nach einem weiteren Halt in Ahnsen durchquerte die Eisenbahn einen 120 Meter langen Tunnel (Nordportal seit den 1970er-Jahren verschüttet) unter der Ahnser Straße und dem inzwischen abgerissenen Gasthaus Wilhelmshöhe, bei dem sich ebenfalls ein Haltepunkt befand. Vorletzter Bahnhof vor Bad Eilsen war der oben genannte Bahnhof Bad Eilsen Kurhaus.

Die Weiterführung nach Minden mündete bei Notthorn in die Schmalspurstrecke der Mindener Kreisbahnen ein. Die Bad Eilsener Kleinbahn verlegte dort bis zum Bahnhof Minden Stadt eine dritte Schiene. Ursprünglich geplant war eine Streckenführung über Grille zum Staatsbahnhof Minden, hierfür erteilte die Stadt Minden jedoch wegen eigener Straßenbahnplanungen keine Genehmigung.

Eine weitere Eisenbahnstrecke verlief von Rinteln nach Stadthagen. Diese fast 4 Mal so lange Strecke hatte insgesamt 10 Haltestationen. Die in folgendem Verlauf eingebettet waren:

Stadthagen West (67 m)

Bahnstrecke Hannover–Minden
2,8 Georgschacht

Zechenanschluss

Grubenbahn
4,4 Nienstädt
5,9 Sülbeck
8,8 Obernkirchen (134 m)

Brikettfabrik, Glasfabrik, Steinbrüche
11,3 Krainhagen-Röhrkasten

Anschluss an die Bad Eilsener Kle inbahn
12,9 Bad Eilsen
15,1 Buchholz (Kr Bückeburg)

Bundesautobahn 2

Steinbrüche
16,6 Steinbergen (111 m)

Weserbahn
20,4 Rinteln Nord (58 m )

Extertalbahn
Weserbahn nach Löhne





Während die Bad Eilser Kleinbahn über einen elektrifizierten Betrieb verfügte, verkehrten auf der Strecke der Rinteln - Stadthäger - Eisenbahn ausschließlich Dampf - und Diesellokomotiven.

Werkstatt und Fahrzeugschuppen befinden sich im Bereich des Bahnhofs Rinteln auf dem rechten Weserufer. Auf den er

sten 4 Kilometern der Strecke ab Rinteln steigt die Bahn mit einer Neigung von 1:57 auf die Talterrasse des Wesertals hinauf, durchquert im Steinberger Pass das Wesergebirge und führt dann am Nordrand der Bückeberge entlang, ehe es nach Stadthagen wieder abwärts geht. Der höchste Punkt der Strecke wird in Obernkirchen erreicht.

Eine noch bestehende Querverbindung ist die Weserbahn. Hier werden bis dato Personenzüge im geregelten Fahrplanverkehr eingestzt.

Elze (Han)

Hannöversche Südbahn nach Göttingen
4,5 Anst Mehle
9,0 Osterwald

Kleinbahn nach Salzhemmendorf
12,8 Voldagsen
16,6 Coppenbrügge
21,0 Behrensen
26,4 Afferde

Strecke nach Hannover
29,0 Hameln

Strecke nach Altenbeken
32,3 Anst Hameln-Wehl
35,7 Fischbeck
41,1 Hessisch Oldendorf
43,9 Schaumburg
46,9 Deckbergen

Bahnstrecke Rinteln–Stadthagen




Strecke nach Stadthagen
Übergang zur
Extertalba hn



53,2 Rinteln Bf

Landesgrenze Nds / NRW

Eisbergen
61,2 Veltheim (b. Rinteln)

Möllbergen

Weser
69,5 Vlotho
75,8 Bad Oeynhausen Süd

Hauptstrecke nach Minden
85,3 Löhne Pbf

Strecke 2992 Osnabrück-Rheine

Strecke 1700 n ach Hamm Pbf



Zu der Streckenführung heißt es:


Die Bahnstrecke Elze–Löhne (teilweise auch Weserbahn genannt) ist eine nicht elektrifizierte, zumeist eingleisige Hauptbahnstrecke vom niedersächsischen Elze über Hameln und Rinteln nach Löhne in Nordrhein-Westfalen, die von Hameln bis Bad Oeynhausen zwischen Weser und Wesergebirge verläuft.

Die Strecke hatte früher als Teil der Hauptstrecke von Berlin über Hildesheim, Elze, Löhne, Osnabrück, Rheine und Almelo nach Amsterdam große Bedeutung auch für den Güterverkehr. In den 1990er und den 2000er Jahren wurde die vormals zweigleisige Hauptbahn auf ein Gleis zurückgebaut. Die Strecke kann mit bis zu 120 km/h befahren werden.

Und weiter:


Die Strecke wird durch die Regionalbahn-Linie RB 77 „Weser-Bahn“ von Bünde (Westfalen) nach Hildesheim mit Durchbindung nach Bodenburg zumeist im Stundentakt bedient, an Wochenenden zwischen Hameln und Bünde jedoch nur alle zwei Stunden.

Durchgeführt wird der Personennahverkehr seit 2003 von der eurobahn, die eine auf acht Jahre angesetzte Ausschreibung für sich entschieden hat. Sie setzt Alstom LHB Coradia LINT-Dieseltriebwagen ein, die eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 62 km/h ermöglichen.

Eine weitere Verbindung vom Bahnhof Rinteln - Nord erfolgt über die " Extertalbahn ". Eine auch heute noch im Betrieb befindliche Regionalverbindung, die sich so darstellt:

Die Extertalbahn ist eine durch das T

al der Exter verlaufende Bahnstrecke zwischen Barntrup und Rinteln. Die normalspurige und elektrifizierte Nebenbahn verbindet den Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen mit dem Landkreis Schaumburg in Niedersachsen.


Zum Streckenverlauf lässt sich sagen:



von Lemgo


0,0 Barntrup Kbf



nach Aerzen


0,7 Bellenbruch


2,5 Herborn


5,1 Alverdissen


7,5 Ullenhausen


8,8 Eimke


9,7 Asmissen


11,1 Bösingfeld


12,4 Vallentrup


13,6 Nalhof


15,4 Fütig


16,1 Almena


17,7 Bremke


19,3 Bögerhof








Landesgrenze
Nordrhe
in-WestfalenNiedersachsen







21,5 Krankenhagen


23,2 Rinteln Süd (früher: Exten)


24,7 Rinteln-Seetor


25,2 Rinteln-Markt



Weser


25,7 Rinteln-Brückenkopf


26,5 Rinteln Extertalbahnhof



Anschluss an die Strecken
Rinteln–Stadthagen und Elze–Löh
ne

Leider ist auch hier die Ökonomisierung nicht spurlos an der Streckenführung vorüber gegangen:

Auf der Strecke wurde noch bis 2003 (Rinteln Süd–Bösingfeld) und 26. Juni 2005 (Bösingfeld–Barntrup) sporadischer Gütertransport durchgeführt. Zur Zeit findet auf dem Teilstück Bösingfeld–Barntrup ein von der Landeseisenbahn Lippe e. V. - Freundeskreis der Extertalbahn ausgeführter touristischer Museumsverkehr mit Sonderzügen in den Sommermonaten sowie in der Vorweihnachtszeit statt. Zuletzt wurde im Sommer 2005 wiederholt auf einigen Abschnitten die aus Kupferdraht bestehende Oberleitung von Unbekannten zerstört, entwendet und wohl als Altmetall verkauft, so dass zwischenzeitlich kein Museumszugbetrieb mit den historischen Elektrotriebwagen mehr stattfinden konnte.

Vom Betriebshof im Bahnhof Bösingfeld werden aber weiterhin an einigen Sonntagen Dampfzugfahrten nach Barntrup und weiter auf der Begatalbahn bis Dörentrup angeboten.

Weiterhin kann man mit Fahrraddraisinen vom Bahnhof Rinteln Süd die Strecke im Sommer bis Alverdissen befahren.

Die Fahrleitungsanlage zwischen dem Betriebsmittelpunkt Bösingfeld und Alverdissen wurde im November 2006 wieder instand gesetzt, seit den Nikolausfahrten 2006 fährt die historische Elektrobahn somit wieder. Das weitere Teilstück von Alverdissen bis Barntrup soll 2007 folgen, wenn die Finanzierung geklärt ist. Ebenso ist geplant, den historischen Lokschuppen Dassel der Ilmebahn als Kernstück des museal-touristischen Konzeptes nach Alverdissen umzusetzen, wo er am Ende der Draisinenstrecke Mittelpunkt eines attraktiven Museumsbahnhofs werden soll.

Das Teilstück Bösingfeld–Rinteln Süd wurde

zum 1. November 2007 für den Eisenbahnbetrieb stillgelegt. Der Bahnhof Rinteln Süd wurde zudem von Oktober 2007 bis März 2008 bis auf das Gleis zum Draisinenschuppen komplett abgebaut und durch den Fruchtsafthersteller RiHa Wesergold mit einem modernen Lagergebäude großzügig überbaut.

Die Verkehrsbetriebe Extertal sind an der Westfalenbahn GmbH mit 25 % beteiligt und über eine Bietergemeinschaft mit der Eurobahn Auftragnehmer bei der Weserbahn und Lammetalbahn.

Wer mit der noch aktiven " Weserbahn " beim Bahnhof in Afferde ( Kilometer 26, 4 ) aussteigt, um in Richtung Hannover weiter zu fahren, kann über Hannover mittels RB oder S-Bahn in Richtung Minden wiederum in Bückeburg aussteigen.

Eine weitere Variante ist die Weiterfahrt mit der " Weserbahn " bis zum Bahnhof Bad Oeynhausen - Süd ( bei Kilometer 75, 8 ) und der Umstieg zur Strecke Richtung Minden, von wo ein erneutes Umsteigen auf die Haupstrecke Richtung Hannover ebenfalls ein Eintreffen am Bahnhof Bückeburg möglich ist.

So schließt sich der Kreis wieder. So war es auch einst von den Verkehrsplanern vorgesehen und bis in die 60er Jahre möglich. Leider hat die Individualisierung des Verkehrs zum sukzessiven Abbau der Bahnstrecken geführt, der im Idealfall eine Fortführung durch Vereine und/oder private Investoren führt; oft jedoch zu einer vollständigen Stillegung mit samt den bekannten Bildern von verrotteten Bahnhöfen, verrosteten Gleisen und der fort schreitenden Renaturierung durch die Natur selbst.

Alte, sich nicht mehr im Betrieb befindliche Bahnhöfe, zeigen etwas majestätitisches aus jener längst vergangenen Zeit, als der Luxus des Bahnfahrens ein wahres Abenteuer war, als das Reichsbahnpersonal verbeamtet und arrogant bis in die Stiefelspitzen war und der Bahnhof so belegen war, dass er bequem zu Fuß erreicht werden konnte. Eine andere Zeit eben.