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Donnerstag, 29. Oktober 2009

Geschmacksverstärker, Geschmacksverwerter, Geschmacksverwirrer - Wie die Lebensmittelindustrie aus " Schiete " viel Geld macht.


Nur das hamburger Nachrichtenmagazin zählt in großen Ansätzen zu den Häusern, aus denen investigativer Journalismus noch eine echte Chance erhält.
Sicherlich hat der " SPIEGEL " oder " DER SPIEGEL " oder aber nur " SPIEGEL " seit seiner Gründung schon bessere Tage, Wochen, Jahre erlebt. Die großen Enthüllungen, wie die Bestechungsaffäre im Bundestag in den 50er, die " Spiegel "-Affäre in den 60er oder der Fall " Traube " in den 7oer gehörten neben der " Flick-Kohl-Spendenskandal "-Story zu den Highlight des journalistischen Wirkens des Magazins.
Es lohnt sich auch heute noch, die wöchentliche Ausgabe zu lesen, denn so manche kleinere oder größere " Schweinereien " werden mit ihr veröffentlicht. Wenn eine Istitution der Vierten Gewalt geballte Kompetenz hat, dann das hamburger Haus.

Nach so viel Lobhudelei, kommt ein weniger appetitliches Themas: das Nahrungsmittelgeschäft zur Sprache.

Ein Artikel über die illusionäre Welt der Produzenten von Apfelsinenextrakt bis Zitronensurrogaten brachte mich schon früh morgens ins Grübeln. Was so an Chemie, Giftstoffen und Vitaminersatzstoffen in den Produkten der zum Bersten befüllten Verkaufsstände jeder Filiale eines der Discountgiganten versteckt, vermag der treu - konsumierende Industriebürger wohl kaum zu erahnen. Die Herstellermafia hat indes längst den richtigen Dreh gefunden, um dem einkaufenden Durchschnittsmichel in der BRD für verschwindend geringe Kosten, einen gesalzenen Preis abzuverlangen.

Der desinformierte Regalvorbeigeher oder Auslagengrapscher wird schon kurz vor dem Betreten des vermeintlichen Billigheimer-Tempels von den angebotenen Waren erschlagen. Nach dem marketing mäßigen Slogan: " Wer die Wahl hat, hat die Qual! " stürzen jene ungezählten Lebensmittelartikel wie ein Tsunami auf den her gelockten potentiellen Kunden ein. Die Spannbreite reicht von Äpfeln aus Israel bis Zimt aus Indien, von Ananas aus Venezuela bis Zanderfilet aus Grönland oder von Artischocken aus Ägypten bis Zungenragout aus Gardelegen in der Altmark. Der Globalisierungsfaktor spielt auch hier eine tragende Rolle. Was noch vor weniger als drei Jahrzehnten nur in den perma bereisten Urlaubsländern, wie Österreich, Italien, Spanien, Griechenland, Jugoslwien oder Frankreich auf den Esstisch des Restaurants, der Eckkneipe oder des Appartements kam, gilt heute längst zum üblichen Küchenreportoire.
Die Eß - und Kochgewohnheiten haben sich eben verändert. Ebenso der Geschmack der Gaumenfreunde.

Auf jenen individuellen Geschmack setzt aber auch die Lebensmittelindustrie. Sie gibt jährlich viele Milliarden Euro dafür aus, damit dem möglichen Kunden, dem Konsumenten und später dem Esser eine Vielfalt von Geschmacksrichtungen suggeriert werden kann, die ihn schließlich davon überzeugen soll, das gekaufte Produkt erneut zu erwerben.
" Ich kaufe, also bin ich. ", formulierte es einst Pascal Bruckner, jener Philosoph, Literat und Gesellschaftskritiker, der in Anlehnung an die Theorien des Nationalökonomen und Philosophen Karl Marx jene Globalisierungskritik vertritt, die seit einigen Jahren wieder populär geworden ist.

Dass dieser Kaufrausch aber auch mit erheblichen Nachteilen verbunden ist, zeigt nun jener " SPIEGEL " - Artikel auf. Hierin werden die mannigfachen Geschmacksillusionen kritisch unter die Lupe genommen, denen ein naiver, weil nicht informierter, Kunde tagtäglich aufgesessen ist, wenn er den Einkaufswagen im Supermarkt um die Ecke gefüllt hat.
Der Autor zeigt deutlich auf, welch schmaler Grat zwischen einem echten und einem manipulierten Stück Leberkäse, einem echten und einem Stück Ersatzkäse oder einer eigen gekochten und einer Dosensuppe besteht.
mittels Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel und Surrogaten, wir eine chemisch einwandfreie Ware hergestellt, die zu niedrigen Verkaufspreisen angeboten, dennoch exorbitanten Profit erbringt.
Die Lebensmittelmonopolisten, wie Nestle'geben deshalb so viel Geld für die Lebensmittelchemie, deren Forschung und Erfoschung sowie die Vermarktung jener Designerprodukte aus, weil sei hieraus eben ein wesntlich größen Betrag als Gewinn erzielen können. Viel bringt eben auch Viel, so müsste die Devise dabei lauten.

Es gibt für den eher kritischen Konsumenten dennoch einige Möglichkeiten, die industriellen Panschprodukte nicht im eigenen Magen gelangen zu lassen: Wer bewusster einkauft, wer nicht jeden Chemiemüll konsumiert und wer nicht nur auf den Preis sieht, der lebt zwar nicht ad iinfinitum, wird sein irdisches Dasein in der globalisierten Industriegesellschaft eher gesünder fristen dürfen, als der Trendsetter, der Wellenreiter und Chemeifetischist, der die Billig-Pizza zwecks Stillen des Hungers in den günstige Mini - Backofen schiebt, dazu noch einen Danone - Fruchtjoghurt verzehrt und hiernach einige Biere sowie Zigaretten verbraucht.

Über Geschmack lässt sich im Fall des " SPIEGEL " - Berichts dann eben nicht mehr streiten.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Brandis, Dresden, Mügeln - Haben wir in Sachsen ein Problem mit Neofaschisten?

Ein Bericht am Sonntagmorgen bei MDR-Info ließ mich einmal mehr aufhorchen:


Blutiger Überfall in der Bezirksklasse

In der Leipziger Bezirksklasse sind während des Spiels FSV Brandis gegen Roter Stern Leipzig Gästefans und auch Spieler angegriffen und verletzt worden. Der Überfall am Sonnabend Nachmittag erfolgte kurz nach Beginn des Spiels, das daraufhin abgebrochen wurde.

Die Polizei sprach in einer Mitteilung von Angreifern "aus dem rechten Spektrum". Augenzeugen berichteten schon vorher von Neonazis, die sich mit vor Ort deponierten Eisenstangen und Knüppeln bewaffnet und Jagd auf Spieler und Fans gemacht hätten.

Nach Angaben des Roten wurden drei Fans schwer verletzt. Einem wurde der Arm gebrochen. Der ins Krankenhaus eingelieferte Torwart habe entgegen ersten Meldungen doch nur eine Handprellung. An dem Überfall hätte sich allerdings auch ein Brandiser Ordner beteiligt.

Im Mittelpunkt der Kritik steht jetzt vor allem die Polizei. Sie soll über den geplanten Angriff im Vorfeld informiert worden, aber nur mit acht bis zehn Beamten vor Ort gewesen sein. Das bestätigte auch der FSV Brandis: "Das war ja angekündigt worden. Wir haben es der Polizei mitgeteilt, wurden aber allein gelassen", sagte Vizepräsident Michael Sommer dem MDR.

Linker Verein als Zielscheibe

Der dem linken Spektrum zuzuordnende Roter Stern Leipzig führt in der Bezirksklasse-Staffel 2 die Tabelle mit acht Siegen in acht Spielen an. Vereins Sprecherin Claudia Krobitzsch zufolge sind rechte Provokationen mit Hitlergruß etc. und Angriffe bei Auswärtsspielen keine Seltenheit, "in solchen Dimensionen wie diesmal gab es das aber noch überhaupt nicht".

Tja, und dann entbrannte wegen Brandis eine brand aktuelle Diskussion und viele Medien beteiligten sich daran. Es wurde das gesamte Spektrum von Vorurteilen gegenüber den Beteiligten, den Austragungsort, der ja nun mal in Sachsen liegt, dem Osten insgesamt, abgeleiert. das übliche Brimborium eben, damit die Seiten gefüllt werden.

Per se macht es eigentlich für mich keinen großen Unterscheid, ob im Bremer Weserstadion - vermeintlich linke - Randalierer aus dem Dunstkreis des Gatsvereins FC St. Pauli die Sau rauslassen oder ob in Brandis - angeblich rechte - Chaoten mit Knüppeln, Eisenstangen und sonstigem Gedöns auf Anhänger des Gastclubs Roter Stern Leipzig eindreschen. Leider stirbt die Dummheit solcher Flachdenker auf im 9 Jahr nach der 3. Jahrtausend - und im 20. Jahr nach der Wende nicht aus.

Dass die Randalbrüder nichts mit einem Fußballfan, einem Fußballinteressierten oder sogar einem passiven Fußballbegeisterten zu tun haben können - es auch nicht wollen - dürfte auf der Hand liegen. Hier geht es doch nur um eine Zielrichtung: den eigenen Lebensfrust durch brutale Straftaten auszuleben und dem Opfer so viel Verletzungen, wie nur möglich zuzufügen. Leider hat die Zivilgesellschaft gegen derartige Vorkommnisse noch kein Patenrezept erfunden. das wird sie auch nicht, so lange jene Jugendlichen und sonstige Psycho-Krüppel unter dem Deckmantel der Sport - und Fußballbegeisterung ihren Hass gegen Andere, gegen eine politische Einstellung, ja gegen die Freiheiten, die ihre Eltern oft mit dem Leben erkaufen mussten, zur Schau tragen.

Die Neofaschisten hier aus Sachsen sind nicht gerade passiv, wenn es darum geht, sich in der Öffentlichkeit zu produzieren. Ob nun die NPD mit ihren einfältigen nationalistischen Propagandagewürge oder andere - sich elitär gebärdende - Splittergruppen aus dem neofaschistischen Lager,sie heischen förmlich nach öffentlicher Anerkennung. Dabei sind ihnen auch Mittel recht, die dann dazu führen, dass ihre eigene Existenz in Frage gestellt wird. Ich prophezeie schon jetzt, dass sich der Sturm im Wasserglas der Medienindustrie sogleich wieder legt, wenn eine neue rechte Sau durch das Dorf getrieben wird.

Jene Chaoten von Brandis, jener geistig Verwirrte aus Dresden, der die Ägypterin erstach, ihren Mann schwer verletzte und sich nun wegen Mordes und Mordversuchs vor der Schwurgerichtskam er des Dresdner Landgerichts zu verantworten hat oder auch die betrunkenen Dorffestteilnehmer aus Mügeln, die sich mit faschistoiden Parolen und voll gepinkelten Hosen auf die Hatz nach zuvor brutal misshandelten Inder machten, sie alle werfen in der medial durch gestylten Öffentlichkeit ein mehr als zwielichtiges Licht auf den Freistaat Sachsen, dessen CDU-Dauerregenten in immer größere Erklärungsnot geraten.

Das Bundesland hat jedoch mehr zu bieten, als dumme Jugendliche, hohe Arbeitslosigkeit und unfähige Verantwortliche.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Ein Jubiläum zum Lachen: Die ZDF-Hitparade feiert sich selbst und den 40. Jahrestag ihrer ersten Sendung. ( Teil I. )






Das Jahr 2009 ist ein Jahr mit besonders großen Festtagen. Das Grundgesetz wurde 60, die Bundesrepublik wurde es auch, die " Friedliche Revolution " in der DDR feiert ihren 20. Jahrestag. Die vergilbten Liberalen aus der FDP feiern ihren historisch einmaligen Wahlerfolg; ihr schwarzer Pendant, die CDU/CSU feiert den Absturz ihrer Intimfeindin und Nebenbuhlerin um die Gunst der größten Volkspartei, der SPD, auf ein Level, dass den Bundesparteivorsitzenden in spe flugs zum kleinsten Häuptling eines Zwerg- Pygmäenstamms degradieren lässt.

Mit keinem " Runden ", nämlich dem 61., muss sich auch ein gewisser Marius Müller-Westernhagen befassen. Wäre er ein Jahr später geboren, hätte er die Möglichkeit gehabt, als Gründungskind der einst westdeutschen, den deutschen Alleinvertretungsanspruch propagierenden Republik, geführt zu werden. So hat es zum eher grauen, vom " Steckrüben-Hungerwinter 1947 ", noch gebeutelten Nachkriegsgenerationsjahrgang gelangt.

Auch wenn " Westernhagen " mit seinem Album " Williamsburg " nach längerer Abstinenz wieder für Furore in dem DSDS formatierten Showbiz sorgt und die Medien voll des Lobes, ob jener CD sind, fällt es einen durchschnittlich interessierten Interessenten des deutschsprachigen Rock - Pop - Genre schwer, daran zu glauben, dass auch etwas anspruchsvollere Texte den Nerv und die allgemeinen Befindlichkeiten der Teile aus der Mehrheit der Mühsam und Beladenen zu treffen. Der heimatsprachliche Musikmarkt hat sich nämlich inzwischen längst atomisiert, so formatiert, wie es in den anglo-amerikanischen vorgegeben wurde. Schlager, Pop und Rock haben nicht jene scharf gezogenen Konturen aufzuzeigen, wie es beispielsweise noch in den 60er Jahren der Fall war, als die populäre Musik durch Großbritannien und die USA beherrscht, eine klare Zäsur des Geschmäcker der Generationen zog.

Diese Trennlinie wurde bereits in den späten 60er und den folgenden 70er klamm heimlich, schleichend und nahezu mühelos überschritten. Nach dem monetär orientierten Grundsatz: " Nicht verbinden, aber mit benutzten und missbrauchen, was euch musikalisch trennt ", tingelten vor über 40 Jahren die deutschen, eingedeutschten und ausländischen Schlager-Fuzzis durch die Lande, um ihren textlich sowie musikalisch einfallslosen Biedersinn zum Besten zu geben. Die Medien, insbesondere die öffentlich rechtlichen Rundfunk - und Fernsehanstalten, nahmen sich jenes Trends an und ließen der nicht qua subersiver Beat - und Rockmusik infiltrierten Jugend freien Lauf, ihre Abart von Mitklatsch - und Wipp-Schunkelorgien zu frönen.

Während in einigen ARD-Radiosendern ab Mitte der 60er vorwiegend an den noch geteilten Wochenendtagen Samstag und Sonntag zu eher zivilisierten Zeiten die " Deutschen - bis Internationalen Hitparaden ", wie Pilze aus dem Boden schossen, wollten die beiden konkurrierenden Fernsehanstalten ARD und ZDF sich auch nicht lumpen lassen: Die ARD rief über den kleinsten Sender, das ist eben nun einmal mein heiß geliebtes Radio Bremen, den " Beat Club " ins Leben, das ZDF - immer schon transusiger und spießiger als der große Bruder - kreierte die " ZDF Hitparade ". Der Radio Bremen - Klassiker feierte am 25. September das 44. Jubiläum der ersten Sendung; die " ZDF - Hitparade " wurde am 18. Januar 40 Jahre alt.

Ein solch runder Geburtstag gibt den alle Male genügend Anlass, um sich nostalgisch jenen 31 Jahren des Bestehens zu widmen, die dann am 16. Dezember 2000 unwiderruflich(?) zu Ende gingen. Der vom Privatfunk und - fernsehen längst dauer gestresste Rezipient nahm es wohl eher beiläufig zur Kenntnis, dass die damals von DTH, dem Ex - Moderator des SWR, der " Europawelle Saar ", des Saarländischen Rundfunk und Radio Luxemburg als nerv tötende Dauerquasselstrippe ins Leben gerufene Pendant zum " Beat Club " sich abgearbeitet hatte. An sich selbst, versteht sich von selbst.

Heck ist als Initiator jener " ZDF Hitparade " jedoch nicht alleiniger Vater der Wohnzimmer-Klatsch - und Schunkel-Kreation. Ihm zur Seite stand über viele Jahre ein gewisser Truck Branss. Mit ihm zusammen präsentierte er das Konzept zunächst seinem vormaligen Arbeitgeber, dem SR in Saarbrücken, der jedoch ablehnte.Kurz darauf schlug das ZDF zu. So konnte Dieter Thomas Heck ( eigentlich Carl - Dieter Heckscher ) sich über viele Jahre zum Förderer des Deutschen Schlager aufmänneln, dem kein Schwachsinn zu wenig und kein sinnfreier Text zu viel wahr, als dass er nicht in seiner Berliner Schrippen-Sendung hätte unterkommen können.

Und was für illustre Kreise sich seit 1969 die schmierige Türklinke des Heckśchen Vermüllungsstudios in die Hand gegeben hatten:

CD 1
1
Anfangsmelodie von ZDF Hitaparde
2 Udo Jürgens Anuschka
3 Katja Ebstein Wunder gibt es immer wieder
4 Peter Alexander Hier ist ein Mensch
5 Severine Olala l'amour
6 Rex Gildo Fiesta Mexicana
7 Tina York Wir lassen uns das Singen nicht verbieten
8 Tony Marshall Schöne Maid
9 Juliane Werding Wenn Du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst
10 Howard Carpendale Deine Spuren im Sand
11 Cindy & Bert Spaniens Gitarren
12 Christian Anders Es fährt ein Zug nach nirgendwo
13 Chris Roberts Du kannst nicht immer 17 sein
14 Michael Holm Tränen lügen nicht
15 Nina & Mike Paloma Blanca
16 Jürgen Marcus Ein Lied zieht hinaus in die Welt
17 Cindy & Bert Immer wieder sonntags
18 Peter Alexander Unser tägliches Brot ist die Liebe
19 Bernd Clüver Der Junge mit der Mundharmonika
20 Wolfgang Petry Sommer in der Stadt

CD 2
1 Andrea Jürgens Und dabei liebe ich euch beide
2 Bernhard Brink Liebe auf Zeit
3 Dschinghis Khan Dschinghis Khan
4 Roland Kaiser Sieben Fässer Wein
5 Marianne Rosenberg Lieder der Nacht
6 Peter Alexander Schwarzes Gold
7 Juliane Werding Mann muss das Leben eben nehmen wie das Leben eben ist
8 Howard Carpendale Ti amo
9 Gunter Gabriel Komm`unter meine Decke
10 Paola Blue Bayou
11 Tony Marshall Auf der Straße nach Süden
12 Gebrüder Blattschuß Kreuzberger Nächte
13 Bruce Low Die Legende von Babylon
14 Michael Holm Lucille
15 Johnny Hill Ruf`Teddybär eins-vier
16 Costa Cordalis Anita
17 Dschinghis Khan Moskau
18 Roland Kaiser Schach matt
19 Tony Marshall Bora Bora
20 Peter Alexander Feierabend

CD 3
1 Nicole Ein bisschen Frieden
2 Roger Whittaker Albany
3 Katja Ebstein Theater
4 Roland Kaiser Lieb mich ein letztes mal
5 Gitte Haenning Ich will alles
6 Costa Cordalis Pan
7 Andrea Jürgens Mama Lorraine
8 Fred Sonnenschein und seine Freunde Ja, wenn wir alle Englein wären
9 Lena Valaitis Johnny Blue
10 Peter Petrel Ich bin viel zu bescheiden
11 Nicole Flieg`nicht so hoch mein kleiner Freund
12 Relax Weil I di mog
13 Rex Gildo Wenn ich jeh Deine Liebe verlier
14 Gitte Freud Dich bloss nicht zu früh
15 Stefan Sulke Uschi
16 Hanne Haller Weil Du ein zärtlicher Mann bist
17 Mary Roos Wenn ich dich nicht halten kann
18 Roland Kaiser Dich zu lieben
19 Katja Ebstein Abschied ist ein bißchen wie Sterben
20 Karat Jede Stunde

CD 4
1 Klaus Lage 1000 und 1 Nacht
2 Juliane Werding Nacht voll Schatten
3 Howard Carpendale Hello Again
4 Hoffmann & Hoffmann Rücksicht
5 Mary Roos Aufrecht geh`n
6 Roger Whittaker Wenn es Dich noch gibt
7 G.G.Anderson Sommernacht in Rom
8 Gitte Haenning Lampenfieber
9 Purple Schulz Verliebte Jungs
10 Drafi Deutscher Marmor, Stein und Eisen bricht
11 Relax Ein weißes Blatt`l Papier
12 Tommy Steiner Die Fischer von San Juan
13 Heike Schäfer Die Glocken von Rom
14 G.G.Anderson Und dann nehm`ich Dich in meine Arme
15 Nicole Ich hab Dich doch lieb
16 Roger Whittaker Abschied ist ein scharfes Schwert
17 Mary Roos Ich bin stark, nur mit dir
18 Döf Codo (düse im Sauseschritt)
19 Lena Valaitis Gloria
20 Roland Kaiser Santa Maria

CD 5
1 Wolfgang Petry Verlieben, verloren, vergessen, verzeih'n
2 Nicki Wenn i mit Dir tanz
3 Münchener Freiheit Liebe auf den ersten Blick
4 Wind Lass die Sonne in Dein Herz
5 Andrea Jürgens Wir tanzen Lambada
6 Die Flippers Lotosblume
7 Dieter Krebs Ich bin der Martin
8 Ingrid Peters Über die Brücke geh'n
9 Roger Whittaker Ein bißchen Aroma
10 Waggershausen & Laszlo Das erste mal tat`s noch weh
11 Nicole Steh' wie ein Mann zu mir
12 Roland Kaiser Ich glaub' es geht schon wieder los
13 Marianne Rosenberg Ich denk an Dich
14 G.G.Anderson Sommer - Sonne - Cabrio
15 Frank Zander Da Da Da
16 Wildecker Herzbuben Herzilein
17 Wolfgang Petry Du bist ein Wunder
18 Nicole Ein leises Lied
19 Roland Kaiser Viva L'amor
20 Matthias Reim Verdammt ich lieb Dich

CD 6
1 Andrea Berg Ich will Deine Sehnsucht
2 Patrick Lindner Hast Du heut`wirklich schon geliebt
3 Isabel Varell Diese Nacht soll nie enden
4 Wolfgang Petry Wahnsinn
5 Hanne Haller Grenzenlos
6 Peter Alexander Was wär ich ohne Euch
7 Vicky Leandros Du bist mein schönster Gedanke
8 Die Flippers Der kleine Floh in meinem Herzen
9 Wolfgang Fierek Resi, i hol Di mit mei'm Traktor ab
10 Andrea Jürgens Ich bin verrückt nach Liebe
11 Bernd Clüver Sag' noch einmal ich liebe Dich
12 Leon Schein (meine kleine Taschenlampe)
13 Olaf Berger Es ist ein Wahnsinn Dich nicht zu lieben (Maria)
14 Vicky Leandros Weil mein Herz dich nie mehr vergisst
15 Roland Kaiser Ich hab`Dich tausendmal geliebt
16 Frank Schöbel Der Sommer mit Dir
17 Die Flippers Sommersprossen
18 Olaf Berger Sonntagskinder
19 Hansi Hinterseer Es ist alles nur geliehen
20 Wolfgang Petry Ganz oder gar nicht


Da ich ja - wie im Blog schon mehrfach bekundet - ein absoluter Schlagerhasser bin, werde ich mit auch diese Mal die Mühe machen und einige Zeilen über den Interperten/die Interpretindie Interpreten sowie - soweit bekannt - den jeweiligen Titel ablästern. Bei 120 Titeln, die über die Musikindustrie für sage und schreibe 49,99 € angeboten werden, macht es dennoch Spaß den komprimierten Heck mit seinem " ZDF - Hitparaden " - Dünnpfiff auf die Schippe zu nehmen.


Auf geht's:

1. Udo Jürgens. Er, der große Chansonier ist längst in die silber grauen Rentnerjahre gekommen. Er lässt sich - getreu dem Slogan der immer größer werdenden Zahl der Gleichgesinnten: " Wir sind jung, wir sind dumm, wir sind vom mitreisenden Übergewicht schon krumm " - bis dato nicht auf das Abstellgleis der DÖF ( Deutsch - Östereichische Freundschaft ) verschieben, sondern tingelt - wohl frisiert und turbo-gebräunt mit " Wella-Schwarzkopf " perma-getönten Haaren - durch die Lande. Mit 75 Jahren ist noch lang' noch nicht Schluss! Nun, er hat sicherlich viel bessere Lieder gesungen, als jenes mit dem einst so exotische klingenden Namen " Anuschka ". Ab 1969, dem Jahr der Veröffentlichung dieses Traktats, hatte er wohl seine - im Sinne der Brandt-Scheel' schen Ostpolitik - sowjetisch angehauchte Phase ( es folgte nämlich " Babuschkin " ), was ihn nicht davon abhielt, das westlich kapitalistische Leben in vollen Zügen zu genießen. Seinen "BRAVO "-
Pseudo - Schocker " 17 Jahr..." nahm er alsbald zu wörtlich und setzte das Überlebenselixier " Sex ", " Geld " und " Bühne " voll umfänglich auf seinen Hauptlebensinhalten um. Dass in seinen Auftritten der 90er und Nachmilleniumsjahre nicht nur mumifizierte weibliche Fans kreischen, liegt an seinem großen musikalischen Können.

2. Katja Ebstein könnte der weibliche Pendant zu " Uns Udo " sein. Ist es aber nicht, weil ihre musikalischen und privten Wege in eine andere Richtung verliefen. Sie gehörte einst zu den zart aufbegehrenden 68er-Bürgerprotestler mit beourgoisem Fundament. Motto: " Ein bißchen Revolution muss sein! " Dass sie sich nie zu den wirklichen " Liedermachern " zählen darf, liegt zuvörderst daran. Während Katja
eigentlich Karin Witkiewicz, die sehr kurze Berliner Zeit ab 1964 dazu nutzte, ein wenig in die Jazz-und Folklore-Szene abzutauchen,war ihr eher zufälliges Treffen mit Truck Branss dann wohl zukünftig richtunsgsweisend in die Niederungen der Schlagerauen. Mit " Wunder gibt es immer wieder " konnte sie beim Grand Prix 1970 in Amsterdam zwar den 3. Platz belegen, traf aber mit ihren bisherigen und nachfolgenden Liedern, die eher das unverbindlich neutrale Chanson-Genre umfassten, nie den Geschmack der anti-revolutionären BRD-Gesellschaft.
Da diese von Reisen in südliche Gefilde träumte, womit der Schlager-Nonsens auf Herz-Schmerz-Kommerz fixiert wurde, konnte sie trotz des nachgängigen internationalen Erfolgs, in dem Konsum-Spießer-Millieu der 70er nie richtig Fuß fassen. Katja Epstein
verlegte ihr künstlerisches Engagement ab den 80er auf Bühnen - und Fernsehauftritte. Die inzwischen 64 jährige kann wiederholt in einigen Quasselrunden ihre Sicht der Welt zum Besten geben.

3. Peter Alexander gehört zweifelsohne zu den ganz Großen der deutschen Entertainerszene. Eigentlich wollte der der DÖF-Fraktion zuzuordnende
Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer schlichtweg Schauspieler werden. Das Talent dafür lag wohl vor, dennoch hat ihn vor allem die Nachkriegsgeschichte an ein anderes Ufer gespült. Die vermieften 50er ergaben für ihn die einmalige Chance bei den " Piefkes " Karriere in Funk - und Fernsehen zu machen. In ungezählten Shows erschien seine immer gleich aussehende Visage, wo er - meist befrackt - auch die Sangeskünst aus dem Bereichen Operette bis schmalziger Heimatfunk und später Heileweltschlager bediente. Seine Mittäterschaft in den Heimat-Verblödungsfilmen a'la'" Zum Weißen Rösl " konnte er dadurch strafmildernd abfedern, dass er sich als wahres Multi-Talent des Show-Biz entpuppte. In den 60er und 70er moderierte er zur besten Sendezeit am Samstagabend Gala- und Benefizshows .'in
die vollen Wohnzimmer. Der jetzt 82 jährige verkaufte über 45 Millionen Tonträger und dürfte damit zu den Top Twenty der BRD-Schlageravangarde zählen. Sein aus dem Jahre 1970 stammender Titel " Hier ist ein Mensch " könnte eher zu den besseren Stücken des guten Peter zählen, weil Unmengen von Titeln ( " Schwarzes Gold ", " Heute jung, morgen alt " oder Adaption, wie " Aba Heidschi Bumbeidschi Bumbum ", " Der letzte Walzer mit Dir " etc. ) als gnadenlos sinnfrei einzuordnen sind. Ab 1996 ward dann Peter der Große nicht mehr gesehen, weil ihn der Zeitgeist aufs Altenteil wehte. Immerhin bei 60 Jahren BRD-Historie eine ehrbare Leistung.

Severine mit " Olala l'mour " zählt zu den vielen Titeln, die seit meinem BRD-Erdendaseins auf meine Schlager resistenten Ohren geprallt sind, bei denen ich zunächst passen muss. Ergo: Was weiß das World Wide Web?

Gesucht, gefunden bei Wikipedia:

Séverine (* 10. Oktober 1948 in Paris; eigentlich: Josiane Grizeau) ist eine französische Schlagersängerin, die vor allem in den 1970er Jahren auch im deutschsprachigen Raum erfolgreich war. Sie hat einen Sohn (* 1975), mit dem sie im 18. Pariser Arrondissement am Montmartre lebt

Na, bei den folgenden Fakten aus dem eingestellten Artikel klingelte es doch ein wenig im Kasten. Da war doch der Erfolg beim Grand Prix 1970, von dem ich nur am Rande etwas mit bekam, weil ich zu jener Zeit längst auf " Black Sabbath ", " Deep Purple " und " Pink Floyd " gewechselt bin.
Da Severine mit Chanson-Giganten, wie Sascha Distel und Joe Dassin aufgetreten ist, dürfte sie wohl auch singen können. Nur, dass könnten andere Interpreten auch von sich behaupten. Es wird wohl dem unerschöpflichen Kulturbrei im Rahmen der deutsch-französischen Versöhnung geschuldet sein, dass sie in der Folgezeit in den beiden deutschen Staaten bei den Pünktchen - Kleider bewehrten Teens und Twens, den Dralon-Kittelschürzen ähnlichen Röcken der Generationen ab 30 plus sowie den mit gesteiften Nytesthemden - und Hosenträgern bewewehrten Mitläufern aus dem Testestoron-Lager der biederen Ehemänner einen durchschlagenden Erfolg hatte. Allerdings nicht bis zu dem Zeitpunkt als der Tod sie und ihren Produzenten scheidet. Der war auf Krawall gebürstet und führte gegen seine einstige Eleve einen fast 8 Jahre andauernden Rechtstreit wegen Urheberrechte, Lizenzen und sehr viel französicher Franc. So ist es im Schlager-Tralala - Leben auch, der die Hirne vernebelnde schnöde Mammon kann auch dort keinen ungerührt lassen.

Der fünfte Titel von einem schmalztolligen Blendax - Arschgesicht namens Rex Gildo schiesst denn vorerst den Verblödungsgeier aus der BRD ab. " Hossa, hossa - Hosenscheissa ". Wenn der bundesdeutsche Stammtisch - und Vereinsfeierschwachsinn einen intellektuellen Tiefpunkt sucht, dann gehört der Titel " Fiesta Mexica " mit Sicherheit zu den Sargnägeln der viel geforderten Leitkultur. Rex Gildo, eigentlich ein Nebenprodukt der WiWu-Cocktail-Sessel - Verschmacksverirrungsdekade, hiess mit bürgerlichen Namen Ludwig Franz Hirtreiter. Der Namen selbst muss dem kühlen klaren aus dem Norden der Republik schon zu erkennen geben: " Dat is a Bazi! " Richtig, dat war a Bazi, denn Gildo verstarb mit 63 am 26. 10. 1999 im fast heimischen München. Er wurde am 2. Juli 1936 in Straubig, in der bayrischen Provinz also, als 5. Kind eines Münchner Kaufmanns in eher bescheidenen Verhältnis geboren. Die Mutter verstarb 1946, der Vater verließ zuvor sie Großfamilie. Diese Erfahrungen prägten dann Hirtreiter, der fortan nach höheren Weihen strebte. Seine Biographie-Lüge,einst Mitglied bei den Regensburger Domspatzen gewesen zu sein, tat der Karriere des - sich später Rex Gildo nennenden - Sangesakrobaten überhaupt keinen Abbruch. Gildo spielte in den 50er Aufbaujahren in einigen inhaltslosen pseudo-aufbegehrenden Halbstarkenfilmen an der Seite des Petticot - Frolleins Cornelia Froebess mit. Seine Schlagersoße aus den 50er, in der er - wie damals üblich - von verbotenen Liebesbeziehungen und Mädchenbezircen trällerte, färbte sich in den späten 60er zu durchaus hörbaren BRAVO-RTL-Titeln, wie " Sommerblau " " Dondolo " und " Memories ". Inzwischen hatte er es geschafft seine Duo-Trällerliese Gitte abzugeben und einen Produzenten kennen zu lernen, der ihn zwar nicht musikalisch weiter brachte, es dennoch verstand, mit Suff - Gröhl - und Plebstiteln a'la'" Fiesta Mexicana " die eigenen und dessen Taschen füllen zu können. Von ähnlicher Sangria-Tequila - Bacardi - Qualität waren seine Folgelieder. Textlicher Nonsens gequirlt mit pseudo-globalen Grundkenntnissen der reisewütigen BRDler in den 70er. Während der Folgedekade besann er sich nicht zurück auf seine etwas besseren Interpretation aus den 60er. Ein Comeback in den 90er scheiterte eher, womit er der Nachwelt als singende ( siehe Carpendale ) Mumie mit gelifteten Ohren und gegeeltem Haar erspart geblieben ist.

Nach so viel " Hossa " und " Rucki-Zucki " - der frühen 70er fällt der Übergang zu Tina York nicht schwer. Auch wenn sie mir namentlich zunächst nicht gleich in Erinnerung gerufen werden kann, bedeutet der Titel " Wir lassen uns das Singen nicht verbieten " einen Sofortabstieg in die unterirdischen Textgefilde der Anti- 68er - Hippie - Flower Power - Mehrheitsfraktion aus Westdeutschland. Auch wenn die niedliche Tina eigentlich bürgerlich Monika Schwab heisst, die jüngere Schwester der Schlagereule Mary Ross ist und als ReNo-Gehilfin einen bürgerlichen Versuch startete, dazu aus dem Kaff Bingen am Rhein stammt, wo die schwermütige Heimatlieder-Szene nur im Wein-Vollrausch zu ertragen ist, kam sie ab den 70er Jahren voll auf den musikalischen Hund. Ihre rührseligen Alltagslieder mit seichtem Appell an die Mühsam und Beladenen jener bewegten Revoluzzerzeiten, lassen ex tunc betrachtet nur den Schluss zu: " Hier hatte sich eine hübsche Kindfrau so richtig vom Schlagerkarussel schwindelig machen lassen.

" Sie halten sich für die Klügsten der Welt
Oh, wie sind sie klug
Für sie gilt nur daß, was ihnen gefällt
Welch ein Selbstbetrug
Was überall auf dieser Welt
den Menschen Freude macht
Darüber rümpfen sie doch nur die Nase
Auf das Getue sagen wir
Freunde, nun ist mal genug

Wir lassen uns das Singen nicht verbieten
Das Singen nicht und auch die Fröhlichkeit
Die gute Laune muß der Mensch behüten
Ein Schlager heißt doch nur ein bißchen Freud'
Ein bißchen Schinderassassa und Bums-Faldera
Gehörte doch schon allezeit zum Leben
Wir lassen uns das Singen nicht verbieten
Das Singen nicht und auch die Fröhlichkeit
Wir singen beim Bier, wir singen beim Wein
Und wir finden es schön
Ein Lied nach dem anderen fällt uns dann ein
Weil wir uns verstehen
Wir tanzen auf den Tischen noch beim Tralalalala
Und machen auf das eine Polonäse
Die Leute die dagegen sind
Sollen doch nach Hause gehen
Wir lassen uns das Singen nicht verbieten
Das Singen nicht und auch die Fröhlichkeit
Die gute Laune muß der Mensch behüten
Ein Schlager heißt doch nur ein bißchen Freud'
Ein bißchen Schinderassassa und Bums-Faldera
Gehörte doch schon allezeit zum Leben
Wir lassen uns das Singen nicht verbieten
Das Singen nicht und auch die Fröhlichkeit "
Ohne großartigen Qualitätsverlust blieben auch ihre vorgängigen Kompositionen, wie " Papa ist dafür " und später " Liechtensteiner Polka " sowie " Dieter " - einfach nur grausam. Analog zu ihrer wesentlich erfolgreicheren Schwester tauchte sie dann irgendwann in den 80er völlig ab. Danach versuchte die inzwischen reifere Mittdreissigerin es noch einige Male. Der durchschlagende Erfolg blieb jedoch aus. Inzwischen auch in die Jahre gekommen verbreitet sie ab und zu bei den Privaten als sogenannte " Prominente " in den übelsten Koch - und Tralala-Shows verbalen Blödsinn. In den Suppentopf mit ihr und auf die höchste Stufe stellen, damit dieser zähe Schlagerkindskopf ordentlich durch kocht.
Jawoll, jah, jah, wohlig wollig, wamsig warm, läuft es einem Schlagerhasser den Rücken herunter, wenn er den Tony Marshal hört, noch schlimmer, wenn er ihn auch noch mit seinen GEZ-Gebühren sehen muss. Der inzwischen 71jährige lustige Volks - und Schunkelmusikant heisst eigentlich so: Herbert Anton Bloeth; bürgerlich Herbert Anton Hilger!
Als Zyniker sage ich jetzt: Da hat er den richtigen Namen erhalten, was seine nach 1965 bekannten Aktivitäten betrifft. Ein ganz so dummer kann er allerdings nicht sein, immerhin absolvierte er 1965 das Staatsexamen zum Opernsänger. Nun ja, zwischen der Klassik in Form der Oper und dem Bier geschwängerten Rambazamba-Bullshit aus den 70er liegen Welten. Tony liess sich mit dem Stampf - und Mitbrülllied " Schöne Maid " so richtig in die Jauchegrube des Schlagerschwachsinns eintauchen und - wen wundertś - versank dort bis zum Grund. Das Heck in seinem Compiler, den er nur über den Versandhandel vertreiben lässt, dieses Schunkelmonster aus dem Augiostall des biederen bundesdeutschen Bierdunstes auszugraben im Stande ist, zeigt wiederum seinen eigenen musikalischen Horizont. " Schöne Maid, hast Du heut'für mich Zeit. Hoja, hoja, ho! " Man o man, wie tief kann der deutsche Schlager noch sinken?
Dass die einstige blut junge Klampf - Gefährtin der BRD-Zeigefinger-Gesellschaft Juliane Werding, außer ihrem Anti-Drogensong " Am Tag als Conny Kramer starb ", auch noch einfältigere Lieder trällern kann, zeigte sie einige Jahre später mit dem Kalauer " Wenn Du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst. " Werding war ja bekanntlich nicht unmittelbar auf dem Schlager-Abweg, sondern hat sich erst später in dem Geld - Garten Eden im Gestrüpp des textlichen Blödsinns verfangen. Dabei zerriß sie sich auch noch die mit Hofmannś Ideal Stärke präparierte Batikbluse der 70er Jahre in zwei Teile. Auf die daraus folgende spannende Frage, ob sie darunter einen BH trägt, hat sie mit dem emazipatorisch angehauchten Nonsens-Titel " Wenn Du denkst.. " geantwortet. Der BRD immanente weibliche Diskriminierungsfaktor blieb indes bestehen. Noch bis zu jenem Zeitpunkt, als sie dem Hörer jenes Pille-Palle-Lieds aufforderte, ihr in die tief dunkelgrünen Augen zu starren, statt auf die zerfetzte Bluse zu gieren. Seiś drum, die " ZDF - Hitparade " hat noch mehr Schlager von derartig gerigem Tiefgang in die Mief-Pief - Wohnzimmerwand bestückten Behausungen der Fans von flacher Unterhaltung hinein gesendet.
Zu dem Oberguru dieses Genres gehört - unstreitig - " Howi " Howard Carpendale. Der inzwischen zum Vorzeige-Jungbrunnen mutierte, gebürtige Südafrikaner hat bis heute eine - zwar mit ihm älter werdende - Schar von weiblichen Fans, denen er regelmässig auf seinen Tourneen die Kohle aus der Tasche zieht und dafür - neben der obligatorischen roten Rose - auch so manchen angefeuchteten Slip zur Belohnung erhält. Trotzdem nagt auch an seinem Outfit und an seinem Repertoire der Zahn der Zeit. Der hier benannte Titel " Deine Spuren im Sand " stammt aus 1974. Er erreichte immerhin gute Verkaufsergebnisse, wie die Charts aus jenem Jahr zeigen:
1975 : Deine Spuren im Sand = D 2 ; Ö 5;
CH 3





Eine Dekade später war es mit den Platzierungen in den deutschsprächigen Nachbarländern Österreich und der Schweiz dann endgültig vorbei. Da " Howi " es verstand - gerade wegen seiner begrenzten Sangeskünste - permanent exzellente Musiker um sich zu scharren, lebt er als bereits tot gesagte Schlagerleiche noch bis zum heutigen Tage weiter. Während so mancher in seinem zarten Alter von 63 Jahren sich auf die Verrentung vorbereitet, scheint er, voller Berufsoptimismus strotzend, es den Jungschen aus dem Dunskreis der Enkel und Urenkel noch immer zeigen zu müssen. Der lächerliche Laffe mit oft weißen, sündhaft teuren Designer-Anzügen plärrt indes seine platten Texte aus dem Bereichen der nichts sagenden Alltagsbegebenheiten weiter und weiter und weiter. Bis dass der Kolbenfresser ihn von der Bühne scheidet. Grausam! Einfach nur grausam, dieser Howard Victor Carpendale!
Das Gesangsduo " Cindy und Bert " fand sich irgendwann in den späten 60er Jahren. Ihre bürgerlichen Namen, nämlich Norbert Maria Berger ( Bert ) und Jutta Gusenburger gaben sie alsbald auf. Vor ihren Schlagererfolgen in den 70er heiratete das Paar 1967. Bert, geboren 1945, versuchte sich zuvor als Bandmitglied einer Provinztruppe im Saarland, die sodann eine Sängerin suchte und mit Cindy, geboren 1948, schnell fand. Ebenso zügig gaben beide ihre Berufe in ihrer Heimatstandt Völklingen als Industriekaufmann sowie Versicherungskauffrau auf. Mit Schmonzetten aus dem wolkig - blumigen Textbausteinkasten tingelte das Paar fortan durch die Lande und erhielt sogar Plattenverträge. Daraus malträtierten sie ab den frühen 70er die Soft - und Weichspüler - Liedgut- Fans, in dem verquastete Titel a la'" Immer wieder Sonntags ", " Geh'auf die Straße " oder dem hier eingereihten Titel " Spanienś Gitarren " hatten sie zwar Erfolg, ein internationaler Durchbruch blieb ihnen jedoch verwehrt. Zu Recht, wie der Grand Prix - Titel " Sommermelodie " aus dem Jahr 1974 gezeigt hat, der den letzten Platz belegte und mit dem die westdeutsche Schlagermafia nicht nur eines ihrer ungezählten " Waterloo " ( dem damaligen ABBA-Siegertitel ) erlebte. Dass das Plärr-Duo wenig musikalische Substanz hatte, musste sich vorallem so mancher Bausparvertragsinhaber und Zugehörige der upper-under-class bis middle - middle-class sehr schmerzhaft bei dem Versuch, den genialen " Black Sabbath " - Hardrock-Titel " Paranoid " schlagermässig zu verhunzen, expressis verbis eingestehen. Mit dem Blödsinnsstück " Der Hund von Baskerville " zeigt das bundesdeutsche Schlager-Biz zum wiederholten Male paranoide Züge mit Tendzen zum Borderline-Syndrom. Die Gitarren Spaniens sind somit als Ausgeburt der Paranoia des BRD-Durchschnittsmichel zu verstehen, die drei Faktoren: Sommer, Sonne, Schlager " unter einen Hut in der Ablage des damals noch mühsam angesparten, aber dafür bar bezahlten, rollenden Wohnzimmer aus dem Hause Volkswagen, verbringen zu wollen. Schlimmer gehtś anscheinend nimmer?
Aber klar doch, der konservierte Verblödungsfaktor im einstigen Land der Dichter und Denker lässt sich immer noch beliebig steigern. Am Beispiel von Christian Anders könnte es zu einer weiteren Infragestellung über die Sinnhaftigkeit bundesdeutschen Liedgutes kommen. Quod erat demonstrandum! Nun, der schöne Jüngling Christian Anders, geboren als Antonio Augusto Schinzel-Tenicolo am 15. Jänner in Bruck an der Mur in landschaftlich reizvollen steierschen Umfeld, entsprang der Enge seines österreichischen Bergland schon mit wenigen Monaten, denn seine Familie zog in das Geburtsland seines Vaters, nach Italien, wo Anders noch das 10. Lebensjahr auf Sardinien verbrachte. Nach einem Kurzaufenthalt in einem BRD-Übergangswohnheim ( das gab es damals schon, um Ausländer ihren wahren Wert in der BRD-Voruteilsgesellschaft aufzuzeigen ) absolvierte er später eine Lehre zum Elektroinstallateur, begann Musik in einer Amateurband zu machen und erhielt eine der 60er sogar einen Plattenvertrag. Mit seinem Titel " Geh nicht vorbei " gelangte er in die BRAVO-Radio Luxemburg-Hitparade für einige Wochen auf den ersten Platz. Es folgten weitere Schmalz - und Schnulzenkompositionen nach dem gleichen Muster. 1972 sang er dann " Es fährt ein Zug nach nirgendwo ". Dieses Stück war genau so inhaltsleer, wie viele Lieder, die er danach absonderte. Anders geriet in den Endsiebzigern bald in Vergessenheit, womit er in der Folgezeit versuchte, sich eher er als Regisseur, Drehbuchautor, Komponist und Produzent einen Namen zu machen. Anders driftete alsbald, nämlich ab Mitte der 90er,in ein sozio-kulturelles Randgenre ab. Er wandte sich der Esoterik zu und verbreitete diverse Evolutionstheorien. Während eines anhängigen Strafprozesses gegen seine Bruder Dieter Schinzel wegen des Verdachts der versuchten Hehlerei in München kettete sich Anders nackt an eine Säule vor dem Gerichtsgebäude. Seine politischen Aussagen und Aktivitäten waren ebenso obskur, wie sein Engagement für diverse anti-zionistische Gruppierungen. Immerhin hat er es privat zu etwas sinnvolleren Lebensinhalten gebracht, als es zuvor mit seinen Schlagern aus den Tiefen des unendlichen Raumes der Geschmacksfolter der Fall war.
Ein weiterer Blödelbarde des Hitparaden-Spuks im ZDF war Chris Roberts. Er gehörte zu den Garanten des Nierentisch-Frohsinns der frühen 70er Jahre und war Dauergast in sämtlichen Mitklatsch - und Kommandolachkrampf-Sendungen zwischen Flensbur und Garmisch Patenkirchen. Roberts ,eigentlich Christian Klusacek , begann in den Zeiten des BRD-Biedersinns mit flachen Lieder, wie " Die Maschen der Mädchen ", " Mein Name ist Hase " oder " Ich bin verliebt in die Liebe ", ehe er 1974 die Schmalzstulle " Du kannst nicht immer 17 sein " auf den Plattenhobel der Wohnzimmer - oder Hausbar-Stereoanlagen werfen ließ. Roberts wurde schon bald zum Pausenclown jeder blödsinnigen Musiksendung in den öffentlich rechtlichen Irrenanstalten. Nach dem er ab den 80er nicht mehr im Geschäft war, verlegte er sich auf das Produzieren von Musikstücken. Er trat dann 1985 noch einmal u.a. zusammen mit Irene Sheer in dem Sextett Luxemburg mit dem dreisprachigen Lied " Children.. " eher erfolglos auf. Seit dem ist der inzwischen 65 jährige nur noch sporadisch bei öffentlichen Mumienshows zu begaffen. " Mein Name ist Hase ", war der treffende Titel für seine Interpretation, denn: " Ich weiß von nichts ". Wie wahr!
Das dynamische Trio der männlichen Schlagerhasardeure wir durch Michael Holm vervollständigt. Mit seiner schnulzigen Plattitüde " Tränen lügen nicht " hat er den Nerv der 70er exakt getroffen. Der seicht in die einstige Aufbruchgesellschaft hinein wehende Wind der Freien Liebe unter Spanienś Sonne wird zum Symbol der Spießer-Mehrheit mit wohl geformter Langhaarfrisur. Der unter bürgerlichen Namen am 29. Juli 1943 in Stettin eigentlich als Lothar Bernhard Walter geborene Holm lebte seit 1945 zusammen mit seiner Zwillingsschwester in Bayern. Hier begann er in Erlangen das Abitur zu machen, studierte in Berlin Jura und war bereits mit 15 Jahren in einer Schülerband. Zu Beginn der 70er etablierte Holm sich mit deutschen Cover-Titeln, wie: " Mendocino " ( Original von dem Sir Douglas Quintett , " Wie im Sonnenschein - Shalala oh oh - " und " Nachts scheint die Sonne " ( Orginal " Son of your father " von der Popgruppe " Chicory Tip " ) in den Hitparaden, ehe ihm durch den Nummer Eins - Hit " Tränen lügen nicht ", der ganz große Wurf zu gelingen schien. Bis Ende der 70er quälte Holm die budesdeutschen, unter einem exakt angelegten Haarflaum, versteckten Segelohren, ehe er sukzessive in der Bedeutungslosigkeit versank. Die 80er und 90er bescherten ihm zwar regelmäßige, durch den Gebührenzahler alimentierte Pflichtauftritte in den Samstagsabensverblödungssendungen, er konnte jedoch keine nennenswerten Lieder veröffentlichen. Heute bereist Holm noch so manche Provinzstadt und tritt zusammen mit anderen längst mumifizierten Alt-Schlager-Plärrern in - überwiegend von subalternden weiblichen Besuchern - gut gefüllten Sport - und Stadthallen auf. Die Sangesakrobatik des Juristen stellt sich eher bescheiden geblieben dar; er hätte lieber Urteile absetzen sollen, statt sich im Musikbereich lächerlich zu machen.
Die folgende Formation nennt sich " Nina & Mike ", könnte dem Künstlernamen entsprechend durchaus aus der DDR stammen. Das Duo ist jedoch ein bereits gesamtdeutsches Produkt der westdeutschen Schlager - Camorra, denn: Michaela Schähfer (* 19. Juni 1945 in Halle (Saale), † 7. April 2005 in Wilhelmshaven) lernte 1963 Mike, bürgerlich: Lothar Schähfer (* 14. Januar 1944 in Mannheim)kennen und tingelte mit ihm durch einige Musikclubs, ehe sie einen Plattenvertrag bekamen. Ihre sehr bescheidenen Vocalkünste präsentierte das Duo zu Beginn der 70er, aus der der Titel: " Paloma Blanca nämlich stammt, den im Orginal die niederländische Formation " George Baker Selection " denn Popparaden im Jahre 1975 servierte. Der Nummer ins und Welthit wurde flugs von dem Duo " Nina & Mike " eingedeutscht, blieb durchaus erfolgreich in den diversen BRD-Sender eigenen Schlagerparaden und führte zu einem mässigen Erfolg der Kehlkopfverdreher. Ende der 70er eröffneten dann die Beiden eine Diskothek in Ludwigshafen, wo sich Schlager-Fuzzis, wie Petry, Anders und Konsorten die 4711- geschwängerte und nach Jim Beam duftende Luft um die Nase wehen ließen. In den 90er versuchte das Duo noch einmal ein Comeback, wechselte die Produzenten, konnte jedoch keine weiteren Erfolge mehr verzeichnen. Die inzestiöse BRD-Schlagergarde beweihräucherte sich in den 70er nicht nur mit Herz-Schmerz-Tränen - Liedern, sondern versuchte es auch mit einem polit-alternativen rechten Touch, wie das Traktat " Ketten, Mauern, Stacheldraht " oder auch " Sweet America " anzudeuten versucht.
Einfach furchtbar, so wie die Coverversion " Me and you and a dog named Boo " mit " Ich und Du, und ein Hund dazu " eine Zumutung war, weil das Original von " Lobo " schon schmalzig genug daher kam.


Ein weiterer Protagonist aus der deutschen Garde der Nichtsänger ist Jürgen Marcus. Der hier wieder veröffentlichte Titel " Ein Lied zieht hinaus in die Welt " gehört wohl eher zu den qualitativ etwas besseren Liedern, die Marcus, mit richtigem Namen Jürgen Beumer, im Verlaufe der Jahre veröffentlichen durfte.Was Marcus seit dem Zeitpunkt als ihn der Obergrande des Schlagerfabrik-Stumpfsinns Jack White unter seine weißen Flügel nahm, noch so alles an textlichen Verrenkungen veröffentlichen durfte, steht auf seiner HP und sonstigen im Netz eingestellten Seiten. Das ZDF war einst, nämlich in den 70er Jahren, sein absoluter Heimatsender. Hier konnte er - nicht nur in der Heckśchen Tralala-Sendung " Hitparade " - voll auf Dandy - Darling - Daddel-Affe machen. Mit den Begriffen, wie " Liebe " " Leben " Lachen " warf er in seinen Schlagerperversionen nur so um sich. Der Song " Ein Lied... " muss den guten Dieter Thomas wohl so gut gefallen haben, dass er ihn auf seine erste CD einbrennen ließ. Er stammt aus dem Jahre 1975 und stellt eher die Anfangsstation seines einfältigen Gezwitscher zwischen " Nur Du " der eingedeutschen Version von " El condor pasa " von 1972 und " Engel der Nacht " von 1981, aus dem letzten Jahr dar. Seinen Verblödungs-Climax erfuhr Marcus im Jahre 1972, als er in dem Jack White - Idiotismusfilm " Heut'haun wir auf die Pauke " so gar einige tausend Kinozuschauer und spätere Wohnzimmersesselfans vor der Leinwand zum Johlen bringen konnte. Wennś nicht so traurig - schaurig wäre, hätte ich glatt 2, 50 DM für einen Sperrplatzsitz im " Residenz "-Kino im spießigen Bückeburg der 70er Jahre dafür ausgegeben.

Titel Nummer 17 wird erneut von der feschen " Cindy " mit ihrem Wanst-Burschen " Bert " geträllert. Ein Hitparaden-Kalauer aus den frühen 70er, als ich im ITT Schaub-Lorenz - Kofferradio meiner Eltern, dass ich heimlich von der Küche in mein spartanisch möbiliertes Zimmer stibitzen konnte, die NDR Hitparade mit der Oma Ilse Rehbein verfolgte, in der Hoffnung, sie würde mehr englische als deutsche Stücke spielen. Trügerisch zeigte sich jedoch jene Erwartung, weil durch die Mehrzahl der Schlageraffen mit ihren erdrückenden Fluten von Postkarten an den Dudelfunk in Hamburg, eben die Titel, wie " Immer wieder sonntags " in der Überzahl waren. Das Erscheinungsjahr 1973 hatte aber wesentlich bessere Musikstücke zu bieten, die keine Ohrenschmerzen und Würgegefühle verursachten.

Auf 18 folgt der Recke Peter Alexander mit denm Stück " Unser tägliches Brot ist die Liebe ". Seine Stellung im BRD-Show Biz lässt ein grundlegendes, weiteres Ablästern eigentlich nicht zu. Alexander ist in der Tat der österreichische Franz Beckenbauer, eine Lichtgestalt im deutschsprachigen Unterhaltungsgenre. Den Titel kann er jedoch eindeutig, nicht zweideutig in der Haschischpfeife schmauchen, denn er ist so was von schwachsinnig, dass ich davon allein beim Lesen bereits high bin. Er wurde eben zu jener Zeit veröffentlicht, als ich DT 74 - Fan war und mir lieber " Stern Meissen ", " Cäsar's blues " von Renft oder " Ode to Venus " von Njemen anhörte.
In dieser Zeit, also 1972, erschien das pseudo-klerikale Stück vom Brot und der Liebe, dem Liebesbrot eben oder vielleicht sogar der Liebe zum Brot. Jenem Grundnahrungsmittel, dass schon längst dem panierten Schnitzel - damals noch nach Original Wiener Art mit 95 % Fleisch und 5 % Ei - Panade -, handgemacht aus Muttiś Melange - Schnellimbiß, gewichen war. Die westdeutsche Luxusfresswelle scwappte auch in die zurück gebliebenen Malocher-Haushalte, die liessen sich dann auch nicht zwei Mal bitten und soffen, fraßen, reisten, was das Zeug hielt. Dem Peter, den großen Alexander im Radio oder auf einer einst unverschämt teueren C 60 Musikcasette von Ariola im Kasetteneinlegefach des Quelle-Privileg - 299,-- Mark - Recorders mit vier 1,5 Volt-Batterien im Rückteil, warś egal, wer seinen Unterhaltungsmüll konsumiert; Hauptsache der Rubel rollte.

Der vorletzte Titel der CD 1 stammt von Bernd Clüver. Einem Sunnyboy aus der niedersächsischen Provinz, der am 14. April 1948 in Hildesheim geborene Clüver, legte dort das Abitur hin, studierte nach seiner Barraszeit fünf Semester Jura und widmete sich dann dem Schlager. Sein größter Erfolg war fraglos das Stück " Der Junge mit der Mundharmonika " ( von Hohner, dem Monopolisten auf dem Gebiet der Herstellung, erhielt er dafür ein "goldene Mundharmonika für seine 500.000 te verkaufte Single ). Clüver selbst konnte diesen Erfolg kaum fassen, der ihm mit dem Lied von den Schmalztopf-Eisbein-Currywurst-Fans beschieden wurde. Nach dem Veröffentlichungsjahr 1973 legte er nach und besang weitere, durchaus erfolgreiche Lieder,
wie " Der kleine Prinz ", " Bevor du einschläfst " oder " Das Tor zum Garten der Träume ". Clüver, schon aufgrund seiner Biografie, nicht zu den " Flachdenkern " des Schlagergenres zählend, versuchte es dann 1976 mit einer eingedeutschten Coverversion von " Under one roof ", einen " Rubetts " - Titel, der als " Mike und sein Freund " in den Charts eher abgeschlagen landete, wohl weil er sich über die Homosexualität ausließ. Ein damals noch mehr als verpöntes Thema, dass bei den Liebe - zarte Triebe - Herzschmerz - Kreativisten der bundesdeutschen Schlagerindustrie umgehend eine präventive konter-revolutionäre Stimmung erzeugte und Clüver ein Auftrittsverbot nach dem anderen einhandelte ( Heck sagte: " Nein ", so ein Schweinkram kommt in meine hyper-sterile " ZDF - Hitparade " nicht rein ; auch Ilja Richter wollte ihn in seiner " Disco " - Klamauk-Klamottensendung nicht sehen ).
Nachdem Clüver sich in einer unendlichen Geschichte in den geifernden Medien immer und immer wieder rechtfertigen musste, dass er selbst nicht homosexuell sei, war sein Schlagerstern am deutschsprachigen Himmel bereits längst erloschen. Die Tralala-Hoppsassa-Fans, verübelten es ihm ebenso und kalauerten zu seinem Hit " Der Junge mit dem Hund von Monika ". Das dem eindimensional denkenden BRD-Spießer der Pflichtsex außerhalb des Ehebetts nicht immer reichte, zeigte sich jedoch an den steigenden Auflagen und Umsätzen der " St. Pauli Nachrichten ", den blödsinnigen Kinostreifen a'la' " Auf der Alm, da gibt's koa Sünd " oder beim Verkauf von pornographischen Material aller Art unter dem Ladentresen des Kiosks oder im Tabakwarenladen um die Schmuddelecke. Die Verblödungstendenzen, die vornehmlich von Sprachrohr der Mühsam und Beladenen, der Springer-Hetzpostille " BILD " tagtäglich in den BRD-Mief eingestreut wurden, sorgten auch bei Clüver für dessen Abgesang.
Erst 1983 gelang es ihm mit einem von Dieter " Diddi " Bohlen komponierten und Peter Orloff getexteten Lied " Ein leeres Boot " ein weiterer Erfolg, nach dem er zuvor zwei Mal bei der Vorausscheidung zum ESC scheiterte.
Clüver tritt heute zwar unregelmäßig noch auf, er hat die Bühne jedoch seit den 90er eher gemieden, sondern versuchte sich als Rundfunkmoderator und Textschreiber. Er lebt heute mit seiner 2. Ehefrau in Westerstede und auf der Rentner - und Steuersparmodellinsel Mallorca.

Last but not least gibt der Zottelhaar-Barde des stampfend - wummernden Disco-Fox - Genesens , ein gewisser Wolgnag ( langsam: Wolfgang ) Petry(i) sich die Ehre. Sein WC-Beschaller " Sommer in der Stadt " stammt aus der Frühzeit seiner subversiven Schlager- Holzerei, aus dem Jahre 1976. Der als Franz Hubert Wolfgang Remling, Spitzname Wolle, am 22. September 1951 in Köln - Raderthal geborene Körperverletzer ist somit " ä ächte Kölsche Joong ". So sieht er auch noch heute aus.
Sein zum Markenzeichen degradiertes " Alt - 68er bis Früh - Endsiebziger " Outfit mit Holzfällerhemd, Jeans und Sportschuhen, einer perma-gefönten Moppelfrisur und Seehundsbärtchen ( vulgo: Orgasmusbeschleuniger )ließ einst die prä-pubertierenden BRD-Mädchen aus dem Dunstkreis 14 plus sowie auch ihre Mütter ab Mitte Dreißig in Wallung kommen. Ehe sie aber real kamen, musste Petry Höchstleistungen erbringen und zwar in kognitiver Form, damit er seine monoton, stupiden, uniformen Lieder textlich nicht verwechselt - wenn gleich es eh kein Mitgrunzer merken würde. Der Petryśche Schmalkost-Schlager-Singsang treibt - spätestens nach dem zweiten Titel - einem den Angstschweiß auf die Stirn, weil selbst bei den High-Tech-Discotheken des 3. Jahrtausends, dann das Dach abzuheben droht, sollte die Hammerschlag-Dröhne noch ad infinitum fort gesetzt werden.
Petry's Schlagermasche, mehr als simpel gestrickt, reduziert sich auf Mitklatsch - Stücke mit Marschmusikeinlagen und Zirkuszelt-Tanzkapriolen. Seine seit 1976 veröffentlichten Titel entsprechen dem Prinzip: " Alle in einen Sack stecken, mit dem Knüppel drauf hauen. Du triffst immer den Richtigen!"
Nun, der BRD - Schlager hatte bereits in den 70er jenen pseudo-intellektuellen Touch, mit dem er versuchte, sich zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auszulassen. Ähnlich dem Bierzelt - und Stammtischpalaver, dass dazu führte, Alt-Faschisten und rechtsradikalen Vereinfacherern a'la'FJS die Lederhose zu öffnen, damit dessen stinkende Fürze, die unisono nicht mehr saubere Umwelt zusätzlich belasten können. Verdummungstitel gehören zu Petry`s Grundreportoire, so u.a. auch: " Jeder Freund ist auch ein Mann ", " Gianna ( Liebe im Auto ) " oder " Weiber " mit denen er versucht, oberflächlich geführte öffentliche Diskussionen und Meinungsbildungen wider zu spiegeln. Petry war bereits seit 1972 verheiratet, als 1974 sein Sohn Achim geboren wurde, der ihn nach seinem Bühnenabschied 2006 ( immerhin 30 viel zu lange Jahre ) versucht nach zu äffen. Erst kürzlich plärrte Petry jun. in einer Dauerwerbesendung für den Kauf der Liedkollektion seines Vaters. Mit schön auswendig gelernten Kommentaren zu den eben gleich klingenden "Malle "-Koma-Sauf-Dröhn-Orgien-Stücken versuchte der - eher lächerlich wirkende - Sohnemann das Wirken seines Vaters zu rechtfertigen.Eine glatte Lüge und ein Hohngelächter produzierte er dabei, als er den sinnfreien Song " Weiber " zu erläutern versuchte. Dass seinem Daddy - ob des schwachsinnigen Textes - einige Radikalfeministinnen aufs getönte Lockenhaarhaupt steigen wollten oder drohten, ihn demnächst zu entmannen, nahm Filius Achim zum Anlass, um darin eine allgemein feminine Verschwörung gegen "Wolle " zu erkennen.
Getreu dem Motto: " Wie der Vater, so der Sohn ", plärrt Petry jun
ior in seinen Veröffentlichungen in dem Grundmuster ohne Wert weiter, dass Millionär " Wolle " als Daddy auf die Tonträger brachte. Nur zum Wegwerfen geeignet!