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Sonntag, 27. September 2009

41 Jahre 68er und die schwere Geburt in den Köpfen der einstigen Eltern.






Es sind bereits wieder einige Monate vergangen,seit die einstigen "68er" ihr 40jähriges Jubiläum feiern durften. Deshalb wurden die Medien mit Erinnerunggeschichten in Form von Büchern,Musiksammlungen oder Filmen voll gestopft. Wenn jene Zeit also so mit emotionalen, retrospektivischen Ballast behaftet sein soll, stellt sich für mich unweigerlich die Frage: " Wem nutzt das?"

Zunächst dürften die Verursacher jenes historisch geschwängerten Jahres ein bestimmtes Interesse daran haben, sich so darzustellen,wie sie es gerne hätten. Ich habe mich oft selbst gefragt, wer waren denn diese 68er denn nun wirklich? Ich habe weder in jenem bedeutungsschwangeren Jahr, noch einige Jahre danach nie einen aus dem Kreis jener Protagonisten persönlich kennen gelernt. Erst 10 Jahre danach, als jene Generation von Aufmüpfigen es über einen - einst angekündigten - Marsch durch die Institutionen bereits zu Amt und Würden oder Ruhm und Ehre gebracht hatten, standen einige aus jener Zeit vor mir: In Gestalt eines Hochschullehrers. Sie haben mir nie Angst eingeflößt, noch musste ich mir nach einem Händedruck mit ihnen sofort diese waschen oder mich eines Grundkurses in Benehmen bedienen,um in der Gesellschaft und meinem persönlichen Umfeld wieder Fuß fassen zu können.

Die 68er waren für mich eben eine Gruppe von aufmüpfigen Bürgertöchtern und Söhne aus besserem Hause,denen es zunächst dort zu langweilig geworden war. Sie standen auf, aßen nicht mit ihren Eltern die gemeinsamen Mahlzeiten und ließen sich die Haare wachsen. Eine weitere Art des Protestes gegen jene vereinnahmende Politik der bürgerlichen Mehrheit. Eine Minorität erhob sich vom Eßzimmerstuhl und posaunte Phantasien in den Raum, der kurz darauf öffentlich wurde. Die Medien berichteten und hetzten gegen die Protestler, die gerade deshalb für die Mehrzahl der apolitischen Altersgenossen noch interessanter wurde. Aus einer winzigen Gruppe von Nonkonformen wurde bereits vor 1968 eine wachsende Zahl von Sympathisanten, die sich dann in eine Bewegung ausbreitete.

Für mich war das Jahr 1968 in Wahrheit nichts sagend. Als Provinzei im reglementierten elterlichen Haus und einem Umfeld, dass auf Befehl und Gehorsam gedrillt war, kamen mir Berlin, München,Frankfurt,Hamburg,Bremen,Essen weit, weit weg vor.  Die Brutstätten jener anti-bürgerlichen Protestbewegung waren für mich damals so weit weg, wie der Mond, den ich regelmäßig nach dem Training in der Turnhalle des TSV Bad Eilsen auf dem Weg über das Schulgelände, entlang der Aue und dem Friedhof , in klaren, lauen Nächten mit einer großen Faszination beobachtete.

So sinnierte ich über die Frage, ob es neben dem Grabsteinen jenes - vielleicht immer noch etwas unheimlichen Ortes - auch noch genug Licht gab,um den Weg zurück zu finden, den ich eingeschlagen hatte, weil ich mich damals -aus Scham - nicht getraut hatte in der Männertoilette der Turnhalle zum Pinkeln zu gehen.

Ich summte und sang dabei einen Titel meiner Lieblingsgruppe, der " Stones ",eigentlich der " Rolling Stones" der da in zutreffender Weise auch noch:


" Child of the moon "


heisst und sich einst auf der B-Seite des Welthits " Jumpin'Jack Flash " befand,die ich selbst als Single besaß und fast täglich auf dem Plattenspieler der Marke " Quelle Universum " abspielte. Nach dem Wasser lassen überquerte ich die Bückeburger Straße, auf der nicht ein einziges Fahrzeug zu sehen oder zu hören war, nahm meine blaue Sporttasche in die linke Hand und eilte nach Hause.

Während in einigen der unerreichbaren Großstädten von den Jugendlichen der Aufstand gegen das Establishement geprobt wurde, verlief der revolutionäre Zeitgeist in der biederen Provinz eher in überschaubaren, in geordneten Bahnen. Die Haare wurden bei einigen Mitschülerinnen und Mitschülern etwas länger, die Kleidung etwas modischer und das Verhalten gegenüber den Lehrern und anderen Erwachsenen etwas aufmüpfiger Von Allem eben nur etwas. Auch die Popmusik hielt nach und nach den Einzug in das bisher sehr überschaubare Provinzleben. Die sich langsam entfaltende Jugendkultur erfasste - mit erheblicher zeitlicher Verzögerung - auch Schaumburg-Lippe. 

Dennoch,  fernab der Brutstätten des subversiven Handelns gegen das spießig , durchgestylte Adenauer-Erhard-Kiesinger-Westdeutschland, wie es das ausgeflippte Milieu in Berlin vorlebte, war es nur die Musik ,die den Zeitgeist herüber wehen ließ. Kaum hatte sich eine Jugendkultur gebildet, schon wurde sie von der Springer-Hetz-Presse und ihren biederen Bütteln in den sonstigen Medien vermiest. Hippies waren bei der Bagage nur nichtsnutzige Langhaarige, deren intellektuelles Niveau als überschaubar diffamiert werden musste. Gammler waren eben jene, ebenso nichtstaugenden Zeiterscheinung, die sich gegen alle jene angeblichen deutschen Werte stellten und sie öffentlich verhöhnten. Wenn jene Erscheinungen dann auch noch weiblichen Geschlechts waren, wurde umso giftiger dagegen gepöbelt und polemisiert.

Was aus dem Brutkasten des damaligen Schwachsinns so alles an musikalischen Hetzerein hervor gebracht wurde,habe ich eigentlich nie so recht erfahren. Ich hasse deutschsprachige Pop-und Schlagermusik bis heute. Deshalb waren mir einige Ergüsse jener, von der Musikindustrie hervor gebrachten, deutschsprachigen Intoleranten nie zu Ohren gekommen. Tja, bis dann im letzten Jahr der einstige westdeutsche Propagandasender DLF in einer biederen Nachmittagssendung eine CD vorstellte, auf der jene Schwachsinnstitel in komprimierter Form noch einmal zu hören waren.

Als da sind:

Hippies, Hasch und Flower Power












Titelliste: Hippies, Hasch und Flower Power

CD 1InterpretTitel



01
Margret & Penny Fürer, Die Pipers Gammelshake



02
Michel PolnareffGammler Ballade (meine Gitarre)



03
Ralph Jr. SiegelSie Nennen Es Flower Power



04
Freddy QuinnWir



05
Franz Josef DegenhardtVatis Argumente



06
Thomas FritschEs Ist Gar Nicht So Leicht, Erwachsen Zu Sein



07
Heidi FrankeDie Blumen Sind Für Sie, Herr Polizist



08
Bernd SpierFlowertime In San Francisco





09
Manfred Krug & Klaus Lenz Sextett Vietnam-song


10
Hartmut König & Der Oktoberklub Rot, Rot, Rot



11
Christopher & MichaelWir Sind Am Ende



12
The City PreachersDer Unbekannte Soldat



13
Spencer Davis Group Der Wassermann (aquarius)



14
Gudrun "su"
Kramer
Hare Krishna



15
Original Munich CastHaare



16
Wencke MyhreFlower-Power-Kleid



17
Horst und BennoDer Minirock



18
France GallHippie Hippie



19
Bill RamseyVerlieb' Dich Nie In Ein Hippie-Mädchen



20
Dietmar Schönherr, Vivi BachMolotow Cocktail Party



21
Kuno & The Mariuhana BrassMarihuana Mantra



22
INSTERBURG & CO.Wir Sind Verlauste Affen



23
Witthüser & WestruppNimm Doch Einen Joint, Mein Freund



24
Kaplan FluryJimi, Oh Jimi Hendrix



25
Juliane WerdingAm Tag, Als Conny Kramer Starb



So trällerten sie - mehr oder weniger in sinnfreien Texten - ihren Nonsens über die angeblichen 68er in die Mikrophone der damaligen Aufnahmestudios.
Ich habe mir deshalb die Mühe gemacht und einige bewertende Sätze zu jenen Interpreten von einst formuliert. Na,denn:


Margret Fürer & Die Penny Pipers, sagen mir absolut nichts. Es scheint sich um eine Retortentruppe zu handeln, deren Sinn darin bestand, nur Unsinn zu besingen und deren Sangeskunst unter dem Gefrierpunkt lag. Wenn ich dann noch lese, dass in dem Verblödungslied Blasmusikpassagen eingespielt sind, kann es sich nur um das Produkt eines Demenz kranken Alt-Faschisten handeln.




Michel Polnareff war ein französischer Gitarrenbarde, der Mitte der 6oer in der BRAVO-Hitparade einige Wochen unter den ersten acht Titeln mit "La poupée qui fait non" und " Love me, please,love me " vertreten war. Er sang allerdings bessere,wenn auch weniger bekannte Chansons mit großem Erfolg. Ab 1973 verschwand er aus Paris und hielt es über 35 Jahre in Kalifornien aus, wo er wegen Steuerhinterziehung von der französischen Justiz nicht belangt werden konnte.





Ralph Jr. Siegel ist der Sohn eines Texters, Komponisten und der einstige Mann für die deutschen Vertreter beim Grand Prix, dem heutigen ESC. Ein Schwachkopf, der hier versuchte qua väterlicher Conection Karriere durch blödsinnige Hetze gegen die einstige Jugendkultur mobil zu machen. Weil er es nicht ertrug, dass es außer seinen Papierkorb-Bohlen-Songs wesentlich bessere Musik gab. Er verschwand als Sänger genau so schnell von der Bildfläche, wie er gekommen war. Kein Verlust!


Freddie Quinn ist ein Relikt aus den 50er WiWu -Jahren, in denen der Drang nach der Ferne über seine - nicht immer - schmalzigen Seemannslieder zum Ausdruck kam. In jener Zeit wurde zwar der Begriff Heimat propagandistsich und inflationär verwandt, der Michel versuchte jedoch seine neue Stärke nur durch friedfertiges Reisen zum Ausdruck zu bringen. Freddie Gitarren-Heimat-Gedudel war Mitte der 60er längst passe', weshalb er sich vor den Ochsenkarren eines Anti-Protestliedes spannen ließ. Sein Rückzug mit " 100 Mann und ein Befehl ", der deutschen Cover-Version von " The ballade of the green baretts " war jedoch ehrlicher,wenn auch zu Beginn verboten worden. Verschwand dann in den bewegten 70er und den Neon-Licht-80er völlig in der Versenkung,bis er in den 90er wegen einer Steueraffäre die veränderten Zeiten ins hamburger Gesicht geblasen bekam.


Franz - Josef Degenhardt ist ein Politbarde aus den 60er Jahren, dessen Texte sich auch heute noch aktualisiert in viele Bereiche dieser Gesellschaft anbringen lassen. Der studierte Jurist, der zuvor den Beruf des Rechtsanwalts ausgeübt hatte, konnte allerdings mit seinem Gesang nicht so richtig überzeugen. Dennoch sind einige seiner Lieder Kult. So auch das " Spiel nicht mit den Schmuddelkindern ". Franz-Josef war in den aufgewühlten Jahren des Festivals des politischen Liedes auf Burg Waldeck ein fester Bestandteil des jährlichen Programms. Einige Vinyl-Scheiben lagen auch damals bei mir auf dem Plattenteller. Den Sinn seiner Lieder habe ich zwar noch nicht verstanden, wohl aber, dass er sich mit Problemen befasste, die für mich einst keine waren. Erst wesentlich später lernte ich ihn als einen Protestsänger kenne, als nämlich vieles im Umbruch war.

Thomas Fritsch, der Sohn des legendären Schauspielers Willy Fritsch, war damals der Schwarm aller prä-pubertierenden Mädchen, die ihn - in Form eines Poster, ausgetrennt aus dem Organ jener Bevölkerungsgruppe, der " BRAVO " - über den furnierten Pressholzbett hängen hatten, dann nächtens an ihren Genitalien zu spielen beganen, in der Hoffnung der Schwiegermutter-Held käme über sie. Damals ein arrogantes Arschloch ohne Rückrat, der sich dem gemäß an jeden Stammtisch setzen konnte, wo er mit seiner Spießermentalität sofort auf offene Ohren unter Gleichgesinnten stieß. Sein Schlager-Geträllere ging zudem gehörig auf die Nerven. Dümmer gingś allerdings immer! Wurde nach der Revolution im Wasserglas leicht depressiv und verzog sich in ein ernsteres Genre, nämlich als Schauspieler besserer Rollen und Synchronsprecher, wo er heute noch herum schnarzt. Sein dämliches Lied über den Scheck - fordernden Berufssohn und pseudo-intellektuellen Freizeit-Revoluzzer zeigt seine Herkunft deutlich auf. Er war bereits zu diesem Zeitpunkt längst gestorben,ehe er überhaupt zu leben begonnen hatte.


Heidi Franke oder besser: " Heidi who?" sagt mir absolut nichts. Dafür gibt es ja das Internet und dort steht u.a. geschrieben:

" HEIDI FRANKE, 23, Schlagersängerin, besang im Jahre 1968 für "Polydor" eine Schallplatte mit dem Titel "Die Blumen sind für Sie, Herr Polizist". Daraufhin lehnten es alle deutschen Sender und Radio Luxemburg ab, die Platte zu spielen. Grund: In dem Schlagertext singt sie unter anderem: "Wer steht stramm vor Prominenten, wer spritzt Wasser auf Studenten, wer macht den heißen Sommer in Berlin? "

Tja, so etwas singt frau im Jahre 1968 eben nicht in einem faschistoid-geprägten Land, in dem Ex-Nazis Bundeskanzler werden dürften, Richter aus dem SS-Mörderstaat auch weiterhin richten dürfen und die Reichen den Armen im Namen des WiWu wieder das Geld abknöpfen dürfen, um sich noch mehr zu bereichern. Das Lied der Heidi blieb im Archiv. Wie hieß es schon damals in Art. 5 GG: " Eine Zensur findet nicht statt." Bitte, was?



Bernd Spier und sein " Das kannst Du mir nicht verbieten" wurden wenig später in " Mit der kannst Du nieten " verballhornt. Zu Recht, wie sich heraus stellt, denn Spier gehörte zu den Schlager-Fuzzis im vierten Glied, die auch dann noch hofiert wurden, als sie längst keiner mehr kennen wollte und die Liedgutqualität den Gefrierpunkt bereits weit unterschritten hatte. Hierfür sprechen sein nichts sagenden Titel, wie: " Schöne Mädchen muß man lieben " und " Das war mein schönster Tanz ". Auch wenn er dann in der Mitte der 60er endlich - spät, aber nicht zu spät - zu der sehr weisen Erkenntnis kam: " Einmal geht der Vorhang zu ", wäre es für die westdeutsche Spießergesellschaft besser gewesen, er hätte sich für ihn nie geöffnet. Spier tingelt - inzwischen 65jährig - noch auf diversen Schlagerleichen-Partys herum.


Manfred Krug  und  Der Oktoberclub dürfte ein Mulittalent aus der Ex-DDR sein, der nicht nur schauspielern, sondern auch singen kann. Jazz ,Lyric & Prosa, war und ist eine prima Mischung, an der sich " Manni " Krug beteiligte.  Na, in den 60er hat es mit der politischen Einstellung noch gestimmt. Weshalb er auch zusammen mit den DDR-Jazzer Klaus Lenz einen real-sozialistischen Vietnam-Song veröffentlichen durfte. Nun, Krug wäre nie in den Westen gegangen, hätte er sich weiter entwickeln dürfen und einige Male - zart - die Wahrheiten im einstigen DDR-Sozialismus beim Namen nennen können.
Später wurde auch bei ihm aus "Rot " flugs " Schwarz ", wenn auch mit erheblicher Verzögerung.


Hartmut König und Der Oktoberclub wäre für mich eben ein noch unbeschriebenes Blatt geblieben, hätte ich nicht ab 1972 regelmässig DT 64 hören können. Jenen - legendären - Sender des DDR-Staatsrundfunks, der sich mittel Abspielens populäre Musik in den Köpfen, Herzen und Beinen der Jugend einspielen wollte. Tja, im einstigen Westen waren jene DDR-Sendungen nur bedingt zu empfangen gewesen. Ich ließ es mir jedoch nicht nehmen, den täglichen Sendungen über mein Kofferradio in der Unterkunft der Kaserne der KTS II /III zu hören. Wenngleich ich damit eine Außenseiterrolle spielte. So erhielt ich Gelegenheit die folkloristisch angehauchten Stücke jener Formation um Hartmut König kredenzt zu bekommen. Inhaltlich gaben sie eine klare Richtung vor: Der Sozialismus siegt, so oder so. 37 Jahre später steht nun endgültig fest, dass er erst dann siegt, wenn die Dummheit in den Köpfen der egoistischen Menschen verschwunden ist. Und damit müssen wir sehr lange warten.


Das Duo Christopher und Michael ist für mich eine unbekannte Größe. Es sind eben jenen Jahre gewesen, in denen ich mich eher für die Beatmusik, denn das politische Lied interessiert habe. Da sich dieses längst geändert hat, erscheint es sinnvoll - auch 41 Jahre danach - sich den Text der Beiden einmal genauer anzusehen. Und, wenn die verblödende Medien - und Konsumindustrie, einen in der Jetztzeit Lebenden nicht ganz das Hirn vernebelt hat, finden sich erstaunlich viele Parallelen zum aktuellen Zustand dieses Landes und der Welt. Wir sind bald am Ende! Oder im Englischen " Eve of Destruction " von Barry McGuire.

http://www.youtube.com/watch?v=3Qily3vhKbY

Die City Preachers, ja, Mensch, war das einst eine belebte Musikszene in good old Hamborg. Inga Rumpf und andere Ausgeflippte mischen die Spießer rund um die heile Welt des Hafens so richtig auf. Was in der Mitte der 60er mit Folklore begann, endete in den 70er und 80er mit knackigen Rock aller erster Güte. " Frumpy ", das war die Creme des German Krautrock, es folgte " Atlantis " als zweiter Versuch, ehe Inga Rumpf sich dem Frömmelei und den Gospelmilieu hingab. Nun,  ist sie inzwischen älter geworden - wie wir auch - und kehrte zurück zu ihren Wurzeln: Blues und Rock-Musik steht für sie weiterhin hoch im Kurs. Das Folklore-Genre ohne die " City Preachers " wäre einst kaum beachtete worden. Danke, Inga!


Spencer Davis Group ist für mich das Synonym für meine pubertierenden Jahre. Einst lagen die " Fontana "-Single dieser Format auf dem Plattenteller und es durfte dabei getanzt werden. " Keep on  running ", das war der Überhit. Ein Muss für alle Hobby-Discjockeys von einst. Es gelang der Formation noch in den folgenden Jahren weitere Hits zu landen, ehe sie auseinander brach. Steve Winwood, der geniale Kopf der Gruppe verließ die and und gründetet " Traffic ". Das die Spencer Davis Group auch Stücke mit deutschen Texten eingespielt hat, muss ich wohl nur am Rande mit bekommen haben. Bei diesem Titel handelt es sich um die deutsche Adaption von " Aquarius " aus dem Musical " Hair ". Na, ja, werś mag?


Gudrun " Su " Kramer war die deutsche Shila im Musical " Hair ", eine teutonische Masha Hunt mit Afro-Wuschelkopf eben. Sie konnte zwar singen, legte sich jedoch mit dem deutschen Schlager fest und bleib so für mich eher inakzeptabel. Nach dem die Hair " - " Haare - Euphorie verklungen war, versuchte sie es mit einem Start beim " Grand Prix " und wurde nur 2. in der Vorausscheidung. Ihr Hare Krishna - Stück zeigt jedoch, dass auch sie es versuchte, mit weniger Talent nach oben zu steigen. Der Titel ist einfach nur grausam, so wie alle eingedeutschten Pop-Songs.


Original Munich Cast ist im Zusammenhang mit dem Flower Power - Musical " Haare " ins Leben gerufen worden. Zur Hochzeit jener ungezählten Aufführungen galt es als chic, sich mit den Attributen der jugendlichen Gegenbewegung auseinander zu setzen und zu brüllen: " Die sehen aus wie Affen!" Haarfrisuren, lange Haare, noch besser ungewaschene Haare, waren einst der Inbegriff des Protestes gegen alle Dinge, die aus der spießig-miefigen Adenauer-Ära noch herüber gerettet werden mussten. Die Haartracht wurde zum Aushängeschild der Gegenkultur. Heute werden Glatzen und Raspel-Schnitte getragen. Wer schon ab Mitte 20 keine Haare mehr hat, dem bietet sich auch keine weitere Alternative.


Dann kommt die Träller-Liese mit Namen Wenke Myhre, eigentlich Wenche Synnøve Myhre, da aber im deutschsprachigen Raum kaum Jemand norwegisch spricht, ließ sie sich einen eigedeutschen Künstlernamen verpassen. Wenke Myhre, die assoziere ich heute noch mit die " Großen Acht " von Radio Luxemburg, die damals von Camilo Felgen moderiert, sich knarrzend über das alte Grundig- und Blaupunkt-Radio in meine Ohren quälten. Mit ihrem Stück " Beiß nicht gleich in jeden Apfel " nervte sie mich - und viele andere Zuhörer auch -,weil eigentlich die Songs der " Beatles " und der " Lords " oder natürlich der " Stones " gehört wurden. Ihre unterirdisch getextete Flower Power - Adaption war nur eins: ein Würgegefühl im Hals.
Was ein " Flower-Power-Kleid " auch immer sein soll,wird sie mir bis heute nicht schlüssig darlegen können. Eventuell eine Alien - Kreation aus dem Modeatelier der Spießer-Kleinkarierten aus München-Schwabing.


In das gleiche Alpenhorn scheint der " Minirock ", gesungen und gespielt von einem Duo mit Namen " Horst und Benno ". Unabhängig davon, dass ich die Namen weder damals, noch heute gekannt hätte,weil mir die Anfänge des DDR-Rock nicht gerade geläufig waren, verbleibt ein zart-bitterer Beigeschmack, ob jenes Titels. Aber, was einst eher bieder kredenzt wurde, entwicklete sich alsbald zu einer DDR-Gegenkultur. Nur mit Zähneknirschen geduldet, eher noch verboten, verfolgt und verunglimpft. Motto:

„Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen.“

Aja! Immerhin hat es in der DDR eine sehr rege und geliebte Musikszene gegeben, die sich jenseits des sonstigen biedermicheligen Schlager - und Heimatschnulzensmülls einer steigenden Akzeptanz erfreute.


Kommen wir zu France Gall, einer französisch, eingedeutschten Schlager-Krakelerin, die suchte nur eins: das BRD-Bier-Blödzeitungs-Publikum. Mit ihrem bürgerlichen Namen heisst sie eigentlich Isabelle Genevieve Marie Anne Gal
und wäre wohl deshalb nie in die Schlager-Quatschparade der beiden längst verfreundeten Nachbarstaaten gelangt. Der Nonsens-Titel " Zwei Apfelsinen im Haar " ( A Banda ) brachte ihr kurzfristigen Erfolg. Da die franzöischen Lieder für den deutschen Durchschnittsmichel eher unaussprechlich waren, verlegte sich die France auf die Interpretetaion eines Akzent beladenen Kauderwelsch mit sinnfreiem Text. Nun, die Chansons sind geistreicher, beschreiben sie die wahren Zustände in dem Paris der 60er und 70er. Gall trällert - immerhin schon 62jährig-heute noch in irgendwelchen Mumienshows herum. Ihr Titel " Hippie,Hippie " ist denn auch das unterste der Geschmacksverirrungen jener ratlosen Schlager-Fuzzie - Garde aus der deutsch-französischen Freundschaft.
Einfach nur unhörbar!

Dieses Attribut darf sich auch ein Vertrter des teutuonischen Flachdenker-Genre an seinen Tiroler - und Kraxel-Huber-Hut hängen. Bill Ramsey, die Ausgeburt der amerikanisch-deutschen Gesangsverblödungsmaschinerie, begleitete die Vorkriegsgenerationen von den WiWu-Jahre und Endsechsziger hinein, bis zu dem Zeitpunkt, an dem er aus dem bundesdeutschen Kitschwohnzimmern und den Schwarz-Weiss-TV-Geräten endgültig verbannt werden konnte. Der gute Bill, eigentlich William McCreery Ramsey), stieg mit auf den Zug der Besatzungsmächte-Musik, die von schokoladen-braunen GIs und deutschen " Frolleins " jubelte, bis zum bitteren Abzug der US-Streitkräfte. Spät, aber doch nicht so spät, dass er sich zu der Inkarnation des Oktoberfest-Gröhl-Sauf-und Urinierorgien-Exzessen einordnen lassen muss, gab er eine noch andauernde Stipvisite beim Jazz ab.
Mit dem Hausfrauen - und Verkäuferinnen-Spießerlied " Verlieb´ Dich nie in ein Hippie-Mädchen " hat er sich denn eher Karies an seinen Blendax weißen Zähnen geholt,denn einen sinnstiftenden Text. Das Traktat ist auch 41 Jahre danach nur für das Stille Örtchen geeignet.


Die Sangeskünste des dynamischen Duos Dietmar Schönherr und Vivi Bach zeigen sich ebenfalls so bescheiden aus, wie ihre Dauerbrenner-Rollen im Biedermichel-TV der 50er und 60er. Ihre Omnipräsens auf beiden Kanälen, dazu noch im BRD-Kino, ermöglichte es jedoch,dass sie die nicht vorhandene musikalische Ader flugs ad acta legen durften. Das ist auch gut so, sonst wären sie viele Jahre später noch an ihren Fehltritt der restaurativen Jahre erinnert worden. Schönher engagiert sich für die Dritte Welt und sah auch sehr schnell ein, dass der Jugendprotest mehr als nur ein Körnchen Wahrheit enthielt. Bach indes tauchte ab den 70er - nach diversen Misserfolgen - eben nicht in die heile Welt des Münchener Schickeria - Verblödungslebens ab, sondern stand ihre Frau an der Seite des nunmehr sozial sehr engagierten Ehemannes Dietmar Schönherr. Die Schlager-Verdummungsszene behält sie allerdings noch in guter Erinnerung, die schöne, blonde Skandianvierin namens Vivi Bak, auch: Vivienne Bach). Kult war, ist und bleibt natürlich ihr Auftritt zusammen mit Schönherr in der Serie  " Raumpatrouillie ".


Die Formation Kuno und die Marihuana Brass sagt mir wiederum nichts, überhaupt nicht, gar nichts. So recherchiere ich denn im www. und sehe: Die Gruppe bestand unter anderem aus den beiden Musikern Achim Reichel und Frank Dostal. Tja, dann klingelte es bei mir. Das waren doch damals die " Wonderland " mit ihrem Übertitel " Moscow ". Und.. siehe da, es stimmte auch!
Aus den einstigen Jugendsündigen sind inzwischen Mittsechsziger geworden, die kommerziell mehr als erfolgreich arbeiten. Na, denn: Weiter so!
Auch ohne Marihuana gehtś voran.


Die Blödel-Truppe um Ingo Insterburg kenne ich aus einigen Auftritten aus den frühen 70er Jahren. Damals. als die Provinz auch von jenen Künstlern heim gesucht wurde, die versuchten, sich über die Veranstaltungen in der Pampa einen Namen zu machen. Insterburg und Co, dass hatte mit Musik im engeren Sinne nur am Rande etwas zu tun. Vor allem die Wortbeiträge und die Blödeleinlagen des Ober-Guru Karl Dall, der schon allein wegen seines herunter hängenden Augenlids aussah, als habe er den letzten Schuss nicht gehört, waren eine Augenweide. Von dem Quartett, das zusammen gefunden hat, um aus Blödsinn Geld zu machen, kann ein Titel, wie " Wir sind alle verlauste Affen " nur als Parodie zum damaligen Ernst des Lebens gesehen werden Die Situation hinter den Kulissen dieser Ulknummer sah jedoch schlimmer aus. Beschimpfungen, wie " Ihr verlausten Affen, geht doch in den Urwald!" oder " Mach´ die Hotten-Totten-Musik aus ", aber auch " So etwas, wie Euch hätte man früher vergast! " waren eben keine Seltenheit. Ein vom Springerś Lügen - und Hetzblatt " BILD " idoktrinierter Malocher schnitt in der Nacht seinem eigenen Sohn die Haare mit einer Heckenschere ab, ein anderer Verblendeter zeigte seine Tochter wegen angeblichem Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen an, ein weiterer Verspießter schloss seine Tochter wochenlang im Zimmer ein, weil sie mit Langhaarigen in einem Park gesehen worden ist.
Insterburgś Welt in den damaligen Sketchen war eben nicht an den Haaren herbei gezogen.

Die bundesdeutsche Liedermacher-Szene bestand in den 60ern nicht nur aus Reinhard Mey, Hannes Wader oder Franz Josef Degenhardt, es gesellten sich auch viele Künstler aus der politischen Folklore hinzu. Insbesondere in Berlin war diese Interpreten stark und zahlreich. Zu den Formationen von einst gehörte auch das Duo Witthüser & Westrupp. Die beiden Musiker verarbeiteten nur deutschsprachige Texte und hielten sich dabei an die musikalischen Vorbilder, wie Schobert und Black, Ulrich Rosky oder die Rockgruppe Wallenstein. Die Liedermacher-Szene hatte sich längst etabliert. Ihre unterschiedlichen Ausprägungen konnten auf eine breite Akzeptanz innerhalb die Jugendkultur setzen, aus der sich dann auch der Nachwuchs rekrutierte. Eine solche Entwicklung führte dazu, dass das Genre sehr schnell unübersichtlich wurde. Dieses nahm Hanns Dieter Hüsch in seinem Klassiker " Liedermacher " mehr als nur auf die Schippe und parodierte: " Schnibbel di, schnabel di, Löffelstil. Ja, die Weltgeschichte ist ein besonders viel seitiges Spiel. Mal Folter, mal Frohsinn, mal Frohsinn, mal Folter, auf jedem Gebiet. Dazu, das passende Lied. "
Nun, W. & W. lassen sich dort nicht einordnen, dennoch ist die Adaption des " Easy Rider " - Klassikers " Don't bogart that joint, my friend " nicht unbedingt eines ihrer gelungenen Stücke.

Der vorletzte Interpret auf diesem Compiler ist das Allerletzte. Ein Pfaffe mit dem wohl klingenden Namen Kaplan Flury. Der Kirchenknecht hat sich bereits in den frühen 50er einen Namen gemacht. Alfred Flury wurde 1934 in Wangen bei Olten in der Schweiz geboren. Hier setzte er sich alsbald für eine konfessionell ausgeprägte Jugendarbeit ein.
Mit seiner extensiven Neigung zur populären Musik und seinem Drang, sich medial in das Spannungsverhältnis zwischen Gesellschaft und Konfession einzubringen, eckte Flury aber auch bei den Kirchenfürsten - insbesondere der RK - mehr als nur ein Mal an. Einige der Konservativen Kirchenkreise wandten sich von ihm ab, da es nicht oppurtun erschien, die reaktioäre Einstellung der Amtskirche mit seinem Schaffen an der Basis in Einklang bringen zu wollen. Andrerseits galt Flury bis zu seinm Tod 1986 als klerikaler Hetzer gegen die Jugend-Subkultur und den Hang zu Drogen. Mit dem schon lachhaften Hang, auch in spießigen Sauf-Schunkel-Orgien-Sendungen, wie den " Blauen Bock ", aufzutreten diskreditierte er seine Anti-Drogen-Arbeit selbst.
Der verquastete Song über Jimi Hendrix ist hierfür ein Paradebeispiel.
Lächerlicher Quatsch im Kuttengewand ohne geistigen Tiefgang und nur für die Vorurteilskiste gedacht.

Last but not least kommt " the fianal countdown " erneut aus westdeutschen Landen. Es pubt Juliane Werding mit " Am Tag als Conny Kramer starb " über in das existenzielle Anti-Drogen-Programm der einstigen 60er herum. So klampft sie auf der Wandergitarre jene Griffe - neudeutsch: Riffs - herunter, stringent am Orginal " The night they drove old Dixie down ", das als Einstigensklassiker jener Wander - und Gammlermytholgie der Dekade galt und auch für Spätberufene geeignet schien, dem musikalischen Kahlschlag gegen die Schlager - und Heimatlieder-Mafia in den ÖR voran zu treiben. Sie, die zarte Person - kaum Frau, eher noch Kind - mit ihrer post modernen Langhaarfrisur, eher der Papunzel ähnelnd, denn einem Folkmädchen, singt hier einfältig, über jene Zweisamkeit, die von Drogenkonsum,Drogensucht und gesellschaftlicher Ignoranz geprägt, dann entzweit wird.  Hach, was war das schmalzig schön!

Während ich mir beim Schreiben dieses Blogeintrags noch ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe, ob nun der Kauf der Werding-Adaption aufgrund meiner fast grenzenlos anerzogenen Naivität über die Funktionsdeterminanten des menschlichen Lebens oder nicht doch nur dem niedlichen Cover mit der einstigen Bardin geschuldet war, die - ganz in meinem damaligen Geschmackssinn - ein " Peace " - Emblem an ihrer versilberten Halskette trug,kommt mir unweigerlich der Geistblitz, dass dann wohl eher etwas mit " Kies, Asche, Kohle, Knete, Moneten, Pappe " verdienen zu tun gehabt haben muss, als denn mit dem Finger erheben, ob des devianten Lebens vieler 68er von einst.

Grausam geht die Menschheit zu Grunde. Wohl wahr, wenn ich mir einige dieser Zeiterscheinungen von damals - ausschießlich auf Vinyl - mehr als 4 Dekaden später so anhöre.

Samstag, 26. September 2009

Gekündigt wegen einem angeblich unterschlagenen Gutschein im Wert von 1,40 €,einem Brotaufstrich im Wert von 0,20 € oder dem Verzehr von abgel. Keksen


Das Leben ist nicht nur hart und voller Unwägbarkeiten, nein, es ist oft sehr ungerecht. In den Zeiten des globalisierten Kapitalismus bedeutet die Betriebszugehörigkeit heut zu Tage nichts mehr. Das Vertrauen der sogenannten Chefs - die in Wahrheit oft keine mehr sind - und den Mitarbeitern erleidet deshalb erheblichen Schaden,wenn dieser - der höheren Order nach Profimaximierung gehorchend - versucht, die Personalkosten zu reduzieren.

Neben defizielen Methoden, wie das " Mobbing ", die vertraglich verbriefte Pflicht zu mindestens 25 % unbezahlter Mehrarbeit, gehört die Schnüffel-und Überwachungspraxis längst dazu. Da trifft es sich gut, wenn dank neuer, teurer technischer Mittel, das Personal bis zum Gang in die Pause, den Umkleideraum oder die - oft nicht einmal getrennte - Toilette durch die verantwortlichen Chefs überwacht werden kann.

Wenn nun eine Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter bereits mehrere Jahre - dieses ist dann meist zu lang - in einem Betrieb tätig war, wird sie/er alsbald zu teuer. Deshalb wird nach Möglichkeiten gesucht, sie/ihn ohne große soziale Kosten los zu werden ( zu entsorgen ).
Was liegt da näher, als sie/ihn auf Schritt und Tritt zu beobachten. Den kleinsten Fehler, die kleinste Unachtsamkeit, den winzigsten Verstoß zum Anlass zu nehmen, um die Kündigung auszusprechen.

So geschah es im Fall einer Kassiererin, die einen nicht abgeholten und eingelösten Pfandbon in die Tasche steckte und ihn später zu ihren Gunsten verrechnen ließ. Dieser Kündigungsfall geisterte monatelang durch die Presse.
Das war - juristisch - betrachtet Diebstahl geringwertiger Sachen. Ergo: Die Kündigung war berechtigt, da das Vertrauensverhältnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer hier wohl irreparabel zerstört worden ist. Tatsächlich?

In einem weiteren Fall hatte ein Bäcker ein zuvor gekauftes Brötchen mit einem im Betrieb selbst hergestellten Brotaufstrich belegt und dieses verzehrt. In der Kündigung wurde davon ausgegangen, dass auch das Brötchen gestohlen worden sei. Diese dreiste Lüge oder schlecht recherchierte Fallbearbeitung, musste der Arbeitgeber dann zurück nehmen. Die Kündigung wollte er allerdings aufrecht erhalten. Die beiden arbeitsgerichtlichen Instanzen sahen hieran jedoch kienen triftigen Kündigungsgrund, weil der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht beachtet war. Immerhin!

Der dritte - von ungezählten - Fällen spielte sich in der Nähe meines Geburtsortes ab. In Rinteln an der Weser, der schönen schaumburgischen Provinz, wurden gleich mehrere Mitarbeiter eines Supermarktes fristlos entlassen, weil sie abgelaufene Kekese und Süßigkeiten verzehrt hatten. Dieses war zunächst in dem Markt Usus. Seit ein junger Schösel als Marktleiter isein Unwesen treibt, wurde dieses jedoch untersagt - wie andere Privilegien zuvor auch. Angeblcih hatte der Marktleiter es dabei versäumt, die Mitarbeiter von der Neuerung in Kenntnis zu setzen. Die langjährigen Angestellten aßen von den abgelaufenen Waren und flogen. Zuvor wurden sie genötigt, einen Aufhebungsvertrag zu ihren Ungunsten zu unterschreiben.

Das Arbeistgericht in Hameln sah alle Kündigungen als rechtswidrig an und gab den Klagen der Mitarbeiter statt. Die nächste Instanz folgt, weil der uneinsichtige Betriebsleiter nunmehr erst recht Recht haben will.

Merke: Traue Keinem nach der Probezeit, überhaupt Keinem mit einer Betriebszugehörigkeit von mehr als einem Jahr und entlasse alles Personal bei einer Zugehörigkeit ab 13 Monaten fristlos. das spart Kosten, steigert den Profit und erhält die Konkurrenzfähigkeit.

Wie heißt es doch so schön: " Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren." und " Recht haben, Recht bekommen und Recht durchsetzen, sind verschiedene Schuhe:"

Donnerstag, 24. September 2009

Wir haben die Kraft, die Power. Wir sind schlauer, genauer im Lügen und Betrügen!

Nur noch 3 Tage bis zur Bundestagswahl 2009. Die letzten Großveranstaltungen der Parteien werden abgehalten. Es scheint so, als sei alles, was wichtig oder unwichtig ist, bereits längst gesagt. Wirklich?

Wer sich die öden, bunten Plakate der CDU mit den noch platteren Floskeln etwas genauer unter die Lupe nimmt, der wird erkennen, dass der CDU-Wahlkampf einfach kraftlos war.

Aber schön der Reihe nach:


Das Lächeln der Merkel, der noch amtierenden Bundeskanzlerin, es wirkt gequält und eher kraftlos.
Die weltweite Finanzkrise hat geschlaucht, die ständigen G8 bis G 20 Gipfel auch. " Time to say goodbye, Mrs. Merkel! "




Der Bundesverteidigungsminister, wie heißt er denn noch gleich? Ach, ja Jung. Mit Vornamen Franz - Josef. Ein Abschusskandidat, denn er verteidigte den Zivileinsatz der Bundeswehr im fernen Afghanistan auch dann noch, als bereits Soldaten aus der BRD im Einsatz gefallen waren. Friedensmissionen sind ja schön und gut. Aber müssen dabei eigne Söhne umkommen? Jung war, ist und bleibt ein Blässling. Er wird nicht mehr Minister werden. Dem CSU-Franz-Josef sei Dank!





Noch ein Abschusskandidat. Schäuble, der Wolfgang eben. Der Dienst älteste unter den CDU-Granden. Ein Politfuchs, der schon bessere, meist aber schlechtere Zeiten gesehen hat. Kohl hat ihn später abserviert, weil er wohl zu unbequem wurde. Seine Ideen von der inneren Sicherheit sind immer einen Lacher wert. Ob nun Online-Überwachung oder neue Methoden zur Anti-Terrorbekämpfung. Was aus dem Hause des BIM stammt, bürgt garantiert für Minderung der Lebensqualität und Beschneidung der Freiheitsrechte des einzelnen Bürger.
Schäuble wird nicht mehr Minister sein, wenn die neue Regierung ihr Amt antritt.




Das ist nicht etwa die liebe Oma von nebenan aus der Reihenhaussiedlung im Neubaugebiet in der tiefsten süddeutschen Pampa, nein, das ist die Bundesbildungsministerin Anette Schavan. Eine allerte Tante, die im aufgepeppten Outfit sich der Medienmeute mit floskelhaften Bindesweisheiten stellt. Biederer gehts nimmer. Einst präsentierte sie sich mit ihrer Zwillingskuh Angelika Hohlmeier, geborene Strauß, nach einem der unnötigen PISA-Tests im Bundestag, wie zwei Hennen,die gerade dem Schlächter entflohen sind, weil ihre angeblich so schlauen Landeskinder besser sein sollen, als jene im Norden.
Tja, die Schavan wird auch den Abflug machen. Es gibt bessere in ihrer Zunft.



Noch eine Protagonistin aus der Reihe der nichtssagenden Reformverweigerinnen. Ilse Aigner von der Schwesterpartei CSU. Eine Flachdenkerin mit dem Charme der Dorftrutsche aus Hinterzarten. Ohne Charisma und vor allem ohne eigene Ideen. Sie möchte den verarmten Bauern wieder Geld in ihre Portokasse spülen. Schon allein deshalb, weil die böse Mafia um Aldi, Lidl & Co die Milchpreise in den Keller jagten, nach dem sie aufgrund von Spekulationen noch im letzten Jahr in den Mond schossen. Aigner verhindert aber hartnäckig die Ampel auf allen Lebensmittelverpackungen und hält damit den Verbraucher für dumm, weil er so weiter von der Lebensmittelindustrie hinters Licht geführt werden kann. Eine Milchkuh der CSU würde eine bessere Figur abgeben, als diese Dame. Auch Aigner wird keine Ministerin bleiben.




Nun der letzte Mohikaner aus der CDU/CSU-Truppe, der Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg von der CSU. Ein Strahlemann, wie er im Buche steht. Durchaus fachkompetent und oft unbequem. Bei Opel redete er Klartext, wohl deshalb, weil keine bayrischen Arbeitsplätze und bayrische Produkte von der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintretenden Insolvenz betroffen sind. Vielleicht hat Guttenberg auch das Talent, den anderen aus seiner Partei schon allein durch sein Aussehen die Show zu stehlen. Das Land mit der höchsten und effektivsten Korruptions--und Lobbyistendichte wird ihn dennoch weiter mögen, wenn er wieder zurück nach München gehen muss.

Wir haben die Kraft. Wir sind Deutschland. Wir sind wir!
So, wie es einst Freddy Quinn in seinem schwachsinigen Hetz - und Lügenlied singen musste, damit er nicht ganz aus den Ohren vergesen wird:


Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? WIR!
Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden? WIR!
Ihr lungert herum in Parks und in Gassen,
wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? WIR! WIR! WIR!

Wer hat den Mut, für euch sich zu schämen? WIR!
Wer läßt sich unsere Zukunft nicht nehmen?WIR!
Wer sieht euch alte Kirchen beschmieren,
und muß vor euch jede Achtung verlieren? WIR! WIR! WIR!

Denn jemand muß da sein, der nicht nur vernichtet,
der uns unseren Glauben erhält,
der lernt, der sich bildet, sein Pensum verrichtet,
zum Aufbau der morgigen Welt.

Die Welt von Morgen sind bereits heute WIR!
Wer bleibt nichtewig die lautstarke Meute? WIR!
Wer sagt sogar, daß Arbeit nur schändet,
so gelangweilt, so maßlos geblendet? IHR! IHR! IHR!

Wer will nochmal mit euch offen sprechen? WIR!
Wer hat natürlich auch seine Schwächen? WIR!
Wer hat sogar so ähnliche Maschen,
auch lange Haare, nur sind sie gewaschen? WIR! WIR! WIR!

Auch wir sind für Härte,
auch wir tragen Bärte,
auch wir geh´n oft viel zu weit.
Doch manchmal im Guten,
in stillen Minuten,
da tut uns verschiedenes leid.

Wer hat noch nicht die Hoffnung verloren? WIR!
Und dankt noch denen, die uns geboren? WIR!
Doch wer will weiter nur protestieren,
bis nichts mehr da ist zum protestieren? IHR! IHR! IHR!

Auf gehtś CDU/CSU zurück in die Sechsziger Jahre, als vieles mit Vorurteilen, Strafen und Verboten geregelt wurde. Da wollt ihr doch sicherlich wieder hin!


Dienstag, 22. September 2009

Der Elbe-Weser-Kanal: Ein längst verwaister Schiffahrtsweg im niedersächsischen Nord-Ost-Dreieck.





Es sind jene Berichte aus der norddeutschen Region, die in mir machmal einen Hauch von Wehmut hoch kommen lassen. So auch jene Kurzreportage von Radio Bremen am 21. 09. 2009 über den Elbe-Weser-Kanal, die in der Nachrichtensendung " buten un'binnen " gezeigt wurde.

Was in Otterndorf an der Elbe beginnt und schließlich in Bremerhaven endet, ist eigentlich ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Einst,als die Schifffahrt ganz groß und die Binnenschifffahrt ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor war. Einst, als die Transporte von schweren Gütern und Schüttgut nicht über die Straße oder Schiene liefen und es noch Tausende von Singularschiffern gab. Damals, als nach dem Krieg und der BRD-Gründung die Kohle -Stahl-Produktion sich auf ihren Höhepunkt zu bewegte. Mit der zunehmenden Verlagerung auf mobilerer Transportmöglichkeiten sank auch die Zahl der Schiffseigner von Jahr zu Jahr rapide.

Die Wasserstraßen und deren Anbindung an die moderne Logistik verloren zunehmend an Bedeutung. So auch der Elbe-Weser-Kanal, der einst dafür gedacht war, den nord-östlichen Zipfel des Bundeslandes Niedersachsen
mit dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen zu verknüpfen. Was als künstliche Wasserstraße beginnt, setzt sich dann als Abkürzung zwischen der Elbe und der Weser mit einer Länge von 54,7 Kilometern fort. Diese Wasser starße ist nur noch für kleinere Küstenmotorschiffe geeignet, da mit der schwindenden verkehrstechnischen Bedeutung auch die Unterhaltsmaßnahmen fast eingestellt wurden. Damit besitzt der Kanal nur noch eine geringe Fahrtiefe.

Zu dieser Kanalstrecke gehören 60 km Kanaldeiche sowie 45 km Kanalseitenwege. Er beginnt in Otterndorf mit dem Hadelner Kanal, ab Bad Bederkesa als Bederkesa-Geeste-Kanal bis zur Geeste, die in Bremerhaven in die Weser fließt. Eigentümer ist das Land Niedersachsen, unterhalten wird es von der NLWKN in der Betriebsstelle Stade, die sich heute nur noch um die Instandhaltung für die Entwässerung kümmert, da der wirtschaftliche Teil mit der Berufschifffahrt und den verkehrsstärksten Jahren Ende der 1960er, ab dem Jahr 1973 aber immer weiter zurück ging und heute praktisch nicht mehr existiert.

Mit dem Bericht wurden einige Erinnerungen wieder wach. Bad Bederkesa, das Provinzstädtchen im Dreieck Cuxhaven - Stade - Bremerhaven lernte ich erst spät, nämlich ab 1988 kennen.Dazu gehört auch die Fahrstrecke zwischen Bremen und Bremerhaven über die A 27. Es waren über einige Jahre, jene familiären Pflichtbesuche, deren Sinn ich bis heute nie so richtig erkennen kann und deren Kosten - trotz des einst geringen Benzinpreises - immer Anlass zu - hitzigen Diskussionen gab.

Damals startete die Fahrt in der Waterloostraße in Bremen-Neustadt,setzte sich fort auf der Bismarckstraße, der Neuenlanderstraße bis hin zu der BAB-Auffahrt Bremen - Arsten, von wo es an der Abfahrten Bremen-Hemelingen, Bremen- Uphusen/ Mahndorf und dem Bremer Kreuz, auf die A 27 in Richtung Bremerhaven ging. An den Abfahrten: Sebaldsbrück, Vahr, Horn-Lehe/Universität,Freihafen und Industriehafen, Burglesum, Ihlpohl, vorbei, war alsbald die Landesgrenze erreicht. Bereits die weitere Abfahrt Schwanewede befindete sich im niedersächsischen Umland. Es folgen: Uthlede, Hagen, Stotel. Bremerhaven-Süd/Nesse, Bremerhaven-Wulsdorf und Bremerhaven-Geestemünde, ehe die Route über Schiffdorf, Bramel, Marschkamp, Kührstedt in Ringstedt endete. Die letzten 20 Kilometer waren immer eine Tortur, plattes Land und einfache Leute.

Nun, jenseits dieser - eher duchwachsenen -Erinnerungen aus vergangenen Jahren, hat die flache Geest - und Marschlandschaft alle Male seine natürlichen Reize. Es ist jenes Gemsich aus Vergangenheit, Jetztzeit und Zukunf, das sich in dieser Region, in jedem Ort und Dorf erkennen lässt. Das sich auch an den Landschaften entlang des beduetungslos gewordenen Elbe-Weser-Kanals ablesen lässt.

Der anal beginnt oder auch endet eigentlich in dem rt Müggendorf. Das von Wehldorf, Süderwisch und Mahrdorf umringt,am Elbrand eingedeicht liegt. Hier führt die berühmt berüchtigte Bundesstraße 73 aus Stade im Südosten kommend entlang, ehe sie in Osterende bei Cuxhaven endend, zur A 27 wird. Die künstliche Wasserstraße führt zwischen den Orten Mahrdorf und Belum hindurch, an die Dörfer Kehdingbruch, Neuenkirchen, Osterbruch,Sprenge, Ihlienworth, Bükau, Straßdeich, Norderteil, Bovenmoor, Odisheim, Süderteil und Süderende sowie zuletzt in nordwestliche Richtung gehend durch Altstadt nach Bad Bederkesa.
Damit endet auch der erste Abschnitt, der Hadelner-Kanal.

Am Bederkesaer See entlang führt die Kanaltrasse zunächst in Richtung Lintig. Hier beschreibt sie einen Bogen an den anliegenden Orten Wüstewohlde, Alfstedt, Haninmühlen, Kührstedt und schliesslich Ringstedt vorbei, mündet der Kanal dann nach 5 Kilometern in die Geeste, die selbst den Orten Bramel und Laven fließend, nach weiteren etwa 10 Kilometern direkt in Bremerhaven in die Weser mündet.
Die Schiffsreise mittels eines leicht motorisierten Bootes wäre nach über 7 Stunden beendet.
Die Fahrtzeit entspricht in etwa einem Stundedurchschnitt von 8 Kilometer, der - strikt - einzuhalten ist, denn es könnte bei einer Kontrolle ein saftiges Bußgeld verhängt werden, sollte diese Geschwindigkeit überschritten werden. Durch die umwelt - und naturbedingte Quasi-Renaturierung muss der Hobbyschiffer angehalten werden, seine Fahrt nur innerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs vorzunehmen,da anderenfalls das Ufer mit seinen unzähligen Brut-und Nistplätzen und des zunehmenden Bewuchses zerstört werden würde.

In dem dünn besidelten Elbe-Weser-Dreieck, das sich außerhalb der Großstädte Hamburg im Süd-Osten, Cuxhaven im Nord - Westen. Bremerhaven im Westen sowie der Stadtgemeinde Bremen im Süden seine Begrenzung findet, gibt es unzählige Dörfer, Orte und Flecken, deren Namen genau so fremd klingen, wie es die Strukturen dieser Gemeinde sind. Ländlich geprägt mit einer längst alternden Bevölkerung und einer agrar-orientierten Ökonomie, die sich in der Milch - und Fleischproduktion teilweise erschöpft.

Die durchaus wechselnden Landschaften sind in einigen regionalen zu touristischen Sehenswürdigkeiten aufgestiegen. Was einst als das " Nasse Eck " galt, produzierte im Verlaufe der Dekaden über den sich meist radikal vollziehenden Strukturwandel so manches landschaftlich - und bautechnischen Kleinod. Während die Landwirtschaft einen Schrumpfungsprozess durchlief, entstanden im Zuge der EU-Drittmittelförderprogramme neue Arbeitsplätze, die auch zum Teil im Dienstleistungs - und Freizeitsektor angesiedelt werden konnten.

Dennoch: Wer als junger, besser ausgebildeter Mensch seine Zukunft flexibel gestalten möchte, verlässt jene Randregion,um in den Ballungszentren sein persönliches - und privates Glück zu suchen. Zurück bleiben häufig schlechter ausgebildete junge Männer, die - den elterlichen Hof im Nacken - dann verzeifelt nach einer Partnerin Ausschau halten und dabei - nicht selten - über sehr viele Jahre allein bleiben.
Bauer sucht Frau " lässt grüßen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Elbe-Weser-Dreieck

Königsblau, wie lieb'ich Dir?


An Pleiten, Pech und Pannen war dieses Jahr nun wahrlich reichlich gesegnet. Dabei ist es noch nicht zu Ende. Eine Meldung aus der Rubrik: " Wo Phantasie,Ignoranz und Arroganz auf Wirklichkeit trifft" wurde mir in den Frühnachrichten beim Kaffee trinken, SPIEGEL lesen und Kreuzworträtsel bearbeiten, quasi brühwarm serviert.
Sie lautete in etwa so:

Gelsenkirchen,18.09.2009

Der Traditionsverein FC Schalke 04 bekommt von der Stadt Gelsenkirchen die Grundsteuer für das Arena-Gelände gestundet. Das soll zur Liquidität des hoch verschuldeten Vereins beitragen.


Die wirtschaftliche Krise beim Bundesligisten Fußball Club Schalke 04 spitzt sich offenbar zu. Um dem Traditionsklub kurzfristig einen Finanzspielraum zu gewähren, wird die Stadt Gelsenkirchen den Königsblauen die Grundsteuer für das Gelände um die Arena stunden. Das ist nach Recherchen einiger Regionalzeitungen, wie die Recklinghäuser Zeitung,des Express und der Ruhr Nachrichten als Ergebnis eines Gespräches zwischen Oberbürgermeister Frank Baranowski und den Vereinsvertretern zustande gekommen.

Die Stadt Gelsenkirchen, deren eigener angespannter Haushalt zum Ende des Jahres 2009 bereits ein Defizit von 100 Millionen Euro ausweisen wird, wird nunmehr auch den mit 136,7 Millionen Euro verschuldeten Klub finanziell unterstützen. Durch die Stundung der Grundsteuer wird ein zu zahlender Grundsteuerbetrag in sechsstelliger Höhe nicht sofort fällig.

Nach den Stadtvätern dürften die Banken die nächsten Gesprächspartner von Peter Peters sein. Der Schalker Finanzchef soll entsprechenden Medienberichten zufolge schon den Auftrag erhalten haben, bis Jahresende 20 Millionen und bis Mitte 2010 nochmals zehn Millionen Euro zu beschaffen. "

Tja, so ist es nun einmal im harten,oft ungerechten eben,die Kleinen werden gefressen, die Grossen am Leben gelassen. Wenn dann auch noch Not auf Elend trifft, gibt es keine Gesetze, keine Grundsätze und keine Gebote mehr einzuhalten. Das nackte Überleben gilt hier als Triebfeder jedweden Handelns,um den Kollaps zu vermeiden.

Schalke 04 ist eine Institution. Zweifelsohne eine der Säulenheilige in der Bundesliga. Aber wird der Verein damit unantastbar Nein, denn wenn der Fiskus den grundrechtlichen Gleichheitsgrundsatz,wie er in der einzuhaltenen
Maxime der Gleichförmigkeit der Besteuerung Aller seinen Niederschlag findet,zum Ausdruck bringen würde,müsste er den übrigen-finanziell angeschlagenen - Steuerpflichtigen auch auf Antrag die Grundsteuer stunden.
Nur: Dieses wird so unwahrscheinlich sein, wie ein Sechser im Lotto.

Ergo: Gleiche sind nicht gleich, Ungleiche jedoch oft ungleicher,wenn es um Moneten geht.

Sonntag, 20. September 2009

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland....


Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Morgen ist der Sommer als 2. Jahreszeit endgültig vor und der Herbst hat seinen Anfang genommen. Die Jahreszeit also, in der das Laub bald bunt, die Büsche bald welke Blätter zeigen und die noch verbliebenen Blumen ihre farbenprächtigen Blüten nach und nach abwerfen. Die bunte, jedoch sichtbar vergehende Farbenpracht, zeigt aber auch an den Früchten des Gartens. Die später reifenden Apfelsorten sollten schon in den Korb gepflückt sein, die Weintrauben gelesen und die Kürbisse geerntet sein. Die gold--gelbe Jahreszeit, die güldenen Farbschattierungen der Bäume, sie sind alle samt ein sicheres Anzeichen für das Ende der grünen Jahreszeiten von März bis Oktober.

Nun zeigen sich auch in den vielen Vorgärten, den Parzellen und Plantagen einige der zu Kindzeiten heiß geliebten Obstbäume von ihren besten Seiten. Es sind die Birnen -,Pflaumen-und Zwetschgenbäume, die nun wechselweise gelb-grün oder blau schimmern. Oft voller Früchte, hängen ihre schon leicht entlaubten Äste schwer nach unten. Als Kinder sind wir dann nach der Schule häufig an den Gärten vorbei gegangen, sind auf die Mauern oder Zäune gestiegen, um uns so ein bisschen größer zu machen, und haben mit beiden Händen zugelangt.

Was heute oft für weniger als 1 € über das gesamte Jahr in den Regalen der ungezählten Discounter,Supermärkte und Lebensmittelfilialen steht, war einst eine mühevolle Arbeit,die nicht damit endete,dass die Früchte in den Körben lagen. Nun mussten sie gewaschen, entsteint,geschnitten und geliert werden. Anschließend wurde sie zu Mus, Marmelade oder in Einweckgläser konserviert. Eine tagelange Prozedur, die so manches Mal mit einem mäßigen Erfolg belohnt wurde. Wenn ein Glas nicht richtig verschlossen war, begann der Inhalt zu schimmeln. Er musste dann auf dem Kompost entsorgt werden.

Besonders de saftigen Birnen, die zudem auch noch geschält wurden, hatten es uns als Frischobst, später dann als eingemachter Kompott sehr angetan. Eine Delikatesse, die selbst den Drang nach Süßigkeiten dann in den Hintergrund stellte. Apfelmus als Beigabe zu Kartoffelpuffern, Pflaumen zum Grießbrei oder Birnenkompott nach dem Sonntagsmittagsbraten - lecker!

Wer mehrere Dekaden nach der eigenen Kindheit den heutigen Kindern und Jugendlichen die Frage nach typischen Obstsorten im eigenen Garten stellt, der wird überwiegend nur einen unverständlichen Blick oder ein Kopfschütteln ernten. Leider! Die "Fast Food " - Konserven-Industrie gibt im 3. Jahrtausend - mehr denn je - den Takt bei der Nahrung vor. Mit der Konsequenz, dass über die Hälfte der BRD-Bevölkerung zu dick ist. Ungesunde Ernährung erhöht aber auch das Krankheitrisiko. s wäre sinnvoller, doch das eine oder andere Mal über des Nachbarś Garten zu schauen und in den noch vorhandene Baum zu steigen, um die herrlichen Früchte zu ernten, als sich motorisiert in das rollende Wohnzimmer zu setzen,um in einem "Fast Food"-Tempel einzukehren.

Donnerstag, 17. September 2009

Fix und Foxi, Sigurd,der ritterliche Held,Nick Knatterton und andere Wirtschaftswunder-Kreation.


Wir schreiben die ersten Jahre in den 50er. Das Nachkriegsdeutschland hat sich inzwischen in zwei Staaten eingeteilt. Aus den West-Westalliierten ist die BRD geworden; der durch die Sowjetunion besetzten Gebietsteil nennt sich mittlerweile DDR. Die kriegsgeschädigten Deutschen sind damit beschäftigt, die Trümmer des II. Weltkriegs zu beseitigen. Die Binnenwirtschaft nimmt langsam Fahrt auf, die Arbeitszeit liegt im Durchschnitt bei mindestens 48 Stunden,der Nettoverdienst eines Arbeiters dafür nur bei 1,20 DM je Stunde. So konnten sich Kinder aus Arbeiterhaushalten kaum jene ab 1953 auf den Markt gekommene Heftchen von Fix & Foxi, Sigurd, Falk oder Prinz Eisenherz,Tarzan oder wie sie alle hießen kaufen. Dennoch gab es so etwas, wie eine Tauschbörse, innerhalb derer ausgelesen Hefte an den Nachbarn weiter gegeben wurden.

Als ich erstmals Ende der 50er einige dieser Ausgaben bei älteren Kindern in der Nähe des elterlichen Hauses sah, konnte ich damit wenig anfangen. Das änderte sich spätestens mit Beginn der 60er, nach der Einschulung und den ersten Schuljahren. An dem Kiosken in Bad Eilsen lagen sie zum Greifen nahe aus. Trotzdem blieben diese Kinderträume noch eine zeitlang für mich unerreicht. Wir waren drei Geschwister und das Geld war sehr knapp. Auch dann noch, als beide Elternteile längst arbeiteten und etwas mehr verdienten.
Heftchen von Fix & Foxi oder anderen Phantasiefiguren blieben deshalb oft nur als Leihagbe der Nachbarkinder in unseren Zimmern liegen.

Da waren jene wöchentlichen Kurzgeschichten in den Springer-Zeitungen, wie in der "HÖRZU", die billigere Alternative. Diese Fernsehzeitung hatten unsere Großeltern abonniert und da durften wir natürlich auch ungefragt und regelmäßig hinein sehen. Der Igel "Mecki" und seine Freunde hatten es uns besonders angetan. Ein immer fröhlicher,lieber und netter Zeitgenosse, der eher winzige Mißgeschicke erlebt, denn gewalttätige Abenteuer. Auch Nick Knatterton, der Privatdetektiv mit seiner schmauchende Pfeife gehörte zu jenen Favoriten, deren Geschichten über viele Jahre nie ausgelassen wurden.

Auf meiner ersten Klassenfahrt nach Wangerooge kaufte ich mir dann, es war wohl 1965, ein erstes Heft von Sigurd, dem ritterlichen Held, dass ich in den Freistunden förmlich verschlang. Ebenso die Heftchen von Falk und Prinz Eisenherz - Ritter, das hatte etwas edles an sich, da durfte gekämpft, geritten und mit schönen Frauen gefeiert werden. Jeder wollte eigentlich einaml so ein Held sein. Die Jugend ist schließlich dazu da, um zu träumen, sich der harten und ungerechten Erwachsenwelt zu entziehen, sein eigenes Phantasiereich aufzubauen.

Die Jahre verflogen. Längst war die Programmzeitung ein mit ungezählten Bildern und Geschichten über irgendwelche Prominente zugeschüttetes Medium geworden. Abenteuer von Mecki waren nicht mehr gefragt. Die letzten Teenagerjahre verliefen mit BRAVO, Musik Express oder Sounds lesen. Auch der deutschsprachige Melodie Maker war eine erste Adresse. Ich verlor jene Heftchen mit den putzigen Trickfiguren und Phantasie-Geschichten völlig aus den Augen.

Als ich vor einigen Wochen, es muss wohl kurz vor dem Sommernafang dieses Jahres gewesen sein, die Meldung registrierte,dass die Produktion der Hefte über "Fix & Foxi eingestellt wird, erinnerte ich mich schlagartig wieder an jene Zeiten, als wir sie mit Freude und großen Interesse lasen.
Das ist lange, ja sehr lange her.
Die Zeiten, der Zeitgeist hat sich inzwischen extrem gewandelt. heute existieren virtuelle Helden, die neuen Kommunikationsmittel haben es möglich gemacht, dass eine Phantasiewelt selbst erlebt werden kann. Nicht nur gelesen und mit eigener Phantasie ausstaffiert,könne diese Abenteuer oft zu dem Irrglauben führen, die Welt da draußen, jenseits des eigenen Kinderzimmers, sei tatsächlich so. Wohl deshalb ist Fix & Foxi nicht mehr gefragt gewesen.

Was der 1917 in Makranstädt geborene Rolf Kauka ab 1953 in den Handel brachte, hat sich jedoch über viele Jahrzehnte auf dem Markt gehalten. Es wurde nach seinem Tod am 13. 09. 2000 in Thomasville/Georgia(US) dann von seiner Frau bis zum bitteren Ende fort geführt.

Fix &Foxi und all die Helden früherer Kindheitstage sind jedoch nicht tot,denn sie leben für immer in der eigenen Erinnerung weiter.

Mittwoch, 16. September 2009

Die Freiheit nehme ich mir. Zur Frage,ob eine 13-jährige die Welt umsegeln darf.


Die Verquastung menschlicher Hirnwindungen nimmt auch im 3. Jahrtausend dramatische Formen an. In blumigen, nicht endend wollenden Begründungen, diskutiert ein Forenmitglied mit mir über das Thema, ob eine geplante Weltumseglung einer dreizehnjährigen Niederländerin durch die - wenn auch geschiedene - Mutter über das Familiengericht verhindert werden darf.

Tja, diese existenzielle Frage würde sich erst gar nicht stellen, wenn die Medienindustrie sich nicht ausschweifig dieses Themas angenommen hätte. Allein bei der Google-Eingabe " Weltumseglung,Laura Dekker " konnte ich heute 6.550 Treffer registrieren. Das Thema scheint doch wohl so aktuelle zu sein,dass hierüber eine Vielzahl von Medien berichten mussten.

Unabhängig von dem medialen Echo jenes - für mich irrwitzingen - Plans, mit einem Einhand-Segelboot ohne weitere Hilfestellung innerhalb von zwei jahren die Erde umschiffen zu wollen, scheint es mir bei der minderjährigen Laura um die Aufarbeitung der elterlichen Trennung und Scheidung zu gehen. Aus dem einst in den üblichen familiären Umfeld aufwachsenden Mädchen ist inzwischen eine aufmüpfige, weil pubertierende Hernawachsende geworden, die sich ihren Albtraum einer Weltumseglung nun partout nicht austreiben lassen will.

Warum sollte sie auch? Schliesslich gibt dieses Vorhaben genügend Publicity, es dürften viele Medien an einer anschließenden Vermarktung interessiert sein und der nach Anerkennung heisscende Vtaer, bei dem Lara lebt, wäre all seine finaziellen Sorgen los. Er könnte die amteriellen Gelüste so richtig ausleben - auf Kosten der Gesundheit der eigenen Tochter?

Ein derartiges Vorhaben ist lebensgefährlich. Selbst wenn es sich bei Laura um eine gute, dem Alter entsprechend, erfahrene Seglerin handelt, sind Risiken und Unwägbarkeiten in einem erheblichen Maße in ihr Kalkül mit einzubeziehen. Wenn nicht sie, dann muss es ihr Vater, als erziehungsberechtigte Person wissen, dass bei einer Welttour schon so mancher Erwachsene "ins Gras gebissen hat ". Erst kürzlich hat ein 16-Jähriger nach einer Kollision mit einem Frachter seinen Plan, die Erde mittels eines Bootes zu umrunden,abgebrochen. Seit Jule Verneś " In 80 Tagen um die Welt " hat es viele weitere Abenteurer geben, die ihrem Drang nach Anerkennung, finanzieller Freiheit und Selbstfindung im eigenen Leben, auf diese Art nach gegangen sind. Warum also nicht auch eine Dreizehnjährige?

Das holländische Familienrecht sieht jedoch in einem solchen all vor, dass den Eltern nach der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht für das Kind/die Kinder zusteht. Allerdings kann es aber dann entzogen werden,wenn eine Gefahr für das Wohl des Kindes zu befürchten ist. Nur in solchen Extremfällen greift das Gesetz ein und ein Familiengericht kann den Eltern - auch zeitlich begrenzt - die Personensorge entziehen. Anschließend wird eine vom Gericht bestimmte Person für die Eltern eingesetzt.

So weit, so gut. Nur: Was ist, wenn - wie in diesem Streitfall - die Eltern dann plötzlich beidseitig für den Plan der Tochter einstehen? Auch hier gilt eindeutig, dass ihnen die Kindessorge temporär entzogen werden kann. Immerhin ist die Tochter mit 13 Jahen noch nicht in der Lage, das Ausmaß ihres Tuns uneingeschränkt einzuschätzen. Wer sich so selbst gefährdet, dem muss stattlicherseits die Grenzen aufgezeigt werden.

Montag, 14. September 2009

Duell, Duett, Duodenz - Das Fernseh - Highlight 14 Tage vor der Wahl, das keines war.

Der 13 September 2009 sollte doch ein ganz besonderer Tag sein. Der Sonntag, 14 Tage vor der Wahl zum 17. deutschen Bundestag, er sollte eine Novum in der bundesdeutschen Fernsehlandschaft aufzeigen. Erstmalig beteiligten sich an der Fragerunde mit den beiden Kanzlerkandidaten der Spitzenparteien SPD und CDU zwei öffentlich-rechtliche und zwei private Fernsehanstalten in einer fest gelegten Zeit von 90 Minuten. Was als Highlight des Jahres apostrophiert wurde, entpuppte sich alsbald zum faden Frage - und Antwortspiel. Getreu dem Motto: " Tue ich Dir nichts, tust Du mir nichts!" agierten die beiden Spitzenpolitiker über die gesamte Sendezeit. Kaum einmal, dass es zu einem verbalen Schlagabtausch kam. Immer schön dem inszenierten Ablauf entlang und dann wird es am Schluss weder Sieger noch Verlierer geben. Während sich Frank Walter Steinmeier in einigen Punkten als durchaus reformwillig zeigte, setzte die Bundeskanzlerin eher auf den Amtsbonus und verhinderte somit, dass überhaupt eine kontroverse Diskussion zustande kommen konnte.

Frustriert schalteten denn schon viele der erwartungsfrohen Zuschauer ab oder um. Langeweile pur, auch 14 Tage vor der Bundestagswahl? Die Beliebigkeit, mit der sich das politische Handeln der Großen Koalition auch hier einstufen lässt, führt wohl dazu, dass am 27. September mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten die Wahllokale erst gar nicht aufsuchen wird, um die Stimme abzugeben. Wenn dann auch auf Sicht der kommenden 4 Jahre eine derartige Politikverdrossenheit grassiert, wird dieses Land bald im Tiefschlaf versinken, so,wie die Bundeskanzlerin an jenem ominösen 13. September 2009 ab 20.30 Uhr.

Na denn, gute Nacht!