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Montag, 31. August 2009

Pilzpfanne - selbst gemacht!


Der vorletzte Tag im August2009 zeigte den warum dieser Monat durchschnittlich am Wärmsten war. Nach einem nur mäßigen Tagesbeginn mit leicht Wolken verhangenem Himmel, klarte dieser alsbald auf und ließ die Sonne hervor schauen.Bei angenehmen Temperaturen um 21 ° Grad war das geplante Pilze suchen im nahe belegenen Zellwald wohl die richtige Entscheidung, um den Wahlurnengang, einen Spaziergang und das Sicherstellen einer warmen Mahlzeit am Abend mit einander verknüpfen zu können.

Nach einem ausgiebigen Frühstück unterbrechen wir so dann nur für weniger als 10 Minuten vor dem Wahllokal, einer Grundschule am Stadtrand von Dresden,um von dem verfassungsrechtlichen Anspruch, einer Abgeordnetenwahl Gebrauch zu machen. Schon wenig später geht es über den Ort Pesterwitz, durch Kesselsdorf und Nossen in den kleinen Zellwald. Kurz hinter der Ortschaft Obergruna stelle ich den PKW auf einem holprigen Wirtschaftsweg ab. Obwohl es noch früh am Morgen ist, stehen bereits einige Fahrzeuge auf einem in der Nähe angelegten Parkplatz. Mit Korb, Jutebeutel und zwei Messer bestückt, schlagen wir uns durch den Mischwald.
Es ist trocken hier. Eigentlich kein gutes Zeichen für einen idealen Pilzsuchtag.

Nach einiger Zeit und etlichen gelaufenen Metern entdecke ich das erste Exemplar der Begierde. Einen - wenn auch schon leicht angefressenen - Speisepilz. Nach gründlicher Beschau wandert die Marone in meinen Korb.Mit zunehmender Dauer unseres Waldspaziergangs vergrößert sich auch die Ausbeute. Immerhin verbleibt nach über 3 Stunden Laufzeit ein halb voller Korb, den wir dann zum geparkten PKW zurück tragen. Es ist inzwischen wärmer geworden, die Uhr zeigt auf halb Drei und der Magen beginnt zu knurren. Alles Indizien für eine Rückfahrt, die - nach ca. einer halben Stunde durch die sächsische Provinz - vor der Garageneinfahrt endet.
Einige Stunden später zeigt die selbst angerichtete Speisepilzpfanne, aus was der Fungi in Wahrheit besteht: zu 99 % Wasseranteilen! Das - nach erneuter Kontrolle mittels eines Pilzfachbuchs - verbleibene Häufchen, reduziert sich während des Bratvorgangs erneut drastisch.
So wandert nach der Waldwanderung ein nur verschwindend geringer Anteil des Korbinhalts tatsächlich in den hungrigen Magen.

Ein schöner Sonntag warś dennoch, dank der Pilzwanderung.

Freitag, 28. August 2009

Wahlprpaganda- Waum eigentlich?


Noch zwei Tage, dann werden in drei Bundesländern, nämlich dem Saarland, Sachsen und Thüringen die Landtagswahl abgehalten. Die Parteien rühren in der Endphase des Wahlkampfs die Trommeln und preisen sich als einzig wahre Bürgerpartei.Deshalb findet sich seit geraumer Zeit so einiges Papier - unbestellt selbstverständlich - im Briefkasten. Ob nun eine Hochglanzbroschüre der SPD, ein Flyer der CDU oder ein Werbeheftchen der FDP, dieses Alles hat nur den Zweck, die eigenen programmatischen Vorzüge, vor allem aber die besseren Köpfe, zu lobpreisen. Derartiges Material überfliege ich meistens nur und werfe es abschließend in den blauen Plastiksack für Altpapier.
Inhaltlich sind solche selbst darstellerischen Wahlbroschüren nur sehr unergiebig.

Während die meisten Parteien auf die traditionellen Wahlkampfmittel, wie Plakate in verschiedenen Größen, Handzettel und Werbung in den Medien setzen, kam die NPD auf einen besonderen Wahlkampfgag. Am Samstag gegen 10.00 Uhr stieg ein einmotoriges Sportflugzeug in den noch bewölkten Himmel rund um Dresden auf und zog einen Banner hinter sich auf dem schlicht und ergreifend: " Wähkt NPD!" zu lesen war.

Nicht nur, dass die Neofaschisten mit Wahlplakaten,auf denen platte Parolen, wie " Kriminelle Ausländer raus!", " Für die Volksgesundheit " oder " Höchststrafe für Kinderschänder " zu lesen waren. Dass diese verfassungswidrige Partei nicht wählbar ist, ergibt sich bereits aus diesen billigen Propagandasprüchen.

Die anderen Mitbewerber hatten indes noch weniger aus zusagen.Die Konterfeis der Kandidaten ähnelten fast wie ein Ei dem Andren. Beliebig austauschbar, auswechselbar und biedermichelig bis zum Abwinken. Wer die Wahl hat, hat die Qual, wobei diese sich nicht aus Qualität ableiten lässt.

Donnerstag, 27. August 2009

Mein Titel, Dein Titel, gekaufter Titel.


Als vor einigen Tagen eine Nachricht durch die Medien geisterte, wonach ein Institut in NRW mindestens 100 Hochschuldozenten " geschmiert " haben sollte, damit dies an ungeeignete Promotionsbewerber entsprechende Doktorantenplätze vergibt und diesen bei ihrer Promotion dann unter die Arme greifen, war ich mehr als nur empört. " So ein Pack von Betrügern!", dachte ich bei mir.
Wer selbst und auch ehrliche Weise einen akademischen Titel erworben hat, der weiß nur genau, welche "Ochsentour " er hinter sich hat. Nicht nur der Glaube an sich selbst und viel Engagement ist von Nöten, um aus der alma mater heil heraus zu kommen, sondern vornehmlich das " good will " der Damen und Herren Professoren.

So steigt denn , neben dem heftigen Kopfschütteln über derart große Naivität,eine gewisse Wut in mir hoch. Es scheint immer wieder genügend Menschen zu geben, die die feste Auffassung vertreten,dass nichts, aber auch rein gar nichts auf dieser Welt als nicht käuflich erscheint. Die Ware " Doktortitel " wir somit von jenen Gläubigen, wie das Kilo Tomaten im Supermarkt gehandelt und an den Meistbietenden verkauft. Keine Skrupel, keinerlei Achtung vor den Leistungen, der Doktores, die sich ihren Titel nicht erkauft haben oder es erst nicht konnten, weil sie weder reiche Eltern, noch selbst vermögend waren.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen jene kriminelle Vereinigung von Hochschullehrern, Vermittlungspersonen und Doktoranten wegen Betrugs, Führen von falschen Titel und eventuell Urkundenfälschung. Diese strafrechtlichen Ermittlungen werden möglicher Weise lange dauern. Am Ende stehen jedoch die Ehrlichen als Deppen da. Denn der Imageschaden, den jene kriminelle Vereinigung der Wissenschaft und damit auch den Trägern von nicht gekauften akademischen Graden damit verursacht hat, der ist immens.

Auch diese Fälle zeigen einmal mehr als deutlich auf, dass in unserem Land, dieser Gesellschaft und ihren geld - sowie Karriere geilen Menschen, kein Pfad zu verschlungen, kein Weg zu weit und kein Berg zu hoch ist, um das egoistische Ziel der Selbstverwirklichung und eitlen Selbstdarstllung zu erreichen.

Freitag, 21. August 2009

Lieder über Amsterdam




Als ich vor einigen Wochen auf einer Goldenen Hochzeit das Tanzbein schwingen durfte, spielte der Diskjockey zur etwas vorgerückten Stunde ein Titel über Amsterdam. Obwohl ich den Text zu kennen glaubte, war mir weder das Stück noch die Interpreten namentlich bekannt. Der Nachbar konnte einige Tage später Abhilfe schaffen. Er hatte jenen Titel auf der Festplatte seines Laptop gespeichert und diesen sehr schnelle auf CD gebrannt. Die Interpreten nennen sich " Cora " und das Lied heißt " Amsterdam.

Schnell hatte ich den Text im Internet gefunden.

Traum von Amsterdam
Der die Hoffung nahm
Allein in einer fremden Stadt
Allein in Amsterdam

Traum von Amsterdam
Der die Hoffnung nahm
Allein in einer fremden Stadt
Allein in Amsterdam

Heut' sag' ich, es war einmal
Märchen voller Angst und Qual
Elfen, Prinz und gute Feen
Waren für uns nicht vorgeseh'n

Halt mich, hast du oft gesagt
Wie, hab ich dich dann gefragt?
Liebe hat total versagt
In Amsterdam

Komm wir fahren nach Amsterdam
Ich weiß, dass uns nichts passieren kann
Du und ich, wir ham's doch im Griff
Dabei saßen wir längst auf dem sinkenden Schiff

Bleib doch, hab ich noch gesagt
Wie, hast du mich dann gefragt?
Liebe hat total versagt
In Amsterdam

Traum von Amsterdam
Der die Hoffnung nahm
Allein in einer fremden Stadt
Allein in Amsterdam

Regenbogengold
Haben wir gewollt
Rote Rosen soll'n vom Himmel fallen
Und nie verblüh'n

Komm wir fahren nach Amsterdam
Es war klar, dass ich dich nicht halten kann
Liebe hat sich den Starken gewählt
Verloren, wenn man zu den Schwächeren zählt

Bleib doch, hab ich noch gesagt
Wie, hast du mich dann gefragt?
Liebe hat total versagt
in Amsterdam

Traum von Amsterdam
Der die Hoffnung nahm
Allein in einer fremden Stadt
Allein in Amsterdam

Regenbogengold
Haben wir gewollt
Rote Rosen soll'n vom Himmel fallen
Und nie verblüh'n

Traum von Amsterdam
Der die Hoffnung nahm
Allein in einer fremden Stadt
Allein in Amsterdam

Regenbogengold
haben wir gewollt
Rote Rosen soll'n vom Himmel fallen
und nie verblüh'n...

Traum von Amsterdam
Der die Hoffnung nahm
Allein in einer fremden Stadt
Allein in Amsterdam


Der Sänger Axel Fischer hat dieses Lied kürzilch wieder aufleben lassen und es ist sogar in die bundesdeutschen Charts aufgestiegen..





Nun, eine Coverversion hätte der Titel eigentlich nicht benötigt, denn er wäre auch sonst dem Durchschnittskonsumenten eher im Verborgenen geblieben.
Dieses mag wohl daran liegen, dass zwischen dem Erscheinen jenes Titels und der Neuauflage mehr als 25 Jahre liegen.
Damals garssierte in der BRD die Neue Deutsche Welle, die sich Ende 70er in der Musikszene etablierte und bis Mitte der 8oer zu einer waren Überschwemmung der Charts und des Toträgermarktes führte.

Das Lied " Amsterdam " wurde von der Gruppe Cora, hinter der sich das verheiratete Duo Swentlana und Cora Freifrau von Bottlenberg verbirgt, bereits 1983 für die deutschsprachige Sängerin Juliane Werding komponiert. Diese lehnte den Titel alledings ab, worauf hin der Produzent Frank Farian das Stück ein Jahr später mit dem Duo " Cora " aufnahm.
Nun, der Erfolg des Stücks war eher bescheiden, da das sonstige Liedgut der NDW mit überwiegend sinnfreien "Spaß"-Titeln einen tiefgründigen Text, wie jenen von " Amsterdam " als nicht konform ansah.

Tja, dann dauerte es fast 25 bis dieses Stück wieder aus der Versenkung hervor geholt wurde. Ein Vierteljahrhundert in dem sich sehr viel ereignet hatte.
Dennoch besitzt das Stück noch jene Aktualität, dass es bereits vor der Erstveröffentlichung besaß.

Die Stadt Amsterdam mit seinen über 770.000 Einwohnern ist nach wie vor das Mekka des Drogenhandels und -konsums, so wie sie es bereits vor 25 Jahre und weiteren 15 Jahren davor war. Jene offene Drogenszene, in der sich zwischen Freud und Leid, Leben und Tod, Geld und Geschäft, eine Unzahl von menschlichen Tragödien abspielen. Wer in diesem Sumpf eingesackt ist, der kommt ohne professionelle Hilfe meist nicht mehr heraus.
Das Verbaquespiel zwischen Freiheit und Knast, Sucht und Befreiung wird immer neuen Protagonisten aufgeführt.

Einst waren es die Vertreter der Flower-Power-Jahre, die Hippies, Gammler und Beatniks, die aus der unerschöpflichen Palette von Haschisch bis Heroin bedienten. Dann folgten die Punks und New Waver, dann die Yuppies und ihr Cocaine-Konsum, um den Arbeitsstress bewältigen zu können. Heute sind es viele Jugendliche, die Orientierungslosen und gesellschaftlich Gebeutelten, die zur Drogenpalette greifen.

Als ich vor über dreieinhalb Dekaden mit einer Bekannten dieses Thema diskutieren wollte, lehnte diese brüsk ab. Nein, sie sei nicht drogensüchtig. Nein, sie habe das Alles unter Kontrolle. Irgendwann hing sie an der Nadel und spritzte Heroin. Ich wandte mich von ihr ab, hatte andere Freunde, andere Lebensinhalte, andere Ziele. Ich verlor den Kontakt zu ihr. So schnell, wie einst die Freundschaft und Liebe entstand, entflammt war, so abrupt wurde sie beendet. Ohne sich Aufwiedersehen zu sagen. Nun, das ist sehr lange her. Dennoch bleiben weitere Erinnerungen an Amsterdam.

Im Frühjahr 1975 fuhr ich mit meinem roten R4 und einem Bekannten nach Amsterdam. Ohne festes Ziel, ohne einen trifftigen Grund zu haben, einfach nur so, aus Neugierde. Wir waren jung, wir wollten etwas erleben, wir versuchten den provinziellen Mief, die Spießigkeit und die Reglementierung aus unserem Lebensumfeld zu durchbrechen. Kurz vor der niederländischen Grenze riss der Bautenzug des Gaspedals. Es gelang mir, diesen zu reparieren und bis zu einer Tankstelle weiter zu fahren. Dort erhielt ich einen neuen Gaszug, den ich mit sehr viel Mühe und nach einer Stunde einabauen konnte. Mit einem gewissen Frust fuhr ich weiter; in Richtung Amsterdam.

Mir zeigte sich eine pulsierende Großstadt mit unzähligen Fahrradfaheren, viel zu vielen Häusern, Straßen, PKW, Menschen, Geschäften und Parks. Die Grachten, Hausboote sowie Brücken blieben mir in Erinnerung. Nach dem ich den PKW irgendwo geparkt hatte, tranken wir einen Kaffee und aßen eine Kleinigkeit. Immer sparsam, immer bescheiden. Der Tag in Amsterdam verging, ich fuhr in die Dunkelheit zur Grenze. Dort wurden wir kontrolliert. Die blasierten Grenzbeamte auf der deutschen Seite waren mir ja schon längst bekannt. Kleine Lichter in Uniform voller Vorurteile. Die Grenze hatten wir längst passiert, als mir fast die Augen zu fielen. Er war anstrengend, der Tag in Amsterdam.
So, wie es von der Rockgruppe Van Halen besungen wird:

looking good through the window
shinin' red and blue light
a little thick in the bottom
but still lookin' alright, yeah
got a pocket full of money
got me a long night ahead
a quick stop in the Bulldog
score me some Panama red, yeah
wham, bam, oh Amsterdam
yea, yea, yea
stone you like nothin' else can
yea, yea, yea
hot damn, roll an Amsterdam
yea, yea, yea
if she can't, then nothin' else can
caught a plane outta Moscow
spent one cold night in Berlin
it's a long hard way
but I'm a'comin', back again, yea
wham, bam, oh Amsterdam
yea, yea, yea
stone you like nothin' else can
yea, yea, yea
yea come on now, roll an Amsterdam
yea, yea, yea
if she can't, then nothin' else can
yea, yea, yea.....
wham, bam, oh Amsterdam
yea, yea, yea
stone you like nothin' else can
yea, yea, yea
hot damn, roll an Amsterdam
yea, yea, yea
if she can't, then nothin' else can
yea, yea, yea
wham, bam, oh Amsterdam
yea, yea, yea
you don't have to worry about the man
yea, yea, yea
hot damn, burn an Amsterdam yea
yea, yea, yea
stone me like nothin' else can
yea, yea, yea

Dienstag, 18. August 2009

Von Wahnwitz, Wellen und dem World Wide Web. Drei alltägliche Meldungen über den Realzustand dieses Landes.

Ein reinigendes Sommergewitter am 17. August 2009 ließ die subtropischen Temperaturen von über 30 Grad am Tag und mehr als 20 Grad in der Nacht, auf das übliche,mitteleuropäische Niveau sinken. Die immer noch feucht warme Luft lähmt meinen nicht mehr taufrischen, dennoch gesunden Körper und lässt die Knochen dort wie aus Blei an fühlen. Ich quäle mich in den Abendstunden an das Fernsehgerät und zappe ziellos herum.




















Auf sämtlichen Kanälen zeigt sich eher der sommerliche Einheitsbrei, dessen fader Geschmack mich nicht mehr aus dem Ledersessel hoch schnellen lässt. Nun, der Informationsgehalt des Videotextangebot bei den Öffentlich Rechtlichen ist trotz Sommerflaute wohltuend aktuell.

So konnte ich denn bei N III nach lesen, dass ein Freizeitprojekt in meinem Geburtsland Niedersachsen mit dem viel deutigen Namen " Renaissance " gescheitert ist. Der Träger dieses Projekts, die Erlebniswelt Renaissance Projektentwicklung GmbH, Deisterallee 1, 31785 Hameln hat am Montag, 17. 08. 2009 bei dem Amtsgericht in Hannover Insolvenz angemeldet. Damit ist hoch fliegender Plan, den übrigen Mitbürgern,Touristen oder sonstigen Interessierten, die Region um Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg näher zu bringen und ihnen dabei einen historischen Hintergrund zu vermitteln, kläglich gescheitert.

Nicht nur, dass dieses Projekt seit seiner Gründung im Jahr 2005 chronisch defizitiär verlief, nein, auch die von der Europäischen Union in Brüssel erfolgte Bezuschussung von etwa 8 bzw. 7,3 Millionen Euro wird wohl zurück gefordert werden. Wer also zahlt jetzt die Zeche? Wo möglich die Allgemeinheit!

Dieses Projekt auf tönernen Füssen zeigt wieder einmal mehr, was sich Phantasten und sonstige Außerirdische so alles einfallen lassen, um an Geld zu kommen. Nicht nur,dass die drei Geschäftsführer seit mehreren Jahren ein sattes Gehalt kassieren durften, nein, auch die Zuwendungsbescheide der EU über die Gelder aus den diversen Töpfen sind wissentlich falsch umgesetzt worden. Diese Ignoranten haben jene 8 Millionen Euro für andere Zwecke, als von ihnen beantragt und dann von der EU gebilligt wurde, eingesetzt. Möglicherweise sogar in ihre Privatschatulle fließen lassen und anschließend ausgegeben. Diese Verhaltensmuster sind eh identisch. Zunächst wird von dem üppigen Geschäftsführersalär ein dicker PKW gekauft, dann werden teuere Reise gebucht und nebenbei wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit sehr gut gegessen und gesoffen. Man hatś ja!

Jetzt gab's das böse Erwachen. Brüssel wird alsbald qua Rückforderungsbescheid, die gezahlten Zuschüsse zurück verlangen. Recht so! Wer unter Vorspiegelung falscher oder... einen Betrug begeht...
So gibt es denn auch noch die lex specialis im bundesdeutschen Strafgesetzbuch, die da lautet: § 264 Subventionsbetrug.




http://dejure.org/gesetze/StGB/264.html













Allein der lange Gesetzestext lässt erahnen, dass es sich hierbei um eine schwierige Materie handelt. Nur dem Fachmann eröffnet sich das Geheimnis jener europäischen und staatlichen Töpfe - und Pfründewirtschaft, die in ihrer Unübersichtlichkeit kaum zu überbieten ist. Ob die finanzielle Unterstützung GA, InvZul oder EU-Strukturfond heisst, ist letztendlich völlig unerheblich,denn es geht immer um Gelder, die von der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

So auch in diesem Insolvenzfall. Wer damit die Zeche zu zahlen hat, dürfte sofort auf der Hand liegen - die Masse der Steuerzahler.

Kaum dass ich diese Meldung verarbeitet hatte, zeigte eine weitere Burleskese aus dem Genre der " Durchgeknallten ", was so Alles an Möglichkeiten bestehen, um sich finanziell schadlos zu stellen. Da unternimmt eine Familie aus dem Dunstkreis der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden eine Urlaubsreise auf die Seychellen.
Der Reisepreis beträgt für 14 Tage immerhin stolze 27.000 EURO. Aber, oh weh, das Wetter spielte vor Ort nicht mit. Statt des erhofften Schnorchelns und Tauchens gab es nur hohe Wellen und Wind. Was liegt da näher, als den Reiseveranstalter in Hannover wegen Minderung des Preises zu verklagen. Die Pseudo-Tieftaucher verlangten nun 1/4 des entrichteten Preises zurück. Immerhin stolze 6.750 EURO. Das Landgericht der niedersächsischen Hautpstadt ließ die Querulanten allerings abblitzen. Die ernsthafte Frage, warum ein Reiseveranstalter für das Wetter am rlaubsort hafteten soll, konnten deshalb auch die spitzfindigen Rechtsanwälte der klagenden Familie wohl kaum beantworten. Demnächst wäre es dann wohl möglich, einen Veranstalter wegen fehlendem Schnee in Regress zu nehmen.
Wie die Richter am Landgericht mit diesem Begehren verfahren sind, kann unter:



Aktenzeichen: 1 O 209/07).

nach gelesen werden.

Die Schlitzohrigkeit zu manches Zeitgenossen, den anderen - vermeintlich Dümmeren - überś Ohr hauen zu wollen, liegt wohl in jedem Menschen verborgen. Deshalb verwundert es auch nicht weiter,dass so mancher - sich intellektuell - auf etwas höherem Niveau stehend zu Glaubender, sämtliche Ordnungsregeln über Bord wirft, um den Versuch zu starten, die Möglichkeiten zu betrügerischen Machenschaften in der sozialen Marktwirtschaft auszuloten. So auch jene drei Jura-Studenten aus Fulda und Hamburg, die wohl offensichtlich im Studium zu viel freie Kapazitäten hatten. Sie erwarben in London über dortige Server entsprechende Rechte für diverse Home Pages, auf denen sie in betrügerischer Weise Dienstleistungen anboten. Das Trio prellte dabei einige hundert Internetnutzer um mehr als 130.000 EURO.

Die gesamte Geschichte lässt sich hier nachlesen:

http://www.fuldaerzeitung.de/newsroom/regional/dezentral/fulda/art5879,925331

Nun mahlen die Mühlen der Justiz sehr oft sehr langsam, dennoch stellt sich der Außenstehende sofort die Frage, ob ein ausschweifendes Leben auf Kosten der anderen Mitbürger immer soweit toleriert wird, wie es jene kriminellen Zeitgenossen meinen noch gerade so erkennen zu können. Wer denn als Vorbestrafter in Papa Staats Schoss zurück möchte, sollte sich damit abfinden, dass dieser nicht jeden Fehltritt duldet. Basta!


Samstag, 15. August 2009

Das Bundesministerium für Gesundheit: Ein Tummelplatz der Pharma-Lobbyisten?

Es ist schon fast ein Vierteljahrhundert her, als ein weiteres Stück aus den Tollhaus die Grundfeste der BRD-Gesellschaft erschütterten. Nach dem über viele Jahre tot geschwiegenen " Contergan " - Skandal betraf es einst die Gruppe der sogenannten Bluter. Eine ausgegrenzte Anzahl von Menschen unter uns, die ab 1984 über viele Jahre mit HIV infizierten Blutpräparaten behandelt wurden und von denen mittlerweile ca. 1.000 Erkrankte verstorben sind.
Diese Menschen waren einst als sogenannte " Blutern " auf ständige medizinische Hilfe angewiesen. Hämophilie ist eine Erbkrankheit und von daher schon mit einem gesellschaftlichen Stigma behaftet. Wenn nun eine zusätzliche Ächtung durch AIDS hinzu kommt, wir das weitere Leben in diesem Land zu einem wahren Martyrium.

Solche Erfahrungen haben auch mehrere Geschwister in einem Nest in Süddeutschland machen müssen. Ihre Geschichte konnte ich kürzlich im Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL " nachlesen. Eine dramatische Story, ohne das sonst so gewünschte " happy end ". Hier werden jene realen Zustände in der BRD zu Beginn der 80er Jahre wieder aufgewühlt, deren Auswirkungen noch heute zu erkennen sind. Das egoistische Denken, das Ausgrenzen von Menschen und die Arroganz der Macht, jeweils gepaart mit einem Quantum an typisch deutschen Tugenden, wie Obrigkeitsdenken.

Es waren die Anfangsjahre des AIDS-Zeitalters, jener weltumspanneden Seuche, an der mittlerweile über 22 Millionen Menschen erkrankt sind. Diese Krankheit verläuft in den meisten Fällen tödlich. Sie kann bei Säuglingen auftreten und bei Subalternden sowie auch bei älteren Menschen. Längst ist sie in der Nachrichtenindustrie kein Tagesthema mehr, gilt nicht mehr als Aufmacher der Juornalie und kaum als Bericht erstattenswert. dennoch ist diese Geissel der Menschheit überall präsent. In Afrika, Asien, Europa. Einst wurde sie aus den USA nach Europa eingeschleppt. das war zu Beginn der 80er. Damals glaubten die Prüden in der BRD-Gesellschaft, das AIDS nur die Homosexuellen beträfe. Der Klerus stigmatisierte sie als gerechte Strafe Gottes für den Sündenpfuhl der gleichgeschlechtlichen Liebe. Als allerdings auch Frauen HIV positiv getestet wurden, war es für jene Moralapostel dann eben Abkehr von dem einst propagierten Enthaltsamkeitspostulat; der personifizierte Sittenverfall eben.

Inzwischen ist längst bekannt, dass es auch BRD-Bürger betroffen hat, die weder homo - noch heterosexuell waren. Sie hatten auch keine häufig wechselnden Partner. Sie waren dennoch an dem HI - Virus erkrankt, weil ihnen verunreinigte Blutkonserven verabreicht worden waren. Der Bluterskandal begann, die Medien nahmen sich dieses Themas an und er endete mit einem außergerichtlichen Vergleich. Jener Erkrankte erhielt eine einmalige Abfindung von 66.000 Deutsche Mark. Ein nahezu lächerlicher Betrag, wenn die Nachteile, die jene HIV-Infektion mit sich zog, dagegen gesetzt werden.

Die gesellschaftliche Stigmatisierung, die alsbald AIDS zum Schimpfwort, zu einer Schande, zu einer Zumutung für die übrigen, nicht Infizierten, hoch stiliserte, sie war wesentlich einschneidernde, als sie mit einem Geldbetrag, den die einstigen Blutkonservenfabrikanten aus der Portokasse zahlen konnten, überhaupt hätten abgegolten werden können. Eine angeblich aufgeklärte Gesellschaft hatte damit ihren Beitrag zur Ruhigstellung ihres eigenen Gewissens geleistet. Das Thema " Bluterskandal " wurde nach etwas weniger als 10 Jahren endgültig ad acta gelegt. Von den Betroffenen, die zuvor und auch danach starben, nahm kaum ein anderer Mitbüger Notiz. Dieser Ablauf ist sympthomatisch für das gesamte Lügengebilde, das sich um jene Weltseuche inzwischen aufgebaut hat. Nur die reichen, die Industrienationen können ihren dort lebenden Menschen einen relativen Schutz gegen jene Krankheit aufzeigen. Der Rest der Welt bleibt außen vor. So, wie es einst die Bluter in den verlogenen 80er Jahren haben erfahren müssen.

Montag, 10. August 2009

Hot summerday, hot Augustnight,summertime blues?





Der Freitagabend hat bei den privaten Fernsehkanälen immer einen besonderen Stellenwert.Hier ergözt sich der freifinanzierte Anbieter an nichts sagenden Nonsens und quält seine Zuschauer mit Commedyshows, Ein weiteres Standbein der konservierten Unterhaltung sind jene yesterday shows, deren Inhalt nicht über das affig, programmierte Applaudieren bei jedweder Musikeinblendung hinaus geht. Mit ihren hoch trabenden Titeln, wie " Die grössten Hits der 70er " oder " Die ultimative Chartshow der aller besten gigantischen Superhits der 80er " und " Das aller Beste der Supercharts aus den 90er " bringen jene Buntfernsehprotagonisten die Herzen der inzwischen kugelig aufgedunsenen Zuschauer in den Altersgruppen 50 plus, 40 und mehr oder 30 und X zum höher schlagen. Bis zum Infarkt?

Ob nun Mungo Jerry und der Welthit " In the summertime " auch nach knapp 40 Jahren immer noch verehrenswert ist, lässt sich indes aus jenen Zirkussendungen nicht feststellen. Der wahre Musikfreund genießt indes auf völlig andere Weise: Er/Sie nimmt eine Vinyl-Scheibe oder eine CD aus dem Archiv, bedient die Stereo-Anlage, öffnet den Lautstärkeregler
und setzt sich in den Sessel. Dann gehtś richtig los:

In the summertime, when the weather is high
You can chase right up and touch the sky
When the weather's fine
You got women, you got women on your mind
Have a drink, have a drive
Go out and see what you can find

If her daddy's rich, take her out for a meal
If her daddy's poor, just do what you feel
Speed along the lane, do a ton or a ton an' twenty five
When the sun goes down
You can make it, make it good or do lay-by

We're not bad people, we're not dirty, we're not mean
We love everybody, but we do as we please
When the weather's fine, we go fishing or go swimming in the sea
We're always happy
Life's for livin', yeah that's our philosophy

Sing along with us, dee dee dee dee dee
Da da da da da, yeah we're hap-hap-py
Da da da dee da doo dee da dee da dee da da
Da da da da da, dee da da dee da da

When the winter's here, yeah it's party time
Bring a bottle, wear your bright clothes
It'll soon be summertime
And we'll sing again
We'll go driving or maybe we'll settle down
If she's rich, if she's nice
Bring your friends and we'll all go into town

In the summertime, when the weather is high
You can chase right up and touch the sky
When the weather's fine
You got women, you got women on your mind
Have a drink, have a drive
Go out and see what you can find

If her daddy's rich, take her out for a meal
If her daddy's poor, just do what you feel
Speed along the lane, do a ton or a ton an' twenty five
When the sun goes down
You can make it, make it good or do lay-by

We're not bad people, we're not dirty, we're not mean
We love everybody, but we do as we please
When the weather's fine, we go fishing or go swimming in the sea
We're always happy
Life's for livin', yeah that's our philosophy

Sing along with us, dee dee dee dee dee
Da da da da da, yeah we're hap-hap-py

Dieser Ohrwurm begleitete mich einst auf der gesamten Norwegentour 1970, die damals vom CVJM in Bad Eilsen veranstaltet wurde. Deshalb musste die Single auch auf meinem Plattenteller einige hundert Mal gelegt werden. Ob nun während der obligatorischen Sommerfete'im Jugendheim des CVJM, der Geburtstagsfeier eines Freundes oder im Beatkeller im Hause meiner Eltern.

Viel entscheidender als das Stück von Mungo Jerry hat mich jedoch der Summertime Blues von der Rockformation Blue Cheer beeinflusst. Ein fetziges Stück, dass die Gruppe damals veröffentlichte und als ein Eddie Cochran - Titel in den 50er bekannt wurde. Da mir die LP eigentlich zu teuer war und über dies bei einem Freund schon im Schuber stand, habe ich mich für den Kauf der Single entschieden.
Die Blue Cheer gelten bei den Musikenthusiasten als Gründungsväter des Hard Rock. Nun, ja, dröhnend spielten sie den Cochran-Titel schon, aber das war nur in den Endsechszigern etwas Neues. Damals, als die Flower Power-Szene aufkam, Woodstock sich vor den Toren New Yorks abspielte und die ersten zarten Pflänzchen der Progressiven Musik entstanden.
Der Blue Cheer "Summertime Blues " war da noch ein Stück für bereits Hartgesottene, für Abweichler aus der Pop-Schmusefraktion, die sich nicht länger mit den Beatles, Scott McKenzie oder Simon & Garfunkel abfinden wollten.

Zu den Soft - Sängern in der damaligen Musikszene, den Charts und unzähligen Internationalen Hitparden, gehrte nolens volens ein amerikanischer Sänger namens Neil Diamond. Als ich ihn in einer Werbesendung kürzlich wieder sah, erinnerte ich mich sofort an die Doppel-LP, die sich meine Schwester 1972 zu legte: " Hot August Night ". Ein Live- Mitschnitt des Diamond-Konzerts vom 22. August 1972. Ein eigentliches Muß für jeden Fan der schmusigen Pop-Musik. Ich konnte zwar einigen Diamond-Titeln, wie " Iám I said ", " Cracklin'osie " oder " Song, Song Blue " etwas mehr abgewinnen, als nur den reinen Pop-Schmalz, aber für diese Doppel-LP war mein Plattenspieler eher zu schade. Schade, eigentlich, denn das Album von vor 37 Jahren ist immer noch hörenswert. Zumal seine bekanntesten Stücke dort wieder zu finden sind:

  1. "Prologue"
  2. "Crunchy Granola Suite"
  3. "Done Too Soon"
  4. "Dialogue"
  5. "Solitary Man"
  6. "Cherry, Cherry"
  7. "Sweet Caroline"
  8. "Porcupine Pie"
  9. "You're So Sweet"
  10. "Red, Red Wine"
  11. "Soggy Pretzels"
  12. "And The Grass Won't Pay No Mind"
  13. "Shilo"
  14. "Girl, You'll Be a Woman Soon

Disc 2:

  1. "Play Me"
  2. "Canta Libre"
  3. "Morningside"
  4. "Song Sung Blue"
  5. "Cracklin' Rosie"
  6. "Holly Holy"
  7. "I Am... I Said"
  8. "Soolaimon" / "Brother Love's Traveling Salvation Show"

Trotzdem ist für mich der " Summertime Blues ", im Summer 2009, immer noch das Maß aller Dinge aus dem Jahre 1970:

I'm gonna raise a fuss, I'm gonna raise a holler
About a workin' all summer just to try to earn a dollar
Every time I call my baby, and ask to get a date
My boss says, "No dice son, you gotta work late"
Sometimes I wonder what I'm a gonna do
But there ain't no cure for the summertime blues

Well my mom and pop told me, "Son you gotta make some money"
If you want to use the car to go ridin' next Sunday
Well I didn't go to work, told the boss I was sick
"Well you can't use the car 'cause you didn't work a lick"
Sometimes I wonder what I'm a gonna do
But there ain't no cure for the summertime blues

I'm gonna take the weeks, gonna have a fine vacation
I'm gonna take my problem to the United Nations
Well I called my congressman and he said "Whoa!"
"I'd like to help you son but you're too young to vote"
Sometimes I wonder what I'm a gonna do
But there ain't no cure for the summertime blues



Steig ein!



Das fauchende Geräusch, das plötzlich die Sommerabendstille unterbrach,kam mir sehr bekannt vor. Und - tatsächlich, da fuhren zwei Heißluftballons über den Stadtteil. Die benötigte Thermik ließ allerdings zu Wünschen übrig. So waren die Piloten gezwungen, ständig mit den Propangas nach zu helfen.
Langsam stiegen beide Fluggeräte in den Abendhimmel und waren alsbald nicht mehr zu sehen.


Zwar gilt der bekannte Titel des deutschen Liedermachers Reinhard Mey " Über den Wolken " hier nur sehr eingeschränkt, dennoch lässt
sich für die Insassen jener Ungetüme durchaus feststellen: " Nur Fliegen ist schöner!". Deshalb lautet der Slogan: " Steig ein! "

Freitag, 7. August 2009

Sommerimpressionen


Nun ist die erste Augustwoche auf schon geschafft. Der zunächst nur müde beginnende Sommer, der sich im Juni und Juli noch mit herbstlichen Temparaturen zeigte und oft sintflutartige Regengüsse, Unwetter sowie Hagel - und Sturmböen im Petto hatte, er zeigt sich nun von seiner freundlichen Seite. Die Sonne lacht vom Himmel, die Abende und Nächte sind richtig flauschig und aus der Nachbarschaft wabern die sattsam bekannten Grilldüfte herüber. Wer sich jetzt noch über die 2. Jahreszeit beklagt, der ist ein echter Miesepeter.

Auch im Garten präsentieren sich viele Pflanzen in ihren bunten Farben. Sie locken in der relativ kurzen Zeit des Hochsommers diverse Insekten an, um ihren eigenen Bestand auch im kommenden Jahr sicher zu stellen. Die Natur hat es eben so vorgesehen. Zu den klassischen August-Blütern gehört die Sonnenblume. Ihre im satten Grün hoch gewachsenen Stengel und die wohl geformten Blätter entfalten nun die volle Pracht. Hinzu kommt alsbald eine Blüte, die - je nach Art - einen Durchmesser von 10 bis zu 30 cm erreichen kann Dem entsprechend zeigen die Pflanzen eine Höhe von 60 cm bis zu über 400 cm.
Die einzelnen Arten können deshalb folgende Größen vorweisen:

Abendsonne (rot, braun, 200 cm), Dwarf Sungold (goldgelb, gefüllt, 40 cm), Giganteus (goldgelb, 300 cm), Goldener Neger (goldgelb mit schwarzer Mitte, 240 cm), Hohe Sonnengold (goldgelb, gefüllt, 150 cm), Sunspot (goldgelb, 40 cm)

Titan‘, die bis zu 350 Zentimeter groß wird. Sie hat leuchtend gelbe Blüten.
‚King Kong`, die bis über 400 Zentimeter groß wird und riesige Blütenköpfe trägt.

Nun, so mancher Hobby-,Klein - oder Schrebergärten versucht seine "Lieblinge " zu hegen und zu pflegen. Da wird eigens für jene symbolträchtige Pflanze ein Sud aus fauligen Wasser und Brennnesselextrakt angesetzt, die Setzlinge erhalten Humus reichen Boden oder bekommen einen Schutz gegen Schneckenfraß und sonstiges Ungeziefer. Bei so viel Pflanzenschutz können denn die Exemplare auf bundesdeutschen Böden schon Mal ab 3,50 m, 4,17m und sogar 4,90m hoch werden. Gigantisch!

Die Setzlinge im Garten sind in diesem Jahre - wohl wegen des verregneten Juni und des zu kühlen Juli - nicht so riesig geworden. Der Nachbar visa vis hatte von meiner Aufzucht einige Setzlinge erhalten und dabei ein glücklicheres Händchen bewiesen. Na, immer hin ein sonniger Anblick.

Die prächtigen, oft kommerziell unterhaltenen Sonnenblumenfelder in den ländlichen Regionen, haben jedoch einen völlig anderen Zweck, als er den Gartenfreunden einfällt: Sie werden oft sehr niedirg gehalten, damit die Ernte nicht zu viel Aufwand verursacht,denn dieses würde erhebliche Mehrkosten als Folge nach sich ziehen. Der Landwirt möchte nämlich seine Aussaat nun an die verarbeitende Industrie verkaufen. Diese produziert hieraus Sonnenblumenöl, Sonnenblumenkerne und Viehfutter in Form von Silage. Auch die herrlichen, gold - gelben Felder erfreuen den Floristen, der hieraus seine Straußkreationen komponiert.

Wenn im August nun diese Farbenpracht hervor kommt, ist es aber auch ein untrügliches Zeichen dafür, dass das laufende Jahr längst wieder in eine andere Richtung abzuzählen ist. Die Tage werden kürze, die Nächte werden länger,der Sommer befindet sich bereits in seiner zweiten Hälfte. Einige Bundesländer haben ihre Sommerferien bereits beendet,andere beginnen sie dafür. Die Sonne hatte ihren Zenit am 21.06., als sie bereits um 4.42 Uhr aufging und sich um 21.32 Uhr verabschiedet hat. Nun
kommt die große Himmelserscheinung erst um 06.02 Uhr zum Vorschein und geht um 21.12 wieder unter. Die mögliche Sonnenscheinzeit reduziert sich von einst 16 Stunden 50 MInuten auf 15 Stunden und 10 Minuten. Allerdings dürften diese Werte nur graue Theorie sein,denn oft war eine dichte Wolkendecke dazwischen.

Wenn im August die Tagestemperaturen manchmal auf über 30 ° Grad im Schatten steigen, wird es für so manchen Zeitgenossen eine Qual, die all täglichen Erledigungen durch führen zu können. Der Schweiß strömt aus sämtlichen Poren und klatsch nasse Textilien sind keine Seltenheit. Während die Freibäder nun wirklich Hochkonjunktur haben,die Getränkeindustrie ihren Umsatz stärksten Monat verzeichnet, die Lokale mit Außenbestuhlung zum Bersten gefüllt sind,wirkt das Leben für wenige Wochen etwas einfacher.

Alsbald gehen die heißen Tage vorbei. An den Sommer 2009 wird vieleicht mit ein bisschen Wehmut zurück geschaut. Einige Erinnerungen an die heißen Tage verbleiben. Die digitalen Urlaubsfotos werden archiviert, die Badesachen gewaschen und weggelegt, die Sonnenschutzutensilien in die hinteren Reihen des Badezimmerschranks verstaut. Sommer ade!


































Mittwoch, 5. August 2009

Der Sportextrakt vom Tag bei Radio ffn




Wir schreiben das Jahr 1986. Ich befasse mich mit meiner wissenschaftlichen Arbeit für das 2. juristische Staatsexamen an der Uni Bremen. Es sind hierfür 3 Monate Bearbeitungszeit vorgesehen. Fristverlängerung gibt es in der Regel nicht. Wer nicht punktgenau abgibt, der ist durchgefallen. Also: Ab in die Bibliothek und die notwendige Literatur herbeigeschafft. Eine der gewichtigen Bücher sind nicht ausleihbar. Deshalb muss ich die ungezählten Seiten kopieren. Die Zeit verfliegt. Mein durch strukturierter Tag beginnt um 7.00 Uhr und endet um 19.00 Uhr. Es ist bereits Sommer. Die Tage werden immer kürzer. So bleibt manchmal nur ein Spaziergang im rot-umfluteten Sonnenuntergang am Unisee.

In jener stressigen Zeit habe ich kaum Kontakt zu meinen Mitbewohnern. Ich mache mich quasi rar. Da bleibt oft nur das Radio und der alte Fernsehapparat als Kontaktquelle zu meiner Außenwelt. Das Jahr 1986 hatte bisher seine Katastrophen: Das Reaktorunglück von Tschernobyl, das Schiffsunglück in der Nähe von Odessa auf dem Schwarzen Meer,die US-Raumfähre "Challenger" explodiert beim Start. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko wird die BRD-Auswahl nur Zweite. Maradonna und Argentinien besiegen die Beckenbauer-Elf mit 3:2. Eine Katastrophe für jeden Fußballfan.

In dem damaligen Wust von Meldungen ist mir jedoch eine besonders in Erinnerung geblieben. Ab Dezember 1986 soll der erste niedersächsische Privatrundfunksender sein Programm ausstrahlen. Sein Name lautet viel sagen: Radio ffn und steht für Funk - Fernsehen Nordwestdeutschland. Eine hoch trabende Bezeichnung für jene - fast revolutionäre - Umgestaltung der BRD-Rundfunklandschaft. Bereits im April 1986 hatte ein norddeutscher Privatrundfunksender unter der Bezeichnung Radio R.SH in Schleswig-Holstein seinen Betrieb aufgenommen und setzte diesen als Vollprogramm ab dem 1. Juli 1986 fort. ieser Sender war allerdings nicht über UKW in Bremen zu empfangen. Manchmal versuchte ich die Frequenz des Mittelwellensenders einzustellen. Der rauschte jedoch regelmässig während der Abendstunden und bei ungünstigen Wetterlagen weg.
Somit stellte R.SH keine wirkliche Alternative zu den arrivierten Programmen von Radio Bremen "Hansawelle", WDR I und II oder NDR II dar.

Irgendwann habe ich es dann aufgegeben, die MW-Frequenz von R.SH zu suchen und das fürchterliche Reportoire an Nebengeräuschen dabei hinzunehmen. Ich war erwartungsfroh,als die Startzeit von Radio ffn näher rückte. Es war mittlerweile September geworden. Der Katastrophensommer lag hinter mir, eine mündliche Prüfung am 8.Dezember noch vor mir. Radio ffn war immer noch nicht auf Sendung. Meine Prüfung hatte ich abgelegt, das Jura-Studium geschafft und eine klare berufliche Vorstellung bereits geäußert: Ich wollte Rechtsanwalt werden.
Radio ffn war immer noch nicht auf Sendung.

Weihnachten 1986 verging, der Sylvestertag 1986 stand vor der Tür, ein Besuch meines Bekannten aus Wupptertal war geplant. An jenem 31.12.1986 um 12.00 Uhr ertönte auf der UKW-Frequenz 102,3 über den Sender Steinkimmen, der zwischen Bremen und Oldenburg liegt,einige Minuten lang ein ingle. Es folgte die Anmoderation von Torsten Römling,der einst bei NDR II tätig war und hier u.a. den "CLUB " mit moderierte, danach kamen die Bangles mit " Walk like an Egyptian ", ihrem Nummer 1 -Hit in den Charts von 1986.
Ein Ohrwurm in den Radioprogrammen der übrigen, meist öffentlich rechtlichen Konkurrenzstationen. Nichts besonderes also!

In den folgenden Tagen, Wochen und Monaten folgten jedoch Sendungen, in denen durchaus non-konforme Titel gespielt wurden. Ecki Stiegś " Grenzwellen " war eine solche Sendung. Ebenso die "Oldie-Hitparade ", moderiert von Uli Kniep. Auch die Monday Evening Rockshow zählte zu jenen Formaten,die bisher nur ansatzweise in den ÖR bedient wurden. Was aber soll denn nun wirklich so neu an dem ffn-Konzept von einst gewesen sein?
Vielleicht war es zunächst der Zeitgeist, der aus den Neon-Licht-Jahren der frühen 80er herüber wehte und dazu führte, dass eine immer komplexere Gesellschaft mit ihrem Hang zur Singularisierung solche Identifikationsmerkmale, wie den Privatfunk benötigte,um den Versuch, sich selbst wieder finden zu können, zu bestärken. Es wuchs eine neue Generation heran, die sich als Spaß-und Konsumfreude auf die Fahnen geschrieben hatte.

Hieraus lässt sich auch die Comedy-Tendenz von ffn in den Folgejahren herleiten. Was zunächst als Beigabe zu den musikalischen Programmteilen vorgesehen war, entwickelte sich alsbald zu einem Hauptbestandteil. Nonsens rund um den Tag.

Die Gründungsphase von ffn war aber nicht so. Hier moderierten kompetente Damen und Herren ihre Sendungen innerhalb einer gut struktrurierten Abfolge. Die Anzahl der Hörer wuchs, der Schwund bei den Konkurrenten im öffentlich rechtlichen Bereich nahm zu. Radio ffn war der Hit. Jedoch nur für kurze Zeit. Mit den 90er setzte sich das Formatradio durch. Auch ffn sattelte um und begann den Einehitsbrei der übrigen Anbieter abzududeln. Die einstigen Inhalte wurden ausgelagert, die Moderatoren wechselten und das Konzept des Dudelfunks trat in den Vordergrund. Leider!

Mit einem leichten Hauch an Wehmut erinnere ich mich deshalb sehr gern an jene Zeit in den späten 80er, als kurz nach 22.00 Uhr ein Jingle eingespielt wurde mit dem ein Werbepartner bei ffn sich und Sport-Kurznachrichten präsentierte: " Der portextrakt vom Tag ", gesponsort von Doppel Dusch, einer Marke des Beiersdorf Konzerns aus Hamburg.
Der Nachrichtensprecher leierte einige banale Meldungen herunter,in denen es um Namen,Ergebnisse und Ereignisse aus dem Sportbereich ging. Manchmal gab es technische Probleme beim Abspielen des Jingle. Ich grinste in mich hinein, wenn eine kleine Panne über den Äther rauschte. So war Radio, besser: Privatradio eben auch - voller Abenteuer.

Die gut gemeinten Vorsätze, über eine private Anbieterschiene, die öffentlich rechtlichen Anstalten zu mehr pluralistischer Entideologisierung zu zwingen, ist indes nicht aufgrund des Einflusses von Ex-Medienmogul Leo Kirch bei dem einstigen Bundeskanzler Kohl zustande gekommen, sondern durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ab 1981. Das sogenannte duale Rundfunkmodell sieht vor,dass den privaten Rundfunkanbietern und ihrem kommerziellen Interessen, die öffentlich rechtlichen Stationen mit ihren grundgesetzlichen Auftrag die Grundversorgung sicher zu stellen, entgegen stehen. Hier zwischen liegt ein weites Feld. Auf dem sich auch ffn tummelt.

Was einst diese Anbietergruppen noch voneinander unterschied, war der Anteil an Wortbeiträgen. Er ist inzwischen mit dem Formatradio auf ein Minimum geschrumpft. Durch die reinen Nachrichtensender, die oft den Zusatz "info" tragen, werden politische Beiträge vollkommen abgedeckt. Eine Mixture von beiden Komponenten gibt es längst nicht mehr. Zudem bedienen sogenannte Spartensender den Anspruch jeweiliger Bevölkerungsgruppen auf Musik und Informationen zu ihrem Genre.
Eine pluralistsiche Gesellschaft benötigt offensichtlich für jedes Mitglied ein Programmangebot. na, denn: ffn?

Sommer, Sonne, Schlager - Schalala!


Das öden Fernsehprogramm am 4. August unterschied sich auch nicht wesentlich von dem am 4. Juli oder am 4. August 2008. Eine unsägliche Wiederholungsorgie. Es rauschen, plätscherten und plärren wohl bekannte Dialoge, abgenudelte Melodien und identische Fratzen vorüber. Zum Gähnen langweilig!
Der Zwangsgebührenzahler fragt sich hier ernsthaft, was aus seinem kassierten Geld eigentlich wird, wenn jene Garde an vorverlegten Protagonisten eines guten Tages den Sargdeckel zugeklappt bekommt.

Der Hochsommer erbringt aber auch - alle Jahre wieder - ein Spektakel im nördlichen Länderverbund, das unter der Federführung des Norddeutschen Rundfunk (Fernsehen) - Das Beste am Norden im Bereich der flachen Musikunterhaltung kredenzt. Die Schlagerparty des NDR. Seit vielen Jahren moderiert von dem Dinosaurier und altersmild lächelnden Lutz Ackermann.
Bereits am ersten Wochenende im Juni fand das Event in Hannover statt. So weit, so schlecht. Das der " Düdellütt "-Sender NDR I mit seinem Programm nicht sämtliche Altergruppen anspricht, dürfte unstreitig sein. Nur benötigt er dennoch - um sein Image eines Greisenfunks abzulegen - des Öfteren eine Verjüngungsspritze. Facelifting erfolgt parallel hierzu in Form der NDR-Schlagerparty.
Denn: Horch, horch, schau,schau - im Publikum,das sich während der 3 Trällertage in Hannover einfand, standen bei mäßigen Temperaturen auch viele jüngere Schlagerfans. Es wurde geklatscht, geschunkelt und mitgesungen. Dieses Mal waren es allerdings nur 7.000 Schlagerfreunde, die den Weg nach Hannover auf die Expo-Plaza fanden. Die Wirtschaftskrise hinterlässt auch hier ihre Spuren.

Zur weiteren Belustigung des zwangsweise einbestellten Glotzers befragte der Pensionär in spe Ackermann den Oberschnulzenkönig Semino Rossi zu dessen allgemeiner Befindlichkeit. Der seichte Spätfrühlingsplausch artete alsbald zu einer Generalabrechnung mit den "Malle"-Saufgelagen im bundesdeutschen Schlagergesülze, wie es der Vizekönig von Mallorca Wendler permanent vorexerziert. Gegröhle, Gejohle, Gelalle, bis der Morgen graut. Das dürfte denn nicht der wahre Inhalt der Schlagerkultur sein, meinte Rossi. Dieses hatte vor ihm bereits die israelische Schlager - Diva Daliah Lavi erkannt und ließ sinnfrei texten:

Nichts Haut Mich Um Aber

Mich haut kein Rum
wirklich um,
Nach sieben Gin
bin ich auch noch nicht hin.
Champagner mit Wodka dazu,
das haut mich nicht um, aber du!
Bei Kokain sag ich Nein,
ich brauch keine Trips,
und ich brauch keinen Schwips,
denn ich frag mich Warum? und Wozu?

Das haut mich nicht um, so wie du.
Wenn ich dich seh' hab ich weiche Knie
und lauter linke Hände,
aber es kommt für uns beide nie
zum Anfang und nie zum Ende.
Nichts auf der Welt haut mich um,
Schiess mich zum Mond
oder schiess mich vorbei,
und ich sag höchstens, na und, was nun?
Das haut mich nicht um, aber du!

Nichts auf der Welt...

Das haut mich nicht um,
das haut mich nicht um,
das haut mich nicht um, aber du!

Das haut.

Na, wo sie einst Recht hatte, da hat der Kaiser dieses noch nicht verloren und Merkel bestimmt ein neues Gesetz in der Tasche, dessen Name vielleicht so lautten könnte: "Gesetz zur Bekämpfung des exzessiven Alkoholkonsum bei Jugendlichen unter Schlagereinwirkung auf Mallorca" ( AlkomalleBekG .
Immer unter dem Aspekt betrachtet: er Pöbel frisst, die Intelligenz säuft dazu!

Dienstag, 4. August 2009

Rentensteuer - Einkommensteuer - Rentnerfrust




Gesetz
zur Neuordnung der einkommensteuerrechtlichen
Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen
(Alterseinkünftegesetz – AltEinkG)





Das Bundesverfassungsgericht ( BVerfG ) ist eine Institution, die nicht nur Recht spricht, sondern auch für politische Entscheidungen sorgt. So geschehen am 6. März 2002 (BVerfG, 2 BvL 17/99 . Hier hat es entschieden, dass die unterschiedliche steuerliche Behandlung von Beamtenpensionen und Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung gegen den Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG verstoße und daher verfassungswidrig sei. Das Gericht forderte deshalb den Gesetzgeber auf, spätestens bis zum 1. Januar 2005 die Rentenbesteuerung verfassungskonform neu zu regeln.

Diese verpflichtenden Vorgaben hat der Gesetzgeber inzwischen durch das Alterseinünftegesetz entsprochen. Hiermit werden sämtliche Renteneinkünfte steuerlich erfasst und im sogenannten nachgelagerten Verfahren besteuert.
Das relativ komplizierte Berechnungsschema lässt jedoch sehr schnell erkennen, dass nicht jener Euro, den der Rentenbezieher erhält vom Fiskus besteuert wird. Ein jährliches Altersruhegeld bis 18.500 Euro - bei Verheirateten bis 39.000 Euro - bleibt zunächst steuerfrei. Erst danach greift das Finanzamt zu. Allerdings nur dann, wenn auch der Pflicht nach Abgabe einer Einkommensteuererklärung nach gekommen wird.

Seit dem 01. 01. 2005 ist viel Wasser den Rhein herunter geflossen. So macher Rentenbezieher hat sich in trügerischer - besser: in betrügerischer - Sicherheit gewähnt und so getan, als ginge ihn das neue Gestz nichts an. Das mediale Sommerloch bedingt es, dass nun das böse Erwachen für einige Ruheständler kommen kann. Der Gesetzgeber setzt das Alterseinkünftegestz nun auch um und verlangt von den mehr als 20 Millionen Rentner eine Einkommensteuererklärung und zwar rückwirkend ab 2005.

Recht so, mag so mancher Neider denken. Wer viele Jahre am Fiskus vorbei einen Lebensstandard gepflegt hat, der sich auf höherem Niveau bewegte, der darf auch ruhig dafür Steuer bezahlen. Jene Vereinfachungsdogmatiker, die damit auch noch den permanent schwellenden Generationskonflikt neu entfachen wollen, posaunen deshalb bereits heraus, dass der Rentner bereits für seine jetzt bezogene Rente entsprechende Steuern gezahlt hat. Hat er das tatsächlich?

Die rechtliche Problematik hierzu ist indes viel schichtiger. Zunächst werden bei einem sozialversicherungspflichtigen Job jeweils die Hälfte der Beiträge zur gestzlichen Rentenverisicherung durch den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer entrichtet. Der Arbeitgeberanteil ist als Kostenbestandteil zu betrachten. Dieser ist bei der Ermittlung der Betriebskosten von Relevanz und wird Gewinn schmälernd berücksichtig. Der Betriebsgewinn ist wiederum das Kriterium bei der Besteuerrung durch das Finanzamt. Damit werden Arbeitgeberanteile bei der gestzlichen Rentenversicherung eben nicht besteuert, sondern bleiben hierbei unberücksichtigt. Die Summe der Rentenversicherungsbeiträge ist für die Berechnung der Höhe des Altersruhegeldes von entscheidender Bedeutung. Sie gilt als Basis für die spätere Rentenhöhe.

Die Höhe der Rente wird nun der entscheidende Faktor bei der steuerlichen Bemessung. Wer über den festgelegten Freibetrag von etwa 1.500 Euro monatlich eine Rente bezieht, der wird besteuert.
Diese einfache Rechnung wird jedoch in den Medien - teilweise bewusst - falsch dargestellt. Unter dem Kampfbegriff Rentensteuer fasst die Journallie und ihre dramaturgisch eingebildeten Vereinfachungstheoretiker jene skizzierte teuerproblematik zusammen und hetzt gegen das Gesetz. Gazetten a'la'"BLÖD"-Zeitung sehen denn im Fiskus den Hauptfeind des Rentners, den es gilt abzuwehren. Schon wird ein Horrorszenario an die Wand gemalt. Von immensen Steuernachzahlungen, Bußgeldverfahren, ja sogar Steuerstrafverfahren ist bald die Rede.

Dumm,dümmer, Springer! So lässt sich das Menetekel der hauseigenen Propaganda auf einen Punkt bringen. Wir sind seit dem alle Rentner. Wenn unsere Rente jedoch schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr sicher ist.

God save the Queen and Freddy Mercury


Das Sommerloch hat auch im deutschen Fernsehen eine riesigen Krater hinter lassen. Wiederholung reiht sich an Wiederholung und der sonstige TV-Flachsinn kommt noch hinzu. Er führt bei Dauerkonsum fast zu Erblindung und verursacht gleichzeitig Hörschäden. Da war es eine Wohltat, als der deutsch-französische Gemeinschaftssender ARTE am Dienstag vor einer Woche den Live-Auftritt der einstigen Musikformation " Queen " im Rahmen der Themenreihe " Summer of 80ś " ausstrahlte. Da saß ich nun ab 21.00 Uhr und schaute mir die Jungs der einstigen Supergroup " Queen " zum ersten Mal bei jedem - angeblich - legendären Konzerten aus dem Jahr 1986 an. Die beiden Veranstaltungen fanden am 12. und 13. Juli jenes Jahres vor insgesamt 150.000 Zuschauer im alt - ehrwürdigen Londoner Wembley Stadion statt.

Der von ARTE gezeigte Film hat diese Auftritte zwar auf 65 Minuten gekürzt,dennoch war es schon beeindruckend, was die Truppe um den Lead-Sänger Freddie Mercury auf die Bühne zauberte. Die meisten Titel aus der Schaffenszeit ab 1975 wurde live gespielt und die Menge tobte.
Viele Titel kannte ich aus den 70er und 80er Jahren. Schließlich waren " Queen " mit einigen Stücken in den damaligen Charts vertreten. Nicht nur ihre " Bohemian Rhapsody ", die über viele Woche die Spitze der Hitparaden anführte. Auch " Itś a kind of magic " oder " I want to break free "; sie waren einst sogenannte Ohrwürmer und wurden auf jeder Fete gespielt.

Sicherlich war die Formation um Mercury keine Allerweltsgruppe; dennoch: Sie traf mit ihren Stücken nicht meinen Musikgeschmack. Der opernhafte Gesang in " Bohemian Rhapsody " nervte, das Gedudel bei " Radio Ga Ga " war grenzwertig und der Gassenhauer " We are the champions " irgend wann nicht mehr zu ertragen. Nun, damals war mein Musikgeschmack auf Hardrock eingestellt. " Queen " spielte keinen Gitarren lastigen Rock, sondern war auf Mercurys Gesang abgestimmt. Der wiederum erschien mir eher als Zirkusclown, denn als Rocksänger. Damit schliesst sich der Kreis meiner Antipathie wieder.

Tja, und 23 Jahre nach dem Wembley-Konzert und 17 Jahre nach dem Tod von Freddie Mercury, hat sich doch mein Musikgeschmack erheblich erweiert. " Queen " sind nun doch hörbar geworden - wenn auch nicht ständig.

Der Konzert-Mitschnitt war zumindest eines der wenigen Programmhöhepunkt im Wiederholungs-TV-Sommer 2009.