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Samstag, 28. Februar 2009

Thomas Gottschalk versus Dieter Bohlen - Wie aus dem hoch stilisierten Duell zwischen zwei eitlen Selbstdarstellern ein Langweiler wird.

Die närrische Zeit und ihre ungezählten Karnevalssendungen, deren Inhalt ohne weiteres austauschbar ist, konnte der Zwangsgebühren-Gebeutelte noch so gerade eben ertragen. Auch die täglichen, eindimensionierten Soaps lassen sich durch einfaches Ingnorieren ausblenden. Schwieriger gestaltet sich das bei den Verdummungsformaten, wie " Wetten dass.." und DSDS ". Hier sind die Einschaltquoten immer so hoch, dass eben selbst die Printmedien die Ereignisse in den jeweiligen Folgen kommentieren. Wenn nun beide Großkopferen an einem Samstag, wie den heutigen, zur besten Sendezeit aufeinander treffen, muss sich der neutrale, aber mit einem gewissen Anspruch, zusehende TV-Eigentümer ernsthaft Sorgen um seine Gesundheit machen. Deshalb nämlich,weil er Gefahr läuft von der Majorität der über 20 Millionen Zuschauer, die beide Sendungen zu ertragen gedenken, förmlich an die Wand gedrückt zu werden, weil er als Nichtzuschauer sich dem Massen-Verblödungsinstrumentarium, dass beide Formate einsetzen, um sich und seine Macher entsprechend in Szene zu setzen,nun eben mal völlig entzieht.

Während Teile der Printmedien das Aufeinandertreffen der beiden Sendungen zu einem medialen Großereignis hoch stilisieren, fällt die Bewertung ihrer Qualität unter objektiven Kriterien dann doch eher ernüchternd aus. Es duellieren sich zwei Schaumschläger aus der Rubrik " seichte Unterhaltung ", ohne, dass der eine Papagei dem anderen Clown ernsthafte Schmerzen beifügen kann. Der intellektuelle Gehalt der beiden Sendungen ist annähernd identisch. Nur das angesprochene Publikum unterscheidet sich von der Altersstruktur.
Hier die werberelevante Gruppe der bis 49-Jährigen, dort die Alten, als Stammzuschauer des ZDF.

So hat der Gehalt jener Unterhaltungsmonstren nichts mit deren Initiatoren gemeinsam,denn beide subalternden Herren, gehören zu den Einkommensmillionären, die mittels einfacher Denkstrukturen des Volkes Seele zu überschäumen bringen. Der Eine möchte aus seinen geladenen Gästen angebliche Superstars kreieren, der Andere lässt angebliche Superstars in seine Sendung karren, um mit ihnen so belanglose Dinge, wie etwa deren Oberweite zu diskutieren. Beide Plaudertaschen rühmen sich dabei selbst ein solcher Superstar zu sein. Immerhin bereiten sie den Damen und Herren aus den Abteilungen Statistik - und Quotenerfassung helle Freunde, denn die Zuschauerzahl stimmt auch dieses Mal.

In schweren Zeiten möchte das gemeine Volk eben seichte Kost zur besten Sendezeit,wenn schon die Nachrichten voll von Katastrophenmeldungen sind. Für jene sehnlichen Wünsche haben die Programmverantwortlichen von RTL und ZDF immer ein offenes Ohr gefunden. Demnach steht zu befürchten, dass beide schwergewichtigen Herren der leichten Unterhaltung noch bis zur Verrentung ihren Part in dem Theater der Dauerverblödung durch das Fernsehen spielen dürfen.

Freitag, 27. Februar 2009

Henry Vogt und Heiko Neugebauer: " Wenn eine Fußballreportage unter die Haut geht ".

Es ist Donnerstag, der 27. Februar 2009, gegen 20. 45 Uhr. Noch wenige Minuten, dann beginnt das Rückspiel der KO-Runde im UEFA-Cup zwischen dem AC Mailand und dem SV Werder Bremen. Das Hinspiel vor 8 Tagen endete 1:1. Ein Ergebnis, mit dem eigentlich nur die Milanisti leben könnten. Der AC Mailand, die Mannschaft mit den Weltstars, um David Beckham, Andrea Pirlo und Andre Shevchenko, sie sind unisono Favorit. Ein Verein, der über Jahrzehnte den italienischen -, den europäischen - und den Weltfußball entscheidend mitgeprägt hat, der ist bereits auf der Papierform favorisiert. Egal, wie der Gegner nun heisst. Vereinsfußball in Italien, dass ist gleich zu setzen mit Inter Mailand, Juventus Turin und natürlich dem AC Mailand. Was waren das einst für klangvolle Namen, die für den Herrn Berlusconi spielten: Marco van Basten, Ruud Gullit,Dejan Savicevic, der Montenegriner,der alle Gegenspieler schwindelig spielte.
Gut, das ist lange her, dennoch die Rossenari sind immer noch top besetzt. Der Milliardär, Selbstdarsteller und italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sehr viel Geld in die Mannschaft gepumpt.Tatsächlich sind aber nur Namen gekauft worden. Namen von Spielern, deren Glanzzeiten schon vorbei sein dürften. Das Durchschnittsalter dieser Akteure liegt über 30 Lenze. Vielleicht schon zu alt,um wirklich auf Dauer Erfolg im Profifußball zu garantieren. Zu alt, um den jüngeren Konkurrenten Paroli bieten zu können. Zu alt, einem Gegenspieler von 19, 20 oder 21 ständig die Hacken zeigen zu können.

So trat denn der ruhmreiche AC Milan an jenem Tag gegen den ruhmreichen, aber nicht so reichen SVW an. Zum Rückspiel, im weltberühmten Guiseppe Meazza - Stadion von Mailand. Dem einstigen San Siro - Stadion, in dem sehr oft Fußball-Historie geschrieben wurde.

Gegen 20.45 Uhr begebe ich mich in das Nebenzimmer, wo meine Stereo-Anlage und ein Satelliten-Receiver steht. Auf Kanal 911 läuft die Live-Reportage von Radio Bremen 1. Die Stimmen der beiden Hörfunkkommentatoren, Henry Vogt und Heiko Neugebauer werden über die Stereo-Anlage, die ich mittels eines Cinch-Kabels verbunden habe, klanglich aufgepeppt. Dem Anlass gemäß aufgepeppt , jedoch auf Zimmerlautstärke. Ich setze mich in den Fernsehsessel und verfolge das Geschehen am Radio. Eine TV-Übertragung ist nicht zustande gekommen, weil die Rechte daran durch den AC Berlusconi zu einer wahnwitzigen Summe von 1.000 000 EURO an die Öffentlich-Rechtlichen oder einen privaten Anbieter offeriert wurden. Viel Geld, in den Zeiten der Rezession. Zu viel Geld, um einen ungewissen Ausgang des Spiels am Fernsehschirm miterleben zu können. Zu viel Geld, damit ohnehin der AC Mailand nach mehr als 90 Minuten zum Sieger des Duells erklärt werden muss?

Die ersten Minuten passiert noch nicht sehr viel. Mein Puls liegt eher im Normalbereich. Ich bin zwar ein wenig unruhig, weil die beiden Radio Bremen - Reporter von zahlreichen Chancen sprechen, die den Werderaner ermöglicht werden, die aber - wie seit mindestens 5 Wochen - fahrlässig vergeben werden. Wer so agiert, der wird oft dafür bestraft. Gegen Italiener haben sich deutsche Fußballmannschaften immer sehr schwer getan. Ob nun die DFB-Auswahl - ich denke an das 4:3 in Mexiko, an das 1: 3 in Spanien oder das 0:2 bei der WM 2006 - oder in Vereinsvergleichen, wobei mir die Spiele der Gladbacher oder der Bayern einfallen. Allesamt keine erfolgreichen Bilanzen. Die Italiener sind meist cleverer gewesen, waren abgezockter oder spielten extrem brutal.


1:0 durch Elfmeter von Pirlo.

2:0 durch den 19-jährigen Pato.

Alles, wie gehabt, dachte ich und begab mich enttäuscht in die Küche, um ein Frust-Mineralwasser zu trinken.

Was dannach geschah, kann ich eigentlich immer noch nicht so richtig fassen.
Zwei Kopfballtore von Claudio Pizarro, dem Heimkehrer, dem Fußballgott.

Genauso göttlich, wie Claudio Pizarro köpfte, kommentierten aber die beiden Radio Bremen-Reporter Henry Vogt und Heiko Neugebauer. Das waren Emotionen pur, das war Fußball zum Anfassen. Hier raste mein Puls, wie einst bei vielen Übertragungen im Rundfunk, als Hellmuth Poppen, Wilhelm Johannsson oder Walter Jasper von den Spielen der Grün-Weißen berichteten.
Das war eine Meisterleistung von einem Duo, dass Beruf und Faszination Fußball mit einem guten Schuss Lokalkollorit mixten und vielen, vielen Fans oder Zuhörern einen unvergessenen Abend bescherten.

Wenn Radio sich so definiert, wie es jene Live-Übertragung gezeigt hat, dann lebt diese Medium noch sehr lange und überlebt auch die Konkurrenz im weltweiten Kommunikationsnetz. Radio ist nie nostalgisch gewesen, Radio ist so aktuell, wie es die Verantwortlichen produzieren und es hört sich nie gleich an, wenn es live sendet - so wie gestern Abend.
Bei aller Kritik an vielen Sendeanstalten: Wer Einheitsbrei möchte, kann ihn erhalten, wer einmalige Erlebnisse hören möchte, bekommt auch diese über den Äther in das Wohnzimmer oder sonstwo geliefert.

Gestern Abend war es Letzteres; eine Sternstunde in der Rundfunkhistorie:


" AC Milan - Werder Bremen
Reaktionen der Hörer


Sehr geehrte Damen und Herren, ein RIESIGES Lob an die Herren Vogt und Neugebauer für ihre Arbeit während der Übertragung des Spiels gestern Abend. Das war Emotion pur. Bremen 1 war gestern wohl das Spannendste was ich in den letzten Jahren mit Werder erlebt habe! Es ist lange her das mich eine Radioübertragung so mitgerissen hat. DANKE! Thorsten M.

Hallo, wollte mich bei euch bedanken für die Superleistung von euch gestern abend! Man hat sich als Zuhörer direkt beim Spiel gefühlt. So viele Emotionen wie ihr rüber gebracht habt! Einfach genial! Weiter so Grüße aus dem Süden Deutschlands Johannes B.

Hallo Radio Bremen, sehr geehrter Herr Vogt, sehr geehrter Herr Neugebauer, vielen herzlichen Dank für die hochspannende Reportage! Nicht nur wegen des "Sieges" von Werder in Mailand verdient Ihr professioneller Spielbericht Anerkennung, sondern vor allem wegen der Emotionen, die Sie darin haben einfließen lassen: Heiko kommentiert, Henry ruft aus dem Off "Boaah!", es rummst im Ton. Erklärung von Heiko: "Henry ist vom Spiel so fasziniert, dass er den Ball am liebsten selbst ins Tor hineingetreten hätte". Antwort von Henry: "Gut, dass niemand vor mir steht, denn die hätten sonst alle blaue Knie".

So macht Radio einfach Spaß, und dafür bezahle ich auch meine Gebühren gerne! Vielleicht sollte Radio Bremen den vom "Eisen" im Ostertor abgewandelten Slogan "Radio killed the Videostars" aufgreifen? Darüber hinaus vielen Dank an die technische Abteilung von Radio Bremen für den Livestream! Ich bin Exil-Bremer und wohne derzeit in Köln, wo Radio Bremen sonst leider nicht zu empfangen ist. Mit freundlichen Grüßen, Lutz P.

Vielen Dank an Radio Bremen und vor allem an die Herren Neugebauer & Voigt für diesen Abend! Grüße Rainer S.

Danke für diese tolle Live Übertragung des Spiels Mailand - Werder! Das absolut beste was ich in den letzten Monaten im Radio gehört habe! weiter so!

Hallo Leute, dass Neugebauer und Vogt zwei Gute sind, wussten wir ja schon. Aber heute haben sie alles getoppt. Einem wahnwitzigen Fußball-Abend die Krone aufgesetzt! Die beiden haben ja genau so mitgelitten und/oder gejubelt, wie tausende Fans (übrigens einhellige Meinung in beiden Foren) und trotzdem nicht vergessen, toll zu kommentieren. Jeden Fernsehreporter überholen sie mal sowieso um Längen (kann man gut und gern auch oft den Ton abschalten). Respekt! Gebt das bitte an die beiden weiter und auch ganz Bremen 1 ein dickes Dankeschön, dass Ihr ein Herz für uns gehabt und übertragen habt. Weiter so. Herzliche Grüße von einem noch "ganz aufgedrehten" Werder-Fan. P.S. Und zudem haben heute wieder etliche gemerkt, wie klasse Radio sein kann.

Herr Voigt, Herr Neugebauer... ich mache es kurz DANKE!!!!!! 100 % Werder, 100 % Bremen 1! Das war einfach geil! Kommentatoren mit grün weißem Herzblut... wo gibt es das noch? Mit sportlichem Gruß Jan B.

DAS WAR JA WOHL DIE BESTE RADIO-LIVE-ÜBERTRAGUNG DIE ICH SEIT LANGEM GEHÖRT HABE !!!! Und das komplette Pendant zur bitteren 2:3 Abstiegsniederlage `79 gegen den VFB, als selbst der in den linken Winkel verwandelte Elfer von Burdenski gegen Rohleder nichts mehr ändern konnte an meinem Heulanfall als 10-Jähriger... Besonders der Spruch vom Heiko Neugebauer kurz vor Schluss: "Also wenn die jetzt noch einen einfangen, kannst du die alle komplett direkt in die Anstalt fahren !"...war ja wohl die Krönung !!!! Na also: GEHT DOCH, totgesagte leben länger !!! SO SCHÖN KANN FUßBALL SEIN !!!! Liebe Grüße an alle von Slodo PAAAAAAAADI !!!!

Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für die KLASSE Radio-Übertragung des UEFA-Cup-Rückspiels von Werder Bremen! Von der fachlichen Qualität der Herren Voigt und Neugebauer können sich einige Fernsehkommentatoren eine (dicke) Scheibe abschneiden. Die ausgezeichnete Mischung aus (selbstverständlich) neutraler Berichterstattung (ohne ‚Fanbrille‘) und trotzdem vielen Emotionen hat einfach riesig viel Spaß gemacht! Vielen Dank dafür und Grüße aus Münster, Jan H. H.

Hallo, ich wollte mich nur mal für die BOMBASTISCHE Übertragung von diesem Spiel bedanken. Ich krieg zwar immer fast ein Herzinfarkt beim Radio -lach-, aber das ist schon okay. Wirklich, sehr, sehr gut und mit viel Emotion gemacht. Sowas müsste es im Fernsehen auch mal geben. Daher mag ich Radiokommentation wesentlich lieber. Ich bin beim nächsten Mal sicher wieder dabei, super! Liebe Grüße aus Otterndorf/Cuxhaven Patrick

Hallo wertes bremeneins-Team! Ich danke euch für den tollen Live-Stream aus Mailand. Ich habe die ganze Zeit gebannt vorm Rechner gehockt und Henry Vogt und Heiko Neugebauer gelauscht. Das war ein unvergleichlicher Abend und ich danke euch recht herzlich, dass ich dem auch in München beiwohnen konnte. Macht weiter so und ich glaube, dass ich nun häufiger euren Übertragungen lauschen werde. 1000 Dank Euer Alex

Danke für diese grandiose Übertragung!!!! Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke [...]Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Danke Werder4Life Werder4Life Werder4Life Werder4Life Werder4Life Werder4Life Werder4Life [...] Werder4Life Werder4Life Danke den Moderatoren für diese super Live Übertragung!!! Das war das beste, dass ich je gehört hab Vielen Dank für die tolle Liveberichterstattung! Die Kommentatoren haben eine super Atmosphäre rübergebracht! Und mitgefiebert wie die treusten Fans! Danke Danke Ein Werderfan aus Würzburg/Unterfranken!!!

Es hätten sicherlich 7 Millionen Menschen gerne live gesehen, schade. Aber um so größer ist die Dankbarkeit der Werderfans das Ihr es so wunderbar geschafft habt das Spiel ganz nah an den Fan zu bringen. Danke dafür! Prost! J Morten K.

Liebes Radio BremenEins, ich möchte mich bei Ihnen, und v.a. bei den Kommentatoren Henry Voigt und Heiko Neugebauer, für den super Kommentar beim Spiel Milan gegen Werder bedanken! Riesengroßes Lob für den geilsten Radiokommentar seit Herbert Zimmermann! Ich werde BremenEins, was für mich ja eigentlich nur als Notlösung wegen der fehlenden TV-Übertragung angedacht war, auf jeden Fall künftig auch bei der Bundesliga und anderen Werder-Spielen hören. Danke, und: Weiter so! Ist es evtl. auch möglich, einen Mitschnitt dieses Spieles zu bekommen? Mit freundlichen Grüßen, Ronny S.

Hallo Herr Neugebauer, hallo Herr Vogt, ich als Werderfan möchte mich gerne herzlich für Ihre heutige Live-Übertragung aus San Siro bedanken. Ich habe schon lange keine so gute und emotionale Übertragung mehr am Radio miterleben dürfen und habe nicht das Gefühl, durch die fehlende TV-Übertragung etwas verpasst zu haben. Vielen Dank für die Emotionen und diesen wunderbaren Fußballabend! Grün-weiße-Grüße Katyana B.

Hallo, ich möchte mich in die Reihe der zahlreichen Gratulanten, die Ihnen in diesen Momenten zweifelsohne ähnliche Mails schreiben, einreihen, und Sie zu einer rundum gelungen, richtig tollen Übertragung des Spiels Milan - Werder beglückwünschen! Weiter so! Vielen Dank und Viele Grüße, Danial M.

Nabend! Ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass Ihr den Link auf der Homepage der Kollegen von bremen vier nicht auf`m Schirm habt, und das Spiel nicht live seht... [Link]

Hoffnung stirbt zuletzt! Viele grün-weiße Grüße Mathias H.

Geile Nummer!!!! Besten Dank! Sebastian L.

Vielen Dank an das gesamte Bremen 1 Team. Die Live Übertragung vom Bremen Spiel war echt super. Ich bin 24 Jahre und bin eigentlich verwöhnt von TV Live Bildern, weil ich es nicht anders kenne. Aber es ging auch ohne, dank euch. Es war super und ihr habt ein riesen Lob verdient. Danke!!! MFG Sören Hauenstein ( ein neuer Fan von euch) ".

- Zitatende - aus dem Gästebuch von Radio Bremen 1

Mittwoch, 25. Februar 2009

Viva Colonia - Wenn der Karneval zum Chaotenball umfunktioniert wird.

Als gebürtiger Niedersachse, als eingefleischter Norddeutscher und Anti-Karnevalist, kann ich mit " Helau, Alaaf und Ajuja nichts anfangen. Der Fasching, die Fassenach oder der Karneval interessiert mich deshalb soviel, wie die letzte Wasserstandsmeldung. Jenes fremdartige, kollektive Fröhlichsein widert mich eher an. Die Musik ist auf meiner Geschmackspalette erst gar nicht existent. Ein Misch-Masch zwischen Schlager, Volksmusik und Folklore. Die unzähligen Gassenhauer, die einst der Karneval hervor brachte ignoriere ich ständig, ja blende sie aus.

Wenn nun das Fernsehen und sonstige Medien über die berühmt - berüchtigten drei tollen Tage berichtet, kann ich den Programmwahlknopf nicht schnell genug finden. Da meine Aversion gegen jene Papageien in Uniformen, jene Verkleideten auf den Straßen und die Mitfahrenden auf den Umzugswagen mehr als groß ist, kamen mir die Meldungen von den teilweise chaotischen Zuständen rund um die Zentren der Karnevalshochburgen Köln, üsseldorf und Mainz nicht ungelegen, um erneut so richtig abzulästern.

Leider gibt es offensichtlich allen Grund dazu, die Frage nach dem Sinn jener Massen-Besäufnisse immer wieder zu stellen. Wenn die Alkoholleichen bereits Tage vor den drei tollen Tagen die Krankenhäuser füllen, wenn Randalebrüder die Ausnüchterungszellen der Polizeidienststellen belegen und wenn Unrat aller Art die Straßen zu prä-historischen Schlachtfeldern umfunktionieren,dann muss die Frage nach dem " Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? " nicht nur tagtäglich gestellt werden.

Diese Vernastaltungen sind längst zu einer Sauforgie verkommen. Nicht nur, dass die ivilisation auf der Strecke bleibt, nein, auch die niederen Instikte des Urmenschen, des Primaten, werden wieder vollständig erweckt. Bruder Alkohol enthemmt die Lüste, Triebe, die Sperren im Kopf. Er reduziert jene Promille-Junkies auf das Verhaltensniveau eines Schimpansen im Zoo. Keine Angst vor dem, was der Nachbar denkt. Wenn Zivilgesellschaft ausgehbelt ist, dann an diesen Karnevalsveranstaltungen.Der Säufermond geht hier mindestens drei Mal auf und bringt ein aschfahles Licht auf die Orte des närrischen Treibens. Schnapsleichen aller Orten. Das Alterspektrum lässt kaum eine Jahreszahl aus. Die vergifteten Körper bringen zwischen 12 zarten Lenzen auch Endsechsziger dazu, sich öffentlich zu entleeren - aus sämtlichen Öffnungen versteht sich.

Es fliessen die Körpersekrete, der Mageninhalt wird ausgeworfen und bei manch Einem vermischt sich Schnap, Bier und Speichel. Die niederste Form des Feierns wird zum öffentlichen Ereignis im öffentlichen Raum unter Beobachtung der öffentlichen Ordnung.
Da diese bunte Treiben ein Abbild des Seelenzustandes dieser Gesellschaft darstellt, wundert es einen Außenstehenden nicht, dass die Formen der Aggression immer vielfältiger werden. Wo kein Halt, da ist eben alles möglich. Ein Hauptgrund für diese Auswüchse ist die unkontrollierte Abgabe von alkoholichen Getränken in jeder Form an jedem Ort der mit Karneval in Verbindung gebracht werden kann.

Saufen, bis der Arzt kommt! Bis zum nächsten Mal, denn das Jahr ist noch lang und die nächste Karnevalssession beginnt am 11. 11. 2009 pünktlich um 11. 11 Uhr. Na, denn Prost, Helau Alkohol und Alaaf Verdummung.




KÖLN/DÜSSELDORF Während Zehntausende Narren so ausgelassen und friedlich wie eh und je die heiße Phase des Karnevals eingeläutet haben, ist es im Raum Köln auch zu zahlreichen Schlägereien gekommen. Schlimmer als sonst, wie die Polizei feststellte.


Zum Start der jecken Karnevalstage hat die Kölner Polizei einen deutlichen Gewaltanstieg verzeichnet. Neben Fäusten wurden bei Schlägereien und Streitigkeiten häufig auch Glasflaschen eingesetzt.

Bis Freitagmittag wurden in der Domstadt 59 Schlägereien und 115 Körperverletzungen gezählt. 123 Menschen wurden in Gewahrsam genommen und für 18 Karnevalisten endete der Abend mit einer Festnahme.

40-Jähriger durch Messerstiche verletzt

Narren feiern Weiberfastnacht
Friedlich feierten Zehntausende Weiberfastnacht - doch in Köln gab es mit vielen Schlägereien einen Wermutstropfen im Vergnügen.
An der U-Bahn-Station Neumarkt wurde ein 40-Jähriger bei einer Messerstecherei verletzt . Bis Freitagmittag musste die Kölner Polizei zu 1288 Einsätzen ausrücken. Angesichts des erhöhten Alkoholkonsums musste 61 hilflosen Personen geholfen werden.

„Es ist schlimmer als sonst“, sagte Polizeisprecher Bruno Ethen. Möglicherweise sei der Gewaltanstieg auf einen erhöhten Schnapskonsum bei einigen Narren zurückzuführen. „Es ist dieses Jahr schließlich sehr kalt draußen“, sagte Ethen. Ein Polizeisprecher aus Köln beobachtete: "Der Großteil war wesentlich früher betrunken als im Vorjahr“.

Hunderte Einsätze in Düsseldorf


Wegen Streitigkeiten und Schlägereien ist die Polizei auch in Düsseldorf zu Hunderten Einsätzen ausgerückt. Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl der Einsätze um rund acht Prozent auf 768 gestiegen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Vor allem im Bereich der Altstadt habe es mehr Fälle von Körperverletzung gegeben. Deren Zahl sei dort von 25 im Jahr 2008 auf 36 gestiegen.

„Jede Menge Arbeit“ habe man auch mit alkoholisierten Jugendlichen gehabt, sagte der Sprecher. Bereits am Donnerstagmittag sei ein 14-jähriges Mädchen mit knapp zwei Promille Alkohol im Blut aufgegriffen worden. Später habe die Polizei am Rande einer Schlägerei einen Jugendlichen mit 2,8 Promille Alkohol in Gewahrsam genommen.

Bis Freitag, 4.00 Uhr, seien Hundertschaften der Polizei in der Altstadt unterwegs gewesen, um größere Ausschreitungen zu verhindern

Weniger Alkoholkonsum in Bonn

Auch anderorts fanden die Karnevalsfeiern nicht immer friedlich statt. Auf einer Feier in Bergisch-Gladbach traten und schlugen 15 junge Männer auf einen am Boden liegenden 21-Jährigen ein.

In einem örtlichen Krankenhaus griff ein betrunkener Mann während der Behandlung den Arzt an. Er wurde in Gewahrsam genommen. In Brühl erlitt ein 14-jähriges Mädchen eine Alkoholvergiftung.

In Bonn sei der Alkoholkonsum unter Jugendlichen hingegen zurückgegangen, teilte die Polizei mit. Grund hiefür seien verstärkte Kontrollen. Ohne schwerwiegende Auseinandersetzungen verlief der Karnevalsauftakt in Aachen.

Und weiter im Umzugsschritt:

Hassenroth/Odenwald (ots) - Das Kinderspiel "Die Reise nach Jerusalem" war offensichtlich Anlass für eine närrische Schlägerei unter Eltern. Nach ausgelassenem Feiern der traditionellen Kinderfastnacht in Hassenroth am Sonntag (3.02.2008) wurde gegen 17 Uhr die Polizei alarmiert. Ortsfremde haben wohl versucht, die Spielregeln in ihrem Interesse zu ändern und seien zunächst verbal und dann tätlich gegen die Organisatorinnen der Veranstaltung gegangen. Nach Angaben der Mitteilerin sei es dabei zu einer größeren Schlägerei gekommen. Mehrere Personen, auch Kinder seien verletzt worden. Sie hätten zum Teil Platzwunden erlitten, mindestens ein Kind und vier Erwachsene seien verletzt. Die vermutlichen Schläger seien nun mit einem Kleinwagen flüchtig. Über die Rettungsleitstelle des Odenwaldkreises wurde weiterhin bekannt,...
...dass sich ein weiterer Verletzter im Zusammenhang mit der Schlägerei beim Kinderfasching in einem Pkw am Ortseingang von Hassenroth befinde. Noch auf der Fahrt zum Tatort konnte die Polizeistreife in Höchst das vermeintliche Tatfahrzeug und die Insassen feststellen und anhalten. Bei der Kontrolle des Fahrzeuges wurde festgestellt, dass auch in diesem Wagen ein Verletzter zu einem Arzt gebracht werden sollte. Nach Feststellung der Personalien, ersten Sachverhaltsschilderungen sowie der Feststellung der Fahrtüchtigkeit des Fahrers setzten die Personen die Fahrt zu einem Arzt fort. Die übrigen Verletzten wurden in Hassenroth durch Rettungskräfte mit zwei Rettungswagen und durch den eingesetzten Notarzt versorgt. Bilanz der Schlägerei: Eine vorzeitig abgebrochene Kinderfaschingsfeier, sieben Verletzte (fünf Erwachsene und zwei Kinder) und zum Teil stark traumatisiert Kinder. Zeugen des Vorfalls werden geben, sich mit der Polizei in Höchst in Verbindung zu setzen. (06163/941-0)


Hallbergmoos - Gleich mehrere Schlägereien haben sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei einem Faschingsball in Hallbergmoos ereignet.

Gegen 1.50 Uhr haben ein 20- und ein 24-Jähriger nach Angaben der Polizei Neufahrn den Faschingsball verlassen. Im Zugangsbereich schlug der 20-Jährige seinem Begleiter plötzlich aufs linke Auge, das daraufhin anschwoll. Während der Schläger flüchtete, wurde der 24-Jährige ins Krankenhaus Freising gebracht. Um 2.50 Uhr ereignete sich dann eine Schlägerei zwischen mehreren Personen im Freien. "Wer hier wen geschlagen hat, muss noch geklärt werden", heißt es im Pressebericht.

Gegen 6 Uhr wollte ein 29-Jähriger ein Mädchen verteidigen, weil sie von einem Betrunkenen angegrabscht wurde. Dabei wurde er von dem Betrunkenen mehrmals ins Gesicht geschlagen und erlitt eine Platzwunde über dem linken sowie eine Schwellung am rechten Auge. Er wurde ebenfalls ins Klinikum nach Freising gebracht.

Dienstag, 24. Februar 2009

Eine Bahnfahrt, die ist lustig! Ist sie es wirklich?

Heute war es wieder einmal so weit: Ich musste mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Neustadt von Dresden. Ein schmuddeliger, naß-kalter Wintertag. Kein einladendes Wetter, für eine Fahrt mit Bus & Bahn.
Nachdem ich mir etwas mehr als eine Viertelstunde an der Buswartestelle die Füße kalt gestanden hatte, kam dann endlich der Bus der Linie 90. Immerhin ein modernes Gefährt mit dem üblichen technischen Finessen. Schnell steige ich ein, die 4er-Fahrkarte in der rechten Hand bereit haltend, haste ich zum Entwerter. Es s klickt, als ich die normierte Karte in den Schlitz stecke. Ich ziehe sie wieder heraus und kontrolliere den Stempelabdruck. Ordnung muss - im Eigeninteresse eben sein. Wer nämlich mit unleserlichen oder nicht vorhandenen Stempel auf der Karte fährt, der fährt schwarz. Kostenpunkt 40 EURO!
Ich wankte zu einem in hinteren Teil des Gelenkbusses gesichteten Sitzplatz. Das Ungetüm fährt bereits los. Also, festhalten an den schwarzen Schlaufen, den Haltegriffen oder der darüber eingezogenen Kunststoff ummantelten Haltestange. Bloß nicht straucheln oder hinfallen!

Die Strecke, die das wuchtige Gefährt bis zur Endhaltestelle noch zu absolvieren hatte, war mir längst bekannt. Immerhin keine Schaukel-Route über Kopfstein - und Blaubasaltpflaster. Keine Schlaglochsuchstrecke, auf der die Zeichen des Winters deutlich erkennbar sind.
So schaukelte das Ungetüm - mit Fahrgästen gut belegt - über die asphaltierten Straßen, vorbei an Wohnblocks, die - einst in den Nachwendejahren - grundsaniert, doch verdächtig viele unbewohnte Zimmer zeigten, vorbei an Bauruinen, an Lückenbebauungsgrundstücken, auf denen sich Unrat zu einem bizarren Muster verteilt hat. Jedes Haus, jedes Grundstück,jene Wohnung schreibt eine eigene Geschichte. Hieraus könnte ein Buch entstehen - vielleicht über die Menschen, die Bewohner,ob Eigentümer oder Mieter. Während ich darüber sinniere, reden die rechts von meinem Platz sitzenden drei Teenager,die wohl Schulschluss hatten, wie ein Wasserfall. Belangloses, wirres Zeug, unterbrochen durch ein ständiges Gekichere und Herumgealbere. waren wir einst, vor vielen Jahrzehnten, auch so?

Ich vernehme Worte, wie " eingebildet ", " sich großartig finden " herüber sehen ". Meinen die drei Schülerinnen etwa mich? Ich ziehe es vor, den in einer Jute-Tasche mit getragenen "SPIEGEL" heraus zu ziehen. Ich versuche mich auf den zuletzt angelesenen Artikel zu konzentrieren. Ohne Erfolg! Das Geplärre der drei Teeneis ist unerträglich. Also: abwarten, bis die Endhaltestelle naht. Die amtlich klingende Stimme der automatischen Ansage im Bus ist kaum zu verstehen, denn zwei Plätze vor mir klopft blechernd ein i-pod-Gerät. Die üblichen Beats aus dem High-Tech-Gerät sind bis zum Busheck, bis zur obligatorischen Sitzbank, dort, wo es besonders schaukelt, hörbar.
Neben dem aufheulenden Motor, der den Bus mittels Automatikgetriebes vorantreibt, herrscht ein unerträglicher Lärmpegel im Inneren des Gefährts.

Die Ansage, angekündigt durch einen Gong, schnarrt es herunter: " Frankenbergstraße ", " Clara-Zetkin-Straße ", " Bonhoefferplatz ", " Reisewitzer Straße " ," Wernerstraße " , " Gröbelstraße ", Kesselsdorfer Straße - Endhaltestelle. Linie endet hier - bitte, alle Fahrgäste aussteigen!
Endlich!

Ich schreite zu der Haltestelle für die Linien 6, 7 und 12. Allesamt Straßenbahnstrecken. Es dröhnt ein Verkehrslärm in meine Ohren, der durch die nasse Fahrbahn noch verstärkt wird. Bei der Ampelanlage gegnüber dem Postgebäude eilen Fußgängergrüppchen im Minutentakt hin und her. Aufheulende Motoren und Abbremsgeräusche wechslen sich ab. Das ist der Sound der Stadt, hier pulsiert das Leben, von Wirtschaftskrise keine Spur. Ich warte einige Minuten, dann erscheint der in einem geld-schwarzen Grundton, mit Werbung versehene Straßenbahnzug der Linie 7.
Die Türen klappen auf, es steigen einige Fahrgäste aus.Aussteigen geht vor Einsteigen - so lautet die Grundregeln. Ich kenne sie noch aus den Zeiten, als ich in Bremen regelmässig über 10 Jahre mit der BSAG fuhr. Deshalb stelle ich mich rechts von dem Ein/Ausstieg mit einem Abstand von einem Meter hin. Ich schiebe meine Hand in die rechte Manteltasche, um zu kontrollieren, ob die Fahrkarte noch dort ist. Ich fühle das Stückchen Papier deutlich. Beruhigt suche ich mir einen Sitzplatz, ziehe die Lektüre wieder aus dem Beutel und lese.

Die Fahrtzeit von ca. 15 Minuten erscheint kurz, denn schon bald plärrt die Ansage " Albertplatz ". Wieder steige ich eine Station zu früh aus. Warum eigentlich. Ich überquere die beampelte Kreuzung und gehe in Richtung " Königsbrücker traße ". Ein unerträglicher Verkehrslärm prasselt auf mich ein. Dieser Straßenzug bildet eine Ausfahrtstraße aus der Stadt in die nahe gelegenen Ortschaften und ist deshalb während der Hauptverkehrszeiten, den Stoßzeiten, wie es so schön im Amtsdeutsch heißt, der " rush hour ", wie es die Angelismenfans es benennen,eine extrem stark frequentierte Straße. Im Slalom gehe ich auf dem zusammen gestückelten Gehsteig, zwischen Pfützen, Schneematsch und hochgedrückten Platten in Richtung Bank. Nach etwas mehr als fünf Minuten öffnet sich die Eingangstür zu der Filiale. Ich hole die EC-Karte aus dem Portemonnaie, stecke sie in den Schlitz und warte auf die Dialoge auf dem Display. Die üblichen Aufforderungen erscheinen auf dem Sichtfeld: " Bitte Geheimzahl eingeben!", "Bitte bestätigen ", " Bitte gewünschten Betrag eingeben " usw. Nach zwei Fehlversuchen, bei denen ich die Plastikkarte eben doch falsch herum eingesteckt hatte, erhalte ich dann endlich den Geldbetrag.

Ich stecke die Geldscheine in das Portemonnaie und verlasse die Bankfiliale. Nach einigen Metern muss ich in eine Nebenstraße einbiegen. Dort soll sich das Handy-Geschäft befinden, bei dem ich die Software auf dem erst kürzlich über ebay günstig erworbenen Gerät gelöscht erhalten bekommen würde. Ich betrete das kleine Geschäft, schildere mein Anliegen. Na, klar: " Hier werden Sie geholfen!". Ich unterschreibe einen Reparaturauftrag und warte etwa eine Vierstelstunde. Dann ist das Neu-Alt-Handy " debrandet ". Wieder so ein Unsinnsbegriff aus dem Wortschatz der modernen Kommunikationsgesellschaft. To brand bedeutet hier ja soviel, wie mit Zeichen versehen, markieren oder kennzeichnen. Dann müsste eben " debrand bedeuten, dass diese Zeichen, jene Markierung oder Kennzeichnung gelöscht wird. Aber debranden? Sei ś drum! Ich zahle für die Dienstleistung 19,-- EURO. Immerhin wesentlich billiger, als ein nagelneues Handy über einen Anbieter.

Nachdem ich das Geschäft verlassen hatte, suchte ich die nächste Haltestelle der Straßenbahn auf. Es waren nur einige Meter, dann stand ich an der Haltestelle der Linien 7 und 8. Wenige Minuten später erschien der farbige Zug der Linie 7. Also Karte erneut heraus und warten, einsteigen, entwerten, schnell Sitzplatz einnehmen, mitfahren, lesen, hören. Im Hintergrund liefern sich zwei mit den üblichen Knopfhörer bestückte junge Häupter ein Duell im 100 dB-Bereich. Ab 85 dB führt eine Dauerbeschallung zu irreparablen Gehörschäden. Waren wir nicht damals genau so?
Das Gewummere, geheule, Gezipe aus den Abspielgeräten ist unerträglich. Mir fällt der Kasernenhofton meiner Eltern ein: " Mach das Gejaule leiser!", " Stell'das Gekreische ab!" oder " was ist das für eine Negermusik?". Jugend hat das echt anders zu sein. Das war schon immer so. ie kann, soll, ja muss sich durch eine eigene Identität, über eigene Musik, Mode, Sprache, eben doch von der Erwachsenenwelt abgrenzen. das war auch bei uns so!

Zwischenzeitlich klingelt ein Handy bei einem der "Schwerhörigen ". Er spricht einige Wort. Kurze, sehr knapp gehaltene Sätze. Weil die Musik aus den Kopfhörer immer noch Zimmerlautstärke hat, verstehe ich nicht, was er wichtiges mitzuteilen hat. Kurze Zeit darauf wird der Musikfan erneut angerufen. Ein neuerlicher Kurzdialog folgt. Er setzt die Knopfhörer wieder in seine großen Ohrmuscheln und gibt sich entspannt. Die Fahrt mit der " 7 " nähert sich dem Ende. Die Ansage gibt bekannt: " Saxoniastraße ". Jetzt weiss ich endlich wieder, wo ich mich befinde. In achsen, in Dresden, im Stadtteil Löbtau. Hallo, aufwachen!
" Nächste Haltestelle: Kesseldorferstarße! Übergang zum Regionalverkehr!" krächzt es aus den Lautsprechern der Straßenbahn. Aussteigen!

Ich verlasse die Bahn und schreite einige Meter bis zur Haltestelle. Es hatte leicht zu nieseln begonnen. Ein trüber Wintertag im Februar eben. Keine Sonne, schmelzender Schnee und Temperaturen um 1 bis 3 Grad - scheußlich! Der 90er kommt wieder ewig nicht. Ich warte mindestens 10 Minuten, dann donnert das Monstrum auf drei Achsen, sechs Räder und mit einer LKW - Länge heran.Die Türen klappen auf. Einige Fahrgäste steigen vor mir ein. Ich sichte einen Sitzplatz im vorderen Drittel des Gefährts. Ich setze mich an das Fenster. Kurz darauf nimmt neben mir eine schwarzhaarige, durchaus attraktive Frau Platz. Sie starrt nach vorne. Wirkt kühl, abweisend, fast apathisch. Es ist eng auf den beiden Sitzen. Die Winterkleidung bedingt, dass sich die Arme einige Male beim Anfahren des Busses berühren. Ich empfinde es nicht unbedingt als unangenehm. Dennoch: Die Frau ist irgendwie komisch. Vielleicht ist sie psychisch gestört. Das hatte ich einst mehrfach erlebt, dass psychsich Kranke sich in den öffentlichen Verkehrsmittel annormal verhalten. Rauchen, Selbstgespräche führen, ständig wieder Aufstehen.
Während ich die Zeit erneut mit Lesen überbrücke, würdigt mich meine Sitzpartnerin keines Blickes. Das typische Verhalten einer geistig Verwirrten. Die Ansage verkündet: " Nächste Haltestelle: Dölzschener Straße!". Ich lege den " SPIEGEL " in meinen Beutel, erhebe mich und sage: Entschuldigung.". Sie steht mit auf. Eher widerwillig? Oder täuscht das? Ich schiebe mich an ihrem Rücken vorbei in Richtung Ausstieg,dabei blicke ich eher zufällig auf die rechte Hand, mit der sie den Halteholm umfasst. Ich erkenne abgekaute Fingernägel, rosa-rote Nagelbettränder, Kratzer auf der Handoberfläche. Ich stelle mich in den Durchgangsbereich und sage noch: " Danke". Dann hält der Bus. Ich drücke den Türöffnungsknopf, steige aus und gehe gemächlich auf dem Bürgersteig an dem Gefährt entlang. Das röhrt los und braust davon. Ich warte einen kleinen Moment, schaue nach links, nach rechts, dann überquere ich die " Wiesbadener Straße " in Richtung Haus.

Geschafft! Ein halber Nachmittag ist vergangen. Mir kommt es vor, als hätte ich eine Reise beendet. Dabei waren es eigentlich nur 10 Kilometer; von einem Stadtteil zu dem übernächsten.

Montag, 23. Februar 2009

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland = 40 Jahre BRD und DDR + 20 Jahre Deutschland - (k)ein Grund zum Feiern.




In wenigen Wochen ist es soweit, dann darf 2/3 der gesamtdeutschen Bevölkerung - ohne Migrationshintergrund - sich selbst feiern. Die alte Tante Bundesrepublik Deutschland ( BRD, BR Deutschland ) wird 60 Jahre alt. So alt wird kein Schwein? Irrtum, denn mit Beharrlichkeit und einem überproportional ausgeprägten Sitzfleisch ist es jenen Damen und Herren der ersten Stunde im Nachkriegsdeutschland gelungen, einem Land, dass bis dato für martialisches Auftreten bekannt war, einen halbwegs demokratischen Anstrich zu verpassen.Die Gründungsväter der Verfassung sind längst nicht mehr unter uns. Sie werden sich - sollte es so etwas, wie eine Wolke 7 geben - von dort mit Grausen abwenden, wenn sie sehen könnten, was aus jenem Gebilde, dass das Grundgesetz am 12. Mai 1949, in seinen juristischen Feinsinnigkeiten, einst vorgesehen hat, in 6 Jahrzehnten seiner Existenz geworden ist. Was ist also geblieben, von jenen ehernen Grundsätzen, die als Ergebnisse aus der Verfassungsgebenden Versammlung von vor 60 Jahren in 19 Grundrechtsartikel und weitere 127 Regelungen abgefasst wurden?

Viele Artikel sind längst Makulatur, weil die Verfassungswirklichkeit eine völlig andere ist. Da der jenen Vorschriften immanente Widerspruch, bereits wenige Jahre nach Inkraftreten der von den Westalliierten genehmigte Verfassung, offen zu Tage trat, sind viele Regelungen lediglich Wunschdenken geblieben. Deshalb, weil der jeweils herrschende Zeitgeist sie ad absurdum geführt hat; weil die Historie eben einen anderen Verlauf genommen hat, als jenen einst erwünschten und vorallem, weil der BRD-Durchschnittsmichel - so, wie viele übrigen Weltbürger - eine ambivalente Grundeinstellung zum Leben hat. Er zeigt dieses in seinem archaischen Triebverhalten, der vorbehaltlosen Umsetzung des ihm angeboren Sammler - und Jägerinstinkts, das sich nur schwerlich mit oktroyierten Verhaltensweisen ausschalten lässt. So entsteht jene Gemengelage, deren explosive Komponenten durch die historische Reglementierung von Seiten der Weltstaatengemeinschaft nach den von Deutschland aus inszenierten zwei Weltkriegen, nach 1945 erfolgreich unterdrückt werden konnten.

Von jenen 60 Jahren Bundesrepublik Deutschland - für mich nur BRD - durfte ich über 55 Jahre miterleben. Eine lange Zeit, die ausreicht, um eben jene Kritik zu üben, zu der hier und heute nur noch wenige BRDĺer in der Lage sein dürften. Längst hat der süße Duft der kapitalistischen Produktionsweise mit ihrer Konsum - und Wegwerf-Gesellschaft die Hirnwindungen und Sinne verkleistert. Wohlstand für Alle bedeutet - bezogen auf unzählige Bewohner in vielen anderen Staaten - Luxus für Viele!
Ob dieses Leben nun nur für von kurzer Dauer oder tatsächlich bis zum Tod geführt wird, dürfte zunächst unerheblich sein. Erheblich ist vielmehr, ob es durch eigenes Dazutun, durch Eigeninitiative zustande kommt. Ferner dürfte von Belang sein, wie jener Wohlstand,eigentlich erreicht wurde.
Der Maßstab zur Beantwortung dieser Fragen ist - immer noch - der immanente Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit.

Die ersten Jahre der noch jungen Bundesrepublik waren geprägt von Aufbauarbeit und Mangelwirtschaft. Sie ließen jedoch bereits erkennen in welche Richtung der Zug fahren würde. Die amerikanischen " Care "-Pakete, der Marshallplan, die Berlin-Luftbrücke - diese Ereignisse machten klar,dass die West-Alliierten keinen Satellitenstaat der UdSSR vor ihrer Haustür haben wollten. Der zunehmende Anti-Kommunismus ermöglichte es, dass die Wirtschaftsordnung des Grundgesetzes (GG ) eine kapitalistische, nach amerikanischem Vorbild werden sollte.
Adenauer und seine Polemik gegen die " Sovjeerts ", gegen die SBZ, die Ostzone oder einfach nur die Zone, sie fruchtete. Vorallem, weil eben die Sowjetunion alles daran setzte, die Reparationzahlungen der besetzten Teile des ehemaligen Großdeutschlands auf die Spitze zu treiben. Wenn sogar Eisenbahnschienen demontiert und in das ferne Sibirien verbracht wurden, dann gibt eine solche Handlung eben genug Anlass, eine anti-sowjetische Propaganda zu betreiben.

Während der eine Teil des besetzten Gebietes auf die Hilfslieferungen der Besatzer angewiesen war, musste der andere, der kleine Bruder, an die Besatzungstruppen, für jene Untaten gerade stehen, die die Hitler-Schergen durch den Krieg zu verantworten hatten. So driftete auseinander, was eigentlich zusammen gehörte. Der Westteil des Rest-Deutschlands entwickelte sich in den Folgejahren nach Staatsgründung zu einem prosperierenden Partner der westlich-orientierten Hemisphere und durfte sich dafür von seinen einst zu Erzfeinden ernannten Nachbarn, kräftig auf die Schulter klopfen lassen. Es ging voran. Aus der Trümmerlandschaft zwischen Flensburg und Freiburg, zwischen Aachen und Braunschweig entwickelten sich Wirtschaft, Verwaltung und Gemeinwesen. Wer arbeiten wollte, bekam auch welche. Wer Geld verdienen wollte, durfte auch verdienen. Alles unter dem Deck - und Schutzmantel der drei westlichen Siegermächte.

Von der Wiederaufbauphase ab 1945, der Staatsgründung 1949 habe ich zwar nur aus den Geschichtsbücher gelesen, dennoch steht für mich fest, dass es eine chaotische Zeit gewesen sein muß. Es war wohl eher für die Masse der Überlebenden aus dem Wahnsinn des Nationalsozialismus ein Kampf um das tägliche Überleben. Das Schlagwort " organisieren " spielte hier eine sehr große Rolle. Die Zeit war geprägt von Hunger, Krankheit,Tod. Die drei Reiter der Apokalypse suchten das Land heim, von dem der II. Weltkrieg ausgegangen war. Wer überleben wollte, der musste nicht nur einen starken Willen zeigen, der musst vorallem auch ein gewisses Quantum an Intelligenz mitbringen. Tausche Äpfel gegen Wollsocken, Kartoffeln gegen Teppich, Goldschmuck gegen Arzneien. Die Tauschwirtschaft blühte, der Schwarzmarkt florierte und das Zahlungsmittel hieß " Lucky Strike ".

Nun, diese wirren Jahre habe ich nicht selbst erlebt. Dennoch reicht mein Erinnerungsvermögen aus der Zeit der frühen 50er, um sagen zu können, was es heisst zu sparen, in Armut zu leben und sich mit den gerade zum Überleben notwendigen Dingen zu begnügen. Die viel zitierten Wirtschaftswunderjahre, sie rauschten an den meisten Menschen, der Mehrzahl der Familien und dem Gros der abhängig Beschäftigten nur so vorbei. Ohne großartige Spuren zu hinterlassen.
Meine Eltern und Großeletern lebten einst in einer "Gesindewohnung " auf einem Bauernhof - inmitten von Vieh, Mist und Schlamm. Sie verdienten ihr Geld mit Hilfsarbeitertätigkeiten auf dem Feld. Mein Vater war gelernter Maurer - Bauarbeiter waren Mangelware, die Wohnungsnot war groß, deshalb gab es genug Arbeit.Die Löhne waren allerdings so niedrig, dass oft Doppelschichten gefahren wurden,um überhaupt über die Runden zu kommen. Ein Fahrrad war damals ein Luxusartikel; mein Vater besaß schon eines. Ein Herkules, in schwarz,mit 28er Reifen. Damit fuhr er - wie unzählige auch - sowohl zur Arbeit, als auch zu den Rendevous mit meiner Mutter.

Nachdem meine Eltern im Mai 1952 geheiratet hatten, erwarben sie über meine Großeltern - mütterlicherseits - ein Grundstück auf einem Acker und bauten ein Zweifamilienhaus. Da es aufgrund der Wohnungsnot vergünstigte Baudarlehn und Zuschüsse gab, wohnten dann ab 1953 zunächst 6 Erwachsene, dann meine beiden Geschwister und ich in 6 Zimmern. Es gab einen Schweinestall, ein Kaninchenstall, einen Hühnerstall und einen Garten, in dem Obst und Gemüse angebaut und geerntet wurden. Die 50er Jahre waren von einem sehr bescheidenen Leben geprägt. Durch Hausschlachtungen, Verkauf eines zweiten mitgemästeten Schweines, Schlachtung von Kaninchen und Hühnern konnten sich meine Eltern und Großeltern über Wasser halten. In der Provinz, auf dem flachen Lande, in einem Dorf mit knapp 300 Seelen, herrschte ein anderer Tagesablauf, als in den Städten. Es gab kein Kino, nur kleine Geschäfte und einige Lokale. Das Schützenfest war ein Hauptjahresereignis, die Hasenjagd im Herbst eine feste Veranstaltung und das Lichterfest im benachbarten staatlichen Kurort eine Attraktion. Die Kindheit hatte dennoch viele gute Seiten. Wir durften draußen herumtoben. Es gab einen richtigen Winter mit viel Eis und Schnee, so dass wir Schlittenfahren konnten. Eine zünftige Schneeballschlacht gegen die übrigen Kinder aus der Straße machte genau so viel Spaß, wie das Erkunden der Felder, Wiesen, Äcker, die Ausflüge in dem nahe belegenen Harrl, einem Wald der von Bad Eilsen bis nach Bückeburg reichte.

Die 50er vergingen so schnell, wie sie es verdient hatten. Was blieb waren Erinnerungen auf jetzt vergilbten Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen eine unbefestigte Zuwegung vor dem Haus meiner Eltern zu sehen ist, einige Mädchen aus der Nachbarschaft im Pettycoat und Felder - Dorf eben!

Die 60er begannen bei mir mit der Einschulung. In die Volksschule, so nannte sich das Gebilde, in die die überwiegende Zahl eines jeden Jahrgangs bis zur 4. Klasse unterrichtet werden musste. Neben der Schulpflicht existierte ein strenges Regiment des Lehrkörpers. Sie waren die Göttin und Götter hinter dem Katheder. Was sie äußersten, forderten,bewerteten, das war Gesetz. Widerworte waren nicht erlaubt, eigenen Meinungen verpönt, Rüpelein wurden mit Schlägen sanktioniert. das nationalsozialistische Gedankengut lebte in Form der restaurativen Schulpolitik fort. Die Bildungseinrichtungen waren allerdings nur Abbild der Gesellschaft, die wiederum in einem frömmelnden Tiefschlaf zu versinken drohte. Die Erwachsenenwelt legte ihr bleierndes Gewand über meine Kindheit, die von Verzicht und relativer Armut geprägt war.

Mit Ende der 60er wurden einige - längst erwachsene - Westdeutsche aufmüpfig. " Milchgesichter " nannte sie Kiesinger, der Ex-Nationalsozialist und damalige Bundeskanzler während einer Wahlkampfrede in Bückeburg. Auch wenn sie jung und naiv waren, die sich daraus entwickelnde Bewegung, deren Proteste gegen die Erwachsenenwelt mit all ihren lähmenden Regeln und Zwängen, erbrachte in den 70er jene Reformpolitik, die sich viele Jahre später als zwiespältig zeigen würde. Zwiespältig deshalb, weil sich eigentlich nur die Fassade änderte, während in dem Eigentum immer noch die gleichen Bonzen wohnen blieben. Jene Bourgeoise, deren Kinder nun aufmuckten und selbst an die Futternäpfe wollten, die da heißen: Macht, Geld, Einfluß!

Die 70er waren aber auch eine musikalisch wunderbare Zeit für mich. Musik, insbesondere die Beat-Pop-oder Rockmusik wurde zu meinem Lebensinhalt. Ich erwarb in jenen Jahren sehr viele Platten, Tonträger überhaupt und nahm an ungezählten Live-Konzerten teil. Ich durfte viele Gruppen auf der Bühne erleben, die dann Jahre später so nicht mehr existent waren: Led Zeppelin, Scorpions,Jane,Chicken Shack,Omega,Karthago,Jethro Tull,Streetmark,MC 5, um nur einige zu nennen.
Musik war eine Lebenphilosophie, die durch das Tragen von mehr als schulterlangen Haaren und einem entsprechenden Outfit zum Ausdruck kam.

Ich begann mein Fachabitur nachzuholen. Es war eine harte Zeit, denn nach dem Abschluss musste ich sehr schnell feststellen, dass meine Vorstellungen vom Studentenleben nicht einaml ansatzweise zur Realität passten. Ich wechselte den Studienort, ging von Wilhelmshaven nach Bremen und hatte dort eine sehr schöne Zeit an der Hochschule für Wirtschaft.

In den 80ern begann ich mit dem Jura-Studium. An der Reformuniversität Bremen, der angeblich linken Kaderschmiede, so wie sie einst von den reaktionären und konservativen Kräften diffamiert wurde. Die Lehre von Karl Marx wurde auch hier zum Inhalt der Ausbildung, in der Gesellschaftskritik nicht nur zum guten Ton gehörte. Die 80er waren aber bald eine andere Zeit,denn durch Modetrends, die Yuppie-Popper-Bewegung wurde die Konsumgesellschaft immer stärker in den Vordergrund gerückt. Markenklamotten und sonstige Artikel waren eher en vouge, denn politische Meinungen. Es fand quasi ein roll back in der Jugend statt. Die Spaßgesellschaft wurde gegründet und mit ihr die neon-farbene Gier nach materiellen Werten.

Auch der anderen Seite kam die Anti-Atomkraft - und Friedensbewegung zusammen der der Partei " Die Günen " auf dem gesellschaftlichen Speiseplan. Eine Subkultur, die sich Alternative nannte und deren Lebensinhalte sich an eine naturverbundenes Sein orientierten. Männer mit Latzhosen, Frauen in Selbsterfahrungsgruppen, spirtuelle Trends waren hier in.

Die 80er vergingen und mit ihnen die letzten politischen Bewegungen. Es wurde in den 90er das verwaltet, was sich jeder aus dem großen Kuchen Gesellschaft und Ökonomie herausschneiden konnte. Die Ellenbogen - und Neidgesellschaft drang in die Köpfe der einst politisch motiviert agierenden Menschen genauso ein, wie in jenen der Majorität der Angepassten und Mitläufer, der Spießer eben. Die 90er waren auch nach Nachwendejahre. Es erfolgte ein Aufschwung, der auf Kredit basierte und dessen Zinsen und Zinseszinsen unsere Folgegenrationen noch zu zahlen haben. Vieles war im Umbruch, die ersten Wiedervereinigungsjahre verliefen chaotisch - bis das böse Erwachen kam. Die Zahl der Arbeitslosen schnellte auf fast 5 Millionen herau. Die Gesellschaft spaltete sich in eine 2/3 zu 1/3 Klasse. Arm blieb arm, recih wurde immer reicher. So entwickelte sich ein verwaltender Sozialstaat, der die Auswüchse des ungezügelten globalen Kapitalismus zu tragen hatte.

Diese Entwicklung setzte sich in den Nach-Milliniumsjahren fort. Der New Economy - Markt zerplatzte in tausende von Teilchen. Die ersten riesigen Pleiten wurden registriert und mit ihnen zerstob der naive Glaube, dass ein einfacher Bürger durch Aktien zu Vermögen kommen könne. Jene Betrüger, Gauner und Halunken indes kamen ungeschoren davon. Sie durften einen zweiten Heißluftballon aufblasen, der die Immobilien-und Rohstoffspekulationen beinhaltete. Auch dort war es wiederum nur Luft, die entwich, als dieses Gebilde platzte und die Weltökonomie seit 2008 in ihre schwerste Krise nach Beendigung des I. Weltkriegs stürzt.

Quo vadis, germania?

Ich werde in unregelmässigen Abständen einige posts einstellen, in denen ich mich mit den guten und schlechten Seiten der Jubiläumstante BRD beschäftige und dann aus dem eigenen Nähkästchen plaudern.

Sonntag, 22. Februar 2009

Wie sich die angebliche Musik- Avantgarde auf Kosten der GEZ-Gebührenzahler selbst beweihräuchert.

Samstag,21.02.2009, 20.15 Uhr. Das Erste Deutsche Fernsehen, die ARD, sendet live aus der 0 2-World in Berlin.
Es moderieren Pocher, Oliver und Schöneberger, Barbara. Babarisch ist schon die Zusammensetzung der geladenen Gäste. Das Duo Schöneberger/Pocher sollte denn zusammen bringen, was bisher nicht zusammen gehörte: die ARD und ein junges Fernsehpublikum – vereint durch den deutschen Musikpreis "Echo". Schon der Ansatz dieser sympathisch anmutenden Theorie ist Problem beladen.So blieb es schlussendlich nur bei der ernüchternden Realität.
Ein Sammelsurium von bunten Mitmenschen, die - je nach Alter - im Papageien-Look über den Laufsteg zur Bühne torkelten und hirnlose Sätze zusammen stammelten, deren intellektuelle Qualität in die Nähe einer Einrichtung für pädagogischen Sonderbedarf steht.
Einst hießen sie Hilfsschulen, dann Sonderschulen,heute Künstler-Gala.

Ob nun Grammay, Oscar,Osgar,Musik Award, Bambi,Echo, sie alle sind Selbstdarsteller-Veranstaltungen für jenen Teil der Gesellschaft, die für astronomische Summen, das von sich geben und jenes Persönlichkeitsbild zeigen, welches dem gemeinen Plebs als Kunst vorgegaukelt wird.

Nun ist Geschmack nicht definierbar, Geschmacksverirrungen sind mithin nicht justitiabel.
Seit 1992 wird dieser Skalp nun vergeben und die Namen aus der Reihe der ihn zugewiesenen Musiker gibt den jeweils aktuellen Stand der Verkaufszahlen an Tonträgern wieder.
Eine Auflistung lässt sich somit wie folgt erstellen:


http://www.wikipedia.org/wiki/Echo_(Musikpreis)">ki/Echo_(Musikpreis)

Die Phantasiewelt der " Schönen und Blöden " benötigt eine jährlich Frischzellkur, deshalb ist die Zahl der - zumindest bis 2008 - für die vermeintlichen Events geladenen Gäste, die von den diversen Gastgebern denn auch gerne als Stars oder Superstars tituliert werden, unermesslich groß. Was einst im kleinen Rahmen in dem noch geteilten Deutschland in den Endfünfzigern von der Teenie-Zeitschrift mit Aufklärungsanspruch " BRAVO " mit dem Preis des " BRAVO OTTO " in Gold,Silber und Bronze ausging, mutierte alsbald zu einer wahren Preisverleihungsorgie.

Die Verlagsgruppen Bauer,Springer,Burda überboten sich sehr schnell bei der Inszenierung von Auftritten für jene Freischaffenden, deren Out-Fit immer glamoröser wurde,während die wenigen Sätze,die sie - zumeist auswendig gelernt - oft in einem Vokabular-Chaos endeten.
Diese - nach USA-Vorbild - ablaufenden Danksagungsshows boten einem der Überraschungspreisträger eine willkommene Gelegenheit, um noch mal eben Schleichwerbung für den vertraglichen Brötchengeber abzusetzen.
Solange sie dieses im werbefinanzierten Privatsender erledigen konnten,hagelte es allenfalls Abmahnungen von Seiten des Medienrats, der als feriweilliges Selbstkontrollorgan nur den Zeigefinger erhob. Seit dem 21. 02. 2009 ist dieses jedoch anscheinend erlaubt, denn in der ARD-Langeweiler-Echo-Sendung durfte jeder seinen Dank an den jeweiligen Geldgeber zum Besten geben.
Vielleicht konnten die ARD-verantwortlichen dieses Endlosgeplärre mit Reklameeinlage buchungstechnisch unter der Rubrik " Produktionskostenzuschuss " einbringen. Schließlich mussten die Unsummen, die für die Veranstaltungsrechte aus dem Topf der GEZ-Zwangsabgaben in irgendeiner Form wieder eingespielt werden. Fakt ist nämlich:
Für eine Millionen-Summe hat die ARD im vergangenen Jahr die Übertragungsrechte an der "Echo"-Verleihung gekauft und damit RTL ausgestochen. Was am Ende unter öffentlich-rechtlicher Regie heraus kam, hätten die Verantwortlichen auch billiger haben können: Ein Kessel Buntes , ein fader Remix aus "Musikantenstadl", der Ein-Mann-Verdummungsshow mit der "Wetten-dass"-Couch, das dynamische Duo "Schmidt und Pocher" heute jedoch ohne Schmidt und ein Extrakt aus der Daily-Soap "Verbotene Liebe" hätte den gleichen Effekt erzielt.

Wo Unterhaltung drin sein sollte, war Ödnis geboten , so dass sich nach einer Viertelstunde bereits die Ratlosigkeit mehr als breit machte. Wo Glamour angestrebt war, stolzierte die SAT 1-Sopranistin mit Pampa-Flair Jeanette Biedermann - sie ist in ihrer Daily Soap " Anna und die Liebe " nicht nur bieder, sonder treu - doof - im weißen Wasserfall-Kleid als teutonischer Marylin-Monroe-Verschnitt auf die Bühne - und wo die Musik eingespielt wurde, war sie von der Machart jener ARD-Rundfunkprogramme, deren Zuhörerschaft sich aus dem Altergruppen 80+ zusammen setzt -,denn als die Schlagersängerin Helene Fischer "Lass mich in Dein Leben" – trällerte, kam bei vielen Zuschauern und den wenigen, weil Hand verlesenen in der Berliner Futurehalle das große Gähnen.

Junge deutsche Musik spielte auch dieses Mal überhaupt keine Rolle.Wahrscheinlich deshalb nicht, weil sie weder Lobby noch Verkaufszahlen vorweisen kann und unisono - wie ein Windows Vista-Baustein völlig austauschbar ist. Zwar wurde der Hiphop-Sänger Peter Fox ("Das Haus am See") gleich mehrfach ausgezeichnet, und Bushido versuchte sich als Laudator, wobei dem Radale-Rapper bereits der Mund eintrocknete, ehe er ihn überhaupt öffnen konnte: Zu hören jedenfalls waren die Rap -Songs aber nicht, die angeblich das junge Publikum begeistern. Die ARD bat da lieber - wie gewohnt - die Oldtimer auf die Bühne.

Dabei war der Sendeverbund mit den vielen nicht werberelevanten Zuschauern zuvor beinahe über sich hinaus gewachsen und hatte mit Barbara Schöneberger und Oliver Pocher zwar ein durchaus schlagfertiges Moderatoren-Duo engagiert, dennoch bleib die berufsübliche Lästerei über ihren Auftraggeber eher Stückwerk; zu groß schien am Ende der Respekt vor der öffentlich-rechtlichen Alt-Herrenriege mit ihrer Autorität im GEZ-finanzierten Hugo Boss-Anzug. Schien auch das Gefasel, dass alles andere, denn Moderation war, noch halbwegs erträglich, so überboten sich die beiden Künstler im Wechselspiel des sich-gegenseitigen Wortabschneidens; statt einen verbalen Schlagabtausch zu produzieren.

Wenn also interessierte des teure Hans-guck-in-die-Luft-Prozedere mit den Blechstauen wirklich? Der GEZ-Zwangsabgabengebeutelte sollt ernsthaft überlegen, ob er für einen derartigen Schund zur samstäglichen Bestsendezeit nicht lieber den Abschalteknopf auf seiner TV-Fernbedienung drückt, ehe er mit Ohrenschmerzen und Augenflimmern, ob der grellen Farbvergewaltigungen nicht am Montag zum Facharzt laufen muß. Ähnlich, wie das ZDF mit seinen - von dem allmächtigen Fürstenduo Schächter/Brender abgesegneten - Adaptionen aus den privaten USA - Folterkellern, gibt sich die ARD bei dem temporären Niedergang der Sendeformate mit Format, alle Mühe, den nicht geliebten, kleinen Bruder alsbald zu überholen - wenn auch im Schneckentempo.

Freitag, 20. Februar 2009

Mißfelder streut Mist auf die Felder und diskreditiert sich selbst.

Es gibt den Begriff " Feld " im deutschen Sprachgebrauch. Hierunter sind zum einen - unter physikalischen Aspekten - bestimmte Maßeinheiten zu verstehen.
Ferner gibt es auch die semantische Definition von " Feld ". So kann hierunter eine bestimmte Größe einer Fläche verstanden werden. Für mich als Fußball-Enthusiast kommt sofort das " Mittelfeld " als eine Begrifflichkeit im Sinn. Mittelfeld deshalb, weil es jene Fläche zwischen Strafraumgrenze und Mittellinie, also der Grenze zum Spielfeld des Gegners absteckt. Mittelfeld auch, weil es als personelles Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff steht.

Einst war die Fußball-Taktik relativ einfach: Es gab einen Torhüter, zwei Verteidiger, drei Mittelfeldspieler ( linker Läufer, Mittelläufer, rechter Läufer ) und fünf(!) Stürmer ( Linksaußen,Halblinker,Mittelstürmer, Halbrechter,Rechtsaußen ).
Diese Fußball-Philosophie ist lngst ad acta gelegt. Heute wird mit unzähligen taktischen Fineßen gespielt. Es gibt eigentlich keine einheitliche Formation. Jede Mannschaft hat ihre Eigenheiten. Jedes Spiel wird taktisch anders ausgerichtet.

So ist es auch in der Politik. Jeder Berufspolitiker richtet seinen eigene Herangehensweise nach dem gegebenen Umfeld. Werden also Äußerungen zu einem bestimmten Thema medial verbreitet, so muss deren Inhalt und Aussagekraft nach dem aktuellen Stand der Diskussion und der Frage nach bevorstehenden Wahlen bewertete werden. Politik ist auch hier zum Tagesgeschäft geworden. Sie ist personell und inhaltlich austauschbar. Wenn also ein Berufspolitiker aus der zweiten oder dritten reihe sich zu einem bestimmten Thema äußert, so bedeutet dieses längst nicht, dass seine Meinung, seine Einschätzung oder seine Wertung bindend für dessen Partei, dessen Fraktion oder einer ihm zugeneigten Lobbygruppe ist.

Unter diesen Aspekten müssen auch die kürzlichen Äußerungen des CDU-Politikers Mißfelder gesehen werden. Er geriet erneut in die Kritik, weil er eine - unbewiesene - Behauptung aufstellte, wonach die Empfänger staatlicher Transferleistungen ( HARTZ IV ) nur darauf aus seien, eine mögliche Erhöhung des Regelsatzes für minderjährige Kinder dazu zu nutzen, um dieses Geld in Schnaps und Zigaretten umzusetzen.
Die Presse berichtete deshalb so:

Philipp Mißfelder
Von einem Fettnäpfchen ins nächste
Nach einem Sturm der Entrüstung rudert der wegen seiner Hartz-IV-Schelte in die Kritik geratene CDU-Politiker zurück. Ein neuer Aufschrei folgt prompt.

Philipp Mißfelder
Er wolle die Debatte „versachlichen“, sagte Mißfelder den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ vom Samstag. Die Debatte sei „unglücklich gelaufen“. Mißfelder hatte dem Blatt zufolge mit Blick auf die Erhöhung des „Hartz IV“-Kinderregelsatzes ab 1. Juli gesagt: „Die Erhöhung von ´Hartz IV´ war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.“ Mißfelder räumte nun ein, dass viele „Hartz IV“-Empfänger unverschuldet in Not geraten seien.
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Philipp Mißfelder:
Applaus für Arbeitslosen-Schelte
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Schnaps-Idee des JU-Chefs reizt Sozialverbände
Hartz-IV-Fauxpas:
Mißfelder schwächt Aussage ab
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Welche Noten erhält Philipp Mißfelder?
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Allerdings müsse die Zielgenauigkeit der finanziellen Angebote geprüft werden. „Mir geht es darum, dass das Geld bei den Kindern ankommt“, sagte Mißfelder. Er regte an, bei weiteren Erhöhungen des „Hartz IV“-Kinderregelsatzes Gutscheine statt Bargeld an die Leistungsempfänger auszugeben.

„Unerträglich“ und „perfide“

Der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer nannte Mißfelders Äußerung unerträglich. „Der Vorschlag, Gutscheine an ´Hartz IV´-Empfänger auszugeben, stigmatisiert Langzeitarbeitslose“, sagte er der Zeitung.

Die Chefin der SPD-Nachwuchsorganisation Jungsozialisten, Franziska Drohsel, sagte, es sei perfide, dass Mißfelder „Hartz IV“-Empfängern unterstelle, das Geld nicht für den Nachwuchs, sondern für Alkohol und Zigaretten auszugeben. „Er tut so, als würden alle, die nicht arbeiten, ihre Kinder schlecht behandeln“, sagte sie dem Blatt.

Parteiübergreifendes Befremden

Auch parteiübergreifend hagelte es Kritik: Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, bezeichnete die Aussagen des CDU-Präsidiumsmitglieds als „zynisch und menschenverachtend“. Selbst der bayerische JU-Chef Stefan Müller (CSU) sprach von einer „unangemessenen Privatmeinung“. Der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, legte Mißfelder eine Enschuldigung nahe.

Mißfelder ist hier kein unbeschriebenes Blatt. Einst schürte er des Volkes Zorn mit einer medial aufgeplusterten Meinung zur Umverteilung der Lasten innerhalb der gesetzlichen Sozialversicheungen:



Sie bitten die Alten also zur Kasse?
"Natürlich. Die Alten sollen sich stärker an dem beteiligen, was den Sozialstaat wirklich ausmacht: Nehmen und Geben! Es ist ganz klar, dass die Belastung nicht nur oder im Wesentlichen auf meiner Generation liegen kann."
...
"Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen."
...
Klar war die Position der CDU in den vergangenen Monaten eigentlich nur bei ihrer Amerika-hörigen Lust am Irak-Krieg.
"Das ist doch ein gutes Beispiel dafür, wie es der Parteivorsitzenden gelungen ist, die Union ganz eindeutig zu positionieren."
...
"Wir hätten entweder eine klare Sonthofen-Strategie der Ablehnung fahren können mit einer deutlichen eigenen programmatischen Aussage. Oder aber eine Kooperationsstrategie, bei der klar erkennbar ist, wo die Union Kompromisse macht und wo sie sich selbst durchsetzt."
Sonthofen-Strategie
Anspielung auf die berühmt-berüchtigte Franz Strauss Rede von Franz J. Strauss auf der Tagung der CSU-Landesgruppe in Sonthofen am 18./19.November 1974. Allerdings kennt Mißfelder anscheinend diese Rede genau, da Strauss das Gegenteil vorschlug: keine deutliche eigene programmatische Aussage. Sein Redebeitrag dazu: "Lieber eine weitere Inflationierung, weitere Steigerung der Arbeitslosigkeit, weitere Zerrüttung der Staatsfinanzen in Kauf nehmen, als das anzuwenden, was wir als Rezept für notwendig halten ...".
Katherina Reiche, CDU, unterstützt den Vorschlag Mißfelders, den die Kieler Nachrichten als Menschen verachtend und ökonomisch unsinnig bezeichneten.


So palavert Mißfelder über Dinge, von denen er keine Ahnung hat. Er ist weder Sozialökonom, noch Volkswirt,geschweige denn ein erfahrener Politiker. Mißfelder ist ein Rabulistiker, der durch unkontrollierte Meinungsäußerungen seinen Berufsstand weiter diskreditiert. Ein Dummschwätzer also, dessen Bestrben es ist, durch die Verbreitung von Unsinn in die Schlagzeilen zu kommen. Mißfelder ist ein Dünnbrettbohrer, dessen eigener Hintergrund, dessen eigene Herkunft und dessen Zukunft in der Partei, die sich " christlich " nennt, eher Anlaß zu der Fragestellung gibt:
" Wie oft dürfen und wie viele jener CDU-Flachdenker können sich eigentlich noch in der Öffentlichkeit über Themen ausbreiten, von denen sie nicht einmal ansatzweise etwas verstehen?"

Der Briefzusteller, ein unzuverlässiger Kantonist in den Zeiten der globalisierten Wirtschaft?




Eine Kurzmeldung in den Frühnachrichten bei MDR Info machte mich heute nachdenklich.Hier wurde von einem Brief - und Postzusteller berichtet, der die ihm zugeteilten Sendungen nicht an die Adressaten zugestellt, sondern in einem Waldstück entsorgt haben soll. Kein Einzelfall, von dem wie folgt berichtet wird:

Post im Wald entsorgt - Täter ist ermittelt

Bereits drei mal wurden in den letzten Wochen große Mengen Post im Wald entsorgt. Tausende Briefe, Pakete und Kataloge wurden unter Anderem am Sarchinger Weiher und bei Mittelsneukirchen bei Cham illegal im Wald abgeladen. Die Empfänger warteten vergeblich auf ihre Briefe. Jetzt scheint der Täter gefunden.

Ein 19-jähriger Mann, der mit der Briefzustellung für die Ortschaften Thalmassing, Köfering und Wolkering (Landkreis Regensburg) betraut war, hatte sich bei der Polizei gemeldet. Scheinbar ist der Druck auf ihn zu groß geworden, nachdem mehrere verschiedene Regionalmedien über die Fälle berichtet hatten (TVA-Beitrag)

Er sei mit der Zustellung überfordert gewesen, gab der Mann in der Vernehmung an. Die Abladeplätze hatte der junge Mann mehr oder weniger willkürlich gewählt.

Ungeklärt ist noch, was mit mehreren verschwundenen Wertgegenständen aus der entsorgten Post geschehen ist. Der geständige Postbote bestreitet die Gegenstände an sich genommen zu haben. Weil die Post an den Abladeplätzen für jeden zugängig war ist aber auch nicht auszuschließen, dass sich andere Passanten an der Post „bedient“ haben.

Angezeigt wird der Mann nun unter anderem wegen Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses.

Die liegengebliebene Post wird übrigens von der Post nachträglich zugestellt, soweit dies noch möglich ist.

Der Hintergrund für jene "Freveltaten" wird hier nicht klar, obwohl er längst bekannt ist. Die Post, aber auch ihre Konkurrenten zahlen "Dumpinglöhne" und lassen Arbeitsbedingungen zu, die an längst vergangene Zeiten erinnern. In einer Fernsehreportage heisst es u.a. hierzu:



Vierzig Stunden die Woche ordentlich arbeiten, doch das Geld langt hinten und vorne nicht. Wir haben Menschen getroffen, die genau in dieser Lage sind. Briefträger.

Das war einmal ein schöner Beruf, viel Bewegung, Kontakt mit Menschen und ein sicherer Arbeitsplatz bei der Post. Das aber war gestern, heute drängen immer mehr so genannte Briefdienstleister in das Geschäft, was nicht schlimm wäre. Warum soll sich nicht auch ein Großunternehmen wie die Post dem Wettbewerb stellen?


Aber viele neue Wettbewerber zahlen lediglich Hungerlöhne.


Tja, was war das vor vielen, vielen Jahren noch für ein krisensicherer Job. Einst, als die Deutsche Bundespost nocht nicht privat-wirtschaftlich, also Profit orientiert, ausgerichtet war, gehörte dieses Staatsunternehmen, zusammen mit der Deutschen Bundesbahn, zu den größten Arbeitgebern in der BRD. Der Aufbau war streng hierachisch, die Mehrzahl der dort Tätigen verbeamtet und die Besoldung eher gering. dafür gab es eine Arbeitsplatzsicherungsgarantie auf Lebenszeit. Der verbeamtete Postbedienstete war ein kleiner König hinter seinem Schalter, der Postbeamt im höheren Dienst, ein kleiner Kaiser, der Zustellbeamter aber immer noch ein Duodezfürst.
So kam er regelmässig auf seinen Touren durch mein Geburtsort, einem kleinen Nest im Weserbergland zwischen hannover und Bielefeld, mit seinem Dienstfahrrad die steile Feldstraße hoch gekeucht. Er hatte ein schwarze Ledertasche umgehangen. darin waren die Postsendungen fein säuberlich eingeordnet.

Mit hoch wichtiger Miene klingelte er an der Tür, wenn ein besonderer Brief oder eine Zahlungen, wie einst die Rente es war, übergeben werden musste. Ein wichtiger Beruf, denn er schaffte Vertrauen und Respekt, er war auch eine Art Seelenklempner, der oft ein offenes Ohr für die kleinen und großen menschlichen Probleme hatte.

Das nahe belegene Bad Eilsen hatte sogar eine eigene Postdienststelle. Dort waren in den 50ern bis 7oern über 15 Menschen beschäftigt. Dann wurde die Post zunächst noch umgebaut, aber in den 80ern geschlossen. Mit dem rapiden Rückgang der Kuren, der Patienten und der lokalen Wirtschaft hatte sie ihre Existenzberechtigung verloren. Es gab seit dem nur einen kleinen Filialbetrieb innerhalb eines Supermarktes.

Ende der 80er wurde auch die erste Postreform in Kraft gesetzt. Der einstige " Gelbe Riese " musste damit viele seiner Zuständigkeitsfelder aufgeben. Das Rundfunk - und Fernmeldewesen wurde ausgegliedert, die Sonderdienst, wie Geldtransfers wurden abgeschafft und ausgegliedert. Die Post wurde entschlackt.

Nach weiteren Reformen in den 90ern und darauf folgend, war nichts mehr so, wie es einst, nämlich bei Gründung der BRD vor etwa 60 Jahren eingeführt worden war.
Vorallem für das Personal bedeuteten die ungezählten Umstrukturierungen einen enormen Wandlungsprozess. Nicht nur das die Arbeistintensität zunahm, auch die Löhne und Gehälter veränderten sich ständig.
Wer heute bei der Deutsche Post AG eine Stelle im Zustelldienst hat, der darf sich nicht mehr sicher sein, dass ihm diese auch noch im nächsten Jahr bleibt.

Selbst eine Mitrarbeiter, der die Ausbildung in einem der vielen Schulungszentren durch laufen hat, kann von sich nicht sagen, dass er eine Stelle bei der Deutsche Post AG bis zum Rentneintritt behält.
So fühlt sich den so mancher Mitarbeiter überlastet und wirft die ihm anvertrauten Zustellsendungen weg, trägt sie erst gar nicht aus oder versucht einige Breifsendungen sogar zu manipulieren, in dem er / sie den Inhalt ( Geld, Eintrittskarten etc. ) entnimmt und die Sendung ohne Inhalt einwirft.

So wie überall auf der Welt, gibt es auch bei der DBP AG eine Reihe schwarzer Schafe.

Lustig ist es deshalb, wenn ein ehemaliger Postmitarbeiter seinen Ex-Arbeitgeber auf die berühmte Schippe nimmt. So, wie es unten der Fall ist:


Das kleine ABC des " Gelben Riesen " wird denn zunächst so aussehen:
A

Absender

Hörfunk- oder Fernsehstationen, die ihre Programme im flachen Winkel nach unten abstrahlen, damit sie auch in Souterrian- und Erdgeschoßwohnungen empfangen werden können.

Adresse

Leitcode, der die Brief- und Paketzusteller zu den Adressaten führen soll. Sehr zum Leidwesen der Zusteller ist die Adresse aber nicht immer eindeutig, manchmal ist sie nur sehr schwer, häufig gar nicht zu entziffern

Ansichtskarte

Luxusausführung der Postkarte, die neben der Standorteintragung jeder Niederlassung, Postfiliale und Postagentur auch eine Abbildung derselben zeigt, bei Eckgebäuden sogar die Fassaden-Ansichten in beiden Straßen. Die Ansichtskarte ist sowohl in schwarz wie auch in Farbe erhältlich.

B

Beamte

Weibliche und männliche Arbeitnehmer, auch bei der Post, die infolge ihres öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnisses lebenslang gegen Armut gesichert sind - aber leider auch gegen Reichtum. Die Öffentlichkeit hat etwas gegen Beamte. Das ist völlig unverständlich - Beamte tun doch nichts! Da die Post, seit sie Aktiengesellscheft ist, ihren Mitarbeitern nicht mehr zum Status des Beamten verhelfen kann, müssen die verbliebenen Beamten als Auslaufmodell angesehen werden.

Beutel

Transportbehälter, der aus dem gleichen Material hergestellt wird wie ein Sack, aussieht wie ein Sack, riecht wie ein Sack und dem gleichen Zweck dient wie ein Sack. Deshalb versteht kein Mensch, warum die Post ihre Säcke Beutel nennt.

Brief

Gemeinschaftsprodukt der Papierindustrie und der menschlichen Phantasie. Die eine liefert die Hardware, die andere die Software. Die meisten Menschen bekommen gerne Briefe - die meisten Menschen schreiben nicht gerne Briefe. Ein Problem, das der Quadratur des Kreises ähnelt.

Briefgeheimnis

Das bislang erfolgreich gebliebene Bemühen der Post, sich nicht hinter die Kulissen und in die Karten gucken zu lassen, damit niemand erfährt, wie sie es schafft, daß der größte Teil der täglich über 50 Millionen Briefe schon am nächsten Tag im Hausbriefkasten des Empfängers ist.

Briefkasten

Gelbes Gehäuse, je nach Bauart breitmäulig oder schlitzohrig, das allein zum Zwecke der Verschönerung des Straßenbildes aufgestellt oder an Hauswänden aufgehängt wird. Weil manche Leute aus lauter Übermutund ohne über die Folgen nachzudenken Briefe und Postkarten hineinwerfen, muß der Briefkasten ab und zu geleert und der Inhalt entsorgt werden.

Briefmarke

Einzelelement aus dem von der Post angebotenen umfangreichen Sortiment bunter Papierschnipsel unterschiedlicher Größe, Gestaltung und Preisklasse. Die Briefmarke wird von 10 Pf bis zu 7 DM angeboten, ohne daß auf den ersten Blick ein Qualitätsunterschied zu erkennen ist. Deshalb der gute Rat: Erst Prüfen und vergleichen, dann kaufen. Bis heute ist es der Post nicht gelungen, den angestrebten höchsten Qualitätsstandard zu erreichen: Marken mit glattem Rand herzustellen. Als Nachteil wird außerdem bemängelt, daß man den Preis nicht abmachen kann, wenn man beispielweise eine besonders schöne Briefmarke verschenken will.

Briefmarkenautomat

Mechanisches Gerät, das als Spielgerät in Vergnügungszentren oder zum Zwecke des Warenverkaufes aufgestellt und statt mit Münzen mit Postwertzeichen bedient wird. Das ist sehr praktisch, weil es bei Briefmarken mehr unterschiedliche Wertstufen gibt als bei Münzen.

Briefträger

Jeder Briefträger weiß, daß er existiert. Tut er aber nicht, sagt die Post. Sie beschäftigt statt dessen Zusteller von denen es zwei Arten gibt - der eine bringt die Briefe unde der andere die Pakete (beide gibt es in männlicher und weiblicher Ausführung).

Briefzentrum

Kann mit einfachsten Hilfsmitteln - nämlich mit Lineal und Bleistift oder Kugelschreiber - durch die Ermittlung des Kreuzungspunktes der beiden Diagonalen ermittelt werden. Nachdem die Post angekündigt hat, sie wolle 83 Briefzentren bis zum Jahr 1999 einrichten, hat der Deutsche Mathematische Vereinigung den Vorstand der Post auf die einfache geometrische Regel hingewiesen, daß zwei Geraden nur einen einzigen Schnittpunkt besitzen und ein Brief deshalb nur ein einziges Zentrum haben kann, und um Aufklärung gebeten, wie die Post in einem Rechteck 83 Zentern realisieren will. Die Absender und Empfänger von Briefen interessiert dieses Problem überhaupt nicht. Für sie steht im Zentrum eines jeden Briefes der Inhalt.

C

Christel

Name jeder Postlerin, auch wenn ihr amtlicher Taufname Petre, Elisabeth, Stefanie oder Kerstin ist. Wurde für die Operette "Der Vogelhändler" von Carl Zeller erfunden. Der Name Christel muß in den Peronalausweis oder Reisepaß nicht eingetragen werden, weil jeder weiß, daß jede Postlerin so heißt.

D

Dienstkleidung

Modernes, schickes und farbenfrohes Outfit der Postler, die, wenn sie hinter dem Schalter sitzen oder auf Zustelltour sind, unmittelbaren Kontakt zu den Kunden der Post haben, wobei die Zusteller das zumeist blaue und triste Straßenbild der Städte und Gemeinden ungemein auffrischen und gerngesehene Blickpunkte sind.

E

Einschreiben

Besteht aus nur einem Blatt Papier, von dem nur eine Seite beschrieben sein darf. Das Einschreiben wird ab der nächsten Ausgabe der Allgemeinen Geschäftsbedingungen Monogramm oder Unigramm genannt.

Entgelt

Der fehlgeschlagene Versuch, das bayrische mündliche "Vergelt`s Gott" in schriftliches Hochdeutsch zu übersetzen, mit der Folge, daß aus einer rein verbalen Dankbarkeitsbezeugung die Pflicht wurde, eine Handlung oder Dienstleistung mit Geld zu bezahlen.

E+1

Zauberformel der Post, nach der Briefe bereits am nächsten Tag beim Empfänger ankommen sollen, was nach den Gesetzen der Physik aber so unmöglich ist wie das Perpetuum mobile. Trotzdem sagt die Statistik, daß die Post es zu 87 Prozent schafft. Ein Zaubertrick, den noch niemand durchschaut hat.

Ersatzempfänger

Postkunde, dessen Briefkasten, wenn er keine individuell an ihn gerichteten Brief erhält, statt dessen mit Werbesendungen vollgestopft wird.

F

Fahne

Hängt die Post in den Wind, so wie andere ihr Mäntelchen. Manchmal haben auch Zusteller eine solche.

Flaschenpost

1. Briefe und Pakete an Versager.
2. Verpackungsart, die früher von Seebären, insbesondere nach dem Stranden auf einsamen Inseln, verwendet wurde, nachdem sie in etlichen fehlgeschlagenen Versuchen festgestellt haten, daß Briefumschläge nicht wasserdicht sind. Manchmal kam die Flaschenpost sogar an.

Frachtpostzentrum

Mittelpunkt einer Frachtpostsendung, der sich bei quaderförmigen Paketen dort befindet, wo sich zwei räumliche Diagonalen schneiden, zum Beispiel die von links unten vorne nach rechts oben hinten mit der von rechts oben vorne nach links unten hinten. Bei rollenförmigen Paketen ist die Ermittlung des Frachtzentrums etwas schwieriger.

freimachen

Hat für die Post eine andere Bedeutung als die für den praktischen Arzt oder für den Psychiater. Dabei macht man beim freimachen im Sinne der Post eigentlich gar nichts frei, sondern klebt im Gegenteil eine vorher freie Stelle mit einer Briefmarke zu.

G

Gehalt

Erhalten die Postler monatlich, sofern sie Beamte sind; Angestellte erhalten Vergütung, Arbeiter Lohn. Die Öffentlichkeit meint, die Postler bekommen mehr Gehalt, als sie verdienen, die wiederum glauben, sie verdienten mehr, als sie bekommen.

gelb

Unternehmensfarbe der Post. Gelb war im früheren China den Kaisern vorbehalten. Ist deshalb durchaus standesgemäß für die Post in Deutschland. Wurde hier aber erst 1949 zugelassen. Ein früherer deutscher Wirtschaftsminister hat einmal gesagt: "Ich habe schon viele Postminister kommen und gehen sehen - ob rot, ob schwarz. Nach einem halben Jahr waren sie alle gelb." Die Öffentlichkeit sieht bei Gelb aber meist rot, wenn ein Brief mal wieder zu lange unterwegs war oder eine weitere Postfiliale geschlossen wird.

Großbrief

Schreiben von Großmüttern und Großvätern und Großtanten und Großonkeln an ihre Großenkel und Großnichten und Großneffen und umgekehrt.

H

Hausbriefkasten

Geplanter kundenfreundlicher Service zur Steigerung der Qualität und der Imageverbesserung der Post, was sie dadurch erreichen will, daß sie einen gelben Briefkasten an jedem Gebäude anbringen bzw. vor jedem Haus aufstellen wird und die Kunden dann nicht mehr so weit laufen müssen wie heute.

Hundebisse

Häufige Verletzungsart bei Zustellern. Obwohl der Hund der beste Freund des Menschen ist, ist er der ärgste Feind des Zustellers. Womit ausreichend bewiesen sein dürfte, daß Zusteller gar keine richtigen Menschen sind. Wesentlich seltener als von Hunden werden Zusteller von Katzen, Papageien oder Meerschweinchen gebissen, von Goldfischen dagegen nie. Daß Zusteller in Bayern auch von Wolpertingern attaktiert werden, ist nach Meinung der ungläubigen Nordlichter aber nur ein Gerücht.

I

Infobrief

Schreiben, mit dem die Post einerseits ihre Mitarbeiter und andererseits seine Kunden regelmäßig über alle Neuerungen informiert, damit jeder jederzeit weiß, was er von seinem Arbeitgeber bzw. von seinem Dienstleistungsunternehmen erwarten und von ihm fordern kann.

Infopost

Die neue, moderne Post, die sich mit regelmäßigen Informationen über alle Neuigkeiten plötzlich als offenes Unternehmen, sozusagen als "gläserne Post" präsentiert.

Irrläufer

Brief- oder Paketzusteller, die wegen Hieroglyphen oder wegen fehlerhafter Anschriften oder falscher Postleitzahlen auf Briefen und Paketen auf der Suche nach den richtigen Empfängern durch die Straßen irren.

J

Jugendmarken

Briefmarken, die noch zu jung sind, als daß sie bereits zum Verkauf freigegeben werden können.

K

Kastenleerung

Tätigkeit, mit der regelmäßig so unnütze Gegenstände wie Breife und Postkarten aus den Briefkästen herausgeholt werden. Die letzte Kastenleerung findet grundsätzlich fünf Minuten vor dem Zeitpunkt statt, zu dem der Kunde abends seine Briefe einwerfen will.

Kunde

Der größte Störfaktor im Postbetrieb. Gäbe es nicht so viele Kunden, könnten die Postler ungestörter und damit wesentlich konzentrierter und viel effektiver arbeiten. Der Kunde tritt zumeist anonym auf, indem er seine Briefe heimlich in den Briefkasten wirft; viele sind aber so dreist, den Postlern in den Postfilialen ungeniert gegenüberzutreten.

L

Landzusteller

Wenn man begriffen hat, daß Briefzusteller Briefe zustellen, Paketzusteller Pakete und Eilzusteller Eilsendungen, fragt man sich, wie groß das Stück Land sein kann, das der Landzusteller dem Landmann ins Haus bringt.

Leerungszeit

Die Zeit, die ein durstiger Zusteller benötigt, um aus einer vollen Flasche Bier eine leere Flasche Bier zu machen. In Bayern gilt "eine Maß" als Maßstab. Die enthält zwar mehr Bier als eine Flasche; trotzdem sind die Leerungszeiten in Bayern nicht länger als nördlich des Mains.

Logo

Auch die Post hat ein solches Firmenemblem. Es ist das Horn, weil früher die Postillione in selbiges gestoßen oder geblasen haben. Ist doch logo, oder?

Luftpost

Wird stets als eine der großen Erfindungen der Post angesehen. Tatsächlich aber ist die Luftpost schon in der Bibel belegt: Sacharja 5,2: Ich sehe eine fliegende Schriftrolle, die ist zwanzig Ellen lang und zehn Ellen breit.

M

Maxibrief

Bezeichnung der Posthistoriker für das erste Schreiben, das Kaiser Maximilian I. (Kosename Maxi) 1490 auf dem historischen Postkurs von Innsbruck nach Mechelen im heutigen Belgien befördern ließ. Das Original des Maximilian befindet sich in den Postmuseen von Innsbruck, Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und Mechelen.

Maximilian I.

Ex-Kaiser. Gilt als Gründungsvater der modernen Post in Europa. Er hatte die Idee; die Arbeit mußten - wie das bei Kaisern so üblich war - andere machen

Mitteilungsblatt

Informationsmedium für die Mitarbeiter der Post in einem sehr ungünstigen Format, weshalb es mit einer Perforation versehen ist, mit deren Hilfe es mit einem Griff in der Mitte geteilt werden kann.

N

Nachnahme

Darf der Zusteller nur rausrücken, wenn der Empfänger ihm an der Haustüre die Moneten bar auf die Hand blättert. Kann auch Mayer, Müller, Schulze sein, aber nur, wenn man das zweite "h" streicht.

nachsenden

Machen die Fernsehsender nach Spielfilmen und Talkshows. Heißt im TV-Jargon Nachspann.

Niederlassung

Repräsentanz der Post, die sie, um ihren Mitarbeitern ein möglichst harmonisches Arbeitsumfeld bieten zu können, dort eingerichtet hat, wo die Bürger, also die Kunden der Post, besonders nett und freundlich sind. Die Auswahl dieserStandorte erfolgte gemäß dem Spruch "Wo man singt, da laß dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder" in den 169 Städten, in denen es die meisten Gesangsvereine gibt. Die Abkürzung NL vermittelt übrigens durchreisenden Urlaubern aus den Niederlanden das Gefühl, hier ein Stück Heimat vorzufinden.

O

O-Beine

Typisches körperliches Merkmal langgedienter Zusteller zu Fuß, weshalb sie mit 60 Jahren wesentlich kleiner sind, als sie mit 18 waren.

Open service

Kundenfreundliche Maßnahme durch eine Hilfskraft, die in den Postfilialen den Kunden die Tür öffnet, wenn sie so viele Briefe oder Pakete heranschleppen, daß sie keine Hand freihaben, um es selbst tun zu können.

P

Päckchen

Verniedlichungsform von Paket, bedeutet also Pöpel. Wird auch von der Post transportiert, obwohl sie behauptet, den Personentransport schon vor langer Zeit eingestellt zu haben.

Papier

Der Stoff aus dem Die Briefe sind. Man sagt: Papier ist geduldig. Aber Cicero hat geschrieben: Papier errötet nicht. Es erröten jedoch oft die Empfänger von Briefen. Das liegt dann an dem Stoff, aus dem die Gedanken sind, die drinstehen.

Philatelie

Allgemein als Briefmarkenkrankheit bekannt. Die Philatelie befällt die Betroffenen im Normalfall zum ersten mal in frühen Jugendjahren, ohne bei den meisten Langzeitfolgen zu hinterlassen; sie werden resistent. Bei vielen bricht die Philatelie jedoch später noch einmal aus, dann aber mit sehr intensiven Symptomen, z.B. der Philatelonomie, die bei fast allen bis ins hohe Alter anhält. Jungen werden von der Philatelie häufiger befallen als Mädchen, Männer häufiger als Frauen.

Plattfuß

1. Typisches körperliches Merkmal bei Zustellern, die zu Fuß gehen.
2. Typische Ursache für Verspätungen bei Zustellern, die mit dem Fahrrad zustellen.

Postfach

Sparte der Wissensvermittlung im Ausbildungssystem der Post, das in das Post-Hauptfach und diverse Post-Nebenfächer aufgegliedert ist.

Postgeheimnis

Das Mysterium, das sich seit jeher um die Post rankt. Hier könnte es nun endlich gelüftet werden. Wird es aber nicht, weil es sonst keine Postgeheimnisse mehr gäbe.

Postkarte

Deutschlandkarte, in der lediglich all die Gemeinden eingezeichnet sind, in denne sich eine Niederlassung oder eine Filiale der Post oder eine Posagentur befindet. Alle anderen Orte sind ohnehin unwichtig.

Postkleiderkasse

Organisation für die Gestaltung und den Vertrieb der in Bezug auf Chic, Farbgestaltung und Qualität in der Welt unübertroffenen Dienstkleidungen der deutschen Postler. Es ist seit Jahren bekannt, daß die führenden Modehäuser in Berlin, Rom, Paris und New York sich regelmäßig auf krummen Wegen den Katalog der Postkleiderkasse besorgen, um daraus Anregungen für ihre neuen Kollektionen zu entnehmen.

Postleitzahlen

Fünfstellige Ziffernkombinationen, mit deren Hilfe die Post die Ortsnamen ablösen wollte, weil die Postleitzahlen bei schlechter Handschrift auf Briefumschlägen meist besser zu lesen sind. Das ließen sich aber die Gemeinden nicht gefallen, und nun stehen Postleitzahl und Ortsname nebeneinander drauf. Der kürzeste Ortsname ist übrigens "Au". Ihn tragen fünf Gemeinden in Baden-Württemberg und Bayern. Noch kürzere gibt es nicht. Trotzdem wurde auch ihnen eine fünfstellige Postleitzahl verordnet, hinter der der Ortsname recht kümmerlich aussieht. Beispiel 84072 Au. Umgekehrt ist es mit den Orden 66892 Bruchmühlbach-Miesau, bei denen sich die Posleitzahl vor dem langen Gemeindenamen ziemlich mickrig ausnimmt. Hier sollte die Post vielleicht noch etwas zulegen.

Postler(in)

Umgangssprachliche Bezeichnung für die Beschäftigten des Gelben Rießen, dessen Farbe im Laufe der Zeit auf sie abgestrahlt hat, weshalb sie - eingedenk ihres sprichwörtlichen Schnelligkeit - auch als "yellow dreams" bezeichnet werden.

Posträuber

Neuzeitliche Nachfolger der Piraten. Die Aktivitäten der Posträuber richten sich gegen die laufenden Boten und die Filialen sowie gegen die Steuermänner der gelben Flotte der Post, was für die heutigen Posträuber gegenüber ihren historischen Vorbildern den Vorteil hat, daß sie nicht segeln können müssen.

Postwertzeichen

Die Höhe des Wertes der Briefmarke, die der Absender auf den Brief oder das Päckchen klebt, ist ein Zeichen dafür, wieviel ihm die Post wert ist.

Q

Qualität

Gütermerkmal, das die Post als eines weniger deutscher Unternehmen auszeichnet

R

Rolf

Hat - wie alles bei der Post - Hand und Fuß. Rolf besteht hauptsächlich auch Hand und Fuß, hat aber auch einen Mund, eine Zunge, Zähne, vier Haare und eine schwarze Sonnenbrille. Rolf ist der frechste, aufmüpfigste, bockigste und widerborstigste Mitarbeiter, den die Post je gehabt hat. Er hat es verstanden, innerhalb von neun Monaten eine ganze Nation auf Trab zu bringen. Obwohl sein Name nur aus vier Buchstaben besteht, schaffte er es letztendlich, 80 Millionen Menschen von der Notwendigkeit fünfstelliger Postleitzahlen zu überzeugen - vor allem mit dem hirnrissigen Brüller "Fünf ist Trümpf".

Rollenstempel

Spezialstempel für das Entwerten der Briefmarken auf rollenförmigen Päckchen.

S

Sack

Schimpfwort. Hat deshalb bei der Post nichts zu suchen. Darum nennt die Post ihre Säcke Beutel.

Schalter

Im Gegensatz zum Lichtschalter wird hier nichts ein- oder ausgeschaltet. Dagegen werden die Schalter bei der Post nach einem komplizierten Öffnungs- und Schließungsplan geöffnet und geschlossen: Geöffnet werden in den Filialen der Post mindestens drei Schalter, wenn lediglich zwei Kunden bedient werden müssen; nur ein Schalter wird geöffnet, wenn mindestens fünf Kunden davor stehen.

Schnaps

Wird Zustellern hauptsächlich von lieben älteren Damen zur Stärkung der Konstitution sowie zum Schutz gegen Erkältung, von grünen Witwen hingegen als Lockmittel angeboten - von ersteren vorwiegend im Herbst und Winter, von letzteren zu jeder Jahreszeit.

Schnecke

Inoffizielles Wappentier der Post. Es gibt aber keinen Grund, das großartige Unternehmen der Post als Schneckenpost zu bezeichnen. Wer es trotzdem tut, will die Post vorsätzlich zur Schnecke machen.

Schreib mal wieder

Uralt-Slogan des Gelben Rießen, der offensichtlich aber nicht sehr erfolgreich war, denn die Zahl der Briefe nimmt langsam, aber sicher ab. Trotzdem muß kein Postkunde befürchten, daß sein Briefkasten eines Tages ganz leer bleibt, denn die Zahl der Urlaubspostkarten bleibt konstant und die der Rechnungen, Zahlungsaufforderungen und Mahnungen steigt, was bei manchen Postkunden schon zu Schreikrämpfen geführt hat, weshalb er beruhigt werden mußte: "Schrei nicht schon wieder". Wer keine Urlaubspostkarten, Rechnungen, Zahlungsaufforderungen oder Mahnungen erhält, wird automatisch Ersatzempfänger.

Sendung

Innerer oder göttlicher Auftrag. Trifft auf die Post und auf die Postler nicht zu. Hier gibt es keinen inneren Drang, und kein Postler befolgt eine Weisung von oben.

Sondermarke

Sonderangebot der Post, mit dem sich jeder gegen eine gering Gebühr eine individuelle Briefmarke zu einem besonderen Anlaß herstellen lassen kann: Geburt, erster Zahn, Einschulung, erstes Auto, Hochzeit, Scheidung, Firmengründung, Konkurs und vieles mehr. Die Sondermarke kann auch im Sonderformat geliefert werden, kostet aber dann mehr.

Sonderstempel

Spezialanfertigung mit besonders dünnem oder besonders dickem Griff für Postler mit extrem kleinen oder extrem großen Händen bzw. mit besonders langem oder besonders kurzem Griff für Postler mit extrem kurzen oder extrem langen Armen.

Standardbrief

Schreiben mit ständig wiederkehrenden Formulierungen - Beispiele: "Ich liebe Dich", "Ich brauche mehr Geld" oder "Mein Auto ist kaputt" - das man vorgedruckt im Postshop kaufen kann.

Stille Post

Da ist die Post ein Kinderspiel.

T

Telegramm

Service der Post, dem Empfänger eines Paketes telefonisch oder per Telefax vorab mitzuteilen, wie schwer das Paket ist. Die Gewichtsangabe muß nicht in Gramm erfolgen, sie kann auch in Kilogramm mitgeteilt werden.

U

unfrei

Es steht jedem frei, mit diesem Vermerk ein Paket ohne vorausbezahltes Entgelt abzuschicken oder ein ihm zugesandes Paket wieder zurückzuschicken, wodurch ihm letzteren Fall der ehemalige Absender unfreiwillig zum Empfänger wird.

unzustellbar

Eigenschaft von Garagenausfahrten, die so breit sind, daß sie mit einem Postauto nicht zugestellt werden können.

V

Verteilanlage

Mechanisch oder elektrisch betriebenes Gerät, mit dessen Hilfe nach dem Prinzip des Zufalls am frühen Morgen festgelegt wird, welchem Zusteller welcher Bezirk zugeteilt wird und wie viele Briefe er auf die Zustelltour mitnehmen muß.

W

Witze

Werden aus unerfindlichen Gründen auch über Postler gemacht.
Beispiel 1: Zusteller sind die dümmsten Arbeitnehmer. Sie bekommen sogar aufgeschrieben, wo sie überall hingehen müssen.
Beispiel 2: Alle Postler müssen morgens ein Stück Brot essen, dann hat wenigstens der Magen was zu arbeiten.

Z

Zusteller

Postler im Außendienst, der zuerst mit seinem Postauto die Garagenausfahrt zustellt und dann in aller Ruhe den Kunden die Pakete.

Donnerstag, 19. Februar 2009

In den Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise feiert Wien den Opernball und sich selbst.

Es gibt in den Profit orientierten Wirtschafts-und Gesellschaftsordnungen einige Dinge, die sind so unnötig wie ein Kropf. Neben den Selbstbeweihräucherungsorgien bei diversen Veranstaltungen,anlässlich derer, immer die gleichen Fartzen, fast identische Ehrungen,Auszeichnungen und Preise erhalten, sind noch jene, jährlich wiederkehrenden Ereignisse zu nennen,innerhalb derer sich jene vermeintlich " Reichen und Schönen " treffen,um der übrigen Welt zu zeigen,welch Luxusleben se auf Kosten der Allgemeinheit führen dürfen.

Zu den sinnlosen veranstaltunegn der letzt genannten kategorie zählt der Opernball in Wien. Eine aufgemotzte Schau, die nur dazu dient, gegen ein üppiges Entgelt eine alte Traditions aus den zeit der K.-und K.-Monarchie weider aufwärmen zu wollen. Selbst die längst eingemottete "Sissi" und ihr ewiger Jungbrunn "Franz" durften ein Leben in den Archiven der TV-Anstalten weiter führen und wurden nur zu den Weihnachtstagen wieder hervor gekramt.
Bei dem Opernball ist das anders. Die Walzer-Fetischisten kommen in immer neuen, teuren Gewändern daher und lassen sich dabei vom Plebs begaffen.
Ungezählte Medien berichten, das ORF überträgt im I.Programm sogar live von dem Maskenball.
Wen interessiert es eigentlich,wer sich mit wessen Zustimmung, wie und wo sehen lässt?

Die Zeiten sind unruhig. Die Konjunktur hinkt, die Arbeitslosigkeit wächst, die Angst der Menschen um ihre Zukunft nimmt zu. Ungeachtet dessen tanzt die eingeladene Schaar der turbo-gebräunten,gelifteten,überschminckten Damen mit jenen Alt-herren, die sich dank diverser Wässerchen,Tröpfchen und Pillen noch am Leben erhält.
Alte Zöpfe sind dazu da, dass sie abgeschnitten werden, ehe die Haare ganz ausfallen.
Der Wiener Opernball ist ein alter Zopf.



Wiener Opernball trotz Krise ausverkauft


Rezession hin oder her: Der Wiener Opernball wird trotzdem ein Erfolg. Obwohl viele Wirtschaftsbosse abgesagt haben, sind alle Karten vergriffen. Und auch einige echte Stars haben sich angekündigt.
Wen schleppt er diesmal an? Playboy Richard Lugner und Nicollette Sheridan, die zum Opernball kommen will.

Wen schleppt er diesmal an? Playboy Richard Lugner und Nicollette Sheridan, die zum Opernball kommen will.

Wien gibt sich gern als weltoffene Stadt. Das muss sie auch sein,denn sonst würden nicht jedes Jahr Millionen Touristen kommen, die Milliarden in die Kassen der Stadt tragen. Heute Abend allerdings gibt sich die Stadt zumindest an einer Stelle ziemlich verschlossen: Es ist der Tag des Opernballs, das Areal rings um die Wiener Staatsoper wird hermetisch abgeschottet. Wie in jedem Jahr rechnet die Polizei damit, dass sich Demonstranten der Oper nähern könnten, um beim gesellschaftlichen Top-Ereignis des Jahres für ein wenig Unruhe zu sorgen. „Wir werden auf der Hut sein“, kündigte Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl an. In diesem Jahr sollte es allerdings etwas ruhiger werden – die Aufrufe im Internet zur Teilnahme an einer Protestkundgebung seien „sehr spärlich“ gewesen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass dieses Mal weniger Prominenz dabei ist. Einige Wirtschaftskapitäne des Landes haben abgesagt, allen voran Andreas Treichl, Vorstandschef der Ersten Bank in Wien. Manager wollen sich in diesem Jahr ungern auf dem Opernball zeigen. In Zeiten der Krise ist es nicht ganz unproblematisch im stets auf den sozialen Ausgleich angelegten Österreich, sich mit einem Glas Champagner fotografieren zu lassen, am nächsten Tag der Belegschaft aber Kurzarbeit oder Entlassungen zu verkünden. Bei den Banken des Landes kommt noch dazu, dass die großen Institute wegen ihres starken Engagements in Osteuropa besonders schlecht dran sind.

Ausverkauft ist der Ball trotzdem. Die Alpenrepublik mag zwar an der Krise leiden. Aber es gibt immer noch genug Wohlhabende, die sich diesen Abend problemlos leisten können. Und viel Glanz verbreitet das Großereignis natürlich immer noch. Wenn da ein Unternehmen eine Loge abgemeldet hat, ist meist eine andere Firma eingesprungen. Die Loge kostet an diesem Abend 17 000 Euro, die Einzelkarte schlägt mit 230 Euro zu Buche. Allerdings ist es nicht nur die Wirtschaftskrise, die die Unternehmen sparsam mit Einladungen für den Opernball umgehen lässt. Auch in Österreich gibt es wie in Deutschland jetzt ein verschärftes Korruptionsgesetz, wonach so teure Einladungen ordentlich versteuert werden müssen.