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Montag, 28. Dezember 2009

Die Aue, ein Flüsschen zwischen Weserbergland und der Weser.


Manchmal hat ein Spaziergang im kühlen Dezember zwischen den Weihnachtsfeiertagen und dem Neuen Jahr auch etwas nostalgisches an sich. Als wir uns - nach dem üblich üppigen Mittagsmahl - am 1. Weihnachtsfeiertag dazu entschlossen, die Menschen leeren Straßen in Bad Eilsen zu begehen, führte uns der eingeschlagene Weg auch an der Aue vorbei. Jenem kleinen Flüsschen, dass mich einst während der Kindheit und in der späteren Jugend immer wieder in seinen Bann zog.

Während der frühen 60er Jahre sammelten wir uns immer kurz vor 7.30 Uhr auf der Feldstraße, um gemeinsam den Schulweg anzutreten, der uns dann über die Bückeburger Sraße, entlang des Bad Eilser Friedhofs zur Auebrücke führte. Einem aus Holz zusammen gefügten Provisorium, dass regelmäßig ausgebessert werden musste, weil die Brückenteile nach einiger Zeit durch gefault waren. Es war nicht der offizielle, der von der Schulleitung erlaubte Fußweg, der über die Holz-Auebrücke ging. Der Weg stellte eine Abkürzung dar. Eigentlich hätten wir über die Betonbrücke , die mehr als 1 Kilometer weiter südlich lag, gehen müssen.

Die vielen Erinnerungen an den einstigen Spielpaltz " Aue " sind inzwischen längst verblasst. Ob nun der eigentlich illegale Schulweg oder das winterliche Rodeln auf Prasuhnś Wiese, das Cowboy und Indianer-Spiel im Sommer oder das Auf-die Bäume-klettern im Herbst, alle Erlebnisse haben auch das Bild meiner Kindheit mit geprägt. Später, nach der Schulentlassung waren es dann die Gänge zur Turnhalle des TSV Bad Eilsen oder zum Jugendfreizeitheim des CVJM Bad Eilsen. Sätern dann die Treffen mit meiner ersten Jugendliebe Heidrun an der Schule. Dazu die anschließenden Spaziergänge in den lauen, flauschigen Sommernächten. Das Sichbegrabbeln unter den riesigen Pappeln, die schon längst nicht mehr alle dort am alten Schulgebäude stehen.

Auch im Heimatkundeunterricht spielte die Aue eine wichtige Rolle. Schließlich sollten wir ja auch vermittelt bekommen, für welchen regionalen Bezug wir als abhängig Beschäftigte später einzustehen hatten. Die Wirtschaft des Landkreises Schaumburg-Lippe, später dann nur noch Schaumburg, benötigte uns. Deshalb war es eben wichtig, die heimatliche Umgebung auch zu kennen. So wurde mir in der 5 bis 7 Klasse vermittelt, wie sich der Landkreis in das Bundesland Niedersachsen und dieses in die BRD einfügt. Die Heimatkunde in der Heeßer Volksschule befasste sich somit auch mit den regionalen Flüssen.
Von der Aue in Schaumburg erfuhren wir, dass sie in der Nähe von Hattendorf entspringt, sich durch die Ortschaften Poggenhagen, Borstel, vorbei an Buchholz,schlängelt. Dann durch Heeßen, Bad Eilsen und Ahnsen fließt. Dann die Bückeburger Ortsteile Achum, Warber und Meinsen durchquert, schließlich am Schaumburger Wald in Richtung Gevattersee ihren weiteren Verlauf nimmt. Dann an Dankersen vorbei in Richtung Bückeburg-Cammer, Päpinghausen, Frille fließt und mündet schlussendlich nach 30 Kilometern bei Lahde in die Weser.

Die einstigen Landkarten von Schaumburg-Lippe zeigten in einem relativ großen Maßstab den Verlauf der Aue. Das eher kleine, völlig unbedeutende Flüsschen war für uns jedoch von großem Interesse, zumal in den Klassenarbeiten auch nach den Orten gefragt wurde, an dem die Aue vorbei floss. Einst durften wir während unserer Aue-Erkundungen Bachforellen, Flusskrebse und sogar Reiher beobachten. Dann kamen die 70er Jahre. Die Chemie und die unsinnigen Flussbegradigungen verunstalteten die zuvor noch intakte Umwelt. Die Fische, wie Stichlinge, die Kaulquappen und Frösche verschwanden alsbald. Die Aue verendete zu einer Kloake, die zudem - wegen der Erfahrungen aus den Hochwasser-Katastrophejahr 1962 und weiteren durch Schneeschmelzen verursachten Überschwemmungen - ständig mittels Beton und Steineinführungen begradigt wurde. Die Aue verödete deshalb. Manchmal waren nur noch einige Enten auf dem Wasser zu sehen. Mit der Vergiftung des Flüsschens verschwanden auch diverse Vögel, die Bisamratten und die Flusskrebse.

Die Aue war über viele Jahre durch extensive Chemikalieneinbringungen biologisch tot.

Dann kam eine Art Renaturierung. Mit viel Geld wurde in den 90er und den Jahren nach 2000 Biotope aufgebaut. Der Ursprung des kleines Flusse blieb zwar damit gewahrt, dennoch hat sich dessen Gestalt auch durch die völlig veränderte Umwelt massiv verändert.
Was bleibt sind damit jene Erinnerungen an die Jahre der intakten Umwelt und der Aue als ein Habitat der besonderen Art.

Sonntag, 27. Dezember 2009

" Varus, gib die Legionen zurück! "


Da stand er nun, der Hermann. Einst war er Cherusker-Fürst. Einer von vielen erlauchten Häuptern, Führern und Anführern, die irgendwann in die Historie eingegangen sind.
Ich habe ihn sehr lange nicht mehr gesehen, den Arminius, den Bezwinger der Quinctilius Varus'schen Streitkräfte, den Demütiger der Römer. Ob er nun wirklich so ausgesehen hat, wie ihn der Erbauer des Denkmals in Hiddesen bei Detmold im Lipperland den Nachkommen hinter lassen durfte, mag dahin gestellt blieben.

Es waren die 60er Jahre, als ich das Denkmal das erste und bisher einzige Mal zu Gesicht bekam. Damals hatten unsere Eltern sich einen Ford Taunus 12 M zugelegt. Mit einem weißen Chassis und einer olivgrünen Dachfarbe. Ein Gefährt, dass nur 40 PS als Motorleistung brachte, eine Lenkradschaltung hatte und etwa 0,9 Tonnen wog. Mit diesem Vehikel fuhren wir dann eines Sonntags in das Lipper Land zum Hermannsdenkmal. Damals gab es zwar schon die Autobahn 2 von Berlin über Hannover nach Dortmund, jedoch zogen es meine Eltern vor, die Landstraße zu befahren. Die Fahrt dauerte somit länger. Für die 75 Kilometer von Heeßen nach Hiddesen südöstlich von Detmold benötigten wir deshalb mehr als 1 Stunde.

Dann mussten der PKW auf einem Parkplatz unterhalb des Denkmals abgestellt werden. Die restliche Strecke ging es zu Fuß auf den 385 Meter hohen Teutberg. Der Ausflug war schon eine kleine Erlebnisreise. Wo kamen wir sonst großartig hin? Die Provinz hatte sicherlich auch einige lokale Sehenswürdigkeiten zu bieten, so den Idaturm im Harrl, die Obernkirchner Sandsteinbrüche im Bückeberg oder die Schaumburg bei Rinteln. Aber diese lokalen Attraktionen kannten wir längst durch die obligatorischen Schulausflüge.

Die verblassten Erinnerungen an jenen Ausflug an einem Sonntagnachmittag ermöglichen es mir dennoch, jenen imposanten Aufbau noch vor mir zu sehen, der sich uns nach einem Fußmarsch zeigte. Ein Monument aus Stein, umgeben von Wald und einem Plateau aus Betonplatten. Befriedet durch einen Zaun mit steinernen Pfeilern und Eisenelementen. Das Denkmal war von Besuchern umringt. Überall standen kleinere Gruppen, Paare oder einige fotografierende Einzelpersonen. Die Kitschbunden mit dem üblichen Nippes aus Glas, Keramik oder Plastik, die den Arminus in allen nur erdenklichen Positionen zeigten gab es schon damals.

Warum und von wem das Monument erbaut worden war, hat sich mir vor über 40 Jahren noch nicht erschlossen. Meine Geschichtskenntnisse waren eher bescheiden. In der Volksschule wurde das Kapitel allenfalls angerissen. Weshalb sollte einem vor über 1950 Jahren lebenden Mann also ein Denkmal gesetzt werden. Was hatte er so großartiges geleistet, dass ihm seine Nachwelt dafür danken soll? Wer war dieser Cheruskerfürst eigentlich?


Über den Cheruskerfürsten und seinen Widersacher Varus sind ungezählte Bücher geschrieben, Abhandlungen gefertigt und Filme gedreht worden. Kurz und knapp beschrieben hat Hermann der Cheruskerfürst einst eine Ausbildung von den Römern erhalten, die er sich später zu nutze machte, um jene Kenntnisse - nachdem er die zerstrittenen und unterdrückten Germanenstämme kurzzeitig vereinen konnte - im Kampf gegen die römischen Besatzer anzuwenden, wobei ihm die örtlichen zugute kamen. Die Römer verloren in der sogenannten Varusschlacht fast drei Legionen, drei Reiterabteilungen, sechs Kohorten und Tross (etwa 20.000); die Verluste der Germanen sind bis heute unbekannt. Der römischer Kaiser Augustus hat seinen unterlegenen Stadthalter Varus, der im Kampf geköpft wurde später als Unperson erklären lassen und den Ausruf: "

Quintili Vare, legiones redde!

„Quinctilius Varus, gib die Legionen zurück!“

getätigt. Dieser ging ebenso in die Annalen ein, wie die Schlacht selbst. Deren tatsächlicher Ort allerdings wohl bei Kalkriese im Osnabrücker Land gewesen sein soll.

Vielleicht ist es eher der Streit um des berühmten Kaiserś Bart, der ausgebrochen war, als Zweifel gehegt wurden, ob die Varusschlacht tatsächlich im Teuteburger Wald geschlagen wurde oder nicht doch etwa woanders. Zu konstatieren bleibt allerdings, dass der Sieg der Germanen über die Römer an dem weiteren Verlauf der Geschichte nur wenig änderte. Die Römer kamen wieder, erorberten, mordeten und unterjochten weitere Stämme und Völker, bis sie selbst besiegt werden konnten.


Mittwoch, 23. Dezember 2009

The final countdown oder: Wenn Weihnachten Stress verursacht!


Nun sind es nur noch einige Stunden, dann ist Heilig Abend. Das Fest der Liebe, der Freude, der Geburt Christus steht kurz vor der Tür. Alle Jahre wieder haben sich die Innenstädte mit Menschenmassen gefüllt.Die Weihnachtsmärkte durften ihren uniformierten Weihnachtskram in den ebenso uniformierten Holzbuden zum Verkauf auslegen. Die Bratwurst-, Glühwein- und Süßigkeitenstände kredenzten den in der Menschenflut dahin strömenden Besucher jene kulinarischen Wichtigkeiten, die bereits in einigen Tagen zur Unwichtigkeit degradiert werden. Wenn der Weihnachtsmarkt seine Pforten, die Verkaufsbuden ihre Läden und die Geschäfte ihre Türen für jetzt 3 1/ 2 Tage verschließen.

Der Handel hat wieder kräftig Kasse gemacht. Ob nun Fachgeschäfte, Supermärkte oder Kaufhäuser, sie alle waren mehr als gut besucht. Lange Schlangen an den Kassen waren ein sicheres Indiz dafür, dass es dem Bundesmichel doch nicht so schlecht zu gehen scheint, wie es die von den einförmigen Medien und ihren Nachrichtensendungen dem Zuschauer oder Zuhörer vermitteln wollten. Trotz alledem und alledem, wir werden unsere Moneten los, Konsumentenpech, trotz alledem.

Und so, wie es viele Millionen am heutigen Tag auch durch exerzierten, begaben wir uns nach dem etwas längeren Frühstück in Richtung Einkaufshalle, zum Kaufland an der " Kesselsdorfer - / Kölner Straße . Bereits der erste Blick auf das Parkdeck versprach ab 10.30 Uhr nichts Gutes. Kaum noch freie Paktplätze, kaum noch bereit stehende Einkaufswagen, kaum noch einsame Regalgänge; im Gegenteil: Der Verkauf der aufgestapelten Waren brummte.Menschen, wohin ich schau, Kaufland-Gefühle und ich sah nicht sie, die freundliche Kassiererin, sondern zunächst sie, die Rentnerin mit dem Rentner am Wägelchen, wild hetzend, eilig bückend, eifrig prüfend. Soll es nun der gekochte Schinken für 2,49 € in der 200 Gramm Packung sein, oder lieber die Leberwurst im Glas für 1, 19 € für 250 Gramm oder dann doch schon eher die abgepackte Paprika-Salami für 1,69 € bei 125 Gramm ? Fragen über Fragen, die alsbald durch den nach drängenden potentiellen Kunden beantwortet werden, der sich einfach, den eigenen Wagen zur Seite drückend in die erkannte Lücke schiebt.

Nach dem die Schlacht am heißen Regal geschlagen, wartet der nächste Kampf. Die weitere Runde des gestressten Kunden lautet: In der Schlange an der Kasse. Es geht langsam voran. Die grau-melierten sind eben nicht mehr die aller Frischesten. Ein Kunde hinter uns beschwert sich bereits: " Wann ist die Alte da endlich fertig? . lautet sein Einwand. Ich beruhige ihn und biete ihm an, einfach vor zu gehen, denn unser eigener Einkaufswagen ist auch nicht viel leerer. Er lehnt dankend ab. Verwickelt uns aber dafür in ein kleines Gespräch. Es geht in diesem um das Alter der Kunden. Wir seien ja noch jung, gibt er höflich zu bedenken. Na, wenn der wüsste, dass die eigenen Haare leicht getönt und der leichte Bauchansatz durch die Winterkleidung nicht sofort sichtbar wird.

Es geht Schritt für Schritt weiter. Die Ware liegt längst auf dem Band und bewegt sich ruckartig in Richtung der Kassiererin. Der müssen eigentlich schon die Ohren schmerzen, bei dem monotonen Gepiepe des Scanner. Sie mimt die Freundliche und bedankt sich artig für den Einkauf, wünscht eine schöne Weihnacht und lässt zwischenzeitlich die Ware durch einen Auszubildenden vom Band in den Einkaufswagen legen.
durch weitere Menschentrauben geht es in Richtung des Fahrstuhls. Von dort auf das Parkdeck. Die wachsamen Augen erspähten, was sich bereits kurz nach dem Eintreffen angedeutet hatte: Es gibt keinen einzigen freien Parkplatz mehr. Während wir die Beute in den Kofferraum verstauen, erblicke ich im Augenwinkel, dass sich eine PKW zum Einparken in die von uns noch belegte Fläche positioniert hat. Noch beim Herausfahren rollte der Suchende auf uns zu. Dann huscht plötzlich aus der entgegen kommenden Richtung ein anderes Fahrzeug in die Parklücke hinein. " Das gibt Ärger! ", denke ich bei mir und fahre erleichtert in die " Kölner Straße " ein.

Auf der Rückfahrt erinnere ich mich an die vielen stressigen Vorweihnachtstage: Köln in den frühen 80er, als ich mir bei Saturn am Saturnring für schlappe 160,-- DM LPs gekauft habe, in einem Kaufhaus, dass zum Bersten gefüllt war. Dann die Schiebereien in der Fußgängerzone von Wilhelmshaven, bis ich endlich bei Karstadt auf der Rolltreppe stand, um ein Weihnachtsgeschenk für meine einstige Freundin zu kaufen. Das frühe Aufstehen am letzten so genannten Verkaufs offenen Samstag in Bremen in der Söge - und Obernstraße, als ich um Punkt 8.00 Uhr vor der Filiale von " Foto Dose " stand, um meine letzten Filme von der Entwicklung abzuholen. Nach dem ich etwa eine Stunde in der City war, verließ ich fluchtartig den Bereich, denn es strömten Massen von bepackten oder weniger bepackten Leuten in die Kaufhäuser.

Weihnachten, dass war seit dem ich mehr oder weniger eigenen eigen Haushalt führe, immer Kämpfe mit dem Konsum, den Planungen und Gezänk um die Frage, bei welchen Eltern welcher Feiertag verbracht werden soll. Unsinnige Diskussionen, um noch unsinnigere Probleme, die eigentlich keine waren. Von meinem einstigen Standpunkt aus betrachtet, habe ich dieses Brimborium um Weihnachten gehasst. Nach vielen Jahren des Gezeterre um jene blödsinnige Planung, bei welcher Familie nun das wirkliche Heilige Fest verbracht werden soll, hat es nun eine pragmatische Lösung dieses existenziellen Problems gegeben: Jeder bleibt dort, wo er eigentlich hin gehört, nämlich zuhause.

Einst, in den frühen 70er Jahren, war das Fest der Freude, ein Fest der Freunde. Ab dem obligatorischen Heilig Abend - Fraß mit Bockwürstchen und Kartoffelsalt zog es mich in die Kneipe, ins " Minchen " nach Bückeburg. Dort wo dann die Schulkollegen so langsam eintrafen. Über 3 Jahrzehnte später, bin ich dankbar, wenn ich in den nächsten Tagen keinen Mitmenschen mehr sehe. So ändern sich die Zeiten.

Freitag, 18. Dezember 2009

Was ist eigentlich ein " Wachstumsbeschleunigungsgesetz "???

Die " Tiger-Enten "- Koalitionäre in Berlin haben es nicht leicht. Nicht die Opposition macht ihnen zu schaffen, nein, es sind die Heckenschützen in ihren eigenen Reihen, die ständig für Furore sorgen. Medial aufgeblasen gab es sofort das Lamento gegen das von den Regierenden vorgelegte " Wachstumsbeschleunigungsgesetz " aus den eigenen CDU/FDP - Reihen und entpuppte sich flugs als Sturm im Wasserglas. Der kühle Klare aus dem hohen Norden der Republik, Peter Harry Carstensen blähte sich groß auf, als er zusammen mit anderen Landesfürsten bei " Angie " aufschlug. Was war da nicht so alles zu hören. Carstensen wollte dieses Gesetz zu Fall bringen, sofern seinen verarmten Bundesland vom nördlichen Zipfel des BRD kein Ausgleich für die zu erwartenden Steuerausfälle zugestanden wird.
Es soll so gar richtig laut im Plenum zu gegangen sein.

Heute sind dennoch die Weichen für ein Gesetz gestellt worden, dass vor allem einen weiteren Schritt bei der Umverteilung von unten nach oben darstellt. Obwohl bei der Erhöhung der Kinderfreibeträge zunächst Familien profitieren könnten, wird auf dem zweiten Blick klar, dass im Rahmen der Günstigerprüfung eben die Haushalte mit Kindern und höheren Einkommen beseer gestellt werden. Auch wenn für die Familien das Kindergeld ab dem 01. 01. 2010 auf 184 € hinauf gesetzt wird, können Besserverdienende sich steuerlich anders stellen, als die übrigen Kindergeldbezieher. Familien, die von Sozialtransfers leben, gehen - wie immer - leer aus.

Bei der Erbschaftssteuer wird auch ein Schnitt zugunsten der Geschwister sowie Nichten und Neffen , um diese erbschaftssteuerlich künftig besser zu behandeln. Sie sollen in den Genuss geringerer Steuersätze kommen. Anstatt der bisher geltenden 30 bis 50 Prozent Erbschaftssteuer soll der Tarif nur noch 15 bis 43 Prozent betragen - abhängig von der Höhe des geerbten Vermögens. 370 Millionen Euro können die so begünstigten Verwandten jährlich mehr vom Erbe behalten. Ebenso kommen Firmenerben dadurch in den Genuss einiger Vergünstigungen, denn die bisherigen Bestimmungen bei der Übertragung von Firmenvermögen werden erheblich verändert und für die Erben steuerlich begünstigt.

Eine weitere Art der Steuererleichterungen ist für die Betreiber von Hotels, Pensionen oder Gasthöfen vorgesehen. Statt 19 Prozent sollen auf die Kosten der Übernachtung in Zukunft nur noch sieben Prozent Mehrwertsteuer anfallen. Die Berechnung des Bundesfinanzministeriums sieht alleine dadurch Einnahmeausfälle von rund einer Milliarde Euro vor. Experten bezweifeln allerdings, dass durch die geplanten Änderungen die Übernachtungspreise in Deutschland spürbar sinken werden. Sie gehen davon aus, dass das eingesparte Geld vorwiegend für dringend notwendige Modernisierungen ausgegeben wird.

Überdies sieht das Wachstumsbeschleunigungsgesetz zahlreiche Änderungen der noch von der Großen Koalition 2008 verabschiedeten Unternehmenssteuerreform vor. So soll unter anderem die Möglichkeit für Firmen vereinfacht werden, Verluste steuermindernd geltend zu machen.

Auch die Bestimmungen zum Abzug von Zinsaufwendungen ("Zinsschranke") sollen gelockert werden. Die bislang geltenden strengeren Bestimmungen waren vor allem im Zuge der Wirtschaftskrise von den Unternehmen als starke Belastung kritisiert worden. Zusammengerechnet können sich die Unternehmen so über Steuernachlässe von rund 2,4 Milliarden Euro freuen.

Die Landwirtschaft soll ebenfalls vom neuen Gesetzt profitieren. Die Förderung von Biokraftstoffen wird nicht wie geplant vermindert. Für die Erzeuger des Biosprits macht das ein Plus von 127 Millionen Euro.

Es bleibt bei all den nachweihnachtlichen Geschenken die Frage: " Wer soll das bezahlen? " Tja, wer wohl? Der Steuerzahler selbst, denn einst ist doch schon jetzt so klar wie Klosbrühe: Diese Klientel-Steuergeschenke müssen gegenfinanziert werden, selbst wenn die Schwarz-Grünen sie zunächst auf der Basis einer höheren Staatsverschuldung über das Wachstumsbeschleunigungsgesetz verabschiedet haben.

Die FDP-Wähler rekrutieren sich gerade aus den Begünstigten der durch dieses Gesetz erfassten Steuersubjekte und - objekte. Wenn die FDP so weiter macht, werden eines Tages die Reichen noch reicher und die Armen eben ärmer. Genau das sind die Bedingungen, um kein erwünschtes Wachstum zu erhöhen. Wenn das vernüftige Wirtschaftspolitik sein soll, heiße ich ainer und trinke mindestens 10 Viertele am Abend.


Donnerstag, 17. Dezember 2009

Winter, ich hab'dich tanzen gesehń " bis " Über Nacht, lies un sach, is dat Wiehnacht worn. "


Der gestrigen Abend wurde kalt. Ich erkannte auf dem elektronischen Thermometer zunächst - 1, 5 °, dann - 2, 5 ° und gegen 23.00 Uhr so gar - 3, 5 ° Grad Celsius. Ein sicheres Zeichen, dass die vorherigen Tages - und Nachtwerte nicht nur eine Eintagsfliege sein werden.
Und - sieh da - am Morgen gegen 6.00 Uhr lag etwas mehr als 5 cm hoch der Schnee. Pulverschnee, denn die Temperaturen waren inzwischen auf - 6 ° Grad gesunken.
Der Schneefall hielt an, die weißen Flocken fielen in Pirouetten zu Boden und blieben dort liegen. Der Boden war vielfach glatt. Also: Der Bürgerpflicht gehorchend holte ich Besen und Schneeschieber heraus und entledigte mich dieser, wenn auch lästigen Aufgabe.

Tja, dann kamen - beim heißen schwarzen Ostfriesentee im blauen " Bürgeler " - Becher die Gedanken an die Vorweihnachtszeit der letzten Jahrzehnte. Jene oft regional völlig anderen Sitten, Gebräuche und die dazu gehörige Folklore. So, wie Weihnachten im Norden des Landes zelebriert wird, hat es Tradition, dass auch die entsprechenden Lieder gespielt werden.

Die plattdeutsche Weihnacht unterscheidet sich zwar nicht so gravierend von denen, die in Hessen, Rheinlandpfalz oder Sachsen jedes Jahr gefeiert wird, aber es gibt eben doch jene spezifischen Unterschiede.
Die Weihnachtslieder klingen hier etwas anders. Als ich mir zu Beginn der 90er Jahre zwei Vinylscheiben mit eben jenen plattdeutschen Weihnachtsliedern kaufte, konnte ich natürlich nicht ahnen, dass sie einige Jahre später einen gewissen Erinnerungswert darstellen würden.

Die Stücke behandeln die eigene Stimmung vor sowie während der Weihnachtsfeiertage. Das teilweise einem Lokalkolorit entsprechende Ambiente, dass dann vorherrscht, wenn der Deich zugeschneit, die Wirtschaftswege mit einer festen, manchmal dicken, Schneedecke überzogen sind und die Luft frisch, aber kalt von einem, sehr oft eisigen Nordwind getrieben wird. Dann gibt es kalte Füße, Nasen und Hände. Die Winterzeit ist eben eine eigenartige, vielleicht etwas mystische Zeit im Norden. Hier gibt es jetzt keine Kühe mehr auf den unendlich aussehenden grünen Weiden, keine lärmenden Touristenmassen und keine Kilometer langen Staus, keine Blechlawinen. Ruhig und besinnlich werden die Tage begangen.

Die Häuser, die Backsteinbauten, die Friesenhäuser sind längst festlich geschmückt. Kerzen, Weihnachtsdekoration und Tannenbäume beherrschen das Gesamtbild. Die dunkle, die kalte, die karge Jahreszeit wird dadurch etwas erträglicher gestaltet. Wer selbst jenen eigenwillige Art das Weihnachtsfest vorzubereiten und zu zelebrieren erlebt hat, kann verstehen, dass Schnee, Eis, Kälte mit dem Meer eine seltsame Symbiose bilden können. Das flache, das platte, jetzt kahle Land zeigt sich oft in bizarren Formen und Farben; vor allem, wenn die Wintersonne scheint.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

"Ganz unten ", der " Aufmacher " " aus der schönen neuen Welt "?


" Trau' Keinem über 30! ", so lautete einst ein provokativer Spruch der APO, der 68er-Bewegung und der Töchter sowie Söhne aus gut bürgerlichem Hause. Seit jener unruhigen Zeit hat sich die Welt enorm gewandelt. Aus der im Aufbruch befindlichen BRD-Gesellschaft ist eine große Ansammlung von Egoisten, Abzockern und Heuchlern geworden. Je nach Bedarf, wird die eigene Fahne - bei der WM und EM im Fußball dürfen es gerne mehrere sein - in den Wind gehängt. dabei sein ist heute immer noch Alles; wenn auch unter völlig anderen Vorzeichen.

Vertrauen hat heute niemand mehr, das Misstrauen überwiegt und das Selbstvertrauen ist eh im Keller, wenn es darum geht, Tacheles zu reden, den vorhandenen Ungerechtigkeiten entgegen zu treten und sich dabei aktiv einzubringen. Die Generationen Spaß, Golf I sowie Millennium sind überwiegend Einzelkinder, Scheidungsgestresste oder dressierte Affen der sich selbst verwirklichenden Mütter,Väter sowie Eltern.
Jene Spezies stellt zwar nur eine Minorität im gesamten BRD-Volk dar, soll jedoch in den nächsten Dekaden das von ihren Eltern/Erzeugern, den post-faschistischen Großeltern oder WiWu-Verblendeten übertrage Erbe antreten, verwalten sowie verbraten können. Da müssen einem kritischen Beobachter sofort erhebliche Zweifel kommen.

Das diese Generationen dem einstigen Polit-Spruch nicht viel abgewinnen sollten, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt. Grund hierfür heben sie alle Male, denn die Vorgänger haben sich - nicht nur in ihren Augen - als überaus verwandlungsfähig gezeigt, was die die Erfüllung, Umsetzung sowie Weiterführung der Träume von einer besseren, einer gerechteren, von einer nivellierten Gesellschaft angeht. Von jenen Barrikadenstürmer der Spätsechziger sind nur sehr wenige ihren einstigen Grundsätzen treu geblieben.

Einer, der seinen Stachel im Fleisch der Berufsheuchler, Egoisten und Opportunisten eingepflanzt hat, heißt Hans-Günther Wallraff. Seit vielen Jahren hält er durch seine regelmäßigen Veröffentlichung zu dem Realzustand in diesem, unserem Lande, jenen Ahnungslosen aus der vorbenannten Bevölkerungsmehrheit den Zerrspiegel vor das eigene Gesicht.

Die vielen Bücher, Reportagen und Beiträge mit denen Günther Wallraff auf politische und soziale Missstände eingeht,haben ihn zu einem gewichtigen Sprachrohr jenes Restes von kritischen Menschen werden lassen, die die Entwicklung in der BRD oft mit Argusaugen beobachten, mit Argwohn begleiten und durch sachlich-fachlich fundierte Meinungen bewerten.
Günther Wallraff, geboren am 01. Oktober 1942 in Burscheid, einer Stadt im Großraum von Köln , hat seit seiner Tätigkeit als so genannter " Enthüllungsjournalist " nie ein Blatt vor den Mund genommen, um auszusprechen, " Was Sache ist ".
Er ist deshalb sehr oft angeeckt. Mit der faschistischen Militärjunta in den 70er in Griechenland, mit dem "mächtigen" Springer und seinen getreuen Vasallen von der " BLÖD "-Zeitung, mit Großkonzernen, mit Politikern, Kirchenfürsten und "Linkenhassern".

Das Buch " Der Aufmacher " habe ich einst zwei Mal gelesen, sein späteres " Ganz unten " auch, von seinen Folgeveröffentlichungen habe ich durch Sekundärliteratur gehört. Er hat einst mit namhaften Literaten, wie Heinrich Böll, Bernt Engelmann oder dem Bremer Kollegen Heinrich Hannover zusammen gearbeitet. Sein Arbeitsstil muss als investigativ bezeichnet werden, die journalistischen Methoden waren vielleicht nicht immer mit Art. 5 GG gedeckt, die daraus erhaltenen Ergebnisse, Informationen und geäußerten Meinungen rechtfertigen seine Arbeitsweise jedoch in jedem Fall.

Nun hat Hans-Günther Wallraff wieder dem gemeinen Volk aufś Maul geschaut und aufgrund seiner Recherchen das Buch

" Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere. " (2009) ISBN 978-3-462-04049-4

heraus gegeben.

Seine Reportagen reichen von dem Erlebten als um geschminkter Farbiger, über den Mitarbeiter bei LIDL bis zum Obdachlosen. Die Bandbreite der unterschiedlichen sozialen Ränge im gesellschaftlichen Gefüge ist groß. Dennoch bleibt insgesamt zu konstatieren, dass die Diskriminierungserfahrungen in etwa auf das Gleiche hinaus laufen. Je niedriger die von den Herrschenden erstellte Skala der gesellschaftlichen Wertschätzung, desto höher der Diskriminierungsfaktor. Am Rand dieser Egomanen-Gesellschaft stehen Ausländer, Arbeitslose und Obdachlose.
Nun, diese Erfahrungen sind nicht unbedingt neu. Günther Wallraff bringt sie mit seinen Schilderungen allerdings in einen anderen Kontext. Hierin beschreibt er die vermeintlich humanistischen und klerikalen Einrichtungen, wie etwa die Bahnhofsmission in Köln, deren " stinkendes " Eigenlob sich auf der Homepage wie folgt liest:

"

Die Bahnhofsmission versteht sich als eine Einrichtung, die jedem Hilfesuchenden zugänglich ist. Menschen aller Altersgruppen sowie jeglicher Herkunft und Nationalität dürfen hier ein Gespräch, Begleitung, Schutz und sachkundige Information erwarten.
Sie arbeitet Hand in Hand mit der Bahn AG und kann sich auf verlässliche Kontaktstellen in Köln stützen, wie z. B. Wohnungsamt, Sozialamt, kirchliche und freie Träger der Wohlfahrtspflege, Pfarrämter, Notaufnahmestellen, Botschaften, Konsulate und auch medizinische Einrichtungen.

Die kontinuierliche Präsenz Tag und Nacht stellt einen ruhenden Pol an einem Ort mit hoher Fluktuation dar.


Die Öffnungszeit:
24 Stunden an allen
Tagen im Jahr.

Weitere Informationen unter: www.bahnhofsmission.de "

( Zitat Ende )




Die hellseherischen Fähigkeit eines kritischen Journalisten ermöglichten es, diese Behauptung zu widerlegen. Tatsächlich gibt es eine stringente Öffnungszeit, die nicht nur von den Mitarbeitern eingehalten wird, sondern durch die Hilfesuchende von diesen abgebügelt werden. Die christliche Nächstenliebe reicht eben doch nicht bis über die eigenen Einrichtungstüren. Der Anspruch der Amtskirchen, die ihre angeblich humanistische Tätigkeit, ja aus der Bibel ableiten wollen und die gesellschaftliche Realität liegen sehr oft Lichtjahre auseinander. Wer Obdachlos für ein winziges Entgelt arbeiten lässt, wer Alkoholkranken sogar die Möglichkeit einräumt auf dem Gelände einer Einrichtung Alkoholika von diesem zuvor mühsam erarbeiteten Geld kaufen zu können, wer sozial Gestrandeten - außer einem Dach über den Kopf - nichts weiter anbietet, damit sie den Winter "überleben" können, der handelt eben nicht christlich.

Güther Wallraff hat jene Heuchler, Frömmler und Pseudo-Christen als Lügner entlarvt. Er hat ihnen nicht nur anhand seiner eigenen Erfahrungen, den kirchlichen Einrichtungen die Fratze des kommerziellen Handelns vorgeführt, sondern er hat auch das wahre Bestreben, dass sich dahinter verbirgt entlarvt: Profitstreben eben!

Die globalisierte, die "bunte ", die schöne - jedoch nicht neue - Welt hat denn sehr viele Schattenseiten. Dieses sich immer wieder vor Augen zu führen, wäre ein notwendiges Muss für alle Menschen in den wohlhabenden, den reichen, den Industriestaaten und für jene denen es dazu noch gut, besser oder sagar glänzend geht. Leider ist uns ein solches Verhalten längst abhanden gekommen.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Mein Geld, Dein Geld, Kindergeld!

Die Primaten aus dem heutigen Afrika waren vor mehr als 7 Millionen Jahren zunächst nur Sammler. Um zu überleben, verzehrten sie Blätter, Wurzeln und sogar Aas. Sie hatten viele natürliche Feinde, wie zum Beispiel den Säbelzahntiger, das Krokodil oder andere Raubkatzen, die ihnen nach stellten. Die Historie der Hominisation zeigt dann einen gewaltigen Sprung hin zu den Menschenaffen und es folgte der Aufrechte Gang. Vor vielen Millionen Jahren also entwickelte sich der Mensch und mit ihm seine Sozialisation.

In jener Zeitspanne veränderte der Urmensch aber auch sein Verhalten und wurde zum Jäger und Sammler. Später dann zum Krieger,Jäger und Sammler.
Während das humanoide Individuum in Clans, Sippen und Gruppen lebte, entwicklten sich hieraus dann Stämme, Völker und Allianzen. as Urverhalten, nämlich das Jagen und Sammeln zum Zwecke des Überlebens wurde für viele Menschen zur Nebensache. Getrieben von der Gier, der Macht und den sonstigen niederen Instinkten verfolgt der Mensch der Neuzeit oft nur ein Ziel: Durch Anhäufung von materiellen Gütern und Geld alsbald Macht über seinen Mitmenschen auszuüben.

Der moderne homo oeconomicus zeigt sich dabei in der Wahl seiner Mittel und Verfahrensweisen sehr Varianten reich. Via PC bedient er sich des " fishing ", um an das Konto und das Geld fremder Menschen heran zu gelangen. Via " skimming " späht er die angeblich fälschungssicheren Daten auf den EC-Karten aus, produziert dann ein remake der Karte und hat so analog dem passe partout, die Möglichkeit das Konto abzuräumen.
Eine dritte Abart des Betruges ist der Antrag auf Leistungen nach dem Bundeskindergeldgesetz, obwohl dem Antragsteller bereits solche gewährt werden.

Flugs wird dem der Kindergeldkasse behauptet, dass ein Kindergeldantrag über einen der ungezählten öffentlichen Arbeitgeber noch nicht gestellt worden sei und schon fließt das Kindergeld ab 164,--. € monatlich auf ein angegebenes Konto. Aber, vorsichtig, diese Masche funktioniert eben nur für Kindergeldkassen des Öffentlichen Dienst.
So stand hierzu zu lesen:

Arbeitsagenturen und Finanzbehörden sind einem Betrug beim Kindergeld öffentlich Bediensteter auf der Spur. Nach Informationen der Zeitungen der "WAZ"-Mediengruppe kassieren mehrere Tausend Angehörige des öffentlichen Dienstes die Sozialleistungen doppelt, teilweise seit mehr als zehn Jahren. Wie groß die Grauzone ist, sei derzeit nicht bekannt.

Inzwischen sind den Berichten zufolge in 292 Fällen Rückzahlungen gefordert worden, 209 Mal stellten die Behörden Strafanzeige, teilte die NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mit. Die Fahndung nach den Kindergeld-Sündern werde "forciert", sagte ihr Sprecher Werner Marquis.

Der Bundesrechnungshof zählt laut WAZ 1300 Fälle bis Mitte 2009, den Schaden für den Steuerzahler beziffert er auf neun Millionen Euro. Das tatsächliche Ausmaß des Betrugs sei um ein Mehrfaches größer.

Unterschiedlische Familienkassen

Die Betrüger machten sich zunutze, dass es unterschiedliche Familienkassen gibt. Dabei beantrage ein Elternteil je Kind zweimal Kindergeld - einmal bei der für normale Arbeitnehmer zuständigen Familienkasse und einmal bei der Kasse für den öffentlichen Dienst. Oder aber die Eltern stellten den Antrag einzeln bei der jeweils für sie zuständigen Einrichtung, ohne auf den jeweils anderen Antrag hinzuweisen.

Die zahlreichen Familienkassen glichen die Anträge nicht miteinander ab, kritisierte der Bundesrechnungshof. Er führt dies auf ein beispielloses Behörden-Chaos zurück: Allein für den öffentlichen Dienst bei Bund, Ländern und Gemeinden seien geschätzt 12 000 Ämter in Sachen Kindergeldauszahlung tätig, "die genaue Zahl ist nicht bekannt".

Den schwersten Vorwurf richteten die Bonner Prüfer an das Bundesfinanzministerium. "Es hat die Familienkassen nicht hinreichend gesteuert und kontrolliert und doppelte Kindergeldzahlungen mit verursacht", hieß es. Durch die Einführung der einheitlichen Steuernummer soll künftig Abhilfe geschaffen werden. (ddp) - Amen!

Was sagt uns dieses Verhalten? Zum einen gibt es eben keinerlei Hemmschwellen, wenn es darum geht, sich finanzielle Vorteile zu verschaffen, zum anderen begünstigt die Unfähigkeit der Administration solche Schummeleien.

Moralisch betrachtet sind dieses jedoch keine Gründe, um das zu entschuldigen, was dahinter steht: die Gier nach dem schnöden Mammon!

De jure zeigt sich - sollten die Meldungen zutreffen - folgendes Bild:
Das bewusst doppelte Abkassieren von Sozialtransfers, wie hier Leistungen nach dem BKKG - stellt in jedem Einzelfall einen Betrug dar. Jeder Monat für sich ist strafrechtlich betrachtet eine eigenständige Betrugshandlung. Wenn tatsächlich Kindergeld über viele Jahre bis zu 10 Jahre ) unrechtmäßig bezogen wurde, kommt da nicht nur ein ganz schönes Sümmchen zusammen, sondern auch die Justiz wird dann eine schöne Anklage aufmachen. In den Bagatellfällen wird die Staatsanwaltschaft Strafbefehle in unterschiedlicher Höhe beantragen. In umfangreicheren Fällen könnte es Freiheitsstrafen hageln. Hinzu kommen die Disziplinarverfahren, die im schlimmsten Fall zur Suspendierung vom Dienst führen können. Nun, der Sanktionskatalog ist fein abgestuft. Es wird nicht gleich der Vorschlaghammer heraus geholt. Dennoch gilt für alle Täter:

Lieber sofort das Geld zurück zahlen, tätige Reue zeigen und die Straftaten einräumen - sonst raucht's!

Die moralische Komponente dieser Geschichte kann auf einen Nenner gebracht werden " Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" - Wenn's denn den Tatsachen entspricht!

Dienstag, 8. Dezember 2009

Trübe Aussichten für das Jahresende


Als ich heute Nachmittag aus den Fenstern meines Büros sah, kam es mir vor, als sei die ganze Welt Wolken verhangen, regnerisch und grau. Ein Tag, wie er trüber nicht sein kann. Dabei ist der November doch schon seit 8 Tagen passe'.
Anscheinend interessiert sich das regionale Wetter nicht dafür, welchen Monat wir schreiben. So war denn der geplante Spaziergang im wahrsten Sinne des Wortes ein Schlag ins Wasser. Pudel nass kamen mein Kollege und ich zum Haus zurück. Um die Erfahrung reicher, dass nicht überall, wo Dezember drauf steht, auch Dezember drin sein muss.

Die nass-kalte Witterung hat einen Vorteil: Das vorweihnachtliche Geklingel, Gebimmel und Geläut geht dem gestressten Geschenkejäger nicht so sehr ans Gemüt. Keine Zeit für Sentimentalitäten, Umsatz wird gemacht - es geht voran.

Montag, 7. Dezember 2009

Bilder des Jahres 2009





























Eigentlich zähle ich die wenigen Tage bis zum Jahreswechsel 2009 / 2010 nicht mehr. Das damit verbundene Ritual ist seit vielen Dekaden fast identisch. Da wird vom Durchschnittsmitbürger vor dem 1. Advent bereits eine Berufshektik an den Tag gelegt, als gelte es, die versäumten, die verpassten oder verschlafenen - meist völlig unwichtigen - Dinge des Jahres nachzuholen. Es werden Notizen, Spickzettel und Gedanken gemacht, wie die Zeit bis Weihnachten und Silvester - möglichst effektiv - genutzt werden kann. Nebenbei kommt der, dem europäischen Industriestaaten immanente Wunsch nach Steigerung der Handelsumsätze vor Weihnachten noch zum Tragen.

So hetzt denn die Spezies des homo germanicus über vier Wochenenden von Einkaufstempel zu Einkaufstempel, von Geschäft zu Geschäft, von Bestellung zu Bestellung: Hier die Gans, das Fleischstück,den Braten für den Heilig Abend mit den Lieben und nicht so Geliebten, dort das Geschenkpapier, den Tesafilm, die Folie für die erworbenen Präsente,da die Planung, die Telefonate, die Abstimmung zu dem Verlauf der drei (2,5 ) Feiertage. Alles muss perfekt organisiert, gestylt und gekünstelt sein. Nur nicht das Gesicht, die Contenance, die Feiertags-Gut-Mensch-Visage verlieren.

Ähnlich stressig geht es natürlich auch bei den Medien zu. Hier werden die Redaktion zusammen gezogen, um den Jahresrückblick zu erstellen. Einst war es das Privileg der Öffentlich Rechtlichen,der zwangsversammelten Rundfunk - und Fernsehgemeinde jene Berichte, Reportagen und Kommentare zu Ereignissen und Bildern aus den vergangenen 362 bis 363 Tagen des langsam ablaufenden Jahres Weihe voll zu kredenzen. Wohl proportioniert, ausgewogen und nach gesellschaftlicher Relevanz geordnet. Seit es die Privaten gibt, werden jene Aufgaben nicht mehr so genau genommen. Da müssen die letzten 2 bis 3 Wochen vor dem Jahresende herhalten, um den Reminiszenzen zu frönen.
Werbblockunterbrechungen inklusive, dröhnen sinnfreie Berichte über spektakuläre Geschehnisse aus dem Jahr über die Mattscheibe. Es werden die selben Fratzen aus dem Vorjahr gezeigt, die der selbst ernannten Prominenz gehören, nur noch etwas mehr geliftet, turbo-gebräunt und tätowiert. Ebenso zeigt sich die Haarpracht verändert - gleichwohl sich die Mehrzahl der Männer des oft lästigen Restschopfes qua Radikalschur - längst entledigt hat. Auch der/die aktuelle Lebensabschnitts -, Jahres - oder Quartalsgefährtin/e ist zu beschauen. Fleischig, im industriellen, geschmacksautomatisierten Designer-Outfit.

Nachdem die bunten Kanäle ihren Schund verbraten haben, dürfen es die Öffentlich-Rechtlichen ihnen nach tun. Hier werden nicht nur Promis aus dem arbeitsfreien und intellektuell unterbelichteten Genre gezeigt, sondern die sub-alternenen Lenker,Denker und Spinner aus Wirtschaft sowie Politik. Fein säuberlich nach ihrem Grad der Wichtigtuerei in der globalisierten Welt. Als da wären beispielweise: Berlusconi, Sarkozy,Merkel,Obama,Putin,Medejew,Baroso,Rasmussen,
Buzek,Seehofer,Wulff,Koch,Nahles,Gabriel,Beck,Westerwelle,
Dauerwelle,Große Welle usw, usf.

Das vergangene Superwahljahr wird zurück gedreht, die Finanzkrise aufgewärmt, die " Schweinegrippe " erläutert. Fein säuberlich formatiert in den oben genannten Geschenkpäckchen. Auf etwa 1 1/2 Stunden komprimiert rasen die Bilder des Jahres 2009 noch einmal an den Rezipienten vorbei.

Jenseits dieser gleichförmigen Informationsflut habe ich mir meine eigenen Bilder,Berichte und Ereignisse zurecht gelegt.

Dezember 2008 bis Januar 2009




" The same procedure as every year? "


Januar 2009. Da hautś uoa de Puschen wech! Es herrschten fast sibirische Temperaturen. Die Heizung fiel aus. Der Mazda Diesel blieb auf der BAB 4 liegen. Die Wasserleitung fror ein und platzte später. Wir froren auch - die Koater net!





















Februar 2009. Der Schnee taute und es sprießten die ersten zarten Sproßen der Frühblüher.




































März 2009. " Frühling lässt sein blaues Band..."
Die Natur zeigt sich von der farbigen Seite. Der Mensch entwickelt jetzt jedoch seine Eigenarten: Frühjahrsmüdigkeit,Frühjahrsputz,Frühjahrsmarkt.




















Bei unseren - nur während der Ferien und im Urlaub geliebten - Nachbarn in Österreich hält sich der Winter einige Wochen länger. Das spült dann weiter Geld in die klammen Kassen der Kommunen, Bundesländer und des Landes Austria. Wenn der Klimawandel nun dennoch die Schneegrenzen nach oben steigen lässt, werden eben die Kanonen heraus geholt und notfalls 24 Stunden lang in Betrieb genommen. Business as usual -eben!











































April 2009. Eine so genannte Bauernregel heißt: " Der April, der macht, was er will!" Immerhin hatte der Monat viele wärmere - und Sonnentage, dass sich die Blütenpracht an dem Apfel - bis Zwetschgenbaum wunderbar entwickelte und ein malerischen Anblick hinter ließ.


Mai 2009. Oft war dieser Monat in seinen Anfangstagen voller Widersprüche. Knackig heiße Temperaturen bis zu 28 und mehr Grad paarten sich mit achtfrösten. Die Eskapaden dieses " Wonnemonats " sorgten auch für viel Spekulationen zu dem Verlauf des gesamten Jahres. Regel: " Mai, kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun' und Fass!"





















Die Blütenpracht mit Grün vergeht indes, wenn der Sommer an die Tür klopft und in der Natur um Einlass bittete. Jene Kurzblüter, wie die Magnolie des Nachbarn, haben es deshalb besonders schwer. Sie müssen ihre gesamte Energie auf jene wenigen Tage im Monat bündeln,um den Insekten zu zeigen, dass sie auch interessant sind. Schon bald, spätestens mit Einsetzen eines heftigen Regengusses, fällt die rosa Illusion auf den Boden oder den Rasen, dann zeigt jener Strauch ein unscheinbares Gesicht. Ohne dieses Blütenmeer wäre er ein graues Gewächs unter Vielen. So, wie es auch viele Menschen sind.


Mai - Juni 2009. Kroatien ist inzwischen ein Schwellenland in Europa geworden. Die Grausamkeiten des Balkankriegs sind zwar noch längst nicht überwunden,dennoch klopft über die Nachbarländer Ungarn, Slowenien sowie Bosnien und Herzegowina, aber auch über Italien, Österreich oder indirekt Griechenland, die EU an die Tür des Landes. Bald schon werden die Grenzen offen sein; das lästige Warten an den Übergängen hat ein Ende. Die Urlauberströme fließen dann fast unkontrolliert in Richtung Küstenregionen, an die Adria und in das Landesinnere Istriens. Ein herrliches, von der Natur gut bedachtes Land zeigt sich jedoch - jenseits der Massenabfertigung während der Hauptreisezeit im Sommer - im Mai und Juni dem Besucher. Es blüht und grünt überall. Ein visueller Leckerbissen für jeden Wanderer, Naturfreund und Hobbyfotograph.





































Juli 2009. Das Meer hat eine unnachahmliche Faszination. Gesteuert durch die Erdgravitation und den Mond lässt es immer wieder seine immensen Kräfte walten. Auch die Adria ist nicht so still, ruhig und leblos, wie sie den jetzt anstürmenden Touristen erscheint.
Es gibt - wo überall auf der Welt auch - Wetterkapriolen. Plötzlich wird ein noch ruhig dahin schwebender Tag mit heißen Temperaturen zu einem Regen -, Sturm - und Wolkenchaos.
Dennoch lassen sich Millionen von Urlaubern ihren "Traum " von Erholung nicht vermiesen. Am nächsten Tag lacht die Sonne wieder am Firmament, der Strand bleibt zum bersten voll und die Freß - und Sauforgien werden fort geführt.




Jenseits der Kommerzorte zeigt
sich der Monat Juli - vor allem in den ländlichen Gefilden - von seiner besten Seite. Überall sprießt, reift und blüht es. Der Hochsommermonat lässt kaum erahnen, dass das Jahr bereits seinen kalendarischen Höhepunkt erreicht hat; weshalb die Tag - und Nacht- Gleiche näher rückt. Wenn das Äquinoktium wieder bald eintritt, geht das Jahr in sein letztes Drittel.




August 2009. So manche Perle in dem Angebot der ungezählten Sehenswürdigkeiten liegt dem Dresdner direkt vor den Füßen und sollte auch angesehen werden. Leider liegt es im Naturell des mobilen homo oeconomicus, dass er den wahren Wert seiner Heimat oft verkennt. Getreu dem Motto: " Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?", wäre ein Blick in das eigene Umfeld oft interessanter als eine Reise in ein überlaufenes Urlaubsland.
























































Der 8. Monat ist zudem der Beginn der Haupterntezeit - auch im eigenen Garten -, denn so mancher Baum, Strauch und so manches Feld,Beet oder eine sonstige Anpflanzung bieten ihre Frucht freimütig zum Verzehr an.







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Meine speziellen Freunde, die Sporengewächse,die Pilze gibt es jetzt auch zu Hauf. Ob nun Steinpilz,Marone oder Champignon - nichts geht über eine einheimische Pilzpfanne. Zubereitet nach dem Rezept unserer Mütter/ Väter,Großmütter/ - väter und Urgroßmütter/-väter: Zwiebel,Speck,Ei,Petersilie.

Lecker!




September 2009. Wenn sich jetzt noch einige warme Tage ankündigen, kann der Besuch des Dresdner Zoo durchaus zu den angenehmen Pflichtübungen eines Großvaters oder der sonstigen Familienangehörigen werden. Was einst als Kind kaum möglich war, fällt nun dem Enkelkind zu Füßen: Der Umgang mit Tieren im Zoo.

























































Oktober 2009. Langsam, ja schleichend haucht der Sommer sein Leben aus. Fast nahtlos ist der Herbst, die dritte Jahreszeit, die Zeit der Ernte und des Abschiednehmens von der blühenden Pracht gekommen. Mancher Beflügelter gibt sich noch ein letztes Mal die Ehre, ehe er sein Dasein beendet. Der Spatz, der Hausspatz, der Sperling zählt nicht dazu. Er überwintert längst in unseren Regionen.











































































November 2009. Es ist längst amtlich: Das Jahr geht in die letzten Runden der ewigen Wechsel von Frühling, Sommer, Herbst und Winter.Wenn in diesem Monat schon Frost einkehrt, sich die weiße Pracht bereits zeigt und die Heizung etwas höher gedreht werden muss, dann ist dieses nichts ungewöhnliches.





















Bild hinzufügenWenn die Tage immer kürzer werden, die dunkle Zeit, die tristen Tage,Wochen und Monate einkehren, leuchten die künstlichen Lichter dafür etwas heller.


















Dezember 2009. Die letzten Stunden,Tage und Wochen des Jahres vergehen nun wie im Flug. Hektisch werden die Besorgungen, Bestellungen und Geschenkkäufe erledigt
So schön es für den Nachwuchs, die Kinder,Enkel und Familienangehörigen ist, so stressig wird es für den Schenkenden. Nun gibt es Weihnachten nur ein Mal im Jahr, an drei Tagen,für 72 Stunden. Es dürfte auch ausreichen, denn die Zeit vor den Festtagen beginnt bereits ab Mitte September, wenn der Verkauf von Weihnachtsgedöns in den Supermärkten anläuft.

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Die wenige Zeit bis zum Jahreswechsel reduziert sich auf die Frage, wo dieser verbracht wird. Wenn das Silvester-Geknalle bereits drei Tage vorher beginnt, bleibt dem sparsamen Nicht-Feuerwerker nur der Blick zum Himmel, verbunden mit der Frage: " Wieviele Millionen € jetzt wohl zerbersten? "