Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Mittwoch, 26. November 2008

Wenn du am Boden bist, dann sind wir stark wie zwei und halten vielleicht zusammen - Die Krise der SPD im Jahr 2008.

Nun ist er gegangen - von selbst, der Clement, der Wolfgang, der ehemalige Superminister im ehemaligen Kabinett, des Schröder, Gerhard. Mensch, Wolfgang, wat biste fürń Trottel! Statt sich in seinem hoch dotierten Sessel zurückzulehnen und der Dinge, die um seine alte Tante SPD so geschehen, zu verharren, tönt der Super-Max herum. Nein, die " Ypsi " sei nicht wählbar, weil sie sich gegen die Atompolitik und die Atomlobby ausgesprochen habe. Nein, sie sei auch nicht wählbar, weil sie eine falsche Energiepolitik ansich betreiben wolle. nein, sie sei auch deshalb nicht wählbar, weil sie ein " Linksbündnis " mit den " GRÜNEN " in Hessen unter Tolerierung der " Linke " plane. Das ist alles keine richtige Politik, so meinte der Herr und Meister Clement in einigen Stellungnahmen vor der Hessen-Wahl und auch danach.
Clement ist ein Hellseher, denn er sieht seinen Posten als Energie-Manager als gefährdet, sollte das geplante Beispiel in Hessen bundesweit Schule machen. Wehret den Anfängen!

Clement wurde für sein parteischädigendes Verhalten von der Partei-Schiedkommission gerügt. Mehr nicht! Franz Müntefering gab ihm sogar öffentlich die Friedenshand. Er schlug sie aus und ging.
Machś gut, Wolfi! Die SPD wird auch ohne dich weiter existieren, auch wenn sie sich von einer Ohnmacht in die andere treibt.
Erst Kurt Beck, dann Andrea Ypsilanti jetzt Clement. Wer noch?

Kurt Schuhmacher würde sich im Grabe umdrehen, wenn er dieses Geeiere um Personen sieht. Auch Helmut Schmidt dürfte es mit Grausen zur Kenntnis genommen haben, dass kurz vor seinem 90ten seine SPD sich in Grabenkämpfen selbst zerreibt. Was waren das einst für Persönlichkeiten, als die SPD noch mit Herbert Wehner, Willy Brandt und Helmut Schmidt aufwartete. Da kam weder Strauß, noch Barzel, weder Kohl noch Stoiber heran. Nun sind sie längst nicht mehr in der aktuellen Politik, weil sie entweder verstorben oder sich zurückgezogen haben. Wenn aber keine herausragenden Persönlichkeiten in der Partei vorhanden sind, müssen es die Politiker machen. die aus der zweiten reihe in Betracht kommen. So auch Andrea Ypsilanti. Warum sie so kläglich gescheitert ist, wird wohl auch an ihr selbst liegen. In der heutigen Politik müssen notfalls auch " faule " Kompromisse geschlossen werden - der sache wegen. Ypsilanti war hierzu nicht willens oder in der Lage. Sie wurde deswegen von den eigenen Genossinnen und Genossen abgestraft - für immer!

Ypsi ist nun weg vom Fenster, Koch wieder da und wer noch?

Montag, 17. November 2008

Jeder Popel fährt ein Opel, aber ein Mercedes, fährt nicht ein Jedes?



Wir schreiben den 11. 11. 2008 - in den USA ist seit einer Woche der 44. Präsident gewählt worden. Ein Farbiger - zum ersten Mal überhaupt. Das Medienecho war gigantisch. Nachdem sich die Informationsflut über diesen Mann, seine Wahl zum US-Präsidenten wieder in normale Fahrwasser begeben hat, kommen die alltäglichen Probleme auf den Präsentationtisch. Die so genannte Weltfinanzkrise und ihre Auswirkungen nehmen die Schlagzeilen ein. Bereits vor einigen Monaten krachten in den USA die Säulen des Spekulationgebäudes, dass da heißt " Wall Street " durch die vorprogrammierten Pleiten der einstigen Renomierbanken, wie Lehmann Brothers, Marill Lynch gingen in den Konkurs, Hypothekenbanken, wie Freddie Mac und Fannie Mae mussten unterstaatliche Aufsicht gesellt werden, der Versicherungskonzern AIG kollabierte und mit ihm zog es weitere 15 Finanzinstitute in den Ruin.
Die US-Finanzkrise ist zwar hausgemacht, sie zeigt jedoch weltweite Auswirkungen. In den Abstiegsstrudel zog es auch Banken, die unter Staatsleitung waren oder es auch noch sind.
Auf Island sackte die Kauping Bank insich zusammen. Kleinere Institute werden ihr weltumspannend alsbald folgen.
Der Finanzmarkt implodiert.

Jetzt fällt das zusammen, was nicht zusammen gehört!

Wäre es eine Krise auf dem Finanzsektor, könnte der Durchschnittsmensch noch damit leben. Viele verlieren etwas Geld, wenige sehr viel Moneten.
Der BRD-Michel jammert über seine Ersparnisse, die ihm quasi über Nacht genommen wurden. Seine Altersvorsorge, soweit er sie privat betrieben hat, sie wird sich so nicht mehr auszahlen. Immerhin geht es diesen Betroffenen noch wesentlich besser, als denen, die in den USA Knall auf Fall vor die Haustür gesetzt werden, weil sie die Hypothekenraten nicht mehr zahlen können.

Mit der globalisierten Finanzkrise werden aber auch jene Schwachpunkte des kapitalistischen Wirtschaftssystems gnadenlos aufgedeckt. Es bekommen die Konzerne den rauhen Wind in ihr Gesicht geblasen, die bereits in der Vergangenheit unverzeihliche Fehler begangen haben und ihr Missmanagement bisher kaschieren durften.
GM, also General Motors, einst der Vorzeigekonzern der US-Automobilindustrie, ja, der Autobauer schlechthin, steht vor dem Aus. Er ist de facto pleite und wird wohl kaum überwintern können.

Mit ihm droht auch der Tochter in der BRD, der Adam Opel GmbH die Pleite. Beide Konzerne sind seit 1929 miteinander verbunden, nachdem der US-Fahrzeughersteller GM die einstige Adam Opel AG aufkaufte.
Nach dem II. Weltkrieg hatte diese Verbindung zunächst viele Vorteile, denn die USA waren über mindestens drei Jahrzehnte die führenden Automobilhersteller. Neben Ford in Detroit, zählten auch GM und Chrysler dazu. Diese drei Säulenheiligen der amerikanische Automobilbranche haben identische Probleme: Alle sind seit Jahren nicht in der Lage gewesen marktgerechte Fahrzeuge zu produzieren. Marktgerecht, das heisst, sie sollen ökonomische Bedingungen aufweisen. Ökonomische Bedingungen wiederum bedeutet, dass sie sich an den aktuellen Trends auf dem Weltmarkt zu orientieren haben, die eben umweltfreundliche und verbrauchsgeminderte Fahrzeuge favorisieren. Das haben die US-Automobilkonzern längst verpasst.
In einem Anflug von höchster Ignoranz setzten sie auf die gross-volumigen Karossen, auf eine Modell-Palette, die den Charme der 50er und 60er Jahre versprüht. Sechs - oder achtzylindrige Monster aus Plastik und Blech stehen nun herum und können nicht verkauft werden, weil nämlich der Verbraucher nicht das notwendige Geld hat, um solche Schlachtschiffe zu unterhalten und nun auch zu finanzieren.

Noch bevor die Bankenkrise erkennbar war, schnellte der Ölpreis auf dem Weltmarkt, angetrieben von wilden Spekulationen an den Börsen, auf einen Höchststand von 164 $ je Barrel/Fass. Mit der Konsequenz, dass auch in den USA die Gallone Normalbenzin über 1,5 $ kostete. Zu viel, um den verschwenderischen Lebensstil der Yankees, der auf uneingeschränkte Mobilität basiert, weiter aufrecht erhalten zu können. Es drohte ein erster Einbruch bei den Verkaufen inländische Fahrzeuge. Der einheimische Markt brach ein, der Exportmarkt war schon lange keiner mehr. Die Verkaufszahlen dümpelten - im Vergleich zu den übrigen Fahrzeugherstellern weltweit - auf einem niedrigen Level herum. Die hausgemachte Krise brach - nachdem der Öl - und Benzinpreis sich langsam normalisierte - erst zu jenem Zeitpunkt aus, als die Banken wegen ihrer suizidären Finanzpolitik viele Milliarden Dollar abschreiben musste, ja, selbst in eine existenzbedrohende Schieflage gerieten. Das Geld wurde sodann knapp, die Kredite wurden nicht mehr freizügig vergeben, die Philosophie der Amis, ein Leben von der Geburt bis zum Tod auf Kreditkarte zu führen, wurde damit radikal in Frage gestellt.

Wer kein Geld hat und / oder Pleite ist, wer kein Dach über dem Kopf hat, wer trotzt drei oder vier Jobs kein ausreichenden Einkommen zum Mitschwimmen im Konsumstrom besitzt, der kauft mit Sicherheit kein neues Auto - schon gar kein Sprit fressendes, rollendes Wohnzimmer.
Die Verkaufszahlen plumpsten in den Keller. Zunächst geriet GM ins Wanken, dann Chrysler, gefolgt von Ford. Bei GM begannen die Verantwortlichen zu hektischen Aktivitäten über einen Antrag auf Gläubigerschutz zu sinnieren. Trotzdem verlief es bei der deutschen Tochter, der Adam Opel GmbH in Rüsselsheim und ihren Werken in Eisenach, Bochum oder sonstwo zunächst noch ruhig ab. Bisher erzielte die Tochter immer noch stattliche Gewinne, weil sie eine markt-orientierte Produktpaltte aufgelegt hatte. PKWs mit geringem Verbrauch, umweltfreundlichen Eckdaten und akzeptablen Preisen, bei relativ guter Ausstattung. Das einstige Straßenkreuzer-Flair, welches durch die frühen Modelle des " Kapitän ", " Admiral " hochgehalten wurde, begann bereits in den 50ern und 60ern zu bröckeln, als die Palette um den " Olympia " und später den " Kadett " erweitert wurde.
Es folgten der legendäre " Manta ", der " Senator "^oder der " Ascona "; später der " Corsa ", der " Astra " oder der " vectra " - allesamt Fahrzeuge, die den Zeichen der Zeit entsprechend auf den Markt geworfen wurden. Fahrzeuge, die sich gut verkauften oder noch heute verkauft werden. Auch die neuesten Modelle sind durchaus akzeptabel. Die Marke " Opel " ist somit wettbewerbsfähig.

Nicht so die Modelle der Mutter " GM ". Es sind Fahrzeuge aus längst vergangenen zeiten, als der Straßenkreuzer ein Prestigeobjekt war, als in den unzähligen amerikanischen Krimis diese Schlachtschiffe sich wahre Verfolgungsjagden und Privatrennen lieferten. Das war einmal. " GM " hätte vor einigen Jahren bereits erkennen müssen, dass die Zeit der Protzautos, der PS-Monster und Schwergewichte vorbei ist. Die " GM " - Führung hat den Trend nach kleineren, ökonomischeren PKW verschlafen. Jetzt ist es - fast - zu spät. Die Pleite wird wohl kaum abzuwenden sein. Was dann mit " Opel " geschieht, das steht in den Sternen. Ob es eine Sonderlösung für die Tochter in der BRD gibt, ist ebenso fraglich, wie die Zukunft der betroffenen Standorte. Das nostalgische Zurückblicken auf die besten Jahre von " Opel " nutzt nicht, es müssen tragfähige Konzepte für die Zukunft her. Ob oder mit Staatsgeldern, das dürfte egal sein. " Opel " muss weiter leben, so wie es Reinhard Mey in seinem Lied " 51er Kapitän " besingt - alte Erinnerungen dürfen wieder aufleben, wenn die Zukunft gesichert ist.

Donnerstag, 6. November 2008

Jethro Tull - "Seventeen" oder mit siebzehn hat man keine Träume.




Als ich während meiner noch nicht vollendeten Renovierungsarbeiten des Wohnzimmers mit Fernsehraum eher zufällig in mein Casetten-Archiv griff, um mir die Zeit mit Musik aus den " guten " Zeiten meiner Jugend zu verschönern, hatte ich eine C 90 - Casette von " Maxell " in der Hand, auf der " Diverse Oldies - Singles " stand. In das Casettendeck aus vergangenen Jahren eingelegt, hörte ich wohl bekannte Klänge. Es waren gekaufte Singles, die längst entsorgt wurden. Jene - damals noch sehr teuren Einzelscheiben mit 45 Umdrehungen je Minute -, gepresst aus Vinyl und in farbigen Hüllen mit Interpretencovern eingelegt. Ich hatte sie in den späten 60ern sukzessive erworben. gekauft vom ersparten oder " sauer " erhaltenen Geld, das da " Ausbildungsvergütung " hieß.

Aus den unzähligen Platten war auch eine der Gruppe " Jethro Tull " dabei, die untr dem Titel " Sweat dream " und der B-Seite " Seventeen " einst in den frühen 70er Jahren veröffentlicht wurde. Ich meine mich daran zu erinnern, dass ich diese Scheibe in Bückeburg bei dem " Musikgeschäft " " Pelzig ", das damals in der Schulstraße ansässig war, für 4,75 DM gekauft hatte. "Jethro Tull " war damals mehr als " in ". Mit den Titeln " Living in the past " begann das Sammeln von Platten dieser Gruppe. Es folgten eben " Sweat dream ", " The teacher ". Auch die B-Seiten dieser Single waren mehr als nur hörenswert. So war es klar, dass ich während meiner "Musik-Session " im hauseigenen Beat-Keller auch die Rückseite der Single " Sweat dream " spielte. Sie lautete einst kurz und bündig " Seventeen " und hatte mit 6 Minuten und 9 Sekunden eigentlich schon so etwas wie Überlänge. Auch zu der "wilden" Beat-Zeit, achtete die Musikindustrie darauf,dass die Titel auf den Single nicht deutlich als 3 Minuten dauerten. Musste sie ja schließlich über die wenigen Radiosender verbreitet werden und diese wiederum hatten auch damals formatiere Sendezeiten. Ob es nun der Pop-Karton von Radio Bremen oder der " Club " beim NDR II waren, sie alle achteten zunächst auf die Etikette. Diese hieß: Beatmusik ja, aber nicht zu viel.

Irgendwann in den späten 60ern und den frühen 70ern änderte sich das allmählich. Es wurden auch Titel mit mehr las 10 Minuten Länge gespielt; sogar ganze LP-Seiten, die über 20 Minuten Spieldauer maßen. Zu der Zeit, als Jethro Tull eben die Single " Sweat dream / Seventeen " auskoppelte und auf den deutschen Musikmarkt warf, fanden längere Titel eben wenige Freunde.
Ich spielte eben gerade deshalb die B-Seite der " Tull "-Single besonders gerne.Auch schon deshalb, weil ein prima Flötensolo von Ian Anderson, dem Gründer der Gruppe, enthalten war. Dieses Stück begleitete mich über viele Jahre, sogar Jahrzehnte. Eine 45er-Single, dessen Cover, auf dem die Gruppe um Ian Anderson in einem damals zeitgemässen Outfit auf dem Rasen saß,dann längst den Zahn der zeit durch kleine Risse und so genannte Eselsohren offenkundig mit sich trug. Auch die Vinyl-Scheibe selbst war vom unzähligen Male des Abspielens zerkratzt - gemartert und gequält von den einst "billigen 2 Plattenhobeln. Zuerst einem Universum-Plattenspieler mit eingebautem Verstärker und zwei Stereo- Sieben-Watt- Boxen, zusätzlich von dem Plattenspieler meiner Eltern, der in einer Nordmende-Musiktruhe integriert war, dann von einem transportablen Dual-Plattenspieler,den ich über ein ausrangiertes Grundig-Radiogerät laufen ließ. Primitiv ist gar kein Ausdruck. Der Klang war grottenschlecht,die Gefahr, hiervon "Einen gewischt" zu bekommen allgegegenwärtig.

Einige Jahre später kam dann eine zusammengestückelte Anlage hinzu. Sie bestand aus einem 70 Watt Verstärker von Quelle, der die Hausmarke Universum trug und zwei Duo-Reflex-Boxen von Neckermann, einem Plattenspieler aus dem Elektronic-Katalog des Hauses " Völkner ", dessen Chassis von mir noch selbst zusammengezimmert werden musste, weil das billiger war. Schließlich kauft ich einem Freund aus der Nachbarschaft, der den Beruf des Elektrikers zu erlernen versuchte, ein selbst gebasteltes Mischpult für 40 ,-- DM ab, erwarb einen zweiten Plattenspielervon " Völkner " und hatte meine erste "Disco "-Anlage. Ich war stolz, wie " Oskar ". Das war zu meiner Lehrzeit, Anfang der 70er.

In dem eingerichteten " Beat-Keller " dröhnten dann immer die gleichen Musiktitel. Vinyl-Scheiben waren damals teuer und sprengten regelmäßig mein karges Budget von 50, später 70 Mark. Eine Single war eben mit 4,25 bis 4,75 wesentlich günstiger, als die LP für 19 bis 22 Mark.
Jethro Tullś " Seventeen " begeleitete mich über diese Jahre, in denen ich als Provinz-Ei in der Landeshaupstadt Hannover das wahre Paradies erkannte, in denen die Kaffs der Schaumburger " Pampa ", ob sie nun Bückeburg, Rinteln, Stadthagen, Steinbergen, Vehlen, Oberkirchen oder Nienstädt, Pollhagen oder Katrinhagen hießen, das Flair einer "Märklin"-Eisenbahnanlage mit " Faller "-Plastikgebäuden und " Viking ", " Schüco " oder " Sigrin "-Spielzeugautos hatten.

Die Provinz hatte ein Kino, dass ohne großen Aufwand zu erreichen war. Die Spielzeiten des Dorfkinos waren genauso überschaubar, wie die Besucher. Es trafen sich immer die gleichen Schüler und Jugendlichen, um immer die gleichen Filme zu sehen: " Winnetou ", das war der renner, wie sämtliche Karl May-Filme. Pierre Brice, Lex Barker, Ralf Wolter, Chris Howland,Götz George, Vivi Bach etc, das waren die Helden. Wer die Beatles mit ihrem Klamauk-Film " Help " sehen, wer " Woodstock " geniessen oder " Das Erdbeben " ertragen wollte, der musste nach Bückeburg oder Minden fahren - in die größen Kinos.

Als ich Siebzehn wurde, am 1. Juli 1970, hatte ich gerade das erste Lehrjahr beendet. Die "Leere " kotzte mich inzwischen an, dieses "Ausbeuten " und Herumkommandieren, diese Erniedrigungen und Kränkungen, jene Beschimpfungen und die Angst, dann doch irgendwann, irgendwie, irgendwas falsch gemacht zu haben und dafür " Einen drüber zu bekommen". " Lehrjahre sind keine Herrenjahre ", so wurde es im Volksjargon ausgesprochen. Die bleiernden 50er und 60er, die Endsechziger mit den " Aufbruchsjahren " und die Langhaarperiode in den 70ern - eine Zeit der Selbstfindung. Eine Phase der Orientierung, ehe das wahre Leben das wahre Gesicht zeigte und die wahren Mitmenschen ihre egoistischen Fratzen präsentierten.

Jethro Tull " Seventeen ":
__________________________

I remember when we had a lot of things to do.
Impressed by all the words we read,
and the heroes that we knew.

Climb on your dream -
a dream of our own making.
To find a place that we could later lose.

To whatever time could bring.

We were seventeen
an the cakeman was affecting you.
Moving you to greater things
( in a lesser way )

You had to prove.

The clock struck summertime,
you ŕe going round in circles now.
Wishing you were seventeen -

at twenty-one, it was a long time to go.

And now here your are.
You're locked in your own excuse.
The circles going smaller every day.

You're busy planning the next fity years.

To stay the way you are
an keep your head down to the same old ground.
Just paint your picture boy until you find.

A closed circle ś better than an open line.

Yes stay the way you are.
I got a circle that 's the same as yours.
It may the bigger, but I've more to lose.

Who is the luckier man - me or you.

Träume sind oft Schäume - wenn sie aber so lyrisch wieder gegeben werden, dürfen sie es immer noch sein - Yes, I was seventeen!

Dienstag, 4. November 2008

Wo Wege zu Irrwegen und Sackgassen werden.





Die Hessen kommen einfach nicht zur Ruhe. Längst hat sch das Medieninteresse auf andere Themen kapriziert, da riefen die rechten Geister ein unrechtes Verhalten wieder in das Gedächtnis der eh schon überstrapazierten BRD-Bürger zurück. Andrea Ypsilanti wollte ein zweites Mal zur Krone, zur Macht greifen und bekam erneut mächtig auf die Finger gehauen. Wiederum von den eigenen Genossen. War es zunächst nur die LT-Abgeordnet Metzger, die ihr die Gefolgschaft verweigerte, so gesellten sich - quasi kurz vor dem " Show down " - drei weitere Parteimitglieder aus der SPD hinzu. In einem medialen " Roll back " machten sie ihrem "schlechten " Gewissen öffentlich Luft und ließen es in die brutal reagierende Öffentlichkeit entfleuchen. Ypsilanti, die Genossin Andrea, ja, sie sei eine Wahlbetrügerin. Sie habe " Wortbruch " begangen, indem sie sich den " Schmuddelkindern ", der Partei " Die Linke " nun anbiedere, um sich mit deren Duldung zur Ministerpräsidentin Hessens wählen zu lassen.
Pfui! Pfui, Deibel! Buh!

Sittsam vor der lauernden Medienmeute sitzend, lasen die vier Abtrünnigen ihre vermeintlichen Gewissensbisse mit weihvoller, jedoch rhetorisch üngeübter - Stimme vom Baltt ab. Vorformulierte " Dolchstöße " gegen ihre Parteichefin. Metzger war eh schon abgeschrieben, denn deren Position zu dem Prozedere des " Machtwechsle " war seit Monaten klar.
Damit kann, damit muss ein Außenstehender, der die Spielregeln der Demokratie kennt, zur Not noch leben. Er kann sie akzeptieren, er kann sie tolerieren, er muss sie allerdings kritisieren.
Wenn eine schrumpfende " Volkspartei " anlässlich eines solchen Ereignisses keine Einigkeit zeigt, dann ist sie eben nicht regierungsfähig. Oder etwa doch?

Die Abgeordnet Metzger war verloren, dennoch wäre Ypsilantis Plan von Regierungswechsel noch gerade so aufgegangen. Also versuchte sie hren eingeschlagenen Kurs daraufhin beizubehalten. Sie kontaktierte ihre Parteimitglieder und sondierte die Chancen, ihr Vorhaben umsetzen zu können.
Ein außerordentlicher Landesparteitag vom 01. November gab ihr mit 95,4 %-iger Zustimmung eigentlich " Grünes Licht ". Dann erscheinen am Montag die Heckenschützen, geführt von Metzger, Walter,Tesch und Everts und gingen mit Ypsilanti öffentlich ins Gericht. Nein, das edle Gewissen war es nicht, das das Vierblätterige Kleeblatt in die Offensive trieb. Es waren vielmehr die selbstdarstellerischen Impulse, die eitle Natur jedes einzelnen "Nein "-Sagers, die dazu führten, von ihrem Mandatsauftrag abzuweichen. Die SPD ist, wie die übrigen Landesparteien auch, bei der Wahl mit einer Spitzenkandidatin Ypsilanti, angetreten,um Koch als Regierungschef abzuwählen. Wenn sich die einzelnen SPD-Landtagskandidaten nun wählen lassen, dann haben sie auch den Auftrag erhalten, ihre Spitzenkandidatin an die Regierung zu bringen.
Es hat hierfür jedoch nicht gereicht, denn selbst eine SPD-Grüne-Koalition hat keine nominelle Mehrheit im Hessischen Landtag.
Ob jene Verhältnisse nun zu einer Änderung der Strategie zur Umsetzung des Wählerauftrags in der von Ypsilanti gezeigten Vorgehensweise führen müssen, ist in der Tat streitig. Wer keine Mehrheit zum regieren hat, der muss sich jedoch eine solche suchen. Anderenfalls regieren eben die Anderen. Ypsilanti verhielt sich ungeschickt. Sie verirrte sich bei der Mehrheitssuche und beging in der Folgezeit nicht nur eine Reihe von Fehlern, sondern betrat Wege, die in die Irre führen und solche, die sich letztendlich als Sackgasse zeigten.

Nun ist es zur Umkehr zu spät. Was zurück bleibt, dürfte ein riesiger Scherbenhaufen sein, der u.a. auf die zerstörte Glaubwürdigkeit des Politikerwortes enthält.
Warum Ypsilanti keinen anderen Weg gewählt hat, um den unbeliebten Koch abzulösen, ist aus ihrem eher blinden Aktionismus ansatzweise zu erkennen. Ungeduld führte noch nie zum gesteckten Ziel. Sie hätte die Koch-Regierung aussitzen, auf deren schon bald sich zeigende Umsetzungsprobleme warten müssen, dann hätten sich völlig andere Perspektiven eröffnet. So hat Ypsilanti sich selbst verbarnnt und der SPD eher Schaden gebracht. Leider!