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Mittwoch, 30. Juli 2008

Die Moneten und der DFB - Bluna!

Es sind sehr viele Jahre inzwischen vergangen,dennoch blieben einige Begebenheiten aus der Zeit meines Studiums und des Lebens in Bremen haften. So auch die Erinnerung an ein DFB-Pokaspiel zwischen Werder Bremen und dem VFB Stuttgart. Mein SVW gewann damals wohl 2:1;jedenfalls mehr als knapp und tat sich - so meine Erinnerungen - sichtlich schwer. Wie auch immer,ich strömte zusammen mit einigen tausend anderen hoch zufriedenen Fans aus dem Weserstadion in Richtung Sielwall-Fähre,von wo aus ich das andere Flußufer erreichen konnte,um in meinen PKW zurück zu fahren. In der wuselden,wild durch einander laufen Menschenmenge befanden sich dann kurz nach dem Verlassen des Stadionbereichs,zwei Jungs aus dem Spätzle-Fresser-Ländle,die - eher frustriert-hinter mir ihre naiven Sprüche los werden wollten. Provozierend sangen sie dann auch:" Werder und der DFB,Bluna!". Wie bitte? Bluna? Ich überlegte,ob ich den frechen Bengel nicht meine Meinung sagen sollte,verwarf jedoch diesen Gedanken kurz danach,weil ich mir eh schon überlegen vorkam. So eilte ich denn in Richtung Fähranlage,um nach einigen Minuten desWartens endlich auf die andere Weserseite zu gelangen.



Der spöttische Singsang der beiden Bengel blieb mir jedoch in ständiger Erinnerung. Warum nur Bluna? Das war doch das 50er - 70er Jahre Gesöff in den grünen 0,33 l Flaschen, was ich damals kaum getrunken habe,weil es zunächst viel zu teuer war und meine Eltern diesen Trunk schon allein deswegen nicht gekauft haben und später mir im Geschmack viel zu süß vorkam. Warum also der Name im Zusammenhang mit eine Fußballspiel. Ich erkannte damals,es war wohl in den 90ern, in dem gehörten Spottgesang überhaupt keine Sinn. Heute,nachdem ich über Wikepedia den gegoogelten Begriff erläutert bekam,wird mir klar,weshalb die jungen VFB-Anhänger ausgerechnet Bluna benannten. Der einstige Hersteller in Köln, eine Firma Blumhoff Nachfolger hatte die Marke aus dem Namen Blum sowie Nachfolger kreiert.Das Getränk war - wie gesagt - in den frühen 50ern bis weit in die 70er ein überaus erfolgreiches Produkt. In den 90ern wurde es an eine in Baden-Württemberg ansässige Getränkeherstellfirma verkauft,die dann den Werbe-Slogan:" Sind wir nicht alle ein bißchen Bluna" auf den Markt brachte. Die Zeiten hatten sich längst geändert,denn neben den großen Marken,wie Coca Cola,Afri Cola,Fanta,Sprite und sonstige Mixturen kamen immer mehr Designer-Gesöffsmischungen auf den Markt und verdrängten in aggressiver Form,die alten Marken. Die eher rückläufigen Verkaufszahlen waren somit auf symptomatisch für den gesellschaftlichen Wandel.

Damals,als ich noch Kleinkind,Kind,Jugendlicher war,war Werbung ein Produkt des gesellschaftlichen Understatements. Wer dazu gehören wollte,der kaufte sogenannte Markenwaren. Dieses ungeschriebene Gesetz galt insbesondere auch für den Lebensmittelsektor. Die Hersteller waren mehr als nur bemüht,ihre - oft völlig überteuerten-Produkte durch eine Suggesivwerbung so darzustellen,dass eventuell billigere Anbieter,eben nicht deren Qualität erreichten und somit auch minderwertig;ergo: gesellschaftlich geächtet waren! Längst hat sich,nachdem diese deutschen Hersteller durch allerlei Kniffe und Verrenkungen - so u.a. die Richtpreise oder Festpreise -zunächst ihre Marktanteile vergrößern bzw. zumindest stabilisieren konnten - das Blatt längst gewendet. Mit dem rapiden Preisverfall,durch Massenproduktion und extensiver Auslagerung der Herstellbereiche in Billiglohnländer,musste mittels verblödender Werbeslogans, der Marktanteil erhalten werden. Die Spätzle-Ländle-Werbung:" Sind wir nicht alle ein wenig Bluna?" dokumentiert den Trend der Ära nach dem Preisverfall. Eins waren in den haarigen Endsechzigern und Siebzigern alle im " Afri Cola Rausch ", dann im Neon-Licht und Punkgekreische oder der NDW-Verdummungswelle,heute sind wir alle ein bißchen Bluna!

Also, Bluna, soll eben für dumm, meschugge, abgedreht,nicht konform oder gesellschaftsfähig gelten. Diese beiden Knaben wollten deshalb damit ausdrücken,dass sowohl der SV Werder Bremen als Gewinner des Pokalspiels, als auch der Deutsche Fußballbund,als Ausrichter und Verantwortlicher,nicht nur plemm plemm sind, sondern auch das dann verlorene Spiel des Stuttgarter-Teams verzinkt hätten. Bluna, also auch ein wenig Mauschelei? In diesem Fall wohl kaum,denn der Spätzle-Fan-Club war - nach meiner Erinnerung - spielerisch mehr als nur gleichwertig. Die Abwehr machte jedoch einige Fehler zu viel und schwamm des öfteren recht kräftig, als mein SVW vor das dortige Tor stürmte. Wie auch immer, der Hohngesang war ungerechtfertigt. Zumindest in dem Fall!

Vor einigen Tagen las ich dann im SPIEGEL eine Meldung, wonach der heutige DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger medienwirksam verkündet habe,dass die jetzt gescheiterten Vertragsverhandlungen der DFL mit dem Inhaber der BL-Übertragungsrechte, der Firma " Sirius ", die dem Ober-Kohlianer und Pelitier Kirch gehört,dazu führen würden,dass die vereinseigne Jugendarbeit und die des DFB selbst eingeschränkt werden müsse,weil nicht genügend finazielle Mittel zur Verfügung stünden. Er befürchtet sogar, dass es zu einer massiven Verschlechterung der Jugendarbeit kommen muss. Wie bitte? Zwanziger ist ein Propagandaexperte, wenn es darum geht, die tatsächlichen Verhältnisse zu verschleiern. Er tritt für eine Entwicklung ein, die zur vollständigen Kommerzialisierung des Massensports Fußball führt. Denn: Nur wer ein Abo bei einem Bezahlsender kauft,darf Fußballspiele der 1. und 2. Liga ungestört genießen - der Rest soll auch nach 20.00 Uhr abends verbannt werden. Kohle,Knete,Kies = Zwanziger?
Dieser Chefverdreher steht dem reichsten Fußballverband der Welt vor, der zudem der viertgrößte ist. Er kassiert über 1,35 Milliarden EURO jährlich und gibt - vereinsbezogen - lediglich 3,6 % dieser Summe, also knapp 44,5 Millionen EURO für Jugendarbeit und hieruntr zu subsumierende Projekte aus. Was für ein Gejammer ist das denn, Dr. Zwanziger? Eines auf aller höchstem Niveau! Deshalb gilt auch hier: Kirch,Premiere,DFL und DFB mehr als nur BLUNA! Alles Kommerz und Knete oder was?

Mittwoch, 16. Juli 2008

EM-Nachlese: Wie aus einer "friedlichen" Massenhysterie mit schwarz-rot-gold-farbigen Assesoires eine mediale Verdummungsveranstaltung wird.
























Die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz ist nun seit 2 1/2 Wochen vorbei. Die Normalität hat sich längst wieder eingeschlichen - in dem Leben der angeblichen Fußballfans. Die Urlaubswelle rollt, die Sonnenhungrigen bangen um den vielleicht bestreikten Flug nach Süden und der Michel hat sein Kampf mit dem Bier, der Bratwurst und dem Kater in eine andere Richtung verlagert. Das Sommermärchen hat seinen zweiten Teil, ein zweites Kapitel endlich abgeschlossen. Zurück bleiben eine Unzahl von Fähnchen, Flaggen, Wimpel und sonstiges Gedöns,dass zu überhöhten Preisen in jeder Bahnhofsklitsche angeboten wurde. Für einen Zeitraum von über drei Wochen, nämlich vom 07. Juni bis zum 29. Juni 2008, war die BRD, ja sogar Europa in einem komatösen Zustand verfallen - die übrige Welt schaute dabei mehr als nur interessiert zu. Der "König" Fußball regierte den Kontinent und brachte zig Millionen Menschen zum Lachen, Jubeln,Trauern und Weinen - die Emotionen wurden noch zusätzlich anheizt, weil jeder der angeblichen Fußballfans sich in einen Rausch trank.


Fußball ist unser Leben - zumindestens für 23 Tage in diesem Jahr!


Das gesamte Sortiment an Vorurteilen wurde dann auch gegenüber dem jeweiligen Gegner der deutschen Mannschaft abgespielt. Die Polen waren für viele trinkfeste Randalebrüder eben nr " Scheißpolacken ", die Kroaten nur "Adriabauern" und die Österreicher nicht mehr als " Almhirten ". Deutschland, Deutschland über alles? Was sich sonst noch innerhalb und außerhalb der unzähligen Gelände des lokalen " public viewing " abspielte, spottete jeder Beschreibung: Randale in den Großstädten, Autokorsos und Gegröhle bis zum Morgengrauen - grauenhaft eben! Party für das verblödete Partyvolk, dass ihre Kriegsbemalung zeitweilig brustfrei zur Schau stellte. Die hochprozentigen Getränke hatten Hochkonjunktur - saufen bis der Arzt und Rettungswagen kommt. Wie langweilig!

Die BRD-Mannschaft qualifizierte sich für das Viertelfinale, war unter die letzten 8 Vertretungen in dem europäischen Wettbewerb der Platini-Show gelangt und spielte - ihr einzig bestes - Spiel gegen Portugal,dessen eigentlich favorisierte Mannschaft zwar nur knapp mit 2:3 unterlag, dennoch spielerisch von den Germanen vom Platz gefegt wurdeim gesamten Land, mit tausenden von Volltrunkenen, die nächtens auf der Straße mobten. Die Polizei schaute zu!


Schlägereien nach den schwarz-rot-gold-eingefärbten Dauerberieselungstreffen waren die Folge. Wem nicht von dem Phonstärken die Sprache genommen wurde,der verlor sie spätestens nach dem Spiel. Gröle,gröle,hallelujah!

Die Kollektivverblödungsorgie nahm ihren Fortgang mit dem Halbfinalspiel gegen die Türkei. Die existenzielle Frage hierzu lautete, ob nun die Muselmanen-Truppe oder der Deutsch-Christ-Abendländer die Nase vorn hat. Das Spiel war für den Fußballästheten eine riesige Enttäuschung. Die Türkei - stark ersatzgeschwächt-war über die Dauer des Spiels eigentlich die bessere Mannschaft, verlor aber dennoch 2:3. Finale,oho, Finale, sauf,sauf!


Am 29. Juni war es dann soweit, die BRD.Kicker spielten gegen Spanien um den Europameistertitel und. Sie verloren! Am Ende hieß es 1:0 für die weit aus bessere spanische Auswahl. Die Show ist nun aus, wir gehen noch nicht nach Haus! Es wurde wieder gesoffen, gehupt,gegrölt und noch mehr geprügelt. Schwachmaten schlugen Fensterscheiben ein, kippten Mülleimer um,setzten sie in Brand. Die Mehrzahl der Public-Viewer blieb jedoch - in tränenerstickter Stimmung - friedlich. Die Trikots wurden ausgezogen, die Hüte absetzt und die Fahnen eingerollt - bis in zwei Jahren. Dann ist in Südafrika die Fußball WM - wohl mit deutscher Beteiligung, aber dafür ohne das froschgrüne Kostüm der Bundeskanzlerin - hoffentlich!






Donnerstag, 10. Juli 2008

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er viel zu nörgeln und zu protzen.






http://www.schiffsbewertungen.de/























Es ist Sommer;zum 55. Mal in meinem Leben. Diese Jahreszeit bedeutet für viele Menschen,dass sie aus ihrem oft selbst gestrickten Pullover der Unnahbarkeit heraus kommen und das Leben manchmal so sehen,wie es eigentlich ist: simpel!

Mit dem Sommer stellen sich alsbald auch die Schulferien ein. Jene Zeit also,die ich einst auch so sehr gemocht habe,weil sie 6 Wochen lang eher zwanglos verlief. Kein frühes Aufstehen, keine nervigen Lehrer und stressige Mitschüler. Die Zeugnisse wurden verteilt,es folgten noch einige mahnende Worte der Lehrer und dann ging es ab in die Freizeit. 6 Wochen lang!



Längst sind jene Sommerferien für die Folgegenerationen von Schülerinnen und Schülern von Reisen und Verreisen bestimmt. Der Massentourismus hat auch hier seinen Einzug gehalten. Er bestimmt die Denkweisen der 39 Jahrgänge, die seit meiner Schulentlassung 1969 seither von sämtlichen öffentlichen Bildungseinrichtungen in das weitere Leben verabschiedet worden sind. Ob nun Haupt -,Real-Berufs,-Handelsschüler oder Gymnasiasten,sie alle hatten auch Ferien bis zum endgültigen Abschluss der Schulausbildung. Wenn diese 6 Wochen Ferien dazu genutzt werden,um zu verreisen,dann aber auch bitte schön durch Auslandsreisen.
Hier zählt das Bestreben: Je weiter, desto besser. Eine Ferienreise nach Nepal, auch die Seychellen oder nach Kuba bedeutet für viele Protagonisten,dass sie sich abheben können aus der Masse der Pauschalreisenden. Exotische Ziele sind heutzutage jederzeit und für jedermanns Geldbörse umsetzbar. Gesagt, gebucht,geflogen oder gefahren. Manchmal sogar gesegelt.

Die besondere Form der Seereisen stellen hier die Kreuzschiffahrtsreisen dar. Eine Mixture aus kalkulierten Abendteuer, Rundum-Wohlfühl-Ambiente und einem Hauch von exklusiven Luxus. Das Geld hierfür wird oft über den Dispo, einem Urlaubskredit oder der Zurückstellung von sonstigen finanziellen Verpflichtungen aufgebracht. Reisen auf Pump, dass ist jene Variante, die der Amerikaner dem Bundesmichel schon seit vielen Jahren vorlebt. Warum an morgen denken, wenn ich heute meinem tristen Leben einen neuen Inhalt geben kann? Gestern hat es schon nicht für eine erwartetes Auskommen gelangt und übermorgen ist eh noch weniger vorhanden. Auf geht´s in den Kampf, mit starkem Übergewicht,einer ständig nervenden Ehefrau und einem Paket voller existenzieller Sorgen.


Mitzunehmenden Alter werden die eigenen Ansprüche an die Qualität der Reise allerdings höher. Wer dann nicht mehr mithalten kann, der ist aus dem nicht erlauchten Dunstkreis der Protzer,Prahler und Proleten heraus gefallen. Um einen derart unwiderruflichen Abstieg zu verhindern, wird öffentlich lamentiert. Dem Mittelstand, der einst tragenden Säule der Konsum - und Wegwerfgesellschaft geht es seit vielen Jahrzehnten permanent schlechter. Die einstigen Pfründe sind längst von zusätzlichen Futterneidern besetzt, der Mittelklassewagen nur geleast und das Eigenheim nicht einmal zu einem Bruchteil abbezahlt. Das Einzelkind - wenn es überhaupt vorhanden ist - nervt durch ständige Forderungen nach immer teueren Freizeit - und Verblödungsartikeln, die Ehefrau hat bereits wieder einen Teilzeitjob und geht fremd.



Diese Gemengelage führt nun dazu,dass anlässlich einer solchen Seereise mit einem jener Fleischbeschauungs - und Animationscontainer, der individuelle Frust während der exakt bestimmten Zeitspanne auf dem normierten Urlaubsparadies genutzt wird,um über jene - vermeintlich -minderwertigen Habenichtse und Ahnungslosen freiweg vom Leder zu ziehen. West trifft Ost auf See. Ein Konglomerat aus jammernden und schauspielernden Individuen inmitten einer Wasserwüste. Wenn Michel West hierbei dem Holzmichel Ost den wahren Deutschen zeigten, dann prahlt und protzt er von seinem fremdfinanzierten Konsumrausch in Raten und dem zeitlichen Vorteil, diesen seit Mitte der 60iger Jahre ausleben zu dürfen. Wenn Spießigkeit einen Namen hat, dann lässt sich die pauschalierte Schiffsreise auf einem jener "Traum-Konstruktionen" hierunter subsumieren. Jene Deckromatik in der Dose, das durchgestylte "living in the box " oder die Fortsetzung des Mehrkampfes Einer gegen Alle in Form der Frühbelegung von Liegestühlen,Sitzplätzen und Reelingrefugien, sie findet hier ihre uneingeschränkte Fortsetzung. Der verkappte "Rambo" auf den unendlichen Tiefen des Raumes der Autobahnen kommend, der Vordrängler in den Freitagsnachmittagsschlangen an den Supermarktkassen, der personifizierte Mitläufer und Weggucker, er findet hier seinesgleichen.



Die Schilderungen eines so Gequälten haben mich deshalb veranlasst, den unten stehenden Artikel einzustellen:











mehr unter: www.Schiffsbewertungen.de

Montag, 7. Juli 2008

Wenn einer eine Reise tut,dann kann er was erzähl´n oder: Wie halte ich bei den Prahlereien noch mit?

Wir schreiben den Monat Juni 2008. Ein schöner Monat? Eine gute Zeit, um noch vor Beginn der Sommerferien,der großen Ferien, mitsamt seinen chaotischen Autobahnstaus oder den randvollen Flughäfen,den leeren Innenstädten und vollen Stränden in den Regionen um das schmutzige Wasser,den Auswirkungen desMassentourismus im 3. Jahrtausend,vielleicht noch eine klein wenig Ruhe zu tanken.




So dachten auch die Nachbarn und buchten eine Schiffsreise in der Ostsee. Die AIDA-Schiffe sind mit ihrem Angeboten nicht unbedingt das "gelbe vom Ei ",dennoch immer beliebt, um sich von der Masse durch die Masse abzusetzen. Es gibt eine Vielzahl von Kreuzfahrtsschiffsgesellschaften, noch mehr Kreuzfahrtsschiffe und eine Unzahl von Passagieren. Diese Reise - und Urlaubsvariante erfreut sich seit vielen Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Sie ist deshalb, wie andere Massentouristiksparten,in einer fortwährenden Wachstumsphase. Sie zählt zu den aufstrebenden Branchen in der globalisierten Welt.


Was vor vielen Jahrzehnten einer nur erlauchten Minorität vorbehalten war,nämlich auf sämtlichen Weltmeeren einmal im Leben gewesen zu sein,gehört mittlerweile zum Standard - zum guten Ton in schlechten Zeiten. So wie weltweit die Gesellschaften enorm auseinander driften,indem Reicher immer reicher werden und Arme immer ärmer,so zeigt der Touristikmarkt auch jene Klassenunterschiede. Da gibt es jene Menschen, die nicht einmal an einen Urlaub denken können,weil dieser unbezahlbar ist: Es gibt jene Zahl von Urlaubern,die die unteren Kategorien buchen,um überhaupt mitreden zu können. Dann folgen jene Touristen,die mehrere Reisen im Jahr absolvieren können und damit herum prahlen. Schließlich existiert eine winzige Gruppe von Dauerreisenden, die weder über ihre Aktivitäten, noch über das dafür notwendige Geld sprechen.





Die sonst individualisierte, atomisierte Gesellschaft, innerhalb derer es ungezählte Minoritäten gibt, sie lässt sich hier schön katalogisieren. Für jeden Geldbeutel ist ein Angebot dabei - sofern sie/er das entsprechende Geld auch wirklich hat. Aber auch diesen - ansonsten ständig in Finanznöten lebenden Mitbürgerinnen/ Mitbürgern - kann geholfen werden. Eine nachweisbare Bonität voraussetzt, lassen sich einige hundert Euro für den " Traumurlaub " auf einem dieser " Traumschiffe " auf das eigene Konto transferieren. Der Urlaubskredit, der Urlaub von der Bank finanziert,er ist für eine Unzahl von Urlaubswütigen in der heutigen Zeit kein Fremdwort. Zurückgezahlt wird in "bequemen" 6o Monatsraten;notfalls erneut umgeschuldet oder es wird die Kreditlinie aufgestockt. So einfach ist das!





Urlaub auf Pump, Leben auf Kredit, Konsum über die kreditierte Kreditkarte - es herrschen in der BRD längst amerikanische Verhältnisse. Alles ist easy credit - eben!


Nun gibt es eine besondere Spezies unter jenen Pauschalurlaubern,die qua ihrer gesellschaftlichen Stellung immer noch als kreditwürdig angesehen werden,obwohl sie es längst nicht mehr sind. Es ist jener Berufsstand der Selbständigen und Freiberufler,die einst ein hohes Ansehen genossen haben,deren Reputation eher untadelig galt und die es nach einer langen Ausbildung und einer noch längeren Durststrecke, dann doch zu einem gewissen Wohlstand gebracht haben.

DieÄrzte,Zahnärzte,Tierärzte,Rechtsanwälte,Notare,Architekten,Steuerberater,Apotheker,Sachverständige und sonstige, auf eigenen Namen tätige Berufsgruppen. Sie stellten einst das Korsett des ehemaligen Mittelstandes dar. Wer sich hier dazuzählen konnte, der war etwas,der darf erhobenen Hauptes durch die Provinz,die Klein -oder Großstadt gehen. Der konnte irgendwann einmal zeigen,was er hat. Ein eigenes Haus, ein Auto, ein Boot,einen gut gefüllten Weinkeller - eine Zweitfrau!





Nun, die Zeiten wurden schlechter und eines Tages dann, versank auch dieser Mittelstandsteil in dem Chaos des Fressens und gefressen Werdens. Es geht diesen Exponenten der Selbstdarstellung im Rahmen von Dauerklischees mittels Medien, heutzutage schlecht.


Es gibt zu viele Anbieter und zu wenige lukrative Dienstleistungsverhältnisse. Ob Klient,Mandant oder Patient - die "Kohle" sitzt nicht mehr so locker. Das Anspruchsdenken indes ist gestiegen,denn schließlich muss jeder Freiberufler nach außen zeigen,dass er es eben doch geschafft hat. Wer sich in diese Tretmühle hinein begibt, der kann sehr schnell von dieser vereinnamt werden. Es wird zu einer Art Leben des Konsum´s Willen und zum Konsumzwang des Leben´s Willen. Wer sich davon nicht zeitig löst,der wird mittels vielschichtiger Verpflichtung zum Hamster im Rad. Dieser - über viele Jahre oder Jahrzehnte - fortlaufender Drang, sich bewegen zu müssen, um in seinem eigenen Leben etwas bewegen zu können, führt unweigerlich zu einer sehr hohen Frustration. Die Toleranzgrenze sinkt dabei jedoch stetig und führt zu dem Aufbau eines verqueren, eines indifferenten Weltbildes. Die Faulen, die Schmarotzer, die Unnützen nehmen zahlenmäßig bestaändig zu, die eigene Position in der Gesellschaft wird dadurch völlig verklärt. Jene Austauschbarkeit, diese Beliebigkeit in der eigenen Lebensstellung, sie wirkt dann besonders frustrierend, wenn genau jene Regugien im Leben sukzessive bestzt werden - vereinnahmt und mit vereinnahmt worden sind von vielen übrigen Menschen, deren Stellenwert eigentlich weit untr dem eigenen liegen müsste.

Es ensteht der krankhafte Drang sich von dern Anderen, sich aus der Masse der Vielen absetzen zu wollen, wird besonders im Konsumbereich und ganz besonders im Reiseverhalten deutlich. Ich war schon dort, ich habe Europa, Asien, ja die ganze Welt gesehen - wenn auch als Pauschaltourist. Daraus entsteht der Drang des " sich absetzen wollens ", der post um dort artikuliert wird,wo ein vermeintlich schwächerer Mitstreiter ermittelt wird. Ist der "Schwächling " erkannt, wird ohne Umschweife vom Leder gezogen. Dann wird geprahlt, geprotzt und gesponnen - was das Zeug hält. Es wird dick aufgetragen, wenn die Luft immer dünner wird, wenn das verdiente Geld nicht mehr ausreicht, um den eigenen oder fremdbestimmten Ansprüchen zu genügen. Der Nachwirtschafstwunderjahrenwessi ist ein Prototyp eines verblendeten Konsumterroristen, der gedankenlos den Müllhaufen der Wegwerfgesellschaft ansteigen lässt, um dem Anderen zu zeigen, dass er besser ist - als sein Ruf?
Zum Hauptfeind seiner Protztiraden ist seit vielen Jahren nach der Wende der "arme" Ossi, der Wendegebeutelte auserkoren worden. Ihm wird gezeigt,dass nach der Wiedervereinigung noch lange keine Gemeinsamkeiten im Konsumverhalten erwünscht sind. Ergo: Der Wessi fährt BMW, Geländewagen oder Mercedes; der Ossi die Japaner in Kleinversion; der Wessi reist mit dem Kreuzfahrtschiff in die Karibik, ins Mittelmeer oder genhemigtsich eine Nordlandreise; der Ossi fährt nach Spanien, nach Österreich oder Kroatien; der Wessi gibt den Ton an, der Ossi pariert - wie lange noch?

Wenn Spinner eine Reise buchen, dann träumen sie den Traum von Luxus und dem Garten Eden, dort hin darf der Spinner aus den AB´s nur dann mit ruhigem Gewissen hinreisen, wenn der Spinner aus den NB´s ihn nicht belästigen kann. Treffen beide Gruppen aufeinander, dann raucht´s am Schornstein des Schiffes! Später wird dann Seemann´s Garn gesponnen, von beiden Spinnern und nebenebi erzählt, wie gut es einem doch geht - wie lange noch?