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Montag, 25. Februar 2008

Frühling lässt sein blaues Band flattern durch die Lüfte - schon ab Ende Februar?

Der 23 und 24. 02. 2008, ein Wochenende treibt uns in den Garten. Ab in die frische Luft, in die Sonne, die bereits jetzt schon angenehm warm scheint und viele der kleinen Blumenfreuden spriessen lässt. Jetzt schon? Es ist erst Ende Februar und die Schneeglöckchen, Märzenbecher und Krokusse kommen aus dem Boden hervor, zeigen ihre grünen Blätter und die weißen und bunten Blüten. Obwohl der Winter erst am 21. März vorbei ist, sind alle untrüglichen Vorfrühlingsboten sichtbar. Nun mögen einige der Klimaforscher ihre Erklärung für diesen mindestens 3 Wochen früheren Frühlingsbeginn haben, dennoch fragt sich der kritische Zeitgenosse, ob es dieses nicht doch schon irgendwann einmal gegeben hat.

Nun, die strenge Unterteilung in die vier Jahreszeiten, sie ist nach meiner Erinnerung viele Male schon auf den Kopf gesellt worden.

So gab es sehr milde Winter, bei denen die Temperaturen nur an einigen, wenigen Tagen unter dem Gefrierpunkt fielen, innerhalb derer an Weihnachten von Frost und Schnee nicht zu denken war und es statt weißer Pracht, Schneegestöber und zugefrorenen Seen, nur grauen Himmel und Regen gab.

Auch die Frühlingsmonate von März bis Mitte Juni waren oft sehr unterschiedlich. Oft lag Mitte März bis in die ersten beiden Aprilwochen noch Schnee. Es taute nur sehr langsam, die Frühlingsblüher zeigten sich später als üblich. Zu Ostern jagten Schnee - und Hagelschauer durch das Land. Nachtfrost von bis zu minus 5 Grad und darunter wurden registriert. Im Mai gab es zeitweise einige Frostnächte, obwohl an einigen Tagen die Tische und Stühle schon draußen standen und einige Gäste vor den Lokalen ab 20.00 Uhr saßen. Dann waren da Jahre, in denen der Frühling bereits hochsommerliche Temperaturen erbrachte. Es gab tage, an denen das Thermometer fast an 30 Grad heran kletterte. Andererseits wurden in einigen Jahren im Juni bereits so viele Regentage gezählt mit Niederschlagsmengen, die den gesamten Winter nicht erreicht wurden.

Was ich während meiner Kinder - und Jugendzeit häufig erleben durfte, dass nämlich nach einem kalten, schneereichen Winter, die Eis - und Schneeschmelze dann ab Ende Februar einsetze und der hart gefrorene
Boden durch die immer kräftiger werdende Sonne alsbald auftaute, eine Unmenge an Wasser in das benachbarte Bächlein Aue floß, dass scheint seit vielen Jahren eher die Ausnahme zu werden. Als im Februar dann die ersten zarten grünen Halme der Schneeglöckchen im elterlichen Vorgarten zu sehen waren, konnten wir uns freuen: Bald kommt er Frühling!

Ab März würde es dann wärmer, die erstn Blätterknospen waren zu erkennen, die ersten Blüten zu sehen, die ersten Vögel zu hören. Der Wechsel der Jahreszeiten war eher abrupt, denn fließend. Der Frühling begann denn so plötzlich, wie der Winter beendet war. Noch einmal versuchte sich die kalte Jahreszeit in Erinnerung zu bringen, wenn Ende März bis Mitte April noch so mancher Schneeschauer und ein kalter Wind über die Felder jagten. Einige Male lag zu Ostern noch ein wenig Schnee und es gab Nachtfrost. Oft regnete es sehr heftig. Der April zeigte sich - wie seit Jahrhunderten beschrieben - äußerst wechselhaft. Dann war der Frühling aber nicht mehr aufzuhalten. Im Mai blühte und grünte es überall. Längst hatte der Frühling sein blaues Band durch die Lande flattern lassen - so wie es der Poet Eduard Mörike eben beschrieb.

Lang, lang ist´s eben her.

Die Auswüchse der Globalisierung oder: Wenn Menschenhaare auf die Reise gehen!

Ein Bericht im SPIEGEL ruft bei mir nicht nur Kopfschütteln hervor, sondern macht mich richtig wütend. Es geht um jene Modemarotten, die einem zeitkritischen Menschen das kalte Grauen hoch kommen lassen. Da werden im fernen Indien den Frauen Haare abgeschnitten; ihnen wird eine Glatze geschoren. Diese Haare kommen dann - entsprechend gereinigt und präpariert - in Form von Haarverlängerungen für viel Geld in Europa auf den Markt. Nicht nur für die Reichen und die Schönen, nein, auch Lieschen Müller von nebenan kann sich für Preise ab 400,-- € an aufwärts, eine prima Haarverlängerung oder Haarersatz oder Haarergänzung kaufen.

Nun, die heutige Mode und das Bestreben, möglichst auffällig zu sein, lassen auch vor jenen Körperteilen nicht halt machen, deren natürlicher Wuchs durch regelmässige Pflege beeinflussbar ist. Das menschliche Haar wächst im Schnitt 0,33 mm pro Tag. Der Durchschnittsmensch verliert etwa 70 bis 100 Haare an einem solchen. Rechnerisch könnte dieses dazu führen, dass er nach einigen Jahren eine Glatze haben könnte. Dem ist aber nicht so. Die Vitamine und Mineralien, die der Mensch über die Nahrung aufnimmt, verhindern, dass dieses eintritt.

Dass die aktuelle Mode glatzköpfige Männer zeigt, dass die Frauen indes Langhaar tragen, ist denn wohl eher dem Zeitgeist geschuldet. Es gibt allerdings kein einheitliches Bild der modischen Haartracht. Deshalb gilt auch hier: Wer auffallen möchte, der muss sich etwas sehr Auffälliges ausdenken - wie wär´s mit Naturhaar als Haarverlängerung aus Indien, das zuvor den Frau für 200,-- Rupien abgeschnitten wurde?
Direkt via Flugzeug von Neu Delhi oder Kalkutta nach Berlin oder Düsseldorf geflogen, lässt diese Masche auf jeden Fall eines deutlich erkennen: Nichts ist teuer genug, um nicht verkauft zu werden.

Warum Hamburg so gewählt hat?




Nach den Wahlen in Hessen und Niedersachsen ist am 24. 02. 2008 nun die dritte Landtagswahl in diesem Jahr abgehalten worden. Mit dem Ergebnis, dass keine der etablierten Parteien sich so richtig freuen darf.
Die regierende CDU mit Ole van Beust als Spitzenkandidat darf wohl vier weitere Jahre Politik mach; die SPD mit Michael Naumann bleibt in der Opposition; die GAL hat Feder lassen müssen, bleibt jedoch dritt stärkst Kraft und die Linke zieht erstmals in den Hamburger Senat ein. Mit ihr möchte jedoch keine andere Partei etwas zu tun haben. Schmuddelkinder? Warum eigentlich? So fragt sich denn auch der Regierende Erste Bürgermeister der Freien Hansestadt Hamburg. Schmuddelkinder sind wir doch alle.
Zumindest jene, die sich in der grossen Politik korrumpieren lassen - so wie von Beust!

Einst trat er an gegen die seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten regierenden Sozialdemokraten zu kämpfen. Die Vetternwirtschaft zu bekämpfen, die Seilschaften zu zerschlagen und den Korruptionssumpf trocken zu legen. Fromme Wahlkampfsprüche?
Er verlor zwar die Wahl, als stärkste Partei zog die CDU dennoch in die Hamburger Bürgerschaft ein . Sie musste sich jedoch der Hilfe der " Schill Partei " oder besser der " Partei Rechtsstaatliche Offensive " - " PRO " bedienen, um an das Ruder zu kommen.

Der Eklat kam nach der 2001 - Wahl postum 2003, als Schill, ein rechtslastiger Populist und egoistischer Machtgieriger, den Bürgermeister quasi mit dessen homosexueller Lebensführung erpressen wollte. Von Beust gewann die Neuwahlen 2004 klar, weil das Profil schärfer wurde und die konkurrierenden Partien keines besaßen.

Nun, vier Jahre später, hat es für den blonden Kühlen aus dem Norden wieder gereicht. Seine CDU verlor zwar Stimmen, kann aber zusammen mit der GAL - wohl die erste - Schwarz-Grüne Regierung bilden. Die FDP hat es - wieder einmal - nicht geschafft, über die 5 % - Hürde zu hüpfen. Dafür zog die " Linke " mit über 6% zum ersten Mal als Fraktion in die Bürgerschaft ein.

Wohl an, Herr Bürgermeister. Die nächste vier Jahre werden nicht einfacher werden. es sind Konzepte gefragt, deren Umsetzung nicht ohne erbitterte Gegenwehr der " Roten " erfolgen können. Wenn die Wahl eins gezeigt hat, dann ist es jene Politikverdrossenheit, die sich nicht nur in der historisch niedrigsten Wahlbeteilung von 63 % aller Wahlberechtigten manifestiert, sondern auch dem Faktum, dass keine Partei sich auf ihr Revers ein " Sage niemals Nie " geheftet hat. Alles ist möglich, nichts heilig und Versprechen gelten nur bis zum nächsten Wahltermin - auch in Hamburg an der Elbe!







Nachspann: Nun haben sich die Koalitionäre von CDU und GAL zusammen gerauft und die erste schwarz-grüne Landesregierung gebildet. Die Hamburger können ihrem Senat zunächst die ersten 100 Tage zum Eingewöhnen belassen, dann wird´s ernst. Eine Mixture aus Wirtschaftspolitik und Umweltschutz; eine ökologische Ökonomie eben. Wir werden sehen!

Donnerstag, 14. Februar 2008

Wie ein Postchef zum Steuerhinterzieher wird.




Valentinstag 2008. Ich stehe gegen 5. 30 Uhr auf, weil der Kater an dem Wäschekorb im Schlafzimmer herum kratzt, um zu signaliseren, dass er sein Futter will. Ärgerlich! Ab in das Bad, anziehen, Morgentoilette, dann in die Küche. Radio anstellen und Nachrichten hören. Irgendwann danach gemeinsames Frühstück mit meiner Frau. Ich telefoniere um kurz vor 8.00 Uhr mit meiner Mutter. Fußball-Analyse zum gestrigen UEFA-Cup-Abend. Der SVW hat souverän gewonnen. Freude auf ganzer Linie. Dann höre ich von den Ermittlung der Staatsanwaltschaft gegen den Postchef Klaus Zuwinkel. Wir diskutieren und kommen zu dem Ergebnis: " Wenn es stimmt, was dort berichtet wird, muss der Kerl ab in den Knast. " Ein Straftäter eben! Nun, das Medienecho war immens. Selbst das biedere, CDU- gesteuerte ZDF sendete einen Übertragungwagen nach Köln, um aus dem piek-feinen Villen-Wohnviertel rechtzeitig zu senden. Dr. Z. wird zwar nicht verhaftet, dennoch steckt ein Haftbefehl gegen ihn in der Tasche der leitenden Staatsanwältin Frau Lichtenhagen. Er wird zur weiteren Vernehmung nach Bochum verbracht. Dort räumt er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weitgehend ein; stellt eine Kaution in namhafter Höhe und wird zurück zu seinem Wohnungort gefahren.Das war´s? Keineswegs!

Am selben Tag noch bricht ein Emöprungssturm über das Land herein. Politiker aller Coleur ereifern sich und fordern eine härtere Gangart gegenüber jenen Wohlhabenden, Reichen und Superreichen, deren Nebensport es ist, dem Fiskus die Höhe der tatsächlichen Einkommen extensiv zu verschleiern, sich arm zu rechnen und den Staat damit um Milliarden zu prellen. Jahr für Jahr. Zumwinkel ist nur die Spitze des Eisberges, der in das Visier der Ermittlungsbehörden genommen und nun gründlich untersucht wird. Ein dicker Fisch zwar, der innerhalb des Ozeans von kleinen, mittleren und großen Steuerhinterziehern schwimmt. Trotzdem werden seine hingterzogenen Millionen nicht allein jene Summe ausmachen, die nach der Sichtung eines dem BND zugespielten Datenträgers dem Fiskus nach und nach zufließen werden.

Schon grassiert die pure Angst in den Köpfen jener weiterhin - vielleicht sogar unentdeckt bleibenden - Steuerflüchtlingen, die mittels Stiftungskonto dem 35.000 Seelen - Staat Liechtenstein ein glamorösen Luxus erwirtschaftet haben, weil dieser -dank des Verständnisses jener Fürstenfamilie - den Straftätern sogar Beihilfe bei den strafbaren Handlungen leistet. Eine Hand wäscht eben die andere, wenn es darum geht, das Geld auf wundersam einfache Weise zu mehren, ohne dass dabei die eigenen Mitbürger partizipieren können. Nun wäre der Fall Zumwinkel kein Fall Zumwinkel geworden, hätte ein Ex-Angestellter der liechtensteinischen LGT - Bank nicht - zwar widerrechtlich - einen Datenträger dem BND in Deutschland angeboten, auf dem die Namen und Transaktionen von fast 1.000 Kunden gespeichert sind, die - ebenfalls widerrechtlich - Geld über ein Konto, dass von einem zuvor benannten Treuhänder dort geführt wird, eingezahlt haben, um es vor dem Zugriff des deutschen Fiskus zu retten.

Dieser Weg soll nun in eine Sackgasse geführt haben. Was viele Jahrzehnte stillschweigend geduldet oder Zähne knirschend hingenommen werden musste, erfährt nun eines medialen Donnerwetter und einer Vorverurteilung durch die Politik und die Gesellschaft. Steuerhinterziehung ist eben doch kein Kavaliersdelikt. Zum einen nicht, weil das Strafmaß bis zu 10 Jahren ein nicht unerhebliches ist, zum anderen, weil ein derartiges Verhalten - wenn , wie hier, öffentlich angeprangert - in der Regel den gesellschaftlichen GAU zur Folge hat; wenn gleich er nicht immer auch in finanzieller Hinsicht einhergeht. Zumwinkel und Konsorten sollen diesen Staat seit vielen Jahrzehnten um viele Millionen - in der Summe sogar Milliarden - geprellt haben, weil sie sich der Steuerpflicht vorsätzlich entzogen haben.
Das dann, wenn ein solches Verhalten auffliegt, auch schon aml Köpfe rollen, Knast ausgesprochen wird und das Vermögen konfisziert wird, weiss jeder Mann, jede Frau die sich darauf einlässt. Der Märchenonkel aus Liechtenstein in Gestalt des Fürsten von und zu, paliert vor der einheimischen Presse und den sonstigen, mehr als wissbegierigen Medien, um kognitive Verrenkungen abzusondern, während sein Regierungschef nun in Berlin unter Rechtfertigungszwang gerät. Er ist sich jedoch keiner Schuld bewusst. Vorallem möchte er nicht als Helfer bei der Begehung von Straftaten dastehen. Er ist es aber immer noch. Solange noch, bis seine Durchlauch endlich die Vorschriften an das internationale und europäische Recht angleicht.

Es kann eben nicht hingenommen werden, dass ein bundesdeutscher Lohn - und Gehaltsempfänger geschröpft wird, während jene Millionarios ihre riesigen Summen in das Steuerparadies Liechtenstein transferieren und sich auch noch öffentlich damit brüsten, den Staat betrogen zu haben. Becker, Graf, Schockemühle, Zumwinkel & Zumwinkel sind nur die Spitze des Eisberges, der sanktionslos im Meer der Rechtsfreiheit schwimmt, immer größer wird, während der Plebs am Existenzminimum herum vegetiert.

Aus dem Wust von Namen, Daten und Transaktionen hat die Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Bochum einen fein säuberlichen Ablaufplan entwickelt und wird nun Zug um Zug diesen in die Tat umsetzen. es drohen Haftstrafen, Geldbußen und Steuernachzahlungen in enormer Höhe - der Durchschnittsmichel jubiliert mit der Erkenntnis, das es im grauen Leben ab und zu doch gerecht zu geht.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wenn ein Mann aus dem Leben scheidet, ohne dass er je gelebt hat.

Am 11. 02. 2008 durch zog eine Meldung über den Fund einer männlichen Leiche in einem Hochsitz im niedersächsischen Solling die Medien. Der 58 - Jährige, aus Hannover stammende Mann, war seit über ein Jahr arbeitslos, inzwischen geschieden und hatte wohl sich und seinem Leben ein Ende bereiten wollen. Auf ganz perfide Art: Er hungerte sich zu Tode. Mitten in Deutschland, mitten unter uns und mitten in das all tägliche Gerede vom angeblichen Aufschwung, der bei jeden Bürgerinnen und Bürgern auch ankommen soll, die längst am Rande der Gesellschaft dahin vegetieren.

So geschehen eben jene Trägödien meist unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Sie beginnen mit einem Schicksal, dass heute jene 90 % der Gesamtbevölkerung treffen kann, die nicht zu den Wohlhabenden und Mächtigen gehören. Die berufliche Existenz geht krachen, die Ehe wird geschieden, eine Beziehung wird beendet, der Tod des Partners führt zu einer Sinnkrise. Hierzu gesellen sich schnell: falsche Freunde, Banken, Gläubiger, Behörden, Verwandte, die dann auf den so Gescheiterten auch noch herum treten. Deutchland im Jahr 2008. Ein Mensch verstirbt und kein Mensch merkt es!

Nun stehen sie wieder voll, die Gazetten. Es wird lüsternd in der Biographie des Toten geschnüffelt. Geld fließt an die Ex-Frau, die Tochter, die Verwandten. Es müssen Informationen her, die vermarktet werden müssen, es muss Auflage, es muss Quote gemacht werden. Irgendwann ist das Ereignis medial tot berichtet. So tot eben, wie jener Tote im Solling, wo einst der Vogler seinen Wirkungskreis hatte.
Ein starkes Stück aus dem Leben in einem schönen Stück Deutschland.

Dienstag, 12. Februar 2008

Wie die Reste aus dem Silvester-Feuerwerk entsorgt werden können oder: " Ja, haben wir schon Frühling ? ".

                                                                (c) André Karwath aka Aka

Wir schreiben den 12. Februar 2008! Wie schon 2008? Wo sind die Jahre geblieben? Auf der noch nicht belebten Straße liegen die Überbleibsel des Silvesterfeuerwerks. Ausgebrannte Pappelemente mit vielen Bohrungen, Kubus ähnliche Gebilde, die vom Schwarzpulver verkohlte Ecken vorweisen; Raketenspitzen aus Plastik, deren leuchtendes Rot sofort ins Auge fällt; Holzleisten in unterschiedlicher Größe, die als Abschusseinrichtung für die in vielfältigen Farben explodierenden Silvesterraketen genutzt worden sind. Nun liegen sie als Abfall im Rinnstein, auf dem Gehsteig oder am Straßenrand. Herrenlos! Wo sind sie hin, die Konsumenten jener Feuerwerkskörper, die in den unzähligen Filialen irgendwelcher Discounter, in den diversen Supermärkten oder Verkaufsständen innerhalb der Konsum-Tempel feil geboten waren? Sie schlafen noch. Sie sind übernächtigt, übermüdet und noch betrunken. Betrunken von dem einen Abend und dem darauf folgenden Morgen, an dem sich das abgelaufene Jahr verabschiedet und ein anderes Datum geschrieben werden muss.

Ich habe es längst aufgegeben, über den Sinn oder Unsinn jenes Knallerei und jenes Illuminierungsaktes nach zu denken. Wieviele Millionen Euro sind es dieses Mal? Wieviele Millionen Deutsche Mark waren es einst. Zu jener Zeit, als ich als Kind in den 60igern, den wahren Charakter des Silvestertages, nämlich das ungezügelte Feiern bis in das Morgengrauen, nicht kannte. Nichtkennen lernen durfte, weil meine Eltern für jenes Beiwerk überhaupt kein Geld hatten. Dann in der Mitte der 60iger die Hand voll Heuler, Böller oder Raketen zusammen mit unserem Vater schon ab 19.00 Uhr in den Nachthimmel geschossen werden musste, weil meine Geschwister und ich eine halbe Stunde später ins Bett mussten. Unsere Eltern wollten zum Tanzen gehen und die Großeltern, die im Haus wohnten, hatten deshalb auf uns aufzupassen. So war es damals, in der Provinz.



                                                            (c)Politikaner-WIKIPEDIA

Mit zunehmenden Alter hat sich Silvester dann verselbständigt. Es wurde ein Tag, an dem ich im " Beat - Keller " bis nach Mitternacht meine Rockmusik abspielt. Auf einer zusammen gewürfelten Anlage. Mit einem selbst gebautenMischpult, das krächzende Geräusche von sich gab, weil die Regler defekt waren. Dann kamen die 70iger Jahre. Es wurden einige Silvester-Feten gefeiert. Sie endeten im Besäufnis der Eingeladenen. Die Bilder aus jenen Tagen erscheinen mir manchmal so surreal, dass ich es kaum glauben kann, einmal zu jenen Alkoholkonsumenten dazu gehört zu haben. Ich war jung, naiv und auf der Suche nach dem Leben.


 Dann die Mitsiebziger. Meine erste feste Freundin, meine erste große Liebe. Wir feierten Silvester 1977 in einer Szene-Kneipe in Oldenburg. Es waren nur einige wenige Gäste anwesend. Ein Betreiber mit genau so langen Haaren, wie ich sie trug, legte Hardrock auf - dann " Roxy Musik live ". Ein Titel ging mir nicht mehr aus dem Sinn: " If there was somewhere ". Ein 10 - Minuten Stück, voller Dynamik und einer wunderbaren Stimme von Brian Ferry. Ich hatte das Stück auf der ersten LP, die mich mir von der Band kaufte. Wir fuhren am frühen Morgen gegen 5.00 Uhr zurück nach Wilhelmshaven. Vor uns lang im Morgendunst ein Szenario aus Wiesen, Backsteinhäusern und feuchtem Asphalt. Stille - Einsamkeit zu zweit. Die nächsten Jahre waren geprägt von einem Hin und Her in der Beziehung. In den 80igern kam die erste Trennung. Ich machte mein Diplom in Bremen. Dann folgte das Jura-Studium.

In den 80igern waren die Silvester so verschieden, wie meine Lebensplanung eigentlich nie hätte sein dürfen. Ende der 8oiger eine Fete bei einem " Neureichen " in Bremen. Ich schwor mir, nie wieder alleine zu sein. Betrunken vom zu süßen Sekt! Ich musste mich mehrfach übergeben. Der nächste Tag war dahin. Dann lernte ich meine erste Frau kennen. Ein Alptraum begann und endete im Fiasko! Die 90iger. Ein Jahrzehnt voller Widersprüche und widersprüchlichen Silvesterfeiern. Ich war selbständig, das Geld war knapp, es ging nicht voran. Mitte der 90iger der Hauskauf - ein riesiger Fehler. Ich ackerte für nichts. Unsere Tochter war geboren. Das Geld verschwand im Nirvana. Mitte der 90iger der Umzug für einige Monate in ein Umfeld, dass mich zu erschlagen drohte. Der weitere Umzug, noch ein Umzug, die Trennung.

Die Scheidung folgte. dann das Millennium-Silvester. Wie schon gesagt: Ein Versuch eines Neuanfangs; mit wem? Nun sind schon wieder 7 Jahre vergangen. Ein Neues Jahr beginnt, wie das alte Jahr endete - ich räume den Müll der anderen Leute weg! Wie lange noch?

Samstag, 2. Februar 2008

Wenn aus S plötzlich XXL wird oder: Warum sind die Deutschen viel zu dick?




Eine Meldung zu Beginn der letzten Januarwoche 2008 schreckte mich auf. nach einer empirischen Untersuchung sind fast die Hälfte aller deutschen Erwachsenen und über ein Drittel aller Kleinkinder, Kinder und Heranwachsene zu dick. Dick, dass bedeutet fett, das heisst übergewichtig, das ist ungesund. Wenn jene Medienmeldungen, die rund um die Uhr und zusätzlich an den Folgetagen zutreffend sein sollten, dann sind mehr ( 58 % ) als jeder zweite deutsche Mann und vier von zehn Frauen übergewichtig. Auch bei den Kindern sieht es nicht sehr viel günstiger aus. Von zehn Kindern und Jugendlichen sind über die Hälfte übergewichtig. Eine dramatische Entwicklung innerhalb einer sich dramtisch entwickelnden Gesellschaft, in der immer weniger Kinder geboren, immer ältere Menschen leben und immer mehr Arme von staatlichen Transferzahlungen abhängig werden.
Alle Faktoren sind jedoch in einem Kontext zu sehen. Dieser lautet: Die Gesellschaft ist krank!

Was einige Jahre nach dem II. Weltkrieg eher eine seltene Ausnahme darstellte, nämlich das Männer über 21 der einstigen Volljährigkeitsgrenze ) und verwitwete oder verheiratete Frauzu dick sind, hat sich 62 Jahre danach zur Normalität entwickelt. Die veränderte Lebensweise, das Konsum - und Freizeitverhalten und die psychsischen Drucksituationen lassen aus den einstigen, gerten schlanken Jungs und Deerns zunehmend ein Volk von Bergepanzern werden. Noch die Nachkriegsgenerationen der heute über 60 - und über 50 -Jährigen lebte während ihrer Kindheit und der folgenden Jugend in einem Umfeld, in dem daskalorienhaltige Essen eher ungewöhnlich war.

Als ich 1960 eingeschult wurde, waren aus meiner Klasse von etwa 35 Schülerinnen und Schülern allenfalls 2 Kinder übergewichtig oder besser zu dick. Auch in der Jugendzeit, der Berufsschul - und Lehrzeit oder Studienzeit waren die Mehrzahl meiner Mitstreiter eher schlank. Mit zunhemenden Alter änderten sich die Verhältnisse zwar, sie nahmen jedoch nie derart dramatische Züge an, wie jetzt durch das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vermeldet.

Nun können die Ursachen für Übergweichtigkeit oder sogar Fettleibigkeit sehr vielfältig sein. Es mag daran liegen, dass der Durchschnitt der Deutschen per se nicht mehr sportlich genug ist, das er zu viel und zu ungesund isst, dass er kein ausreichendes Lebenskonzept erarbeitet hat und sich mit zunehmenden Alter einfach gehen lässt, dieses Bedingungen sind jedoch nur auf der Konsumentenseite erkennbar. Die Hauptursachen liegen jedoch in dem werbewirksamen Konsumangebot, in dem alles verdreht und verschwiegen wird, was in Wahrheit die Leibesfülle anwachsen lässt.

Fast - food, Chips, Cola, Fertiggerichte, Süßigkeiten und vorallem einseitige Ernährung sind zur Regel geworden. Bequemlichkeit ist der Standard. Wer kocht schon gerne? Es sind jene Eltern, es sind jene Erwachsenen, die sich kritisch mit diesen Zivilisationskrankheiten auseinader setzten. Es könnte - so wie bei der Berechnung des BMIX - jene Formel gelten: Je ungebildeter der Bundesbürger, je geringer der Schulabschluss, je weniger der Einstieg und das Verbleiben im Berufs determinierten Umfeld, je niedirger das Einkommen, je einfach struktrurierter die Freizeitgewohnheiten, desto dicker der Mensch. Schlimm! Leider wird das Problem nach einigen Tagen wieder aus der Medienlandschaft verschwunden sein. Solange wird weiter gegrillt, geschlemmt und gemapft, dazu Alkohol und zucker-süße Getränke verzeht - bis die Schwarte kracht.

Übrigens: BMIX - Formel: Gewicht ( ohne Textilien )
_________________________
Körpergröße x Körpergröße

Mein Beispiel: 84 Kilogramm
____________ = 24, 28 = Normalgewicht.
1,86 x 1,86