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Montag, 29. Dezember 2008

Die Kirche den Kirchenmitgliedern,der Rest bleibt vor der Tür? Wenn dunkle Gedanken in das grelle Licht der Medien gezerrt werden.



Die Monat ab November bis Januar haben doch vieles an Gemeinsamkeiten aufzuweisen. Nicht nur, dass die Tage merklich kürzer werden, die Nächte dafür länger und die Menschen eher zu düsteren Handlungen neigen,nein,auch die sonst freien Gedanken sind jetzt vielfach unfrei.
Dafür entschädigt jedoch der Dezember, mit seinen vier Adventsagen,die unzähligen Lichtern in und an den Häusern sowie den feierlichen Riten der auf Weihnachten eingestimmten Mitbürgern. Das Licht dient als Waffe gegen die Finsternis. Es ist das Symbol für eine Möglichkeit, dem nun dunklen Seiten des Jahres, oft sogar des eigenen Lebens, etwas Helligkeit zu geben.

Nun ist es der christliche Brauch,das Weihnachtsfest durch den Gottesdienst gebührend zu feiern, so neu nicht. Es entspricht vielmehr einer langen und alten Tradition, an den drei Tagen, die Kirchen für jene Besucher zu öffnen,die es für opportun halten, sich auf das Weihnachtsfest einstimmen lassen zu wollen. So strömen den Massen in die Gotteshäuser der christlichen Gemeinden, um sich an den Gottesdiensten zu beteiligen oder diesen eben nur beizuwohnen. Unzählige Helfer in den Gemeinden unterstützen dabei die sichtlich im Streß befindlichen Diener Gottes. Ob alt, jung oder subalternd, es wird gesungen, musiziert und gepredigt, was das Zeug hält.

Das war nicht immer so! In den siebziger Jahren, als die letzten Zuckungen der 68er-Rebellion ausklang, gab es eine zeitlang die Modeerscheinung, sowohl keine Weihnachtslieder zu Weihnachten zu spielen, als auch den Besuch dr Gottesdienste zu verweigern. Damals dröhten Rocksongs aus dem Radio, weil die wenigen hörbaren Sender eben keine kitschingen und schnulzigen Weihnachtslieder dudelten. Es herrschte in einigen Familien sogar eine gewisse Weihnachtsverweigerungshaltung. Kein Christbaum, kein abgehackter Tannenbaum oder ein grell geschmücktes Plastikgestrüpp. Weihnachtsfeiern waren hier out, Geschenke aber immer noch in, die überlieferten Traditionen dafür mega-out. Das ist nun über 30 Jahre her.
Inzwischen ist die besinnliche Zeit vor den Festtagen zu einen Wettrennen mit der Zeit geworden. Sämtliche Register müssen gezogen werden, um den lieben oder ungeliebten Menschen , der buckligen oder popeligen Verwandtschaft ein Präsent zu übergeben, dass sich die Mehrzahl gar nicht Leisten kann, aber es dennoch tut und dessen Wertschätzung sehr oft in einem Abstellraum der geschmücktn Wohnung endet.

Die Weihnachtsindustrie hat - spätestens ab Ende November - den christlich traditionell denkenden Menschen fest in ihren Klammergriff. Jetzt wird solange an dem Kaufinteressenten herum manipuliert, bis dieser seinen letzten Cent ausgegeben hat. Dann sollte die liebe Seele endlich Ruh'haben. Tatsächlich wird aber nach den Feiertagen noch einmal ordentlich nachgelegt. Die Geschenkgutscheine und das geschenkte Brageld müssen schließlich auch noch in den Konsumtopf geworfen werden. Die Innenstädte sind erneut rappelvoll. Dafür bleiben nun aber die Kirchen gähnend leer. Ganz zum Verdruss der Kirchenvertreter und einiger, pseudo-christlicher CDU -Politiker. Jene Spezies also, deren geistiger Horizont in den immer noch dunklen Wintertagen sich nicht nur dramatisch verengt, sondern sogar zu einer schizoiden Gedankenauswurf beiträgt, der sich dann in den Medien wieder findet und auf breiten Protest stösst.
Den Gipfel des politischen Schwachsinns haben in diesem Jahr bereits viele Protagonisten erklommen. Nun muss einer aus der Gruppe jener Schwachmaten hinzu gezählt werden: Thomas Vok. Seines Zeichens CDU-Vasalle in Baden-Württemberg, dem Land also, in dem Wein hergestellt wird, der zwar dem deutschen reinheitsgebot allemale entspricht, dessen ungezügelter Konsum jedoch zu erheblichen Blackouts führen kann.
Volk hatte erneut einen, in dem er öffentlich forderte, dass wegen des zu erwartenden - und dann ja auch eingetretenen - Besucheransturm zum Heiligen Abend und danach, die Kirchen nur für - zahlende - Mitglieder geöffnet werden sollten. Gottesdienst zu Weihnachten nur dann, wenn die Steuerbescheide vorgelegt worden sind und die Kirchensteuer auch gezahlt wurde.
Volkś kognitive Verrenkungen verhallten nicht im Nirvana der Medienlandschaft, sondern animierten einen FDP-Dummschwätzer dazu, noch ein aufś Tablett zu setzen. Die Kirche möge vor den Weihnachtsgottesdiensten doch bitteschön Eintrittskarten ausgeben. So, wie bei einem Fußballspiel oder einer Musikverantstaltung eben!

Wo Dummheit und Verblendung sich küssen und ihren Namen büßen müssen, entsteht ein neues Wort:
jagt diese Flachdenker zum Schafehüten aus dem Ort!

Dienstag, 23. Dezember 2008

Alle Jahre wieder?

Nun sind es nur noch wenige Stunden bis zum Heiligen Abend. Die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest 2008 gehen in die Endphase und laufen in vielen Familien und Haushalten auf vollen Touren. Für Spätentschlossene gibt es morgen bis 12.00-13.00 Uhr noch die Möglichkeit ein Präsent aus einem der unzähligen Konsumtempel zu holen. Die Mehrzahl der Kaufwütigen hat sich jedoch längst entschieden. Ihre Geschenke sind - ob klein oder groß - schön dekorativ verpackt in einem Behältins gelegt zum großen Abend präpariert. Auch in diesem Jahr sind die Kaufhäuser überfüllt und die Innenstädte vom Besucheransturm erdrückt worden. Kaufen, kaufen, kaufen - was das Zeug hält.
Die angebliche Wirtschaftskrise, die Finanzkrise, die Weltwirtschaftskrise, die Rezession, die Depression, die Stagflation - alles nur hohles Gerede der Miesmacher. Die mediale Verbreitung von irgendwelchen Krisen im eigenen Geldbeutel hat eher wohl zu einer Trotzreaktion gehört. Der EURO rollt und die Geschäfte sindś zufrieden.
Alle Jahre wieder!

Während der unkritische Zeitgenosse der Konsumorgie mit voller Hingabe frönt, bleibt bei dem distanzierten Mitmenschen wohl eher die Frage übrig: " Warum eigentlich alle Jahre wieder?"
Das Weihnachtsfest hat längst seinen eigentlich Sinn verloren. Der Konsumterror rund um die Wochen vor Heiligabend wird nicht nur durch überfüllte Kaufhäuser deutlich, sndern auch via der schrillen und unerträglichen Werbung auf allen Fernsehkanälen sowie dem unerträglich Geklingel, Geläute und Geseiere auf den Rundfunkkanälen.
Alle Jahre wieder!

Wenn der Spuk dann endlich beendet ist, folgt die großen Ein-und Umtauschorgie. Die Einkaufspassagen sind erneut zum bersten gefüllt. Die Schlacht um die Geschenkgutscheine wird erneut mit voller Härte geschlagen. Solange, bis innere Schweinehund siegt und das Geld ausgegeben ist.
Alle Jahre wieder?

Kürzlich war in einer Ausgabe des SPIEGEL zu lesen, dass es in den USA eine Bewegung gibt, die sich dafür einsetzt, in den jetzigen Krisenzeiten an die patriotische Pflicht des Shoppens für das Vaterland zu erinnern und gerade hier und heute das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster zu werfen, um die einheimische Wirtschaft zu unterstützen. Neben dem Konsum-Patriotismus gibts dann noch den Hang zum unerschütterlichen Glauben an das Gute in schlechten Zeiten. So, wie Jack Frost im Dezember in jeden Haus einzieht, die Energiepreise in die Höhe steigen lässt und schließlich, wie von selbst, aus dem Schornstein in die Unendlichkeit des Raumes verdampft.
Immerhin bleiben die meisten Geschenke für einen gewissen Zeitrahmen bei den Beschenken, selbst wenn er sie nicht wollte - dem guten Stil des Konsumschwachsinns treu ergeben.
Alle Jahre wieder, bis zum nächsten Weihnachtsfest!

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Wenn der Staat statt Freiheit das Lager Freistatt gestattet. Heimkinder in den 50er bis 70er Jahre waren billige Arbeitskräfte.






Es geschah in den frühen 50er Jahren. Zu jener Zeit also, als die Welt für den kriegsgebeutelten Deutschen wieder in Ordnung zu geraten schien. Die Aufbaujahren waren im vollen Gange, es ging auch aufwärts - für viele Westdeutsche jedenfalls. Die nationalsozialistische Ära hatte dennoch tiefe Spuren in der Gesellschaft hintrlassen. Die Wunden des Mörderregimes schienen nicht einmal ansatzweise vernarbt. Trotzdem drängten Politik, Kirche und Gesellschaft auf den Einsatz unverrückbarer Normen und Wertmaßstäbe. Wer hier nicht mitzog, wer aus dem Rahmen fiel, wer nicht konform lief, mit dem Regelwerk, der wurde alsbald dafür bestraft.

Kinder, die nicht funktionieren wollten erhielten die Drohung: "Wenn du nicht artig bist, stecken wir dich in ein Heim!". Ja, ein Heim! Eine Anstalt für schwererziehbare Kinder und Jugendliche. Was einst als Drohgebärde den - meist unbotmäßigen - Kindern, um sie zur Räson zu bringen, durch die Erwachsenen aufgetischt wurde, stellt sich für mehr als 500.000 Betroffene als realer Albtraum dar. Ab 1945 bis 1970 erlitten die Heimzöglinge ihre geistig-moralische Abreibung in den Anstalten der Amtskirchen. Viele mussten dort wie Lohnsklaven arbeiten. Die weiblichen Zöglinge in den Nähereien, Wäschereien oder Werkstätten, in denen u.a. handgemachte Geschenkartikel hergestellt wurden. Die männlichen Sklaven schufteten in Mooren, in Fabrik ähnlichen Räumen oder in den Anstalteneinrichtungen selbst. Es gab weder Freizeit, noch Intimsphäre oder Kontakt nach außen. Es waren Gefängnisse, in denen die Zöglinge eingesperrt, ausgenutzt und missbraucht wurden.
Ob es nun die angeblichen Vertreter Gottes im Priester oder Pastorenrock, die Nonnen oder Novizinnen in Gotteskleidung oder die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der staatlichen Fürsorge, sie alle hielten durch ihr individuelles Dazutung, ihren persönlichen Beitrag an der Aufrechterhaltung dieses Unrechtregimentes im Namen Gottes.

Briefe wurden zensiert, rechtswidrig geöffnet und erst gar nicht an die Adressaten versandt. Die Persönlichkeit der Insassen wurde mit Füßen, Stöcken und anderen Sanktionen malträtiert - sie wurde systematisch gebrochen. Alles im Namen des Herrn!
Ein Entrinnen gab es nur, wenn die Kinder und Jugendliche von Eltern, Elternteilen oder Verwandten aus dieser Hölle heraus geholt wurden.
Oft erst nach dem 21. oder später dem

Die Zeit des Aufbruchs in den 60er und 70er Jahren führte zu einer kritischen Auseinandersetzung mit diesen Einrichtungen und schließlich zu ihrer sukzessiven Abschaffung. Wenn nun eine mediale Öffentlichkeit nach über 3 oder 4 Jahrzehnten jene damaligen Zustände in den Fürsorgeheimen zu rekapitulieren und auch teilweise an den Pranger zu stellen, so ist es dafür eigentlich längst zu spät. Die Opfer dieses Heim-Terrors sind längst jenseits der 60 oder sogar viele Jahre vorher schon verstorben. Hier wird eine Leiche aus dem Keller geholt, deren Ableben mit dem Beginn der gesellschaftlichen Erneuerung, des gesellschaftlichen Selbstreinigungsprozesses bereits zu registrieren war.
Dennoch hat es die Politik und die Gesellschaft nicht fertig gebracht, für die Zwangsinternierten eine Entschädigung zu zahlen. Von einer Entschuldigung durch die Amtskirchen kann auch keine Rede sein. Schnell mit dem Staubtuch herüber wischen und die alten Schmutzanhaftung sind verschwunden? Nein, so einfach darf es sich dieses Land auch nicht machen. Zumal das schreiende Unrecht nicht nur im "Westen" der Republik existent war.

Wenn jetzt Forderungen nach einer endgültig Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte immer lauter werden, dann doch nur, weil sie nie abgschlossen war.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Lieber,guter Weihnachtsmann schaue mich bitte nicht so böse an! Stecke deine Rute ein, denn ich will immer artig sein!



Nur noch 22 Tage und der Rest von heut, dann ist es wieder einmal mehr so weit. Süßer die Kassen und Glocken der unzähligen Dudelsender nie klingen. Weihnachten, Weihnachten, cha, cha, cha! Das Animierprogramm der Weihnachtsindustrie läuft bereits auf vollen Touren. Was im September seinen eher zarten Anfang nahm, als die ersten weihnachtlichen Süßigkeiten, die Spekulatius, die Schokoladensterne und Sonderverpackungen mit Pralines in den Supermarktketten eingestellt worden waren, nimmt nun seinen rasenten Verlauf, ehe es am 24.12. zum absoluten Höhepunkt kommt: Weihnachten 2008 ist dann da!

Die Zeit scheint in rasender Geschwindigkeit zu vergehen. Wo einst die Tage eher zu lang waren, vergehen sie nun, wie im Fluge. Wann immer die Woche nicht enden wollte, zieht sie jetzt n einem vorbei - ohne große Spuren zu hinterlassen. Wenn damals die Monate kaum zu Ende zu gehen schienen, werden sie heute, wie ein Kalenderblatt umgelegt. Wo ist die Zeit eigentlich geblieben.
Gestohlen? Time bandits, so heisst ein vielsagender Film, der dieses Thema nur anreißt. Immerhin gibt es so etwas, wie Gauner, die einem die Zeit stehelen.

Nun steht das Frohe Fest zwar vor der Tür, es wird für viele dennoch nichtso froh. Das übliche an kleinen und größeren Katastrophenmeldung wird sich vor und nach dem Fest über uns ergießen. Hier eine Spende für eine verarmte Familie, dort ein brennender Tannenbaum oder aus dem Bekanntenkreis die Nachricht, dass eine Ehe zerbrochen ist. Weihnachtsmärchen für alle!

Wenn die Konsumwelle so richtig in Gang gekommen ist, dann besinne ich mich immer auf die schöneren Jahre meines Lebens. Die einfache Kindheit, die streng reglementierte Jugend und die unzähligen Pflichten, die zu erfüllen waren. Es agb aber auch viele schöne Momente: Wenn der Großvater die selbst gebaute Pyramide vom Boden holte, der Baum im Wohnzimmer meiner Gr0ßeltern leuchtete, die Geschenke ausgepackt werden durften. Die bunten Teller mit den abgezählten Süßigkeiten und den Mandarinen oder Apfelsinen - sie waren damals Luxus. Heute sind all diese Dinge eine nicht einmal erwähnenswerte Nebensächlichkeit.

Die Ansprüche der Kinder sind längst zu einem riesigen Gebilde aus Plastik - und Elektronicmüll angestiegen. Wer soll das bezahlen? Die Eltern? Die Gr0ßeltern? Oder sogar alle zusammen?
Die durchgestylte Welt des Konsums lässt einem keine Luft zu durchatmen, zum nachdenken oder überlegen. Ich kaufe, also bin ich? Größer, weiter, teurer?

In der dunklen Jahreszeit, jetzt, wo die Sonne nicht mehr so hell scheint, wo das Wetter trübe und kalt bleibt, wo die Nächte lang und die Tage kurz sind, da bleibt auch genug Zeit, um über die eigene Zeit und das eigene Leben nachzudenken: Was bleibt?

Mittwoch, 26. November 2008

Wenn du am Boden bist, dann sind wir stark wie zwei und halten vielleicht zusammen - Die Krise der SPD im Jahr 2008.

Nun ist er gegangen - von selbst, der Clement, der Wolfgang, der ehemalige Superminister im ehemaligen Kabinett, des Schröder, Gerhard. Mensch, Wolfgang, wat biste fürń Trottel! Statt sich in seinem hoch dotierten Sessel zurückzulehnen und der Dinge, die um seine alte Tante SPD so geschehen, zu verharren, tönt der Super-Max herum. Nein, die " Ypsi " sei nicht wählbar, weil sie sich gegen die Atompolitik und die Atomlobby ausgesprochen habe. Nein, sie sei auch nicht wählbar, weil sie eine falsche Energiepolitik ansich betreiben wolle. nein, sie sei auch deshalb nicht wählbar, weil sie ein " Linksbündnis " mit den " GRÜNEN " in Hessen unter Tolerierung der " Linke " plane. Das ist alles keine richtige Politik, so meinte der Herr und Meister Clement in einigen Stellungnahmen vor der Hessen-Wahl und auch danach.
Clement ist ein Hellseher, denn er sieht seinen Posten als Energie-Manager als gefährdet, sollte das geplante Beispiel in Hessen bundesweit Schule machen. Wehret den Anfängen!

Clement wurde für sein parteischädigendes Verhalten von der Partei-Schiedkommission gerügt. Mehr nicht! Franz Müntefering gab ihm sogar öffentlich die Friedenshand. Er schlug sie aus und ging.
Machś gut, Wolfi! Die SPD wird auch ohne dich weiter existieren, auch wenn sie sich von einer Ohnmacht in die andere treibt.
Erst Kurt Beck, dann Andrea Ypsilanti jetzt Clement. Wer noch?

Kurt Schuhmacher würde sich im Grabe umdrehen, wenn er dieses Geeiere um Personen sieht. Auch Helmut Schmidt dürfte es mit Grausen zur Kenntnis genommen haben, dass kurz vor seinem 90ten seine SPD sich in Grabenkämpfen selbst zerreibt. Was waren das einst für Persönlichkeiten, als die SPD noch mit Herbert Wehner, Willy Brandt und Helmut Schmidt aufwartete. Da kam weder Strauß, noch Barzel, weder Kohl noch Stoiber heran. Nun sind sie längst nicht mehr in der aktuellen Politik, weil sie entweder verstorben oder sich zurückgezogen haben. Wenn aber keine herausragenden Persönlichkeiten in der Partei vorhanden sind, müssen es die Politiker machen. die aus der zweiten reihe in Betracht kommen. So auch Andrea Ypsilanti. Warum sie so kläglich gescheitert ist, wird wohl auch an ihr selbst liegen. In der heutigen Politik müssen notfalls auch " faule " Kompromisse geschlossen werden - der sache wegen. Ypsilanti war hierzu nicht willens oder in der Lage. Sie wurde deswegen von den eigenen Genossinnen und Genossen abgestraft - für immer!

Ypsi ist nun weg vom Fenster, Koch wieder da und wer noch?

Montag, 17. November 2008

Jeder Popel fährt ein Opel, aber ein Mercedes, fährt nicht ein Jedes?



Wir schreiben den 11. 11. 2008 - in den USA ist seit einer Woche der 44. Präsident gewählt worden. Ein Farbiger - zum ersten Mal überhaupt. Das Medienecho war gigantisch. Nachdem sich die Informationsflut über diesen Mann, seine Wahl zum US-Präsidenten wieder in normale Fahrwasser begeben hat, kommen die alltäglichen Probleme auf den Präsentationtisch. Die so genannte Weltfinanzkrise und ihre Auswirkungen nehmen die Schlagzeilen ein. Bereits vor einigen Monaten krachten in den USA die Säulen des Spekulationgebäudes, dass da heißt " Wall Street " durch die vorprogrammierten Pleiten der einstigen Renomierbanken, wie Lehmann Brothers, Marill Lynch gingen in den Konkurs, Hypothekenbanken, wie Freddie Mac und Fannie Mae mussten unterstaatliche Aufsicht gesellt werden, der Versicherungskonzern AIG kollabierte und mit ihm zog es weitere 15 Finanzinstitute in den Ruin.
Die US-Finanzkrise ist zwar hausgemacht, sie zeigt jedoch weltweite Auswirkungen. In den Abstiegsstrudel zog es auch Banken, die unter Staatsleitung waren oder es auch noch sind.
Auf Island sackte die Kauping Bank insich zusammen. Kleinere Institute werden ihr weltumspannend alsbald folgen.
Der Finanzmarkt implodiert.

Jetzt fällt das zusammen, was nicht zusammen gehört!

Wäre es eine Krise auf dem Finanzsektor, könnte der Durchschnittsmensch noch damit leben. Viele verlieren etwas Geld, wenige sehr viel Moneten.
Der BRD-Michel jammert über seine Ersparnisse, die ihm quasi über Nacht genommen wurden. Seine Altersvorsorge, soweit er sie privat betrieben hat, sie wird sich so nicht mehr auszahlen. Immerhin geht es diesen Betroffenen noch wesentlich besser, als denen, die in den USA Knall auf Fall vor die Haustür gesetzt werden, weil sie die Hypothekenraten nicht mehr zahlen können.

Mit der globalisierten Finanzkrise werden aber auch jene Schwachpunkte des kapitalistischen Wirtschaftssystems gnadenlos aufgedeckt. Es bekommen die Konzerne den rauhen Wind in ihr Gesicht geblasen, die bereits in der Vergangenheit unverzeihliche Fehler begangen haben und ihr Missmanagement bisher kaschieren durften.
GM, also General Motors, einst der Vorzeigekonzern der US-Automobilindustrie, ja, der Autobauer schlechthin, steht vor dem Aus. Er ist de facto pleite und wird wohl kaum überwintern können.

Mit ihm droht auch der Tochter in der BRD, der Adam Opel GmbH die Pleite. Beide Konzerne sind seit 1929 miteinander verbunden, nachdem der US-Fahrzeughersteller GM die einstige Adam Opel AG aufkaufte.
Nach dem II. Weltkrieg hatte diese Verbindung zunächst viele Vorteile, denn die USA waren über mindestens drei Jahrzehnte die führenden Automobilhersteller. Neben Ford in Detroit, zählten auch GM und Chrysler dazu. Diese drei Säulenheiligen der amerikanische Automobilbranche haben identische Probleme: Alle sind seit Jahren nicht in der Lage gewesen marktgerechte Fahrzeuge zu produzieren. Marktgerecht, das heisst, sie sollen ökonomische Bedingungen aufweisen. Ökonomische Bedingungen wiederum bedeutet, dass sie sich an den aktuellen Trends auf dem Weltmarkt zu orientieren haben, die eben umweltfreundliche und verbrauchsgeminderte Fahrzeuge favorisieren. Das haben die US-Automobilkonzern längst verpasst.
In einem Anflug von höchster Ignoranz setzten sie auf die gross-volumigen Karossen, auf eine Modell-Palette, die den Charme der 50er und 60er Jahre versprüht. Sechs - oder achtzylindrige Monster aus Plastik und Blech stehen nun herum und können nicht verkauft werden, weil nämlich der Verbraucher nicht das notwendige Geld hat, um solche Schlachtschiffe zu unterhalten und nun auch zu finanzieren.

Noch bevor die Bankenkrise erkennbar war, schnellte der Ölpreis auf dem Weltmarkt, angetrieben von wilden Spekulationen an den Börsen, auf einen Höchststand von 164 $ je Barrel/Fass. Mit der Konsequenz, dass auch in den USA die Gallone Normalbenzin über 1,5 $ kostete. Zu viel, um den verschwenderischen Lebensstil der Yankees, der auf uneingeschränkte Mobilität basiert, weiter aufrecht erhalten zu können. Es drohte ein erster Einbruch bei den Verkaufen inländische Fahrzeuge. Der einheimische Markt brach ein, der Exportmarkt war schon lange keiner mehr. Die Verkaufszahlen dümpelten - im Vergleich zu den übrigen Fahrzeugherstellern weltweit - auf einem niedrigen Level herum. Die hausgemachte Krise brach - nachdem der Öl - und Benzinpreis sich langsam normalisierte - erst zu jenem Zeitpunkt aus, als die Banken wegen ihrer suizidären Finanzpolitik viele Milliarden Dollar abschreiben musste, ja, selbst in eine existenzbedrohende Schieflage gerieten. Das Geld wurde sodann knapp, die Kredite wurden nicht mehr freizügig vergeben, die Philosophie der Amis, ein Leben von der Geburt bis zum Tod auf Kreditkarte zu führen, wurde damit radikal in Frage gestellt.

Wer kein Geld hat und / oder Pleite ist, wer kein Dach über dem Kopf hat, wer trotzt drei oder vier Jobs kein ausreichenden Einkommen zum Mitschwimmen im Konsumstrom besitzt, der kauft mit Sicherheit kein neues Auto - schon gar kein Sprit fressendes, rollendes Wohnzimmer.
Die Verkaufszahlen plumpsten in den Keller. Zunächst geriet GM ins Wanken, dann Chrysler, gefolgt von Ford. Bei GM begannen die Verantwortlichen zu hektischen Aktivitäten über einen Antrag auf Gläubigerschutz zu sinnieren. Trotzdem verlief es bei der deutschen Tochter, der Adam Opel GmbH in Rüsselsheim und ihren Werken in Eisenach, Bochum oder sonstwo zunächst noch ruhig ab. Bisher erzielte die Tochter immer noch stattliche Gewinne, weil sie eine markt-orientierte Produktpaltte aufgelegt hatte. PKWs mit geringem Verbrauch, umweltfreundlichen Eckdaten und akzeptablen Preisen, bei relativ guter Ausstattung. Das einstige Straßenkreuzer-Flair, welches durch die frühen Modelle des " Kapitän ", " Admiral " hochgehalten wurde, begann bereits in den 50ern und 60ern zu bröckeln, als die Palette um den " Olympia " und später den " Kadett " erweitert wurde.
Es folgten der legendäre " Manta ", der " Senator "^oder der " Ascona "; später der " Corsa ", der " Astra " oder der " vectra " - allesamt Fahrzeuge, die den Zeichen der Zeit entsprechend auf den Markt geworfen wurden. Fahrzeuge, die sich gut verkauften oder noch heute verkauft werden. Auch die neuesten Modelle sind durchaus akzeptabel. Die Marke " Opel " ist somit wettbewerbsfähig.

Nicht so die Modelle der Mutter " GM ". Es sind Fahrzeuge aus längst vergangenen zeiten, als der Straßenkreuzer ein Prestigeobjekt war, als in den unzähligen amerikanischen Krimis diese Schlachtschiffe sich wahre Verfolgungsjagden und Privatrennen lieferten. Das war einmal. " GM " hätte vor einigen Jahren bereits erkennen müssen, dass die Zeit der Protzautos, der PS-Monster und Schwergewichte vorbei ist. Die " GM " - Führung hat den Trend nach kleineren, ökonomischeren PKW verschlafen. Jetzt ist es - fast - zu spät. Die Pleite wird wohl kaum abzuwenden sein. Was dann mit " Opel " geschieht, das steht in den Sternen. Ob es eine Sonderlösung für die Tochter in der BRD gibt, ist ebenso fraglich, wie die Zukunft der betroffenen Standorte. Das nostalgische Zurückblicken auf die besten Jahre von " Opel " nutzt nicht, es müssen tragfähige Konzepte für die Zukunft her. Ob oder mit Staatsgeldern, das dürfte egal sein. " Opel " muss weiter leben, so wie es Reinhard Mey in seinem Lied " 51er Kapitän " besingt - alte Erinnerungen dürfen wieder aufleben, wenn die Zukunft gesichert ist.

Donnerstag, 6. November 2008

Jethro Tull - "Seventeen" oder mit siebzehn hat man keine Träume.




Als ich während meiner noch nicht vollendeten Renovierungsarbeiten des Wohnzimmers mit Fernsehraum eher zufällig in mein Casetten-Archiv griff, um mir die Zeit mit Musik aus den " guten " Zeiten meiner Jugend zu verschönern, hatte ich eine C 90 - Casette von " Maxell " in der Hand, auf der " Diverse Oldies - Singles " stand. In das Casettendeck aus vergangenen Jahren eingelegt, hörte ich wohl bekannte Klänge. Es waren gekaufte Singles, die längst entsorgt wurden. Jene - damals noch sehr teuren Einzelscheiben mit 45 Umdrehungen je Minute -, gepresst aus Vinyl und in farbigen Hüllen mit Interpretencovern eingelegt. Ich hatte sie in den späten 60ern sukzessive erworben. gekauft vom ersparten oder " sauer " erhaltenen Geld, das da " Ausbildungsvergütung " hieß.

Aus den unzähligen Platten war auch eine der Gruppe " Jethro Tull " dabei, die untr dem Titel " Sweat dream " und der B-Seite " Seventeen " einst in den frühen 70er Jahren veröffentlicht wurde. Ich meine mich daran zu erinnern, dass ich diese Scheibe in Bückeburg bei dem " Musikgeschäft " " Pelzig ", das damals in der Schulstraße ansässig war, für 4,75 DM gekauft hatte. "Jethro Tull " war damals mehr als " in ". Mit den Titeln " Living in the past " begann das Sammeln von Platten dieser Gruppe. Es folgten eben " Sweat dream ", " The teacher ". Auch die B-Seiten dieser Single waren mehr als nur hörenswert. So war es klar, dass ich während meiner "Musik-Session " im hauseigenen Beat-Keller auch die Rückseite der Single " Sweat dream " spielte. Sie lautete einst kurz und bündig " Seventeen " und hatte mit 6 Minuten und 9 Sekunden eigentlich schon so etwas wie Überlänge. Auch zu der "wilden" Beat-Zeit, achtete die Musikindustrie darauf,dass die Titel auf den Single nicht deutlich als 3 Minuten dauerten. Musste sie ja schließlich über die wenigen Radiosender verbreitet werden und diese wiederum hatten auch damals formatiere Sendezeiten. Ob es nun der Pop-Karton von Radio Bremen oder der " Club " beim NDR II waren, sie alle achteten zunächst auf die Etikette. Diese hieß: Beatmusik ja, aber nicht zu viel.

Irgendwann in den späten 60ern und den frühen 70ern änderte sich das allmählich. Es wurden auch Titel mit mehr las 10 Minuten Länge gespielt; sogar ganze LP-Seiten, die über 20 Minuten Spieldauer maßen. Zu der Zeit, als Jethro Tull eben die Single " Sweat dream / Seventeen " auskoppelte und auf den deutschen Musikmarkt warf, fanden längere Titel eben wenige Freunde.
Ich spielte eben gerade deshalb die B-Seite der " Tull "-Single besonders gerne.Auch schon deshalb, weil ein prima Flötensolo von Ian Anderson, dem Gründer der Gruppe, enthalten war. Dieses Stück begleitete mich über viele Jahre, sogar Jahrzehnte. Eine 45er-Single, dessen Cover, auf dem die Gruppe um Ian Anderson in einem damals zeitgemässen Outfit auf dem Rasen saß,dann längst den Zahn der zeit durch kleine Risse und so genannte Eselsohren offenkundig mit sich trug. Auch die Vinyl-Scheibe selbst war vom unzähligen Male des Abspielens zerkratzt - gemartert und gequält von den einst "billigen 2 Plattenhobeln. Zuerst einem Universum-Plattenspieler mit eingebautem Verstärker und zwei Stereo- Sieben-Watt- Boxen, zusätzlich von dem Plattenspieler meiner Eltern, der in einer Nordmende-Musiktruhe integriert war, dann von einem transportablen Dual-Plattenspieler,den ich über ein ausrangiertes Grundig-Radiogerät laufen ließ. Primitiv ist gar kein Ausdruck. Der Klang war grottenschlecht,die Gefahr, hiervon "Einen gewischt" zu bekommen allgegegenwärtig.

Einige Jahre später kam dann eine zusammengestückelte Anlage hinzu. Sie bestand aus einem 70 Watt Verstärker von Quelle, der die Hausmarke Universum trug und zwei Duo-Reflex-Boxen von Neckermann, einem Plattenspieler aus dem Elektronic-Katalog des Hauses " Völkner ", dessen Chassis von mir noch selbst zusammengezimmert werden musste, weil das billiger war. Schließlich kauft ich einem Freund aus der Nachbarschaft, der den Beruf des Elektrikers zu erlernen versuchte, ein selbst gebasteltes Mischpult für 40 ,-- DM ab, erwarb einen zweiten Plattenspielervon " Völkner " und hatte meine erste "Disco "-Anlage. Ich war stolz, wie " Oskar ". Das war zu meiner Lehrzeit, Anfang der 70er.

In dem eingerichteten " Beat-Keller " dröhnten dann immer die gleichen Musiktitel. Vinyl-Scheiben waren damals teuer und sprengten regelmäßig mein karges Budget von 50, später 70 Mark. Eine Single war eben mit 4,25 bis 4,75 wesentlich günstiger, als die LP für 19 bis 22 Mark.
Jethro Tullś " Seventeen " begeleitete mich über diese Jahre, in denen ich als Provinz-Ei in der Landeshaupstadt Hannover das wahre Paradies erkannte, in denen die Kaffs der Schaumburger " Pampa ", ob sie nun Bückeburg, Rinteln, Stadthagen, Steinbergen, Vehlen, Oberkirchen oder Nienstädt, Pollhagen oder Katrinhagen hießen, das Flair einer "Märklin"-Eisenbahnanlage mit " Faller "-Plastikgebäuden und " Viking ", " Schüco " oder " Sigrin "-Spielzeugautos hatten.

Die Provinz hatte ein Kino, dass ohne großen Aufwand zu erreichen war. Die Spielzeiten des Dorfkinos waren genauso überschaubar, wie die Besucher. Es trafen sich immer die gleichen Schüler und Jugendlichen, um immer die gleichen Filme zu sehen: " Winnetou ", das war der renner, wie sämtliche Karl May-Filme. Pierre Brice, Lex Barker, Ralf Wolter, Chris Howland,Götz George, Vivi Bach etc, das waren die Helden. Wer die Beatles mit ihrem Klamauk-Film " Help " sehen, wer " Woodstock " geniessen oder " Das Erdbeben " ertragen wollte, der musste nach Bückeburg oder Minden fahren - in die größen Kinos.

Als ich Siebzehn wurde, am 1. Juli 1970, hatte ich gerade das erste Lehrjahr beendet. Die "Leere " kotzte mich inzwischen an, dieses "Ausbeuten " und Herumkommandieren, diese Erniedrigungen und Kränkungen, jene Beschimpfungen und die Angst, dann doch irgendwann, irgendwie, irgendwas falsch gemacht zu haben und dafür " Einen drüber zu bekommen". " Lehrjahre sind keine Herrenjahre ", so wurde es im Volksjargon ausgesprochen. Die bleiernden 50er und 60er, die Endsechziger mit den " Aufbruchsjahren " und die Langhaarperiode in den 70ern - eine Zeit der Selbstfindung. Eine Phase der Orientierung, ehe das wahre Leben das wahre Gesicht zeigte und die wahren Mitmenschen ihre egoistischen Fratzen präsentierten.

Jethro Tull " Seventeen ":
__________________________

I remember when we had a lot of things to do.
Impressed by all the words we read,
and the heroes that we knew.

Climb on your dream -
a dream of our own making.
To find a place that we could later lose.

To whatever time could bring.

We were seventeen
an the cakeman was affecting you.
Moving you to greater things
( in a lesser way )

You had to prove.

The clock struck summertime,
you ŕe going round in circles now.
Wishing you were seventeen -

at twenty-one, it was a long time to go.

And now here your are.
You're locked in your own excuse.
The circles going smaller every day.

You're busy planning the next fity years.

To stay the way you are
an keep your head down to the same old ground.
Just paint your picture boy until you find.

A closed circle ś better than an open line.

Yes stay the way you are.
I got a circle that 's the same as yours.
It may the bigger, but I've more to lose.

Who is the luckier man - me or you.

Träume sind oft Schäume - wenn sie aber so lyrisch wieder gegeben werden, dürfen sie es immer noch sein - Yes, I was seventeen!

Dienstag, 4. November 2008

Wo Wege zu Irrwegen und Sackgassen werden.





Die Hessen kommen einfach nicht zur Ruhe. Längst hat sch das Medieninteresse auf andere Themen kapriziert, da riefen die rechten Geister ein unrechtes Verhalten wieder in das Gedächtnis der eh schon überstrapazierten BRD-Bürger zurück. Andrea Ypsilanti wollte ein zweites Mal zur Krone, zur Macht greifen und bekam erneut mächtig auf die Finger gehauen. Wiederum von den eigenen Genossen. War es zunächst nur die LT-Abgeordnet Metzger, die ihr die Gefolgschaft verweigerte, so gesellten sich - quasi kurz vor dem " Show down " - drei weitere Parteimitglieder aus der SPD hinzu. In einem medialen " Roll back " machten sie ihrem "schlechten " Gewissen öffentlich Luft und ließen es in die brutal reagierende Öffentlichkeit entfleuchen. Ypsilanti, die Genossin Andrea, ja, sie sei eine Wahlbetrügerin. Sie habe " Wortbruch " begangen, indem sie sich den " Schmuddelkindern ", der Partei " Die Linke " nun anbiedere, um sich mit deren Duldung zur Ministerpräsidentin Hessens wählen zu lassen.
Pfui! Pfui, Deibel! Buh!

Sittsam vor der lauernden Medienmeute sitzend, lasen die vier Abtrünnigen ihre vermeintlichen Gewissensbisse mit weihvoller, jedoch rhetorisch üngeübter - Stimme vom Baltt ab. Vorformulierte " Dolchstöße " gegen ihre Parteichefin. Metzger war eh schon abgeschrieben, denn deren Position zu dem Prozedere des " Machtwechsle " war seit Monaten klar.
Damit kann, damit muss ein Außenstehender, der die Spielregeln der Demokratie kennt, zur Not noch leben. Er kann sie akzeptieren, er kann sie tolerieren, er muss sie allerdings kritisieren.
Wenn eine schrumpfende " Volkspartei " anlässlich eines solchen Ereignisses keine Einigkeit zeigt, dann ist sie eben nicht regierungsfähig. Oder etwa doch?

Die Abgeordnet Metzger war verloren, dennoch wäre Ypsilantis Plan von Regierungswechsel noch gerade so aufgegangen. Also versuchte sie hren eingeschlagenen Kurs daraufhin beizubehalten. Sie kontaktierte ihre Parteimitglieder und sondierte die Chancen, ihr Vorhaben umsetzen zu können.
Ein außerordentlicher Landesparteitag vom 01. November gab ihr mit 95,4 %-iger Zustimmung eigentlich " Grünes Licht ". Dann erscheinen am Montag die Heckenschützen, geführt von Metzger, Walter,Tesch und Everts und gingen mit Ypsilanti öffentlich ins Gericht. Nein, das edle Gewissen war es nicht, das das Vierblätterige Kleeblatt in die Offensive trieb. Es waren vielmehr die selbstdarstellerischen Impulse, die eitle Natur jedes einzelnen "Nein "-Sagers, die dazu führten, von ihrem Mandatsauftrag abzuweichen. Die SPD ist, wie die übrigen Landesparteien auch, bei der Wahl mit einer Spitzenkandidatin Ypsilanti, angetreten,um Koch als Regierungschef abzuwählen. Wenn sich die einzelnen SPD-Landtagskandidaten nun wählen lassen, dann haben sie auch den Auftrag erhalten, ihre Spitzenkandidatin an die Regierung zu bringen.
Es hat hierfür jedoch nicht gereicht, denn selbst eine SPD-Grüne-Koalition hat keine nominelle Mehrheit im Hessischen Landtag.
Ob jene Verhältnisse nun zu einer Änderung der Strategie zur Umsetzung des Wählerauftrags in der von Ypsilanti gezeigten Vorgehensweise führen müssen, ist in der Tat streitig. Wer keine Mehrheit zum regieren hat, der muss sich jedoch eine solche suchen. Anderenfalls regieren eben die Anderen. Ypsilanti verhielt sich ungeschickt. Sie verirrte sich bei der Mehrheitssuche und beging in der Folgezeit nicht nur eine Reihe von Fehlern, sondern betrat Wege, die in die Irre führen und solche, die sich letztendlich als Sackgasse zeigten.

Nun ist es zur Umkehr zu spät. Was zurück bleibt, dürfte ein riesiger Scherbenhaufen sein, der u.a. auf die zerstörte Glaubwürdigkeit des Politikerwortes enthält.
Warum Ypsilanti keinen anderen Weg gewählt hat, um den unbeliebten Koch abzulösen, ist aus ihrem eher blinden Aktionismus ansatzweise zu erkennen. Ungeduld führte noch nie zum gesteckten Ziel. Sie hätte die Koch-Regierung aussitzen, auf deren schon bald sich zeigende Umsetzungsprobleme warten müssen, dann hätten sich völlig andere Perspektiven eröffnet. So hat Ypsilanti sich selbst verbarnnt und der SPD eher Schaden gebracht. Leider!

Dienstag, 28. Oktober 2008

Herbstzeit-Jahrmarkts - oder Rummelzeit?

Einst waren die vier Jahreszeiten voneinander so scharf getrennt, dass sich jeder Mitteleuropäer fast exakt darauf einstellen konnte. Der Frühling begann ab Mitte März, nachdem Mitte Februar die Schneeglöckchen, die Krokusse, die Tulpen von den Narzissen, den Vergissmeinnicht und den Primeln, den Maiglöckchen abgelöst wurden. Die Kirschbäume blühten, mit ihnen der Ginster oder der Flieder. Es folgte die Apfelbaumblüte, zusammen mit den übrigen Obstbäumen. Wenn im Februar, nach einem oft sehr kalten Winter mit Eis, Schnee und heftigen Winden, mit Temperaturen unter 10 Grad Minus, der Schnee und das Eis langsam schmolzen, wenn die ersten zarten grünen Blättchen aus dem Schnee und dem dunkelbraunen Boden hervor lugten, dann kam nach der dunklen, der grauen und kalten Jahreszeit, auch die Sonne häufiger hervor. Die schon recht warmen Temperaturen und die Sonnenstrahlen tauten die Menschen dann wieder aus der Winterstarre auf.

In der Schule mussten wir die obligatorischen Frühlingsgedichte auswendig lernen.Edurad Mörike, Johann Wolfgang von Goethe oder aber auch Hugo von Hoffmannsthal waren die standardisierten Lyriker. Neben diesen Pflichtübungen gehörte aber auch der Frühjahrsputz dazu. Winterschuhe wurden gesäubert und in das Regal gestellt, Fahrräder gewienert, Fenster geputzt. Im Garten wurde gepflanzt, was grün macht. Der Frühling ließ die Menschen wieder zu neuen Ideen kommen, sie mobilisierten Kräfte, um ihr Leben neu zu ordnen. Oft waren wir Kindern daran eher unbeteiligt. Wir sahen nur staunend zu, wie sich unser Umfeld veränderte. Manchmal wurden wir zum Arbeiten mit eingeteilt. Mehr nicht! Eigenen Wünsche blieben sehr oft nur außen vor.

Wenn die Tage länger wurden,blieben wir auch länger zum Spielen draußen. Die lagsam grüner werdenden Felder, die sich an einem Grasweg entlang zogen, die grünen Bäume an den Walldichtungen und die vielen Spielmöglichkeiten entlang des kleines Bächleins, sie faszinierten uns immer wieder neu. So vollzog sich der Übergang vom Frühling zum Sommer eher nahtlos. Am 21. Juni, die kalendarischen Sommeranfang, an dem der Tag mehr Helligkeit bietet, als sonst in einem Jahr, fiebert wir den Großen Ferien, den Sommerferien und den Zeugnissen entgegen. Ab der ersten Juliwoche war es dann soweit, die Schule schloss für genau 6 Wochen ihre Türen. Nur im Sportverein, in der Turnhalle und auf dem Bolzplatz herrschte nach wie vor reger Betrieb. Der Juli und auch der August zeigten sich schon bald von seiner Hochsommerseite. Brütend heiße Tage mit Temperaturen von bis 30 Grad oder sogar darüber hinaus. Plötzliche Hitzegewitter mit sintflutartigen Regengüssen. Dann wieder Badetage von morgens ab 10.00 Uhr bis zum Nachmittag und in den Abend hinein.

Nach den Sommerferien gab es sogar einige Tage im August, an denen hitzefrei gegeben wurde, weil ab 12.00 Uhr die Temperaturen längst über 28 Grad gestiegen waren. Mit dem Ende des August kehrten dann plötzlich kühlere Tage ein. Es regnete regelmäßig und die Sommerzeit war so schnell vorbei, wie sie ab Mitte Juni gekommen war. Ab Mitte September färbte sich das Laub langsam bunt und die Blätter fielen zunächst nur spärlich von den Bäumen. Spätesten ab Anfang Oktober änderte sich dieses jedoch. Es gab jetzt einige warme Tage mit angenehmen Temperaturen und Sonnenschein. Es war die Zeit der Märkte. Der Jahrmärkte oder des Rummels. In Bückeburg fand dieser immer auf einem unbefestigten Platz neben der Kirche statt, später dann neben dem Rathaus. Die überschaubare Anzahl von Fahrgeschäften , Schaustellern und Kirmesbuden machten diese Veranstaltungen einst eher familiär. Jahrmarkt, Rummel oder Kirmes - das waren für uns richtige Ereignisse. Mit einigen Freunden fuhren wir per Bahn oder später mit dem Bus zur Schulstraße oder bis zur Bahnhofsstraße, wo wir noch einige Meter zu laufen hatten, ehe das Gedröhne aus den Lautsprechern der Fahrgeschäfte uns entgegen schallte. Mit bis zu fünf DM in der Tasche versuchten wir für 50 oder 70 Pfennig ein Maximum an Fahrten heraus zu holen.Das bisschen Geld reichte natürlich nie. Der Auto-Scooter war die Attraktion Nummer Eins, gefolgt von City-Express
oder dem Kettenkarussell. Wenig war damals einfach mehr.

Die Jahre verflogen, es wurden weitere Jahrmärkte eröffnet, die den Besucher weglocken sollten. Die Zahl der Geschäfte und die Arten der Schaustellbetrieb änderten sich. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung stiegen die Preise an. Die Reizüberflutung stieg enorm an: Schneller, höher, weiter, teurer! Nach meinem Wegzug nach Wilhelmshaven, in eine Großstadt, verschoben sich für mich die Dimensionen des Rummels. Hier wurden nicht nur größere Fahrgeschäfte platziert, sondern auch eine höhere Anzahl ihrer. Später kam der Bremer Freimark, an dem ich eher unregelmäßig erfreute. Im Laufe der Folgejahre erlosch das bis dato eher geringe Interesse nun völlig. So habe ich mich dann auch nicht weiter gewundert, dass der " gute alte " Bückeburger Jahrmarkt von Jahr zu Jahr immer weniger Schausteller registriert und die zu hohen Preise die potentiellen Kauflustigen abschrecken. Der Herbstmarkt des Jahres 2008 war - das dürfte eben keine große Überraschung gewesen sein - eine einzige Enttäuschung,sowohl für die Gewerbetreibenden, die Stadt, als auch für die vielen Besucher. Massen schoben sich von rechts nach links,von oben nach unten - nur an den Buden stand niemand. Zu teuer, zu wenig Geld, zu viel Angst? Das dürften wohl die Hauptursachen sein, wenn der Rummel nicht läuft. In den Zeiten der Globalisierung macht auch der ungewisse Ausgang der nächsten Lebensjahre vor keiner Haustür halt. Arbeitslosigkeit ist auch in der Provinz längst kein Schimpfwort mehr, sondern bittere Realität. Die Arbeitplätze von einst, aus den goldenen 50 - bis 70er Jahren, sie sind nicht mehr vorhanden. Das Geld ist nicht mehr da, um auf den Rummel zu gehen und zu konsumieren, also wird flaniert und gegafft. Sehen und gesehen werden eben - im Schlepptau der Finanzkrise natürlich kostenlos!

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Der Niederrhein - schreibt er eigene Geschichten? - Teil III



Nun habe ich genau meine vagen Vorstellungen, über dieses Thema umsetzen können. Hilfestellung für die Ergänzung der geplanten Trilogie über jenes Gebiet, jene Region oder diesen Landstrich im wieder vereinigten Bundesgebiet, erhielt ich gestern, 22. 10. 2008 durch eine Sendung des Hessischen Rundfunks ( HR ), die aus Wiederholung im Rahmen der Senderserie Bilderbuch " Deutschland " ausgestrahlt wurde. Der Titel: " Grenzenloser Niederrhein. Vom Niederrhein bis zur Maas.Diese Zeitdokumentation bringt ein buntes Potpourri aus Landschaftbeschreibungen, Historie und Einzelpersonen.

Die Folgen aus der ARD-Serie " Bilderbuch " sind nicht chronologisch aufeinander abgestimmt, deshalb habe ich mir die Mühe gemacht und bin in das angebotene Archiv auf der ARD-Internetpräsenz gegangen und - siehe da - ich wurde weiter fündig!

Mit neuen Informationen aus der Rubrik " Bilderbuch " und eigenen Erinnerungen, werde ich nun die Trilogie weiter - und zu Ende führen.

Bleiben wir zunächst, wie in der ersten Episode schon beschrieben, in der Region um Kleve, Goch, Kavelaer und Geldern. Wir ziehen virtuell weiter in Richtung Niederlande, in die Grenzregion nach Westen und treffen dort auf den Fluss Maas. Aja, da war doch irgendetwas? Richtig, dass Deutschlandlied, das Lied der Deutschen eben.
Die so geliebte, dennoch unerwünschte erste Strophe:

Deutschland, Deutschland, über alles,
über alles in der Welt.

Wenn es steht zum Schutz und Trutze,
brüderlich zusammenhält.
Von der Maas bis an die Memel,
von der Etsch bis an den Belt.
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt.

Ja, ja, von der Maas. Aber die liegt bekanntlich heute in den Niederlanden. Unseren nicht so besonders geliebten Nachbarn. So erstreckt sich denn jenes Stück Land zwischen Rhein und Maas einst in Deutschland. In der Jetztzeit bleibt diese Region eher ein unbekanntes Land.
Im Osten verläuft, mächtig und breit, der Vater Rhein, der Fluss aller deutschen Flüsse. Er erzählt auch in diesem Zipfel der BRD seit jeher viele Geschichten, dabei ist er selbst ein Stück Deutscher Geschichte geworden. Westlich weiter verlaufend erreicht der Betrachter die Maas. Jenen Fluss, der einst die politisch-geographische Grenze der beiden Staaten Niederlande und Deutschland bildete. Sie entspringt auf dem Plateau de Langres in Lothringen, durchfließt mid den Ardennen eine prägnante Region in in Frankreich und schlängelt sich fortan über 925 Kilometer durch Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Auf ihrem letzten Teilstück bildet die Mosa (lateinisch), Meuse ( französisch ), Mou^ze ( wallonisch )zwei Arme.Einer wird zum niederländischen Waal, der andere mündet in den Holland Diep und ergießt sich alsbald in die Nordsee.

Bleiben wir an jenem Teilstück, dass NRWś Westen mit den Niederlanden verknüpft, an der Grenzregion, dem einstigen abgeschotteten Gebiet, von dessen ehemals typischen Charakter heute rein gar nichts mehr zu bemerken ist. Dieses Gebiet ist längst, länderübergreifend miteinander verschmolzen. Deutsche leben und arbeiten in Holland; Niederländer machen es umgekehrt auch. Selbst die unzähligen Wiesen und das darauf grasende Vieh kennt die einstige physische Abtrennung dieser Region nicht, es grast grenzüberlappend. Allenfalls die unterschiedliche Beschilderung der Straßen, Plätze und Orte lässt erahnen, dass hier zwei Staaten existieren.
Das war natürlich nicht immer so. In der Geschichte der BRD gab es in den ersten zwei Nachkriegsdekaden durchaus strenge Grenzkontrollen. Schmuggel und sonstige Kriminalität sollte dadurch eingedämmt und verhindert werden. Mit der EWG, zu der die Niederlande als Gründungsmitglied angehört,wurden die Möglichkeiten des so genannten kleinen Grenzverkehrs eingeführt. Bürokratische Hemmnisse und häufige Willkür der sonst noch allmächtigen Zollbeamten und der Grenzschutzeinheiten wurden zurückgeschraubt. Der einstige Handel und Wandel hielt wieder Einzug. Die grenznahen Gebiete erhielten eine wirtschaftliche Blütezeit - bis heute.Aus der EWG ist über die EG nunmehr die EU geworden. Seit 1997 gibt es mit dem Shengener Abkommen, die grenzenlosen Verkehrsmöglichkeiten innerhalb der Ratifizierungstaaten der Amsterdamer Verträge.

Freie Fahrt für freie Europäer?

Es gäbe jetzt viel, sehr viel über den Sinn und Unsinn des Brüsseler bis Straßbourger EU-Bürokratie und deren bisheriges Wirken zu schreiben. Keine Zeit zu bleiben, Geschichte wird gemacht! Es geht voran!

Fahren wir also von Kempen südwestlich über Viersen nach Mönchengladbach.Der kreisfreien niederrheinischen Metropole am Zipfel dieser Region, zwischen Roermond in den Niederlanden und Düsseldorf der NRW-Landehauptstadt belegen. Mönchengladbach (MG ) hat heute 265.000 Einwohner und musste - wie so viele NRW-Städte - im Verlaufe der Dekaden nach dem einstigen Wirtschaftswunder, viele, sehr viel schmerzlich Eingriffe über sich ergehen lassen. Nicht nur die industriellen Strukturumwälzungen gingen nicht spurlos an dieser Stadt vorüber, nein, mit dem Niedergang der Textilindustrie, der sich bis in die späten 80er Jahre vollzog, kam ab dem 1. Januar 1975 die Gebietsreform zum Tragen und vereinte die Städte Rheydt und MG mit dem einstigen Amt Wickrath zu der Stadt MG. Damit verbreiterte sich auch die Palette der ansässigen Wirtschaftunternehmen. Die Regional-Ökonomie verzweigte sich, wurde verschachtelt und damit nicht mehr monostrukturell. Die Krisenanfälligkeit konnte zunächst reduziert werden. Die diversifizierende Wirtschaftpolitik und ihre Grundrichtung zu ökonomischen Cluster-Bildungen konnte jedoch die Langzeitwirkungen der Textilkrise(n) nicht ab federn. Die Stadt hat seitdem nicht nur einen Schuldenstand von aktuell 1,2 Milliarden EURO aufgetürmt, etwa 6.000 Einwohner verloren,sondern im Innenstadtbereich durch den Wegfall vieler Besucher und Gäste,die bis in die 80er hinein sogar aus Düsseldorf kamen, einen sukzessiven Niedergang der Gastronomie - einst Szene-und Kneipenkultur - zu verzeichnen. Mit der ständigen Verteuerung der Lebenshaltungskosten, der Einführung der EU-Gemeinschaftswährung (T)EURO und der Vergreisung bzw. Überalterung der Gesellschaft, zeigen sich auch hier offene Anzeichen des Verfalls. Wo einst Schüler,Studenten und später sonstiges Party-Volk einkehrte oder grau-melierte und streng frisierte CDU-Mitglieder ihre Stammtische abhielten, steht ein Schild " Geschlossen " vor der Tür oder es herrscht gähnende Leere.
Mit dem stetigen Niedergang der Gastronomie geht auch der der Borussia einher. Was einst als westdeutscher Vorzeigeverein hochgehalten wurde, wo einst Weltklassefußballer ( Netzer,Bonhof,Heynckes ) aufspielten und ihre Gegner regelmässig vorführten, kam in den 90ern die große Krise. Beinaheabstiege und der GAU, der Abstieg in der Saison 1998/1999 waren die Folge.

Die Historie des Vereins zeigt jedoch auch, dass damit der sozi-ökonomische Änderungsprozeß, der regionale Strukturwandel, der auch durch die globalisierte Wirtschaft und die sich stark veränderte Gesellschaft in Wechselwirkung durchschlägt, nicht mehr aufzuhalten ist.
Mir fällt der Text von Hannes'(Wader) Lied: " Heute hier, morgen dort " ein. Wie wahr!

Ziehen wir nordöstlich weiter über Neuss, Willich, Meerbusch nach Duisburg. Der zweiten niederrheinischen Metropole.Eine Stadt, in der (einst) alles stinkt, alles spuckt, kracht und raucht, eine Stadt, deren Namen man nicht zu kennen und die man nie gesehen zu haben braucht? Wenn Hannes diese Beschreibung auf die vielen westdeutschen Städte in und aus den 70ern auch so treffend gedichtete hat, so trifft sie das heutige Duisburg nicht mehr. Längst hat auch der Strukturwandel seine Spuren hinterlassen. Die Eckpfeiler des industriellen und wirtschaftlichen Wiederaufbaus aus den 50er und 60er Jahren, sie sind nicht mehr überall sichtbar. Jene Symbiose zwischen Mensch/Maschine,Wohnung/Fabrik und Wohlstand/Lebensumfeld wurde sukzessive zerstört.
Mit den Krisen der letzten Jahrzehnte ist auch das Fundament weggebrochen, auf dem eine sozio-ökonomischer Aufbau stattfinden kann.

Duisburg kann als Prototyp jenes Wandels in Gesellschaft und Wirtschaft gelten,denn die Stadt steht heute mit viel Schatten und wenig Licht da. Mit dem Niedergang der Schwerindustrie, der Komponenten von Kohle/Stahl verlor sich die Stadt in einem wirtschaftlichen Abwärtsstrudel. Einst gehörte Duisburg zu den finanzstärksten Kommunen der Alten Bundesländer; heute hat die Stadt eine sehr hohe Arbeitslosenquote. Sie verlor allein ab Mitte der 80er Jahre über ein Drittel der steuerpflichtigen Arbeitplätze. Die Stadt verlor dadurch auch Einwohner und kompensierte den Schwund durch Eingemeindungen . so, wie es viele Städte praktizieren. Duisburg krank, ist aber nicht dem Siechtum verfallen.
Dafür sorgt die uneingeschränkte Mobilität, die sich durch eine exzellente Verkehrsanbindungspolitk offenbart. Damit gelingt auch die unmittelbare Flucht aus dem grauen Stadtflair, hin zu dem abwechselungsreichen Gebieten in Richtung Niederlande und der dort gelegenen Stadt Venlo. Diese Ex-Einkaufsmetropole im geographischen Dreieck von Mönchengladbach sowie Duisburg lässt sich über durchaus idyllische, abwechselungsreiche Landschaften erreichen. Das grüne Dreieck ist geprägt von Feldern,Wiesen,Wasser, von alten restaurierten Herrenhäusern,gepflegten Ortschaften und einem kilometerlangen Naturpark. Wo einst die Landesgrenze verlief, die noch in den Endsechszigern überwacht und kontrolliert wurde, hat sich heute die Natur ihre Flächen zurückgeholt.

Ausgedehnte Radtouren sind hier obligatorisch und bieten eine ökologisch sinnvolle Alternative zu dem motorisierten Massentourismus in Richtung der niederländischen Seegebiete. Beliebt sind aber auch die Biker-Ausflüge von Duisburg über Straelen nach Venlo, so, wie sie in dem WDR-"Bilderbuch"-Bericht skizziert werden.

Wenn wir zurückfahren von Venlo in nordwestliche Richtung, treffen wir auf Geldern. Eine Stadt mit 33.000 Einwohnern und historischen Wurzeln, die bis in das 9. Jahrhundert zurückführen. Ein landschaftlich reizvolles Umfeld lässt dieses städtische Kleinnod zu einer lokalen Perle in der niederrheinischen Region, die zwischen gestern und heute steht, heranwachsen. Gleiches gilt auch für die westliche davon belegende Stadt Kavelaer.

Die Historie belegt, dass bereits 800 v.Chr. erste Aufzeichnungen von einer dortigen Siedlung ausgehen. Die weitere Entwicklung von Kavelaer ist untrennbar mit politischen Abfolgen verbunden. Neben den Römern haben auch spanische,französiche und belgischen Truppen während der Kriege die Stadt besetzt.
Die Historie belegt auch,dass diese Stadt nahezu symbiotisch mit dem Katholizismus verbunden ist. Trotzt der wechselvollen Geschichte hat dieser dort das Fundament nie verloren.
Selbst in der Neuzeit wurde der katholische Glaube, die Katholische Kirche nebst ihrer - oft weltfremden- Doktrien hier nie aufgegeben.Politik bedeutet hier Parteimonopol der CDU und deren oft reaktionären Inhalten, die sich im Austausch mit dem rückwärtsgewandten Glaubensmonopol der Katholiken in eine Gemengelage gießen lassen, deren ideologisches Gift über 5 Jahrzehnte noch wirkt.
Erfreulicher als die enge Verknüpfung zwischen Klerus und weltlichen Interessen zeigt sich das Lied der Kavelaerer:


Kevelaerer Heimatlied

Das Kevelaerer Heimatlied "Wor hör ek t’hüß?", geschrieben von Theodor Bergmann (geboren am 29. Dezember 1868, gestorben 17. Mai 1948).

Wor hör ek t’hüß?

I.
Wor hör ek t'hüß? - kent gej min Land?
Gän Baerge schnejbelaeje,
Gän driewend Waater träkt en Band
Voerbej an groote Staeje:
Dor, wo de Nirs doer't Flackland geht,
Wor in den Baend et Maisüt steht,
On wor de Keckfoars quakt in't Lüß,
|: Dor hör ek t'hüß. :|

II.
Wor op de Hej de Loewrek sengt,
Den Haas sprengt doer de Schmeele,
Wor ons de ricke Sägen brengt
De Aerbejshand voll Schweele,
Wor in et Koarn de Klappros drömt,
Van Fäld on Weije rond ömsömt,
So frindlek röst et Burenhüß,
|: Dor hör ek t'hüß. :|


III.
Wor gärn de Lüj en oapen Hand,
in Not de Noaber reike,
Voer Gott on Kerk on Vaderland
Noch faas ston, as de Eike,
Wor män'ge Drömer, män'ge Sock,
So gut es, as den aandern ok,
Wor sälde Strit on groot Gedrüß,
|: Dor hör ek t'hüß. :|

IV.
Pries gej ow Land mar allemoal,
In Nord, Ost, Süd on Weste,
Ok män'ge groote Noet es hoel -
Min Laendche es et beste!
Hier stond min Wieg, hier lüjt mej ok,
So Gott well, eins de Dojeklok
Dann schrieft mej op et steene Krüß:
|: Hier hört haen t'hüß! :|

Phoentisch erscheint dem klaren norddeutsch Sprechenden eine Unzahl von Umlauten ins Auge zu stechen; hier scheint die skandinavisch-normannische Sprache ihren massiven Einfluss genommen zu haben. Wenngleich jene Völker einst heidnisch waren und nicht dem römisch-katholischen Glauben aufsaßen. Immerhin: Eine Mixture aus allen Ären oder Epochen; Relikte aus längst vergangenen Zeiten,deren Einflüße eben noch im 3. Jahrtausend sichtbar sind.

Ziehen wir also weiter. Von Kavelaer über Weeze nach Goch. Jene, etwa 34.000 Einwohner zählende Stadt, die in zwei Jahren ihr 750-jähriges Bestehen feiern wird und deren Stadtkern in den letzten Wochen des II. Weltkriegs mit nahezu 80 % zerstört wurde. Es begann ein, durch das "Wirtschaftswunder" geprängter Aufstieg, der vorallem über die Nachbarstadt Kleve, als ökonomisches Antriebszentrum, in die niederrheinische Region ausstrahlte. Die 60er und 70er Jahre waren eine Fortsetzung jenes Booms. Goch profitierte hiervon, wenn auch nicht in dem Maße, wie es Kleve tat. Kulturell und unter gesellschaftspolitischen Aspekten betrachtet, unterscheidet sich Goch nicht wesentlich von den übrigen Städten,deren klerikaler Hintergrund bis in die heutige Zeit spürbar ist und zu einer monolithischen CDU-Anhängerschaft geführt hat,deren sichtbare Verquickungen in allen Bereichen des Lebens Platz nimmt.

Die, durch eine zweite Gebietsreform 1975 dem Landkreis Kleve zugeschlagene Stadt, liegt an der Peripherie zur Gocher Heide. Jenes, durchaus attraktiven Landstrichs, dass für ein besonderes Novum steht: auf dem relativen begrenzten Gebiet werden innerhalb der Uedem, Keppeln,Kalkar,Bedburg, Haus bis Goch, zwei sehr unterschiedliche Dialekte gesprochen. Neben dem fortwährend anzutreffenden niederrheinischen, die Pfälzer Mundart. Dieses rührt aus der Vergangenheit her und lässt sich mit den Ansiedlungen von ehemaligen Bürgern aus der Pfalz erklären, die im Jahre 1741 ursprünglich nach Amerika immigrieren wollten, sich dann jedoch in der Gocher Heide nieder ließen und hier alsbald eine eigenständige Gemeinde gründeten, erklären.

Von Goch geht es auf der B 9 fast schnurstraks nach Kleve.
Der heutigen Kreisstadt gehören etwas mehr als 49.000 Einwohner an. Auch in Kleve liegt der konfessionelle Anteil der Katholiken mit über 65 % im niederrheinischen Durchschnitt. Kleve zeichnete sich einst durch einen historisch gewachsenen Kur-und Badeberteib aus, der auch die baulichen Gegebenheiten prägte, ehe nach dem II. WK eine wirtschaftliche Veränderung Einzug hielt, die u.a. auch durch die Ansiedlung der weltbekannten Schuhmarke " Elephanten Schuhe " bedingt war. Die Schuhfabriken stehen allerdings - trotz ihrer exzellenten Qualität, vorallem bei Kinderschuhen - längst in einer ökonomischen, weil Weltmarkt abhängigen, Strukturkrise.
Neben den üblichen Kirchebauten, finden sich eine Reihe von historischen Villen, Museen und Gartenanlagen nebst Bebauungen.

Etwas mehr als 10 Kilometer von der Stadt entfernt liegt, bereits auf rechtsrheinischem Terretorium Emmerich. Jene Hafenstadt, die mir auch wegen der ewig dudelnden Wasserstandsmeldung im ehemaligen westdeutschen Propagandasender Deutschlandfunk noch in guter Erinnerung ist. Emmerich gehört mit seinen annähernd 30.000 Einwohnern ebenfalls zum Landkreis Kleve.

Von Kleve besteht die Möglichkeit über Bedburg-Hau und Palzdorf, nämlich mittels der B 9 zurück nach Goch zu gelangen oder auf der B 57 durch Qualburg, Hasselt und Schloß Moyland, parallel zum Rheinverlauf, allerdings flußaufwärts nach Kalkar zu fahren. Kalkar? Da war doch etwas? Ja, richtig, der Schneller Brüter Jene über 1 Milliarde Deutsche Mark teure Investitionsruine der Atoma-Mafia aus den Technik gläubigen 70er Jahren. Vor gut 19 Jahren verkündete der damalige Bundesforschungsminister Riesenhuber, das war der mit dem riesigen Fliegen, der der CDU/CSU angehörte, das endgültige Aus für dieses bedrohliche Monstrum.
Die Stadt Kalkar hat einige besondere Sehenswürdigkeiten anzubieten,so u.a. das römische Kastell Moreburg. Ihr wurden bereits im Jahr 1242 die Stadtrechte verleihen.

An Appeldoorn vorbei, Kehrum-Marienborn rechtsseitig liegen lassend und über Wickermannsdorf gelangen wir nach Xanten.
Die einstige Römer - Dom - und Siegfriedstadt darf auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück blicken. Auch hier finden sich eine Vielzahl vom Relikten aus den vergangnene Jahrhunderten, die durch Kriege, Not und Elend geprägt waren.

Von Xanten führt uns die B 57 nach Rheinberg.
Ihren keltischen Ursprung kann der Besucher durch entsprechende Hinweise innerhalb der ca. 32.000 Einwohner zählenden Stadt nachvollziehen, denn:

Rheinberg hieß ursprünglich Berke (frühe Belege stammen aus den Jahren 1003, 1106, 1253) oder Berka (belegt seit 1248). Den erklärenden Zusatz Rhein- erhielt der Ortsname erst im späten 16. Jahrhundert (erstmals 1583 belegt), wohl um Berk als Berk am Rhein von anderen Orten namens Berk oder Berg zu unterscheiden. Die frühen Namensformen und Schreibweisen waren u.a. Rhenberka, Rhinbergue, Rhynberg, Rhynberck, Rhimberg, Rheinberck, Rheinberk, bis sich schließlich Rheinberg durchsetzte. Bis heute kann allerdings der Rhein-Vorsatz im Dialekt fortgelassen werden (man nennt den Ort einfach Bäärk). Der Akzent von Rheinberg liegt bei den Einheimischen entgegen der üblichen Regel oft auf der zweiten Silbe, also Rheinbérg, ein weiterer Hinweis auf die ursprüngliche Namensform.

Von Rheinberg geht es weiter über oder unter die BAB 57 nach Kampp-Lintfort.
Die etwa 40.000 Einwohner zählende Stadt wird so beschrieben:
Kamp-Lintfort liegt in der niederrheinischen Tiefebene, sechs Kilometer südwestlich von Rheinberg und acht Kilometer nordwestlich von Moers. Nach der landschaftlichen Definition des Verdichtungsraums des Ruhrgebiets wird der Innenstadtbereich der Agglomeration zugeordnet, die weniger besiedelte, umgebende Fläche der Stadt jedoch nicht.[2] Einen Großteil des Stadtgebiets füllt das Waldgebiet „Leucht“ aus, welches zum Staatsforst Xanten gehört.
Stadtgliederung [Bearbeiten]

Das zusammenhängende Stadtgebiet wird größtenteils durch den Ortsteil Lintfort gebildet. Werkskolonien der Zeche Friedrich Heinrich sowie einer früher betriebenen Ziegelei prägen große Teile des Stadtbildes. Im Zentrum formen die „Drei Weißen Riesen“ die Skyline von Kamp-Lintfort; mit 95 Prozent Leerstand ist dieses stadtplanerische Projekt der späten 1960er-Jahre inzwischen zum Alptraum mutiert. Für diese Gebäude ist eine Umnutzung geplant. Geld des Landes Nordrhein-Westfalen hierfür wurde bereits bewilligt. Weiterhin wird die Skyline von Kamp-Lintfort durch die zwischen 1975 und 1985 errichteten Bauten der neuen Innenstadt bestimmt.

Im Gegensatz dazu bildet der Ortsteil Kamp mit der historischen Besiedlung aus der Blütezeit des Klosters das historische Zentrum der Stadt.

In den 1950er-Jahren wurden an den Rändern des Ortsteiles Lintfort am Tor Ost sowie in den Gemarkungen Geisbruch und Gestfeld zusätzliche Siedlungsbebauungen vorgenommen. Diese Stadtteile wurden später durch Eigenheimbauten aufgestockt. Der Stadtteil Niersenbruch zeichnet sich durch überwiegende Einzelbebauung aus. Die außerhalb liegenden Ortsteile haben sich den ländlichen Charakter bewahrt. Besonders hervorzuheben ist hierbei das Straßendorf Hoerstgen.

Von Kamp-Lintfort aus führt uns die A 57 direkt nach Moers. Östlich hiervon beschreibt die B 57 auch den Weg in die größe Nachbarstadt, während uns die B 510 nach Kerken, Wachtendonk in Rictung der deutsch-holländischen Grenzstadt Venlo geraten lässt.
Wir halten uns in Moers auf, in jener Stadt, die die Drehscheibe des Niedrrheins oder exakter der Region Niederrhein genannt wird.
Die Stadt Moers liegt in der niederrheinischen Tiefebene zwischen dem Rhein und einer Reihe von Moränenhügeln, die sich nördlich von Hüls nach Norden erstrecken. Moers liegt im Süden des Kreises Wesel, 7 km westlich der Ruhrmündung in Duisburg und 13 km nördlich von Krefeld. In der Landesplanung ist Moers als Mittelzentrum eingestuft.

Die Stadt hat mit ihren über 106.000 Einwohner den Status der größten Einheit im Landkreis Wesel.

Von Moers führt uns die A 57 in Richtung Krefeld. Jener Stadt,die einst von ihren Einwohnern als die Seidenstadt bezeichnet.Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld) ist eine kreisfreie Stadt am linken Niederrhein, nordwestlich von Düsseldorf, südwestlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Seidenstoffproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts wird sie auch als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet. Krefeld ist mit 235.860 Einwohnern (Stand: Juni 2009) eine Großstadt mittlerer Größe. Innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf nimmt sie gegenwärtig der Einwohnerzahl nach den sechsten Platz ein.

Die Stadt besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als der damalige Stadtkreis Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfügig vergrößert. In der Landesplanung ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft.

Von Krefeld führt uns die über Meerbusch nach Neuss, während die A 44 uns an Viersen vorbei wieder nach Mönchengladbach gelangen lässt.

Hier endet unsere kurze Stippvisite in der Region Niederrhein. Jenes Gebietes, dass sich in etwa so skizzieren lässt:

Kerngebiet des Niederrheins sind die Kreise Kleve, Wesel und Viersen sowie die Stadt Krefeld. Des Weiteren zählen am östlichen und südlichen Rand Teile der Städte Isselburg und Oberhausen sowie die Stadt Duisburg, der Rhein-Kreis Neuss, die Stadt Mönchengladbach und der Kreis Heinsberg zum Niederrhein.

Das Gebiet entspricht ungefähr den ehemaligen Landesherrlichkeiten, dem Herzogtum Kleve, der Grafschaft Moers sowie dem ursprünglich maasländischen Quartier Roermond des Herzogtums Geldern und dem nördlichen, linksrheinischen Teil des Kurfürstentums Köln. Vor Gründung der preußischen Rheinprovinz zählten diese Gebiete größtenteils zur Provinz Jülich-Kleve-Berg, während als Provinz Großherzogtum Niederrhein stattdessen Gebiete am heutigen Mittelrhein und in der Pfalz zusammengefasst wurden.

Damit ist auch die Trilogie über jenes sehr widersprüchliche Gebiet in Nordrhein-Westfalen abgeschlossen. Der Niederrhein wirft auch heute mehr Fragen auf, als er Antworten über seine weitere Entwicklung geben kann. Der sehr eigenwillige Menschenschlag wirkt auf den übrigen Bewohner des bevölkerungsreichsten Bundeslandes, des Landes Nordrhein-Westfalen selbst befremdlich.So bedarf es eines gewissen Anlaufs, ehe ein Norddeutscher jene eigenwillige Mentalität der hier lebenden Menschen versteht.
Interessant ist die Region und sind die hier lebenden Bewohner alle Male.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Herbstzeit - Zeit zum Nachdenken und bilanzieren?

Als ich vor einigen Wochen, es muss in der ersten Septemberwoche gewesen sein, die Filiale eines Lebensmitteldiscounters aufsuchte,prangten mir in einem der prall gefüllten Universalregalen, bereits Weihnachtgebäck, Marzipan -und Schokoladenartikel entgegen. " Meine Güte, im September, wollen die schon wieder Weihnachtklamotten verkaufen ", so dachte ich damals.Inzwischen schreiben wir den 21. Oktober, und es sind nur noch 64 Tage bis zum Heiligen Abend. Die Zeit rast dahin! Die Tage vergehen, wie im Fluge, die Wochen laufen im Schnellzugtempo ab und die Monate, als wäre ich auf einem Schiff, das von Europa nach Südamerika fährt. Zeit als Faktor bekommt, wenn das eigene Leben im zweiten Drittel ertragen werden muss, eine besondere Bedeutung. Der Mensch erinnert sich. Er resümiert, er bilanziert und er sinniert - über sich selbst.

Jetzt, wo die Wertigkeiten völlig andere sind, als sie es vor 10, vor 20 oder vor 30 Jahren waren, tritt eine gewisse Gelassenheit hinzu, die dem reiferen Individuum es ermöglicht, auch Eines aus der bisherigen Lebensbiographie, die nun häufiger, wie im Zeitraffer sich gedanklich abspielt,aus der rosaroten Brille zu betrachten. Die Erinnerung, als eine gütige Gabe der Natur, die es einem ermöglicht, alles durch eine schöngefärbte Brille zu sehen und dann auf ein erfülltes Leben zurückblicken zu können, auch wenn man sein Lebtag eben doch nur Scheiße gemacht hat. So drückte es Hannes Wader einmal aus, als er anlässlich seines 60igen Geburtstags ein grandioses Konzert mit seinen beiden Kollegen Reinhard Mey und Konstantin Wecker in Bielefeld gab.
Jene einseitig gemalten Lebenserinnerungen sind es aber auch, die viele Dinge, die einst negativ verliefen und die sich wie ein Kainsmal in der menschlichen Haut einbrannten, auszublenden.

Der Herbst als symbolisch dritte Lebenszeitphase als von der Natur vorgegebenen Jahreszeit ist bunt. Er malt viele Farben, die der Sommermit seinen satten Grüntönen und der blühenden Farbepalette oder der Frühling in seinen zarten Pastellfarben eigentlich so nicht kennt. Herbstzeit ist auch Laubzeit, ist Zeit, um an manchen schon recht kühlen Abenden über die vergangenen 10 Monate zu denken. Wenn dann die ersten Blätter fallen, die ersten Herbststürme wehen und der Himmel sich schon in einer Art Vorahnung für den November grau einfärbt, dann heisst es auch bald Abschied nehmen von dem Jahr. Mir fällt der Song der Rockgruppe Gunś an'Roses ein: " November rain ":

When I look into your eyes,
I can see love restrained.
But darlin'when i hold you,
don t you know i feel the same.

'Cause nothin'lasts forever,
and we both know hearts ca change.
And itś hard to hold a candle
in the cold November rain."

In the cold November rain - der November ist eigentlich der Todesmonat und soll ja die kalten Vorzeichen für den kommenden Winter setzen. Graue Nebelbänke, wie sie einst üblich waren, habe ich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Das Einheitwetter in einer Gr0ßstadt lässt diese Wetterkapriolen vielleicht gar nicht mehr zu. Mit den Nebel und dem grauen Himmel verbindet sich in meiner Erinnerung das krächzende Geschrei der Krähen. Wie sie über die längst kahlen Felder ziehen und in Schwärmen sich urplötzlich niederlassen, um aus dem umgepflügten Feldern doch noch Nahrung zu suchen. Die Reste des Jahres liegen jedoch nur sehr spärlich an der Erdoberfläche, denn die Ernte ist bereits im August eingefahren worden.

Herbst heisst Abschied nehmen von den Sonnentagen und Ferienträumen, von den Badevergnügen und Meeresrauschen, von den Autobahnstaus und den überfüllten Flughäfen. Keine Saure Gurkenzeit mehr bei den Medien. Die Nachrichtenmaschinerie läuft einige Wochen wieder auf vollen Touren. Sie bringt im Herbst auch jene Gutachter des Wirtschaftrates auf den Plan, diese fünf Waisen stellen ihr sogenanntes Herbstgutachten vor. Die Zahlen und Fakten werden sodann analysiert und in Meldungen, Berichte und Meinungen eingeflochten.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und hiermit endet auch die Saison, so wie es von Reinhard Mey beschrieben wird:

Ich liebe das Ende der Saison
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Montag, 13. Oktober 2008

Wo beginnt Neo-Faschismus und wo hört Rechtsradikalismus und wo Konservativismus auf?




Eine Meldung in der WDR Fernsehsendung " Westpol " zeigt einmal mehr, auf welch schmalen Grad die CDU und ihre Anhänger in der BRD oft wandeln. In der Partei gibt es ja so allerlei Strömungen, deren Ursprung sich manchmal gar nicht exakt definieren lassen. Neben Karrier geilen Jünglinge, trutschenhaften Muttchen und Blendax lächelnden Ministerinnen, hält eine Vielzahl von neoliberalen, konservativen und sonst Zurückgebliebenen der Partei die Treue. Das Sammelsurium an eitlen Selbstdarstellern und Möchte-gern-Politikern ist groß, die intellektuellen Fähigkeiten jener Protagonisten verlaufen oft diametral zu deren medienwirksamen Auftritten. Es gibt deshalb s manchen Verirrten, der der CDU etwas mehr rechtsradikale Würze beigeben möchte, indem er mit zwielichtigen Gestalten aus dem nationalistischen und faschistischen Lagern paktiert.
So geschehen in dem CDU - Kreisverband Oerlinghausen.

Das Kaff liegt in Ostwestfalen, also in NRW, dort, wo zurzeit noch die CDU mit der FDP koaliert und die Regierung stellt. Oerlinghausen ansich ist eher beschaulich. Felder, Wälder, Wiesen, Landwirte, Kleinbürger und sonstige Durchschnittsmichel wohnen hier. Es liegt direkt an der BAB 2, der " warschauer Allee ", der Autobahn, die einst zu Zeiten des " tausenjährigen Reichs " die Reichshauptstadt Berlin mit dem Schmeltiegel Ruhrgebiet, also der Region ab Dortmund und weiteren Eisen-, Kohle,- und Stahlstädten verband. Inzwischen ist se die vielbefahrene Ost-West-Tangente in Europa geworden. Hier quälen sich werktäglich über 10.00 LKW und mehr las 50.000 Fahrzeuge insgesamt herüber. Oerlinghausen liegt allerdings abseits jenes Klassenkampfes der PS-Enthusiasten, die den Freifahrtschein und Jagdschein mit dem Führerschein verwechseln, sobald sie das rollende Wohnzimmer anlassen und die BAB-Auffahrt nutzen.

In dem Bericht des WDR ging es ja eigentlich auch um so etwas, wie Kampf. Nämlich den Kampf der Rechtsradikalen gegen die Demokratie und deren Vertreter in der Politik. In einem von der CDU verlegten Blättchen mit dem vielsagenden Namen Ost-West-Panorama lassen sich regelmäßig Exponenten der NPD und aus deren Umkreis über die rechte, die wahre, die nationale Gesinnung aus. Das in einer Stückzahl von 10.000 Exemplaren verlegte Hetzblatt, verkommt deshalb im Namen und unter dem Deckmantel der Integration von Rußlanddeutschen zu einer Schmieren-Postille, in der über faschistisches Gedankengut schwadroniert und innerhalb deren Artikel per se Geschichtsklitterung betrieben wird. Schlimm, was die CDU sich da leistet.

Samstag, 11. Oktober 2008

Warte, warte, nur ein Weilchen, dann kommt der Sensenmann auch zu dir!







Wir schreiben Samstag, den 11. Oktober 2008. Die Frühnachrichten bei MDR Info ließen mich aufhorchen. In einer Meldung hieß es: " Der österreichische Rechtspopulist und Landeshauptmann von Kärnten Dr. Jörg Haider ist in den frühen Morgenstunden dieses Tages bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Eigentlich nicht schaden um ihn, so dachte ich zunächst. Haider war eine Hetzer und Vereinfacher, wie er bei den Nationalsozialisten hätte nicht besser in das ideologische Weltbild gepasst. Nicht von ungefähr waren seine Eltern während der NS-zeit und der Heimholung Österreichs in das Großdeutsche Reich glühende Parteimitglieder.

Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm!

Im Verlaufe seiner politischen Karriere hat er nichtnur einmal gezeigt, dass er in Menschenverachtenden Kategorien denkt. Seine - von vielen Vorurteilen - geprägte Denk - und Handlungsweise hat ihn allerdings auch eine Unzahl von Freunden und Sympathisanten eingebracht - die Feinde kamen jedoch in der Mehrzahl zu der richtigen Überzeugung, dass Haider eben auch nur ein Trommler war. Dennoch sind es gerade jene Protagonisten, die - wie er einst - in der Öffentlichkeit jene Dinge beim Namen nennen, wo andere Mitmenschen eher noch schweigen. Sein faschistoides Gedankengut ist deshalb bei all jenen Menschen populär, die keine Toleranz kennen, die auf der Verliererseite stehen oder, bei denjenigen, die sich davon eben Vorteile versprechen; keine Vorteile, welche in Macht, Geld und Einfluss eingehen.

Haider ist tot! Es lebe sein Nachfolger! Es werden andere Haider folgen. Seine FPÄÖ, einst ein Haufen rechter Gesinnungfreunde und Plattitüden-Drescher, ist längst gespalten. Er hat eine neue Partei gegründet.Das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Dieses Sammelbecken von Rechtsnationalisten errang in Kärtnen satte 39, 4 % und bundesweit 11.14 % der Stimmen bei der letzten Bundeswahl und zieht damit in den Wiener Nationalrat ein. Auch seine Ex-Partei, die FPÖ erzielt beachtliche 17.47 %. Ein Rechtsrutsch vollzog sich somit in dem Nachbarland Österreich.

Die Probleme, die in der BRD und in anderen europäischen Staaten mehr oder minder gleichartig vorhanden sind, gibt es in Österreich natürlich auch: Arbeitslosigkeit, Verarmung der einstigen Mittelschicht, Diskrepanzen zwischen Armen und Reichen, Jugendkriminalität, Zerfall alter Strukturen in den Familien, Neid, Missgunst, Menschenverachtende Handlungen in allen gesellschaftlichen Bereichen, Korruption, Politikverdrossenheit und jetzt aktuell die Finanzkrise.
Haider hat in seinen rechtspopulistischen Parolen zwar immer das Negative hervorgebracht, von der Unfähigkeit der Regierun, der übrigen Parteien schwadroniert. Eigene Lösungen hatte er jedoch nie parat. Ein kleiner Beckmässer bene, ein Gnom unter den Zwergen der nationalistischen Lager, ein Möchtegernegroß und ein Faktenverdreher.

Nun ist er unter der Erde und kommt nie wieder. Dafür stehen allerdings seine Nachfolger bereits Mikrophon bei Fuss bereit, um ihre Hetztiraden und Vereinfachungsalven auf die Österreicher loszulassen. Die sollten bei der nächsten Wahl dann doch mal endlich wach werden und erkennen, dass ihre Nation nicht der Nabel der Welt ist, Kärten nicht das Wallhalla der Neuen Zukunft und jene Rechtsideologien auch nur Blender par excellance sind. So wie jener Gefreite einst, der geboren in Braunau am Inn, auszog, um die Welt zu knechten - mit idiotistischen Parolen und Lügenmärchen, die dann als Propaganda in die ganze Welt verstreut wurden.
Wehrte den Anfängen!

Freitag, 10. Oktober 2008

Mer soan mer, aber keine CSU-Dauerwähler mehr.

Der 28. September 2008 wird als der Schwarze Sonntag in die Annalen der Christlich Sozialen Union ( CSU ) eingehen. Bei der Landtagswahl 2008 verlor diese Partei 17,4 % der Wählerstimmen im Vergleich zu denen aus 2004. Ein Erdrutsch, eine Sensation auch? Nein!
Wer die Querelen seit dem Sturz von Eddi Stoiber in 2007 verfolgt hatte, der musste sehr schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass das dynamische Duo Beckstein / Huber dem einstigen CSU-Kronprinzen Stoiber nie das Wasser reichen konnte.Auch die Generalsekretärin Christine Haderthauer blieb nicht nur blass, sie zeigt sich zunehmend als überfordert.

Das Trio Infernale aus München schrumpfte alsbald auf Pygmäen-Größe zusammen.Damit aber auch die Akzeptanz ihrer Partei, die es über vier Jahrzehnte gewohnt war, alleine, ja in absolutistischer Form, zu regieren. Es gab seit der Ära Seidel ab 1957 nur noch Ministerpräsidenten aus dieser Partei, die dann mit absoluten Mehrheiten regieren durfte.
Was waren das nicht alles für ehrenwerte Politiker, die in dem CSU-Sumpf ihre Heimat fanden:
Strauß, Zimmermann, Schreiber, Tandler, Strauß jun.,Wildmoser,Hohlmeier, die Tochter des Partei-Übervaters FJS, usw. usf. Sie alle stehen mehr oder weniger für das bayrische Lebensgefühl, dass angebliche Überlegenheit suggerieren soll.
Mer san mer, und dann lange garnichts!

Nun hat der gemeine CSU-Wähler am 28. 09. 2008 eben nicht nur CSU gewählt. Und das ist gut so. Ein kräftiger Tritt in den Allerwerstesen zur rechten Zeit und an der rechten Stelle, kann den Rechten in diesem Lande nie schaden. Wer abgehoben und arrogant seine Posten schachert, wer betrügt, lügt, Steuern hinterzieht und die anderen Menschen für dumm verkaufen will, der muss sich nicht wundern, dass er irgendwann von diesen eine saftige Watschń bekommt.
So geschehen am 28. 09. 2008!

Der vor 20 Jahren rechtzeitig verstorbene Übervater der CSU, der Ex-Ministerpräsident FJS hat ja nun auch einige Tiefen und Höhen in seiner einstigen Laufbahn durchlebt. Sein Ziehsohn Stoiber weniger, weil er sich rechtzeitig nach rechts geöffnet hatte und damit den Rechtsradikalen in diesem Lande die rechte Heimat bescherte. Joa, ham mer denn scho Woihnachten? To be or not to be, thatś the question!
Diese Frage dürfte für den CSU-Haufen alsbald von existenzieller Bedeutung sein, kommt in ihren Reihen nicht schnellsten wieder Ruhe hinein.
FJS hätte wie Rumpelstilzchen getobt und ausgekeilt, das war ja einst seine Spezialität. Dabei machte er keine Unterschiede. Er schlug von links nach rechts und zurück. Bernd Neumann, der Ex-CDU-Vorsitzende in Bremen, war der kleinste Häuptling eines Zwerg-Pygmäenstammes. Bernt Engelmann, den hervorragenden Schriftsteller,titulierte er als " Ratte " und " Schmeißfliege ". Den CDU - Ex-Kanzler und einstigen Parteivorsitzenden qualifizierte er als " total unfähig " ab.

Strauß wäre nicht Strauß hätte er selbst nicht genug Gras gefressen, bevor er ins Selbige biss. Das die Bazis ihn nun ehren und eine mit viel Brimborium aufgeblasene Gedächnisfeier im katholiken Dom veranstalteten macht nur überdeutlich: Wer kriminell war, kommt zu was, war des CSU-Parteibuch inne hat, darf fast Alles, wer von oben nach unten durchtritt hat Erfolg!
Die Erinnerung ist eine barmherzige Gabe der Natur, die es den Menschen ermöglicht, die Vergangeheit auch dann noch in rosigen Zügen zu sehen, wenn er selbst sein Leben nur Scheiße gemacht hat.
Es lebe FJS, die CSU-Ignoranz und die künftige Koalition in München.

Samstag, 20. September 2008

Wie krank ist das (Gesundheits)system eigentlich?

Ein Artikel aus einer regionalen Zeitung im nordwestlichen Niedersachsen machte mich einmal mehr sehr nachdenklich. Eine approbierte Ärztin sollte aufgrund eines gegen sie erwirkten und ergangenen Versäumnisurteils und einer daraufhin eingeleiteten Zwangsvollstreckung die eidesstattliche Versicherung zur Offenbarung ihres Vermögens abgeben. Hierzu erschienen - pressewirksam ins Bild gestellt - der Rechtsanwalt der Klägerin, seine Mitarbeiterin ( wohl eine ausgebildete Rechtsanwalts-und Notariatsfachangestellte) sowie der zuständige Gerichtsvollzieher. Hintergrund jener Story war ein gegen jene Ärztin angestrengter Schadenersatzprozeß vor dem Landgericht Hannover - ihrem Wohnort. Sie soll vor etwa drei Jahren im Rahmen einer Kurz-Behandlung als eingeteilte Notdienstärztin eine Falschdiagnose bei einer damals 67-jährigen Patientin abgegeben haben.

Nun ist ein solcher Fall bereits längst zur Alltäglichkeit geworden. In der BRD gibt es jährlich mehr als 100.000 dieser, so genannten " ärztlichen Kunstfehler " - Tendenz steigend. Aus dem einstigen "Traumberuf" ist nämlich ein existenzieller Kampf um einige Krümel von dem Riesen-Kuchen, der da "Gesundheitindustrie" heißt, geworden. Dadurch müssen sich viele der in der BRD zugelassenen Ärzte mit Jobs und Arbeitsbedingungen herum schlagen, die die Grenze der körperlich-seelischen Belastbarkeit und die der Selbstausbeutung längst überschritten haben. Eine alternde Gesellschaft, ein marodes System und eine immense Konkurrenz auf einigen Gebieten der ärztlichen Dienstleistungen, lassen den - nach einem langen Studium - heran gereiften Jungmediziner sehr schnell auf den harten Boden der Realität zurückkommen.

Wer - wie woanders auch - keine Beziehungen oder das "richtige" Elternhaus vorweisen kann, wird zum Kuli des Molochs " Deutsches Gesundheitswesen ". Sie/Er muss sich dann irgendwo, irgendwie, irgendwann als angestellte/r Ärztin/Arzt verdingen. Zu Bedingungen,innerhalb derer der obligatorische Zeitarbeitsvertrag eher das kleinere Übel sind. Überstunden, Bereitschaftsdienste und eine unendliche Papierflut gehören zu den mehr als unangenehmen Begleiterscheinungen des Medizinerberufs. Da kann dann auch schon einmal schnell der Frust aufkommen.
Ein demotivierter Arzt ist jedoch eine tickende Zeitbombe. Da dürfte es dann nur eine Frage der Zeit sein, wann er einen gravierenden Fehler mit unabsehbaren Folgen macht. So geschehen in dem ersten Fall jener Notdienstärztin aus Hannover.

Was folgt sind oft jahrelange Auseinandersetzungen und Prozesse mit dem Geschädigten. Zwar gehen solche Verfahren per se zugunsten des Mediziners aus, dennoch kann aber ein dickes Ende für den Medicus durchaus möglich sein. Die Ärztin ausHannover steckte wohl bald den Kopf in den Sand und wurde zum Spielball des zivilprozessualen Verfahrenwegs. Gegen die alsbald eingereichte Klage der Ex-Patientin setzte sie sich - wohl aus Kostengründen - nicht zur Wehr. Es kam, wie es kommen musste: Es erging ein Versäumnisurteil aus dem der beauftragte Rechtsanwalt in der nahe belgenen Kreisstadt die Zwangsvollstreckung gegen sie betrieb. Nachdem immer noch keine Reaktion von der Ärztin ersichtlich wurde, griff der Jurist zum letzten Druckmittel: Er beantragte einen Haftbefehl gegen die Verurteilte und ließ diesen über den Gerichtsvollzieher vollstrecken. Verhaftung! Gefängnis zur Erzwingung einer Vollstreckunghandlung? Sie erkannte spät, wohl aber noch nicht zu spät, den Ernst der Lage und offenbarte sich - wie es so schön heißt. Kein Vermögen!Keine Haftpflichtversicherung!Keine Aussicht auf finanzielle Besserung! Jene Dreifaltigkeit, mit der der Normalschuldner dem Gläubiger die "Arschkarte" zeigt,könnte auch hier - vorallem aber hier - zu einem Fiasko werden. Wenn die Ärztin keine Haftpflichtversicherung besitzt, darf sie eigentlich nicht praktizieren, denn die Voraussetzungen für eine Approbation sind nichterfüllt. Wenn sie aber nicht praktiziert, verdient sie kein Geld - womit HARTZ IV drohen könnte. Sow eit, so gut, dennoch gibt jener Fall nicht nur zu denken, nein, er hinterlässt bei dem Rezipienten jenes Lokalblatt-Artikels einen bitteren Nachgeschmack. Vorallem deshalb, weil auch dieser Fall eben kein Einzelfall ist.

Die Ärzteschaft gibt sich - wie in anderen freiberuflichen Metiers üblich - mehr als gelassen oder schweigt, soweit die Standesvertretung hierzu befragt wird. Nicht nur das Krähenprinzip greift, sondern auch das Schweigegelübte, wenn´s um derartige Unannehmlichkeiten des täglichen Lebens geht. Schon längst ist jede zweite Praxis in den Neuen Bundesländer von der Insolvenz bedroht. Auch in Westdeutschland dürfte so mancher Mediziner einen Berg Schulden vor sich herschieben, den selbst die übernächste Genration nicht abtragen kann. Es ist etwas faul, im Staate Deutschland. Die Schere zwischen "Arm " und " Reich " geht nicht nur im normalen Leben immer weiter auseinander. Es trifft seit einigen Dekaden auch die Berufszweige, bei denen einst die Damen und Herren als Mittelständer gut bis sehr gut von ihrer Arbeit leben konnten.

Der geschilderte Fall stellt somit nur die Spitze jenes Eisbergs dar, der immer gewaltiger wird. Insolvenzen, die aufgrund einer einst ausgeübten selbständigen Tätigkeit statistisch zu Buche schlagen, nehmen bedrohlich zu. Jeder einzelne Fall wird dann ein Martyrium für den Schuldner, wenn die Gläubigermeute ihn irgendwann zur Abgabe der eidestattlichen Versicherung zwingt. Ein Negativ-Eintrag bei der sechsten Gewalt im Staate,der SCHUFA, heisst: Keine Kredite mehr, keine Abzahlungsgeschäfte mehr, oft kein Konto mehr! Pleitegeier kreisen über der betroffenen Person - da nutzt dann auch kein akademischer Titel. Armer Staat, arme Gesellschaft, verarmter Mittelstand - das hatten wir doch schon einmal?