Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Donnerstag, 29. September 2016

Meg Ryan, die Mumie aus Fairfield.



Am 19. November könnte die US - Amerikanerin
Margaret Mary Emily Anne Hyra alias Meg Ryan ihren 55 Geburtstag begehen. Die in den 1990ern durchaus erfolgreiche Schauspielerin ist seit mehr als 15 Jahren eigentlich nicht mehr so richtig gefragt. Deshalb versuchte sie ihr Glück mit permanenten Frisur - Änderungen. Eigentlich hält sie seit mehr als 2 Dekaden eine Dauersitzung bei irgendwelchen Coiffeuren.

Dieses kann zwar die Haarpracht verjüngen, nicht jedoch den Körper. Und, weil in einem älteren Körper natürlich auch kein junger Geist existieren wird, kam Hyra - Ryan auf die Idee, ihre alternde Hülle ein wenig zu verjüngen. Hierbei wird von solchen Verblendeten aus der Schönheitswahn - Fraktion, zunächst am Schädel, exakter: am und im Gesicht herum gemacht.

Hyra - Ryan ließ diesen Körperteil mittels Botox und weiteren Aktionen auf jung trimmen. Schon bald sah Margaret " Meg " Hyra - Ryan wie eine Mumie aus. Ihre Visage erstarrte zu einer Maske. Ein natürliches Lachen war somit auch nicht mehr möglich.

Meg´s Lifting - Botox - Aufpolsterungsorgie kam bei den Anhänger von damals, die ja auch mehr als 25 Jahre älter geworden sind, nicht gut an. Sie spöttelten über die Gesichtsverjüngung der guten Meg und bekamen erhebliche Zweifel, ob diese nicht mehr alle Latten am Zaun hat oder, um es mit dem schwedischen, umgangssprachlichen Ausdruck für eine gewisse Beschränkheit zu formulieren: Ihr Fahrstuhl fuhr nicht ganz nach oben.

Meg zeigte sich indes ungeniert mit neuer Visage und glaubt nun, sie könne das Rad der Geschichte um 27 Jahre zurückdrehen, als mit " Harry und Sally " 1989 einen großen Erfolg als Schauspielerin verbuchen konnte. Doch die Natur ist eben gnadenlos. Der menschliche Körper verändert sich ständig, das Hirn schrumpft, die Haut altert und nur die Lebenserfahrung wächst.

So aber nicht bei unserer Meg. Da wächst die Angst mit jedem Tag, einen solchen, auch älter geworden zu sein. Arme Meg, wie hast du dich verändert?

Gut´s Nächtle mit Tommy Krappweis und seinem " Dunning Kruger Blues ", die er jenen Spinnern aus dem großen Feld der Realitätsverweigerer gewidmet hat. Hierzu gehören neben Reichsbürgern, Impfgegner, AfDlern, natürlich auch die personifizierten Flachpfeifen des Schönheitswahns:








Mittwoch, 28. September 2016

Dedicated Follower Of Fashion von den Kinks: Nach 50 Jahren immer noch aktuell!



Wenn ein Musikfreund aus der noch existierenden Riege der Pop - und Beatmusik - Hörenden, das Jahr 1966 rückerinnert, wird er nolens volens nicht darum herum kommen, die Formation " The Kinks ", später dann, nur noch " Kinks " genannt, zu erwähnen.

" The Kinks " waren seit den frühen 1960ern am Beat - Firmament einer der leuchtenden Sterne. Nicht nur, weil sie eine Unzahl von Chart - Titele heruas warfen, sondern auch, weil sie darin zeit - und sozialkritische Texte verarbeiteten.

Die Plattenfirma oder eher, das Label, unter denen die Vinyl - Pressungen vertrieben wurden, hieß " PYE Records ".
Dieser Anbieter hatte nehmen " The Kinks ", unter anderen auch Donovan oder " Status Quo " vertraglich gebunden.

Aus der dem Pop - und Beatmusik - Genre hier, waren aber die " Kinks ", die erfolgreichste Gruppe.


https://de.wikipedia.org/wiki/Pye_Records


 Als das Jahr 1966 eingeläutet war,legten die Band um die Brüder Ray und Dave Davies richtig los. Am 2. Februar des Jahres spielte die Grippe, die am 25. Februar veröffentlichte " PYE " - Single " Dedicated Follower Of Fashion ". Auf der B - Seite befand sich " Sittin´On My Sofa ". Das Stück erklomm die Charts in England, den USA und un Westdeutschland. Was die Truppe um die beiden Davies - Brüder hierin besingt, gilt auch heute noch: Ein nach den neusten Modetrends Ausschau Haltender lässt sein gesamtes Lebens hiervon beeinflussen.

  https://en.wikipedia.org/wiki/Dedicated_Follower_of_Fashion


Während sich die 45er - " PYE " - Single ab März 1966 auf dem Wechselplattenspieler in der Musiktruhe meiner Eltern gehobelt wurde, ich das Lied zwar phonetisch mitsingen konnte, jedoch kaum etwas von dem Text verstand, legten " The Kinks " knapp 4 1/ 2 Monate den Hit " Sunny Afternoon " nach. Es folgten: " Dandy " und " Dead End Street ", die sich allesamt in den namhaften Hitparaden platzieren konnten. Nur die Single " Wonder Where My Baby Is Tonight " floppte.


 https://de.wikipedia.org/wiki/The_Kinks#Singles_und_EPs

 Nun, ja, nicht jede Single - Auskopplung muss ein kommerzieller Erfolg sein. So, wie auch nicht jede Mode von Dauer ist. Als dann Ende der 1960er der Beat aus " Swinging London " seinen Abgesang registrieren musste, hatten es " The Kinks " längst zu Verkaufszahlen gebracht, die 4 Dekaden später als astronomisch eingestuft werden.

Wie sich die Zeiten ändern. Nur die Menschen eben nicht, denn die laufen nach wie vor, jenen vorgegebenen Modetrends wie Lemminge  hinterher.Das hatten " The Kinks " bereits vor einem halben Jahrhundert messerscharf erkannt.

" Dedicated Follower Of Fashion " , eben:



Dienstag, 27. September 2016

Berlin und zurück oder The Bargain.


 Das Wochenende sollte eigentlich der Entspannung dienen. Allenfalls ein wenig Gartenarbeit könnte dabei die relaxten Stunden unterbrechen. Wer aber als Ebayianer bundesweit auf Schnäppchen - Jagd geht, der sollte sich die beiden Wochenendtage Samstag und Sonntag nicht zu sehr verplanen.

Da stüöberte meine bessere Hälfte seit geraumer Zeit in dem weltweit größten Online - Markt nach Möbeln, genauer gesagt, nach Sitzmöbeln; und ganz genau ausgedrückt, nach Coaches, Sofas oder so was ähnlichem (  https://de.wikipedia.org/wiki/Sofa ) herum. Vor mehreren  Wochen wurde sie fündig. Eine elfenbein - farbiges, drei Meter langes, achtzig Zetimerter tiefes und 65 cm hohes Prunktstück aus einer Designer - Herstellung ersteigerte sie für sagenhafte 16, 50 Euro. Der einzige Nachteil war: Sie stand zur Abholung in Berlin.

Unsere polnischen Freunde bei " Shiply ", der den gesamten Ferienemonat
August nicht erreichbar, weil im Urlaube, waren, zeigten offensichtlich kein Interesse, eine kostengünstige Transportfahrt anzubieten. Somit blieb die Möglichkeit eines Mietfahrzeuges. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für einen Sieben - Sitzer von Ford ( einstiger Werbeslogan:  " Die tun was " ), die ich online bei einem hieisgen Anbieter bestellte.

So machten wir uns dann am vergangenen Samstag auf den Weg zur Mietwagen - Niederlassung und starteten, nach dem üblichen Prozedere mit Führereschein - und Personalausweis - Vorlage sowie Entrichtung des Mietpreises sowie einer Kaution, in Richtung der Landeshauptstadt.

Sicherlich diese Kinder - Kutschen, auch Vans genannten, sind schon bequem, aber, weil es zwar ein Diesel, jedoch mit einer Automatik - Schaltung war, dann doch nicht besonders freundlich im Kraftstoffverbrauch. Immerhin kamen wir nach gut 2 1/2  Stunden Fahrtzeit heil und vollen Mutes in der Landeshauptstadt an.
Und dieses, obwohl uns das eingebaute Navigationssystem dann doch einen großen Umweg fahren ließ. Es wird wohl daran gelegen haben, dass die schnelleste Route eingegeben war und nicht die kürzeste Strecke.

Der Verkäufer wartete bereits vor dem Wohnblock und staunte nicht schlecht, als das rollende Kinder - Zimmer in die Straße einbog. Das sehr kommunikative Paar hatte den Umzug von Berlin nach Hamburg bereits bis kurz vor der Wohnungsabnahme und - übergabe getrieben. Bis auf die an die Nachmieter verkaufte Küche, eine, wenige Möbelstücke, die am Sonntag abgeholt werden sollten und unserem riesigen Sitzelement, waren beinahe sämtliche Zimmer ausgeräumt. 

Der Verkäufer schrieb hierzu: " You made a bargain ". Und so war es auch, denn an dem Ledersofa waren kaum Beschädigungen. Nur: Es wurden zwei Teile und zwei Transport - Chargen. Stichwort: " Iuris non calculat ". Pech gehabt!
So kutschierte ich den Siebensitzer von " Ford " wieder auf die Autobahn und fuhr erneut einen Umweg. Warum auch immer!

Nachdem wir die großen Lederauflagen und Rückelemente aus dem Van heraus gewuchtet hatten, war der einzige Lichtblick dieses, dann eher gebrauchten Samstags, dass meine Werderaner endlich einen ersten Sieg einfuhren.

Berlin und zurück, am folgenden Sonntagmorgen, nachdem uns eine eher völlig gestresste Mitarbeiterin das wahre Leben rund um die Autovermietung herunter gebetet hatte. Kleintransporter gibt es nur Samstags zu ergattern, wenn diese Wochen vorher gebucht werden. Häh? Dennoch verständlich, weil die mobile Gesellschaft auch Mobilität auslebt und der Herbst traditionell mit vielen Umzügen in Verbindung zu bringen ist. Hätten wir es gewusst? Eher ja, dann aber auch wiederum nicht so richtig. Egal, nach dem die krawallige Dame hinter dem Tresen erklärt bekam, dass eben just ein solcher Transporter wieder gewünscht wird und auch ohne übliche Grundreinigung auf Tour geht, erhellte sich ihr Gesicht ein wenig.

So fuhren wir am Sonntagmorgen in einen sonnigen Herbsttag auf der Stau - und Baustellen geplagten A 13 in Richtung Berlin. Das Internet hatte mich dieses Mal vorgewarnt: Der diesjährige " Berlin Marathon " stand an. Auch die Verkehrsmelungen irgendeines dieser Private - Sabbel - Radiosenders textete pausenlos eine Litanei von Straßensperrungen herunter. Doch die Bundeshauptsadt war noch weit entfernt.

Dann fuhren wir - dieses Mal völlig - Navi - konform  - die kürzeste Strecke, deshalb die " Johannisthaler Chaussee " auf der A 113 ab und gerieten in die Straßensperrungen aufgrund des Berlin Marathons.

Imposant war der Anblick jener Menschenmassen, die sich zwischen den Absperrungen in Richtung des Ziels bewegtem, schon. Doch: Für einen Klein - LKW - Fahrer, trotz des Navigationsfreundes als ständigen Begleiter, war es eine elende Tortur. So empfohl uns " Else ", die Stimme aus dem kleinen Wunderding, nur zu häufig, dort abzubiegen, wo ein Richtungswechsel wegen der aktuellen Sperrung, eben nicht erlaubt war.

Während die Massen an uns vorbei liefen, dabei schwitzend, aber durchaus in sichtbar guter Kondition, Tausende von Plaste - Trinkbecher auf die parallel zur eigenen Fahrtroute verlaufenden Straßenzüge warfen, kam für uns endlich Licht in die Wirrnis der Straßensperrungen. Wir konnten endlich in die vorgegebene Richtung abbiegen. Kreuzberg - wir kommen!

Doch die Freude darüber, sie wärte nur kurz. Bereits nach wenigen Minuten waren Straßen wieder gesperrt oder nur in der entgegengesetzten Richtung befahrbar. Ich umfuhr einen mit Blaulicht stehenden Polizeiwagen und geriet dadurch in eine vorübergehende Sackgasse. Am Ende einer dieser typischen Kiez - Straßen war die Durchfahrt durch jenes sattsam bekannte Plaste - Absperrband untersagt worden. Es hieß also, einen mehr als 5 Meter langen Transporter auf einer zu geparkten und allenfalls 3 Meter breiten, einstreifigen Straße zu wenden.

Während ich auf Anleitung meiner besseren Hälfte, die inzwischen ausgestiegen war, um mich per Handzeichen zu navigieren, das Gefährt Zetimeter für Zentimeter in eine andere Richtung drehte, erinnerte ich mich dabei, was mein damaliger Fahrschullehrer gepredigt hatte: Beim Ausparken oder Wenden immer sehr langsam an das Hindernis heran fahren, dann abbremsen und das Lenkrad bis zum Anschlag in die andere Richtung einschlagen. Und: Es funktionierte! Nach fünf Minuten war der Spuk vorbei und wir fuhren erleichtert aus der Autofalle heraus. Allerdings in die nächste hinein, denn am Ende der Straße war nur ein Abbiegen in jene Richtung erlaubt, aus der wir zuvor gekommen waren.

Ich entschloss mich links und damit verbotswidrig in die Straße einzubiegen. Egal, wir wollen unser " Bargain " abholen - koste es, was es wolle!

Mittlerweile hatte sich unser englischer Verkäufer " Richie " per Whats - App gemeldet. Er war nicht mehr vor Ort, sondern auf einem 80er - Jahre - " Dallas " - Retro - Event. Spass muss auch bei einem beinahe abgeschlossenen Umzug von Berlin nach Hamburg sein.

Nach knapp 6 Kilometern, dann jedoch ohne weitere Umleitung, erreichten wir unser Ziel.

Ich stellte den Transporter vor einigen Parkplätzen und visavis vor dem Wohnblock einfach ab, stieg aus und öffnete die Tür zum Laderaum. Ein Anwohner kam mit seinem Fahrrad heraus und fragte sehr höflich, ob ich nicht ein Stückchen weiter fahren könne, weil er seinen Kofferraum zum Einladen der Fahrräder benötigte. Klar doch! Dann folgte ein weiterer Bewohner, der seine floten, glänzenden BMW aus der Tiefgarage fahren wollte. Er schloss uns dafür die Tür auf. Eine dritte Anwohnerin gedachte aus der Parkbucht heraus zu fahren. Ich bewegte den Klein - LKW noch einen Meter weiter in Richtung Straßenkreuzung.

Nun war die Tür auf, die Sicht auf das " Bargain " unverhüllt und wir standen vor der Aufgabe, das riesige Längliche, in das noch größer Eckige hinein bekommen zu müssen. Es war zwar nicht die Angst des Torwarts vor dem Elfmeter, wohl aber, jenee Bedenken, dass die Kraft meiner zuverlässigen Beifahrerin, dann doch nicht dafür ausreichen könnte.

Ein sportlicher, großer, schlanker Mitbewohner, der just sein Rennrad in den Hausflur plazierte, sah unser Dilemma und fragte spontan: " Brauchen Sie Hilfe?" Hocherfreut antwortete ich ihm: " Ja! Ich glaube schon!". Sofort fasste er das erste Sitzteil des " Bargain " mit an.
Nach zwei Minuten war das Problem auf die Berliner Art gelöst. Ich bedanke mich artig, nachdem ich ihm zuvor erklärt hatte, dass unser Verkäufer einen Termin, nämlich eine Einladung wahr nehmen musste.
" Richie " mache 80er - Jahre - Retro - Party.  Das sei wichtiger, was wir genauso sehen, gab ich dem sehr netten Helfer zur Kenntnis.

" The Bargain " war verstaut und wir wieder auf dem Weg zur Autobahn.  Und auf jenem, kamen wir - wieder dank einer Umleitung, an den physischen Überbleibsel jener Epoche nach 1961 bis Ende 1989 vorbei, die als " Berliner Mauer " in die Geschichtsanalen eingegangen ist. 
Ich schwadronierte über das einstige DDR - Unrechtsregime und bekam hierfür überwiegend Zustimmung von meiner besseren Hälfte. Wären die Ereignisse ab November 1989 anders verlaufen, wir hätte jene - wohl eher unfreiwillige Fahrt - entlang der Spree und den Relikten der Teilung, so wohl nie durchführen können.

Dann durften wir - nach einer weiteren Umleitung - wieder auf die A 113 fahren und kamen nach mehr als 2 Stunden Reisezeit wieder vor der Haustür an.

Wir wuchteten " The Bargain " in das Wohnzimmer und legten erst eine längere Kaffee - Pause ein, ehe die Umräumaktion gestartet wurde. Ein Sessel bekam in einem der oberen Zimmer seinen vorläufigen Platz, die weitere Coach stellten wir in das Arbeitszimmer und " The Bargain " asteten wir in das Wohnzimmer, unterhalb des Fensters.

Nach zwei weiteren Stunden hatten wir unser Tagwerk erfüllt. Glücklich, leicht geschafft und geläutert von der Annahme, dass ein Schnäppchen immer ein solches sein muss, aber mit der Erkenntnis, dass ein " Bargain ", dann noch eines ist, wenn die Erlebnisstadt Berlin hierbei eine Rolle spielt.
Die Bundeshauptstadt mag zwar überwiegend arm sein, aber sexy ist sie alle Male.

So tankte ich den gemieteten Lasten - Esel an der Zapfsäule, einer von der Filiale der Mietwagen - Niederlassung belegenen Tankstelle voll und fuhr  zur Fahrzeugrückgabe auf den dortigen Hof. Nun ja, das Ambiete hier erinnerte mich an alte Zeiten. Doch kostengünstig ist der dortige Anbieter dennoch. Nur die Mitarbeiterin hatte erneut nicht ihren besten Tag. Sollte dieses - was zu befürchten steht - als Dauerzustand verzeichnet werden müssen, so gilt demnach der Grundsatz : " Billig und durch "! Als " Bargain ", eben!  


Das meinen auch " The Who " in ihrem Klassiker " Bargain " aus dem 1971er - Album " Who´s Next ":


Und " The Kinks " wussten bereits 5 Jahre vorher: " Sittin´On My Sofa ":





Genau so sollte es sein!


Freitag, 23. September 2016

Was bin ich?



Die Vorabendsendungen der Öffentlich - Rechtlichen sind zwar nicht das Gelbe vom Ei, dennoch heben sie sich wohltuend vom dem Prekariats - Klaumauk der Privatkanäle ab. Statt verblödender - Shows mit unfähigen Laienschauspielern, deren Dialogfähigkeiten auf Klippschul - Niveau herunter gepegelt wurde, bietet das Erste von Montag bis Freitag ab 18.00 Uhr eine Quiz - Sendung an. Hierbei wechseln sich drei Moderatoren mit drei unterschiedlichen Sendungen ab. Zu ihnen zählt Kai Pflaume, der den Spielleiter in der Sendung " Wer weiß denn sowas? " abgibt.

Die Spielregeln sind einfach: Es treten zwei Teams, bestehnd aus einem zuvor feststehend Quizzer ( Elton und Hoecker ) sowie inem ihnen zu geordneten - angeblichen Promineten - gegeneinander an und messen sich bei gestellten Fragen, deren Kategorie sie zuvor auf einer eingeblendeten Matrix auswählen können.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wer_wei%C3%9F_denn_sowas%3F

Nun, der gute Kai Pflaume, inzwischen Privat - TV - Geschädigter, bemüht sich nach besten Kräften, ein wenig Pep in die Sendung hinein zu bringen. Das gelingt zwar nicht immer, aber immer öfter. Kai Pflaume hat als Kind der einstigen DDR ( geboren wurde er im Mai 1967 in Halle / Saale ) eine durchaus bewegte Fernseh - Karriere hinter sich gebracht.

Zu seinen vormals moderierten Sendungen zählte auch eine  aufgewärmte Variante des vormaligen ZDF - Dauerbrenners " Dalli Dalli " ( 1971 - 1986 = 153. Folgen ), die nach einem vergeblichen Wiederauferstehungsversuch durch das ZDF in der Zeit von 1995 bis 1997 ( immerhin 300 Folgen in 2 Staffeln ) dann wieder eingestampft wurde. Von 2011 bis 2013 übernahm Kai Pflaume die Aufgabe als Moderator dieser Vorabendsendung. Immerhin kam er auch auf 28 Episoden in 4 Staffeln, ehe der NDR die Reißleine zog. Weil der bald 50 Jahre alt werdende Sunny Boy aus Halle aber durchaus ein Händchen für seichte Unterhaltung hat, übertrug die alte Tante ARD ihm jetzt das oben benannte Format.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kai_Pflaume


Kai schwelgt hier in Erinnerung an seine " Dalli Dalli " / " das ist SPITZE " - Zeit und lässt bei der so genannten " Master - Frage " ( auch hier ist der Hang zum Denglisch unübersehbar ) die Erkennungsmelodie aus der von dem zu Zeiten der 1950er  - WiWu - Jahre ins Leben gerufenen Ratesendung " Was bin ich? " ,von dem damaligen ARD - Moderator Robert Lembke geleiteten Sendung einblenden ( https://de.wikipedia.org/wiki/Was_bin_ich%3 ).

 Ja, ja, diese Nostalgiker um die 50, sie sind wirklich eine Last für diese Gesellschaft. Denn, wer diese Langweiler - Sendung, die sogar im Abendprogramm der ARD lif, über sich ergehen ließ, wusste zuvor nichts und danach noch weniger vom Leben; außer, dass er mit bekommen sollte, dass ein Beruf zum Leben gehört und Prominente auch einen solchen ausüben ( wenngleich dafür schon damals zum Teil fürstlich belohnt wurden ). Auch die von Rosenthal fast 15 Jahre moderierte Quiz - Sendung einst von Beginn an sehen durfte, wird sich an das oft niveaulose Gequatsche des ZDF - Mannes ungern erinnern. Zudem waren die Fragen von einem eher überschaubarem Schwierigkeitsgrad.


https://de.wikipedia.org/wiki/Dalli_Dalli


" Was bin ich? " und auch " Dalli Dalli ", das war die intellektuelle Entspannung der noch darbenden, malochenden oder berufstätigen Vollzeit - Fernsehfans ab den Feierabendstunden bis dann gegen 23.00 Uhr das Testbild eingeblendet wurde und die Westdeutschen zu Bett gehen mussten, damit sie am nächsten Morgen frisch, fromm, fröhlich, der wenig Moneten bringenden Täigkeit nachzugehen hatten.

" Was bin ich? " ist mir nur deshalb noch in guter Erinnerung, weil meine Gr0ßeltern ab den 1960er - Jahren einen Gefrierschrank großen Schwarz - Weiß - Fernsehapparat gekauft hatten und wir dort glotzen durften. Damals, so knapp an die Teenagerjahre kratzend, empfand ich die Lemke - Sendung eher spannend,d enn lustig. Später änderte sich meine Einstellung zu allen Quiz - und Unterhaltungssendungen radikal. 

Da " Dalli Dalli " etwas für Doofe war, habe ich mir den Schmus mit dem Rumpelstilzchen - Verschnitt Rosenthal nie angetan. " Das ist Spitze ", war einst der Standard - Ausruf des Hänschens. Nö, das war Scheiße. Und weil schon vor 45 Jahren das ZDF als CDU - Sprachrohr und Transformator des Springer´schen Latrinenblatt " BILD " - Zeitung galt, habe ich auch diesen Sender nur bei Sportereignissen eingeschaltet. Das war Spitze!
Weg mit diesem Müll, aber dalli - dalli!







Lutz Bachmann ist zwar malle, aber lebt jetzt auf Teneriffa.



Der am 26. Januar 1973 geborene Dresdner Lutz Bachmann ist ein richtiger Mann. Nicht nur, weil er dieses auch in seinem Namen trägt, sondern auch aus seiner bisherigen Biografie wird dieses deutlich. Er ist nämlich vielfach mit den Gesetzes, dieses, unseres Landes in Konflikt geraten. Dafür saß er im Knast. Nun gibt es eine Reihe von Kriminologen, die auch heutzutage immer noch steif und fest behaupten, dass der Knast nicht bessert sondern eher verschlimm bessert. Diese These trifft auf die Mehrzahl der einst und noch einsäßigen Deliquenten zu. Statistisch besehen, gibt es aber auch eine Reihe von Ausnahmen. Diese sind sodann als resozialisiert einzustufen. Sie passen sich dem bürgerlichen Leben, den gesellschaftlichen Gepflogenheiten an und bleiben weitesgehend straffrei.

Lutz Bachmann zählt jedoch nicht zu ihnen. Er hat immer noch erhebliche Probleme, sich gesetzestreu zu verhalten. Weil dieses so ist, trifft eine Feststellung, die der Bundesgerichtshof vor vielen Jahren in einem Revisionsfall einem Vielfach - Deliquenten in das abgesetzte Urteil an den Schädel knallte: " Er ist ein unverbesserlicher Rechtsbrecher, mit erhöhter krimineller Energie... "

Das war einst die Höchststrafe, die ein Verurteilter von der Schwarz tragenden Zunft aus den Reihen der Dritten Gewalt kassieren konnte. Das ist nur gleichzusetzen mit einer hohen oder zu Null - Klatsche gegen den Bazi - Überverein in der BuLi. Die Tatrichter der untergeordneten Instanzen haben sich in den Folgejahren jene abwertenden Urteilsfloskel zu eigen gemacht und sie ungeniert den Verurteilten an die Rübe geschossen.
Das ist zwar auch schon lange vorbei, aber: Für den Dresdner Lutz trifft diese Begründung auch heute noch zu. Der Pegida - Mitbegründer geriet auch nach der Verbüßung seiner mehrjährigen Haftstrafe in der hiesigen JVA, wiederholt mit den Gesetzes über Kreuz. Er hetzte im Internet auf seiner Facebook - Seite herum, vernachlässigte seine Unterhaltsverpflichtungen und stand erneut vor dem Amtsgericht Dresden.

Nachdem Bachmann und andere Gefolgsleute einen eingetragenen Verein mit dem Namen " Pegida " gründeten und dieses Konstrukt in das Register bei dem Amtsgericht in Dresden eintragen ließen, sprudelten alsbald Spenden und / oder finanzielle Zuwendungen. Auch billige Polemik, ausländerfeindliche Hetze und öffentlich verbreiteter Schwachsinn verursacht Kosten. Deshalb wurde eben dieser Verein mit dem Namen " Pegida " gegründet. Eingetragene Vereine müssen einen gemeinnützigen Zweck verfolgen, sonst kommt der Fiskus und verlangt gegebenenfalls Steuern. Um dieses zu vermeiden, muss der Verein eine entsprechende, alsdann steuerbefreiende Gemeinnützigkeitsbescheinigung vorlegen.

Nachdem der Dresdner Lutz so seine Probleme mit den übrigen Vereinsmitbegründern hatte, der blonde Tymoschenko - Verschnitt Katrin Oertel nach einigen TV - Auftritten bei der angefeindeten " Lügenpresse " ( so u.a. bei Jauch ) die Brocken hinwarf,durfte Lutz Bachmann - nach einer nur sehr kurzen, selbst auferlegten Zwangspause, wieder selbst den karnevalesken Klaumauk am Montagabend in Dresden moderieren.

Bachmann und Konsorten brachten es in dieser Zeit auf nahezu 25.000 Teilnehmer der Selbstinszenierung wider der  Überfremdung, zu einer ungeahnten Popularität durch andere Gesinnungsfreunde und einem medialen Zuspruch in nie erwarteten Größenordnungen. Ständig wurde von den Pegida - Aufzügen sowie ihnen ähnelnden Kundgebungen in anderen Städten berichtet.

Inzwischen hat das Interesse an den Bachmann - Aufführungen nahezu den Nullpunkt erreicht. Statt Pediga gibt nun die AfD vom rechten Rand aus den Ton an. Bachmann und Co. verschwanden nahezu in der Versenkung. Bachmann´s völkisch orientierte, besorgte Bürger wanderten nun zu Petry´s Heilsbringer. Aus braun wurde hell - braun. Nun geisterten Namen, wie Poggenburg, Höcke oder Meuthen durch die Gazetten.

Bachmann indes hatte längst ein prall gefülltes Vereinskonto, auf dem weiterhin Spendengelder von besorgten Gesinnungstätern flossen und noch fließen. Und hiervon - hört, hört - seien - so einige Zeitungsbereichte - Geldbeträge in fünfstelligen Größenordnung auf das Konto seiner Ehefrau Vicky Bachmann sowie zugunsten zweier Rechtsanwaltskanzleien abgegangen.

Genau wie er es in seinem Leben zuvor mit der Unterscheidung zwischen Dein, Mein und Dasein nicht besonders genu nahm, plünderte Lutzdas Pegida - Vereinskonto, um seinen, eindeutig der Privatssphäre zuzuordnenden, finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Rechtsanwaltskosten, die keinen Zusammenhang mit dem Verein erkennen lassen, sind nämlich aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen. Doch, wo nichts ist, kann auch nichts herkommen.
So wurde Bachmann, der wohl offensichtlich eine Kontovollmacht besitzt, in eigener Sache tätig und überwies diverse Geldbeträge in eigener Sache.

" Wir sind das Volk ", skandierten die Montagsspazierer und ließen diese Unwahrheit durch Dresdens Straßen schallen. Nur: Was für ein Volk ist das, das behauptet, es sei vom Islam bedroht, von Fremden übervölkert ( Umvolkung ) und werde von der Politik, den " Staats " - Medien und der " Lügenpresse " ständig hinter das Licht geführt, wenn diese besorgten Bürger sich von einem Vorsitzenden mit krimineller Vergangenheit und chronischem Geldmangel führen lässt?

Bachmann verschlägt es nun, knapp 2 Jahre nach dem er sein Hirngespinst von einer gewollten, islamischen Überfremdung, aus der Whisky - Flasche in Dresden aufsteigen ließ, in wärme, in die sonnigen Gefilde, nämlich auf die Ferieninsel Teneriffa.

Die zu Spanien zählende Insel liegt nicht allzuweit vor der afrikanischen Küste. Weshalb es dort auch jede Menge " Fliegende Händler " aus den afrikanischen Staaten gibt, die allerlei luftige Kleidung, Schmuck uns anderes Gedöns feil bieten. Vielleicht fühlt sich Bachmann deshalb dort auch bedroht und sieht darin Anzeichen einer Überfremdung der Insel durch Nicht - Europäer?
Dann könnte er dort wieder einen solchen Krawall - Verein gründen. Name " Tegida " ( Tinerfeñosische Erhebung gegen die Islamiersierung des Abendlandes ) oder " Spadeubewidahu " ( Spanisch - Deutsche Bewegung Wider Afrikansichen Händlerunwesens ).

Der Dummheit sind auch hier keine Grenzen gesetzt.

  http://www.mdr.de/sachsen/dresden/lutz-bachmann-lebt-jetzt-auf-teneriffa-100.html


  https://de.wikipedia.org/wiki/Pegida

Donnerstag, 22. September 2016

School´s out!



Auf dem Rückweg von einigen Besorgungen aus der Kesseldorfer Straße trugen mich meine Füsse über die Holper - Gehsteige der Bünaustraße. Dort, wo neben einigen Kindergärten oder Kinder - Tagesstätten, auch die 35. Grundschule ihr Areal besitzt. Wil es so kurz nach 15.00 Uhr war, strömten deshalb lärmende Kinder aus dem dortigen Gebäude. Vielleicht war es einfach dem Umstand geschuldet, dass das milde Herbstwetter sie heute besonders aktiv machte, aber, links und rechts auf dem welligen Gehweg wurde getobt und herum gehampelt.

So besah ich mir die Meute, die aus dem Eingangstor vor mir in die Bünaustraße drängte, ein wenig genauer. Einige der Schüler, es könnten wohl Viertklässler sein, fummelten an ihren Handys herum, andere tranken aus einer Plaste - Flasche Wasser und spukten dieses im hohen Bogen auf die vergammelten Gehwegplatten. Es waren natürlich Jungen, die hier den lebendigen Springbrunnen mimten.

Kurz vor dem Eingangsbereich bewegte sich eine Gruppe von drei Mädchen in Richtung der gegenüber leigenden Straßenseite. Beim Gehen des Trios vernahm ich ein ständiges Klacken von Schuhen. Genauer gesagt, es waren Stiefelletten, die eines der Mädchen trug. Häh, habe ich das jetzt richtig gesehen? Oder sollte es eher eine Fata Morgana sein? Die Schülerin eierte mit Damen - Stiefeletten über das Kopfsteinpflaster und war sichtlich bemüht, sich unfallfrei auf die andere Straßenseite zu begeben.Ich wunderte mich schon ein wenig, weshalb die Schülerin dabei nicht doch auf die Nase fiel.

Während ich die gestorchten Stelzbemühungenm der Schülerin, die offentsichtlich von ihren Erziehungsberechtigten jenes  prä - pubertären Outfit genehmigt bekam, kurz beobachtete, waberte ein süßlich - penetranter Duft in meine Nasenflügel. Es war eines jener teuren, deshalb zurzeit aktuellen Duftwässerchen, die mir hier und da und quasi im Vorbeigehen in den geruchssinn steigen. Doch woher waberte der betörnende Geruch? Es waren weit und breit keine Erwachsenen mehr zu sehen. Deshalb mutmaßte ich, dass jene Ausdünstungen von einem der vor mir laufenden Schulkinder stammen muss. Und, richtig, ich lokalisierte den Herd des Lockstoffes bei einer, der Schülerinnen, die sich aus dem Pulk der übrigen Kinder durch ein besonders großes Mundwerk hervor tat.

Jungen, junge, in diesem Alter, schon so erwachsen gemacht. Ob das überhaupt gut geht?

Ich erinnerte mich an meine eigene Schulzeit und die meiner Tochter. In beiden Fällen durfte ich mit einer gewissen Genugtuung feststellen, dass das Erachseinsein da noch Lichtjahre entfernt lag. Zu meiner zeit wurde von diesen wirklich auch jede Gelegenheit genutzt, um uns klar zu machen, dass wir weder etwas zu sagen hatten, deshalb unsere Meinung erst gar nicht gefragt war, noch wir uns wie Erwachsene aufzuführen hatten. Nur bei der Umsetzung der faschistoid geprägten Erziehungsmethoden wurden wir sofort als solche behandelt.

Demnach war Schule und Ausbildung keine Arbeit. Womit der Grundsatz, dass, wer nicht malocht, auch keine Ansprüche und Rechte hatte, uns als das 11. Gebot übergekübelt wurde.
Demnach gab es zu Schulzeiten jeweils für den Sommer und den Winter nur ein Satz Klamotten. Die mussten " aufgetragen " werden; bis die Zehen sich am Schuh hoch bogen, der Knopf der Hose nicht mehr zu ging und der Pullover nicht mehr über den Schädel passte sowie die Ärmel einige Zentimeter zu kurz waren. Nur wenn es nicht mehr ging und die getragene Kleidung " assi " - mäßig aussah, gab es Ersatz. Pullover selbst gestrickt, getragene Hose von dem Cousin verschenkt und billige Schuhe aus der Fabrik oder über einen in einem Nachbar - Kaff angesiedelten Direkt - Verkauf.

Nun,gut, wir wurden irgendwie auch groß.

Über vier Dekaden später gab es eine unüberschaubare Auswahl an Kinderbekleidung. Ich ersparte meiner Tochter deshalb die eigenen Erfahrungen aus meiner Kindheit. Nur: Stiefeletten, Parfüms und Handy gab es erst später.

Die beiden Jungs vor mir, rotzten immer noch Wasser von ihren Trinkpullen auf die Berg - und Tal artig verlegten gehsteigplatten. " wat solld dat hier werden? ", fragte ich sie beim Überholen. Beide glotzten mich wie ein stehen gebleibener Trecker auf dem Rübenacker, völlig starr und stumm an. Einige Meter später hörte ich dann, dass einer der Wasserspucker den anderen Schüler fragte: " was hat der gesagt? " Sein Spielkollege antwortete diesem: " Weiß ich nicht!"

Ist auch besser so, denn als Schüler muss keiner alles wissen, alles können und vor allem alles haben. Hauptsache, er bekommt mit, dass es eine Schule gibt und diese später für immer aus sein dürfte, obwohl - und da stimme ich der kürzlich verstorbenen Kollegin Jutta Limbach voll umfänglich zu - das Leben ein einziger Lernprozess ist.

 Es gilt aber auch:

 Nam quod in iuventus non discitur, in matura aetate nescitur


Alice Cooper und " School´s out ":


Mittwoch, 21. September 2016

Social Selling, die aufgewärmte Form des heimischen Konsum - Rausches?



Die fort während unbeantwortete Frage, was ist sozial, was unsozial und was asozial, lässt sich grammatikalisch - semantisch dahingehend eingrenzen, dass " sozial " nicht mit " c " und " asozial " nicht mit einem doppelten " s " geschrieben wird, um mit dem - längst inflationär - gebräuchlichen Begriffen, zum Ausdruck zu bringen, wie das Verhalten einer einzelnen Person, einer Gruppe gegenüber der Gemeinschaft einzuordnen wäre.

Sozial also ohne " c " ist, was nicht asozial, dann eben ohne Doppel - S, sein könnte. Was aber ist " sozial " mit " c ";  demnach ", social " ?

Social ist die englische Schreibweise für " sozial ". Und eben dieser Begriff wird seit Jahren im Zuge der medial - verursachten Dauerverblödung durch unkritische Übernahme US - amerikanischer Trends, zum Synonym einer bestimmten Lebenseinstellung. Wer Mithalten möchte, der nimmt aktiv an diesem Brimborium rund um ein planbares, von äußeren Einflüssen gelenktes Leben teil. Was " in " , " hip " oder " trendy " ist, wird nicht von den Konsumenten, sondern von der Industrie, der Werbung und den Medien bestimmt.

Da bekam ich kürzlich in einem Bericht die Mitteilung, dass eine bestimmte Verkaufsform, die einst, nämlich ab den WiWu - Jahren in Westdeutschland mit Hausverkauf benannt war, dann später als " Rollender Kaufmannladen " in den Kuh - Blöken, dieses unseres, westdeutschen Landes ziehend, alsdann zur Randerscheinung mit Außendienstmitarbeitern oder vulgo: Vertretern bestückt wurde, wieder " mega - boomen " würde. Aus dem Reich der Untoten aufgestiegen ist die " Tupperware - Party ", die in den aufgeklärten Zeiten des von Beate Uhse bestimmten Sex - Versandhandels, hinter geschlossenen Türen und zugezogenen Gardinen nebst Storen, sodann " Dessous - Party " umgetauft wurde. Der heutige, vermeintliche Verkaufsschlager nennt sich nunmehr " Social Selling ".

" Social " deshalb, weil hierzu mindestens eine weitere Person an jenem " Event " in der häuslichen " Home " Umgebung " Location " ( auch mit " k " als Abwandlung des " Lokus " schreibfähig " ) teilnehmen muss. Ähnlich, wie " Social Media ". " Social Network " oder hieraus entsprungen " Social Radio ", wird versucht möglichst viele Interessenten für dieses " Social Selling " ( to sell = verkaufen " ) zu gewinnen.

Ho, ja, ein neuer Trend am , ansonsten düsteren Konjunktur - Himmel, an dem Sterne, wie VW und Deutsche Bank oder - regional auf Sachsen bezogen - Unister wegen gewerbsmäßiger Betrügereien so langsam verblassen bzw. erloschen sind? Nö, wohl eher der berühmte alte Wein in neuen Schläuchen.

Was hier in bestimmten Kreisen als geplanter Gegenschlag zu der vereinsamenden Kauf - Möglichkeit via Online - Handel oder als physisches Korrelat zur Vereinsamung der Halbtags - Hausfrau, der volltags, dauergestressten, getrenntlebend bis geschiedenen Ehefrau mit Alleinerziehungsmerkmalen oder der unausgelasteten Mittelschichts - Mamsel mit Zweitwagen, Lego - Haus - Anteilseigentum im Wohnpark am Rande der Stadt und Ein - Kind - Ehe ( allenfalls sind es Mädchen und Junge ) und im geleckten Outfit ihrer schweren Bürde der Lebensmittelbesorgung in den rammel - vollen Supermärkten, gelten soll, ist denn eher Schismus auf gehobenen Niveau.

Wer benötigt geköderte Nachbarn, auf den Leim gegangene Arbeitskolleginnen oder einstige Schulkolleginnen, die gleichso im Nest kleben geblieben sind, um Vekaufsveranstaltungen im häuslichen Umfeld zu veranstalten? Nun, es gibt sie dennoch, die nicht voll ausgelastete Mittdressiger - bis Mittvierzigerin, die nach einem neuen Sinn des Lebens, abseits von den drei Kardinal - Größen Kinder, Küche, Kaufen suchen. Ist der Lack der Äußerlichkeiten bereits stark von Gebrauchsspuren, die das reale Dasein versusacht hat, beschädigt, sucht die Frau aus den Jahrgängen der 1970ern bis 1980ern nach sinnstiftenden Alternativen zum täglichen Trott.

So stürzen sich denn die zum Termin aufgebrezelten Damen von 35 bis 70 auf jene, bei den " Social Selling " - Veranstaltungen im angemessenen Ambiente des Hauses, der angelegten Terrasse oder des Gartens, bei Prosecco auf die pretentiös vorbereitenden Auslagen. Ob nun Mode - Schmuck im unterpreisigen Bereich, Handtaschen im gehobenen Segment oder Haushaltsartikel als " Eye - Catcher " ohne nachvollziehbaren Gebrauchswert, es wird so ziemlich alles feil geboten, was Umsatz bringt und Konto - Bewegungen verursacht.

Ganz nebenbei wird fein nivellierten Ton der aufstrebenden middle class über geplante oder verbrachte Reisen, Urlaube, das Wetter von Übermorgen palavert. Belanglose Themen, eben, als Entlastung zu der Berufs - und Alltagsrealität. " Social Selling " als Wiedergeburt der längst abgelegten Bemühungen, sich im eigenen Umfeld, in einer sprachlosen Gesellschaft und einer feindlichen Welt zurechzufinden?

Die berufstätige Schulpsychologin als " Style Coach " stellt in der Tat eine sinnvolle Ergänzung zu dem Unbill des eigenen Daseins dar, denn " stylig " ist heutzutage in der Tat, es im feinsten Denglisch nicht aussprechen zu müssen: " Kohle ist cool und coals sind wichtiger Bestandteil des Lebens. 

Das können der wahren Gründe alle sein. Es soll hier vornehmlich über solche Verkaufsveranstaltungen klingende Münze erbracht werden. Zunächst für den Hersteller, den Vertrieb und auch in Form einer Provision für den Freizeit - Verkäufer. So, wie es bereits Jahre zuvor auch der Fall war.

Da stellt sich dem Rezipienten die wirkliche Frage: " Was ist daran sozial"?