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Freitag, 24. November 2017

Er fährt 6,3 Millionen Liter Diesel


Wenn ich in den frühen Morgenstunden bei einem leicht dampfenden Pott frisch gebrühten Kaffee, das Radio im Hintergrund vor sich her brummelnd und einen Stapel noch nicht gelesener " SPIEGEL " - Hefte vor mir liegend, die zweite Küchenlampe anknipse, bedeutet dieses, es ist Kreuzworträtsel - Zeit. Zwecks leichtem Gehirn - Jogging, habe ich mir ab und an ein veraltetes Rätselheft in einem Ramschladen an der Kesseldorfer Straße für - zumeist - unter einem bis maximal 1, 5 Euro gekauft, um zu überprüfen, ob ich auch noch immer weiß, was ich nicht wissen muss. Nun, so exotische Namen von Urtieren, Landstrichen außerhalb Europas oder historisch wichtige Personen, die sind mir dann doch zu viel. Da schaue ich alsbald in die hinteren Seiten der bald abgegriffenen Mini - Schwarte und schreibe die dort stehende Lösung ab.

Doch, bestimmte - immer wieder kehrende Begriffe -, wie " Fluss in Ägypten mit 3 -, eine dortige Pyramidenstadt mit 5 - sowie die Frage nach dem Kontinent, auf dem sich das Nilland befindet, mit 6 Buchstaben, gehen mir locker aus der Kugelschreibermine. Das Gleiche gilt für gestellte Aufgaben aus dem Bereich der Chemie, wenn nach Antworten, wie Gas, Ozon oder Luft gefragt wird.
Ganz zu schweigen von jenen Begriffen aus meiner Paradedisziplin, der schönsten Nebensache der Welt, dem Fußballsport. Wenn hier nach einem ehemaligen Nationalspieler mit 6 Buchstaben und dem Vornamen Uwe gefragt wird, kann die Antwort nur Seeler lauten. Wenn das Rätsel eine Abkürzung für Fußballklub verlangt, ist es der FC ( die denglische Variante ). Oder, wenn eine Abkürzung für einen italienischen Verein genannt werden möchte, muss es eben Inter heißen.
Bei einem bayrischen Fußballverein mit  6 Buchstaben weigerte ich mich zunächst, diesen in die Kästchen einzutragen,

Just in diesem Umfeld indes spielte sich ein obskures Stück aus dem Filz der bayrischen Provinz ab. Es ging - wie es auch dort immer der Fall ist - um Geld. Nicht um Milliarden, wie bei den Pleiten der Hypo Real Estate - Bank, der Alpen Adria - Bank oder der Kirch - Medien Gruppe, um Milliarden Euro, aber, immerhin um einige Millionen.

Die Kreuzworträtselfrage nach einer Kleinstadt bei München mit 9 Buchstaben könnte ich - guten Gewissens - ad hoc und ohne in den hinteren Seiten des Heftes nachzulesen, nicht beantworten.
Nun, Krailling muss keiner kennen, denn es liegt im Speckgürtel der bayrischen Landeshauptstadt. Dort, wo die Mieten noch gerade so erschwinglich sind, die Immobilienpreise aber bereits aus der Decke schießen und der Zuzug von Dauerfrustrierten, die zwar in der Millionenmetropole einen Arbeitsplatz bekommen haben, jedoch keine bezahlbare Wohnung, anhält. Dieses lässt sich an den steigenden Einwohnerzahlen erkennen.
 https://de.wikipedia.org/wiki/Krailling#Einwohnerentwicklung

Krailling ist mit seinen 7.666 Einwohnern zwar völlig unbedeutend, dazu tief schwarz bis unter die Fußnägel und gehört verwaltungstechnisch zum Landkreis Starnberg. Dorthin, wo an dem malerischen Starnberger See sich die Millionärs - Brut aus München und sonst wo her, ein oft opulentes Domizil drum herum errichten haben lassen, dass sie, soweit erlaubt, als Sommerresidenz nutzen oder sofern sie ihren steuerlichen Lebensmittelpunkt hier inne haben, durch unsinnige Rechtsmittelverfahren gegen den Fiskus, jene Zwangsabgaben versuchen zu umgehen.

In Krailling indes gab es noch vor kurzer Zeit ein Öltanklager. Dieses wurde von einer Firma, die der 2015 in die Insolvenz gegangenen " Victoria AG " gehört hat. Aus der Insolvenzmasse übernahm die " Krailling Oils Development " das Lager nebst einem 230 Ha großen Betriebsgelände. Dabei gab es - wie üblich, wenn es um Geld geht - einen zum Teil bizarren Rechtsstreit, in dem das Land Tschechien auch involviert war. Das verlangte nämlich die Herausgabe von 75 Millionen Liter Dieselkraftstoff aus jener Anlage in Krailling.
https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article140464359/Bizarrer-Oel-Streit-zwischen-Bayern-und-Tschechien.html

Nachdem sich der Insolvenzverwalter mit dem tschechischen, staatlichen Stellen über den Rücktransport des Kraftstoffs geeinigt hatten, begann eine Rücktransportaktion. Hierzu mussten zunächst die Gleise der Bahnstrecke nach Pilsen saniert werden. Zudem wurde die Rückführung des 75 Millionen - Liter - Vorrats sehr aufwendig, denn mit einem Zug von maximal zugelassenen 20 Kesselwagen der Bahn können lediglich 1, 3 Millionen Liter Diesel transportiert werden. Dieses bedeutet, dass 58 Güterzüge fahren müssen, um die Menge abzutransportieren.


http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.tanklager-in-krailling-wird-geleert-tschechien-holt-75-millionen-liter-diesel-zurueck.e0ed303a-5f1a-48f0-9e86-c0790de85b94.html

Das wird nun nur noch bedingt erforderlich sein, denn:

Aus einem Tanklager im bayerischen Krailling sind 6,3 Millionen Liter Diesel verschwunden, die zu den strategischen Reserven des tschechischen Staates gehören. Dies hat am Donnerstag der Chef der Staatlichen Materialverwaltung, Pavel Švagr, gegenüber dem Nachrichtenportal Lidovky.cz bestätigt. Den Gesamtwert bezifferte er auf 80 Millionen Kronen (3,1 Millionen Euro).
Am Donnerstag wurde der letzte Teil der Diesel-Reserven in einen Zug gepumpt und auf den Weg nach Tschechien geschickt. Insgesamt waren über 80 Millionen Liter Diesel in Deutschland eingelagert. Nach der Insolvenz des Tanklagerbetreibers und rechtlichen Streitigkeiten, beschloss Prag, den Kraftstoff zurückzuholen. "

 - Zitatende - aus: 




Da muss sich dem außenstehenden Betrachter doch glatt die Frage aufdrängen: " Wo sind die 6.300.000 Liter Dieselkraftstoff geblieben? "
Sie können sich wohl kaum auf wundersame Weise verflüchtigt haben. Sie können auch nicht in das Erdreich abgesickert sein, denn die Anlagen müssen  garantiert über elektronische Überwachungstechniken in Form von Leckmelder verfügen. Sie können auch kaum per Hand abgepumpt worden sein, ohne dass dieses aufgefallen wäre.

Also kann es nur möglich sein, dass ein Fehler bei der Befüllung der unterirdischen Tanks vorliegt. Oder, es ist während der sechs Jahre, in denen der Kraftstoff in Krailling lagerte, an dem Bestand manipuliert worden und die 6, 3 Millionen Liter Diesel sind sukzessive veräußert worden.

Dafür wird sich eventuell demnächst die zuständige Staatsanwaltschaft interessieren.
Aber: Wer benötigt 6,3 Millionen Liter Diesel.? Wer fährt 6,3 Millionen Liter Diesel aus dem bayrischen Krailling irgendwo hin?

Und so werde ich die Kreuzworträtselfragen:

- Land der Gauner, Ganoven, Betrüger mit 6 Buchstaben?

- Ort in diesem Land bei München mit 9 Buchstaben?

- Kraftstoff mit 6 Buchstaben?

glatt beantworten können. Aber: Ein Rätsel bleibt das Verschwinden von 6.300.000 Liter Diesel immer noch.




" Midnight Oil " - " Sometimes - Album: " Diesel & Dust " - 1987:





Donnerstag, 23. November 2017

BillSAFE oder: Billy ist nicht safe!



Wer regelmäßig über das Internet einige Einkäufe erledigt, weil die dort angebotenen Waren letztendlich günstiger sind als sie von den Händlern in den innerstädtischen Konsumtempeln angeboten werden können, kann dabei durch aus sein " Blaues Wunder " erleben. Nicht, dass die Artikel qualitativ schlechter sind, auch eine Abweichung von zugesicherten Eigenschaften, wie Größe, Gewicht, Farbgebung, dürfte eher nicht nur Grund für so manche Beschwerde sein. Nein, auch bei der Bezahlung und der Abwicklung dieses Vorganges kann es schon mal bei der Übersichtlichkeit und Seriosität hapern.

Wer zum Beispiel über das Online - Marktangebot bei " ebay " sich für eine Ware entschieden hat, sollte bei der weiteren Vorgehensweise im Dialogmodus mit dem Verkäufer darauf achten, dass er möglichst nicht mit dem Finanzdienstleister " BillSAFE " zu tun bekommt. Denn dann könnte ein  unangenehmes, weil nerviges Tete - a - Tete die Folge sein.

" BillSAFE " fungiert hier nämlich als Garant für den Verkäufer und mahnt sodann nach Ablauf von 14 Tagen den Käufer an, sollte dieser nicht den Kaufpreis binnen dieses Zeitrahmens an den Verkäufer entrichtet haben. Bleibt die aufgesetzte, kostenpflichtige, schriftliche Mahnung ohne Erfolg, schaltet " BillSAFE " als 100 % iges Tochterunternehmen von " PayPal " eines der vielen Inkassounternehmen ein. Dass sodann eine weitere, mit saftigen Gebühren behaftete, schriftlich Mahnung zusendet und eine Zahlungsfrist setzt. Bleibt diese Mahnung ebenfalls erfolglos, droht der Inkassodienst mit der Einleitung gerichtlicher Schritte.
Dieses wäre zunächst der gerichtliche Mahnbescheid. Wird diesem nicht binnen 2 Wochen schriftlich, nämlich mindestens durch Ausfüllen und Unterzeichnen des dem Mahnbescheids angebrachten " Widerspruchs ", entgegen getreten, kann der Auftraggeber einen Vollstreckungsbescheid bei dem insistierten Mahngericht beantragen und einen Gerichtsvollzieher auf den Weg schicken.

Spätestens dann in " Holland in Not " und der Gang zu einem Rechtsanwalt angeraten, sofern der Schuldner selbst nicht rechtskundig sein sollte. Wer dann innerhalb von 2 Wochen nach Zustellung des Vollstreckungsbescheids keinen schriftlichen " Einspruch " gegen diesen einreicht, muss sich in der Regel mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen auseinandersetzen.
Dieses können Sachpfändung, Gehaltspfändung oder Kontopfändung sein ( letztere ist besonders unappetitlich, weil die Bank nicht nur sämtliche Geschäftsverbindungen aus Eis legt, sondern möglicherweise das Konto kündigt ). Es folgen Negativeinträge bei der Kreditauskunfteien, wie der " SCHUFA " und ein Eintrag in das Öffentliche Schuldnerverzeichnis.

Deshalb gilt bei Online - Käufen mehr denn je: " Holzauge sei wachsam ".

Wer die beinahe den Tatbestand der Nötigung erfüllende Korrespondenz mit Inkasso - Haien vermeiden möchte, sollte sich vor dem Kauf von Artikel aus dem riesigen Sortiment von Online - Märkten darüber im Klaren sein, dass bestimmte Zahlungsmodi nicht unbedingt zu empfehlen sind. Dazu zählt leider auch das als Käufer freundliche, weil vermeintlich sichere, " PayPal " - Verfahren. Und hier auch der Rechnungskauf über die Finanzierungsvariante mit der Tochterfirma " BillSAFE ".

Das Netz ist deshalb sehr auskunftsfreudig, wenn ein Nutzer in eine Suchmaschine " PayPal ", " BillSAFE " und " Inkasso " eingibt.

Der Bundesgerichtshof ( BGH ) hat vor einigen Tagen zudem entschieden, dass ein Kaufpreisanspruch des Verkäufers gegenüber dem Käufer generell nicht erlischt, wenn der Käufer den Kaufpreis zuvor über den Bezahldienst " PayPal " entrichtet hat, jedoch behauptet, die Ware nicht erhalten zu haben oder diese zurücksendet, weil sie mit vermeintlichen ;Mängeln behaftet ist.


https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?cmsuri=/juris/de/nachrichten/zeigenachricht.jsp&feed=juna&wt_mc=rss.juna&nid=jnachr-JUNA171105787

Der BGH ordnet den Bezahldienst " PayPal " lediglich als Mittler zwischen Verkäufer und Käufer ein, der zwar nach seinen, von beiden Vertragsparteien konkludent vereinbarten Allgemeinen Geschäftsbedingungen, bei entsprechend, begründetem Auftrag, den von dem Käufer und " PayPal " - Kunden entrichteten Kaufpreis mittels Rücklastbuchung  belastete Konto wieder zurückzubuchen, doch mit dieser Rücklastbuchung erlischt keineswegs der Anspruch des Verkäufers auf Kaufpreiszahlung, denn er gegebenenfalls über den Gerichtsweg beanspruchen kann. 

https://www.billsafe.de/resources/docs/pdf/2012-07-23_TCs_Nutzer-AGB.pdf

Wer also als Verkäufer einen dieser Bezahldienste in Anspruch nimmt, muss nicht auf - seiner Auffassung nach - auf den Kaufpreis verzichten, sofern der Bezahldienst den Kaufpreis zurück bucht oder, wie es sich aus den obigen AGBs ergibt, der Kunde nicht ausdrücklich auf die mit dem eingegangenen Kaufvertrag konkludent eingewilligten Zahlungsmodalitäten durch den Käufer hingewiesen wird. Zahlt der Käufer nicht fristgerecht an " BillSAFE ", sondern direkt an den Verkäufer, wirkt diese Zahlung schuldbefreiend. Entrichtet der Kunde seinen Kaufpreis nicht innerhalb von 14 Tagen, ohne dass er in der Rechnung darauf hingewiesen wird, gilt die gesetzliche Frist von 4 Wochen nach dem Erhalt der Rechnung. Wird der Kunde darin nicht auf die Folgen einer verspäteten Zahlung hingewiesen, kann der Käufer keinen so genannten Verzugsschaden in Form von Inkasso - oder Rechtsverfolgungskosten sowie Verzugszinsen beanspruchen. Er muss den Käufer dazu mahnen und eine Zahlungsfrist setzen.

Weiterhin kann " BillSAFE " nicht im eigenen Namen eine Kaufpreisforderung gegenüber dem Käufer geltend machen, sofern keine wirksame schriftliche Abtretung des Betrages durch den Verkäufer erfolgt ist oder der Kunde zuvor sich ausdrücklich mit einer Zahlung an den Finanzdienstleister einverstanden erklärt hat.

" Electric Orange " - " Netto " - 2011:




Mittwoch, 22. November 2017

Rauscher, rausche ab!


Wenn ein Hochschullehrer öffentlich seine Meinung kund tut, dann muss dass nicht immer jene sein, die sich mit des Volkes herrschender deckt. So kann es deshalb vorkommen, dass ihm eine abwegige, publizierte Stellungnahme zu den Ereignissen auf diesem Globus, in dem entzweiten Europa und diesem, unserem Lande, alsbald um seine Lauscher geschlagen wird. Dann nämlich, wenn es sich um Meinungsäußerungen handelt, die an der Grenze der vom Grundgesetz geformten Meinungsfreiheit aus Artikel 5 Absatz 1 GG entlang schrammt.

Der Hochschullehrer Thomas Rauscher, einst FDP - Mitglied, schlug mit einigen " Tweets ", die er zu den völkisch - orientierten Bewegungen in Polen sowie der Frage, ob nationalistische Strömungen in Europa auch ihre vorteilhaften Seiten haben können, in der letzten Woche, dazu medial aufgeplustert, über den Zapfen.

Er behauptete hier folgendes:



"  Ich sehe die Gründe hingegen intern in Afrika und Arabien: Überbevölkerung, Korruption, Diktaturen, Nachlässigkeit, Stammes und Religionskriege. "

Rauscher ist seit 2013 kein FDPler mehr, sonst hätte die Partei die Einleitung eines Ausschlussverfahrens geprüft. Doch Rauscher ist seit 1993 Inhaber einer ordentlichen Professur für Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichungen und Bürgerliches Recht an der Juristischen Fakultät der Universität Leipzig.

https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Rauscher_(Jurist)

Inzwischen haben sich sein Arbeitgeber, seine oberste Dienstvorgesetzte, die Sächsische Ministerin Stange und auch die Universitätsleitung Leipzig von seinen öffentlichen Äußerungen distanziert. Ob dienstrechtliche Schritte gegen den C4 - Professor, der zudem noch Mitglied des Kreistags des Wahlkreises Rosenheim ist und eine Gastprofessur an der Universität Budapest erhalten hat, eingeleitet werden, steht noch nicht fest.


Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut; in der Systematik der Verfassung als Grundrecht, weit oben angesiedelt. Die einstigen Verantwortlichen, der Parlamentarische Rat, haben dieses aufgrund der Erfahrungen aus der nationalsozialistischen Diktatur so bestimmt. Die Grenzen der freien Meinungsäußerung werden aber gleichzeitig von anderen Gesetzen definiert.

Wenn Rauscher nun jene grenzwertigen " Tweets ", die er im übrigen zügig wieder gelöscht hat, über ein Soziales Medium in die Öffentlichkeit bringt, muss er sich zunächst fragen lassen, ob dabei die Gäule mit ihm durch gegangen sind.
Sollte er jedoch seine wahre Gesinnung unter dem Deckmantel einer Professur für Internationales Recht versteckt gehalten haben, so dürfte Rauscher an diesem Lehrauftrag nichts mehr zu suchen haben.

Die Gedanken sind frei! Ja, aber deshalb muss nicht jeder Müll den ein gut bezahltes Hirn unter Zuhilfenahme berauschender Getränke absondert, in die Öffentlichkeit gelangen.

Das sehen einige Stundenten in Leipzig auch so und fordern:
" Rauscher, rausch (e) ab! "

http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/studenten-demonstrieren-gegen-rassismus-und-professor-rauscher-100.html

Recht so, gegen rechte - rassistische Sprücheklopfer!


" Lift " von " Poets of the Fall " - Album: " Signs of Life " -    2005:



Dienstag, 21. November 2017

Baltrum ohne Geld?



Auf der kleinsten, der sieben Ostfriesischen Inseln, auf Baltrum, proben die 610 Einwohner den Aufstand. Mit Pappplakaten, einem beschriebenen, ausgemusterten Bettlaken und genügend Manpower, standen die Insulaner bei regnerischem Novemberwetter vor der Filiale der Sparkasse. Diese ist - noch - dem Sparkassenverband Aurich - Norden angegliedert.

Hier wurde vor nicht allzu langer Zeit entschieden, dass die Filiale zum 1. Dezember ihre Türen für immer schließen soll.

  https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Baltrum-Sparkasse-schliesst-am-1-Dezember,hallonds41478.html

Die Insulaner könnten zwar zu der örtlichen Filiale der Raiffeisen - Volksbank - Fresenea e.G., die im Haus Nr. 311 im Westdorf ansässig ist, doch die Baltrumer sind Ostfriesen und Ostfriesen können sehr stur sein. Die Sparkassen - Filiale im Haus 151 im Westdorf befindet sich in einem typischen Backsteinhaus. Die roten Klinker, aus denen die meisten der Gebäude auf der, nur 6, 5 Km² großen Insel, errichtete worden sind, leuchten in einem satten Farbton. Selbst dann noch, wenn ab Ende Oktober bis in den März hinein, das übliche Schietwetter die Tage trüb und grau macht.

Genauso ist die Stimmung der von der Bankschließung betroffenen Insulaner. Doch, wehe, wenn die Obrigkeit auf dem Festland gegen die Baltrumer regiert. Wenn die Inselbewohner sich schlecht behandelt fühlen. Oder, wenn es, wie hier um das liebe Geld geht. Dann werden die gemütlich - friedlichen Ostfriesen zu wilden Berserkern. Dann halten keine Deiche, keine Dämme mehr.

Nun muss aber dennoch die Sparkassen - Filiale endgültig schließen. Sie sei nicht kostendeckend. Sie würde somit defizitär geführt werden. Sie sei auch - vielleicht - nicht mehr zeitgemäß.

Wer bringt schon in der Ära der elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten sein Geld noch abends zur Bank? Wer führt noch ein Sparbuch, für das es seit vielen Jahren keine oder kaum noch Zinsen gibt? Wer holt sich von einer Bankfiliale noch Wechselgeld?
Nein, diese antiquierten Kundenwünsche und alten Verhaltensweisen im tagtäglichen Zahlungsverkehr, sie sind nicht mehr gefragt. Der Sparkassenverband im fernen Aurich, er setzt nur noch auf Modernität. Bargeld ist dabei mega out. Da können die Baltrumer machen, was sie wollen. Ihre Argumente sind so, als würde eine seichte Brise über das 610 Einwohner zählende Dorf wehen und ihre Argumente sanft über das große Meer entfleuchen.

Tja, bald ist auch auf Baltrum Weihnachten.
Vielleicht sollte sich der Inselmarkt und andere Gewerbetreibende eine Cashpool - Anbindung wünschen, damit es mit dem bargeldlosen Zahlungsverkehr irgendwie weiter geht. Oder einen Leasingvertrag über eine hoch moderte elektronische Kasse, in der dann Prepaid - Karten nutzbar sind, die zuvor - natürlich vorher bargeldlos erworben - von den Kunden zu erwerben sind.

Doch der Ostfriese ist ein stringent denkender Mensch. Er vertraut diesem elektronischen Schnickschnack nicht. Nur Bares ist Wahres. Und Bares ist stofflich. Es fühlt sich in den Fingern wie ein Schlüssel an, der die Tür zu einem eher bescheidenen Leben im überschaubaren Wohlstand der übersichtlichen Insel garantiert.

Warum ein Wechsel zu der örtlichen Volksbank nicht in Frage kommt? Nun, da müsste jeder Sparkassenkunde nun einen Genossenschaftsanteil von einen sehr geringen Betrag erwerben. Aber, Genosse wollen die jetzigen Sparkassenkunden wohl nicht sein. Das hört sich nach Sozialisierung an. Das riecht nach Kommunismus. Für solche Experimente ist der Baltrumer nun überhaupt nicht zu haben.

Mein und Dein muss er immer noch unterscheiden können. Und unser, als Gemeinschaftsgut, gibt es nur, wenn er davon einen effektiven Nutzen zieht. So, wie beim Inselmarkt, den alle Baltrumer gemeinsam führen. Sonst wäre der auch längst dicht. Und dann müssten die Insulaner außerhalb der Ferienzeiten auf dem fremden Festland, vielleicht im Neßmersiel oder noch fremdländischer, in Aurich und in Norden, einkaufen fahren. So ist der Inselmarkt auch das gesamte Jahr über geöffnet.

Das war auch vor 43 Jahren der Fall, als ich im Oktober 1974 eine Bekannte auf der Insel besuchte, die eben just bei jener Sparkasse arbeitete. Die Zeit war eine völlig andere. Damals war ein Konto bei der Bank etwas besonders; so auch ein Sparbuch. Bargeldzahlungen waren noch die Regel; Überweisungen und Daueraufträge eher die Ausnahmen. Die Filiale war nicht besonders eingerichtet. Neben dem Schalter befand sich ein mit Glas umbauter Arbeitsplatz eines Kassierers, der oder die manchmal allein den Schalter bedienen mussten. Der schlichte Innenausbau war mit hellem Mobiliar ausgestattet. Einen Bankautomaten gab es noch nicht.
Da auf Diskretion geachtet wurde, gab es eine Trennlinie vor dem Schalter.

Wer Bargeld benötigte, musste einen so genannten Auszahlungsschein ausfüllen. Wer Geld auf sein Sparbuch einzahlen wollte, füllte einen Einzahlungsschein aus. Diese Aufträge wurden dann von dem Sparkassenbeamten oder später Mitarbeiter per Hand bearbeitet.
Es war eben alles ein wenig beschaulich, persönlich und nicht so kompliziert.

Die Welt hat sich seitdem jedoch viele Tausend Mal um sich selbst gedreht. Die Sparkasse ist mit anderen Aufgabenfeldern beschäftigt, die mehr Profit versprechen. Bargeldzahlungen sind da eher lästig und deshalb unerwünscht. Deshalb wir für jeden Handschlag eine Gebühr berechnet.

Und, mal ganz ehrlich: Wer zahlt heute schon Geld ein? Bei der EZB - Politik muss das sofort ausgegeben werden, ehe darauf noch Negativzinsen fällig werden.
Nur auf Baltrum war das noch anders. Schade, dass jene Zeit endgültig vorbei zu sein scheint.
 

https://de.wikipedia.org/wiki/Baltrum

Früher war alles besser? Nö, aber dafür anders!


" Peanuts Gang " mit der " Chicago " - Adaption " I Don´t Want Your Money " - 1970:



Montag, 20. November 2017

Songs Of Jamaika



Seit gestern Abend steht es fest. Es wird keine Vier - Parteien - Koalition auf Bundesebene geben. Nach fünf Wochen Verhandlungen sind die so genannten Sondierungsgespräche beendet worden. Die Lindner - Partei, die FDP, ließ die Vorverhandlungen platzen und verabschiedete sich damit auch aus einem möglichen Zweckbündnis mit den Schwarzen und den Grünen.

So konnte nicht zusammen gefügt werden, was nicht zusammen gehört. Die Schwarzen und Bundeskanzlerin Merkel schauten ein wenig sparsam als sie gegen Mitternacht vor die Pressemeute gingen.

Merkel muss sich jetzt eine neue Lösung einfallen lassen. Denn sie möchte ja gerne als Bundeskanzlerin weiter regieren. Nur, wie soll eine Alternative zu " Jamaika " aussehen? Wenn die beiden Parteien der " Schmuddelkinder ", die " Linke " und die AfD als Partner nicht in Betracht kommen, verbliebe nur noch die SPD. Die aber möchte nicht mehr. Die Sozialdemokraten haben bereits kurz nach dem Wahldesaster signalisiert, dass sie sich nicht mehr als Ideengeber für die Merkel - Politik ausnutzen lassen wollen.

In der Zwischenzeit bleibt das Land zwar weiterhin handlungsfähig, denn Merkel und ihre Minister fungieren immerhin noch als geschäftsführend. Doch, wenn alsbald kein neues Kabinett vorgestellt werden kann, dürfte es düster für die CDU aussehen.

Kanzlerdämmerung?

Eigentlich sind drei Legislaturperioden genug!
Doch, Merkel ist bei Kohl in die Lehre gegangen und der " Bimbes " - Kanzler hat die Probleme nur ausgesessen. Da kann der bundesdeutsche Spießer sich ja noch auf einen längeren Zeitraum bis zur Vereidigung eines neue Kabinetts gefasst machen.


Don Williams " Jamaica Farewell ":




Bambi - Verleihung 2017: Balla, Balla, Ball?



Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Da heißt es für so manchen Teilbereich der Zivilgesellschaft: Zeit um Bilanz zu ziehen. Die Wirtschaftsvertreter erledigen dieses in der Regel mit der Publikation von Umsatz -, Gewinn - und Renditedaten, Dazu kommen unzählige Zahlen  nebst schlauen Kommentierungen aus den Untiefen der Kunst, Statistiken so zu manipulieren, dass sie eben passen. Und - dann auch noch - viele Ehrungen, Titel, Trophäen. Jedes Jahr die gleiche Sch...!

Als am Donnerstag, den 16. November 2017, die 69. ( nicht, wie Stefan Niggemeier schreiben lässt, die 66. ) Verleihung des Burda - gesponserten Fernsehpreises " BAMBI " am 20.15 Uhr bei der Tante ARD mittels ihres Hauptprogrammes über die hergerichtet Bühne geschoben wurde, sahen nur knapp 4 Millionen Interessierte zu.
Das all jährlich wiederkehrende Ritual mit den Fratzen, die der Glotzer bereits 320 Tage vorher auf die Glüsen gepappt bekommen hat, war auch dieses Mal kein Quotenbringer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bambi_(Auszeichnung)

So plätscherten die knapp 3 1/2 Stunden zwischen Helene Fischer, Fußball und Formel Eins wie ein kleiner Bach im bayrischen Oberammergau vor sich hin. Moderiert von der Wuchtbrumme und TV - Allzweckwaffe Schöneberger, deren beste Jahre auch schon längst vorbei sind.
Die  zum Sextett der blonden, weiblichen Bastionen ( Schöneberger, Katzenberger, Klum, Müller, Fischer, Moschner ) wider der multikulturellen TV - Überfremdung Zählende Schöneberger versuchte sich ja auch als Sängerin ( Dädalus hätte da garantiert einen Schwächeanfall bekommen und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Erfindung der Tonträger rückgängig zu machen), so wie Müller´s Ina, die allerdings mit über 50 Lenzen zu einer anderen Generation gehört.
Dieses Mal war Ina Müller nicht von der Partie.

Sie hat damit nichts verpasst, denn der Ödnis der " BAMBI " - Verleihung aus dem fremden Berlin, ist sie genauso geschickt entgangen,wie all jene Zuschauer, die einen anderen Sender gewählt hatten.

Wie beschreibt es Stefan Niggemeier in seiner Nachbetrachtung zutreffend?

Den gemeinsamen Auftritt des Pianisten Lang Lang mit dem Tenor Jonas Kaufmann, der das wegzudösen drohende Publikum kurz vor Schluss mitriss, wurde von Barbara Schöneberger mit den Worten abmoderiert: „Für mich die spektakulärste musikalische Kombination seit Marianne und Michael.“
Und dann war einer der längsten und rätselhaftesten Abende im deutschen Fernsehen wieder für ein Jahr vorbei. 
- Zitatende - aus:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-bambi-verleihung-jetzt-dauert-s-ein-bisschen-13265310.html


" Lilac Angels " - " True Love, Baby " - Album:  " Im Not Afraid To Say Yes " - 1973:


Samstag, 18. November 2017

Gibt´s doch gar nicht! Doch: Bei Roller!



Gestern Nacht gab es doch tatsächlich den ersten gesehenen, gefühlten und gemessenen Frost. Für die letzte Hälfte des Monat November, so 36 Tage vor Heiligabend, dreiunddreißig Tage vor Winteranfang und 44 Tage vor dem Jahresanfang 2018, keine außergewöhnliche Feststellung; kein sensationelles Ereignis oder wegen des fort laufenden, nur von den US - Milliardär Trump penetrant geleugneten, Klimawandels , kein betrachtenswertes Wetterphänomen.

Doch: Für die Mitteleuropäer sollte es jetzt so langsam heißen, dass die Kübelpflanzen in den wärmeren Keller wandern sollten, die Heizung in schöner Regelmäßigkeit auf einen mittleren Wert laufen sollte und die Bettwäsche für kühlere Temperaturen geeignet, umgewechselt sein soll.

Da bestellte meine bessere Hälfte - in weiser Voraussicht zu dem, was all jährlich an Kälte in das Haus hinein kommen wird, einen Satz " Biber - Bettwäsche " über den Online - Markt " ebay " zu einem günstigen Preis von 29,99 € zuzüglich Versandkostenpauschale von 4,90 €. " Biber - Bettwäsche " ist deshalb als Bettwäsche beliebt, weil sie ja die Eigenschaft besitzen soll, eben in den kalten Tagen ordentlich zu wärmen.
Warme Füße sind in unseren Breitengraden im Winter die Grundvoraussetzung für einen höheren Wohlfühlfaktor, der wiederum die tagtägliche Produktivität erhöhen - zumindest konstant halten - könnte.

So wartete sie auf die Lieferung, der über die Verkaufsplattform des Möbeldiscounters gelobpriesenen "  Biber - Bettwäsche ". Nun, die Firma " Roller " dürfte dafür bekannt sein, dass sie massenhaft Möbel, Kleinmöbel sowie Wohnzubehör verkaufen möchte, deren Qualität und Aussehen eher einen leicht jugendlichen Geschmack verspricht, Anders als der Möbelgigant aus Schweden, hat der Discounter mit seinem Sitz in Gelsenkirchen nicht gerade ein pseudo - intellektuellen Anspruch, dessen Gründe aus den fernen 1970er Jahre herzuleiten sind, in denen es solche Massenangebote nur in Großstädten gab.
" Roller " hat eher das Käuferpublikum aus den unteren gesellschaftlichen Bereichen. Eher keine Lehrer, Studenten oder besser verdienende " GRÜNEN " - Wähler.

Während wir also auf die " Roller " - Bettwäsche warteten, warteten und warteten, wurde meine bessere Hälfte den Verdacht nicht los, dass diese in dem Online - Shop gar nicht mehr vorhanden sein könnte und deshalb erst - entsprechend der Bestellanzahl - aus dem fernen China geordert oder gar produziert werden musste.

Sie schrieb also eine Mail an den Verkäufer des Artikels und bat um Lieferung binnen Wochenfrist. Gleichzeitig eröffnete sie bei " ebay " einen Beschwerdefall, nachdem sie gelesen hatte, dass sich Dutzende anderer Kunden wegen der zu langen Lieferzeiten bereits beschwert hatten.

Die Beschwerde half. Der Verkäufer antwortete prompt und räumte ein, dass er den gekauften Artikel zurzeit nicht mehr vorrätig habe. Aha, also doch ein Haken an dem Kauf der Bettwäsche. Von wegen, dass eine Lieferzeit von maximal 2 bis 3 Werktage einzuplanen sei. Wir mussten mit Wochen statt Tagen rechnen.

Doch dann geschah ein kleines Wunder. Plötzlich wurde ein Paket zugestellt. Der Absender war die " Roller GmbH & Co KG " in Gelsenkirchen. Ja, mei is denn heut scho wieder Weihnachten?

Nein, aber gibt´s doch gar nicht. Doch bei Roller mit Verzögerung werden eben Kaufwünsche wahr.