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Freitag, 20. Januar 2017

Freistatt - Wie Arbeit frei macht!



Wenn heute Abend 20.15 Uhr - dann nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit - der Fernsehfilm " Freistaat " im Programm des französisch - deutschen Gemeinschaftssender " arte " gezeigt wird, dann könnte bei einigen, der wohl wenigen Zuschauer, eine Zeit weder wach werden, die zweifelsohne zu den dunklen Kapiteln der westdeutschen Nachkriegsgeschichte zählt.
Spät, aber wohl nicht zu spät, hatten sich vor einigen Jahren viele der einstigen Heiminsassen, der so genannten Zöglinge, dazu entschlossen, eine Entschädigung für das vormals in den kirchlichen - jedoch unter staatlicher Direktive gestandenen - zu gefügte Leid in den Kinderheimen einzufordern. An einem so genannten Runden Tisch, verhandelten unter der Leitung der - einstigen Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer ( Bündnis 90 / Die " GRÜNEN " ), Vertreter der betroffenen Heiminsassen. Als Ergebnis wurde ein Ausgleichsfond präsentiert, an den Opfer der christlichen Heimerziehung West und solcher der sozialistischen Heimerziehung Ost bis zu, 31.12.2015 ihre Ansprüche anmelden konnten.

https://www.fonds-heimerziehung.de/fonds/runder-tisch-heimerziehung.html

Bis zum 31.12.2018 besteht zu dem die Möglichkeit, für die Gedemütigten von einst, kostenlose Beratungshilfe in Anspruch zu nehmen. Danach läuft die staatlich geleitete Hilfsaktion für die betroffenen Heimkinder aus.

Dieses faschistoid geprägte Kapitel der bundesdeutschen Nachkriegsgegenwart, begann de facto mit der Gründung der BRD 1949 und endete - inoffizielle 1974. In diesen 25 Jahren jedoch, kamen bis zu 800.000 oder sogar 900.00 Kinder und Jugendliche in die Obhut der von den Amtskirchen in Westdeutschland geöffneten und geführten Heime. Diese Einrichtungen sollten dazu dienen, die ihnen Anvertrauten wieder auf einen gesellschaftlich tolerierten, einen christlichen Weg zu führen.

Die Realität in den Nazi - Heimen sah indes anders aus. Es wurden Steinzeit - Pädagogik, gepaart mit brutaler Gewalt und seelischen Grausamkeiten angewandt, um den Willen der Insassen, die von der Fürsorge dort eingeliefert wurden, zu brechen. Über diese Zeit berichtet der Film " Freistatt " ( https://de.wikipedia.org/wiki/Freistatt_(Film) ).

Freistatt ist eine Gemeinde im Landkreis Diepholz, der zu dem Bundesland Niedersachsen gehört. Bis 1974 war sie eine selbständige, als 1974 ist sie eine Gemeinde der Samtgemeinde Kirchdorf ( https://de.wikipedia.org/wiki/Freistatt )
Zu ihr zählt das Wietingsmoor, in dem unter der Trägerschaft der Evangelisch - lutherischen Landeskirche Hannover ein Heimkomplex unterhalten wurde, in dem jene menschenverachtende Unterbringung der so genannten Zöglinge statt fand.

 https://de.wikipedia.org/wiki/Diakonie_Freistatt#Nachkriegszeit

Es war eine Zeit, in der die Faschisten in Westdeutschland jene Gesetze umsetzten, auslegten und zur Anwendung brachten, die jenes Vokabular des untergegangenen III. Reichs weiter führte. Wer sich in die Volksgemeinschaft nicht eingliederte, wer ein Leben abseits der Normen und Gesellschaft führen wollte, wurde abgestraft. Dessen eigenes - in der Lesart der Adenauer - Vasallen - nicht lebenswertes Leben, war in soweit verwirkt. Der brutale Repressionsapparat jener - selbst noch in der nationalsozialistischen Zeit, mitsamt ihrer verbrecherischen Denk - und Handlungskultur groß geworden - Schergen der christlichen Pädagogik wird anhand der Historie des Lagers " Freistaat " über deutlich.

Wenn heute wieder Schwachköpfe, wie Höcke, Petry und andere Verblendete von dem " völkischen Geist " faseln, sollten sie sich den Film ansehen. Dann werden auch ihnen die Augen geöffnet.

Ritchie Havens " Freedom ":





Sage mir, welche Postleitzahl Du hast und ich sage Dir, wo Du wohnst?



Gestern Nacht sanken die Außentemperaturen in unserer schönen Landeshauptstadt auf - 10 ° C. Brrrrrh! Bei diesem eisigen Wetter, kann doch kein Hund vor die Tür? Doch! Und zwar der Zusteller der Post. Tatsächlich hatte die Mitarbeiterin der Deutsche Post uns einige Briefe und eine Postkarte unserer Bekannten aus Chemnitz in den Kasten geworfen. Ich legte sie auf den Küchentisch, wo zuvor die letzten 6 Ausgaben des " SPIEGEL " lagen. In einer dieser Hefte hatte ich zuvor einen Artikel über die inzwischen längst beendete Unterbringungssituation der zirka 900.000 Flüchtling gelesen. Der Autor hatte sich auf den Weg gemacht und einige Orte besucht, in denen wenige Asylsuchende seit vielleicht einem Jahr wohnen. Er gab darin die Ortsnamen mit der dazu gehörigen Postleitzahl an.

Auf seiner Deutschlandreise verschlug es den " SPIEGEL " - Redakteur Alexander Smoltczyk von Ost nach West und von Nord nach Süd und umgekehrt ( " SPIEGEL " - Ausgabe 2 / 2017, S. 58 ff. ). Er bereiste dabei die 0rte 83471 Markt Berchtesgarden ( Bayern ) , 02957 Weißkeißel ( Sachsen ), 19273 Sumte, Amt Neuhaus ( Niedersachsen ), 67454 Haßloch Baden - Württemberg ), 17358 Torgelow ( Meckelnburg - Vorpommern ), 02826 Görlitz ( Sachsen ) und 45966 Gladbeck - Zweckel ( Nordrhein - Westfalen ).

Beim Lesend es Artikels erinnerte ich mich an die Zeit, in der die Postleitzahlen in Westdeutschland noch zweistellig waren und dann hinter dieser - allerdings nur bei Großstädten, eine weitere, bis zu zwei Stellen umfassende Ziffer zu benennen war. Ab 1974 wurden es dann vier stellige Ziffern
So lautete meine einstige Adresse auch 2800 Bremen 33 oder 21 oder 1.

Schon damals prägte ich mir die 8 Postbezirke ein:
1 stand für Berlin ( West ), 2 für Hamburg, 3 für Hannover, 4 für Düsseldorf, 5 für Köln, 6 für Frankfurt am Main, 7 für Stuttgart, 8 für München. Ab 1993 wurden die Postleitzahlen dann fünfstellig, weil die Neuen Bundesländer endgültig hinzukamen.

Ab da war über Jahre eine Adressierung nur mittels eines dicken Postleitzahlenbuchs möglich. Dieses einstige Wunderwerk der manuellen Rechtschreibhilfe erhielt ich für mein Büro in Bremen über das dortige Hauptpostamt an der " Domsheide ". Eine gelbe Schwarte mit nahezu 1.000 Seiten. Alphabetisch aufgelistet, war es hierüber möglich, auch das kleinste Nest, in dem frisch wieder vereinigten " Vaterland " aufzufinden, die korrekte Schreibweise zu erhalten und auch nach dorthin - nahezu Idioten sicher - Briefe oder ähnliche Poststücke zu versenden.

Weil nach den Geburtswehen der Deutschen Wiedervereinigung so langsam auch auf der administrativen Ebene die deutsche Zuverlässigkeit, gepaart mit dem Hang zur Ordnungsliebe und der Obrigkeitsgläubigkeit einzog, garantierte die Deutsche Post AG - trotz ihrer neo - neoliberalen Privatisierungstendenzen -, dass ein Brief binnen eines Tages dem Adressaten zugeht; egal ob er in der Pampa von Bayern, Brandenburg oder bei Bremen wohnt. Das war ein revolutionärer Fortschritt. Schließlich habe ich selbst Fälle erlebt, bei denen Schriftstücke mehr als eine Woche unterwegs waren.

Die Postleitzahl macht es möglich. Als der vormalige Bundespostminister Richard Stücklen (  https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stücklen ) sie am 23. März 1962 - hoch offiziell - einführte, war es der CDU - Meute vom Mainzer Lerchenberg ( damals dort noch sehr bescheiden in einem Flachbau untergebracht ) eine biedere, rührselige, aber sehr erfolgreiche Spielshow mit dem Tausendsassa Peter Frankenfeld, unter dem Namen " Vergißmeinnicht " ins Leben zu rufen ( https://de.wikipedia.org/wiki/Vergißmeinnicht_(Fernsehsendung).

Das Postleitzahlensystem hat sich bis heute bewährt. Auch wenn der Drang, sich vor Seinesgleichen durch exklusive, ungewöhnlich oder auch standardisierte Urlaubsreisen via Ansichtskarte zu produzieren, dem Herzallerliebste oder der Angebeteten, glühe Bekenntnisbriefe zu versenden oder die West - Ost - Fresspakete mit freundlicher Unterstützung des Fiskus, mindestens ein Mal pro Jahre, nämlich zu Weihnachten, über die Gefängnismauern transportieren zu lassen, längst nicht mehr in Mode ist, so gibt es über die riesigen Versand - und Logistikunternehmen immer noch genügend Arbeit für den Gelben Riesen.

Für eine Reihe von Dienstleistern indes geben die Postleitzahlen aber auch Auskunft über den sozialen Stand, ja, die Bonität vieler Menschen. Wer in einem Ort wohnt, in der dem die Wohltaten der geldgeilen Industriegesellschaft des 21. Jahrhunderts eher nur vorbei geschrammt sind, der wird schon allein anhand der ihm zugeteilten Postleitzahl als arme Kirchenmaus stigmatisiert. Kommen noch alter, diskriminierende Faktoren, wie Alter, Geschlecht und vor allem Einkommen hinzu, gibt es ein ungünstiges Ergebnis des  Scoring und somit kein Geld ( Kredit ).

https://de.wikipedia.org/wiki/Postleitzahl_(Deutschland)

Sgae mir, welche Postleitzahl Du hast und ich sage Dir, wer Du bist ( wie arm oder reich Du bist? ).


Ich möchte ab heute, so in unregelmäßigen Abständen, eine kleine geographische Rundreise mittels etwas ungewöhnlicherer Postleitzahlen, in diesem, unserem, doch schönen, Lande beginnen und dazu ein wenig aus dem eigenen Nähkästchen plaudern.

" The Beatles " und ihr " Mr. Postman " aus dem Jahre 1963:


Donnerstag, 19. Januar 2017

Der Schneemann kommt!



Am Montag dieser Woche stand wieder der Tageseinkauf bei " Netto " auf dem Plan. Diesen erledige ich häufiger zwischen 14.00 und 15.00 Uhr. Dann sind die vielen Kunden aus den umliegenden Geschäften, die sich mal schnell ihr Mittagsessen holen, längst wieder an ihren Arbeitsplatz. Der Einkauf verläuft somit eher entspannter. So nahm ich meinen schwarzen Leinenbeutel, die Geldbörse und ein Schlüsselbund, zog meine Stiefel an, legte mir einen Schal um den Hals, schloss die Winterjacke bis oben hin zu und verließ das Haus.

Auf dem Weg zur Tharandter Straße kam ich - wie immer - an einem Wohnblock vorbei, der sich an der Kreuzung der Wiesbadener und der Dölzschener Straße befindet. Auf dem schneebedeckten Rasen hatten Bewohner des Mietshauses einen Schneemann gebaut. Er sah lustig aus und seine Machart zeugte von einem gewissen Geschick im Umgang mit Formen.
Ich sah mir den gefrorenen Kameraden ein wenig genauer an und hätte ihn gerne fotografiert. Doch leider lag mein Handy zuhause  auf dem Schreibtisch. Na, gut, dann vielleicht ein anders Mal, dachte ich so bei mir und stiefelte weiter auf dem abgestreuten Gehweg in Richtung des Supermarktes.






Tja, heute habe ich den lustigen Freund aus fest festgeklopften Schnee auf den Chip meines Handy archivieren können. Als ich da so an dem Metallzaun stand und die Fotos knipste, erinnerte ich mich an jene Tage von vor etwa 30 Jahren. Es war Anfang Februar 1987. Eigentlich wäre der Winter, der oft in Norddeutschland, somit auch in Bremen, eher keiner ist, längst vorbei gewesen. Doch dann schob sich eine Kaltwetterfront über den Norden Westdeutschlands und ließ ordentlich Schnee auf den flachen Gebieten Niedersachsens, Bremens, Hamburgs und Schleswig - Holsteins hernieder rieseln. Aber auch einige Teil Nordrhein - Westfalens waren von dem plötzlichen Wintereinbruch betroffen. Es wurde sehr kalt, weshalb die Schneemassen auch liegen blieben.

Ich hatte vor einigen Wochen mein Jurastudium an der Uni Bremen abgeschlossen, war als Rechtsanwalt dort vor dem Landgericht vereidigt worden und richtete mir mit meinem Kollegen in der Brunnenstraße 5 ein Büro ein. Dazu mussten wir einen Kredit aufnehmen. Es waren zirka 30.000 DM, die uns die Bremer Sparkasse für die Existenzgründung bewilligte. Davon besorgten wir uns, unter anderen bei Möbel Meyerhoff in Osterholz - Scharmbeck, einen Teil des Mobiliars. Wir renovierten die beiden Räume, besorgten uns auch die Berufskleidung, nämlich die schwarzen Roben und jede Menge Büromaterial. Nach einigen Tagen war das Büro eingerichtet. Die gesamte Chose kostete vielleicht 5.000 DM. Da wir 22.000 DM als Abstandszahlung an die beiden Vorgänger des Rechtsanwaltsbüros zu zahlen hatten, blieben nur noch knappe 3.000 DM übrig. Das war zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

Wir meldeten uns deshalb beim einstigen Arbeitsamt und erhielten Arbeitslosenhilfe, so wie andere unserer Mitstreiter auch. Davon konnte jeder von uns zwar seine persönlichen Kosten so gerade eben bestreiten, allerdings waren Urlaub, Reisen oder sonstiger Luxus damit natürlich nicht bezahlbar.

Ich erhielt deshalb eine Einladung zu einer Norwegenreise, die ich mit meinen Eltern knapp 1, 5 Jahre später mit einem Wohnmobil vornehmen würde.

Zwei Jahre zuvor , nämlich im März 1985 flog ich mit ihnen nach Thailand. Wir wohnten dort in einem Ressort in Pattaya, einem einstigen Fischerort, der längst in Verruf geraten war. Angeblich sollte es einst der " größte Puff der Welt " gewesen sein. Nun, ja, davon bekamen wir nicht so sehr viel mit. Es sei denn, wir wagten uns aus der Hotelanlage in den Ort, um dort die köstlichen Meeresspezialitäten zu verspeisen.

Zuvor allerdings waren einige wichtige Formalitäten zu erledigen. Ich benötigte einen neuen Reisepass, der damals - so meine Erinnerungen - noch kostenlos ausgestellt wurde. Mein alter Pass wurde nicht mehr verlängert. Dort befand sich ein Passbild, auf dem ich noch schulterlange Haare trug. Diese hatte ich mir inzwischen radikal kürzen lassen. Der Angestellte der Samtgemeinde Bad Eilsen machte deshalb Spukus und verweigerte die Verlängerung des Reisepasses.
Dann benötigte ich einen Impfausweis, in dem die erforderlichen Impfungen gegen diverse Infektionskrankheiten oder auch Tropenkrankheiten, wie Typhus, Malaria und andere, einzutragen waren. Ich hatte zuvor das Tropeninstitut in Hamburg angeschrieben und mir eine schriftliche Aufstellung über die Pflichtimpfungen geben lassen. Weil mit schon allein das Reiseziele Thailand peinlich war, betonte ich in diesem Anschreiben, dass es sich nur um eine Urlaubsreise handele.

Zudem waren einiges an Sommerbekleidung erforderlich. Diese hatte ich mir allerdings bereits ein halbes Jahr zuvor besorgt. Wer Kleidung für die heißen Tage benötigte, der musste damals diese auch im Sommer, spätestens zum Sommerschlussverkauf besorgen, sonst würde dieser Wunsch nur schwer zu erfüllen gewesen sein.

Komplizierter erschienen mir aber eher die Pflichtschutzimpfungen. Ich hatte - bis auf mein Gesundheitszeugnis, dass ich von einer Amtsärztin in Bremen ausgestellt bekam, sonst nie einen Arzt benötigt. Woher also nehmen? So rief ich dann in jenem Februar des Jahres 1985 eine Ärztin mit dem Namen Jansen, die in der Humboldtstraße ihre Praxis unterhielt an und ließ mir einen Termin geben. Es war der 11. Februar 1985 um 8.00 Uhr.

Als ich so gegen 7.30 Uhr von der Universität los fuhr, lag bereits knöchelhoher Schnee. In der Nacht hatte es heftig zu schneien begonnen. Die Räumdienste kamen mit ihrer Arbeit kaum hinterher. So schlich ich durch das Schneegestöber die Universitätsallee entlang in Richtung des " Stern " und von dort in Richtung " Am Dobben ". Nachdem ich dort - eher zufällig - einen Parkplatz ergattern konnte, lief ich die restlichen, zirka 300 Meter bis zu der Arztpraxis zu Fuß. Das hätte ich lieber nicht getan, denn nach dem kurzen Weg sah ich wie ein Schneemann aus. Es flockte derart stark, dass ich kaum 5 Meter weit sehen konnte. Endlich war ich an der Arztpraxis angelangt. Ich öffnete die Eingangstür des typischen Bremer Wohnhauses und klingelte an der Praxistür. Ich versuchte den Schnee ein wenig aus meiner dicken Felljacke zu schlagen. Es gelang mir mit nur mäßigem Erfolg.

Und just diese Schlamperei, diese Ungeheuerlichkeit, diese Freveltat, war der Anlass für einen barschen Rüffel, den ich mir von der Sprechstundenhilfe dafür einfing. Kaum ertönte der Summer, hatte ich den Türknopf kräftig nach innen gedrückt, stand ich mitten in dem Vorzimmer der Praxis. Die Sprechstundenhilfe, eine mir leidlich geläufige Mittfünfzigerin mit dem ihrem typischen Bremer Dialekt, der den " ssspiiitzen Ssstein ssstössen lässt ", glotzte mich wie ein kaputtes Auto an. Ich merkte, dass sie einen weniger als gebrauchten Montagmorgen mit gebracht hatte, Gut,ja, gut, ich sach´ma´jetzt: Solche Blauen Montage gehören und gehörten auch damals zu meinem Lebensinhalt. Mich kotzten sie vor allem während der Lehrzeit an. Ob ich da nun zur Berufsschule musste oder in den Ausbildungsbetrieb Herm. Altenburg KG nach Bückeburg. Dat war egal. Montag war schon immer ein schlimmer Wochentag, weil Wochenanfang und damit das definitive Ende des Wochenendes. Ein hässlicher Tag, eben.

Jetzt saß diese Schnepfe also hinter ihren weißen Tresen, in einer auch ansonsten ganz in weiß eingerichteten Arztpraxis und stierte mich mit einem, beinahe bohrenden, Blick an, als wollte sie mir die Frage stellen: " Was willst Du hier? Was erlaubst Du Dir, mich an einem Montag, einem scheiß Montagmorgen, bei meiner Arbeit zu stören? " Sie tat sofort ein wenig beschäftigt und kritzelte irgendetwas hinter dem brusthohen, natürlich in dem typischen Weißton gehaltenen, Tresen. Ich schloss zügig die Tür,  ging ich ein oder zwei Schritte in den Raum und erklärte ihr zeitgleich: " Der Schneemann kommt!"

Das hätte ich lieber nicht gesagt. Noch ehe ich meine voll geschneite Winterjacke mit Pelzbesatz, Marke " Hippie ´69 ff " überhaupt aufknöpfen konnte, ranzte mich die Frustrierte sofort an: " Hängen Sie die bloß schnell an den Haken da! "
" Aber, klar doch, sofort!", antwortete ich ihr in einem lauten Kasernenhofton eines Befehlsempfängers.
Danach ging ich zu ihrem Tresen und stellte mich kurz vor. " Ich habe um 8.00 Uhr einen Termin hier!"
" Ja, Sie dürfen da drüben Platz nehmen!", schnarrte sie ihre Antwort heraus.
Ich setzte mich in das Wartezimmer und zwar so, dass ich den Feldwebel in weißer Dienstkleidung im Blickfeld hatte.

Die Sprechstundenhilfe war eine eher kleine Frau, die ich - wie gesagt - auf Mitte Fünfzig schätzte. Sie trug kurze schwarze Haare, die ein wenig glänzten. Vielleicht hatte sie diese mittels " Wella Form " in die richtige Fasson gebracht ( Dat " Drei - Wetter - Taft " gab es damals leider noch nicht ). Ihre Hakennase ähnelte die eines Geierschnabels. Das Gesicht war eher kantig, denn feminin. Als rundherum: Eine unangenehme, eine völlig unattraktive Frau. Es mag sein, dass sie alleinstehend oder gar Witwe war. Vom Alter her, hätte Letzteres zutreffen können. Nun, ja, der Anblick des Arztpraxen - Feldwebels verblieb mir nur kurze Zeit, an jenem Blauen Montagmorgen in Bremen. Dann rief mich die Ärztin zu sich herein.

Frau J. war wesentlich jünger als die Granne im Vorzimmer. Eine durchaus attraktive Frau, so in den frühen Vierzigern. Sie war höflich, hörte sich mein Anliegen an und zog kurz danach eine große Spritze auf. " Bitte machen Sie sich am Gesäß etwas frei !", bat sie mich. Ich bekam ein wenig Angst bei diesem Mörderteil und formulierte irgendetwas mit " nicht Spritzen können, beim Bund und Schmerzen beim Sitzen danach ". Sie bleib jedoch ganz ruhig. Sie rieb die Einstichstelle mit einem Alkohol getränkten Wattebausch ein und setzte, noch ehe ich mich an das Brennen auf der Haut gewöhnt hatte, den Riesenapparat an. Ich spürte nichts, ein Einstichschmerz, kein Druckschmerz - eben, reinweg gar nichts.
" So, das war´s schon!", sagte die Ärztin, während sie ihr Werkzeug weg legte.
Ich kleidete mich wieder für den Kampf gegen das Schneegestöber dort draußen an.

Dabei sah ich auf einige Bilder an der Wand und stutzte ein wenig. " Waren Sie mal als Ärztin in Indien? ", fragte ich sie spontan. " Ja, da gehe ich auch bald wieder hin. ", gab sie mir zur Antwort. " Ach, so, deshalb können Sie so gut Spritzen ". Sie lächelte mich an und erklärte mir nur kurz. dass sie die Arztpraxis zusammen mit ihrem Mann in Bremen nur weiterführt, weil ihr Vater sich in Ruhestand begeben hatte.
Ich bedankte mich beim Herausgehen bei ihr und gab ihr die Hand. Sie schmunzelte dabei ein wenig, weil sie wohl zuvor meinen ängstlichen Blick gesehen hatte. " Die 25 Mark können Sie dann bitte vorne bezahlen. ", sagte sie mir bei der Verabschiedung noch.

Ich entrichtete den Betrag gegen eine Quittung bei der unfreundlichen Schrulle hinter dem Tresen und verließ, nachdem ich die abgetaute Winterjacke angezogen hatte, grußlos den Raum. Unterhalb des Kleiderhakens hatte sich eine große Pfütze gebildet. Die wird die Giftschleuder später garantiert weggewischt haben.

Auch Tage später und während des enorm langen Fluges von Düsseldorf bis Bangkok merkte ich von der Spritze nichts. Es hatte sich kein grünlich - gelber Fleck rund um die Einstichstelle gebildet, so, wie damals bei dem Schlächter in der Sanitätskaserne beim Barras.
Als ich Jahre später wieder - dann nur zufällig - an der Praxis von Frau J. vorbei ging, war das weiße Plasteschild mit der schwarzen Gravur immer noch an der Hauswand. Es könnte sein, dass sie doch nicht wieder nach Indien zurück gegangen ist, um den bettelarmen und todkranken Menschen, die immer noch wie Fliegen in den Gossen und sonst wo sterben müssen, zu helfen. Es wäre schade gewesen. Frau J. war eine sehr gute Ärztin, trotz ihres Vorzimmer - Drachens und meines ungebührlichen " Schneemann " - Auftritts an jenem Montagmorgen im Februar des Jahres 1985.

Gut´s Nächtle mit " Murray Head " und " One Night In Bangkok "







http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13511631.html

Dienstag, 17. Januar 2017

Schmider - Schneider - Harksen: " Reichtum ist wie Salzwasser, je mehr Du davon trinkst, desto durstiger wirst Du! "



Als die 1990er Jahre eingeläutet wurden, die beiden deutschen Staaten sich - mehr schlecht als recht - wieder vereint hatten und die Binnen - Konjunktur dadurch einen enormen Aufschwung erfuhr, begann auch die Hochzeit der Halunken, Hasardeure und Halsabschneider.
Westdeutsche Autohändler und Privatverkäufer vertickten den ahnungslosen Ostdeutschen ihre alten Schrottkarren, wodurch der Gebrauchtwagenmarkt über Jahre wie leer gefegt war. Aus dem Nichts sprossen Zehntausende Supermärkte, Einkaufszentren und Geschäfte empor. Die Tourismusbranche verbuchte über einen langen Zeitraum enorm Umsatzsteigerungen. Aber auch Dienstleister aus dem Versicherungsgewerbe, aus dem Bankensektor und sogar den Telekommunikationsbereich verbuchten zweistelligen Zuwachsraten.

Die Deutsche Telekom setzte mit ihrem Börsengang, innerhalb dessen - dank werbe-technischen Finessen durch die gütige Zuhilfenahme der beiden einstigen " Tatort " - Kommissare Stöver ( Manfred Krug ) und Brockmöller ( Charles Brauer ) - zu einem astronomischen Höhenflug an. Die peinliche Masche mit der der damalige Telekom - Chef Dr. Ron Sommer eine " Volksaktie " ab Mitte der 1990er Jahre in den Handel brachte, ist noch allseits bekannt, denn bei dem Börsengang der haltlos überzeichneten Papiere, verloren später einige Millionen viele Hundert Millionen DM.

In diesen, vollkommen überhitzten Wirtschaftswachstumsjahren fallen drei " Mega " - Skandale, an den viele Beteiligte noch heute zu knabbern haben.

Der größte Wirtschaftsskandal begann 1994 in Baden - Württemberg. Die Firma FlowTex Technologie GmbH & Co KG befasste sich bis 1999 an einem Verkauf von Horizontalbohrmaschinen, die Kosten sparend die unterirdische Verlegung von Leitungen vornehmen konnten. Die Firma verkaufte in diesem Zeitraum 3142 Maschinen zu einem Stückpreis von zirka 1, 5 Millionen Deutsche Mark. Ausgeliefert wurden jedoch nur 270 Stück. Dadurch entstand ein Gesamtschaden von 4,9 Milliarden DM. Hauptakteure dieses Betrugssystems waren die Firmengründer Manfred Schmider und Klaus Kleiser sowie Schmider´s Bruder Matthias sowie die Sekretärin Angelika Neumann und der Finanzchef Karl Schmitz sowie der Prokurist Thomas Reinhard.

Neben diesen Verantwortlichen wurden wurden weitere Beteiligte strafrechtlich verfolgt und zum Teil verurteilt.  Die gesamte straf - und zivilrechtliche Aufarbeitung des bislang größten Wirtschaftskriminalitätsfall der Nachkriegsgeschichte dauert zum Teil bis heute an.

https://de.wikipedia.org/wiki/FlowTex

In der gleichen Zeitschiene verlief ein weiteres Lehrstück aus dem unendlichen Fundus der Wirtschaftskriminalität. Der einstige Gerichtsvollziehergehilfe mit dem schön norddeutschen Namen Harksen stieg zu dem Shootingstar deutscher Anlagebetrüger auf. Diesem Blender gingen in Verlauf der vielen Jahre von 1987 bis zu seiner Auslieferung durch die Republik Südafrika 2002 mehr als 300 Anleger auf den Leim. Unter ihnen auch Dieter Bohlen, der angab von Harksen um 3 Millionen DM geprellt worden zu sein. Der Alt - Rocker Udo Lindenberg legte bei Harksen 100.000 DM an, erhielt diese aber zurück, nachdem ihm Zweifel gekommen waren. Andere Hanseaten waren da nicht so clever. Sie überließen Harksen einen erheblichen Teil ihres Vermögens, dass er aufgrund seines auf einem Schneeballprinzip fussenden Betrugssystems veruntreute.
Harksen wurde nach seiner Auslieferung durch das Landgericht Hamburg zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Zugrundegelegt wurden hier lediglich 52 Betrugsfälle, die übrigen Taten mussten unberücksichtigt bleiben, weil sie zum Teil verjährt waren oder als Einzeltat gegenüber den anderen Fällen nicht so gewichtig waren, somit eingestellt werden konnten.

Der Hamburger Filmregisseur Dieter Wedel verfilmte später den Harksen - Skandal und nannte den Film " Gier ". Den verurteilten Betrüger Harksen spielte hier, und dieses genial, Ulrich Tukur.

https://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Harksen

Ein weiterer Wirtschaftsbetrugsskandal wurde von dem Frankfurter Bauunternehmer Jürgen Schneider geschrieben. Schneider ergaunerte sich in der Zeit ab 1989 / 1990 bis zu dem Zusammenbruch seiner unüberschaubaren Firmengeflechts von 55 Banken zirka 5, 5 Milliarden DM. Sein Imperium fiel in sich zusammen, nachdem die Immobilienpreise und auch die Mieteinnahmen seiner Objekte dramatisch verfielen. Schneider wurde nach seiner Verhaftung 1994 zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten verurteilt.
Der Skandal wurde ebenfalls verfilmt. In diesem Film wird deutlich aufgezeigt, was der Antrieb der Betrügereien des einstigen Baulöwens war: Macht und Gier, die dieser allerdings ausnutzen konnte, weil viele Banken, vor allem die Deutsche Bank, in grob fahrlässiger Weise, mit dem Betrüger Geschäfte abwickelten.


https://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Schneider_(Bauunternehmer)


" Reichtum ist wie Salzwasser. Je mehr Du davon trinkst desto durstiger wirst Du. ", sagte der Schauspieler Ulrich Tukur in seiner Rolle als verurteilter Anlagebetrüger Jürgen Harksen in dem Dieter Wedel - Film " Gier ". Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen.

Drei dunkle Geschichten aus der, ach so sozialen Marktwirtschaft, dieses, unseres Landes.

Leonhard Cohen: " You Want It Darker ":





Montag, 16. Januar 2017

Spuren im Schnee


 Ein seltsames, ein völlig unbekanntestes, ein Kratzen auf den Treppenstufen zu unserer Hauseingangstür machte mich stutzig. Es hörte sich zunächst so an, als sei einer unserer Stubentiger dort am Rumoren. Es könnte vielleicht eine gefangene Maus sein, mit der er sich vergnügt? Ich sah aus dem Fenster und entdeckte einen jungen Hund, der in der Sitzstellung auf der obersten Treppenstufe mich etwas ängstlich anstarrte. Er zitterte, aber knurrte mich gleichzeitig an.

" Was machst Du denn hier? ", wollte ich von ihm wissen, obwohl ich mir darüber im Klaren war, dass er diese - eher dümmliche - Frage nicht beantworten wird. Kaum hatte ich diese ausgesprochen, sprang der Eindringling von der Treppe auf den verschneiten Kiesweg und verschwand.
Nachdem ich meiner besseren Hälfte von der Begegnung der Dritten Art berichtet hatte, begab ich mich in die Küche. Kurz darauf sah ich - eher zufällig - aus dem Fenster in den Garten. Überall waren große Pfotenabdrücke im frisch gefallenen Schnee zu erkennen.

Dann sah ich unseren Gast erneut. Er sprang von dem Nachbargrundstück aus über den Zaun und tollte auf unserem, längst zugeschneiten Kompost herum. Als würde er dort nach etwas suchen.
Dann lief er zur Mitte der verschneiten Wiese, von dort zu der Mülltonne am Kellereingang, wieder entlang der Bambus - Anpflanzung zu dem Kompost. Der Hund zeigte sich sehr aktiv. Er jagte über unsere Wiese, sprang wieder über den Zaun des Nachbarn, wetzte dort einige Runden auf dem Rasen hin und her, sprang dann erneut bei uns auf den Kompost. Nach einigen Minuten lief er wieder über das Nachbargrundstück zu der dortigen Garageneinfahrt. Dann konnte ich den Hund nicht mehr sehen.

Es war ein so genannter " Senfhund ", ein Mischling. Der Kopf konnte von einem Terrier, vielleicht einem Airdale - Terrier ( Foxterrier wäre möglichweise auch denkbar; aber wohl eher zu klein ), der Rumpf stammte von einem Schäferhund ( es wäre auch ein Schäferhund - Mischling möglich ). Also, jeder oder mindestens eine andere Rasse hatte seinen Senf dazu geben.

Der Fremde war längst weg, als ich mich zu unserem Kompost und dem Bio - Kompostierungsbehälter begab. Der Schnee lag mindestens 15 cm hoch, so dass die Hundepfoten überall gut erkennbar waren. Der Eindringling hatte im Schnee herum gescharrt. Als wenn er dort Nahrung suchen wollte. Die hatte er indes in dem Stahltopf mit Sicherheit gefunden. Vor Tagen musste ich den Topf vor dem Kompostierer abstellen, weil  dessen Inhalt ( es waren Entenabfälle und Reste von der Weihnachtsfressorgie ) fest gefroren war. Mittlerweile hatte es doch wohl ein wenig getaut und die Fleischreste konnten aus dem Topf gegossen werden. Ich hatte diesen jedoch dort vergessen. So wurden die Entenabfälle vom Weihnachtsfest 2016 ein Festschmaus für den Senfhund 2017.

Da er sich satt gefressen hatte, tobte er vor lauter Freude nach dem Festtagsmahl auf den Schnee - Wiesen herum. Einen Rassehund würde ein treu sorgender Halter so nicht laufen lassen. Um eine lebensgefährliche Magendrehung zu vermeiden, sollten abgefütterte Hunde mindestens eine Stunde danach ruhen. Ein Senfhund indes ist da robuster, Er hat in der Regel eine längere Lebenszeit. Er ist nicht so empfindlich, gegen typische Hundekrankheiten, eher gefeit. Er ist halt robuster. So widerstandsfähig und kräftig, wie der Senfhund von heute Nachmittag.

Einst hatte ich eine Deutsche Dogge. " Floyd ", so gab ich ihm den Namen. Der Rüde war beinahe 1,00 Meter groß, wog mindestens 80 Kilogramm und war schwarz - weiß, ein gescheckter, so, wie eine ostholsteinische Milchkuh. " Floyd " war gutmütig. Ein Gut - Hund, in Anlehnung an die blödsinnige Kampfrhetorik der Rechtsnationalen von heute. Der gutmütige " Floyd " war aber ein Schutzhund. Und der kann auch schon mal zubeißen, wenn Gefahr im Verzug ist.

Nun, mein " Floyd " wurde biblische 12 Jahre alt. Das war eher ungewöhnlich für eine Deutsche Dogge. Aber er tobte genauso gern, wie der Senfhund bei uns im Garten. Er warf sich in den hohen Schnee, wälzte sich vor lauter Wonne und jagte nahezu ansatzlos in Höchstgeschwindigkeit von dannen, kehrte wenig später ohne Tempoverminderung zu mir zurück, wobei er so auf mich zuschoss, dass ich zu Beginn seines Ausgleichssports, immer damit rechnete, der Doggenrüde würde mich umrennen.

Nun, " Floyd " ist schon seit Frühjahr 2004 im Hundehimmel. Ich habe ihn einschläfern lassen, weil er - altersbedingt - Anzeichen von Arthrose in den Gelenken hatte.

Auch der Mischling, den mein einstiger Bekannter Peter " Piet " Völkening aus Bückeburg, in dem Mietshaus hatte, indem er bei seiner Mutter lebte, ist längst dort. Es war an einem Samstagnachmittag, als ich " Piet " von dort abholte. Er hatte versehentlich die Hauseingangstür offengelassen, als er zu mir in den roten R4 stieg. Wir hörten dort Musik. Aus den Billig - Lautsprechern schnarrte Radio Bremen´s einstige Musiksendung " Hitline International " mit Christian Günther. Es liefen - wie seit den 1960er Jahren - auch an jenem Samstag im Juni 1972 die Charts aus den USA, Großbritannien und Deutschland.
Während wir Radio Bremen hörten, sprang plötzlich ein großer, dunkel - brauner Hund aus der Haustür auf die Wiese. Er fegte über das Grün, nahm eine  dort wohl abgelegten Holzknüppel auf, warf ihn aus seiner großen Hundeschnauze heraus, hoch in die Luft und fing das Holzstück sofort wieder ein. Fasziniert beobachteten wir den Hund. Wir lachten, als er wie ein Irrwisch, enge Kreise auf der Rasenfläche drehte, wieder den Holzknüppel malträtierte und dann kreuz und quer über das Grün zu jagen.

Wir nannten ihn spontan den " Brocken ". Jeder seiner Aktivitäten wurde danach von einem von uns lustig kommentiert. Der " Brocken " springt, hetzt oder wälzt sich, so hieß es dann immer, während wir unsere selbst gedrehten Zigaretten rauchten. Wir lachten dazu, bis uns die Freudentränen kamen. Wir lachten uns den Frust wegen der blödsinnigen Zeitverschwendung beim " Barras ", beim " Bund ", bei der BW " von der Seele, denn wir Beide wussten genau, dass wir keinen großen Bock darauf hatten, für Volk, Vaterland und Kapitalisten die Waffe tragen zu müssen. So vergnügten wir uns mit dem Spektakel, den der Brocken auf dem Rasen vor dem Mietshaus, in dem die geschiedene Mutter von " Piet " wohnte, veranstaltete. Solange, bis nach mehr als ein Dreiviertelstunde die Halterin des " Brocken ", eine blonde, aufgebretzelte Frau, vielleicht in den Endvierzigern, den " Brocken " wieder in das Haus holte. Die Wasserstoffblonde sah uns nicht. Sie sah deshalb auch nicht, dass uns immer noch die Lachtränen die Wangen herunter liefen.

Später fuhren wir nach Münchehagen in die " Kneipe mit Musik " zu / nach Kanbach. " Piets " Schwester war eine Woche vorher in Amsterdam gewesen. Sie hatte " Was " zu Rauchen mitgebracht. Wenn das unsere Vorgesetzten wüssten. Für Freiheit, Vaterland und Volk. Die " NATO " - " Our instance for peace ". Nö, nicht mit uns.

" Piet " verschwand einige Monate später zu seiner Stammeinheit. Ich besuchte ihn dort regelmäßig. Wir hörten auch immer noch gemeinsam Musik. Als ich 1976 mit dem BWL - Studium in Wilhelmshaven begann, verlor ich ihn aus den Augen. Später war er mit einer Frau aus der einstigen Klasse meiner Schwester über mehrere Jahre liiert. Die Beziehung ging auseinander. Danach habe ich von " Piet " nie wieder etwas gehört. Vielleicht ist er auch längst, so, wie mein " Floyd " oder der " Brocken " von 1972, aber auch der geniale Moderator von Radio Bremen, Christian Günther, über uns und schaut zu, wie sich die Welt ständig verändert. die Menschheit dabei nicht klüger wird und der nationalistisch - rassistische Scheißdreck, den wir einst verabscheut und bekämpft haben, wieder die Oberhand erhält.

Gut´s Nächtle mit dem 1972 - Hit von " Hawkwind " -  " Silver Machine ":



Der " Tatort " und die Ohnmacht mit der " Wacht am Rhein "


Köln ist eine Millionenstadt und liegt bekanntlich am Rhein. Der Rhein wiederum ist der längste Fluss Deutschlands. Weil aus Köln aber auch seit vielen Jahren als Drehort für die WDR - " Tatort " - Folgen fungiert, wäre es nahe liegend, den Vater aller deutschen Flüsse häufiger in den " Tatort " - Drehs vorkommen zu lassen. Der " Tatort " als Dickschiff der ARD, des Ersten, hat ja bekanntlich bereits mehr als 1.000 Folgen auf dem Buckel. Da könnten doch - dann und wann - einige Gedanken zu dem Ende dieses Programm - Bestandteils geäußert werden. Aber, die ARD - Intendanz verschwendet hieran nicht einen einzigen Gedankenansatz.
Dabei hätte sie vielleicht doch hinreichend Anlass dazu.

Seit Beginn des noch relativ jungen Jahres 2017 bombardiert die ARD die " Tatort " - Fans mit dem Thema Flüchtlinge im besonderen und Ausländer im allgemeinen.
Gestern Abend war es wieder so weit. Ab 20.15 Uhr quälte das Erste seine Glotzer mit dem Film " Die Wacht am Rhein " über knapp 1, 5 Stunden. Mal ehrlich: Wäre da nicht weniger, mehr gewesen?

Die Handlung des Kölner " Tatort " ist schnell wieder gegeben. In einem der Kölner Stadtteile ( ich tippe auf die  Südtstadt, exakter: Altstadt - Süd ) , die bekanntlich einen hohen Anteil an alten Gebäuden sowie von Bewohnern mit Migrationshintergrund aufweist, wird nachts in einem Zoo - Fachgeschäft eingebrochen. Einige Mitglieder einer hier gegründeten, so genannten Bürgerwehr, die sich die " Wacht am Rhein " nennt, versuchen den Täter in dem Geschäft zu stellen. Dabei kommt es zu einem Schusswechsel, innerhalb dessen einer der selbst ernannten Hilfspolizisten getötet wird. Bei einer anschließenden Suche nach dem mutmaßlichen Täter, nimmt ein Bürgerwehr - Mitglied die Verfolgung eines ausländischen Mannes, den er für den Täter hält, auf und sperrt ihn in einen Keller seines Ladens ein. Hier wird dieser von diesem und dessen Lebensgefährtin gequält und gefoltert. Inzwischen haben Ballauf und Schenk nach einigen Ermittlungen den tatsächlichen Einbrecher, einem Asylantragsteller aus Syrien dingfest gemacht. Ballauf wird dabei von Mitbewohnern des Kriminellen zusammen geschlagen. Ehe sich der Tathergang und der wahre Mörder ( es ist der Vater des Opfers ) aufklären lässt, geschehen noch einige Merkwürdigkeit in den Handlungssträngen. Die Aussage des Films ist eigentlich klar: Bürgerwehren sind illegal, die Polizei kann ihre Arbeit ohne deren Hilfe allein bewältigen und nicht alle Ausländer sind kriminell.

Ein weiteres Lehrstück in Sachen staatlich verordneter Denkstrukturen, die über die öffentlich - rechtlichen Medien in Kleinstdosen verabreicht werden sollen, um das angespannte Verhältnis zwischen Regierung in Berlin - Ausländerhasser im Osten und Westen sowie die dazwischen stehende Polizei, zu konterkarieren. Wahrlich: Der " Tatort " aus Köln war zwar um Längen besser als jener vor einer Woche aus Frankfurt am Main, aber die Grundrichtung ist die selbe. Es wird versucht, ein verständnisvollere Gesamteinstellung über unsere ausländischen Mitbürger einzufordern.

Dieses wird mittels solcher eher plumpen Drehbücher zu dem Problemkomplex kaum zu erreichen sein. Wer im Netz und / oder bei Twitter sowie via Facebook gegen Migranten und andere sein Gift versprüht, wird diesen " Tatort " eh nicht gucken. Wer sich nicht einmal die Mühe macht, jene fremdländischen Kulturen kennen lerne zu wollen; geschweige denn, sich mit ihnen auseinander zu setzen, der wird die Kölner " Tatort " - Folge ebenfalls verschmähen. Wer mit immensen Vorurteilen durch sein eigenes - oft verpfuschtes - Leben stakst, den wird weder dieser " Tatort ", noch jener zusammen geklaubte Mist aus Frankfurt, daran hindern, jene Ressentiments offen auszuleben.

 http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/index.html

Wirklich: Nun ist langsam mal wieder gut, mit diesem ausgelutschten Thema. Merkel´s Flüchtlingspolitik wird dadurch nicht besser und überhaupt anders akzeptiert, wenn die ARD / Das Erste, ständig Beiträge zeigt, in denen ein offenes oder auch verdecktes Freund - Feind - Bild zutage tritt. Wie wäre es, wenn die Bundeskanzlerin ihre Rechtfetigungsstrategie zu diesem Komplex endlich wieder aufgibt, ihrem Bundesfinanzminister Schäuble anweist, dass dieser seine als Geschäftsführerin bei der ARD - Produktionsfirma " Degeto " fungierende Tochter mit dem Namen Strobel, Christine, dahin gehend zu instruieren, keine Krimis mehr mit der Ausländer - und Migrantenproblematik abzudrehen und zur besten Sendezeit abzunudeln? Genug ist genug. Oder möchten die Programmverantwortlichen den pöbelnden Plebs bei FB weiter heraus fordern? Dann kann aus der " Wacht am Rhein " schnell die " Ohnmacht am Rhein " oder an der Spree in Berlin werden.

" Alex Oriental Experience " mit " Turkish And American Blend " , Live im " Rockpalast " in der Bochumer Zeche:


Als Hommage an meine vielen türkischen, arabischen und ausländischen Freund von einst aus Bremen und umzu.


Erika liebt Angela nicht mehr?



Es hat wieder geschneit. In der Nacht vom 15. auf den 16. Januar fielen an den Rändern der sächsischen Landeshauptstadt zirka 5 cm Neuschnee. Deshalb heißt der Frühsport heute Morgen: Schnee fegen, Abstreuen und Hände reiben.
Gestern Abend war zur Prime Time, als wieder eine weiteren " Tatort " - Flüchtlingsvariante - dieses Mal aus Köln - lief, bereits erkennbar, dass der Winter 2016 / 2017 uns weiterhin fest im Griff hält.

So fest im Griff, wie es einst unsere noch regierende Bundeskanzlerin mit ihrer Partei, der Christlich Demokratischen Union, zu handhaben pflegte. Auch ihr Ziehvater, der " Birne " Kohl, der " Bimbes " - Kanzler, herrschte in dieser Gutsherren - Art. Genauso, wie dessen großes Vorbild, der Katholik aus dem Rheinland und einstiger Oberbürgermeister der Domstadt Köln, Konrad Adenauer. Alle drei gekrönte CDU - Staatsoberhäupter pflegten einen, gleichsam rustikalen Umgang mit ihrer Muttermilch - Spenderin, der Christlich Demokratischen Union.

Und da gibt es noch eine Art von Deckungsgleichheit: Die Flüchtlingspolitik.

Konrad " Conny " Adenauer holte qua geschickter Verhandlungspolitik, aus dem bösen Reich der " Sovjiets " die zur Zwangsarbeit verdonnerten deutschen Soldaten heim ins Reich des Katholizismus. Er integrierte einige Millionen Vertrieben aus den einstigen deutschen Ostgebieten, die zunächst zwangseingewiesen, bei deutschen Bauern und Hauseigentümern. eine vorübergehende Bleibe hatten. Dann ließ er Flüchtlingssiedlungen aus dem Boden stampfen ( für uns als echte deutsche, weil schaumburg - lippische Nachkömmlinge, jener Zeit, war die Stadt Espelkamp in Nordrhein - Westfalen das Synonym dieser Flüchtlingspolitik - https://de.wikipedia.org/wiki/Espelkamp - ). Dieses Millionen - Heer wurde eingedeutscht. Es wurde versucht, die vielen Familien mit den seltsamen " ski ", den viel zu vielen " a " oder den ständigen " s " - Zischlauten in den Nachnamen , in die BRD einzuordnen. Das gelang nicht immer, aber immer öfter.

Und just in der Adenauer - Ära mit deren restaurativer Innenpolitik und der Anbiederung an die Westalliierten, entstanden Vertrieben - Vereine. Diese wurden - soviel Deutschtum und Ordnungsliebe muss auch hier sein - zu einigen Vertriebenenverbänden und jene wiederum zum Bundesverband Deutscher Vertriebener zusammen gefasst werden konnten. Das Ziel und die politische Richtung der Vereinsmeier war völlig klar: Nach dem selbst gewählten " Heim ins Reich ", dem Untergang desselben und dem Prinzip des " Mitgefangen - Mitgehangen ", wollten ihre Mitglieder auf die Rückgabe der - angeblich - völkerrechtswidrigen Annektierung jener jetzt besetzten Gebiete durch den so genannten " Ostblock ", unter gütiger Duldung der UdSSR.

Die aggressive Politik der Vertriebenenverbände während der Adenauer - Zeit führt auch zu einer Radikalisierung dieser - nicht gerade kleinen - Bevölkerungsgruppe in der BRD. Alles, was rot, links und somit kommunistisch war, musste bis aufs Blut bekämpft werden. Die SPD war deshalb unwählbar, weil sie als ein Satellit Moskaus dargestellt und verunglimpft wurde, denn mit ihrer Oppositionspolitk, die - immerhin - die Sozialisierung bestimmter Schlüsselindustrien vorsah, führte ihr Weg in den Kommunismus und damit direkt nach Moskau, der roten Hölle.

Nach dem Abgang von Adenauer liberalisierte sich die Vertriebenen - Mafia keineswegs. Es wurde weiterhin gehetzt, vor allem später gegen Willy Brandt´s Ostpolitik. Die sich - erst viel später - als der richtige Weg zur Annäherung der beiden Militärblöcke zeigen sollte. Der verbohrten Hard Liner - Truppe, rund um die einstigen Präsidenten Georg Baron Manteuffel - Szoege, Lunus Kanther, Hans Krüger, Wenzel Jaksch ( SPD ), Reinhold Rehs ( SPD ), Herbert Hupka und Herbert Czaja war mit sachlichen Argumenten kaum beizukommen. Ihre revanchistischen Forderungen nach Nicht - Anerkennung der Oder - Neiße - Grenze und Rückgabe der angeblich annektierten Ostgebiete, führten indes sukzessive in die politische Isolation. Hinzu kam, dass viele der beinahe 15 Millionen Vertriebenen nicht nur längst im westdeutschen WiWu - Land angekommen waren, sondern längst ein produktiver Teil desselben waren. Außerdem starben die Vertriebenen - Generationen schleichend aus.

Als die sozialliberale Ära mit der Ernennung von Helmut Kohl zum Bundesknazler im Jahr 1982 zu Ende ging, hofften nicht wenige der Vertriebenenfunktionäre, dass Kohl eine andere Außen - und Ostpolitik betreiben werde. Sie täuschten sich gewaltig. Kohl, eher Europäer, denn Revanchist und Nationalist, setzte auf Fortsetzung der Versöhnungspolitik und bewirkte mit der Unterzeichnung des Zwei - plus - Vier - Vertrags die de facto Anerkennung des status quo in Europa und somit das Ende der formulierten Hoffnung des BdV aus Rückgabe der einstigen Ostgebiete.

Doch Kohl´s außenpolitisches Wirken verärgerte und irritierte den BdV noch weiter, als er nämlich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Paktes zu Beginn der 1990er Jahre mehr als 1 Millionen Russlanddeutschen die Einreise in das wiedervereinigte Deutschland gestattete. Kohl hatte dem Wodka seligen russischen Präsidenten Boris Jelzin - offenbar im Rahmen einer feucht - fröhlichen Zusammenkunft - die Zusage auf Ausreise jener deutschstämmigen Russen abgetrotzt.

Kohl, also der Vorgänger oder Vorreiter der vermeintlich humanen Ausländerpolitik, erhielt dafür Pfiffe und Buh - Rufe in Ostdeutschland, aber auch von den BdV - Mitgliedern bei deren jährlichen Zusammenkünften. Ihn focht das Spektakel indes nicht an, denn er hatte jene Millionen Stimmen eingekauft, die er dringend benötigte, um die folgenden Bundestagswahlen zu gewinnen.

Mit dem Abgesang des " ewigen Kanzlers " Kohl 1998, endete auch die Präsidentschaft von Fritz Wittmann ( CSU ). Ihm folgte das CDU - Mitgleid Erika Steinbach. Sie trommelte zunächst gegen die EU - Osterweiterung, weil damit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jener Länder, in denen sich die zurückgeforderten Ostgebiete befinden, langfristig positiv verändert werden. Im Gegenzug verlangte sie eine Aufhebung der " Benes´- Dekrete " mit der sie ihre Befürwortung des EU - Beitritts Polens und der Tschechischen Republik verknüpfte. Nachdem sie damit scheiterte, votierte sie im Bundestag gegen eine Osterweiterung.
Steinbach, die 1997 die rechtskonservative Bewegung " Stimme der Mehrheit " 1997 mitgründete, hielt an ihren EU - kritischen Kurs weiterhin fest.

Nachdem die BdV - Jahrestreffen während der Schröder - Kanzlerschaft einige Male Tumulte hervor brachten, als u.a. der damalige Bundesinnenminister Otto Schily dort als Gastredner auftrat, blieben die ersten Jahre der Merkel - Zeit dann eher ruhig. Nur sporadisch äußerte sich die rechtsnationale Erika zu der eher liberalen Politik von Angela kritisch; wohl eher distanziert zurück haltend. Das änderte sich mit der viel gescholtenen Flüchtlingspolitik Ende 2015. Steinbach zog nun öfters vom Leder und kritisierte die Merkel´sche Ausländer - und Asylpolitik als unrechtmäßig und legte jetzt - nachdem sie aus der CDU ausgetreten ist - richtig derbe nach:

Merkel entscheide notfalls "auch unter Außerachtlassung von Recht und Gesetz". "Sowohl der ökonomische als auch der kulturelle Schaden sind für Deutschland ohne Beispiel und in ihrem Ausmaß noch überhaupt nicht in vollem Umfang abschätzbar."... "

- Zitatende - aus: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_80082008/nach-cdu-austritt-erika-steinbach-rechnet-mit-angela-merkel-ab.html

Nun ist sie also weg? Hat sie sich von der Landesbühne der großen Politik endgültig verabschiedet? Und wird sie statt der CDU, die sie immerhin 40 Jahre als ihre politische Heimat betrachtet hat, stattdessen in die AfD eintreten?
Steinbach ist für so manche Überraschung gut. Sie ließ in den letzten Jahrzehnten kein Fettnäpfchen aus, in das sie treten musste. Ihre rechtsnationale, ihr auf konservative Werte aus der Adenauer - Zeit stammenden Wert - und Normvorstellungen, ließen sie häufig in die Kritik der Andersdenkenden geraten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Steinbach

Erika Steinbach hat sich aus der " Merkel - CDU " selbst entlassen und begründet dieses mit der rechtswidrigen, der verfehlten Ausländer - und Migrationspolitik der letzten 2 Jahre. Dabei war sie einst, nämlich ab Januar 1945 selbst Flüchtling gewesen. Sie floh genau vor 72 Jahren zusammen mit ihrer deutschen Mutter und der jüngeren Schwester vor der Roten Armee über die Ostsee nach Schleswig - Holstein. Der Januar 1945 war bitter kalt, nämlich bis zu - 25° C. Die Ostsee, über die in jenen Januartagen 1945 Hunderttausende vor den " bösen " Russen flohen, war seit Wochen zugefroren. Viele der Fliehenden starben. An Erschöpfung, Hunger, Erfrierungen und wurden von russischen Flugzeugen beschossen. Es war noch Krieg. Und weil eben in Europa noch Krieg herrschte, gab es Kriegsflüchtlinge, so, wie 70 Jahre später in Syrien, dem Irak oder auch Afghanistan auch.
Mit den vielen Flüchtlingen 1945 flohen auch Verbrecher, Mörder , Staatsterroristen und Bestien in Uniform. Westdeutschland nahm sie später alle auf.

Es war vielleicht eine andere Zeit, doch irgendwie kommt der kritische Betrachter nicht drumherum, diese damaligen Ereignisse mit den heutigen zu vergleichen. Und : Siehe da, der Mensch hat zwar nichts daraus gelernt und vernichtet sich mit hyper - modernen Waffen selbst, doch anscheinend sind humane Werte - so, wie bei Steinbach - im Verlaufe der vielen Jahre in Frieden, Freiheit und Wohlstand, abhanden gekommen. Steinbach sollte sich deshalb mal überlegen, dass sie einst selbst Fremde in einem fremden Land war. Ihre nationalistische Hetze hat mit Christentum nichts gemein. Weshalb sie ja auch konsequenter Weise aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist.

Erika liebt Angela nicht mehr. Merkel kann damit leben. Steinbach wohl eher nicht, denn sie ist wieder fremd im eigenen Land. Als parteilose Abgeordnete im Deutschen Bundestag in Berlin. Ach, die Arme, die Heimatlose, die lieblose Erika!

Julie " Jules " Driscoll mit Brian Auger and the Trinity und " Road To Cairo " ( 1968 ):



A fella told me
This here road leads to Cairo
I got to get me a ride
I got to go back
Go back to my children
I got to see my little bride

I been traveling
Gone a long long time
Don't know what I'll find
Scared of what I'll find
But I just got to see them again

Hey thanks for stopping
Are you headed down to Cairo?
I wrecked my Lincoln in Saint Jo
Why to little old Cairo?
No special reason
Look up some folks I used to know

Me I travel some
Have my share of fun
Now that's a life a man can live
Sure I've played and lost
But who minds the cost
You got to take more than you give

Hey you got another cigar?
Son I sure like this car
Oh from your daddy as a gift
Say on second thought
There's gifts I haven't bought
Just drop me here
Thanks for the lift

Yes I've traveled some
Yes I've been a bum
Never have a dime for gin
Left to make my way
Told her I can't stay
To see my children poor as sin

I know this road
It leads straight into Cairo
Twenty-two miles straight ahead
I can't walk down this road to Cairo
They're better thinking I'm dead

I been traveling
Gone a long long time
Don't know what I'd find
Scared of what I'd find
I can't I just can't walk down this road