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Donnerstag, 24. Mai 2018

Chaos - City


Dritter Tag des Versuchs, eine 250 Kilogramm - Fliegerbombe in Dresden - Löbtau zu entschärfen.Die betroffenen Stadtteile sind teilweise evakuiert worden. Die Zufahrtsstraße bleiben gesperrt. Auf der Bahnstrecke Dresden - Chemnitz geht nach wie vor nichts.

Dennoch versuchten wir es ab 6.30 Uhr doch einen Zug am Hauptbahnhof zu suchen, der meine bessere Hälfte in die Richtung ihrer Dienststelle bringen könnte. Doch die Hoffnung stirbt auch an jenem Donnerstagmorgen zuletzt; aber, sie starb auch dieses Mal einen langsamen Tod, denn auf der Rückfahrt schlichen wir mit einer Unzahl anderer, wohl auch genervter Autofahrer, durch die nicht betroffenen Stadtgebiete, die dafür aber völlig überlastet waren.

Im trauten Heim wieder angekommen und um eine erneute Erkenntnis reicher, dass das Informationssystem der Deutsche Bahn auch im Jahre 2018 nach Chr, und trotzt der digitalen Revolution, auf dem Stand der Neandertaler verblieben ist. Die DB - App., eine Hommage an vermeintliche Verbesserungen in der Auskunftswillig - und Fähigkeit, sie ist allenfalls ein Spielzeug für Gehörgeschädigte.

Nun, gut. Der Donnerstag war eh gelaufen. Also entschieden wir uns zu einem Garteneinsatz und fuhren zunächst zum " Toom " - Baumarkt in das benachbarte Freital. Wir waren seit dem gestrigen Abend zu der Überzeugung gekommen, dass der Bau eines Hochbeets, den anzupflanzenden Kürbis, der uns später ja die Früchte für die leckere Kürbissuppe mit Ingwer und / oder Shrimps wachsen lassen soll, ein sicheres Regugium gegen alle Fressfeinde erhalten muss.

Gesagt, getan.

Gegen 10.00 Uhr und nach dem Abflauen des großen Verkehrschaos auf der Raserstrecke Wiesbadener Straße, fuhren zum Baumarkt. Doch statt des erhofften Hochbeets " Alexandra " stellten wir einen weißen Orleander ins Auto. Das Gestell " Alexandra " gab es in diesem Markt ebenso wenig, wie im Dresdner Ableger " Auf der Gompitzer Höhe ". Zunächst entschlossen wir uns zwei Restposten des billigeren Pendanten mit dem Namen " Linda " zu erwerben. Diese Idee hatte zuvor auch ein junger Mann, der dann offensichtlich den entscheidenden Fehler beging, sich den Rat einer " Toom, " - Mitarbeiterin einholen zu wollen, weil der Verkaufsstand mit eben jenem Artikel nahezu leer war. Nun hatten wir die beiden letzten Hochbeete " Linda " auf unserem Einkaufswagen liegen. Doch so ganz überzeugt waren wir von dieser Kaufabsicht nicht. Nach kurzer Überlegung entschlossen wir uns, die beiden ergatterten " Lindas " wieder an den enttäuschten jungen Mann abzugeben. Der freute sich riesig.

Mit der flaschen Ware zuckelten wir dann in Richtung " Toom " - Filiale nach Dresden - Gompitz. Einem Stadtteil, der nicht von der Fliegerbombenentscharfüng betroffen war. Tja, und hier erhielten wir die heiß begehrte " Linda " gleich in einer anderen Farbe und sogar vierfach.

Ein fast perfekter Tag, wäre da nicht die ärgerliche Bombenentschärfung. Und diese lief nun wahrlich nicht perfekt ab. Aus den Nachrichten erfuhren wir, dass die Bombe inzwischen durch eine kontrollierten Eingriff Ausbrennen würde. Die Evakuierungsmaßnahmen seinen deshalb nicht beendet und die vielen Straßensperrungen auch nicht aufgehoben.

Ich erinnerte mich an ähnliche Ereignisse in Bremen. Einst, also in den 1980er und 1990er Jahren, mussten in schöner Regelmäßigkeit Fliegerbomben aus dem II. Weltkrieg entschärft werden. Der Ablauf davor war nahezu identisch. Evakuierung, Straßensperrungen und Verkehrschaos. Der einstige " King Of The Match " hieß Warrelmann. Er war Sprengmeister und der Herr der Dinge. Nun, Warrelmann machte seinen Job immer mit vollem Einsatz. Und diese waren stets ohne Beanstandungen. Doch eines Tages musste Warrelmann seine Dienst quittieren. Er hatte etwas Illegales im Zusammenhang mit Geld getan. Und das durfte der " Bombenkönig " von Bremen nicht.

Doch der Warrelmann vom 22.05. - 24.05.2018 hieß nicht  Warrelmann, er ist auch kein Bremer, sondern Sachse und der tat sich offensichtlich mit der Bombenentschärfung sehr schwer,
Doch: Nicht jede Bombe ist so, wie die andere und sie ähneln deshalb nicht, wie ein Ei dem anderen.

Und so fuhren keine Autos durch Löbtau, Friederichstadt und dem südlichen Vorstadt. Es fuhren keine Züge nach Chemnitz. Und die Deutsche Bahn informierte darüber nicht.

Als unser DHL - Zusteller heute Mittag klingelte, fingerte ich routinemäßig im Briefkasten, um zu prüfen, ob dort Post lag. Der DHL - Subunternehmensmitarbeiter unterbrach meine Bemühungen mit den Worten: " Briefpost gibt es heute nicht, weil die Wernerstraße auch gesperrt ist. "

" Diese unfähigen Schwachköpfe! ", entfuhr es mir daraufhin. Der Zusteller grinste und wünschte mir noch einen schönen Tag.

Kurz danach rief meine bessere Hälfte bei der " Blumenrng " - Filiale in Chemnitz an. Sie wollte nur klar stellen, dass sie die bestellten Balkonpflanzen wohl erst am Montag abholen werde. " Wir haben uns schon gewundert, dass Sie nicht gekommen sind.", gekam sie zur Antwort. " Aber, schön, dass sie angerufen haben. Wir werden die Pflanzen bis dahin ordentlich pflegen. Wir wussten ja nicht, dass Sie aus Chaos - City kommen. "

Als sie mir den Wortlaut des Gesprächs wieder gab, lachte ich schallend los. " Chaos - City ", das ist der richtige Begriff für den Ablauf der Bombenentschärfung an jenen Tagen im Mai 2018. Mehr als
20 Jahre, nachem " Bomben - Harry " gesagt bekam, dass er künftig keine Bombe mehr entschärfen darf:


http://www.taz.de/!1343708/

R. Kelly - " Gotham City " - " Soundtrack Batman & Robin " - 1997:





Tiger B. Smith: " Help For A Blind Man " - " Whe´re The Tiger Bunch " -  1974:



Mittwoch, 23. Mai 2018

250.000 Gramm Dynamit



Gestern Abend wurde bei Bauarbeiten eine britische Fliegerbombe gefunden. Sie soll 250 Kilogramm wiegen. Es wurden deshalb 8.700 Einwohner evakuiert. Die Entschärfung des Relikts aus den letzten Tagen des II. Weltkriegs gestaltete sich danch sehr schwieirg. Der Blindgänger soll deshaln " kontrolliert " gesprengt werden.

Davor und danch aber kam es in den angrenzenden Stadtteilen zu einem wahren Verkehrsinfarkt. Der Berufsverkehr quälte sich im Schritttempo durch die Ausweichstraßen. Es fuhren auch keine Züge und da die wunderbar organisierte Deutsche Bahn mit ihrer Informationstechnik auf einem Steinzeitniveau liegt, gurkten wir ab 6.30 Uhr umsonst inmitten des Verkehrsgetümmels umsonst zum Hauptbahnhof.

Weil nämlich von dort in Richtung Chemnitz bis auf weiteres kein Zug mehr verkehrte, machte meine bessere Hälfte einen Tag Urlaub.

Zuhause angekommen durften wir erleben, was es heißt, in der Nähe einer stark verkehrsbelasteten Straße zu wohnen.

Auf der belibten Raserstrecke Wiesbadener Straße ging es bis 9.00 Uhr nur noch im Schrittempo voran.

Was 250.000 Gramm Dynamit so alles ausmachen können?



" May Blitz " - " For Mad Men Only " - " 2nd Album " - 1971:



Dienstag, 22. Mai 2018

Geschichten aus der Straßenbahn: Wippen - Wuppen - Wamsen



Als vor 25 Jahren meine Grün - Weißen ihre dritte Meisterschaft in einem grandiosen Spiel, das mit 3:0 bei den ungeliebten Schwaben des VFB Stuttgart klar machten, weil die Bayern zeitgleich in Gelsenkirchen mit einem 3:3 einen Punkt verspielten, war in der Hansestadt an der Weser natürlich die Hölle los. Die Fans flippten völlig aus. Bereits einen Samstag vorher feierte die Werder - Anhänger ein 5:0 gegen den Nordrivalen aus Hamburg. Die Bazis um Hoeness witterten - wie immer, wenn es gegen den FC Bayern lief - eine Manipualtion und wetterten öffentlich gegen das " Betrugsspiel ".

Den Tausenden Werder - Fans und mir konnten die Bazi - Pöbeleien nüscht anhaben. Vom Glück beseelt fuhr ich gegen 18.00 Uhr mit der Linie 2 der BSAG in Richtung Domsheide und von dort mit der " 5 ", die bis Bremen - Arsten verläuft, bis zur " Gneisenaustraße ".
Die Bahnen waren brechend voll. Überwiegend fuhren Werder - Fans in die Kneipen, um die Meisterschaft zu feiern.
Die Fahrten verliefen dennoch friedlich, auch wenn einige der SVW - Anhänger bereits stark angetrunken waren.

Wenn die Heimspiele des Bremer Fußballklubs anstehen setzt die BSAG so genannte Sonderzüge und Busse ein. Das war natürlich auch damals schon der Fall. Zumeist handelte es sich dabei um ältere Bahnen, die in ihrem typischen sandfarbenden Anstrich auch noch in den 1990ern eingesetzt wurden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Straßenbahn_Bremen#Fahrzeuge
Die Bahnen waren im Vergleich zu den heutigen hoch modernen Niederflurzügen anders konstruiert und bestanden aus einem Zugfahrzeug sowie einem Anhänger.Diese Fahrzeuge oder Züge waren mit einer speziellen Federung ausgestattet. Und just diese Technik war nicht völlig risikolos.

Als ich eines Abends aus einer Besprechung bei einem Kollegen aus dessen Büro Am Dobben in Richtung Parkplatz schlenderte, traute ich meinen Augen nicht. Auf der Strecke zwischen dem Haltepunkt " Auf dem Peterswerder ", dem heutigen Haltepunkt " Weserstadion " und dem Hauptbahnhof, schlich ein Sonderzug mit Werder - Fans an mir vorbei, der sich wie eine funktionierende Kinderwippe von links nach rechts neigte. Und zwar derart bedrohlich. dass ich mit weit aufgerissenen Augen dem wippenden Wagon hinterher sah, weil ich vermutete, dass er jeden Moment umkippt.

Aus den geöffneten Fenstern des Wagons dröhte der Singsang: " Wir wollen wippen, wippen, wippen; wollen wippen! "

Dem Straßenbahnfahrer muss es höchst wahrscheinlich Angst und Bange geworden sein. Seine
Straßenbahn schlich mit den wippenden Werder - Fans am " Dobben " vorbei und drohte jeden Moment umzukippen.

Doch: Die singende und wippende Meute brachte die alte Straßenbahn nicht zum Umkippen und wippte und wippte und wippte - bis zum Ziel, dem Bremer Hauptbahnhof.


Was hier vielleicht noch lustiges, übermütiges Verhalten, eventuell als Unfug bezeichnet werden kann, endete dann aber auch schnell in eine schmerzhafte oder auch blutige Auseinandersetzung. So mancher Fahrgast kann davon ein Lied singen, weil er / sie sich zum falschen Zeitpunkt in eine Straßbahn setzte, die dann von eben auch falschen Fahrgästen gebutzt wird.

Als ich an einem Vormittag einen Gerichtstermin hatte und deshalb die Straßenbahn zur Domsheide nutzte, saß ich in dem nur mäßig gebestzten Zug irgendwo in der Mitte; in der Nähe des Ein - und Ausstiegs. Ich hatte ein " SPIEGEL " - Heft aus meinem Pilotenkoffer heraus genommen und las dort einen Artikel, als schräg neben mir zwei türkischstämmige Jugendliche einstiegen. Sie unterhielten sich in ihrer Landessprache, die ich natürlich nicht verstand. Die Unterhaltung wurde immer lauter und offensichtlich bestand sie aus wüsten Beschimpfungen und unflätigen Ausdrücken, denn kurz vor der nächsten Haltestelle sprang vor mir ein kräftiger, größerer Mann, der mutmaßlich auch aus der Türkei stammte auf, schnellte auf die beiden Jugendlich zu, ergriff ihren Kragen, riss sie von den Sitzen hoch, drückte den Türöffner der Straßenbahn, wartete bis sich die Tür geöffnete hatte, schlug die beiden türkischen Jungen mit ihren Köpfen gegeneinader und warf beide aus der Straßenbahn.

Der kräftige Mann wartete, nicht erst, bis sich die Tür wieder geschlossen hatte, sondern setzte sich in aller Ruhe wieder auf seinen Platz. Nachdem er die beiden Jugendlichen heraus gewuppt hatte, las er in aller Ruhe in einer türkischen Zeitung, als sei nichts gewesen. Nachdem ich an der " Domsheide " die Bahn verlassen hatte, überlegte ich noch, warum der Mann die beiden Jungs heraus gewuppt hatte. Ich vermutete, dass sie sich abfällig über andere Fahrgäste ausgelassen hatten und dem Mann dieses missfallen hatte.

An einem anderen Morgen fuhr ich mit der Linie 2 nach Gröpelingen, um dort einen Mandanten im Knast zu besuchen. Zuvor stieg bei der Domsheide aus, um noch einige Gerichtswege zu erledigen. Ich nahm dann den nächsten Zug der Linie 2 und stieg dieses Mal in den hinteren Wagon ein. Dort befanden sich kaum andere Fahrgäste und ich konnte mich auf einem Doppelsitz mit meinem Koffer und den Akten ausbreiten. Im hinteren Bereich bemerkte ich zwei beinahe gleich aussehende jüngere Frauen. Sie hatten ihre beiden Kinderwagen in der Nähe des Ein - und Ausstiegs abgestellt und standen mit dem Rücken zum Heckaufbau in dem Zug. Sie glotzen mich bereits beim Einsteigen irgendwie dämlich an, weil ich wegen eines penetranten Geruchs, der aus ihrer Richtung nach vorne in den Wagen waberte, die Nase rümpfte,

Die beiden dicklichen oder propperen jungen Frauen hielten ein in Verkaufspaier und Folie eingepacktes Stück Sülze in den Händen und wamsten sich am Morgen diese kolorierenreiche Speise genüsslich rein.
Der penetrante - strenge Sülzegeruch erreichte alsbald auch die Nase einer türkischen Frau, die einige Sitze vor mir Platz genommen hatte. Die füllige Türkin, in dem einst typischen Outfit mit Mantel und Kopftuch, begann in ihrer Landessprache zu zetern. Sie wurde dabei mit jedem Satz lauter. Dann drehte sie sich wütend zu den beiden dicken Müttern um und meckerte diese in Türkisch voll. Sie fluchte, zeterte und echauffierte sich über die beiden dickbäuchigen deutschen Frauen derartig, dass ihr Mann intervenierte, sie an den Schultern packte und wieder in Fahrtrichtung drehte.

Einige Haltestellen später stiegen die beiden Sülze - Frauen mit ihren Kinderwagen aus. Der strenge Geruch verflog, nachdem die Türkin zudem das Fenster geöffnet hatte.

Als ich den restlichen Weg zum Knast zurück legte, überlegte ich mir, warum sich die türkische Frau so echauffiert hatte. Des Rätsels Lösung erklärte mir später ein türkischer Mandant: Die stinkende Sülze ist ein Produkt aus der Schweineschlachtung und Schweine geltend, u.a. neben Hunden, im Islam als unrein.
Wer Schweinefleisch isst, verunreinigt sich deshalb.

Nun, ja, mir wäre es prinzipiell egal gewesen, ob die beiden fetten Mütter eine Portion Fritten, eine Currywurst mit Pommes rot - weiß oder einen Doppel - Whopper in sich rein gewamst hätten, der hätte wenigsten weniger gestunken als die Schweinskopfsülze.

Seit vielen Jahren ist der Verzehr von Speisen und Getränken in den Bussen und Bahnen - nicht nur in Bremen - untersagt. Warum wohl?


" Robb & Pott " - " Prophecy # 1 " - " The Once Upon The Wings " - 2016:







Sonntag, 20. Mai 2018

Deutschland deine Dummen



Meine Traumphase in den frühen Morgenstunden des heutigen Samstags endete abrupt. Ich befand mich just auf einem Weg entlang eines Bahndamms, inmitten grünender und blühender Vegetation, so irgendwie in einem nahezu paradiesischen Umfeld, als ein wildes, lautes Fauchen unter mir, an meinem bloß liegenden Quanten, meinen Schweißfüßen, mich jäh heraus riss.

Unsere Katze " Nele " hatte den jüngsten, aber wildesten Kater " Tim " von seiner Absicht, dass Bett mit zu belegen mittels wütender Faucherei gehindert. Ich schoss aufgeschreckt hoch und sah noch gerade, wie " Tim " mit einer nahezu fließenden Bewegung über das halb geöffnete Schlafzimmerfenster ins Freie sprang und im wahrsten Sinne des Wortes Hasenpanier gab.

Nachdem die Platz - und Besitzverhältnisse ab sofort wieder geklärt waren, legte sich die wilde Bestie wieder zwischen uns und begann leise zu schnurren. An Schlaf war jetzt aber nicht mehr zu denken. Im Gegenteil, ich war hell wach. Ich drückte mich aus dem Bett und stieg das Treppenhaus hoch, um der hinterher laufenden Katze das Trockenfutter aus dem Behälter zu kredenzen. Dann folgte der obligatorische Gang ins Bad.

Nachdem ich mir den ersten Kaffee aus der Maschine gebrüht hatte, erinnerte ich mich an unsere gestrige Unterhaltung. Meine bessere Hälfte hatte sich vor einigen Tagen in einem der vielen " Katzen " - Foren angemeldet und berichtete mir danach ab und zu von den dem eher seltsamen Gepflogenheiten dort. So gaben einige Foristinnen zum Besten, dass sie an ihrem Klingelschild den Namen ihres Stubentigers mit aufgeführt hätten. Andere wiederum, ließen das Forum wissen, dass ihr Liebling Geburtstag habe. Sodann ergoss sich ein Schwall an Gratulationwünschen über die stolze Katzenmama.

Neben den üblichen Beckmessereien einiger Teilnehmer, dem Streit über das ideal, weil mutmaßlich gesunde, Katzenfutter, verkündeten auch einige Katzenhalter traurige Meldungen. So ließ eine Foristin die anderen Teilnehmer wissen, dass ihre Katze " an einem Bein gelehmt " sei.

Das reichte meiner besseren Hälfte endgültig. Bei derart hoher Rechtschreib - Intelligenz, wollte sie sich dann doch nicht mehr in diesem Forum einbringen. Na, gut, ja, gut, ich sach´ma´, ich glaube und meine: Es muss nicht jeder Bundesdeutsche tagtäglich den Duden unter dem Kopfkissen liegen haben und auch Rechtschreibprogramme sind keine Pflicht, aber so dann und wann könnte es nicht schaden, wenn sie zur Anwendung kämen.

Aber Katzenhalter müssen keine Akademiker sein, und der Abschluss eines irgendwann mal begonnen Studiums mit einem Bachelor schützt nicht vor fehlenden Orthograiekenntnissen, aber so gewisse Grundregeln im sprachlichen Umgang sollten schon bekannt sein. Abe: Wo nichts ist, hat Kornrad Duden seinen Einfluss verloren.
Deshalb verabschiedete sich meine bessere Hälfte aus dem Dunstkreis der Katzen - Fetischisten, deren Bestreben es offenekundig zu sein scheint, ihr geliebtes Haustier, ihren Mitbewohner eben, zu vermenschlichen. Nein, das muss nicht sein!

Was uns die entsprechende Industrie so an Schwachsinn verkaufen möchte, geht oft nicht auf die berühmte Kuhhaut und die schreibt sich mit doppelten H, so, wie gelähmt, aber dabei mit " ä " statt " e ".

Während ich mir so meine Gedanken machte, erinnerte ich mich auch an eine Meldung aus einem Internetdiensteanbieter. Hier las ich, kurz vor dem Einsehen der erhaltenen Mails, dass die ehemalige Schönheitskönigin Heidi Klum seit kurzer Zeit mit dem Musiker Tom Kaulitz liiert sei. Ach!  Kaulitz, der war doch bei " Tokio Hotel "? Dieser ehemaligen " Teenie - Platik - Pop " - Truppe? Ist der nicht zu jung für die vierfache Mutter und Hauptjurorin des personifizierten TV - Schwachsinns " Germany´s Next Top - Model "?

Tatsächlich: Zwischen dem ungleichen Paar liegen zurzeit noch satte 16 Jahre Altersunterschied. Klum springt im Juni auf die 45; der Lebensabschnittsgefährte bringt es bald erst auf zarte 29. Nun, ja: Liebe ist?

Tja, während ich mir so meine Gedanken zu der Sinnhaftigkeit solcher Altersunterschiede, gab mir meine bessere Hälfte nach einer kurzen, aber dafür intensiven Diskussion zu jener brüchigen Liaison, den entscheidenden Hinweis: Mann Kaulitz möchte, wie Frau Klum, eben im Gespräch bleiben. Nichts nutzt dem Hochschnellen des Kontostandes so viel, wie eine gut durchdachte Publicity. Wenn die Medienmeute erst einmal angebissen hat, rollt der Rubel ganz von selbst. Klum kennt sich da ja bestens aus.

Weil die Dummen ihre herunter gehungertden Töchter in dem Klum´schen Gulag der Klapperziegen bringen, damit sie sich selbst verwirklichen dürfen, sahnt die Mehrfachmutter und Quotenbringerin dabei ordentlich ab. Wer seine eigene Haut nicht selbst zu Markte tragen möchte, weil sie inzwischen alt, runzelig und voller Pickel geworden ist, überlässt es dann dem Töchterchen. Das Kindchen soll, nein, es muss es ja später mal besser haben.

Doch bei deratig großer Dummheit fällt es nicht unbedingt ins Untergewicht, dass die Kohle nur von Klum und ihrem Heimsender " Pro7 " gemacht wird. Dummheit hat auch hier eine Grenzen.

Mit dieser Erkenntnis brühte ich mir einen zweiten Pott Kaffee, den mir der intelligentere Kaffeeautomat zubereitete. Es soll längst Kollegen dieses technischen Wunderdings geben, die sich über das eigene Smartphon programmieren lassen und damit dem Heimkommenden punktgenau die gewünschte Melange kredenzen. Mal ganz wertfrei gesagt: Wer braucht so´n Scheiß?

Aber langsam. In nicht wenigen Orten könnte sich ein potentieller Käufer mit einem derartig vielseitigen Wunderding erst garnicht anfreunden, denn es würde nicht funktionieren, weil es erst gar keine Internetverbindung gibt. Und mit einem Handy kann ein Mensch hier auch nichts anfangen. Es würde nicht funktionieren, weil es da keinen Empfang gibt.

Das las ich zumindest danach in dem " SPIEGEL " - Nr.: 19 / 2018, S. 60, über eine Hochschwarzwaldregion. Hier gibt es auch fast ein Vierteljahrhundert kein Mobilfunknetz. Besserung ist nicht in Aussicht! Zu teuer, zu unattraktiv, zu dumm nur, dass sich für die dort lebenden Menschen, so rund um Todtnau, am Feldberg und so, keine CDU - Lobby einsetzt. Ob die Bewohner dort wie einst Steinzeitmenschen leben müssen, geht aus dem Artikel nicht hervor. Jedenfalls werden sie von der Telekom mit einem Festnetzanschluss abgespeist. Dazu gibt es ja auch noch ein Modem zu kaufen, dass den Nutzer es ermöglicht im Internet zu surfen.

Also, so ganz dumm bleiben die Bewohner dort dann doch nicht.

Und: Was heißt hier schon kein Netz, keinen Balken auf dem Mobiltelefon? Es gibt kein Grundrecht auf eine Netzverbindung und damit auch kein Recht auf Verdummung in Deutschland.

Gut´s Nächtle mit:


" Hisko Detria " - " On The Road Again " - 2012:










Die " Beijan " in Berlin: Ich machte die Säge!



Gestern Abend ab 20.00 Uhr: Wir spielten wieder geteiltes Deutschland. Meine bessere Hälfte zog sich irgendeine Ausgabe einer von dem Retro - Werbe - Buntsender RTL Plus aufgenommenenSerie rein. " Im Namen des Gesetzes ". Die späten 1990er Jahre hatten doch was. Sie waren - von der Qualität einiger Privatsender aus betrachtet - zumindest auf einem akzeptabel Niveau. Das ist jedoch lange, ja, sehr lange her.

Egal: Ich verzog mich in meine Arbeitsbucht. Dorthin, wo auf dem gestrichenen Eichendielenboden der Rentenantrag ( er soll laut Empfehlung auf einer Onlineseite der Rentenversicherungsanstalt in Berlin, nicht zu früh gestellt werden, denn sonst gibt es wegen der letzten drei Bruttoeinkünfte, die vom Arbeitgeber zu bestätigen sind, noch Nachfragen ) liegt und mich mit seinen vielen Seiten anstarrt. Berlin! Aha, da ist doch heute Abend noch etwas?

Aber weder Helene Fischer jault dort im Olympiastadium herum und verrenkt sich ihre turbo - gebräunten Glieder, noch die AfD ruft zum Parteitag des alsbald neu zu gründenden Reichs auf und  " Uns Udo " singt vor mehr als 50.000 auch nicht gegen beide Volkvertreter. Nein: Der wahre König Deutschlands, der Fußball, gibt sich erneut die Ehre,

Eigentlich wollte ich mir den Schmus in diesem Jahr ersparen. Weil: Die Bayern, genauer formuliert: der FC Bayern München, gewinnen so oder so den DFB - Pokal!

So klickte ich mich dann eher emotionslos über Tante Google ins Netz und sah mir - bis zu dem irrtümlich angenommenen Anstosszeitpunkt um 20.30 Uhr - noch ein paar schöne Bilder vom Ostseestrand an. Dann überprüfte ich noch meine E-Mails, die zumeist aus Werbeschund bestehen, der gleich gnadenlos gelöscht wird.

So gegen 20.22 wollte ich mich dann bei der alten Tante ARD in den Livestream einklicken. Doch: Pustekuchen! Es passierte nüscht. Ich kam nicht rein. Der Server war vielleicht da schon überlastet oder mein Browser nicht auf dem neusten Stand und / oder, mein " Windows Vista " einfach veraltete? Wie dem auch sei: Ich klickte, und klickte und klickte und scrollte - Nix!

Dann las ich auf der himmelblau mit Weiß gehaltenen ARD - Seite, dass die Eintracht aus Frankfurt mit 1:0 gegen den Giganten, den Titanen, den Goliath aus München in Führung gegangen war. Der kroatische Nationalspieler Ante Rebic hatte das Tor erzielt. Jetzt aber schnell! Verzweifelt bemühte ich mich, meinen PC - Gurke dazu zu bringen, dass er mich auf die ARD - Seite mit dem dort angebotenen Livestream verbindet. Endlich! Ich hörte die leicht schläfrige Stimme des KommentatorsTom Bartels. Ich sah den eingeblendeten Spielstand auf dem Bildschirm des " ACER " ( ebenfalls veraltet ) und machte still und heimlich zum ersten Mal die aus der Mode gekommene " Säge ".

Das Bild ruckelte, wackelte und zudem lief der Bartel´sche Kommentarton nicht synchron. Mein alter Laptop spielte nicht mit. Meine Freude über den Zwischenstand in dem DFB - Pokalfinale in Berlin; er mochte sie mir nicht gönnen und quälte mich stattdessen mit einer Übertragunsqualität aus den schlimmsten Zeiten der TV - Historie ( so um die 1950er bis 1960er Jahre ).

Halbzeit! Es stand immer noch 1:0 für die Eintracht. Die Kurzanalyse mit " Alex " Bommes nahm ich noch mit. Dann holte ich mir ein Glas Wasser aus der Küche und setzte mich wieder vor den Bildschirm. Die " Tagesschau " lief. Ausnahmsweise wurde sie an jenem - denkwürdigen - Abend erst um 20.51 gesendet. Das Erste lässt sich nicht lumpen, wenn es um den König des Pöbels, der Massen geht. " Proletensport " hin, die Aussage meines Schwager dazu her ( der versucht sich seit Jahrzehnten mit Tennis ), jetzt regiert der wahre König. Deshalb schaltete ich den Laptop wieder aus. Das war ein grober Fehler, wie sich danach heraus stellen sollte.

Ab 21.10 versuchte ich es wieder. Der Livestream funktionierte erst gar nicht. Auf der Seite bewegte sich der sattsam bekannte kleine weiße Kreis in der Mitte des Mini - Bildschirms nur ganz kurz, dann gab er seine Tätigkeit ganz auf. Sch....!

Ich klickte, fluchte und drückte - Nüscht!

Dann kam mir die zündende Idee: Ich wechselte den Browser und versuchte es mit dem installierten " Crome " von Tante Google. Aha! Jetzt ging´s. Doch als das Bild sich aufgebaute hatte, sah ich zu meinem Entsetzen, dass es - eigentlich hatte ich es so längst erwartet - inzwischen 1:1 stand. Mein Guter - Laune - Pegel sank mit jeder Minute, in der ich erkennen durfte, dass die " Beijan " jetzt Ernst machen und den Millionen Zuschauern vor der Glotze zeigten, wer der Herr im Olympiastadion ist.

Doch was sich dann im Berliner Olympiastadion ereignete, ließ mich wieder an den Fußballgott dort oben glauben; auch wenn ich seit Jahrzehnten Atheist bin.Seine irdischen Ableger des diesjährigen Pokalfinales heißen:

Ante Rebic und Mejat Gacinovic. Die Balkan - Connection funktioniert bei der Eintracht auch viele Jahre nach dem Trainerhelden von einst, Dragoslav Stepanovic, noch glänzend. Und so schaukelten die Frankfurter zunächst ein 2:1 über die reguläre Spielzeit.
Dann der Schreck in der Nachspielzeit: Elfmeter für die Bayern?

Schiedsrichter Felix Zwayer sagt " Nein " - das war´s!

Ich machte die berühmte Säge und einige Straßenzüge weiter jagten Gleichgesinnte einige Feuerwerksraketen in den Dresdner Nachthimmel.
Hach, dass ich einen solchen Abend noch erleben durfte. Dabei wäre mir fast das Pokalendspiel am Moars vorbei gegangen.

Seit Jahren mal wieder und immer noch gerne gehört:




Freitag, 18. Mai 2018

Keine Laune der Natur




Als ich kürzlich in der Dresdner - Neustadt bei mäßigem Aprilwetter einen kurzen Einkaufsbummel erledigen durfte, ehe die neue Sommerbereifung aus der Bautzner Landstraße aufgezogen war, kam mir eine junge Frau entgegen, deren rechter Fuß eine extreme Fehlstellung aufzeigte. Sie konnte sich nur langsam bewegen, denn sie musste dieses Bein nachziehen. Eine Frau mit einer Gehbehinderung ist eigentlich kein außergewöhnlicher Anblick. Dennoch erinnerte ich mich an einen meiner ersten, größeren Zivilrechtsfälle aus den letzten Jahren der 80er.

Irgendwann erschien in meinem Büro in der Hastedter Heerstraße ein jüngerer Mann. Er stellte sich bei mir als ein Nachbar vor, der ab gleich einen " Hausanwalt " benötige. Nun, dieser Begriff lässt sich inhaltlich weit auslegen und deshalb wie ein " Wrigley´s " - Kaugummi ziehen. Was immer er damit aussagen wollte, ob er sich selbst aufwerten wollte oder ob er in diesem Moment einfach nur die Aussage zu treffen gedachte, dass er sich einen Rechtsanwalt aus leisten könne, lasse ich mal dahingestellt bleiben. Jedenfalls kam der Herr Nachbar zunächst mit einem Verkehrsordnungswidrigkeitenfall vorbei.

Er war auf der Heimfahrt von seiner Arbeitsstelle bei dem Mercedes - Werk in Bremen - Sebaldsbrück " geblitzt " worden. Okay, es war keine große Sache, aber für einen Feld - Wald - und Wiesenanwalt macht Kleinvieh auf Mist, also ein OWiG - Mandant gibt auch Gebühren.

Später empfahl mich der Nachbar in seinem Bekanntenkreis und langsam steig die Anzahl der Mandate an.

Der Nachbar war seit einiger Zeit verheiratet und seine Frau gebar dann einige Monate nach seinem ersten Erscheinen eine Tochter. Und just wegen dieser, sie wurde Vanessa getauft, kam das Ehepaar aus der Nachbarschaft eines Tages bei mir erneut ins Büro.

Es war ein eher trauriger Anlass. Vanessa wurde mit einer Behinderung geboren. Der rechte Fuß war nicht vollständig ausgebildet. Es fehlten dort Zehen sowie der Fußballen und der vordere Teil war nicht vollständig ausgebildet. Der Nachbar zeigte mir hiervon Fotos. Die Bilder gingen mir schon sehr nahe, weil ich auch hier selbst vorbelastet war. Der Mandant hatte auch einen Schuldigen gefunden. Doch bei dieser Bewertung hielt ich mich sehr zurück.

Nun, der Nachbar unterschrieb mir eine Reihe von Vollmachten, damit ich die Krankenakte der Tochter einsehen konnte und Korrespondenz mit den vermeintlichen Verursachern führen durfte. Doch: Die Mandantin Vanessa füllte im Verlaufe der Folgejahre ein halbes Fach des Aktenschranks. Da gab es Streit mit dem Versorgungsamt wegen der Zuerkennung eines Schwerbehindertenstatus ( GdB / GdE ), mit der Krankenkasse wegen der verweigerten Kostenübernahme für orthopädische Schuhe usw. Doch die Hauptakte " Vanessa " war eben der Disput wegen der behaupteten Verursachung jener Behinderung durch eine Chemische Reinigung, die unterhalb der einstigen Mietwohnung des Ehepaars betrieben wurde.

Der mutmaßliche Giftstoff Perchlorethylen ( kurz: Per ), sollte - so die Annahme des Vaters und Mandanten - zu der Missbildung des Fußes geführt haben.
 
Per wurde einst als aggressives Lösungsmittel nur mit laxen Umweltauflagen auch in den Chemischen Reinigungen angewandt. Daher standen die Fässer mit dem Giftstoff auch offen in dem Innenhof des Wohnhauses herum. Nun behauptete der Kindesvater, dass auch das Abluftsystem von der Reinigung undicht gewesen sei und die Dämpfe deshalb in das einstige Schlafzimmer der Eltern eingedrungen seien. Das behauptete der Kindesvater und Mandant jedenfalls steif und fest.

Doch nach dem ehernen, juristischen Grundsatz: " Wer will was von wem? " musste der Mandant, eher aber, die behinderte Tochter, die Kausalität zwischen der Chemischen Reinigung, deren Inbetriebnahme, der - mutmaßlich - unsachgemäßen Verwendung des Giftstoffs Per sowie der Fehlbildung des Fußes beweisen. Nur: Wie?

Die Wochen , die Monate vergingen. Der Kindesvater schlug in schöner Regelmäßigkeit, so zwei bis drei Mal pro Woche - allerdings nur dann, wenn er Spät- oder Nachtschicht bei Daimler hatte - in meinem Büro auf. Eigentlich nervte er; uneigentlich tat er mir unendlich leid. Letztere, emotionale Anwandlung ist für einen Juristen nie gut, denn diese könnte ihn für die vielen Gegner im Kampf um Geld, Recht und Ungerechtigkeit in der profanen Rechtsprechung, angreifbar machen.

Er war zu jener Zeit auch stolzer Vater einer Tochter. Sie wurde vor 27 Jahren gesund, wenn auch untergewichtig und daher für den Aufpäppelungsapparat im Bremer St. Jürgen - Krankenhaus vorgesehen, geboren. Knapp 1, 5 Jahre zuvor verstarb mein, mit einer Reihe von Fehlbildungen geborerener Sohn Maurice dort. Er war bereits unmittelbar nach der Geburt ohne die vielen Schläuche, die von noch mehr Geräten in seinen Körper geleitet worden waren, nicht lebensfähig.

Jetzt aber jetzt ging es um die behinderte Tochter des Mandanten mit dem Namen Vanessa.Sie hatte eine Verschmächtigung am rechten Fuß und dieses hatte wiederum eine konkrete Ursache. Der Kindesvater behauptete nach wie vor, dass es an dem Per gelegen habe, was damals in das Schlafzimmer der Eheleute eingedrungen sei, was aus den darunter - illegal - gelagerten Metallfässern auslief und - ebenfalls illegal - bei dem Ablaufen aus dem Rohrleitungssystem der Chemischen Reinigung in mehreren Wannen aufgefangen wurde und was aus den 24 Stunden lang geöffneten Fenstern des Reinugungsbetriebs entwich.

Der Kindesvater kämpfte wie ein Löwe gegen die Betreiber der Reinigung, gegen das ihm bislang zuteil gewordene Unrecht und gegen sich selbst, weil er eine nicht gesunde, eine behinderte Tochter gezeugt haben sollte. Ich fragte ihn in den vielen Gesprächen, die mehr psychologischen Charakter hatten, denn mit der Juristerei in einem Zusammenhang standen, ob in seiner Familie, in der Abstammungslinie seiner Frau, irgendwelche genetische Auffälligkeiten gewesen wären. Ich fragte dieses deshalb, weil ich knapp 1 Jahr zuvor selbst diese Fragen beantworten sollte. Er beantwortete - leicht empört - meine Frage mit einem eindeutigen Nein.

Ich hatte inzwischen das Landgerichtsurteil zugestellt bekommen. Die Zivilkammer behauptete darin, dass die Kausalität zwischen dem Einsatz von Per in der Chemischen Reinigung und der Körperbehinderung der Tochter Vanessa nicht bewiesen worden sei. Die Einholung eines Sachverständigengutachtens sei nicht erforderlich gewesen, weil es sich bei jenem Beweisantritt um einen -  nach der Zivilprozessordnung ( ZPO )  - unzulässigen Ausforschungsbeweis handele.

Um es schon aus damaliger Sicht der Dinge deutlich zu sagen: Das Gericht hatte keinen Bock auf dieses Verfahren und weil ich als Feld -, Wald - und Wiesen - Krauter dort keinen Namen hatte, bügelte die Kammer die Klage ab.

Der Kindesvater tobte, weil seine Tochter inzwischen über das Versorgungsamt einen Behindertenstatus mit einer - damaligen - GdB - von 30 % . Das Versorgungsamt Bremen hatte über Monate sämtliche konsultierte Ärzte befragt und dann eigene Richtwerte herangezogen.

Die Mandanten waren Rechtschutz versichert. Die " DAS " übernahm die Prozesskosten. Ich legte bei dem Hanseatischen Oberlandesgericht Berufung ein.

Im Verlaufe der vielen Monate bis zum Verhandlungstermin, sammelte ich fleißig neue Materialien. Darunter auch ein Urteil des Landgerichts Weiden i.d. Oberpfalz. Ich hatte es von einem dort zugelassenen Kollegen erhalten. Und seine Akten dazu. Zuvor schrieb ich dem Kollegen, dass ich in einem ähnlich gelagerten Fall einen Prozess vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Bremen führen würde. Der Kollege war offensichtlich beeindruckt, dabei hatte er in seinem Verfahren bereits mehr erreicht als ich.

Sein Mandant war schwerstbehindert zur Welt gekommen. Die Eltern wohnten auch über einer Chemischen Reinigung. Der Betreiber und Vermieter hatte hier ein Abluftrohr installiert, das die giftigen, weil gesundheitsschädigenden Dämpfe, darüber direkt in das elterliche Schlafzimmer einführte.
So, wie es bei meinen Klienten auch der Fall war.

Der Sohn kam mongoloid zur Welt. Zudem wies er diverse Verkrüppelungen / Verschmächtigungen an sämtlichen Extremitäten auf. Die von mir nicht geliebte " BILD " - Zeitung berichtete - bundesweit - über diesen Fall. Mein Mandant hatte dieses dort gelesen und mir den Artikel ausgeschnitten. Wie gesagt: Der Kindesvater kämpfte wie ein Berserker gegen den Rest der Welt und solche Mandanten sind ein wahrer Glücksfall für jeden Anwalt.

Soviel Engagement beeindruckte mich nicht nur, sondern ließ in mir den Rächer, den Robin Hood für alle Unterdrückten, Verarschten und in einem falschen Elternhaus Geborenen aufkommen. Ich war selbst Vater und hatte jenen Leidenswegs beschritten, der in solchen Fällen vorgesehen ist. Also legte ich mich ordentlich ins Zeug.

Ich begründete die Berufung und lief dabei zur Höchstform auf. Der Kollege aus der Anwaltsfabrik auf der Gegenseite zollte mir später sogar Lob dafür ( Was in jener Zeit wegen der existierenden Konkurrenzverhältnissen absolut unüblich war ).

Weil ich das ergangene Urteil des Landgerichts Weiden in die Berufungsschrift mit einbinden konnte, schien auch der Zivilsenat des OLG etwas beeindruckt zu sein. Wenngleich meine Schriftsätze eine Katastrophe waren, denn ich konnte mir keine gelernte Schreibkraft leisten.

Der Zivilsenat sah darüber milde hinweg. Andere Richter legten den katastrophalen Sülz in Bezug auf hanebüchene Orthografiefehler etwas strenger aus. Richter am Amtsgericht C. stellte süffisant fest: " Da ist Ihre Schreibkraft wohl Amok gelaufen ? ". Ein Vorsitzender Richter einer Zivilkammer des Landgerichts Bremen rüffelte mich vor versammelter Mannschaft mit den Worten: " Es erscheint für die Klägerin Herr Rechtsanwalt W.... Ihre Schriftsätze sind eine Katastrophe! "

Jedenfalls bekam ich in jenem Fall beim OLG Bremen nahezu eine Roten Teppich ausgerollt. " Herr Rechtsanwalt W. hin, Herr Rechtsanwalt W. her... " Der Senat schlug vor, um kein Urteil schreiben zu müssen, dass die Beklagten an die Klägerin einen Betrag von 30.000 Deutsche Mark zahlen; womit sämtliche Ansprüche aus dem Verfahren erledigt seien.

Die Mandaten willigten nach intensiver Diskussion ein.

Einige Wochen später überwies die eintrittspflichtige Betriebshaftpflichtverischerung den Betrag auf eines meiner Kanzleikonten. Noch nie war dieses so ausgeglichen, wie zu jenerm Zeitpunkt. Leider floss der Betrag alsbald wieder ab und die 14,75 % Überziehungs - oder exakter Dispositionszinsen liefen weiter gegen mich.

Ich sandte die Akten mit einer Kopie des Urteils und des Vergleichs an den Kollegen in Weiden zurück und bedankte mich für seine Mithilfe, Die Eltern des behinderten Kindes zogen einige Monate nach dem Ende des Verfahrens in einen anderen Stadtteil. Ich habe danach nie wieder etwas von ihnen gehört.

Wenn die Weißkittel mit ihrem erlernten Wissen am Ende sind, sprechen sie bei Anomalien gerne von " einer Laune der Natur ". Wenn meine Zunft am Ende ist, werden Klagen eher abgewiesen. Klassenjustiz?

Gut´s Nächtle mit:


" Ampacity " - " Ultima Hombre " - 2013:





Donnerstag, 17. Mai 2018

Grafit - Grafitte - Grafitsch!



Wenn heute Abend ab 20.30 Uhr im Fußballstadion des VFL Wolfsburg,sich dieser Verein mit dem Noch - Zweitligisten Holstein Kiel - unter Ausschluss der TV - Öffentlichkeit im ersten Relegationsspiel messen muss, dann sehnen sich einige VLF - Fans nach den Zeiten ab 2008 und 2013 / 2015 zurück. Da wurde der VW - Klub nicht nur Deutscher Fußballmeister ( 2008 / 2009 ), sondern spielte auch auf der europäischen Fußballbühne mit.

Dank der VW - Millionen, die sich in teure Spieler gut investieren ließen, konnten die einstigen Trainer Magath und Hecking durchaus Erfolge feiern.

Bei Holstein Kiel ging es in diesen Zeiträumen nur um die Frage, ob der Verein drittklassig bleibt oder wieder viertklassig wird. Die " Kieler Störche " waren eben eine Fahrstuhlmannschaft, wie sie ein Fußballanalyst nicht besser beschreiben könnten; allerdings auf einem unteren Niveau.

Nun greift der schleswig - holsteinische Verein erstmals nach den Sternen. Die leuchten seit 2016 besonders hell über der Nord - und Ostseeküste des grünen Bundeslandes.
Denn eigentlich kann Kiel ja nur Handball. Mit dem Rekordmeister THW, sahnte die Stadt an der Ostsee über Jahrzehnte Titel im Vorbeigehen ab.

Nun aber könnte es sogar einen ernsthaften Konkurrenten aus einer anderen Mannschaftssportart geben.

Ob es tatsächlich so kommt, werden wir gleich im Radio erfahren können. Dafür steht aber bereits vor dem Spiel fest: Grafite -Grafitsch - Grafit oder wie auch imer, spielt nicht mit. Der hat seine Profi - Laufbahn beendet und die Schuhe ins Museum gestellt.



https://de.wikipedia.org/wiki/Grafite

Sein damaliger, kongenialer Partner Edin Dzeko kickt indes noch weiter. In Italien. Bei der " Roma ".



" Jade Warrior " - " The Traveller " - 1971: