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Dienstag, 17. Oktober 2017

" Der rote Schatten " und der Versuch einer fiktiven Vergangenheitsbewältigung.


Am 29. November 2020 ( ! ) könnte die ARD - Serie " Tatort " ihren 50 ( ! ) Geburtstag oder auch das 50jährige Jubiläum feiern. Unter den aktuellen Gegebenheiten, wird dieses wohl auch so geschehen. So mancher " Tatort " - Fan könnte diesem Ereignis durchaus entgegen fiebern. Schließlich ist diese Serien längst zu einer gesamtdeutschen Institution geworden.

Aus den 1031 Folgen werden dann einige heraus ragen, andere längst vergessen worden sein und viele Schauspieler jenes Ereignis nicht mehr erleben dürfen.

Als am Sonntagabend der Südwestfunk ( swr ) erneut einen Beitrag für die feste Größe in der bundesdeutschen Fernsehlandschaft zeigen durfte, war ich mehr als skeptisch. Inhaltlich befasste sich diese " Tatort " - Folge mit den Geschehnissen vor gut 40 Jahren. In der Bundesrepublik Deutschland ( damals noch umstrittenes Kürzel: " BRD " ) saßen die Frauen und Männer der so genannten Ersten Generation der " Rote Armee Fraktion " ( RAF ) in Stuttgart - Stammheim in Haft. Die Gruppe ( sie wurde auch als Bande bezeichnet ) um Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin u.a. hatten über ihre bestehenden Kontakte mit anderen Terroristen den Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Hanns Martin Schleyer entführen lassen und wollten hierdurch ihre Freilassung erpressen. Dieser Plan ging nicht auf. Die Geiselnehmer erschossen Schleyer.
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Schleyer-Entführung

In Anlehnung an diese Abläufe im Oktober 1977 sendete als der swr eine " Tatort " - Folge.
Eine fiktive Sendung also, die mit der einstigen und inzwischen als sicher ermittelten und festgestellten Realität der Ereignisse im " Deutschen Herbst " 1977 nur mit Wohlwollen etwas zu tun haben konnte. Der Film " Der rote Schatten " lässt nämlich offen, ob die dortigen Gefangenen der RAF durch Suizid oder durch Mord starben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Der_rote_Schatten

Die fiktiven Handlungen in der " Tatort " - Folge sind somit nicht mit denen aus der Historie der Abläufe von 1977 vergleichbar. Wer hier Rückschlüsse zieht und jenen Kriminalfilm als mit dem Herbst von vor 40 Jahren vergleicht, handelt wahrheitswidrig und verhöhnt indirekt die vielen Opfer der RAF - Mörder. Gleiches gilt für jene Berufshetzer aus dem Hause Springer, vornehmlich dem Latrinenblatt mit den vier Buchstaben.

Aber auch der Oberguru für die Aufarbeitung der RAF - Historie Stefan Aust, der ehemalige " SPIEGEL " - Mitarbeiter sowie Autor des Sachbuches " Der Baader - Meinhof - Komplex ", sollte sich bei einer Bewertung des obigen " Tatorts " eher gelassen zurück lehnen, in seinem Privat - Reiterhof den Schaukelstuhl nehmen und seine kassierte Tantiemen aus dem Verkauf dieses Buches sowie die üppige Abfindung im Zusammenhang mit dem erfolgten Abgang als Chefredakteur des Hamburger Nachrichtenmagazins weiter zählen.
Von einer " gefährlichen " Verdrehung der Tatsachen rund um den Freitod der inhaftierten Terroristen Baader etc. kann in dem " Tatort " beim besten Willen nicht die Rede sein.

Ein Spielfilm bleibt auch ein solcher, selbst wenn er auf einen realen Ablauf basiert. Fiktion und Realität und Wahrheit sollten zusammengehören; Fiktion und Wunsch sind indes zwei andere Ebenen.
Der letzte " Tatort " liegt irgendwo dazwischen. Das war von seinen Machern so gewollt. Daraus irgendwelche gesellschaftspolitischen Risiken abgleiten zu wollen, ist unseriös. Typisch für jene Gossen - Presse, eben.


" Can " mit " She Brings The Rain " - 1970:


Montag, 16. Oktober 2017

Frankfurter Buchmesse 2017: " Ein bisschen Spaß muss sein "?



Es gibt in diesem, unserem, ach so gesitteten Lande, zwei Schwerpunkte, innerhalb derer eine langsam, aber sicher aussterbende Spezies, alljährlich ihre Produkte feil bieten darf. Das ist die Internationale Buchmesse in Leipzig und jener Pendant in Frankfurt am Main.
Die Leipziger öffnen im Frühjahr für einige Tage ihre Pforten; die Frankfurter ziehen im Herbst nach.
Dazwischen liegen der Sommer und der Winter eines jeden Jahres.

Damit bleibt genug Zeit für jene Literaten und Hobby - Schriftsteller, sich Gedanken zu und über einen Titel zu machen und Hirnschmalz - soweit überhaupt vorhanden - zu verbraten, wie ein möglichst reißerischer Titel mit nichts sagenden Inhalt ausgefüllt werden kann.

Vor vielen, vielen Jahren war die Anzahl der Verlage dieser beiden Buchmessen eher überschaubar. Heutzutage ist sie genauso unübersichtlich, wie die inflationäre Zahl der dortigen Veröffentlichungen.

Nun, dem Zeitgeist ist es deshalb geschuldet, dass sich auch Schwachköpfe aus dem Show - Biz im erweiterten Sinne dort längst die Klinke in die Hand geben und - gegen ordentlich Kanaster - einen Stand irgendeines unbedeutenden Verlages, durch ihren Namen, doch noch bedeutsam werden lassen.

Es hat aber, leider ist das sehr lange her, bessere Zeiten geben, als Qualität und nicht Klamauk den Ton bei beiden Veranstaltungen angaben. Ob nun Heinrich Böll, Günter Grass oder Rolf Hochhuth oder die Literaturkritiker Reich - Ranicki. Raddatz oder Hellmuth Karasek, sie alle haben sich regelmäßig ihr Stelldichein dort gegeben. Nach deren Tod kam eigentlich nichts vergleichbares nach. Schade. Aber, wie gesagt, das Medium Buch, ist eine - leider - aussterbende Spezies.

Während die Buchmesse in Leipzig eher in seichtem Fahrwasser der genormten Beliebigkeiten - zumindest vor der Wende - dahin driftete, gab es in Frankfurt zu jener Zeit schon dann und wann handfeste Skandale und Krawalle. Als beispielsweise der Oberbazi Franz Josef Strauß sein Buch zum Thema Nachrüstung vorstellen wollte, brüllten ihn Gegner der atomaren Aufrüstung einfach nieder.

Doch irgendwann erlahmte des Gesamtdeutschen Interesse an der Politik und er ließ sich durch Blödsinn, der vornehmlich auf  der Grundlage des US - amerikanischen Vermarktungsmülls verbreitet wird, leiten. Der Leser sollte durch das Rühren der Werbetrommel, die zuvor von den Medien  ordentlich mit gedreht wurde, zum Kauf von hanebüchenen Dreck animiert werden. Ob nun Effenberg, Bohlen, Becker  oder Höfl - Riesch, sie alle wurden von dem immanenten Zwang des Geldverdienens getrieben . So verkauften sich ihre Scheinbiografien zwar gut, doch die Literatur verreckte dabei elendig.

Ein neuer Müllmann auf dem Irrweg des gedruckten Schunds ist Roberto Blanco. Er verkauft mit seinem Sonderabfall, den er " Von der Seele " titulieren ließ, seine eigene, nämlich in Gestalt eines Hurenbocks par excellence. Er sei in seiner gesamten 48jährigen Ehe immer " fremdgegangen ". Hach, wen interessiert dass?

Auf jeden Fall seine Tochter Patricia ( 46 Lenze alt ). Die brüllte ihn während seines affigen Auftritts an dem Mini - Stand des Verlages an ( " Das du dich nicht schämst? " ). Ob nun PR - Gag oder nicht, Blanco, der große Hahn, mit seinen " Kukident " gepflegten Dritten,  keifte zurück. Das war´s! Die Medien berichteten. Der Verkauf des idiotischen Blendwerks zu einem Preis von 19,99 € stieg wahrscheinlich stark an. Der inszenierte - oder auch nicht - Skandal im vermeintlichen Skandal einer Familienkomödie, zu der Blanco´s einluden?

Ansonsten gab es noch einige Scharmützel zwischen Rechten und Linken, Linken und Faschisten, die ebenso ihren Sondermüll auch auf der Frankfurter Buchmesse kredenzen durften. Ob nun der Oberdruide Kubischek aus seiner Wahlheimat Sachsen - Anhalt oder das verwirrte Kamel aus Hessen mit dem Höcker, sie durften ihren Schwachsinn, natürlich gegen viele Euronen, die vorab an den Messeveranstalter zu entrichten waren, an Kleinstständen dem potenziellen Leser zum Fraß vorwerfen.
Der eigentliche Skandal des inszenierten Skandals ist dabei, dass Idiotismus nicht dadurch verkaufsfähiger wird, wenn er über die Nachrichtendienstlichen, die Beflissenen der schreibenden Zunft selbst, durch den Fleischwolf gedreht wird.

Kubischek ist ein Verwirrter des 21. Jahrhunderts. Punkt!

Aber auch ihm steht jeder Zeit Artikel 5 unseres Grundgesetzes zur Seite. Punkt!

Ein bisschen Spaß muss in unserer verblödeten Konsumdreckgesellschaft immer noch sein. Oder?

Gut´s Nächtle mit:


" Sels " und " The Conferce Of The Birds " - Album: " Sea Of The Dying Dhow " - 2007:








Sonntag, 15. Oktober 2017

Blaue Holzbiene: Ein seltener und ungebetener Gast



Jetzt haben wir, dank der laufenden Wetterkapriolen außerhalb Europas, doch tatsächlich noch einige warme Tage im Goldenen Oktober bekommen. Ungewohnter Sonnenschein, bei milden 21 Grad, ließen mich den Versuch starten, die Balkontür zu öffnen. Während die warme Luft in das Zimmer zog, suchte ich mir ein sonniges Plätzchen im Garten, um die bunten Blätter an den Bäumen zu betrachten.

In der Zwischenzeit hatte sich ein ungebetener Gast im Raum eingefunden. Es war ein Hummel ähnliches Insekt, das an dem Fenster herum flog und ständig gegen die Scheiben prallte. Laut brummend gab der bläulich schimmernde Gast die Versuche nicht auf, durch das Fensterglas davon fliegen zu wollen.

Ich betrachtete den Eindringling genauer und stellte fest, dass er zu keiner, der mir bekannten Insektenarten zugeordnet werden konnte. Das schlaue Internet gab mir dann dazu mehr Auskunft. Es war eine Holzbiene, die sich in das Zimmer verirrt hatte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Holzbienen


Genauer gesagt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Holzbiene

Die Biene gab nach einigen Minuten ihr Vorhaben auf, durch die Glasscheiben fliegen zu wollen. Sie saß erschöpft auf dem unteren Teil des Fensterrahmens und pumpte wie ein Maikäfer.
Nachdem ich wiederum den Versuch gestartet hatte, das brummende Insekt zu fotografieren, öffnete ich den den rechten Fensterflügel. Das Insekt spürte die einziehende frische Luft der Freiheit und schwirrte eiligst davon.

Irgendwie hatte ich im Gefühl, dass der Eindringling wohl unter Artenschutz stehen muss, denn ich hatte eine Blaue Holzbiene bislang noch nicht gesehen.

Manchmal reicht es eben aus, etwas besonderes zu sein, um dem Schicksal zu entkommen, das hier der sichere Tod gehießen hätte.

Gut´s Nächtle mit:

" Beiruth " 

 Penumbra Oifusa Pt. 1 / 2 , Album: Horizontes De Sucesos" (2009)





" Zuckersand ", ein Film am Rande der Realität?


Der 3. Oktober 2017 ist ja nun auch bereits einige Tage her. An diesem Feiertag, dem Tag der Deutschen Einheit, lief in den ÖRs so allerhand zu, über und von der DDR. Oft waren es alt bekannte Beiträge. Wer diese bereits zum xten Mal gesehen hat, kann sich getrost das xyzte Mal schenken.
Eine Woche später sendete dafür das Erste den Film " Zuckersand " des Regisseurs Dirk Kummer, der ja 1966 in der einstigen DDR geboren wurde ( https://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Kummer )..

Wenn eine Lobhudelorgie einem solchen Film, wie der helle Schein eines später verglühenden Kometen vorausgeht, geht bei mir sofort eine Klappe herunter, die danach verursacht, dass ich mir eben diesen Beitrag schenke, auch wenn er neu zu sein scheint.
Dafür habe ich später einige Filmkritiken zu Kummer´s Werk " Zuckersand " gelesen. Auch viele Kommentare danach habe ich mir dabei angetan.

http://www.zeit.de/kultur/film/2017-10/zuckersand-dirk-kummer-fernsehfilm-ddr

Der gemeine Wessi und nicht nur der,  mag dem DDR - Regime viele unmenschliche Dinge vorwerfen können. Dazu zählen jene vielfachen Verletzungen von elementaren Menschenrechten, dass die SED - Despoten rund um die Honeckers ihre Bürger eingesperrt ließen und bei Fluchtversuchen die Schusswaffen sprechen ließen, dass die Versorgung mit Konsumgütern miserabel war, die Umweltverpestung dafür apokalyptische Ausmaße annahm usw. usf. Doch einige Märchen, Legenden und Lügengeschichten, die von Wessis und Wossis und Ossis sich auch 28 Jahre nach den Zusammenbruch der DDR und ab der späteren deutschen Einheit, immer noch durch die Köpfe und Medien geistern, sind einfach nicht aus den selbigen herauszubekommen.

Auch Kummers Film über jene beiden Brandenburger Jungen befasst sich mit derartigen Halbwahrheiten. Weil er selbst in dem einstigen Staat aufgewachsen ist, der versuchte, bereits nach der Geburt viele Dinge für den neuen Erdenbürger in seinem Sinne zu regeln, ihn dabei auch bevormundete und bei abweichenden Verhalten sogar entmündigen durfte, sollte er doch bitte schön die Realität in sein Werk mit einfließen lassen.

So steht zu meiner Überzeugung fest, dass die praktizierenden Christen nicht samt und sonders von dem Bespitzelungsorgan mit Namen Staatssicherheit drangsaliert wurden, sondern durchaus ihren Glauben unbehelligt leben durften. Zum Teil waren aber auch IMs in den Kirchen aktiv tätig. Wenn Glaube tatsächlich Berge versetzen könnte, dann gelingt es diesem umso mehr, dem Drang des Individuums, seine profanen Vorteile aus einer bestimmten Situation heraus ziehen zu können, ungehemmt auszuleben. Will heißen: Wenn die christlichen Kirchen es zu Zeiten des Dritten Reichs ermöglichten, dass Geistliche mit dem verbrecherischen Machthabern dort kooperieren, was sich nicht nur durch Zeigen des Deutschen Grußes in deren Kirchen manifestierte, dann ist es wenige Jahre nach dem Zusammenbruch dieses Mörderregimes möglich, dass ihre Anhänger nun einem neuen Herrn dienen.

So weit, so bekannt.

Was im dem Machwerk des Regisseurs Kummer noch so alles an Ungereimtheiten über den Flat Sreen pläscherte, lässt sich vielleicht nur exemplarisch heraus nehmen. Ob nun zwei 10jährige, also Fünftklässler, allen Ernstes noch an den Weihnachtsmann, den Osterhasen und den Klapperstorch glauben, somit auch, dass es ihnen gelingen könnte, über ein in den Kies - und Sandboden ausgehobenes Loch, irgendwann in Australien anzukommen, muss doch arg bezweifelt werden. Gut, ja, gut, ich sach´ma´, ich glaube, diese aufgesetzte, kindliche Naivität sollte eher den angeblich vorhandenen, inneren Trieb nach außen tragen, der da lauten könnte: Ich möchte frei sein?

Dann gelingt es einer alleinerziehenden Christin für sich und ihren Sohn einen Ausreiseantrag zu stellen. Nachdem diese Dame über einen Geheimgang durch die Berliner Mauer schlüpfen durfte, kehrt deren Sohn, wie von allen guten Geistern verlassen nebst Reisekoffer in der Hand zurück zu seinem Sandloch um den zurück gelassenen Zettel mit den, zuvor von einem pensionierten Lehrer notierten Koordinaten des australischen Kontinents zu holen? Bei dieser Aktion wird der Junge dann durch die abrutschenden Sandmassen begraben und  kommt ums Leben.

Gipfel des cineastischen Schwachsinns ist aber dabei, dass die Stasi diesen Unglücksfall vertuschen möchte und den Jungen anonym beisetzen lässt. Warum das, für alle Boshaftigkeiten, denen Menschen auch in den zweiten deutschen Staatsgebilde fähig sind. später herhalten müssende Überwachungs - und Kontrollorgan, hier ein sichtbares Interesse an einer Verschleierung der Todesumstände des Jungen haben sollte, bleibt ebenso nebulös, wie die Auflösung der - eher technischen Frage -, wie es der christlichen Alleinerziehenden gelungen sein könnte, aus der Kinderkrippe direkt mit dem Westen zu telefonieren, ohne dieses Gespräch dabei anzumelden.

Ätzend sind auch die gestelzten, geschraubten und völlig sinnfreien Dialoge zwischen einigen Protagonisten. Es mag zwar - auch abseits der üblichen Propagandarhetorik - einige Funktionsträger gegeben haben, die sich mit Genosse ansprachen, doch im Privatleben, dort wo im piefigen - miefigen Umfeld der heimischen Furzmole, das geregelte Sein endete, wo die VEB - Glotze das Westfernsehen durchflimmern ließ, sprach sich kein DDR - Bürger mit Genosse an. Kummer muss da doch zu viele SED - Wunschvorstellungen als bereits realisiert gesehen haben.

Man kann den Machthabern der DDR ja vieles vorwerfen, dass sie ihre Untertanen 28 Jahre lang eingesperrt hatten, dass die Schandmauer und die zur Festung ausgebaute Grenze viele direkte und indirekte Tote ( durch die fehlgeschlagenen Fluchtversuche ) verursacht haben, dass die praktizierte Planwirtschaft die Bevölkerung nur schlecht versorgen konnte, während der Westen - oft zu Spottpreisen - rare DDR - Waren konsumieren durfte, einst hat das SED - Funktionärs - Spießertum garantiert nicht geschafft: Die Menschen in der Art, wie es in dem Klamauk von Kummer gezeigt wird, zur Marionetten zwischen Gut und Böse, Schwarz und Weiß oder Dumm und Schlau zu degradieren.

Einen Altag in der Deutschen Demokratischen Republik, wie er in den Märchenfilm " Zuckersand " gezeigt wird, hat es in dieser Form nie gegeben. Schaden um die verplemperten Rundfunk - und Fernsehgebühren!

" Straight Shooter " - " Why " - Album: " My Time, Your Time " - 1980:



 



Samstag, 14. Oktober 2017

Hallimasch





Gestern waren wir zum letzten Mal in diesem Jahr auf Pilzsuche. Bei trockenen und lauen Herbstwetter. Eigentlich ideale Bedingungen für die Sporengewächse. Doch so sehr wir auch die Gebiete im Zellwald abgingen, es gab kaum frische Pilze. Eigentlich ist ja ab Oktober die Zeit der Hallimasche angebrochen. Doch die waren entweder bereits verfroren oder zum Teil auch noch verschimmelt. Und dennoch gab es einige vermoderte Baustumpfe auf denen sich kleinere Kolonien dieser schmackhaften Speisepilze fanden.

Ich bückte mich einige Male, um die ganz jungen Pilze aus der Gruppe herauszuschneiden. Es gibt in unseren, den mitteleuropäischen Regionen, einige Arten dieser Pilzgattung:

 https://de.wikipedia.org/wiki/Hallimasche

Überwiegend waren es jedoch der Dunkle Hallimasch, der in unseren Körben lag.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dunkler_Hallimasch

Zusammen mit dem Fleisch der anderen Pilzsorten, erbrachten unsere gesammelten Pilze, eine große Pfanne voll.

Angeblich soll dieser Pilz einen leichten, tannigen Geschmack haben. Der wird dadurch aufgehoben, dass er mit anderen Mischpilzen mindestens eine halbe Stunde köchelnd in einer Pfanne oder noch besser, einem Wok unter Zugabe von ausreichend Wasser, entsprechend vorbereitete wird. Vor dem Verzehr kommen einige, zu kleinen Würfeln geschnittene Speckstücken, eine fein gehackte Zwiebel und ein Ei dazu.

Von einem riesigen Pilz mit einem Geflecht von mehreren Hundert Meter, wie er beispielsweise in der Schweiz oder den USA gefunden wurde, sind die kleinen Bestände im Zellwald natürlich um Lichtjahre entfernt. Allenfalls einige Meter könnte die Ausbreitung des vorgefundenen Geflechts umfassen.

" Rare Earth " - " Feelin´Alright " - 1968:





Freitag, 13. Oktober 2017

Hornisse


Heute ist Freitag, der 13. Ich bin nicht abergläubisch, aber gehört habe ich davon, dass dieses Datum bei vielen Menschen ein gewisses beklemmendes Gefühl verursachen soll. Während meiner Kindheitstage in dem niedersächsischen Dorf Heeßen, bedeutete ein solcher Freitag, dass unsere uns mitbetreuenden Großeltern, einem erhöhten Aufmerksamkeitsaktionismus entfalteten. Meine Großmutter Wilhelmine war eine einfache, aber sehr liebevolle Frau. Sie glaubte an die vielleicht doch vorhandene schwarze Magie eines derartigen Tages. Deswegen bekamen wir von " Oma Mäncken " eine extra Dröhnung von alt hergebrachten Verhaltungsmustern, Geboten und Verboten verpasst. Freitag, der 13. war nämlich ein besonderer Tag - ein Unglückstag.

Oma machte sich nämlich ständig Sorgen, dass uns etwas Schlimmes passieren könnte. Solche unvorhergesehenen Ereignisse, wie der Fall in das Plumpsklo, das sich im anliegenden Stall, der von Hühnern und zwei Schweinen bewohnt war, befand. Oder der Fall von einem der im Garten stehenden Obstbäume, von deren leckeren Früchten unsere / meine Oma immer Kompott und Marmelade kochte. Oder , dass einer von uns mal wieder  von Wespe gestochen wird, weil wir deren Erdnester mit einem langen Stock ausgehoben hatten.

Nun, alle diese kleineren und größeren Unglücksfälle könnten sich - so der Aberglaube unserer Oma - an einem Freitag, den 13., in komprimierter Form einstellen. Deshalb ermahnte uns " Oma Mäncken " an einem solchen Tag mit einem Sondervortrag. Sie meinte es ja nur gut, weil sie ihre drei Enkelkinder eben liebte. Wenn nichts passiert war, gab es irgendeine selbst hergestellte Leckerei. Wie zum Beispiel der Grießpudding mit warmer Kirschsoße. Ich schlug mir davon dermaßen den Bauch voll, dass ich mich anschließend kaum noch bewegen konnte.

Da ich an einem Mittwoch geboren wurde, erlebte ich - die ersten Jahre eher unbewusst - so manchen Freitag mit der ominösen Zahl 13. Insgesamt vielleicht 127. Manchmal erschien dieser angeblich schwarze Tag drei Mal im Jahr, Ab und zu sogar 2 Mal in einem Monat. Doch: Sie brachten mir weder Unglück, noch Glück, Sie waren einfach nichtssagende Tage, so wie Donnerstag der 12. oder Samstag der 14. eines Monats.

Doch, für meine Großmutter war ein solcher Tag eben ein besonderes, weil negatives Ereignis, an dem sich ein Zu den weiteren, entweder unbewiesenen oder einfach nur unsinnigen Behauptungen, zählten bei ihr, dass die Kinder vom Klapperstorch gebracht werden, dass man seinen Teller aufzuessen hatte, damit morgen wieder die Sonne scheint und auch, dass eine Hornisse ein gefährliches Tier ( so wie ein Wolf ) sei, denn drei Stiche der fliegenden Insekten könnten für einen Erwachsenen und sieben bei einem Gaul tödlich sein.

Wir glaubten den größten Teil dieser Lügengeschichten und hatten deshalb Angst vor  dem bösen Wolf und der stechwütigen Hornisse. Obwohl ich weder das eine, noch das andere Lebewesen in meiner Kindheit je zu Gesicht bekam.

Dazu benötigte ich irgendwann in den Jahren nach meiner Lehre den Besuch eines Zoos, um den ersten Wolf zu sehen und weitere 20 Jahre, um die ersten Hornissen zu sehen.

Es war ein lauer Abend Ende August 1990 als bei einem Gläschen Wein und einigen aufgestellten Windlichtern, plötzlich einige dieser Kamikaze - Insekten die brennende Außenlaterne einer Ferienhütte auf einem Bauernhof in Hankensbüttel umlagerten. Mein damaliger Bekannter Norbert knipste sofort die Beleuchtung aus und verbreitete Panik. Er erzählte mir genau den selben Sermon, den ich kannte. Hornissen seien gefährlich und würden einen Menschen töten können. Für mich sah es aber so aus, als seine sie nur die viel zu helle Glühbirne, die in der Außenlampen eingedreht war, angelockt worden. Sie orientierten sich nach dem grellen Licht und summten, wie ein Spielzeughelikopter um die schwarze Metalllampe herum. Nachdem Norbert das Licht ausgeschaltet hatte, waren die Biester verschwunden.

Einige Jahre später, ich hatte ein private und berufliche Lebenskrise, vielleicht auch die viel zitierte midlife crisis, saß ich in einem Wohnklo in Harmissen bei Süstedt und soff. Zumeist Sekt, und zwar " Deinhardt Trocken ". Nachdem ich eine Reihe von Gläsern intus hatte, öffnete ich das Fenster des Holzhauses und ließ frische Luft in den Raum. Es dauerte einige Minuten, ehe eine Hornisse durch das geöffnete Fenster in den Raum brummte. Ich schlug das Vieh mit einer Zeitung tot. Doch es folgte eine weitere. Auch diese erschlug ich. Dann klappte ich das Fenster nur an. Trotzdem gelang es einer dritten Hornisse, an die brennende Lampe zu fliegen. Ich prügelte den Eindringling ebenfalls tot. Dann schloss ich genervt das Fenster.
Es herrschte danach Ruhe.

Irgendwann danach versuchte ich mein Leben wieder auf die Spur zu bringen. Vielleicht hätte ich es vorher bereits machen müssen.

Es folgten weitere Freitage, die die Monatszahl 13 trugen. Das eigene Leben sieht solche Tage eben auch vor. Wie gesagt, ich bin und war nie abergläubisch.

Als ich heute Morgen, so gegen 6. 30 Uhr in der Küche saß, in der ich zuvor unser Katzen - Quartett versorgt hatte, meine Kaffee aus dem Automaten trank, " SPIEGEL " las und MDR aktuell im Radio hörte, beobachtete ich, dass unser Kater " Diego " an der Terrassentür unruhig herum schlich. Er hatte irgendetwas entdeckt, das ihn beunruhigte. Zunächst konnte ich nichts entdecken. Es war draußen immerhin dunkel. Beim näheren Hinsehen, sah ich sie dann, die angeblich gefährliche Hornisse, Sie kletterte an den Scheiben der Tür hin und her. Ich ließ unseren Kater " Diego ", der immer noch unruhig und kratzend an der Tür herum schlawenzelte,  auf die Terrasse. Er beobachtete vorsichtig den Fremdling und wollte anschließend wieder in die Küche.

Ich trank einen zweiten, dann einen dritten Pott Kaffee. Die Hornisse war immer noch an der Scheibe. Nein, ich werde die Tür jetzt nicht öffnen, um den ungebetenen Gast hinein zu lassen. Ich wusste ja längst, dass der Hautflügler nur an die brennende Deckenlampe wollte. Was aber hätte ich danach mit dem Insekt anfangen sollen? Erschlagen? Nein, ich blieb standhaft und dachte bei mir: " Hier kommst du nicht hinein! "

Es wurde langsam hell. Irgendwann war die Hornisse verschwunden. Ich hatte es gar nicht bemerkt, weil unser Kater auch das Interesse an dem Tier verlor. Sie wird vielleicht einen Platz gesucht und gefunden haben, in dem sie den Tag geschützte verbringen kann.

Es muss ein Weibchen gewesen sein, die in der Küche um Einlass begehrte. Die männlichen Nachkommen sind längst verendet, denn sie überwintern nicht. Ihre, von der Natur vorgegebene Aufgabe, das Weibchen zu begatten und zu versorgen, ist im Herbst beendet. Nur die weiblichen Hornissen überleben den anstehenden Winter.

Deshalb versuchte die, nur zu Besuch an der Terrassentür herum kriechende Hornisse in den Raum zu gelangen. Sie suchte ein sicheres Winterquartier. Später könnte sie ein neues Volk bilden.
Nein, nicht bei uns im Haus.

Und während ich bei " Wikipedia " den Eintrag über die Hornisse las (
https://de.wikipedia.org/wiki/Hornisse ), kamen mir einige Gedanken zu der vor zirka zwei Jahren von unserer " Ewigen " Bundeskanzlerin verursachten " Flüchtlingskrise ". Es klopften mehr als 900.000 Menschen an unseren Grenzen und baten um Einlass. Merkel gewährte diesen ihnen. Doch sie befragte nicht die anderen EU - Länder und vor allem nicht ihre Bevölkerung. Die Folgen daraus waren fatal. Hass, Gewalt und Verbrechen gegen Menschen durch Einheimische zogen sich wie ein Schleppnetz durch die Gesellschaft. Vor allem bei uns in Sachsen versuchten die Menschen ihren Frust gegen Flüchtlinge auszuleben.

Irgendwo las ich ein Plakat eines dieser besorgten, intoleranten Bürger in unserem Freistaat. Dort hieß es: " Bitte flüchten Sie weiter! Hier gibt es nichts zu wohnen! " So ein A.. , dachte ich bei mir, als ich den Kerl dort stehen sah. Doch mittlerweile ist klar, dass weder Merkel´s " Flüchtlingspolitik " richtig war, noch das rassistische Gehabe jener Schwachköpfe in unserem Freistaat.

Menschen gehören eigentlich in ihre jeweils angestammte Umgebung. Ist diese nicht lebenswert, muss ihnen Hilfe zuteil kommen. Doch nicht jeder jeder nach einer neuen Heimat suchende Mensch ist ein Flüchtling. Und, mal ehrlich gesagt, wer möchte nur Hornissen in seinem Haus? Trotzdem gib es dazu bessere Lösungswege. Die heißt " Entwicklungshilfe ". Und die muss vor Ort, an den Grenzen und in den Ländern, die ihre Bevölkerung nicht mit Sicherheit und ausreichender Ernährung ausstatten können, angebracht werden.

Deshalb habe ich die Hornisse an jenem Freitag, den 13. Oktober 2017, nicht in die Küche hinein gelassen. Es wäre ihr sicherer Tod gewesen.

Gut´s Nächtle mit:
" Ame Son " und " Le grand cirque de la lune " - 1970:





Donnerstag, 12. Oktober 2017

Tim Cahill und der gesponserte Jubel


So langsam formiert sich das Feld der 32 Nationen, die im kommenden Jahr in Russland den Fußballweltmeister ausspielen möchten. Auch unsere Antipoden könnten mit dabei sein. Ein Tor des 37jährigen Spielers Tim Cahill ermöglichte den Australien zwei weitere Qualifikationsspiele zur WM - Teilnahme.
Doch die Fußballanhänger wollten sich darüber nicht so richtig freuen. Sie waren eher entsetzt über die vermeintliche Dreistigkeit, mit der der 2:1 - Siegtorschütze seinen Torjubel nach dem entscheidenden Treffer gegen Syrien, vermarktet hatte.
Cahill machte auf dem Platz eine halbe Ehrenrunde und formte dabei sein Arme zu einem T.
Dem Sponsor war´s zufrieden. Dieser bedankte sich über " Instagram " bei dem Spieler für die werbewirksame Sondereinlage nach den Tor.

Die Empörung darüber war groß. Doch: Was ist eigentlich nicht mehr an der schönsten Nebensache der Welt ohne sichtbaren Kommerz? Nichts!
Diese geheuchelte Kritik an einem alternden Profi - Fußballer, der am Ende seiner Karriere noch ein paar Penusen abfassen möchte, ist absurd.
Da werden mehrere Hundert Millionen von Vereinen für angebliche " Super - Stars " ausgegeben, da werden Milliarden schwere Fernseh - und Werbeverträge geschlossen und das wird der Zuschauer mit Reklame zugepflastert, dass er das Tor vor lauter Werbetafeln nicht mehr sieht.

Cahill ist doch hierbei nur eine kleine Nummer. Er stellt allenfalls dagegen ein kleines Lichtlein dar. Warum dann diese aufgeblasene, mediale Empörung?
Vielleicht soll nur ein Aufhänger gesucht werden, der von dem wahren Zuständen im Profi - Fußball ablenkt?

In diesem Sinne:

Joan Baez - " Joe Hill ":